Nr. 295. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fiinfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pig. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonnund Festtagen bis 9 1hr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Das Wahlrecht Mittwoch, den 18. Dezember 1895. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3: tönnen." Und nicht bloß nicht hören, sondern mehr: gesammten neuesten Kurs Muster und Jocal geworden. nicht erfassen, nicht verstehen. Man wird sich erinnern, daß im vorigen Frühjahr das ist gegenwärtig die Achse, um die sich in Deutschland das So erklärt es sich, daß Sisyphus auch ein Opfer amtliche Regierungsorgan Sachsens, die„ Leipziger Zeitung", politische Leben dreht. Die Reaktion hat mit der Revolution der Hybris- unter den Machthabern sortwährend Nach- als Programm der Reaktian aufstellte: Abschaffung das gemein, daß sie nicht still stehen darf, mur daß sie statt: folger findet, die den Steinblock reaktionärer Utopie stöhnend des allgemeinen Wahlrechts- und ein immer vorwärts! immer rückwärts muß. Das ist den Berg hinaufwälzen, bis die Katastrophe cintritt und Linsengericht von Sozialreform, um den Arbeitern den Mund das Gesetz der Schwere, welches für die politische Welt hurtig mit Donnergepolter entrollet der tückische zu stopfen. ebenso gut gilt, wie für die physische. Die Revolution, die Marmor" Dieses sächsische Programm ist heute das Reichs= nicht vorschreitet ist verloren; die Reaktion, die nicht rück- und verwüstet das Narrenparadies, in das er hinein- programm der deutschen Reaktion. Nie vorher hat sie schreitet, ist verloren. Und auf ihrem Rückmarsch ist die bricht. so rücksichtslos und cynisch sich zu dem geplanten Attentat Reaktion in Deutschland jetzt an einem Puntt angelangt, auf das allgemeine Wahlrecht bekannt- sie glaubt keines wo sie Widerstand findet, wo sie in ihrem Vormarsch noch Feigenblattes mehr zu bedürfen. rückwärts aufgehalten wird. In Sachsen, dem Lande der hellen" Dunkelmänner, wird schon Hand angelegt zum praktischen Anfang. -OO Jeder Nachfolger bildet sich ein, seinen Vorgänger an Schlauheit zu übertreffen und den bösen Naturgefeßen schließlich doch ein Schnippchen zu schlagen. Dieses Hinderniß ist das Wahlrecht des Volts. Wer aber den Steinblock bergauf wälzen will, findet Die tapitalistischen Parteien haben längst begriffen, daß in seinem Weg einen einporragenden Fels, über den er den Das sächsische Landtags- Wahlrecht ist zwar weit davon die Thatsachen und Verhältnisse der Sozialdemokratie in die Block nicht wälzen kann. Er muß ihn unterhöhlen, aus- entfernt, allgemeines Wahlrecht zu seines hat einen Hände arbeiten, daß sie, die Stützen der sogenannten Ord- graben, in Trümmer schlagen sonst ist kein Weiter Zensus und schließt etwa zwei Drittel der Reichstagsnung, nicht fähig sind, den Kampf mit geistigen Waffen gegen kommen. Dieser Fels ist jetzt das allgemeine Wah I- Wähler aus immerhin gewährt es dem arbeitenden Volk uns erfolgreich zu führen, und daß, wenn die Dinge ihren recht ist das Wahlrecht des Bolks. die Möglichkeit, Vertreter in die Kammer zu schicken. Das natürlichen Weg gehen, das heißt, wenn die organische Ent- So lange dieser Fels emporragt, sind alle Maßregeln soll nun verhindert werden. wickelung nicht gewaltsam unterbrochen wird, der Sieg der Reaktion ohne Werth. Was nützen die Polizeiverbote, Wohlan mögen die Herren Reaktionäre thun, was der Sozialdemokratie in absehbarer und ziemlich genau zu was die Unfugs- und sonstigen Gummi- Paragraphen des sie nicht lassen können! Der Schlag wird treffen, aber nicht berechnender Zeit unvermeidlich ist. Sie stehen also vor der Strafgesetzbuchs- was die Brausewetter- und Majestäts- die Sozialdemokratie. Die sächsischen Ordnungsparteien Alternative: entweder sich in Geduld zu fassen und den Herr beleidigungs- Prozesse, wenn der Partei, die erdrosselt werden haben sich gegen uns zusammengethan und sie waren nicht schaftsantritt der Sozialdemokratie ruhig abzuwarten, oder soll, die Arena und Rednertribüne des Reich 3 tags im stande uns die Spiße zu bieten; indem sie für die gewaltsam den organischen Gang der Entwickelung zu unter- und verschiedener Landtage bleibt, das heißt, das weitaus fächsische Politik unsere Partei durch einen Gewaltstreich brechen und die Entwickelung womöglich in andere Bahnen wirksamste Kampf- und Agitationsmittel? Was nüßt es, mundtodt machen, bekunden sie blos ihren intellektuellen und 311 Tenken. den rebellischen Gedanken ins Zuchthaus zu sperren, wenn moralischen Bankrott. Wer die Weltgeschichte kennt, weiß, daß ein solcher Versuch er von der Tribüne des Reichstags und der Landtage Wie das Bürgerthum, so die bürgerlichen Parteien. hoffnungslos ist. Aber es giebt gewisse Wahrheiten, deren herab seinen Zorn, seine Auflagen in das Land hinaus- Das Bürgerthum ist in der Dekadenz. Daß in Sachsen ein Erkenntniß durch den Besitz der politischen Macht aus schmettern fann, und weit über die Grenzen des Landes Mehnert, in Preußen ein Stumm, in Frankreich ein geschlossen scheint. Wir haben zwar ein Sprichwort, hinaus? Casimir Perier fapitalistische Parteiführer werden welches besagt: wem Gott ein Amit giebt, dem giebt er Was nutt es, die Sozialdemokratie in Ketten zu legen konnten, zeigt wirkungsvoller als Bände es vermöchten, die auch Verstand. Und bis zu einem gewissen Grad ist das wenn ihr der Mund nicht geschlossen wird, wenn es eine Verheerungen, welche der Kapitalismus im menschlichen gewiß richtig. Allein an dem Amts verst and hängt, außer Stätte giebt eine Stätte, auf welche die Welt blickt, Hirn aurichtet. für weitsichtige und großangelegte Naturen, als gefährliches und von welcher die Welt jedes Wort hören kann von Doch nicht blos eine Bankrott- Erklärung des BliemchenGegengewicht die Amts verblendung die Hybris, der aus sie selbst die Rollen vertauschendals An- Ordnungsbrei'sst der sächsische Vorstoßer ist außerdem wie die Griechen es nannten das Gefühl der Wacht Klägerin ihren Unterdrückern und Anklägern entgegentritt, eine arge Unklugheit vom Standpunkt des Partikularismus. und die daraus entspringende Ueberschätzung der ihre Sünden ihnen vorhaltend, ihre Thorheit geißelnd, den Wer fümmert sich noch um den Staat Sachsen, wenn er das Macht, die nach der griechischen Mythe- jenen Heuchlern die Maske abreißend? Eine einzige zorn- arbeitende Volk zu politischer Rechtlosigkeit verurtheilt? Je lebermuth erzeugt, der das Schicksal herausfordert flammende Rede im Reichstage zerreißt die Stahluche der eher er weggefegt wird, desto besser. Dieser Gefahr sind und sich an der chernen Mauer des Noth Reaktion wie Spinneweben und bläst die emfige Arbeit die sächsischen Partikularisten, die das Gros der Reaktionswendigen den Schädel einstößt. Die Geschichte weiß von Jahren in alle Winde. armee bilden, sich wohl auch bewußt, sie rechnen aber darauf, mur von sehr wenigen Beispielen zu erzählen, wo der Die Zunge des Volks ist das allgemeine daß was für Sachsen in greifbare Nähe gerückt ist, für das Besiz der Macht dieses Gefühl nicht erzeugt hätte. Und Wahlrecht. Durch das Wahlrecht spricht das Volt. es läßt sich sogar psychologisch nachweisen, daß Menschen, Darum fort mit dem Wahlrecht! die mit sehr großer Machtvollkommenheit ausgestattet sind, Seit das allgemeine Wahlrecht die Hoffnungen des durch diese Machtvollkommenheit die freie Urtheilstraft Fürsten Bismarck getäuscht hat und die wuchtigste Waffe verlieren müssen. Johann Jacoby drückte dies in des Proletariats geworden ist, sind die reaktionären Parteien dem berühmten Wort aus:„ Es ist das Un am Werk, das Wahlrecht zu verstümmeln, zu fälschen, zu glück der Könige, daß sie sie die Wahrheit nicht vernichten. Und immer heftiger wird von den Holzwürmern hören wollen. Er konnte ebenso gut sagen:" Es ist das und Maulwürfen gebohrt und gewühlt. Unglück der Könige, daß sie die Wahrheit nicht hören Die sächsische Ordnungsbrei- Reaktion ist für den sie warf den Kopf Dr. Langenberg trat zu Brambach und reichte ihm die Hand. Sein Glückwunsch wurde jedoch überhört, denn Blanka Die Hofdame, Fräulein Blanka von Boheimb, gehörte erhob sich sehr geräuschvoll und sagte zu Georgine laut, zu den von der Natur begünstigten Frauen, die nie alt indem sie dieselbe umarmte: Da bist Du ja! Ich habe zu werden scheinen. Immer rothwangig, ohne einen Zug Dich nicht kommen hören, wie Du die Equipage nicht. Ich„ Nun, so geh schnell," befahl Georgine und Hanne der Leidenschaften, immer freundlich, sehr gut frifirt, hielt ließ den Hofjäger halten hier, um Dir und Deinem Mann ging. man sie trotz ihrer achtunddreißig für vierundzwanzig, Ach, da ist ja der Herr Jubilar- Nehmen Sie meine„ Auch ich muß gehen," mahnte sich selbst der Doktor welchen Geburtstag unverheirathete Fräuleins gern zehn Gratulation, ich wünsche Ihnen zum heutigen Tage Langenberg. Es würde mir zu großem Vergnügen gebis zwölf Jahre lang feiern. Glück", dabei reichte sie Brambach die behandschuhte reichen, wenn ich die Damen zum Wagen geleiten dürfte." Rechte und ihre Armbänder blizten und klirrten. Sehr angenehm, Sie als galanten Ritter kennen zu lernen, Herr Doktor," hauchte in süßen Tönen Blanka, ich werde Sie empfehlen." 10 Clotilde. Rede, sie hatte dem Doktor imponirt-( Nachdruck verboten.) zurück und dabei bemerkte sie Georginen. Roman aus der Gegenwart von H. W. M. von Walthausen. War Clotilde einfach und bescheiden, so trat Blanka desto überladener und anspruchsvoller auf. Besonders war Gnädiges Fräulein," erwiderte Brambach, es freut es der Stolz auf ihre Ahnen, den sie überall durchblicken mich, einen Glückwunsch von einer so einflußreichen Dame ließ, obgleich fie, um nur zu heirathen, auch einen Bürger- zu hören, die immer liebenswürdig und schön, weil ewige lichen genommen hätte. Dem Doktor gegenüber entwickelte Jugend sie schmückt." sie eine solche Zungenfertigkeit, daß sie nicht einmal be- Blanka war entzückt, solche Elogen in Gegenwart des merkte, wie Brambach und seine Frau leise eintraten. " Doktors zu hören, sie neigte ihr Köpfchen gnädig und sagte: Der Hof hat auch meine Verdienste anerkannt" Schade, daß ich nicht länger hier verweilen kann, ich muß sprudelte es von Blaufa's Lippen weiter Sie glauben gar fort, die Prinzen erwarten mich. Georgine, Du mußt mich nicht, Herr Doktor, was ich den kleinen Prinzen schon schönes bei- sobald als möglich besuchen, um mir Mittheilungen über gebracht habe. Als ich aber ein Kind noch war, wie Clotilde, da diesen Tag zu bringen, und Clotilde kann an unserer habe ich auch viel gelernt in der Pension. Wie kann Spazierfahrt theilnehmen." Clotilde dagegen ohne Mühe, wie die Mädchen aus den Nun so geh, hole Mantelett und Hut," sagte Georgine gewöhnlichen bürgerlichen Ständen in ihrer Einfalt dahin zu Clotilde, die freudig fortsprang. leben! Bei mir wundert man sich sogar am Hose darüber, In diesem Augenblick trat Hanne aus dem Zimmer was ich alles kann. Das tommt davon, weil ich mich nur in den höchsten Kreisen bewegt habe. Dazu gehört aber, daß man aus altadeliger Familie stammt und unsere Familie fann auf glorreiche Ahnen und einem reinen Stammbaum aurückblicken." Brambach sah seine Frau an. Georgine lächelte. Dr. Langenberg erhob sich- er hatte die Brambach'schen Eheleute bemerkt und machte eine Berbeugung. Blanka betrachtete dies als eine Anerkennung ihrer des Majors." " Also hier warst Du so lange?" fragte sie Georgine. Hat der Major Wasser bekommen und getrunken?" „ Ja.- Der Herr Major läßt sich als frank entschuldigen," sagte Hanne. Was fehlt ihm denn? Eine Wunde?" frug der Arzt. " Ich weiß es nicht", entgegnete Hanne verlegen. Nun, nun ich glaubte, weil Sie seit meinem Hiersein da drin verweilten, Sie hätten einen Verband angelegt " Reich nicht in weiter Ferne liegt. Der sächsische Vorstoß ist nur die Einleitung zu einem Vorstoß gegen das allgemeine Wahlrecht. Nach dem sächsischen Landtags- Wahlrecht das deutsche Reichs- Wahlgesetz! Das ist die Losung. Das ist der Plan. Das Proletariat wacht; die Sozialdemokratie ist bereit, und das deutsche Volk wird sich von seinen Feinden nicht überrumpeln lassen. und mir Konkurrenz gemacht," sagte der Doktor lächelnd, ,, Sie brachten nur Wasser?" " Ja, der Herr Major hat diesen Brief hier fertig geschrieben, ich soll ihn gleich in den Briefkasten stecken." Dabei zeigte Hanne eine große Verlegenheit, als wollte fie weiter sprechen. " " Clotilde öffnete, bereits zum Aufbruch gerüstet, die Thür, Blanka empfahl sich bei Brambach's, rauschte hinaus und ging an Langenberg's Seite bis zum Wagen. Dort hieß sie Clotilden einsteigen, und ließ sich dann, erst sehr förmlich Abschied nehmend, von Dr. Langenberg fast in den Wagen heben. Sie nickte und winkte noch, als sie abfuhr. Auch Brambach's hatten ihr nachgesehen und ihr zugenickt. Brambach ging nach dem Komptoir im Druckereis gebäude. Georgine war allein. Wie so ganz anders als heute in der Frühe waren ihre Gesichtszüge. Was mochte in ihr vorgehen? Entwarf sie einen Plan? Sie erschrak, als sie sich zufällig im Spiegel erblickte, vor sich selbst. Sie wollte an der Thür des Majors klopfen aber nein sie mußte sich erst umziehen und sammeln, erst ruhiger werden. Ihr Gesicht, ihre Aufregung paßte nicht zu dem, was sie vorhatte. Sie überlegte. Also der Major ließ sich frank melden, das hieß mit anderen Worten: er wolle jett niemanden sehen. ( Fortsetzung folgt.) Politische Uebersicht. Berlin, 17. Dezember. und auch in der Privatdozenten- Frage bisher geleistet hat, tann| Nordertheil VI heißt es: Es war Veranlassung genommen, eine man auf ein artiges Maulforb- Gesez für junge Gelehrte ge- Anzahl als Sozialdemokraten bekannte Herren zur Mitarbeit faßt fein aufzufordern; sie haben dieser Aufforderung entsprochen Aus dem Reichstage. Vor leeren Bänken und in voller Ferienstimmung wurde heute die Debatte über die schlesischen Provinzial- Versammlung des Bundes der Land- haben, Wie die Autorität" untergraben wird! Auf der und ich kann wirklich sagen, daß sie ihre Pflicht und Schuldigkeit in vollem Maße gethan je etwas Nachtheiliges Handwerkskammern fortgesetzt und zu Ende geführt. Die wirthe am 3. Dezember d. J., über die jetzt ein steno- über ihre Thätigteit bekannt geworden wäre." Herren Bachnike, Stumm, Meßner und ein Vierteldugend Antisemiten, sowie unser Genosse Bock trugen die Kosten der folgende anmuthende Schilderung der Regierungs- und anlaffung, nachdrücklich der Verleumdung entz Antisemiten, sowie unser Genosse Bock trugen die Kosten der graphischer Bericht vorliegt, gab ein Major v. Losen Der Berichterstatter nimmt bei dieser Gelegenheit auch VerUnterhaltung, wobei sich herausstellte, daß nur der Redner Staatsstügen: gegen zu treten, als wenn diese Herren irgend der freisinnigen Vereinigung demi vorliegenden Entwurfe geVergütung für ihre Hilfeleistung Mir fommmt es oft so vor, als ob, wenn die Regierung die welche wiffe Sympathien entgegen brachte. Nur gegen das indirekte Geheimräthe und Staatsminister in die Provinz schickt, damit sie empfangen hätten. Auch bei Neustadt- Nordertheil V Wahlverfahren das im Entwurfe vorgesehen ist und gegen dort hören und sich überzeugen sollen von der Nothlage der fagt der Bericht:" Ferner wurden sechs sozialdemokratische bie ebenfalls darin statuirte Bevorzugung der Jnnungen sprach Landwirthschaft, dann durch eine gewisse Klasse von Leuten diese Partei- Anhänger, fleine Handwerksmeister, die ihr gutes Aussich Herr Bachnite aus. Herr v. Stumm, der Großindustrielle, Fragen in einer Art behandelt würden, daß sie nie ein richtiges fommen haben, für diese Sache gewonnen und haben sich dessen Existenz den Ruin von tausenden selbständiger Ge- Bild von der Nothlage bekommen( fehr richtig!); da giebt es fowohl durch Fleiß, Züchtigkeit, praktisches werbetreibender voraussetzt, macht natürlich auch in Rettung einzelne Herren, die haben Knopflöcher( Beifall, Heiterkeit), Organisationstalent, als auch durch Ernst, andere Herren möchten vielleicht Amtsräthe 2c. werden; es sind Ruhe, Aufopferung und Bescheidenheit be. des Handwerks. Von Genossen Bock wurde diesem eigen vielleicht kleine Vortheile, die sich den Herren bieten; es giebt sonders ausgezeichnet."" artigen Retter" unter wiederholter Heiterkeit des Hauses auch sehr viele von den Herren, die leider Im übrigen ist auch von der gegnerischen Presse die Jungferngebührend beleuchtet. Einen weisheitsvollen Ausspruch nach der Flöte ihrer Gläubiger tanzen!" rede des Herrn Vielhaben nach ihrem wahren Werthe eingeschätzt that der Zünftler Mehner:„ Das Handwerk ist verloren, weil die Regierung es verloren giebt." Ein vernichtenderes Urtheil über die Bünftelei kann wohl ihr schlimmster Gegner nicht fällen. Nachdem schließlich die Rednerliste erschöpft war und Herr von Bötticher noch einmal, den freilich vergeblichen Versuch gemacht hatte, den Zünftlern zu beweisen, daß auch er ein warmes Herz" für das Handwerk habe, wurde der allseitig preisgegebene Entwurf in die Kommission ver wiesen, aus der er nicht mehr wieder kommen wird. Mit dem Wunsche, recht frohe Festtage zu feiern, vertagte hierauf der Präsident die Sigungen bis zum 9. Ja nuar 1896. ein halbes Dugend Stimmen erheben würden. Köller und kein Ende. Und diese nach der Flöte ihrer Gläubiger tanzenden, worden. nach Orden und Aemtern lüsternen Leute, die nach der Er Die Breslauer, Bolts wacht" hat bei der Bes klärung des Majors von Loën der Regierung wissentlich sprechung der dort von Arbeitern, Handwerkern und Beamten falsche Angaben über die wirthschaftlichen Zustände im zur Minderung der Wohnungsnoth gegründeten Baugenossenschaft Lande machen, sind die Stützen der Gesellschaft, die den bemerkt, daß bei der Größe des Wohnungselends in Breslau der ruhigen Bürger schützen soll! Herrjemine, wie rührt fei, liege für jeden, der sehen wolle, offen zu tage. Das Blatt Bauverein im allergünstigsten Falle ein jämmerliches Palliativ uns das! datur defodder der ostelbischen Edelsten", die Kreuz- Zeitung", ist darüber ganz Der internationale Silberbold und Graf Mirbach dankt aus dem Häuschen. ifberbol's unb Graf Mirbach bar „ Eine Partei" fagt das Blatt- die in der„ Kreuz- Zeitung" den französischen Bimetallisten für den so wenig Verständniß für die wahren Interessen des Arbeiterfreundlichen Empfang. Aus dieser neuesten Erklärung der standes besigt, verdient wirklich nicht als Arbeiterpartei", sondern jüngsten Internationale heben wir folgenden Satz hervor: lediglich als revolutionäre Partei betrachtet zu werden." Gemeinsame Biele überbrücken manche Wenn es dem Organ der Junkerpartei so sehr darum zu thun RIuft, erleichtern und beleben zweifellos auch den gesellschaft ist, daß der Arbeiter ein eigenes Heim eriverben könne, so mag lichen Verkehr. Was uns in Paris geboten wurde, ging jedoch es sich zunächst an seine Freunde, die Herren Großgrundbesitzer, weit über das Maß dessen hinaus, was wir unter gleichen Verwenden. Es ist bekannt, daß auf den Gütern die Pferdeställe hältnissen zu leisten gewohnt sind, und wird für uns von meist von befferer Beschaffenheit sind, als die Wohnungen der bleibendem Werthe sein." " * sle Deutsches Reich. V Zum Bäderarbeiter Schuh verlautet jetzt, daß das wenige, was zur Einschränkung der Schädigungen des Gewerbes von der Reichsregierung geplant wird, nicht in Form eines Gesetzes, sondern in der einer einfachen bundesräthlichen Verordnung publizirt werden soll. Landarbeiter. änderung Im Reichstage schwirrten heute die tollsten Gerüchte über bevorstehende Aenderungen in den Ministerien herum. Die letzte Reise des Kaisers nach Altona und Friedrichsruh hat die Reichskanzler- Kandidatur des Grafen Waldersee wieder Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozesse. München, 18. Dezember.( Gig. Bericht.) Seit dem Bein Grinnerung gebracht und außerdem soll die Stellung des Herrn Wegen Majestätsbeleidigung stand die verehelichte Feilen- stehen der Regentschaft erscheint, ein Mädchen aus der Freunde, v. Bötticher jetzt wirklich gefährdet" sein. Sogar der Nachfolger hauer Bertha Schulz am 16. d. Wt. vor der Straftammer mit jedem neuen Jahr die Nachricht einer Verfassungs. für Herrn von Bötticher wurde bereits genannt und zwar zu Landsberg a. W. Das nach unter Ausschluß der Deffent- gentschaft. Diesmal hat ein hiesiges nicht gerade durch Zuin Bayern zwecks Aufhebung der Rea soll es tein Geringerer als der Geheimrath v. Gamp lichkeit geführter Beweisaufnahme verkündete Urtheil lautete verlässigkeit berühmtes Blatt die Notiz aufgefrischt und einen sein. Man sieht, welche tolle Blüthen die Parlaments- wie beantragt auf 4 Monate Gefängniß. ganzen Roman von bereits getroffenen Vorbereitungen u. f. w. phantasie zu treiben vermag, wenn den Abgeordneten zugemuthet wird, zwei Tage Neden über einen Entwurf an den europäischen Diplomaten am Bosporus aufgeführt wird, hat artigen Fällen die Frantf. Zeitung" gehört, sind darob wieder Die Komödie der Jrrungen und Täuschungen, die von barum gesponnen. Die offiziösen Dementirer, zu denen in der für sich bei einer Abstimmung sei absolut nichts Sultan sich mit den Herren Diplomaten den Scherz gemacht hat, an der Sache. Bur selben Zeit aber bringt die Frankfurter Deutsche Tages- Zeitung" fie vier Wochen lang warten zu lassen, ehe er die Einfahrt der Beitung" folgende Korrespondenz aus München: Die Muthund Saale- Zeitung" setzen die Preßerörterungen über die zweiten Stationsschiffe erlaubte, ist jetzt die russische Regierung maßungen, daß die Stellung nicht aller Minister gleich fest Demission Köller's fort. Die„ Saale- Zeitung" weist, soweit so großmüthig, zu erklären, sie sei bereit, in der Türkei mili- sei, wollen nicht verschwinden. Thatsächlich finden diese Muthsolche Beweise überhaupt möglich sind, ganz genau nach, erhielte. Ein zivilisirter Bär, der zur Zerreißung seiner Beute absolut unrichtig, jezt von einer Miniſterkrisis zu reden, aber tärisch zu interveniren, wenn sie von Europa den Auftrag dazu maßungen in verschiedenen Anzeichen einige Stüße. Es wäre daß ihre vom Reichs- Anzeiger" und von Herrn v. Köller erst Auftrag" haben will! man wird gut thun, den Anzeichen Beachtung zu schenken, die nachher dementirten Angaben auf direkte Mittheilungen darauf deuten, daß nicht mehr alles so ist, wie früher." Köller's zurückzuführen sind. Die Deutsche Tages- Zeitung" Fürsichtig zwar ist der Rede Sinn, aber man erinnert sich fant in einem zur Wahrung der Wahrheit" überschriebenen vielleicht des Umstandes, daß bereits vor zwei Jahren ziemlich Leitartikel altes Zeng über die Köllerkrise wieder. zuverlässige Mittheilungen über stattgehabte Konferenzen der Reichsräthe betreffend Verfassungsänderung, Regierungsverzicht Mit dem Hinschins Gutachten wird Herr Bosse nicht viel des Prinzregenten, Thronantritts des Prinzen Ludwig ins gegen die unliebſamen Privatdozenten anfangen können, da Land gingen. Gewisse Borgänge innerhalb der Kamarilla haben 53 ordentliche Professoren der Berliner Universität, darunter die vielleicht darauf hingewirkt, daß die frühere Abneigung an gegroße Mehrzahl der Mitglieder der juristischen Fakultät, eine wiffer Stelle gegen eine derartige Veränderung zum theil ge„ Teutsche Wahrheitsliebe." In der Reichstags- schwunden ist. Unter Ludwig als König von Bayern ziemlich entschiedene Erklärung gegen dasselbe abgegeben haben, ing am Donnerstag, 12. Dezember d. J., fand es unser Ge- wäre allerdings die Stellung der meisten Miniſter nicht fie erklären das Gutachten in seinen Ergebnissen nicht für zung treffend und in seiner Begründung nicht für überzeugend und die offe Singer angebracht, gegenüber einigen Auslassungen des mehr gleich fest", denn vielleicht mit einer einzigen Ausnahme in demselben entwickelten Grundfäße können ihrer Ansicht nach Königs Stumm daran zu erinnern, daß die Sozialdemokratie( Riedel?) würden die Erzellenzen von der Bildfläche ver für die deutschen Universitäten und die deutsche Wissenschaft nur noch immer Hilfsbereitschaft und Opferwilligkeit auch gegen schwinden. Das im Zusammenhang mit der neulich durch die schädigend wirken. Andersgesinnte bewiesen habe, wenn es das allgemeine Intereffe Berliner„ Germania" lancirten neuen Ansicht des Zentrums be Herr Hinschius hat der Erklärung seiner Kollegen sofort eine erforderte, so auch während der Choleraepidemie in Hamburg. züglich Möglichkeit einer Verfassungsänderung fönnte allerdings Erwiderung folgen lassen, in der er es auf das allergründlichste Der antisemitische Vertreter für Rinteln- Hofgeismar, Rechts- denen Recht geben, welche behaupten, die offiziösen Dementirvermeidet, auf die erhobenen Bedenken auch blos mit einem Worte anwalt Dr. Vielhaben- Hamburg, fühlte sich darauf veranlaßt, in federn wären diesmal nur in Bewegung gesetzt worden, um die einzugehen. Erwähnenswerth ist seine Erwiderung blos der Mit seiner Jungfernrede den Ausführungen Singer's zu wider- verfrühte Meldung abzuleugnen. Es geht eben etwas vor, theilung wegen, daß er, der bewährte Gutachter für reaktionäre sprechen. Nach dem uns jetzt vorliegenden stenographischen man weiß nur nicht recht was. Regierungen bereits am 15. August d. J. den Auftrag erhalten habe, Es ist durchaus unrichtig, daß in erster Linie die SozialBericht sagte Herr Dr. Vielhaben unter anderem wörtlich: Der Geschäftsordnung3 Ausschuß der sowohl den geltenden Rechtszustand, betreffend die Diziplinar- bemokraten es gewesen sind, welche in Hamburg bei der Cholera bayerischen Kammer hat das Ersuchen um ſtrafrechtliche zur Aenderung des schon damals als nicht haltbar erkannten hilfreich thätig waren. Sie haben vielfach gerade das Umgekehrte Verfolgung einer Anzahl Blätter wegen Kammerbeleidigung" Zustandes zu machen, und daß er nach Erledigung des ersten gethan. Ich selbst habe dazu mitwirken müssen, daß die Mittel, abgelehnt.die im ganzen Deutschen Reich zusammengebracht waren, für die, Theils feiner Aufgabe, mithin seit einiger Zeit, mit der Aus- die ins Unglück geriethen, nicht in verkehrte Arbeiterhände ge- liberalen im Falle Dreesbach haben wir gestern schon berichtet. Ueber die ungeheure Blamage der National arbeitung des Entwurfes einer zweckentsprechenden Neuregelung riethen. Sozialdemokraten sind nämlich von einer Arbeitsstelle Zur Ergänzung tragen wir eine uns heute zugegangene Mannbefaßt sei. Nachdem was Herr Hinschius in der Zeit des Kulturkampfes sur anderen gegangen und haben gesagt: Leute, Ihr seid ja heimer Storrespondenz nach: furchtbar dumm, daß Ihr hier arbeitet; Ihr bekommt 3 M. für das Arbeiten, und wir bekommen 3 M., ohne zu arbeiten. Daß das teine Thätigkeit im Interesse der Stadt ist, liegt klar auf der Hand." Seit Herr Antoine vom Thêatre 0 Das auf Veranlassung der Redakteure der nationalliberalen Badischen Landeszeitung", Cloß und Flack, seitens der hiesigen Staatsanwaltschaft wegen angeblichen Betrugs eingeleitete Unterfuchungsverfahren gegen den Genossen Landtags- Abgeordneten August Dreesbach, welches seinerzeit so großes Aufsehen erregte, wurde gestern Abend seitens des Ersten Staatsanwalts Geiler eingestellt, da auch nicht der mindeste Anlaß zu einem Vorgehen vorliege und dies dem Genossen Dreesbach persönlich eröffnet. Nummehr dürfte die Anklage Dreesbach's gegen obengenannte Redakteure, wie auch den hiesigen General- Anzeiger", das Beleidigung raschen Fortgang nehmen. " Tageblatt", wie Sonstanzer Zeitung" wegen verläumderischer Oesterreich. " die dem Reichsrathe erst am 10. Februar vorgelegt werden soll, - Ueber die Wahlreform des Grafen Badeni, machte Genosse Adler in einer Wiener Volksversammlung folgende Mittheilungen: Kunst und Wissenschaft. Frau Segond- Weber. Hierzu bemerkt das Hamburger Echo": Wir erklären, daß diese Angaben des Antisemiten Dr. Viel libre nach Berlin kan, ohne sich um die Albernheiten chauvinistisch er haben von Anfang bis Ende er dichtet sind. Das weiß übrigens Gaffenjungen zu kümmern, seit die Pariser bildenden Künstler in auch jedes Kind in Hamburg; wenn der Antisemit Dr. Vielhaben geschlossenen Reihen eine Berliner Ausstellung beschickten, seit es nicht weiß, flellt das seinem Scharfblick und feiner GedächtnißRichard Wagner's Genie für die Pöbeleien von einst stärke fein günstiges Zeugniß aus. Unser Genosse Frohme hat in Paris glänzende Genugthnung gewann, sucht man wenigstens auf dem Gebiet der Kunst nach einem Ein- um aber dem Gedächtniß und der Unwissenheit des Herrn Dr. Gebiet der Kunst nach einem Ein- ja Herrn Dr. Vielhaben im Reichstage gebührend geantwortet. Um vernehmen zwischen Berlin und Paris; und selbst die Gaffen Bielhaben in diesem Bunfte nachzuhelfen, zitiren wir die folgen jungen in Paris hören auf, darum zu zetern. Auf das Gastspiel den Auslassungen des Direktors des Hamburgischen der Frau Judic im Neuen Theater folgte unmittelbar der Besuch Armen wesens, Dr. Münsterberg, der, wie sein Aufeiner jüngeren Pariser Künstlerin mit ihrer Gesellschaft. Frau treten in der Versammlung der Reichstreuen" beweist, über Segond- Weber, deren Talent vor zehn Jahren etwa im OdeonTheater entdeckt wurde und die dann bald als Heroine an das jeden Verdacht, der Sozialdemokratie sympathisch gegenübers klassische Theater" von Paris, ans Theatre français fam, zustehen, erhaben ist. Dr. Münsterberg schreibt in dem Wert Die Wahlreform bringt das allgemeine, gleiche und zum theil begann am Montag ein kurzes Gastspiel als Phädra in Racine's von Dr. 2. v. Halle und Dr. G. Koch:" Die Cholera in Tragödie. Hamburg": direkte Wahlrecht. Jeder 24 jährige Bürger soll das Wahlrecht er Besonderes Jutereffe bieten die Mittheilungen über die halten, die neuen wählen mit den alten Wählern zusammen, es foll Nicht ein Stück unmittelbar wirkender Gegenwart bringt mitwirkung von Angehörigen der sozialdemokratischen Partei. eine wirkliche Wolfsvertretung gewählt werden, die aus dem allFrau Segond- Weber mit. Sie intereffirt als Vertreterin eines Wenn der Exekutivausschuß grundsäßlich ebensowohl gegen die gemeinen und gleichen Wahlrecht hervorgegangen ist. Diese Ver absterbenden Geschlechtes, das sich bisher nur durch die Verbindung mit besonderen politischen Parteien wie gegen ihren tretung besteht aus 75 Wolfsvertretern, es ist die einzige berechtigte Kraft jahrzehntelanger Tradition erhalten hat. Nicht nach dem vollkommenen Ausdruck der Wahrheit ringt dies Ausschluß von der Nothstandsthätigkeit sich entschieben aus wirkliche Boltsvertretung. Allein, dann treten die heute privischauspielerische Geschlecht; so wie sich Racine's feingebrechselte gesprochen hatte, so konnte es doch nicht ausbleiben, daß man legirten Wähler nochmals an die Urne und wählen die Interda, wo Mitglieder der sozialdemokratischen Partei essenvertretung von 353 Abgeordneten, die die Volksvertretung Alexandriner etwa von dem eminent dramatisch, in der Leidenschaft fühn und wild einstürmenden Versen Shakespeare's ab- ich zur Theilnahme meldeten, auf sie besonders aufmerksam majorisiren. Auf je 300 000 Einwohner soll in der neuen Kurie wurde und ihre Thätigkeit mit besonders lebhaftem Antheil ver- ein Abgeordneter gewählt werden. Da ist es auch zu befürchten, heben, so hebt sich diese schauspielerische Kunst von jener ab, die folgte. Es ist hier nicht der Ort, um auf die Ursache dieses daß ein großer Theil der neuen Abgeordneten durch indirekte Gewalt und Tiefe der Leidenschaft ausschöpfen möchte. Man fokettirt Berhältnisses näher einzugehen; doch darf bemerkt werden, daß die Wahl ins Parlament entfendet werden solle. Gegen die Vernoch mit dem Wohllaut des Verses, der Vortrag bekommt einen Mitglieder dieser Partei, weil sie in ganz unmittelbarer Fühlung suche, die ländliche Arbeiterschaft vom Wahlrecht auszuschließen, musikalischen Beigeschmack, die Geberdensprache muß edel ſtiliſirt mit den eine Nothlage veranlassenden Verhältnissen sich befinden, wird die sozialdemokratische Partei mit aller Kraft der Agitation sein und jeden schroffen, herben Wahrheitscharakter vermeiden, für die Zwecke der Nothstandspflege besondere Sachkunde mit- eintreten. der im vergangenen Jahrhundert die höfische Welt Ludwig XIV. bringen. Es fonnte sich also weniger darum handeln, ob man " hätte erschrecken tönnen. Innerhalb der beengenden Grenzen in den Mitgliedern der gedachten Partei sachverständige Selfer beiterschaft nicht in einen separaten Räfig sperren wird und ihr Wenn es ein Vorzug des Entwurfes ist, daß man die Ardiefer Kunst ist Frau Segond- Weber in all' ihrer tragischen finden würde, als darum, ob zu befürchten stand, daß sie eine theoretisch die Möglichkeit des Kampfes giebt, so verwerflich ist Feierlichkeit gewiß eine geistvolle Schauspielerin. Ueber un solche Stellung zu Parteizwecken etwa mißbrauchen würden. er nach allen übrigen Richtungen; die wahnsinnige ungerechtig= gewöhnliche Mittel herrscht sie mit flügster Berechnung und Nun ergiebt sich aus denjenigen Berichten, die den Gegenstand er feit unseres Wahlsystems wird durch ihn noch deutlicher werden, angeborenem Schönheitssinn. Ein feingeschnittenes Profil, eine schlanke, hohe Gestalt und ein Organ von dunklem, tiefem wähnen, daß man mit ihrer Thätigkeit im Allge als dies bisher der Fall war. Vier Millionen Wähler sollen Klang find ihre natürlichen Vorzüge. Wenn sie über die Bühne meinen überaus zufrieden gewesen ist. Nur in einem 75 Mandate befommen, während 5000 Großgrundbefizer 85 Ab Bezirk findet sich die Bemerkung, daß die Mittheilungen sozialwandelt, wenn sie sich erhebt oder im Schmerz zusammenbricht, Demokratischer Helfer nicht immer zuverlässig gewesen, daß geordnete wählen. immer wahrt sie die klassizistische Bose. Im tiefsten Gram namentlich nicht blos folche Personen aufgegeben worden seien, In der ruthenischen Raiserdeputation, schreitet sie aufrecht einher, wie eine lebendiggewordene helleniſche die nicht bedürftig, sondern auch solche fortgelassen worden, die sehr wenig erbaut vom Empfange des Raisers war, waren Statue; daß der Gram niederbeugt, ist dieser Kunst fremd. welche bedürftig gewesen. Dagegen spricht Eppendorf aus, daß die auch eine Anzahl radikaler Bauern vertreten. Diese be Innerlichste Wirkungen kann solches starrgewordene Spiel freilich Sozialdemokraten freiwillig gute Dienste geleistet haben, und suchten eine sozialdemokratische Volksversammlung. Ihr Sprecher nicht erregen. Es blendet, aber es befeuert nicht. Winterhude rühmt die Berichte seines sozial erklärte: " Ihr, die wir hier begrüßen, seid Besiklose. Wir heißen Die Kieler Freie Volfsbühne dürfte im nächsten Jahre demokratischen Helfers als besonders gründlich ohne Theater sein, da das ihr zur Verfügung stehende Tivoli- und gewissenhaft; in Nordwest- St. Pauli standen zwei Mit- Besitzende, aber wit find vielleicht noch ärmer als Jhr. Wir Theater( Direktion Dombrowski) von den neuen Bestzern in eine glieder der sozialdemokratischen Partei zur Verfügung und werden genau so unterdrückt wie Ihr, unsere Interessen sind arbeiteten mit warmem Gifer. Bei Neustadt- daher die Euren. Wir machen den Reichen alles und leben felbst Spezialitätenbühne umgewandelt wird. von elendem Brote wie Ihr. Ihr und wir, wir Aten zu sammen!" Unter stürmischen Hochrufen endete der Redner. Wien, 16. Dezember. Das Abgeordnetenhaus nahm nach lebhafter Debatte, in der Pernerstorfer, Lueger und ein Vertreter der katholischen Volkspartei der Regierung ihr Mißtrauen ausgedrückt hatten, den Dispositionsfonds" an. In einer Abendsigung wurde dann das Gesetz über das Urheberrecht angenommen. -USO " " " Aus New- York meldet dasselbe Bureau: Material", und er hielt nicht damit zurück, sonde... Die Abgesandten der kubanischen Aufständischen, Balma und vertraute es im weitestenumfange dem Gerichts. Quesada, sind nach wiederholten Konferenzen mit der hiesigen hofe an. Punkt für Punkt ging er Herrn Blum, Rechts. fubanischen Junta nach Washington abgereift, um dort beim anwalt am Reichsgericht und Geschichtsschreiber nach und ent-merkwürdige Dinge. In Wahrheit hat Staatsdepartement wegen Anerkennung der Rebellen als frieg- hüllte ganz nämlich Herr Blum, troß all seines Bitirens, trotz seiner Behauptung führende Macht vorstellig zu werden. in jenem Flugblatt und trog der Artikel Afrika. in der Magdeburger Zeitung" gar kein besonderes Material, Wieder eine Hiobspost aus dem dunklen Erd- und was er hatte, das hat er nicht einmal richtig zitirt: das in Wien, 17. Dezember. Gegenüber einem Autrage des Abg. theil. Es wird telegraphirt: London, 16. Dezember. Das einer Fußnote seines Buches Lügen 2c." angeführte Buch„ Le Bacat beantragt der Landwirthschafts- Ausschuß, die Regierung Reuter'sche Bureau" meldet aus Sansibar: Eine Karawane général Boulanger et l'appel au peuple" handelt überhaupt cufzufordern, die Frage in Erwägung zu ziehen, ob und inwiefern von 1200 Personen paffirte auf dem Rückwege nach der Küste nicht vom Prozeß Boulanger; während Herr Blum im Den wirthschaftlich schädlichen Kartellverbin die Schlucht von Eldoma, wo sie am 26. November abends ein Flugblatte immer von einem Vertheidiger des Radaudungen im Wege der Gesezgebung entgegenzutreten traf. Auf dem Wege dorthin kam die Karawane an einigen generals spricht, gab es in jenem Prozeß, nach der überhaupt teinen sei.Kraals der Massais vorüber. Die Massais, welche selbst fürchteten, französischen Strafprozeßordnung, fein angeblich authentisches Lemberg, 16. Dezember. Die Vereinigung der Naphta angegriffen zu werden, fielen über die Karawane her und tödteten Bertheidiger; als weiter ein in Daniel's etwa 1000 Personen. nichts Die Ueberlebenden, bei denen sich auch Material war Industriellen Galiziens hat einen Gesellschaftsvertrag zwei Franzosen befanden, trafen auf dem Zuge nach dem L'année politique 1889"( einer französischen Revue errichtet, wonach, vom 1. Februar 1896 angefangen, die ge- udolph- See den Händler Dick, der sich ihnen zugefellte. Beim ber Beitereignisse) abgedruckter Iück en hafter Prozeßbericht. fammte Naphtaproduktion Galiziens ausschließlich nur durch ein zwanziggliedriges Komitee ver- Marsch durch das Kedong- Thal sahen sie, wie die Massais sich Dem stellte Rechtsanwalt Heine ein mit vieler Mühe und großer tauft oder sonst abgegeben werden darf. Der Inlandpreis des mit ihrem Vieh zurückzogen, fie gingen zum Angriff vor und Sorgfalt gesammeltes wirtliches Material gegenüber. Daraus ging nun zunächst hervor, daß Herr( Blum ein nahmen den Massais das Vieh weg. Die Massais suchten Roh Dels wird auf 3 f. erhöht, für das Ausland aber wird das Bieh wiederzubekommen; bei dem sich entspinnenden wichtiges, ja das entscheidende Bitat, falsch überseht und der Preis auf 1 fl. 75 fr. fest gefeßt. Denn während er behauptet, nach Kikuya zurück,- Dem„ Reuter'schen Bureau" zufolge muß Boulanger habe als Kriegsminister einem von ihm gegründeten Kampfe wurde der Händler Dick getödtet. Die Franzosen kehrten unvollständig wiedergiebt. die Karawane eine Regierungs- Karawane gewesen sein, die nach Blatte(' Avenir national) 30 000 Franks gegeben und damit Der Küste zurückkehren wollte. Die beiden Franzosen seien wahr deutsche Sozialdemokraten zum Landesverrath gekauft, eine Aussage, die ihm der General Staatsanwalt und scheinlich Prieſter aus Uganda. Hierzu wird bemerkt: Der Vorfall hat sich in der englischen der Gerichtshof in den Verhandlungen vor dem fran Interessensphäre zugetragen und betrifft wahrscheinlich die zösischen Senat geglaubt hätten, sagt Boulanger vielmehr, Karawane zweier französischer Forschungsreisender, die im daß er das Geld dem Blatte gegeben habe, weil er hoffte, daß Mai d. J. über Mombassa nach dem Viktoriasee aufgebrochen ihm dies Blatt Gelegenheit geben würde, Berwar. Es fann aber auch sein, daß es sich um eine englische Re- bindungen anzuknüpfen, daß ihm aber das Journal gierungskarawane handelt, welcher sich die Priester angeschlossen die Dienste, die er sich versprochen hatte, nicht geleistet habe, d. h. daß er durch die Vermittelung des haben können. Blattes teine Beziehungen habe anknüpfen können. Man sieht, daß die fleinen Rockefeller in Galizien eifrigst an der Arbeit sind, ihrem großen amerikanischen Vorbilde nach zueifern. Die Erhöhung des Inlandpreises um mehr als 70 pet. zueifern. Die Erhöhung des Inlandpreises um mehr als 70 pet. gegenüber dem Auslandpreise wird, dem Dümmsten die Augen über die Volksfeindlichkeit der Kartellgesellschaft und Schutzölle öffnen. Frankreich. 3ur Affaire Arton wird aus Paris gemeldet: Der frühere Polizeiagent Dupas, welcher f. 3. mit der Aufsuchung Arton's betraut war, wurde heute verhaftet. Das gleiche geschah mit dem Advokat Royère, ehemaliger Sachwalter Arton's. Der Untersuchungsrichter hatte im Justizpalaste eine längere Unterredung mit Ribot über die Klage des letteren wegen der Behauptungen Dupas'. Belgien. Die Ronstituirung der Gemeinderäthe. dürfte nicht in voller Ruhe vor sich gehen, wie die folgende Meldung des Berliner Tageblatts" beweist. Anläßlich der Kon Auch aus dem Kongosta at, dieser verunglückten Rolonialgründung des belgischen Königs werden Aufstände der Eingeborenen gemeldet. Der berüchtigte Lieutenant Lothaire, ber Mörder des Engländers Stokes will einen„ Sieg" erfochten haben. Parlamentarisches. Die Reichstage Kommission für das Gesetz zur Reichstags- Kommiſſion Und der General- Staatsanwalt? Und der Gerichtshof? Sie stellten Boulanger das ist alles aftenmäßig bewiesen als Lügner hin! Schon in der Voruntersuchung war nachgewiesen worden, daß Schwindelmeier Boulanger die mehr als 30 000 Frts." nicht etwa zu dem angegebenen Zweck dem Blatte gegeben habe, sondern daß er sich in eine verunglückte Handelsspetulaton mit dem Blatt eingelassen und dann einen bedrohlichen Charakter an. Die flerikalen Gemeinderäthet ämpfung des unlauteren Wettbewerbs besteht babe! Was ein französischer Gauner aber in einer Handels" wurden von der Volksmenge beschimpft. Der Deputirte Coremans wurde thätlich bedroht und flüchtete in den Justizpalast. Nachts aus folgenden Mitgliedern: Jakobskötter, v. Langen, v. Werdeck, spekulation zur Füllung seines stets schwindsüchtigen Geldbeutels überfielen die Liberalen ein fleritales Vereinshaus und bom- Noeren, de Witt- Wattendorff, v. Lama,' Fusangel, Fuchs( Bentr.); greifen können, wenn, ja wenn er selbst seine„ authentischen v. Viereck( kons.); Merbach( Rp.); Bielhaben( Reformp.); verpulvert, damit kann man doch nicht deutsche Sozialdemokraten gekauft haben das hätte schließlich auch Herr Hans Blum bebardirten dasselbe mit Steinen. Die Unruhen dauerten die ganze Buddeberg, v. Schmidt- Elberfeld( frf. Bp.); Meyer- Halle( fr. g.); Beweise", nämlich die französischen Berichte gelesen bätte. Nacht fort.Bassermann, Adt, Krämer( natl.); Reißhaus, Singer Und der französische Senat hat auch nicht, wie Herr ( 03.); v. Czarlinski( Pole). Vorsitzender ist Abg. de Witt, Blum kühn behauptet, den Gauner Boulanger wegen der Affäre dessen Stellvertreter Bassermann, Schriftführer Fusangel und mit dem„ Avenir national" freigesprochen, sondern er hat Krämer. diese Angelegenheit aus seinen Verhandlungen ausgeschieden, Die Kommission für die Novelle zum Genoffenweil er nur wegen Hochverraths gegen den General vorging, für fchafts- Gesez besteht aus v. Stumm, Vorsitzender; Dr. eine gewöhnliche Unterschlagung aber unzuständig war: Schneider, Stellvertreter; Wattendorff, Schriftführer. Außerdem sein Urtheil spricht sich ausdrücklich über die gehören der Kommission an: die Abga. Kropatscheck, v. Podbielski( t.); Grenzen seiner Zuständigkeit aus. Klemm Dresden( Reform P.); Noeren, Hize, Fuchs( 3); Galler( füdd. Vp.); Franck- Baden, Pieschel( natl.); v. Czarlinsti ( Pole); Wurm( Soz.). Brüssel, 17. Dezember. Senat. Lejeune begründete in längerer Rede seinen Antrag gegen das Spiel und die Wetten und empfahl dessen Annahme, um die gewinnsüchtige Ausbeutung der Spieler zu verhindern und die Spieler auf zivilgerichtlichem Wege zu belangen. van But- Antwerpen betonte, Der Antrag Lejeune leide an Uebertreibungen und sei wenig praktisch. if su fa England. Gine Berichtigung" der Landkarte ist von England in den letzten Wochen in aller Stille vollzogen worden. Es handelt sich um eine gewaltige Ausdehnung des Machtbereichs der Engländer in Hinterindien, indem jetzt auch die ganze füdliche Hälfte der Halbinsel Malatta unter britische Verwaltung gestellt worden ist. Regierung das vor mehreren Jahren erlassene strenge Verbot der Sehr interessant ist auch die Mittheilung, daß die indische Ueberschreitung der Grenzen jetzt aufgehoben und den Offizieren gestattet hat, mit höherer Genehmigung sich über die Nordwest grenze des Pendfchab zur Erforschung des Hinterlandes zu be geben. Dorthin haben in jüngster Zeit mehrfach Russen und Schweden Forschungsreisen unternommen; das beunruhigt die Engländer, und sie stecken nun ihrerseits schleunigst ihre Fer aus, um weitere Gebiete sich anzueignen. Italien. - Erispi erschien gestern in der Rammer und verblüffte dieselbe durch seine Behauptungen über die Verhältnisse in der erythräischen Rolonie, welche in vollsten Widerspruche zu den in amtlichen Aftenstücken niedergelegten Feststellungen standen. Der Beifall, den seine Rede fand, war sehr schwach. Die Lage des Kabinets scheint schlechter zu sein, als in irgend einem Beitpunkte nach den Wahlen. A Freiherr v. Hehl soll aus der nationalliberalen Fraktion ausgeschieden sein. Seine Begeisterung für den Antrag Kanit wird ihm bald die Thore der deutsch- konservativen Fraktion öffnen. Berlin, 17. Dezember. Die Abgeordneten Graf v. Schweringeordneten, im Reichstage folgende Interpellation eingebracht: Löwiz, Szmula und v. Blög haben, unterstützt von 67 AbWelche Anordnungen hat der Herr Reichskanzler infolge der am 14. März 1894 vom Reichstag beschlossenen Resolution betr. die Aufhebung der gemischten Privat- Tranfitlager und des denselben sowie den Inhabern von Mühlen gewährten Bolltredits getroffen? » Der enklavufe Hans Blum. Und da meint Herr Hans Blum, der General- Staatsanwalt und der Senats- Gerichtshof hätten Boulanger geglaubt! Gin starkes Stück! Aber es kommt noch besser. " Ueber die Rechenfehler des Herrn Blum in seinen angeblichen Beweisen", über seine Verwechselungen der verschiedenen Fonds, die dem französischen Kriegsminister zur Verfügung stehen, wollen wir hinweggehen und blos konstatiren, daß Rechtsanwalt wenden uns zum zweiten Beweife" des Herrn Hans Blum. Seine dem Herrn die offenbarste Unkenntniß aller dieser Verhältnisse eingehend nach wies. Wir sich, als Boulanger es verließ, ein Beutel mit der Aufschrift In der Kasse des französischen Kriegsministeriums befand réserve spéciale". Boulanger nahm das Geld einfach mit. Als er deshalb angeklagt war, bestritt er es nicht, behauptete réserve spéciale". Boulanger nahm das Geld einfach mit. aber, die Summe loyal ausgegeben zu haben, und produzirte folgende Quittung: ,, Reçu de M. le géneral Boulanger la somme de 32 000 frc.( trente deux mille francs) pour les diverses missions que j'ai remplis, pour le compte du ministére de la guerre en Allemagne et en Belgique. Paris, le 31. Mai 1887. " Aus einer furzen Notiz wissen unsere Leser bereits, daß am vorigen Sonnabend vor der Schöffengerichts- Abtheilung 146 zu Berlin eine Privatbeleidigungsflage des bekannten früheren Studenten der Menschenrechte" und nunmehrigen RechtsAl. de Mondion. anwalts am Reichsgericht in Leipzig, Herrn Hans Blum, Auf deutsch: Empfangen vom General Boulanger die gegen unferen verantwortlichen Redakteur, Genossen Dierl ( Roland), verhandelt wurde. Die Vorgeschichte dieser Klage ist Summe von 32 000 Frants für die verschiedenen Aufträge, die bekannt: Herr Blum hat die deutsche Sozialdemokratie zuerst ich für Rechnung des Kriegsministeriums in Deutschland und in in seinem be- fannten Buche Die Lügen der deutschen Sozial- Belgien ausgeführt habe. Nom, 16. Dezember. An Bord der" Singapore" wurden demokratie" und dann zu wiederholten Malen, so auch durch ein Paris, 31. Mai 1878. heute 1463 Offiziere und Mannschaften für Massauah eingeschifft. Flugblatt bei der Reichstags- Nachwahl in Plauen der Ehrlosigkeit AI. de Mondion. Bis zum 28. d. M. werden 12 Bataillone und 4 Batterien von bezichtigt, von dem General Boulanger Geld genommen zu Herr Dr. Blum findet es nun selbstverständlich", Neapel nach Massauah abgehen. Im ganzen sollen 10-12 000 haben, um ihn bei der Durchführung seiner dynastischen Pläne daß Al. de Mondion nicht blos für seine Reisekosten, sondern Mann nach Afrika gefandt werden. Nach der" Tribuna" würde durch Landesverrath zu unterstüßen. Den Beweisfür dieses namentlich für die Anwerbung von Pensionären Boulanger's in die Regierung einen Kredit von 15 Millionen, nach der„ Italie" ehrlose Treiben deutscher Sozialdemokraten wollte der national- Deutschland und Belgien einen großen Theil dieser Summen ausund der Italia Militare" einen solchen von 20 Millionen für liberale Geschichts- schreiber durch eine ganze Anzahl von ihm gegeben habe, und fährt dann wörtlich fort: die Expedition nach Afrika verlangen. Im ganzen sollen anzitirter offizieller und offiziöser Aftenstücke aus dem Prozeß des geblich höchstens 10 Abgeordnete gegen die geforderten Kredite windigen französischen Radaugenerals erbracht haben. at stimmen beabsichtigen. Das Geschwader, das nach dem rothen Als er darauf gebührend vom Vorwärts" abgetrumpft Meere entfandt wurde, besteht aus 7 Kriegsschiffen. Rom, 16. Dezember. Die Kommission des Senates genehmigte heute dem Regierungsentwurfe entsprechend die Berlängerung der Ausnahmegeseze gegen die Anarchisten bis zum 81. Dezember 1896. Rußland. - Der Petersburger Polizeichef General Wahl, einer der am willkürlichsten wirthschaftenden, ständig Verschwörungen witternden Beamten, soll seines Postens enthoben sein. Serbien. Belgrad, 17. Dezember. In der Stuptschina rief eine Verordnung der Regierung eine stürmische Debatte hervor, wonach den Waldbefizern die Holzfällung so lange verboten wird, bis ihre Befigtitel amtlich geprüft sind. Mehr als 50 Deputirte meldeten sich zum Wort. Die Regierung wurde aufs heftigste angegriffen. Türkei. = Konstantinopel, 17. Dezember. Die französische Botschaft erhielt Nachrichten über die Plünderung und Zerstörung eines Franzistaner Klosters in Jenidje Kaleh bei Marafch. Das Schicksal der fünf dort wohnenden Brüder ist Kuba. unbekannt. " " Von dieser Summe ist später in der Anklagerede des Generalftaatsanwalts teine Rede mehr und auch feine Verurtheilung Boulangers wegen ihrer angeblichen Unterschlagung" erfolgt. wurde, strengte er eine Beleidigungstlage mit obligatem Buß Die Anklage und der Senat haben also offenbar angenommen, antrage gegen den damaligen Berantwortlichen, Genossen daß diese Summe von Boulanger wirklich zu den anPösch, an, die geradezu kläglich für ihn ausgegebenen Zwecken und nicht für sich und seine persönlichen fiel. Denn trotz aller Versuche, Herrn Blum zur Vorlage Staatsfireichpläne ausgegeben worden sei. feines angeblich erdrückenden Beweismaterials zu veranlassen, Wir haben also hier schon ein Pöstchen von machte dieser auch nicht den geringsten Bersuch dazu: 80 000 Frants, welches zum guten Theil in die Hände der unter dem Vorwande, das„ kostbare Material" sei nicht sein deutschen Pensionäre Voulanger's geflossen sein dürfte. Eigenthum, verweigerte er fogar feinem eigenen Rechtsfreunde die Einsichtnahme, geschweige, daß er es dem Gericht anvertraut hätte! Genoffe Pötzsch wurde damals wegen for maler Beleidigung zu einer unbedeutenden Geldstrafe verurtheilt. Wo steht hier zunächst etwas von deutschen Sozialdemo fraten?? Und wie verhält es sich mit Herrn Blum's Be hauptung, daß von diesen 30 000 Frants nachher in der Anklagerede des Oberstaatsanwalts teine Rede mehr wäre? Sie ist einfach unrichtig. Die ganze, auch die bürgerliche Bresse, stimmte darin überein, daß Hans Blum einen Pyrrhussieg errungen habe, d. h. auf deutsch: daß er ganz gewaltig hineingefallen sei. Racheschnaubend Der Staatsanwalt beschäftigte sich gerade mit diesem Vorfall veröffentlichte darauf Herr Hans Blum in der„ Magdeburger 3tg.", fehr ausführlich. die ihm ihre endlosen Spalten zur Verfügung stellte, zwei Artikel, in Er untersucht die Persönlichkeit des Herrn Foucault, denen er seine Anschuldigungen nun nicht etwa endlich bewies, der sich de Mondion nennt, er berichtet, daß dieser seit sondern wiederholte. Darauf folgten zwei Abwehrartikel im vielen Jahren nur von Gaunereien lebe und der Zuhälter einer " Vorwärts", die sich Herr Haus Blum wohl faum hinter den Spiegel Frau Meillan fein, die wegen Kuppelei mit 5 Jahren Zuchthaus gesteckt hat, denn sie übten eine grausame Kritit an seinem und Polizeiaufsicht bestraft worden und aus Frankreich aus. Treiben; überschrieben waren fie:„ Ein Gesellschaftsretter" und gewiesen worden sei. Der Staatsanwalt behauptet, diese Meillan Wie Hans Blum zitirt." sei eine Agentin der deutschen Polizei und weist nach, Sofort trat natürlich Herr Hans Blum, der Sozialisientödter, daß sie die Quittung geschrieben habe. wieder auf den Plan und strengte Beleidigungsklage nebst Er spricht endlich den durch Thatsachen wohl begründeten obligatem Bußantrag" gegen den nunmehrigen Verantwortlichen, Verdacht aus, daß Mondion sich von Boulanger habe für einige Genossen Dierl, an, eben die Klage, um die es sich hier Tausend Frants bestimmen lassen, diese Quittung nachträglich handelt. durch seine Maitresse anfertigen zu lassen. Endlich erklärt der ausdrücklich, Eine Depesche der Wie früher schon, so hatte der Herr Rechtsanwalt am Reichs- Ober- Staatsanwalt dieser Entlastungsbeweis gericht, Hans Blum, es auch jetzt vermieden, zur Verhandlung Boulanger's fei völlig werthlos, sei eine enorme Lüge" Das alles steht in den offiziellen französipersönlich zu erscheinen, obwohl der Angeklagte frühzeitig genug und in angemessener prozessualer Form den begreiffchen Berichten wörtlich und wurde von dem lichen Wunsch hatte lautwerden laffen, dem Herrn einmal Auge vereidigten Dolmetscher, Professor Rose, in in Auge vor den Schranken des Gerichts gegenüberzustehen: der Verhandlung aus dem Beweismaterialdes Rechtsanwalts Heine überseßt. Merkwürdige Herr Blumist trant. Sache, dies von Herrn Hans Blum sitirte„ authentische Ohne auf die materielle Seite der Angelegenheit auch nur Material"! Freilich wurde der Spizbube Boulanger, der Kron mit einem Worte einzugehen, ftellte in seinem Namen sein Ver treter, R.-A. Dr. Sauer, den Antrag, den angeklagten Re- zeuge des Herrn Hans Blum, Rechtsanwalts am Reichsgericht, dakteur ins Gefängniß zu werfen. auch wegen dieser Dieberei nicht vor dem Senat verurtheilt, Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Heine, nahm in aus denselben Gründen der Unzuständigkeit, die der Wertheidiger dankenswerther Weise dem Herrn Blum die Mühen des Beweises schon früher erläutert hatte. In einem ferneren Theile seines Plädoyers ging Rechtsab, indem er in der mehrstündigen Verhandlung- bas gerade Gegentheil von Herrn Blum's Beschuldigungen anwalt Heine dann näher auf die von Herrn Blum in der bewies! Auch Rechtsanwalt Heine hatte totbares Mageburger 8tg." bewiesene"" Bereitwilligkeit" der deutschen Vom Aufstandsgebiete. Zeitung Heraldo" meldet einen Busammenstoß der Spanier und der tubanischen Insurgenten bei Cienfuegos. Die Spanier erlitten empfindliche Verluste; die Insurgenten fahren fort, Brücken und Eisenbahnen in der Provinz Matanzas zu zerstören. Einer Drahtmeldung aus Havannah zufolge schlug Oberst Arizon mit 500 Mann spanischer Truppen bei Malliempo in der Nähe von Las Cruces 6000 Aufständische unter Gomez zurück. Die Verluste der Aufständischen sind sehr beträchtlich; die Spanier verloren zwei Offiziere und 30 Mann an Zodten, vier Offiziere und 40 Mann an Verwundeten. Aus Havannah melden die G. N.": Acht Arbeiter, welche in der pyrotechnischen Abtheilung des Regierungs- Arsenals beschäftigt waren, sind verhaftet worden, weil sie große Mengen von Patronen im Werthe von 15 000 Dollars an die Insurgenten verkauft haben. Na, es ging ja auch so! " Sozialdemokratie zum Landesverrath ein durch Vorlegen sich in dem Artikel vom 11. Februar 1887, Was der Stimmzettel der stenographischen Berichte über die Verhandlungen des bedeutet" feineswegs. In der Tabakspinnerei von F. D. Grammer in Bochum hat ein Theil des Personals wegen Lohnstreitigkeiten die Arbeit niedergelegt. deutschen Reichstages that er dar, daß Herr Hans Die Behauptung Blum's, die deutsche Sozialdemokratie wäre Blum selbst nicht einmal deutsche Quellen als Großpensionärin Frankreichs in den Wahlkampf gezogen, finde richtig zitirt, wie dies ja auch gerade in dem inkriminirten in seinen Quellen teine Stüße. Der„ Sozialdemokrat" enthalte Kommission ansgearbeitete Minimal- Lohntabelle bei 11stündiger Die Textilarbeiter in Kottbus beschlossen eine von einer Artikel des Vorwärts" Wie Hans Blum zitirt" mit aller nicht, wie Blum behaupte, die Quittungen über erhebliche Summen, Arbeitszeit und 11/ 2stündiger Mittagspause den Fabrikanten zur wünschenswerthen Deutlichkeit schon offenbart war. sondern nur über eine ganz geringe. Und in seinem Schlußworte faßte er seine Anerkennung vorzulegen. Es seien also Blum's Behauptungen nicht nur im wesentAusführungen dahin zusammen, daß Herr Hans lichen widerlegt, sondern der Angeklagte habe durch das Der Verein Leipziger Buchdrucker und SchriftBlum Stellen falsch überfest, daß er Stellen Material, das der Vertheidiger vorgelegt habe, bewiesen, gießergehilfen beschloß, sein lotales Organ, die Zeitschrift gefälscht wiedergiebt, Stellen unterschlägt, daß Blum seine Behauptungen theils wider befferes Reform" mit Ende dieses Jahres eingehen zu lassen. Indaß er unrichtig zitirt oder unrichtige Behaup- Wissen, theils grober Fahrlässigkeit folge der Ersparniß, die dadurch im Budget des Vereins eintritt, tungen aufstellt, furz, daß seine angeblichen aufgestellt habe. Deshalb sei die Kritit des Vorwärts" kann die Konditionslosen- Unterstützung um täglich 25 Pf. erhöht Beweise" vollkommen werthlos seien. berechtigt und auch in den Ausdrücken„ Lüge" und" Fälschung" und deren Karenzzeit herabgesetzt werden. tönnte nicht die Absicht der Beleidigung, sondern nur die einer Wahrung berechtigter Interessen gesehen werden. Daher sei auf Freisprechung erkannt worden. " Darum beantragte er, dem Angeklagten, der selbst in seiner Ehre von Hans Blum aufs empfindlichste angegriffen sei, den Schutz des§ 198 zuzubilligen und ihn freizusprechen, zumal der gute Glaube bei Herrn Hans Blum schwerlich anzunehmen sei. Das heute Abend 6 Uhr verkündete Urtheil lautet auf Freisprechung. Die Kosten fallen Herrn Blum zur Last. Aus den Urtheilsgründen heben wir folgendes hervor: mit Partei- Nachrichten. " In Leutsch bei Leipzig haben die Metallarbeiter der Rörting u. Mathiesen'schen Fabrik elektrischer Lampen die Arbeit wegen Herabsehung der Akkordlöhne niedergelegt. Aus Geut wird berichtet, daß der Ausstand in den Maschinenbau Anstalten und Eisengießereien beendigt sei. Ans Newyork wird telegraphirt, daß im Schneider. gewerbe zwischen den Unternehmern und Arbeitern wiederum Zwiftigkeiten ausgebrochen sind. Für heute ist der Beginn des Streits angedroht. An der Arbeitseinstellung werden in Newyork und Brooklyn voraussichtlich gegen 18 000 Arbeiter theilnehmen. Gerichts- Beitung. Rettungshauses zu Wilmersdorf, August Th., wurde, wie die Ein frommer Jugenderzieher, der frühere Hausvater des Märk. Bolfsst." meldet, am Dienstag von der Straffammer zu Frankfurt a. D. wegen Sittlichkeitsvergehens an Stindern zu Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust verurtheilt. Der Staatsanwalt hatte 3 Jahre beantragt. 4 Ein in dem Prozeß Sanke gestern vernommener Zeuge ist irrthümmlich Dr. Biffer genannt worden, während er Dr. 3ippert heißt. Da es einen Arzt ersteren Namens giebt, so sei dies hiermit richtig gestellt. Abermals der dolus eventualis. Zu dieser, in der 4. Beilage der Nr. 293 gebrachten Notiz erhalten wir vom Ersten Staatsanwalt am Landgericht I folgende Berichtigung: Der Vertreter des Herrn Hans Blum verzichtete aufs Wort, nachdem er früher schon in deſſen Auftrag den Antrag gestellt hatte, ein Schreiben des Ober- Reichsanwalts an Herru Blum zu verlesen, aus dem hervorgehen sollte, Bei der Gemeinderaths- Wahl in Feuerbach in daß dieser auf Herrn Blum's Denunziation hin gegen die Führer Württemberg wurden zwei Sozialdemokraten gewählt, trozdem der Sozialdemokratie eine Untersuchung wegen Landesverraths sich alle gegnerischen Parteien vereinigt hatten, um zu verhüten, angeordnet habe. Der Gerichtshof ging hierauf nicht ein, daß, wie schon früher, auch diesmal unsere Partei Vertretung im sondern lehnte den Antrag mit dem Bemerten ab, Rathhause bekäme. daß die Einleitung einer Untersuchung ab Aus Baden. Der„ Offenburger Volksfreund" berichtet aus solut garnichts beweise, es außerdem nach der Karlsruhe, 15. Dezember: Die erste Konferenz der frei Darstellung des Vertheidigers zweifelhaft heitlichen" Sozialisten fand heute hier statt. Es waren sei, daß der Sinn des Schreibens des Ober- ungefähr 50 Mitglieder dieser freiheitlichen" Partei erschienen. Reichsanwalts von Herrn Blum richtig wieder Bei der Bureauwahl wurden Rain und Murr( Pforzheim) als gegeben sei. Vorsitzende, Breuer( Pforzheim) und Fröhlich( Durlach) als Echriftführer gewählt. Einleitend bemerkte Rain, daß diejenigen, welche mit der offiziellen( 3) Partei noch nicht gebrochen haben, den Saal verlassen möchten. Genosse Rolb Blum habe in der„ Magd. 3tg." und schon früher in seinem Karlsruhe) protestirte dagegen. Man hätte geglaubt, unter Buche Die Lügen der Sozialdemokratie" behauptet, daß in dem freiheitlichen Sozialisten herrsche Redefreiheit. Dr. Rüdt erProzeffe gegen Boulanger vom Staatsanwalte und dem An- widerte, es sei eine Konferenz, die nur für freiheitliche Sozialisten geklagten, von den Vertheidigern und dem Gerichte an einberufen sei. Kolb durfte nicht einmal einen Bericht aufnehmen. erkannt worden sei, Boulanger habe namhafte Die meisten Karlsruher Genossen verließen den Saal. Bon hier Summen an hervorragende deutsche Sozial- sind hochgegriffen 3 Personen für die Partei Nüdt gewesen. In demokraten gegeben, um sie zu bestimmen, bei einem der Nachmittagssigung ging es sehr lebhaft her. Es soll der BeKriege mit Frankreich hinter dem Rücken der deutschen Heere schluß gefaßt worden sein, eine Presse zu gründen.(?) Als Vorort eine Revolution zu entfachen und den deutschen Soldaten wurde Pforzheim gewählt. Parteivorsigender ist vorläufig Rain von in den Rücken zu fallen. Zum Beweise habe Blum Pforzheim. In Karlsruhe hat Dr. Rüdt durch diesen Streich feine Nicht wegen Beleidigung des Herrn Justizministers sondern eine Anzahl von Büchern zitirt und sich auf die an- besten Freunde verloren. Hoffentlich wird jezt der Streit nicht in die auf" Antrag der Herren Borstandsbeamten des königlichen geblich in seinem Besitze befindlichen amtlichen stenographischen Freie Gemeinde getragen. Wenn die wenigen Leute im Wahn leben, Rammergerichts wegen Beleidigung der unterstellten Behörden Protofolle berufen, später habe er zum Beweise das Buch von eine neue Partei gründen zu können, so werden sie bald davon und Beamten ist ein Strafverfahren eingeleitet worden." Daniel L'année politique genannt. furirt sein. Innerhalb der Partei aber wollen wir Ruhe Es handelt sich, wie noch erinnerlich sein wird, um die In der Verhandlung habe er noch beantragt, ein Schriftstück schaffen, das ist der Wunsch aller aufrichtigen Sozialdemokraten. Mittheilung, daß wegen des Artikels: Irrenrecht oder irres des Ober- Reichsanwalts zu verlesen, woraus fich ergebe, daß dieser Der heutige Tag ist für uns hier als ein glücklicher zu be: Recht" gegen Dr. Karl Beerwald als Redakteur der Sozialgegen die deutschen Sozialdemokraten auf grund des Blum'schen zeichnen. Das war wieder einmal die Kraft, die das Böse will reform", gegen Rechtsanwalt Eppstein als Verfasser des Beweismaterials eine Untersuchung eröffnet habe*) und sich auf und das Gute schafft. Artifels und gegen den Buchhändler Karl Georg Wiegand als von ihm selber geschriebene Artikel in dem„ Leipziger Tageblatt" Unser Korrespondent fügt hinzu, daß der neueste Versuch Drucker und Verleger der Wochenschrift Anklage erhoben worden berufen. Blum's Artikel kämen fämen als einseitige Meinungs. Stegmüller's, sich in die Fraktion hineinzuschlängeln, ist. Den Angeklagten dürfte es ziemlich gleichgiltig sein, ob sie äußerungen der Prozeßpartei nicht in betracht. Das Schreiben durch Informationen, welche unsere Lörracher Genossen den den Justizminister oder die ihm unterstellten Behörden und Be des Ober- Reichsanwalts habe zwar nicht vorgelegen, es würde sozialdemokratischen Abgeordneten im Landtag gaben, gründlich amten beleidigt haben sollen. Brausewetter wird in der Sache aber auch nichts beweisen. vereitelt wurde. urtheilen! In der Sache selber stütze Blum sich wesentlich auf Polizeiliches, Gerichtliches: c. Aeußerungen Boulanger's, die dieser gethan habe zu einer Zeit, In der Beleidigungssache, die unser im Gefängniß wo er vor aller Welt schon als Verbrecher und Zump entlarvt blattes hatte der Vertrauensmann in Rottbus, Genosse Charlottenburg auszufechten hat, ist nunmehr Termin auf den Wegen Verbreitung eines Sedan Flug- figende Redakteur Robert Schmidt mit Herrn Dr. Edel in worden sei, als Flüchtling, und nicht einmal vor dem Gericht. Lehmann ein Strasmandat über 150 M. event. 6 Wochen 3. Januar angesetzt worden. Es handelt sich bekanntlich um die Schon deshalb hätte Blum diese Aeußerungen Boulanger's mit Saft erhalten. Das von ihm angerufene Schöffengericht sprach Bustände in der Edel'schen Frrenanstalt, über welche der„ Borviel Vorsicht aufnehmen müssen. Die von Blum besonders herangezogene Stelle, wo ihn kostenlos frei, weil 2. die Flugblätter nur in Wohnungen wärts" unter der Verantwortlichkeit von Schmidt Ende 1893 Boulanger von den Zuwendungen spräche, die er der Zeitung getragen habe, eine öffentliche Verbreitung also nicht er eine Schilderung gebracht hat. wiesen sei. Der Amtsanwalt meinte freilich, auch diese Art der ' avenir national" gemacht habe, sei von Blum falsch über- Verbreitung sei firafbar, denn um in die Wohnungen zu ge- alberstadt am 21. August der Fischer Paul Konstantin Wegen Majestätsbeleidigung ist vom Landgericht setzt worden. Aber wenn er auch den Sinn richtig wieder langen, müßte man öffentliche Straßen und Plätze betreten, dem- oltis zu einer längeren Gefängnißstrafe verurtheilt worden. gegeben haben würde, Го würde aus Boulanger's Aeußerungen doc) nicht das zu folgern sein, was Blum gemäß fei fie als öffentliche anzusehen. Als erwiesen wurden drei Fälle angenommen. Bemerkenswerth folgere. Boulanger fage an -3uzug fernhalten. Genosse Lehmann in Halle ist der Umstand, daß die Delikte bereits im Jahre 1893 begangen, diefer Stelle nur, was er wurde vom Schöffengericht wiederum von der Anklage, durch die aber erst in diesem Jahre zur Kenntniß des Gerichts gekommen mit dem Journal hätte thun wollen. Er sage aber einige Worte, Buzug fernhalten" groben Unfug verübt zu haben, freige sind. Auf die Revision des Angeklagten bob das Reichs. Säße später ausdrücklich, daß ihm dies nicht geglückt sei. iprochen. In der Begründung des Urtheils hieß es, das gericht das Urtheil am Montag in der Hauptfache auf und vers Diesen Sab hätte Blum nicht weglaffen dürfen. Als erfahrener Publizist hätte er die Wichtigkeit Delikt sei weder materiell noch psychisch erwiesen. Das Reichs- wies die Sache an das Landgericht zurück. dieses Sages nicht übersehen tönnen. G3 bleibe nur die gericht erkenne nur die wirkliche Aufforderung, bei einem Annahme, daß er ihn absichtlich ausgelassen habe. In gewissen Unternehmer nicht in Arbeit zu treten, für groben seinem Bestreben, Material für die sogenannte Umftursvorlage Unfug an, eine solche direkte Aufforderung liege jedoch in dem an bringen, habe er sich offenbar von dem Grundsake Der Worte Buzug fernhalten" nicht. Depelchen und letzte Nachrichten. 3 wed heiligt die Mitte I" leiten lassen. Sächsisches. In Limbach in Sachsen wurde vom Stadtrath eine Arbeiter- und Arbeiterinnenversammlung ver Frankfurt a. M., 17. Dezember.( B. H.) Die Frantf. schlagung der an Avenir national" gegebenen Summen nicht Ii B. Wenn Blum behaupte, daß Boulanger wegen der Unter boten; ebenso eine für Hartmannsdorf einberufene Ber- 3g." meldet aus Hom:" Corriere di Napoli" und" Italia" bringen schlechte Nachrichten über Afrika. Die Schoaner sollen weiter verfolgt worden sei, so ergäbe der Bericht über den sammlung von der Amtshauptmannschaft Rochli. 100 000 Mann starf in zwei Abtheilungen vorrücken. Makalle Boulanger- Prozeß, In beiden Versammlungen sollte Frau Steinbach- Hamburg und Adna und die Forts von Adua und Makalle seien ohne Boulanger Prozeß, daß das nur wegen der Unzuständigkeit des über Wem nügt die Frauenarbeit" referiren. Die Veranlassung Kanonen. Die Besatzung von Mafalle sei bestimmt, sich oftwärts Gerichts für diesen Fall gemeiner Unterschlagung geschehen sei. Der Staatsanwalt habe aber alle die Fälle gewöhnlicher, zu diesen Versammlungsverboten, die auf grund des bekannten Kanonen. Die Besatzung von Makalle fei bestimmt, sich oftwärts nicht mit dem Hochverrath zusammenhängender Unterschlagungen Generalkommission der Gewerkschaften in Hamburg heraus gesonnen sein, nach Asmara zu rücken, um dort den Feind zu 85 des sächsischen Juwels erfolgten, wurde in einem von der zu werfen, um so den Feind aufzuhalten. General Baratieri soll und Schwindeleien, darunter auch diesen, zur Charakterisirung gegebenen und in Limbach tags vorher verbreiteten Flugblatte erwarten, nachdem er alles Vorland verwüstet, um die Schoaner Da Blum sich auf diese Berichte berufen habe, so blieben nur Herwegh vorausgeschickt, in welchem nach Ansicht der betreffenden Nachtragsetat von 20 Millionen für Afrika zu bewilligen. Flugblattes ist ein Motto von einen zwei Möglichkeiten: entweder er habe die Berichte, die er zitire, Behörden eine Aufreizung zu Gewaltthätigkeiten enthalten sein dürfte noch eine interessante Erweiterung erfahren insofern, als zwei Köln, 17. Dezember.( B. H.) Der Brauweiler Prozeß nicht gelesen, oder er habe Stellen unterschlagen, soll und wonach zu vermuthen sei, daß auch die Referentin zu heute die Vertheidiger beantragten, sämmtliche Zeugen, welche eins so schlimm wie das andere. Gesetzesübertretungen Veranlassung gebe. bei der damaligen Verhandlung auläßlich des Todes der Korriwenn man Boulanger ohne weiteres glaube, nicht beweisen, daß udenwalde hatte, da in letzter Zeit dort verschiedene gendin Wodtke aussagten, erneut zu laden, darunter auch eine deutsche Sozialdemokraten Geld von ihm bekommen hätten. Die Klagen über Mißhandlungen von Arrestanten durch die Polizei- Bengin Zander, welche, nachdem der Wodike der Maulkorb abvon„ Reisen in Deutschland", aber weder Mondion noch Boulanger verordneten folgende Frage an den Ghef der Polizei, Bürger- mals sämmtliche Zeugen aus, im Gesicht der Wodtke sei feinerlei Quittung des Al. de Mondion, die Boulanger vorlege, spreche beamten laut geworden waren, in einer Gigung der Stadt genommen worden war, konstatirt hatte, daß die Wodtke ganz Quittung des Al. de Mondion, die Boulanger vorlege, spreche Polizei- Bengin blau im Gesicht gewesen sei. Im Gegensatz hierzu fagten dabehaupteten, daß sie das Geld an Deutsche gegeben hätten. Blum behaupte, auch in dieser Beziehung sei Boulanger nicht meister Suchsland gestellt: haben die Polizeibeamten die Veränderung wahrnehmbar gewesen. weiter verfolgt, fondern für gerechtfertigt gehalten worden. Die Anweisung erhalten, den Polizeigefangenen das Fell ordentlich Köln, 17. Dezember.( B. H.) Großes Aussehen erregten in Berichte ergäben das Gegentheil. Der Staatsanwalt spräche sich aus- u verfohlen?" Hierin sah der Bürgermeister eine Beleidigung der heutigen Gerichtsverhandlung des Brauweiler Prozesses die führlich darüber aus, daß Mondion, der Zuhälter einer mit Zucht- und stellte Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft. haus bestraften Kupplerin, absolut nicht glaubwürdig sei, daß die der Amtsanwalt 50 M. Geldstrafe event. 10 Tage Gefängniß, Mal wurde der Krahnen der Maulkorb angelegt, sodaß eine Aussagen der Korrigendin Krahnen, welche mit Unterbrechung In der Schöffengerichtsverhandlung am 13. 6. M. beantragte von 14 Tagen 6 Monate in der Gachotte zubringen mußte. Zehn Quittung fälschlich angefertigt worden sei, und daß es ziemlich sicher sei, daß Boulanger sie sich für einige tausend Frants das Gericht sprach aber den Angeklagten frei, da er in Wahrung spätere Ueberführung in das Lazareth nothwendig wurde. Die nachträglich erfauft habe. Der Staatsanwalt erklärte Boulanger's berechtigter Interessen gehandelt und ihm die Absicht der Be- Sirahnen macht den Eindruck einer Geisteskranken und ist törperleidigung ferngelegen habe. des Mannes wohl hervorgehoben. " Der andere Fall, den Blum heranziehe, würde auch schon, Darstellung für eine enorme Lüge". Alles dies berichte Blum nicht; man könne auch hier nur ein wissentliches Verschweigen oder eine grobe Fahrlässigkeit annehmen. wären. " Stadtverordneter Genosse Gerischer in Gewerkschaftliches. lich vollständig gebrochen. 20 Kopenhagen, 17. Dezember.( B. H.) Heftige Erdstöße in mehreren Städten Jütlands haben unter der dortigen Bevölkerung ungeheure Aufregung hervorgerufen. Die Angst vor einem weiteren Erdbeben ist groß. Brüffel, 17. Dezember.( W. T. B.) Der Senat stimmte im Fortgange der Sigung dafür, den Antrag Lejeune in Gr Vandervelde, Defuisseur und andere sprachen fich für eine wägung zu ziehen. Repräsentantenkammer. Die Führer der Sozialisten Bertrand, unverzüglich einzubringende Vorlage, betreffend die militärische Reorganisation aus und festen ihre gegen das Militär gerichteten Theorien auseinander. Die Sigung war sehr bewegt. Beinahe noch schlimmer sei es mit den Angriffen, die Blum gegen die Sozialdemokratie auf angebliche amtliche Zeugnisse ausstände oder Aussperrungen, müssen fiets den Stempel der betreffenden Sämmtlige Mittheilungen von Organisationen, vor allem solche über ihrer Führer" stüße. Es könne nicht Aufgabe des Gerichts sein, Organisation tragen. die Stellung der Sozialdemokratie zum Baterlandsbegriff au erörtern, es handle sich nur darum, ob Blum's Zitate richtig Perrückenmacher- Gewerbe beschäftigten Personen Deutschlands, Der fünfte Kongreft der im Barbier, Friseur- und Blum zitire fast durchweg in Gänsefüßchen, suche also den der schon in diesem Jahre stattfinden sollte, wird nun am 16. Anschein zu erwecken, als gitire er wörtlich, dies sei aber feines und 17. März 1896 in Frankfurt a. M. abgehalten. wegs der Fall. Bei dem Zwischenfall zwischen Grillenberger Erhebungen über die Arbeitslosigkeit der Verbands: und dem früheren Kriegsminister Bronsart von Schellendorff mitglieder will der Deutsche Metallarbeiter- ver- Athen, 17. Dezember.( B. H.) Aus Kreta wird gemeldet, sei sowohl die Aeußerung Grillenberger's als die des Kriegs- band veranstalten. Die Ermittelungen sollen sich über die Zeit daß in dem Kampfe bei Baisal 160 Türken getödtet wurden. ministers entstellt wiedergegeben, die Entgegnung Grillenberger's vom 1. Januar bis 31. Dezember 1896 erstrecken. Jedes arbeits- Auf dem Rückzuge der Soldaten nach Ranea follen mehrere aber ganz weggelassen. Das hätte Blum nicht thun dürfen, denn los werdende oder am 1. Januar 1896 arbeitslose Mitglied hat Chriftenmädchen ermordet worden sein. Gegen das Vorgehen die Wichtigkeit dieser Grillenberger'schen Erklärung liege auf dies der Ortsverwaltung mitzutheilen. Die Mittheilung soll der fretenfischen Behörden haben die chriftlichen Mitglieder des der Hand. enthalten: Angaben über den Tag des Beginns und Verwaltungskomitees bei den Konsuln der fremden Mächte Protest Auch im übrigen hätte der inkriminirte Artikel Wie Hans über den vermeintlichen Grund der Arbeitslosigkeit, ferner erhoben. Blum zitirt" die Abweichungen der Blum'schen Zitate von dem über Alter, Beruf und Familienstand des Arbeits- Madrid, 17. Dezember.( B. H.) Dem Heraldo" geht aus wirklichen Wortlaute richtig wiedergegeben. losen, Stärke seiner Familie und Höhe seines bis: Havanna eine Meldung zu, wonach die Jusurgenten den Die Behauptung Blumi's, in einem Artifel des Sozial herigen Verdienstes. Das Aufhören der Arbeitslosigkeit hat das Spaniern eine empfindliche Niederlage bereitet haben. In Flora demokrat" vom Januar 1887 wurde den Franzosen die Bereit- Mitglied unter Angabe des Datums der Ortsverwaltung, bei der und in der Provinz Matanzas wurden von den Aufständischen willigkeit der deutschen Sozialdemokraten zu landesverrätherischen es angemeldet ist, ebenfalls mitzutheilen. Neben diesen fort- Eisenbahnbrücken in die Luft gesprengt. Die Sprengung der Handlungen erklärt, sei nicht richtig. Ein solcher Artifel fände laufenden Erhebungen wird vom Vorstande von Zeit zu Zeit ein Brücke in Flora erfolgte in dem Augenblick, als dieselbe gerade sich nicht. Auch der Say, den Blum zum Belege anführe, fände Tag bestinmit, wo an allen Orten zugleich die Zahl der an diesem ein Eisenbahnzug passirte; die Lokomotive stürzte in den Fluß; Tage arbeitslosen Verbandsmitglieder( einschließlich der Zu- fünf Beamte haben in den Wellen ihren Tod gefunden. In dem Schriftstücke des Ober Reichsanwalts steht in reisenden) festgestellt werden soll. Das Gesammtresultat wird Cettinje, 17. Dezember. Der neue, auf der Basis des Wahrheit genau das Gegentheil von dem, was Blum vom Vorstand geordnet und den Mitgliedern zur Kenntniß ge- Meistbegünstigungsrechtes abgeschlossene serbisch- montenegrinische behauptet! bracht werden. Handelsvertrag ist heute unterzeichnet worden. Verantwortlicher Redakteur: Fritz Kunert, Schöneberg- Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen " 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 295. Reichstag. Die Dentschrift wird danach durch Kenntnißnahme für erTedigt erklärt. Die Uebersicht der Reichsausgaben und Einnahmen für 1894/95 wird zur Kenntniß genommen; die in demselben zu fammengestellten und motivirten Etatsüberschreitungen und außer etatsmäßigen Ausgaben werden genehmigt. Mittwoch, den 18. Dezember 1895. " " -ww : " 12. Jahrg. Wert ift. Das als Ob dabei Präsident v. Buol: Im übrigen aber wünsche ich Ihnen allen gute Reise und vergnügte Feiertage und hoffe, daß sie im neuen Jahre gesund und neu gestärkt zur Arbeit zurückkehren Handwerks sind nur die Juden schuld mit ihren Ramschbazaren| Antrag, die Vorlage an eine Kommission zu verweisen. Die und ihren großen Waarenhäusern. Und Herr Jakobstötter sagt, 3wangsinnungen will die große Mehrheit des Hauses. der Vorwärts", der die großen Bazare empfehle, sei schuld. Abg. Metzner( 3.) wendet sich der Ferienstimmung wegen 10. Sigung vom 17. Dezember 1895, 1 Uhr. Sehen Sie sich doch mal die Deutsche Tageszeitung" an, da mit furzen Worten gegen den Abg. Bock; man solle wenigstens finden Sie in jeder Nummer die ganze Hinterseite voll von den die Ueberzeugung der Gegner achten und sie nicht als Gaukler Am Bundesrathstische: v. Bötticher, Graf Posa großen Inseraten von Rudolph Herzog und anderen Großindustriellen. bezeichnen, welche die Handwerker durch falsche Vorspiegelungen bowsty. Wenn das auf der rechten Seite geschieht, von den warmen Freunden täuschen. Die Handwerker haben allerdings bisher wenig Auf der Tagesordnung steht zunächst die einmalige Be- des Handwerks, dann brauchen Sie sich doch darüber bei uns erreicht. Wenn nur ein Zehntel der Handwerker sich in den rathung der Denkschrift über die Ausführung der seit nicht wundern, die wir doch, nach Ihrer Ansicht, das Unglück des Hand. Innungen befindet, so ist daraus noch nicht zu schließen, dem Jahre 1875 erlassenen Anleihegefehe. werks wollen! Herr Jakobstötter tam gestern offen mit der Sprache daß die neun Zehntel Gegner der Innungen find. Im Gegen Abg. Graf Kanik( dt.): Nehme ich als Bollausfall durch heraus, er sagte, die Bestimmungen in Desterreich genügen noch nicht, theil, die Handwerker stehen alle auf dem Boden, daß die schnittlich 1 M. pro Doppelzentner an, so haben sich infolge der es bedürfe noch anderer. Was anderes soll denn noch dem Hand- Innungen erst ordentlich eingerichtet werden, ehe sie eintreten Handelsverträge unsere Einnahmen um 43 Millionen Mark ver- werk helfen können. In zünstlerischen Organen tauchen schüchtern wollen. anindert.( Hört, hört! rechts.) Mit dieser Einnahme hätten wir Pläne auf Besteuerung der Maschinen u. dergl. auf. Wer mit Staatssekretär Dr. v. Bötticher: Man hat Zweifel in nicht zu einer Vermehrung der Reichsschulden greifen brauchen. unseren wirthschaftlichen Verhältnissen nur einigermaßen vertraut meine Worte gesetzt und gemeint, ob nicht doch irgendwo der ( Zustimmung rechts.) Abg. Barth hat in meiner Abwesenheit ist, fann an eine Besteuerung der Maschinen nicht entfernt Gedanke bestehe, die Organisation zu verschleppen. behauptet: Graf Raniz hat in einer Wahlversammlung denken. Wir leben in Deutschland doch nicht ein Gegentheil wird durch nichts besser bewiesen, gefagt, daß fämmtliche Handelskammerberichte sich ungünstig geschlossen in eine chinesische Mauer und dürfen unsere dadurch, daß daß die zuständige Instanz, das preußische über die Wirkung der Handelsverträge ausgesprochen haben. Waarenproduktion nicht durch Besteuerung erschweren, um Handelsministerium, eifrig am Das ist absolut unrichtig. Herr Barth hat ferner am letzten unsere Industrie nach dem Ausland leistungsfähig zu erhalten. etwas heraustommt, das kann ich nicht sagen. Ich Mittwoch gesagt, es wäre bedauerlich, daß ernste Männer mit Wer den Handwerfern weiß macht, daß ihnen der Befähigungs- bitte überhaupt, die Vorlage nicht als diejenige eines Ministers einer solchen bodenlofen Unkenntniß an die Deffentlichkeit treten. nachweis helfen fann, täuscht sie, ohne sie zufrieden zu stellen, anzusehen. Sie werden vom Bundesrath gemacht; dabei kann Das ist eine Ausdrucksweise, deren ich mich in diesem Hause denn die Handwerker find rabiat. Ich begreife die Sorge der man ja doch von der Autorschaft und dem Verdienst oder nicht zu bedienen pflege. Regierung, den Handwerkern etwas bieten zu wollen. Herr mangelnden Verdienst eines Ministers sprechen. Ich hoffe, daß Abg. Rickert( frj. Vg.): Wenn mein Freund Barth hier Mehner fagt ja, es sei die höchste Zeit, und Herr Size meint, die Handwerker sich unschwer für eine Organisation des Handwäre, würde er sicherlich erklären, daß er, wenn er gewußt hätte, es sei teine Zeit zu verlieren. Die Handwerfer werden rabiat, werts aussprechen werden. daß Graf Kanit diese allerdings unerhörte Behauptung nicht fie drohen mit dem Umschwung nach sozialdemokratischer Abg. v. Heyl( natl.): Ich bin für die Verweisung der Vorgethan hat, teinen Gebrauch davon gemacht haben würde. Graf Seite. Der Obermeister Schuhmann aus Berlin, der früher lage in die Kommission eingetreten, habe aber zu den Vorschlägen Kanit hat aber übertrieben, indem er sagte, daß ein großer Theil selbst Sozialdemokrat war, hat auf dem Handwerkertag in Köln des Herrn v. Berlepsch keine bestimmte Stellung genommen, weil der Handelskammer- Berichte dahin lauten. Wenn Graf Kanig gesagt: Wir können unsere Hände in Unschuld waschen, und die Vorlage noch nicht definitiv ist. Wenn Herr Pachnicke mir diese Gelegenheit wieder benutzt hat, um auf die bekannten wenn die Sintfluth tommt, haben wir protokollirt, daß wir für gegenüber auf die National- Beitung" bezug genommen hat, so 43 Millionen hinzuweisen, die wir jetzt hätten, wenn die Dinge Thron und Altar eintreten.( Heiterkeit.) Eins erreichen Sie mit möchte ich bemerken, daß ich und einige meiner nicht so gekommen wären, so wäre er zunächst verpflichtet, die Ihren Versprechungen: Sie erwecken Hoffnungen in den Hand- Freunde die National Beitung" niemals als 48 Millionen zu detailliren. Dazu wird er nicht im stande sein, werfern, die Sie nicht erfüllen können, und dann sind wir die ein offizielles Parteiorgan angesehen haben. ich bestreite das auf das positiveſte. lachenden Erben. Wir wollen das Handwerk nicht vernichten Abg. Förster Neustettin( deutsch- soz. Reformp.): Ich will Abg. Graf Kanik: Herr Rickert scheint vorauszusetzen, daß, um zu unserem Ziele zu gelangen, sondern, weil wir wissen, daß nicht Bwangsinnungen und nicht den Befähigungsnachweis haben, wenn wir die Handelsverträge nicht geschlossen hätten, vermuth- dem Handwerk weder durch Gesez noch sonstwie zu helfen ist, sondern nur, daß die Innungsmeister höhere Rechte haben sollen lich nicht 43 Millionen Doppelzentner eingeführt worden wären; lassen wir den Dingen ruhig ihren Lauf. Wir sagen nur den als die anderen. damit widerspricht er den früheren Behauptungen seiner Partei, Handwerkern die Wahrheit, anstatt ihnen leere Hoffnungen auf Abg. Liebermann v. Sonnenberg vertheidigt seinen Barteidaß die Handelsverträge die Einfuhr nach Deutschland nicht die Zukunft zu machen. Die Regierung hat in den genossen, Obermeister Schumann, der allerdings vor 25 Jahren steigern würden. Ich erkläre hiermit ausdrücklich, daß ich nicht legten Jahren gewiß gethan, was sie konnte, fie Sozialdemokrat gewesen sei, sich aber als flarer Kopf der gesagt habe, daß die meisten Handelstammerberichte sich über die hat den Innungen besondere Gewerbe- Schiedsgerichte und bei nationalen Politit angeschlossen habe und seit zwei Jahrzehnten Handelsverträge ungünstig ausgesprochen haben, dazu kenne ich der Gewerbe- Ordnung in den§§ 100 e, f 2c. verschiedene andere in erster Reite stehe. Es kann doch bei den Sozialdemokraten die Handelskammerberichte viel zu genau, sondern ich habe ge- Privilegien gewährt, und jetzt räumt sie ihnen die Handwerker- wirklich nicht als Vorwurf gelten, Sozialdemokrat gewesen zu fagt, daß nach fast sämmtlichen Handelskammerberichten bie fammern ein, damit sie zufrieden sind. Und wenn an die Stelle sein.( Heiterkeit.) allgemeine Geschäftslage ungünstig erscheint; und daraus der Herren v. Bötticher und v. Berlepsch ich mache keinen Abg. Jacobsfötter( t.) vertheidigt sich gegen die Vorwürfe habe ich für mich den Schluß gezogen, daß die erhofften Gegensatz zwischen ihnen, sie ziehen beide denselben Strang des Abg. Bock und bedauert, daß in den Handwerkerkreisen, Segnungen der Handelsverträge und der große fommerzielle Auf- die Herren Mehner und Jakobstötter träten, so tönnten diese so neulich auch in Mecklenburg vielfach auf den Sonntagsschwung nicht eingetreten sei. Ich bitte Herrn Rickert, seinem auch nicht weiter gehen, als die Regierung jetzt geht. Fortbildungs. Unterricht Gewicht gelegt werde. Fraktionsgenossen davon Mittheilung zu machen. Daß dem Handwerk gegenwärtig nicht geholfen werden kann, In Erfurt bestehe ein gutes Fortbildungswesen ohne Sonntags Abg. Rickert: Weil die meisten Handelskammer- Berichte die haben verschiedene Schriftsteller anerkannt; ich nenne nur Prof. unterricht; er stehe auf dem Standpunkte: an Gottes Segen ist Geschäftslage ungünstig darstellen, meint Graf Kanik, können die Bücher in Leipzig. Die" Desterreichischen Gewerbeblätter" geben alles gelegen( Beifall rechts), und verlange vollständige Handelsverträge keinen günstigen Erfolg gehabt haben.( Abg. Graf zu, daß das Kleingewerbe in Desterreich dem Untergange ent Sonntagsruhe. Der Fortbildungsunterricht, die GenossenRanih: Sehr richtig!) Wer eine solche Logit hat, mit dem gegengeht und aus der Enquete des Vereins für Sozialpolitik schaften u. f. w. werden doch nicht gestört, sondern befördert tönnen wir eine wirthschaftspolitische Diskussion mit irgend über die Lage des Handwerks geht tlar hervor, daß das Hand- werden durch kräftige Innungen. Handwerk und Landwirthschaft welchem Erfolge nicht führen. werk vollständig im Verfall begriffen ist. Der Vorstand der feien auf einander angewiesen( Zustimmung rechts); ihre Inter 3wangsinnungen der Schuhmacher hat in einem Zirkular erklärt, effen widerstreiten sich nicht. Landwirthschaft und Handwerk das handwerksmäßige Schuhmachergewerbe gehe immer weiter sind die Kraft des deutschen Volkes, und deshalb treten wir für zurück, weil es die Konkurrenz mit Der billiger beide ein. arbeitenden Großindustrie nicht bestehen kann und die Damit schließt die Diskussion. Gegen die Stimmen der meisten in den großen Niederlagen kaufen. Das Ge- Konservativen wird die Vorlage einer Kommission von 21 Mitwerbe tönne taum noch Gesellen und Lehrlinge beschäf- gliedern überwiesen. Die endgiltige Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben der tigen. Die Jnnungen sind die schlimmsten Gegner jedes selbstSchutzgebiete von Kamerun und Togo, sowie des südwestafrifa- ständig denkenden Handwerkers. Es giebt sehr wenige zünftnischen Schutzgebietes für 1892/93 und für 1893/94, die vorläufige lerische Organe, während die von Sachverständigen geschriebenen lebersicht für 1893/94, die vorläufige Uebersicht der Einnahmen gewerblichen Blätter von der großen Mehrheit des Handwerker- werden.( Zustimmung.) und Ausgaben der sämmtlichen afrikanischen Schutzgebiete für standes gelesen werden. Ich wünschte nichts fehnlicher, als daß Schluß 4 Uhr. 1894/95 und die allgemeinen Rechnungen über den Reichs- der Befähigungsnachweis eingeführt würde, dann würden 9. Januar 1896, 1 Uhr.( Börsengesetz.) Haushalt für 1884/ 85-1891/ 92 werden der Rechnungskommission die Herren bald sehen, daß es damit nichts ist. Daß zur Prüfung überwiesen. die Arbeiter großentheils von den Jnnungen nichts Hierauf wird die gestern abgebrochene erste Berathung des wissen wollen, können Sie ihnen nicht verdenken, sie verdienen Gesezentwurfs, betreffend die Errichtung von Hand- in den Fabriken bei 10-12stündiger Arbeit 15-20 Mart pro Aus der am Dienstag fortgesetzten Verhandlung heben wir werterkammern, fortgesetzt. Woche, bei den Meistern bei 14-15stündiger Arbeit nur 8 bis namentlich die Aussage des Kaufmanns May Steinthal, Abg. Pachnicke( frs. Vg.): Der Entwurf ist todt nach der 10 Mark. Herr Jakobstötter meinte, wir Sozialdemokraten seien eines Bruders des Getödteten, hervor. Nach seiner Darstellung gestrigen Debatte. Dem jezigen Entwurf steht der Umstand ent- die schlimmsten Feinde der Handwerker. Das ist nicht richtig. ist sein Bruder als Etudent auskömmlich gestellt gewesen. gegen, daß der andere Entwurf des Herrn v. Berlepsch ver- Umgekehrt sind die Innungen die schlimmsten Feinde des Seine Praxis war eine gute, trotzdem hat er fein Vermögen öffentlicht worden ist. Arbeiterstandes. Der deutsche Handwerkertag hat auf das hinterlassen, vielmehr ist das Gegentheil der Fall. Der Zeuge Geben Sie uns zunächst den unverkürzten Sonntagsunter- Iebbaft este gegen die Einführung des zwölf hat den Bruder vor Jahren einmal mit der Sanke gesehen, richt in unsern Fachschulen wieder zurück. Sie wollen eine stündigen Arbeitstages protestirt, weil die Fest. die damals den Eindruck eines bescheidenen Mädchens Bunftstube, die obligatorischen Innungen, wir wollen, daß das stellung eines Maximal Arbeitstages dem machte, von der man feineswegs vorausseßen tonnte, daß sie ganze Handwerk sich betheiligt. Wir wollen eine Probe machen Handwerk einen unerträglichen 3wang auf von der Polizei kontrollirt wurde. Von dem dauernden intimen und hoffen, daß sie zu Ihren Ungunsten ausfallen wird. Ich be- erlegen würde. Seien Sie doch aufrichtig: Die Verhältniß zwischen dem Bruder und der Sanke hat der Zeuge dauere, daß die amtlichen Ermittelungen über die Wirkungen des Inn ungs Meister wollen gar nicht alle erst etwas erfahren, als Dr. St. nach dem mehrfach erwähnten Befähigungsnachweises uns noch nicht übermittelt sind. Meister in ihre Innung aufnehmen. Bor furchtbaren Auftritt die erhaltenen Verlegungen auf einer an Was wir sonst darüber gehört haben, bildet eine einzige Anklage einigen Jahren sollten hier in Berlin die Innungsbeiträge er feine Familie gerichteten Postkarte mit dem Vorgeben bemäntelu gegen ihn. Mit feiner Einführung wird Chikanen und Denun- niedrigt werden, um mehr Mitglieder heranzuziehen. In einer wollte, daß er von der Pferdebahn gefallen sei. Erst da hat ziationen Thür und Thor geöffnet. Seinen eigentlichen Schaden Versammlung sind hervorragende Innungsmeister mit Energie der Zeuge in einer Unterredung mit dem Bruder von dem Ver aber erblicken wir darin, daß in dem schweren dagegen aufgetreten, sie fürchteten eben, daß dann ein großer hältniß des letteren erfahren und sofort dahin gewirkt, daß die Rampf ben der fleine Betrieb mit dem großen Theil sozialdemokratischer Handwerker in die Innungen Beziehungen unter allen Umständen aufhören müssen! zu führen hat, der kleine noch mehr gefesselt wird. täme und das Heft in die Hände bekäme. Mit Er hat den Bruder eindringlichst gefragt, ob er sich denn etwa Noch 5 Jahre, wenn er eingeführt ist, und die ganze Hand- recht will die Regierung auch die übrigen neun zehntel friminell vergangen habe und unter diesem Zwange von der merfelbewegung ist zu Ende; die Nation aber ist es, an deren hören, die Innungen fürchten aber mit recht, daß, wenn Angeklagten nicht loskommen fönne, Dr. St. hat dies aber entKörper Sie das Experiment machen, und diese muß die Kurkosten auch diese gehört würden, es dann nichts sein würde mit Be- schieden bestritten. Bei den Gesprächen, die der Zeuge mit der bezahlen. Nicht das ganze Handwerk ist den großen Betrieben fähigungsnachweis und Zwangsinnungen. Angeklagten über die Lösung des Verhältnisses geführt, hat er die verfallen, sondern nur einzelne Zweige; das ist verschieden nach Helfen fann man dem Kleinen Handwerker durch Beseitigung Ueberzeugung gewonnen, daß alle Bemühungen vergeblich seien: der Lage und Größe der Orte. Es ist nicht wahr, daß die Noth der Kornzölle, der indirekten Steuern, der Militärlasten. Die fie erklärte, von Dr. St. nicht zu lassen und stieß allerlei des Handwerks eine allgemeine ist und es ist nicht wahr, daß es Handwerker sind leider thöricht genug, den Agrariern die Drohungen aus. Dr. St. hatte noch einige Bücher bei ihr, in früheren Zeiten ohne Noth war. Eines schickt sich aber doch liebesgaben zuzuschanzen. Die Fachvereine haben doch für ihre er gern heraus haben wollte; sie erklärte aber dem Zeugen auf das für alle Zweige des Handwerks; nur dann wird für das Hand Fachgenossen manches gute geleistet, sie haben nicht, wie Herr bestimmteste, daß sie die Bücher nicht dem Zeugen geben, auch wert eine Hilfe möglich sein, wenn man die Ausbildung Jakobskötter behauptet, blos Streits inszenirt. Redner ver- nicht in die Wohnung des Dr. St. bringen werde, sondern verzu einer erhöhten Leistungsfähigkeit möglichst fördert, und weist auf die Leistungen des Buchdrucker- und Handschuhmacher- lange, daß Dr. St. allein und ohne Begleitung in ihre Wohnung dahin glauben wir besonders streben zu müssen. Der Fachvereins. Jedenfalls leisten die Fachvereine mehr als die tomme. Nach der Behauptung des Zeugen ist bei den späteren Bund der Landwirthe, der jeht das ganze Handwerk Innungen, welche für Innungszwecke fehr wenig, um materiellen Verhandlungen, in die er auf grund einer Postkarte an seinen Busen und an seine Fahne drückt, eine Einrichtung somehr aber für Feierlichkeiten und Schmausereien ausgeben. der Angeklagten mit dieser eintrat, die Summe von 200 m. nicht des Großgrundbesizes, braucht, da er selbst nur 25 000 Berufs- Auf dem von Ihnen( rechts) vorgeschlagenen Wege wird das von ihm geboten, sondern von ihr gefordert worden. Gr genossen im Deutschen Reich hat, Stimmen, und deshalb nimmt Handwerk nichts erreichen, nur Hoffnungen werden dadurch er- habe ausdrücklich gesagt, daß diese Summe nur vorläufig geer fich, natürlich nicht nur aus diesem Grunde allein, einer be- weckt, die nicht erfüllt werden können und die Ihnen später sehr geben, im übrigen aber materiell für sie gesorgt werden folle. stimmten Richtung des Handwerks an. Zuletzt wird jeder be- unangenehm werden können. Wir stimmen für die Vorlage, weil Bei einer späteren Unterredung hat die Angeklagte dem Zeugen fonnene Handwerker sich doch davon überzeugen, daß er vom wir den Handwerkern das nicht versagen wollen, was wir für Mitteilung von der gegen Dr. St. eingegangenen Anzeige geStaat zwar etwas, aber doch nicht alles erwarten tann, jeden- die Arbeiter wünschen. Die Handwerkerkammern sind eine Analogie macht und dabei geäußert:„ Ich bekomme etwa 1 oder 2 Jahre falls nicht so viel, wie von sich selber; er wird einsehen, daß der Arbeiterkammern. Reaktionäre Allüren helfen dem Hand- Gefängniß, Ihr Bruder aber mehrere Jahre Zuchthaus." Der, sein Vater haben den Dr. St. wiederholt alles nur in seiner eigenen Straft liegt, daß er mit erhöhter werk nichts, helfen kann ihm nur die Ueberführung der Pro- Zeuge und Leistungsfähigkeit in den Kampf ums Dasein eintreten muß. duktionsmittel in den Gemeinbesis. Die genossenschaftliche Arbeit nach dieser Richtung hin ausgeforscht und ihm nahegelegt, Folgen eines etwa begangenen Verbrechens fich Abg. Bock Gotha( Soz.): Ich wünschte, die Handwerker wird auch dem Handwerk seine endgiltige Befreiung bringen. den fönnten sich heute mal die rechte Seite des Hauses hier ansehen, Künstliche Palliativmittel fördern es feinen Schritt weiter.( Leb- durch die Flucht zu entziehen oder in den fauren fie würden ihre Freude haben, wie zahlreich diese Herren hier hafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Apfel zu beißen und die Person" zu heirathen, der Bruder sind. Wenn dem Handwerk mit schönen Worten und warmem Abg. v. Stumm( Rp.): An dem jetzt vorliegenden Gesetz hat aber jede verbrecherische Thätigkeit seinerseits entschieden Herzen geholfen wäre, würde es in der glücklichsten Lage sein. entwurfe haben wir kein Interesse mehr, weil es der Oberbau abgeleugnet. Der Zeuge versichert wiederholt, daß er die Die Konservativen und ein Theil des Zentrums mögen es ja sein soll, dem der Unterbau fehlt. Wenn die Sozialdemokraten 200 m. durchaus nicht als Abfindungssumme ein für allemal recht ehrlich mit den Handwerkern meinen und ihnen helfen so freigebig sind gegenüber den Arbeitslofen, so verfolgen fie da- gegeben und die Angeklagte immer wieder darauf hingewiesen wollen, nur wissen sie nicht wie. Bei den Nationalliberalen mit politische Zwede, aber rein humanitäre Wohlfahrtsideen habe, daß es sich feineswegs darum handle, ihr Stillschweigen bin ich schon etwas zweifelhafter. Der Zwiebeljaft des all unterstüßen sie nicht. Wenn die Fachvereine ihre Mitglieder zu erfaufen, es ihr vielmehr freistehe, anzuzeigen was ihr bes um fie in die sozial- liebe. Die Angeklagte habe bei dieser Gelegenheit noch geäußert: gemeinen Wahlrechts ist es, der ihnen diese Thräne des unterstüßen, so geschieht ca nur, Der Vorredner Ihr Bruder kann sich ja Detektivs annehmen, aber für die GwigBeileids auspreßt.( Heiterfeit.) In der Handwerkerpresse demokratische Organisation hineinzuschieben. heißt es, dem Handwerk zu helfen, ist sehr einfach, die Regierung will die Zwangsinnungen nicht im Interesse der Freiheit feit giebt es feine Detektivs, ich werde ihn doch noch treffen." Nachdem braucht nur zu wollen, aber der Minifter v. Bötticher will nicht, und Selbständigkeit der Handwerker. Keine Partei unterdrückt die Angeklagte die 200. erhalten, habe der Zeuge geglaubt, dieser Staatsmann versteht es, die einfachsten Dinge zu ver- aber die Freiheit und Selbständigkeit mehr, als gerade die daß die Sache erledigt(!) sei, denn die Angeklagte habe auf wirren. Und dießlich heißt es, an dem ganzen Unglück des Sozialdemokraten.( Zustimmung rechts.) Jch unterstüße den seine Frage, was sie mit einer so geringen Summe beginnen = 4 Nächste Sigung Donnerstag, den Mordprozek Banke. " die wolle, erwidert, sie wolle sich in einer anderen Stadtgegend eine hier aber um eine Dirne, die an sich nicht beanspruchen Die Berolina, die ihren Standplah bekanntlich im Angesicht Wohnung miethen, sich durch Schneidern ernähren und kann, daß sie von vornherein die Sympathien der Geschworenen des Polizeipräsidiums hat, ist am Dienstag Vormittag in Gegen. schon durchkommen. Sein Bruder habe aber wiederholt erwerben kann. Wenn hier die Geschworenen zur Freisprechung wart des Polizeipräsidenten und einiger Magistratsmitglieder geäußert, daß die Sante sich noch keineswegs dabei be- fommen sollten, so wird jedermann wissen, daß dieser Spruch aus enthüllt worden. Sinngemäß hat der Schöpfer des Bildes, Prof. ruhigen würde. Der Vertheidiger fragt den 3eugen, warum er innerster Ueberzeugung hervorgegangen ist. Der Vertheidiger Hundrieser, den Körper der Dame mit einem eng anliegenden der Angeklagten nicht sofort eine größere Summe etwa von entwickelt sodann des breiteren, daß von einem Morde gar Panzer umschlossen; der größeren Sicherheit wegen trägt fie, 2000 M.- als Abfindung ein für allemal geboten habe, wie feine Rede sein könne, da die Angeklagte unter keinen Umständen gleich dem Oberbürgermeister, noch eine goldene Kette um den es unter den vorliegenden Verhältnissen doch wohl angebracht mit Ueberlegung gehandelt habe. Die Pistole fei überhaupt Hals. Ein folennes Frühstück im Prälaten half Herrn Zelle gewesen wäre. Der Zeuge erwidert, daß ihm dieser Gedante das ungeeignetste Mittel, um eine Tödtung mit Ueberlegung aus- und den Seinen die frostige Gegenwart vergessen. gar nicht gekommen sei, da das ganze Verhalten der zuführen. Nun frage es sich, ob ein Vorsatz vorliege? Das sei Ueber eine faum glaubliche Portion Schuhmanns. Sanfe gegen die Annahme gesprochen habe, daß sie auf ein die schwerste Frage, die die Geschworenen zu entscheiden haben. Natonal Zeitung" höflichkeit weiß die zu berichten. derartiges Anerbieten eingehen würde. Auf die Frage des Für den Vorfah sollen die verschiedenen Drohungen sprechen. Kürzlich erst erregte die Mittheilung über den Polizei Bertheidigers, ob ber Beuge nicht 2000 m. geboten haben Die meisten dieser Drohungen stammen aber doch nur aus den beamten, der als Belohnung für einen Att der Höflichkeit Angeklagte Erzählungen des Dr. Steinthal und selbst unter Beobachtung 20 m. allgemeines Staunen. Und nunmehr infolge des Verkehrs mit seinem Bruder wiederum ihrer Ent des Grunbessages de mortuis nil nisi bene" wird dieſem un met enhalten hate, Blatt, Daß ein Schußmann in der bindung entgegensehe, erklärt der Zeuge, daß er hierauf nicht möglich eine besondere Glaubwürdigkeit beigemessen werden Nacht vom 3. zum 4. Dezember vor dem Café National dem antworten könne und wolle, während der Präsident und der können, denn er behaupte, daß Dr. St. infolge seiner Rutscher einer Tarameter- Droschte aus eigener Tasche den Fahr Staatsanwalt ihre Verwunderung darüber ausdrücken, daß diese sexuellen Ausschweifungen geistig nicht mehr ganz intakt Behauptung des Vertheidigers jest zum ersten Male zur Sprache war. Er habe allerdings von den angeblichen Drohungen preis von einer Mark ausgezahlt hat, als der Roffelenker mit tommt. Auf Befragen erklärt die Angeklagte, daß die Angabe viel erzählt, namentlich den jungen Damen, die für solche einem Fremden diesertwegen in Differenzen gerathen war. Erstattung des Fahrpreises aus der Schuhmannsbörse, und Dinge sehr empfänglich seien. Gerade der Umstand, daß diese wenn er des Vertheidigers der Wahrheit entspricht. " Nach diesen, die Moralanschauungen eines Theils der Drohungen auf Jahre zurückdatiren, deuten darauf hin, daß eine das bei 1200 m. jährlichem Gehalt das grenzt ja aug Herrschenden Klassen kostbar illustrirenden Aussagen folgen ernste Absicht zu einer Tödtung gar nicht vorlag, denn nach Uebermenschliche! Wo hat ein anderes Bolt auf der Welt des Bekundungen über die Skandalszene, die sich zwischen einem alten Sprichwort beißen die Hunde nicht, die so viel bellen. gleichen? dem Dr. Steinthal und der Angeklagten abgespielt haben. Durch Die Angeklagte sei auch gar nicht so unglaublich eifersüchtig, Die Oberbaumbrücke ist am Dienstag dem öffentlichen Ver Befragung des Polizeilieutenants Schent wird festgestellt, daß denn sie habe ja nicht einmal gemerkt, daß Dr. St. 5 Monate tehr übergeben worden. die Angeklagte von einem Kriminalschußmann gelang zu einem andern Mädchen gehalten. Nur wenn sie von der Die Feier der Wiederaufrichtung des Deutschen Reiches" warnt worden, noch weiter Auftritte gegen Untreue ihres Geliebten erfahren, sei sie zornig geworden. Die Dr. Steinthal zu inszeniren. Sie glaubte, daß es sich vielen Zwiftigkeiten wollen auch gar nichts besagen, denn„ Pack scheint in echt preußischer Weise vor sich gehen zu sollen. Am um eine gegen sie gerichtete Anzeige von Steinthal'scher Seite schlägt sich, Pack verträgt sich". Das Beweismaterial fei nicht 18. Januar wird, wie die Deutsche Tagesztg." vernimmt, eine handelte und antwortete:" Was? Ich kann gegen den Dr. Stein- ausreichend, um die Geschworenen zu der Ueberzeugung zu bringen, Parade über das Gardekorps abgehalten werden. Bis zu thal ganz etwas anderes anzeigen! Der hat sich einer ver- daß hier eine vorsätzliche Tödtung vorliege, im Gegentheil stimme, diesem Tage soll die ganze Garde gleichmäßig mit grauen Manteln eingekleidet sein. brecherischen Thätigkeit schuldig gemacht!" Die Folge wie der Vertheidiger eingehend darlegt, die Darstellung, welche war, daß die Sanke eine Vorladung auf die Polizei die Angeklagte von den Vorgängen in dem Damast'schen Zimmer Wegen des Weihnachtsverkehrs werden am Sonntag, erhielt und dort 81 Protokoll vernommen wurde. gegeben, mit den durch die Beweisaufnahme vorgebrachten den 22. Dezember, bei allen Postanstalten im Bezirke der OberEin Zeuge Kaufmann Haase, ein Bekannter des Dr. Steinthal, Umständen zusammen. Der einzige Zeuge dieser Vorgänge Postdirektion Berlin die Packet Annahme und die Packet- A: 3. schildert an mehreren Beispielen die Heftigkeit der Sanke, ein ruhe in der Gruft und deshalb sei es für den Dritten schwer zu gabestellen, sowie an den beiden Weihnachtsfeiertagen sämmtliche Kaufmann Ullmann bekundet, Dr. Steinthal habe ihm ge- entscheiden. Er glaube fest daran, daß die Angeklagte in der Packet- Ausgabestellen zu denselben Zeiten wie an den Wochentage: 1 standen, eine verbrecherische Handlung begangen zu That die Absicht gehabt habe, sich zu erschießen. Es sei gar nicht für den Verkehr mit dem Publikum geöffnet sein. haben. Dem Direktor Maurice vom Belle- Alliance- Theater hat auffallend, daß der Nevolver nicht funktionirte, wenn sie ihn Dr. Steinthal von Die Berliner Packetfahrt- Gesellschaft theilt uns mit, daß der gegen ihn erstatteten Anzeige Mit- gegen sich selbst richtete, man brauche blos daran denken, daß sie theilung gemacht. Er habe Furcht vor einer Verhaftung gehabt dabei die Hand wenden mußte und sicher vor Aufregung zitterte. fie 45 000 m. an ihre Beamten als Weihnachts- Gratifikation vers und ausgesprochen, daß er am liebsten übers Wasser gehen würde. Er behaupte, daß hier nichts weiter vorlag, als ein unglücklicher theilt habe. Das ist ganz schön, noch besser wäre aber, wenn die Der Zeuge hat durch die Unterhaltung mit Dr. St. den Eindruck Bufall. Es sei auch psychologisch ganz unwahrscheinlich, daß wahrlich elend genug bezahlten Unterbeamten der reichen Gesell gewonnen, daß dieser wirklich etwas friminell Strafbares be sie danach gestrebt hätte, das, was ihr Liebstes auf der schaft für ihre mühselige Arbeit eine bessere Entlohnung als Welt war, sich felbst git nehmen! So verworfen bisher erhielten. Es folgen dann eine Reihe Zeugenaussagen von Personen, fie auch sei, fie hatte doch noch, wie so viele ihres gleichen, einen Das ,, Kleine Journal" weiß abermals von einem Unglück die am Thatorte zugegen waren. Niemand hat Blutflecke an der Gegenstand ihrer Liebe und dieser Gegenstaud sei Dr. Stein zu melden, das einen seiner Redakteure betroffen hat. Diesmal Angeklagten bemerkt. thal gewesen, der leider ja so weit moralisch herabgekommen ist es aber nicht der Chef gewesen, sondern der Leiter des Kriminalfommiffarius v. Kracht bekundet: Ihm gegen war. Bei einer solchen Liebe, da sei man im stande, gegen sich Handelstheils, der, um den zart verklärenden Ausdruck des über habe die Angeklagte zuerst angegeben, daß sie mit alles, gegen den Geliebten nichts zu unternehmen. Der Ver- unglückseligen Blättchens selber zu gebrauchen, auf der Börse dem Revolver den Dr. St. habe erschrecken wollen. Der Zeuge theidiger betont wiederholt an der Hand der einzelnen Momente am Montag von einigen passionirten Baissiers angezischt und hält es nicht für wahrscheinlich, daß die Angeklagte bei der der Beweiserhebung, daß alle Behauptungen, die die Angeklagte gezwungen(!) worden ist, die Börse zu verlassen". Wir wollen Katastrophe mit zu Boden gestürzt sei. Von der Abficht eines von den Vorfällen, von ihrer Absicht und von dem hoffen, daß nur die Kleidung des armen Kerls bei diesem Selbstmordes hat sie dem Zeugen kein Wort gesagt, dieser hat Charakter des Dr. Steinthal gegeben, im wesentlichen richtig sei. Reinigungswert dauernden Schaden davongetragen hat. vielmehr gar keinen Zweifel gehabt, daß es sich um einen Mord Meder Mord, noch Todtschlag, noch fahrlässige Tödtung liege handelte. Polizeilieutenant Sch ent: Als ihm die Meldung vor, sondern schlimmsten Falls fönnte Körperverlegung mit tödtvon der Mordthat gebracht wurde, habe er sofort an die Sante gedacht, lichem Erfolge angenommen werden. In diesem Falle seien zahl. da er das Verhältniß des Dr. St. zu dieser kannte. Als sie zu reiche mildernde Umstände vorhanden, prinzipaliter beantrage er ihm gebracht worden, habe er sie gefragt, was sie denn eigentlich aber die Freisprechung. Bezüglich des anderen Verbrechens, gemacht habe und darauf die Antwort erhalten: Er hat mich dessen die Angeklagte beschuldigt werde, könne auf eine große zu sehr getränkt, ich konnte nicht anders! Mein" Julius, mein Bahl mildernder Umstände hingewiesen werden in allererster Julius, lebt er denn noch?" Auf die verneinende Antwort habe Steihe darauf, daß sie doch nur die Gehilfin des Dr. Stein sie heftig geweint. Als sie eine Stunde nach der That proto: thal war. follarisch vernommen wurde, hat sie behauptet, daß der Schuß aus Versehen losgegangen sei. gangen habe. Nach der Mittagspause wird noch einmal in die Beweisaufnahme eingetreten. Der Sachverständige Sanitätsrath Dr. Mittenzweig wird beauftragt, festzustellen, ob die Angeklagte sich zur Zeit in anderen Umständen befindet und ob es glaublich ist, daß dies auf die Zeit zurückzuführen ist, in der sie noch mit Dr. St. in Verkehr stand. Das Gutachten des Sachverständigen geht dahin, daß die Ansicht der Angeklagten über ihren Zustand eine falsche ist. Die den Geschworenen vorgelegten Schuldfragen lauten auf Mord, Todtschlag, fahrlässige Tödtung und Verbrechen gegen teimendes Leben nebst den dazu gehörigen Nebenfragen. Um 4 Uhr ergreift Staatsanwalt Vollmann das Wort. Das Plaidoyer wird völlig charakterisirt, wenn wir den Anfang und den Schluß desselben wiedergeben. Es folgt eine furze Replit und Duplik, sowie die Rechtsbelehrung des Vorsitzenden, worauf sich die Geschworenen nach 8 Uhr zur Berathung zurückziehen. ( Das Urtheil, das in später Stunde gefällt wurde, werden wir in der morgigen Nummer bringen. N. d.„ V.") Tokales. Ju Nummelsburg steht der Arbeiterschaft nur ein Lokal, nämlich das Restaurant Vowinkel, Hauptstraße 53, zur Berfügung. " Ahlwardt scheint ein schlechtes Weihnachtsgeschäft zu machen. Die Times" melden aus Newyork: Die amerikanische AgitationsDie reise Ahlwardt's erweist sich als gänzliche Niederlage. gesammte Newyorker Presse sprach sich gegen Ahlwardt aus und machte sich über ihn luftig. Er fündigte eine Bersammlung in der„ Coopers' Union Hall" an, die 2000 Personen faßt; es erSchienen nur etwa 200, von denen beinah die Hälfte Polizisten waren, die schließlich den Saal räumen mußten. Man hörte Ahlwardt gar nicht an und warf nach ihm mit faulen Eiern. semitischen Agitator geworfen haben. Sonst würde sich der Hoffentlich waren es nicht die Polizisten, die nach dem antihochselige Richthofen im Grabe umdrehen. Die Staatsanwaltschaft am Landgericht II befindet sich Militärisches. Eingehend wird gegenwärtig die Kantinen verwaltung beim zweiten Bataillon des dritten EisenbahnRegiments untersucht. Zu dieser Kantine war seit dem 1. Sepe tember dieses Jahres ein Eisenbahnpionier von der 6. Kompagnie als Ordonnanz kommandirt. Als dieser vor einiger Zeit erkrankte und in das Lazareth gebracht werden mußte, fand man bei einer Revision in seinem Spinde 120 M. vor. Da der Pionier, der aus Hamburg stammt, Geldsendungen von seinen Angehörigen Die Tabalarbeiter veranstalten am zweiten Weihnachts- nicht erhalten hat, so vermuthet man, daß er bei seiner Thätigtage in der Brauerei Friedrichshain am Königsthor eine Matinee, teit in der Kantine den Betrag für sich bei Seite gebracht habe. deren Ertrag für die Intereffen der Arbeiter dieser schwer ge- Um zu einer bestimmten Feststellung gelangen zu können, muß prüften Industrie bestimmt ist. Der gute Zweck läßt einen zahl- man nun sämmtliche Bestände aufnehmen und die Bücher einer Morgen sind es gerade vier Monate her, als die Nachricht reichen Besuch erwarten. Billets sind in allen mit Plakaten be- genauen Durchsicht unterziehen. von der Ermordung des Dr. Steinthal die Stadt durcheilte. legten Zigarrenhandlungen, in den Kaffenlokalen Weinstraße 11, Die Nachricht erregte um so größeres Aufsehen, als Dr. Stein Fehrbellinerstr. 34 und Adalbertstr. 4, sowie bei Louis Dechand, thal ein allgemein bekannter, beliebter und stets hilfs- Ruheplasstr. 24, Hermann Herholz, Brunnenstr. 188, Robert iegt in dem Hause Rathenowerstr. 6. bereiter Arzt war und phantasiereiche Beitung 3- Drescher, Veteranenstraße 28, August Motes, Posenerstr. 17, Zur Warnung für Droschkenkutscher, welche nächtliche nachrichten die Sache so darstellten, als handele Wilhelm Mertens, Cuvrystr. 34, und Karl Butry, Stral- Fuhren nach außerhalb unternehmen müssen, theilt die„ Allgem. es sich hier um ein um seine Siebe betrogenes Weib, funderstr. 17, zu haben.( Näheres siehe die Inserate dieser Woche.) Fahrzeitung" einen Fall mit, welcher unlängst dem Droschtenwelches ihren Verführer niedergeschoffen, der sie wie eine Derselbe wurde um 8 Uhr morgens verblühte Blume von sich geworfen habe, weil der„ LebeDer letzte Sonntag, an dem die Angestellten und Arbeiter futscher Kunze pafsirt ist. mann" andere Gelüfte hatte.„ Ein vollkommener" Roman ebenfalls ihrer Arbeitsruhe beraubt waren, hat nach den von einem Herrn zu einem festgesetzten Preise zu einer Fahrt Ein vollkommener Roman Meldungen bürgerlicher Blätter ebenfalls den Erwartungen der nach Rudow engagirt. Zu seinem Schrecken bemerkte Kunze so hieß es in den Zeitungen. Und was ist davon übrig geblieben? Nichts! Auf der einen Seite stand ein Frauen- Geschäftsinhaber nicht entsprochen. So berichtet die„ Berliner bald, daß die Kissen total zerschnitten waren und der sogenannte Himmel in Fezzen herunterhing. Dies fonnte niemand vollführt haben, zimmer, welches der gewerbsmäßigen Unzucht oblag, auf Beitung": Das Geschäft war im allgemeinen schwach und der Umsatz als der Fahrgast, den K. soeben herausgefahren hatte. S. stellte sofort der anderen Seite ein Mann, der in der Studentenzeit blieb ganz erheblich gegen denjenigen des Vorjahres zurück. Erfundigungen nach dem verschwundenen Fahrgaste an und erin die Hände dieser moralisch verkommenen Berson gefallen war und nicht wieder von ihr loskommen Gegen 4 Uhr Nachmittag begannen sich die Hauptstraßen zu mittelte, daß dieser ein größerer Bauerngutsbesizer sei. Dieser fonnte. Es war nicht einmal ein Verhältniß, welches auf gegen der Friedrich- und Leipzigerstraße, deren Trottoirs in der achten 20 M. zu leisten. Kunze nahm diese Summe unter Vorbehalt füllen, und große Menschenmassen drängten zu dieser Zeit nach leugnete, erbot sich aber schließlich, einen Schadenersatz von feitiger Treue bafirte! Die Behauptungen der Angeklagten, daß Abendstunde fast unpassirbar waren. Die besseren Geschäfte, an und machte die Angelegenheit beim Bureau des Vercins sie den Studenten und auch später noch den Dr. Steinthal aus d. h. Etablissements mit Zugusartikeln wurden nur mäßig von Berliner Droschkentutscher anhängig. Dieses setzte sich mit dem geblieben. Sie wurde von gewaltiger Eifersucht gequält, fie, die aare feil hielten, waren sehr stark besucht. Aber auch hier blieb Der Schluß der Ausführungen lautet: Die Geschworenen Publikum sich bereits völlig in die Sonntagsruhe eingelebt hat, Statt aus diesen Thatsachen die Lehre zu ziehen, daß das würden das Schuldig auszusprechen haben ohne Rücksicht auf fordert die unentwegt liberale Presse eine noch größere Gindie Schwere der Strafe, jeder Richter size zwar an Raisers schränkung der Sonntagsruhe. Wem zum Nutzen? Statt, aber das Recht der Gnade sei allein der Krone vorbehalten. Die Geschworenen würden sich sonst dem Vorwurfe Der Bankrott der Verpflegungsstationen wurde in der aussehen, der manchmal gegen Urtheile erhoben werde, die hier am Montag unter dem Vorsiz des Geh. Regierungs- Raths jenseits Des Rheines, in Paris, gefällt v. Massow abgehaltenen Bersammlung des Vereins zur Bewerden, 100 der Verstand von Der Gefühlstämpfung des Vagabundenthums" konstatirt. Es heißt in dem Der Buchhändler Back theilt uns mit, daß der Mann, der schwäche, ust an Phrase beherrscht wird, ur Bericht über die Provinz Brandenburg:" Nachdem ein großer bei ihm die Bücherkonfiskation vornehmen wollte, wirklich theile, worüber deutsche Richter den Kopf Theil der Kreise ihre Stationen hat eingehen lassen, ist das zu Kriminalbeamter sei; der Herr sei ihm der Persönlichkeit nach schütteln!!!! sammenhängende Netz zerstört und die Organisation durchbrochen. als solcher bekannt. Der Staatsanwalt wendet sich dann dem zweiten Theil der Es steht zu befürchten, daß auch die noch bestehenden Stationen Anklage zu und bittet auch die diesbezüglichen Schuldfragen zu bald eingehen werden, während bei der schlechten Ueber den gemeldeten Brand des Postpacket- Beiwagens, bejahen. Erwerbslage auf allen Gebieten Arbeitsstockungen der sich in dem am Freitag um 2 Uhr 27 Minuten nachmittags Bertheidiger Rechtsanwalt Dr. Werthauer: Für die An- und damit eine Vermehrung der arbeitslosen von Station Friedrichstraße abgelassenen Personenzug Nr. 67 be= geklagte schlägt heut, drei Tage vor ihrem 25. Geburtstage, ein anderer zu erwarten ist. Von den 44 053 Aufenthalts- land, liegen jetzt folgende Einzelheiten vor: Das Feuer ist auf schweres Stündlein. Ihrem Bertheidiger hat sie wiederholt die tagen der Kolonisten waren 37 347 Arbeitstage, an Arbeits- freier Strecke zwischen den Stationen Döllens- Radung und Versicherung abgegeben, daß sie die That nicht begangen; sie hat verdienst erhielten die Kolonisten 6047 M., davon baar Dühringshof bei Landsberg a. W. auf bis jetzt nicht ermittelte Nachdem es bemerkt worden, wurde, aber die Befürchtung ausgesprochen, daß sie schuldig befunden 1873 m., das übrige wurde für Kleider, Tabat und dergleichen Weise ausgekommen. werden könnte, weil sie eine Dirne, eine schlechte Person sei. und zur Bezahlung der Versicherungsbeiträge verwendet. Ich habe sie in dieser Beziehung getröstet und ihr gesagt, daß Die Armen, welche das Glück hatten, in den Stationen bedie Geschworenen Männer der Bragis feien, die nach ihrer schäftigt zu werden, haben also pro Tag an Arbeitsverdienst im eigenen Ueberzeugung, ohne Rücksicht auf das, was die ganzen 16 deutsche Reichspfennige, in baarem Gelde aber täglich Juristen Recht nennen, Stellung zur Schulbfrage nehmen.- ganze fünf Pfennige erhalten. Ist das eine Wonne, mit der die Borsigender: Ich muß den Vertheidiger hier unterbrechen. herrschenden Klassen das Elend zu mildern bemüht find! Kein Die Geschworenen sind nach ihrem Gide verpflichtet, nach dem Wunder, daß den Herrschaften bei solchem Eifer die Puste aus geltenden Recht und ihrem besten Gewiffen ihren Wahrspruch gegangen ist. abzugeben. Verth.: Ich wollte blos andeuten, daß die ein so schimpfliches Gewerbe betrieb, litt es nicht, daß er mit irgend einem anderen Weibe in Berührung fam u. f. w. der Umsatz zurück. " Herren Geschworenen ihren Wahrspruch fällen werden, ohne Der Ausschuß zur Berathung der Vorlage betreffend den Sarauf Rücksicht zu nehmen, ob eine bethörte Volksmeinung Ankauf der Häufer an der Fischerstraße hat in seiner gestrigen den Vorwurf erheben könnte, daß sie einen ähnlichen Sigung den Beschluß gefaßt, der Stadtverordneten- Versammlung Spruch gefällt haben, wie irgendwelche Geschworene in den Ankauf des genannten Grundstücks zum Preise von 395 000 Mt. Frankreich. Anfänglich hatte die Besizerin die gewiß beauch Der hiesige Fall paßt gar zu empfehlen. nicht auf die in Frankreich abgeurtheilten Fälle, denn scheidene Forderung von 628 700 m. und 1500 M. Mieths dort handelte es sich um verzweifelnde anständige Frauen, entschädigung gestellt. aber noch weitere 33 M. für Reparatur- und Versäumnißkoſten übersandte. Was den Herrn Banerngutsbesitzer zu seinem dummen Jungenstreich veranlaßt hat, ist nicht recht ersichtlich. # Pferdebahn Gesellschaft für ihre Abonnenten ausgesonnen hat, Die neueste Liebenswürdigkeit, welche die Große Berliner besteht darin, daß diese die Abonnementstarten für Januar 1896 bereits bis zum 20. d. M. bezahlt haben müssen. Vielleicht wird nächstens von den Abonnenten ein polizeiliches Führungsattest eingefordert. Sve der Bug fofort auf offener Strecke zum Stehen gebracht, die Personen- und Hauptpoftwagen losgekoppelt und der brennende Beiwagen in größter Eile durch die Maschine nach der Station Düringshof befördert, um die Rettung der vielen zum theil werthvollen Packete zu ermöglichen. Doch ehe die genannte Station erreicht war, stand auch schon der gesammte Inhalt des Wagens, bestehend aus 1080 Packeten, in hellen Flammen, da das Feuer an den vielen Fettwaaren, welche sich in den Sendungen befanden, reichliche Nahrung fand. Es eilten zwar sofort außer der Bahnhofssprize die Spritzen der umliegenden Ortschaften herbei, doch konnte nur wenig gerettet werden. Der Wagen selbst ist bis auf das Untertheil völlig ausgebrannt. Unglücksfälle sind jedoch nicht vorgekommen, da der begleitende Die Eendungen gePostschaffner sich im Hauptwagen befand. hörten einer nach dem Osten bestimmten sogenannten Durchgangs Packetpost an. Ein Stück Proletarierjugend. Ein neunjähriger Knabe wohl wurde. Plößlich fiel er von der Bant, auf die er sich| straße ein Mädchen infolge Ausgleitens hin und brach sich ein ist am Dienstag Morgen in aller Frühe ein Opfer seines gesetzt hatte, herab und war eine Leiche. Ein Arzt, der sofort Bein. Von der Friedrichsbrücke sprang ein Schlosser, in der Berufes als Frühstücks austräger geworden. Der Knabe herbeigerufen wurde, fonnte nur feststellen, daß der Tod bereits Absicht, sich das Leben zu nehmen, in die Spree, er wurde jedoch Baul Brätsch, der Sohn eines Arbeiters aus der Memeler- eingetreten war. Wahrscheinlich hat den Mann in dem heißen noch lebend aus dem Wasser gezogen. Im Laufe des Tages straße Nr. 26 verrichtete mit seinem Bruder Franz für Bade ein Herzschlag getroffen. fanden vier unbedeutende Feuer statt. einen Bäckermeister diese Arbeit. Dabei ging er in berade ein Wetter- Prognose für Mittwoch, 18. Dezember 1895. Etwas tälteres, theils heiteres, theils wolfiges Wetter mit mäßigen östlichen Winden; keine oder unerhebliche Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Vermischtes, Großen Frankfurterstraße zunächst über die Mittelpromenade, Auf seinem Wagen ist gestern Vormittag an der Ecke der auf der jetzt die Buden des Weihnachtsmarktes aufgeschlagen sind. Leipziger- und Friedrichstraße der Rutscher Bergmann verstorben, Vor dem Hause 43 trat er aus der Budenreihe heraus und wollte den welcher mit einem Arbeitswagen gegen 10 Uhr diese Straße Fahrdamm überschreiten. In demselben Augenblick fam von der pafsirte. Ein Schutzmann bemerkte, daß der Kutscher die Zügel Frankfurter Allee her ein von dem Gesellen Höhn geleitetes nur loſe in der Hand hielt und glaubte, daß der Mann einFuhrwerk des Schlächtermeisters Prause aus der geschlafen sei. Der Beamte versuchte den Lässigen zu wecken, Frankfurter Allee 120 daher gefahren, faßte den Knaben, warf fah jedoch bald ein, daß der Kutscher todt war. Ein Schlagfluß ihn zu Boden und ging über ihn hinweg. Man wollte den hatte dem Leben des Arbeiters, der im rüstigsten Mannesalter Das Kapuzinerkloster Sarnen in der Schweiz ist SonnBerunglückten auf die Unfallstation 8, Grüner Weg, bringen, stand, ein jähes Ende gemacht. allein er starb bereits unterwegs. Ein herrliches abend Nacht abgebrannt; auch die Klosterkirche ist ausgebrannt. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich in der Nacht viel in dem Kloster und in der Kirche befindliches Juventar Bild aus der fröhlichen- seligen Jugendzeit eines Proletariers. Müßte ganz abgesehen von dem traurigen Vorfall, durch den zum Dienstag in einem Hause der Chausseestraße. Als der etwa wurde gerettet. Die Entstehung des Brandes ist wahrscheinlich das Kind zu Tode gekommen das Proletariat sich nicht in das Proletariat sich nicht in vierzigjährige Faktor der Dudeck'schen Buchdruckerei, Hasemann, auf einen schadhaften Kamin zurückzuführen. Der entstandene innerster Seele verachten, wenn es nicht sein Denken und sich nach seiner Wohnung begeben wollte, fiürzte er rückwärts gie Schaden wird auf 150 000 Frts. geschäßt; derselbe ist zum größten Treppe hinab, wodurch er einen doppelten Schädelbruch erlitt. Empfinden über die Gesellschaft, die ihm in früher Jugend nichts Seine Frau, welche den Verunglückten suchte, fand denselben heute Theil durch Versicherung gedeckt. als Glend bietet, mit Kraft und Energie in feiner sozialdemo- Morgen am Absatz der Treppe in einer großen Blutlache liegend tratischen Gesinnung zum Ausdruck brächte? -W Für 10 000 Mark Werthpapiere, die wahrscheinlich im Mustande gestohlen sind, suchte ein angeblicher Bankbeamter Oppenheim in einem in der Friedrichstraße belegenen Bankgeschäft umzusetzen. Man sorgte für die Verhaftung des Mannes, da er dringend des Diebstahls verdächtig schien. bereits todt vor. Polizeibericht. Am 16. b. M. vormittags wurde in der Bukowerstraße ein Arbeiter durch einen Geschäftswagen überfahren und an beiden Beinen erheblich verletzt. Auf dem Bappelplate wurde abends ein Mann mit gebrochenen Beinen aufgefunden. Er behauptete, gefallen zu sein, als er einer betruntenen Frauensperson behilflich sein wollte. In der Neuen Königstraße wurde eine Frau und an der Ecke der König- und Jüdenstraße ein Dienstmann überfahren und beide wurden schwer In der Nacht zum 17. b. M. fiel in der ManteuffelIm Jm Bade ist gestern Nachmittag der 48jährige Bäder Otto Ragermann aus dem Norden der Stadt gestorben. Der Mann| hatte gegen 3 Uhr die Badeanstalt in der Schönhauser Allee besucht und befand sich in der römischen Abtheilung, als ihm uns verletzt. Für den Juhalt der Juserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Mittwoch, 18. Dezember. Opernhaus. Wagner- 3yklus. IV. Sri stan und Isolde. Schauspielhaus. 1812. Deutsches Theater. Hamlet. Berliner Theater. Der Pfarrer von Kirchfeld. Nachmittag 3 Uhr: Prinzessin Goldhaar. Neues Theater. Le Cid. Leffing- Theater. Fift. Schiller Theater. Der Raub der Sabinerinnen. Residenz- Theater. Sals über Kopf. Vorher: In doppelter Belehrung. Adolph Ernst- Theater. Der kleine Lord. Hierauf: Die ewige Braut. Central- Theater. Eine tolle Nacht. Alexanderplah- Theater. Fortunios Lied. Die kleinen Lämmer. lational- Theater. Der Jude. Theater Unter den Linden. Der Obersteiger. Reichshallen- Theater. SpezialitätenVorstellung. Central- Theater. Alie Jakobftr. 30. Gmil Thomas a. G. Bum 104. Male: Eine tolle Nacht. Große Posse mit Gesang und Tanz in 5 Aften von Julius Freund und Wilh. Mannstädt. Musik von Julius Einödshofer. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: 3 um 105. Male: Eine tolle Nacht. National- Theater. Große Frankfurterßraße 132. Direktion: Max Samst. Volksvorstellung zu bedeutend mäßigten Preisen. er= Der Jude. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts in fünf Aften nach dem gleichnamigen Roman des Berliner les von Cart Regie: Mar Samst. Donnerstag: ,, Egmont". American- Cheater. Epygialisten Alexanderplatz- Theater. Vorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Bor stellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Anfang 8 hr. 3um 58. Male: Die kleinen Lämmer. Vaudeville in 2 Aften von 2. Varney. Borher: Schiller- Theater. Fortunios Lied. ( Wallner- Theater.) Mittwoch, abends 8 Uhr: Der Raub der Sabinerinnen. Donnerstag, nachm. 3 Uhr: Der verwunschene Priny.- Die sieben Geislein. Abends 8 Uhr: Der Traum ein Leben. Adolph Ernst- Theater. Letzte Aufführung: Der kleine Lord. Hierauf: Die ewige Braut. Anfang 7/2 Uhr. Donnerstag und Freitag: Wegen Vorbereitung zur Novität: Keine Vornellung. Sonnabend, Sen 21. Dezember. Zum ersten Male: Frau Lohengrin. Gesangspoffe in 3 Atten v. Ed. Jacob. sohn und W. Mannstädt. Rouplets von Gust. Gör ß. Musit von Gust. Steffens.( Novität.) Der Billet- Vorverkauffindet von heute ab statt. Neuer Circus. Circus BUSCH ( Bahnhof Börse) Mittwoch, den 18. Dezember: abends 71/2 Uhr: Grosse Extra- Vorstellung. El Sensationeller Erfolg! E 3schens, das Waldmädchen. 2 Schwimmende Elefanten und schwimmende Pferde mit Reitern. Grandioses Ballet. Außerdem: Newsky Malorosiesky, gr. Schulquadr., ger. v. 6 Damen und 6 Herren. 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Häuslinge an Entkräftung oder infolge von Mißhandlungen ge- namens Wernigti 25 Hiebe zu geben? Beuge: Jawohl. storben waren.- Präs: Haben Sie sich einmal bei dem Direktor Schellmann sagte mir: Oben ist ein Junge, Namens Landesdirektorium über Direktor Schellmann beschwert? Wernizki, den wollen wir erst einige Stunden sißen lassen Beuge: Nein, niemals. Präs.: Sie sollen einmal zu und ihm alsdann 25 Hiebe versetzen. Ich habe geantwortet, Der erste Zeuge in der gegen 94 Uhr eröffneten Sigung einem Aufseher gesagt haben: Bor Schellmann hat kein Mensch daß mir das widerstrebt. Auf eine Frage: wer dies wohl ist Landesrath Klausner. Derselbe giebt dem Direktor Schell Achtung, der Mann ist nur gefürchtet." 3euge: Das ist thun würde, empfahl ich den Bäckermeister Rulay. mann das beste Zeugniß und bekundet, daß dieser sich oft über mir nicht erinnerlich, das kann ich auch nicht gesagt haben. Dieser hat auch dem Knaben die 25 Hiebe ge den Zynismus und die Rohheit der Häuslinge beschwert habe. Der hierauf vernommene evangelische Anstaltsgeistliche van geben.- Präs.: Waren Sie dabei?- 3euge: Nein, ich Er glaube bestimmt, die Häuslinge wußten, daß ihnen das Be- der 2oo schließt sich im wesentlichen den Bekundungen des Vor- stand unten auf der Flur und hörte schlagen und den schwerderecht zustand. Beschwerden über Mißhandlungen, Ueber zeugen an.- Bertheidiger: Es wird morgen vor dem Knaben furchtbar schreien.- Präs: Womit mag wohl arbeitung u. f. w. feien ihm nie ma 13 zugegangen. Er habe auch hiesigen Echwurgericht gegen einen Arbeiter Jaffta wegen vorgeschlagen worden sein?- Beuge: Ich glaube, mit einem Seil. nicht wahrgenommen, daß derartige Dinge in der Anstalt vorkommen. fäßlicher Brandstiftung verhandelt werden. Dieser Mann ist aus Präs.: Wie alt war wohl der Knabe?- 3euge: 9 bis Er habe persönlich die verschiedenen Arbeitssäle in Augenschein Brauweiler durchgebrannt und hat darauf einen Schober in 10 Jahre. Auf Befragen des Rechtsanwalts Gammersbach genommen, die Häuslinge persönlich befragt und habe weder jemals Brand gesteckt, um ins Zuchthaus oder ins Gefängniß anstatt bekundet der Zeuge: Der Knabe Warnikki, Sohn eines pensionirten eine Beschwerde über Arbeitsüberlastung gehört, noch nach Brauweiler zu fommen. Ich beantrage, diesen Aufsehers, habe im Verdacht gestanden, ihm( dem Zeugen) eine wahrgenommen, daß jemandem eine zu schwere oder zu viel Mann morgen hier als Zeugen zu vernehmen. Dem Herrn goldene ühr und Kette gestohlen zu haben, zumal die Kette bei Arbeit zugemuthet wurde. Berth.: Haben sich Häuslinge Staatsanwalt wird die Sache bekannt sein, da dieselbe dem Knaben gefunden worden sei.-Berth.: Ist es richtig, daß über Mißhandlungen von Aufsehern beklagt?-3euge: in der Anklageschrift steht.- Ter Gerichtshof beschließt, Direktor Schellmann bei der Züchtigung zugegen war und die Nein. Berth.: Ich bemerke, daß während des Dezernats dem Antrage des Wertheidigers ftattzugeben. Der Präsident Schläge zählte?- Beuge: Das weiß ich nicht. des Herrn Zeugen zwei Aufseher wegen Mißhandlung bestraft theilt hierauf mit, daß der Arzt der hiesigen königlichen Regierung, Der Zeuge befundet im weiteren auf Befragen: Direktor Schellworden sind. Direktor Schellmann hat laut Akten darüber an Medizinalrath Dr. Menhöfer, die Bitte geäußert habe, der Ver- mann sei wohl den Beamten gegenüber sehr streng gewesen, es das Landesdirektorium berichtet, diese Vorkommnisse sind doch handlung beiwohnen zu dürfen. Der Präsident genehmigt sofort fei aber doch auszukommen mit ihm gewefen. Berth.: Ist mithin dem Zeugen amtlich bekannt geworden? dies Gesuch. Es wird alsdann der bereits in der Freitags: es richtig, daß Sie einmal geäußert haben: Direktor Schellmann 3euge: Darauf erinnere ich mich jetzt, ich wiederhole Vormittags- Sigung verhandelte Fall Czaplewski erörtert. Bekannt- sei in Brauweiler so gefürchtet, daß, wenn Schellmann zu Hause aber, daß mir Beschwerden von Häuslingen über ihnen lich ergab die Verhandlung gegen den früheren Aufseher, Bau- fei, die Spaßen sich zu zwitschern fürchten? von Aussehern zugefügte Mißhandlungen nicht zugegangen find.-wächter Czaplewski, daß dieser den 63 jährigen Häusling Haarhaus Beuge: Davon weiß ich nichts. Berth.: Der Zeuge Angel. Hofrichter: War dem Herrn Landesrath das bei Gelegenheit der Zuckerkampagne in Jülich wegen schlechten ist, als er das letzte Mal hier als Zenge erschienen Ministerial- Restript vom 20. März 1871 bekannt, wonach die Bettmachens so furchtbar mit dem Säbel auf den Kopf geschlagen war, in meinem Bureau gewesen und hat sich ZengenAnwendung der Mundbinde verboten ist? hatte, daß der Häusling stark blutete und mehrere tiefe Löcher gebühren erbeten. Bei dieser Gelegenheit hat er mir Zeuge: Nein, dies Ministerial- Restript war mir nicht be- im Kopf. hatte. Czaplewski wurde deshalb bekanntlich zu drei das erzählt. 3euge: Präs.: Nun, Effer, ist das richtig? fannt. Angeklagter: Dann frage ich den Herrn Landes- Monaten Gefängniß verurtheilt.- Haarhaus, der heute Ich erinnere mich darauf nicht. Werth. Ich erkläre, daß rath, in welcher Weise ihm seine amtlichen Pflichten bei Ueber- wieder als Zeuge erscheint, deponirt: Er habe infolge der er meine Mittheilung vollständig wahr ist. Pras.: Das glaube nahme des Dezernats bekannt gemacht wurden? 3euge: littenen Verwundung sich den Kopf verbinden und ich schon. Im weiteren bekundet der Zeuge auf Befragen: Es wurden mir die Hausordnung, die General- und Personalakten lange Zeit in diefer dieser Weise arbeiten müssen; auch Es sei Leuten, die zur Cachotte verurtheilt waren, einige Male der Brauweiler Anstalt u. f. w. vorgelegt. Auf Befragen des die Heilung habe lange Zeit gedauert. Präs.: Als die 3wangsjade angelegt worden. Die Zwangsjacke Staatsanwalts deponivt der Zeuge noch: In staatlichen An Sie nach Brauweiler zurückkamen, hatten Sie da auch bestand aus Leder und ließ sich derartig derartig zuziehen, stalten wird meines Wissens die Mundbinde heute noch noch den Kopf verbunden? faum Präs: daß der Mann Zeuge: Jawohl. noch athmen angewendet, daraus geht doch hervor, daß das erwähnte Haben Sie sich nun der Mißhandlung wegen bei Herrn Direktor Schienen habe die Zwangsjacke, die er angelegt, nicht Ministerial- Reffript noch sehr wenig bekannt ist. Der Schellmann beschwert? Der 3euge: Nein. Präs.: gehabt. Arzt wurde nicht gefragt, ob die Präsident verliest hierauf einen Theil des freisprechenden Erkennt Weshalb thaten Sie das nicht? 3euge: Weil ich 3wangsjacke angelegt werden dürfe. Er habe aus niffes gegen Schellmann und Dr. Bodet vom 1. März d. I. Furcht hatte, daß es mir dann noch schlechter eigenem Antriebe die Zwangsjade etwas ges Daraus geht hervor, daß im Jahre 1873 die tönigl. Strafanstalt gehen würde. Schellmann bemerkt auf Befragen lockert, damit der Mann nicht ersticken tonnte. zu Aachen das Direktorium in Brauweiler um Uebersendung des des Präsidenten: Es sei nicht möglich, daß Haar- Angeti.: Ist es richtig, daß den Arrestanten beim Anlegen der Modells der Mundbinde ersuchte. Das Brauweiler Direktorium haus mit verbundenem Kopfe nach Brauweiler zurück- 3wangsjacke auf die Knie getreten wurde, um die Zwangslehnte jedoch dieses Gesuch mit dem Hinweis auf das erwähnte gekommen sei, er hätte dies sonst zweifellos wahrgenommen. Die jacke fe fter anziehen zu können? 3euge: Davon ist Ministerial- Resfript, ab. Nach dieser Zeit fei aber das Ministerial- Personalakten ergeben lediglich, daß der Zeuge einmal wegen mir ni ch t3 bekannt.- Pra f.: War bei dem Anlegen der ZwangsResfript weder in Brauweiler, noch bei der Düsseldorfer Schwäche einige Tage im Lazareth war. Werth.: jade stets ein Oberaufseher dabei?-3euge: Jawohl. Provinzialverwaltung bekannt gewesen. Erst im Frühjahr Wie war die Kost in Brauweiler? Haarhaus: In Brau Auf ferneres Befragen bemerkt Aufseher Esser noch: Es sei dieses Jahres sei das Refkript bei dem Oberpräsidium zu weiler war sie schlecht und zu wenig, in Jülich war sie allerdings nicht immer in den Arbeitssälen genügend warm Koblenz aufgefunden worden. Werth. Wie werden besser. Präs: Die Kost in Brauweiler war auch nicht aus- gewesen. Die Säle konnten nicht so sehr geheizt werden, wohl Ministerialreffripte, Regierungsverfügungen u. s. w. den reichend? Beuge: Man bekam in Brauweiler da dabei der Etat genau berücksichtigt werden Aufsichtsbeamten bekannt gemacht? Werden diese in das Ordre- so wenig zu essen, daß, wenn ich noch 14 Tage in mußte! Meister Versteegen stellt in Abrede, daß er den buch eingetragen? 3euge: Db letzteres geschieht, weiß ich Brauweiler hätte bleiben müssen, ich vor Entkräftung Schloffer Ermanns' aufgefordert, einem verstorbenen Arrestanten nicht, jedenfalls werden alle Ministerialreskripte u. s. w. den der gestorben wäre. Ich war gar zu schwach. Rechtsanwalt die Fußschellen abzumeißeln. Schlosser Ermanns, nochmals Provinzial Verwaltung unterstehenden Anstalten schriftlich Gammersbach: Wie war denn die Beköstigung im Lazareth? als Beuge vernommen, hält seine am Sonnabend ge= mitgetheilt.- Es soll nuu der im Vorbericht bereits 3 eu ge: Die war gut. Aufseher Werner befundet noch, machte Bekundung mit voller Entschiedenheit aufrecht. in Kürze mitgetheilte Fall Widdor zur Erörterung daß er mehrfach, vor einiger Zeit sogar mit einer Rübengabel Der Beuge wiederholt: Aufseher Effer habe den Schloffer Kehrmann, kommen. Der Bertheidiger beantragt, während der Ver- von Häuslingen bedroht worden sei. Er habe die Mißhandlung als einmal ein furchtbares Geheut aus einer Zelle er nehmung der bezüglich dieses Punktes zu vernehmenden Beugen, des Czaplewšti nicht zur Anzeige gebracht, sondern diesem nur tönte, aufgefordert, dem Insassen ein 3 auf den Kopf Herrn Direktor Schellmann zum Verlassen des Saales aufzu- gefagt, daß er es im Wiederholungsfalle thun werde. Es sei zu geben. Ob Kehrmann dies gethan, wiffe er nicht. fordern.- Der Vertreter der Nebenkläger, Rechtsanwalt ein alter Befehl, die Häuslinge nicht zu schlagen, dieser Befehl Esser, der hierauf dem Ermanns gegenübergestellt wird, bes Gammersbach, widerspricht diesem Antrage. Der Ge- werde auch von Zeit zu Zeit erneuert. Die weitere Zeugen- ftreitet wiederholt ein folches Vorkommniß. Lazarethauffeher richtshof beschließt, mit Rücksicht auf den Umstand, daß Direktor vernehmung betreffs des Falles Czaplewski ergiebt teine neuen Weber bekundet: Vor etwa 7 Jahren wurden Arrestanten Echellmann als Nebenkläger zugelassen sei, den Antrag des Ver- Punkte. bisweilen Fußschellen angelegt. Es sei aber niemals theidigers abzulehnen. Direktor Schellmann, als Gegen 12 Uhr mittags tritt eine längere Pause cin. vorgekommen, daß Kranke oder Verstorbene mit Fesseln in Beuge vernommen, bekundet: Der Häusling Widdor sei im das Lazareth gekommen seien. Er habe niemals Januar dieses Jahres von einem Polizeibeamten aus Stolberg wahrgenommen, daß Kranke an Entkräftung infolge Kostentziehung eingeliefert worden. Der Polizeibeamte habe ihm, unter Uebergabe Gegen 4/2 Uhr nachmittags wird die Situng wieder eröffnet. gestorben seien. Es werden hierauf einige Zeugen über den Geistesdes gerichtlichen Urtheils, wonach Widdor wegen Arbeitsschen, Ver- Es wird in der Grörterung des Falles Czaplewski fortgefahren. zustand des am Sonnabend erwähnten Wertmeisters Weffel ver nachlässigung seiner Familie u. s. w. zur Unterbringung in eine Die Zeugenvernehmung bestätigt lediglich das, was in der Ver- nommen. Schreinermeister Valentin bekundet: Wessel sei Besserungsanstalt verurtheilt war, mitgetheilt, daß Widdor Si bandlung gegen Ezaplewsti festgestellt wurde. Vertheidiger ein sehr tüchtiger, ordentlicher Mann und mulant fei. Er sei zunächst zwei Tage in eine Beobachtungs- Rechtsanwalt Oestreich: Herr Direktor Schellmann, weshalb durchaus kein Trunkenbold gewesen. Aufseherin zelle gebracht und vom Anstaltsarzt Dr. Bodet untersucht worden. haben Sie, als Sie von der von Czaplewski verübten Mißhand- Scharf deponirt: Wessel habe sich beschwert, daß der Mann, Da letterer ihn für gesund und arbeitsfähig erklärte, lung hörten, nicht Anzeige erstattet. Schellmann: Ich der in Brauweiler nach ihm mit dem Meißel geworfen, von dem so wurde er zur Arbeit kommandirt. Er habe sich aber zu erfuhr von diefer Mißhandlung erst nach 2 Jahren. Inzwischen Direktor nur mit sechs Wochen Arrest bestraft worden sei. arbeiten geweigert, deshalb wurde er in eine Arrest zelle war sowohl Czaplewsti als auch der betr. Häusling längst ent- Dasselbe bekundet Werkmeister Derich 3. Dieser Zeuge begesperrt. Am folgenden Nachmittag[ fei ihm mitgetheilt worden, lassen. Der Staatsanwalt bemerkt: Czaplewski war, fundet noch auf Befragen: Es werde in Brauweiler von keinem daß Widdor in der Belle ertranft sei. Er( Schellmann) habe als Schellmann von der Mißhandlung erfuhr, nicht mehr Be: Häusling mehr Arbeit verlangt, als er zu leiſten im stande sei. sich sofort in die Belle begeben und dort den Widdor auf dem amter. Schellmann hatte infolge dessen weder Veranlassung, noch Jeder Arbeiter müsse in der Freiheit doppelt so viel leisten, Strohfact liegen sehen. Es habe ihm geschienen, daß der war er verpflichtet, Anzeige zu machen. Verth.: Ich habe als von den Häuslingen in Brauweiler in der dritten Mann an epileptischen Krämpfen leide. Er habe sofort aus folgendem Grunde die Frage gestellt: Herr Direktor Schell- Klasse verlangt werde. Werth.: Wie erklärt es angeordnet, dem Manne ein Kopftiffen zu bringen, und den Dr. Bodet mann zeigte den Fall Czaplewski nicht an. Als wir jedoch den sich alsdann der Zeuge, daß fein Häusling wieder nach benachrichtigt. Letterer ordnete sofort die Ueberführung des Czaplewski als Zeugen vorschlugen, erstattete Schellmann An- Brauweiler zurück will? 3euge: Darüber kann ich Mannes in das Lazareth an. Diese erfolgte auch noch am selben zeige, um einen unbequemen Zeugen unglaubhaft zu machen. allerdings keinen Aufschluß geben. Der Zeuge deponirt im Abend. Am folgenden Tage nachmittags sei ihm mitgetheilt Staatsanwalt: Ich bin der Meinung, daß das ins Plai- weiteren: Direktor Schellmann habe jede Beschwerde von den worden, daß Widdor gestorben sei. doyer gehört. Rechtsanwalt Gammersbach: Ich bitte zu Häuslingen sofort entgegengenommen und streng untersagt, einen Mehrere Beamte, die als Zeugen vernommen werden, be- fonstatiren, daß, als Direktor Schellmann von der Czaplewski Häusling zu schlagen. Direktor Schellmann habe jede Ohrfeige funden, daß Widdor ein Trunkenbold und arbeitsscheuer Mensch schen Mißhandlung erfuhr, er den Namen des be- mit mindestens 5 Mark geahndet." Direktor Schellmann ist ein gewesen sei. Beuge Dr. Bodet sagt, Widdor habe sich beklagt, treffenden Häuslings nicht nicht kannte. steht in den sehr strenger, aber ein ebenso gerechter Mann, ich Daß er von dem Polizeibeamten auf dem Transport einen Aften blos: ein Häusling". Es erscheint alsdann kann nur sagen, daß ich Herrn Direktor Schellmann Tritt in den hinteren Körpertheil erhalten habe. Der objektive als Zeuge Aufseher Esser. Dieser bekundet: Die Häus zu großem Dant verpflichtet bin."( Heiterkeit Befund habe aber dafür keinen Anhalt gegeben. linge wußten, daß sie sich beschweren fönnen. Direktor Schell- im Buschauerraum.) Ferner sagt der Zeuge auf Lazarethaufseher Hengrode bekundet u. a., daß im Winter mann habe alle Beschwerden mit Ruhe angehört. Praf.: fragen: Es sei unwahr, daß, wie vom Angeklagten behauptet 1894/95 niemals über 6 Personen mit erfrorenen Gliedmaßen Wenn Sie glauben, durch Beantwortung einer Frage sich einer wird, der Häusling Lander 482 Mal bestraft worden sei. Lander im Lazareth gewesen seien. Gutsbesitzer Pauli deponirt: strafrechtlichen Verfolgung auszusetzen, haben Sie das Recht, Ihr sei allerdings furchtbar faul und frech gewesen und habe oftmals Er habe mehrfach mit den Häuslingen gesprochen und wahr Zeugniß zu verweigern. Wenn Sie aber antworten, dann müssen die Arbeit verweigert. Einen anderen Häusling, namens genommen, daß letztere Herrn Direktor Schellmann sehr zu- Sie die volle Wahrheit sagen. Sie sollen einmal mit dem Schäfer, hatte er( 3enge) im starken Verdacht, daß dieser den gethan waren. Schellmann sei wohl strenger, aber Häusling Schlosser Kehrmann bei einer Arrestzelle vorüber Politurfpiritus trinte. gerechter und wohlwollender den Häuslingen gegenüber gekommen sein; da soll ein Insasse heftig geschrien und Die Verhandlung wird gegen 742 Uhr abends auf morgen als sein Vorgänger. Bertheidiger: Haben Ihnen Sie darauf zu Kehrmann gefagt haben: Geben Sie doch( Dienstag) vormittags 9 Uhr vertagt. Häuslinge gesagt, daß sie gern nach Brauweiler dem Kerl eins auf den Kopf, damit er ruhig wird. wieder zurückgehen?( Lautes Gelächter im Zuhörer 3euge: Davon weiß ich nichts. Präs. Wissen Sie, raum.) Präs.: Ich muß das Publikum dringend zur Ruhe daß einmal ein Mann in der Arrestzelle gestorben ist, der als ermahnen. Die Verhandlung ist wahrlich nicht dazu da, das Leiche mit Fußschellen gefesselt war? 3euge: Das weiß Publikum zu amüsiren. Zeuge Pauli bemerkt alsdann: ich nicht. Präs: Wurden die Häuslinge von vor aus: Eine solche Aeußerung hat allerdings niemals ein Häusling den Aussehern geschlagen? 3euge: Nein. gethan, ich habe auch nur sagen wollen, daß es den Häuslingen, Präs.: Wurden nicht die in der Caschotte befindden Umständen angemessen, in Brauweiler gefalle. Direktor lichen Arrestanten geschlagen? Zeuge: Ja, die Bietschmann deponirt: Den Häuslingen werde bei ihrer Einliefe- Arrestanten erhielten bisweilen Ohrfeigen. Präs.: rung die Hausordnung vorgelesen, in der das Beschwerderecht mit Hing nicht in jeder Caschotte ein Seil?' Beuge: Ja. getheilt sei. Letzteres werde den Häuslingen noch allmonatlich Präs.: Welchen 3wed hatte das Seil? extra bekannt gemacht. Präs. Es wird behauptet, daß Sie um den Gefangenen eins überzuziehen.( Heiterkeit einmal Herrn Direktor Schellmann mit einem Revolver be- im Zuhörerraum.) Präs: Hing das Geil so, daß es 3euge: Das ist vollständig unwahr. Direktor Schellmann sehen konnte? droht haben? 3euge: Nein, das Präs.: Haben Sie denn mit Herrn Direktor Schellmann Diffe Seil war in dem Flur in einem Kästchen, auf dem renzen gehabt? 3euge: Ich hatte wohl einigemale Diffe ein Gebetbuch lag, aufbewahrt. Präs. Haben Sie auch renzen mit Herrn Direktor Schellmann, diese wurden jedoch einmal einen Gefangenen mit dem Geil geschlagen? sämmtlich sehr bald friedlich beigelegt. 3euge: Nein. Präs. Sie haben nur schlagen sehen? Es erscheint danach als Zeuge der katholische Anstaltsarzt 3euge: Ja.- Präs.: Wie viel mal haben Sie wohl schlagen von Brauweiler, Pastor Peiner. Dieser deponirt: Er ſei ſehen?. 3euge: 4 bis 5 mal. Präs.: Sind Sie der 31 Jahre Anstaltsarzt in Brauweiler und habe niemals Miß- Meinung, daß der Direktor davon Kenntniß hatte? handlungen von Häuslingen wahrgenommen. Zwei Häuslinge 3euge: Das weiß ich nicht.- Rechtsanwalt Gammers= haben sich allerdings bei ihm über Mißhandlungen von Aufsehern ba ch: Aus welchem Grunde geschah das Schlagen mit dem beklagt, er habe die Aufseher deshalb zur Anzeige gebracht. Er Seil? 3euge: Wegen Frechheit und Widerseßlichkeit. habe einmal der Korrigendin Zimmer wegen Ungehorsams mit Präs.: Das war doch aber kein Grund zum einem Reitstock ein paar Schläge versetzt. Die Häuslinge haben Schlagen, da war doch noch Zeit, eine Anzeige zu machen. sich niemals über schlechte Behandlung seitens des Direktors Der Zeuge schweigt. Präs.: Direktor Schell: Echellmann beklagt. Er habe auch niemals wahrgenommen, daß mann soll Sie einmal aufgefordert haben, einem Knaben Nachmittagssigung. 3euge: Be= Soziale Mebersicht. Vorläufige Ergebnisse der Volkszählung liegen weiter Hamburg Hannover 1895 622 745 209 116 1890 569 260 163 593 Düsseldorf 175 861 154 361 Chemnitz 160 243 138 954 Stuttgart 157 700 139 817 Bremen Stettin 141 937 124 955 • 140 277 116 228 Blauen 55 146 47 007 Zwickau 50 165 44 198 Rostock 49 769 44 430 Flensburg 40 631 86 796 Linden bei Hannover Greiz Wilhelmshaven Geestemünde Schleswig 35 756 28 040 22 078 20 007 19 578 15 471 • 17 389 17 250 15 407 15 123 lichen Kollegien von Blingen( Württemberg) beschloffen. Die Aufhebung des Volksschulgeldes haben die bürgerEnglische Bergarbeiter Verhältnisse. Ein rheinischer Bergarbeiter, der wegen Betheiligung an der Bergarbeiter= Bewegung feine Heimath verlassen und in einem englischen Bergwerk in Newcajile on Tyne Arbeit gefunden hat, augen blicklich aber an einem Lungenleiden unheilbar darniederliegt,| Näther, für die erste Woche die Streifenden aus dem von ihm| Metallarbeiter, die Zahl derfelben auf drei festgesetzt und die schreibt der„ S.-C." über englische Bergarbeiter- Verhältnisse: verwalteten öffentlichen Fonds unterstützt und, um die ge- Kollegen Näther, Rörsten und Litfin als Delegirte für Der englische Arbeiter ist besser gestellt, wie der deutsche. zahlten Gelder wieder einzubringen, Sammellisten ausgegeben. Die Gewerkschaftskommission gewählt. Daß der Haß und die Wuth gegen die Bestzenden den englischen Gine Metallarbeiter Versammlung habe seinerzeit dies = und Der Arbeitern nicht anhaftet, hat hier seinen Grund darin, daß Verfahren gebilligt und bestimmt, daß die Gelder, die auf die In Rigdorf tagte am Sonntag eine Voltsversammder Arbeitgeber dem Arbeiter gegenüber viel humaner ist, vom Vertrauensmann ausgegebenen Listen eingehen würden, I ung. Der erste Punkt der Tagesordnung war:" Die Mandatsals es in Deutschland der Fall ist. Was die Beamten nun auch an diesen abzuführen seien. Das wäre auch zum theil niederlegung unserer Gemeindevertreter, ihr weiteres Verhalten aubetrifft, fann ich wirklich mit Staunen fragen: Wie ist es geschehen. Mehrere Mitglieder des Deutschen Metallarbeiter und welche Stellung nehmen wir hierzu ein?" Hoppe möglich, daß die Bergarbeiter so roh und brutal in Deutschland Verbandes hätten dagegen die gesammelten Gelder nicht an ihn erinnerte daran, daß die sieben Gemeindevertreter, die seinerzeit von den Beamten behandelt werden? Hier auf den( Mäther) abgeliefert, sondern für ihren Verband in Anspruch ge- von den Rigdorfer Arbeitern als Anhänger der Sozial gewählt Gruben ist alles tameradschaftlich. Jeder Befehl wird in freund- nommen. Die Versammlung möge nun entscheiden, ob ein solches demokratie wurden, ihr Mandat aber nicht lichem Tone gegeben und ebenso auch ausgeführt. Fluchen Verhalten zu billigen sei. Hirsch meinte, Näther hätte im Sinne ihrer Wähler ausgeübt namentlich bört man sehr selten, es ist hier eine wahre Lust zu arbeiten. bei Beginn Des Streits den streifenden Arbeiterinnen durch ihr bekanntes Verhalten bei der Sedanfeier den Alles geht mit Lust und humoristischen Worten von und nach versprochen, sie würden unterstützt werden, so lange fie arbeitslos Unwillen der Parteigenoffen erregt haben, nach wie vor ihr der Arbeitsstelle. seien. Diesem Versprechen des Vertrauensmannes sei der Deutsche Amt als Gemeindevertreter versehen, obwohl sie in der VolksDie Arbeitszeit ist hier sehr furz, für Hauer sechs Stunden Verband nachgekommen, indem er die gesammelten Gelder versammlung, die sich zuerst mit der Angelegenheit befaßte, noch und zwar von morgens 10 Uhr bis nachmittags 4 Uhr, wieder zur Unterstützung der Arbeiterinnen verwendet habe. Die vor der dahingehenden Abstimmung erklärt hatten, ihre Mandate von 4 Uhr bis 10 Uhr abends. Der Durchschnittslohn ist Gelder, die für den Streit bei Welles gesammelt feien, niederlegen zu wollen. Ein Theil der Vertreter sei allerdings 5 Schilling und 6 Pence(= 51/ 2 M.). Weiter durch an die Landgemeinde- Ordnung Alle 14 Tage ist Lohn müßten auch für diesen Zweck verwendet werden. Mandats zahlung und zwar an den Freitag. Den folgenden Sonnabend hätte der Deutsche Verband nichts gethan. Wer den niederlegung gehindert, bei einem anderen Theil sei dies wird nicht gearbeitet. Ueberschichten finden hier nicht statt. Bei Streif richtig beurtheilen tönne, müsse dafür eintreten, jedoch zweifelhaft. Die betreffenden sieben Personen Aufnahme in die Union hat jeder Bergmann 5 Schilling zu ent- daß die durch denselben arbeitslos gewordenen Arbeiterinnen hätten aber auch durch ihr Verhalten in letzter Zeit richten und dann alle 14 Tage 7 Pence(= 58 Pf.) beizutragen, aus dem öffentlichen Fonds unterstützt würden. Hoffmann bewiesen, daß sie nicht mehr als Vertreter der Rigdorfer Arwofür er eine Legitimationstarte erhält. Dafür erhält er im Falle und Berger erklärten, über die Listen würde mit dem Ver- beiter angesehen werden könnten. Bei der Eröffnung des neuen eines Streites als Familienvater 12 Schillinge, ein Junggeselle trauensmann abgerechnet werden, aber Geld bekäme er nicht, Ringbahnhofes hätten sie an den offiziellen Feierlichkeiten theilerhält 5 Schillinge die Woche. Das Nämliche wird gezahit im weil es schon für die Arbeiterinnen ausgegeben sei. Die Gelder genommen, um sich die Gunft der Gegner zu erwerben, auch Falle der Arbeitslosigkeit. Sonstige Unterstützungen werden wären übrigens nicht nur auf Listen, die der Vertrauensmann wären sie bei Denkmals- und Kirchenbauten die ersten gewesen, nicht gezahlt. Auf jeder Grube find 3 Mann, welche die Be- ausgegeben hat, gesammelt, sondern viele Listen hätten einen welche die Gelder bewilligt hätten. Die Versammlung beschloß schwerden der Arbeiter entgegennehmen. In der Nähe von anderen Stempel getragen, weil der Vertrauensmann Näther bei den einstimmig:" Die betreffenden sieben Personen sind nicht mehr jeder Grube ist ein besonderes Lokal gemiethet, wo die Beleg Mitgliedern des Deutschen Verbandes nicht beliebt sei. Das Geld wäre als Vertreter der sozialdemokratischen Arbeiter Rigdorfs zu be schaft fich alle 14 Tage an einem dazu angesetzten Tage ver- zum großen Theil von Nichtmitgliedern der Lokalorganisation aufgetrachten." sammelt. Dort wird dann über die etwaigen Beschwerden be- bracht worden, also könne auch der Zentralverband darüber verfügen. Eine eingehende Erörterung rief der zweite Punkt der rathen, welche dem Vorstand mitgetheilt werden. Sofern die Gabriel führte aus, daß die Branchen- Vertrauensleute die Tagesordnung hervor: Das Verhalten der Riga Beschwerden begründet sind, wird sofort Abhilfe geschaffen. Unterstützung der Streifenden von der ersten Woche an genehmigt dorfer Sicherheitsbeamten im Dienste und Sehr human zeigt sich der englische Bergmann seinen schwächeren hätten. Mäther könne den Arbeiterinnen die hier behaupteten me I che Schritte haben wir dazu zu thun"? Kameraden sowohl wie älteren Leuten gegenüber. Es ist in Versprechungen nicht gemacht haben, da er gar nicht e gerau führte eine ganze Reihe von Fällen aus den letzten Deutschland eine traurige Wahrheit, daß, wenn der Bergmann dazu berechtigt sei. Wolle der Deutsche Verband die in Frage zwei Jahren an, wo Rigdorfer Sicherheitsbeamte wegen Vers 50 Jahre alt ist, es so ziemlich alle mit ihm ist. Hier zeigt sich kommenden Arbeiterinnen, die doch seine Mitglieder feien, gehen im Dienfte bestraft wurden. Er erinnerte an der Engländer wieder ganz, indem auf jeder Grube ein Old men unterſtügen, so möge er es aus seinen eigenen Mitteln thun. Die den Gefängniß Aufseher Jordan, der wegen Mißplace vorhanden ist, wo nur alte Leute arbeiten. Das ist ge- gesammelten Gelder habe er aber an den Vertrauensmann abzu handlung von Sträflingen zu vier Monaten Gefäng wöhnlich ein leichter Bau, wo die Kohle sehr lose liegt. Diese liefern. Nät her erklärte, er habe den Arbeitern und Arbeite- niß verurtheilt wurde; an den Amtsdiener Heinrich ,. alten Leute sind da noch in der Lage, ebensoviel zu rinnen der Firma Welles beim Ausbruch des Streits versprochen, der wegen unbefugter beffnung eines Briefes, den er in verdienen, wie die jungen Leute. Drei Monate habe ich daß sie von der ersten Woche bis zum Ende des Streits amtlicher Eigenschaft zu bestellen hatte, mit einer Geld= selbst bei diesen alten Leuten gearbeitet. Es waren ihrer 13, unterſtügt werden würden; er habe aber nicht gefagt, daß sie strafe von 20 m. belegt wurde; an den Nachtwächter von denen der jüngste 62 Jahre und der älteste 75 Jahre Unterstützung erhalten würden, so lange fie arbeitslos feien. Luther, der wegen Mißhandlung eines Arrestanten zählte; und ich muß wirklich sagen, daß verschiedene davon an Was er versprochen, sei auch ausgeführt worden. Als er, 50 m. Strafe zu erlegen hatte; Redner erwähnte ferner Gewandtheit manchen deutschen Bergmann von 36 bis 40 Jahren nachdem der Streit für beendet erklärt war, die letzte des bekannten Gendarmen Höppner, der, nachdem er durch übertrafen. Daß der englische Bergmann älter und fräftiger ist Unterstützung ausgezahlt habe, hätte niemand, auch keine Ar- die Mißhandlung eines Droschkentutschers in Schöneberg Aufund wird, hat auch seinen guten Grund. Er hat erstens Beit, beiterin, Anspruch auf fernere Unterstützung erhoben; daraus sehen erregt hatte, nach Rigdorf versetzt wurde, wo er dann ge= sich gehörig ausruhen zu können und zweitens genießt er mehr ginge hervor, daß er feine weitergehenden Versprechungen gemacht legentlich der Arretirung eines Mannes sich gegen eine schwangere Fleisch als Kartoffeln. Ueberhaupt fann wegen der Ueber- habe.( Buruf: Die Mädchen behaupten es aber!) Es sei seiner Frau ein Benehmen erlaubte, welches später in einer Gerichtsanstrengung und schlechten Ernährung der deutsche Bergmann zeit beschlossen worden, nach Beendigung eines Streits verhandlung vom Präsidenten als brutal bezeichnet wurde, mit dem englischen nicht konkurriren." nur noch diejenigen Arbeitslofen zu unterſtüßen, die Auch des Gendarmen Donath wurde gedacht. Diese und ähn schon bei dessen Ausbruch vollberechtigte Mitglieder waren. liche Vorkommnisse bewiesen, daß die mit der Ueberwachung von Die Arbeiterinnen wären das nicht gewesen. Wenn der Deutsche Versammlungen betrauten Beamten nicht immer genügend über ihre Verband fie unterstüßen wolle, möge er es thun. Litfin warf Befugnisse informirt seien, und man müsse daher von der BeIm Berband der Bauarbeiter, Zahlstelle Waldemarstr. 75, verband ausspielen wollten. Die große Annonce im Vorwärts" Weisungen ertheile. Schließlich wurde eine Resolution angenommen Jm Berband der Bauarbeiter, Zahlstelle Waldemarstr. 75, den Zentraliften vor, daß sie die Arbeiterinnen gegen den Lokal hörde verlangen, daß sie den betreffenden Beamten die nöthigen wurden am 8. Dezember innere. Angelegenheiten erledigt. In der beweise, daß die Sache gemacht" sei. Wer einer Organisation, in der die Versammlung ihr Bedauern über die gerügten Bornächsten Bersammlung soll die Vorstandswahl vorgenommen die sich bewährt hat und die in Berlin die maßgebende ist, in gänge ausspricht und erwartet: daß der Herr Amtsvorsteher verden; es wird deshalb erwartet, daß diese gut besucht ist. den Rücken falle, der handle bewußt gegen die Interessen der Bodin die Beamten so unterweist, daß derartige Verstöße in Eine öffentliche Versammlung der Metallarbeiter tagte Arbeiter. Die Zentraliſten trügen dazu bei, daß das Ministerium| Zukunft nicht mehr vorkommen können. Die Versammlung er am Montag bei Cohn in der Beuthstraße, um Stellung zu nehmen des Innern die Frage nach der besten Organisationsform wartet ferner, daß mit der Ueberwachung von Versammlungen zu dem Verhalten der Mitglieder des Deutschen Metallarbeiter- endgiltig lösen würde. Päbold führte aus, daß den nur solche Beamte betraut werden, welche die dazu erforderlichen Verbandes betreffs der für den Streit bei Welles ausgegebenen Arbeiterinnen die angeführten Versprechungen nicht gemacht Fähigkeiten im vollen Maße befizen." Sammellisten. Als Vorsitzender wurde von einer Seite Mäther, worden seien, man habe ihnen vielmehr, als in der zweiten Es wurde eine Kommission, bestehend aus den Genossen von anderer Seite Winter vorgeschlagen. Die Abstimmung ergab Woche des Streits ihre Pläge schon wieder besetzt waren, ge- Regerau, Fink und Noth, gewählt, mit dem Auftrage, zunächst fein Resultat. Es erfolgte deshalb nochmalige Wahl rathen, sich nach anderer Arbeit umzusehen.( Buruf: Ift nicht alle Klagen und Beschwerden des Publikums über Rigdorfer und Stimmenzählung, woraus hervorging, daß Mäther mit wahr Wenn Berger behaupte, er( Päzold) habe ihm gegen Sicherheitsbeamte zu sammeln und sie, soweit sie Gemeinde153 gegen 97 Stimmen den Vorsitz erhalten hatte. Nät her über die Verwendung der gesammelten Gelder durch den beamte betreffen, dem Gemeindevorsteher zu unterbreiten; soweit erklärte dies als ein Vertrauensvotum für ihn, lehnte aber, weil Deutschen Verband gebilligt, so bedauere er, daß Berger sie sich aber auf die dem Gemeindevorsteher nicht unterstellten er persönlich bei der zu verhandelnden Angelegenheit betheiligt geglaubt habe, die öffentlichen Gelder seien damit gemeint. Gendarmen beziehen, dem Reichstags- Abgeordneten Zubeil zur Versei, den Vorsitz ab, der nunmehr von Winter übernommen Nach Schluß der Diskussion wurden zwei Resolutionen anwendung zugehen zu lassen. wurde. Nach der Wahl des Bureaus, dem noch Gunther nähernd gleichen Inhalts angenommen, worin gegen das Verund Stehr angehörten, nahm der Vertrauensmann Mäther halten einzelner Mitglieder des Deutschen Metallarbeiter- VerDas Wort, un die Entstehung und den Verlauf des bandes protestirt wird und diese, ganz besonders der Kollege Streits bei Welles und die damit zusammenhängende Berger, aufgefordert werden, über die betreffenden SammelSammellisten- Angelegenheit darzulegen. Es sei feine angenehme listen mit dem Vertrauensmann Näther abzurechnen. Sache, meinte der Redner, dies Thema zu erörtern, aber nach Ferner wurde ein Antrag angenommen, der besagt: den Lage der Verhältnisse könne man nicht umhin, die Angelegenheit Beschluß aufrecht zu erhalten, wonach nur auf solche Liften geFreie Vereinigung der aufleute. Mittwoch, den 18. Dezember, öffentlich zu besprechen. Als im September der Streit bei Welles zeichnet werden soll, die vom Vertrauensmann abgestempelt sind. abends 8% uhr: Mitgliederversammlung im Englischen Sof", Neue Roßftr. 3. ausbrach, dessen Zeitung und Unterstützung von der Lokal- Es folgten nun eine Reihe persönlicher Bemerkungen, die mit Tagesordnung: 1. Bortrag des Herrn Rechtsanwalt seine über:„ Die Reorganisation, dem Berliner Metallarbeiter Verband über der Zeit eine so große Unruhe hervorriesen, daß der über- vifion des Handelsgefegbuchs und ihre Bedeutung für die Sandlungsgehilfen. nommen wurde, habe er sich über den Stand des Streits wachende Beamte Miene machte, die Verfammlung aufzulösen. Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, informirt und sei zu der Ueberzeugung gekommen, daß Nachdem es den Bemühungen des Bureaus gelungen war, die den 18. Dezember 1895, abends 8% Uhr: Große Versammlung der Schleswiges, um einen günstigen Ausgang herbeizuführen, nothwendig sei, uhe wieder herzustellen, wurde der zweite Punkt der Tages- Boistetner mit Frauen im Vereinslotal Kommandanten- Garten", Komman die Streifenden von der ersten Woche an zu unterstützen. Da ordnung erledigt, und nach einer furzen bantenstraße 10-11. Bortrag des Landsmanns Reimers. Geselliger Verein Beiter und Fidel. Mittwoch, den 18. Dezember, aber der Berliner Verband laut geltendem Beschluß erst von der über die Zweckmäßigkeit einer Vertretung in der Gewerkschafts- abends& Uhr: Sigung und Fidelitas bei zastowsty, Königsbergerstr. 5-6. zweiten Woche an Unterstützungsgelder zahlen dürfe, so habe er, tommission, sowie über das öftere Fehlen einzelner Vertreter der Gäfte, Herren und Damen, willkommen. Abends bis nach 10 Uhr geöffnet! Versammlungen. Lederpreise gefallen! verkaufe von heute ab Lederpreise Schuhwaaren gefallen! " Debatte Arbeiter Bildungsschule. 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Vortrag des Herrn Hechtsanwalts Heine über:„ Die Revision des Handelsgesetzbuches und ihre Bedeutung für die Handlungsgehilfen". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäßte willkommen. Der Vorstand. 90/7 Freie Volksbühne. Der Prolog sum Konzert, gedichtet von F. Stahl, gegen dessen Rezitation die Polizei seinerzeit Einspruch erhob, ist nunmehr gedruckt für die Mitglieder des Vereins in den 3ahlstellen zu haben. 230/4 Der Vorstand. Ein sozialdemokratischer Verein beabsichtigt Anfangs Februar 1896 einen Maskenball Ma in einem der größten Lokale Berlins abzuhalten. Es können sich Vereine mit gleichen Tendenzen unter günstigen Bedingungen hieran betheiligen. Offerten sind spätestens bis zum 27. Dezember 1895 unter P. 100 in der Expedition des Vorwärts" niederzulegen. 251/3 Aktienbrauerei Friedrichshain, An Königsthor. Donnerstag, 26. Dezember( 2. 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