Abendausgabe Nr. 476 B 236 45.Jahrgang Böchentlich 85 Bl. monatli 8,60 M. tm voraus zahibat, Boftbezug 4,32 M. einschl. Bestellgeld, Auslandsabonne ment 6,- m. pro Monat. Der Borwärts erscheint machentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel Der Ubend", Jllustrierte Beilagen Bolt und Zeit" und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wissen", Frauen. timme". Technit", Blid in die Bücherwelt und Jugend- Borwärts" 0 Vorwärts Berliner Boltsblatt e Montag 8. Oftober 1928 10 Pfennig Die etnis altige Nonpareillezetle 80 Pfennig. Reflamezeile 5.- Reichs mart. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedrudte Bort 25 Bfennig( zulässig zmet fettgebrudte Morte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Bort 15 Pfennig, jebes meitere Bort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Morte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen annahme im Hauptgeschäft Binden. ftraße 3, wochentägl. von 8/2 bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Bernsprecher: Dönhoff 292-297. Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Bankkonto: Bant der Arbeiter, Angestellten Bostschedkonto: Berlin 37536. Vorwärts: Verlag G. m. b. H. und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft. Depofitentasse Lindenstr.& Der Anstifter gezüchtigt! Die Nachwirkungen des kommunistischen Banditenstreichs. Während des Sonntags hatte die Kriminalpolizei nach dem tommunistischen Landtagsabgeordneten Schulz- Neukölln gefahndet, der, falls man ihn binnen 24 Stunden ergriffen hätte, wegen Teilnahme an dem Bandenüber fall und der Freiheitsberaubung verhaftet werden fonnte. Natürlich blieben die Nachforschungen ergebnislos, da fich Schulz, wie man inzwischen erfährt, während der ganzen Zwischenzeit im Reichstag verborgen hatte. Ganz ftraffrei ist er indeffen nicht ausgegangen. Durch einen fonderbaren Zufall wurde er turz nach Mitternacht in der Nordfüdbahn von einem anderen Vorwärts"-Redakteur, dem Genoffen Bittor Schiff, erfannt, der ihm nach einem furzen Wortwechsel einen Fauftschlag ins Geficht verfekte. Darüber erhalten wir vom Genossen Bittor Schiff folgende Darstellung: Gegen Mitternacht stieg ich in der Nordsüdbahn am Bahnhof Hallesches Tor aus, als zufällig durch die gleiche Tür ein Mann ein. stieg, den ich sofort als den Abgeordneten Schulz- Neukölln era farmte, deffen Antlig mir seit irgendeiner kommunistischen Küpel zene im Bandtag, an der er hervorragend beteiligt gewesen war, in der Erinnerung haftete. Sturz entschlossen tehrte ich in den Bagen zurüd und fuhr weiter. Ich überlegte, was zu tun sei. Eine Verhaftung tam nicht mehr in Frage. Andererseits war mir der Gedanke unerträglich, daß dieser. Mann, der als Anstifter und Mittäter an der Revolveraftion gegen meinen Kollegen 233r Bolfgang Shwarz beteiligt gewesen war, min unter dem Schutz seiner wiedergewonnenen Immunität gänzlich straffrei hervorgehen sollte. Schulz fühlte sich offenbar von mir beobachtet, tannte mich aber nicht. Am Bahnhof Hermannplatz leerte sich der bis dahin dicht besetzte Wagen. Auch Schulz schien zunächst aussteigen zu wollen, morauf ich gleichfalls zur Tür schritt. Darauf blieb er im Wagen ftehen. Nun trat ich auf ihn zu und sagte zu ihm: Herr Schulz, Sie gehen mir heute nicht mehr durch die Finger!" Schulz nahm bei dieser Anrede offenbar an, daß ich ein Kriminalbeamter sei und antwortete halb barsch, halb höhnisch mit einer deutlichen Anspielung auf seine( von ihm so schnöde mißbrauchte) Immunität: Sie fömmen mir nichts mehr machen!" Auf diese Antwort war ich vorbereitet und fuhr fort: " Jawohl, ich bin im Bilde, Sie vertrieden sich hinter Ihre Immunität. Gegen eine Verhaftung sind Sie zwar jetzt immun, aber nicht gegen meine- Faust!" Nach diesen Worten versetzte ich ihm einen Schlagins Ge liht. Im fahrenden Zug entspann sich ein heftiges Ringen, wobei mir beide auf die Bant direkt an der Ausgangstür fielen und ich feine Brille ergriff, die dabei entzwei ging. Inzwischen war der Zug im Bahnhof Rathaus Neukölln eingelaufen. Es erschien ein U- Bahnbeamter, der sich als Hilfs polizeiorgan legitimierte und uns aufforderte, ihm zu folgen, was ich viel bereitwilliger tat als Schulz. Unterwegs zum Dienftraum brachte Schulz einen schier unerschöpflichen Vorrat von Schimpfwörtern an, und machte wiederholt Miene, sich auf mich zu stürzen, aber es blicb jedesmal bei einem höchst komischen Anlauf. Als indessen der Beamte ihn aufforderte, sich ruhig zu verhalten und von„ Widerstand gegen die Staatsgewalt" sprach, wurde er shon manierlicher. Wir legitimierten uns beide im Dienstraum. Ich erklärte dem Beamten, daß ich mich zu meinem Angriff ausbrücklich bekenne, und daß ich es für unerläßlich gehalten hätte, den von der Polizei gesuchten Anstifter zu einer Straftat zu züchtigen, nachdem er jetzt nicht mehr verhaftet werden könne. Um so mehr fetzte Schulz dem Beamten sehr eifrig auseinander, daß er nur auf frischer Tat bzw. 24 Stunden nach einem begangenen Berbrechen verhaftet werden könnte, daß seine Tat aber kein Verbrechen sei und die 24 Stunden vorüber seien. Ich bestätigte das ausdrücklich und als der Beamte mih nochmals fragte, ob ich die Herbeirufung der Bolizei wünschte, fagte ich, daß ich es weder verlangte, noch ihm da zu raten könnte, da es unter den gegebenen Umständen doch zwed. los märe. Im übrigen hätte idy meinen 3wed erreicht. Zwischendurch beschimpfte mich Schulz weiter, als aber die angesammelte Menge von mir erfuhr, mer er sei und aus welchen persönlichen Solidaritätsgründen ich gehandelt hatte, nahm sie Der Schauplatz der Tragödie Treiber. Heiligenblut, 1297 Meter über dem Meere, ist das höchstgelegene Kirchdorf Kärntens. Seinen Namen führt es nach einem Fläsch chen Blute Christi", das als größtes Heiligtum in der im Jahre 1483 erbauten Kirche aufbewahrt wird. Rings um die Kirche liegt der kleine Bergfriedhof, auf dem viele Opfer der Berge ihre letzte Ruhe gefunden haben, auch die Frau Treiber, bekannt aus dem am Sonnabend zu Ende gegangenen Prozeß. Umgeben von gewal tigen Bergen, ist Heiligenblut der Ausgangspunkt für viele Hochtouren. Zahlreiche Hütten auf den Höhen erleichtern den Touristen die Besteigung der Gipfel. Nordwestlich erhebt sich, in ewiges Eis und Schnee gehüllt, die schlanke Pyramide des Großglodner. Unter ihm zieht sich zu seinen Füßen die 10 Kilometer lange Pasterze, der größte Gletscher der Ostalpen, bis zum Glodnerhaus hinunter. Noch vor etwa 200 Jahren schob sich seine Zunge bis dicht an die Bauernhäuser von Heiligenblut. Hier zweigt auch das Fleißtal ab, das nach dem Hohen Sonnblick und dem Goldzechhorn führt, an dessen steilen Wänden sich die Tragödie Treibers abspielte. Ruhe in Wiener Neustadt. Blamage der Faschisten- Triumph der Abwehraktion. Wien, 8. Oftober.( Eigenbericht.) Der Sonntag war fowohl in Wiener- neuftamt wie in Leoben ein großer Triumph für die sozialdemokratische Arbeiterschaft. Der Aufmarsch der Heimwehr in Wiener- Neustadt, mit solcher Reklame angekündigt, war eine Blamage. Die Heimwehr hatte 18 000 Heimwehrleute angekündigt, es find aber trotz aller Agitation höchstens 12 000 gekommen. Der Aufmarsch ist der vollständigen Gleichgültigkeit der Bevölkerung begegnet. Die Abteilungen der Heimwehr marschierten in Viererreihen mit großen 3wischenräumen, damit der Bug länger aussehen sollte, schweigend und ohne Musik durch die Straßen zwischen ganz dünnen Spalieren, die hauptsächlich aus Kriminalbeamten und Journalisten bestanden. Die Straßen, durch die die Heimwehr zog, waren von roten Fahnen eingesäumt. In den Zügen der Heimwehr marschierten auch mon monarchistische Frontfämpfer", flerifale Studenten und ehemalige Offiziere mit ihren habsburgischen Auszeichnungen. Kurz nach 11 1hr, noch früher, als man angenommen hatte, war der Zug Der Heimwehr vorüber. Um% 12 Uhr trat der Zug der Sozialdemokraten den Marsch an. Er wurde eröffnet von einem Aufgebot des Schuß bundes mit Stahlheimen. Dann folgten Fahnen, Sänger = und Musikkapellen und eine riesige Menge Arbeiter, aud) besonders viele Frauen. Die Nachhut bildeten uniformierte Schutzbündler. Um 12 Uhr hatte der Zug der sozialdemokratischen Arbeiter des Industriegebiets von Wiener Neustadt begonnen. Dieser Aufmarsch dauerte bis 41 Uhr. Dann wurde auf dem Hauptplaß eine Massenversammlung abgehalten, in der u. a. Abg. Dr. Renner erklärte: Alle Wege führen nach Rom, aber für Herrn Steidle führt kein Weg nach Wien. Die sozialdemokratische Arbeiterschaft ist eine unüber. steigbare Mauer gegen den Faschismus. Wiener Neustadt ist ein unüberwindliches Vorwerk von Wien! Die Versammlung dauerte nicht lange, und der Jug ging weiter. Dann erfolgte der Aufmarsch der Arbeitersportverbände. An der Spize Motor- und Radfahrer. Um 2 begann dann der Aufmarsch der 20 000 Schutzbündler. Eine unübersehbare Menge, die von dem Spalier der Arbeiterschaft stürmisch bejubelt wurde. Zuerst die Schußbündler des Industriegebietes, dahinter die Schutzbündler von Wien. Der Aufmarsch des Schutzbundes dauerte volle zwei Stunden. Auf dem Hauptplaz begann gegen 4 Uhr eine neue Versammlung Abg. Julius Deutsch erklärte, daß jeder Versuch, etne faschistische oder eine andere Diktatur aufzurichten, nur mit dem vollständigen Zusammena bruch enden könne. Einer von den drei Delegierten der bel. gischen Arbeitermiliz fagte, daß die belgischen Arbeiter das Beispiel des Republikanischen Schußbundes nachahmen würden. Als geradezu einmütig Partei für mich und belegte Schulz mit höhnischen Die Tragödie der Hausangestellten. Lester pradh Abg. Paul Richter Wien, der den Schußbündlern Burufen: Der nennt sich Boltsvertreter! Bfui Teufel!" Mehrere Arbeiter, die die Szene im Wagen zunächst verständnislos beabachtet hatten und mit uns ausgestiegen waren, machten mir dann Borwürfe weil ich nicht früher im Zuge ganz laut auf Schulz ( Forthegung auf der 2. Seite.) Bericht Beilage 1. Seite. Verkehrsunfälle am Sonntag. Bericht 2. Seite. den Dank der ganzen sozialdemokratischen Arbeiter Desterreichs übermittelte. Im Namen der Wiener- Neustädter dankte Vizebürgermeister Büchler. Um 4 Uhr nachmittags war der legte Heimwehrmann bereits am Biehbahnhof verladen. Etwa um 6 Uhr, als die Ver. fammlung zu Ende mar, begann der Schugbund vom Hauptpla seinen Abmarsch. Alle Mufittapellen spielten das Lied der Arbeit. Die Schutzbündler marschierten zum Teil direkt zum Hauptbahnhof, zum Teil in ihre Quartiere, mo sie auf die Abfahrt ihrer Züge marteten. Im ganzen haben ungefähr 18 000 Schutzbündler, 30 000 Arbeiterinnen und Arbeiter und 10.000 Arbeitersportler an der Veranstaltung teilgenommen.( Ganz Wiener- Neustadt hat 30 000 Ginwohner.) Es ist fein einziger 3 wischenfall zu verzeichnen, was zum Teil darauf zurückzuführen ist, daß sich Gendarmerie und Militär nach dem Abzug der Heimwehr nicht mehr schen ließen. Der Anflifter gezüchtigt! ( Fortlegung von der 1. Seite.) aufmerksam gemacht hätte, sonst würde er von ihnen noch eine ganz andere 2breibung befommen haben! Diese allgemeine Stimmung mar mir die größte Genugtuung bei dem ganzen Borfall, denn sie beweist, wie man selbst in der fommunistischen Hochburg" Neukölln den Revolverstreich vom Sonnabend beurteilt. Als Schulz erfuhr, mit wem er es zu tun gehabt hatte, war er sichtbar erstaunt und stieß dunkle Drohungen aus. Ich antwortete: Bor Ihnen und Ihren Revolverfavalieren fürchte ich mich noch lange nicht!" Dann verschwand er endgültig, von höhnischen Zurufen aus der Menge begleitet. Am föstlichsten war wohl, daß mich Schulz unter vielen anderen Schimpfworten: Revolverjournalist!" nannte. Aus gerechnet!! Berkehrsunfälle am Sonntag. 3wei Paffanten getötet, acht Personen verletzt. In der vergangenen Jacht ereignete fich furz vor 24 Uhr in der Hafenheide ein schweres Berkehrsunglüd, dem zwei Menschenleben zum Opfer gefallen sind. als nicht sehr gefährlich heraus. Nach Anlegung von Notvers bänden fonnten sie in ihre Wohnungen entlassen werden, Lediglich ein 64jähriger Blaganweiser Karl Müller aus der Fröbel Straße, der einen Oberschenkelbruch und innere Ber legungen davongetragen hatte, mußte im Krankenhaus ver Der Unfall hatte eine längere Bertehrsstörung zur Folge; beide Straßenbahnen mußten aus dem Verkehr gezogen werben. Die Schuldfrage ist noch völlig ungeklärt. Vor dem Hause Hasenheide 33 wollten der 52jährige Weber Dito Contant aus der Birkenstraße 13 und die 54jährige Frau Berta Golge aus der Nazarethkirchstraße 46 den Fahrdamm über= schreiten. Sie übersahen dabei einen in Richtung Hermannplaz fahrenden Autobus der Linie 29 und wurden überfahren. Die Räder des schweren Fahrzeuges gingen jo unglüdlich über die beiden Leute hinweg, daß sie auf der Stelle getötet wurden. Die Leichen der Verunglückten wurden durch die Feuerwehr in die Halle des Urbantrantenhauses gebracht. Nach den bisherigen poli zeilichen Ermittlungen und den Zeugenausfagen foll den Führer des Autobus teine Schuld an dem schweren Unfall treffen. Acht Verletzte bei einem Straßenbahnzusammenstoß Ein folgenschwerer Straßenbahnzusammenstoß zwischen zwei Straßenbahnwagen der Linien 9 und 3 trug fich am Sonntagnachmittag an der Ede Ader- und Bernauer Straße im Norden Berlins zu. Acht Fahräste erlitten zum Teil er= hebliche Berlegungen. Schulz läßt jetzt durch die BS.- Korrespondenz mitteilen, daß Schulz läßt jetzt durch die BS.- Korrespondenz mitteilen, daß er gegen mich Strafantrag wegen Mißhandlung und Sad beschädigung stellen wird. Ich sehe der Verhandlung mit Gelaffenheit entgegen. Revolver statt Geist. bleiben. Der Zusammenprall war außerordentlich heftig und erfolgte mitten auf der Straßenfreuzung. Dabei wurde der Anhänger der inie 9 aus den Schienen geworfen und schwer beschädigt. Sämtliche Scheiben gingen in Trümmer. Die Blattform und ein Teil der Seitenwand wurden eingebrüdi. Acht Personen, darunter der Schaffner des Anhängers, hatten Berlegungen erlitten und wurden in das Lazarustrantenhaus, das nur eine Minute von der Unfallstelle entfernt liegt, gebracht. Zum Glüd stellten sich die Verletzungen bei der Mehrzahl der Verunglückten, die Schnitt- und Quetschwunden erlitten hatten, Der tommunistische Banditenstreich vom Sonnabend hat in dem Teil der Bevölkerung, der noch) Sinn für politische Sauberkeit und ehrliche Kampjesweise hat, die stärkste Empörung hervorgerufen. Denn wohin sollte es führen, wenn es gestattet sein sollte, wohlvorbereitete Ueberfälle auf einzelne Personen burchzuführen und sie dann noch mit dem Heiligenschein der politi fchen Helbentat zu umgeben? Abgesehen von der Köpenicfiade, diesich in den Räumen der Rundfunkgesellschaft abgespielt hat, stellt sich doch der Vorgang folgendermaßen dar: Bier Mann, der Chauffeur mar ja mit im Bunde, loden eine im politischen Leben stehende Persönlichkeit aus seiner Wohnung, verschleppen ihn in einem Auto und hindern ihn mit vorgehaltenen Revolvern an jeder Bewegungsfreiheit. Diese Heldentat wird in der Rechtspresse mit verständnisvollem Schmunzeln aufgenommen. Dort hat man Ber ständnis dafür, wenn man mit Hinterlist, mit Betrug und Gewalt parteipolitische Manöver durchführt. sb sis Weniger zu begreifen ist die Stellungnahme eines Montagsblattes, das gern in radikalen Farben schillert und einen der bekanntesten Pazifisten zu seinem Herausgeber hat. Dort wird erst von einem ,, ergöglichen Streit der Kommunisten" geredet und an einer anderen Stelle spricht von einem Husarenstreich", der ,, famos ausgefnobelt und so schneidig durchgeführt" morden sei, wie seinerzeit die Entführung des Kommunisten Braun aus Moabit. Es ist ein reines Glück, daß dieser führende Pazifist diesmal an der Seite der Panzerfreuzer- Bolschemisten steht. Es hätte ihm sonst vielleicht passieren können, daß er an Stelle des Sozialdemokraten gewaltsam entführt und mit Revolvern bedroht worden wäre. In diesem Falle hätte er wahrscheinlich in seiner Zeitung eine andere Art Pazifismus zum Ausdrud gebracht. Sympathie. Schulz roko 2190 Laftauto auf dem Bürgersteig. lauer 21lee ein weiteres schweres Bertehrsunglüd. Dort In der Nacht zum Sonntag ereignete sich in der Prenz geriet ein 2a st auto auf die Mittelpromenade, rasierte fünf starte Baume fomie einen Gaskandelaber hinweg und überfuhr drei Baffanten. Auch der Führer des Lastautos wurde er heblich verlegt. Während bret her Berunglückten nach ärztlicher Behandlung wieder entlassen werden fonnten, mußte der vierte mit Knochenbrüchen in das Krankenhaus am Fried richshain übergeführt werden. 4 C her Gi reg die Co nun Gr ben bah Lege inne Jug des Ber bie Beg Sod Boge Bef der die land hier der ant, und aufb mit, und erma ibre den predi ipru blit Bable Des weiteren trugen sich im Laufe des Sonntags eine große 3ahl von Auto und Motorradunfällen zu, die aber glüd licherweise teine Todesopfer gefordert haben. Mehrere Berletzte fanden in Krankenhäusern Aufnahme. 6jährige Günther Berg aus der Beuthstraße von einem Bor dem Hause Beuthstraße 10 murde gegen 14 Uhr der Schlachterauto erjaßt und überfahren. B. murde in das Bolizeifrankenhaus übergeführt, wo er furz nach seiner Einlieferung an den Folgen seinen Berlegungen gestorben ist. Die Schuldfrage ist ungeflärt. Das kommunistische Montagsblatt gibt eine lange Schilderung von der Entführung" des sozialdemokratischen Redakteurs. Man will die Leser glauben machen, als ob sich Schwarz feige benommen habe, weil er doch eigentlich im Auto nichts zu seiner Befreiung unternommen hätte. Wenn man sich die Situation vergegenwärtigt, in der sich Schwarz befand, so kann man die Niedertracht erst ermessen, die in dieser nachträglichen Beschönigung des Banditenstreichs enthalten ist. In einem geschlossenen Auto sizen neben und vor dem Ueberfallenen drei Leute, zmei von ihnen halten ihm Bistolen vor die Brust. Als Schwarz sich dagegen zu mehren sucht, macht ber eine Miene, sein Schießzeug abzudrüden. Da ruft ihm der Intellektuelle" zu: Bas nur, der hat ja Kinder zu House." Als Schwarz ironisch jagt, sie hätten wohl nur ungeladene Pistolen da, hält der eine wieder ihm sein Schießzeug ins Gesicht, so daß die beiden anderen ihm den Arm mit der Baffe, die bei jedem„ Und noch eens, Ede: Eh wa det nächste Ding drehn, freten Wagenstoß losgehen fann, wieder herunterdrücken. So, begnügt er sich, fortgesetzt auf den Leib zu zielen. An dem Ernst der Revolverdrohung war also nicht zu zmeifeln. Hinterher machen sich diese Banditen noch über den Ueberfallenen luftig! " In diesen Tagen feiert die Sozialdemokratische Partei die fünfzigjährige Wiederkehr des Tages. an dem das Sozialistengeses erlassen worden ist. Damals stand die deutsche Arbeiterbewegung noch in den Anfängen ihrer Entwicklung und es gehörte noch etwas mehr Mut und Tatkraft dazu, für die Ideen des Sozialismus zu kämpfen, als ihn die heutigen Kommunisten aufbringen. Aber die Bebel, Auer, Wilhelm Liebknecht hätten das Anfinnen aufs schärfste von sich gewiefen, mit den Methoben wild westlerischen Banditentums zu arbeiten. Denn mit dem Rüstzeug der Barbaren wird der Sozialismus niemals fiegen! Die Geschichte hat unseren Vorfämpfern recht gegeben, die deutsche Arbeiterbewegung ist groß geworden, nicht weil sie mit Revolverdrohungen und gewaltsamen Entführungen arbeitete, sondern weil sie die Köpfe revolutionierte und damit die Masse des arbeitenden Boltes für sich gewann. FT wa dea tommunistischen Partei bei!" ROT FRONT! Rot Front! Herrschaften, immer herbei! Hier sehen Sie die duftesten Lausejungen, die größten Schnauzen, die kräftigsten Lungen. Wir machen jeden Kientopp entzwoei. vergleichen. Damals, bei der Fürsten abfindung, zeich neten sich am ersten Sonntag 165 000 Wähier ein, gestern waren es trog Radio und Entführungsrummels ganze 37 083, also etwa der fünfte Teil, am Sonnabend waren es 13 377! Hier gibt's Sensationen.ti einun Wildroest- Attraktionen, Co statt langweiliger Gewerkschaftsaktionen. Revolverszenen im Stil Harry Piel, Jagd und Entführungen im Automobil, Personenverwechslung, Maskeraden, echt Neuköllner Radiotiraden, alles das wächst in unserem Laden. Karl Marx veraltet, der Mann ist vorbei! Unser Vorbild heißt jetzt: Karl May! Winnetou und Old Shatterhand, das sind doch ganz andere Bengels als der Lassalle und der Friedrich Engels, Jetzt wird die Politik interessant. Nieder mit aller Wissenschaft! Hoch Revolver und Muskelkraft! Hoch der Osten! Aber am besten bleibt unser Ziel: der wilde Westen! Jonathan. Autounfall des Ozeanfliegers Köhl. Wieder glücklich davongekommen. Der Dzeanflieger Köhl, der bei dem Flug der Bremen gerade noch vor der Katastrophe bewahrt wurde, scheint auch auf dem Lande vom gleichen Glüd begünstigt zu sein. Bei einem Autounfall machte sein Wagen genau so wie die Bremen Bruch, er selbst aber blieb unverletzt. Tich Romn Stabt Gazia batte Eine Meldung aus Andernach sagt, daß der Dzenanflieger Hauptmann Köhl während einer Vortragsreise auf der Fahrt nach Bonn einen Autounfall erlitt; bei Weißenthurm stieß sein von amerikanischen Verehrern gestifteter Wagen beint Ueberholen mit einem anderen Auto zusammen. Köhl blieb unverlegt und fonnte mit einem anderen Auto seine Reise fortsetzen. Auch die Injassen des anderen Autos tamen mit dem Schred davon. Det Wagen Köhls murde start beschädigt. In den ersten fünf Tagen des Voltsbegehrens zur Fürsten abfindung hatten sich in Groß- Berlin 436 543 Wähler eingetragen. Für die Kommunisten trugen sich im gleichen Zeitraum von fünf Tagen 75 197 ein, etwa ein Sechstel ber früheren 3ahl. Die Rote Fahne" muß am Sonntag eine graphische Statistit aufmachen, aus der hervorgeht, daß die einzelnen Bezirke erst 1 bis 4 Prozent dessen aufgebracht haben, was sich die Kommunisten im poraus errechneten. Der Durchschnitt ist etwa zwei Prozent! Man begreift den Kummer, man begreift die Verzweiflung! Der Anschlag vom Sonabend mag einige Tage lang einen billigen Gesprächsstoff in den Literatencafés im Berliner Westen und vielleicht an jenen Stätten bilden, an denen die Entwurzelten des wirtschaftlichen und des politischen Lebens verkehren. Die arbeitende Klosse in ihrer gemaltigen Mehrheit weist diese Methoden ab. Sie meiß, daß eine Bewegung, die den Revolver zu ihrem Kampfmittel mählt, zum Untergang verurteilt ist! Es hat nichts genügt! Neues von der Banditenpartei. Köhl bedauert! Wie die Kölnische Boltszeitung" meldet, stattete heute del Ameritaflieger, Hauptmann a. D. Köhl, Oberbürgermeister Dr. Adenauer einen Besuch ab und gab bei dieser Gelegenheit einem Bedauern über die bekannten Vorkommnisse Ausdruc die sich an den Kölner Besuch der Ozeanflieger antnüpften. 3wei Zote bei einem Explosionsunglüd. und 811 17 trug, baf Jonali hande mun die S haber etret Babri Bijd tomm Rothb Beitre 11 Tong Dorita longr Frage ciner ren Leipzig, 8. Oftober. Gestern vormittag explodierte in den Anlagen der Deutsche Erdöl A.-G. in Regis Breitingen ein Generator zur Ge winnung von Teer, Benzin und sonstigen Rebenprodukten der Rohle Bier Arbeiter, die damit beschäftigt waren, die angesammelt Schlacke abzulassen, erlitten schwere Brandwunden uni mußten ins Krantenhaus eingeliefert werden, wo zwei von ihne noch im Laufe des Sonntags starben. Bermutlich hatte sich in de Gasableihung eine Berstopfung gebildet, so daß sich die Gase einer anderen Ausweg fuchten und sich dabei entzündeten. Wie wir erfahren, haben sich am Sonntag die Kommunisten thres Banditenstreiches vom Sonnabend würdig gezeigt. In der Drontheimer Straße machten mittags amischen 12 und 13 1hr jugendliche Sprechchöre der Kommunisten für das Bolts begehren Propaganda. Hauptpropagandamittel: Schimpftononaden gegen die Sozialdemokratie. Dann gingen fie mit Sammelbüchsen durchs Haus und boten Schriften zum Kauf an. Eine 67jährige alte Frau lehnte eine Spende mit einer Handbewegung ab. Darauf famen 8 bis 10 halbwüchsige Burschen und flingelten abermals an der Wohnungstür. Als dieje geöffnet wurde, fließen sie mit den Füßen die Tür gewaltfam ganz auf und quetschten die alte Frau zwischen die Tür und einem fleinen Tisch. brüllten, daß die Siebenundfechzigjährige einem der Sommunisten eine Ohrfeige gegeben hätte, was natürlich eine glatte 2üge Erft als zwei männliche Familienangehörige hinzufamcn, fonnten die Strolche zurückgetrieben werden. Sie machten einen solchen Kradh, daß im ganzen Hauje alles zusammenlief. Das angerufene 1 e berfalltommando tam zu spät. Die Hoffnung der Kommunisten, durch ihren Theater: und Banditenstreich die Riesenblamage thres verunglückten Boltsbegehrens aufzuhalten, ist zu Waffer geworden. Die Be teiligung ist nach wie vor fläglich. Die Berliner Be Dölferung zeigt, daß sie mit den Methoden fommunistischen Strauchy rittertums nichts gemein haben will und daß sie Politit von WildWest- Beranstaltungen zu unterscheiden weiß. Obwohl der Sonntag naturgemäß eine fleine Steigerung der Einzeichnungen brachte, blieb die Ziffer des Sonntags noch hinter dem schlechtesten Wochentag des Boltsbegehrens gegen die Fürstenabfindung zurüd. Mit der Biffer des damaligen ersten Sonntages läßt sie sich überhaupt nicht war. Gie Die alte Frau hat einen Nerpen hot erlitten. Es ist dem nichts hinzuzufügen. Kommunistische Heldentaten... 3m letzten Augenblick. Geiftesgegenwart eines Lokomotivführers. Mühlhausen i. Th., 8. Oktober. feitgef fier ei Zajdby A his: Berita Letter) Emer Bezir Auf der Bahnstrecke Mühlhausen- Treffurt bemerkte de Rotomotivführer cincs Güterzuges einen Mann der mit dem Kop auf den Schienen lag. Der Lokomotivführer fonnte der Unüber fichtlichkeit der Strecke wegen erst im legten Augenblick bremsen, daß der Selbstmordkandidat nur eine geringfügige Kopfperlegun erlitt. Es handelt sich um einen 76 Jahre alten Landwirt aus de Umgebung von Treffurt, der, wie verlautet, wegen Familien I zwiftigteiten seinem Leben ein Ende machen wollte. Prti FLAX Das shyze AS Troyen 24 en. el er ge; H. 34 ort arte etJer mit 8. Be d= ste Ber em 05 ng ESCA D en uch Bei die ger ach Don mit 61 uch Det bez ſter heid ud " ALE Gevering begrüßt die Jugend. Zwei Staatsopern Premieren. Eröffnung der Jugendherberge Freusburg. Köln, 8. Oftober.( Eigenbericht.) Unter großer Beteiligung wurde am Sonntag die als Jugendherberge eingerichtete alte Ritterburg Freusburg bei Giegen eingeweiht. An der Feier nahmen Bertreter der Reichsregierung und der anderen Behörden teil. Sehr zahlreich waren die Anhänger der verschiedenen Sugendverbände erschienen, auch die Cozialdemokratische Arbeiterjugend. Neben dem durch starte Abord. ungen und viele Fahnen vertretenen Reichsbanner trat eine fleine Gruppe des Stahlhelms völlig in den Hintergrund. Am Borntittag bewegte sich ein imposanter, buntbewegter Festzug von der Eisenbahnstation Kirchen zu der auf einem Bergtessel romantisch gelegenen Freusburg. Aus den verschiedenen Reden sei eine Ansprache des Reichs innenministers Severing hervorgehoben, der die Bedeutung der des Wanderns für die Kenntnis von Band und Bolt und für die Berständigung im Bolte würdigte. Mis Severing das Hoch auf die Deutsche Republik ausbrachte, versuchten die Stahlhelmleute eine Gegendemonstration, aber ihr Brotest ging unter den brausenden Hochrufen der Tausende von Jugendlichen verloren. Und bald Bogen die Hakenkreuzler ab. Nach der Rede Severings teilte der Geschäftsführer des Deutschen Jugendherberge Berbandes mit, daß der Minister als Weihegabe der Reichsregierung für die Freusburg 10 000 Mart mitgebracht habe.( Lebhafter Beifall.) Am Nachmittag veranstaltete das Reichsbanner des Eieger landes eine republitanische Kundgebung auf der Freusburg. Auch hier sprach Severing. Er begrüßte es, daß das Reichsbanner an der Beihe der Freusburg teilgenommen habe. Es täme darauf an, daß sich das Reichsbanner bei solchen Gelegenheiten stets zeige, und daß weiter gezeigt werde, in welchem Zeichen wir den Wieder aufbau des Reiches wollen. Unter großem Beifall teilte der Minister mit, daß er am Sonnabend verfügt habe, daß das Reichsbanner und der Jungdeutsche Orden in das Berzeichnis für die Fahrpreis ermäßigung bei der Reichsbahn aufgenommen werden sollen, fomeit ihre Jugendgruppen dafür in Frage tommen. Der Stahlhelm, der den Haß gegen Schwarzroigold und die Gewalt gegen die Republit predigt, fönne auf solche Vergünstigungen der Republik feinen UnSpruch erheben. Durch brausende Hochrufe auf die Deutsche Repu blit gelobten die Reichsbannerfameraden und die nach Hunderten Bählenden Zuhörer der Republik die Treue. Die Wahlen in Geesthacht. Noch zwei Todesopfer.- Ruhiger Berlauf. Hamburg, 8. Oktober.( Eigenbericht.) Die Bürgervertretermahlen in dem kleinen hamburgischen Landstädtchen Geesthacht, die am vergangenen Sonnabgebrochen und gestern wiederholt wurden, haben unter außer den 3690 Wahlberechtigten sind 3374 zur Wahl gegangen, das sind ordentlich starker Beteiligung der Bevölkerung stattgefunden. Von 91 Broz. Die Wahlen midelten sich ruhig a b. Straßenbild zeigte diesmal keine besonderen Züge, da alle Umzüge und Demonstrationen verboten waren. Außerdem waren einige Suntertschaften der Hamburger Polizei in Geesthacht. Das Linden- Oper:„ Die ägyptische Helena". mit demselben jungen Burschen, der den Ehehandel mit Elifetta permittelt Das jüngste Bühnenwert von Richard Strauß und Hugo ältliche Schwester und stille Geschäftsfumpanin, es ihrerseits abge und auf den obendrein die Witwe Fidalma, Geronimos Don Hofmannsthal ist hier vor ein paar Monaten, gelegent- fehen hat. lich der Dresdener Boraufführung, eingehend betrachtet worden. Nun also erscheint Die ägyptische Helena" auf der Bühne der Linden- Oper und die fonntägige Premiere wird zum glänzendsten Gesellschaftsereignis. ist zur Stunde nichts Neues zu sagen, und auch seine neueste Oper leber die Bedeutung des ersten lebenden Opernkomponisten fagt faum noch Neues über ihn nder von ihm aus. Auch über die Musit, schreibt er selbst, nicht ohne Ironie freilich, doch mit einem| Unterton einfacher Menschlichkeit, ist wenig zu sagen; sie ist, fürchte ich, meladiös, wohlklingend und bietet für Ohren, die über das neunzehnte Jahrhundert hinausgewachsen sind, leider feinerlei Probleme. Familienaffäre, wie man sieht, durchsegt mit etwas zeitgemäßer Eine nicht sehr imposante, ein wenig verworrene Gesellschaftstritit: jener Zeit gemäß, da Domenico Cimaroja diesen Tert für die Wiener Oper fomponiert hat, der Zeit von 1792, also der unseren immerhin ein bißchen fern; und es sind süd: italienische Verhältnisse von damals, an denen die Kritif geübt ist. späteren" Barbier" Rossinis nicht fern ist, ist„ Die heimliche Ehe" berühmt geworden und heute noch lebensfähig. Aber der Name ihres Schöpfers, der als Kind eines neapolitanischen Maurers auf die Welt kam und in reifen Jahren als Revolutionär zum Tode verurteilt, später begnadigt wurde, ist gewiß einem großen Teil des Durch die Musik, die dem Mozart des Figaro" nahe, dem Richard Strauß bei der Generalprobe seiner„ Aegyptischen Helena". Links von Strauß Maria Müller als Helena und Rudolf Laubenthal als Menelas..... arrak ari Gegenüber der Wahl vom 23. Oktober 1927 brachte diese Wahl geringfügige Aenderungen. Alle Parteien haben infolge londers die bürgerliche Einheitsliste, offenbar unter dem Einbrud bedeutend mit einer Sache, die nicht ganz gefonnt ist." der stärkeren Wahlbeteiligung an Stimmen gewonnen. Be Broblem, das beliebte Schlagwort der immer Halbfertigen, gleich heutigen Publikums fremd. War es richtig, den Besuchern der der Sozialdemokraten. . Kommunisten Bürgerliche. " Eine Sonderliste • 9 9 767( 690) 1336( 1269) 1109( 944) . • 102( 134) Die Mujit Republif- Oper, den Boltsbühnenabonnenten, für die es noch soviel Bekanntes, Bewährtes zu hören gäbe, ein Wert mie dieses vorzufegen? Demselben Opernpublitum also, dem, nicht unabfichtlich vielleicht, das Schicksal von Hindemiths ,, Cardillac", Straminstys Dedipus" anvertraut ist? Aber gewiß, wir begrüßen es, wenn eine neue Theatergeneration nicht wieder nach der alten lleberlieferung herangebildet wird, wenn für sie neue Kunstwerte, auch neue vielleicht einer weit zurückliegenden Vergangenheit, herangeholt werden. Nur mit Hilfe des Publikums läßt die zähe Gleichförmigkeit des Opernrepertoires, die ein deutsches Erbübel ist, sich überwinden; die uneiner neuen Operngemeinschaft, wie sie in diesem Hause heranwächst, das sind für die Belebung, Erneuerung eines im Hertommen erStarrenden Spielplans die wertvollsten, ja die eigentlich maßgebenden Kräfte. Cimarosas Seimliche Che" ist gewiß ein guter Griff gewesen; und die Aufführung unter Frig 3meigs musikalischer Leitung und in Eugen Kellers Jufzenierung mit einem Sängerensemble, das für Aufgaben dieser Art mun schon ein. und zu ligen auf Kosten der Kommunisten. Die Signerteilung brachte einen Gewinn der BürgerEs erhielter: 9( 8), Bürgerliche 7( 6), Sozialdemokraten 4( 4). Im Stadtrat erhielten die Kommunisten 3, die Bürgerlichen 2 und die rischen Fülle seiner szenischen Bision. Maria Müller als Helena: verbrauchte Empfänglichkeit, der unvoreingenommene Geschmack Rommuniften Ob ihre Wirkung dauernd sein wird, ist nicht vorauszusehen; daß sie gegeben wird, ist eine Selbstverständlichkeit, und wie sie gegeben wird, ist eine außerordentliche Leistung des Hauses. Man erinnert sich nicht, das Orchester der Staatsoper so gehört zu haben, so ebenmäßig schön im Klang und so durchsichtig zugleich, wie dies: mcl unter eo Blech, und man erinnert sich nicht, daß die Phan tafie des Bühnengestalters, Aravantinos, sich reifer und freier entfaltet habe als in diesem ersten Akt mit der märchenhaft- zaubes herrlich. Neben ihr Laubenthal, Karin Branzell, Schorr; und aushilfsweise Maria Raidl, deren Aithra schon in Dresden überraschte. Großer Erfolg; ein glänzender Abend. Republik Oper: Die heimliche Ehe". Robinsone, junger Graf und also darauf aus, fich reich zu verheiraten, soll Geronimos, eines heraufgekommenen Geschäftemachers, lonalien entlaffen, die anderen vier blieben in Haft. Bei allen acht Tochter Elisetta, zur Gräfin machen; aus Bersehen verliebt er sich in fammengespielt ist, tut für das Werf das ihre. Der Beifall war am handelt es sich, wie von der Polizei festgestellt murde, um Kom die jüngere Schwester Carolina, er möchte tauschen, sei es auch um unisten. Diese Feststellung ist deshalb besonders wichtig, weil der Preis der halben Mitgift, die er nun nachzulassen bereit ist. Rommunisten bisher bei allen Zusammenstößen abgeleugnet Aber Carolina ist, heimlich), mit Paolino verlobt oder verheiratet, Sozialdemokraten 1 Sitz mie bisher. hotte und Die hafenpolizeiliche Kontrolle der ankommenden Fremben zur Folge, daß a cht Bersonen festgenommen wurden, 3mar brei megen Besiges Don Stahlruten und Bummitnippeln, eine Person, die einen Iefching bei sich trug, und vier wegen unbefugten Besiges von Schußdie baben, daß ihre Anhänger Schußwaffen tragen. Der Bezirksfonferenz im ADGB. Berlin Brandenburg- Grenzmart. = Grenzen des Weltalls? Der erste Planetariumsabend brachte einen Vortrag In Ser Sonntagsfizung wurde zuerst die zurückgestellte Frage des Kopenhagener Astronomen Prof. Ellis Strömgren über Beitragserhöhung der Ortsausschüsse an das Bezirks- den Bau und die Grenzen der Welt. In schönen Lichtbildern zeigte tretariat erörtert. An der Aussprache beteiligten sich Rohler, wie die Milchstraße aus einzelnen Sternen, Sternhaufen, SternGabritarbeiter, Mieles- Metallarbeiter, dj u 13 e Röntgental, wolken, Gasnebein und Wolken dunklen Staubes besteht, wie daricher- tönigswusterhausen, Birel Spremberg. Die Antrags über hinaus noch andere Milchstraßensysteme vorhanden sind, und wie mehrere folcher Systeme zu einem Enftem höherer Art sich zubas so ins Unendliche weiter geht oder ob das Weltall begrenzt ist. Die Aftronomie fann diese Fragen nicht lösen. Aber die moderne unser Raum gefrümmt, und zwar unbegrenzt, aber doch endlich ersten Abend sehr herzlich, und er wäre vielleicht zum Schluß noch lebhafter, hätte das Ganze etwas weniger lang gedauert. Aber für Striche ist es nie zu spät. Klaus Pringsheim. Matinee der Unfähigkeit. Neues Theater am 300. " Gleich drei Einafter Joachim von Ostaus bekam an diesem man kann also sagen: aus heiterem schönen Sonntag mittag Himmel der Kritiker versetzt. Der erste, Vingt et un", war ein vorzügliches Schlafmittel, das ihn sanft in die Sesselpolster zurückfinten ließ und ihn für die beiden folgenden Moritaten wehrlos machte. Er ließ also Revolverknallereien und Weltuntergänge tommiffion begbe hierzu eine bestimmie Boriage vor, über die Dörr Rottbus berichtete. Schließlich murde eine Neuregelung der sammenschließen. Zum Schluß warf er dann die Frage auf, ob ruhig über sich ergeben, zumal beides nicht ganz ernst gemeint war. Beitragsleistung beschlossen. Denn der Revolver war nur mit Blazpatronen geladen und der Weltuntergang wurde geträumt. Ueber die Stüde Notwehr" tongreffes spray der Genosse Ernst Schulze vom Bundes Phyfit hat in der Relativitätstheorie die Antwort gegeben, daß und„ Das Experiment" sonst noch ein Wort zu verlieren, orstand. Soulze faßte die wesentlichsten Bunfte des Gemerfichaftswäre Zeitvergeudung. Dit a u zeigte sich als Regiffeur ebenso unnet agen der Wirtschaftsdemokratie und des Bildungsmejens. In Analogie fönnie zeigen, was gemeint ist. Auf einer Rugel lebende, nahme von Franz Schafheitlin und Myra Rowitsch fongreffes zufommen und nerbreitete fich hauptsächlich über die sei. Anschaulich vorstellen fönnen wir uns das nicht, nur eine fähig wie als„ Dichter"; die Darsteller waren r. ex டுக hle elt uni net be einer lleber die Bedeutung des Samburger Gemertfchafts. Mitgeftellt. Sie gelangte gegen 12 Stimmten zur Annahme. Damit und doch endlichen Welt leben und nicht wahrnehmen fönnen, daß ren 3 fiet Zijch. his: r. Rop ben , R иту De ien Entschließung wurde die lebereinstimmung der Bezirksfonfeflächenhafte Wefen würden eine Anschauung eines Raumes von drei mit den Beschlüssen des Samburger Gemertschaftstongresses Dimensionen nicht haben, sie würden in einer nirgends begrenzten eine eingereichte fommunistische Entschließung unter den baneben noch mehrere folcher Sugelwelten bestehen. So ähnlich müßten wir uns nach der Relativitätstheorie unseren Raum als geDie Neuwahl des Bezirksausschusses batte folgendes Ergeb trümmt vorstellen und in sich geschlossen verlaufend, so daß wir Bitt- Brandenburg, Bauer- Ludenwalde, Reßler- Frankfurt/ D., nirgends an eine Grenze zu fommen vermögen, und er trotzdem nicht leiter). Hefchold- Nahrungsmittelarbeiter( Gauleiter). Die zmei Ber- handen sein, die zu ertennen uns versagt bleibt, die nur Wesen von Beritan Rabau, Beestow- Schneidemühl, Gebert- Berkehrsbund( Bau- unendlich ist. Daneben fönnten noch mehrere solcher Räume vor Bezirtstonferenz ihr Ende erreicht. Nah dem Bericht der Mandats. Emer Mitglieder sollen später benannt werden. Damit hatte bie mehr als brei Dimensionen zu überblicken imftande wären. Natürlich wiffen wir nicht, ob diese Folgerungen aus der Prüfungstommiffion maren 222 Delegierte und 30 Gäfte anwesend. Relativitätstheorie mit der Wirklichkeit übereinstimmen, wir sind Das Schlußwort hielt der Borsigende, Rollege Gebert. Der polnische Grenzschuh im Hafen von Gdingen, der bisher Rarabinern bewaffnet mar, nerrichtet neuerdings seinen Dienst diefe Baffe. Die Neuordnung ist von den Beanten mit er Betriebigning aufgenommen worden hier zmar nicht an die Grenzen des Weltalls gelangt, aber an die Grenzen unserer Erkenntnis. Bt. Der Männerchor Fichte- Georginia, Leitung Bilhelm Knöchel, gibt am 12., 20 Uhr, im Saalbaz Friedrichshain, ein Konzert als Galicies. seiner wert. vielleicht mit AusS- z. vonne Georgi und Harald Kreuzberg merden in ber erften Tanzmatinee ber Boltsbühne E. V.( Sonntag, ben 14. Oftober, 11, 11hr, beater am Bülowplay) ein teilweise neues Brogramm bieten. Karten, bie zur Blaz auslofung berechtigen, für Mitglieder 1.30 M.( für Nichtmitglieder Nach zahlung von 0,70 Mt.). Karten zur Inanspruchnahme fefter Bläge 2, 3 und 4 Mt. Bei Bertheim und an der Theatertaffe. 1. Lejeabend der Voltsbühne. Am 12., 20 Uhr, lieft Alfreb Beierle auf Einladung der Boltsbühne aus den Werfen Jad Londons. Die Beran ftaltung findet im Bürgerfaal bes Rathauses, Eingang König Straße, statt. Einlaßtarten 0 60 Mart. d Die öffentlichen Museumsführungen durch wissenschaftliche Beamte be. Sonntag, dem 14. Dtober, 10 Uhr: Jat ginnen am Raifer Friedrich Museum wird Herr Dr. Opis Altbabylo nische Stultur besprechen, in der Basen Sammlung des Renen Museums Herr Dr. von Masson er atleslagen erläutern und m Museum für Völfertunde I Herr Brof. Dr. Eichhorn Oseanisches Kunsthandwert ertiären. Programme und zu. Lagfarten in den genannten Mujeen. the Eröffnung der„ Ila". Bei den Maschinenvögeln in den Messehallen. Auf dem Messegelände am Kaiserdamm, das sich in den letzten Monaten mächtig entwidelt hat Iman wird hier bald von einer Messestadt sprechen fönnen herrscht jetzt ganz allein die Funkindustrie. Am Sonntag vormittag war die Eröffnungsfeier der riesigen Schau, die so ziemlich alles versammelte, was bei solchen Gelegenheiten zu repräsentieren pflegt. Nach Begrüßungsworten von Oberbürgermeister Böß hielt Berkehrsminister v. Guérard die Eröffnungsrede, die in einem Appell an die friedliche Zusammenarbeit der Bölfer auch auf dem Gebiete der Luftfahrt, austlang. Der Borsigende der Ausstellungsleitung der Ila, Direktor Dr. Huth, sprach die Schlußmorte. Die Ausstellung, die das ungeheure Gebiet der modernen Luftfahrt der Deffentlichkeit zugängig macht, war bereits in den Mittagsstunden von Schauluftigen aller Kreise angefüllt. Man bemegte sich unter den Fittichen der Riesenvögel, die ihre mächtigen Rümpfe bis in die Höhe der Galerien streckten. Die kleinsten und die größten Flugzeuge fanden die meiste Bewunderung, ferner die prächtig ausgestatteten Lurus- und Großverkehrsmaschinen. Das rein Technische blieb mehr den Leuten vom Fach vorbehalten, und jene Apparatur genoß uneingeschränkte Bewunderung, die den Führersiz im Flugzeug und das Maschinengabelsystem der Lenkung gemissermaßen ,, im Gebrauch" vorführten. Heute nachmittag führen die im Rahmen des Sternflugs aus allen Teilen Deutschlands zur Ila herbeigeeilten Flieger zu Ehren der Ausstellung über dem Gelände am Kaiserdamm einen großen Geschwaderflug aus. Das Schraubenflugzeug in Berlin. Das Schraubenflugzeug des spanischen Fliegers de la Cierva ist gestern nachmittag gegen 4 Uhr im Zentralflughafen Tempelhof glücklich gelandet. Zum Empfang des Flugzeuges waren Direktor Merkel von der Deutschen Lufthansa, Direktor Sauernheimer von der Flughafengesellschaft, Stadtbaurat Dr. Adler, Vertreter des Auswärtigen Amtes, des Reichsverkehrsministeriums und der Flugzeugindustrie erschienen. Eine große Menschenmenge begrüßte das außergewöhnliche Flugzeug, das unter ständigen Umdrehungen der magerechten Windmühlenflügel fast senkrecht elegant niederging. Am Montag nachmittag um 4 Uhr wird de la Cierva Demonstrationsflüge vorführen und seine Maschine in ihren Einzelheiten zeigen. too Internationale Kokainschieber. " Spielwaren für Amerifa." Eine große internationale Kotainichiebungs. prozeß hat heute vor dem Großen Schöffengericht Charlottenburg unfer Borsik von Landgerichtsdirektor Schmitz begonnen. Bor etwa zwei Jahren erregte die Entdeckung Aufsehen, daß von Berlin eine internationale Gesellschaft Handel mit Rauschgiften betrieb, wie er in diesem Umfange bisher noch nie die Behörden beschäftigte. Die Berbindungen gingen nach China, Berfien, Südamerika, aber ein großer Teil der Rauschgiftmassen blieb auch in Deutschland und wurde durch geheime Kanäle im Kleinhandel vertrieben. Die Anflage richtet sich gegen acht Personen aus Bolen, Rußland, Persien, Ungarn und Deutschland.. Ein gewiffer Stryfomiti hatte in Berlin unter dem Namen Promeico ein Geschäft für ärztliche Instrumente in der Hohenstaufenstraße seit 1922 betrieben. Von hier nahmen die Rausch giftgeschäfte ihren Ausgang. Zum großen Teil gingen die Sendungen aus dem Ausland nach dem Kopenhagener Freihafen. Dort wurden die Zollverschlüsse beseitigt und das Rauschgist um= gepadt. In kleineren Sendungen unter den verschiedensten Masfierungen wurden dann Kokain, Rohopium, Heroin und Morphin meiterverschi dt. Das Rauschgift wurde in Hamburg als Spielwaren nach New Port verfrachtet, um sofort von dort nach Südamerika weiterzugehen. Im New Yorker Hafen wurden die Spielwaren" jedoch beschlagnahmt. Dasselbe Ge schäft mit 100 Kilogramm sollte noch einmal, und diesmal direkt nach der Mongolei und nach Persien versucht werden, tam aber nicht mehr zur Ausführung, da das Schiebernest in Berlin aus= gehoben wurde. Für die Schieber wintten ganz enorme Gewinne, da im Theater, Lichtspiele usw. Montag, d. 8. 10. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 102 20. Uhr Rheingold Staats- Oper Am Pl.d. Republ. R.-S. 159 20 Uhr Fidelio Montag, d. 8. 10. Städtische Oper Bismarckstr. Turnus III 19 Uhr Troubadour Staatl. Schauspielb. Ara Gendarmenmarkt R.-S. 59 20 Uhr Was jede Frau weiß Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. 20 Uhr Die Weber Homische Oper s James- Klein- Revue: Tausend nackte Frauen!! Die gr. Revue der Freien Liebe" Sonntag 3 Ubr Vollständige Vorstellung zu kleinen Preisen Parkett nur 4,50 Mk. Sür 50 Pig. ins Mathalla- Cheater! 8 Uhr: Varieté und Tanz!! Nach der Explosion des Panzerwerks Melilla Volksbühne Deutsches Theater Theater am Bülowplatz 8 Uhr: Norden 12: 310 Der wichtige spanisch- afrikanische Stützpunkt Fort Melilla in Marokko ist kürzlich in die Luft geflogen. 40 Todesopfer und mehr als 200 Verwundete waren zu beklagen. Die Kraft des zur Explosion gekommenen Schießpulvers hat das mächtige Panzerwerk zu einem Trümmerhaufen verwandelt. Orient und in China für das Kilo Opium und Kofain 6000 m. ge= zahlt wird, während der Einkaufspreis nur einige hundert Mart betrug. Ob sämtliche Angeklagten am Montag sich vor Gericht stellen werden, ist noch zweifelhaft, denn die sämtlichen Ausländer sollen, nachdem sie aus der Haft entlassen worden sind, Deutschland den Rücken gefchrt und die von ihnen hinterlegten hohen Kautionen im Stich gelassen haben. 8 U. Ende nach 10%/ 2 Zum 127. Male: Der lebende Artisten Leichnam Max Reinhardt Theater am Schiffbauerdamm 8 Uhr Die Drei- GroschenOper legio Wie die KPD. fiegt. 32 Wochen Arbeitsverdienst verloren. Moskau verlangt von seinen Anhängern in den Gewerkschaften eine erhöhte Aktivität. In Berlin befindet sich die Zahlstelle des 3immererverbandes unter kommunistischer Leitung. Also werden Streifs inszeniert, unbefümmert um Tarifvertrag, unbefümmert um die Konsequenzen, die sich daraus ergeben können. Man rechnet eben damit, daß die anderen Gewerkschaften, wenn die Konjunktur umschlagen sollte, start genug sein werden, um die Berliner Zimmerer vor den Folgen dieser Taktik zu bewahren. Aber was find jetzt schon die Ergebnisse dieser„ erhöhten Attivi tät? In ihrer Sonntagnummer berichtet die„ Rote Fahne" unter der Ueberschrift: Neuer Sieg im Baugewerbe“, daß die Belegschaft der Firma Reuter u. Hartmann, Baustelle Badstraße, nah 3% wöchigem Streif die Arbeit wieder aufgenommen habe, und zwar ohne jegliche Maßregelung". Großartiger Gieg! Sonst weiß das Blatt freilich nichts über den„ Sieg" zu berichten. Aber wenn die Kommunisten selbst handeln, sind sie bekanntlich sehr bescheiden. Ludwig Hodapp 60 Jahre alt. Seitdem, seit 34 Jahren, bekleidet Hodapp Posten des Berliner Vorsitzenden, trotz aller Verände rungen, die sich inzwischen vollzogen und aus dem Brauerverband arbeiterverband den Verband der Brauerei- und Mühlenarbeiter, den Brauereiarbeiterverband werden ließen, aus dem Brauerei aus diesem im Jahre 1921 den Lebensmittel und Ge tränfearbeiterverband und schließlich seit dem 1. April dieses Jahres die gemeinsame Organisation der Bäder, der Fleische der Böttcher, der Brauer und der Müller, den NahrungsmittelGetränkearbeiterverband. und dem EL Be Qu als eif ihr es, ba me ihr fto tar To pur Bri leid Gie ipie fen Es Bor Daß er auch in der Parteibemegung tätig ist, soweit vielbeschäftigten Gewerkschaftsvorsitzenden die Zeit dazu bleibt, gibt sich aus der Tatsache, daß Hodapp seit Jahren als sozial demokratischer Stadtverordneter wirft. Wir wünschen unserem noch recht rüstigen Genossen Ludwig Hodapp, daß es ihm noch manches Jahr vergönnt sein möge, in Bei Dienste der Arbeiterbewegung weiterzuwirken. Das älteste deutsche Ehepaar. Vor dem Fest des Z0jährigen Hochzeitstages. fein ihm tom fafyri Und Σας de cin wer Am 9. November d. J. wird der 90jährige Zimmergefel Theuert auff mit feiner ebenso alten Ehefrau, die in den Städtchen Neuwedell im Kreis Arnswalde wohnen, das Fest. siebzigsten Wiederkehr ihres Hochzeitstages begehen können. Die ihn Jubeltag ist so selten, daß es nicht einmal eine Bezeichnung für Jed so spätes Ehejubiläum gibt; denn die längste Ehegemeinschaft, 65jährige, wird mit der eisernen" Hochzeit bezeichnet, darübe Dan hinaus gibt es nichts mehr. Die beiden Alten, die die golden Sche diamantene und eiserne Hochzeit schon lange hinter fich habe leben in sehr bescheidenen Berhältnissen. Die Der Vorsitzende der Berliner Ortsgruppe des Berbandes der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter, Genosse Ludwig Hod app, ist 60 Jahre alt geworden. Am 8. Oftober 1868 wurde er in Oppenau in Baden geboren. Er kam nach Berlin und wurde im Jahre 1892 zunächst Schriftführer des Brauerverbandes. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Nach dem großen Maifeierkampf der Böttcher, in deffen Verlauf gegend.( Nachdr. verb.) Meiſt ſtärker bewölkt bei wenig veränder auch die Brauereiarbeiter ausgesperrt wurden, wurde Hodapp zum lichen Winden. Temperaturen. Nur noch unbedeutende Niederschläge mit südwe Für Deutschland: Im Norden strichweise etw Vorsitzenden der von 800 auf 225 Mitglieder zurückgegangenen Or Regen und ziemlich mild, im Süden neblig bis heiter mit etwas ganisation gewählt. höheren Tagestemperaturen. Metropol- Theater Täglich 8, Uhr Die Komödie Friederike Bismarck 2414/7516 814 Ende 11 Uhr Eltern und Kinder Komödie von Bernard Shaw Thalia- Theater Kammerspiele 8 Uhr Norden 12310 Schneider Wibbels 8%, U. Ende 10 Uhr Auferstehung Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr Die Weber Theater des Westens 8 Uhr: Moskauer jud. akad. Theater Die Reise Benjamins III. Oktobertag Schauspiel von Georg Kaiser Vorverk. ab 1. Okt. auch im Pavillon d. Reinhardbühnen, Kurfürstendamm, Ecke Uhlandstraße Bismarck 448 u. 449. Berliner Theater Direkt.Heinz Herald Charlottenstraße 90 Dönhoff 170 8 Uhr Reg.: A. Granowsky Der lebende Theater am Leichnam Nollendorfplatz Regie: Max Reinhardt Täglich 8 Uhr Ende nach 102 Chr Schwarzwald- Trianon- Th. mädel! Sonntag 34 Uhr: Die Fledermaus. R 8 Uhr Franz Lehar birigiert Käthe Dorich als Friederile Brion und Richard Tauber als Johann Wolfgang Goethe Hilde Wörner Bespermann Arnstaedt Diegelmann Dora Rex Limburg Raiser- Tit Borverkauf für die ersten 14 Borftellungen. NO Reichshallen- Theater Abends 8 Soint. nchm. 3 Stettiner Sänger Das wundervolle Oktober Progr.! Nachm. halbe Preise, volles Progr. Donhoff- Brett'i: Varieté- Stimmung, Tanz! Anfang 8 Uhr. Sonntags 5 Uhr. SCALA 8 Ubr B5 Barbarossa 9256 Die ungeküfte Original Theremin- Trio, Musik aus Eva der Luft, Operette in 3 Akten Powers Riesen- Tanz- Elefanten vom Originalbesetzung. New York- Hippodrom Sonnabd. u. Sonntg. und das große Varieté- Programm. 4.Uhr Sonnabends u. Sonntags je 2 Vorstellungen 3.30 u. 8 Uhr. 3.30 zu ermäßigt. Preisen das ganze Programm. ose- Theater Froschkönig Gr.Frankfurier St.137 Kindervorstellung 8 Uhr. mit Gesang u. Tanz Pech- Schulze Rundfunkhörer halbe Preise Theatera.KottbusserTor Thalia Theater Barnowsky- Bühnen Kottbusser Str. 6 Tel.: Moritzpl. 16077 Täglich& Uhr, auch Sonntags nachm. 3 Uhr( ermäß. Preise) Elite Sänger mit Silberne ,, Put ti Hochzeit u. einem toll. Lebensbild Schwank Volkspreise: 100 b. 2 00 M., Logen 2,50 8Uhr CASINO- THEATER 81, Ubr Lothringer Straße 37. Neu! Neu! Stöpsel Dazu ein erstklassiger bunter Teil. Für unsere Leser Gutschein für 1-4 Pers Fauteuil nur 1.15 M., Sessel 1.65 M. Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M. CIRCUS BUSCH Sonntags 2 Vorstg., 3 and 8 Utr. Neues Oktober- Programm! u.a. Kaden, der einzige Dompteur zu Pferd im Löwenkäfig. Zum Schluß: Revue- Sensations- Schaust. Perlen gestohlen" mit Bruno Kastner und Flammenkönig Lindner a. d. circuskoppel. Nachm: die ganze Vorst. zu halben Preisen! mit Kinderbelustigungen und Geschenkverteilung. Dresdener Str. 72-7. Th. Königgrätz. St. Täglich 8 Uhr 8 Uhr: Theater in der Stadt bere tei si Di lang mille und brane Lustspielhaus Täglich 8 Uhr Schneider Wibbels Der rofe General Dination Eugen Robert Arm wie eine Auferstehung Henckels, Grodtczinski. Saltenburg- Bühnen Dts. Künstler- Th. 8 Uhr: Fräulein Mama Operette von Hugo Hirsch Lessing- Theater 8 Uhr Alb. Bassermann, Lucie Mannheim Komödienhaus Täglich 8, Uhr Kommandantenstr. 57 Täglich 8 Uhr: Spiel im Schloß Anekdote von Franz Molnar, Hokuspokus Regie Eugen Robert Kymi Kirchenmarge E. v. Thellman, J. Riemia ind R.Müller, Mattoni Baris Agnes Esterhazy, Arthur Kleines Theate mit Curt Götz Schröder, A. E. Licho, ZeschBallot, Thiem, Täglich 8 Uhr Teuerster Platz Max Adalbert Sechs Mark Planetarium am Zoo Billigster Platz Verläng. Joachimsthaler Strafe Noll. 1578 16 Uhr: Der Sternhimmel im Herbst 18 Uhr: Bine Mark Th. in der Lutzowstr. in Müllers Hermine Sterle Landa, Sikla berla tofter M 92331 HALLER- REVIE Herr Lamberthier" Erde und Weltenraum. 8 Uhr. Kurf. 9209. Schön und Drama von 20 Uhr: Louis Verneuil. Der Einfluß d. Gestirne Th. am Schiffbauerdamm Täglich 8 Uhr ( Volksglaube und Wissenschaft). Letzte Aufführungen schick" Th Ro her Rir ge gel Fal ton Kr Staatsoper am Plat Am Beverley weiß alles Th. im Admiralspal mit Ferdinand Bonn Ab Freitag, 12. Okt. 8 Uhr: L.M. Lommel in Runxendori Die Brei- Groschen Volksbühne auf Welle 0.5" Oper Paulsen, Valetti, Theater am Bülowplatz 8 Uhr Ander, Gerron, Der lebende Schaufuß, Kühl, Lenja..261 Telephon: Norden 1141 Täglich 8 Uhr. der Republik 8 Uhr Fidelio Leichnam Herrenkleider- Fabrik Großes Schauspielhaus 8 Uhr CASANOVA 8 Uhr mit Michael Bohnen. Regie: Charell 3U. Sonntag Nachmittagverstig. 3U zu halben Preis. Ungekürzte Vorst. mig Mo imter Ge gibt bis auf weiteres Anzüge equa Ulster, Paletots zu Fabrikpreisen ab. Bitte, überzeugen Sie sich Kaiser- Wilhelm- Straße 24, 1 T. Renaissance- Theater Rind- u. Schweine- Schlächter 8 Heute 8 Ton in des Töpfers Hand Tragonie einer Familie v. Theodore Dreiser. Max Jobski Deutsch von Paul Eger Putbusser Straße Regie: Gust. Hartung. Qualitätsware Billigste Preis Bielle Dertro 26: m at. Sie tei ind- b-ni letf cit''1 ®( April . II sio t d-" r.l i» �d» >e, (Beilage Montag, 8. Oktober 1928. AprÄbnid SjuUauifaßt IburasA a Es ist eine alte Geschichte... Dem Leben wahrheitsgetreu nacherzählt.- 99 Wir haben beute in aller Frühe das Mädchen, das in der letzten Zeit unseren Haushalt versehen hatte, zu Grabe geleitet Ander uns beiden und. den vier Sargträgern war niemand zur Stele. Ohne irgendwelche Teilnahme von Angehörigen oder Freunden wurde sie„verscharrt". Ein freudloses Leben fand ein freudloses Ende. Armenbe- gräbois. Einsam war sie durchs Leben gegangen, einsam und verlassen von allen gestorben. Keine Eltemtränen, keineOescbwistertränen, keine Freundestränen netzten Ihr Grab, der sinnlose% 218 hat auch sie gemordet.' Hedwig hatte weder Vater noch Mutter kennengelernt. Di« Altern früh verstorben. Sie hatte weder Bruder noch Schwester. �e> Verwandten großgezogen. Früh in die Welt hinausgestoßen, rruf sich selb« angewiesen. Jahretang war sie in Hinterpommern rrls Hausgehilfin tätig. Dann kam sie zu uns. Bescheiden, ehrlich, °'ing. willig verrichtete sie ihr Tagewerk. Wir wußten nichts von ihren Privatangelegenheiten. Mit ängstlicher Sorgfast vermied sie I*. uns in ihr Leben blicken zu lasten. Sie vorrichtete ihre Arbeit: kunit erschöpfte sich ihr Verhältnis zu uns. Fragte man sie nach �chr, st) schwieg sie. Man merkte ihr nichts an von ihren Sorgen, 'hren. Enttäuschungen, ihrer Verzweiflung. Vielleicht war sie zu 'lvlz, um Mitgefühl, Hilfe für sich in Anspruch zu nehmen. Prole- �Nerstolz! Still, wie sie gelebt, ging sie mit 26 Jahren hinüber. » Di« Tragödiedieses Mädchens wurde erst nach ihrem in ihrer ganzen Entsetzlichkeit klar. Wir suchten nach Anhalts- punkten, um Verwandte ausfindig zu machen. Dabei fanden wir Luisse, Dokumente..... Wir hatten keine Ahnung von dem Unheil, das sich über einem �lchtgläubigen, verzweiselnden Mädchen zusammengezogen hatte. �e verbarg ihr Geheimnis ängstlich. Sie täuschte uns durch ge- hielten Gleichmut, ihr Stolz wurde ihr zum Verhängnis. Hedwig hatte im Frühjahr einen Schlosser Fritz..... �nriengelernt. Er stammt aus Donzig, suchte in Berlin Arbeit. r,5 gelang ihm, Hedwig zu gewinnen. Er versprach ihr die Ehe. ihren geringen Ersparnisten lieh sie ihm Geld, damit er die ««t der Arbeitslosigkeit überstehe. Da er in Berlin keine Anstellung finden konnte, kehrte er in Heimat zurück. Er nahm ihr das feierliche Versprechen ab, treu zu bleiben. Sobald er eine Stelle habe, müsse sie noch- "Nnmen. Kürze Zeit, nachdem er fort war, fühlte sie sich Mutter. Sie �bieb ihm. fragt« ängstlich, wann sie seine Frau werden könne. , da kam die ganze furchtbare Wahrheit ans Wi�Scslicht Er war verheiratet. Sie möge guten Mutes sein, er sich scheiden lasten. Seine Frau sei ihm untreu, hintergehe ''N auf Schritt und Tritt, er habe mir ein Verlangen: mit semer Hedwig vereint zu sein. Geduld! Alles fei fiir die Scheidung vor- Ekeltet. Sie möge ihre Stellung bei uns kündigen und nach f�nzig kommen. Er werde ihr ein Zimmer mieten, in dem sie den �ieidungsprozeß abwarten soll«. „Trage Du mein Kind mit ruhigem Gewissen und mache Dir ifine Sorgen. Ich weiß, daß ich der Vater bin und werde mein« Micht als Vater tun. Ich werde Dich, so Gott will, heiraten, und Du wirst mir eine gute Frau und Mutter meines Kindes sein." . Und jeder Brief schloß mit der Bitte um Geld. Bald ver- �flie er 5 M., bald 10 M., bald mehr...,„um ihrer Liebe Villen". Und um der Lieb« willen sandte Hedwig jedesmal Gold, Geld "d wieder Geld, bis ihre kleinen Ersparnisse aufgebraucht waren. Sic sandte ihm das Geld, obzwar sie von anderer Seite ge- und verfolgt wurde. Gehetzt, um des Geldes willen. Hedwig hatte nämlich, was sie uns ebenfalls ängstlich ver- Wegen, bereits zwei Kinder. Zweimal vorher war sie schon de- pgen worden. Die beiden Väter waren spurlos verschwunden, die '»der befanden sich in Wohlfahrtspflege und die Wohlfahrtsämter �langten unnachsichtlich von dem armen Ding die Unterhalls- mlen. Magistrat I. Dohlfahrtsamt. An dos Dienstmädchen Fräulein Hedwig..... Wie Ihnen bekannt ist, entstehen uns durch die Unterbringung "hres Kindes Horst in der Diakonistcnanstalt iE täglich 1 M. Josten, zu deren Erstattung Sie gesetzlich verpflichtet sind. Bis- »er habrr, Fix C5 verstanden, sicb Ihrer Unterhaltspflicht Ihrem Kinde gegenüber zu entziehen. Daß Sie sich hiermit st r a s b a r »«macht haben, dürfte Ihnen bekannt sein. Nachdem es uns »«lunqen ist, Ihren Ausenthalt fcst.zilstellen, fordern wir Sie aus, »h sofort monatlich 10 M. zu den Pfleg« kosten beizutragen. «olls Sie dieser Aufforderung nicht umgehend und pünktlich nach- 'oirmien, werden wir Ihnen das Kind in eigene Fürsorg« geben. Kreisjugendamt. Anstsoormundschaft, P. An das Dienstmädchen Fräulein Hedwig..... In der Vormundschostssach« über Ihr Kind Ilse Martha Hed- vjfl werden Sie ersucht, 5 M. monatlich pünktlich bis zum 5. jeden Dionots, zur Vermeidung der Klage, einzusenden. Krciswohllahrtsrat. Ein armes Dienstmädchen wird gehetzt von den Wohlfahrts- hn>! 15 M. monatlich! Woher nehmen? Van Klag« bedroht, Eeiahr, das Unglückswurm wieder aufgebürdet zu erhalten! Ihre Quälte Seele klammert sich an die Hoijnung einer Heirat mit Fritz. lleicht ist er ehrlicher als die beiden anderen. Ein drittes Kind.. » .«1« schreibt nach Danzig. Verzweifelt, ihn bestürmend. Er Löstet sie. Mit öligen Worten erinnert er sie an Gottes Güte. [* alles zum Guten wenden werde......Kommt Zeit, kommt ?s.... Ich werde demnächst die Scheidungsklage einreichen. wird einwilligen. Ich weiß es gewiß." Und dann kam wieder die Bitte um Geld. Hedwig schickte ihr letztes Geld--- und vertraute ihm. Und tonn,.* der Blitz! Seme Frau schickt Hedwig«neu Brief. Ihr Mann hätte ihr alles gestanden.„Bilden Sie sich ja nicht ein, Sie Hure, daß Sie ihn herumbekommen werden. Wenn Sie nach Danzig konunen, werde ich Sie so zurichten, daß Sie nie- mand mehr erkennen wird. An die Scheidung, aus die Sie speku- lieren, denkt weder mein Mann noch ich." Und darunter steht:„Ich bestätige, daß meine Frau und ich in bestem Einvernehmen leben. Gezeichnet Fritz M." Sie bricht zusammen. Am nächsten Tag koimnt ein Brief von ihm. „In der Stunde der größten Verzweiflung sende ich Dir diese Zeilen. Mein falsches, hinterlistiges Weib hat mir einen Streich gespielt. Sie sagte, sie werde gleich die Scheidung einreichen, ober sie tat es nicht, sondern hat nur mein ganzes Geld beschlagnahmen lassen. Dann lauerte sie mir auf und machte mich betrunken in einem Hotel. Liebe Hedwig, schicke mir sofort Geld, vielleicht 30 bis 40 M. Ich hob« meinen Koffer gepackt, ich fahr« sofort zu Dir..." Hedwig lieh sich von uns Geld aus. Don Zweck oerschwieg sie— und sandte es noch Danzig. Vielleicht meinte er es doch chriich. Und dann kam die Antwort: „Sie hat mich jetzt vollständig m ihrer Gewalt, denn Geld habe ich nicht und mein Scheidungsgrund ist jetzt hinfällig, da sie Beweise hat wegen Ehebruchs. Ich werde jetzt noch einmal mit ihr zusammengehen. Ich weiß genau, es dauert keine vier Wochen. Sei doch so gut und sende mir sofort meine Heiratsurkunde zurück. Leg« bitte einen Zettel hinein und schreibe obenauf:„Hiermit sende ich Ihnen Ihre Heiratsurkunde und werden Sie glücklich mit Ihrer Frau." Das war das Ende. Betrogen von einem Schurken, der sie mit glatten Worten emzufanzen versuchte, verfolgt von Wohlfahrts- ämtern, die Geld für zwei Kinder verlangten, Geld, dos sie niemals Von Dr. Julius Moses, auftreiben konnte. Und ein drittes Kind unter dem Herzen! Aller Haß wandte sich gegen dieses Kind, ein Kind des Unglücks. Ein überflüssiges Kind neben zwei überflüssigen Kindern. Ein Kind. das für das Elend bestimmt war. * Sie ging zu einem Arzt. Sie erzählte ihm ihr Martyrium. Sie bat ihn um seine Hilfe, um der Menschlichkeit willen. Er wies sie ab. Er wollte nicht das Zuchthaus riskieren.§ 218! Sie sucht« sich selbst zu helfen. Sie kaufte sich mit dem letzten Rest des ihr noch gebliebenen Geldes ein« Spritze! Ungeschickt ver- suchte sie die Operation an sich selbst. In der Nacht trat sie plötzlich an unser Bett, stöhnend vor Schmerzen, blutend, fiebernd. Ich brachte sie sofort in dos nahegelegen« Kronkenhaus. Mit der größten Sorgfalt wurde dort alles aufgeboten, um sie zu retten. Doch ein Schüttelfrost jagte den anderen. Schließlich war alles vergebens. Nach wenigen Tagen erlog der vom Fieber gejagte Körper. Hingemordet von dem sinnlosen§ 218, von einem Paragraphen, der den Armen schuldig werden läßt und ihn dann seiner Pein, seinem Schicksal Überlaßt. Hmgemordet von einem Aus- nahmcgesetz gegen die Frauen und Mädchen des Proletariats. Die erschütterndsten Tragödien i-csert dos Leben selbst, er- schüttenider als sie die Phontaste eines Dichters aus. zudenken in der Lage fit. Dom Grab« des unglücklichen Opfers einer so.zialen Gesetz- gebung zurückgekehrt, habe ich diese Zeilen niedergeschrieben, nichts erfunden, nichts hinzugefügt.———————— Der Tod des kleinen Spartakus Vom Vater erschossen.— Vernichtung lehens werten Lehens. Der Flieger Orlowski, eilfit Mitglied illegaler Parteien und Emigrant und Revolutionär im Kampfe gegen den Zarismus, nach der Oktobereoolution Kämpfet der Roten Flotte im fernen Osten und schließlich roter Flieger, ist ein kraftvoller Mensch: er trotzt den Elementen, steht in jeder Lage seinen Mann. Sein Eheglück ist ungetrübt, sein sehnlichster Wunsch ist ein kräftiger Junge, der einst gleich ihm für die Schaffung eines neuen Rußland kämpfen. würde. Er soll Spartakus heißkn: hätte sich jener gegen die Sklaverei aufgelehnt, so sollte sein Spartakus die Fesseln brechen helfen, die das neue Rußland an das alte vom Zarismus über- nommcne schmieden. Und Spartakus kam zur Welt: ein Wasserkopf mit schweren Anfällen, so schwächlich, als müßte er jeden Augenblick sterben: ein Häufchen kranken Fleisches, dem die Nahrung künstlich zugeführt werden mußte. Je weiter um fo schlimmer. War dos sein Spartakus? Er. der rote Flieger Orlowski, Vater eines lebensunfähigen Kindes? Wen traf die Schuld? Ihn nicht: er hatte nie Syphilis gehabt— wie die Aerzte anfangs vermuteten. Etwa den Vater der Frau, der Alkoholiker war? Vielleicht! Das Kind war aber krank und würde nie gesund werden. Es wuchs heran und konnte weder gehen noch sprechen. Wenn es saß, so stützte es sich auf die Hand und drehte sich um sich selbst. Was ihm unter die Finger kam, vernichtete es. Mit drei Iahren war es noch so unsauber wie mit sechs Monaten. Der rote Flieger Orlowski wandte sich an die Aerzte. Der Chirurg erklärte, seine Kunst sei hier mochtlos. Der Psychiater sagte: ein hoffnungsloser Fall. Als der Bater im Wartszimmer des Arztes ein älteres idiotisches Kind sah, das an derselben Krank- heit litt wie seines— auch dieses drehte sich um sich selbst— da ersaßt« ihn Grauen. Es gab einen Ausweg: den Tod des Kindes. Sollte er etwa selbst der Mörder seines Spartakus werdcn?„Wenn Krieg ausbricht und ich an die Front muß, wie soll ich dann meine Frau mit dem idiotischen Kinde zurücklassen. Ich töte es." Der Gedanke fraß seitdem an ihm. Und als seine Frau erkrankte und in Lebensgesahr schwebte, hielt der rote Flieger Orlowski das Kind stundenlang am offenen Fenster, in der Hoffnung, es würde an der Winterluft erkranken... Das Eheglück begann sich zu trüben. Zwischen den Eheleuten stand das Kind. Eines Tages fand der Mann einen Zettel, ge° schrieben von der Hand seiner Frau: sie schob ihm die Schuld an der Krankheit des Kindes zu und drohte, sich und das Kind zu erschießen. Wiederholt sagte sie, es wäre ein Glück, wenn der Junge stürbe. Was beginnen? Den Jungen in ein Idiotenheim bringen? Der Bater suchte eins auf, sah es sich an und kam � bestürzt zurück:„Nie gebe ich ihn hin. Besser der Tod als das: . das ist schlimmer als der Tod. Ich erschieße den Jungen auf der Stelle." Auf der Stelle tat er es nicht. Aber am nächsten Tage störte ein Schuß das Haus auf. Orlowski kam mit dem Revolver in der Hand aus der Türe, lehnte sich wie verzweifest an den Türpfosten und sagte zu seinem Nachborn:„Ich habe ihn erschossen. Meine einzige Bitte: teilt es meiner Frau so schonend wie möglich mit. daß ihr nichts geschieht." Dos Gericht verurteilte den roten Flieger zu 6 Monaten Ge- fängnis: und milderte die Strafe in einen Acrweis: So endete der kleine Spartakus. Hatte Orlowski auch hier seinen Mann gestanden? Ein Beitrag zum Problem: Vernichtung kebensiinwerten Lebens. Es gibt Wissenschaftler, die hier das Recht auf Vernichtung au- erkannt wissen wollen. *** In Wien sprachen vor kurzem Goschworeu« eine Mutler frei. Sic halle den Gash-chn geöffnet, um sich und ihren Sohn zu töten. Der Kleine starb, die Muller blieb am Leben. Es war ein unehc- liches Kind, für das der Vater nicht sorgte. Das Kloster weigert« sich, es zu behalten, weil die Mutter für die Kosten nicht auf- kommen konnte. Aufs Land wollte sie es nicht geben, weil die Ziehkinder es da schlecht haben— es sollte ihm aber nicht so er- gehen, wie es einst ihr ergangen war... So tötete sie es. Wiener Geschworene sprachen sie frei. Es war ober ein lebensfähiges Kind. Der kleine Spartakus war lebensunfähig. Trotzdem verurteilten Sowjetrichter den Bater. Ruzzus. Unbegreif lichkciien der Jusiiz! Vor einiger Zeit ging durch, die Zeitungen ein« Notiz, wonach eine Berliner Unfallstation einem verletzten Ausländer die erst« Hilfe verweigert hat, mit der Vegründung, daß auf Grund amtlicher Vorschriften einem Ausländer in der Unfallstation nicht geholfen werden könne. Dieser Unbegreiflichkeit aus ärztlichem Gebiet— man denke an Reichsversassung Artikel 148:„Schul- erziehung im Sinne der Dölkerversöhnung"— steht die nachstehende Unbegreiflichkeit der I u st i z zur Seite, die ebenso wie die ärztliche für Artikel 148 im wahren Sinne des Wortes kein„Schulbeispiel" fit. Es handelt sich um folgendes: Eine geschiedene Ehefrau kann nach§ 1577 BGB. wieder ihren Familiennamen annehmen. Hiervon wird naturgemäß'n einer, wie unserer Zeit, insbesondere von Frauen, die vor der Ehe beruflich tätig waren und diesen Beruf weiter ausüben, häufig Gebrauch ge- macht, und die Behörden sollten alles tun, um den geschiedenen Frauen die Wiedcranahme ihres Mädchennamens zu erleichtern. Diese Wiederannahme erfolgt nach den Vorschriften des Bürger- lichen Gesetzbuches und des Preußischen Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuch durch«in« Erklärung gegenüber dem prcu- ßischen Standesbeamten, vor dem die Ehe geschlossen wurde, oder gegenüber dem Amtsgericht. Di« Erklärung muß öffentlich, d. h. vom Gericht oder vom Notar, beglaubigt sein. Mit der Zunahme Internationalen Verkehrs heiraten immer häufiger Zlusländer in Deutschland, sie lassen sich aber auch immer häufiger scheiden. Der Standesbeamte lehnt jedoch bis in die neueste Zeit die Eintragung des Mädchennamens einer geschiedenen Ausländerin im Heirats- register ab, und die zur Hilfe angerufenen Gerichte weigern sich, den Standesbeamten dazu anzuhalten. Die Gerichte stützen sich dabei auf eine Enficheidiing des Kammergerichts aus dem Jahr« 1916, in der es heißt, daß§ 1577 BGB. mir auf solche Ehen Anwendung find«, die allein nach deut- schem Recht geschieden sind. Selbstverständlich ist es möglich, diesem Paragraphen eine so enge Auslegung zu geben und es kann nicht verkannt werden, daß dos Kammergericht seinen ablehnenden Stand- punkt mit„guten" juristischen Gründen gerechtfertigt hat. Man kann aber doch die Empfindung nicht unterdrücken, daß bei dieser Entscheidung die K r i e g s z e i t ein« gewisse Rolle gespielt hat. wo von vornherein jeder Ausländer ein Mensch minderen Rechts war. Diese Zeit ist aber vorbei und daher sollte auch die Entscheidung als überholt gelten. Denn«in zwingender Grund, den K 1577 nicht auch geschiedenen Ausländerinnen in Deufichland zur Verfügung zu stellen, ist nicht vorhanden. Völlig absurd ist es aber, wenn das Kammergericht noch weller- gehend den K 1577 BGB. nicht allein auf Ausländerinnen bezieht, sondern auch auf deutsch« Frauen, die durch. die Eh« mit einem Ausländer die deutsche Staatsangehörigkeit verloren, sie nach der Scheidung aber wieder erlangt haben. Nach Z 10 des Reichs- und Staatsangehörigkcitsgesetzes muß nämlich die geschiedene Frau eines Ausländers, die früher Deutsche war, auf ihren Antrag wieder ein- gcbürgert werden. Selbst für solche deutsch« Frauen will man das Kammergericht, wie bereits gesagt, die Wiedcromiahme des Mädchen- namens nicht zulassen. Wie reiu formalistisch der ganze Standpunkt ist, geht aus der Entscheidung(Jahrbücher der Entscheidungen des Kammorgcrichts, Band 50 A 62) heroor. Das Kamniergericht stellt nämlich solchen abgewiesenen ausländischen und deutschen Frauen an heim, di« Aenderung ihres Namens auf dem Weg« der GetteH- migung durch die La nd« s p o liz« i zu bewirken und dann in „analoger" Anwendung der Borschrifkrn des§ 1577 die Aenderung im Heiratsregister vermerken zu lassen. Im Jahre 1928 dürste ein solcher Umweg überflüssig sein. Dr. Albert Baer, Berti«, Rechts ainvall und Notar. 21100 Aganten der Landstraße Ein Rennfahrer- Roman von André Reuze. Übersetzt von F. A. Angermayer In langgestreckter Linie ziehen die Teilnehmer an dem großen Straßenrennen„ Rund um Frankreich" durch das Land. Der Sportschriftsteller Ravenelle und der Maler Mainguy begleiten sie im Auto. Es sind aufregende und anstrengende Tage, die die" Giganten der Landstraße" erleben. Sie setzen eine ungeheure Energie ein, um den Sieg zu erringen, sie werden von der sportfreudigen Bevölkerung als Helden geteiert, aber im Grunde sind sie doch nur die Reklamefiguren der großen Fahrradfabriken, die mit allen Mitteln des Betrugs, der Hinterlist, der Fälschung den Konkurrenzkampf uniereinander ausfechten. ( 10. Fortsetzung.) " ,, Sie haben gestern nacht den Start verpaßt," sagte Tampier in vertraulichem Ton. Wir hatten uns alle verabredet, gegen den Riva"-Stall zu fahren, der uns in der ersten Etappe so schön ver laden hatte! Bis zum Morgengrauen haben wir ihnen ein mörderisches Tempo vorgelegt, denn solange die Riva"-Leute hinter uns find, wachsen auch die Nägel dünner!" " ,, Jezt wird wahrscheinlich bis Cherbourg gebummelt," sagte Bouarre, und die Etappe wird wie gewöhnlich durch Spurt ent schieden." ,, Tja," warf Laboureur ein,„, am zweiten Tag geht's immer sehr schwer, und die Fahrer wollen nicht einsehen, daß ihnen die Anstrengung der ersten Etappe in den Beinen sitzt!" Was tun sie denn dann erst nach der sechsten, siebenten oder achten Etappe?" fragte Maingun. ,, Man gewöhnt sich allmählich dran. Man trudelt sich ein: Am Schluß wird Ihnen jeder Fahrer sagen, daß die letzte Etappe von Dünkirchen nach Paris, die doch schließlich auch 340 Kilometer lang ist, gar nicht mehr zählt. Das Schlimmste ist vorüber, und man ist zwar ausgepumpt, hat sich aber dran gewöhnt." Der Maler beugte sich aus dem Wagen und beobachtete das energische und ernste Geficht des alten Champions. Reiner erschien ihm so charakteristisch. ,, Achten Sie doch mal auf die wirklichen Klassefahrer," fuhr Laboureur fort.„ Schn Sie, wie leicht Tampier, Majotte und Argentero furbeln. Beachten Sie ihren rotierenden Tritt. Zweitklassige Leute, wie Grimpart oder van Decofter beispielsweise, treten schon viel eciger. Von Bouilladour, den uns Ballu als be: sonders starken Mann geschildert hat, gar nicht zu reden. Der fizt wie auf Glasscherben. Na, in der Bretagne wird's ihm wohl bredig ergehen." ,, Und wie fühlen Sie sich selbst, Laboureur?" ,, Fabelhaft! Ich habe sehr guten Appetit, eine ausgezeichnete Berbauung und einen festen Schlaf." ,, Machen Sie etwa Notizen?" fragte der Maler, der Laboureurs Hals einen Bleistift baumeln sah. an ,, Den. Bleistift hab' ich immer zum Einschreiben mit. Haben Sie nicht gesehen, daß wir uns in den Kontrollen einschreiben müssen? Es gibt zwar überall Tinte und Feder, aber wenn wir in Rudel ankommen, entsteht immer Streit darüber. Früher haben beim Einschreiben die Erstangekommenen absichtlich so start aufgedrückt, daß jede Feder zum Teufel ging und die anderen tostbare Zeit verloren. Dazumal hat man dann in solchem Fall einfach den Finger ins Tintenfaß gesteckt und irgendwie seinen Namenszug hingeschmiert. Heute trägt, was bedeutend sicherer ist, jeder seinen Bleistift um den Hals." Laboureur enttortte die Aluminiumflasche mit den Zähnen, prostete den Herren zu und sagte ganz ernst: ,, Auf Ihr Wohl, meine Herrschaften!" Bei dieser Unterhaltung rollte er in gleichmäßigem Tempo meiter. Das Rennen war so monoton geworden, daß sogar die Begleitautos im Gänsemarsch fuhren und sich nicht zu überholen bersuchten. Nur die Photographen waren wie immer sehr beschäftigt und bemühten sich, ein baumumstandenes Bauernhaus, ein Kirchlein oder ein Schulgebäude mit staunenden Kindergruppen auf die Blatte zu bekommen, um dem immer gleichmäßigen Vorbeizug der Rennfahrer reizvolleren Hintergrund zu verleihen. Beder beim Bassieren Honfleurs, noch beim Durchfahren der beiden Weltbäder Deauville und Trouville hatte sich im Rennen etwas geändert. Selbst nach der Verpflegungskontrolle in Houlgate war alles beim alten geblieben. Immer noch flammerten sich etwa zehn Einzelfahrer an die Berufsfahrergruppen. Crousse zeigte auf sie hin und sagte zu Ravenelle: ,, Bas sagen Sie, wie fich die Krebse bei der Klasse halt'n?" Ravenelle nickte lächelnd und sagte dann: ,, Sie haben mir noch immer nicht Ihren famosen Trick verraten, auf den Sie vor dem Start anspielten und durch den Sie die Rundfahrt gewinnen wollen." ,, Na, ich brauch' ja nich gleich die ganze Rundfahrt gewinnen. Aber der Trick stimmt, mehr sag' ich nich... Nanu, was is'' n da vorne los?" · Eben hatten sie Cäen umbogen und begannen gerade den sehr steilen Sankt- Peter- Hügel emporzuklimmen. Aus dem stampfenden Feld hatte sich überraschend ein Fahrer losgelöst und war ausgeriffen. Er trug das gelbweiße Trikot des Riva"-Stalles. ,, Das ist Caraco!" schrie Crousse. Und schon flog er dem Felde nach. ,, Caraco ist der Spanier Mirralès," erflärte Ravenelle. ,, Der breitschultrige Bursche mit den bläulichen Baden?" fragte Maingun. Da! Man nennt ihn auch den Stierfämpfer". Er befigt mehr Schnelligkeit als Ausdauer, gewinnt gewöhnlich die zweite Etappe der Rundfahrt, steigt aber vor Perpignan, wo die hohen Berge anfangen, hübsch aus." Der reinste Quatsch, hundert Kilometer vorm Ziel auszus rüden," marf Boust ein. Der hat ja' n Stich Die anderen lassen ihn weg, damit er sich abhebt, und holen ihn dann mühelos ein! Argentero führte die Meute!" Wieder sah man das Meer. Jagd gepact, fah mit leisem Herzklopfen dem Ausreißer zu und wünschte innig, daß ihm sein Fluchtversuch, den er ganz allein gegen das gesamte Feld gewagt hatte, glücken möge. Am liebsten hätte er ihm geholfen und ihm etwas von seiner eigenen, ganz zwed lojen Kraft übertragen. losen Kraft übertragen. ,, Borsicht!... Achtung!" schrie plötzlich wer. He!" Dann gab's ein Metallfurioso, ein Hund heulte auf und sprang dann entsetzt aus einem Wirbel von Staub. Boust hatte die Bremsen scharf angezogen. In den nachfommenden Gefährten streckten die Mitfahrer, als Zeichen für die hinteren Wagen, die Arme aus. Ein Rennfahrer lag schreiend auf der Erde. Auf seinem grünen Trikot und auf den nackten Schenkeln sah man Blut. Sein Gesicht war verzerrt. ,, Ein Italiener!" ,, Gambardella!" Von allen Seiten rannten Menschen herbei. Rennfahrer wollten vorbei und fluchten, mußten mühselig am äußersten Straßenrand meiterfurbeln und flizten dann, in den Pedalen stehend, ohne sich umzuwenden, davon. Der immer gleichmäßige Zug der Rennfahrer. Ravenelle hob den Italiener vom Boden, stützte ihn unter beiden Armen und stellte ihn auf die Beine. Gambardella mar ein Pleiner, sonnenverbrannter Kerl mit buschigen Augenbrauen. Sein linkes Bein war vom Snöchel bis zur Hüfte eine einzige Bunde. Es sah aus, als sei es von einem Reibeisen aufgerissen worden. Mit Mühe machte sich der Gestürzte von den ihn haltenden Händen frei. ,, Mein Rad!. Mein Rad!" stieß er immer wieder hervor. Ein junger Bauernbursche gab ihm zu verstehen, daß seine Maschine feinen Schaden erlitten haite. 1509 Nun besah sich der Italiener seinen verlegten Schenkel, warf einen Blick auf die blutenden Finger und schnitt eine grauenhafte Grimasse. ,, Alle Knochen heil?" fragte rasch der eben vorbeifahrende Der Italiener machte eine nichtssagende Gefte und schüttelté den Kopf. Das Auto entfernte fich, die übrigen Wagen folgten. Ballu Copyright by Büchergilde Gutenberg, Berlin Im letzten Auto, das die Aufschrift des„ Belgischen Sport anzeigers" trug, entdeckte Ravenelle, unter riesigen Schutzbrillen und einer Ledermüze, ein weibliches Gesicht, das sich neugierig herausbeugte. ,, Aha, die Belgier haben Weiberffeijd geladen!" rief Bouft. dieses Mädchen hängt sich einem wie eine Klette an. Das ist ja Yvette Landry," sagte Ravenelle. Weiß Gott, bare Geschichte!" " Sonder Gambardella, der pon seinem Sturz noch immer halbbetäubt war, ließ sich auf eine Wiese nieder. Er zog ein fleines Fläschchen aus seiner Trikottasche und nahm einen fräftigen Schlud. ,, Das gibt Mut!" erklärte er. ,, Kognat oder Sherry," jagte Ravenelle Maingun ins Dhr. ,, Aus dieser Reserve schöpfen die meisten Fahrer bei einem Schwächeanfall neue Krafte. Von den Arsenikpillen, die sie furcht bar aufpeitschen, ganz zu schweigen.. Mandymal betrinten fic sich geradezu, um ihre Energie zu verdoppeln." ,, Unglaublich!" ,, Sport, mein Lieber!" .. ,, Brutal, wie alles meiterraft, ohne sich um den armen Teufel zu kümmern." ,, Das jagen Sie, weil Sie die Renn bestimmungen nicht tennen... Selbst wenn Gambardella in eine Schlucht gestürzt wäre, fönnte ihm tein Kamerad beispringen, ohne sich der Gefahr einer Bestrafung auszusetzen! Sogar wenn er jetzt aufgäbe und in unfer Auto stiege, würde er bestraft." ,, Unerhört!" ,, Nur abwarten! andere Dinge erleben!" Sie werden noch ganz Einzelfahrer rollten in fleinen Haufen vorbe und riefen nur: Ah, Gambardella!" Dann turbelten sie weiter. Der Italiener war wieder aufgestanden Seine Beine zitterten noch. Blut fiel in dunklen Tropfen auf seine staubigen Schuhe. ,, Eine' und' at mid maden stürzen," jagte er halblaut. ,, Tiere muß anbinden, sonst nig gut." Bon Kindern unterstügt, las er mühselig seine im Straßen graben verstreuten Siebenjachen auf. Dann maß er mit langem Blid die Beite der Strede, als erwägte er die nun notwendig gewordene. Anstrengung, und schwang sich aufs Rad. ,, Mensch," sagte ein Fleischergeselle, der mit den Händen in den Hosentaschen dabeistand ,,, die Keris haben doch Schmeid im Leib!" Einige Rufe ertönten, von zagem Beifall begleitet. DIS Bravo, Gambardella!" Schon rollte der Italiener weiter. Nach und nach beschleunigten seine Beine ihren Rhythmus. Dann beugte er sich tief über den Lenker und jagte hinter dem entschwundenen Feld einher. Ravenelle nahm neben Mainguy wieder im Auto Platz. WAS DER TAG BRINGT. Statisch oder statistisch? Bon einem Leser wird uns geschrieben: Im ,, Abend" vom Freitag liest man in dem„ Schicksal eines Erfinders" wiederholt von statistischen Berechnungen. Bei der Konstruktion eines Luftschiffes oder einer großen Eisenhalle wird nicht statistisch gerechnet, sondern statisch. Statik: die Lehre von der Festigkeit, von Zug und Druck! Das ist ein Unterschied wie zwischen Leberwurst und Käse. Bei allem Respekt vor diesen beiden Lebensmitteln: Versuchen wir es mit einem Kompromiß, vielleicht waren es statistische und statische Berechnungen, die der Erfinder nach Amerika geschickt hat! Röcke hoch! I a ( Forts. folgt.) g 2 1 Grajset auf der anderen Seite aufstellen. Eigentümerin fei, me sich der Hund auf ein Pfeifenfignal hin zuerst zuwende. Mit de Ausführung dieses salomonischen Urteilsspruches muß natürlich g wartet werden, bis Josephine Baker von ihrer Tanztournee wiede zurückgekehrt ist. Kann man den Gaurisankar bezwingen? obe Ein Leser sendet folgende Erntefestanzeige aus der Weser zehntel des Druckes einer Atmosphäre. Diese Behauptung ist du Warte": Röcke hoch! Am Sonntag, dem 9., und Montag, dem 10. September, feiert jung und alt sein diesjähriges Erntefest in Röcken. Es laden freundlichst ein Die jungen Leute. Der Festwirt: Wöbking. Böcksen dol! Bfui, pfui, shoking! Röcke hoch! Böckfen doll" auf einem Erntefest, auf dem es schon sowieso mehr als fidel zugeht! Selbst der Teufel wird rot! So hoch" und so doll" geht es nicht einmal in einer Walpurgisnacht auf dem Blocksberg zu was heißen! und das will Keinerlei Sorge, feinerlei Entrüstung darob! Röcke“ ist ein Dorf und Böcksen" ist ein anderes Dorf... Wer kann es verhindern, daß ein gerissener Wirt das eine hoch." und das andere nieder" leben läßt? Wem gehört Rex? Die Expeditionen, die 1922 und 1924 den Gaurisantar richtiger: den Mount Everest besteigen wollten, haben b wiefen, daß der Mensch unter gewissen Umständen, wenn auch m bedeutenden Schwierigkeiten, Höhen von 7000 Metern erreiche fann. Zweifelhaft aber bleibt, ob er jemals über 8000 Meter no höher steigen kann, denn in jener Höhe herrscht nur noch ein Bic Experimente erwiesen, die man in Amerita an Lieren vorgenomme hat.. In eine Depressionskammer, in der nach und nach die auf den geringen erwähnten Drud gebracht wurde, hatte 6 Kaninchen, 6 Ratten, 6 Meerschweine und 12 Mäuse gesetzt. die Luft die Verdünnung aufwies, die in einer Höhe v 8800 Metern herrscht, gingen sämtliche Schweine ein, von de übrigen Tieren blieben am Leben 5 Kaninchen, 6 Ratten un 2 Mäuse. Man will nunmehr die Teilnehmer der nächsten Moun Everest- Expedition in solchen Depressionstammern allmählich die stark verdünnte Bergluft gewöhnen. Erste Hilfe für den Schiedsrichter. 201 Bei einem Ligafußballspiel, das vor einigen Tagen zmij der Elf der Bristol Rovers Reserve und Plymouth Argyle Reserve in Bristol ausgetragen wurde, vermarnte der Schiedsrichter eine Läufer der Argyles zweimal und bald darauf megen Radhichlagen ein drittes Mal. Als der Spieler das Feld verlassen sollte, stred er den Schiedsrichter durch zwei Hiebe nieder, so daß die Samarit dem Schiedsrichter erste ärztliche Hilfe leisten mußten Das Gi affociation die Angelegenheit erledigen soll. Wieviel Briefmarken werden verbraucht? f Q 11 b 5325 ni ដី ២ ៩ ព Die farbige Tänzerin Josephine Bafer befindet sich gegenwärtig greifen von Polizei wurde abgelehnt, da die englische Fußba st in Berlin, ihren deutschen Schäferhund Rer aber hat sie aus ganz bestimmten Gründen in Baris laffen müssen. Eines Tages nämlich, als Josephine Baker in Begleitung von Reg durch die Straßen von Paris schritt und einige Bekannte traf, fam es wegen des Hundes zu einer ziemlich lebhaften Auseinandersetzung, in deren Verlauf martenverbrauch während eines Jahres die Vereinigten Staate Die vom Weltpostverein aufgestellte Statistik sieht im Brief behauptet wurde, daß Reg gestohlen worden sei. Wenigstens meinte mit 22 Milliarden Mark im Werte von 2,7 Milliarden Goldfrante ein Fräulein Grasset, der Hund gehöre ihr. Die Sache ist nun vor an der Spize. Es folgt Großbritannien mit einem Berbrauch Bericht gekommen, und der Richter war einigermaßen in Berlegen 840 Millionen Goldfranken und an dritter Stelle steht Deutschla la Mirrales raste weiter. heit. Aber nicht lange. Er hat entschieden, man jolle Reg die mit 762 Millionen. Es folgen dann Frankreich, Italien, Japa Mainguy stand im Wagen halbaufgerichtet, vom Taumel der Augen verbinden und Josephine Baker auf der einen Seite, Fräulein Desterreich, Schweiz, Holland, Spanien. Rechts zogen fich lange Dünen hm. Die Straße war sandig und von verdorrtem Gras eingefäumt. Ins eintönige Grau der Landschaft warf das auseinandergerissene Feld bunte Farbflecken. Durch die Schnelligkeit der Jagd waren einige Zuschauer auf die Dünen geleckt worden. DO ge 85 IN in ho V 5. Fort len erig ott, Der Subt yent Dhr. em Echt enn enn äre, fic fich Ogar ege ganz orbei Den tlen Tiere Ben als und n in meid dem gt.) men t be Ein Jubiläums- Schwimmfest. ,, Berliner Schwimm- Union 1913." Mit einer gelungenen Veranstaltung eröffnete gestern die dem I beendete er das Rennen vor Weber- Neukölln 1: 28% und KaiserArbeiter- Turn und Sportbund angeschlossene Berliner Union, der 1: 29% gebrauchte. Recht interessant verlief der Schwimm- 1nion 1913" Die die Wintersaison. Zu dem Schwimmfest, das im Stadtbad Friedrichshain, an der Schillingsbrücke, abgewickelt wurde, haiten sich nahezu 600 Besucher eingefunden, die den Kämpfen mit großem Interesse folgten und mit Beifall nicht fargien. Die Veranstalter hatten für ein abwechslungsreiches Programm gesorgt, das in flotter Folge vom Stapel ging und teinen Augenblick der Langeweile auftommen ließ. Besonderes Interesse gewann das Schwimmfest noch durch die Teilnahme der Freien Wassersportvereinigung Magdeburg und der Freien Schwimmer von 1913- Hildesheim. Leider blieben die Gäfte in fast allen Konkurrenzen unplaziert; die Berliner Gegner waren in ihrer jetzigen Form auch sehr schwer zu fchlagen. Außer Union" und Neufölln" der FGB, fielen die Schwimmer des jungen, neugegründeten bundestreuen ArbeiterSchwimmvereins Hellas Berlin besonders auf. Sie haben vorzügliche Schwimmsportler in ihren Reihen und werden für die Butunft noch manches ernste Bort mitzureden haben. " 1 # In einer kurzen Ansprache wies Colm auf die Bedeutung des Tages hin. Er begrüßte die auswärtigen Gäfte und hieß fie in den Mauern der Reichshauptstadt willkommen. Mit dem Wunsche, daß auch diesem Jubiläumsschwimmfest anfäßlich des 15jährigen Bestehens der BSU, mię in den Vorjahren ein voller Erfolg beschieben sein möge, gab er das Bassin für die Konkurrenzen frei. Ein Damenreigen, der durch seine Bielseitigkeit und erafte Ausführung auffiel, war der Auftakt. In zwei Läufen wurde dann zur 10 × 40- meter Freistilstafette für Männer gestartet. Der erste Lauf, wurde von der BSil. mit einer Bahnlänge vor Lichtenberg in 4:17 überlegen gewonnen. Hildesheim lag fogar zwei Längen zurüd. Der zweite Lauf sah Hellas in 4: 7% als Sieger. Mit seinem vierten Schwimmer gelang es Hellas, der bis dahin mit Neuföln Kopf an Kopf gelegen hatte, etwa sechs Meter Borsprung zu gewinnen. Dieser Borsprung wurde von Wechsel zu Wechsel bis auf eine halbe Bahnlänge vergrößert. Neukölln wurde mit 4: 13% 3weiter. Union wurde dadurch mit 4: 17% auf den dritten Plag verwiesen. Eine besonders gute Leistung vollbrachte Eger- Hildesheim, der im Jugendfreistilschwimmen( 16-18 Jahre) über 100 Meter die Strede in der famosen Zeit von 1: 8% Minuten be wältigte. Grün- Charlottenburg, gieichfalls ein guter 100- meterMann, benötigte 1: 11%. Einen scharfen Rampf gab es im 100- meter Männer Brustschwimmen in der A- Klasse. Hier war es Beder- Neukölln, der den Sieg an sich riß. Mit 1: 23,3 ARBEITER FUSSBALL Lichtenberg schlägt Frisch- Auf 7: 0. Die ersten Spiele in der neuen Spielpereinigung. 1. Kreis, und die ersten Heberraschungen. Das waren die Mert male des gefirigen Sonntags. In Lichtenberg standen sich die dortige Abteilung der Freien Turnerschaft Groß- Berlin und Frisch- Auf, Luckenwalde, gegenüber. Die Ludenwelder mußten sich eine schr hohe Niederlage gefallen lassen. Trogdem sie im Feldspiel bestimmt nicht schlechter waren als Lichtenberg, fonnte der Sturm den Ball nicht über die Torlinie bugfieren. Lichtenberg war dagegen glücklicher und auch ener gischer. So ist auch die hohe Torzahl von 7: 0 zu erklären. Bis zur Pause führte Lichtenberg bereits mit 4: 0. Die ersten zehn Minuten nach dem Wechsel hatte Lichtenbergs Hintermannschaft schwer zu arbeiten, ohne daß es den Luckenwaldern gelang, zähl baze Erfolge buchen zu können. Der Rest der Spielzeit gehörte dann wieder Lichtenberg. geschaft. Diede Fobe t b m eiche обе Bic bund one La 211 DO 7 de un www Berder hatte wenig Glüd. Schon das Spiel der 2. Mannschaft endete mit einem Sieg der neugegründeten Bioabiter MannDie 1. Mannschaft der Obststädtler hatte die Raromer zu Gaft. Hier tonnten die Gäfte einen 7: 2 Sieg buchen. Seriha und Boltersdorf trennten fid) 0: 3. Auf dem fandigen Play in Ruhlsdorf tonnte sich Treuentrichen nicht entfalten. Mit 5: 0 blieb Ruhlsdorf siegreich. Ludenwalde I hatte sich Bistriz ner pflichtet. Nach einem technisch hochstehenden Spiel blieb Lucenmalde mit 1: 0 Sieger. Weitere Resultate: Seriha 3 gegen Frisch- Auf 2 0: 7. Hertha 2 gegen Woltersdorf 2 7: 2. Zudenwalde I 2 gegen Bistrik 23: 2. Ludenwalde Altersm. gegen Bistriz Altersm. 3: 3. Werder Jugend gegen Cladow Jugend 1: 1. Zudenwalde Jugend gegen Pistriz Jugend 1: 5. Achtung! Fußballbörse! Am Mittwoch, 21 Uhr, findet bei Engel, Swinemünder Str. 65 ( Bahnhof Gesundbrunnen, Ausgang Millionenbrüde), bie u ballbörse statt. Sämtliche Bereine der Gruppe Berlin müssen ihre Mitgliederliste mitbringen zur Abstempelung der Roun Spielerlaubnis. Alle Einzelspieler melden sich dort.- Borher um 19% Uhr findet die fällige Rommissionssigung statt. Ferner Ausgabe der neuen Kreiszeitung. h Terve Achtung, Fußballspieler Moabits! Die Bersammlungen der ich neugegründeten Abteilung Moabit der Freien Fußballvereinigung Groß- Berlin finden bis auf weiteres jeden Freitag bei Hübner. Wilsnader Str. 34, statt. Bundestreue Fußballspieler des Bezirks melden sich dort. eine agen tred arite Cin ball Brie Wafferballmehrkampf. Jede Mannschaft hatte sieben Schwimmer zu stellen. Bier Ausgaben 3 Torschüsse aus 80 Meter Entfernung, Weitwurf, Zielwurf und 4 × 40 Meter dribbein waren auszuführen. Union wurde mit 77 Bunften fnapper Sieger vor Lichtenberg mit 76 und Magdeburg mit 71 Bunkien. Das Knabenwasserballspiel Beißensee gegen Union endete mit einem houshohen 9: 1- Sieg der Weißenseer. Beim Springen für Männer( B- Klasse) erreichte Greusing- Lichtenberg 38 Buntte. Den zweiten und dritten Platz belegten Sühring- llnion mit 32% und Eggert- Hildesheim mit 25% Puntien. Den Höhepunkt des Festes bildete zweifellos die Brustschwellstafette 120200 120 80 Meter, die im für Männer über 80 ersten Lauf Hildesheim, Neukölln, Union, Charlottenburg, und im zweiten Lauf Saltensee, Lichtenberg, sowie Hellas an den Start brachten. Im ersten Lauf übernahm zunächst Union die Führung, Diesen Vorsprung hielten die Neuköllner bis zum Schluß und siegten um sie bereits bei der 120- Meter- Strecke an Neukölln abzugeben. in 9: 8 vor Union mit 9:12. Den zweiten Lauf gemam Hellas überlegen mit fast einer Bahnlänge vor Lichtenberg. Faltensee lag etwa zwei Bahnlängen zurüd. Den Beschluß der Veranstaltung bildeten zwei Wasser= ballspiele. Hildesheim I trot gegen Union II und Magdeburg gegen Union I am. Beide Spiele fonnte Union ganz überlegen gewinnen. Dem Zusammenspiel der Berliner, ihrer Wurftechnik und dem Tempo waren die Gäste aus dem Reich, die sich übrigens schwer zusammenfanden, nicht gewachsen. Das erste Treffen endete für Union II mit 7: 2( 3: 1) und das zweite Spiel mit 9: 2( 5: 0) für Union I. Die übrigen Resultate: Männliche Jugendszuft 100 Meter 14-16 Jahren: 1. Lehmann- Berlin 12, 1,29; 2. Grigues- Faltenste 1,34%; 3. Rreufe Strutilln 1,39. b. 16--18 Jahre: L. Tiedtfe- Berlin 12 1,28; 2. Rasch- Hellas 1,29; 3. Defterreich- Hellas 1.30%. Mäbchenbruft 40 Meter: 1. Braun- Lichtenberg 37%; 2. Grams Berlin 41,4; 3. Bod- Faltenjee 42,1. Männerräden 100 Meter( Klaffe B): 1. Hentschke gichtenberg 1,24; 2. Behrend- Hellas 1,27; 3. Leidow- Berlin 12 1,30%. Яек furren( intern.) 40 Meter Bruft Rueben: 1. Rägel 42.1; 2. Franfe 43. 40 Meter Bruft Jugend: 1. Seinide 58,3; 2. Ricge 42.2. 100 Meter Brust Rouver: 1. Bichöfer 140%; 2. Lustig 11 1.43%. Frauenrüden 100 Meter: 1. Frohn- Reulan 1,33; 2. Bode- Hildesheim 1,87; 3. Rotany- Berlin 12 1,47%. -Jugendfreistil 100 Meter( 14-16 Sabre): 1. Edmidt- Sellas 1,15; 2. Kutfd) fau- Charlottenburg 1,23; 3. Engel Lichtenberg 1,28%. 16-18 Sabre: 1. EgarSildesheim 1.8%; 2. Griin- Charlottenburg 1,11%; 3. Pohle- Sellas 1.16,4. Arabenbruststafette 4X80 Meter: 1. Bellas 5,4; 2. Union 3,38%; 3. Mentelln 5,44%. Beibl. Jugendbruft 100 Meter( 18-18 Jahre): 1. Rlaufe- Union 1.498; 2. Sirfemann- Lichtenberg 1,44%; 3. Riegaft- Charlottenburg 1,48. Sellas 1.15; 3. Sornfeld- Sellas 1,17. Männerfreiftil 108 Meter( Alaffe B): 1. Gräbert- Bichtenberg 1,13,4; 2. BöhmeReklame, sonst nichts! Oppermann enttäuscht auf der Rütt- Arena. " mann hatte dem letzten Renntag auf der Rüit- Arena ansehne Der Start des australischen Meisterfahrers Subert Opperlichen Besuch zugeführt. Zur allgemeinen Ueberraschung tonnte das große Wunder Oppermann" den ihm vorangegangenen großen Ruf nicht rechtfertigen. Er unternahm zwar verschiedene Borstöße, ohne aber vom Felde wegzukommen. Auch die von den übrigen Fahrern eingeleiteten Borstöße scheiterten zumeist schnell an der Aufmerfjamteit der Gegner. So ließ es sich nicht vermeiden, daß das Rennen einen etwas eintönigen Verlauf nahm. Erst die legten Minuten brachten durch einen von Kroschel eingeleiteten Ausreißversuch etwas Leben in das Feld, verschiedene Fahrer verfielen der lleberrundung. In den Spurts erwies sich der Franzose audet als der Beste, der nicht weniger als sieben von den zehn Wertungen zu seinen Gunsten entschied. Ergebnis: 100 Rilometer Einzelfahren: 1. Faudet 2:33:42, 38 Punkte; 2. Ehmer 19 Buntte; 3. Mouton 13 Punkte: 4. Kroll 10 Punkte; 5. Rroschel 2 Bunfte; 6. Behrendt 1 Buntt; 7. Oppermann 0 Buntte; 8. Miethe 0 Punkte; eine Runde zurüd: 9. Rütt 13 Buntte; 10. Ties 12 Bunkte; 11. Bauer 6 Panfte; zmei Runden zurüd: 12. Bette; 13. Kühl; vier Runden zurüd: 14. Marcillac. Tegfe ben zmeifen, während der Borwäris"-Jahrer Schmemmler sich den dritten Plas sichern fonnte. B. Starte murde vierter; alle dicht auf. Fünfter Spillmann 57: 01: 2. Nurmi, der Rekordläufer. Dem Internationalen Sportfest des Sporiflubs Charlottenburg wohnten auf dem Plaz am Funkturm gestern etwa 18 000 Zuschauer bei. Im Mittelpunkt des Programms stand das Stundenlaufen, an dem sich auch die Finnen Nurmi und Matilainen beteiligten. Das Ergebnis des Rennens waren drei Belt höchstleistungen und zwei neue deutsche Retorde. Nurmi lief 15 Kilometer in der neuen Weltrekordzeit von 46: 49,5 Minuten, Husen, der Zweiter war, stellte mit 48: 50,6 Minuten einen neuen deutschen Reford auf. Bei 16,093 Kilometern ( 10 englischen Meilen) hatte Nurmi mit 50:15 Minuten einen zweiten Weltrekord hinter sich und nach Ablauf einer Stunde hatte Nurmi 19,210 Rifometer bewältigt. Der Hamburger Husen verbesserte den deutschen Stundenrekord von 17,979 Rilometer auf 18,211 Kilometer. Das Schachturnier beendet. Nach Erledigung aller noch ausstehenden Hängepartien hat sich im internationalen Schachturnier um den Ehrenpreis der Stadt Berlin folgender Schluß stand ergeben: 1. Bogoljubom 8% je 6½ Puntte; 5. bis 8. Richter, Lift, Johner und Ahues je 5½ Puntte: 2. Sämisch 8 Bunfte; 3. und 4. Grünfeld und Kostitsch Bunkte; 9. Helling 4% Punkte; 10. Rotenstein 4 Punkte; 11. Steiner 3½ Bunfie; 12. v. Hoghausen 2% Buntie. Die Schule der Deutschen Turnerschaft. Auf dem Gelände des Sportforums im Grunewald hat die Deutsche Turnerschaft am Sonnabend ihre Turnschule eingeweiht. Im Beisein einer großen Anzahl von Vertretern der Behörden, befreundeter Organisationen und der Presse, begrüßte Dr. Berger die Gäste. In der Turnschule sollen die Turnwarte und Vorturner der Deutschen Turnerschaft ausgebildet werden. Im Erdgeschoß des Gebäudes liegen mehrere Hallen für das Männerturnen, das Bolts- und Kunstturnen sowie der Frauenturnjaal. Im ersten Stock sind die Verwaltungs- und Wirtschaftsräume untergebracht. Wohn- und Schlafjäle liegen im Obergeschoß. An den Reichspräsidenten wurde ein Huldigungstelegramm abgeschickt. Großer Preis von Mariendorf. Der Große Preis von Mariendorf, über den meiten Weg von 4200 Metern führend, ist die längste deutsche Zuchtprüfung. Der Besuch in Mariendorf konnte sich sehen lassen, reichte aber an den des Matadorentages nicht heran. Nimmt sich eine Dotierung von 7000 Mart für trabersportliche Verhältnisse auch ganz anständig aus, so hätte man wohl bei einiger Aufbesserung unter entsprechender Berücksichtigung der Ausschreibung sicher noch ein meit besseres Feld haben können als die acht Inländer zweiter Klasse, die am Start aufmarschierten. Der Verlauf gestaltete sich höchst einfach, wenn auch nicht uninteressant. Caro Bube führte durchweg. In Jauß jr. mit Caro Bube ernst, verschärfte das bis dahin langsame der dritten Runde machte der ein vorbildliches Rennen fahrende Tempo und kam auf Vorsprung vom Felde fort, um als leichtester Sieger dem Ziele zuzustreben. Menm Rennen: 1. Meisterfänger( Knöpnadel ir.), 2. Ludzina, 3. Tamerlant. Toto: 32:10. Tag 12, 14, 15:10. Ferner liefen: Fatir, Luchs, Rebelkappe, Mai. morgen, Die Leste, Barcarole, Gatan, Aater I, Erich G., Silberpappel, Birus, Arosa, Haga Burton, Cilly Dillon, Caleere. Bradhtiäbel- Rennen: 1. Albrecht Dürer( Jang jr), 2. Quirin, 3. Charmant. Toto: 76:10. Plag: 25, 20, 13:10. Ferner liefen: Brachtmädels Tochter, Helgara, Titania, Olmipia, Faltenstein, Seinrich. Orba- Preis: 1. st. 1. Jngelinbe( Bef.), 2. Briemel, 3. Diana Ragowan. Toto: 65:10. Plek: 41, 49, 55:10. Ferner liefen: Baron Gabler, Mistral, Regen hopen, Harfenmädchen, Coudster ir., Cifi, Esparfette, Ingrid Hade, Abdullah Gilver, Erifa. 2. Abt. 1. Selfixa( Bes.), 2. Einsicht, 3. Freibeuter. Tote: 126: 10. Blag: 40, 40, 123: 10. Ferner Tiefen: En, Eifelfried, Minni Salle, Fricdrichsdor, Erbpring jr., Kerrigan ir., Friedrich Reg, Morgentau, Möglich. Graßer Preis von Marienberf: 1. Cars Bube( Jauk jr.), 2. Barmaid, 3. Edftein. Foto: 36:10. Blag: 14, 17, 12:10. Ferner liefen: Charade( 4), imael, Cotta, Rönigsadler, Quifi quafi. Tfchepe- Ausgleich: 1. Sphinx 1( Sauß ir.), 2. Gawein, 3. Langemann, Toto: 66:10. Blag: 38, 72, 35:10. Ferner liefen: Rotula, Traveller, Linets, Carl legander, Valencia I, Leffing, Niederländer, Senan Cord, Dichtung, Mars Sun, Rohlenkönigin, Brinzessin Etawah, Cirano, Nation, Wildtage, Bostumus, Flamingo, Altgold, Wainsca, Rlud. Blaue- Abria- Mennen: 1. Bazan Silvester( B. Finn), 2. Divisionär, 3. Rubin. Foto: 47:10. Blat: 21, 20, 17:10. Ferner liefen: Manzanares, Paula A., gindawlind, Graf Dorn, Carl Eugen. Aberglaube Nenuen: 1. Johannisfäfer( J. Mills), 2. Lindenwirtin T, 3. Quitte B. Toto: 38:10. Bias: 20, 16, 67:10. Ferner liefen: Franlet, Fels, Damion Watts, Lodung, Trotteur. Seroftrat, Karneval. Erbmann- Menneu: 1. herb( B. Finn). 2. Mailuit, 3. Flaggen lied. Eats: 47:10. Be: 18, 13, 21:10. Ferner Tiefen: Benus, Ming, Roifäppchen, Rosen. frau, Lebemann, Turiddu. Taifa Worthn. Meisterschaft der Zeitungsfahrer. Gestern trugen die Berliner Zeitungsfahrer auf der Trebrennbahn in Ruhleben ihre Meisterschaft aus. Gestartet Rehoferin, Nimmersatt, Paſſer, Steinnelle, Lucie Halle. murde in zwei Gruppen, und zwar für Amateure und für Berufsfehrer. Jede Gruppe hatte 25 Runden 30 Kilometer mit einer Belastung von 25 Bjund zu erledigen. Florian- Rennen: 1. Pamborbei( A. Echula), 2. Brate, 3. Gandel. Tota: 65:10. Blat: 21. 56, 38. Ferner liefen: Lunaria, Roladu I, Rafimir, Crifpa, Bei den Amateuren fiegte H. Liptom in 57: 22: 8 vor Golz, Mt. Frante und Nickel alle dichtauf. Fünfter wurde D. Büttner in 57: 52: 2. Das Rennen der Berufsfahrer sicherte sich Georg Schüze. Er fuhr die 30 Kilometer in 56: 57: 3. Rebriersti be Auch jetzt müßt ihr wandern! So möchte man allen zurufen, denen das Herbstkleid der Natur, die frischen Winde Vorwand find, nun mit dem Ende des Sommers das Wandern einzustellen. Wie töricht ist es, sich in die Stadt zu pertriechen, weil die Sonne nicht mehr die wärmende Kraft, die Wien- Berlin 7: 3( 4: 3). Das Handballspiel im Humboldthain. 23ie wir gestern turz in ber Morgenausgabe des„ Borwärts" Die zweite Halbzeit wurde angepfiffen und glei berichteten, standen sich am Sonnabend im Humboldthain bei über berichteten, standen sich am Sonnabend im Humboldthain bei über saß das fünfte Tor. Berlin machte jetzt seine Krise dure 1000 3uidhauern der Arbeiter Handballbundesmeister fänglich scharfe Tempo ließ nach. Troßdem wurde Bien- Dilatring und Wiener Bien Ottakring und Freie Turnerschaft Groß Störungsarbeit noch gut weitergeführt. Die Wiener v Berlin gegenüber. Berlin hatte Anwurf, legte sofort ein scharfes überlegener; trazdem hielt Berlin tapfer durch. Erst nute war es dem Wiener Mittelstürmer möglich, ar Tempo vor und hatte auch in der 7. Minute das Glüd. durch Halbschießen und das sechste Tor herbeizuführen. lints, tres guter Ubwehr, das erste Tor zu schießen, dem zmei Mi mächter leistete bei dem fiebenten Tor menig? muten später nach einem guten Abspielen durch den Mittelstürmer Eden und Strojeden wurden nicht vermo eriönte und noch einmal sauste der Ball ifr qus! FIGB., Abteilung Lichtenberg I. Die Sigungen finden jest Freitags, 20 Uhr, bei Siewert, Stant Ede Schillerstraße ſtatt. Arbeiterhockey. Im Lichtenberger Stadion standen sich die Abteilungen Norb. taatering und Oftring von der Freien Turnerschaft Groß- Berlin in einem rante Freundschaftstreffen gegenüber. Rordring hatte reichlich Erfaß ein gestellt und konnte es so nicht verhindern, daß fie mit 4: 2 unter: lagen, nachdem das Resultat bei Halbzeit 2: 2 lautete. DO chland Japa Mittwoch, 10. Oktober, findet eine Zusammenkunft der Ber: freter der dem Arbeiter- Turn- und Sportbund angehörenden umb hodenspielenden Bereine um 8 1hr im Lofal von Förster, Dänen Ede Schönfließer Straße, statt, bas zweite folgte. Bien hatte sich allmählich zufammengefunden, aber ein guter Schuß des Mittelstürmers ging über die Latte. Doch gleich darauf fonnte derselbe Spieler aus einem Gedränge heraus das erste Tor für Wien erzielen. Das Springen des langen Berliner Tor wächters half nichts. Es dauerte nicht lange und Wiens Halbrechter feßte einen Schuß an die Latte, der zum Ausgleich führte. Bien vermirfte zweimal hintereinander Strafeden, wobei die zweite ver wandelt wurde und so Berlin wieder in Führung ging, damit aber den Torjegen auch beendete. Erst in der 20. Minute führte Wien burch Halblints wieder den Ausgleich herbei, dem fünf Minuten so später das vierte folgte. Hierbei warf der Halbfinte jo verblüffend, daß die Berteidigung gar nicht zur Abwehr fam. 20e Spieler segten ihr ganzes R Her hochstehendes Spiel zu zeigen. Mittelläufer, der wie eine Klette ar stürmer hing, während dieser nicht d mie in Magdeburg. Beide Torwäc ber Abwehrarbeit. Vorher zeigten die Jüngst schaft Groß Berlin, Bezir ihre Fertigkeit im Handballspiel. des ganzen Spieles überleger Schluß das Spiel mit 1: 1 Wälder nicht mehr das schwellende Grün und die Felder nicht mehr die wogenden Halm- Meere haben. Wenn jetzt der Wind frischer pfeift, wenn auf den Seen sich Schaumkronen zeigen und der Blätterfall dicht und dichter wird; wenn man die Sonne hinter Wolfensezen suchen muß und unverhoffte Regenschauer den Wanderer überraschen, dann bekommt das Wandern neue Reize. Man kann nicht mehr Stunden um Stunden in der Sonne liegen, mit schnaufendem Atem durch das Wasser prusten und vor der sengenden Hize den Schatten des Laubwaldes aufjuchen; jetzt gilt es, zu wandern, in steter Bewegung zu sein, die Glieder zu regen und den Werktags so schlaff gewordenen Leib zu straffen. In den Herbst hinein müßt ihr wandern, die farbigen Schönheiten der Natur mit sehenden Augen aufnehmen, in der flaren und frischer werdenden Luft die Lungen weiten, um Kraft zu gewinnen für den Alltag. Nicht als romantische Phantasten, die jedes rostbraune Blatt wehmütig besingen, fönnen wir wandern. Zeit der Muße ist zu kurz, die Arbeitsfron zu lang und zu drückend, die wirtschaftlichen Sorgen sind zu quälend, als daß wir die Umwelt ganz vergessen können. Aber wandern sollen wir! Bundestreue Vereine teilen mit: Die Touristenverein" Die Naturfreunde", Zentrale Wien, Ortsgruppe Berlin: Mittwod), 17. Oktober, 20 Uhr, Aula Sophien- Gymnasium, Weinmeisterstraße 16-17, Naturwissenschaftlicher Abend. Referent Genosse Dr. Scharel, Jena.. Unkostenbeitrag 20 Pf. Abt. Norden: Dienstag, 9. Oktober, 20 Uhr, Abteilungsangelegenheiten. Abt. Friedenau: Dienstag, 9. Oktober, 20 Uhr, Abt. Wedding: Dienstag, Offenbacher Straße 5a, Mitgliederversammlung. Abt. Friedrichs9. Oktober, 20 Uhr, Turiner, Ede Geestraße, Heimabend. hain: Dienstag, 9. Oktober, 20 Uhr, Ebertnstraße 12, Vortrag( Gottschar). Alt. Treptow: Dienstag, 9. Oktober, 20 Uhr, Elsenstraße 3, Gesangsabend. Abt. Pantow: Dienstag, 9. Oktober, 20 Uhr, Görschstraße 14, Geschäftliches. Abt. Cüdost, Jugendgruppe: Mittwoch, 10. Oktober, 20 Uhr, Reichenberger Straße 66, Seimabend. Abt. Prenzlauer Berg: Donnerstag, 11. Oktober, Abt. Gesund20 Uhr, Christburger Straße 14, Geschäftliches, Gingfang. brunnen: Donnerstag, 11. Oktober, 20 Uhr, Pant-, Ede Wiesenstraße, Vortrag: Lend des Frühlings. Dienstag, 9. Oktober, Jugendgruppe: 20 Uhr Schönstedtstr., Abt. Tiergarten. DonnersLedigenheim. V. Abend. Vortrag Dr. M. Schütte. Abt. Lichten tag, 11. Oktober, 20 Uhr, Lehrter Straße 17-18, Seimabend. berg: Dienstag, 9. Oktober, 20 Uhr, Scharnweberstraße 29, Vorlesung: UlenAbt. spiegel. Donnerstag, 11. Oktober, 20 Uhr, ebenda, Lichtbildervortrag. Südwest: Donnerstag, 11. Oktober, 20 Uhr, Nordstraße 11, Lichtbildervortrag: Sitrich. Naturwissenschaftliche Abteilung: Donnerstag, 11. Oftober, 20 Uhr, Johannisstraße 15. Vortrag: Religion". Abt. Schöneberg: Donnerstag, 11. Oftober, 20 Uhr, Hauptstraße 15, Musikabend. Arbeiter- Schwimmverein Hellas", Berlin. Morgen, Dienstag, 19% Uhr, findet im Weddinger Vereinshaus, Gericht, Ede Runtelstraße, eine wichtige Mitgliederversammlung statt. Das Erscheinen aller Mitglieder zweds Riegeneinteilung wird zur Pflicht gemacht. Der Uebungsabend des Vereins findet jeden Freitag von 19%-20% Uhr im Stadtbad Wedding, Gerichtstraße 67, große Salle, statt. Die Wettkampfmannschaft übt außerdem jeden Mittwoch in der großen Salle von 20%-22 Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder findet auf den Uebungsabenden und auf der Versammlung statt. Freie Turnerschaft Groß- Berlin, Schwimmbezirk. Die fitr Dienstag, 9. Ot tober, vorgesehene Versammlung im Gesellschaftshaus muß vertagt werden. Beit und Ort der nächsten Versammlung wird noch bekanntgegeben. Die Ab teilung Kreuzberg hat Freitag, 12. Oktober, nach dem Schwimmen bei Wiesdorf, Urbanstraße 6, ihre Versammlung. Tennis- Rot, Abteilung Lichtenberg. Dienstag, 9. Oktober, 20 Uhr, bei Wegner, Frankfurter Allee 236, Mitgliederversammlung. Das Erscheinen aller Mitglieder ist wegen der wichtigen Tagesordnung( Winterarbeit usw.) Pflicht. Ab Donnerstag, 11. Oktober, betreiben wir jeden Donnerstag Ergänzungssport, Turnhalle Vartaue. Ab 20. Oktober jeden Mittwoch und Sonnabend Gunther. ftraße 44, Tisch- Tennis. Zur Bildung der Handballmannschaften( Männer und Frauen) müssen sich die Interessenten beim Vorsitzenden melden. Neuanmel dungen sind in der Bersammlung, bei den Trainingsabenden oder an Heinz Wagner, Lichtenberg, Augustastraße 8, zu richten. Großrazzia. Am Landesfahndungstag 144 Giftierungen. Alljährlich bei Eintritt der fälteren Witterung erhalten die Vor allem Städte unliebsamen Zuwachs der Bevölkerung. Berlin. Leute, die während des Sommers im Lande umherzogen und mitunter alle Veranlassung hatten, vor den Behörden verborgen zu bleiben, kommen nach den Städten, um einen warmen UnterSchlupf zu suchen. Diese Erscheinung gibt der Kriminalpolizei jedes Jahr Veranlassung, den Zugangsverkehr schärfer zu kontrollieren und namentlich die Bahnhöfe und die zweifelhaften Quartiere in deren Umgebung zu beobachten. Außerhalb des Rahmens der von Zeit zu Zeit vorgenommenen kleineren Razzien wurde jetzt in ganz Preußen ein Landesfahndungstag anbe= raumt, von dem die Bevölkerung der Städte nichts merkte. Bei der kontrolle, die in der Nacht vorgenommen wurde, wurden allein in Berlin 144 Personen sistiert, von denen nicht meniger als 63 von den verschiedensten Strafbehörden st edbrief lich gesucht wurden, entweder zur Verbüßung einer Strafe oder wegen eines noch nicht abgeurteilten Vergehens oder Verbrechens. Außerdem wurden dem Erkennungsdienst des Polizeipräsidiums 23 Personen vorgeführt, deren Angaben den Verdacht nahelegten, daß sie Gründe hätten, ihre Personalien zu verschleiern. Auch mehrere Geflügeldiebe wurden erwischt; auf dem Schlesischen Bahnhof zum Beispiel ein junger Mann, dessen schwerer Koffer Berdacht erregt hatte. Es ergab sich, daß sich darin 6 fette Gänse befanden, die der Dieb bei einem Schmiedemeister in der Provinz erbeutet hatte und in Berlin verkaufen wollte. Unter den Sistierten befand sich eht aus Gollnom entwichener Zuchthäusler, Engelhardt SBRAD EngelhardtCaramelMalzbier nahrhaft wohlschmeckend bekömmlich erfrischend Aerztlich empfohlen für Kinder, junge Mütter, rholungsbedürftige, Sportler Der Kampf um das Majorat. Ein Skandalprozeß der Vorkriegszeit. Im Alter von nur 31 Jahren ist, wie aus Posen behandelt werden! Der Balg, der aus Berlin nach Wroblewo gebracht richtet wird, der Majoratsherr von Wroblewo, Graf Joseph wiledi, vorgestern an einem Cungenleiden gestorben. Der Tod des Grafen Kwiledi ruft die Erinnerung wach an einen der größten Sensationsprozesse der Vorkriegszeit. Er ließ hineinblicken in Lebensführung und Lebensauffassung des och adels, der sich immer durch eine chinesische Mauer vor den Augen des gemeinen Bürgers abzuschließen versucht hatte. Nur selten, wenn ein ,, Kreuz- Zeitung" Hammerstein, ein Jesco von Buttfamer gefehlt hatten, gelang ein Schauen über die Mauer hinweg, hinter der manches schmutzig und faul war. 11 Der alte Graf Kwiledi war, trotzdem er Inhaber des riesigen Familienmajorates Wroblewo war, bis über die wenigen letzten Haare seines fast tahlen Kopfes verschuldet. Auf den großen Grundbesitz Geld aufzunehmen, war schwer möglich, denn das Schlaf- Autobus In England ist jetzt für weite Entfernungen Autobusverkehr mit Schlafwagen eingerichtet worden. Unser Bild zeigt die Schlafkabinen eines der neuen Verkehrsmittel. Familiengesetz bestimmte, daß sich das Majorat nur im Mannes. stamme vererbe. Dem Grafen aber hatte die Gattin, Sproß einer Adelsfamilie aus dem damaligen Deutsch- Bolen, nur drei Töchter geboren. Unfern, auf seinem Gute, lauerte Better Hettor Kwi lecki, der nächste Agnat, auf den Tod seines Verwandten, um die willkommene Erbschaft antreten zu können. Als die Gräfin Kwiledi- Wroblewo nahezu 60 Jahre alt war, als ihre Töchter schon großjährig waren, fuhr sie im Jahre 1897 eines Tages nach Berlin und quartierte sich in einer Privatpenfion ein. Hier genas sie eines Rnaben vorausgesetzt, daß ihre Angaben stimmen, des vorgestern verstorbenen Grafen Joseph Kwiledi. Der„ Thronfolger" war, wenn auch als Spätling, gekommen, das Fideikommiß vererbte sich in gerader Linie, der Graf, auf Wroblewo tonnte aufatmen und vor allen Dingen Geld aufnehmen. Der Better Heftor aber bekam einen Butanfall, der durch Jahre anhielt. Was? Das Erbe war weg, die große Sehnsucht zerronnen, verflogen wie ein Phantom? Nein! Hier mußte geOBE ÖBEL ohne Anzahlung Schlafzimmer Herrenzimmer Speisezimmer Mod. 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Ein wochenlanger Sensationsprozeß nahm seinen Anfang. Hierbei geschah es, daß die feindlichen Grafen und Gräfinnen sich in einer Weise bekämpften, die jedem Menschen von echtem Schamgefühl die Röte ins Gesicht treibt. Jedes Bettgeheimnis wurde auf das Genaueste durchgeframt. War der Graf auf Wroblewo überhaupt noch potent, um den kleinen Joseph zeugen zu können? Wie stand es um die Gebärfähigkeit der Gräfin? Wie war es um die Erfüllung der ehelichen Pflichten beim alten Rwiledi bestellt? Wann hat er den letzten außerehelichen Seiten[ prung gemacht? Graf Heftor wühlte im Dred. Familienehre? Unsinn! Hier handelte es sich um Geldeswert, um die Erbschaft, um das Majorat. Da war auch das schmutzigste Mittel recht. Wie groß waren die Schulden des hochgeborenen Herrn Vetters? Was aß man auf Wroblewo? Falschen Hasen oder Hummermayonnaise? Wieviel Jagden, wieviel Diners, wieviel Gesellschaften gab man im Jahr? Aufklären, auftlären, auftlären, vor breitester Oeffentlichkeit! Nackt soll die Ver= wandtschaft dastehen, sonst geht mir das Majorat flöten!" In diesem Prozeß gab es eine Szene, wie sie selten vor einem Tribunal erlebt ward. 3wei un wissende Knaben standen vor dem Gerichtshof, der eine der erstgeborene Sohn der Bahnwärtersfrau, der andere der kleine Joseph, der eine im schlechtsitzenden Kinderkittel des Proletarierfohnes, der andere im schneeweißen, spizzenbesetzten Anzüglein eines jungen Grafen. Sachverständige gaben ihre Gutachten über Körperbau, Gesichtsausdrud, Stirn, Blid und Nase der Kinder ab, tamen aber zu feinem Schluß. Graf Heftor ward blaß, die beiden Jungen sahen dem forensischen Schauspiel aus leeren, vergeblich ratenden Augen zu. Justizrat Wronter, heute ein Nestor unter den deutschen Berteidigern, vertrat die Gräfin Kwiledi- Wroblewo und geißelte in einem der bedeutendsten seiner vielen Plädoyers das Verhaiten des Grafen Hektor. Die Gräfin ward freigesprochen 9 Die Eltern und der feindliche Onkel Hektor sind tot. Jetzt starb auch, faum über die Dreißiger hinaus, der Knabe von damals, der junge Joseph, bei seinem Tode Majoratsherr von Bro. blewo. Seine Standesgenossen, im Dünfel ihres Namens, haben ihn nie anerkannt, sie sahen in ihm einen Bastard. Aber der arme, verlassene junge Graf hat, ohne es gewollt zu haben, ein Berdien ft: Wieder einmal aufgezeigt zu haben, daß Geburtsadel mit Herzensa del selten etwas gemein hat. h. d. Verhandlungen im niederschlesischen Streit. Die Unternehmer unnachgibig. Waldenburg, 8. Oftober.( Eigenbericht.) Die am Sonnabend im Landratsamt zu Waldenburg stattge fundenen Verhandlungen für den niederschlesischen Steinkohlenbergbau sind gegen 10 Uhr abends auf Montag vormittag 10 Uhr vertagt worden. Eine Annäherung der Parteien ist während der Verhandlungen nicht eingetreten. Es wird auch voraussichtlich am Montag zu feiner Einigung zwischen den Parteien kommen, so daß die Lohnfrage wahrscheinlich durch einen Schiedsspruch des Schlichters geregelt werden muß. Die Situation im Revier ist sonst noch sehr gut. Es sind nur vereinzelt Streitbrecher vorhanden. Die Ruhe und Ordnung wird von den Streifenden vollkommen gewahrt. Die Notstandsarbeiten werden nach wie vor durch die Streifenden ausgeführt. Berantwortlich für die Rebattion: Eugen Brager, Berlin: Anzeigen: Th. Glode. Berlin. Berlag: Borwärts Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts Buch druckerei und Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin GB 68. Lindenstraße 3. TRAURINGE Preisliste gratis! 1 Ring Dukatengold( 900 gest.) zum Reklamepreis von Gediegen und modern Schwere Ausführung Sierau 1 Beilage. Mk. 18.Mk. 22.Mk. 28. 1 Ring( 585 gest.) Mk. 12.Gediegen und modern Schwere Ausführung Mk. 15.Skarat. Ringe v. Mk. 4.- bis 7.- p. Stück. Gravieren gratis zum Mitnehmen. N 24, Artilleriestr. Ges, geschütz Hermann Wiese, Berlin W. Passauer Str. 12 Standi ca. 3000 agenlose Trauringe am Lager. 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