ale übe tfcha m ei ne be mein 15 Ko el al nmen chafts e ge gelun blem uj aftung Big Albendausgabe Rr. 478 B 237 45. Jahrgang Böchentlich 85 Bt., monatlich 3,60 DR. tm voraus zahlbar, Boftbezug 4,32 m. einschl. Bestellgeld, Auslandsabonnement 6,- m. pro Monat. Der Borwärts" erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, bie Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Illustrierte Beilagen Bolt und Zeit" und„ Rinderfreund". Ferner Unterhaltung und Biffen"," Frauen. Stimme"." Technit"," Blid in die Bücherwelt" und Jugend- Borwärts" Vorwärts Berliner Bolksblatt Dienstag 9. Oftober 1928. 10 Pfennig Die etufpattige Nonpareillegeile 80 Bfennig. Reklamezeile 5.- Reichs mart. Aleine Anzeigen" das fettge. brudte Bort 25 Pfennig( zulässig zwet fettgebrudte Borte), jedes weitere Bort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Bort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Arbeitsmartt Beile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen annahme im Hauptgeschäft Linden. Straße 3, wochentägl. von 8 bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin ST 68, Lindenstraße 3 uer fernsprecher: Dönhoff 292-297 Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Rei Vorwärts: Verlag G. m. b. H. Boftschedkonto: Berlin 37 536. Bankkonto: Bant der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft, Depofitentafie Lindenstr. 8 aup Haus bende Pro tahm Deau arum unte inden fap Be eine ati d di 17 De i au taric ftri Bor Däne ffor rie ung n 31 Mit Be Bor eftim An mur der Ge gefes niffe ge rige as Irbei Zeppelin" vor dem Amerikaflug Wie der 7. Oktober in Wiener Neustadt verlief. L Rich burd ande tte 11 e chön 211 T rüde iter 4/35 1/13 Der Autmarsch des Republikanischen Schutzbundes aut dem Marktplatz. Begleitung der Heimwehren: Maschinengewehre, Gasbomben, Handgranaten. Letzte Vorbereitungen. Friedrichshafen, 9. Oktober.( Eigenbericht) Friedrichshafen steht im Zeichen des bevorstehenden Startes des afen Graf Zeppelin nach Amerika. Auf der Werft selbst wird fieberuid haft gearbeitet, um die letzten Borbereitungen zu treffen. Sämtliche Teile des Luftschiffes merden einer genauen Durchsicht unterzogen. Die an der Fahrt teilnehmenden Paffagiere find faft alle eingetroffen. Der genaue Zeitpunkt des Startes foll heute nachmittag festgesetzt werden, sobald die Wetterlage auf dem Atlantit überfehen werden kann. Das Schiff fann nach Beendigung aller Arbeiten Mittwoch morgen seine Weitftredenfahrt antreten. Je nach der Wetterlage hofft man, die große Reife nad Lakehurst in 60 bis 70 Stunden ausführen zu können. lin Blo upp Caue un Ed ften gend igen port reis fer Das Luftschiff funft mit Europa. Nachdem die Flugfähigkeit des Luftschiffes Graf Zeppelin" burch mehrere Fernflüge erprobt morden ist, hat nunmehr auch die von Anfang an vorgesehene Wertstättenfahrt des Luftschiffes, die in erster Linie auch den Funkversuchen diente, stattgefunden. Biele werden sich über die Notwendigkeit einer solchen Sondermer fahrt nicht recht flar sein und sich darüber wundern, daß eine der artige Erprobung während der vielftündigen früheren Fahrten nicht heim möglich war. Der Grund hierfür liegt darin, daß es bei den ersten ften Fahrten lediglich darauf anfam, die Geschwindigkeit, Steuerfähigkeit, Sub Furzum alle flugtechnischen Eigenschaften des Schiffes zu erfunden, also eine Prüfung, bei der einzig und allein die Flugtechniker an Bord mitzureden hatten. Bei der funttechnischen Erprobung dagegen muß die Steuerfähigkeit des Schiffes bereits ale erwiefen sein, denn um die Eigenschaften der Funkanlage beim ter Fluge fomie die Genauigkeit der Beilanlage festzustellen, sind die verschiedensten Manöver notwendig. Bei den Versuchen, die zur Abftimmung und Eichung des Funtpeilers erforderlich sind, muß sich das Luftschiff vollkommen in der Hand des Führers befinden. Es find zahlreiche Einzelmeffungen für alle möglichen Stellungen des Luftschiffes im Raume notwendig, um die sogenannte unt. bestdung" aufzunehmen, d. h. festzustellen, inmiemeit bie fich aus den Metallteilen des Echiffes ergebenden naturnotwendigen Einwirtungen auf den Beiler qehen und welche Berte sie haben. Die Erprobungen haben erwiesen, daß die Navigation des LuftSchiffes ntit Hilfe der drahtlosen Einrichtungen mit derfelben G nauigkeit und Schnelligkeit möglich ist wie in der Seeschiffahrt. Borbereitungen in Amerifa. Lakehurst( New Jersey), 9. Oftober. Die Marineverwaltung hat die Vorbereitungen zur Landung des Graf Seppelin" fertiggestellt und mehrere hundert Matrosen ftehen in Bereitschaft. Die Telegraphen- und Telephongesellschaften baben ebenfalls besondere Maßnahmen getroffen, da fie erwarten, Effi rettet Teddy. Auf zum Kampf gegen die versöhnlerischen Elemente! Roma locuta! Rom hat gesprochen, die Gläubigen! haben zu schweigen. Das Präsidium des EKKI., des Exekutivkomitees der kommu nistischen Internationale, hat sich mit dem Fall Thälmann beschäftigt und seinen Spruch gefällt. Er lautet dahin, daß Thäl mann wieder in Ehren aufzunehmen ist, daß die Mehrheit des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Deutschlands ,, sich in unüberlegter Weise irreführen ließ" und daß jetzt alles zu geschehen hat, um eine volle bolichemistische Einheit in den Reihen der Partei zu sichern". Thälmann wird das volle politische Vertrauen ausgesprochen und der Kommunistischen Partei Deutschlands wird aufgegeben, einen andauernden ideologischen Kampf gegen die rechten Strömungen innerhalb der KPD. und gegen das Verföhnlerische ihnen gegenüber" zu führen. Die Resolution ist wieder hübsch lang, wir geben daraus die folgenden Perlen wieder: Genoffe Thälmann, der ohne Vorbehalte für die strengen Maßnahmen ist, die das 3. angesichts der Unterschlagungen in der Hamburger Organisation getroffen hat, beging einen ernsten Fehler dadurch, daß er, als er von der Unterschlagung Wittorfs erfuhr, das 3. hiervon nicht sofort in Kenntnis fette. Das Präsidium stellt jedoch fest, daß diese Unterlaffung Thälmanns nicht dem Wunsche entsprach, Bittorf zu schüßen, sondern ausschließlich aus dem Bestreben heraus erfolgte, den Zeitpunkt und die Form für die Maßregelung Wittorfs so zu mählen, daß die öffentliche Erledigung der ganzen Angelegenheit mit möglichst geringem Schaden für die Partei erfolge... Gleichzeitig muß das Präfidium des EKKJ. Leider feststellen, daß das 3. der KPD. die Resolution über die Verurteilung des Genoffen Thälmann veröffentlichte, ja fogar in einer für die Partei schwierigen Situation, da die Partei in mitten der breiteffen Kampagne gegen die Panzerfreuzer- Sozialdaß ihr Dienst gewaltig in Anspruch genommen werden wird. Flugzeuge werden die Nachricht des Eintreffens des Graf Seppelin" verbreiten und die Eisenbahnen werden Sonderzüge ein. setzen, um die Massen der Zuschauer nach Lakewood zu befördern. Der Rotary- Club und die Dffiziere der Flottenstation beabsichtigen, Dr. Edener, Rommandant Rosendahl und der Mannschaft des Zeppelin ein Bankett zu geben. Bei der Ankunft des Flugschiffes werden auch die deutschen Bereinigungen von New Yort, New Jersey und Philadelphia vertreten sein. demokratie stand, ohne daß das 3. den Verfuch gemacht hätte, diese Resolution vorher dem EKKI. und den aktiven Parteifunktionären zur Kenntnis zu bringen und schließlich ohne Rücksicht darauf, wie die Parteimitgliedschaft auf einen derartigen Schritt des 3R. reagieren wird. Das Präsidium des EKKI. ist der Ansicht, daß das 3K. der KPD. dadurch einen für die Partei höchst gefährlichen Fehler beging, für den Klassenfeinden des Proletariats die Möglichkeit bot, die Kampagne der PD. gegen die Sozialdemokratie anläßlich des Baues des Panzerfreuzers durch eine Schmutzkampagne gegen den Genossen Thäl Mordwaffen gegen Reichsbanner. Ausweisung eines Journalisten. Berichte 2. Seite. mann, gegen die KPD. und die Komintern zu untergraben und die Position des Proletariats in seinem Kampfe gegen den Imperialismus zu schwächen. Ein derartiger grober Fehler war nur dadurch möglich, daß die Mehrheit der Mitglieder des 38., die nicht genügend informiert waren, sich in unüberlegter Weise irreführen ließ von den politischen Gegnern innerhalb des 3. Das Präsidium des EKKI. schlägt dem 3. der KPD. daher .. gewisse Aenderungen in der Zusammensehung der leifenden Organe des 3k.( Pol- Bureau, Sekretariat, Redaktion der ,, Roten Fahne") vorzunehmen.... Einige Dinge find immerhin bemerkenswert genug, um ein wenig näher betrachtet zu werden. Thälmann wollte den Fall Bittorf vertuschen, die versöhnlerischen" Elemente haben ihn daran gehindert. Das Zentralfomitee wird gerüffelt, weil es feinen Beschluß veröffentlicht hat, ohne das EKKI. vorher um Erlaub. nis zu fragen. Schließlich erfahren wir noch, daß die Mehrheit des 3. fich von den politischen Gegnern innerhalb des 3 K." in unüberlegter Weise irreführen ließ. Die Kom munisten haben also nicht mur politische Gegner außerhalb ihrer Partei, fie muß sich ihrer sogar in den eigenen Reihen erwehren! Die Irreführung der Führer der Kommunistischen Partei scheint aber sehr leicht gelungen zu sein. Haben die versöhnlerischen" Elemente etwa auch Revolver gegen ihre Brust gezüdt? Im übrigen wird jeßt noch einmal mit der größten Deutlich feit von der höchsten Instans, der Rommunistischen Internationale, I festgestellt, welchem wahren Zwede die tommunistische Agitation dient: es ist eine Kampagne der KPD. gegen die Sozial. demokratie", eine der berühmten Entlarvungen" der sozialisti schen Bewegung. Nicht darum handelt es sich für die KPD., ob in Deutschland die Arbeiterklasse Einfluß gewinnen soll, sondern nur darum, die Gelegenheit zu einem Geschäft für die .eigene Bartet auszunäßen. Was jagen die Pazifisten dazu? Ein schönes Bild von linfähigkeit und Kurzfichtigkeit. Die einen laffen sich von den politischen Gegnern innerhalb des 3.“ irreführen, die anderen von einer Anzahl kleiner politischer Geschäftemacher! Die weitere Entwicklung der Zustände in der KPD. läßt sich nhne weiteres vorausjagen. Ihr Volksbegehren wird den Panzertreuzer- Bolschewiften eine flägliche Niederlage bringen. Daran fann auch die Nachäffung mildwestlerischer Banditenmethoden nichts ändern. Das Entlarvungsmanöver gegen die Sozialdemokratic wird abgelöst werden von einem neuen erbitterten Kampf in den eigenen Reihen gegen die rechten" und versöhnlerischen" Elemente. Es EKKI.- Briefe mind weiter EKKI.- Resolutionen und EKKI. Briefe regnen, Führer werden gehen und kommen, die tommunistische Gefolgfchaff aber hat bei alledem auch fünftig das Maul zu halten. Fragt fich nur, wie lange noch es Arbeiter geben wird, die derartige Hanswurstiaden mitmachen Schüchterne Rebellion. Halle( Saale), 9. Oftober.( Eigenbericht.) Die Betrügereien in der KPD. haben tiefere Wirkungen in der fommunistischen Bewegung ausgelöst, als nach den dürftigen Mitteilungen der bolschewistischen Presse bisher angenommen werden konnte. Man beginnt sich darüber klar zu werden, daß die bisher befolgte politische Stlavenmoral die Schuld an der sich immer mehr breit machenden Verlumpung im tommus nistischen Heerlager trägt. Der Hallesche Bezirk der KPD. hat das jeẞt als erster öffentlich ausgesprochen und seine Meinung in einer Bezirksleitungsrefolution medergelegt, die in ihrem entscheidenden Abschnitt folgendermaßen lautet: ,, Die engere Bezirksleitung ist sich darüber klar, daß diefen für die Partei gefährlichen Erscheinungen tiefere politische Ursachen zugrundeliegen. Indem die engere Bezirksleitung noch einmal feststellt, daß die politische Linie, wie sie vom Effener Barteitag und vom letzten Weltkongreß festgelegt wurde, richtig ist, meist doch die engere Bezirksleitung darauf hin, daß die Methoden des innerparteilichen Kurfes in der PD., wie sie in der letzten Zeit in einem immer größeren Umfange angewandt wurden, Gefahren in sich bergen, die solche Erscheinungen, wie die Affäre WittorfThälmann, begünstigen. Die entsprechend der jeweiligen Lage richtige bolfchemistische Anwendung der innerparteilichen Demokratie in der KPD., die auf dem Boden des demotratischen Zentralismus steht, der Förderung einer offenen rüdsichtlosen Kritit durch die Mitgliedschaft, die Auswahl, Bestimmung und Kontrolle der leitenden Funktionäre der Partei durch die Mitgliedschaft ohne Berührung des Bestätigungsrechtes durch das 3. und ohne Berührung der Parteidisziplin, ist eine wichtige politische Lehre." Diese Entschließung fagt also im boljchemistischen Raubermelsch, daß die Knebelung der Meinungsfreiheit und die völlige Unterbrüdung der politischen und persönlichen Frei heit in der Kommunistischen Partei zu torruptiven Ausschreitungen führen mußten. Bon dem Ettibeschluß zugunsten Thälmanns hatte die Hallesche Bezirksleitung aber augenscheinlich noch teine Stenntnis. Sie wird deshalb Abbitte leisten müssen, wie die Stöcker, Remmele und all die anderen Helden der 3K. Klosett: Schulz". Steffin, 9. Ottober.( Eigenbericht.) Der tommunistische Landtagsabgeordnete Schulz, der am Sonnabend das Banditenstüdchen im Rundfumt vollführte, hat schon einmal rühmlich von sich reden gemadjt, als er in Stettin als Angegestellter der KPD. tätig war. Es war im Jahre 1919, am Sonntag, dem 27. April, als Schulz auf dem Schloßhofe in Stettin eine Bera sammlung einberufen hatte, zu der etwa 700-800 Personen erschienen waren. Schulz sprach von einem Balton aus zu den Versammelten, als plöglich Schüsse frachten und Handgranaten geworfen wurden, wobei ein Arbeiter getötet und mehrere verlegt wurden. Es waren einige aus dem Baltitum zurückgekehrte Banditen, die unter Führung des berüchtigten Hauptmanns Poensgen die Bersammlung auf diese Weise sprengten. So wie der erste Schuß frachte, verschwand Schulz nom Balkon, ließ die von ihm arrangierte Bersammlung im Stich und ward nicht mehr gesehen. Als die Boensgen- Banditen im Schlosse nach ihm suchten, fanben sie ihn nicht. Später wurde der tapfere Schultz von einem sozialdemokratischen Arbeiter auf dem Klosett perstedt aufgefunden, wo er in Angst und Bangen abwartete, bis die Gefahr vorüber war. Bei den Stettiner Arbeitern hieß der Held seitdem nur der Klosett- Schulz!" Wie der Rundfunk arbeitet. Die Klasse des Anstoßes. Unzulängliche Umänderung der Wagen 4. Klasse in 3. Klaffe. Vor einigen Tagen ist bekanntlich das 3 weiflaffen. system bel der Reichsbahn in Araft getreten. Die Reichsbahndirektion erklärt uns hierzu noch folgendes: Es war vorauszusehen, daß sich bei einer fo umfangreiche Umstellung der vierten Wagenklaffe in die sogenannte Solzflaffe", noch Mängel herausstellen werden. Die Bragis wird aber erst ergeben, in welcher Form diesen Mängeln abgeholfen werden kann. Bisher sind aus Publikumstreifen bei der Reichsbahndirektion noch feinerlei Beschwerden eingelaufen. Der Einbau der Bänke in je 4- lasse- Wagen wird be Ihleunigt fortgesezt und ist in der Hauptsache Angelegen feit der umliegenden Reichsbahndirektionen, wie Halle, Erfurt Altona uja. Es sei allerdings zutreffend, daß der seitliche Durchgang in den 4.- klasse- Wagen zu schmal ist. Pielem Misstand wird jo Die Reichebandirektion ist ferner ter fort abgeholfen werden. Meinung, daß die alarmierenden Meldungen über schwere MißMeinung, daß die alarmierenden Meldungen über schwere Mißstände etwas verfrüht sind. Selbstverständlich wird man auch fernez bemüht sein, Berbesserungsvorschlägen nach Möglichkeit Rechnung zu tragen. 4 Auf den verschiedenen Bahnhöfen waren Kolonnen in Tätig. teit, die die Fahrpläne überlebten, an den Fahrkarten. schaltern wurden durch provisorische Pappschilder die Klassen bezeichnungen geändert, und die früheren 4.- klasse- Wagen wurden dadurch in die sogenannte einheitliche Holzflaffe" um gewandelt, daß man an Stelle der 4" an den Außenwänden eine 3" überlebte und im Innern in dem bisher freien Raum für die Stehpläge Bänke aufstellte. Wie die Hauptverwaltung, sowie die Reichsbahndirektion Berlin mitteilt, soll sich die Umstellung im Betrieb reibungslos vollzogen haben. Auf der Strede Berlin- Potsdam will man fogar einen stärteren 3udrang zur zweiten Wagenklaffe, der Bolsterklasse, bemerkt haben, jedoch ist man noch nicht ganz sicher, ob es sich dabei um eine Folge der Umstellung oder nur um eine Erscheinung handelt, die an Sonntagen zu beobachten ist. Das Bublikum ist allerdings mit der Um stellung bei der Reichsbahn nicht so zufrieden und wiederholt sind den Kontrolleuren, die zur Beobachtung des neuen Zustandes ver stärkt eingesetzt waren, Klagen darüber zugegangen, daß die in den früheren 4.- klasse- Wagen aufgeftellten Bänke, die den Wagen der Länge nach in zwei Teile teilen und nur an der einen Seite einen schmalen Durchgang zur Tür und auf die andere Seite frei laffen, im höchsten Grade unbequem und unzwed mäßig seien. Der Durchgang ist nämlich so eng gehalten, daß beleibte Personen nur mit Mühe hindurchkommen und daß bei Passagieren, die größere Gepäckstüde haben, das Ein- und Aussteigen in diese Anstoßtlaffe" faft ummöglich wird. Die Es wird darauf hingewiesen, daß alle diese Beschwerden bei Reichsbahnbehörden erklären, daß diese Mißstände abgeändert werden sollen. Allerdings könne man einen Ueberblick über die der Reichsbahn nun schon seit 4 Jahren wirkungslos waren; es verkehrstechnischen Auswirkungen der Umstellung erst etwa in acht hatte nicht einmal Erfolg, daß die Polizeiverwaltung in Bernau die Auf den Bahnhöfen machte sich das Beschwerden protokolliert und dieses amtliche Material der Reichsbis vierzehn Tagen erhalten. Auf den Bahnhöfen machte sich das Fehlen der früheren 4. Klasse derart bemerkbar, daß sich alle Fahrbahn zugefiellt hat. Auch das Reichsverkehrsministerium, das gäste natürlich auf die 3.- Klaffe- Wegen stürzten und die Nachzügler wiederholt um Hilfe angerufen wurde, hat versagt. Die Beschwerde mit den geänderten 4.- klasse- Wagen vorlieb nehmen mußten. Auf führenden wenden sich daher jetzt an den neuen Reichstag mit einem der Berliner Stadt, Ring- und Vorortbahn wurden am Sonntag Antrag auf Berschärfung der Eisenbahnverfehrs insgesamt 1,4 Millionen Fahrgäste befördert, und der stärkste ordnung und Einrichtung einer Eisenbahn- BeBerkehr ging nach Grünau mit 21 350 Fahrgästen, nach Botsdam schwerdefammer, die eine unpartetische Untersuchung vora mit 22 140 Fahrgästen und nach Köpenid mit 20 210 Fahrgästen. nimmt und die Abstellung der Mängel bei der Reichsbahn erzwingt. Es war am 20. April d. 3., also in der Zeit des Wahlkampfes, Da hörten plötzlich die Berliner Rundfunkhörer unter den Tagesnachriften eine längere Meldung über den Berlauf einer rechts parteilichen Wahlversammlung. Wenige Tage darauf, am Donnerstag, dem 26. April, veranstaltete die Sozialdemokratiiche Partei im Berliner Sportpalast eine. Sundgebung, die außerordentlich start besucht war. Es sprachen dort die Führer der Bartei, unter anderen die Reichstagsabgeordneten Wels und Crispien. Nach Schluß der Kundgebung rief ein Redakteur des ,, Borwärts" bei dem Nachrichtendienst der Berliner Funffiunde an und ersuchte unter Berufung auf die am Sonntag verbreitete nach: richt über die rechtsparteilide Beranstaltung um die Weitergabe einer Meldung über die große Kundgebung der Sozialdemokratischen Partei. Nach etwa zehn Minuten meldete sich der Leiter des Nah richtenbienftes und bat, von der Forderung auf Beröffentlichung der jozialdemokratischen Nachricht Abstand zu nehmen. Er beteuerte, baß er an dem Sonntag vorher sich zum ersten Mabe seit langer Zeit freigemacht habe und schon sei das Unglüd geschehen. Ein Kollege, her über die Bestimmungen des Rurbfunts wohl nicht recht unterrichtet gewesen sei, habe die rechtsparteiliche Meldung weitergegeben. Da aber nach den Bestimmungen des Rundfunts Nachrichten von Barteien niht weitergegeben werden dürften, so fönnte er mich die fozialdemokratische Melbung nicht verbreiten. Da es sich in diesem Falle scheinbar um das Bersehen eines Angestellten handelte, so nahm der Rebatteur des Borwärts" Savon Abstand, feine Forde rung weiter zu verfolgen. Auch aus diesem Bergang fann man erſtens entnehmen, daß in der Organisation des Berliner Rundfunts manches nicht in Ordrung ist, und zweitens, daß die Behauptung der tommunistischen Breffe, daß nur für ihre Partei der Rundfunt gesperrt fei, falsch ist. Der auferstandene Teddy. Die Hanswurstiade ist vorüber. Des Lebens harter Ernst beginnt: schon setzt es stramme Nasenstüber, aus Moskau bläst ein scharfer Wind. Den Thälmann, so man jüngst gesteinigt, befiehlt das Ekki wieder her. Es hat ihn chemisch frisch gereinigt. Welch ein famoser Teddybär! ,, Das Geld, es bleibt an Wittorf hängen, der Teddy hat nur zugeguckt." Im Z.K. alle Mann sich drängen und feiern, den sie angespuckt! Dafür wird jetzt von seinem Platze, wer IHN gestürzt hat, abgesägt. Der Teddybär zeigt seine Tatze, der Rache süße Stunde schlägt. Hoch! Nieda!- Runter!- Ruff die Leitung! Gefeiert bald, bald angeklagt! Der Kommunist liest' s in der Zeitung: „ Mich hat man ja noch nie gefragt." " Jedoch ich weiss: der heil'ge Vater in Moskau regelt dies auf's Best. Für mein Gehirn genügt Theater und die Entführung nach Wildwest." Jonathan. Ausweisung eines Journalisten. Girafe für die Beröffentlichung eines Geheimdokuments. Paris, 9. Oktober.( Eigenbericht.) Wegen der Beröffentlichung des geheimen Schreibens des französischen Auswärtigen Amtes über das english französische Marine abfommen ist der Bariser Korrespondent der Hearst Breffe, Horan, aus Frankreich ausgewiesen worden. Die polizei liche Untersuchung hatte ergeben, daß Horan das Dokument von Paris nach London telephoniert hatte. Der Journalist wurde am Montag sieben Stunden lang auf der Polizeipräfektur bernommen, er weigerte sich aber, seine Gewährsmänner preiszugeben. Man stellt ihm nun die Wahl zwischen einem Gerichtsverfahren wegen Beamtenbestechung, das mit einer Berurteilung bis zu sechs Jahren Gefängnis abfdließen fönne und seiner so fortigen Ausweisung. Unier energischem Protest nahm der Journalist die Ausweisung hin. Ein Schritt des amerikanischen Geschäftsträgers. ,, Matin" und ,, Chicago Tribune" berichten, daß Haran zu Gegeben habe, das Dokument von Randolph Hearst selbst in Paris erhalten zu haben mit der Anweisung, es nach New Yor! zu drahten. Matin" berichtete außerdem, daß Hearst nor einer Woche, als man Horan am Quai d'Orsan zu verstehen gab, daß es beffer für ihn wäre, Frantreich zu verfaffen, eilig nach Washington gereift sei und Sell og um seine Intervention ersucht habe. Hearst habe erklärt, er nehme die polle Berantwortung für fein Vorgehen auf sich und fordere bas Eingreifen der amerikanischen Botschaft in Paris. Obwohl die Botschaft einen Schritt unter. nommen habe, fet es zu dem geschilderten Zwischenfall gefommen. Der amerikanische Geschäftsträger habe sich sofort zum Quai d'Orsay begeben, um Aufklärung zu erbitten. Det frans zöfifche Außenminister habe ihm erwidert, Horan sei nicht verhaftet, sondern nur verhört worden und habe selbst eingewilligt, Frankreich vor Donnerstag zu verlassen. Das englisch- franzöfifche Marineabkommen wird, wie der diplo matische Berichterstatter des„ Observer" meldet, nach der am Dienstag erfolgenden Rüctehr Lord Cuibendums nach London veröffentlicht werden. Es soll die Gestalt eines Weißbuches I erhalten. Die Benutzer der Monats- und Wochenfarten in Bernau und Umgegend haben eine Eingabe an den Reichstag gerichtet, um die Abstellung der Mißstände im Reichsbahnbetrieb auf der elektrischen Vorortstrede Bernau- Berlin zu erlangen. Es wird darin Beschwerde geführt über die alten, unprattischen Wagen und über nachlässige Betriebsführung. Die zu leicht gebauten Wagen seien überdies schlecht geheizt, Lüftung und Beleuchtung mangelhaft. Ferner wird gegen die Einführung von Halbzügen auf dieser Strede protestiert. Mit Meffer und Revolver. Rotfrontzuchthäusler gegen Reichsbanner. In derselben Nacht, in der mit Revolvern der Rundfunk ,, eroberi" murde, haben auch die fleinen Trabanten dieser ruhm mürdigen KPD. wieder einmal bewiesen, daß sie verstehen, den Slagring und Totschläger als politisches Aufflärungsinftrument zu meistern. Als in der Sonnabendnacht drei Reichsbannerfameraben auf dem Heimweg durch die Beberstraße tamen, wurden fie nort einem Trupp von Rotfrontfämpfern gestellt. Sie behaupteten, daß die Reichsbannerfameraben tommunistische Blafate abgerissen hätten und schlugen dann ohne weiteres auf die drei Reichsbannerleute ein. Da scheinbar acht gegen drei noch feine genügende Uebermacht dar stellt, holten sie durch Pfiffe noch Verstärkungen herbei. Bald maren noch weitere zwanzig Kommunisten zur Stelle, denen das Heldenstück gelang, den drei Reichsbannerfameraden schwere Kopfpertegungen beizubringen. Dem einen murde mit einem Schlagring die Lippe bis auf den Obertiefer durchgeschlagen, der zweite hat an der Stirn eine flaffende Wunde und eine Gehirnerschütterung davongetragen, der dritte ist am Bein verlegt. Als es endlich gelang, das lleberfallkommando herbeizurufen, nahmen die Rotfrontbanditen schnell Reißaus. Einen tonnten jedoch die Polizeibeamten noch faffen. Dieser ,, tüchtige" Klaffenkämpfer hat 3 mei Jahre Zuchthaus hinter sich, und sein Sohn wird wegen eines Raubüberfalles gesucht. Messer, Revolver, Lotschläger, das sind die geistigen" Waffen, mit denen eine Partei Anhänger gewinnen mill und die aus pazififtischen Gründen für ein Beltsbegehren mirbt, an dessen Erfolg sie selber nicht glauben fann, da jeder den Wolf durch den Schafspelz schimmert sieht! Orden für die„ Kraffin"-Leute. Wie unter Wilhelm! Mosfau, 9. Oftober. Aus Anlaß der Rückkehr des Eisbrechers ,, Krassin" fand in Großen Theater im Beisein des Diplomatischen Korps eine Festfizung statt. Der Stellvertretende Boltskommissar für Heer und Marine Unschlicht verlas einen Beschluß des Präsidiumis des 3entralegefutivkomitees der Sowjetunion über die Berleihung des Zivilordens des Roten Banners an den Eisbrecher raffin". ferner an Malygin, Samoilowitsch und Wiese und über die Verleihung des Militärordens des Roten Banners en Tschuchnowski und Babusch fin. für eine und jo b Gh mit bild clter Wie sind sie doch so revolutionär, die guten, lieben Kommis nisten. Sie fireben mit warmer Inbrunst nach dem sonst so geschmählen Klempnerladen". Wie wird sich des deutschen Spießers Herz nach Moskau sehnen, wie wird er der deutschen ordensfeindlichen Republit fluchen, die sein Knepfloch ohne den ach so ersehnten Schmuck läßt. Die Kraffin"-Leute haben, Hervorragendes geleistet. Ihre Berdienste sollen nicht herabgesetzt werden. Aber Orden im ,, Arbeiterstaat", bürgerlicher Klimbim bis dort hinaus, das paßt schlecht, fehr fchlecht zufammen. Oder sollten sich auch hier nur die Gegensäge wieder einmal berühren? Schnaps her! Steigerung der Bronnippeinerzeugung in Rußland. Die ruffische Regierung bereitet eine erheblie Steige rung der Branntweinerzeugung vor. Rach den Plänen der leitenden Wirtschaftsbehörden sollen die lezijährigen Fabrifationsziffern Don 38 Millionen Eimern jährlich um 10 mil. lionen Eimer fteigen, bis sie im Jahre 1930-1931 bie enorme Ziffer von 68 Millionen Eimern erreicht haben. Während jezt auf den Kopf der Bevölkerung 5,1 Flaschen Wodka kommen, würde diese Ziffer, falls die Pläne der Wirtschaftsbehörden zur Ausführung fommen, bis zum Jahre 1931 auf 9,1 Flaschen ansteigen. Bramba" erinnert daran, daß Stalin fürzlich die allmähliche Abschaffung der Bodfa- Fabritation in Aussicht gestelt habe. Jegzt soll sie nahezu verdoppelt werben! Ist das auch noch Kulturpolitit? Arb glei uns Lej f fo te di d Di G 1 ber Buz ich daf den Be bo ins tal der hal 3 DECE ie ei 1 T. 14 ta Is g2 D= 3= g P f efuPub D It : i 199 e 10 12 t Ein mißglückter Bettel. Arbeiterbildung- jibis ja jarnich! Was man noch nicht wußte: in Berlin besteht eine Reichsstelle für nationale Arbeiterwerbung und bildung", die selbstverständlich men befoldeten Geschäftsführer, eine Geschäftsstelle, ein Bankkonto und dergleichen schöne Dinge hat. Nur an Geld fehlt es ihr, so daß sie die ,, nationale Arbeiterbildung nicht mit dem erforderlichen Schneid durchsetzen kann. Deshalb verschickt sie Bettelbriefe man staune die Mitglieder des alten Adels, um Geld, mit Hilfe deffen die Arbeiter im Sinne der Deutschmationalen„ gebildet" werden könnten. -w Aber der Bettel ist schmählich mißglückt. Die Mitglieder der elten Adeishäuser stehen augenscheinlich auf dem Standpunkt, daß Arbeiterbildung felbst im deutschynationalen Sinne absolut über fiffig fei. Die Geschäftsstelle ringt in einem zweiten Bettelbrief, der gleichsam einen Trauerbrief darstellt, förmlich die Hände. Er flog uns auf den Redaktionstisch und er ist so schön, daß wir ihn unseren Lefern nicht vorenthalten wollen: Unter dem 18. v. m. haben wir uns an die Mitglieder der freiherrlichen und abligen häuser( im ganzen mit etma 2000 Anschriften) gewandt und um einen Beitrag für Errichtung einer nationalen 2rbeiterschule gebeten. 25 Empfänger unferes Briefes haben darauf mit zusammen 343 m. reagiert. Das fann immöglich die Antwort auf die Frage sein, die der nebenstehend abgedruckte Artikel zum Schluſse ſtellt.( Auf dem Briefbogen ist ein Artikel aus einem deutschnationalen Die KPD. sieht sich zu Sparsamteitsmaßregeln veranlaßt Die Kinoabteilung verwaltet das politische Reffort im Rebenamt mit. Der große Held der kleinen Leute. 600 000 Druckschriften und 24000 Briefe. Bor einem Leipziger Schöffengericht hatte sich dieser I die Stadt eben wieder einmal unter dem Eindruck eines bis dahin Tage ein gemiffer Gustav Binter, Führer des Bundes Für Recht noch unaufgeklärten Mordes stand, tam er aufgeregt zu mir, brachte, und Wahrheit", wegen Betruges zu verantworten gehabt: begangen einen tollen Artikel, der die seltsamsten und sich später als völlig an einer großen Reihe von Aufmertungsinteressenten, denen er in unhaltbar ermeisenden Behauptungen aufstellte und verhieß, er den Jahren 1926. und 1927 annähernd 600 000 Broschüren zu je werde in den nächsten Tagen den Mörder ins Bureau bringen, ihn 1 Mart verkaufte, worin er großartig von„ intereuropäischen Ver in die Telephonzelle sperren und die Kriminalpolizei benachrichtigen, handlungen" sprach, die er pflege, die Kirche beider Konfeffionen" daß sie den Täter abholen tönne. Eine Zeitlang stellte er unter sowie den Reichsgerichtspräsidenten für sich in Anspruch nahm und ausschließlicher Benutzung von Dilettanten und mit sich selber in den in denen er dem, wie er missen mußte, längst aussichtslos gewordenen Hauptrollen Filme her. Als fünstlerische Entdeckung brachte er Stampf um die Borfriegsnoten einen schließlichen Erfolg prophezeite. in dieser Periode seines Wirtens eines Tages heros" heraus, deit Herr Winter ist so unwichtig wie sein Bund mit dem bombastischen fleinsten Filmschauspieler der Welt", der niemand anderes war, Namen, aber was feinem Fall etwas Zeitdokumentarisches und Er- denn sein sechsjähriger Bub. Er steckte den völlig untalentierten schütterndes verleiht, fft dies, daß 24 000 Briefe bei Gericht ein Jungen in lange Hosen, bemaffnete ihn mit einem Spazierstod und gelaufen find, die für den Angeflogfen eintreten, sich zu ihm be schmückte ihn mit einem barten Hut. Solchermaßen verunſtaltet fennen, ein schwärmerisches Zeugnis für ihn ablegen. Winter ist mußte das arme Wurm mit seinem Papa durch das leis verwunderte fein beliebiger Vereinsvorsitzender. er ist Abgott, Messias, Heils Leipzig marschieren. fünder, Lichtbringer für jenen gewissen Kreis von Menschen, die in Später gründete Winter den„ Diftator", eine unglaublich zerder Aufwertung der rotgestempelten Tausendmarkscheine das Hochfahrene Zeitschrift. In einer der wenigen Nummern, die das Licht ziel aller Innenpolitik, den Wertmesser aller Staatsethik erblicken. der Welt erblickten, forderte er das Reichskabinett auf, 3'1 In den Versammlungen jauchzen, jubeln sie ihm zu wie die ersten demissionieren und eine Umbildung vorzunehmen. Zufällig Chriften dem Stifter ihrer Kirche zugejubelt haben mögen. fand nun in jener Zeit tatsächlich eine Rabinettsumbildung und eine Besetzung der Ministerposten mit den Cunoschen Fachleuten" statt, ein Geschehnis, das Winter als persönlichen Erfolg empfand und von dem er plafatieren ließ, es beweise den Einfluß, den die Meimung des Diktators" auf die Reichspolitik ausübe...! Unsere Zeit nennt sich aufgetiärt. Wir fliegen über den Ozean, hören Radio, haben den Fernseher erfunden. Wie sieht so ein Mann aus, der 600 000 Drudschriften abzusetzen vermag, dessen Brazeß vierundzwanzigtausendfachen schriftlichen Entrüstungs sturm auslöft, der von seinen Anhängern mit geradezu religiöser Inbrunst wie ein Heiliger verehrt wird? Ich lernte Winter in Leipzig fennen, als er noch gelegentlicher Reporter bei der jegt längst eingegangenen ,, Leipziger Abend= zeitung" war. Damals schon galt, wie auch später noch, seine Borliebe schwierigen Kriminalfällen. Sensationelle Leipziger Berbrechen riefen sofort Gustav Winter mit einer ausgefallenen und von den polizeilichen Ermittlungen gänzlich abweichenden Hypothese auf den Plan. Er recherchierte dann auf eigene Faust, spürte herum in Leipzig, verdächtigte Gott und alle Welt und ließ sich auch durch die Ergebnisse, zu denen die behördlichen Nachforschungen führten, feineswegs belehren. Er galt als Phantast und Wirrfopi. Man lächelte allenthalben über ihn. Man zog ihn auf. Niemand nahm ihn ernst. Als ich eine Zeitschrift in Leipzig herausgab und Zur Rundfunfüberwachung. -UO Heute kann dieser völlig pathologische und vor vier Jahren noch blutarme Mensch dem Gericht mitteilen, daß er außer einer Reihe von Besitztümern ein Banttonte in Höhe von 160 000 mart sein eigen nenne und jährlich 50 000 art verdiene. An den rolgestempelten Tausendmartscheinen ist gewiß niemals Geld zu verdienen gewesen, aber an der Behauptung, daß an ihnen etwas zu verdienen sei, war eine Menge zu verdienen. Gustav Binter aus Leipzig hat es bewiesen. Was liegt an ihm! Aber etwas Phantastisches ist es um jene geheimnisvolle Menschenschicht, die prinzipiell nur auf Narren und Schwindler hört, die gestern dem Mag Klante und Louis Häußer auffaß, die heute auf Gustav Winter hineinfällt und die überall, mo sie dabei ist, ihr komisches Befennertum mit tierischem Ernst verschwendet. Ilans Bauer. Kämpfen und Bestrebungen Willes. Literarische Neigung führte Wille schon früh in den Kreis des naturalistischen jungen Deutschland. In den 80er Jahren tam er nach Berlin, nachdem er schon vorher in Westdeutschland den Weg zum Sozialismus gefunden hatte. Sein Wohnort wurde Friedrichshagen, der Musenort bei Berlin. Heinrich Hart, Gerhart Hauptmann, Richard Dehmel und andere wurden feine Freunde. Hier tam auch sein Lebensziel zur Verwirklichung, den Massen die Runft zugänglich zu machen. Des Bolt muß fich die Kunst erobern", das war sein Leitfag. Als ausgezeichneter Organisator wurde er Mitbegründer der Freien Boltsbühne und der Freien Hochschule. " Zum Schluß sprach dann nochmals Prof. Gregori. Die furze schägen gelernt hat, wird ihn in gutem Andenken behalten. des Feier war beendet; wer Wille als tapieren Kämpfer achten und Der tommunistische Banditenstreich macht zum ersten Male die Deffenstichkeit darauf aufmerffam, mie ahnungslos die Berliner Funtstunde und ebenso auch die meisten anderen deutschen Sender ihrem eigenen Brogramm, ganz besonders auch ihrem Bortragsprogramm gegenübersteht. Es herrschen da unglaubliche Zustände, die schon oft vergeblich von der Fachpresse bekämpft wurden. Denn es braucht sich ja nicht immer gleich um eine gewalt same Programmkorrektur zu handeln da an den Sendern feine maßgebende Stelle das Bortragsprogramm regelmäßig abhört, find hon unzählige improvisierte, politische Verstöße vorgekommen und zudem hat niemand ein Urteil über die Qualität des Sprechers. Unter den ständig miederkehrenden Rednern befindet sich eine ganze Reihe, die einfach außerstande ist, lebendig akzentuiert und wirtsam vorzulesen. Trotzdem muß fie der Hörer immer wieder über Monatsblatt abgedrudt, der die freigemertschaftlichen sich ergehen lassen, weil sich im ganzen Hause niemand darum fümmert. An manchen Sendern wurden schon Vortragsmanuskripte Schulen behandelt und mit der Frage schließt: haben die bürgerlichen Parteien dem auch nur etwas entfernt Aehn ohne jede Prüfung mit dem zustimmenden Signum versehen; was liches entgegenzusehen? Bo bleibt hier die Diperwilligkeit, die für jedoch vor dem Mitrophon selbst geschieht, fann unter dem heutigen folche großzügigen Unternehinungen das Geld bereitstellt?") System gar nicht kontrolliert werden. Von dem Ansager ift fri Im alten Deutschland hätten sich wohl 10 Männer gefunden, tisches Hören, also eine recht qualifizierte Arbeit, nicht zu verlangen, die je 25 000 21. geftiftet und dadurch das Wert sichergestellt er ist zudem immer mit Rebenarbeiten, Buchführung und Tele. hätten. Im neuen" Deutschland muß die viel schwierigere Auf- phonaten, überlastet. Da er auch gar feine Beziehung zu dem Stoff gabe gelöst werden, viele Tausend Frauen und der Barträge hat, ist es ihm völlig unmöglich, fechs bis acht Bor. Männer zu finden, die durch viele fleine Gaben das Wert er- träge am Tage auch nur auf forrettes Borlesen, geschweige denn auf möglichen. Wir müßten aber an unserer nationa- ihre Qualität zu verfolgen. Alle derartigen Anordnungen find prof len Zukunft verzweifeln, menn das nicht mögtisch undurchführbar und wirkungslos. Die Kontrolle ist nur durch lich wäre. Wenn wir die Sozialdemokratie bekämpfen, so be= tämpfen wir damit den Bolschemismus, der hinter der Sozialdemokratie lauert, und der, einmal ans Ruber gekommen, mahrlich ganz andere Opfer fordern wird, mie mir sie heute erbitten. 3 weifel an unserer 2egitimität dürften wohl faum bestehen, wenn Männer wie Großadmiral von Zirpis und der Hauptgeschäftsführer der Deutschnationalen Bolkspartei, Herr Dr. Weiß, Berlin, sich unserm Aufruf anschließen. Wir hoffen, nicht nur Arbeiter, sondern auch Bauernföhne aus dem Landbund, daneben Stahlheimer und Mitglieder anderer vaterländischer Berbände unter unseren Schülern zu sehen. linjer Werk soll also nicht zersplittern, sondern fammeln. Selbst verständlich werden wir uns auch an die Angehörigen anderer Stände mit der gleichen Bitte wenden. Um Irrtümer vorzubeugen, bemerken wir, daß wir eine rein staatspolitische Schule werben, teine gewertschaftliche, uns find also Schüler aus den christlichen Gewerkschaften sowohl, als auch wirt. fchaftsfriedlich eingestellte Schüler willkommen. Diefen Brief erhalten zur Renntnisnahme auch die Herr fchaften, die uns fchon einen Beitrag geschickt haben. Soweit dies noch nicht gefchehen ist, erlauben wir uns, unfere Bitte nochmals zu wiederholen. In größter Hochachtung und zugleich mit deutschem Gruß Reichsfielle für nationale Arbeiter- Werbung und Bildung. Bader, Direftor a. D., Geschäftsführer. Die Herrschaften von und zu, die mit folden Briefen beglückt burden, merten sich verwundert die Augen reiben. Während Hugen berg und feine Gefolgsmannen sich bemühen, die christlichen Gewert, chaftler und den Arbeiterflügel in der Deutschnationalen Partei talt zu stellen, wird gleichzeitig der Bettelsac geschwungen, um Arbeiter Schulen für Christliche, Gelbe und Stahlhelmíeute zu errichten. Und dafür sollen sie noch Geld ausgeben? Es ist tein Wunder menn die Migen Herrschaften, die immer gute Rechner waren, felbst durch die Demütigften Briefe fich nicht bewegen laffen, den Knopf von ihrem Beutel zu nehmen. Die lettischen Parlamentswahlen. Riga, 9. Oftober Nach den allerdings noch unvollständigen Ergebnissen der Neubohlen zum Lettischen Parlament erhaiten voraussichtlich von den Insgesamt 100 mandaten die Sozialdemokraten 27, die fommunisti hen Gewertschaftler 5, die Unabhängigen Sozialisten 3. die Rabi falen Gruppen 3, das Zentrum 6, die Partei der Kleinbauern 4, der Bauernbund 17, die Katholiken 4, die Rechte 10 und die natiohalen Minderheiten 21, davon 6 Deutsche, 6 Russen, 6 Juden und 3 Polen. Arbeitsteilung der Stellen durchführbar, die gleichzeitig für die Programmgestaltung verantwortlich sind. Es ist doch auch ein Unding, daß die meisten Redner noch niemals von den Sendeleitern angehört wurden, die das Programm und die Rednerauswahl bestimmen. Die Mitwirkenden im Vortragsmejen fönnen heute also nicht noch ihren Leistungen ausgesucht merden. Nicht zuletzt dadurch sind Rundfunkvorträge bei den hörern so in Berruf gekommen und ein beliebter Gegenstand für Revuemize geworden. Hoffentlich gibt dieser Borfall, ohne es zu wollen, den Anlaß zu einer durchgreifenden Aenderung, die sehr bald auch eine fachlichere Auslese der mit wirkenden Kräfte zur Folge hätte. Klavier- Abend. Beethoven- Gaal. St. Eine junge finnische Pianistin, Kerttu Bernhard, stellte sich dem Berliner Publikum im Beethoven Saal vor. Nach ihren Darbietungen an diesem Abend zu urteilen, ist die junge Dame eine manches versprechende Erscheinung im Mufifleben. Sie besigt, und das ist bisher das Charakteristischste an ihr, einen echten, sehr gesunden Musikinstinkt. Nebenbei aber ist sie in alle Feinheiten der pianistischen Technit ehrgeizig verliebt. Und aus dieser so scheint es Richtung droht ihrer fünstlerischen Entmiðlung wenigstens Gefahr. Ihrer ganzen Natur nach liegt ihr starte, gerade, einfache Musit. Für Probleme ist Kerttu Bernhard nod) 34 jung. Eine romantifierende Suite pon Nielsen tränkte fie stellen weise mit vielauniel pathetischer Bucht. Ueberhaupt wird starter Ausdruc bei ihr noch allzuleicht in stärkstes Fortissimo umgefeßt. mas aber nicht auf unfünstlerisches, sondern nur auf fehr junges Empfinden schließen ließ. In Werfen von Debussy glänzte eine erstaunliche, meisterhafte Technit cuf; Chopin blieb her jungen Finnin artfremd. Die Zuhörer waren von den Fähigkeiten der Künstlerin entzüdt und targten mit Beifall nicht. Tes. Gedächtnisfeier für Bruno Wille. Die Freie Hochschule Berlin veranstaltete im Lehrer. vereinshaus am Alexanderplatz eine Trauerfundgebung für den verstorbenen Mitbegründer der Hochschule Bruno Bille. Gefhmadsoll mit Lebensbäumen und Tonnengrün war die Bühne de foriert. Prof. Gregori sprach aus den Schriften des Verstorbenen. Kleine Gedichte und ein Kapitel aus bem ,, Blasberg". Dann ergriff Dr. Mar Apel das Wort zur Gebentrede für den Freund und Mittämpfer. Mit bewegten Worten sprach ber Redner von den Schullehrerinnen nach Längenmaß. B. P. 3m Staate New Yort ist eine Berordnung herausgefommen, wonach die Schullehrerinnen ein Mindestinaß von Leibeslänge haben müssen. Die Sayulbehörde von New York ist zu der Meinung gekommen, daß Lehrerinnen von geringer Größe in der Schule nicht die notwendige Autorität gewinnen tönnen. Nicht nur die Snoben, auch die Mädchen sollen var förperlich- fleinen Lehreriunen nur einen geringen Respekt haben. Deshalb fordert die Schulbehörde von allen Lehrerinnen cine Mindestgröße von fünf ameri tanischen Fuß. Jede Kandidatin, die sich um eine Stelle bewirbt, muß fernerhin auch eine amtliche Nachweisung über ihre Körper größe einreichen. Gesuche, denen dieser Nachweis nicht beigefügt ist, dürfen nicht mehr berücksichtigt werden, ebenso müssen Gesuche von Kandidatinnen von vornherein abgelehnt werden, wenn die Gesuchstellerinnen die vorgeschriebene Größe nicht erreichen. Ueber die männlichen Lehrer besteht eine ähnliche Verfügung noch nicht. Die Wigman- Schule, Dresden, bittet uns um Veröffentlichung folgender Mitteilung: Im Zusammenhange mit der auf dem Eſſener Tänzerfongreß belannigegebenen Auflösung der Mary WigmanTanzgruppe hat sich in einem Teil der Deffentlichkeit die Meinung gebildet, daß zu gleicher Zeit die Wigman- Schule geschlossen morden fei. Die Wigman- Schule, Dresden, als Zentralinftitut für tänzerische Berufsausbildung, sowie ihre 3weiginstitute in Berlin, Erfurt, Franffurt am Main, Leipzig, Magdeburg und München arbeiten aber nach wie vor in vollem Umfange an ihren pädagogischen Aufgaben weiter. Eine Insel foll gestrichen werden. Wie aus Moskau gemeldet wird, drahtet Prof. Samoilowitsch vom Eisbrecher Kraffin, daß die in den geographischen Karten eingetragene Beiße Infel"( SillisLand) auf dem 81. Grad, 40 Minuten nördlicher Breite und 36. Grab östlicher Länge überhaupt nicht vorhanden sei. Samoilomitsch beantragt, die Infel von den Landkarten überhaupt zu streichen. Vortragsreihe Mag Deti. Am 13., 20 Uhr, beginnt im Görsaal des se unge merbemuseums, Bring- Albrecht Straße 7a. eine Vortragsreihe der Boltsbühne E. B., bei der Dr. Mar Deri unter Vorführung von 2ichtbildern Eindrüde einer Reife dur 3ialien wiedergeben wird. Ginlahlarten zu den 3hlius, der auf 6 Abende bezednet iit, gi Breise von M. 8.50. Starten für bie einzelnen Vorträge zum Beise von . 0.70 in den Berlaufsstellen der Boltsbühne E. B. Eine Schaulpieler- Nachlvorf ellung von Arm wie eine Kirchenmaus findet am 18., 23, Uhr, im Zunfpielhaus ftatt. Der Grfamtreinertrag fiest ben obfahrtzalen der Bühnengenoffenschaft zu. Starten in Bezirks verband, Keithftr. 11. Bolfs Shne. 8u ber am 16. Dftober stattfindenden Uraufführung von Günther Weisenborns Amerikanische Tragödie ber sechs Matrolen von S. 4." bat Leo Lania das zum Stüd gehörende Filmmanus ript geschrieben. Die Leitung des Filmteils liegt in Händen von Sturt Deutel, die Bühnenbilder stammen von Edward Eühr; die Regie führt Leo Reuß. In der Galerie Jerdinand Möller, Schöneberger Ufer 38, wurben drei Sonderausstellungen eröffnet: Neue Aquarelle von 3. Kandinsky, nene Zeichnungen und Grabbit von Erich Hedel und. im Oberlightfaal eine Sammlung von 24 Plastiken des in Berlin lebenden schweizer Bildhauers legander Zichette. Tauzmalinee Georgi- kreuzberg. Bei der ersten diesjährigen Tanzmatinee der Boltsbühne, die am Sonntag, dem 14. Dftober, 11, Uhr, im heater am Bülowplas ftattfindet, merben vonne Georgi unb arald Kreuzberg u. a. romantische Tangizenen, ein spanisches Duett, einen friegerischen Sanz und groteste Sanzigenen borführen. Raubmörder Hein vor dem Richter. Wegen des Ueberfalls in Ohligs. Der zweite Prozeß Hein beginnt am 13. d. M. vor dem Schwur gericht in Elberfeld. Hein hat sich dort gemeinsam mit Larm wegen des Ueberfalls auf das Postamt in Ohligs zu verant worten. Es handelt sich um eine Anflage wegen Raubes, bei dem eine schwere Körperverlegung und der Tod eines Menschen verursacht worden sind. Der Berteidiger Justizrat Bictor FraentI hat beantragt, als medizinische Sachverständige den Professor Dr. Goldstein, Direttor des Neurologischen Instituts an der Universität Frankfurt a. M., und den Sanitätsrat Dr. Bonne in Adendorf bei Lüneburg, ebenfalls eine Autorität auf dem Gebiete der Psychiatrie, zu laden. Das Elberfelder Gericht hat aber die von der Verteidigung benannten Sachverständigen abgelehnt und dafür den Elberfelder Gerichtsarzt geladen. Da Hein mittellos ist, der Verteidiger aber die Auffassung vertritt, daß gegen die strafrechtliche Zurechnungsfähigkeit von Hein für Situationen hochgesteigerter Erregung und Spannung erhebliche Bedenken ob walten, wird verfucht, private Mittel zur Stellung von Sachver ständigen zusammenzubringen. Inzwischen hat Justizrat Victor raenti gegen das rechtskräftig gewordene Koburger Todes. urteil ein Gnadengefuch eingereicht. Entkleidungsszene im Gerichtssaal. Im Anschluß Radau! Vor dem Schöffengericht Mitte spielte sich eine einzig dastehende Szene ab, in deren Verlauf es auch im Gerichtsjaal zu sehr lärmenden Borgängen fam. Es hatte sich eine Frau Graßnid wegen Betruges zu verantworten. Sie ist beim Gericht nicht mehr ganz unbekannt. Diesmal mollte sie die Geist es frante spielen, und begann fich plößlich im Gerichtsjaal zu entkleiden. Als sie schon fast im Evastostüm dastand, ließ der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Dr. Sternheim, den Zuhörerraum räumen und schloß vorübergehend die Deffentlichkeit Bei Wiederherstellung der Deffentlichkeit drängten sich die aus. Theater, Lichtspiele usw. Dienstag, d.9.10. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 103 19 Uhr. Denstag, d.9.10. Städtische Geer Bismarckstr. Turnus lil 20 Uhr Trouba Tiefland dour Staats- Oper Am Pl.d. Republ. R.-S. 162 20 Uhr Staatl. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt A.-V. 170 20 Uhr Cardillac Kalkutta, 4. Mai Staati. Schiller- Theater, Charitbg. 20 Uhr GAS Volksbunne Deutsches Theater Theater am Bülowplatz 8 Uhe Der lebende Leichnam Theater am Schiffbauerdamm 8 Uhr Norden 12310 Vorverkauf Volksbühne Th. am Schiffbauerdamm Theater am Balowplatz Taglich& Uhr 8 Uhr Die Brei- GroschenDer lebende Leichnam Oper Paulsen, Valetti, Ander, Gerron, Schaufuß, Kühl, Lenja. Thalia Theater Telephon: Harden 1141-281 Dresdener Str. 72-73 Sehneider Wibbels Theater des Westens Auferstehung A Moskauer jud. Henckels, Grodfczinski. akad. Theater Heute 8 Uhr Premiere Saltenburg- Sühnen Die Nacht auf dem Dts. Künstler- Th. 81 Uhr: Letzte Vorstelig Fräulein Mama Mittw., Donnerst geschlossen! Freitag 7 Uhr Premiere alten Markt Kleines Theater Täglich 81%, Uhr. Max Adalbert in Die Herzogin Müllers von Chicago Opr. von Emmerich Kalman Lessing- Theater 8 Uhr Alb. Bassermann, Lucie Mannheim auch im Pavillon d... Herr Lamberthier" Reinhardbühnen, Drama von Kurfürstendamm, Louis Verneuil. Ecke Uhlandstraße Bismarck 448 u. 449. 8 U. Ende nach 10% 2 Hermine Sterlee, Landa, Siklar Theater in der Stadt Kommandantenstr. 57 8%, Uhr. Dönh. 919. Zum 482. Male Zuhörer in großen Massen hinein, obwohl der feine Caal nur menige Bläge aufweist. Als die Justizwachtmeister die überzähligen Personen hinausdrängen wollten, pacte ein Mann, der start nach Alkohol roch und anscheinend angetrunken war, einen der Justiz wachtmeister an der Rehle. Es entstand ein Ringtampf, in dessen Verlauf die Beamten von ihren Gummifnüppeln Gebrauch machen mußten. Die Simulantin wurde wegen Betruges zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt. Urteil im Rauschgiftprozeß. Geringe Gefängnisstrafen. In sehr später Abendstunde ging gestern der große Rauschgift hiebungsprozeß vor dem Schöffengericht Charlottenburg zu Ende. Die Verhandlung endete gewiffermaßen wie das Hornberger Schießen, da die eigentlichen Soleber, die drei Ausländer, unter Imstichiassen ihrer Raution geflüchtet find. Es wurde nur die Angeflagte Marschner, die felbst eingestanden hatte, fünf kilo gramm Kotain im Schlafwagen nach Paris geschmuggelt zu haben, zu sechs Wochen Gefängnis und der russische Arzt Dr. med. Stryfomski, dem die Beteiligung an einigen Handelsgeschäften des flüchtigen Konsortiums nadhgewiesen werden fonnte, zu ses Monaten Gefängnis verurtelit. Die Angeflagten Henig, Edarti und Geyer wurden freigesprochen. Großfeuer in Spandau. Es brannte im Ziegelhof. Ein Großfeuer fam heute früh gegen 3 Uhr auf dem Berladeplatz in der Klosterstraße zu Spandau, dem soge nannten Siegelhof" zum Ausbruch. Dicht an der Havel zieht sich dort ein etwa 70 Meter langer und etwa 18 Meter breiter Verladeschuppen hin, in dem Baumaterialien, große Mengen Salz, Futtermittel usw., fertig zum Abtransport in Kähnen, lagern. Unmittelbar an den Schuppen grenzen größere Wohnbaraden, in denen sechs Familien wohnen. Kurz nach 23 Uhr schlugen aus dem Schuppen plötzlich meterhohe Flammen hervor. Die Spandauer Metropol- Theater Zäglich 8 Uhr Franz Lehar birigiert Käthe Dorfd) als Friederile Brion und Richard Sauber als Johann Wolfgang Goethe Silbe Wörner Bespermann Urnstaedt Diegelmanu Dora Reg Limburg Kaiser- Sig Vorverkauf für die ersten 14 Borftelluunem. hr CASINO- THEATER SUSE Lothringer Straße 37. Nen! Neu! Stöpsel Dazu ein erstklassiger bunter Tei!. Für unsere Leser Gutschein für 1-4 Pers. Fauteuil nur 1.15 M., Sessel 1.65 M. Spiel im Schloß Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M. Anekdote von Franz Molnar, Regie Eugen Robert Agnes Esterhazy, Arthur Zum 128. Male: Th. in der Lützowstr. Schroder. A. E. Licho, ZeschArtisten Die Drei- Groschen- legis Max Reinhardi Oper Thalia- Theater 8 Chr Schneider Winkels Auferstehung Steati. Schiller- Th. 8 Uhr GAS Staatsoper em Platz der Republik 8 Uhr Cardillac R Kurt. 9209. Hentet geschlossene Ver tellang Freitag, 12. Okt. Kammerspiele Ab Norden 12310 81, U. Ende 10 Uhr Lefate 3 Verstellungen Oktobertag Schauspiel von Georg Kaiser Freitag, 12, 7, Uhr Uranfiührung ..Eben werden im Himmel geschloss n!" Die Komödie Bismarck 2414/7516 84 Uhr: L. M. Lommel in ballot, Thiem. Berlins billigstes Theater Teuersier Plaiz Sechs Mark Billigster Platz Bine Mark Runxendori Lustspielhaus Täglich 8 Uhr auf Welle 0.5" Gertrude Berliner Arm wie eine Shubby Lonar Karl Platen Ernst Hofmann u. a. Theater am Nollendorfplatz Täglich 8 Uhr Kirchenmaus E. v. Thellman, J. liemann, R. Moller, Mationi. Berisch. Philharmonie 8 Uhr: Schwarzwald- Wagner- Abd. mådel! 8% Ende 112 Uhr Eltern und ose- Theater Kinder Gr.Frankfurier St.132 Komödie d. Philharm. Orch. IDirig. Prof. J.Prüwer Besonders wirksam sind die Kleinen Anzeiges 814 Uhr. von Bernard Shaw in der Gesamt. Auflage billig! Pech- Schulze HALLER- REVUE Schön und schid 66 Th. im Admiralspalast Täglich 844 Uhr. Grotrian- SteinwegBerliner Theater des Vorwärts und trotzdem Direkt.Heinz Herald Renaissance- Theater Charlottensaße 90 Dönhoff 170 8 Uhr Der lebende Leidinam Regie: Max Reinhardt Ende nach 10%, Uhr Barowsky- Bühnen fa. Königgrätz. St. Saal, Bellevuestr. 14 räglich 8, Uhr Donnerstag, 11. Okt. 1928, abends 8 Uhr er rote General Kammermusikabend z. Gedächtnis Emil Bohnkes Komödienhaus Täglich 8%, Uhi Kart, zu 3, 2,1 M. an Hokuspokus der Kasse d. Saa es, Belicvuestraße 14. mit Cart Götz Planetarium am Zoo Trianon- Th. Verang. Joachimsthaler Strat Noll. 137s 16 Utir Ber Sternhimmel im Herbst 18 Uhr Erde und Weltenraum. 20 Uhr: 81, Uhr Die ungeküte Eva Operette in 3 Akten Originalbesetzung. Sonnabd. u. Sonntg. 4 Uhr Froschkönig Kindervorstellung Der Einfluß d. Gestirne mit Gesang u. Tanz 8 Heute 814 Ton in des Töpfers Hand Tragödie einer Familie v. Theodore Dreiser. Deutsch von Paul Eger. Regie: Gust. Hartung. in der amerikaAlwin Neuß nisch. Sensation: Wer ist der Mörder? Dalhalla Theater! 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Rauchen gestattet. | Feuerwehren rüdten auf den Alarm sofort an die Brandstelle aus. Beim Eintreffen der Wehren brannte der Schuppen bereits in feiner ganzen Ausdehnung. Die Situation war für die benachbarten Wohnbaraden so bedrohlich, daß Branddirektor Kreis, der Leiter der Spandauer Behr, Großfeueralar m" gab, so daß drei Berliner Züge und das in Spandau stationierte Feuerlösch boot zu Hilfe eilten. Während von dem Schuppen nichts mehr gerettet werden fonnte, gelang es unter großen Anstrengungen, ein Ueberspringen der Flammen auf die Wohnbaracken zu verhindern. Die Löscharbeiten waren erst gegen 8 Uhr früh beendet. 3 wei Pferde und 40 Hühner sind in den Flammen umgekommen. Die Entstehungsursache fonnte noch nicht einwandfrei geflärt werden, man vermutet aber, das Brandstiftung porliegt. Zeitungsverbot wegen Beschimpfung der Reichsfarben. Der Oberpräsident der Provinz Ostpreußen hat auf Grund des Gesetzes zum Schutze der Republik die„ Osteroder Zeitung" wegen eines Ar titelseine- Denkmal in Düsseldorf", der eine grobe Beschimp fung der verfassungsmäßigen Reichsfarben enthält, auf die Dauer von drei Wochen verboten. Eichwalde. Mitgliederversammlung bei Lindner, Bahnhofstraße Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend.( Nachdr. verb.) Wechselnd bewölkt mit Neigung zu einzelnen Regenschauern, etwas niedrigere Tagestemperaturen, frische westliche Binde. Für Deutschland: Wechselnde Bewölkung bei etwas niedrigeren Tagestemperaturen, im Norden strichweise etwas Regen. Chlorodont beseitigt üblen Mundgeruch v. häglich gefärbten Zahnbelag Berantwortlich für die Redaktion: Eugen Brager, Berlin: Anzeigen: Th. Glode Berlin. Berlag: Borwärts Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts Bud bruderei und Berlagsanstalt Baul Ginger& Co., Berlin SW 68. Lindenstrake& Sierzu 1 Beilage. 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Eine Kleinbahn führt uns nach dem Kaligebiet Nordthünngens «nb eine Werkbahn trägt uns in den Bereich der Grubenanlagen. irische Luft weht uns um die Nase, als wir in das Fördergcbäude eintreten. Fertigmachen zur Einfahrt. Da ist schon der An» und Auskleideraum. Auf rohen Bänken sitzen die Kumpels. Man beachtet uns nicht sehr. Die einen haben ihr Tagewerk beendet und streben heimwärts, die anderen rüsten sich zur Einfahrt. Von der Decke hängen an langen Ketten Haken herunter, die über eine Rolle auf und ab bewegt werden können. Man hängt die Kleider an einen dieser Haken, Zieht die Last hoch und schließt das Ende der Kette an. Das sieht dann aus, ass ob da oben entkörpexte Gestalten hängen. Aber vor Diebstchlsien sind die Kleidungsstücke jetzt gesichert. Vo� unserer Einfahrt werden wir ausgerüstet. Wir wüsisn die Obertleider ablegen und bekommen dafür alle, aber saubere Ueberwürfe aus Zettbahnstoff. Ein Filzhut wird uns auf den Kopf gestülpt, ein dicker Stock in die linke Hand gedrückt und die Rechte faßt die Grubenlampe. Der Obersteiger, der die Rolle des technischen Betriebsleiters spiell, führt uns zum Förderkorb, mit dem die Belegschaft wie auch die Produktion befördert wird. In die Tiefe. Der Korb steigt aus der Erde empor. Der in jedem„Fach" stehende„Hund", das geförderte Kalisalz bergend, wird heraus- gezogen und den auf gleicher Ebene aufgestellten Verarbeitungz- Maschinen der chemischen Fabrik zugeführt. Wir steigen ein: ein erwartungsvoller Moment. Der zur Aufsicht bereitstehende Arbeiter läutet dreimal eine Glocke. Drüben im Maschincnhause bewegt der Maschinist eine Steuenuigsvorrichtung an der Fördermaschine und unser Korb setzt sich in Bewegung. Schneller geht es, immer schneller, bis wir die für Personenbeförderung durchschnittliche Geschwindigkeit von 6 Metern in der Sekunde erreicht haben. Die Ealzförderung geht mindestens doppelt so schnell vor sich. Finsternis umgibt uns. Die Karbidlampen erhellen notdürftig unsere Gesichter und einiges Gebälk des Schachtes. So saufen wir in die schwarze Nacht. Kein Gefühl der Unsicherheit oder Angst kommt in uns auf. Nur das Blut schießt uns in den Kopf. Und das verursacht ein Sausen in den Ohren. „Vor Ort." In wenigen Minuten sind wir 1000 Meter in die Tiefe gesaust. Der Förderkorb hält, ein Arbeiter gibt Glockenzeichen und wir stehen im Innern des Berges, wie in einer kleinen Halle, die von einer elektrischen Lampe erhellt wird. Bon hier aus kriecht der .Hauptswllen 1600 Meter unter der Erde hin. .' Als wir einfuhren, war es kühl unkr wir tonnten ganz gut Mäntel gebrauchen. Hier unten geraten wir ober bald in Schweiß und die Tropfen rinnen vom Gesicht. Bald stehen wir„vor O r t", wie der Bergmann sagt. Halbnackte Gestallen schaffen da buch- stoblich im Schweiße ihres Angesichts. Es herrscht eine Durch- Mmtstemperatur von 36 Grad Celsius. Wenn nicht Ben- > tilatorcn fortgesetzt die Luft bewegen würden, wäre die Hitze Unerträglich. Gerade wird gebohrt.. Elektrisch betriebene Moschinen senden ihre vier Meter langen Stahlbohrcr in das Kaligestein. Feiner .Staub rieselt aus dem Bohrloche. Der Bohrer greift. Sind genügend Löcher angelegt, dann wird in jedes eine Sprengladung gebrocht und der Felsen auseinandergesprengt. E» entstehen so -große Gewölbe, die der Mächtigkeit des Salzlagers entsprechen. Einzelne Pfeiler läßt man als Stützen stehen und entfernt sie erst später, nachdem der Hohlraum wieder mit Abfall versetzt ist. Das gesprengte Material wird dann abgefahren. Die Wogen Hollen im Stollen. Bon da läuft bis zum Sprengplatz eine sogenannte Schüttelrutsche. Das ist weiter nichts als ein aus vielen Teilen .zusammengesetztes Blechband, das durch eine Welle vorwärts- bewegt,' dann aber durch einen Ruck zurückgezogen wird. Dem 'Gesetz des Beharrungsvermögens entsprechend verharrt dos Gestein bei dem Rückwärtsnick an seiner Stelle und wird durch jede Vor- wärtsbewsguirg ein Stück weitergetragen. So gelangt es schließ- üch bis in die Loren. Der menschlichen Arbeitskraft bedarf es nur -noch, um das Material auf die Rutsche zu schaufeln.. Wir gehen den Haupt st ollen entlang, der elektrisch beleuchtet ist. Neben strammer Jugend sehen wir ausgemer- gelle Arbeiter. Sie haben acht Stunden lang unter Tage zu -werken. Die Ein- und Ausfahrt, die immerhin eine Stunde dauert, zählt nicht mit zur Arbeitszeit. Tatsächlich stecken also die Kumpels täglich neun Stunden in der Grube— eine übermenschlich lange Arbeitszell bei dieser anstrengenden Tätigkeit. Und dafür gibt es dann einen Lohn von 6,10 M. pro Schicht. Wenn sich irgendein Arbcllcr einen besseren Lohn verdient hätte, dann diese Bergbau- prolcten. Unser Führer muß das unumwunden zugeben. Äle„Kathedrake der Arbeit". Wir biegen in einen Seiten st ollen. Die elektrische Be- leuchtung hört auf und wir sind auf das spärllch« Licht uiiserer Karbidlampcn angewiesen, die das Blickfeld nur dürftig erhellen. Plötzlich ist der Stollen durch eine Bretterwand verschlosien. Wir treten durch eine Doppellür, eine Wcttertür. Schlagende Wetter sind allerdings in der Kaligrube äußerst selten, weshalb auch der Gebrauch offener Karbidlampen gestattet ist. Die Wirkung dieser Wcttertür spüren wir ganz simisällig, denn hinter ihr steigt die Temperatur erheblich. Unser Stollen Ist nur so hoch, daß wir gerade ausrecht gehen können. Der Filzhut sängt dabei freilich manchen Stoß aus, der eigentlich dem Kopfe galt. Zwei, zur Not drei Mann, können gerade nebeneinander lausen. Hier und da leuchten wir Wände und Decke ab. Je nachdem ob der Stollen Salzlager durchschneidet oder ob Verwerfungen da sind, zeigen die Wände vieliarbige Muster. Im Gegensatz zum Einerlei der Kohlengrube herrscht hier geradezu Farbenfreudigkeit. Ganze Strecken finden wir grau getönt, dann schneeweiße Salzschichten, bald wieder kräftiges Rotbraun, durch das sich schwarze Adern ziehen. Dazwischen über- raschen himmelblaue Stück« das Auge. Der erste verlassene Abbau, den wir passieren, ist ein vier Meter hohes und zehn Meter breites Gewölbe. Nach zwei Wetera schließt sich ein neuer ebenso großer Hohlraum an, und dann wieder und wieder einer. Das Gewölbe eines riesigen Domes, getragen von starken Pfeilern: die Kathedrale der Arbeit, harter Arbeit bei geringsten Löhnen. Es gibt hier keine Holzverschalungen und Versteifungen. Die Gewölbe und Stollen tragen sich von selbst. Allerdings steht unser Dom nicht lange leer. Der sehr reichliche Abfall eines Abbaus wird Immer in die Gewölbe der nächst tieferen Etage gefüllt. Es werden durchaus nicht alle Salze abgebaut. Z. B. verwendet man die Kochsalzerde, in deren Schicht unser Stollen gcrad« läuft, nur als Füllmaterial, denn ihr Salzgehall ist zu gering und die Vermischung mit fremden Bestandteilen zu groß. als daß sich ein Abbau lohnte. Auch das Kalisalz ist von durchaus verschiedenartiger chemischer Beschaffenheit, was die Farbenviel- fältigkeit verursacht. In der Regel begnügt man sich mit dem Abbau lOprvzentiger Salze, die in der chemischen Fabrik auf 100 Proz. gebracht werden. Auch der hierbei entstehende Absall wird noch seiner Abkühlung wieder in die Gewölbe geschüttet. Unsere Wanderung unter der Erde ist beendet. Wir gehen wieder zurück zur Förderanlage. Kalte Zuglust empfängt uns hier. Des Bergmanns Tod, eine Quelle für Lungenkrankhciten. Ein Klingelzeichen— in unserer Magengcgcnd hebt sich etwas— wir stehen wieder im Licht des Tages. d-lartin Braeuer. gesteigerte Gefühl blüht in ollen Epochen und Bezirken der Erde am schönsten aus, wenn es die ganze Welt Im Dasein einer Pflanze ahnungsvoll begreift. Aber noch keiner hat diese Blüten zu einem Strauß gebunden. Jetzt hat Kurt Osfenburg eine Auswahl dieser Gedichte gesommell und zu einem„Ewigen Garten" geordnet. Das Buch Ofscnburgs, das jetzt als Drei-Mark-Band, reich illustrlert, bei der Büchergilde Gutenberg erschienen ist, umfaßt die Poesie Oer e vige Earten. Gewiß, die von allen Zutaten befreite. Sachlichkeit ist schön: die große eiserne Brücke, dieser Triumphbogen eines technischen Zeit- alters, die gewaltige Pyramide amerikanischer Städte, das kraft- spendende Riesenrad rhythmisch donnernder Maschinen— wir haben gelernt, das Notwendige schön zu sinden. Aber eines Tages, mitten im Tempo der Stunde, überfällt uns die Sehnsucht nach einem wehenden Zweig am Fenster, nach einem Wiesenrand mit kleinen Blumen, nach einem jungen Baum, der wie ein Kind gepflegt sein will, und wir möchten uns auf den braunen Teppich des Woldes legen und nicht aufhören, die Sekunden der Ewigkeit nach dem feierlichen Schwanken der Wipfel über uns zu messen. Das Tier formt« der Mensch nach seinem Bild«, die Pflanze ist ihm das anbetungswürdige Idol des ewigen Lebens geblieben. Geburt und Tod, Werden und Bergehen sind mit dem keuschen Geheimnis des Pslanzendaseins verschwistert, uird das höchst« der Gefühle, die Liebe, kennt nur«in Sinnbild: die Blüte. Durch die Poesie aller Zeiten und Völker weht der Duft der Blumen, atmen die Wälder, flüstern die Gräser. Das zum Gedicht Fritz Winkler: Calla. Kaltnadelradierung. (Iteprcduktion nach einer Abbildung aas„Der ewige Garten") alter untergegangener Kulturen und die Gegenwart, beginnt mit den Gedichten der Aegypter, Perser, Inder, gibt der herrlichen Naturpoesie der Chinesen und Japaner den Platz, der ihr gebührt, führt über Amerika in die nordischen Staaten und zu den europäische» Völkern und endet mit der Poesie des dichtenden Arbeiters. Und für den orbettenden Menschen soll dieses Buch sein, ein Garten nach der Hast des Togos, ein ewiger Garten voll Schön- best und Glück. Die zehn Deichseln. Im Herbst an der Marne. rl W Der Motor hämmert die Bannmeile von Poris hinaus über Pantin mit seiner Dorstodtöde noch Claye, wo sich on den�Sonn- tagen die kleinen Ladenmädchen mit den Kriegs! chüler» von St. Cyr amüsieren, noch Meaux, das im Morgennebsl dieses Septembertages mit seiner Marneschleif« frostig und verschwommen vor uns steht. Meaux! Richtig, hier hat vor 14 Jahren die„Spitze" des Generals Kluck über die Morn« gestoßen. Der Hauptmann Blocm erzählt in seinem Buch„Der Vormarsch" von jener. Nacht— von dem Hin und Her der abgehetzten Batterien und Kompagnien, vom allerletzten Endspurt um den deutschen Sieg. Die Nerven der ab- getriebenen Soldaten und Offizier« zittern wie Siahltrossc» unter gigantischen Lasten, und als der Oberst Reuter vor dem Massengrab des Regiments bei Ereey die Regimentskapelle den Totenchoral „Jesus, meine Zuversicht" spielen läßt, heult beinahe dos ganze Regiment. Unser Auto donnert durch das erwachend« Städtchen und saust bei T r i l p o t über den trägen Vach, der sich Mokire nennt, hinweg. Das Flüßchen schlägt hier bunt durcheinander seine Bogen. „Da drüben ist Lizyl Dort mündet der Ourqbachl" ruft mein Begleiter, Wir starren nach dem dünnen Kirchturm hinüber und suchen das kleine Gewässer, auf das der alt« Kolomalsoldat Gallien, mit seinen Taxis losrannte, in den offenen Flügel der deutschen Heeresfront hinein und erschauern im Gedenken an di« zweitägige, erbitterte Flügelschlacht on dem dllmien Bach. „La Ferte!" Ein träumerisches Nest, könnte ebensogut Kochern oder Bacharach heißen. Hier, am Zusammenfluß der Marne und des Pt. Marin war die„Nahtstelle" zwischen der 1. und 2. deut- schen Arme«, zwischen General Bülow und Kluck, dl« den General- stabsoffizier der deutschen OHL. Oberstleutnant Hentsch derart chokierte, daß er drüben in Montmort den Befehl zum Rückzug gab! „Mo ntm ort!" Em kleines Rest von kaum tausend Seelen. Eine verwittert« alle Kirche. Ein kleines Schloß. Eine simple Dorfschule, hier war das Generalstabsbureau des AOK. II. Hier siel der Würfel der Schlacht. Als der kleine dicke sächsische Oberstleutnant Hentsch dn Auf- trag de« in Luxemburg zurückgebliebenen Schlachtenkaisers und seines schwerkranken Eenerolstabschess nach Montmort kommt, sieht er Himer jader rückwärts trabenden Abteilung bereits die Gespenster von Gallienis Pariser Taxametern und die Lanzenreiter des Mar- scholls French. Völlig zusammen klappt er jedoch erst bei der Einfahrt in Montmort, in General von Bülows Stabsquartier. Da sieht er plötzlich die Stabspackwagen umgedreht und traurig starren, die Deichseln noch rückwärts„Parole Heimat" wie Wcgiveiscr des Schicksals in die htrausdämmernde Rocht hinaus. Exst später hat man die Bedeutung dieser zehn Deichseln erkannt:„Wie neuere Forschungen ergeben hab«n, hatte«in jün- gerer übereifriger Offizier des Stabes ohne Vorwisien des Armee- führers selbständig die Anordnung hierzu getroffen, als er die Nack). richt von der vorübergehend schwierigen Lag« an der Front erhielt." Hentsch aber hatte seinen Tvcfi weg und die zehn Deichseln staken ihm im Magen, als er nach Erteilimg des Rsickzugsbe- fehls an die zweite Arm« neben dem Oberbefehlshaber beim Abendbrot im Schloß von Montmort saß. Das heißt— neben dem Oberbefehlshaber faß das Vollmondgesicht des Prinzen August Wilhelm von Preußen und das trug offenbar zur völligen Verkrüp- pelung des guten Hentsch bei. Denn— und mm hing das Schicksal des Krieges an einem Faden— förmlich erschlagen von seinen Eindrucken in Montmort, sank Hentsch, mit den Deichseln und dem prinzlichen Tischgespräch im Magen in die Klappe und sah sich außerstand« zur Wettersahrt zur ersten Arme«. Nur durch diese Otachtsahrt hätte der Rückzugsbefehl an die zweite Arm« noch zurückgenommen werden können. Auch am anderen Margen wirkten die verkehrten Deichseln noch psychisch aus den armen Oberstleutnant! er fiel von Malheur zu Malheur und sah alles grau in grau. Erst hätten ihn bei B r u° in e tz beinahe englische Kavalleristen„geschnappt", dann fuhren sich seine Wogen in den zurückflutenden Bagagen fest. Im Zickzack wendet sich der Kaiserliche Aittomobilklubmann Landrat von Marx immer um die Marne herum. Dreimal jagt ihn der nervös ge- wordene Oberftleutnoitt durch dasselbe Dorf, und als Hentsch in Moreuil, dem Stabsquartier der ersten Armee, den General von Kühl auf der Dorsstroß« sieht, ist sein Entschluß wie mit Deichseln zurechtgehämmert. „Zurück auf S o i s so n s!" Kein Betteln und Flehen hilft. Die siegreiche erste Armee stoppt den Angriff auf Paris, sie muß inst Rücksicht auf die zweite Armee zurück, in Konsequenz der umgekehrten Deichseln von Moni- mort. Mit den Deichseln dreht sich di« ganze Schlacht. So sind diese zehn Stangen, das schlechte Abendessen, der ein« fölttge Prinz, der vorzeitige Halt in Monttnort, die Patrouille der englischen Lanzenretter, die verstopfte Straße und der' verstopfte Magen des Oberstleutnants Hentsch schlachtenentscheidend geworden und drüben im Schatten von Paris grinst voll Schadenfreude und Hohn Gallienis Aiegenkopf. In Luxemburg aber hatte der Kaiser ebenso schlecht wie sein Ordonnanzoffizier geschlafen und als es Tag wurde über der Morneschlacht, jagt« er seinen Generalstabschef und dessen Adjutanten zum Teufel. Die Fahrt nach Monttnort hat ihm den Schlachten- sieg und den Ibron gekostet, und nun trägt der klein« Hentsch, der sich vor umgekehrten Deichseln sürchlet, die Schuldenlast für die verloren« Schlacht!. Sinnend gehen wir die Dorsstroß« von Montmort auf und ob. Es ist unterdessen Mittag' geworden. Die Bauern kommen vom Feld mit ihren Gabeln und Sensen. Das Slöckchen bimmelt oben am Turm und der Curä schrettct feierlich zum Mittagbrot m die Pfarre hinab. Das mit Montmort, dem Obarftlcuttnmt und den Deichseln.weiß nämlich nur eine kleine Gruppe von Mens chen, die das deutsche General st abswerk richtig durchgelesen haben. Und das ist gut so. Denn sonst fände sich sicher, irgendwer in der großen Stadt da drüben, irgendein Deputierter od« General, der dos kleine ver» träumt« Dorf mll irgendeinem patriotischen Nummel und mit irgendeinem Symbol des„Wunders on der Marne" verklärt! Laßt es lieber weiter shlasen und träumen, das Nest zwischen Worin und Marne, das mtt ssiner Dorfftraßc. seinem Schulhau» und seinem„Ehateau" das Marnewunder in sich birgt! liermzmn Schützinger. Hin RennfahreroRoman In langgestreckter Linie ziehen die Teilnehmer an dem groben Straßenrennen„Rund um Frankreich" durch das Land. Der Sportscnnftsteller Rarenelle und der Maler Mainguy begleiten sie im Auto. Es sind aufregende und anstrengende Tage, die die„Giganten der Landstraße" erleben. Sie setzen eine ungeheure Energie ein, um den Sieg zu erringen, sie werden von der sportfreudigen Bevölkerung als Helden geleiert, aber im Gründe sind sie doch nur die RekUunettgaren der großen Fahrradfabriken, die mit alten Mitteln des Betrugs, aer Hinterlist, der Fälschung den Konkurrenzkampf untereinander ausfechten. T(11. 5ort[efcung.) „Sehen Sie," sagt« er dann, als resümiere er sein« Cfrffärvngeti »am gestrigen Abend in Nauen,„des ist der Unterschied zwischen den osiiziellen Herren und den wirklichen Rennfahrern der„Tour dc Frau«"!" Als dos Auto anfuhr, war Gambordella nur noch eine wirbelnde Flocke auf der steilen Hügelfpitze, die plStzlich vom Horizont aufgesogen wurde. Jenseits der Insel Pelee und des gigantischen festungsgespickten Dammes sah man das«infame und ruhig iwfwgenöe Meer. Zwei Wasserflugzeug« schwirrten wie geometrische Infekten über der Reede, überflogen das Arsenal, mochten eine Schleife über Cherbaurg und stießen dann wieder aufs Meer hinaus. Wie Fliegen schienen sie von einem erzenen Wal. der reglos vor dem Miitelsort wuchtete, angezogen zu werden. „Ist das nun ein Kreuzer oder ein Amerikapuffch??" fragt« Croufse.„Ich kenne ja nur die Seinedampser. aber du. Le Vozec, als früherer Matrose, mußt es doch wissen.' „Das ist ein Taufeich-Tonnen-Pan�zerkreuzer,' erwiderte Le Bozec,„dos steht doch ein Blinder.' „Doimerwelter, bist du schlau! Kein Wunder, wenn du an der Spitze der ganzen Klassisizierung liegst,' gab Crouffe lachend zurück. „Rur keine Angst.' mischt« sich Bouorr« drein.„Je Bozec diinie nicht oft Gelegenheit haben, sein gelbes Trikot waschen zu lassen. Dafür weiden Tampier. Llanc-Mesml und Mojott« schon sorgen. Die nehmen ihn» noch vor Bayonne fünf Minuten ab. unter Garantie!... Bor drei Jahren hätt« ich ihm sogar gezeigt, wie mmi di« Rundiohrt gswinntl' „Eine Klappe Hai dieser Bursche!' sagte Crousse und ergänzt«: „Wir wissen ja alle, lieber Bauarre, daß du noch unter Napoleon dem Dritten gairz gut rodgesshren Haft... Run ist's aber höchste Zeit, daß du auch mal die Jüngeren an die Futterkrippe läßt!' Der einzige, der sich nicht in die Debatte mischte, war Qaboureur. Er saß schweigend da und sah mit seinen schwermütigen Augen ins Weit«. Di« übrigen Fohrer spazierten vor dem Kasino-Hatel auf und ab oder rekelten sich In bequemen Qehnstühlen. Mainguy, der sich mit Ravcnelle und dem Masseur Fourcode uirterhielt, betrachtete neugierig die Fahrer und war sehr erstaunt, sie nach der mörderischen Etappe des Bortoges so frisch und munter zu sehen. Niemals würde er den aufreibenden Endkampf vergessen, den sich die Spitzenreiter aus der Höhe des Octeville.Hügels geliefert hatten. Trotz oller'21 usreisz»ersuche der stärlsten Leute, und obwohl sich das Feld eimgeinal verschoben hatte, kam doch eine geschlossene Spitze von zwanzig Fahrern am Fuß de? Jielberges an. Im 40er Tempo wurde der Hügel genommen, und oben ging Bianc.Mesnll mit einer halben Länge als Sieger durchs Ziel. D!« anderen folgten ihm in so dichtem Rudel, daß die Ziel- lichter aus der Tribüne viel Schweiß vergossen, um sich über di« Placierung einig zu werden. Immer wieder trafen neue Gruppen von vier, fünf oder sechs Fohrern«in und trugen zur allgemeinen Perwir- niirg bei. Als st« vom Rod sprangen, riefen olle, aus Angst, in diesem Trubel übersehen zu wer- den, laut ihren Nomen: „Kerardot!... Sal- vondini!... Dan De. coster!... Pauillodoux!' Die Zielrichter hatten es wirklich schwer und waren sich über die end- gültige Reihenfolge noch immer nicht im klaren. Das Publikum begann schon nervös zu werden. Endlich verkündete Monadlan mitten in den Lärm hinein das Resultat: „Erster Blanc-Mesntl in 14 Stunden 34 Miauten und ll Sekunden. Zweiter Tampier, selbe Zeit, Dritter Argentero, selbe Zeit.. Mit weit aufgcnssenen Augen hingen oll« Fahrer an seinem Mund, hoben wie Schulkinder die Hönde und stammelten: „Und ich?... Und ich?.. Lina Erfrisch img uotorwegB. Ihr« sonnverbravn. fen, stouibentstellten©«. ftchter glichen den Gesichkern von Bergleuten, di« eben einer Explosion oder einem Erdrutsch entronnen waren. Doch nicht die Erschöpfung allein verlieh ihnen dies«» gequälten Ausdruck, sondern vor allem die Angst vor einer schlechten Pla- cierung in der Gesamtwsrtung und di« grenzenlos« Enttäuschung. sich umsonst halbtot gefahren zu haben. Einer hatte einen Schwäche- anfoll und sank auf den Boden. Ein anderer drückte hie blutende Stirn an den kühlenden Stahl seines Lenkers. Rur mit Mühe hielten viele einen Wutausbruch zurück, daß man sie hier während kostbarer Minuten zu stellen zwang, schweißbedeckt uich um die richtige Eintragung ihrer Zeit bettelnd, die sie doch oll« mit ihren Beinen ehrlich erstrampelt hatten. von �nclre Reuze. Obersetz» von F. A. Angermayer ------- Gutenbeeg, BoHin Doch sie sagten nur: „Und ich?... Und ich?.. Jetzt ruhten sie in der Sonn« und scherzten, als oh es morgen nicht die 405 Kilometer lonqe Etappe Eherbourg— Brest.zu fahren gegolten hätte. Moinguy lauschte aufmerksam den Erklärungen Fourcade?, der ol» Masseur die körperliche Verfassung der Fahrer am besten beurteilen konnte: .Le Vozec und Laboureur führen noch immer mit einem Vor- sprung von zehn Minuten. Ich kann nicht glauben, daß Laboureur diese? Tempo bis ans Ende durchsteht!... In den Pyrenäen werden ihn wohl die Jüngeren abhängen!... Bei Le Bozec liegt der Fall wesentlich anders! Jetzt geht's in seine Heimat, In di« Silk» nach einem schweren Sturz. Bretagne, und da» pflegt jedem Fahrer Riesenkräste zu verleihen! Tampier, Argentero und Blanc-Mesnil sind der Spitzengruppe dicht auf den Fersen. Sie sind noch vollkommen frisch. Jetzt schonen sich alle Fahrer noch für die Bergif. denn das eigentlich« Rennen, die wirkliche Entscheidung, beginnt erst in Bayonne, am Fuß der Pyrenäen!" „Sind Ihrer Meinung nach schon Fahrer mit Schwäche- anzeichen drunter?' „Ja!... Pouillodour vor ollem!... Den armen Teufel hat man bei un» als große Kanone aufgezogen und wie einen Riesenfrosch aufgeblasen!... Das war wieder einer jener Ein- fälle von Kallu!... Wenn Pauilladoux noch einig« Etappen durchsteht, kann er von Glück reden! Fahrer mit Sigbefchwerden kommen für die Rundfahrt gar nicht in Frage!... Auch Bouarve, der wi/Nich einmal ganz große Klasse war, klagt schon über Schmerzen im Knie! Kein gutes Zeichen!... Auch Demoulder sieht keineswegs berauschend au?: ar schläft schlecht!... Aber schließlich kommt es ja doch nur uns Pflegern zuguir, wenn einer der Fahrer aussteigt' Wir wissen ohnehin nicht mehy, wo uns der Kopf steht!.. Bedenken Sie doch, daß wir nur sechs Mann sind und während der ersten Etappe kein Bett gesehen hoben!... Erst hinter Bayonne, wenn die Berge viele Fohrer zum Aufgeben zwingen, atmen wir ein wenig auf!' „Und wie geht es Blanc-Mesnil?" fragt« Ravenell«.„Ich habe ihn seit dem frühen Morgen nicht gesehen." Chevillard, der das gehört hatte, kam näher und sagte lei« „Dert raut sich doch wegen Toette nicht aus dem Zimiyerl' '„Dann hätte ich mich otso gestern doch nicht geirrt?" .Rein? Die Klein« wurde nämlich von den Belgiern im Presiewagen mitgeschleppt!" .Sa! So!" .Dies« Burschen stich fa unglaublich frech! fuhr Chevillard fort.„Robert.Itliebe wollte na* türlich niemoich die Klei»« in irgendeinem der Wagen mitnehmen. Schließlich erboten sich die zwei Belgier, die nicht umsonst mit Rissin gut befreundet sind, das Mädchen m ihrem Auto mitzunehmen!' .Unglaublich!' .Da steckt natürlich Irgendeine Kombination dahinter!' sprach Chevillard. weiter..Yoette war acht Monate lang so gut wie verichumichcn. Jetzt, ausgerechnet während der Rundsahrt« taucht sie wieder aus! Finnen Sie das natürlich,.)crt Navenelle?" .Ganz Im Gegenteil! Auch mir fiel es. so« fort aus!' „Doch ich habe Robert gewirrt und ihm gesagt:..Di- Kleine hoben dir die..Rivo'-Leute auf den Hals gehetzt! Tie ist bestochen!'.. .Ganz wein« Meinung,' sagte Ranenelle. „Wenn die Robert verführt... bekommt sie ein« Prämie, die ich ganz gern haben möchte!... Heute morgen ist sie ihm in oller Frühe auf die Bude gerückt!" .Run... und?" .Rodert hat sie zu Bollu geschickt? Na. der wird ja hübsch angeschnauzt haben... Ballu dürfte auch den beiden Belgiern den Star gc« stochvn haben, und die Klein« wird wohl kein Glück mehr haben!" „Die bringt es sogar fertig und reist mit dem Zug nach!" sagte Ravenelle. Der Masseur Faurcode stopfte sein«. Pfeife. Ueber sein glattrasiertes Gesicht huschte ein Lächeln: „Ob das nicht ein richtiges Theater ist!... Immer wieder werden neue Tricks versucht!... Sie können sich ungefähr vorstellen, was ich in meiner fünfzehnjährigen Tätigkeit schon alle» erlebt habe!" Navenelle und Moinguy sahen sich schweigend an und schütteltan den Kopf. Van der See kam der berauschende Duft de? Ozean». und der sanfte Darmittogswind spielte mit dem Lachen der Menschen wie mit Tennisbällen. Die Fahrer dehnten sich in ihren bequemen Stühlen und dlntzelien unter der schlitzenden Hand in den azurnen Himmel. Lebenslust lag über dem Kasino-Hotel. Irgendwo trällert« eine Männerstirnme den neuesten Bartsch Schlager.(Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. ii:uunffluiimnnumRiinsmimiiMunnmRiimmnraraim!miimmn!Hniimim:immm!mimminimnmmimwffliiinwiun««m«>TOiu«mMi)W.irainwi(uniiim!niv Die Sittlichkeit in Gefahr. Der Verein der e r a i» g e l i s che n Lehre rinnen hat in einer Eingabe an das Preußische Kultusministerium zu den Reichs- jugendwettkämpse» der Mädchen„Stellung genommen". Nach der Ansicht dieses Vereins soll das Iugendfest für beide Geschlechter ge- trennt stotrsinden. Wenn nur ein Sportplatz vorhanden ist, sollen die Wettkämpfe für Knaben und Mädchen getrennt durchgeführt wer- den. Bei den Vorsührungen der Mädchen dürfen Zuschauer Über- Haupt nicht zugelasien werden. Höchstens Vater und Mutter können sich im Zuichauerrailm,„der in angemessener Entfernung anzulegen ist", aushallen. Da schon ein nackter Arm das Schamgefühl dieser zarten Gemüter verletzen kon», so heißt es in der Eingabe:„Aerniel- lose Kleider sind nicht zugelasse»." Die Turnhosen sollen wenigstens da« Knie bedecken. Auf diese Art machen sich Lehrerinnen im Jahr« 1928 lächerlich. Und der Kultusminister? Er gab die Eingabe unter U VI Nr. 1683 zum Bericht an die Regierungen und Schulräte weiter, wahrscheinlich in Ermangelung eines Papierkorbes. „Da werden Weiber zu Hyänen." Der Warschauer Maler Ja,, P r i h e c z k y Hct sich in dem Marienstadt genannten Stadtteil ein Atelier gemietet, dos zu ebener Erde lieg» und dessen Fenster auf die Straße führen. Trotzdem hielt er e» nicht für nötig, Vorhänge anzubringen, obwohl er seine Modelle— weibliche Modelle— ausschließlich nur mit ihrer natürlichen Schönheit bekleidet zu malen pflegte. Kein Wunder, daß die Vorübergehenden gern einen Blick in die Künstlerwertstatt warfen. Gesagt werden muß, daß besonder» Frauen so indiskret waren. Daß sie sich nachher yber die Schamlosigkeit des Meisters empörten, und es an mehr oder weniger layten und spitzen Be- merkungen nicht fehlen ließen, erklärt sich daraus, daß die Modelle ausgesprochene Schönheiten waren. Meister Prtheczky ließ sich das aber nicht anfechten. Jüngst malte er ein Bild, zu dem er gleich zeitig sechs Modelle in paradiesischer Nacktheit um sich versammelte. Die Frau des Anwalts— man erzählt, sie sei täglich dort vorbei- gegangen, obwohl es iür sie einen Umweg bedeutete— sah dos und lief sofort zyr Markthalle. Sie hielt eine flammende Rede gegen den»sittenlosen Maler", den„Frauenoer derber" und ..Mädchenverführer", und ruhte nicht, bis 200 Marktfrauen, schmeU mit Schirmen bewaffnet, Himer ihr her zum Atelier Prihaczky« .zogen. Hier schritten die 200 zum Angriff: die erschreckten Modell« flohen nackt und blaß über die Straße, und Priheczly sah sich einer Horde gegenüber, die— oh ahnungsvoller Schiller;— mehC Hyänen als Weibern glich. In letzter Sekunde riß er noch ein alico* unbrauchbares Gewehr von der Wand, richtete es auf die Frauen und bedrohte jede, die ihm zu nahe kommen sollt«, mit dem Tod«. Das wirkte: die Frauen zogen sich langsam zurück, und Polizei säuberte dann den Kampfplatz gänzlich. Prtheczky oder wird vor QHrichi gestellt: die empöne Bolkemorol will ihr Opfer haben. Der Millionenschatz im Sofa. In einem W i l n a e r Prioathaus fand der Besitzer im Sofa versteckt Schmucksachen im Werte von etwa 2 Millionen Mari. Der ehrliche Finder meldete den Fund der Polizei, die jetzt eifrig Roch- forschungen nach dem früheren Besitzer des wertvollen Möbelstücks, einem zaristischen hohen Regierungsbeamien, hält. So vergeht der Ruhm der Welt. Aus Chicago kommt hie kurze Meldung, baß Kurt B r e n z e l Ehaufjenr geworben ist. Das ist das End« einer leuchtenden Laufbahn, das Verlöschen eines Meteor isten, der kurze Zeit eine» der flammendsten Gestirne am Boxerhümnel gewesen ist. Er war der einzige deutsche Mittelgewichtler, der dieselben Gagen verlangen konnte wie die Schwergewichtler: wenn er kämpfte, so war der Saal zumindest ebenso gefüllt, wie wenn.her blonde Hans', Breiten- .strater, in den Ring trat. Kurz nach seiner Heirat mit Fern Andra mußte Prenzel wegen einer Handverletzung seinen Titel abgeben, als er nach mehr als Jahresfrist wieder im Ring erschien, war sein« Zeit vorüber, seine Technik überholt. Die Propheten' Abteilung. Louis Hagen, der rheinische Bank- und Industriekapitän, wurde jüngst teiephonijch gefragt, was er von der lommcnden Gestaltung der Börse halt«. Kurz erwidert« er:„Falsch verbunden, ich werde nach unserer Prophetenabteilung umstellen lassen." j r t S of a e 269 De g e Arbeiter Sport Der Rubel rollt! Sowjetgeld für den Arbeitersport. Die unter tommumistischem Einfluß stehenden Funktionäre der ausgeschlossenen Arbeitersportvereine haben, um Bermirrung in die Reihen der bundestreuen Vereine zu tragen, von der Sportzentrale der Kommunistischen Partei in Berlin Auftrag erhalten, am 21. Oktober ebenfalls einen Streistag" einzuberufen. Um die Bereine und Mitglieder zu täuschen, zeichnet als Einberufer eine erweiterte Kreisleitung und operiert als Zugmittel mit Ramen Don Personen, die bereits aus dem Bunde ausgeschlossen find ader eine Unterschrift nicht gegeben haben. Ein gemisser Franz Kirsch it beauftragt, bie Streisbeiträge einzufammeln. Der Kreisfaffierer unferer Organisation ist nach wie vor der Bundesgenosse Mar Soulz, Berlin NW. 21, Bremer Straße 64( Boftschecktonto Berlin 144 754. Wir warnen, irgendwelche Beträge an Kirsch einBufenden, Benannte Person hot fein Recht, Beiträge unserer Organisation einzusammeln noch einzuziehen. Es besteht die Gefahr, daß die Bereine unter Umständen doppelt zahlen müssen. Außerdem wird den auswärtigen Delegierten Fahrgeld Derfprochen. Es scheint, als menn der Rubel mieher luftig rollt. Bor uns liegt ein Dotument, das folgenden hochbedeutenden Bossus enthält: Sowjetpropaganda! Gleichzeitig feile ich Ihnen mit, daß der Genoffe Dowolfti in den nächsten Tagen nach Berlin fommt, um Sie dort zu treffen und daß Sie von ihm die notwendigen Gelder erhalten für die Arbeiten in der Berliner Sportabteilung. Alle wunden Punkte werden auf einer Konferenz entschieden, an der Vertreter aller Länder teilnehmen werden, mit denen wir jeht unbedingt in Beziehungen trefen müssen. mit tommunistischem Gruß! Der Sekretär des Bureaus. ( Unterschrift) G. Ermann. Hieraus erfieht man, wer die Drahtzieher und Spalter im Arbeitersport find. Wollen die Arbeitersportvereine fich nun nody für einen Jubaslohn verkaufen. Es ist eine Linie von der Verpflichtung der Kommunisten durch das Organisationsstatut, überall, auch im Sport, Fraktionen zu bilden, bis zur Finanzierung diefer Organe der Bartei durch Moskau. Und diese gedungenen Spalter wollen sich darüber aufregen, daß Berliner bundestreue Arbeiter portler am 21. Oftober gemeinsam mit der Sozialdemokratie des Tages der Einführung bes Sozicliftengefeges gedenken wollen. aßt die Resolutionäre unter sich. Sein ehrlicher Arbeitersportverein entjendet zum Kreistag der Kommunistischen Partet am 21. Ottober nach Berlin feine Delegierten. Alle Bereine beschicken den Kreistag des Arbeiter Turn: und Sportbundes a m 28. Oftober 1928 in Brandenburg a. d. 5. An die bundestreuen Vereine des 1. Kreifes im Arbeiter- Turnund Sportbund! Wir bringen hiermit nochmals zur Kenntnis, daß ber ordentliche Kreistag unserer Organisation am Sonntag, dem 28. Ottober 1928 in Brandenburg a. d. H. stattfindet. Sämtliche Bundesvereine haben unbeschadet ihrer Mitgliederzahl BertretungsTecht. Die Tagesordnung und entsprechende Ausweise find den Bereinen bereits zugegangen. Die Bereinsvorsißenden wollen fneuftens ihre Vertreter benennen und an Mag Reichert, Epandou, Butherstraße 3, melden. Der Kreisrat. J. 2.: Reichert. Der Zuverlässigkeitsflug. 21 Flieger am Ziel. Der vom Deutschen Luftfahri- Berband veranstaltete 3uner. fäffigteitsflug anfäßlich der Internationalen Luftfahrt- AusStellung ist nach viertägiger Dauer zum Abschluß gelangt. Bon den anfänglich gestarteten 38 Bewerbern haben insgesamt 21 den Zen. ralflughafen Berlin- Tempelhof erreicht. Bedauerlich ist nur, daß diefe Brüfung nicht ohne Zobesopfer abgegangen ist, denn der Kaffeler Hartwig verunglückte tödlich während seine Begleiterin Fräulein Thomas- Raffel sich schwere Berlegungen zuzog. Bon den 21 am Ziel eingetroffenen Teilnehmern haben 19 mehr als 60 Prozent der geforderten Flugftrede erledigt, davon hur 4 das Gesamtpensum, das zwischen 2000 und 2700 Kilometer lag. Es sind dies der befannte Segelflieger Hirth- Stuttgart( KlemmDaimler 20 PS), Schindler Stuttgart mit Fräulein Schumann Schindler- Stuttgart Stuttgart als Begleiterin auf 20 PS Stemm- Daimler, Kern- Duis. burg auf Udet- Flamingo, der sogar 2740 Kilometer bewältigte, fomie die Alademische Fliegergruppe Berlin mit dem von 4 Führern geflogenen Heintel HD 32. Bis zu 90 Prozent der geforderten flugftrede tamen noch 5 weitere Teilnehmer. An Flugprämien fteben rund 80 000 Mart zur Verfügung, die dergestalt verteilt berden, daß diejenigen mit der vollen Strede eine Mart je Flugfilometer, alle übrigen einen Betrag erhalten, der prozentual nach der aufgebrachten Leistung errechnet wird. Von der übrig bleiben den Summe werden für die Bestleistungen noch besondere Prämien ausgesetzt, ebenso stehen etwa 20 wertvolle Ehrenpreise zur Berfügung. Musterriegen- Wetturnen der FTGB. Den Reigen der Hallenveranstaltungen eröffnet die Freie Turner chaft Groß- Berlin am tommenden Sonntag, 14. Ottober, mit einem Betturnen von Musterriegen in der Städtischen Turn halle, Brinzenstraße 70( unweit Morigplag) Die zahlreich ein Begangenen Melbungen foffen auf gute Beistungen schließen, wohl. borbereitete Bezirfsriegen werben fich den Kampfrichtern zur Ber fügung stellen. Die Arbeiterschaft hat hierbei Gelegenheit, fich von ber vorbildlichen Pflege des Geräteturnens innerhalb der FXGB. Bu fiberzeugen. Das Turnen beginnt pünktlich um 15 Uhr, Hallen. eröffnung bereits um 14 Uhr. Arbeiter- Handball. Groß- Berlin Bebbing spielte am Sonntag gegen Welten und Bemann reichlich hoch mit 1012.( 6: 0). Belten hatte einen Ersaz formächter eingestellt, was wohl einen Teil Schuld an der Rieberlage hat. Das Spiel bewegte fich während der ersten Halbzeit faft hur in Beltens Hälfte. Erst in der zweiten Halbzeit tonnie Beltea urdy Musnügung der Schwächetrije Weddings zwei Tore buchen. uch Wilmersdorf gemann gegen Grumemad- Eichiamp hoch mit 0( 5: 0) Gamemaid hatte nuus at arm zur Stelle boburch sehr geschmächt. Hervorzuheben ist die Arbeit des Grune malber Mittelstürmers. Fürstenwalde unterlag bei allen Spielen. Die Männer verloren gegen Moabit II mit 3: 1( 1: 1), die Jugend gegen Rosenthal mit 3: 2( 3: 1). Moabit I Männer gewann gegen Erfner mit 4: 1( 2: 0). Groß- Berlin Rosenthal Frauen und GroßBerlin Norden I trennten sich 7: 0( 2: 0), während die Männer gegen Wedding II mit 9: 4( 2: 0) perfaren. Weitere Resul tate: Groß- Berlin Friedenou I gegen Groß- Berlin Nordring 8: 3( 3: 1): Friedenau II gegen Süden III 5: 4( 2: 2); GroßBerlin Wedding III gegen Often I 2:12. Kinder im Arbeitersport. Reichsbanner Ski- Trockenkurse. Die Reichsbanner interfport Abteitung veranstal tet in diesem Winter mieder einen Stitrodenturius. Der Breis beträgt einschließlich lebungsstier 4 M., für Jugendliche 2 M. Anmeldungen sind baldmöglichst zu richten an Breslauer, Berlin S. 68, Martgrajenstr. 22. Auch wird schon hiermit auf Die große Weihnachtsstifahrt in die blaue Silvretta hingemiefen. Die Kosten betragen für Bahnfahrt, 14tägigen Aufenthaft mit Verpflegung, Stilehrer und allen Sonderkosten 120 M. Empfehlenswert ist der Besuch des Film vortragsabends Mittmoch, 17. Ottober, 20 Uhr, im Bürgersoal des Berliner Rathouses, wo der Reichsjugendleiter Bape- Magdeburg sprechen wird und mehrere Wintersportfilme, u. a. der Film der Ulfa:„ In der Welt des Sti", gezeigt werden Der Eintritt zu dieser Beranstaltung ist kostenlos. Trauerfeier für Georg von Tschudi. Der Verschiedene war in feiner Eigenschaft als Bizepräsident des Aeroclubs von Deutschland und als geschäftsführender Barfigender des Deutschen Luftrates der Führer der deutschen Luftfahrtbewegung. Er hatte die erste deutsche Luftfahriausstellung 1909 in Frankfurt a. M. organisiert und war auch Barfigender des Organisationsausschusses der zur Zeit in den Die Arbeitersportbewegung mißt den Leibeserziehungsfragen Berliner Meliehallen stattfindenden großen internationalen Flugdes Kindes außerordentliche Beachtung bei. Dertliche Schulungs. Gesellschaft für Luftfahrt auf der Galerie der Ausstellungshalle II schau. Am Mittwoch findet im Ehrenraum der Wissenschaftlichen tage, allgemeine Kurse an der Bundesschule usw. sorgen für prote am Kaiserdamm eine Trauerfeier für den Verstorbenen statt. tische Ausbildung der mit der Leitung der Kinderabteilungen im AISB. betrauten Helfer. Lehrbücher und grundsägliche Schriften Ein Arbeiter- Wafferrettungsdienst ist dieser Tage in Wien vermitteln technisches und theoretisches Wissen. Als Ziel für die unter Beteiligung von Arbeiterfamaritern und schwimmern geLeibesübungen mit den Kindern wird die Forderung nach dem gegründet worden; ein von über 100 Interessenter besuchter Rurfus funden, in fazialistischer Richtung erzogenen Menschenfind aufgestellt. bat stattgefunden. Demnächst soll eine Rettungsschwimmabteilung, Der Arbeiter Turn- und Sportbund hat heute schon 182 792 ins Leben gerufen werden. Kinder in feinen Reihen! 101 811 Snoben und 81 481 Mädchen betätigen sich in den verschiedensten Formen der Leibes übungen. In Sachsen allein sind es weit über 40 000 Kinder, die dem AIGB. angehören. Viele hunderttausend Kinder siehen aber noch abseits. Die Eltern verkennen bedauerlicherweise immer noch die Notwendigkeit der Leibesschulung. Sie vergeffen, daß die Entmicklung des städtischen Lebens zur Sportbetätigung zwingt. Jedes Arbeiterfind muß mitglied eines Arbeiterturn- und Sportvereins werden! Neukölln schaltet sich aus. 17. Berwaltungsbezirk( Cichtenberg). Sur fonftituierenden Berfammlung des Ortskartells entfenden alle Vereine des neuen Kartells im Berwaltungsbezirk Lichtenberg je 2 Vertreter am Donnerstag, 11. Oftober, zum Lofal Sievert, Kantstraße 3. 9. Bezirk. Wilmersdorf, Grunewald, Schmargendorf. Alle bundestreuen Bereine, melche dem neuen Kartell beizutreten haben, merden gebeten, die Adressen der Vorfigenden an Karl Schulz, Wilmersdorf, Brandenburgische Straße 75, einzureichen. Bundestreue Vereine teilen mit: F. T. 6.- 8. Sportbezirk Dstring". Wegen ber Echulferien mußte der Fir Donnerstag angefeste Sallentrainingsabend ausfallen. Der erste Trainingsahend findet fomit nächsten Tonnerstag um 19 Uhr in der Turnbolle des Realgymnasiums an der Parlaue, unweit der Möllendorfstraße, ftatt. Rody mals merden alle aus dem EB..Lichtenberg ausgetretenen bundestreuen Surner ersucht, flch bis aur Gründung einer selbständigen Turnabteilung an In einer Berfammlung der Ortsgruppe Neukölln des rbeiter Kraft und Radfahrerbundes hielt der. frühere Borsigende des Kartells Deutschmann eine anderthalb Shmden währende Heyrede gegen unsere Partei und gegen die BundesLeitung, um Stimmung für das Verbleiben der Abteilung im alien Startell zu machen. Einem bundesireuen Arbeiterradfahrer machten den Trainingsadenben au befelligen. es die anwesenden Kommunisten unmöglich, sich verständlich zu machen. Als der Kassierer der Abteilung seine Unterschrift auf eine Biste nerweigerie, weil er den Kommunisten nicht das Recht ein räumten wplite, gegen des neue Startell flagbar vorzugehen, wurde er furzerhand von seinem Posten entfernt, obschon er acht Jahre lang zur Zufriedenheit das Amt parsehen hatte, Nach diesen Borgängen war es nicht weiter nerwunderlich, daß sich die Bersammlung gegen 7 Stimmen bei einer Anzahl Stimm enthaltungen zum alten Kartell befannte. Immerhin waren non den 280 Mitgliedern nur eima 100 anwesend. Die Abteilung hat sich also damit ebenfalls außerhalb des Arbeiter- Kraft- und Radfahrerbundes gestellt. Breie Turnerschaft Grez- Berlin. Die neuen Bezirke werden ganz befonders auf folgende Daten hingemiesen: 10. Oftober Gigung aller Männerturnwarte in der Geschäftsstelle, Lichtenberger Straße 3, part., 191 Uhr. 13. October Jugendausiausigung in der Gefchäftsstelle. 20 Uhr. Jeder eingeine Bezirk mus vertreten feinf 13, Ottaber Bufammenturnen affer Aftersturner ber FOB., Turnhalle Jahn- Realgymnafium, Sichtenberg. Marliftraße 2-3. Beginn 20 Uhr. Anschließerd wichtige Sigung im Lofal bugo Wegener, Frankfurter Affee 286. 13, Ottober Lehrstunde, Turnhalle Boucheftraße 75( reptow), 19-22 Uhr nur file Turnerinnen- Abteilungen! Thema: Geräteturnen und Silfestellung. Schrittarten. Die Franenabteilung des Besists Osten der FIGS. het ihren Turnbetrieb befonders eingestellt füit Frauen über 25 Jahre und tere. Die nach neuzeitlichen Grundfäßen gefeltete Abteilung bat ibre 2lebungsstunden in der Turnhalle Rigaer Straße 8. Montags 20-22 Uhr. Freie Welthooilahrer Berlin. Susammenkunft Dannerstag, 11. Oftober, Echule Weinmeisterstraße 16-17 um 20 Uhr, Gäfte willkommen. Die Gelbstbauer zahlen die 1. Rate ein. Tahrten am 14. Ofteber. 1. Mit Boot, Tifmen harfer Graben. Abfahrt 5% the Stettiner Bahnhof his Grüneberg; 2. shne Bost: Durch den Krämer, Treffpunkt 7 Uhr Lehrter Bahnhof. Du gehörst zu uns! So um die Schulentiaffungszeit herum veranstalten die vielen Jugendverbände Berbefeiern, um die Jungen und Mädchen für ihre Organisation zu gewinnen. Die bürgerlichen Jugendverbände des. halb, um auch über die Freizeit des Arbeiters verfügen zu fönnen. Bir aber, die fozialistischen Sugendverbände, treffen derartige Beranstaltungen aus der Erkenntnis heraus, daß die mirtschaftliche Rot des Arbeiters auf verschiedene Menschen verschieden mirft. Bei den einen fötet fie jebe geistige Regfamfeit. Andere fuchen im Unglüd Troft bei Literatur, Religion, Sport ufm. Moch andere stürzen sich in die Vergnügungsstrudel der Großstadt, um für wenige Stunden ihre elende Lage zu vergessen. Ein Bildungsprinzip des Bürgertums, und leider auch weiter Teile der Arbeiterschaft, ist das Bemühen, die jungen Menschen so um. auskennen. Der Junge sowohl wie das Mädel müssen sich bei Tische gut bemegen fönnen, und beim Tanz nicht unangenehm auffallen. Im ganzen aber soviel wissen, um mitreden zu fönnen. Aber nicht mitredende, sondern mithandelnde, mittätige Menschen, Genossen, denen der Kampf um eine neue Gesellschaftsordnung Inneres Erlebnis, Herzensangelegenheit ist, braucht das Broletariat! Darum feßen die jungen Sozialisten an Etelle des Not fut bürgerlichen Bildungsideals ihr proletarisches Bollen. Not fut vor allem die Ertenntnis der Zusammenhänge zwischen Kapital und Arbeit. Auf unseren Heimperanstaltungen bemühen wir uns deshalb, Wege zu finden, die aus den Wirrniffen der Zelt heraus in die Zukunft weisen. Gemeinsam wollen wir geistige Baffen schmieden zum Kampf gegen das Bürgertum. Nicht nur erfte belehrende und unterhaltende Beranstaltungen fehen uns gemeinsam bebeinander, sondern auch fröhliche Jugend. Wir turnen und spielen, fingen und mandern, um die Schäden der Arbeit wieder auszugleichen. Denn nicht blaffe und trante Menschen sollen den Sozialismus erleben, son dern gesunde, vorwärtsfirebende Menschen. zu erziehen, daß fie fich in der Literotur, Mathematit, Geometrie Liebe schulentlaffene Jungen und Mädchen! In furzen Zügen haben mir nerfucht darzustellen, um mas es in der Jugend. bemegung im Urbeitersport geht. Noch einmal aber müssen mir euch zurufen: Koummt zum Arbeitersport! Kämpft mit uns! Die Frete Turnerisait Groß. Berlin, Bezirt Theu Groß- Berlin, föln, eröffnet am Mittwoch, 10. Oftober, in der Beffing.chule ( neue Turnhalle), abends 20-22 Uhr, eine neue Jugend- 2bteilung. Bir bitten die Barteigenossen, ihren Rindern banon Renntnis zu geben. Berner turnen in der Doppelhalle Leffingstraße Diens tags non 20 bis 22 Uhr Männer, Frauen und Jungmädchen. An meldungen werden auf der Halle entgegengenommen Neues Leben im Arbeitersport. Ueberall Neugründungen. Crattod organisation zu werben und zu mirten. Am Sonnabend tagte in Baumschulen meg eine gut besuchte Zusammenkunft bundes. treuer Turner und Sportler. Nach einführenden Worten des Einberusers Bischoff wurde die augenblickliche Situation im GroßBerliner Arbeitersport tura sfizziert. Die Vertreter der FIOB. schilderten dann in längeren Ausführungen den Aufbau der Freien Turnerschaft Groß- Berlin", des größten Bundesvereins. Nach reger Diskussion, die vor allem Organisationsfragen be= traf, erfolgte die Gründung des Bezirts Baumschulen weg der FIGB. Damit ist den Freunden systematischer Leibesübungen auch in diesem Borort Gelegenheit gegeben, sich dem über ganz Deutschland verbreiteten ATSB. anzuschließen. lleber 70 2 u fnahmen tonnten sofort vollzogen werden. Weitere Intereffenten melben fich bei Paul Bache, Baumschulenweg, Baumschulenstraße 93, Gartenhaus III. Auch an den folgenden Turnabenden werden neue Mitglieder aufgenommen: Männer und Jugendliche: Turnhalle Kiefholzstraße 260. Dienstags 20-22 Uhr. Frauen und Jungmädchen: Turnhalle Baumschulenstraße 80/81, Freitags 20-22 Uhr. Kinder: Turnhalle Baumschutenstraße 80/81, Freitags 18,30 bis 20 Uhr. 1. Turnabend für Männer und Jugendliche 16. Oftober. 1. Turnabend für Frauen und Jungmädchen 12. Ottober. 1. Turnabend der Kinderabteilung 12. Oftober, Jebe mettere Austunft in der Geschäftsstelle FTGB., Berlin NO. 18, Lichtenberger Straße 3. Um auf dem Gebiete der Charlottenburger r beiter Turnerei Klarheit zu schaffen, hatten sich ble bundestreuen Mitglieder der Freien Turnerschaft Charlottenburg". die sich selbst außerhalb des Arbeiter- Turn- und Sportbundes gestellt hat, am Sonnabend zusammengefunden. Einige„ oppofitionelle" Horcher hatten sich eingestellt, die sicher nicht mit fauteren Absichten ge tommen waren und deshalb vom Leiter an die frische Abenbluft gefeßt wurden. Der frühere langjährige Leiter der jegt ins kommunistische Fahrmaffer geratenen Freien Turnerschaft Charlottenburg", Bevin, hielt einen furzen Rückblick über die Geschehnisse, die zum Ausscheiden der Bundestreuen führen müßten und gab dann ein Bild derjenigen, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit in hohen Tönen die Revolutionierung des Arbeitersports perlangen aber sonst nur die Befehle ber PD. als maßgebend ansehen. Mit dem einmütigen Betenntnis, den Arbeitersport in seiner ursprünglichen Form, frei non jeber Bartetpolitit, auch in Charlottenburg weiter Buführen und neu aufzubauen, murbe befchloffen, fich als Charlotten zur Förderung des zentralistischen Gebanfens. burger Begirt der Freien Turnerschaft Groß- Berfin anzufdfießen Der Borstand setzt sich zusammen: Barligenber Karl Benin, Haefelerstraße 14a; Raffierer Franz Schnell, Cauerstraße 16; Schriftführer Walter Neumann, Dandelmannstraße 22, Im Anschluß baran traten etwa 30 Mitglieder dem neuen Berein bei, mas als ein schöner Erfolg zu buchen ist. Der anwesende Bertreter der Freien Schwimmer Charlottenburg" lub die Turner ein, zur Pflege des Gemeinschaftsfinnes, recht oft die hiefige Schwimmhalle zu besuchen. Der würdige Verlauf der Verfammlung garantiert ben Charlottenburger Arbeitersportlern, eine neue Abteilung geschaffen zu haben, die sich unter der fräftigen Mit Auch in den Bororten Groß- Berlins finden fich ble Arbeiter. trener und sportler mieher zufammen, um unter dem Banner des Arbeiter- Turn und Sporibundes wieder für Miefe alte Stulturarbeit aller gut entwidein wirb. Der Marktplatz in Wiener- Neustadt. Hier war der Mittelpunkt der Demonstration am Sonntag. Ein sterbender Beruf. Verkehrte Wiederbelebungsversuche. Mit dem Beginn des Winters setzt bei den Ofensegern und Malern der Kleinkrieg gegen die Rückständigkeit so mancher UnterUnternehmer ein, die nicht einsehen wollen, daß Arbeiten in fensterlosen Neubauten zu einer Marter für die Ausführenden wird. Die tariflichen Bestimmungen sagen ganz klar, daß die Arbeitsräume geheizt und zugsicher sein müssen und frostfreies Material geliefert werden muß. Ob auch in diesem Jahre wieder mancher Unternehmer es darauf ankommen läßt, daß die Ofensetzer erst durch Arbeitseinstellung diese Bestimmungen zur Geltung bringen, bleibt abzuwarten. Da die Wohnungsneubauten aus den Mitteln der Hauszinssteuer bezuschußt werden, scheuen die Bauunternehmer solche Arbeitspausen nicht allzu sehr. Um so mehr muß die Deffentlichkeit und namentlich die Städtische Wohnungsfürsorge darauf achten, daß in den ganz oder teilweise aus öffentlichen Mitteln errichteten Bauten die gesundheitlichen Vorschriften streng beachtet werden. Der Beruf der Töpfer liegt fast brach. Die Zahlen des Landesarbeitsamts ergeben eine Arbeitslosigkeit von beispielloser Höhe. Auf 1000 Berufsangehörige fommen dieses Jahr im Januar 359 Beschäftigungslose, im Februar 437, im März 546, im April 613, im Mai 429, im Juni 518, im Juli 346, im August 202 und im September 105 Beschäftigungslose. Ende September waren die Arbeitsmöglichkeiten allerdings sehr hoch, da wegen der am 1. Of tober eintretenden Lohnerhöhungen die Unternehmer auf Borrat arbeiten lassen. Der Oktober ist vorerst der günstigste Monat im Jahr. Dann setzt aber sofort wieder die Flaute ein. Es ist daher angebracht, daß auf gerechtere Arbeitsverteilung hingewirkt wird. Nach§ 65 des Arbeitsnachweisgesetzes fann der Reichsarbeitsminister die Benugung des öffentlichen Arbeits nach weises obligatorisch machen. = Zentralheizung, Gasöfen und elektrische Defen verdrängen den Kachelofen immer mehr. So wird der Töpferberuf langsam aber sicher aussterben. Gerade in diesem Beruf blüht jedoch die Lehrlingszüchterei mie sonst nirgends. Auf 650 Unternehmer dieses Gewerbes tommen nur 1000 Gehilfen. Ueber die Zahl der Lehrlinge, die den Gehilfen ersehen müssen, schweigen sich natürlich die Handwerkskammern aus. Hat dann der Lehrling drei kostbare Jugendjahre vertan, dann sitzt er meist auf der Straße oder verdrängt einen Familienvater aus seiner Arbeitsstätte. Die Arbeitereltern mögen so weitsichtig sein und nicht dazu beitragen, ihre Söhne früher oder später womöglich für das ganze Leben brotlos zu machen. H. W. Bayern als Beispiel. Für die preußische Forstverwaltung. Heute und morgen finden im preußischen Landwirtschaftsministerium Verhandlungen über den Neuabschluß des Tarifvertrages für die preußischen Staatsforstarbeiter statt. Vor einigen Tagen fanden auch in Bayern Tarifverhandlungen für die bayerischen Forstarbeiter statt. Ihr Ergebnis ist folgendes: attorbierungen im Nichteinigungsfalle ein Schiebsgericht anrufen zu tönnen. Die Löhne wurden folgendermaßen erhöht: Lohntlasse D Do 49 auf 58 Pf., Lohntlasse C von 54 auf 61 Pf., Lohntlasse B von 58 auf 65 Pf., Lohnklasse A( Besetztes Gebiet) von 71 auf 75 Pf. Bei den 83 Forstämtern, die von der Lohnklasse D in C überführt wurden, erhöht sich der Lohn von 49 auf 61 Pf. Neben diefen Lohnerhöhungen wird in allen Klassen die Haus stands. zulage um 1 Pf. pro Stunde erhöht. Damit ergibt sich ein zahlenmäßiges mehr gegenüber der bisherigen Regelung: in der Lohntlasse A um 5 Pf., Lohntlasse B um 8 Pf., Lohntlaffe Cum 8 Pf., Lohntlaffe D um 10 Pf. Diese Regelung entspricht zwar nicht allen Wünschen des Deutschen Landarbeiterverbandes. Es ist noch manches übrig ge blieben, über das gelegentlich weitergesprochen werden muß. Es ist aber etwas erreicht worden, was der bisherigen Regelung gegen über als ein ansehnlicher und nachahmenswerter Fortschritt bezeichnet werden muß. Vielleicht nimmt sich die preußische For verwaltung daran ein Beispiel. Kommunalwissenschaftliches Institut an der Universität Berlin Der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung hat vor kurzem die von Prof. Dr. Walter Norden an ber Universität Berlin geschaffenen Rommunalwissenschaftlichen Uebungsräume und Bücherei" in ein Universitäts inftitut umgewandelt. In diesem Institut, dem ersten dieser Art in Deutschland, unterziehen fich Studenten ( Juristen und Nationalökonomen), die die Absicht haben, später in leitender Stellung in der Verwaltung tätig zu sein, einem fpeziellen tommunalwissenschaftlichen Studium. Daneben sollen in engster 3 fammenarbeit mit der Braris die fommunalen Probleme zur wissen schaftlichen Darstellung gelangen und durch Einrichtung einer Bor tragsreihe fomie durch andere Veranstaltungen das Intereffe weiterer Kreise an ihnen gewedt werden. Das Institut befindet sich Französischestraße 28( Anruf: Amt Zentrum 77 17). FUNK UNDAM ABEND Dienstag, 9. Oktober. Berlin. 16.00 Stunde mit Büchern. Karlernst Knatz: ,, Romane der Wirklichkeit". 16.30 Sonate op. 14 von Eduard Behm( Allegro moderato Adagio Appassionata non troppo Allegro);( Curt Vogle, Violine und Prof. Jose Weiß, Flügel). 17.00 Uebertragung der Tee- Musik aus dem Hotel Bristol, ausgeführt von der Kapelle Ilja Livschakoff. 18.30 Ingenieur Joachim Boehmer: Technische Wochenplauderei. 19.00 Dr. med. Ernst Rothe: Vortragsreihe: Die Macht der Suggestion VI.: Verwertung unterbewußter Kräfte als Heilmittel, 19.30 Hans- Bredow- Schule, Naturwissenschaften: Prof. Dr. Hans Reichenbach: Die Prinzipien der modernen Physik. I.: Das Prinzip der Relativität. 20.00 Abendunterhaltung. Mitwirkende: Gertrud Eysoldt, Christian Bouchholz 21.00 Musik der Gegenwart. Benedictus 1. Prof. Adolf Weißmann: Einleitende Worte. 2. Paul Höffer: Suite für Klavier, op. 15: Präludium Largo Intermezzo( Variationen) Finale.( Der Komponist). 3. Hermann Reutter: Sonate für Violine und Klavier, op. 20: Aeußerst rasch und feurig Gespenstig im Marschrhythmus( Therese Petzko- Schubert, Violine und Paul Höffer Flügel). 21.45 Dr. Paul Kaßner: ,, Maßstäbe des Wirtschaftslebens". Die Ergebnisse der Koblenzer Tagung der Bodenreformer. Königswusterhausen. Bei der Ortsflaffeneinteilung wurde beschlossen, die Forstämter Tölz- Süd und Rosenhein- Süd aus der Ortsklasse C in die Ortsklasse B und 83 Forstämter aus der Ortstlasse D in die Ortsflasse C zu überführen. Die Lohnspanne zwischen Ortsklasse D und C wurde um 2 Bf. verringert( bisher 5 Bf., jetzt 3 Pf.). Bon den Aenderungen, die der Abschluß des Manteltarifes gebracht hat, find erwähnenswert: 1. die Aufnahme der Wegezeitvergütung, 16.00 Dr. Gertrud Rosenow: Wie kann die Mädchenschule das Elternhaus in 2. die Erweiterung des Urlaubs auf 170 Tage Beschäftigung, 3. die Erhöhung der Hausstandszulage, 4. die Sicherung des erworbenen Urlaubs für drei Jahre, 5. die Einbeziehung der Rottmeister und Bartieführer in den Tarifvertrag, 6. Vergütung für Sprengarbeiten, Bezahlung der Ueberstunden, Werkzeugvergütung bei Steinbruch, Kultur- und Wegearbeiten und 7. die Möglichkeit, bei VerRips- Mäntel PROGRAMM für die Zeit vom 9. bis 11. Oktober BTL Potsdamer Straße 38 Wasser hat Balken mit Buster Keaton Eisbrecher Krassin Jugendliche haben Zutritt Rheinstraße 14 Wetterleuchten mit Camilla Horn, John Barry more( 10 Akte) Odeon, Potsdamer Str. 75 Marquis d'Eon Der Spion der Pompadour mit Liane Haid, Fritz Kortner 9 Akte Turmstraße 12 Leontines Ehemänner 6 lustige Akte mit Claire Rommer, GeorgAlexander Der Turikönig( 7 Akte) Alexanderstraße 39-40 ( Passage) Unter der Laterne mit Lissi Arna, Käthe Haak, Paul Heidemann Ribo der Rächer( 5 spann. Akte) Chariottenburg Schlüter- Theater Schlüterstr. 17 W. 7, 9.15, Stg. ab+ Robert und Bertram mit H. Liedtke, Fr. Kampers Das Dori der Sünde aus schwerem Wollrips in marineblau u. schwarz ganz auf Futter, mit großem Pelzkragen .... nur 46.aber ihre Arbeit hineinziehen( I). 16.30 Dr. W. Hoffmann- Harnisch: Das deutsche Vaterlandsgefühl und sein Au druck in der Dichtung( II). 17.00 Uebertragung des Nachmittagskonzerts Leipzig. 18.00 Dichterstunde: Eberhard König( Einführung Staatsminister Dr. Boelitz). 18.30 Lektor Claude Grander, Gertrud van Eyseren: Französisch für Anfänger 18-55 Franz Fromme: Aus der Welt der nordischen Völker( III u. IV). Ab 20.00 Uebertragung von Berlin. Oskar nur Wollburg bei BERLIN N, BRUNNENSTRASSE 56 KINO= TAFEL Nordwesten Welt- Kino Alt- Moabit 99 Der erste Kuß mit Anna Ondra Der Kampf unter dem Sternenbanner Schöneberg Südwesten Osten Film- Palast Kammersåle Germania- Palast feltower Str. 1-4. W. 6, Sbd. 5, Stg. 4 U. Frankfurter Allee 314 Der Unüberwindliche mit L. Albertini Belprogramm Süden Filmeck Beginn W.: 5.30 Uhr S.: 3.30 Uhr Alhambra Beg. W. 6.30 1.49 Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof S. ab 3 Uhr Schöneberg, Hauptstr. 30 Stephan 1505 Der Staatsanwalt klagt an mit Goetzke Venus im Frack mit Carmen Boni Große Bühnenschau früher Titania( uta Schöneberg, Hauptstraße 43 6.30, 9, S. 3.15, 5, 7, 9 U Der Ladenprinz mit Harry Halm Den Teufel im Sattel mit K. Maynard Steglitz Titania- Palast Beginn: 6.30, 9 U. Steglitz, Schloßstr. 5, Ecke Gutsmuthssu. Uraufführung: Der Scheidungsanwalt Auf der Bühne: C. Zander, Rezitationen Paul Manja, Orgelvirtuose Tempelhor Tivoli- Lichtspiele Tempelhot, Berliner Str. 97 Die Königin seines Herzens Arlekin- Theater Jugendliche haben Zutritt Luisen- Theater Reichenberger Straße 34 Papitou mit Josephine Baker Beiprogramm Bühnenschau Th. am Moritzplatz Beginn: W. 5, 6.30. 9 Uhr, Stg. ab 4 Uhr. Sensation im Zirkus Wetterleuchten( Der rote Sturm) mit John Barrymore, Camilla Horn. Auf der Bühne: Elvira Grevett! und Kramek, das berühmte Eisballett Beginn der ersten Vorstellungen: Wochentags 6 Uhr, Sonntags 3 Uhr Concordia- Palast Andreasstraße 64 Die Rothausgasse mit Grete Mosheim Ihr Spielzeug mit Laura la Plante Bühnenschau Kosmos- Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70-73 Kiki mit Norma Talmadge Wild- West- Schau mit Hoot Gibson Varietéschau Das Hanneri vom Rolandsbogen Schwarzer Adler Neukölln Passage- Lichtspiele Neukölln, Bergstraße 151-752 Frankfurter Allee 99 Wochentags: 5, ca. 7 u ca. 8.45 Uhr Robert und Bertram Marter der Liebe Bühnenschau Anf.: Wochentags 5,30, letzte Vorst. 8,45 U. Viktoria Lichtbild- Th. Der einsamc Adler Frankfurter Allee 48 Weißensee Schloßpark Film- Bühne Berliner Allee 205-210 Das Lied, das meine Mutter sang Das Dorf der Sünde Bühnenschau Norden Alhambra Müllerstraße, Ecke Seestraße Marquis d'Eon ( Der Spion der Pompadour) Revue: Hurra, wir lachen LSP Lichtspiele am Senefelderplatz Fräulein Chauffeur mi Mady Christians Svengali mit Paul Wegner Metro- Palast Chausseestraße 30 Marquis d'Eon ( Der Spion der Pompadour) Bühne: Die schöne Galathé PROGRAMM für die Zeit vom 9. bis 11. Oktober Humboldt- Theater Badstraße 19 Modellhaus Cravette Das schwarze Kuvert mit H. Ple Grode Bühnenschau Kristall- Palast Prinzenallee 1-6 Marquis d'Eon Reichhaltiges Belprogramm Große Bühnenschau Marienbad- Palast Badstraße 35/36 Der Staatsanwalt klagt an Großes Beiprogramm Große Bühnenschau G im ge B me G Un fin zu Beg. 6.30. 90 Pankow Palast- Theater Breite Str. 21 a. Das Wochenendiebchen mit M. Prevost Das Brautautomobil Jugendliche haben Zutritt Tivoli, Pankow Pharus- Lichtspiele Berliner Straße 27 Müllerstr. 142 Papiton mit Josephine Baker Das Geheimnis der Villa Saxenburg Gesundbrunnen Der Mann mit der eisernen Anf.: Wochentags 5, ca. 7 u. ca. 8.45 Uhr. ,, Alhambra" Faust mit Hoot Gibson Bühnenschau Mod A Friedrichstelde Kino Busch Beginn täglich 9 Der fesche Husar Der Teutel im Sattel Bühnenschau Nordosten Anfang: Wochentags 6.30 u. ca. 8.45 Uhr, Alt- Friedrichsfelde 3, Ecke Rosen ,, Elysium" Zuflucht mit Henny Porten Bühnenschau Frauenarzt Dr. Schäfer mit Ev. Holt Ohne Recht und Gesetz Prenzlauer Allee 58 Don Juan in der Mädchenschule Bühne: Internat. Varietéschau Badstraße 58 Mary Lou mit Lya Mara Der Held( großes Lustspiel) Große Bühnenschau Revue: Prinzessin Olala m. Carmen Bos Ausgerechnet ich! Denkste! Nieder- Schönhausen Film- Palast Blankenburger Str 4 Der Ladenprinz Abwege mit Brigitte Helm Reinickendorf- Ost Ballschmieder- Lichtsp. Bürgergarten Lichtsp Badstraße Jo Die Frau auf der Folter Der Schrecken der Posträuber mit Tom Mix Grobe Bühnonschan Hauptstr. 51 und Lindauer Straße. Moulin Rouge mit Olga Tschechows Einen Jux will er sich mache Bühnenschan Es m lag de för feh rou Di ma ge an