Fen 011 on Bf. hrt fen ein der um Des ge ift Cen ritt ft Morgenausgabe Rr. 479 A 243 45.Jahrgang 33chentlich 85 1. monatlich 3,60 2. Im voraus zahlbar, Boftbezug 4.32 DR. einschl. Bestellgelb, Auslandsabonne ment 6,- pro Monat * Der Borwärts erscheint mochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, bie Abenbausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Illuftrierte Beilagen Bolt und Zeit" und„ Rinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wiffen", Frauen. ftimme. Tehnit"," Blid in bie Bücherwelt" und Jugend- Borwärts fin ung ber hen cen ten -in Len Bu jen Bor effe fish 1 Josel det stion bach: tät. holz Suite ( n= e und nstig offer, se det Auß itz). inger er st Ple 0,90 Bo to: D tsp Bebe Vorwärts Berliner Boltsblatt Mittwoch 10. Oftober 1928 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Die etnipaltige Ronpareillezetle 80 Bfennig. Retlame eile 5.- Reichs mart. Kleine Anzeigen das estger brudte Bort 25 Bfennig( zulässige Tettgebrudte sorte), jebes meitere Wort 12 Bfennig. 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Der größte Teil scheint ein Opfer der Katastrophe geworden zu sein. Im Verlauf der ersten Rettungsarbeiten wurden 6 Tote und 12 Schwerverlette aus den Trümmern gezogen. Etwa 40 bis 50 Personen lagen abends noch unter den Trümmern; darunter eine Frau mit Kind und ein Baukutscher mit seinem Gespann. Infanterietruppen, Polizei und Feuerwehr sind an dem schwierigen Rettungswerk beteiligt. Zehntausende von Menschen strömten bis in die späten Abendstunden in die Umgebung der abgesperr. ten Unglücksstätte. Die Bevölkerung befindet sich in größter Erregung. Die Ratastrophe. Das Bauunglüd hat die ganze Stadt in wahnsinnige Erregung Derjeßt. Noch immer weiß man nicht, wie viele Opfer noch unter den Trümmern liegen, deren Wegschaffung mehrere Tage in Anspruch nehmen wird. Es erhält sich die Nachricht, daß an fünfzig Menschen unter, den Schuftmassen begraben sind. Auch nach dem bisher ausgegebenen amtlichen Bericht werden vierzig Menschen vermißt, nachdem bereits sechs Tote und zwölf Schwerverletzte geborgen find. Nach den Mitteilungen, die uns ein Fachmann machte, ist die Urjade des Unglüds darin zu suchen, daß der Bau mit unfinniger Haft in die Höhe getrieben wurde. Die auf dem Trümmerfeld gefundenen Betonblöde fielen auseinander, als ob fie aus getrockneter Erde wären Bährend des Baues wurden bereits alle profeffionellen Arbeiten gemacht. Eine ftatische Kontrolle wird hierzulande überhaupt nicht durchgeführt. Die Bauleitung soll übrigens aus Ersparnisrüdfichten im Keller Sand. gefördert haben, und die dadurch bedingte Erschütte rung des Fundaments mußte mit Notwendigkeit zum Einsturz führen. Arbeiter erzählen, daß schon seit einigen Tagen Sprünge in der Dede des Kellers zu sehen waren. Außerdem wurden beim liegt aber in dem Fehlen einer behördlichen Kontrolle während des Bauens, die schon seit Tagen Sentungen und Ber schiebungen hätte feststellen müssen. Schuld ist auch das Bauförde rungsgeseh, das staatliche Kredite nur für Bauten gibt, die bis zum Ende dieses Jahres fertiggestellt werden. Bostscheckkonto: Berlin 37 536. Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstr. 8 Maffenfremdes Moskauertum. + Sechs Spalten Effi./ Zehn Spalten 3K.- tschechische KP Wir haben leßthin einen Auszug aus dem sechs Zeitungsa spalten langen offenen Tadelbrief des Mostauer Etti" an die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei veröffentlicht. Dazu erhalten wir folgenden erläuternden Bericht unferes Brager Korrespondenten: strebungen des Gerüfts hatten dem ungeheuren Drud nachgegeben. Etwa 40 Arbeiter, die in den unteren Stockwerken und in den ellerräumen beschäftigt waren, find zweifellos von den zufammengebrochenen Betonmaisen erdrückt und erschlagen worden. Es besteht jedoch wenig Hoffnung, aus den Trümmern noch Lebende zu retten, so daß mit einer Zahl von 40 bis 50 Todesopfern gerechnet werden muß. Unter den Berschütteten befinden sich auch der Architekt, der Baumeister fowie der Cheffonftruffeur des Baues. Die Ursache der Kataftrophe ſteht noch nicht fest. Lebendig begraben. An der Unglücksstelle arbeiten in den Abendstunden beim Schein großer. Reflektoren größere Militärabteilungen, darunter ein ganzes Pionierregiment. Man versucht, mit schweren Militärtraktoren die Betontrümmer auseinanderzubringen und mit modernen Schweiß apparaten die Traversen und Eisendrähte zu zerschneiden. Die Schuttmassen werden ununterbrohen mit Lastautos abgefahren. Ueber die Zahl der Opfer der Katastrophe ist man noch immer im Ungewissen. Es steht fest, daß etwa 80 Mann zurzeit des Unglücks auf dem Bau beschäftigt waren, von denen fich nachträglich nur etwa 30 gemeldet haben. Bis 9 Uhr abends hatte man 12 Tote und etwa 16 Schwerverlegte aus den Trümmern gezogen. Im Augenblick versucht man, verletzte aus den Trümmern gezogen. Hundert Todesopfer! Prag, 9. Oktober.( EP.) Um 8 Uhr abends wurde angenommen, daß die 3ahl der Todesopfer bei der Einsturskata. ftrohpe des Geschäftshausneubaucs etwa 100 be. tragen dürfte. Nach einem Bericht des Baubureaus hatten um 2 Uhr nachmittags insgesamt 87 Bau arbeiter die Arbeit angetreten. Außerdem arbeitete eine größere Anzahl von Monteuren und Installateuren in den Kellerräumen. Um 8 Uhr abends wurden insgesamt 16 Arbeiter, die zum Teil schwer verletzt sind, als gerettet gemeldet. Zehn Tote wurden geborgen. Die übrigen Arbeiter werden ver mißt. Sie scheinen verloren zu sein, da der ganze siebenstöckige Bau, darunter drei Stockwerke unter der Erde, in sich zusammengebrochen ist. Die tschechische KP. hat vor Jahren schon mit ihrem Umbau nach ,, leninistischen" Grundsägen begonnen, hat ein paarmal triumphierend verkündet, daß dieser Umbau vollendet sei, hat rechte und linte Abweichungen forrigiert, opportunistische und trogliftifche Irrtümer liquidiert und nun muß sie fich vom Erti fagen laffen, daß es oben und unten an bolfchemistischer Selbstkritik mangelt, daß der Umbau in bedeutendem Maße rein formell geblieben ist und die Betriebszellen passip blieben, daß in der Leitung der Kämpfe nach mie Dor fozialdemokratische Methoden vorwiegen und daß die Partei im Kampf gegen Kriegsgefahr und Faschismus passiv blieb; sie hat die Verschärfung der Kiaffengegensäge übersehen und sich schließlich von den Massen vollständig isoliert. Was hat die Partei getan, jo fragt das Efti, als am 16. Mai in Prag die tschechischen Agrarier demonstrierten? ,, hat sie die Arbeiterklasse zu Gegendemonstrationen aufgefordert? Hat sie sie aufgefordert, die Agrardemonstration zu vereiteln?... Nein, fie tat nichts Derartiges. Sie beobachtete pafsio die Vorbereitungen zur Demonstration, als märe sie der Auffassung, daß alle Parteien das gleiche Recht auf Beranstaltungen von Straßendemonstrationen haben. Und das Ekki stellt fest, daß das Proletariat nur zu der einen Auffaffung gelangen fonnte: Die Partei hat sich versteckt!" Die Kommunisten hätten sich eine flägliche Blamage geholt bei dem Bersuch, diese Kundgebung zu vereiteln daß einer solchen Parole noch weniger Arbeiter gefolgt wären als am Roten. Tag", der die größte fommunistische Beranftaltung fein. follte, die Prag je gesehen, und bei dem die Kommunisten unsichtbar blieben, weil die Polizei ihnen ihre Rundgebung verboten hatte! die Kläglichkeit, bie Massenfremdheit und Unentschlossenheit Der Rote Tag"! Ihm widmet, weil er die Ohnmacht, eine besonders ausführliche Betrachtung, wenn auch feine der tschechischen P. vor aller Welt geoffenbart, das Etti liebevolle. Der grundlegende Fehler habe darin bestanden, „ daß diese gewaltige Maffenaktion von den Wassen isoliert ge= plant und vorbereitet wurde. Die Massen wurden einfach nicht befragt, ob sie zur Aktion bereit seien." Aber das ist doch alte fommunistische Tradition, die Massen nicht zu fragen, sondern sich ihnen aufzudrängen, die Massen in Streits zu treiben, die die Arbeiter selber Da der Fußgängerverkehr an beiden Seis nicht geplant haben, es ist die Methode, die von den proten des Geschäftshauses sehr groß war und der Bür- letarischen Maffen abgelehnt wird! Und nun auf einmal ein Ladel, weil man eine revolutionäre Massenlundgebung Bau auch ungelernte, billige Arbeiter verwendet. Der Hauptfehler gersteig weit in die Straße hinein verschüttet ist, be- anfünbigte, ohne die Massen zu fragen? Das Etti denkt fürchtet man, daß auch etwa 20 bis 30 Paijan wohl nur an die kommunistischen Barteimitglieder, doch die ten getötet worden sind. Gegen 8 Uhr abends sind schon daran gewöhnt, daß die Führer, die alles verstehen, wurde unter einem Schutthaufen einer Betonsäule fie nicht fragen. Das Effi stellt dann fest, daß die die Leiche einer gutgekleideten Frau hervorgezogen, Parolen zum Roten Tag" ununterbrochen wechselten und die vollständig platt gedrückt war. daß er schließlich halb als Protest gegen das Verbot der Spartakiade, halb als Kampf für die Legalität der Partei aufgefaßt wurde und die Massen sich sagten, das sei nicht ihre Sache, sondern Sache der kommunistischen Partei. Und dann wurde nicht der geringste Versuch zur Durchführung der Demonstration gemacht, die Arbeiter, die sich auf ben Straßen Prags versammelten, standen wie eine im legten Moment von ihren Führern verlassene Truppe da." unter den 6000 revolutionären Arbeitern, besonders unter den leitenden Funktionären, befanden sich aber keine genügend mutigen Genossen, die die Initiative er griffen und selber die Demonstration begonnen hätten. Sechstaufend das ist schon durch eine Moskauer Brille gesehen. Aber daß sich fein mutiger Mensch unter den Kommunisten befand, die sich überhaupt auf die Straße gewagt hatten, stimmt. Es haben ja nicht einmal die Führer, die den Auftrag zum Reden hatten, diesem Befehl zu folgen gewagt! Um 8 Uhr abends hat man den gräßlich verstümmelten Leichnam einer Frau aus den Trümmern geborgen, die, als sie ihr Kind im Kinderwagen vorüberfuhr, verunglüdte. Das Kind ist noch nicht gefunden worden. Man hat aus den Trümmern auch ein bekleidetes Bein gezogen, ohne daß der Unglüdliche, dem es gehörte, geborgen merden konnte. Ein ungeheurer Kordon von Polizei, Militär und Gendarmerie sperrt alle Zugänge zur Unglücksstätte ab, in beren Umgebung immer noch ungezählte, tausende Menschen in wahnfinniger Erregung warten. Wie uns mitgeteilt wird, haben sich zur Zeit der Katastrophe die meisten der im Bau beschäftigten Arbeiter in deffen unterften Teilen und im Keller befunden. Es ist sehr schroer, zu ihnen zu gelangen, da die ungeheuren Maffen des hohen Baues in Stockhöhe kompakt über dem Erdboden lagern. Es besteht nur ganz wenig Hoffnung, daß von den unter den Trümmern Begrabenen noch einige lebend aufgefunden werden fönnten, zumal die Rettungsarbeiten unter unfäglichen Mühen nur fehr langjam vor sich gehen. Baumeister und Architekt unter den Toten. Prag, 9. Oftober. Beim Einsturz des Bureauhaufes der Firma Jadesch wurde die Mehrzahl der dort beschäftigten 80 Arbeiter begraben. Die Folgen des Einsturzes waren furchtbar. Die ganze Bauffelle war fofort in ein unübersehbares Trümmerfeld verwandelt, auf dem getnidie Balten und Betonträger wild durchein. ander lagen. Die gesamte Holzverfchalung und die EinfeherDas neue Lettlandparlament. Erhebliche Veränderung. Riga, 9. Oktober. Auf Grund der Angaben des Zentralwahlbureaus läßt sich jetzt folgendes vorläufige Ergebnis der Barlamentswahl erkennen: Die nationalen Minderheiten gehen aus dem Wahlkampf besonders erfolgreich hervor. Die deutsche Liste wird im neuen Parlament 6( bisher 5) Abgeordnete haben; die ruffischen Parteien voraussichtlich gleichfalls 6( 5), die Juden 5( 4). Die Polen haben bisher zwei Abgeordnete durchgebracht. Die linten Sozialdemokraten haben es nur auf 26( 31) Size gebracht. Die Partei des früheren Ministerpräsidenten Stujeneet hat ihre vier Mandate verloren. Die fommunistischen Gewerkschaftler erhalten voraussichtlich 5 Mandate( bisher feins), die unabhängigen Sozia listen 2( 1). Bon den großen Parteien des Bürgertums hat der Bouernbund seinen Befizsfand von 16 Sigen gewahrt. Die am Bouernbund feinen Befizffand von 16 Sigen gewahrt. Die am weitesten rechts stehenden Christlichnationalen fonnten 4( 2) Abge ordnete durchbringen. 311 Heute fein Amerikaflug! Sturmgefahr über dem Atlantif. Der heutige Zeppelinflug ist abgesagt worden. Die Wetterkarten zeigen so starke Stürme über dem Ozean, daß Dr. Edener den Aufstieg verschoben hat. ( Näheres fiehe 1. Bellage.) Aber was soll nun geschehen, um die ramponierte Partei doch noch zu reparieren? Man muß wieder einmal ,, an die Massen heran" und im engsten Zusammenhang mit der Frage der Leitung von Moffenaktionen soll auch die Frage der Bekämpfung der Sozialdemokratie und der Gegenüberstellung unserer Linie Der Derräterischen Linie der Reformisten stehen." Wenn man nur schon die richtige Linie hätte, um sie der Sozialdemokratie gegenüberzustellen! Die bisherige mar falsch und doch hat man sie als ,, unsere Linie", als die allein richtige, so laut angepriesen! Wahrscheinlich traut das Etti den alten Führern der tschechischen KP. überhaupt nichts mehr zu. Sie find doch zumeist mit einer sozial demokratischen Vergangenheit belastet, haben es also noch nicht ganz verlernt, die Wirklichkeit zu sehen also müssen neue Führer her: Die Hauptaufgabe für die nächste Zeit soll Me Heranziehung imtgct revolutionärer Arbeiter zu den führenden Organen sein!" Und dann muß— zum wievielten Male?— der Umbau der Partei auf Betriebs- zsllen vollendet werden, müssen die kommunistischen(Bemerk- jchaften reorganisiert werden, und dann muß diskutiert werden, wobei aber niemand die Zentrale der Partei als antileninistisch oder trotzkistisch bezeichen darf und niemand den bisherigen Standpunkt der Zentrale als richtig de- zeichnen darf. Sonst aber ist die Diskussion frei. Das Prager Zentralkomitee mußte zum Ekkibrief Stellung nehmen und tat es in einer Resolution, die elf Zeitungsspalten umfaßt. Können die Obersten in Moskau lange Briefe schreiben, so können wir in Prag noch längere Resolutionen fassen! Natürlich unterwirft sich die Proger Zentrale, wie es aufrechten Revolutionären geziemt, nicht nur bedingungslos dem Moskauer Spruch, sondern geht in der Verurteilung der tschechischen KP. also in der Selbst- Verurteilung, noch weit über das Ekki hinaus.„Das Zentralkomitee stellt fest, daß die Resolution des Zentral- komitees vom 11. Juli grundsätzlich dem offenen Brief wider- spricht." Haben die Führer der tschechischen KP. wirklich fern- lenkbare Automaten statt der Gehirne, daß sie jedes Wort, das sie gesprochen, jeden Gedanken, den sie gedacht, als falsch „erkennen, nun das Ekki ihn als falsch bezeichnete? O nein, sie haben bloß gehorchen gelernt in der bolsche- wistischen Rekrutenschule I Aber von solchen Leuten, die sich in knechtischer Demut sofort noch dümmer nennen— als die Moskauer Obrigkeit anordnet, darf Moskau auch nicht er- warten, daß sie eines eigenen Entschlusses fähig sein werden. Sie werden sich befehlsmäßig selber anspucken und ge- horchen— weiter nichts. Sie werden sich ein bißchen revo- lutionärer gebärden— aber die Partei wird unter solcher Führung, beseelt von solchem Geiste, immer mehr erstarren. Das Zentralkomitee stellt also fest, daß die politische Linie der Partei unrichtig war, nennt spaltenlang Fehler, die es begangen, klagt sich selber des .iLegalitätskretinismus" an, lehnt die Ansicht ab, als ob die innerparteiliche Demokratie bestehe, stellt fest, daß „auch in den Reihen führender Genossen der bisherigen Mehrheit auf Grund ihrer Ideologie Träger einer ernsten Rechtsgesahr sind", und hält es für ein« ernste Gefahr, „daß ausgesprochenopportunistische Elemente bestrebt sind, durch ibre Zustimmung in Worten zu dem offenen Brief des Ekki sich m v e r st e ck e n und ihren o ppartunistischen Charakter mit„linken" Phrasen zu»er- bergen." Dieser Beschluß wurde, da er ein Werk desselben Zentralkomitees ist, das durch das Ekki so verdonnert wurde, natürlich mit den Stimmen der hinter sinken Phrasen sich versteckenden Opportunisten gefaßt. Es weiß in Wahrheit keiner mehr, ob er die richtige Linie hat. und keiner, ob er dem anderen trauen darf, es muß jeder fürchten, als Opportunist abgewürgt zu werden. Selbstverständlich klammert sich jeder Führer an die Macht und an die Stelle, selbstverständlich fürchtet jeder, bei der Ersetzung durch junge Leute über Bord geworfen zu werden. So wetteifern sie alle in Loyalität gegen Moskau— und natürlich werden sie versuchen, auch etwas zu tun. um den fernen, aber allmächtigen Herren im Kreml zu zeigen, daß die Partei jetzt viel„revolutionärer" geworden ist. Sie werden also wieder ein paar Streik» führen, die darauf iMÜrlich verloren gehen, sie werden aber nichts, gar nichts istgcn die Kourgeoste tun, weil die kommunistischen Arbeiter, immer nur gegen die sozialdemokratischen Proletarier ge- hetzt, länast den Kampf gegen den Klassenfeind verlernt Kaden, und weil der Kampf gegen die Sozialdemokratie der viel l e i cht« r e und gefahrlosere ist. so werden die EM-Getreuen diesen Kampf verschärfen— und das wird, abgesehen vom Auswechseln der Führeraarnitur. das einzige Ergebnis der Reorganisation der tschechischen KP. sein. Aber es ist ganz unvermeidlich, daß sie dabei in einen jmmer größeren Widerspruch zu den Massen gelangen und nach dem nächsten„Weltkongreß" wird dos Ekki wohl noch weit mehr als jetzt über die vollige Isolierung der tschechischen KP. von de» Massen zu klagen haben! Reich und Länder. Sin« Aussprache. Bund zur Erneuerung des Reiches, an dessen Spitze der Reichskanzler a. D. Dr. Luth er steht, hatte zu Montag abend Ler- weter des Sfscnttichon Leben« in die Räume der Deutsche« Gest«- schaft geladen, wob« der Bund gleichseitig ein« Denstchckst mit dem Titel»Reich und Länder" vorlegte. Dr. Lucher gab hierzu in seinen einleitenden Warten emen kurzen Kommentar. Der Bund steht in dem heutigen Dualis- inn« Reich— Preußen den Grundfehler de« neue« Systems. der beseitigt«erden muh. Er will, wie«» im Lismarckschen Reiche der Fall war, die Vereinigung der Stellung Aw Reichskwiz- lers und!d« Preußischen Ministe rprösidenten in einer Hand und darüber hinaus eine resttost Verschmelzung de» Reichern, nisterrums mit dem preußischen Staatsministerium. Er sieht westerhin in der Schaffung eine« aus den norddeutschen Ländern zusammen- gesetzten Reich Standes einen großen Fortschritt. Den süddeutschen Ländern will er vorläufig ihre bisherige staatliche SeSständigteit im Rahmen des Reiches belassen, bis sie von sich au« dem Reichs. lästd sich anschließen. Aber erhebt sich bei diesem Vorschlag nicht das Bedenken, daß Deutschland auf den Stand von 18«S, dem Gntndungsjahr des Norddeutschen Bundes, zurückkehrt und eine neue Mainlinie geschaffen wird? Werden nicht weist Bevälterungskress« in Rorb- deutschend die Sorge haben, daß die Beseitigung der im allge- meinen freiheitlich regierten norddeutschen Länder bei einem Fort- bestehen Bayerns die Gefahr einer Stärkung der Reaktion in stch trägt? Das waren die Bedenken, die auch in der sehr an» geregten Aussprach« geltend gemacht wurden. Der homburzisch« Oberbürgermeister Dr. Petersen bekannst stch m einer groß an- gelegten Rede zum Einheitsstaat. Einen gangbaren Weg, ihn zu schassen, sieht er in den BorschiSgen des Bundes. In seinem Schlußwort gab Dr. Luther noch einmal ferner ileberzeugung Ausdruck, daß nur bei Durchführung der vorgelegten Porschläge eine wirkliche Erneuerung des Reich» möglich fein werde. Z« ehemaligen Preußisch- Nordfchle»«ig soll imn die gleiche lÄesetzgebung wie im übrigen Dänemark eingeführt werden, zunächst noch mit einigen Ausnahmen. Die entsprechende Gesetzvorlage ist im Folkething eingebracht. General Ischlangtasschet ist zum Sstafcwastpnilses der Rapublit China ernannt warben. Don Faschisten und Kommunisten. Dynamit gegen Gbert-Oenkmat.— Kommunistenvolksbegehren eine pleite. München, 9. Oktober.(Eigenbericht.) vor wenigen Wochen wurde dem ersten Reichspräsidenten Ebert iu Ottobrunn bei München durch das Reichsbanner ein Steindenkmas gesetzt. Die stch daran anschließende Hetze von rechtsradikaler Seite hat nun dazu geführt, daß dos Denkmal durch einen Dynamitanschlag in die Lust gesprengt werden sollt«. Am letzten Sonnabend wollte ein Reichsbannermann die Stufen de» Denkmals reinigen. Als er die auf der obersten Stufe befindliche Erde beseitigte, fand er elf Dynamitpatronen, zwei Sprengkapseln und zwei ungefähr zehn Meter lange Zündschnüre. Eine diestr Schnüre war z.T.schonabg«brannt. Roch der vorgenommenen Untersuchung hätte die gefährliche Dynamitladung genügt, um nicht nur da» Denkmal zu zerstören, sondern auch die umsiegenden Häuser zu gefährden. Don den Tätern hat man bisher noch keine Spur gefunden. Deutscher Faschismus. vack hat uns gerade nach gefehlt! Itzehoe. 9. Oktober. Auf einer in Freudenthal stottgefundenen Versammlung junger Landwirte aus dem Kreist Steindurg wurde«in« Iungnordmarkwehr, Kreisgruppe Stsinburg, gegründet. In der Gründungs Versammlung wurde eine Entschließung ange- nommen, in der es u. a. heißt, daß die anwesenden Iungmonnen nicht nur Reden, sondern Taten wollten, und daher die Mo- bilisierung der gesamte« wehrfähigen natio- nalen Jugend de» Kreise« Steinburg aller Berufe im Wer von 17 bi» 32 Iahren in Form ein» Heimatwehrver- band es beschlossen hätten, der den Namen Iungnordmarkwehr tragen soll und dessen Mitglieder für Heimat, Scholle und Dater- lond kämpfen wollten. Wie es heißt, sollen in ganz Schleswig-Holstein derartige Ler- scamnlungen stattgefunden hoben oder noch stattfinden und zwar im Zufanunenhang mit de« österreichischen Heimwehr- aufwarjch in Wiener-Neustadt. Werdende pleite. vaa kommunistische Dolksbegehren im deiche. Die Nachrichten über die Einzeichnungen für das kommunistisch- Volksbegehren gegen die Sozialdemokratie laufen sehr spärlich«in. Die kommunistische Presse ist sehr schweigsam. Wir haben folgende Ziffern für die Einzeichnungen in den ersten fünf Tagen festgestellt: kam«. BolkSbegehre» BolkSbei�ebreu 192S Leipzig....... 6950 42 182 Dresden. 3322 34268 Zeitz........ 137 3 407 Mannheim...... 1 969 11 905 Essen........ 3 323 13 620 Elberjeld-Barmen... 1 873 21 259 Bieleseld....... 97 2 768 17 671 Im ganzen bleibe» die Einzeichnungen kommunistische» Erwartungen zurück. E» ist eine werdende Pleite� 129 409 gewallig hinter den Sie prügeln sich untereinander. Essen. 9. Oktober.(Eigenbericht.) In einer Bezirksleitungssitzung der Kommunistischen Partei des Ruhrbezirks, die in der Nacht vom Sonnabend zu Sonntag bis 4 Uhr morgen» dauerte und in der die Beteiligten kurz vor einer Prügelei standen, wurden— nach einer Meldung der Essener .Volkswacht"— die Berhällnifst der KPD. im Ruhrbezirk bc- sprachen. Der erst vor wenigen Wochen eingetroffene neue Chef- redakteur des„R u h r« ch o" wies auf verschiedene K o r r u p- t i o n» f ä l l e im Ruhrgebiet hin: er wurde deshalb fristlos entlassen. Die anwesenden Sekretäre begründeten seine Eni- lossung mit der Behauptung, daß er die Parteiarbeit störe» wolle. Eine Anfrage und eine Antwort. Die Schule gehört der Republik! In einer Kleinen Anfrag« eines deutschnationalen Landtags abgeordneten wurde die Rede zur Sprache gebracht, die vberpräsi- dent Roste als Präsident des Hannoverschen Provinziolschul- kollegimn« aus einer Tagung der Direktoren höherer Schulen der Provinz gehalten hat. Das zielbewußte Republi- kanertum des Genossen Rost« hatte es den Deutschnationalen an- vor fünfzig Jahren. Paragraph! des Schandgesetzes angenommen.— Hassel- man« tritt Bismarck entgegen. 10. Edtobsr 1878. vi lleuhstng nahm de» h l de» Schandgesetze»«it einer Majorität von ZS bi» 40 Stimmen an. vasür stimmten die beiden bonservatloen Sraktionea, die Nat �nolliberalen insgesamt, die Grnppe tihoe, die wilde», soweit stch dieselbe» liberal nennen, die beide» elsiissische» Nutonomisten sowie drei Mitglieder unb Hospitant«»»er Sortfchrtttspart«(Schaffrat, Streit, Müller- Gotha). Dagegen stimmten da» Zentrum, da» Gros der Sort- lchrittzpartei, die soz ial demokratischen abgeordneten, die Polen, die Elsässer mit Ausnahme der zwei Sutonomisten, die valt,- Partei sowie der Däne. ?m SetchstaHe trat der sozialdemokratisch» Sbgeordnete Hasselmann der Brandrede Bismarcks entgegen. Erführt»«»: wir habe» de« offene» absotutisrnu». der« dieser Vorlage enthalte» ist, langst erwartet. E» soll der ärmere»«lasse ihr Lecht oerKSrnmert werbe», vte Schuld der Sttentate auf die Sozialdemokratie zu schiebe«, ist einfach Spiegelfechterei. vte Sozial demokratt» weiß, daß stch Ideen nicht vernichte» lassen, nur diejentgen. die zuerst für st- i» de» Kampf trete«, werden in ihrer Existenz vernichtet werden: aber die Geschichte zeigt, daß für jeden Gefallenen sofort zehn ander» i» die vrefch« treten, wer zerstört die Samilie? Nicht wir, sondern die massenaussangende lladrikardeit. die wir bekämpfen. Aus ihr entspringen Srmut, Prostitution und Zerstörung der Zamilie. Kürst Bismarck sprach von den.gutmütigen deutschen Lichter,". Unsere GesSngniss« sind mit Sozialdemokraten gefüllt und die Kautschukparagraph«« möglichst well au»- gedehnt worden, hält man die» alle» noch für zu milde, so möge man die Gesetze noch ftrrngrr anwenden: die Sozialdemo. kratie wird au» allen derartige» Verfolgung»» «»r fteg reich hervorgehe», va» heutige Gewaltattentat auf die bürgerlich« Sreiheit ist schon längst geplant, va» verrieten schon vor zwei Jahren die Worte Gulenburg»»au der schieße»- de» Flinte und dem hauende« Säbel. Daß man die Sozialdemokratie bekämpft, ist ei» Beweis, daß man Ursach»»nd Wirdung oerwechselt, vi» soztaldemokrattsch» Bewegung ist»de» nur der Schrei, de« da» kranke Volk über sei« Schmerz«» ausstößt! Hier im Hause trat»inst der KinanMtnister Camphaus»» mit der Behauptung auf. der Arbeiter bekomm» zu hohe Löhne. Infolgedessen wurden selbst in den Industriebezirke«, in denen angeblich immer noch leidlich hohe Löh»« gezahlt wurde», dt» Löhn» so heruntergesetzt, daß die Arbeiter kaum»och ihr und der Ihrigen Leben friste» können, und»nsere Erzeugnisse Pud infolge davon„billig und schlecht" geworden. Ans da» Eamp- hansensche folgte da» Eulenburgsch« Rezept, welche» Flinte und Säbel gegen die Leiden de» Volke» verschrieb, wie kommt man jetzt dazu, UN» der Gewalt anschuldigen zu wollen, wo mau schon va» Zwei Jahre» den Säbel und die Flinte gegen uns aufrief! b Angeklagte richtet, darunter mehrere Neuköllner Postbeamte, die der passiven Bestechung angeklagt sind. Den. Hintergrund dieses Prozesses, der- mehrere Tag« dauern wird," bildet eine h o l z l i« f c r u n g für fAmilichc Groß- Berliner P v st o n st a l te n. die von der Neuköllner hol;- großhandluno Schröder aus dem Submissionsioege in den Jahren 1926,27 im Austrag der Oberposrdireklion erfolgt war. Die Firma sollte Brennholz für die verschiedenen Postämter liefern, und in dem Vertrage war bis ins einzelne die Qualität des Holzes, der Schnitt lmd die M enge angegeben. Das gelieferte holz wurde raummctei weife in den Lagerräumen der Mastanstalten aufgestapelt, jo daß die abnehmende» Beamten eine Kontrolle über die eingehenden Mengen hatten. Es kam vor, daß die Mengen nicht stiinnitcn, und man glaubt« zunächst, daß es sich nur um ein Versehe» des Lieferomen handelte, der auf Borhalt das fehlende holz nachlieferte. Merkwürdigerweise kam aber das Versehen bei verschiedenen Postanstalien so häufig vor, daß man Verdacht gegen die Richtigkeit der Liesening schöpft«. Der Verdacht Der Fall 5arcier. jSs Q3on Tristan Bernard. (Einzig breechtigt« llebexftjznng von ijt. Eoltia.) Wiederum machte ich mir klar, daß wir eines Tages Larcier finden würden... War auch zwischen Blanche und mir nichts Ernsteres vorgefallen, so fühlte ich doch etwas wie Gewissensbisse. Vielleicht würden wir sogar unseren Freund plötzlich treffen... London ist groß, aber das Viertel, das die Franzosen besuchen, ist sehr klein, und trotz der Vorsicht?- maßregeln, die Larcier hatte treffen müssen, wäre es also nichts Erstaunliches gewesen, wenn er von diesem Winkel der Stadt sich angezogen gefühlt hätte, in dem natürlich alle Landsleute zusammenströmen. Der Gedanke, daß wir jeden Augenblick vor Larcier stehen könnten, beherrschte mich dermaßen, daß ich zusammen- fuhr, als ich meinen Namen rufen hörte. Nor mir stand ein junger blonder eleganter.Herr, den ich erst nach einem Moment wiedererkannte. Es war Herr de Simond. ein Leutnant aus meinem Regiment, der fleißig Wettrennen besuchte und sich in London aufhielt, um dem Rennen in Epsom beizuwohnen. „Was machen Sie denn hier, mein guter Freund?" sagte er. nachdem er Blanche Eh<-'ron mit einer Verbeugung außer- ordentlich höflich begrüßt hatte. Etwas oerlegen setzte ich ihm den Zweck meiner Reise ousernander. Er sagte, daß es vielleicht nicht richtig von mir fei. so viel Mühe für diese Angelegenheit zu verschwen- den, und ich besser täte, in das Regiment zu meinen Käme- raden zurückzukehren, mein gewohntes Leben wieder aufzu- nehmen, damit nach und noch Gras über diese bedauerliche Geschichte wüchse. „Ich brauche Ihnen wohl nicht zu sagen, daß man im Regiment auf das äußerste empört gegen Larcier ist, ober auch auf Sic ist man ärgerlich. Ich weiß nicht genau, wie sich die Unteroffiziere darüber äußern, aber an unserer Offizierstafel klingt das Echo davon wieder. Sie wissen, daß die Offiziere in den Ställen mit ihren Feldwebeln plaudern und wir uns dann gegenseitig über die Stimmung der Leute berichten...." „Daß man Larcier dort am liebsten aufhängen möchte, erscheint mir ganz verständlich. Ich weiß wohl, daß man geneigt ist, über einen Menschen herzufallen, der von der Gesellschaft in den Bann getan ist, aber er ist ja ein Ver- brechet, ein großer Verbrecher, und was man auch von ihm sagt, ist nicht ganz ungerechtfertigt. Doch was mir und noch einigen anderen von uns wirklich sehr leid tut, ist, daß man Sie mit ihm in einen Topf wirft. Ich nehme kein Blatt vor den Mund, wie Sie sehen... Ich habe Sie im guten An- denken behalten, Sie sind zum Teil von mir ausgebildet morden, ich hatte Sie zwei Monate unter meiner Fuchtel, als ich Ihre Schwadron kommandierte. Ich will Ihnen keine Schmeicheleien sagen, aber ich habe Sie immer als einen netten Kerl betrachtet, aus dem ein ausgezeichneter Unter- offizier und noch mehr werden könnte, wenn Sie die Absicht gehabt hätten, nach Saumur zu gehen... So kann ich mir denn erlauben, Ihnen zu sagen, daß ich durchaus nicht sehr beglückt bin über die Gerüchte, die über Sie zirkulieren. natürlich sagt man nichts Bestimmtes... Man behauptet nicht, daß Sie Larcicrs Spießgeselle gewesen sind... Aber man Hot eine Art, von Ihnen zu sprechen, die nicht sehr freundlich ist, und der Ton, in dem man es sagt, genügt schon. Wären Sic beim Regiment, mein Freund, so bin ich über- zeugt, daß die Dinge sich ändern würden. Aber Sie sind ab- wesend, man erzählt immer wieder, daß Sie umHerreisen, wo, weiß man nicht, um Larcier zu suchen... Ich Hobe sogar den Verdacht aussprechen hören, daß Sie überhaupt wissen, wo er steckt und ihm ganz einfach nachgereist sind... Man sagt nicht gerade heraus, daß Sie die Deute seines Ver- brechens mit ihm teilen, ober wenn man das auch nicht be- hauptet, so sagt man nicht das Gegenteil. Die junge Dame ist sehr niedlich," fuhr er leise fort und zeigte auf Blanche, die, um uns nicht zu stören, sich einige Schritte entfernt vor ein Schaufenster gestellt hatte, das sie sehr aufmerksam studierte. Ich nickte, ohne.zu antworten, mit dem Kopf. Es paßt« mir nicht, ihm genauere Auskunft über Blanche zu geben. „In allem Ernst," fuhr Herr de Simond fort,„wissen Sie nicht, wo Larcier steckt?" „Nein, Herr Leutnant, wirklich nicht." „Dann, lieber Freund, gebe ich Ihnen den Rat. kehren Sie recht schnell zum Regiment zurück. Man muß der öffent- lichen Meinung Rechnung tragen. Hat man erst einmal schlecht über einen Menschen gesprochen und sich eine un- günstige Meinung über ibn gebildet, so ist es für seine Freunde iebr schwer, die Menschen vom Gegenteil zu über- zeugen. Also kehren Sie irach Nancy zurück." ! wurde durch die Anzeige eines«utlas jenen Ar- beiters bestätigt, der angab, daß man nasses Holz qe- liefert habe, und daß verschiedene Pastbeomte für«in Glas Bier oder«in kleines Trinkgeld bei der Abnahme die Augen zu- > drückten. Nach der Anklage sollen sich neun Postbeamte teils der Beihilfe zum Betrüge, teils der passiven Bestechung schuldig gemacht haben; weiterhin stehen vier Angestellte der Firma, der entlassene Kutscher und' der Chef .Schröder mit seinem Sohne unter der Anklage des Betruges und der aktive» Bestechung, den beiden letzteren Angeklagten wird auch noch Betrug gegen zwei Berliner Firmen zur Last gelegt. Von einem Kameraden erschlagen? Oer Mörder des Obergefreiien verhastet. Wie wir mehrfach berichteten, wurde am Dienstag voriger Woche der Obergefreite Helfert von der Nachrichtenabteilung III Potsdam im Wald« bei Nedlitz erschlagen amgesunden. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei haben jetzt zur Verhasning des mutmaßlichen Täters geführt. Es handelt sich um einen Ober- gefreiten Gumpert, der bei deni selben Truppenteil wie der Ermordete dient«. Gumpert war Badem ei st er der Sportabieilung und wohnlic in einem Holzhäusch«». das gleichfalls ani Ufer des „Weißen Sees" liegt. Er war zusammen mit Helfert abkvmmon- diert, während der Wintermonate die Gebäude, in denen zahlreiche Boot« und Sportgeräte lagern, zu bewachen, chelsert lebie in einem Häuschen, dos knapp 20 Meter von der Wohnung des Bademeisters cntfenck liegt. Die ersten EnmtUlingen der Polizei verliefen zu- nächst völlig ergebnislos. Eine syslematiiche Dnrchstreifung des ganzen Waldgebictes haste gleichfalls keinen Erfolg gezeitigt. Nie inand kam zunächst auf den Gedanken, daß.Helfert von seinem Kameraden ermordet sein könne. Erst durch die Mitteilung einer Einwohnerin aus Nedlitz kam man auf die Spur des vermeint- lichen Täters. Die Frau war an dem Mordtag« beim Beerenstichen gegen yijl Uhr in die Nähe der Wohnung Hclserts gekomnieu. Dabei hörte sie in einiger Entfernung zwei Männerstiinnien; die Heftigkeit der Worte ließ aus einen Streit schließen. Die Frau ging dann aber weiter, ohne die Streikenden gesehen zu haben. Knapp zwei Stunden später wurde Helfert mit furchtbaren Kopi- verleAungen tot aufgefunden. Durch dies« Aussage koni man anr die Spur Gumpens. Er ist der einzige Mensch, der in der an Wochentagen sehr einsamen Gegend in nächster Nähe Helfert» hauste. Wi« sestgestelli wurde, hol Gumpert, der nebenbei noch einen kleinen Zigarettenhandel betrieb, ziemlich erhebliche Schulden. Auch Helfert hatte chm wiederholt mit größeren Be- trägen ausgeholfen. Verschieden« verdächtig« Umstände, die von der Polizei im Interesse der llisterstichung noch nicht genannt werden können, gaben schließlich dazu PeranlasitMg, Gumpert in Hast zu nehmen. Gestern wurde der der gräßliche» Tat Verdächtige in Potsdam stundenlang oerhört, er bestreitet aber gemz energisch sein« Töter- schaff. Wie wir noch erfahren, ist es Gumpert nicht geglückt, fei» Alibi lückenlos nachzuweifen. Neber feinen Aufenthalt in der Zeit von ll bis>»1 Uhr, als die Tat geschah, hat er wider- sprechende Angaben genwicht. Die Durchsuchung seiner Woh- »11113 hm bisher nicht« Belastendes zutage ge'ördert. Mm nimmt als selbstverständlich an. daß Gumpert. da die Tat ja bc- nahe acht Tage zurückliegt, olles beifeite geschafft hol, dos'b„ irgendwie hätte belasten können. Gestern in später Abendstunde begab sich Kriminalkommissar Lipik mit mehreren Beamte» nock- mals in die, Wohnung Guniperts, um noch einige Feststellirroeu jii machen. Des weiteren sollen noch mehrer« Zeugen i>ernonnreu werden, die wichtige Aussagen inachcn ivallen. Kein Abbau der Wohnungszwangswirtschafi. Zeiliingsmeldungen haben letzhin wiederholt üb«r einen bevor- stehenden weiteren Abbau der Wohnungszwangswirlschoft im all- gemeinen sowie insbesondere über bevorstehend« staallich« Maßnahmen zur anderweilen Regelimg der derzeitigen Vorschrislen über die Anter Vermietung von Wohnräumen berichtet. Wie der Amtliche preußische Pressedienst au» dem Ministerium sür Volkswohtsahrt erfährt, entbehren diese Nachrichten jeder tatsächlichen Unterlage. Ich hörte dem Leutnant zu. Er drückte sich wie ein Mann der Gesellschaft aus, der nicht sonderlich klug ist, sich gern sprechen hört und auch gern sentenziöse Phrasen äußert. Durch diese Rede, in der er seine Autorität nach Herzenslust hervorkehren konnte, füllte er die kurze Zeit aus, die er bis zu Tisch totschlagen mußte, um dann zum Rennen zu fahren. Er fragte mich, ob ich nachmittags nicht nach Epson mächte. Dort habe er gestern zweihundert Pfund verloren. Er sprach mit mir von der Vorstellung im Empire und in der Alhambra und forderte mich auf, ihn im Hotel Carlton zu besuchen, wenn ich noch einige Tage in London bliebe. Ich sah, daß die Ratschläge und die Anweisungen, die er mir gegeben hatte, ihn nicht allzusehr beschäftigten, und ich wußte ihm Dank. Aber trotzdent war ich. als wir uns trenn- ten, gegen die Unteroffiziere meines Regiments sehr aufge- bracht. Es schien mir schon sehr weit zurückzuliegen, daß ich Nancy verlassen hatte, und dieses Zusammentreffen mit Herrn de Simond hatte wieder Erinnerungen in mir erweckt. Offen gestanden machte ich mir nichts daraus, was man von mir sagte, aber diese boshafte Schadenfreude und dieser Haß gegen Larcier flößte mir eine heftige Abneigung gegen alle diese Menschen ein. Mehr denn je lag mir daran, Lar- cier wiederzufinden, um die von mir erhofft« Aufklärung seines Verbrechens zu erhalten. Aber würde es mir auch ge- lingen, olle diese Uebelgesinntcn zu überzeugen? In einem sehr lebhaften und originellen Restaurant in der Strandstraßc aßen Blanche und ich Mittag, und es machte uns großen Spaß, zu sehen, was die Engländer sich für Mühe gaben, uns zufriedenzustellen. Dann verbrachten wir einen Teil des Tages in der Notionolgalerie. und da es Mittwoch war, gingen wir zu einer Nachmittagsvorstellung ins Theater. London spannte uns etwas ab, und so fuhren wir noch der Darstellung, anstatt in der Regentstreet und Piccadilly zu bummeln, ins Hotel zurück, um zu hören, ob sich etwas Neues ereignet hatte. Als wir dort angelangt waren, entschloß ich mich, einen Brief an meine Familie zu schreiben. Da ich kein Briefpapier hatte, forderte mich Blanche auf. in ihr Zimmer zu kommen, um mir dort etwas von ihr zu holen. Es war ein großes, helles Zimmer mit zwei Fenstern, einer großen Meffingbettftelle. einem englischen Sckirank aus poliertem Nußbaum und mehreren Stühlen und Seffcln in nachgeahmtem Empirestil. (Fortsetzung jolgt.), Der belastete Oberregierungsrat. Und der gerüffelte Staatsanwaltschaftsrat. Neue Zusammenftöße, neue Ueberraschungen im Bergmann- Jacoby- prozeß! Die Angeklagten wehren sich ihrer Haut, fo gut fie es fönnen, aber gerade aus dem Widerftreit der Beschuldigten schöpft die Staatsanwaltschaft immer neues Material. Bei der Bernehmung des Angeklagten Jacoby wirft Bergmann bazwifchen, er sei bei den Zusammenfünften mit dem Staatsammalt im Hotel Bristol stets an die gelieferten Auskünfte erinnert morden, und dann habe er bezahlt. Der Borsigende Dr. Wartenberger meint, Bergmann habe also im Bristol seine Börse aufgemacht und im Stillen gedacht: Nun hat der mir wieder foundsoviel abget nöpft, und Bergmann antwortet: Ja, so mar es. Dann spricht der Vorsitzende von dem als fingiert bezeich neten Konto Jacoby von dem aber regelmäßig infen bezogen wurden. Der Oberstaatsanwalt Dr. Binder greift ein, worauf ihm Jacoby zuruft: Ich weiß, für Sie, Herr Oberstaatsanwalt, bin ich von vornherein unglaubwürdig. Hier erhält er vom Vorfigenden eine ernste Rüge. Was würden Sie gesagt haben, wenn Ihnen als Staatsanwalt ein Angeklagter fo entgegengetreten märe? Der Neue Sensation! Der oft erwähnte Geheime Oberregierungsrat Sennemalb hat nach der Aussage Bergmanns zwar feine nadten, aber nerfchleierte Provisionen erhalten. Oberstaatsanwalt gibt zu, daß Indizien gegen den Geheimen Ober. regierungsrat vorgelegen hätten. Sennewald hatte bei Bergmann mährend der Papiergelbzeit 30 000 m. eingezahlt, das Gelb war durch die Inflation meg; er wollte Aufwertung. Auf die Frage des Vorsitzenden hin erklärt Bergmann, daß er gezahlt habe, nachdem ihm Sennewald versichert habe, daß auch er gute Ausfünfte geben würde. Bergmann fagt, daß Sennewald immer mehr haben mollte, und die Angeklagte Frau Bustrow befundet, daß nach dem Berlangen Sennewalds die Auszahlungen als Amortisation gebucht werden sollten. Er erhielt zuerst einige Monate 360 M., bie Summen stiegen auf 400 m., 600 m., 700, 800 und schließlich auf 1000 m." Darauf meint der Vorsigende unter Heiterteit: Das ift ja eine to mische Amortisation, statt meniger wird es immer mehr." Eine weitere Frage taucht auf: Hat Staatsanwaltschaftsrat Dr. Jacoby bei der Erteilung seines Austünfte über Bergmann von den hohen Vorftrafen des Besitzers der Lombardfirma in der Passage gewußt? Jacoby hat in einem Klagefall Bergmann Rechtshilfe geleistet, mobei ihm eibesstattliche Versicherungen als Unterlage dienten, in denen die Borstrafen Bergmanns schon erwähnt waren. Jacoby gibt an, dies überlefen und nur die von Bergmann angestrichenen Stellen geprüft zu haben. Da hält ihm der Borsigende freilich vor, daß dies doch nur eine sehr unge= nügende Brüfung lei, und der Berteidiger Bergmann teilt mit, daß in dem Schriftstück, das sich bei den Aften befindet, der ganze Abfag mit den Vorftrafen Bergmanns angestrichen sei. Das flingt allerdings sehr unangenehm für den Staatsanwaltschaftsrat. hung ber Rüchenräume gefprochen. Diese Angaben sind unrichtig. Bei der bezirtsärztlichen Prüfung der Kücheneinrichtung bes Ratstellers wurde durchaus der Eindrud gewonnen, daß der Betrieb hygienisch einwandfrei geführt wird. Zur Werbewoche Allgemein Allgemeine Flugblattverbreitung Freitag, den 18., Sonnabend, den 19. Oktober Erinnerungsfundgebung zur fünfzigjährigen Wiederkehr des Tages, an dem am 21. Oftober 1878 das Sozialistengeset in Kraft trat. Sonntag, den 21. Oftober im Lustgarten Mister Meschugge zieht nicht. SEJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Einsendungen für diese Rubrit nur an das Jugendfefretariat Berlin SW 68, Linbenffraße 3 Freie Sozialistische Soch, chule. Ratten für„ Das Gozialistengefe" at Spam abend, bem 20. Ottober, 19% Uhr, im Großen Gaal bes ehemaligen Serzen hauses, Leipziger Straße, find im Sugendfetretariat erhältlich. Arbeitsgemeinschaft Abraham heute, Mittmpch, im Jugendheim Zinden. 4. Heute, Mittwoch, 19% Uhr: 1 Lichtenberg- Rorb: Treffpunkt zum Zahlabend der Partei Rote Ede Beften II: Seipt Bülowfte, 88: Was geht in China vor?" Bebbing: Seim See, Ede Turiner Straße: Einführungsabend. Sumannplag: Heim Cantion. ftraße, am Sportplan Einfame Bappel: Einführungsabend, Charlotten. burg Norb: Heim Olberstraße( Stäbt. Spielplan): Bebel, Der Mann und feist Wert" Bohnsdorf: Seim Wachtelftr. 1, bei Mohr: Sozialismus und Sirge". Friedrichshagen: Seim Rathaus, Friedrichstraße: Florian Gener". Brik, Großsiedlung: Alle Genoffen, die fett zugezogen find, treffen fich am 12, 6.., 18% Uhr, im Seim Rathaus, Chauffeeftr. 48, aber geben ihre dreffe beim Genossen Kurt Grabe, Gehag.Siedlung, Liningstr. 67, cb. Werbebezirk Mitte: Arbeitsgemeinschaft im Seim Elifabethfirah ftraße, pünktfich 19% Uhr. Themat Wirtschaftsgeschichte. Alle Genoffen, die Inftrumente befigen, treffen fich bei der Genoffin Elfe Mauerhoff, Blumenftr, 49, pünftlich 19% Uhr. 99 stische Landtagsabgeordnete Herr Schulz. Neukölln, der Held vom Der Nachfolger des Hauptmanns von Köpenid, der fommuni Borträge, Vereine und Versammlungen. Rundfunt, sprach in den Sophiensälen. Die KPD. rief, aber wenige tamen noch nicht 500 Menschen, über zwei Säle verteilt, waren jo neugierig, Minister Meschugge, den Zauberkünstler vom Sonnabend, zu hören. Es lohnte fich auch wirklich nicht. Geschte und Ledebour, als Redner gleichfalls angekündigt, hatten gestreift. tabfahrenben Rameraden bei Lindner, Behrter St. Apozitag Neues Kreisblatt für den Arbeitersport. Die Ausgabe der ersten Nummer des neuen Kreisblattes vom Arbeiter- Turnund Sportbund findet heute, Mittwoch, abends von 5 bis 7 Uhr im Berlag, Mehnerstraße 4, 2. Hof part,( Büschingplaß, Landsberger Straße statt. Alle bundestreuen Bereine bzw. Spielund Sportmannschaften wollen einen Vertreter zur Abholung entsenden. arbeit, Am Donnerstag, 11. Ottober, pünktlich um 20 Uhr, spricht Bortragsabend für„ Die Freunde der Internationalen Kleinim Gewerkschaftshaus, Saal I, Engelufer 24/25, Genoffe Franz Künstler, M. d. R., über: Die Ergebnisse bes 3nter Nachdem die Bereinigung ihre erfolgreiche Austauschtätigkeit für nationalen Sozialistentongresses in Brüssel diesen Sommer erst fürzlich durch ein gemeinsames Beisammensein mit den zuletzt anwesenden britischen Genossen zum Abschluß bringen fonnte, werden nunmehr wieder die Vortragsabende eröffnet, zu denen jeder Gesinnungsfreund willkommen ist. Sprechchor für Proletarische Feierstunden. Uebungsstunde am Donnerstag, den 11. Oftober im Gesangsfaal der Sophienschule, Beinmeisterftr, 16/17. Rinder um 19 Uhr, Erwachsene um 20 Uhr. Alle Mitglieder müssen bestimmt und pünktlich erscheinen. In vorgerückter Abendstunde wird die Berhandlung vertag Parteinachrichten Heute ist Pause. Am Donnerstag wird die Bernehmung der Angeflogten fortgefegt werden. Die Hundenase bringt's an den Tag. Diebesgut in einer fremden Laube. Die Häufung der Laubeneinbrüche, bei benen große Mengen Aleinvieh gestohlen werben, gab Beranlaffung zu schärferen Rontrollen. In der Kolonie Republir an der Röpenider Land. straße maren aus einer erbrochenen Baube 10 Hühner, ebensoviel Tauben und sechs Kaninchen gestohlen worden. Die Ermittlungen des 232. Reviers blieben erfolglos. Nach 10 Stunden erhielt der Suchhund Drtog" Witterung. Er führte an eine verfchloffene Laube, in der man hinter Gerümpel einen zunächst unbekannten Mann entdeckte. Durch Berbellen der Laube war aber diefer Mann noch nicht überführt Er leugnete hartnädig, bis man in einem Bersted bie ganze Beute fanb. Jegt räumte er den Einbruch ein. Hühner und Tauben hatte er bereits abgeschlachtet, die Kaninchen in einem Sad noch am Behen gelaffen. Der Dieb wurde festgestellt als ein früherer Klavierbauer Mag Giefel, der sich jetzt als gemerbsmäßiger Laubeneinbrecher betätigt. Durch den Hund ,, Bera" wurde noch ein anderer Laubeneinbrecher namens 20e. bell berbellt. Er hatte gestohlene Hühner ebenfalls abgeschlachtet und unter dem Fußboden einer fremben Zaube ver borgen. Auf frischer Tat wurde in einer Laube auf Treptower Bebiet ein gewisser Barschel ertappt. Auch er hatte die Hühner bereits im Gad, als der Laubenbesizer ihn überraschte und feftnahm. Freie Gozialistische Hochschule. Wie bereits im Vorwärts" mitgeteilt wurde, wird auch in diesem Winterhalbjahr im Rahmen der Freien Sozialistischen Hoch schule eine Reihe von Seminaren durchgeführt, in denen die Teilnehmer, die schon über gewisse Borkenntnisse verfügen, zur felb ständigen wissenschaftlichen Arbeit angehalten werden. Es find folgende Seminare vorgesehen: 1. Dr. Fris Baade: Sozialistische Agrarpolitik." Mittwochs von 19 bis 21 Uhr. Beginn 17. Oftober. 2. Friz Naphtali:" Die Wandlungen des Kapitalismus von der freien Konkurrenz zur organisierten Wirtschaft." Montags von 19 bis 21 Uhr. Beginn 15. Oktober. 3. Dr. Albert Salomon: Die Weimarer Berfassung und das Berfaffungsrecht der deutschen Länder." Dienstags von 19 bis 21 Uhr. Beginn 6. November. 44. 4. Dr. Rarl Schröder:„ Die materialistische Geschichtsauffaffung. Donnerstags von 19 bis 21 Uhr. Beginn 25. Oftober. 5. Alexander Stein:„ Sozialistische Außenpolitit." Freitags von 19 bis 21 Uhr. Beginn 19. Oftober. Zur Aufnahme in die Seminare ist eine vorherige Anmeldung erforderlich, bie an den Reichsausschuß für sozialistische Bildungsarbeit, Berlin S. 68, Lindenstraße 3, zu richten ist. Ein ausführlicher Lehrplan, in dem die Dispositionen der angezeigten Seminare enthalten sind, ist in der Buchhandlung I. F. W. Diez, Lindenstraße 2, oder im Reichsausschuß erhältlich. Die Teilnehmergebühr für jebes Seminar beträgt für das ganze Winterhalbjahr ( etwa 20 2bende) 10 m., die in zwei Raten zahlbar find. Arbeitslofen wird die Hälfte der Teilnehmergebür erlassen. Die Maffendarmerfranfungen in Dresden. Bom Stadtbezirtsrat wird ди den Paratyphuserfrankungen noch berichtet: Nachdem am Montag und Dienstag noch vereinzelt tant meldungen eingegangen find, läßt sich jezt ein ungefährer lleberblick über den Stand der Erfrankungen gewinnen. Belannigeworden find bisher im ganzen 52 Fälle. Die batteriologische Untersuchung der Drgane der verstorbenen Frau Hembach hat den Settionsbefund bestätigt. Einige auswärtige Blätter berichteten, daß die Untersuchung im Ratsteller zur Ent dedung von Typhusbazillen bei e einigen Speiseresten geführt hätte. Gleichzeitig wurde von einer Berseu Einsendungen für diese Rubrif find Berlin 6 Sindenstraße 3. für Groß- Berlin ftets an bas Beatrisjefretariat 2. Sof, 2 Trep. rechts. u richten Achtung, Kreis unb Abteilungsleiterinnen für Agitation and ber Arbeiterwohlfahrt! Wir treffen uns Donnerstag, 1. Ditober, um 18% Uhr piinftlich am Eingang Budapester Gir. es 8oplogischen Gartens( alt am Bahnhof 800), 4. Aveis Brenzlauer Berg. Freie Chulgemeinde: Donnerstag, 11. Oftober, 20 Uhr, Schule Danziger Str. 23, Mitgliederversammlung. Bortrag des Bundesvorsitzenden Genoffen Dinle über Die Schulpolitische Lage". Das Erscheinen aller Mitglieder und Eltern ber Goulen ist notwendig. Der Borstand. 6. Streis Kreuzberg. Freitag, 12. Otober, 19% Uhr, bei Rabe, Fighter, 29, im oberen Saal, Abensfeier der SAJ., Bezirk Kreuzberg: Die Internationale". Rünstlerische Darbietungen. festansprache: Alexander Stein. Rarten zu 40 Pf. bei allen Funktionären und am Saateingang. Die Abendfeier Ser Gruppe Hasenheide findet im unteren Saal bes gleichen Lotals ftatt. 10. Streis Zehlendorf. Donnerstag, 11. Dttober, 20 Uhr, bei Schnerre, Behlen dorf, Botsdamer Str. 3, Borstandsflgung. Tagesordnung: Der 21. Ottober." Erscheinen aller Geneffen unbedingt erforderlich. 18. Areis Weißenfee. Seute, Mittwoch, 10. Dtober, 20 2hr, im Wirtshaus Bum ferbemartt", Schönstraße, Areismitgliederversamm lung. Vortrag: Webrproblem anb Sozialbemokratin."" Referent Maz Sendemann. Sämtliche Genaffinnen nub Genoffen werben um be Rimmtes Erscheiner bringend gebeten, Heute, Mittwoch, 10. Offober. 36. b. 19% Uhr Sablabende, 1. Gruppe: Bufd, Tiffites Str. 27. 2. Gruppe: Petersburger Str. 5. Erscheinen unbebingt erforberlich. Frante, Löwe, Ede Zornborfer Straße. a. und& Gruppe: Bittschuk, 46. bt. 19% Uhr Mitalleberversammlung bet Bundhardt, Görliger Str. 52. Vortrag: Die englische Arbeiterbewegung." Referent Bilhelm Floerte. Alle Mitglieder müssen erscheinen. 62. Abt. Siemensstabt. 20 Uhr Mitalieherperfammlung bei Marfanbt. Beide trug", Ronnenbammalee. Boriraa bes Genoffen Günther Joachim, nahme aur Mehrfrage. 82. tibt. Steglik. Pünktlich 20 Uhr Sablabenbe in allen Beairten. Stellung Reuten. 30. Abt. 19% Uhr 3ablabend. Beaitle 34 und 43 bei leiftner, Flughafen str. 7. Portrag: Die Giftgale im tommenden Weltkriege. Referent Profeffor Mehner. 92, 96t, 19% Uhr Rahlabend. Beatrte 32 unb 33 bei Rönig, Bilbenbrud, Ede Weserstraße. Borttag: Bevölkerungspoliti!." Referent Dr. Mener- Brodnik. 05. Abt. 19 Uhr Abteilungs verfammlung bei Leufch, Hermannstr. 199. Vortrag: Der Kampf um die politische Macht. Referent Carl gitte, M. b. R. Abteilungsangelegen heiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Erscheinen aller Mitglieber bringend erforderlich. 108. Abt. Ripenid. 19% Uhr Fablabend im Lotal Dstar Schula, Bahnhofftraße 34. Then Maret Tieft aus Abenteuer des braven Coldaten Schweit." Berbewoche, Erscheinen aller Mitglieder ift Chrenpflicht, 110. Abt. Grünau, 20 Uhr Sahlabend bet Berner, Könenider Straße. Bortrag des Genofen Sans Kunstmann. Sämtliche Mitglieder werden um Dollzähliges Erscheinen gebeten. 117. bt. Lichtenberg. Die Funktionäre werden erfucht, eine halbe Stunde vor Beginn der Mitaliederversammlung au einer wichtigen Befprechung im aleichen Pokal bestimmt zu erscheinen. 127. Et, Soberförhausen. 19 Uhr im Berliner Spf, Berliner Str. 93, Mitgliederversammlung. Wichtige Tagesordnung. Begen der Werbewoche müffen alle Mitglieder anwefend fein. 128./130. Abt. Bantom. 19% Uhr Sahlabend für den 2. Bezirk: Lokal Schweizer Siltte, Maximilianfte. 11a, Bortrag: Parteiwerbewoche und Sport." Referent Heing Wagner. Morgen, Donnerstag, 11. Oktober. 38. Abt. 19% Uhr bei Bartusch, Friedenste. 88, Purse, aber wichtige Funt. tionärsitzung. Erscheinen dringend erforderlich. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 2. Kreis Tiergarten. Freitag, 12. Oftober, 19% he, im Sationalhof, Billom ftraße 37, Fortsekung der Vortragsreihe. Vortrag der Genoffin Thea Sirschfeld über„ Die Zusammenarbeit des Arbeitsministeriums mit bent Wohlfahrtsministerium". Gäfte find herzlich willkommen. 10 Jungjozialisten. Gruppe Baumschuienweg. Wie beteiligen uns heute, Mittwoch, gefchloffen an der Mitgliederversammlung der Partei. Geburtstage, Jubiläen usw. 7. Abt. Unfer Genoffe bolf Beiran feierte am Freitag, 5. Diteber, bas Fest bez filbernen Sodzeit. Wie gratulieren ihm und seiner Frau Sera lichft. Die Abteilungsleitung. 29. Abt. Unferem Genoffen Richarb Ropf und feiner Chefrau, Dax. siger Str. 7, die herzlichsten Glüdmünite aur Silberhochzeit. 93. bt. Neuföln. Der Genoffe Max Hanif, Einhornste. 3, beging Die Abteilung bringt ihrem Freunde und Mitkämpfer auf diesem Wege die am Montag, 8. Oftober, mit feiner Gattin das Feft ber filbernen Hochzeit. berstiften Glückwünsche bar. 104. Abt, Rieberschöreweide. Unserem pflichttreuen Bibliothekar Genoffen Paul Rehling und feiner Frau die herzlichsten Glückwünsche zur Gilber. 117. Abt. Sitenberg, Unserem Genoffen Augu Rode und seiner Frau, Sauptstr. 88, bie heralisten Glüdmünsche zur Silberhochzeit, 140. Abt. Borfiqwalbe. Seute, Mittwody, begeht unser Genoffe Sermann in unseren Reihen zu finden. fer fein 25jähriges Parteifubiläum Wir hoffen, ihn vody lange Sohve Jugend," Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin G 14. Sebaftianstr. 87/38. Sel 2 St. Tempelhof: Mittwoch, 10. Oftober, 20 Uhr, Sungmannschaft Berfammlung bei Ma- Li, Chauffeeftr. 305 Thema; Reichsbanner und Donnerstag, 11. Oliober, Tiergarten: 20 Uhr Berlammlung aller Freitag ,. 20 Uhr Sahreshauptversammlung im Spatenbräy, Friedrichstr. 172. 12. Oftober, Autotolonne Frankfurt: 20 Uhr wichtige Besprechung bei Tramper, Flensburger Str. 3. Vollzähliges Erscheinen notwendig. Bernau: 20% Uhe Bersammlung bei Modisch, Kaiserstraße. Bericht von der Bundesgeneralverfammlung. Marineabteilung: 20 Uhr Befprechung über Stargardt im Boots. haus, Tegel, Uferite. 1. Friedrichshain: Donnerstag, 11. Ofteber, 19% Uhr, Jugend- und Schuhsportversammlung, Comeniusfäle, Remeler Straße. Bortrag. Sozialistische Schülergemeinschaft, Gruppe Reutölle. Unser Seimabend findet diesmal von 17 bis 19 Uhr im Gefangsfgal des Raiser- Friedrich- Realgymnasiums zu Neukölln, Raiser- Friedrich- Str. 208-210, flatt. Reichsbund Deutscher Mieter, e. B., Berbond Berlin, Seute, 20 Uhr, int Sichthaus der Osram- G. m. b. S. Demonstrationsvortrag von Herrn Dipl.Dr. med. Räthe Selb: Berufstrantheiten der Frau 3ng. Sobde liber Saus- und Seimbeleuchtung". Berliner Sandwerkerverein, Epphienftr. 18. Seute, 20 he, Bertrag pou Esperanto- Gesellschaft Charlottenburg. Donnerstag, 11. Ottaber, 19½ Uhr, Raifer Friedrich- Schule, Charlottenburg, Anefebedste. 24( Gavignnplag), Beginiz eines neuen Unterrichtsturfus für Anfänger. Auskunft und Anmeldungen fur Straße 21, Speisehaus, fpright Dr. med. et jur. Rubelt Bußmann über" Serlin, Freie Sochschule, Donnerstag, 11. Oftober, 20 Uhr, Brins- Louis Ferdinand morbit mutung der zwanzigjährigen als normale Erfheinung“. Säfte pillSchuffelal. tommen. Berein heimattrener Beftprenßen, Berlin- Silben, e. B. MitafieberperfammYung Freitag, 12. Oftober, 20 Uhr, im Berliner Klubhaus, Ohmftr. 2. Anfchließend gefelliges Beisammensein und Tanz 2andsleute und Gäfte pill. tommen. großen Hörsaal des Runstgewerbemuseums, Berlin S. 11, Brinz- Albrecht Gesellschaft für Erblurbe zu Berlin. Mittwoch, 17. Diaber, 19 Uhr, in Straße 7-8, Lichtbilberportrag bes Herrn Prof. Dr. A. Gripp- Hamburg:„ Spikbergen auf Grund eigener Reifen". Arbeiter- Esperantoburb. Gruppe Often: Donnerstag im Jugendheim Ant Oftbahnhof 17: Grammatifches. Uebersehungsübungen. Gruppe Zentrums rei tag Echule Gipsfte. 28s. Gruppe Reukölln: Mittwoch Schule Rütliftraße, Gruppe Norden: Mittwoch Jugendheim gorsingstraße. Alle Berguftaltungen beginnen um 10% Uhr. Sport. Rennen zu Grunewald am Dienstag, bem 9. Oftober. 1. Rennen 1. Rabel( b. Reibnis), 2. Mozart( Stangh), 8. Lebens mut( Rufulies). Soto: 837: 10. Blas: 47, 28, 23: 10. Ferner liefen: Beleba, Graphit, man, Merkur II. Fantasia, Matte 2. Rennen. 1. Marfi( Smilowski), 2. Aber( Menbow), 3. Over ( olff). Zoto: 29:10, Blab: 11, 15:10. Berner liefen: Bildfang. Minnelieb, Ränigsirone. 3. Nennen, 1. Drry( Rabenborff), 2. Saubhmann( D. Smibt), 3. Die Saar( Storb). Toto: 20: 10. Blas: 11, 10, 12:10. Ferner liefen: Diympiabe, stang Shi, Duartiermacher, Rabames, Cameron, Dibells. 4. Rennen. 1. Barfifal( aufer), 2. Immelmann( Liber), 3. Bimoulouche( b. Gök). Tofo: 47: 10. Plas: 16, 16, 15: 10. Ferner liefen: Brandmeister; Coeur d'Almee. Zaffs II, Fauftinus, Le Challenge. 5. Rennen 1. Rösling( b. Borde), 2. Quo vadis( p. Horn), 8. Boefte( Roeder). Foto: 26:10. Blaz: 31, 104: 10. Berner liefen: Daubenton, Myron, Girant. 6. Rennen. 1. Bolillei( Schuller), 2. Eseorial( Bewidt), 3. Formofus ( Bastel). Toto: 27: 10. Plaz: 15, 28, 17: 10. Ferner liefen: Anita, Mercurius, Felsenrose, Rofenrader, Mansbach, Sennerin, Hochachtungsvoll. 7. Rennen 1. Dietmar( Raiser), 2. Bagode( Hahnes), 3.( Gilgamesch ( Streuz) Zoto: 61: 10. Blak: 20, 41, 19: 10. Ferner liefen: Biotr, Hans Thoma, Fegefenter, Rofenberzog, Formofita, Ratibor, Rinaldo, Earnhelm, Hörfelberg, Amersfoot, Alfterblümchen, Bragedis, Bandarbeitsausstellung Zieh. In sämtlichen Geschäften des Hauses Ties gibt es in diesen Tagen eine prächtige Fülle weiblicher Handarbeitstumt hübschen Kleinigkeiten, bie zur Ausschmüdung des Heims beitragen zu sehen. Immer größer und reichhaltiger wird das Gebiet jener und dem Ganzen erst so richtig den Charakter persönlicher Gestaltung und intimer Birtung verleihen. Hübsche Zierdedchen und Läufer in Flach und Kreuzstich mit neuartigen Deffins und Farben Rappen, Jädchen, Schals, Kleider verfertigt, Klöppelarbeiten, Filet Schattierungen, Riffen aus Selbe; aus hätelarbeit in Wolle werden usm. vervollständigen das Bild fleißiger, gefchicter Frauenhände. Sehr hübsch wirken bie Teppichftidereien, bie praktisch vorgeführt werden und sich durch Einfachheit der Arbeit auszeichnen. In den Häusern Leipziger Straße und Alexanderplat zeigt die Firma Tieß außer heimischen Handarbeiten auch noch eine Spezialausstellung von Arbeiten anderer Länber, die ein intereffantes Rapitel fremdländischer Boltstunft bilden. Dein Tisch zu allen Jahreszeiten" heißt eine foeben eröffnete Ausstellung neuzeitlicher Tischwäsche, mit der das Kaufhaus N. Israel in der Spandauer und Königstraße vor die Deffentlichkeit tritt. Einen großen Raum nimmt die funstfeldene broschierten Mustern und mit Handfunstmalerei bringt. KünstlerTischwäsche ein, die jetzt nur inbanthrenfarbene Tischwäsche mit decken auf Krepp sind in den interessantesten Mustern vertreten. Neben den altbewährten Tischzeugqualitäten vom einfachsten bis zum eleganteften Tischzeug ist eine reiche Auswahl handgearbeiteter Tischzeuge, Filet- und Spihentücher auf dieser Ausstellung zu bewundern. Berufsfrauen, Sausfrauen im 8ool Durch viel Gehens- und Wissenswertes wird beim Rundgang das Auge gefefeft, denn pie! Fleiß ist angewandt. Geschickt und geschmacool präsentiert fich der Stand der Raffee und Butterfirma Reichelt, gang orientalisch gehalten. Eine Uebersicht über biverse Quali täten in jeweiliger Preislage wird gezeigt. Gewaltige Mengen ebelften Kaffees werden von der Firma dirett importiert, und als mustergültiger Großbetrieb lit die Firma in ber Lage, alle ihre vielen Filialen täglich mit frischem Raffee zu beliefern. Tas auf der Ausstellung appetitlich fervierte Brobeiäßchen, übrigens ein Genus, wird der Firma Reichelt thren 154 Filtalen ficher piele Sausfrauent als Raffeetunben neu auführen. Zrintt Fachinger. Der tägliche Gebrauch bes Fachinger Waffers ist schon manchem Rarlsbadet Stammgaft zum unentbehrlichen Bedürfnis geworden. In folchen Fällen ist ber fpeigefegte Gebrau eines altbewährten alfalischen offers notwendig, johon um den Ratisbabet Erfolg möglichst lange Zeit an erhalten, fowie um Rüdfälle au verhilfen. STAATL Nafuriches Mineralwasser FACHINGEN Das Gesundheitswasser! Fachinger Versandstelle, Berlin SW!! Schöneberger Str. 16. Tel. Lützow 8260-61 1 Unterhaltung unö ÄVissen ■m■■!■—■■■■niiiiiMiMi�—■ibwimb—— ibi umih, m»\i\ir�mr�-ammnr\Tnm-rTnTTrwmffTiTnmr�— Die Welt im Kett. Von Annks Harrar. Hauer Etrottmann. Do« Erich Srffar. Achthundert Meter unter der Erde und unter dem Leben der Menschen. Dumpf läuft das Änattern des Bohrhammers durch den Stollen. Nur dem geüblsn Ohre des Bergmanns oernchmdar rieselt das Gebirge. Irgendwo das dumpfe Gedröhn einer Sprengung. Ein Kohlenzug rollt durch den Berg. Langsam, wie Donnern ferner Meereswagen, verebbt dos Geräusch Aus den Kuppelungen der Lutten entweicht zischend die Preßlust. Das Summen des Dentilators, der fem« Frischluft kaum noch in dies« �cte bringt, wird hörbar. Hundert Geräusche durchzittern den �erg. Hundert Geräusche, die immer wieder verschluch werden durch das dumpfe Scharren des Bohrhammers, dos Kreischen der Schrämmaschine, das Rattern de» Abbauhammers. � Es ist heiß:.Hauer Strottmann hat feinen Kittel ausgezogen. 3m Lichte der kleinen Grubenlampe glänzt fein schmiß» oder Körper [ uiie ein« Bronce Meirniers. Manchmal rollt ein dicker Tropfen lllänzenden Schweißes wie eine Perl« über dos zuckende Muskel- lssschwell des Schaffend«». Der Hauer sieht es nicht. Der Schlepper bot keine Augen dafür. Mit oerbislenem Gesicht schiebt er die uallen Wagen zum Bremsberg. Feinkohle riefelt dt» Rutsch« herab. Brocken poltern. Der Hauer hört nichts. Rur da» dumpfe Dorm«,, des Abbauhammers jle9t in seinen Ohren Und dach«ntgeht Ihm. uri gewußt, kein Laut "n Gebirg«, Au» hundert Geräuschen heraus hövt er das feinste Knistern im Berg. D»n feinsten Riß im Hangenden, das unfcheip- -irrste Splittern in d«n Stempeln findet sein prüfendes Auge. Einen Augenblick nur dauert da», dann frißt sich der Hmnmer Wieder ratternd in den dunklen, den glänzenden Berg. Brocke um «rock« fällt auf den Boden des Wagens. \ Schlag um Schlag frißt sich Strolänomt tiefer hinein in den «erg, weiter vom Schachte fort, der hinauf in dos Leben der ander sn führt- In das Leben der Menschen, denen er dient. Woche 'wt Woche bröckelt von seinem Leben»b. Begraben ist er im Berg. ju»ge in Auge liegtiu zischt laut. Der Abbau, uomner donnert und frißt stch weiter hinein in den Berg. In seinen Berg- Ein dickes Stück Kohl« löst sich und fällt polternd die Bursche herab. Strottmann bückt sich und schaufelt w« Fetn kohle 4ur Seit«. Da glänzt etwas vor ihm auf. Leuchtend im Wider- lpfel der oünzigen Lampe. Er greift mit den Hände» danach und ilätt«st, küanke» Kristall in der Hansd. Donnerwetter, welch schöne» «tück. denkt e?. wi« er nahe» zur Lampe damit kommt, und er Et Nanz versunken in dieses Leina leuchtende Etwas, das einmal«in Jjunzigft» Tiar mir oder«in Tropfen aus dem Lebenssaft ein«» Baume» und läßt den-Hammer ruhen. Und dann ist er weit fort seinen Gedanken. Er sieht diele Welt, in deren Rest««r sich ■iglich hineinwühlt, auferstehen in diesen' leuchtenden Zeugen Rstorrten Lebens, drr ihm der Schlüssel Ist zu tiefer Erkenntni». Er steht, vi« es«inst unter leuchtendem Baumwerk dahinkroch, oder steht in« gewaltigen Riesen und ahnt thr« Kraft, steht den Hinnnel darüber, durchschimmernd durch dichtes Grün di« strahlende �onne. der dies«, klein« Tierchen entgegen stch arbeitet. Do kommt �■ausenb und wild die dunkfe Flut, di« über alles hinweg geht, die Nn Wald ni-Zerschlägt mit all seinen Bewohnern. Di« Stein« und Schlamm heranschwemmt. Di« alle» Leben erstickt. Und es tieser u»d tiefer verschüttet. Und e» nicht wieder hmetnnckt in die Achtend« West. Jahrtausend« nicht. Bis er kommt. Der Mensch. Der Bergmann. Angelockt von der Kraft der versunkenen Wälder. «ngelnckt von der Farbe erstickter Blumen. Angelockt von dem das mit hlnobfaitf in di« Tiefe Und aus die Stunde wartet«. uu«, herrlicher wieder aufstrahlen würde denn se. Aus chn u>art«t«, den Bergmann Heinrich Strottmann. Der selbst ei» so uerschüttetcs Leben führt, der selbst soviel Licht in sich begraben "�iß, soviel Sehnsucht noch Färb« und Freude. Und fronen muß achthundert Meter unter der Erbe. Einen Berg über sich. Wände Uui ficht Menschen, di« schlimmer als der Berg ihn drücken, die fein Schicksal sind, die ihm niederhalten mit ihrer Macht, di» aus feiner Seele lastet mit ihrem ganze» Druck. Wieder blickt er aus das klein« louchfend« Stück in feiner Hand. fefc« losbrach aus dem Dunkel, das er losbrach aus seiner Tiefe, Nie gewaltig war und doch nicht ewig. Denn m dieser Stund« die Erweckuug zum Leben zurück- D>« Auferstehung der ver. Mütteten Form, die alle Berschüttung überdauert». Strottmann kühlt, wi« in feiner Seele etwas stch löst. Wie etwas zu leuchten beginnt, das lange im DunNen lag. Er weiß, auch sein Herz ist J*n Bergwerk. Auch in feinem Herzen liegen Ktast und Licht und Sehnsucht noch Schönheit. Und warten aus den Bergmann, der sie �»bricht und fördert. Er selbst will dieser Bergmann fei». Cr •uill den dumpfen Druck über sich lockern. Will Licht heranbringen "d die Seele, die auch in feinem Innern sich sehnt, und er weiß. tr wird den Berg, der ihn drückt, sprengen,«r wird semer Freiheit "ügege»schreiten über all« Hemmnisse hinweg. Nicht ollein. abgr weiß Freund«, und er kennt da« Licht. Er ahnt di« Freud« der Freiheit. Er wetß um das verschüttet« Gut in feiner und fein» Kameraden Seele. Und er ahnt den Weg zu ihm. � Einen Blick noch wirst er aus da, leuchtende Kristall st» seiner Hand. Dann schiebt er«s in We Tasche. Ein Donnern geht durch •«» Schacht. Ein Kohlenzug braust vorbei. Da» Deniil des Abbauhammers zischt. Schon hat sein« Hand chn wieder umfaßt. m«s frißt stch das von feiner Hand geführte Werkzeug hinein in J*'! Berg. Aber mit jeder Kohlendrocke, di« in die Rutsche fällt, festen schmere Brocken auch von seinem Herzen. Bis es ganz frei fein wird von dem Druck, der darauf gelastet. B»- der Weg in fe>» Licht vor ihm siegen wird. Leuchtend und klar. Wie fein« «Utunft._ Wie das Kind sehen lernt. Kinder können nicht„sehen*, bis fu drei Wochen alt sind. Der ifeügaborm Säugling bedarf dieser Zeit, um fem Sehorgan dem Mcht onzu palten. Aus dieser noch zu wenig beochleteN Tatsache ?stleb«n sich lchwerwiegende Forderungen für die Pflege das Auges, i« von der Ameriknmschen Gesellschaft zum Schutz vor Limdheit in ftNer knappen und verständlichen Form zusammengestellt worden Klh. Wem»«tivas vorgeht und ständig wiederkehrt, so nennt man da» oemeinhin«inen K,«islaus. Und alles, was das Leben braucht. zu diesem Zweck in einem Kreislauf umherwondert, so kann stch da» Fett natürlich picht ausschließen. Der Kreislauf des Fettes ist nun ein« sehr merkwürdige Lach«, die vielleicht sogar etwas Unheimliches an stch hat. Diese» Unheimlich« steckt darin, daß das Fett zwar wohl für de» Menschen von allerhöchster, lebensholtender Bedeutung ist. daß der Mensch umgekehrt für das Fett«her nur ein« Station mehr auf de? großen Rundreis« darstellt, auf der«r sich Immerfort befind««. Man kann nicht einmal lagen, daß er hie wichtigste, hie bedeutungs. pollst« ist. Auch nicht die längste. Denn wie alle Stickstofs-Sohteiistask. Verbindungen ist auch das Fest ein treuloser Geselle, der mir an Flucht denkt. Bon dem Augenblick an, an dem ein Tröpfchen davon in unseren Körper gelangt, ist«s auch schon bereit. Ihn wieder zu verlalsen, und hielt« er es nicht mit Aufbietung oller Krijst« fest, wir wären all« ausnabitislos so mager wie die Stecknadeln. Diese Eigenschaft des msnschlichen(auch des tierischen und pstanzsichen) Leibe? gewissermaßen als Gefängniswärter de, Fettes, hl« zumr augenblicklich bei den Frauen höchst unbeliebt ist. hat in Wirklichkeit aber sehr viel gute». Nicht nur wird Fett ständig ver» atmet und dabei, besonders an kalten Täge», durch eine ganz richtige Berbrennung als Zentralheizung unseres Körpers perwendet. Nickt nur umhüllt es alle Nerven mit einem sanften, weichen, d!« Reizbar- feit außerordenilich herabsetzenden Isolator, nicht nur hindert es die Nieren, auf unerwünschte Wondersihaft zu gehen, sonder» es o»i>d auch anderweitig vtelsach gebraucht. Der gegen all« Witierungs- schmankungen unempfindliche Pelz, den wir unter der Haut trage». heißt Fett! die Referneniagazin« unleres Leibes sind mit Fett ge- füllt. Ohne Fett kann man nicht denken, nicht nerdouen und— schrecklich, aber wahr!— nicht liebe». Kein Wunder also, daß dic ..große Dernutlst des Leibes*, di« u. a. auch in einer vorbildlichen Berücksichtigung aller nur denkbaren Möglichkeiten besteht, stch nicht auf die Fettzufuhr in jeder Mahlzeit nerläßt, van d«r norinoferweife her größte Teil ohnehin in Bewegung, Arbeit und Atmung verbraucht wird, sondern für alle Fälle von dem kostbaren Swff zu speichern frv-Wet, was nur erreichbar ist. Aber, wie gesagt, dos hat fem« Schwierigkeiten. Do» Fett ist ein unzuverlässiger Ahosver und will freiwillig in keinem Körper bleiben. Oder vielleicht kann man«e so bester ausdrücken: alle Körper, soweit ste nicht dem Pflanzenreich angehören(und selbst hier gibt es räuberische!), entreißen sich unaufhörlich dos Fell, dos st« in sich tragen. Auch w'r beteiligen un» an dieser unfreundliche,, .Enteignung", mdew wir Tiere mit großem Fettreichtuw hesandor, gern verzehren. Unser« ausgesprochen« Borst«b« für Schwein«, Gänse, Enten. Spickaal, Speck und Butter heißt in Wahrheit nur Vorliebe für Fett und abermals Fett. Freilich können wir ein wichtiges Argument zu unserer Ent- schuldigung anführen: unser Korper, der seiner noch so nötig bedarf, kann kein Fett herstellen. Auch sonst kann das kein Tier, sondern all» Tiere nehmen ihren Fettbedarf den Pflanzen weg. und der Mensch fällt gleicherweise über beide her. Die Pflanze ollein ist«?, die das Geheimnis besitzt, au» den Stosfen der Lust und des Boden» mit Hilfe des Sonnenlichtes di« vielsöltioei, Mischungen von Kahlem stofs, Wosserswff, Stickstoff und Sauerstoff herzitsteUen, au» denen alle Fette zusommengaietzt sind. Aber dfefc ersten Etappen de? Fettes sind unsagbar klein und unendlich weit von der Menschrnm-stt entfernt. Sie sind zunächst auch gar nicht für un? bestimmt. Erst das große Rad des Kreislauf«« aller Elemente besördert wi« eine un- geheure Transpocimaschine die Yettkügelchen indirekt dann auch zu uns— und von un» fort über Tod und Tfermefiing in neue» Leben hinein. ,T>as Kind, da» in die Welt kommt, bedarf einiger Monat«, ja jogar Jahre, um w den Besitz oller feiner Fähigkeiten zu kommen," heißt es hier. ,T>ie Fasern des optischen Nervs, der dem Gehirn das Bewußtsein des Lichts zuführt, sind erst drei Wochen nach der Geburt vollständig gebrauchsfähig. Durch das Licht wird ibr« Entwicklung angeregt. Der Mittelpunkt des eigentlichen Sehens, de,„gelbe Fleck", erreicht sogar erst ewige Monate nach der Geburt seine volle Entwicklung. Dic In? oder Regenbogen- haut, in deren Mitte sich da» Sehloch oder die Pupille beHndet, ist erst mit dem siebenten Lebensjahr« vollständig ausgebildc:. Da nun der Bau des Auges erst beendvt sein muh, bevor es alle feine Funktionell erfüllen kann, so besteht also die Notwendigkeit, während der ersten Lebensjahr« in der Benutzung der Augen vorsichtig zu sein. Das neugeborene Kind ist nur ein»Bündel von Möglich- kellen". Millionen von Nervenzellen müssen in Tätigkeit treten, bevor stc soweit sind, um d!« Llchlelndrücke zu den Gehirnzentren zu bringen, die sie erst bewußt machen. Di« Augen aller Kinder der weißen Rasse sind bei der Geburt blau! sie sind noch nicht so stark pigmentiert, wie es später viele Augen werden. Der Augapfel bewegt sich zuerst unruhig, und ist während der ersten Qebcnstage nicht imstande,«m Bild der Außenwelt dem Bewußtsein zu über- mittel». Der Säugling steht also mit feinem Auge noch nicht, bis der Verstand die äußeren Eindrucke verarbeitet: das Bild der Außenwelt sagt dem Kind« nichts. Wenn eine Lampe vor das Gesicht des Kinde» gehalten wird, so wird da? 2lug« in der ersten Woche und noch später dem Licht unsicher folgen. Der Eindruck ist für da» kindliche Auge wahrschetttlich nicht mehr als ein bloßer Fleck von Orangefarbe. In den folgenden Wochen beginnt dann das Lampenlicht da» Baby immer mehr zu iuterefsieren. Di« Lichtaindrück«, die zuerst schwach waren, werden allmählich starker, und mit diesem Anwachsen der Intensüät geht«in« Zunahm« der Ausnähmet ähigkeiten Hand in Hand. Durch die Augen wird so nach und nach ein Weg zum Seist« gabahnt. Au» dar Dunkelheit und dem Dämmerlicht, in dem da» ganz(feine Kind gefangen war, tritt es allmählich in Beziehung zu«tner Welt, dic e» sich selbst entdecken muß. Durch die stärkeren Eindrücke werden dt« Anstrengungen gesteigert Di« Bilder ba- weglicher Gegenständ« im Raum gewinnen eine immer fester um- schrieben« Form, aber da» klein« Geschöpf ist Monate hindurch noch immer ein Bündel von automatischen Reaktionen. Je mehr der Verstand zunimmt, desto deutlicher tritt an dtr Stelle des Forben- fleck», der durch di« Lampe im kindlichen Auge ausgelöst wird, ein« bestimmt» Form. Da« Baby berührt dt« Segenstände im» seinen Fingern, utid dadurch«macht der Tastsinn, der«» die«»drücke Zunächst entsteh«, sie w winzigen Kleimvesen des Wassers und der Erde. Di« meisten sind ausgezeichnete Schwimmer, ob sie nun Meer«, Tümpel oder nur die dem bloßen Auge unsichtbaren Kanäle in der Finsternis der Bodenspalten bewohnen. Und zum Auftrieb diemm die gpldgelben Oeltropfen in ollen diesen Kieselolgen, Grün- algen, Radialarien und wie jene nur dem Mikroskop zugängliche Kloin weit für den Forscher heißt. Die«igentlickten Wosserbcwohner unter ihnen ernähren buchstäblich mit ihrem.Körperchen vom Wol bi» zur Sardine alles, va? sich als Fisch da unten bewegt. Denn wenn auch nur di« Brut der Fteisenträger in ihren Iugendtagen vrm di reffen Verzehren der Meere», und Seetteinweit, die man seit längerem schon Plankton nennt, lebt. 1» freksen die Größeren und Erwachsenen dann doch toieder die Kleinen aus. Auf diesem Wege wird auch das Fett fortgerissen, auf diesem Wege kommt e? beim Fischfang auf di» Markt«, und von den Märkten in die Töpfe und Menfchenmagen. Ein Teil dieses Kreislaufes bleibt aber für immer im Mot"'. geht vom Kteinmefen.zum Dorsch oder Hering, pom Hai oder Del- phin wieder zum Kteinmefen. Wenn dann, wie e? heute noch in der Kospffchen Se« geschieht und in einer der früheren Erdperioden, der Brounknhlenzelt. häufig«er, ein seichter Meerarm plötzlich ob geschnürt, durch getreltige Stoubltürm« mit Sand überdeckt oder gairz ausgefüllt wird, so kann das in Milliarden von Tier- und Pflonzenkörpcrn angehäufte Feit nicht durch Verwesung sich zer- setzen, sondern bleibt fast unverändert erhalten. Im steten Wechsel. dem die Erdrinde überall untenvorien ist, verfestigen sich später die losen Handkörper, mischen sich mit Schlamm und Ton. Schiefer oder Mergel entstehen, durchtränkt von dem Fett einstigen Meeres- lebens. Sie sind so ölig, daß man sie auspressen kann und daß an manchen Stellen eine dicke, sohwarzgrüne Flüssigkeit, ha» Ichthyol, aus ihnen herporklleßt. An anderen Stollen sammelt sich chn s Oel zu mä6)ttgen imtcrirftifchen Quellen, die, wenn man stc anbohrt�zvie ungeheure Springbrunnen aufschieße»— das Petroleum, dos gor nichts anders ist, als Übriggebliebenes Fett längst dahingegangener Lebewesen, dos in dieser Farm den Weltmarkt beherrscht und Ol3 einer der größten und wichtigsten Erdschätzc gilt. Aber die» alle», dies« kaum auszudenkende Perspektive von Möglichfeiten, die tausenderlei Industrien, di« buchstäblich den ganzen Erdball umsponnende Wechselwirkung von Kulturbeziehunge», die sich aus der Rolle de» Fettes im Leben der Gewässer ergaben, sind doch nur ein Ifü feine» Kreislaufes rund um die Welt, der wirklich einer der kompliziertesten unter den großen Kreisläufen der Element« ist. Di« ander« Halst« wird von der Pfsan�entpelt getragen, die' Wied» die gesamt« Tierwelt am Leben erhält, nicht zuletzt durch ihren Fettreichtuw. Denn nicht nur die Kicimafien in der Erde, die sich ja auch schon in Pflanzen und Tieren, d. h. in ausbauende und räuber-sche Geschöpf« teilen, sondern auch fast all« Grohpllanzen verstehen es, Fett auf chemischem W«ge»u lfereiten. Natürlich nicht zu dem Zweck, daß man es ihnen fortnimmt, sondern weil sich in Form von Oel aus lange Zeit hinau, mit kleinstem Raumaufwand am konzentriertest«« Nohrungs- und Borratsstoffe speichern lassen. Aber olles Fett, woher es kommt, wozu es verwendet wurde, ln welcher letzten Form es sich auch gerade defindet, gelangt irgend wie direkt ode.r indirekt immer wioder ln die Erde, und fei es nur ol» Bestandteil her Lust, wenn es wfeder tn sein« Ausbaustoffe zerlöst ist. Und von der Erde geht der Kreislauf weiter, umslickl wie ein Netz dos ganz« Reich des Lebens, dringt in alle Beziehungen zwischen Pflanz«, Mensch und Tier ein, trägt Kulturen und Hilst sie ve'-- Nichten, ist jeden Augenblick Teil der Menschheit, mar es oder wird «» sein. des Gesichtssinnes unterstützt und genauer macht. Später kommt noch da? Gehör hinzu und zuletzt der Geruch, und diese Entdeckung der weilen Welt der Sinnesetndrücke speichert immer neu« Schätze in dem Gedächtniszentrum aus, di« niemol» wieder verschwinden. Schließlich wacht das Kind sein« größte Entdeckung: es erlangt fein Ravmgrsühl und lebt nun nicht mehr in einer flachen Welt, sondern in einem Reich plastischer Formen, di« ihr« körperliche Rund- (feit besitzen. Der W«g, aus dem sich der Gesichtssinn entwickelt, ist für jeden Menschen von großer Wichtigkeit, denn er ist ja auch i» der Kindheit noch nicht vollendet, sondern führt weiter sogar bi» ins Alter, wo das Auge wieder Veränderungen erfährt. Blutauswaschung' Ein Kleidungsstück, da, nicht mebr den Anforderungen genügt, wird gewaschen, dann(st es wieder gut, sauber und trogbar. Warum soll man diese-Methode nicht aus den Menschen und seine Organa Übertragen! Wo mm soll man Blut, das irgendwelche unzuträgliche Beimischung enthält, nicht auswaschen, die schädlichen Schlackenstoiss dabei aus ihm entfernen und da» frisch gereinigte Blut dem Körper wieder zuführen! Das hat Pros. Dr. Haas tn Gießen wirklich ver- sucht. Bei schweren Nierenleiden sammeln sich Schlackenstoste, statt mit dem Urin ausgeschieden zu werden, im Blute an und rufen Dergistungserscheinungen hervor. Die Auswaschung nahm Prof. Dr. Haas zunächst so vor, daß er das Blut au» einer Arterie in Kollodlumröhron leitete, es darin außerhalb des Körpers auswusch und dann direkt in die Vene zurückpumpt«. Dieses Verfahren hatte manche Unzutröglichkeiten, weshalb Prof. Dr. Haas die Methode abändert«. Es wird fetzt einer Vene etwa M Liter Blut entnommen, durch Zusatz ein«» Qeberproparate» ungerirmbar gemacht und in einem Nebenraum nach einem besonderen Verfahren(Dialyse) aus- gewaschen. Da im wirb da» gewaschene Blut in die Vene wieder zurückgeführt. So wirb nach und nach da» ganze Blut ausgewaschen, «in Verfahren, das zw« schonender für den Krönten ist, aber den Nachtrtl hat, daß es lang« dauert, bis da» ganze Blut schubweise gereinigt ist. Der Erfolg wird als sehr gut geschildert. Uebelkeit und Kopf» schmerzen schwinden, der Appetit beflvt sich, big Stimmung des Kranken hebt sich. Allerdings hat die Vlutauswaschung aus da» Grundfeiden selbst, die Nierenerkrankung, keinen Einfluß, sondern dient nur dazu, dos Blut gleichsam zu«ntgisten,«in Erfolg, der den «eiteren Ausbau der Methode verdient. J MITTWOCH KINDERTAG! He sic 7 nnomitoris 3.9 tie Hot Der Rar Art und Be um bir 26 gen C& Be R für U C& A BRENNINKMEYER Tiedrige Preise N Gewaltige Auswahl Modernes Aussehen Glanzende Ve Gute Qualitäten Oranienstr.40 Chausseestr.113 Königstraße 33 Am Oranienplatz Beim Stettiner Bahnhof Am Bahnhof Alexanderplatz Für Schule u Haus Herren- bzw. Knaben- Kleidung in den beiden Geschäften: Königstr. Chausseestr. yon Wort und Blid verboten Ba ( 201 dar St La un Re Bo me 3 Da bi Tu tre des rid cir Verkäufe Defen, eiserne. jeder Art und Größe non 12.50 an. 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Ede Naunynstraße Amt Morigpl. 103 30 Pumpen, Jhran, Filter. Ersatzteile Pry's iste gratis. Roblank Berlin N 65, Reinickendorfer Str. 95 Am Sonntag, dem 7. Oktober, früh 6.55 Uhr, verschied nach kurzem, schwerem Leiden der Vorsitzende der Berufskrankenkasse des Deutschen Werkmeister- Verbandes, Herr Karl Köster Der Verstorbene war uns nicht nur ein s'ets hilfsbereiter Vorgesetzter, sondern auch durch seinen vornehmen Charakter und sein großes soziales verständnis ein Freund, dessen dankbares Gedenken in unseren Herzen über die Bahre hinaus fortleben wird. Die Angestellten der Hauptver waltung d. Berufskrankenkasse des Deutschen Werkmeister- Verbandes. Nachruf. Am Sonntag, dem 7. Oktober 1928, vormittags 6.55 Uhr, verschied nach kurzem, schwerem Krankenlager der Vorsitzende der Berufskrankenkasse des Deutschen Werkmeister- Verbandes, Ersatzkasse, Sitz Berlin, Herr Karl Köster dessen Leben nur der Arbeit galt. Als langjähriger Stellvertreter des Vorsitzenden und als Vorsitzender selbst stellte er seine ganze Kraft dem Interesse und der weiteren Ausbau der Krankenkasse zur Verfügung. Zum großen Teile hat das Unternehmen seine gute Entwicklung seinem unermüdlichen Wirken und seiner UmSicht zu verdanken. Zu früh hat ihn der Tod aus seinem arbeitsreichen Leben gerissen. Die Krankenkasse, sowie alle, die ihn näher kannten, werden dem Heimgegangenen auch über das Grab hinaus ein dauerndes und ehrendes Andenken bewahren. Vorstand und Au sichtsrat der Berufskrankenkasse des Deutschen Werkmeister- Verbandes, Ersatzkasse. Die Einäscherung findet am Donnerstag, dem 11.Oktober 1928, nachmittags 3.30 Uhr( 15.30) Krematorium Gerichtstraße statt. Sil zum Bleichen ohnegleichen! Am Sonntag, dem 7. Oktober d. J. wurde unser lieber Kollege Karl Köster im 56. Lebensjahre, nach kurzem schweren Leiden durch den Tod aus unserer Mitte genommen. Nach langjähriger, unermüdlicher, ehrenamtlicher Tätigkeit als Gruppenabgeordneter und Vorstandsmitglied des Ortsvereins Berlins I ist ein Mann von uns gegangen, dessen unermüdliche Arbeitskraft bis zum letzten Augenblick seiner Organisation gehörte. Durch das plötzliche Dahinscheiden wird in unserem Funktionärstab eine Lücke gerissen, die nicht so leicht zu schließen sein wird. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Deutscher Werkmeister- Verband Der Bezirksvertreter Die Abgeordneten Der Bezirksvorstand Die Kollegen der Geschäftsstelle des Bezirks X. Die Einäscherung findet am Donnerstag, dem 11. Oktober, 15.30 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Am Sonnabend, dem 6. Ditober verschieb nach langem, fchmerem Beiden unfer langjähriger Mitarbeiter, ber Buchbrucerinvalide Franz Usnainsky im 69 Bebensjahr. Sein follegiales Besen, fein gerader u aufrichtiger Cha rafter wird uns unvergeßlich bleiben. Personal der Buchdruckerel Otto v. Holten. Donnerstag, Krematorium Baumschulenmeg, start Danijagung. Für die herzliche Teilnahme beim Sinfcheiden meines lieben Mannes, unferes guten Vaters, für ble troft reichen Worte der Herren Redner fomie für die zahlreichen Blumen fpenben sagen wir allen unferen herzlichen Dant Berta 3uppeuplah und Rinder. KinderOhne Anzahlung Bettwäsche, Gardi. Linkpianos, überaus preismert, Biano nen, Steppdeden, Tüllbeden und Diwan- fabrit gint. Brunnenstraße 33. beden. Magner, Elbingerftraße 47 I. Fahrräder Bekleidungsstücke, Wäsche usw Teilzahlung. Geringe Anzahlung leine Rate, trogdem billig. Nur Quali Benig getragene Ravaliergarderobe tätsräber, brei Jahre Garantie. ab non Millionären, Aeraten, Anmälten. rabbau Bima, derftraße dreikia. Fabelhaft billige Breife. Empfehle Saillenmäntel, Baletots, Frads, Smo Fahrräder, erstklassige Martenräder lings, Gehrodanzüge, Sofen, Sport, Teilzahlung. Fahrradhaus Centrum He Gehpelze. 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Ein Rotfrontmann tritt«in, verneigt sich»och russischer �rt, den Bttdcn mit der Stirn berührend, nimmt dann Haltung an »od meldet:„Die neuesten Ziffern vom Volksbegehren". Er überreicht ein« Depesche: All« fahren mit nervös gereiztem �esichteou sdruck auf das Papier los. Ein Blick darauf genügt, »m die Mienen zu müder Resignation zu entspannen. E r st e S t i m ch e:„Weder nischt." CinanderesZK.- Mitglied:„Riesenpleite. Di« Blamage "Üb grenzenlos." Der erste: Jlarl Schulz sein Wildwest hat nischt genützt. Absolute Flaute." Schulz-Neukölln(beleidigt auffahrenid):„Wieso— nicht« pvützt? Hugenbergs Presie feiert mich all« Tag« als Balishelden." T h ö l m a n n(sucht zu vermitteln):„Wir müssen im» was Meies ausdenken. Wir klauen den neuen Zeppelin und lasten ihn lür uns Reklame fahren." Schulz:„Aber wo willst du ihn verstecken� Wir hoben kein« �allonhalle!" Die spitz« Stimm«:„Den nimmt Schulz-Neukölln '0 lange in den Mund, da hat der Zepp sicher Platz drin." Allgemeine Zustimmung.) Schulz-Neukölln(etwas ärgerlich):.,3ch mache übrigens Darauf aufmerksam, daß der Zeppelin möglicherweise in den nächsten stunden abfährt." Pieck:„Wie wäre es mit„Berlin im Licht?" Wir drehen Laternen aus. Oder... Di« tief« Stimm«:„Bring du mal lieber erst Licht in unser« Politik. Thälmann raus— Thälman» rein, Linkskurs. Rechtskurs. Mittelkurs,— fein Schwein wird mehr aus dieser Politik klug." Dia hahe Stimme:„Apropos Politik: Wie wäre es. ven« wir durch kluge und vernünftige Politik unser« zu steigern versuchten. Mir scheint, daß man doch auf die �auer nur mit politischen Mitteln In der Politik wirken..." Weiter kommt der Redner nicht. Es entsteht«in fürchterlicher Tumult. Wild« Rufe:„Ein Versöhnler— haut i h nl" er- chollen. Unter Faustschlägen und Fußtritten wird der Unglückliche kappad transportiert. Donach Thälmann(sich die Stirn mischend):„Gattlob. die Reinigung ZK. von politischen Gegnern schreitet sort." Der Rotfrontmann stürzt atemlos herein:„Reue Nach- �ht—«den Hot sich wieder einer für unser Volksbegehren �«getvagenl" Alle(erleichtert):„Es geht doch vorwärts! Auch ohne Politik." Jonathan. Die Ausweisung Horans. war sein« Ltbsicht? Paris. 9. Oktober(Eigenbericht) Die Ausweisung Horans. des Poriser Korrespondenten der bearstpresie. erregt großes Aufsehen. Während choron gegen die Ausweisung energisch protestiert und crtlärt, nur seine journolisiischc Pflicht erfüllt zu haben, glaubt«in Abendblatt den Standpunkt der �tgierung so darlegen gu können, daß Heran genau gewußt habe, zu Alchen, Frankreich feindlich«« Zweck sein« Blätter das aus M«f»rte Dokument benutzen wevden. Daher lieg« ein f e j n d- ielig«r Akt gegen Frankreich vor. Dias sei ein schleckst« M*1 für du dem Korvespondenten«rmiescne Gastfreundschost. Die ��dormittlung des Dokuments sei an sich also nicht zu beanstanden, �»d«rn di« damit oersolgt« Absicht. Der„T«nps" brmgt eme Meldung, die immerhin von einer �wa« weniger merkwürdigen Auffassung des Außenministeriums der «ketheit der ausländischen Press«.Zeugnis ablegen würde. Horan, �kiärt das Blatt, habe init der Uedermitilung eines vertraulichen Dokument» an feine Zeitungen eine Unkorrettheit begangen, die ungeahndet hätte bleiben können. Die beste Lösung glaubt die --Ltberte" gefunden zu haben, sie erklärt, nicht Horan sei der Schul- ■*5«, sondern der Beamte, der ihm das Dokument verschafft M«. Dieser habe zwei Zwecke oersolgt: einmal habe er die O p v o- �lian der englischen Arbeiterpartei gegen das A�binett Baldwin stärken und oußerd'm habe er dem �«ichskanzler Hermann Müller neu« Argumente feine These in der Entwoffniir gstraa« liefern«ollen! Der Zwischensoll korni übrigen» für Frankreich sehr imangenchn, �rd«n. da di« amerikanischen Z«itun>gen enffchlosten sein sollen, al» �pressalie ihre Pariser Bureaus nach London zuver- �flen, wodurch für Frankreich wichtige Kanäle verschwinden Würden, durch die französisch« Auffassungen der amerikanischen Öffentlichkeit bisher schon öfters nahegebracht zu werden pflegten. Gesetzwidrige Gendarmenvertreiung. Llrteil des Verfassungsgerichts in Wien. Wim. 9. Oktober. .Der Lcrfastung-gerichtsbof hatte sich mit einer Reihe von Be- �Verden der Perionalvertretungen der Gendarmerie zti befassen, »M(reaktionären— Red. d.„».*) Veränderungen in den Per- l°dalvertretung«n der Gendarmerie nach d«n Julieretg- ?' s s e n v. I. z:' mmenhingen. Im Lause dieser Verhandlungen wt der Verfassungrgerichlshof den au» dem Jahr« 1Ü1S stammenden �kloß über die Satzungen für d!« Interessenvertretung der Gen- �Merie al» gesetzwidrig aufgehoben, da die Tcrord- ung über die Schaffung einer Persvnoloertretung d«r oerfastungs- �higeu Forderung nicht entspreche, wonach Derordnungen nur aus ünd von Gesetzen erlassen werben dürfen. , Der Weltoerband der AölkerbundligM Hot on Stell« des zurück- .senden Präsidenten, Prof. Dembihki-Polen. stir da» nächst« Jahr n Trafen Bernstorsf al» Präsidenten gewählt. � Der peruanische Gesandt« fft in Chile eingetrsfsm. vi« wegen jj* Konflikt«» um Taena und Ariea abgebrochenen diplomatischen ��»vg«n Wüsche» SÄ« und Per» sind«ff» wiederhergestellt. Zn der„Aoien Kahne". f A Montag rot... Dienstag tot! Die Giraftechtsreform. Oer(Strafgefehausschuß des neuen Reichstags nimmt die Beratungen aus. Der zur Beratung des Strafgesetz« ntwurss vom Reichstag eingesetzte Atzsschuß trat zu seiner ersten Sitzung zu- sammen. Der Vorsitzende, Geheimrat Sohl, begrüßte die erschienenen Mitglieder des Reichstag» und dt« Vertreter der Regierung. Er wie« daraus hin, daß der Ausschuß im alten Reichstag bereits SS Sitzungen an die große Aufgabe der Schaffung eines neuen Strafgesetze» gewendet habe. Geschostsordnungsmähig werde der Ausschuß neu verhandeln. Di« Ersahrungen und A«r> st ä n d i g u n g e n der früheren Sitzungen dürsten aber nicht verloren gehen. Hoffentlich seien oll« Mitglieder d«» Au«» schusses entschlossen, mit aller Beschleunigung an der« Entwurf zu aroesten, ohne daß dadurch die Gründlichkeit und Gewissenhaftigkeit leiben durste. Zislbowußk« Konzentration sei notwendig, da da» »euffche votk«inen Anspruch darauf Hab«, nach nunmehr ZtzsShriger Reformberatimg das Strafgesetz endlich verabschiedet zu sehon. Reichsjustizniinister stach erklärt«, daß die Regierung den Wmffch noch einer zwar gründlichen, ober auch roschen Erledigung des Gesetze» teile. Sie verzichte deshalb darauf, vor Eintritt in die Beratungen die Punkt« darzulegen, in welchen die heutig« Re- gierung Abweichungen von dem vorliegenden Gesetzentwurs wünsche. Die Regierung stehe nicht durchweg aus dem Standpunkt de» Eni- warf», sie werde von Fall ,u Fall Stellung nehmen, und der Justiz- minister werde die Entscheidung de» Kabinetts»inholen, wenn es sich um Fragen von besonderer Bedeutung handle. Schwerpunkt und Initiative werde mehr als sonst in Händen des Ausschusses liegen. Dos neu« Strafgesetz sei eine Notwendigkeit. In den fast 60 Jahren des Bestehen« des geltenden Gesetzes habe sich in den politischen, wirtschastiichen und auch in den moraiischeN Anschauun- gen ein großer Wandel bemerkbar gemocht. Dieser müsse im Straf- gesetz sein«» Niederschlag finden. Der Gesetzgeber, der da. Nicht beachtet, würde seine Pflicht verletzten. Die Negierung sei bereit, die Arbeit des Ausschusses zu fördern und bei solchvr Zusomwen- orbeit zwischen Negierung und'Ausschuß seien Erfolge zu erwarten. Abg. hölleia(Komm.)' beantragt, di« Regierung aufzufordern, ein« Erklärung darüber obzugeb«». in welchem Punkt« sie«ine Aen» derung des Entwurfs wünsche. Er begründet diesen Antrag mit der eigentümlichen ErNörung, die vom Ausschuß mit allgemeiner Heiterkeit ar.'fgenomn'en wurde:„Rur wenn wir so den Kompaß habe«. können wir die notwendigen Linien d«» Gesetze» herausarbeiten." Vorsitzender stahl schreitet zur Abstimmung-(Z«ilch«nrus t>>s Genossen DIttmann: Wer«inen Kompaß braucht, stimmt für den kommunistischen Antrag) Nut die Kommunisten stimmten für ihren Antrag. Der ZluSschuß tritt alsdann in die GeneroldSbatte ein, in weicher nur der Abg. Alexander(Komm.) spria'st, der sich für«ine StrakrechlHVsorm ousfprichi, abor bezweifelt, daß in der deuijchen demokratischen Republik ein modernes Strofrecht erreichbar fei. Die Kommunfften würden die Arbeiter auffordern, diesen Staat zu he- festigen. Noch diesem tornmunistifihen Monolog vertagte sich der Aus- schuß auf morgen. Zweite Rossi-pt-oteAnoie überreicht. Die Spcheiwirkfchast im Tessin. Gens. 9. Oktober.(Eigenbericht.) Der Schweizer Bundesrat teilt mit, daß er seinem Gesandten in Rom eine zweite Note über die Rossi» Angelegenheit zur Uebtrgobe an die itoltenische Regierung zugestellt habe.„Die Diskussion", heißt es in der offiziellen Mit- teilung,„betrifft nicht prinzipielle, sondern einzig und allein T a t f r a g» n mtd erfolgt in einem durchaus friedlichen Geiste." In der gleichen Mitteilung lehnt der Bundeirat die»on dem übergroßen Teil der SchweiZtr Press» geforderte Ver» o f f e n t l i ch un g der italienischen Antwort«ri tne erst« Schweizer Note Wied« nim ab, solange d!« Verhandlungen schweben. Er läßt durchblicken, daß eine Berösentlichuno nur im Einvernehmen mit Rom erfolgen könne. In einer Berner Meldung«in«? dem Bundesrot nahestehe, wen Depeschenagenwr wird gleichzeitig davor gewarnt, au» der Tatsache, daß di« Rossi über die Grenz« lockenden Theater des Westens. »Die Nacht auf dem alten Markt." Zwei Stunds, Theater... sin ganz starkes Erlebnis, eine bvispteitos« Cwstung Granowskg» nud seiner Künstler:.Die Nacht auf dem alstm Markt". Zum Schstch tobender Bvifall. Verl Mi folgt._ K. P. Theater in der Äehrenfiraße. Alfred Savoir:„Mado". Ralph Artur Robert» hat sich st, d« Schublad« mt« griffen. Gr Hot ein Lustspiel au» der Zest des Kampfe» ums Frauen- recht herausgckramt. Di« Frau will in der Web« herrsch«« wi« der Mann und unterliegt. Backfischgeschmack, gemildert durch ein ige gewagt« Szenen in, Bett. Robert« als Schauspieler ist sehr lustig. Das Pubtitum ist trotzdem über dies« ottmodffch« Art von»b«ndunt»r y st, �.■-■■■ i.,..... f.«a.„.._ «juirinnQ ettwyrntiaprn fTfullim. i?gT„ Personen mit falschen italieiffchen Pässen versehen waren, zu schließen, daß diese Pässe von itaiiemschen Behörden vusgestelli worden feien. Falsche Pässe— heißt es in der Meldung— seien Im T c s s i n häufig wie klein«» Geld, und es gäbe dort«in« blühend« Industrie falscher Pässe. Eine ander« Meldung aus Lugano dagegen illustriert von neuem di« Frechheit, mit der di« italienischen Spitzel vordringen. Sie haben noch nicht einmal die Miete für di«.zum Fang Rossis gebrauchte Villa im Betrage von llsti) Frank«, bezahlt. Der Besitzer der Villa hat nun Privat klag« g«Hen den ols Mailänder Bürger chstgesi eilten Mieter angestrengt. Gerüchis in Rußland. Oorfarmc sollen ausgepeitscht woeOen sein. Moskau. 9. Oktober.(Ost-Expreß.) Erst jetzt ist bekannt geworden, daß Im Juni dieses Jahre« im Kreis« I s ch e w s k ein Strafgericht über Bauern abgeholten worden ist, da» on die Exekutionen zur Zeit der absoluten Monarchie er- innert. Im Dorf L u d» r w a i ist«ine große Zahl Bauern, an- geblich etwa 360, öffentlich ausgepeitscht worb«n. Ueber dt« ganze Affäre ist noch ein gewisses Geheimnis gebreitet. Räch den in die Smvsetpresse gedrungenen Mitteilungen soll es sich um Streitigkeiten der Bauerngruppe» untereinander(„Kulacki" gegen arme Kkeinlwuern)' gehandelt haben, wobei wiederum, wi« schon in manchen anderen Fällen, die Sowjetgewallen sich als gefügig« Werkzeuge der Großbauern erwiesen und die Aus- peitschungen der„Dorsarmut" veranlaßt bzw. geduldet hätten. Jedenfalls Hot das Kreiserekutivkomitee auf die ersten Anfragen bei der eingeleiteten Untersuchung sich mit völliger Un wissen h« i t hinsichtlich de>� betreffenden Vorgänge entschuldigt. Ebenso- wenig ist bihher aufgeklärt worden, ob die Gerüchte zutreffen, wo- nach einige der zur Auzpeiffchung bezeichneben Bauern sich mit der Waff« in de r Hand widersitzt hätten. DI« ganze Frage erweckt dos stärkste Interesse der Sowjetpreste. Auch die Tagung der Sowjeisournalistcn bat soeben diese Vorgänge de- sprachen, und es rviirde dabei die Furage aufgemorfen,„ob den, wirtlich im«Ist«» Jahr der Sowjet Herrschaft die Knut« aus der Aalt da» patriarchalischen Zaremegima» in« Dorf zurücklehren kann". »- Tagung der Berufsfeuerwehrmänner. Der 12. Berbandstag der freiorganisierten deutschen Berufsfeuermehrmänner, der dieser Tage in Dortmund abgehalten murde, nahm neben der Beratung des Geschäfts- und Kassenberichts besonders eingehend Stellung zu den Differenzen in der Berliner Ortsleitung und zu den Fragen der Besoldung der Wachtdienst zeit, der Verschmelzung und der Einführung der InvalidenversicheDung. Wie aus dem vom 1. Borfizenden Grollmuß erstatteten Geschäftsberi ht hervorgeht, betrachtet der Verband es als eine seiner Hauptaufgaben, sich mit aller Energie für die Schaffung eines neuen Beamttengesetzes einzusehen. Er fordert Beseitigung der Bestime Herr Pfeffer ist Volksparteiler. Zu dem Bericht des Verbandes der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter über die Sonntagsruhe im Konditorei gewerbe, den wir in Nr. 473 des„ Borwärts" veröffentlichten, wird uns vom Reichsgeneralsekretariat der Zentrumspartei mitge: teilt, daß der Abgeordnete Pfeffer nicht dem Zentrum, sondern der Deutschen Boltspartei angehört. Natürlich! Wir wollen hoffen, daß die Zentrumspartei an dieser Feststellung gelegen ist, daß sie nicht zu den Sonntagsschändern gezählt werden will. Die Konflikte in der Textilindustrie. Die Arbeitszeitfchiedssprüche für die sächsisch thüringischen Webereien und für die schlesische Textilindustrie sind von den Unternehmern angenommen, von den Arbeitern abgelehnt worden. In der Textilindustrie Nordhannover ist es infolge der noch immer ungeflärten Arbeitskonfliktes in zwei Orten zum Streif gekommen. In Hamein streifen 700 und in Braun fchweig 800 Tertilarbeiter. mung, moned, den Städten vorgeschrieben merden kann, die bei den Waldenburger Schiedsspruch abgelehnt 120 000 ftreifende Textilarbeiter in Polen. Berufsfeuerwehren frei Stellen wieder zu das bedeute eine Berhinderung des Ausscheidens der im Feuerwehrdienst verbrauchten Beamten und damit eine Beeinträchtigung des Feuerlöschwesens. Weiter fordert der Verband die baldige Berabschiedung des Beamtenunfallfürsorgegefehes, die Regelung der Laufbahnfrage und die Schaffung einer Gut achterſtelle für Feuerschuhfragen beim Reich.- Das Vermögen des Verbandes beträgt nach dem Kaffenberidt 81 000 m. In der Berliner Ortsleitung hatten die beiden tom munistisch eingestellten leitenden Ortsgruppenfunktionäre Feierabend und Redmann den Beschlüssen der Gesamtorganisation niht Folge geleistet. Die beiden hatten die Parteipolitit über die Gewerkschaftsdisziplin gestellt. Das Borgehen der oppofitionellen Bellenbauer wurde vom Verbandstag in schärffter Form verurteilt. Ihr Ausschluß wurde als zu Recht bestehend allseitig gebilligt. Die von den Ausgeschlossenen vorgenom mene Gründung einer eigenen Organisation wurde vom Verbands. tag in einer Entschließung mit allen gegen 2 Stimmen aufs schärffte verurteilt. Dem Berbandsvorstand wurde bei Enthaltung von zwei Stimmen das Vertrauen ausgesprochen und Entlastung erteilt. lleber Besoldung, Anstellung und Versorgung" sprach Ma at. Im Anschluß an seine Ausführungen nahm der Verbandstag eine Entschließung an, in der die Neuordnung des Besoldungsgesetzes als Rückwärtsentwicklung daratterisiert wird. Gefordert wird in der Entschließung als Anfangsgehalt der Feuerwehrbeamten der Ge haltssag der Gruppe A 6 der Reichsordnung und ein Aufrüden in die nächsthöhere Besoldungsgruppe nach fünf Besoldungsdienstjahre. leber die Wachtdienstzeit sprach Wailmaier. Der Ber bandstag begrüßte das Vorhaben des Deutschen Städtetages, die Tätigkeit des Feuerwehrpersonals arbeitsphysiologisch werten zu laffen, forderte jedoch, daß die Untersuchung auch auf gewerbehygienische Gesichtspunkle ausgedehnt wird. Bei Festsetzung der Arbeitszeit müßten die fulturellen und sozialen Fortschritte der Zeit Beachtung finden. Auch die Beamten müßten grundsäglich die Vorteile des Arbeitsschutzgesetzes genießen. Es sei an der Zeit, die Bereitschaftszeit für die Feuerwehr flar und sozial zu regeln. Für die Fachgruppe Industrie erstattete George einen Bericht über Arbeitszeit, Entlohnung und Angestelltenversiche rungspflicht. Er wies darauf hin, daß erst durch endgültige Entscheidungen der Oberversicherungsämter Hannover( vom 3. Juli 1928) und Hamburg( vom 9. August 1928) für die Feuerwehrmänner der Werften festgestellt wurde, daß die Tätigkeit der industriellen Wehr nah dem Angestelltenversicherungsgeseh versicherungspflichtig fei. Zur Berschmelzungsfrage erflärte der Verbandstag, daß die Verbandsinstanzen dem Gedanken, eine einheitliche fommunale Beamtengewerkschaft zu schaffen, die notwendige Beachtung geschenkt und an seiner Förderung tätig mitgearbeitet haben. Der BDB. werde auch in Zukunft an Berhandlungen zur Lösung der Berschmelzungsfrage attiv Anteil nehmen, er erwarte aber, daß diese Berhandlungen unter Mitwirkung des Bundesvorstandes des ADB. vor sich gehen. 4 Die Einführung der Invalidenversicherung wurde grundsätzlich beschlossen. Schließlich wurde noch die Errichtung einer Pensionstaffe beschlossen. Der alte Borstand und Verbandsausschuß wurde, abgesehen von einer Wenderung, einstimmig miedergewählt. Als Tagungsort für den nächsten Berbandstag wurde Stuttgart bestimmt. Bon Arbeitern und Unternehmern. Waldenburg, 9. Oftober.( Eigenbericht.) Die am Dienstag in Waldenburg versammelten Vertreter der Arbeiter des niederschlesischen Steinkohlenreviers faßten nach Kenntnisnahme des gefällten Schiedsspruches vom 8. Oftober 1928 zu dem Stand der Lohnbewegung folgende Entschließung: ,, Die ab 1. Dttober 1928 vorgesehene Lohnerhöhung entspricht in teiner Beise den Forderungen und bringt nur in be scheidenem Maße eine Besserung der wirtschaftlichen Lage der Arbeiter. Vor allem aber fehlt es in dem Schiedsspruch an einer bindenden Erklärung der Arbeitgeber darüber, daß der Streit nicht als Unterbrechung des Arbeitsver hältnisses gilt und Schadenersatz für Kontraktbruch nicht in Abzug gebracht wird. Ohne eine endgültige Regelung dieser Fragen ist an eine Beendigung des Kampjes überhaupt nicht zu denken. Die Konferenz lehnt daher den Schiedsspruch ab und fordert die Belegschaften auf, einheitlich und geschloffen den Kampf weiterzuführen, bis die Streitfragen in zu= friedenstellender Weise geregelt find." Die Unternehmer haben den Schiedsspruch ebenfalls abgelehnt. Was nun? Der Spruch brachte nur eine Erhöhung der Tariflöhne um 8 Prozent. Gefordert waren 15 Prozent, Acht Prozent zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig! Dazu keine Sicherung vor Maßregelung oder sonstigen Schikanen. Der Streitfall tommt nun vor das Reichsarbeitsministerium. Das Ministerium muß für wirkliche Friedenssicherungen forgen und darüber hinaus sich auch dafür einsehen, daß das Waldenburger Problem, das ja im Grunde mehr ein rein wirtschaftliches als ein lohnpolitisches Problem ist, einmal von Grund auf angepackt und zu einer Lösung gebracht wird. Wenn die glänzend geführte Streitbewegung des Waldenburger Reviers den Anstoß zu einer solchen gründlichen Aufrollung des Problems gegeben haben sollte, so wäre das ein erfreulicher Fortschritt. Freilich muß eine Klärung bald erfolgen. Der Streif in München- Gladbach. Gescheiterter Einigungsversuch. Warschau, 10. Oftober( Eigenbericht). Infolge der Stillegung weiterer Tertilfabriken in ganz Polen ist die Zahl der Streitenden auf 120000 gestiegen. Die Aussichten auf eine baldige Beilegung des Streits sind gering, zumal eine Konferenz unter dem Vorsitz des Arbeitsministers in Warschau tein Ergebnis hatte. Die Arbeiter erklärten, angesichts der unnach giebigen Haltung der Induſtriellen die Forderung nach einer 20prozentigen Lohnerhöhung aufrechtzuerhalten, mogegen der Ar beitsminister eine fünfprozentige Lohnerhöhung vorschlug. Die In dustriellen behielten sich ihre Entschließung vor, während die Ar beitervertreter am Dienstag in Lodz eine Bersammlung der Fabrik belegierten einberiefen. Die Streifftimmung wird verschärft durch häufige 3u. sammenstöße zwischen den streifenden Arbeitern und der Polizei. Der sozialistische Robotnit" berichtet täglich über polizeiliche Gewalttaten gegen die Arbeiter unter Anwendung von Waffen. In einigen Orten versuchten die Kommunisten die Streif führung an sich zu reißen, jedoch ohne Erfolg. Als ein komunu nistischer Sejmabgeordneter an der Konferenz des Arbeitsministe riums teilnehmen wollte, mußte er auf Verlangen der übrigen Arbeitervertreter den Saal verlassen, da sich herausgestellt hatte, daß er teinen Arbeiterverband vertrat. Aufgehobene Sperren. Wie uns der Zentralverband der Fotel, Restaurant- und Caféangestellten mitteilt, wird die Sperre über folgende Betriebe aufgehoben. Die Differenzen sind beigelegt Restaurationsbetriebe Busch, Inh. Busch, Frankfurter Allee 268 und Frankfurter Allee 299, Ede Samariterſtraße. Restaurant Bur Molle", Inh. Frau Nelson, Frankfurter Allee 290, Ede Bogtstraße Freie Gewerkschafts- Jugend Groß- Berlin Heute, Mittwoch, 19% Uhr, tagen die Gruppen: Bentrum: Gruppen heim Jugendheim Zehdenicker Str. 24-25. Bortrag: Alkohol und Nikotin. Weißenfee: Gruppenheim Weißenfee, Parkstr. 36. Borttag: „ Die Voltsbühne und ihre Bedeutung." Baumschulenweg: Gruppenheim 1 Rentolla: Jugendheim Baumschulenweg. Ernstftr. 16. Unterhaltungsabend. Gruppenheim Jugendheim Bergstr. 29, of. Lichtbildervortrag: Bir fahren nach dem Nordpol." Süben, Südwesten: Gruppenheim Städt." Jugendheim Wordstr. 11( Fabrikgebäude). Ausspracheabend: Aus dem Wochenendkursus det Mädchen. Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten Seute, Mittwoch, finden folgende Beranstaltungen statt: Often: Jugend heim der Schule gitauer Str. 18. Rurareferate:„ Ein Tag im Ge schäft", Gisela Stichter. München- Gladbach, 9. Oktober. Die freie Sportbewegung", Gerh. Joneleibt. Mit arbeiter heraus", Heinz Isaacsohn. Schwimmen und seine Bedeutung", Ger Joneleidt. Die heute, Dienstag, vor dem Borsigenden des staatlichen Stralau: Jugendheim der Schule Goßlerstr. 61. Lehrlings bildung", Hans Krauß. Gesundbrunnen: Jugendheim Schönstedtstr. Schlichtungsausschusses für den München- Gladbach- Rheydter Bezirk ( Lebigenheim 5 Tr.). Vortrag mit Lichtbildern: Unser Reichsjugendtag von Landgerichtsdirektor Dr. Fehr geführten unverbindlichen Frankfurt a. M., Georg Heilbrunn. Reutölle: Jugendheim Böhmische Besprechungen über den Lohn und Tarifftreit in der Tertil Straße 1-4. Arbeitsabend:„ Wir führen einen Prozeß Leiter Rechtsanwalt Dr. Zichauer. industrie sind nach vierstündiger Dauer ergebnisios ver Spandau: Jugendheim Lindenufer L. Bieberabend. Treptow: Jugendheim Wrangelstr. 128. Rurzreferate. laufen. Achtung! Affordmaurer, sowie Affordsteinträger des Deutschen Baugewerksbundes, Baugewerkschaft Berlin. Die neuen Tarifvereinbarungen sind im Bureau, Engelufer 24/25, 3immer 53, in Empfang zu nehmen. 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