str. chi Abendausgabe Rr. 480 he 14 B238 ge im 45. Jahrgang ift Die mal au ch ner r In Ar rit Böchentlich 85 Bt monatlich 3,60 2. Im noraus zahlbar, Bostbezug 4,32 m. einschl. Bestellgeld, Auslandsabonne ment 6,- m. pro Monat. * Der Bormärts erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abenbausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Jalustrierte Beilagen Bolt und Zeit" und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wiffen". Frauen Stimme". Technik"," Blid in die Bücherwelt" und Jugend- Borwärts" rad ni Vorwürts Berliner Bolksblatt Mittwoch 10. Oftober 1928 10 Pfennig Die etnipaltige Ronpareillezelle 80 Bfennig. Reflamezeile 5.- Reichs mart. Kleine Anzeigen" das fettge bruckte, Wort 25 Pfennig( zuläffig awet fettgedruckte Borte), jedes weitere Bort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Bort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben Arbeitsmartt zählen für zwei Borte. Seile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen annahme im Hauptgeschäft Linden Straße 3, wochentägl. von 8/2 bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands 214 ber ber Redaktion und Berlag: Berlin S 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Donboft 292-297 Telegramm- Adr.: Cozialdemokrat Berlin Vorwärts- Verlag G. m. b. H. eit mu fte gen -S Bostschedlonto: Berlin 87 536. Bankkonto: Bant der Arbetter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft. Depofitentafle Lindenstr. 8 Daß Fel bet egt und Bur две in pen und cag: jeim lln: ren Sein end Ge Mit ngs ifche Unter den Trümmern begraben! Fieberhafte Aufregung in Prag. Bisher 13 Tote geborgen. Prag, 10. Oktober.( Eigenbericht.) Die Arbeiten zur Rettung oder Bergung der unter den Trümmern des Hochhauses Begrabe. nen werden fieberhaft fortgescht, gehen aber, ob. wohl die ganze Nacht hindurch gearbeitet wurde und be obwohl Militär, Feuerwehr und die ganze Belegschaft der Prager elektrischen Werke am Plate sind, ten nur sehr langsam vonstatten. Es wirkt wie ein Wunder, daß unter dem ungeheuren kompakten Trümmerhaufen noch Leben angetroffen wurde. Bisher wurden 13 Tote und 32 Verwundete aus den Trümmern gezogen. Heute vormittag wurde. der Rumpf eines Mannes ohne Kopf gefunden. Auch drei abgeschlagene Beine zug man aus den Massen. Bei den Rettungsarbeiten wurden. 50 Soldaten und 4 3ivilisten verlegt, zum Glüd nur leicht. Es fehlen immer noch verläß. liche Angaben darüber, wie viele Menschen tot oder lebendig noch unter den Trümmern zu suchen find. Die Stadt befindet sich immer noch in fieber hafter Aufregung. Tausende von Menschen strömen zu der Unglücksstätte. Fast allstündlich er. scheinen Extraausgaben der Blätter mit den neuesten Nachrichten. Große Abteilungen von Fußand berittener Polizei durchziehen die Stadt. пра dofb ofe tale It. dete e Zu der Katastrophe meldet die Prager Polizeitorre fpondenz folgende Einzelheiten: Zur Zeit des Unglüds befanden fich nach den Angaben der Baufirma 56 Arbeiter auf dem Bau, von denen sich nach unverbürgten Angaben acht bis neun retten tonnten. Der in der Straße diensthabende Bachmann marnte, als er das Krachen vom Bau hörte, die Fußgänger, sprang geistesgegenwärtig auf einen heranfahrenden Wagen der Straßenbahn und zog selbst die Bremse, so daß er ein weiteres Unglüd Derhütete. Die Rettungsarbeiten werden dadurch erschwert, daß der ganze Eisenbeton im Gewicht von etwa 800 000 kilogramm in die zwei Stodwerke unter der Erde stürzte und eine undurchdringliche Maffe bildet, die das Straßenniveau um drei Meter überragt. Nach 9 Uhr abends wurde mit den Grabungen von den Kellern der Nachbarhäuser aus begonnen und auf diese Weise ein verschhütteter Arbeiter underlegt gerettet. Als gegen Abend die Feuerwehr zur Unglücksstelle eilte, ereignet sich an einer Straßentreuzung ein fchmerer Unfall. Ein dort diensttuender Wach mann, der gerade einigen Frauen Barmungszeichen gab, wurde von dem Automobil der Feuerwehr überfahren und getötet. Ein Augenzeuge schildert den Hergang des Unglüds folgender. maßen: Es mar gegen 3,07 Uhr, als sich im zweiten Stockwerk die Dede zu lösen begann. Gleichzeitig nahmen die Arbeiter eine Erschütterung der Betonpfeiler wahr. Es wurde sofort versucht, die Arbeiter zu warnen. Blöglich I alles spielte sich in zwei bis drei Minuten abbog sich der vordere Hauptpfeiler. In zwei Sefunden war der ganze fiebenstödige Bau in sich. zufammengefunten. Ein Arbeiter, der vorn im ersten Stod arbeitete, versuchte noch abzuspringen, wurde jedoch von den nachfolgenden Betonmassen erfaßt und verschüttet. In der Ede des Bauplatzes steht fast unversehrt noch ein etwa sieben Stod hohes Holzgerüst, ein Ziegelaufzug, auf dem noch ein Arbeiter hing, der beim Zusammensturz abgesprungen war, und sich am o 13 fest. gehalten hatte. Er wurde sofort von der Feuerwehr her. untergeholt und das Holzgerüst durch Seile an den Nachbar. häusern befestigt. Der Einsturz des Gebäudes erfolgte vom Techsten Stod wert aus und war von donnerähnlichem Getöse begleitet. Die auf der Straße befindlichen Bassanten stoben in wilder Flucht davon. Szenen des Grauens. Prag, 10. Oftober. Noch immer lagert eine große Staubwolle über dem Trümmerhaufen der Unglüdsstätte. Militär arbeitet an der Beseitigung der Trümmer. Andere Militärabteilungen haben die ganze Umgebung abgesperrt. Die Feuerwehr ist mit der Bergung ( Fortsetzung auf der 2. Seite.) DC Bei den Panzerkreuzer- Bolschewisten. Russische Kinder tragen bei einer Kundgebung das Modell eines Panzerkreuzers. In Rußland wird also schon die Jugend mit militaristischen Ideen verseucht. Es ist eine Heuchelei sondergleichen, wenn die deutschen Bolschewisten angeben, sie seien für Abrüstung. Der enthüllte Geheimpakt. Horan ist der Sündenbock für andere. Paris, 10. Oftober.( Eigenbericht.) Die Ausweisung Horans, des Korrespondenten der Hearst- Presse, ruft auch in der französischen Bresse zahlreiche Proteste hervor; das Syndikat der sozialistischen Presse hat dagegen Verwah rung eingelegt. Die Bernehmung Horans durch seine englischen und amerikanischen Kollegen hat ergeben, daß Horan das Geheimschreiben von Hearst persönlich überreicht wurde mit dem Auftrag, es nach New York zu drahten. Die monarchistische Action française" behauptet, daß ein Beamter des Quai d'Orsay dieses Dokument persönlich nach Amerifa gebracht und dort verkauft babe. Searft habe also das Schriftstüd bereits in der Tasche gehabt, als er nach Paris gereift sei, um dort mit Briand eine Unterredung zu haben. Der Schuldige sei also nicht etwa Horan, der nur seine Bilicht getan habe, sondern der Beamte, der das Dokument aus der Hand gegeben. Die Action française" bezeichnet diesen Beamten durch ihre Andeutungen so genau, daß er von den französischen Behörden wohl erkannt werden muß. Journal" schreibt über die politische Seite im Fall Horan, Poincaré und Briand seien von Baris abwesend und hätten daher noch nicht ihre Ansicht zu den Protesttelegrammen des engDas Gift in der Bierflasche Massaker in China Berichte 2. Seite. Dem lisch- amerikanischen Presseverbandes bekanntgeben können. Bertreter der nordamerikanischen Botschaft wurde laut ,, Journal" folgende Darstellung der Sachlage am Quai d'Orsay gegeben: Horan habe das Gesetz vom 8. April 1886 übertreten, das sehr schwere Strafen für die Beröffentlichung geheimer Staatsdokumente feftfeßt. Horan fei nicht ungerechtfertigten Härten ausgesetzt worden, sondern habe Duldsamkeit und Langmut genoffen. Es gebe in der Angelegenheit aber andere, viel interessantere Dinge, deren Untersuchung noch am Anfang stehe. Vor allem der persönliche Fall Hearst, der eine mehr als sonderbare Stellung einnehme. Am 15. September sei Hearst in Paris angekommen. Briand habe ihn offiziell empfangen, und zwei Tage später habe Hearst ein geheimes Dokument entwendet und es mit für England und Frank. reich ehrenrührigen Kommentaren veröffentlicht. Dies fei eine weit schwerwiegendere Tat als die Unforrektheit Horans. Hearst sei außer Reichweite. Man müffe aber die Berson des Hauptfchuldigen suchen, der das Dokument ausgeliefert habe. Wenn fich der Pariser Aufenthalt Horans perlängert habe, und er fönne sich noch weiter verlängern, so geschehe dies allein, um die Unter fuchung zu erleichtern, die für die französische Diplomatic ebenso interessant sei wie für die Justiz. In der Bereinigung der angelfächsischen Pressevertreter teilte Horan mit, daß das Dokument, das ihm in Paris von Hearst selbst ausgehändigt worden sei, weder durch Angebot von Geld, noch auf irgendeinem anderen illegalen Bege in den Besitz des ameritanijchen Großverlegers ge fommen sei. Die Prager Baufatastrophe.[ acer ( Fortsetzung von der 1. Seite.) der Verschütteten beschäftigt, die nur sehr langsam vor sich geht. Die Ursache der Katastrophe wird darauf zurückgeführt, daß Bau bemmsand errichtet war, der von der Mol= dau her weit unter die Häuser der Stadt reicht. Es heißt, daß ein Architekt und ein Ingenieur der Baufirma Selbstmord begangen haben. Die Nebenhäuser des eingestürzten Gebäudes mußten geräumt werden, da sie ebenfalls einzustürzen drohen. Mehr als 50 Arbeiter wurden am frühen Morgen noch vermißt. Die Einzelheiten sind grauenhaft. Ein aus dem Keller geretteter Arbeiter mußte, da er vor Schreck irrsiynig geworden war, ins Krankenhaus gebracht werden. Eine Arbeiterfrau hielt den blutigen Kopf ihres Manne's in den Händen und suchte nach den übrigen Körperteilen in den Trümmern. Drei zermalite Kinderleichen und das Rad eines Kinderwagens wurden unter den Trümmern gefunden. Gift in der Bierflasche. Furchtbarer Tod eines Dreizehnjährigen. In der Wohnung feiner Eltern im Hause Dorfstraße 49 3u| hölzerne Bant quer über den Schienen liegend aufgefunden. Die Tempelhof fand gestern abend der dreizehnjährige Schüler Egon Bant tonnte rechtzeitig entfernt werden. Der Betrieb ist daher Lübbers einen entsetzlichen Tod. nicht gestört. Der Junge war allein in der Küche und fah in einer Ecke eine gefüllte Bierflasche stehen. In der Annahme, daß die Flasche auch Bier enthalte, trank Egon 2. von der Flüssigkeit einen Schlud. Zu spät bemerkte er seinen juraytbaren Irrtum. Die Flasche enthielt nämlich Erodin, ein sehr starkes Gift, das zum Ab: töten von Pflanzenschädlingen benutzt wird. Der Junge brach schon im nächsten Augenblic unter furchtbaren Schmerzen, leblos zu fammen. Ein sofort hinzugerufener Arzt konnte dem unglücklichen Rinde feine Rettung mehr bringen. Die Kriminalpolizei be. schlagnahmte die Leiche. સુહાગ In dem Gewirr von Balfen, Schutt, stockwerkhohen Betonpfeilern, arbeiten Militär, Feuerwehr und Arbeiterschaft fieberDieser tragische Vorfall dürfte zweifellos noch ein gericht haft, um die noch nicht zertrümmerte Decke des Kellergewölbes zuliches Nachspiel haben, denn es ist wahrscheinlich, daß die nächst noch zu entlasten. Da die Arbeit, durch die meterhoch Schuldigen, die die Flasche bedenkenlos frei umherstehen ließen, des durch die Keller der Nachbarhäuser Tunnels in die Keller deshalb wegen fahrlässiger Tötung zur Verantwortung gezogen eingestürzten Baues, und die Freude war groß, als man gestern abend um 20,25 Uhr den ersten Lebenden aus den Trümmern hervor30g und kurze Zeit darauf auch den zweiten. Endlich stieß man hinter einem Trümmerhaufen auf einen eingeklemmten Monteur, der mit mehreren Kameraden im Keller Installationsarbeiten vorgenommen hatte. Er konnte nicht sofort gerettet werden, da seine Beine in den Schuttmassen steckten. Ihm wurde zu trinten gegeben, und fnapp nach Mitternacht fonnte er aus seiner unglüdlichen Lage befreit werden. Er war vollständig unper legt. Die Militärärzte, die im Nebenhause einen provisorischen Berbandpla iz eingerichtet hatten, arbeiteten fieberhaft die ganze Nacht hindurch. Der Bauleiter Pulzmann und der Maurerpolier Kowarsch eilten in das Haus, als die ersten Anzeichen der Katastrophe bemerkt wurden. Sie fanden hierbei den Tod. Schuld hat die Baufirma. Der Unternehmer verhaftet. Prag, 10. Oftober. werden. Auch für den Drogisten oder Apotheker, der das gefährliche Gift vermutlich in der Bierflasche vorschriftswidrig verkaufte, wird der Tod des Kindes gerichtliche Folgen haben. Der tragische Vorfall ist eine neue Mahnung, Gifte nur unter Berschluß aufzubewahren und vor allen Dingen feine Gefäße zu benutzen, die sonst zur Verwahrung von Lebens- und Genußmitteln dienen. Unfug oder Verbrechen? Magdeburg, 10. Oktober. Heute morgen turz nach fünf 1hr wurde auf der Strecke Frose ( Anhalt)-Quedlinburg zwischen den Bahnhöfen Ballen stedt- Ost und Ballenstedt- West eine etwa 1,50 Meter lange Der gereinigte Thälmann. OTSITS Wie Blätter melden, erklärte der Präfident der Staat- S en, eitlete det lichen Regulierungstommission, daß sich die Bauunternehmung Prazat u. Moraweb, welche den gestern eingestürzten Neubau ausgeführt hat, nicht an die bestehenden Vorschriften gehalten habe, und daß die Baubewilligung nur auf fünf Stofwerke über und eins unter der Erde lautete, während in Wirtlichkeit sieben über und zwei unter der Erde ausgeführt worden seien. Der Bauunternehmer wurde in Haft genommen, die Boruntersuchung ist eingeleitet. Auch heute fein Abflug des„ LZ. 127". Das schlechte Wetter hält an. Friedrichshafen, 10. Oftober. Die geftern angekündigte Verschlechterung des Wetters ist tatsächlich eingetreten. In Friedrichshafen herrschen heftiger Wind und Regen, so daß es heute früh unmöglich gewesen wäre, das Schiff ohne Gefährdung aus der Halle zu bringen. Dazu kommt, daß auch die Situation auf dem Atlantischen Ozean fich noch bedeutend verschlechtert hat. Zwar ist nach der Wetterkarte von heute mittag das große Tief der letzten Tage etwas nach Nordosten abgezogen, so daß die füdliche Route über die Azoren frei würde. Bon Amerika ziehen aber bereits neue Tiefs heran, so daß Dr. Edener heute mittag erklären mußte, daß die Fahrt auch heute abend auf teinen Fall angetreten werden könne, sondern daß er zunächst die weitere Entwicklung der Wetterlage abwarten werde. Menschenmassafer in Nordwestchina. Last Zunächst noch unbestätigte Meldung. London, 10. Oftober. Bei der amerikanischen Organisation zur Bekämpfung der Hungersnot in China ist ein Brief aus dem Borden Sospital in Lanschaufou, Provinz Kansu, Nordwest. china, eingetroffen, wonach dort infolge eines Aufstandes der Mohammedaner, die etwa ein Drittel der dortigen Bevölkerung ausmachen, die chinesische Einwohnerschaft maisatriert worden sei. Der Brief gibt die Zahl der Toten auf 200 000 an. In dem Briefe sind auch weitere Einzelheiten über die Gründe und die Art und die Art des Aufstandes angegeben. Solange noch keine Bestätigung über diese Vorgänge vorliegt, wird man die Meldung mit großem Vorbehalt aufnehmen müssen. Reinigt Euch mit Stalin! ob jed chemisch gereinigt Chemisches Moskau Reinigunginstitu Stalin" das Putzpulver für grosse Kanonen! Waffermangel in Berlin W. Böllig ungenügende Druckleitungen? Im Westen Berlins, namentlich in Schöneberg und zum Teil auch in Charlottenburg, macht sich in den letzten Tagen ein starter Wassermangel bemerkbar. Gegenwärtig haben ganze Straßenzüge in. Schöneberg, hauptsächlich am Bayerischen Platz, in der dritten und vierten Etage tein Wasser mehr, so daß die Bewohner gezwungen sind, die Hilfe der tiefer wohnenden Mieter in Anspruch zu nehmen. Der Wasserdrud in den Hauptrohren des sogenannten Niederdruckgebietes ist so gering, daß auch die Gefahr besteht, daß bei großen Bränden die Hauptrohre in furzer Zeit leergesaugt sind. Ueber die Angelegenheit wird noch mitgeteilt: Nach der Uebernahme der Wasserversorgung von Schöneberg und Steglitz, die bis Ende September durch die Charlottenburger Wassermerte versorgt wurden, durch die Städtischen Wasserwerke machten fich wenige Tager später die ersten Schwierigkeiten bemertbar. Die Städtischen Wafferwerte hatten bei Uebernahme des neuen Versorgungsnetzes feinerlei Erfahrungen, wie groß der Wasserbedarf von Schöneberg und Steglitz sein werde, und man begnügte sich damit, Anschlußrohre von nur 500 millimeter lichter Weite zu legen. Diese Rohre haben sich als völlig ungenügend erwiesen und jetzt zu dieser Kalamität geführt. wird, von einem gewissen Matern aus Burg, der bereits einmal wegen Berleumdung eines sozialdemokratischen Stadtrats in Burg mit dem Strafrichter hat Bekanntschaft machen müssen. Der Be= zirtssetretär für Magdeburg- Anhalt, der kommunistische Abgeordnete Grube, hat es bezeichnenderweise abgelehnt, diese infame Erklärung mit seinem Namen zu decken. Selbstverständlich hat Bürgermeister Unger gegen das Magde. burger Kommunistenblatt ,, Tribüne" wegen Berleumdung Strafantrag gestellt. Bei der Gerichtsverhandlung wird sich herausstellen, daß die Behauptungen von angeblichen Unterschla gungen durchaus falsch sind, denn die jahrelange Tätigkeit Ungers als Kassierer der KPD. ist regelmäßig durch Revisionsprotokolle als einwandfrei nachgewiesen worden. Noch schlimmer aber sieht der neue verleumderische Streich aus, wenn man sich das Magdeburger Kommunistenblatt der legten Tage ansieht. Dort stand am Sonntag, dem 7. Oktober, in einem Bericht zu lesen, daß der Bürgermeister von Cochstedt nur 350 M. beziehe und sogar auf eine Gehaltserhöhung Verleumdung als letztes Mittel. verzichtet habe. Dieſes Verhalten wurde rühmend hervor. Die Auflösung der KPD. Wie wir mitteilten, ist der fommunistische Bürgermeister von Cochstest bei Quedlinburg, Unger, wieder zur Sozialdemo fratie übergetreten, nad dem er seit dem Kapp- Putsch der Kommumistischen Pertei des Bezirks Magdeburg in hervorragenden Stellungen angehört hatte, u. a. auch jahrelang Kassierer des Bezirks verbandes gewesen war. Als die Tatsache des llebertritts befannt wurde, griffen die Kommunisten zu dem letzten verzweifelten Mittel der Ber leumbung. Sie ließen durch die Bezirksleitung ihrer Partei cine Erklärung veröffentlichen, wonach Unger als Bezirtstaffierer in mehreren Fällen insgesamt 900 Mart unterschlagen habe und datierten gleichzeitig den Beschluß, die Untersuchungen gegen ihn als abgeschloffen zu erklären, auf den 29. September zurück. Auf Grund dieses merkwürdigen Verfahrens erklärten sie den Bürger meister, den sie noch zu Anfang dieses Jahres von Bezirks wegen dringend ihren Cochstedter Parteifreunden zur Wahl empfohlen hatten, furzerhand als einen torrumpierten und mora lisch vertommenen Gesellen". Unterzeichnet ist die Erklärung des tommunistischen Bezirksvorstandes, die von der Ber liner Roten Fahne" selbstverständlich in Fettdrud wieder gegeben gehoben, um eine andere Gehaltsforderung zurückweisen zu können. Am gleichen 7. Oktober stand in dem gleichen Blatte ein Aufruf an die Cochstedier Einwohner zu lesen: D- Die Die Mutter erschlagen! Ein Geistestranfer als Mörder. Eine schwere Bluffat wurde heute mittag in einer Laube in der Siedlung Ruhleben entdeckt. Man fand dort die 79jährige Witwe Maria Paepte erschlagen auf. Der geiftesfrante Sohn, ein 45jähriger Chauffeur Mar Paepke, der vor drei Wochen aus der Nervenheilanstalt in Ruhleben zur Entlaffung fam, wurde unter dem Berdacht, die Tat begangen zu haben, verhaftet. Paepte erschien heute auf dem zuständigen Revier und bat um Ausstellung eines Totenfcheins für seine verstorbene Mutter, Da P., der als nerventrant bekannt ist, ein sehr scheues Benehmen an den Tag legte und widersprechende Angaben machte, begaben sich Kriminalbeamte in die Wohnlaube, wo sie die Greisin erschlagen auf. fanden. ,, Euch wird, wenn Ihr den Vergleich zwischen der Tätigkeit Eures früheren Bürgermeisters und der des jeßigen zieht, die Wahl zwischen den einzelnen Parteien bei den bevorstehenden Kommunalwahlen nicht schwer fallen, sondern als richtig werdet Ihr es anerkennen, wenn Ihr der kommunistischen Liste Eure Stimme gebt." Am 7. Oftober 1928 mar Unger also noch der vorbildliche fommunistische Bürgermeister, der sogar eine Gehaltserhöhung ab. lehnt in der nächsten Nummer, am 9. Oktober( dazwischen lag ein Sonntag) ist er der forrumpierte und moralisch verkom mene Gefelle". Das ist fommunistisch. Was ist ein Halbblock? Das Neueste vom fommunistischen Kriegsschauplah. Die„ Prawda" begleitet den Beschluß des Etti mit einent langen Auslegungsartikel. Wir hören:„ Die rechte Gruppie rung und zum Teil auch versöhnlerische Elemente maren fichtlich bemüht, die Hamburger Angelegenheit aufzubauschen, um Frattions manöver durchzuführen." Die Sache wird aber noch fommunistischer. Am Sonntag, einen Tag, bevor die Verleumdung in die Kommunistenzeitung lanciert wurde, erschien eine Reihe von hohen fom= munistischen Funktionären beim Bürgermeister Unger in Cochstedt und versuchten ihn umzustimmen. Sie wurden so auf. dringlich- liebenswürdig, daß er sie förmlich hinauswerfen mußte. Unter ihnen befand sich der Landtagsabgeordnete Besser. Nach dem Hinauswurf wurde dann die Gemeinheit gegen Inger ausgehedt. Eine nette Gesellschaft! Aber noch viel Schlimmeres ist passiert, worüber folgendes mit geteilt wird: Ein gleicher Ton, freilich nicht in so offenherziger Form, war auch in der Rede des Genossen Gerhard, des betannten Führers der sogenannten versöhnlerischen Strömung, der einen halb blod mit Genossen Hausen abgeschlossen hat, wahrzunehmen." Ein Glück für Gerhard, daß es nur bis zum Halbblock gediehen ist. Hätte er es zum Ganz blad gebracht, so wäre es ihm wie Hausen ergangen. Gegen den wird jetzt ein Untersuchungs= verfahren eingeleitet, weil man ihn im Verdacht hat, seine im 3K. abgegebene Erklärung zum Fall Thälmann in die Oeffentlichfeit gebracht zu haben. fie to CIT fu 23 ih fet St de be fü ge da die be Bi mi ge ม 80 m gif 84 Et G Bi ge da lu m ihr er 21 23 eir im Be die un Da waren einige andere doch vorsichtiger. Man kann ihnen weder den Halbblock noch etwas Bersöhnlerisches ankreiden. Sie veröffentlichen eine Richtigstellung zur Erklärung der 25 3K.- Mitglieder, zur Richtigstellung ihres Irrtums in Sachen Thälmann". Wir erfahren daraus, daß Remmele bereits am 27. September erklärt" hat; Sedert und Ulbricht taten das allerdings erst am 30. September durch Telegramm aus Moskau; Neumann wiederum hat zweimal erflärt", nämlich am 26. und 30. September. Am schlauesten aber hat es Leo Flieg angestellt, der wohl Bedenken infolge seines bedenklichen Namens hatte; er fam mit seiner Erflärung vom 28. September zu spät und deswegen hat er am 4. Oktober noch einmal erklärt". Nun werden sie beim Großreinemachen vom Fliegen wohl verschont bleiben. Symptome. Der Berliner Magistrat hat eine Anzahl Beamte und Arbeitsfräfte, die bisher in den Einzeichnungslokalen zum kommunistischen Boltsbegehren beschäftigt waren, wegen absoluter Beschäf tigungslosigte it abgebaut, um sie an Plätzen zu verwenden, wo Arbeitskräfte fehlen. * erDie Rote Fahne" brachte einige Tage lang ein statistisches Schaubild. Durch schwarze Bäume sollte das Wachstum der Ein. tragungen in den 20 Berliner Bezirken den Lesern vor Augen ge führt werden. 3mei, dreimal erschien das Schaubild, es glich in trauriger Beise einem abgebadten Bald: statt der warteten Bäume fah man nur flägliche Stümpfe aus der Grundlinie ragen. Jetzt hat die Rote Fahne" mit einem Taschenspielertrid das Schaubild wegestamotiert und durch ein ganz ähnliches mit längeren Baumstänimen ersetzt, das aber nicht mehr die Eintragun gen, sondern in willkürlicher Weise das Ergebnis einer Geldsamm lung darstellt. Ueber den Grund dieses Wechsels erfahren wir noch: Das tägliche Wachstum follte durch rechteckige schwarze Blöde markiert werden. Der Faftor der Seßerei mußte aber der Redaktion der Roten Fahne" melden, daß sich so feine Linien, wie sie bes nötigt wurden, nicht in den Segerkästen befänden. Die ha fun Ju nij erl an zu de an me ich ſt lid fa E A L g Der Generaldirektor meldet sich Die Nacht auf dem alten Markt. Stimmungsmache für die Schwerindustriellen. " Die Schwerindustriellen haben das ganz richtige Gefühl, daß fie diesmal nicht um eine wirkliche Erhöhung der Löhne herumtommen. Um aber ihre unerträgliche Schroffheit der Deffentlichkeit menn schon nicht sympathisch, so doch begreiflich zu machen, verfuchen sie es mit der Bolemik. Am Sonnabend war ihnen das Bolff- Bureau zur Verfügung. Heute ist die Bossische Zeitung" ihr Sprachrohr. Der Generaldirektor Poensgen bemüht sich felbft. Zunächst möchte Boensgen suggerieren, daß wir uns in einem Sonjuntturrüdschlag befinden. Da aber die Zahlen über den Eisen- und Stahlabsatz Retor de darstellen und im letzten Bierteljahr noch die der Hochkonjunktur des Vorjahres übersteigen, behauptet Boensgen schlankweg natürlich ohne Zahlen anzu führen daß sie noch unter dem Stand vom Oktober 1926 zurückgegangen feien, um gleich hinterher dem stußigen Leser zu erzählen, daß einzelne Berfe" wohl eine hohe Produktionsziffer aufweisen, diese aber im Verhältnis zum Auftragsstand zu hoch sei. Es herrsche Ueberproduktion. Tatsächlich ist der Gesamtabsatz im Bierteljahr Juli- September 1928 mit 368 Millionen Tonnen noch mit 6 Millionen über das letzte Vierteljahr 1927 hinausgegangen. „ Aber," sagt Poensgen,„ der Inlands absag ist zurüdgegangen." Sonst hört man, daß es auf die Steigerung der Ausfuhr ankomme. Jezt soll das nicht gelten. Boensgen fann bar nicht bestreiten, daß die Preise zweimal erhöht wurden, ohne daß eine Lohnerhöhung vorgenommen worden ist was eine Erklärung für den Rückgang des Inlandsabfazes gibt - aber trotzdem seien die Selbstkosten gestiegen, und zwar während gleichzeitig die Schrottpreise gesunken sind. „ Versöhnlerisch." An neue Sprachver unstaltungen Sind wir schon stark gewöhnlerisch. Deshalb zerbrechen wir die Zungen. Am neuen Wort versöhnlerisch". Vom Ekki aus ist es erklungen. Was dieses Wort als Sinn verbirgt, Das hat in Führer- Absägungen Höchst massensterblerisch gewirkt. Versöhnlerisch ist nicht versöhnlich. Doch bei der KPD.- Struktur Scheint mir der Vorgang recht- gewöhnlich... ,, Die nächste Führergarnitur!" Jonathan. Leider fagt der Generaldirektor Poensgen nicht, wie diese Steigerung der Selbstfosten" zustande gekommen ist. Daß es den Schmerindustriellen nicht schwer fällt, Behauptungen aufzustellen, Bilanzen zu frisieren, Selbstkosten zu steigern, das meiß nachgerade jedes Kind. Glauben die Schwerindustriellen aber wirklich, daß es in Deutschland noch jemanden gibt, der diese Märchenerzählungen ernst nimmt? Die Drohung mit den schweren und ben wich meitgehenden Entscheidungen", falls die Arbeiter auf ihren Lohnforderungen bestehen, hätte sich der Generaldirektor ersparen fönnen. Ebenso die lächerlichen Erzählungen, daß die Attordverdienste selbstverständlich über die Tariflöhne hinausgehen. Bollen etwa die Schwerindustriellen zu ihrem wirtschaftlichen noch ein Lohnmonopol haben? Die beweislose Behauptung, die Löhne im nordwestlichen Bezirk lägen über denen in anderen gleichartigen Bezirken", schafft nicht die Tatsachen aus der Welt, insbesondere nicht die Tatsache, daß in dem benachbarten Kölner Bezirk die Tariflöhne um 8 Pf. die Stunde höher liegen. Der Lodzer Streif geht weiter. Der Vermittlungsvorschlag abgelehnt. Warschau, 10. Oftober.( Eigenbericht.) Der freigewertschaftliche Textilarbeiterverband im Lodzer Rebier, der die große Mehrheit aller dortigen Textilarbeiter umfaßt, hat heute nachmittag in einer Versammlung der Gewerkschaftsfunktionäre und Betriebsvertrauensleute beschlossen, den Streif fortzusetzen und zu verschärfen. Der Vermittlungsvorschlag der pol nischen Regierung, der die Forderung auf 20prozentige Lohn. erhöhung mit dem Angebot eines Zuschlags von nur 5 Broz. ve= antwortete, wurde in einem einstimmigen Entschluß mit Entzüftung zurückgewiesen und als Beweis mangelnden Verständigungswillens der Gegenseite charakterisiert. Bon heute früh an sollen auch die Fabrikheizer und einige andere Gruppen von Notstandsarbeitern aus dem Betriebe gezogen merden. Gleichzeitig schlägt der Textilarbeiterverband den Gemertschaften der übrigen Branchen vor, die Möglichkeit eines General treits im ganzen Lodzer Revier zu prüfen. Entgegen bürger. lichen Meldungen wurde der Streit heute in unvermindertem Umfange fortgefeßt. Englische speedy Theaterereignis im Theater des Westens. -, die als Mufit, als Mittel, die verborgensten Kräfte des Theaters zu| unheimlichen Figuren der beiden Narren- ,, Batchen" ontbinden, Musik ist die stärkste Kraft dieses unvergleichlichen Geist des Dichters darüber schweben. Aber wie ist von diesem Sput Theaters. Musit nicht, die irgendwer komponiert hat, sondern der Lebenden der Spuf der Toten unterschieden; und auch hier als die der reale Borgang gebiert; doch wiederum, die diesen über sich kontrastierendes Element die Leibhaftigkeit der springlebendigen hinaus, in die höhere Ebene einer durchaus mysteriösen Unwirklich Narren, die wiederum, weil jeder nur Echo und Zerrbild des feit hebt. Sie kommt aus der Höhe,„ Orchester von oben" sozu anderen ist, in so unwahrscheinlicher Verdoppelung des eigenen Ichs sagen. Wie einst( und wann wieder) im Großen Schauspielhaus, nicht Lebewesen, sondern Marionetten des Lebens zu sein scheinen. als es noch Stätte fommender Theaterkunst war. Orchester, Chöre, Die Bühne, auf der all das geschieht, erfüllt in höchster Zweckeinzelne Stimmen, fingend, rufend, flagend, drohend... auch bewußtheit ihre dreifache Bestimmung; sie schafft Situation, Atmohierin wohl ein wenig. hat sich an Reinhardts Borbild das ur sphäre, Spielgelegenheit. Die Musik, dem immanenten Rhythmus sprüngliche Theatergenie Alegis Granowskys entzündet; des Vorgangs abgelauscht, stammt von einem Komponisten, selbstaber sein Ursprung, soweit der des Genies sich nachweisen läßt, verständlich; wir hoffen, noch mehr von ihm zu hören und wollen ist der Boden seiner russisch- jüdischen Heimat. Und das Besondere einstweilen seinen Namen merken, der zu den ersten im heutigen feines Theaters, des Moskauer jüdisch akademischen, Rußland zählt: Alexander Krein. Kein Musikrevolutionär, die vollkommenste Synthese aus phantasievollem Spiel und Lebens. das ist man nicht im bolichemistischen Moskau-, Schüler Striaechtheit, aus Reinhardt und Stanislawski, aus Musik und Realität. bines, an Debussy und Ravel herangebildet, aber auch er im Jüdivon der Nacht zu gespenstischem Treiben aufgerufen schen wurzelnd, zum Teil, flar erkennbar, in Synagogalem. Hier mit grauenhafter Realiſtit des Details sind sie in allen Phasen des ganz im Dienst des Theaters, der Regie Granowskys. Der seltene förperlichen Zerfalls charakterisiert, alt und jung, jüngst und längst Glücksfall eines Regisseurs, wäre zu wenig gesagt, eines TheaterGestorbene: aber wie ihre Gestalten, in jenseitige Bewegung geschaffenden ist hier gegeben, dessen fünstlerischer Wille fich, rüdraten, mie fie fich, ekstatisch verzweifelt, an die Erde, an die Ober- wirkend gewissermaßen, im Komponisten und im Autor fortsetzt. welt flammern, wie schließlich nur noch menschenähnliche Hände, Das Programm nennt den Namen des Dichters, J. L. Perez, Krallen mit gereckten Knochenfingern, gierig nach diesem Leben sein Anteil soll gewiß nicht verkleinert werden. Aber das Ganze, greifen, aus dem der erwachende Tag sie jäh in ihre Gräber jagt, wie wir es erleben, ist Werk eines schöpferischen Aktes, es ist Das ist grandios- grotest, unfagbar wirklichkeitsfern, das ist ganz ein Werk der Bühne und ihres Meisters. Unter den Darstellern große dichterische Bision. Den Toten, vom Leben, vom Krieg, in ragen dennoch zwei, die Träger der Narrenrollen, hervor, wir Pogromen Gemordeten, gehört die zweite Hälfte der Nacht auf fennen sie: Micho els und Sustin; die anderen heißen, mie dem alten Markt"; die erste den Lebenden. Alle Typen einer ihresgleichen durch die Güte der Ortsbehörden genannt ist, Finkel. im Osten verlorenen Kleinstadt, Kaufleute, Arbeiter, Priester, traut, Silberblatt, Goldblatt, Rottbaum.. Bürgerfrauen, Säufer, Dirnen, Greise, Kinder, alles Leben des und sind, alle, Glieder eines Kunstförpers, bilden vereint eine Tages, des Jahres, fonzentriert, doch nur spukhaft angedeutet, in Künstlergemeinschaft, deffen- und derengleichen unser Land micht flüchtigstem Wechsel, gelenkt, zusammengehalten durch die seltsam| hervorbringt. Klaus Pringsheim. TotePhot. Robertson, Berlin Yvonne Georgi und Harald Kreutzberg in einer parodistischen Tanzszene, die sie in der 1. Tanzmatinee der Volksbühne am Sonntag, 14, 11, Uhr, im Theater am Bülowplatz aufführen werden. Der Mann als Geliebte. asses Theater in der Behrenstraße:„ Mado". Alfred Savoirs Lustspiel Mado" wirst die eminent wihtige und aktuelle Frage auf, wer stärker ist, der Mann oder die Frau. Mado, die fabelhaft tüchtige Besizerin eines Bankhauses, möchte gern in allem( genauer gesagt, in fast allem, bloß in der Liebe nicht) eta Mann sein, und leistet sich einen bezahlten Gelieb ten. Der ist ein Graf und demgemäß mächtig teuer. Die erste vertraglich ausgemachte Liebesnacht findet auf der Bühne statt, wobei der Graf die Rolle der Geliebten spielt, sich niedlich macht und Arbeiterführer in Berlin. wohlerzogen mit seinen Reizen tokettiert. Das hält der Autor für 貿易 Der Führer der engl. Labour Party, Ramsay Macdonald ( links) und das Mitglied der Arbeiterpartel, Oswald Mosley( rechts), Schwiegersohn des konservativen Politikers Lord Curzon, werden auf Einladung des in diesen Tagen gebildeten„ Komitees jür internationale Aussprache" am Montag, 15. Oktober, abends 8 Uhr, im Plenarsaal des Reichstages sprechen. eine spaßige Nuance in der Lustspieldichtung, stellt ein Bett auf die Bühne und wirft mit intimen Andeutungen forsch um sich. Männliche und weibliche Darsteller sind des öfteren drauf und dran, fich auszuziehen, eine Drohung, die nur der jüngere Teil der Zuschauer für bare Münze nimmt. Als es im zweiten, scheinbar mehrere Stunden dauernden Att, endlich dazu kommt, schließt sich zu ihrer Enttäuschung schämig der Borhang. Im aufregenden Kampf um die Hegemonie des Geschlechts fiegt im dritten Aft, mer hätte das gedacht, der Mann. Es fiegt aber auch die Wohlanstän digkeit. Denken Sie, der Graf hat sich im Grunde gar nicht aushalten laffen. Er ist ebenso reich mie Fräulein Bankdirettor, cr fagt es bloß midt, um nachzusehen, ob in seiner Mado die wahre Liebe brennt. Solche Backfischromantit scheint man jest in Paris zu lieben, wo das Stück herkommt. In Berlin, im Theater in der Behrenstraße, hält es sich am Premierenabend nur, weil Ralph Artur Roberts als Nichtstuer und männliche Geliebte sehr ulkig und Carola Toelle in ihren Liebesängsten bezaubernd ist. Diesmal schafft es Roberts mit seiner alles besiegenden Bomadigkeit. Er ist ein Weber, Tunidtgut, dem man teine Unart übel nimmt. Einen Sonderapplaus erfpielt fih noch Eugen Burg als verschuldeter Baron. Als Regisseur hätte er unbarmherzig fürzen müssen. Ernst Degner. " Der Scheidungsanwalt." Titania- Palast. Ein recht modernes und mondänes Thema, wenn es auch der Manuskriptverfasser A. Schirokauer bereits als Roman bearbeitet hatte. Ein ganz netter Gesellschaftsfilm mittlerer Ordnung, der zum Schluß sentimental wird und die Heiligkeit des Eheringes proklamiert. Gut ist das Milieu des Scheidungsrummels vom Regisseur Heinz Paul gezeichnet: der Betrieb im berühmten Scheidungsbureau, das eine männliche und weibliche Abteilung hat, ist lustige Berfiflage. Der Scheidungsanwalt von Livio Bavanelli sympathisch und mit Diskretion dargestellt ist natürlich grundsäßlicher Gegner der Ehe. Seine Geliebte, die Tochter eines Obersten und nunmehr seine Sekretärin, harmoniert völlig mit ihm und nimmt den Bruch mit dem geliebten Bater auf fich. Aber wie die gesellschaftlichen Vorurteile die Ehegegner doch zur Ehe- zwingen es handelt sich ja nicht um Kämpfernaturen, sondern um gutbürgerliche Leute ist ergößlich gezeigt. Freilich geht der Rückschlag dann gleich zu weit: aus einer nüßlichen Anpassung wird die Ehe alsbald zum Heiligtum. Das filmische Drum und Dran zeugt von Geschmack und die Besetzung war auf der Höhe, besonders das kontrastierende Frauenpaar Arlette March all und Vivian Gibson. Auf der Bühne rezitierte Carl 3 ander, blieb aber größtenteils unverständlich und sucht es durch übertriebene Gestit wettzumachen. Paul Mania bewährte sich als Orgelvirtuose. „ Die große Abenteuerin." Marmorhaus. r. Die deutsche Filmindustrie scheint wirklich von allen gutent Geistern verlassen zu sein. Damit ein Flugzeugfabrikant der Kompagnon seines Konkurrenten wird, überlistet dessen Tochter den Ahnungslosen und führt ihn als Bräutigam heim. Um die Sache pitant zu machen, gibt sich die Herzallerliebste als Diebin aus, Der Regisseur Dr. Robert Wiene trifft weder den Stil eines Lustspiels noch den einer Groteske, er deutet den wahren Tatbestand weder an noch erzeugt er durch den allgemeinen Wirrwarr Spannung, er vergreift sich andauernd, er mußte offenbar selbst nicht, was er wollte. Georg Alerander ist so recht in seinem Fahrwasser, menn er fomisch sein darf, aber er wirkt diesmal auch recht fomisch, menn er ernst sein möchte. Unübertrefflich ist er, falls er angebrachterweise ein recht dummes Gesicht machen darf, jedoch wird dadurch ein ganzer Film nicht tragbar. Lily Damita sieht mitunter glänzend aus, mitunter weniger günstig, je nachdem sie gekleidet ist; für sie bleibt eben der Film eine Sache der Konfektion. Trude Hesterberg sollte wie eine schmudliebende Dame wirken, sie war aber mit Glizerwert behangen wie ein altmodisches Karussellpferd. c. b. Die russischen Staatsfubventionen für Theater. In dem Moskauer Pressestreit um Tairoff, Stanislawski und Meyerhold wird jetzt auch die Summe genannt, die sich die russische Regierung ihre Theater hat tosten lassen. Für die letzten beiden Jahre wurden insgesamt 12 Millionen Goldrubel an Subventionen gezahlt. Die Freie Gemer fichaffsjugend Berlin veranstaltet ant 13., 19%, Uhr, im Bürgeriaal des Ratbaules, Königstraße, einen Literarischen Abend. Alfred Beterle liest Die Beichichte von den sichen Gehenften" von Leonid Andrejen. Unfostenbeitrag 30 Pf. Jad London wird Alfred Beierle beim ersten diesjährigen Resitations abend der Wolfsbubne am 12., 20 Uhr, im Bürgeriaal des Rathauses durch Vorlesung charakteristischer Kapitel lebendig werden lassen. Eintritts. tarten 0,60 m. Bolfsbühne. In der ersten Aufführung für die Sonderabteilungen der Boltsbühne, der Uraufführung von Günther eigenborns A merilanische Tragödie der sechs Matrofen von S 4" find in den Hauptrollen beschäftigt: Agnes Straub, Heinrich George, Ernst Starchom, Friedrich Gnas, Peter Jhle und von den neuengagierten Mits aliedern der Boltsbühne: Hans Baumann, Ernst Ginsberg, Bittor de Kowa, Ernst Thormann. Die Kunsthandlung Victor Hartberg. Echöneberger Ufer 41, zeigt vom 14. Oftober bis 12. November eine tollektiv.Ausstellung von Augusto Giacometti- Zürich. Gleichzeitig wird die Ausstellung Joseph Shorat, Neue Blajiiten, des grogen Erfolges wegen, verlängert. Die Lupe veranstaltet am 18., 20%, Uhr, einen literarisch- musikalischen Lecabend, dessen Ertrag der Gründung eines Stipendienfonds für unbe mittelte Schüler der Kunsthochschulen dient. Der Abend findet im großen Saal des Logenhauses, Bumersdorf, Emfer Str. 13, ftatt Die wilden ,, Attionen" bei der U- Bahn. Tarife follen verbessert, müssen aber innegehalten werden. 4 Infolge des organisatorischen Nebeneinanders, das leider schon seit Jahren bei der Berliner Bauarbeiterschaft besteht, haben die Baudelegierten des Baugewertsbundes ohnehin feinen leichten Stand. Die in den letzten Wochen auf einzelnen Baustellen der Schnellbahn Gesundbrunnen Neukölln ausge. brochenen wilden Streifs haben das Verhältnis zwischen diesen Baudelegierten und den Belegschaften noch schwieriger gestaltet. Es besteht fein 3meifel, daß diese Bewegungen Außenstehenden aufgezogen worden sind, um die Organisation vor vollendete Tatsachen zu stellen und sie zu zwingen, diese Bewegungen zu unterstützen. von Weshalb die Organisation solche„ Attionen" nicht unterstützt, setzte der Berliner Bevollmächtigte des Baugewerksbundes Drüge müller den Baudelegierten in ihrer Versammlung am Montag im Gewerkschaftshaus auseinander. Die Bauarbeiter haben durch ihre Abstimmungen über die Bezirkstarife und den Reichstarifver trag befundet, daß sie für die tarifliche Regelung ihrer Lehn- und Arbeitsbedingungen sind. Sie verlangen wohl mit gutem Recht eine Berbesserung der Bestimmungen dieser Tarifverträge, denken aber nicht daran, die Tarife zu beseitigen. Mit dem gleichen Recht verlangen sie von den Bauunternehmern auch, daß diese ihre tariflichen Verpflichtungen erfüllen. Wollte die Organisation diefe tarifwidrigen Bewegungen unterstüßen, so hieße das, die Möglichkeit des Abschlusses von Tarifverträgen zu unterbinden. Für eine Organisation, die ernst genommen werden will, fann es nur das eine geben: Entweder sie schließt Tarifverträge ab und hält sie inne oder sie schließt feine ab und macht zu jeder passenden Gelegenheit, was sie will. Das eine oder andere fann dann die Gegenseite natürlich auch tun. Der Organisation ist also der Weg klar vorgezeichnet, den sie bei solchen Bewegungen wie den auf den Baustellen der Untergrundbahn zu gehen hat. Genoffe Drügemüller fam in diesem Zusammenhang auch noch auf die selbst von einem Teil der Baugewerksbündler bekämpften tariflichen Schiedsgerichte zu sprechen. Durch Vergleiche mit den Lohnerhöhungen, die im letzten Jahre in anderen Gewerben durch torifliche und staatliche Schlichtungsinstanzen oder durch Kampf erzielt wurden, stellte er fest, daß sich die Bauarbeiter mit ihren Erfolgen durchaus sehen laffen können, die sie mit ihren„ verfluchten" Schiedsgerichten durchgefeßt haben. Es charakterifiert auch den Kampf der KPD. gegen die Gewerkschaften, daß fie diese Erfolge in ihrer Presse als„ Niederlagen" und die Tarifabschlüsse als„ Berrat" hinstellt, während sie z. B. das Fiasto des Untergrundbahnstreits, wo man sich jetzt auf die Forderung nach restloser Wiedereinstellung aller Streifenden beschränkt, cls„ Sieg" in die Welt pofaunt. Drügemüller forderte zum Schluß die Baudelegierten auf, in Zukunft auf den Baustellen noch geschlossener als bisher den Kaiserlichen" und allen anderen gegnerischen Verbänden gegenüberzutreten. munistischen Betriebsrat, der mit der Firma nicht mehr ollein M zurechtkam, eine Unterſtügung durch Veröffentlichung angeblich schandbarer Rationalisierungsmethoden zuteil werden laffen. Aus der Antwort der Firma Leiser erfährt man nun erbauliche Zustände. Leiser schreibt:„ Es ist nicht zutreffend, daß für jedes kleinste Bersehen Strafgelder abgezogen werden. Die Bestimmung, bei wieder holt auftauchenden, durch nachläffiges Arbeiten hervorgerufenen Fehlern einen Prämienabzug eintreten zu lassen, ist seinerzeit in voller Uebereinstimmung mit der gesetzlichen Betriebsvertretung getroffen worden." versammlung der Badeanstaltsbefizer gemachten Behauptungen aus dem Jahresbericht. Dort wird festgestellt, daß es möglich war, die Forderungen der Arbeiter in den Grenzen des halbwegs Erträg Die durchaus kommunistische Betriebsvertretung hat unbedingt lichen zu erledigen. Die Kranfenfassen, die durch ihre Mitglieder den Badeanstaltsbefizern den Hauptverdienst zutragen, haben ab das Recht erworben, in der Margistischen Arbeiterschule" der 1. April den Herren Badeanstaltsbefizern die Bäderpreise Berliner Kommunisten Vorträge zu halten unter dem Thema: erhöht. Die letzte Lohnbewegung im Februar 1928 fonnte aljo ,, Revolutionärer Klassenkampf gegen den Kapitalismus". Derartige durch Erhöhung der Bäderpreise wieder ausgeglichen werden. Leute müssen auf dem nächsten Kongreß des ADGB. erscheinen, Den berechtigten Wünschen der Bademeister, Masseure, Bade- um den verstockten Bonzen endlich mal zu zeigen, wie man, das meisterinnen und Maffeurinnen entsprechend hat der Verband der Lohnproblem sicher und schmerzlos löst. Gemeindes und Staatsarbeiter zum Ablauf des Tarifvertrages Die Berhandlungen sind neue Forderungen unterbreitet. nach dreistündiger Sizung an der Starrköpfigkeit der Unternehmer gescheitert. Der Schlichtungsausschuß wird den Tarifftreit er ledigen müssen. Die schwere und verantwortungsvolle Arbeit, die die Bademeister und Masseure im Interesse der Volksgesundheit zu leiften haben, macht eine anständige Bezahlung notwendig. Die gestörte Maidemonstration. Was die Kommunisten unter„ Einheitsfront" verstehen. Die Bekleidungsarbeiter hetten am 1. Mai ihren Sammelpunkt für den Demonstrationszug am Oranienplag. An der Spize des Buges marschierte die Jugendgruppe unter Führung des Jugend sekretärs Salbach. Auf dem Wege zur Weberwiese gesellten sich zur Jugendtolonne nach und nach verschiedene junge Leute, die allmählich eine geschlossene Gruppe bildeten. Jugendsekretär Salbach merkte zwar, daß es sich um Jungfommunisten handelte; er sagte sich aber, solange die Ordnung des Zuges nicht gestört wird, mögen fie ruhig mitmarschieren. Plötzlich drangen in den Zug zwei junge Menschen mit einem zusammengerollten Platat, entfalteten es und marschierten, umgeben von der Gruppe junger Kommunisten, mit. Da im Zuge je doch nur von der Gewerkschaftsleitung abgestempelte Blafate und Transparente mitgeführt werden durften, ging der Jugendsekretär Salbach auf die jungen Leute zu und verlangte von ihnen, daß sie das Plakat zusammenrollten. Diese dachten aber gar nicht daran. Als dann Salbach die jungen Leute nach wiederholter Aufforderung, den Zug zu verlassen, aus diesen herausdrängen wollte. fam es zuerst zu einem Wortwechsel, dann zu einem Gedränge, in deren Verlauf Salbach zuerst beschimpft: Dich Aas muß man totschlagen" und dann in einer Weise gewürgt wurde, daß ihm fast der Atem ausging und er später noch tagelang Schmerzen hatte. Der tätliche Angriff war von dem Jungkommu nisten Schenf ausgegangen. = So hatte er sich gestern vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte wegen gefährlicher Körperverlegung zu verantworten. Sein Leugnen half ihm nichts, er wurde von einer Anzahl Zeugen überführt. Der Staatsanwalt beantragte eine Gesamtstrafe von einem Monat GeMit Ausnahme einiger Diskussionsredner, die ihre Kritik an der Haltung des Baugewerfsbundes förmlich an den Haaren herbeifängnis, während der Jugendsekretär Salbach als Nebenkläger erzogen, stimmten alle Delegierten init ihrem Vereinsporfizenden überein. Lohnbewegung in den Badeanstalten. Die Verhandlungen gescheitert. Der Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter, Filiale Berlin, Sektion Gesundheitswesen, hat mit dem Verein der Badeanstalts befizer und Anstaltsleiter von Groß- Berlin und Umgegend e. V. ein tarifliches Abkommen für die Bademeister und Masseure der privaten Badeanstalten im Februar 1928 abgeschlossen. Schon bei der letzten Lohnverhandlung glaubten die Unternehmer. deren Kundschaft fast nur aus Kreisen der Lohnempfänger besteht, die gerechten Forderungen ablehnen zu müssen, weil die schlechten Einnahmen ihnen das nicht gestatten. Der Schlichtungsausschuß GroßBerlin wurde angerufen, und es stellte sich heraus, daß auch ohne Schiedsspruch eine Einigung möglich war. Daß diese Klagen über schlechten Geschäftsgang und schlechte finanzielle Lage nur eine na chahmung der Klagen der großen Unternehmerverbände sind, beweisen die auf der Tagung der HauptTheater, Lichtspiele usw.etropol- Theater Mittw., d. 10. 10. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 104 19 Uhr M ttw., d. 10. 10. Städtische Oper Bismarckstr. Turnus I 19 Uhr Die Fran ohne Don Carlos Schatten Staals- Oper Am Pl.d. Republ. R.-S. 163 1912 Uhr Staati. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt A.-V. 171 20 Uhr Weh' dem Freischütz der Ingt lügt Staatl. Schiller- Theater, Charitbg. 20 Uhr Ein besserer Herr.. Großes Schauspielhaus 8 Uhr CASANOVA 8 Uhr mit Michael Bohnen. Regie: Charell 3 U. Sonntag Nachmittagvorstig. 3U zu halben Preis. Ungekürzte Vorst. SCALA 8 Uhr B 5. Barbarossa 9256. Original Theremin- Trio, Musik aus der Luft, Powers Riesen- Tanz- Elefanten vom New York- Hippodrom und das große Varieté- Programm. Täglich 8, Whe Friederike Franz Lehar dirigiert! Käthe Dorich Richard Tauber Hilde Börner Vespermann Arnstaebt Diegelmann Dora Reg Limburg Kaiser- Tip Die Raffe ist den ganzen Tag geöffnet. Komische Oper s James Kiein- Revue: Tausend nackte Frauen!! Die gr. Revue der ,, Freien Liebe" Parkett nur 4,50 Mk. in der amerikaAlwin Neuß nisch. Sensation: Mörder? Wer ist der Walhalla- Theater! Parkett 50 Pfg.! FürJugendliche verboten! flärte, daß es ihm nicht um die Bestrafung zu tun fei, und daß er es gern sehen würde, wenn dem Angeklagten eine Bewährungsfrist zugebilligt würde. Ihm sei nur darum zu tun, öffentlich festzuftellen, in welcher Weise die Kommunisten die Maldemonftration der Arbeiterschaft flörten. " Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu 200 Mart Geldstrafe und sprach dem Nebenfläger die Publikationsbefugnis für das Urteil im Borwärts" und im Bekleidungs- Arbeiter" zu. Ist es traurig, daß bürgerliche Gerichte angerufen werden müssen, so ist es noch um ein Vieles trauriger, daß selbst am 1. Mai die Weihe des Tages durch kommunistische Rüpeleien gestört wird. So sehen sie aus! Kommunisten fönnen auch sehr artig sein. Uns wird geschrieben: 21 Beim Lesen der Roten Fahne" stoße ich am Sonnabend, dem 6. Oftober auf folgenden interessanten Fall: Schlußwort zum Fall Leiser" heißt die Ueberschrift. Die Rote Fahne" wollte dem tom. Am schönsten ist aber die Haltung der Roten Fahne", wenn man das noch Haltung nennen fann. Aus Plazmangel will sie nicht antworten und sagt nur: ,, Eine Schädigung des Schuhhauses Leiser lag uns fern". Ach, wie artig fönnen Berufsrevolutionäre werden, wenn es um die Inseratenseiten des Schuhhauses Leiser geht.. Ausbesserung des Grunewaldturmes. Der im Grunewald auf dem Karlsberg stehende Auss sichtsturm, den der Kreis Teltow im Jahre 1897 baute und nach König Wilhelm I. benennen zu müssen glaubte, fam bei dem Zusammenschluß der Einheitsgemeinde Groß- Berlin in den Befizz der Gemeinde. Den jetzt über 30 Jahre alten Turm haben die Witterungseinflüsse so angegriffen, daß erhebliche Ausbefferungs arbeiten nötig werden, Ausbesserungen des Mauerwerks, Anstrich der Holz- und Eisenteile, Erneuerung des Zaunes und der Nebengebäude. Die Kosten werden auf 30 000 m. veranschlagt, die Berlin zu tragen hat. Neue Straßenbahnverbindung. Am 12. Dftober d. 3. wird der Straßenbahnbetrieb auf der neuen Bahnstrecke durch die Born holmer Straße und Christianiastraße eröffnet, und zwar wird die Linie 8 unter Weiterführung von ihren Endpunkten Exerzierstraße und Schönhauser Allee über die neue Bahnstrecke zu cinem Ring mit der, Bezeichnung Nordring" geschlossen. Wellerbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend.( Nachdr. verb.) Unbeständig und etwas fühler mit einzelnen Regenschauern und frischen westlichen Winden. Für Deutschland: lleberall unbeständig mit weiterer Abkühlung, Regenschauern und Westwinden. RUNDFUNK Mittwoch, 10. Oktober. Berlin. 16.00 Ministerialdirektor i, R. Prof. Dr. E. Dietrich: Rheumatismus als Volks krankheit. 16.30 Jugendbühne( Sende- Spiele): Minna von Barnhelm, Lustspiel in 5 Aufzügen von Lessing. 18:30 Dr. Julius Kapp: Einführung zu dem Sendéspiel am 11. Oktober. 19.00 Gartendirektor Ludwig Lesser. Präsident der Deutschen Gartenbau- Gesell schaft: Rundschau für Blumen- und Gartenfreunde( ein Zwiegespräch). 19.30 Dr. Wolfgang Pohl: Sozialpolitische Umschau. met del Don Sta bre be AM ABEND gep es rich Kla get Leb rau der jebe Be äh das 211t alfe wol lag Sal bal ichö dor Det näh 19.20 Prof. Dr. Hans Mersmann: Einführung in das Verstehen von Musik. Ab 20.00 Uebertragung von Berlin. 18.00 Prof. Dr. Prion: Reichsbankzinsfuß und Konjunktur. 18.30 Lektor Claude Grander, Gertrud van Eyseren: Französisch für Fort geschrittene. fad Ma 18.55 Ob.- Stud.- Dir. Dipl.- Ing. Volk: Werkmeisterlehrgang für Facharbeiter iho ftat im teil Re An 20.00 Abend- Unterhaltung: Ungarische Literatur und Musik, 21.30 Vortrag( Redner und Thema werden durch Rundfunk bekanntgegeben). Anschließend bis 00.30 Tanz- Musik( Dr. Becces Terra- Sinfoniker). Königswusterhausen. 16.00 Fr. Dr. Gertrud Rosenow: Wie kann die Mädchenschule das Elternhaus in ihre Arbeit hineinziehen( II). 16.30 Dr. Gotthold Mamlock: Der Naturforscher- und Aerzte- Kongreß in Ham burg. 17.00 Uebertragung des Nachmittagskonzertes Hamburg. Die Werkstoffe im Maschinenbau. Berantwortlich für die Redaktion: Eugen Brager, Berlin: Anzeigen: Th. Glode Berlin. Berlag: Borwärts Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts Budo druckerei und Berlagsanstalt Taul Ginger& Co., Berlin SW 68, Lindenstraße Sierzu i Beilage. Volksbühne Deutsches Theater Lustspielhaus Berliner Theater| Trianon- Th.| Planetarium am Zoo Theater am Bülowplatz 8 Uhr: Der lebende Leichnam Theater am Schiffbauerdamm 8 Uhr Norden 12 310 Vorverkauf auch im Pavillon d Reinhardbühnen, Ecke Uhlandstraße Kurfürstendamm, Täglich 8 Uhr Arm wie eine Kirchenmaus v. Thaliman, J. Riemann. Miller, Mationi. Berisch Bismarck 448 u. 449. 8 U. Ende nach 10% Zum 129. Male: Th. am Schiffbanerdamm Täglich 8 Uhr Artisten Die Drei- Groschen- tee Max Reinhardt Die Drei- GroschenOper Thalia- Theater 8 Uhr Schneider Wibbels Auferstehung Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr En besserer Herr Staatsoper am Platz der Republik 71 Uhr Freischütz Volksbühne Theater am Bülowplatz 8 Uhr Der lebende Leichnam Kammerspiele Norden 12 310 81 U. Ende 10 Uhr Vorietzte Vorstellung! Oper Paulsen, Valetti, Ander, Gerron, Schaufuß, Kühl, Lenja. Oktobertag felhon: Norden 1141.281 Direkt. Heinz Herald Charlottenstraße 90 Dönhoff 170 8 Uhr 8 Uhr Die ungeklie Eva Der lebende Operette in 3 Akten Originalbesetzung. Leichnam Sonnabd. u. Sonntg. Regie: Max Reinhardt 4 Uhr Ende nach 10 Uhr Froschkönig HALLER- REVUE ,, Schön und schick" Th. im Admiralspalast Täglich 814 Uhr. Schauspiel von Th. in der Lutzowstr. Thalia- Theater Georg Kaiser Freitag, 12, 7%, Uhr Kurf. 9209. Heute! Urauführung geschlossene Vorstellung Ehen werden im Himmel geschloss n!" Die Ab Freitag, 12. Okt 8 Uhr: L. M. Lommel in Dresdener Str. 72-73 Schneider Wibbels Auferstehung Henckels. Grodtczinski. Barnowsky- Bubnen Th. Königgrätz. St. KomödieRunxendorf Täglich 8%, Uhr Gertrude Berliner er role General. Bismarck 2414/7516 auf Welle 0.5" 34 Ende 11% Uhr Eltern und Kinder Komödie von Bernard Shaw Shubby Lonar Karl Platen Ernst Hofmann u. a Saltenburg- Bühnen Dis. Künstler- Th. Theater des Westens Heute u. Morgen Moskauer jud. akad. Theater Heute 8 Uhr Die Nacht auf dem alten Markt Theater am Nollendorfplatz Täglich 8%, Uhr Kleines Theater Schwarzwald- Taglich 8 Uhr Max Adalbert mådel! Sonntag 14 Uhr: Die in geschlossen! Freitag 7 Uhr Premiere Komödienhaus Täglich 8 Uh: Hokuspokus mit Curt Götz Theater in der Stadi Kommandantenstr. 57 Uhr. Dönh. 919 Zum 483. Male Spiel im Schloß Die Herzogin 8 von Chicago Op.r. von Emmerich Kalman Lessing- Theater 8 Uhr Alb. Bassermann, Anekdote von Franz Molnar, Regie Eugen Robert Agnes Esterhazy, Arthur Schröder, A. E. Licho, ZeschJallot, Thiem, Lucie Mannheim Berlins billigstes Theater Müllers Herr Lamberthier Teaersier Platz Fledermaus. Hermine Sterlee, Hermine Sterlee, Landa, Siklar Drama von Louis Verneuil. Sechs Mark Billigster Platz Bine Mark Kindervorstellung Verlang. Joachimsthaler Straß Noll, 1578 16 Uhr: Der Sternhimmel im Herbst 18 Uhr: Erde und Weltenraum. 20 Uhr: mit Gesang u. Tanz Der Einfluß d. Gestirne Rundfunkhörer( Volksglaube und halbe Preise Wissenschaft Theatera.KottbusserTor Kottbusser Str. 6 Tel.: Moritzpl. 16077 Täglich 8 Uhr, auch Sonntags nachm. 3 Uhr( ermäß. Preise) Elite Sänger mit ,, Silberne ,, Putti Hochzeit u. einem toll. Lebensbild Schwank Volkspreise: 100 b. 200 M., Logen 2,50 Renaissance- Theater 8 Heute 81 Ton in des Töpfers Hand Tragödie einer Familie v. Theodore Dreiser. Deutsch von Paul Eger. Regie: Gust. Hartung. Winter Garten Tägl. 8 Uhr Das vollständig neue Oktoberprogramm mit allerersten internationalen Varletè- Kunstkräften. Rauchen gestattet Reichshallen Theater Abends 8 Sonnt. nchm. 3 Stettiner Sänger Das wundervolle Oktober- Progr.! Nachm. halbe Preise, volles Progr Donhoff Brett' 1: Varieté- Stimmung, Tanz! Anfang 8 Uhr, Sonntags 5 Uhr. 8/ Uhr CASINO- THEATER 8, Ubr Lothringer Straße 37. Neu! Neu! Stöpsel Dazu ein erstklassiger bunter Teil. Für unsere Leser Gutschein für 1-4 Pers Fauteuil nur 1.15 M., Sessel 1.65 M Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M Soeben erschienen! Soeben erschienen! Adolph ..Hoffmanns Erzählungen" Gesammelte Erinnerungen aus Sozialistengesetzlicher Zeit mit Anhang bei 601 idh Da ha die ba 800 12 Bogen( 192 Seiten) stark mit holzfreiem Papier u. Titelpressung Gebunden 3.- RM. Selbstverlag von Adolph Hoffmann Berlin 0 17, Koppenstraße 6 II Bestellungen nehmen alle Vorwärts- Botenfrauen entgegen a 5x 350 t PITEE 11 D: d Beilage Mittwoch, 10. Oktober 1928. Der Abend Spätausgabe des Vorwärts Einheit von Körper und Geist! Ein Besuch im Schullandheim Langenhorn. Bom 1. bis 5. Oktober fand in Hamburg die dritte Reichstagung der der Deutschen Schullandheime statt. Jn Folgendem sei ein Rüdblid und Ausblid gegeben. Ein alter Gutshof mit Garten- und Wiesengelände- 50 Kilo meter vor den Toren der Großstadt! Auf dem Kartoffelader bud deln 13- bis 14jährige Jungen mit nacktem Oberkörper, gebräunt bon Sonne und Luft. Heute ist der Gutshof das Schullandheim der Stadt, in das abwechselnd die einzelnen Schulen ihre Klassen zu brei bis vierwöchigem Aufenthalt schicken. Vorbildlicher Waschraum im Schulheim. Im sonnigen Obftgarten hinter dem Hause figen die Schüler bei der Arbeit, Unterricht wird fast überall im Heim weiter gepflegt, aber nicht in derselben Form wie in der Schule. Wenn es nur irgend geht, arbeitet man draußen. Drinnen sind die Unter: richtsräume in ihrer Ausstattung dem freieren Leben angepaßt. Klassen mit Bänken und Tischen in Reih und Glied sollten nicht angetroffen werden. Der Unterricht wächst, wenn möglich aus dem Leben im Schulheim und aus der Beobachtung der Natur und der räumlichen Umwelt heraus. Die Anschauung bildet noch lange nach der Heimkehr die willkommene Grundlage für den Unterricht. Bas sehen die Großstadtkinder auch nicht alles! Da eine Kuh auf der Beide! 15 von 45 hatten zum ersten Male so etwas erlebt, so erfählte ein Großstadtlehrer. S 114 us Eine Gruppe von 15 Jungen verschiedener Jahrgänge denn das Leben im Heim bietet die Möglichkeit, Schüler verschiedenen Aters 3ur geistigen Arbeit zu fanimelin besuchen einen alten Schiffer des Ortes, in dem das Heim liegt. Viele der Bewohner," so erzählt er, hatten einen eigenen Kahn, der die Grundlage ihres Erwerbs war. Da kam die Inflation. Mehr als die Hälfte hatten keine Mittel mehr, um ihr Boot in Ordnung zu halten. So verfam es, und damit war ihr einziges Kapital erchöpft. Sie wurden Arbeiter und das Schifferdorf zum Arbeiterdorf." So treibt, man draußen lebendige geschichtliche Studien. Der Lehrer lernt mit seinen Schülern und wird ihnen auch dadurch nähergebracht. Nirgends sollte der Fachunterricht an Schulen einfady ins Heim übertragen werden. Hier draußen ist wirklich die Möglichkeit gegeben, ein Problemgebiet ungestört zu bearbeiten, erichon deshalb, weil die vielen verwirrenden Reize, die das Großftadtleben ausübt, fehlen. rtDer Gong tönt durchs Haus! 7 Uhr! Aufstehen! Jeder sieht im Heimleben bald ein, daß das Leben auch in seiner äußeren Eindeteilung eine gewiffe Rhythmik verlangt, aber Ordnung und feste Formen sollten die Schüler selbst bestimmen. Schlimm, wenn das Reglementieren jogar im Landheim zur Regel wird! Jbr eil. ers M mit τις por Das gemeinsame Frühstück ist vorüber! Manches Knäblein hilft da draußen zum erstenmal beim Tischdecken oder Im sicheren Burgverlies. bet anderen Hausarbeiten. Diese Arbeit muß aus der Einsicht geboren werden, daß die Ordnung der wirtschaftlichen Verhältnisse erst die Grundlage für jedes geistige Leben chafft. Erst dann wirkt diese Tätigkeit erzieherisch. Allerdings darf die Sauberkeit des Heims nicht durch die Erledigung der bauswirtschaftlichen Arbeit durch die Schüler leiden. Auch dürfen dieje dadurch nicht überanstrengt werden. Manche Lehrer fürchten, daß der Unterricht durch diese Einrichtung gefährdet wird. Sehr u Unrecht! Man übersicht immer wieder, daß dieser nicht selbst zweck ist, sondern in den Dienst der Entwicklung des Rindes gestellt werden muß. den anderen angewiesen ist und ohne seine Hilfeleistung sein Leben nicht aufbauen kann. Im gemeinsamen Leben wirken, wie wir es längst in der Jugendbewegung erlebt haben, ganz anders als im Unterricht, Lehrer und Schüler aufeinander. Da findet sich ungezwungen häufig der rechte Augenblick, wo der Schüler auch mit feinen„ Röten" zu dem Lehrer kommt. So wird die Basis für jede Erziehung geschaffen: Der Erzieher lernt die Seele der ihm anvertrauten jungen Menschen kennen. Einheit von Körper und Geist! Hier draußen ist diese Forderung nicht mehr Phrase: Sportliche Betätigung und geistige und handwerkliche Arbeit folgen im rhythmischem Wechsel. Das Leben wird als geschlossenes Ganzes erlebt: Bewegung und Ruhe, Arbeit, Feierstunden und Feste sind organische Teile dieser Einheit. Eine Schulgemeinde entsteht! Aber sie wird nicht nur von Lehrern und Schülern gebildet, sondern auch die Eltern nehmen teil an dieser Gemeinschaft, wie in der Lebensgemeinschaftsschule. Vorbildliches haben auch hier wieder die Hamburger geleistet. Einer der stärksten Eindrücke auf der Tagung war es, als bei der Besichtigung der Schullandheime im Jugendpark in Langenhorn nicht Lehrer, sondern Eltern die Begrüßung übernahmen. Gerade in Hamburg haben vielfach Eltern, Lehrer und Schüler einer Schule fast ganz aus eigener Kraft ein eigenes Landheim aus kleinen Anfängen aufgebaut. In Volksschulen stellten Bäter und Mütter ihre Arbeitskraft in den Dienst der Sache und leisteten umsonst alle handwerkliche und hauswirtschaftliche Arbeit. Die großen Sammelheime jedoch, in denen die Kinder vieler Schulen Unterkunft finden, wie 3. B. das neuerbaute Pestalozzi- Schullandheim der Stadt Berlin, werden überall aus städtischen Mitteln erbaut. Es ist auch notwendig, daß öffentliche Mittel für eine anerkannte pädagogische Einrichtung bereitgestellt werden. Erst dann ist auch Gewähr dafür gegeben, daß die zu fordernden hygienischen Bedingungen erfüllt werden. Beiträge zu den Kostgeldern sind schon deshalb notwendig, damit für jedes Kind die Uebersiedlung möglich ist. Hamburg hat in diesem Jahr 30 000 Mart, Berlin 400 000 Mart für Beiträge zu den Kostgeldern in den Etat eingestellt und hat 1927 rund 4400 Kinder in die Sammelheime geschickt, beabsichtigt aber jedes Jahr ein neues Heim aufzubauen. Zweckmäßig ist es, die Beiträge der Eltern nach ihrem Einkommen zu staffeln, wie es Berlin tut. So werden durch die Schullandheimbewegung eine Reihe von Werten, die in den freien Schulen auf dem Lande nur einer kleinen Schar von Besitzenden geboten werden, der großen Masse zuteil. Neben den 170 Landheimen, die einzelnen Schulen gehören, haben viele Städte heute schon Sammelheime, wie Frankfurt a. M., Berlin und Magdeburg. Ganze inderdörfer" sind entstanden. Kinder beim Jäten. Nicht zu vergessen die Kinderrepubliken, die aus der Kinderfreundebewegung erwachsen sind. Vielleicht wird bald jedes Kind einmal im Jahre drei bis vier Wochen im Landheim zubringen können. Hoffentlich leidet unter der weiteren Ausdehnung der Bewegung nicht der lebendige Geist, ohne den auch das Leben draußen erstarren müßte. Dr. Else Hildebrandt. Elendsland im Streik. Es gab. eine Zeit, da 40. Proz. der Waldenburger Förderung nach Böhmen ging. Diese Abfasstellen find heute verfchlof sen. Nun muß die Kohle zum größten Teil in Deutschland abgesetzt werden. Sie ist die vorzüglichste Gastohle, die wir kennen. Ihre Förderung ist sehr erschwert. Die Last der Berge hat die Ablagerung verschoben und Flöße von ½ Meter Stärke hervorgebracht. Die Arbeit der Knappen wird dadurch äußerst mühevoll und der Druck der Berge wird den Stollen zum Verhängnis. Die Unfallquote im Waldenburger Revier beeinflußt die Statistik des Reiches ungeheuer. Die Bewohner dieses Landes find Veteranen des Bergbaues. Darin sind sie nicht vereinzelt. Einzig ist aber ihr Schicksal. Das fleine Revier, erdrückt vom Ruf der oberschlesischen Zechen, war immer vergessen. Wenn immer eine Verbesserung der mirtWaldenburg schaftlichen Lage der Arbeiterschaft erzielt wurde blieb davon ausgenommen. Es sei denn, daß ihnen später, im mer viel später, eine kleine Berbesserung zuteil wurde. Dazu kommt, daß die Bevölkerung bodenständig ist; eine Ab und zu wanderung findet so gut wie gar nicht statt. Den Schlägel, den der Tod dem Vater aus der Hand nahm, griff der Junge auf. Der Beruf vererbte sich von Geschlecht zu Geschlecht. Damit auch die Not. Die Geschlechter wuchsen auf im Leid, verloren beinahe allmählich das Wissen um befferes Sein. Dabei haben die Menschen hier in der Arbeiterbemegung in porderster Linie gestanden. Geradezu Wiege ist dieses Land der Bewegung gewesen. Niemals aber haben die Knappen einen großen Gewinnanteil gehabt, wenn der Kampf Erfolg brachte. Sie haben nicht gemurrt, fie organisierten sich um der Sache willen. Sie schlossen die Reihen. wenn es galt. Dann traten sie zurüd. So treu sind diese Menschen. 4 Mart 30 den Tag! Ungefähr 130 Mart bleiben dem Knappen mit seiner Familie im Durchschnitt zum Leben für einen Monat. Das ist der Lohn für acht Stunden Arbeit im Dunkel der Erde, im berstenden Stollen, am triefnassen Gestein. Dafür halten fie acht Stunden den ratternden Abbauhammer in der Hand, der ihre Nerven restlos zerrüttet. Dafür jagen sie manchmal mit teuchenden Lungen und stieren Augen den Stollen entlang, menn die Kohlensäure aus dem Fels springt. Dos alles wird mit 130 Marf bezahlt! Und das Geld bringen sie den Frauen und Kindern heim, die in clenden Wohnungen leben. Die schlimmer zusammengepfercht find, als Tiere. Am 15. jeden Monats ist Lohntag. Da bekommen die Knappen Gesamtabrechnung über ihren Arbeitsverdienft. Früher mar dieser Tag die Hoffnung des Monats. Dann wurde die Miete bezahlt und die Rechnung beim Krämer beglichen. Heute ist der Lahntag in vielen Familien der Höhepunkt der Ber 3 meiflung. Manchmal bringt der Vater einen Lohnbeutel heim, auf dem steht, daß er der Grube noch etwas schuldig ist. Rest nennt man das hier. Man kann es ebensogut Wahnsinn nennen. Nun geht es um 15 Broz Wenn die Lohnerhöhung erfämpit M. mird, bekommt jeder Knappe im Monat ungefähr 20 m. mehr. Diese 20 M. find menig. Man trifft aber den Kern, menn man fagt, hier bedeuten sie Rettung. So elend sind die Menschen! Ohne diesen Betrag werden Tausende von Kindern keine marmen Winterfachen haben. Die Grubenherren. Mancher Heranwachsende wird durch die Anforderungen, die das Leben im Landheim stellt, zum ersten Male zu selbständigem Handeln gezwungen. Vor allem hört er nicht nur von dem Die Grubenleitungen sind fühl bis ans Herz. Zuerst waren Geift der Kameradschaft, sondern er erlebt, daß er auf sie ein bißchen erstaunt. Sie fannten die Bevölkerung gut genug, | um fich über diesen Riesenaufstand zu verwundern. Inzwischen hat sich das gelegt. Wenn es nicht gerade zum Winter ginge, in die Zeit des Kohlenbedarfs, käme ihnen dieser Streit vielleicht ganz gelegen. Sie haben sich vor kurzem zu einer Niederschlesischen Bergbau- A.- G." zusammengeschlossen und verlangen von Reich und Staat einen Millionenkredit, um die Gruben„ rentabel" zu machen. Sie erklären, ehe dieser Kredit nicht bewilligt wird, find sie nicht in der Lage, Lohnerhöhungen zu bewilligen. Immer wenn es um Lohnerhöhungen ging, waren die Werke ,, unrentabel". Sie sind aber nie zusammengebrochen. Die Generaldiref= toren werden auch hier in durchaus rentabler Weise bezahlt. Nun nüßt man den Berzweiflungskampf der Knappen aus, um für sich den größeren Vorteil herauszuholen. Fürst Pleß. Er Da ist die Angelegenheit mit dem Fürsten Pleß besonders interessant. Dieser Magnat, dessen Familie je nach Bedarf und Lage des Befigtums deutsch oder polnisch, protestan tisch oder katholisch ist, hat sich der neuen Bergbau- A.- G. nicht angeschlossen. Sein Besitz hier ist stark verschuldet. Die A.-G. wollte ihn aus diesem Grunde auch nur mit einem Bruchteil des Kapitals aufnehmen, das er ansetzte. Darauf verzichtete er. hat den Vorteil für sich, daß seine Zechen die übrigen Gruben treuzen. Man muß also um seinen Besitz herum abbauen und fann damit zur endgültigen Berbilligung des Abbaus nicht gelangen. Der Staat hat natürlich ein Interesse daran, durch Hergabe des Kredites die äußerste Rentabilität herbeizuführen und wünscht die Beteiligung der fürstlichen Familie. Nun kämpfen die Bergleute auch für den Fürsten von Bleß! Hohnvoller geht die Sachlage bald nicht mehr zu gestalten. Die Familie Pleß nutzt das Elend aus, in dem sich hunderttausend Menschen befinden, um für sich einen möglichst günstigen Abschluß zu erzielen. Streif. Stille liegt im Tal. Nur die Sirene der Porzellanfabrik heult auf, die tagein tagaus ihren schwarzen Rauch in die Gassen der Stadt wälzt, daß die Sonne verdunkelt wird. Sonst ruhen die Räder. Vor den Toren der Zechen stehen die Streifposten. Manchmal fällt ein farges Wort, schwer tommt eine Antwort. Still find. diese Menschen, still wie das Land. Aber die Gefichter haben sich verändert. Sie sind noch härter geworden und in den Augen liegt. ein seltsames Glimmen. Hände zuden unruhig am zerschliffenen Gewand auf und nieder. Das sind Batterien, die mit Starkstrom geladen sind, mit einer ungeheuren Energie. Irgendwo hat ein Grubeningenieur die Streitposten photographieren mollen. So wie man Aufnahmen für ein Verbrecher album macht. Es ist beim Versuch geblieben. Es ist beim Versuch geblieben. Gefadene Batterien find gefährlich. An diesem ungeheuren, nie geahnten Willen prallt alles ab. Das Revier wird einmal in der Geschichte der Streits einzig dastehen. Hier gibt es teine Streitbrecher! Bom jüngsten Schlepper, der mit leuchtenden Augen den ersteu Wirtschaftstampf erlebt, bis zum altersgebückten Hauer jeiern alle. Fast schämen sich die Motstandsarbeiter, zum Schacht zu gehen. Sie halten ihren Ausweis in der Hand, so weit der Weg zur Arbeitsstätte ist. N „ Segen Gottes Grube" heißt eine Beche. Wo mag der Segen hingekommen sein? Die in diesem Land werfen, haben die Robin, Hölle auf Erden, Siganten der Landstraße Ein Rennfahrer- Roman von André Reuze. Übersetzt von F. A. Angermayer Achsel meg: 160 Rennfahrer waren in Paris zu der großen Fahrt| Jüngste, spigte ihren lasterhaften Mund und bestellte über die ,, Rund um Frankreich" angetreten. Sie werden von dem Sportschriftsteller Ravenelle und dem Maler Mainguy im Auto begleitet. Schon in den ersten Etappen fällt eine große Zahl der Teilnehmer zurück, sie können das mörderische Tempo nicht mitmachen, aas die eigentlichen ,, Giganten der Landstraße" einschlagen. In der Spitzengruppe jagen die Ställe" der großen Fahrradfabriken," Riva", Stella" und die anderen. Bisher ist Blanc- Meseil der Beste. Aber schon droht ihm Gefahr. Yvette, eine Pariser Kokotte, umschlingt ihn wie eine Katze, sie ist in einem Auto mitgenommen worden, um den hervorragenden Vertreter eines gegnerischen„ Stalls" in ein Liebesabenteuer zu verwickeln und auf diese Weise seine Energie zu schwächen. ( 12. Fortsetzung.) ' n Benediktiner möcht' ich hab'n!" ,, Blanc- Mesnil hat die Etappe gewonnen." Fein!... Den Jungen hab' ich ja so gern!... Ein ganz famojer Kerl is der! In mein'm Zimmer hab' ich sein Bild aus der Zeitung an der Wand!... So' n berühmter, feiner Mann tönnt' alles bei mir erreichen!" Lichtbäche stürzten aus der Sonne auf Cherbourg. Ravenelle und Maingun waren nun in Brest und gingen nach dem Souper durch die Straßen. Bon der großen Drehbrücke aus sahen sie auf den schweigsam daliegenden Marinehafen, durchwanderten übelriechende Gäßchen, in denen Betrunkene grölten, und verloren sich dann in der Altstadt. Als sie um eine zugige Ede bogen, standen sie vor einem Freudenhaus. Ueber dem Eingang schaufelte ein rotes Licht, das im Wind mit den Augen zu blinzeln schien. Mainguy, der als Maler für romantische Winkel eine besondere Vorliebe hatte, zog Ravenelle mit durch den buckligen Torweg und öffnete die Tür zur Trinkstube. An der Kasse saß eine Dame, die Patience legte. Wenn sie die Karten umdrehte, bligten ihre Edelsteine wie Johanniswürmchen, die hartnäckig ihre Hand zu umfliegen schienen. Im buschig aufgedrehten Haar trug sie einen großen spanischen Kamm aus leuchtendem Zelluloid, der sie an den Platz zu spießen schien und hoch den Haarschopf überragte. Rechts von ihr sah man eine Tür, über der man wie eine Billenausschrift die bezeichnenden Worte zur Liebespromenade" lesen konnte. Im dunklen Hintergrund stand ein elektrisches Klavier, jede Sekunde bereit, gegen eine Nickelmünze seine blechernen Melodien abzuletern. Hinter einem großen Becher Apfelwein saß, die Ellbogen aufgeftüßt, ein junger, reglojer und schwermütig dreinblickender Matrose. Im ganzen Raum wogte der Geruch von Rum, Mustatwein und Pflaumenschnaps. Als die Freunde Platz genommen hatten, tänzelte ein Mädchen heran. Nach einer Weile beugte es sich nieder, hielt mit einer Die Spitzenfahrer erreichen Brest. ,, Ich möchte einen Allasch!" brummte nun die Hausmeisterin. ,, Nebenbei geht für mich nichts über Le Bozec, weil er mein Landsmann ist, ein echter Bretone, und das ist doch etwas ganz anderes, stimmt's, meine Herren?" Ravenelle nickte. ,, Wie liegt er denn im Rennen?" erfundigte sich die Bretonin weiter. Samba Tatoré. ,, Dritter, hinter Blanc- Mesnil und Im Gesamtklassement aber führt.er vor Blanc- Mesnil; allerdings nur mit zwei Minuten." ,, Das gewinnt nur meiner!" schrie nun die Knabenhafte und flatschte in ihre Hände. Menschenstind, hab'n Sie aber Glück, daß Sie die Jungens im Auto verfolgen dürfen!" ,, Tja!..." murmelte Arlette und stützte ihr Doppelkinn auf die Fäuste. Das ist natürlich lustiger, als hier auf Freier zu lauern!" Copyright by Büchergilde Be Gutenberg, Berlin ,, Auf Ihr ganz Spezielles!" sagte die Hausmeisterin und stieß. den kleinen Finger prätentiös in der Luft, mit Ravenelle an. ,, Das muß aber ein Gejohle gewesen sein, als Le Bozec als Erster in Brest anfam!... Jedes Kind weiß doch, daß er aus Trégourez, ganz in der Nähe von Brest, stammt. Mein Gott, wie mögen die alle vor Freude gejubelt haben?" ,, Sie haben recht! Die begeisterte Menge war in ihrer Orts tracht wirklich interessant anzusehen." ,, Stramm sind die Bengels!" Alle drei fannen nun mit unschuldigen Blicken vor sich hin. ,, Wo is ihnen denn eigentlich Blanc- Mesnil ausgerüdt?" fragte das Mädchen im Pyjama. ,, Gleich nach der Kontrolle in Morlair. Bon Cherbourg an war alles dicht beisammen, doch schon heute früh in Dinan waren nur noch dreißig Mann und in Saint- Brieur nur noch dreiund zwanzig Mann Spike. Siebzehn waren es in Morlaix, und ohne eine Sekunde an der Kontrolle zu verlieren, rasten Blanc- Mesnil, Le Bozec, Tampier, Samba- Takoré und der Italiener Lanzone wie die Verrückten meiter." ,, Ach, das hätt' ich zu gerne gesehen!" ,, Hinter den Ausreißern wurde das Feld immer länger, doch Laboureur, Chevillard und Argentero famen wieder etwas auf. Da hatte Chevillard plöglich Reifenschaden, Laboureur riß die Kette, und Argentero, der nun auf sich allein angewiesen war, fiel bald wieder ins Hintertreffen zurüd." ,, Wieviel Kilometer sind denn von Marlaig nach der Radrenn bahn von Brest?" fragte Arlette. ,, Etwa fiebzig, die im Dreißigertempo zurüdgelegt wurden." ,, Ausgezeichnet!" In den Bergen von Kermat versuchte Tampier den vier anderen davonzufahren, Nutzlos!... Nach einer fleinen Jagd stieg Lanzone aus. Er hatte genug. Gleich darauf hatte Tampier Defekt, und nun ging die Post ab. Der Neger am Kopf, Blanc Mesnil an seinem Hinterrad und Le Bozec an dritter Stelle. Fünfhundert Meter vor der Radrennbahn ging dann Blanc- Mesnil an Samba vorbei und schlug ihn mit zwanzig Sefunden, während Le Bozec, mit zwanzig Minuten Verspätung, Dritter wurde." ,, Das reinste Theaterstück!" murmelte Arlette. " Pst!... Do tommen Gäste!" sagte die Kleine im Pyjama. Mit einem Ruck wurde die Tür aufgestoßen. 3wei ameri fanische Soldaten traten ein. ,, Niemand da!" schrie die Dame an der Kasse. ,, All right!" Militärpolizei!" sagte Arlette. Wir haben zwei amerikanische Kreuzer im Hafen, und da werden die Matrosen kontrolliert." Als die beiden Polizisten aus der Tür gehen wollten, trat eine ganze Bande lustiger Zecher herein. Maingun erkannte sofort den Masseur Myrtil, Rissin, Manadian und die belgischen Journalisten Baert und Quatannens. Hallo!" sagte Myrtil. Da sind Bekannte!"( Forts. folgt.) Rätsel- Ecke des ,, Abend". Rösselsprung. Balift 110- fun- aut pas- als Was bin nen ete fen fant, der ben? ver- Mau fin das zwei alKaben die Er den, ha49 Ies. und fie Was die ges? mehr der gen? mit rc. der Krie- Män ha. heit, ben nicht 10. Jahreszeit; 11. Genußmittel; 12. geometrische Figur; 13. deut scher Dichter; 14. altgermanische Göttin; 15. Schlangenart; 16. Band in Ajien; 17. Vogel; 18. Teil des Auges; 19. Held der Freiheits friege; 20. rheinische Märchengestalt; 21. fleines Raubtier; 22. Ber wandter. Ausschnitträtsel. mp. Aus jedem der nachstehenden Wörter find 3 aufeinanderfolgende Buchstaben( aus dem letzten Wort nur 2 Buchstaben) auszuschmeiden und zwar so, daß sie ein Zitat aus Schillers Maria Stuart e geben; hierbei ist ß als ein Buchstabe zu rechnen. Verderbnis, Lorelei, Handlaterne, Estisch, Bersicherung, Soche Bittschrift, Schulter, Venedig, Schiene, Beristop, Luftzufuhr, Mch Eiffelturm, Schabernac, zechfroh, Rante, Reims, Lachesis 2 3 tant finGeMensch Nichts. für net gun der wehRad ge Er. Des Mensch- fie 20 10 5 tiDas Feld bummelt. der durch dee, der heit fa sche mo fti Geste, die schamhaft sein sollte, die Hand vor die Brüste und zündete an Mainguns 3igarre seine Zigarette an, ein aum lich ein- J denn nen prat. hat ,, Sind Sie von der Rundfahrt?" fragte sie dann. ,, Ja!" ,, Sind die Herren etwa selbst Rennfahrer?" piepste die Dame an der Kasse. diedes Ie tan gent- far- che feder= Boh gefe Schieb Da schüttelte das Mädchen breitlachend feine braunen Locken und fuhr dazwischen: ,, Wo denken Sie hin?... Die Fahrer kommen doch nicht hierher, das tun höchstens die Begleiter, bei denen das keine Rolle spielt!" Gin, Fächerschlag auf die Kasse rief das Mädchen zur Ordnung. ,, Aber Arlette!" ,, Na, was denn?... Jst hab' doch nichts gesagt?..." ,, Sie meint es ja gut," sagte Ravenelle und wandte sich dann an das Mädchen. Willst du was trinten, Ariette?" ' n Kümmel!" Aus dem dunklen Hintergerund der Trintstube tauchten nun zwei andere weibliche Geschöpfe auf, die vor Neugierde barsten. Die eine warf ast noch ein Kind, und ihr zierlicher Körper stat in einem himmelblauen Pyjama. Wie ein Luftfnabe wiegte sie sich zweideutig in den Hüften. Die zweite war schon verblüht, trug ein frurzes, fnallgelbes Rödchen, das mit Gardinenspitzen besetzt war, und sah wie eine Hausmeisterin am Faschingsdienstag aus. Beide ließen sich auf Fußbänke nieder. ,, Na, wer is'n vorn in der dritten Etappe?" erkundigte fich die Beeirens, und Gleichungsrätsel. Baumpallengeppebe unterirdischer Weg+ englischer Seeheld Haustier Baym am Libanon Himmelstärper+ trübes Wetter Blutbahn indische Münze Stelle am Leib= 0. Bei richtiger Lösung heben sich die einzelnen Silben der mit+ be. zeichneten Wörter und der mit bezeichneten Wörter gegenfeitig auf. Silbenrätsel. Aus den Silben a äf am bat ban be be da da der e eb el en en er fin ga gu her i fel la lam lei lip lo lüt mem mer mit nat non pen ra re re ri ris sa schirm se fel si som ta tau vos wie zi zow sind 22 Worte zu bilden, deren Anfangsund Endbuchstaben, beide von oben nach unten gelesen, ein Leitwort der Arbeiterschaft ergeben. Die Worte bedeuten: 1. Griechischer Held; 2. bekannter Tanzmeister; 3. Gebrauchsgegenstand; 4. Naturerscheinung; 5. Oper von Wagner; 6. meibliches Säugetier; 7. Schweizer Winterfurort; 8. Einsiedler; 9. Stadt in Dalmatien; 6 Figureurätsel. 1+ 2 Gemerbezmeig; 1+ 4 Sportgerät 1+ 5 weibl. Borname; 3+ 2 Mengenhezetem.g 3+ 4 Kleidungsstüd; 3+ 6 Fehlerhaft: 3+ 5 Pflanzensaft; 5+ 2 Nähutenfit; 5+ 6 Befestigungsmittel, Die fehlende Mittelfilbe. a arch at but bun dat fel tau la ma ma ne me ot ol pa pa pe um vi vi volts. Aus den vorstehenden 24 Silben find 12 dreisilbige Wörter zu bilden mit gleicher zu e gänzender Mittelfilbe. Wie heißt die Silbe und wie heißen die Wörter? ( Auflösung der Rätsel nächsten Sonnabend.) Auflösungen der Rätsel aus voriger Nummer. Silbenrätsel: 1. Wanne; 2. Eugen; 3. Rabiator 4. Rhodope; 5. Eunuch: 6. Chaudet; 7, Hegemonie; 8. Tamburin 9. Hagenow; 10. Alpenroje; 11. Totensonntag; 12. Merseburg; 13. Unfe: 14. Sauerbruch; 15. Schafgarbe; 16. Dissoziation. Wer recht hat, muß den rechten Weg gehen. Diamanträtsel: 1. D; 2. Tag: 3. Birne; 4. Rotwein; 5. Pharifäer; 6. Darwin ismus; 7. Attribute; 8. Breslau; 9. Kamin 10. Mut; 11, S. Gleichungsrätfel: a Ci; b= Sense; c= se; d= Bahn hof; e Hof; x= Eisenbahn. Füllrätsel:. 1.' Candzungen; 2. Blankenese; 3. Galan terie; 4. Esplanaden; 5. Spielanzug; 6. Casablanca; 7. Ludw Uhland; 8. Ausbauplan. 3ahlenrätsel: Es fann fein Abscheu natuerlicher fein als den ein Mensch gegen die Knechtschaft hat.( Die Schlüssel wörter hießen. Ebert, Schiller, Amerifa, Gaurisankar, Feder.) Auszahlaufgabe: Die Liebe zum Vaterlande ist bei den meisten Menschen der Haß gegen das Vaterland der anderen. Bol taire.( Die Buchstabengruppen mußten mit 5 ausgezählt werden 5 575 e 52 TE Haben ,, sie"' ne Idee? Die Deutsche Turnerschaft ist aufgewühlt, im tiefsten| aber bei näherer Begründung der vierten Wurzel? Hören wir: Innern verletzt. Der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Das Natürliche in uns äußert sich ganz allgemein darin, daß wir Gollmann, ferner die„ Sportpolitische Rundschau"( 3entral- als natürliche Bollmenschen wieder warm lieben und ehrlich blatt des Deutschen Arbeitersportes) und- aller guten Dinge hassen können. Da sagen wir es rund heraus: Die be find drei Profeffor Schirmer vom Jungdeutschen Orden ir achten wir als unsere Feinde, die unser Bolt haben im Anschluß an das Deutsche Turnfest in Köln be= hauptet, daß die Deutsche Turnerschaft ohne Idee" sei. In der " Deutschen Turnzeitung" Nummer 39 bemühen sich nun Edmund Neuendorff( Direktor der staatlichen preußischen Hochschule für Leibesübungen) und Staatsminister a. D. Dominicus nachzuweisen, daß ihre Organisation doch eine Idee" hätte. Der Nachweis gelingt. 3war ist sie nicht so einfach wie bei den Arbeiter sportlern, die ganz untompliziert sagen: Unser Ziel ist, förperlich und geistig gesunde Lebensfämpfer und damit auch zielflare Klaffenfämpfer zu erziehen. Unser Hochziel ist die sozialistische Gesellschaftsordnung!" Damit basta. Dr. Neuendorff sagt von der Idee der Deutschen Turnerfchaft: ,, Sie mag sich nicht mit Händen greifen, nicht mit einem Schlagwort erledigen, nicht in einen Parteiparagraphen fassen lassen, was manchen peinlich sein mag, weil es sie in der Bequemlichkeit ihres Dentens stört, aber da muß sie sein." Er hat recht, sie ist da. Aber so verschleiert, daß man sie mit der Laterne suchen muß. ) Aber um so gefährlicher ist sie. It 11 219 1, 1423 f. te el 1. er er C= e. 10 a. he пе en ett be HEA # 7 V ERAS CESI g 11 IF 1. Welcher Art ist nun diese so sorgfältig verftedte Idee? Bier Wurzeln zeigt Neuendorff auf. 1. Es wird nur geturnt, gespielt und gesportelt. Das scheidet uns ganz gründlich von Sollmann, der in seinem Auffat unserer Turnerjugend als Muster seine Jugend gegenüberstellt, die tagelange Diskussionen über politische Zeitfragen hielte. Diese Jugend hält er für modern und bewundert sie. Uns tut sie mit ihrer Problematik und Schwazzhaftigkeit leid." Und weiter: Es ist der alte rationalistische Köhlerglaube, nach dem man meint, durch Aufklärung die Welt ändern zu fönnen. Man flärt jeguell auf und hebt die Sittlichkeit, man klärt über den Alkohol auf und erneuert das Leben, man flärt politisch auf und schafft den bestmöglichen Staat. Oder man glaubt, ihn schaffen zu können. Diese Bemühungen teilen wir allerdings nicht. Wie die Dinge liegen, sind außerdem Unterhaltungen über den Staat und die Staatsform Angelegenheit der Parteipolitik, und wir treiben grundsätzlich und jazzungsgemäß feine Parteipolitik." Und Herr Dominicus sagt: ,, Weil die Jugend, Gott sei Dank, vielfach angeefelt ist von dem Parteigetriebe, deshalb kommt ste zur Deutschen Turnerschaft. Und damit haben wir zugleich die Idee, die der Deutschen Turnerschaft und ihrem Fest angeblich fehlt." " 1 Die zweite Wurzel ist die Volksgemeinschaft", die Schicksals gemeinschaft". Neuendorff sagt darüber:„ Nur dadurch, daß ich mich in die Schidjalsgemeinschaft des Volkes dienend und opfernd einordne, komme ich zur Ueberwindung der Selbstsucht und werde zum wahrhaft wertvollen Menschen. Andererseits verirrt sich im pfadlosen Nebel, wer mit Internationalismus und Rosmopolitismus, mit Bölterverföhnung und Menschheitsbeglüdung anfangen will. Er zäumt das Pferd beim Schwanze auf. Mit der Arbeit an seinem Bolke muß man anfangen. Nur über starke und selbstbewußte Völker tommen wir zu einer glücklichen und friedvollen Menschheit." und in Unfreiheit und Knech tschaft halten, die uns ausbeuten auf Grund von Verträgen, die auf dummen und sinnlosen Lügen aufgebaut sind. Wir lehnen es ab, uns mit Vertretern eines Boltes, dessen Heere auf deutschem Boden Paraden Manöver abhalten und deutsche Menschen knechten, zu Festessen an einen Tisch zu setzen und freundschaftliche Wettkämpfe auszufechten. Natürlich haben jetzt die Herren Schlagwortdenker den Vorwurf des Nationalisten bereit. Es fümmert mich einen Dreck. Das hat gar nichts mit Nationalismus zu tun. Das geht uns einfach gegen das natürliche Gefühl von der Ehre und Würde unser selbst und unseres Boltes. Und dieses Volk lieben mir aus tiefftem Herzen, lieben es in allen seinen Gliedern und Teilen. Wir machen den Widersinn nicht mit, daß Deutsche heute Franzosen, Senegalneger, Japaner für ihre Brüder erklären und ihnen ewige Freundschaft schwören, aber den Deutschen, der nicht ihr Parteibuch hat, beschimpfen, überfallen, mißhandeln, totschlagen." ES LEBEN DIE SOLDATEN Das hat aber die Deutsche Turnerschaft nicht ab= gehalten, sich ebenfalls an der Olympia in Amsterdam zu be= teiligen, gemeinsam mit Negern, Franzosen, Ja= panern. Genug davon; der Beweis ist glänzend gelungen, und er be= ſtätigt nur, was die Arbeitersportler immer behaupten. Die Deutsche Turnerschaft hat Hochziele, sogar mehrere, nicht nur eins. Das erste ist: die Arbeiterjugend so mit Spiel und Sport zu beschäftigen, daß fie feine Zeit hat, an ihre elende Lage zu denken. Das zweite Autoritätsglauben und Frömmigkeit zu pflegen, was ihr augenblicklich ziemlich leicht fällt. Das dritte Hochziel ist: Volksgemeinschaftsgeist, unbekümmert um die trennenden wirtschaftlichen Gegensätze, oder vielmehr gerade zu dem Zweck, von ihnen abzulenten zur Bescheidenheit und Zufriedenheit. Das vierte Hochziel endlich ist: Nationalismus in Reintultur! Im Sinne dieser Hochziele ist auch das Jugendblatt der Deutschen Turnerschaft geleitet. Eine Probe davon gibt unser Bild, das wir der„ Turnerjugend" entnommen haben. Es ist die Bignette zu einem darin veröffentlichten Soldatenbild. Sie kennzeichnet haarscharf die Idee" dieser Organisation. Naturfreunde in Amerika. In Nordamerika 2000 Mitglieder. Mit Interesse wird auf dem europäischen Festlande die Entwicklung der Arbeiterbewegung in Amerika verfolgt. Beispielgebend darf wohl die Entwicklung der Naturfreundebewegung im Dollarlande hingestellt werden. Allerdings bestand auch in dieser Organisation schon immer recht enge Verbindung mit der Mutterorganisation in Desterreich. Das letzte Jahr hat nun dieser Bewegung in Amerika einen Aufschwung gebracht, der besondere Erwähnung verdient. Außer den rührigen Gruppen in San Franzisko, Oakland und Los Angeles, deren intensive Tätigkeit von der deutschen Arbeiterpesse schon im vorigen Jahre gewürdigt wurde, bestanden im Osten lange Zeit nur die alten Gruppen New York, Newark und Philadelphia. Die Mitgliederbewegung zeigte auch hier im letzten Jahre eine gute Aufwärtsentwicklung. Eifrigst wurden Wanderungen und bildende Veranstaltungen gepflegt. Mit besonderer Freude durfte vor etwa Jahresfrist die Gründung der beiden Ortsgruppen Chikago und Milwaukee begrüßt werden. Beide nahmen eine vorzügliche Entwicklung. Zu den in cbigen drei Gruppen vorhandenen rund 700 Mitgliedern tamen hier 300 neue. Neuerdings aber ist eine weitere Ausbreitung der Gesamtbewegung im Osten festzustellen. In Detroit, Paterson und Sheboygan wurden neue Ortsgruppen ge= bildet, in denen rege Wandertätigkeit sich entwickelt. Dadurch wird die gesamte nordamerikanische Naturfreundebewegung eine Mitgliederzahl von etwa 2000 aufweisen. Bei dem Stand der Arbeiterbewegung in Amerika überhaupt und der Wanderbewegung im besonderen ist das durchaus ein erfreuliches Zeichen gesunder Entwicklung. Für die östlichen Gruppen ergeben sich u. a. gern besuchte Wandergebiete am Delaware, in den Rocky Mountains und in den Bergen Pennsylvaniens. Neben den schon bestehenden vier Naturfreunde heimen soll am Delaware auf einem großen, durch Schenkung in den Besitz der Naturfreunde gelangten Gelände in nächster Zeit ein großes Gau- Ferienheim erstehen. Aber auch der poltijichen Pflichten sind sich die amerikanischen Naturfreunde bewußt. In dem vorzüglich ausgestatteten Gaublatt lesen wir dazu: ,, Es entsteht auch für viele, von klassenbewußten Arbeitern gegründeten Organisationen die Gefahr, daß sie von der umgebenden bürgerlichen Gedankenwelt beinflußt werden und ihres Klassencharakters verloren gehen. Wir Naturfreunde erstreben einen besseren Gesellschaftszustand und ein besseres Menschentum. Dieses Ziel tönnen wir aber nur erreichen, wenn wir nicht durch unsere Wanderungen die Flucht aus der rauhen Wirklichkeit suchen, sondern die heutige Gesellschaft mit ihren Klassengegen fägen zu ergründen suchen und an deren Beseitigung mitarbeiten." Das ist ein freudiges Bekenntnis zum Sozialismus auch bei den amerikanischen Naturfreunden. FTGB.- Pankow. Daß auch in Bantom die Liebe zum Arbeitersport und der Wille zur Mitarbeit am Bunde vorhanden sind, hatte die Gründungsversammlung der Freien Turnerschaft Groß- Berlin, Bezirk Bantow, gezeigt. Die von über 100 Arbeitersportlern besuchte Versammlung, von denen über 60 gleich dem Verein beitraten, legte ein beredtes Zeugnis davon ab, daß es auch in Panfom vorwärts geht. Als dritte Wurzel nennt Neuendorff die Erziehung zu freien Bersönlichkeiten". Wehrhafte deuische Menschen mit heidischem Lebensideal wollen wir erziehen." Er verwirft Am kommenden Freitag, 20 Uhr, findet in der neuen Turnhalle fogar den Krieg, verabscheut den Maschinen- und Gaskrieg, weil sie Bon Indifferenten nimmt es nicht wunder, daß solche Ideen"( altes Gasfernheizwert) in der alten Görschstraße, der erste TurnJeinem„ heldischen Lebensideal" nicht entsprechen, und versteigt sich sie anziehen. Organisierte und lassen bewußte Arabend statt, wozu alle bundestreuen Sportler und interessierte Mitjogar zu folgendem Ausspruch:„ Nein, nicht für den Krieg, für den beiter aber jollten wissen, daß fie ihre eigenen glieder der Partei eingeladen sind. Der erste Abend ist gemeinsam. Lebenskampf der Menschen und Völker untereinander mit den gewertschaftlichen und politischen Ideale mit Für Spiel und Sportgelegenheiten ist ausreichend gesorgt. Auch Mitteln des Friedens wünschen wir deutsche Menschen zur Wehr. Füßen treten, wenn sie solche Ideen unterstützen. Die Gründung von Kindergruppen soll vorgenommen werden haftigkeit des Gemütes, zur Härte, zum Heldentum zu erziehen." Herr Neuendorff ist ein persönlich hochachtbarer Mensch. Ihn zeich und hier haben die Eltern die beste Gelegenheit, die Anmeldungen Die vierte Wurzel endlich ist:„ Achtung vor allen Autoritäten, net vor vielen anderen Turnerschaftsführern eine ehrliche Auf- vorzunehmen. Alle Handballspieler treffen sich morgen den Führern. Hochachtung vor Vater und Mutter, from me Ehr richtigkeit aus. Er hat eine gefestigte Gesinnung und macht tein Donnerstag. 19% Uhr, bei Maß, Berliner Straße, Ecke Lindenfurcht vor unserem Herrgott." Hehl daraus. Aber diese Gesinnung ist gegen politische und promenade, zur Aufstellung der Mannschaften. Spielbeginn vorArbeitersportler halten Religion allerdings für absolute Brinatge wertschaftliche Aufklärung der Massen, ist für Ber- aussichtlich Sonntag, 14. Oktober. fache, die Kirchen aber und deren Diener bekämpfen sie als getreueste schleierung der klaffenden Gegensäße und für Ablenkung von Stützen der herrschenden Klassen wenige Ausnahmen bestätigen den viel wichtigeren Klassenfampfaufgaben. Diese Ge. die Regel. Die dritte Wurzel ist anscheinend ein Bekenntnis zur finnung ist die Gesinnung der Deutschen Turnerschaft Friedensliebe, zur Völkerversöhnung. R. K. Was sagt Neuendorff und aller übrigen bürgerlichen Verbände! Beschlüsse...! Gegen den bezahlten Amateursport. Die letzte Hauptversammlung des Bundes Deutscher Radfahrer hat nach einem Vortrage des Sportausschußporfigen den Eggert beschlossen, das llebel an der Wurzel zu fassen und den ehrlichen, aufrichtigen Amateursport durch eine Beseiti gung des industriellen Einschlages zu schützen. Dieser Schuß erstreckt sich nicht nur auf die einzelnen Fahrer, sondern auch auf die Bereine. Es ist allgemein bekannt, daß einzelne a briken die von der Industrie abgelehnte Amateurreklame dadurch 31 erreichen suchten, daß sie Vereine mit Industrienamen gründeten bzw. bestehende Vereine auf Industrienamen umgetauft haben. Leider fanden die Firmen bei diesem Unterfangen allzu willige Mitarbeiter und außerdem bei den Vereinen ein beschämendes Entgegenkommen. Die treu zum Amateurprinzip haltenden Vereine haben damals energischen Protest gegen den ihnen durch die Industrievereine angetanen Abbruch erhoben, und die Versamm: lung hat einstimmig beschlossen, Vereine mit Industrienamen nicht mehr aufzunehmen und für das Jahr 1929 die Aenderung aller Industrienamen zu verlangen. Nach diesem Beschluß kann ab jetzt Pein neuer Verein mit Industrienamen gegründet und kein bestehender Verein auf einen Industrienamen umgetauft werden. Die Bundeshauptversammlung beschloß ferner, für das Jahr 1929 Wettbewerbe zu verbieten, die den Namen eines Werkes oder einer Marke tragen. Ferner wird die Annahme und das Aussetzen ist ferner festgestellt worden, daß Vereine mit einzelnen Firmen Abkommen gehabt haben, durch welche die Mitglieder des Vereins verpflichtet worden sind, das Fabrifat einer bestimmten Firma zu benuten. Das hat aber mal lange gedauert, che man sich im BDR. zu folchen Beschlüssen aufraffte. Der Skandal wurde den Leuten offen bar zu groß, so daß man jetzt wenigstens Beschlüsse faßte. Fragt fid) mur, mie lange es dauert, bis Industrie und Fahrer neue Maschen entdecken, durch die sie hindurchschlüpfen können. müssen allerdings neue Beschlüsse gefaßt werden. Es ist nun einmal jo im bürgerlidyn Sport! Dann Um die Berliner Boxmeisterschaft. In den Germaniasälen wurde gestern die. letzte Borschlußrunde um den Berliner Mannschaftsmeister im Bogen, für die sich der B. C. Heros und Borklub Maccabi qualifiziert hatten, abgewickelt. lleber Maccabi waltete gestern ein Unstern. Der Federgewichter Fuchs und Beyner( Mittelgewicht) tamen zu spät zur We. Dadurch fielen allein vier Punkte kampflos an Heros. Im Weltergewicht mußte Maccabi gleichfalls die Punkte kampflos an eros abgeben, weil Szabas wegen Fiebers nicht antreten tonnte. Schließlich gingen noch im Schwergewicht die Punkte ohne Kampi an Heros, da Maccabi in dieser Gewichtsklasse über keinen Borer verfügt. Mit einem Vorsprung von 8: 0 Punkten ging dann Heros auch mehr als hoffnungsvoll in den Kampf. Der Sieg war damit eigenilich schon entschieden. von Materialpreisen ab 1929 verboten sein. Die Hauptversammlung Im Fliegengewicht errang Ball( M.) über Klemm stellte sich einstimmig auf den Standpunkt, daß eine Rüdtehr( 5.) einen einstimmigen Bunftfieg. Klemm mußte in der zweiten aum reinen Amateursport erforderlich ist und daß der Runde mehrmals auf die Bretter, die 3. Runde verlief sehr bewegt, Lohn für den Sieg feine Entlohnung für Aufwandskosten sein soil. doch konnte K. den Bunktsieg feines Gegners nicht mehr gefährden. Es werden 1929 nur noch Ehrenpreise gegeben werden. Im Bantam schlug Moehl( 5.) nach einem flotten Kampf In einer Sigung mit der Industrie, den anderen Verbänden und Friedländer II( M.) glatt nach Punkten, Moehl, der dem bem preußischen Innenministerium ist vereinbart worden, daß ab Maccabimann an Größe und Reichweite unterlegen war, seẞzte sich 1929 feine Industrierennen mehr stattfinden und feine tapfer durch und brachte Friedländer in der zweiten Runde Materialpreise mehr gegeben werden sollen. Erläuternd sei noch fogar einmal bis 5 zu Boden. Im Leichtgewicht siegte hinzugefügt, daß die Fülle von Rennen und die übertriebenen Werte ma 13( M.) über Buchholz( 5).) nach Punkten. Der MittelgewichtsDer Materialpreise für Straßenrennen demoralisierend auf die tampf jah den routinierten Volkmar( 5).) über Veyner( M.) Fahrer gewirkt hat. Es ist vorgekommen, daß Fahrer ihre Stellun in einem Einladungstampf als Sieger. Im Halbschwergewicht gen verlassen und sich als Arbeitslose gemeldet haben, um mit Unterschlug Pistulla( 5.) Buchbaum( M.) sicher nach Punkten. tützung der Industrie als„ Amateur" Rennen zu bestreiten. Es Resultat: 12: 4 für Heros. Hobs Neues Schachmeisterturnier in Berlin. Kurz nach Beendigung des vom Berliner Shachverband veran stalteten Turniers beginnt bereits am Donnerstag im Café Rönig zu Berlin ein neues Turnier. Teilnehmer sind: Capablanca, Marshall, Nimzowitsch. Reti, Rubinstem, Spielmann, Tartakower und als einziger Deutscher Dr. Tarrajch. Es ist bedauerlich, daß man den besten deutschen Spielern teine Gelegenheit zur Teilnahme gegeben und ferner auch Bogoljubow, den Sieger des soeben beendeten Turniers, der in Kissingen vor Capablanca endete, ab= gewiesen hat. Die Rennfahrer- Bereinigung auf der Rütt- Arena. Auf der Rütt- Arena will die Rennfahrer- Bereinigung von 1928 am Sonntag, 14. Oktober, ein großes Trainingsrennen abhalten. Viele Fahrer von Rang und Namen haben bereits ihre Beteiligung zugesagt. Besonderes Interesse dürfte der Start des neuen Zeitungsmeisters Georg Schütze hervorrufen. Es sind Fliegerwettbewerbe und eines der so beliebten Mannschaftsrennen vorgesehen. Die nächsten Berliner Bortämpfe. Im Borring ,, Neue Welt" finden am Freitag, 12. Oktober, wieder drei internationale Borfämpfe statt. Der Stuttgarter Schwergewichtler Ernst Gühring kämpft mit dem Italiener Carlo Coty, Otto Lauer( Saarbrücken) geht mit dem Franzosen M. Thouvenin in den Ring Gegner. Weiterhin kämpfen W. G laser( Berlin) und F. Kracht und A. Kiausch( Berlin) erhält den Schweizer Kräuch i als ( Hamburg). Wieder ein tödlich verlaufener Borkampf. Einen tragischen Ausgang hat ein Borkampf in Florenz genommen. Der Florentiner Cecchi wurde von dem italienischen Meister Silva fnod out geschlagen und mußte ins Krankenhaus gebracht werden, wo er bald darauf verstarb. Man nimmt an, daß er einen Bruch. der Wirbelsäule erlitten hat. Arbeiter- Handball. Berichtigung! Das Resultat vom Werbespiel in Fürstenwalde am 7. Oftober ist nicht Moabit- Erfner 4: 1, sondern F. T. Erkner 4: 1( 2: 0). der gesamten Arbeitersportbewegung, der Reichsarbeitersporttog, foll Reichsarbeitersportfag 1929. Die alljährlich größte Kundgebung im nächsten Jahre am 23. Juni als der Tag der gemeinsamen Demonstrationen der Gesamtbewegung vor sich gehen. Bundesreue Vereine teilen mit: Ruberverein Collegia, E. B., Charlottenburg. Das Abrudern findet Conntag, 14. Dtober, 10 Uhr, statt. Abends gemütliches Beiſammenſein. Freie Ranu- Union Groß- Berlin. Donnerstag, 11. Oktober, Vorstandssitzung int Sporthaus Eiche, Köpenid, Gartenstraße 23. Beginn 20% Uhr. Bom Bäcker zum Meisterdompteur. Die Auseinandersetzung zwischen Tier und Mensch ist so alt wie die Menschheit selbst. Seit Urzeiten hat es für uns einen Reiz, das Tier zu bezwingen. Die menschliche Zivilisation war nur möglich durd) brutale Unterdrückung oder freundschaftliche Gewöhnung des Tieres. Doch sonderbar ist es, daß gerade heute, wo das Tier durch die Maschine immer mehr aus unserem Leben verdrängt wird, die Tierdressur die denkbar größten Erfolge feiert. Das bezweckt nicht die viel gepriesene neue, sondern die richtige Sachlichkeit. Man begegnet dem Tier weder in einer verschwommenen seelischen Einstellung, die menschliche Fahigkeiten und Empfindungen in eine wesentlich anders geartete Kreatur hineingeheimnist, noch in blöder leberhebung, die ein Tier wie eine Maschine wertet. Gegenwärtig hat man den festen Vorsatz, das Tier zu achten und zu schützen, so wie es ift. Daher weiß man auch mit absoluter Sicherheit: das Tier ist ein Gewohnheitstier. Auch Kaden, der jüngste der Hagenbeckschen Dompteure, der jetzt im Zirkus Busch auftritt, macht sich dieses Wiffen zunube. Sechs Monate arbeitete er still in der Dressurhalle in Stellingen und nunmehr bringt er es fertig, Löwen vom Pferde aus vorzuführen. Das Pferd ist ein kleiner fräftiger schwarzer Teufel, den Hagenbecks Somalitruppe vor zwei Jahren mit nah Europa brachte. Kaden sitzt im Sattel und die Löwen und ein deut: jcher Schäferhund, ein tapferer Gefelle, machen spielend alle KunstVOLKS | warme wirten werde. Wie uns dazu vom Reichswehrministerium mit< geteilt wird, gibt es teine Reichswehr- Musiklehrabteilung", an dieser Veranstaltung habe auch keine Reichswehrmusik teilgenommen. Es habe sich um eine Ziviltapelle gehandelt, die eine Phantafie- Uniform und dazu einen Helm mit dem Hakenkreuz getragen habe. Vielleicht erfährt man jetzt noch, was gegen den Mißbrauch des Namens der Reichswehr veranlaßt worden ist. stückchen, die ihrer Natur liegen und die man von ihnen verlangt. I daß dabei eine Reichswehr- musitlehrabteilung" mi Löwe und Pferd! Bor Jahrzehnten hat man es für unmöglich ge Wurde doch selbst die halten, fie gemeinsam zu dressieren. große Claire Heliot einmal angefallen, weil man Pferde an den Löwenwagen vorbeigeführt hatte. Kaden führte im Alter von 22 Jahren seine erste RaubtierIn Berlin hatte er vor zwei Jahren mit einer Tiergruppe vor. gruppe großen Erfolg. Er reiste mit ihr nach England und hier, wo die Tierschußvereine jede Raubtiergruppe unter die Lupe nehmen, war man sehr zufrieden mit den geräumigen, sauberen Transportwagen und den harmlosen Waffen( die leicht zerbrechliche Bambusstange und die Peitsche) des Dompteurs. Nunmehr hat der erst Sechsundzwanzigjährige, dem Liebe zu den Tieren und ein fester Wille den Weg zum Dompteurberuf ebneten denn als gelernter Bäder hatte er ja nichts mit Tieren zu tun, ein außergewöhliches Ergebnis mit der neuen Erziehungsmethode erzielt. Wir sind also so weit, daß man Löwen die Rauf- und Raublust abgewöhnen tann. Wann wird das gleiche bei den Menschen der Fall sein? Erna Büsing. Eine völkische Irreführung. Wir teilten am 29. September mit, daß zu einem 3. Märfertag" im Berliner Eportpalast eingeladen worden sei. Die Haken treuzler, von denen diese Veranstaltung ausging, hatten behauptet, Keine Einigung in München- Gladbach. Die vor dem Borsigenden des staatlichen Schlichtungsaus schusses für den München- Gladbach- Reydter Bezirk von Landgerichtsdirektor Dr. Fehr geführten unverbindlichen Besprechungen über den Lohn- und Tarifftreit in der Textilindustrie sind nach vierstündiger Dauer ergebnislos verlaufen. Der nordfranzöfifche Textilarbeiterstreit beendet. Der Tertilarbeiterstreit in Nordfrankreich fann nunmehr als beendet angesehen werden. Die Vermittlungsversuche der Regierung haben zu dem Erfolg geführt, daß unter dem Vorsitz des Präfekten des Departements Nord Lohnverhandlungen in Gang gekommen sind. Selbst die kommunistischen Streikhezzer haben die Nuglosigkeit ihrer Bemühungen eingesehen und die Parole zur Wiederaufnahme der Arbeit ausgegeben. Geschäfts- Anzeiger o FEUERBESTATTUNGS- VEREIN VVaG vormals Volks- Feuerbestattungs- Verein Groß- Berlin 1913 UNTER REICHSAUFSICHT Nach dreimonatiger Mitgliedschaft unbedingten Rechtsanspruch auf kostenlose, pietätvolle Bestattung Kein Kirchenaustritt erforderlich [ G. F. 54 Man verlange kostenfreie Zusendung eines Prospekts oder Vertreterbesuch Haupt. Geschäftsstelle: Berlin N. 4, Invalidenstr. 110 Fernruf Norden 38 85-88, 50 44 Frisier- Salon für Damen u. Herren Gute Bedienung Solide Preise Gustav Scholze G. 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