Morgenausgabe Rt. 483 A 245 45.Jahrgang Böchentlich 85 Bl. monatlich 3,60 2. im sareus zahlbar, Boftbezug 4,32 02. einf Beftellgeld, Auslandsabonne ment 6,- 2. pro Monat. Der Borwärts" ericheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die bendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend". Illustrierte Beilagen Bolk und Zeit und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Biffen". Frauen ftimme". Lenit". Blid in bie Bücherwelt" und Jugend- Borwärts M901910 Vorwärts Berliner Boltsblatt Freitag 12. Oftober 1928 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Die etnipaltige Nonpareillezetle 80 Pfennig. Reflamezeile- Reichs mart. Kleine Anzeigen das eitge drudte Bort 25 Pfennig( auläffig we jettgebrudte Borte), jebes weitere Bort 12 Pfennig. Steüengefuche das erste Bort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben zahlen für zwei Borte. Arbeitsmarkt Beile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen. annahme im Hauptgeschäft Linden. ftraße 3, wochentagl, von 81%, bis 17 Ubr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 fernsprecher: Dönhoff 292-297 Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts: Verlag G. m. b. H. Bostichedklonto: Berlin 37 536. Bankkonto: Banf der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft. Depofitenkaffe Lindenstr. 3 Partei und Wehrmacht. Die Wehrpolitik der österreichischen Sozialdemokratie. Von Dr. Julius Deutsch, Wien. Als in den Umsturztagen des Jahres 1918 die faiser- und fönigliche österreichisch- ungarische Armee zerfiel, sah sich die österreichische Sozialdemokratie mit überraschender Blößlich teit vor eine folgenschwere Entscheidung gestellt: Sollte sie, wie es nicht wenige ihrer Mitglieder forderten, auf die Auf tellung einer jeden Wehrmacht verzichten, also eine vollständige Abrüstung herbeiführen, oder sollte sie an die Stelle des alten habsburgischen Heeres eine neue Wehrmacht, eine Wehrmacht der Republit, setzen? Für den ersten Teil der Alternative sprach die starke und durch den Krieg noch gesteigerte Friedensliebe des Proletariais, die nun erfüllbar zu sein schien. Für den zweiten Teil sprach die Ueberlegung, daß es faum gelingen könnte, die Aufstellung eines neuen Heeres auf die Dauer zu verhindern. Zeppelin in Fahrt. Heftige Gegenwinde.- Letzte Standortsmeldung aus Spanien. Madrid, 12 Uhr nachts.( WTB.) Südwechselt und steuert westlich in die Gegend der Garonne. Das Luftschiff Graf Zeppelin" hat scharfen Er dürfte, wenn dieser Kurs, der eine Besserung der Wetterlage Gegenwind zu überwinden und ist bei etwa 80 Rilp. vorauslegt, weiterhin eingehalten wird, das Festland bereits füdmeter Geschwindigkeit über Valencia in üblich von Bordeaux verlassen. 14 Uhr 5 Minuten: Das Luftschiff„ Graf Zeppelin" hat, fran spanien gesichtet worden. zösischer Zeit, Montelimar in 300 Meter Höhe passiert. 15 Uhr 30 Minuten: Das Luftschiff Graf Zeppelin" überflog den Ort Les Saintes Maries de la Mer im Rhonedelta. 16 Uhr 30 Minuten: Das Luftschiff passierte Marseille mit Kurs auf das Mittelmeer. Allem Anschein nach will Dr. Edener, wie von Anfang an auf Grund der Wettermeldungen Straße von Gibraltar und den Atlantischen Ozean erreichen. vermutet wurde, an der afritanischen Küste entlang die Vorbereitungen in Amerika. C New York, 11. Oftvoer. ,, Associated Pres" meldet aus Washington: Das Kriegsamt hat den Kommandanten des 2. Armeekorps. Bezirks ermächtigt, Anordnung zu treffen, daß alle verfügbaren Flugzeuge dem Graf Zeppelin" das Geleit geben, sobald er sich der amerikanischen Küste nähert. Das Kriegsamt verfügt jedoch, den Flugzeugen sei größte Vorsicht anzuempfehlen, damit sie den Flug des Luftschiffes nicht behindern. Bohl war es möglich, in den Tagen des Zusammen bruchs, als das Bürgertum, fopflos und erschreckt, feinen craften Widerstand zu leisten vermochte, der Aufstellung eines neuen Heeres zu begegnen. Aber wer die Dinge mit halb wegs flarem Blid erschaute, mußte sich sagen, daß dieser Zustand doch nicht lange andauern fonnte. Es hatte bisher noch feinen Staat ohne eine Wehrmacht gegeben, und es war nicht Falls der Zeppelin nachts eintreffe, seien die Fluganzunehmen, daß just Deutschösterreich imstande sein könnte, zeuge wegen der erhöhten Gefahr nicht als Eskorte zu ver als einziger Staat Europas ein solches Experiment wenden. Das Staatsdepartement und das Marineamt zu wagen. Dazu in einem Augenblid, der für das junge haben ausführliche Kabelberichte über den Start des Staatswesen nicht ohne schwere innere und äußere Gefahren Zeppelins in Friedrichshafen erhalten. Der amerikanische war. Im Inneren des Landes waren die Zehntausende ab tonful in Stuttgart teilte dem Staatsdepartement mit, gebauter Offiziere und Unteroffiziere zu fürchten, die, wenn dan ber Flug voraussichtlich 72 Stunden bean ihnen teine genügend starte Staatsmacht gegenüberstand, die junge Republit über den Haufen zu rennen vermochten. Anspruchen, werde. den Grenzen der Republit standen Nachbarn, die nicht nur Infolge anderweitiger Verpflichtungen ist es iveber Deutschösterreich übelwollten, sondern überdies fich noch unter- Staatssekretär Kellogg noch Marinesekretär Wilbur mögeinander spinnefeind maren. Man brauchte deshalb wenig lich, der Ankunft des Zeppelins beizuwohnen, jedoch wer stens so viele Soldaten, um die Neutralität der Reden Hilfsmarinesekretär Warner und Konteradmiral publif verteidigen zu können, follte das unglückliche Moffett, der Leiter der Aeromantischen Abteilung des Land nicht auch noch zum Kriegsschauplatz der sich befriegen- Marineamts, beim Empfang des Luftschiffes in Lakehurst den Nachbarn werden. anwesend sein. Die österreichische Sozialdemokratie verzichtete unter diesen Umständen auf die Erfüllung ihrer pazifistischen Ideale, stellte sich refolut auf den Boden der gegebenen Tatsachen und trat für die Aufstellung einer neuen Wehrmacht ein. Mehr noch: ihre Vertrauensmänner, waren es, die an die Spize des Heeres traten. Freilich, es war flar, daß das Heer der Republik anders ausjehen mußte als das Heer der Monarchie. Die schrankenlose Herrschaft des Offizierstorps, die in der Habsburgerarmee eine Selbstverständlichkeit war, mußte gebrochen werden. In den Umsturziagen wurde diese Notwendigkeit durch den großen Einfluß der Soldatenräte erfüllt. Die Bolks wehr", wie in dieser schweren Zeit das österreichische Heer hieß, war eine Arbeiterarmee. Das sozialistische Proletariat hatte zu den Waffen gegriffen, die Kasernen besetzt, die ersten Kompagnien aufgestellt und mit seinem Geiste erfüllt. Ihm ist es zu danken, daß trotz des großen Notstandes, der damals herrschte, die Ordnung aufrechterhalten und die republikanische Berfaffung gegen alle Anschläge ihrer Feinde durchgesetzt werden konnte. Als aber die Tage des Umsturzes vorüber waren und überdies die Entente im Friedensvertrag Bedingungen vorschrieb, die mit dem bisherigen Aufbau des österreichischen Heeres nicht in Einflang gebracht werden konnten, mußte eine neue Wehrmacht aufgestellt werden. Die Sozialdemo fratie war start genug, bei dem Aufbau der neuen Wehrmacht Einrichtungen schaffen zu tönnen, die für geraume Zeit ihren demokratischen und republikanischen Charakter sicherten. 21 19 Uhr 50 Minuten: Das Luftschiff ,, Graf Zeppe lin" überflog Barcelona. Die radiotelegraphische Station Prat del Llobregat versucht, sich mit dem Luftschiff in Verbindung zu sehen und von ihm zu er fahren, welchen Kurs es einzuschlagen beabsichtigt. Die Wetterlage über dem Ozean. Die Wettermeldungen, die am Morgen des 11. Oktober sehr günstig lauteten, wurden später ungünstiger. Man legte Dr. Edener nahe, den Start zu verschieben. Der alte Braftifer jah davon ab. Die Verfuchsfahrten, die bis an die englische Küfte führten, müssen eine derartig überzeugte Leistungsfähigkeit des 2. 3. 127" ergeben haben, daß Edener Windstärten auf dem Dzean, die an die Geschwindigkeit des deutschen Luftschiffes heranreichen, nicht scheut. er vor 20 Jahren, als Seppelin 4" an dem hiftorischen Birnbaum Leistungsfähigkeit der Zeppeline zu sprechen gewagt hätte, den bei Echterdingen zerschellte, von dieser fahrplanmäßigen würde man in Deutschland nicht für ganz voll genommen haben. Dr. Edener, der Kommandant des L. 3. 127 Graf Zeppelin", hat sich erst in den Morgenstunden des 11. Oktober zum Start entschlossen. New York, 11. Oktober. Nach Ansicht der New Yorker Wetterwarte jei és flug gewesen, daß der Zeppelin den füdlichen Kurs eingeschlagen habe, da füdlich des 40. Breitengrades feine Stürme vorhanden seien, wäh rend zwischen dem 40. und dem 50. Breitengrad ein Sturmzentrum festgestellt worden sei. Alle Anzeichen sprächen für ein flares Wetter und nur leichte Westwinde auf dem ganzen Wege nach den 3n Erwartung des Graf Zeppelin". New Yort, 11. Oktober. Die späteren Ausgaben der Morgenblätter und die Nachmittagsblätter melden in riefenhaften Ueberschriften den Abflug des„ Graf Zeppelin". Allenthalben äußert sich das gewaltige 3nteresse, das das amerikanische Publikum an der Ame- zoren, mit Ausnahme lokaler Regenschauer. Die Washing ritafahrt des deutschen Luftriefen nimmt, die bereits seit mehreren ruhiges, windstilles Wetter herrsche, das für die Azoren außerordenttoner Wettermarte meldet, daß in der Umgebung Hortas Tagen das allgemeine Gespächsthema bildet. lich felten fet.mi Nachdem der Graf Zeppelin" nunmehr feine Reife angetreten hat, hat sich das Intereffe 3u fieberhaffer Spannung gesteigert. Obwohl die Ankunft des Luftschiffes erft für Sonntag erwartet wird, jo rechnet man doch damit, daß bereits Sonnabend mittag in Lakehurst, dem Landungsplah, ein gewaltiger Andrang von Menschenmaffen einsehen wird. Aus allen Windrichtungen eilen vollbefehte privatautomobile herbei. Die Automobile müffen etwa anderthalb kilometer von der Luftschiffballe in Cafehurst halten und die Automobilisten werden vom Parkplatz in befonderen Automobilomnibuffen nach dem für die Znichaner beftimmten Teil des Flugfeldes befördert. Hamburg, 11. Ottober. → Um 18.30 Uhr berichtet das Seeflugreferat der Deuts fchen Seewarte über die Wetterlage über dem Ozean wie folgt: Die Wetterlage hat sich Donnerstagvormittag nicht wesentlich verändert. Unter dem Einfluß des Tiefdrudgebiets/ über England herrscht über dem Festland und über Frankreich ein ausgedehntes Niederschlagsgebiet mit tiefliegenden Wolken. Das hat das Luftschiff veranlaßt, seine Fahrt nach Süden abzudrehen, um in das Hochdruckgebiet zu gelangen, das sich von Spa nien aus west wärts über den Ozean erstreckt. Im Gegensatz zu den stürmischen Winden, die zwischen 45 und 30 Grad nördlicher Breite auf dem Dzean herrschen, treten in diesem Ho hdruckviertel nur verhältnismäßig schwache Winde auf bei heiterem aber leicht 12 Uhr: Das Luftschiff Graf Zeppelin" ist vom Militärflug bewölftem Wetter. Auf dieser Südroute wird im weiteren Berlauf plas non gesichtet worden. Es fliegt in Richtung Marseille weiter. Der Fahrt brauchbares Flugwetter angetroffen werden, da ein 13 Uhr: Nach dem Paffieren von Lyon hat der„ Graf Zeppelin" weiteres Hochdruckgebiet, das jetzt auf der Ostküste des amerikanis den ursprünglich nach Süden gerichteten Kurs anscheinend geschen Kontinents liegt, rasch oftwärts weiterwandert. Ueber Frankreich und Spanien. Die demokratische Berfaffung des österreichischen Heeres ficherte den 30 000 Soldaten, die der Friedensvertrag geftattete, die vollen Staatsbürgerrechte, insbesondere das Reaktionäre vollständig stimmen würde, gäbe es schon längst| wahrt werden kann. Die Verwendung des Heeres hängt ahlrecht und die Koalitionsfreiheit, veranferte nur mehr einen Bruchteil republikanischer Soldaten. Aber selbstverständlich ganz ebenso wie die des ganzen staatlichen die Rechte der Vertrauensmänner und stellte den diese Rechnung stimmt nicht ganz, denn die demokrati- Machtapparates in legter Linie von den im Lande bestehenden ganzen militärischen Apparat unter die Kontrolle von Barichen Einrichtungen bewirten, daßtroballen politischen und gesellschaftlichen Machtverhältnissen lamentstommissären. Drudes der Borgefegten sich immer wieder ab. Die demokratischen Einrichtungen geben nur die Mög junge Leute finden, die von ihrem gesez lichte it, im Heere Fuß zu fassen und es auf diese Weise ichen Recht Gebrauch machen und sich gewert und zwar auch nur bis zu einem gewissen Grade int schaftlich organisieren. So ist die Wehrmacht bis zu Klaffentampfe neutralisieren zu fönnen. einem gemiffen Grad zu einer Art Retrutenschule für die Gemertschaft und den republitanischen Gedanken geworden. Natürlich wird bei einer weiteren andauernden Herrschaft der Reaktion die Zahl der republika nischen Soldaten im österreichischen Heer finfen, aber man darf wohl, ohne Optimist zu sein, voraussagen, daß die demofratischen Kräfte nie ganz aus der Wehrmacht verschwinden werden, solange den Soldaten die Staatsbürgerrechte gewahrt sind. Jahrelang haben die Reaktionäre, die schon am Ende des Jahres 1920 zur Regierung famen und seitdem ununterbromen das Staatsruder in der Hand haben, versucht, die Wehrmacht zu einem Werkzeug der Reaktion umzugestalten. Je selbstbewußter das Bürgertum wurde, um so größer war der Druck, den man auf die Soldaten ausübte. Durch einen unerhörten Terror und eine Wiüfürherrschaft sondergleichen versuchte man die republikanischen Wehrmänner einzuschüchtern. So lange der Ersaß der Wehrmacht durch ein Bartelübereinkommen geregelt war, gelang es den Realtionären nur sehr schwer, thre Absichten zu verwirklichen. Seit dem eine solche Bereinbarung nicht mehr zustande tam, wurde es für die republikanischen Kräfte im österreichischen Heere immer schwieriger, sich zu behaupten. Die Aufnahme in das Heer erfolgt jezt ebenso wie in Deutschland unter der Mitwirkung realtionärer und zum Teil jogar putichistischer Organisationen. Wenn die Rechnung der Insofern haben sich also die demokratischen Einrichtungen des österreichischen Heeres bewährt. Es liegt uns aber fern, ihre Wirkungen zu überschäßen. So ist es nicht; daß eine Arbeiterpartei allein durch die Erfämpfung demokratischer Einrichtungen im Heere vor jebem Mißbrauch bes Heeres be Berschiedentlich ist auch in der österreichischen Sozialdemokratie der Gedante erörtert worden, ob die Partei fidy nicht wieder, so wie in der Vorkriegszeit, zum Milizinstem befennen solle. Nachdem uns aber das Söldnersystem durch den Friedensvertrag vorgeschrieben ist, fommt der Erörterung dieser Frage im Augenblid Teine erhebliche praktische Bedeutung zu. lleberdies lehrten uns ja die prattischen Erfahrungen, die wir im letzten Jahrzehnt zu machen Gelegenheit hatten, daß es nicht so sehr auf das Heeressystem antommt, sondern auf seine innere Verfassung. Die demokratischen Einrichtungen, die in der Umsturzzeit erkämpft wurden, zu behaupten und womöglich noch weiter auszuge ftalten, bleibt nach wie vor das Ziel der Wehrpolitif ber afterreichischen Sozialdemokratie. Borarbeit zur Reichsreform. Das Reichsinnenministerium führt. Der Berfassungsausschuß der Länderfonferenz tritt am 22. Dttober in Berfin zu einer neuen Tagung zusammen. Das Reichs innenministerium hat den dringenden Wunsch, die Arbeiten für die Reichsreform zu beschleunigen; es teilt diesen Wunsch mit der preußischen Regierung. Der von der Länderfonferenz eingesetzte Ausschuß hat bisher vorbereitende Arbeiten geliefert. Es sind gutachtliche Berichte her gestellt worden von dem preußischen Ministerialdirektor Bredt, dem fächsischen Ministerialbirettor Boebi effter und dem banerischen Ministerpräsidenten Held. Es liegen ferner nor eine Darstellung über die Berwaltungsgemeinschaften, Dentschriften über die Fondsverwaltung und die Grundsaßgefeßgebung, über die Frage der Enklaven und Erliaven und eine Uebersicht über alle Vorschläge zur Reichsreform, aus der hervorgeht, daß bisher nicht weniger als 90 Borschläge vorliegen. Den Borfiz im Länderausschuß führt bei der tommenden Tagung Reichskanzler Hermann Müller: Reichsminister Severing ift stellvertretender Borsigender. Ferner find in den Ausschuß die Reichsminister Hilferbing, Roch und Guérard eingetreten. Das Reich sinnenministerium beabsichtigt im Gegen fab zur Haltung des Herrn v. Reudell in der Bürgerblodregierung in ben Fragen der Reichsreform die Führung zu überneh. men. Auf Grund des vorgearbeiteten Materials wird Reihsinnen minifter Severing Leitfäße zur Reichsreform aufstellen, mit denen sich die Reichsregierung beschäftigen wird. In der Bragis hat sich gezeigt, daß die heutige Bänderwirtschaft unhaltbar ist. Das Reich hat den Thüringischen Rechnungshof übernommen, die Uebernahme der hessischen Justizverwaltung und der Justizverwaltung von Mecklenburg- Schwerin ist zu erwarten. Zwischen Sachsen und Thüringen hat eine teilweise Flurbereinigung zahlreiche Enklaven und Ertlaven beseitigt.. Die Benachteiligung Preußens im Reichsrat. In dem Bericht, den Ministerialdirektor Boeksch- Heffter dem Berfaffungsausschuß der Länderkonferenz vorlegen wird, befindet sich auch eine lehrreiche llebersicht über die zahlenmäßige Auswirkung ber Stimmen des Landes Preußen im Reichsrat 1921 bis 1928. Aus hiefer Uebersicht ergibt sich, daß Preußen im Reichs rat feit dem Jahre 1921 im ganzen nur bei 48 von 257 * amentlichen Abstimmungen mit bem pollen Ge wicht seiner Stimmen zur Geltung fam. In weiteren 13 Fällen hätte Breußen voll zur Geltung fommen tönnen, wenn der oberschlesische Provinzialvertreter schon gewählt gewefen wäre und mit dem Staatsministerium gestimmt hätte. In 63 hamentlichen Abstimmungen hatte Breußen weniger oder nur ebento otel Stimmen wie Bayern. Die unterstützten Arbeitslosen. Zunahme der männlichen, Abnahme der weiblichen unter flüßzien. Vom Werden der Justizreform. Ein Vortrag des Reichsjuftizminifters. In einem Kreise Don Bressevertretern sprach am Donnerstag| zugelaffen fein. Die Unterhaltspflicht des unehelichen Baters der Reichsjustigminister Dr. Roch Befer über die in nächster wird erweitert. Dafür wird ihm aber auch in geeigneten Fällen Beit vom Reid geplanten Rechtsformen. Der Bortrag umfaßte eine so große Anzahl von Materien und Problemen, daß troß mehr als einstündiger Dauer der Minister bei vielen Dingen nicht mit der Ausführlichkeit vermeilen fonnte, die mancher zu hörer gewünscht hätte. Das galt namentlich von der Strafgefehform. Der Minister betonte, daß der von der vorigen Regierung einge brachte Entwurf Grundlage der Berhandlungen bleiben folle, daß aber die jetzige Regierung in manchen Puntten von ihm abwiche und fich freie hand vorbehalte. Eine klare Bräzifierung ber Punkte, in denen die neue Regierung den alten Entwurf prets gibt, erfolgte jeboch leider nicht, obwohl man namentlich eine Stellungnahme des Minifters zur Todesstrafe hätte erwarten und wünschen tönnen. Das neue Auslieferungsgefeg steht eine Auslieferung fünftig nur bann vor, wenn außer dem Justisministerium auch das Gericht der Auslieferung zustimmt. Berhält sich auch nur eine diefer beiden Stellen negativ, so erfolgt die Auslieferung nicht. Dies ist zweifellos ein Fortschritt. Sehr bedenklich dagegen ist die Bestimmung, wonach fünftig auch Auslieferung politi. scher Berbrecher bei„ besonderer Berwerflichkeit ihrer Tat" erfolgen foll. Das öffnet zweifelhafteften Auslegungsfunftftüden Tür und Tor. Bu begrüßen ist es, daß die Reform der Chefcheidung und des Rechtes der unehelichen Kinder nunmehr in Fluß fomnt. Bei der Chefcheibung foil neben dem Berschulbungsprinzip Minifig auch das 3errüttungsprinzip Symptome. Das fommuniffische Boltsbegehren im roten Mittei za deutschland. Halle, 11. Ottober.( Eigenbericht.) Die KPD. bezeichnet ben Halle- Merseburger Bezirt als eines ihrer Hauptzentren. Die bisherigen Ergebnisse des Bolts begehrens in diesem Bezirk dürften darum besonders lehrreich für die Aussichten des Boltsbegehrens überhaupt sein. In Halle haben sich bis gestern etwa 3500 Berionen eingezeichnet. Am gleichen Tage waren zum Boltsbegehren vor dem Fürftenabfindungsoolfsentscheid in Halle 23488 eingetragen. Da die KPD. bei ber legten Reichstagswahl in Halle rund 30 000 Stimmen aufbrachte, mirb tiar, daß fie am Ende dieses Boltsbegehrens taum ein Sechstel ihrer Wahl stimmenrefultate in der mitteldeutschen Hochburg des Kommumis mus wird muſtern fönnen. Ganz erschütternd aber sieht es um alle herum, namentlich im Umkreis des Beuna. Bertes, aus In Merseburg maten bis geffern nur 250 Eintragungen erfolgt. In der großen Beunaffebhing Roeffen hat fi ein einziger eintragen laffen. Aus dem Ort Beuta felbft finb 3 mei zur Cinfragung ge gangen. Dieses Fattim ift um jo intereffanter, als bie tommu tostau betegraphiert hat, bie nach Sehntausenden zählenbe Beuna Belegschaft mürbe gefchloffen für Sowjetrußland zum Schuh gegen den deutschen Panzerfreuzer Imperialismus marschieren! Die Zahl der Hauptunterstügungsempfänger in der Arbeitslofenversicherung ist, wie amtlich mitgeteilt wird, in der Jett vom 15. bis 30. September 1928 nahezu unseranoest geblieben. Sie ist von rund 576 500 auf 577 000, das ist um 500 ober um 0,1 Pro3. gefliegen. Betrachtet man die Zahl für männliche und weibliche Perfonen getrennt, so zeigt sich in der Berichtszeit mie auch in dem vorhergehenden Zeitraum bei den männ- nistische Betriebszelle hes Zeumopertes por furgem nach ( then Hauptunterftüßungsempfängern eine deu Durchschnitt übertreffende Steigerung; ihre Zahl hat sich um rund 5800 oder um 1,4 Proz. erhöht. Im Gegensah hierzu ist die Zahl der melblichen Hauptunterffügungsempfänger nicht unerheblich, nämlich um 5200 oder um 3,3 Pro3. zurüdgegangen. Die rifenunterstüßung wies im Berichtszeitraum eine verhältnismäßig etwas stärkere Zunahme in der Zahl der Hauptunterstützungsempfänger auf. Sie stieg von rund 82 300 auf 86 600, das ist um 4300 oder um 5,2 Proz. Die Steigerung befrug hier bei den männern 5,4 Pro3, bei den Frauen 4,5 Proz Der verschwundene Horan. Intervention der angelsächsischen Preffe im Quai d'Orfan. Paris, 11. Oftober.( Eigenbericht.) Im Außenministerium wurde am Donnerstag eine Delegation Der angloamerikanischen Preffevereinigung in Abwesenheit Briands vom Rabinettschef Léger empfangen. Die Delegation sollte megen des Falles Horan vorstellig werden. Ihr Führer erflärte mach erfolgtem Empfang, er fei von den erhaltenen Erflärungen befriebigt. Die Pariser Polizei setzt die Suche nach Horan, der Baris am Mitwoch verlassen haben dürfte, eifrig fort. Nachdem man ihn erst ein Dotument unterschreiben ließ, demzufolge er Frant reich fogleich verlassen sollte, ist jetzt an die Grenzpolizei und an alle Hafenbehörden Weisung ergangen, den Journa liften festzunehmen und nach Paris zurüdzu# efördern. Bei dieser Sachlage ist verständlich, daß die Kommunisten im Bezirk auch den Rest ihres spärlichen Berstandes verlieren. Nur so ist zu erklären, daß das hiesige Bolschemistenblatt über zwei Spalten auf der ersten Seite den Brief eines Arbeiters aus dem Geifeltal Brauntohlenrevier veröffentlicht, der in den Hauptstellen folgendermaßen lautet: Meine Frau ging heute, am 8. Ottober, zum Einzeichnen. Zu meinem großen Erstaunen jagte sie mir beim Zurüdtommen: Glaubst bu, daß ich die erste auf der Liste bin?" Die Lifte liegt wochentäglich von 4 bis 6 Uhr, Sonntags von 9 bis 11 Uhr aus. Bei der Reichstagswahl hatte die RBD. 88 Stimmen, alle anderen Barteien konnten diese Zahl nicht aufweisen, in unferem fleinen Drt. Wir haben im Ort scheinbar auch schlappe Rommunisten, fonft tönnte nach achttägiger Liftenaustage es nicht möglich sein, daß noch niemand sich eingezeichnet hat. Unser Ort zählt 600 Einwohner, davon sind nur vier Klassenkampf- Beser. Am 1. Ottober ist noch einer dazugefommen. Und trotzdem handelt es sich hier um einen reinen Arbeiterort. Meine Frau war heute im Ort auf Bropaganda ausgegangen. Da stellte sich heraus, daß die ganzen Arbeiterfrauen und auch ein Teil der Arbeiter feine blaffe Ahnung hatten von dem tommunistischen Schreiben im„ Klaffentampf" über Kreuzerbau und Boltsbegehren. Dieses Schreiben und feine Beröffentlichung sind handgreifliche Beweile der Unfähigkeit der Kommunisten, ohne die Sozialdemo Vor fünfzig Jahren. Sozialdemokratische Wahlversammlungen verboten! 12. Oktober 1878. Abermals Krisenluft in Paris. Die Berliner ,, 3reie Presse" berichtet aus dem Reichstag: In der heutigen Sigung des Reichstages hat sich der linke Bird Poincaré die Bertrauensfrage ftellen? Flügel der nationalliberalen in eklatanter Welje Paris, 11. Oktober.( Eigenbericht.) blamiert. Sowohl von fortschrittlicher, wie von ultramontaner Selte waren zum$ 5 Anträge eingebracht worden, durch welche Die Erklärung herrlots, daß ihm die Artitel über der Paragraph dahin abgeändert werden sollte, daß Wahlverbie Songregationen nicht bekannt gewefen feien, scheint, wenn man jammlungen nicht durch das Ausnahmegefes betroffen würden. ben in hiesigen politischen Streifen bereits verbreiteten Gerüchten Der linke, oder richtiger der Tahme Flügel der nationalliberalen Glauben schenken darf, den Auftatt einer Ministerteife Fraktion, dessen unentschlossener Haltung insbesondere das Jubilden zu sollen. Die radikalen Miniffer follen die Absicht haben, standekommen des Gesezes zuzuschreiben ist, entschied sich für das den Ministerpräsidenten zu veranlaffen, daß er bei der Abstim- fortschrittliche, von hänel eingebrachte Amendement einzutreten. mung über die Artikel nicht die Bertrauens frage ftelle. Die Herren Casher, Staufenberg, Bamberger und Falls Poincaré hierauf nicht eingehe, würden die radikalen MiBraun warfen ihre Beredsamkeit und ihren ganzen gewaltigen nifter demiffionieren. Auf jeden Fall ift im nächsten- Einfluß in die Wagschale und sehe, mit ihnen stimmten ganze 13, nifterrat eine heftige Debatte zu erwarten, da Poincaré nach der fage dreizehn Mann, so daß der Paragraph in der kommiffionellen „ Ciberté" faum der Mann fei, den Vorwurf der Schwindelei auf sich Fassung mit 200 gegen 167 Stimmen angenommen wurde. Da mit fiken zu lassen. Etwas anderes bedeute die Erklärung Herriots find uns alfo auch alle Wahlversammlungen unnicht. möglich gemacht. Poincaré fann fich in der Tat darauf berufen, daß das Gefeh wie allen Mitgliedern der Kammer auch den Mitgliedern der Regierung zur Leftüre offen stand und Herriot es lediglich hätte zu lesen brauchen. Dieses Argument wird von der gesamten Rechtspresse bereits jetzt angewandt. Sie sucht in der ganzen Angelegenheit den Spieß umzudrehen und den unbeliebten Unterrichtsminister la cher11 zu machen. tortes de gomilomet em Miterziehungsre dyt eingeräumt. Die uneheliche Mutter erhält die elterliche Gewalt, die bisher ein Vormund ausübte. Die berüchtigte exzeptio plurium( Einrede der mehreren Beischläfer) soll aufhören, die Unterhaltspflicht zwischen den mutmaßlichen Erzeugern berteilt werden. Im Interesse des Kindes, für bas in erster Linie geforgt werden muß, ist diese Maßregel burdhaus zu begrüßen. Familienrechtlich bedeutsam ist ferner, daß im ehelichen Güterrecht die bisher faktisch bestehende Unmündigkeit der Frau in Bermögens. sachen beseitigt werden soll, da dieser Zustand der verfassungsrechtlichen Gleichberechtigung von Mann und Frau aufs fraffefte widerspricht. des Erfinders verbeffert werden, zur Erzielung eines einheit Auf dem Gebiete der Patentgefehgebung follen die Rechte fichen internationalen Bechfel und Schedrechts hat der 51terbund erfreulicherweise die Initiative ergriffen. Bedeutsam waren noch die Ausführungen des Ministers über die Abfindung der Standesherren wegen der noch laufenden Renten. Formell ist zwar der Hergtsche Entwurf im Reichsrat nicht zurückgezogen worden, um die Sache nicht noch länger zu verzögern. Sachlich aber hat das Justizminifierium mit Preußen eine Einigung auf Grundlage der preußischen Borschläge erzielt, die befanntlich eine weit niebrigere Aufwertungs- und Abfindungsquote Borsehen als der Hergische Entwurf. Es wäre sehr zu wünschen. daß der Reichsrat diese Vorlage bald verabschiedet, und daß der Reichstag noch in diefem Winterhalbjahr bem jezigen ffanbalöfen 3ustand ein Ende macht. fratie große Boltsbewegungen zu entfachen. In Mitteldeutschland wird die Eintragungsziffer bestimmt weit hinter der Hälfte der tommunistischen Stimmen zur letzten Reichstagswahl zurückbleiben! Jakob Goldschmidt. Finanziert er die Rote Fahne"? " In der gestrigen Abenbausgabe haben wir die völkisch- tommunistische Heßlüge gebrandmarkt, daß Jakob Goldschmidt, Mitdirektor der Darmstädter und Na tionalbant die Borwärts"-Rebattion mit 800 000 art be stochen habe. Es lohnt aber doch noch einmal im vollen Bortlaut das Geschrei wiederzugeben, das die Rote Fahne" auf Grund der welterschütternden Tatsache anstimmt, daß die Grundstücksverwaltung unseres Parteihauses Linden straße im Jahre 1926 eine absolut normale Bante verbindung mit der Darmstädter und Nationalbant hatte. Man lefe folgende Säße und behalte die Faffung: Die Betliner BBD Arbeitet, fer Schten, eher Bergeblichene Stampf benim führten, die politische Haftung des Bormatis f ihran Sinne abzuänbern, erfahren nus, welches ich mugige Ger fchäft hem im ege stand: Der Borwärts" mae non dem Baufdirettor Jakob Goldschmidt getauft. Ber ift aber dieser Banfbrettor? Chng ein Sympathifierender ber SPD.? Mein: Herr Jatob Goldschmidt, eine der führen ben Säulen bes beutschen Finanzfapitals, ist nicht nur Geldgeber des Borwärts", sondern auch der Geldgeber der nollsparteilichen Breffe: der Geldgeber der Deutschen Allgemeinen Zeitung und frühere Geldgeber der„ Täglichen Rundschau". Herr Goldschmidt finanziert die Preffe Stresemanns. Er finanziert diejenige Breffe, die die Bolitit des Trufitapitals, die Bofitit des neudeutschen Imperialismus verficht. Wenn dieser Jakob Goldschmidt dem Borwärts" Geld gibt, fo eben deshalb, damit der„ Borwärts" im Sinne des Trufffapitals, im Sinne des neudeutschen Imperialismus, im Sinne der Boltspartei und der hinter ihr flehenden Geldmächte tätig fei. Die Arbeiterleser des Borwärts" wiffen rur zu gut, daß die Herren Stampfer, Schiff, Schwarz und Ronsorten sich bie 800 000 Mart, die der Bantbirettor Goldschmidt für ihr Blatt auswarf, redlich verdient haben. Nun erfahren die Berliner Proleten einer weiteren Grund, marum der„ Borwärts" gegen das Boltsbegehren hebt, wie taum ein anderes Blatt. Dieser ungeheuerliche Korruptionsfall ist tein Zufall. Der Bormärts", bas Bentralorgan der Partei des Banzer freugersozialismus, brauchte nur feine eigene verräterische Politit fortzusehen, um in Sinne feines neuen Geldgebers, des volkspartei. lichen Großbantiers, zu schreiben. Und das alles muß dem Kommunistenhegblatt paffieren, während es am Kopf der gleichen Nummer den sichtbaren Bermert trägt: Banffonio: Darmstädter und Rationalbant, Berlin, Depofitentaffe Aleganderstr. 50. Also hat Jakob Goldschmidt auch die Rote Fahne" ge fauft! Ajo treibt die Rote Fahne" ihre Heze gegen die Sozialdemokratie nur im Auftrag ihres neuen Geldgebers, des pollsparteilichen Großbantiers Jatob Goldschmidt?! Nach der eigenen Logif der Roten Fahne" ist es fo, muß es fo fein! Denn fagt die Rote Fahne bieler Jafob Goldschmidt finanziert diejenige Breffe, die Die Bolitit des Trust tapitals perficht". So, nun wiffen wir, was der Bermert am Kopf der Roten Fahne" bedeutet! Schredlich, fürchterlich, zu welchen Selbst enthüllungen die Raserei über ein mißglücktes Boltsbegehren ein branes Rommunistenblatt bringen fann. Jnnere Abrüftung in Oesterreich? Wien, 11. Offober.( Eigenbericht.) Am Donnerstag fand zwischen dem Bundeskanzler und Bertretern der vier parlamentarischen Parteien die erfte Aussprache Tun, wir sind damit einverstanden, aber das mögen sich die über die dringliche Anfrage der Sozialdemokratie wegen der„ inHerren Liberalen vor Sugen halten, daß wir unsere Wahl- neren braftung" statt. Seipel gab im Namen der Reversammlungen nunmehr in den ihrigen ab- gierung die Erklärung ab, daß fie bie Beratungen über die Sicherung halten werden wir werden keine liberale Wahlverfamm- des inneren Friedens durchaus ernst nehme und deren Fortlung vorübergehen lassen, ohne dort, nachdem uns dies in eigenen sehung wünsche 3m Verlauf der Deballe wurde ausführlich Dersammlungen nicht gestattet ist, für unsere Kandidaten zu über die Wege gefprochen, die zu einer inneren brüstung werben und 3 anitieren!" Hihren fönnen. 7tr. 483• 4S. Lahrgang -1. Beilage des Vorwärts Zreiiag, 42. Oktober 4928 Keine Politik in der Schule! Das forden» m der Stadwerordtteiettversammluttg die— Oeutschnationaleu. W«r trug Vorteipolrtik i» int Schule hinein? Schworz- «eihrot« hetzten ihren Nochrnuchs auf. in den höheren Schulen monarchistische Abzeichen herausfordernd zur Schau zu tragen und frech die Republik zu verhöhnen. Als aber auf dem Derner-Siemens-Realgymnafium republikanisch«tnpfindeni»« Schüler bei der diesjährigen Ber- fassongsfeier ihrer Schul« die Ehrung der Republik vermieten und danach eine eigene ZZcrfasfungsseier veron- statteten, schrien die Deutschnationalen über.�ineintragung von Partei pofttt? in die Schule*. Sie setzten ihr Geschrei gestern in der Stadtverordnetenversammlung fort und verlangten Auskunft vom Magistrat, an« er künftig solch« Ausnützung der Der- fassungsseier zu„parteipolitischen Demonstrationen"»erhindern motze. Richt der Lehrer, der in seiner.Festrede" die Republik zu feiern Unterlasten hatte, sollte schuldig sein, sondern schuldig sein sollten die Schüler, die mit dem Ausdruck ihrer Achtung vor der Republik nicht zurückgehalten hacken. Zwei Redner der Deutichnationalen und mit ihnen»in Redner der Deutschen Bolls- parte! bemühten sich, he« Lehrer reinzuwaschen. Stadtjchulral Ge nost« Rydahl, Stadtverordneter Oberswdiendiretwr Genosse St a- i»• r a u und der demokratische Stadtverordnet« Ob-rstudiendirektor hildebrandt kennzeichneten die«tgenartige„Ehrung" der Re° publik, die bei dieser Derfafiung«seier der Schule den Schülern ge- boten wurde. E, verstand sich van selbst, daß der kvntmmästische Redner Lange den rechtsstehenden Parteien die Freude bereitet«. über die Republik zu höh«». • Dar Eintritt in die Dagesorknmng beantmmlet« der Oberbürger. meist«? B6ß zwei Anfragen der Den.okroten und der Aonmm- nisten wegen de« Waffenmmgels im westliche« Verl»«. Der Oberbürgermeister betonte mit Rachdrnck, daß kein Anlaß zur Beunruhigung vorliegt. Bor Uebernohme der Beliese- rung durch die Städtischen Wolsenoerke sei kein« Möglichkeit ge- wesen. die Druckorrhaltnisse In den einzelnen Häuserblocks zu prüsen. Die Srbeiten zur Beseitigung der Mckstörrde sind im vollen Gange, sie werden am Sonnabend beendet sein. In einigen Häusern, in denen die Druckverhältnisse schon immer zu Beanstandungen Anlaß gaben, bestehen noch Unannehmlichkeiten bei der Belieferung, die ober ebenfalls sehr bald werden behoben sein. Im übrigen scheinen die Angriffe in der Presse von bestimm- ter Seit» auszugehen. lMan erinnert sich, daß die Gegend.« der jetzt die WasterkalamitSt besteht, bi» zum 1. Oktober von den private« Charlottenburger Wasserwerken beliefert wurden und daß jetzt den städtischen Werken in die Schuh« gejchob«» wird,«a» früher ru-iürtngt wurde. Als vor etwa 1* Jahren die Charlottenburger Wasserwerke unfähig waren« de» sommerttchen Wasserbedarf in Schöneberg und Steglitz M decken, war in den Zeitungen, die den privaten Wasserwerken nahe stehen,»cht soviel darüber zu lesen! Red. des„Vorwärts*.) 4>€rT4 IfftUIgft Trief in OCtSwwlllrll* Die zweimal abgehalten« Berfassnngsfeier im Werner- Siemens-RsaljNstnnostum hotte« die Deutfchnationalev zum Gegenstand einer Anfrage gemacht. Bekanntlich war die offizielle Der- fassungsseier in der Schule durch die Sabotage gewisser Lehrkräfte ihr«» Weckes entkleidet worden. Dafür hatten die Schüler dann selbst eine Feier abgehalten Die Deutfchnationalen tragt««,»er für die Einberufung der zweiten Feier verantmocklich fei und was der Magistrat zu tun gedenk«, um derart starke Ber- stoße„gegen die Disziplin ber Schul« und die Autorität der Lehrers fchast* in Zukunft zu verhindern? Er soll serner dafür sorgen, daß die verfassungsseier an höheren Schulen nicht- zu„politischen Denum. strationen* benutzt wird. Der deutfchnaiionale Stadtverordnet« Studienrat Herzog begründete die Anfrage. Er versuchte, die offizielle Feier der Schule als das Muster einer nach Anordnungen der Behörden veranstalleten Feier hinzustellen. Die zweite Feier sei gar kein« Schulseier gewesen, sondern eine„packeipolitifche". Herr Herzog regte sich darüber auf, daß ein„städtischer Schuldirektor* auf der.Zwesten Feier als Redner aufgetreten ist(gemeint ist der demokratische Stadtverordnete Oberstudienrat Pros. Dr. Hildebrandt). Im gleichen Atemzug sprach er sehr viel von der Gewährleistung der politischen Gestnnungsfreiheit der Beamten durch die Verfassung. auf die er sich— als Deutschnationaler— auch weiter noch sehr oft berief und deren Schutz er für sich und seine Gesinmmgs freunde unter den Lehrern in Anspruch nahm. Stadtschulrat Genosse Rydahl: Di« Einladung zur zweiten Feier ist von den verfassungstreuen Schülern ausgegan» gen. Di« städtische Schulbehörde hob« ein Interesse daran. g»° meinsam mst staatlichen Behörden für«ine würdige Ber, fassungsfeierzu sorgen. Es ist festzustellen, daß die Fest- rede des offiziellen Redners den Anforderungen in keiner Weise entsprach, denn es genügt nicht, daß nichtsgegendie Bersassung gesagt, sondern das Positioes zur Darslctlin� gebracht wird. Grundsätzlich ist zu sagen, daß die private Lersassungsseier nicht zu b i l l i g e n ist. Die Frage ist wir, was getan wurde, um diese Feier zu verhindern oder sie nicht erst möglich zu machen. Es gibt allerdings Fälle, in denen sich die Erregung der Schüler- schaff über alle Erlasse hinwegsetzt. Dabei sei gesagt, daß die zweite Feier kein« parteipolitisch« war. Stadtver- ordneter Hildebrandt(Dem.) stellt« sest, daß der Festredner Müller es ängstlich vermied, die Republik in den Mittelpunkt seiner Rede zu stellen und daß er ein Hoch auf das Baterland, nicht aber auf die Republik ausbrachte, obwohl sich doch wohl eine Ber- bindung von Jahn, Vaterland und Republik sehr wohl herstellen ließ. Der Redner gab dann ein« Darstellung der Borgänge in der Schule. Er macht« Herrn Herzog daraus aufmerksam, daß sein«. Herzogs, Darstellung der Aeußerungen des Kultusministers nicht den Darstellungen des Ministers im Landtag entspricht. Den größten Fehler hätte der Vertrauensmann der Schüler gemacht, der, selbst ein Lehrer und Führer der Schüler, diese im entscheidenden Moment führerlos machte, indem er fein Amt als Vertrauensmann niederlegt«. Im ganzen Strettfall hätte die Autorität der Lehrerschaft im guten Sinne einsetzen müssen, wobei allerding» zu bemerken sei, daß Antorität»nr dnrch Leistung zu er- werben sei. Stadtverordneter Oberstudiendirektor Dr. kiawerau(Soz.) be- tonte, daß drei Punkte als Anlaß zu der ganzen Angelegenheit her- vorzuheben feien: Erstens sei in der ersten Festrede die Republik nicht erwähnt worden, dann hatte der Direktor der Schule versagt und schließlich sei die Brüskierung der Schüler durch den Deckrauensmann nicht zu rechtseckigen. Kirchliche Kreis« hätten die verfassungstreuen Schüler der Schule als jüdisch« Gesellschaft bezeichnet. Allerdings: Solange die Kirche die Stell« der trauernd« Witwe an der Bahre de» Monarchismus spielt, solange braucht man fich über«in« solche Polemik nicht zu wundern. Bon dem Ministerium untergeordnete« Stellen im Provinziolschultollegium werde ein« Politik betrieben, die zu» Grundsatz hat, die Schüler al» Objekt her Crzlehnng z« betrachten. Eine solche Stellungnahme steht allerdings dar Auffassung de» Minister» entgegen und es ist bedauerlich, daß Leute mit solchen Ansichten noch etwa« zu sagen haben. Wenn deutschnotionole Kreise nur eine formelle Berpflichtung der Lehrerschaft zur Abhaltung von Schulverfassungsseiern anerkennen wollen, so ist.zu sagen, daß dann der Protest der Schüler gegen diese„formelle Schulseieck' angebracht war. Solche Protest« seien dann aber auch an genügend anderen Schulen Beckins angebracht gewesen. Im Bunde mit den lebendig empfindenden Kreisen der Schülerschaft sei eine Atmosphäre M schaffen, die solche Vorkommnisse in der Zukunft unmöglich machen.(Braoo! bei den Sozialdemokraten und in der Mitte.) Räch weiteren Reden der Stadtverordneten Werkel(Dnat.) und Halle(Z.) betont« Stadtschulrat Genosse Rydahl, nochmals zu» Wock gekommen, daß seiner Meinung die Cehrenätast de» Gymnasium» die notwendige Zusammenarbeit mit den Schülern vermisse» ließ. Das und die mangelhafte Rede waren die Grundursachen der Vorkommnisse. Der Kommunist Lange sprach teils„versöhnlerisch*. teils„stalinisttsch*. teils„trotzkistisch"-radikat. Er meinte, die Kam munisten überließen es gern den Republikanern,„mit der Mauer- kell« den abgeplatzten schwarzrotgoldenen Firniß wieder auszu- tragen"!(Heiterkeit!) Schließlich wurde die Debatte geschlossen. Ein noch nicht ausgesühcker Beschluß der Stadtverordnetenver- sammlung, wonach die Zentralooltsküche in der Tresckowstraße ausgebaut werden sollte, gab der Kom munistin Rosenthal wieder einmal Gelegenheit, eine recht lange und heftige Rede gegen die Dezernentin Frau Stadtrat Kanßler(Dnat.) zu hatten. Eine Anfrage der Demokraten und«in Antrag der Kommunisten. die die Verteilung und die Erhebung der Hauszinssteuer zum Gegenstand haben, wurden nach Erklärungen des Stadtrats Genosse Ezeminsti einem Aus schütz überwiesen. Oberregierungsräie und Rechtsanwälte Or. Jacoby und Krau Bergmann. Dc» Gericht hak Mühe, durch die Wirrnisse de» Berg- mann- Zacoby- Prozesses hindurchzufinden. Die große Zahl der Angeklagten und der Verteidiger, die Zwischen- fragen der Staatsanwaltschaft machen immer wieder, gege» den willen de» gewandten Vorsitzenden Dr. Warten- berger, ein längeres verweilen bei Einzelpunkten notwendig. Die Sensation des gestrige» Verhandlungstages war die Ber- nehmung der schönen, kaum tzlljährigen Frau Bergmann. Sie soll aussagen, wie sie Dr. Jacoby kennen lernt«. Es war vor 4 Jahren, im Eden-Hotel, als der Staatsanwaltschaffsrat einen Briefumschlag mit 300 M. zugesteckt erhielt. Fast täglich traf sich später Bergmann mit Jacoby im Bristol, fast immer bekam Dr. Jacoby nach der Aussage der Frau Bergmann Geld. Auch die Zeche hat. wie der früher« Staatsanwalt zugibt, Bergmann bezahlt. Dann waren Jacoby und Frau Bergmann in Ravenstein- Mühle zusammen, wo der Staatsanwaltschastsrat die Anklage gegen Roesch diktierte. Jacoby wurde zäcktich; Frau Berg- mann wurde grob. Ei« will dem Staatsanwalt eine Schelle ge geben, ja, sie will ihn angespuckt haben. Da sagte Jacoby, nach dem Zeugnis der Frau:„Ich al» Staatsanwalt kann alle«, ich kann Sie alle ruinieren. Zch kann tun. was ich will." In der Tat. ein sonderbarer Staatsanwaltschastsrat! Jacoby freilich be- streitck alles. Run kommen gewiss« geheimnisvolle Beziehungen zwischen Rechtsanwälten, Oberegierungsräten und der Firma Bergmann zur Sprache. E i n Anwalt wacket im Eafähous aus den anderen Anwalt auf Auszahlung einer Geldsumme, über die genaue Auf- klärung zu erlangen schier unmöglich scheint. Alle drei Anwälte aber, um die es sich Handell, huckten und kluckten mtt Bergmann irgendwie zusammen! Dann vernahm man den Oberregierungsrat im Ruhestand Wilhelm Jäger, der früher in einem Senat dg» Reichsversorgungsgerichts tätig war. Er machte seine Einzahlung von 25000 M. erst dann, als er. wie er sich ausdrückt„von einem Mt seriösen allen Herrn, einem Herrn Solomon, eine günstige Auskunft bekommen habe*. Der Borsitzende fragte: Ist das der Herr, der die 7000 M. Borschuß bekommen hatte? Bergmann bestättgte mit ja. woraus der Vorsitzende unter stürmischer Hetterkeff feststellte: Da» ist allerding« ein sehr seriöser alter Herr. Heut* früh wird Oberregierungsrat Jäger weiter»er- nommen werden. Fretlag„lila*. Volkstag. Dir Ausstellungsleiwng der ,Lla* gibt bekannt, daß am konnncnden Freitag, dem 12. Oktober, der erste Susstellungsvolkstag verattftaltet wirk». Di« Ein- trittspreise betrugen an diesem Tag« für Erwachsene 1 M., für Iugendtich« bis zu 18 Jahren SO Pf. Di« Susstellunq ist am Frei» tag wie immer oan S bi» 22 Uhr geöffnet. Der Fall Warner. 90] T5t>H SctffoB Bernard. (SiazZg boenchtlgt» Uctnfefemg von Dt. Sollt«.) Ich untersuchte die Tuchstücke, die stellenweise am Futter klebten, und ich war von einer Einzelheit betroffen, die, glaube ich. dem Scharfblick des Untersuchungsrichters entgongen war: die Kleider waren gut gewaschen worden, aber besonders die Innenseite— das graue Satinfutter. Keine Spur Blut war nach sichtbar, doch sah ich auf dem Umriß des Fleckes, den die Feuchtigkeit zurückgelassen hatte, einen leichten bräunlichen Rand. Ich überlegte also, daß dos Futter de» Woffenrockes blutig gewesen war... Wie hatte e» der Mörder fertig gebracht, die Blutflecke auf der Innenseite seines Rockes zu haben? Ich rennte mir dies« Tatsache mit dem Verschwinden des Leichnams zusammen, dann begab ich mich schleunigst ins Hotel, wo ich«ine« Teil der auf dem Boden entdeckten Papiere prüfte. In dielen Papieren fand ich die Ramen einiger Leute, mit denen Bonn«! torresvondierte. und darunter auch Hilbert, den ich nun endlich gesatzt habe. Unter den Adressen waren ebenfall» einige Pariser Bant- Häuser angegeben. Ich benutzte den Nachtzug. um frühmorgens in Paris zu sein, denn wir wollten um vier Uhr nach London reisen. »Sre meine Untersuchung damals nicht schon so weit vorge- schritten gewesen, so hätte ich Sie gebeten, die Reise aufzuschieben, weil mein« Anwesenheit in Paris notwendig ge- wesen wäre.... Doch durch einig« Besuche, die ich machte, ehe ich mich mit Ihnen am Rordbahnhof traf, hatte ich einen Einblick in »onnels Leben bekommen. Dem Richter in Totti hatte ich nichts von meinen Fest- stellungen gesagt, denn dieser verfolgte sein« Idee, und man soll Leuten mdst widersprechen... aber meine Ueberzeugung stand fest., o• Nach Ihren Erzählungen war ich sicher, daß Larrter zu seinem Onkel gegangen war. um eine Abrechnung von chm zu verlangen, und meine Nachforschungen hatten mir de- wiesen, daß der alte Dvnnel kurz vor dem Bantrott stand... Ich hatte sein Leben während der letzten Jahre genau ver- folgen können... Was solche Schufte wie Bonnel ins Ber- teffen stürzt, ist, daß sie nicht vollkommen skrupellos sind; Nachlässigkeit, Unvorsichtigkeit und zuweilen auch Pech bringt sie mehr als Gemeinheit zum Fall. Vor sechzehn Iahren war der alle Donnek zum erstenmal durch einen Freund zu einem Börsengeschäft verleitet worden. da» sehr schlecht ablief. Er verlor an jenem Tage fünfzig- tausend Franken— diese Summe war ein Teil de» Vermögens der minderjährigen Geschwister Larcier— jedoch hoffte er, das Geld durch eine glückliche Spekulation wieder beschaffen zu können. Hartnäckig versuchte er sechzehn Jahre lang, das Verlorene zurückzugewinnen, nicht mit andauerndem Pech. denn sonst hätte er vielleicht das Spekulieren aufgegeben, son- dern abwechjelnd mit Glück und Unglück. Jedoch selbst in seinen günstigsten Zeiten gelang es ihm nicht, die veruntreute Summe auch nur annähernd zurückzubekommen, so daß er nicht auszuhören wagte und immer wieder versucht«, das noch fehlende Geld herbeizuschaffen. Nach zwölf Iahren des Kampfes war das Kapital der Kinder Larcier vollständig verbraucht. Seit vier Iahren lieh Bonnel sich Geld, um Frau Larcier und ihren Kinoern die Zinsen schicken zu können, die sie zum Leben brauchten. Von jetzt an ließ sich der alte Bonnel aus alle möglichen Geldgeschäfte ein. Es gelang ihm, einige Leute zu finden, die ihm ihr Geld anvertrauten, mit dem er angeblich fpeku- lierte und auch angeblich Dividenden von fünfzehn bis acht- zehn Prozent gab. Selbstverständlich nahm er das Kapital seiner Kunden, um Rückstände zu bezahlen, darunter auch die verspäteten Zinsen, die er Frau Larcier schuldete. Eine ganze Menge Geld floß ihm auf diese Weise zu, und er hätte sich durch solche Schwindeleien noch vielleicht zehn Jahre hallen können. Doch spekulierte er weiter in der Hoffnung, alles zurückzahlen zu können. Er konnte sich nicht damit abfinden, sich selbst als Schurken zu betrachten. So spielle er immer weiter und hoffte, daß er durch irgendein Bombengeschäft eines Tages mit einem einzigen Schlage aus feiner Verlegenheit herauskommen und seinen Verpflichtungen ehreichaftig nachkommen könnte. Sest sechs Monaten hiell er die Mutter Larciers mit Versprechungen hin, um das Zahlen der Zinsen hinauszu- schieben. Als Larcier an jenem Abend seinen Bormund auffucht«, mußte er dreimal klingeln, bevor ihm geöffnet wurde. Dann machte der Greis selbst auf. Als er sein Mündel sah, fuhr er zurück. Er stotterte einige erklärende Worte, daß er ohne Dienstboten sei. Wahr ist. daß sein einziges Dienstntädchen ihn vor vierzehn Tagen verlassen und er als Ersatz eine Be- dienungsfrau genommen hatte, die nur morgens kam Der alte Bonnel bereitete sich selbst sein Abendbrot; Oer und Aufschnitt. Die Nachbarn wußten, daß er sehr einfach lebte, aber sie schrieben diese Einfachheit einer übertriebenen Sparsamkeit zu. Sein Ruf, ein Geizhals zu sein, verstärkte den Glauben der Leute an ihn, die ihm ihr Geld anvertraut hatten. Bonnel führte Larcier ins Eßzimmer, und erst eine Weile nachher fragte er, ob sein Gast schon Abendbrot ge» gessen hätte. Larcier suchte nach Worten, denn er war völlig von de« Gedanken in Anspruch genommen, daß er um Geld bitte« müsse. Er ahnte nicht, daß sein alter Vormund noch saflungs- loser war als er selber. Er nahm die Einladung zum Abendbrot an... Man kann den Augenblick nicht genau feststellen, in de» Larcier mit dem Greis von seinen Bormundschastsabrechnun- gen sprach. Es ist anzunehmen, daß es nach dem Abendesse« geschehen ist. Der andere muß wohl durch diese Mahnung gänzlich außer Fassung geraten sein. Er ging mit seine» Mündel in da« Arbeitszimmer, das in der oberen Etage lag. Zweifellos ist das nach sehr kurzer und schneller lieber» legung geschehen... Meiner Meinung nach muß man den Gedanken des Vorbedachts annehmen, denn Bonnel mußte sich klar geworden sein, welche Vorteile das Verschwinden Larcier» und sein eigenes ihm bringen würden. Wenn er Larcier tötete, so entledigte er sich eines lästigen Gläubiger«: tötete er sich anscheinend selber, so entledigte er sich aller seiner Gläubiger. Rahm er nun noch sämtliche Papiere mit, s« verschwanden die Beweise seiner Betrügereien... Meiner Meinung nach ist es sicher, daß Larcier in de« Arbeitszimmer seines Vormunds getötet wurde, während er sich an den Tisch setzte und darauf wartete, daß der Greis in seinem Sessel Platz nahm und vor ihm die Papiere aus- breitete, die er aus seinem Schreibtisch geholt hatte. Der Schreibtisch stand hinter Larcier... Ich war in dem Bureau Bonnels. Die Stühle waren nicht mehr auf demselben Platz wie im Augenblick de« Verbrechen», aber ich glaube, die Szene hat sich folgendermaßen abgesoiett: Larcier hatte Bonnel gegenüber Platz genommen, also an der anderen Seite des Schreibtisches, zwischen Tisch und Schreibtisch, und Bonnel hatte aus seiner Schreibtischschublade, die er geöffnet hatte, eine Waffe, ein Messer genommen. Er stand so hinter Larcier, die Gelegenheit bot sich ihm, und er hat dem jungen Mann einen Messerstich in den Rücken versetzt, der seinen sofortigen Tod herbeiführen mußte. Der Wastenrock war links im Rücken durchbohrt. Aber das mit dem Messer go- machte Loch hätte eine» erbrückenden Deweis gegen Dmmal geliefert(Schlich fnlgL) Das Feuer bei Tietz. Musterhaftes Verhalten des Perionals. Das Großfeuer im Warenhaus Tieh am Dönhoffplatz, über das wir bereits gestern abend berichteten, stellt für die Entwicklung und die Geschichte der deutschen Luftfahrt bedeute. Major v. Tschudi sei eine Persönlid feit gewesen, die stets hinter die von ihm vertretene Sache bescheiden zurückgetreten sei. Die Beisetzung erfolgte auf dem Invalidenfriedhof. Kommunisten untereinander. Alle Autorundfahrten des Sensationsclowns Schulz, alles Geschrei um den Panzerfreuzer scheinen den Kommuniften nicht zu helfen, der Krach in ihren Reihen wird immer größer. Die Ana drohung der KPD.- Zentrale, jeden aus der Partei zu werfen, der fich als einen der gefährlichsten Warenhaus- Oeffentliche Werbeversammlung undgebungen der Linken Kommunisten besucht, hat nichts genußt brände heraus, die in den letzten Jahren in Berlin überhaupt zu verzeichnen waren. Dem energischen Eingreifen der Feuermehr, sowie dem be: jonnenen Verhalten des Personals ist es zum größten Teil zu verdanken, daß der Brand nicht schlimmere Folgen nach sich zog. Der Schaden soll nach einer oberflächlichen Schägung etwa 250 000 M. betragen, ist jedoch durch Versicherung voll gedeckt. Es war gegen 142 1hr im Warenhaus weilten mehrere tausend Besucher als in einem Schaufenster des Kurzwarenlagers im Zuge der Leipziger Straße vermutlich infolge Kurzschlusses Feuer ausbrach. In wenigen Sefunden stand das Schaufenster in hellen Flam= men. Das Feuer fand an den leicht brennbaren Stoffen reiche Nahrung und breitete sich mit geradezu rafender Schnelligkeit nach allen Seiten aus. Kaum fünf Minuten später brannten acht Schaufenster zwischen dem Haupteingang und einem Nebenaufgang in der Leipziger Straße lichterloh. Das Publikum und ein Teil des Bersonals verließen fluchtartig das Gebäude. Die Hausfeuerwehr setzte sofort fünf Schlauchleitun gen in Tätigkeit, um bis zum Eintreffen der alarmierten Feuer mehr wenigstens ein leberspringen auf die benachbarten Abteilun gen zu verhindern. In der Leipziger Straße hatte sich vor der Brandstelle im Augenblick eine mehrtausendtöpfige Menschenmenge angejammelt. Aus den brennenden Schaufenstern schlugen meter hohe Flammen empor. Die Situation war für das erste Stockwerk äußerst bedrohlich, da ein llebergreifen des Feuers befürchtet merden mußte. In der Zwischenzeit war es dem Warenhauspersonal gelungen, das ganze Gebäude zu räumen und sämtliche Besucher trotz der sehr starken Berqualmung über die Nottreppen und die Ausgänge zur Krausenstraße und zum Dönhoffplay hinaus zuleiten. Besonders bemächtigte sich der Besucher der oberen Stock werte eine Banit, doch konnten auch hier durch das besonnene Verhalten der Angestellten ernste Zwischenfälle vermieden werden. Die Feuerwehr traf auf 8. Alarm „ Großjener- Warenhaus" unter Leitung des Oberbranddirektors Gem pp mit dreißig Fahrzeugen an der Brandstätte ein. Sieben weitere Schlauchleitungen mußten in Betrieb gesezt merden. Der Brandherd murde völlig eingefreist, und nach halbstündiger Tätigkeit konnte die Hauptgefahr als beseitigt gelten. Den Löschmannschaften war es zuerst nur möglich, mit Rauchschuhmasten in den brennenden Teil des Gebäudes vorzubringen. Die Schuppolizei nahm umfangreiche Absperrungen vor. Gewaltige Menschenmassen hielten die umliegenden Straßen bejetzt. Der Feuer- und Wasserschaden ist sehr groß. Der Be trieb joll heute zum größten Teil wieder aufgenommen werden. Wie der Oberbranddirektor mitteilte, haben sich die feuertechnischen Einrichtungen des Warenhauses durchaus bewährt. Hinzu tommt allerdings, daß die Angestellten durch ihre Ruhe und Umficht viel zur Berhinderung einer Katastrophe beigetragen haben. Die Aufräumungsarbeiten dauerten bis in die Abendstunden hinein. Dabei erlitt ein Warenhausangestellter leichte Verlegungen, er fonnte aber nach ärztlicher Behandlung bald wieder entlassen werden. Was Krankenkaffen leisten. Genesungsheim Klosterheide. Die Ortstrantentasse Charlottenburg zeigte Bertretern der Presse Berlins ihr Genesungsheim Kloster= heide bei Lindom in der Mart. An der Besichtigung nahmen auch teil Bertreter des Krantentassenvorstandes, Vertreter des Beram Freitag. dem 12. Oktober, 19.30 Uhr im Lokal ,, Blumengarten" in Oberschöneweide Vortrag: Die Arbeit der Sozialdemokratie in den Parlamenten und in der Regierung.- Referent: Landtagsabg. Ernst Hellmann Männer und Frauen, erscheint in Massen! 103. Abteilung, Oberschönewelde. Bisher 32 Tote in Prag. Verhaftung des Bauleiters und Geständnis. Der Bauleiter Mondl, der den eingestürzten Bau in der Poritschstraße in Prag zu beaufsichtigen hatte, wurde verhaftet. Er hat bei dem Berhör bereits zugegeben, daß die Fundamente aus minderwertigem 3ement hergestellt waren. Die Zahl der Toten des Bauunglücks hat sich auf 32 erhöht. Im Laufe des Mittags wurden vier grauenhaft verstüm melte Leichen geborgen. Die eine davon wurde als die des Architekten Bultzmann festgestellt. Im Krankenhause sind ihren Verlegungen im Laufe des heutigen Tages zwei Schwer verletzte erlegen. Die Zahl der Opfer, die noch unter den Betontrümmern begraben sind, ist immer noch unbestimmt. Die Rettungsarbeiten, die vor allem die reichsdeutsche Firma Flott mann durch Beistellung von Breßluftbohrmaschinen unterſtüßt, dauern unverändert an. Mit der Abtragung des Schuttes ist man nunmehr dem Erdboden gleichgekommen. Es gilt nur noch, die zwei Stod tiefen Keller auszugraben. Lebenszeichen werden zurzeit teine mehr vernommen. der Die Sicherheit" bei der Reichsbahn. Man stößt zusammen... Am Dienstag vormittag ereignete sich bei Dutenhofen auf Strede Beglar Gießen ein Eisenbahn usammenste B, bei dem glücklicherweise tein Menschen. leben zu Schaden fam. Das Unglüd fam dadurch zustande, daß ein Materialzug einen Güterzug in die Flanke fuhr. zur Zeit des Unglücks herrschte starter Nebel auf der Strecke. Bei dem Abspringen aus dem Güterzug erlitt der Lokomotivführer ernsthafte Berlegungen am Kopfe. Der Güterzugver= tehr auf der Strede Gießen- Koblenz mußte eingestellt werden. Der Personenzugverkehr wurde zunächst durch, Umsteigen, dann durch Umleitung über Lollar aufrechterhalten. Wörtlich meldet so WTB. Erft heißt es, daß glücklicherweise tein Menschenleben zu Schaden getommen" ist und dann muß man zugestehen, daß der Lokomotivführer ernsthafte Berlegungen am Kopf" erlitten hat. 3st nun der Lokomotivführer fein Mensch oder ist er nur zu seinem Vergnügen abgesprungen? ... und reißt auseinander. Der Frühgüterzug Würzburg- Aschaffenburg ist Mittwoch früh kurz vor der Station Laufach, auseinander gerissen worden. Infolge der Wirkung der automatischen Zugbremsen blieben die Lokomotive und die vorderen Wagen jofort stehen, während der letzte Teil des Zuges, etwa 20 Güterwagen, mit voller Bucht auf die stehenden Wagen aufrannte. Drei Güterwagen und ein Deltankwagen wurden vom Gleis geriffen. Einer der Wagen schlug um, ein anderer liegt quer über dem Schienenstrang. Menschen sind nicht zu Schaden gekommen. Urbahns sprach gesternabend in einer start besuchten Kunda gebung bei Wollner in der Weberstraße. Nachdem er meidlich auf die KPD. geschimpft hatte, meldeten sich in der Diskussion noch einige Kommunisten, die ein übriges tun wollten. Sie bes haupteten, daß die KPD.- Leitung schlimmer wäre als Achta Groschenjungen. Rorruption und Lumperei herrsche in der Partei, im RFB. und in der JAH. Von Lenin behauptete dann wieder einmal ein KUP.- Mann, daß er zur rechten Zeit gestorben wäre, sonst wäre er auch ein Verräter geworden. Es war traurig und amüsant zugleich: Die KP. wetterte gegen den Leninbund, beide zusammen gegen die KAP., die Kommunistische Arbeiter- Partei. Jeder fonnte von dem anderen die sonderbarsten Schmeicheleien einfoffieren. Ein starkes Zeichen„ proletarischer Klasseneinigkeit"! kaffieren. In der Tat: Ein starkes Zeichen„ proletarischer Klasseneinigkeit"! Ehrung der Alten. Am Sonntag, dem 7. Oftober beging die 26. Abteilung des 4. Bezirks der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands in Büttners Festsälen, Schwedter Straße 23/24, ihre Bannerweihe, verbunden mit einer Ehrung der Parteijubilare. Der Abteilungsvorsitzende Genosse Holzrichter begrüßte die anwesenden Genossen und Genofsinnen aufs herzlichste und beglückwünschte zehn Parteijubilare, die länger als 25 Jahre treu der Partei gedient haben. Der Veteran ist Genoffe linghammer, der eit 1874 eingeschriebenes Mitglied ist. Dann hielt Reichstagsabgeordneter Künstler die Festrede, enthüllte das Banner und übergab es der 26. Abteilung mit dem Wunsche, es am den fm ürdigen 21. Ottober zum erstenmal der Deffentlichteit zu zeigen, und zwar auf dem für die Berliner Arbeiterschaft hiftorisch gewordenen Demonstrationsplatz, dem Lustgarten. Ein bunter Teil und ein fröhliches Beisammensein beschloß die Feier. Bootskatastrophe auf der Donau. In der Nähe von Galag stieß, wie aus Butar est gemeldet wird, auf der Donau ein Motorleichter mit einem Boot zusammen, auf den sich sechzehn Personen befanden. Sämtliche Personen stürzten ins Wasser. Nur drei fonnten gerettet merden, dreizehn ertranten, elf Leichen wurden aus dem Wasser gezogen. Die Untersuchung hat ergeben, daß das Boot ohne Lichter fuhr. Schubert- Gedächtnisfonzert der Schuhpolizei. Wie im Vor jahre, werden auch im Winterhalbjahr 1928/29 vom Kommando der Schußpolizei Sinfonie Konzerte in der Hochschule für Musik veranstaltet. Das erste der in Aussicht genommenen fechs Konzerte ist dem Gedächtnis von Franz Schubert aus Anlaß seines 100. Todestages gewidmet und findet am 15. Oftober, 20 Uhr, in der Staatlichen Hochschule für Musik statt. Zur Aufführung gelangen: Sinfonie H- Moll( unvollendete), 5 deutsche Tänze, Ballett und Zwischenattmusik aus Rosamunde" und die Ouvertüre zu„ Rosamunde", Lieder mit Orchefter( Dem Unendlichen",„ Der Erlfönig" Die Allmacht") singt Frau Margarete Arndt Ober von der Staatsoper Berlin. Die Leitung liegt, wie bisher, in den Händen Camillo Hildebrands. Alle Konzerte per folgen gemeinnügige 3me de und sollen dazu beitragen, das Bertrauensverhältnis zwischen Bevölkerung und Polizei immer enger zu gestalten. sit sippi Der Wert der Seefischnahrung! Anläßlich der von der Zen trale der Hausfrauen Groß- Berlins veranstalteten Ausstellung ,, Be rufsfrauen, Hausfrauen, Heim, Beruf, Kultur" vom 9. bis 12. Oftober in den Räumen des Zoologischen Gartens findet am 11. und 12. Ottober zwischen 11 und 13 Uhr ein Schaumettfochen statt zur Förderung der Ernährung und Gesundheit des deutschen Boltes und Stärkung der deutschen Volkswirtschaft. ficherungsamtes Berlin und als Magistratsdezernent für das Schweres Grubenunglück beiDortmund Aufklärung über den Wert der Seefischnahrung zweds Krantenversicherungswesen der Stadtrat Dr. Treitel. Was Krantentassen leisten können, lehrt dieses Heim. Längst ist die Zeit vorüber, wo man bei den Krankenkassen sich damit begnügte, dem Erfrankten ärztliche Hilfe und Heilmittel zu gewähren und Krankengeld zu zahlen. Große Krankenkassen halten nicht nur die Krankenfürsorge für ihre Aufgabe, sondern treiben auch Gesundheitsfürsorge, die den Ertrankungen vorzubeugen fucht. Schadenverhütung ist besser als Schadenver gütung, die Krankheiten abwehren verspricht mehr Erfolg als die Krankheiten heilen. Im Dienst dieser Bemühungen stehen auch die non Krankenkassen geschaffenen Erholungs- und Genesungsheime. Sie sollen drohende Erkrankungen verhüten oder Genesenden zur Biedererlangung der vollen Gesundheit verhelfen. Die Berliner Krantentassen haben, wie Stadtrat Dr. Treitel mitteilte, bereits 34 Heime dieser Art. Unterhalten werden 24 Heime von cllgemeinen Drtstranfenfassen, 5 von besonderen Ortsfrankenkassen, 4 von Betriebstrantentassen, 1 Heim von einer Jnnungstrantenfaffe. Dr. Treitel wandte sich gegen die oft gehörte falsche Darstellung, daß die Geldmittel der Krantenfassen zum geringen Teil den Mitgliedern zugute kommen und großenteils für Verwaltungskosten draufgehen. Eine amtliche Statistit über das Krantentaffenmesen des ganzen Deutschen Reiches ergibt, daß die Verwaltung tnapp 7( sieben) Broz aller Ausgaben erfordert. Die Aufwendungen für Erholungs- und Genefungsheime find natürlich nicht gering. Aber die Ausgabe je Kopf und Tag geht 3. B. in dem Heim Klosterheide nicht über den Betrag hinaus, der für Krantenhauspflege gezahlt und von der Kaffe aufgebracht werden muß. Das Heim Klosterheide, das schon im Jahre 1911 entstand, ist für Männer bestimmt. Es hat nur 52 Betten, so daß die bei dem Massenbetrieb großer Anstalten manchmal auftretenden Uebelstände hier vermieden werden. Die Einrichtungen des Heims sind so vortrefflich, daß es in dieser Hinsicht sich mit großen Anstalten messen tann. Zu dem Heim gehört ein schöner Bart mit anschließendem Wald und ein See mit Gelegenheit zum Baden, Rudern und Angeln. Die Pfleglinge bleiben in dem Heim in der Regel vier Wochen, doch kann in Ausnahmefällen auch eine Kurdauer bis zu sechs Wochen bewilligt werden. Aerztliche Feststellun gen ergeben immer wieder, daß der heimaufenthalt gute Erfolge gebracht hat. Leider kommt es nicht selten vor, daß Kaffenmitglieder es ablehnen müssen, sich dem Heim überweisen zu lassen. Viele müssen auf Inanspruchnahme der Gesundheitsfür jorge verzichten, weil die bittere Notwendigkeit, zuerst an die Sicherung ihrer Arbeitsstelle und ihres Broterwerbes zu denken, fie von längerer Arbeitsunterbrechung abschreckt. Die Beisetung von Major v. Tschudi. Am Donnerstag mittag um 12 Uhr fand die Beisehungsfeierlichkeit für den geschäftsführenden Bizepräsidenten des Aero. Flubs von Deutschland, Major a. D. v. Ifchabi unter überaus zahlreicher Beteiligung in der evangelischen Kirche des Invalidenbaujes in ber Scharnhorststraße statt. Bfarrer Frederfing umriß das ab wedings und arbeitsreiche Leben& Tidhubis, beffen Rame niel Drei Zote und ein Schwerverletter. Dortmund, 11. Oftober. Ein schweres Grubenunglüd ereignete sich am Mittwoch während der Mittagsschicht auf der Zechenanlage I/ II der Zeche Rönigsborn". In der Steigerabteilung des Reviers 4 ging die unterste Fahrtstrecke zu Bruch, wobei vier Bergleute be graben wurden. Im Verfolg der Rettungsarbeiten fonnte nach mehreren Stunden ein Schwerverletzter geborgen werden, der dem Brüderkrankenhaus zugeführt wurde, wo er zurzeit hoffnungslos Daniederliegt. Nach angestrengtester Arbeit gelang es später, die übrigen drei Bergleute als Leichen zu bergen. Die staatliche Aufsichtsbehörde, das Oberbergamt Dortmund, entsandte zwei Bertreter zur Unfallstelle. Franzöfifches Unterseeboot überfällig. Das französische Unterjeeboot Onbine", von Biserta nach Cherbourg unterwegs, ist seit Mittwoch abend überfällig. Es wurde ein Wafferflugzeug entfandt, um über das Schicksal des Unterseebootes Klarheit zu schaffen. Funkwinkel.z Die Funkstunde sollte mit ihrer Opernabteilung einen fünstle rischen Ausgleich zu den Opernbühnen bilden und hauptsächlich Werke aufführen, die selbstverständlich für den Sendebetrieb geeignet find und außerdem nicht auf dem Spielplan der Bühnen stehen. Nun ist allerdings Lorgings Undine" schon einige Zeit in Berlin nicht gespielt worden das Werk stand früher im Repertoire der Städtischen Oper-, aber es gehört trotzdem zu dem bekanntesten aus der Opernliteratur. Immer wieder hört man diese Melodien gern, doch Lorging hat auch eine Reihe anderer wertvoller Opern geschrieben, die heute ungerechterweise vergessen sind. Warum begibt ich die Funkstunde hier nicht auf Entdeckungsreisen? Bronsgeest hat im ersten Aft energisch gestrichen, überhaupt das ganze Wert fomprimiert. Die Aufführung unter Megrowiß mit Henkel, Schüßendorf, Bronsgeeft und Transtn ist sehr erfreulich. Weshalb singt Transky jetzt so selten in Berlin? leberraschend Bioletta Schadow als Undine. Leider ist den hellen und hohen Stimmen das Mitrophon nicht sehr freundlich gefinnt. Nachmittags ein fünstlerisch hochwertiges Kammertonzert mit Werten des Franzosen Casar Frant, des Spaniers Manuel de Falla und mit Liedern Hugo Raun's. Der etwas schwerblütige Deutsche paßt nicht recht mit dem farbenreichen de Falla zusammen. Der instrumentale Teil ist mit Edith Lorand und Edward Steinberger beffer befeht als der votale mit der Sopranistin Helene ElsnerRenner, deren Stimme für hochdramatische Parteien ausreichen würde, der jedoch zum Liedergejang das Piano zu fehlen scheint. Sehr hübsch find der Bortrag Claus Hermann über Franzista von Reventlow und die Borlesung Anna Höllerings Aus den Memoiren". Es entsteht das Bild von der längst verschwun denen Münchener Boheme, non dem Kreis um Wedekind und Stephan George. & A Kinderfreunde. Kreis Charlottenburg. Rote und Jungfalten, Wir treffen uns am Sonnabend, dem 13. Oktober, um 18 Uhr, am Bahnhof Charlottenburg zur Fahrt. Wer sich bis Freitag abend nicht angemeldet hat, kann nicht mitgenommen werden. Der Bolfschor Harmonie Charlottenburg( Mitglied des Deutschen Arbeiter- Sängerbundes) unterhält eine Kinder, Jugend, Frauen, Männer und Gemischte Chorabteilung. Die Uebungsstunden finden in städtischen Schulaulen statt. Bir bitten besonders alle Varteigenossen, die Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren haben, diese zu den Uebungsstunden der Kinderabteilung( Freitags von 5%, bis 7 Uhr in der Aula, Spreeftr. 29) u schiden. Auch in der anderen Abteilungen werden Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren und Frauen und Männer mit guten Stimmen jederzeit aufgenommen. Sport. કુળ થવી દી Rennen zu Grunewald am Donnerstag, dem 11. Oftober. 1. Nenuen. 1. Rochus( Rare), 2. Falcone( Janet), 3. Fascist ( Huguenin). Toto: 13:10. Plaz: 11, 12: 10. Ferner liefen: Blaubeere, Barademarsch. 2. Rennen. 1. Storm Cloud( Basch), 2. Rostra( Ladendorff), 3. Dfiris( Huguenin). Toto: 253: 10. Plak: 58, 18, 22: 10. Ferner liefen: Bundestreue, Jad London, Casanova, Taugenichts, Eisläufer, Gerber. 3. Rennen 1. Lateran( Bleuler), 2. Mynbeer( Barga), 3. Minky ( Narr). Toto: 17: 10. Drei liefen. 4. Rennen 1. Wanderluft( Barga), 2. Dta( Tarras), 3. Ferrara ( Haynes). Toto: 44:10. Blag: 17, 25, 12: 10. Ferner liejen: 2ylafte, Honoria, Attila, Laetitia, Ferviba. 3. Rennen. 1. Männertreu II( Barga), 2. Gutenberg( D. Schmidt), 3. Tasna( Quguenin). Foto: 43: 10. Blat: 16, 12, 18: 10. Ferner liefen: Dtis, Rüdlunft, Türfenbund, Tarnschild, Ferne. Alile, Casper, Amonenwarte, Noris, Catman. 6. Rennen. 1. Judila( Kreuz), 2. Neuer Ulster( Narr), 3. Drut ( Sahnes). Toto: 70: 10. Tlak: 20, 61, 18: 10. Ferner liefen: Surya, 7. Menne 11. 1. Streitirage( Sehmisch), 2. Smaragd( Haynes), Ferner 3. Nutria( D. Schmidt). Toto: 302: 10. Play: 53, 36, 19: 10. liejen: Katastrophal, Erinnerung, Mydear, Patachon, Ping Pong, Besel, Clothilde, Maid, Milon, Morgenstern. Verantwortlich für Bolitik: Dr. Curt Geyer; Wirtschaft: G. Klingelhöfer; Sewerkschaftsbewegung: Friebz. Ekkorn; Feuilleton: Dr. John Saitowmeti; Lotales and Sonftiges: Aris Raritäbt: Anzeigen: Th. Glede; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruderel und Berlagsanftalt Baul Ginger u Co., Berlin SB 68, Linden ftrake& Sierau 2 Beilagen, Stabtbeilage" und Unterhaltung und Biffen". ... ua. • na- und of! Kathreiners Malzkaffee ist gesund für Sie! Unterhaltung unö ÄNissen.<.�2.. Zwei Kerle, die es weghaben. Ecksners An Gcstern ist„Gros Zeppelin" zu seiner ersten Amerikareise ge-- startet! Zum zweiten Male hat Dr. Eckener bei dieser Gelegenheit ein Zeppelin-Luftschisf über den Atlantik zu steuern. Man erinnert sich noch deutlich an die erste llebersahrt, genau vor vier Iahren. als die Augen aller Welt, oder richtiger gesagt, die Ohren, auf das ungeheure Unternehmen gerichtet waren. Obwohl schon früher ein- mal ein englisches lenkbares Lustschisf den Atlantik überquert Hatto, galt damals das Unternehmen doch als eine Erstleistung und wurde dementsprechend l>ewertet. Inzwischen find ober viele neue Vcr- besserunge» aus deni. neuen Luftschisso angebracht worden und heute kann die Fahrt des Grafen Zeppelin mehr als der Beginn einer rcgelmöstigen Lustschissverbindung zwischen den beiden Kontinenten aufgefaßt werden, denn als«ine technische Erstleistung. Daß aber heute bereit? an eine regelmäßige Verbindung über den Ozean gedacht werden kann, dos ist gerode den großen nautischen Fähig- kciten Dr. Eckeners zu danken. Man erinnert sich noch, wie vor wenigen Iahren der Flug ver- lies. Ueber Südfrankreich, Spanien unÄ die Azoren war das Schiff schon hinaus, als es infolge eines plötzlich auftretenden Sturmes den Kurs völlig verändern mußte. Während in der übrigen Zeit die Stundengeschwindigkeit durchschnittlich etwa 123 Kilometer betrug, zeitweise sogar bis auf lZO Stundenkilometer hinausging, mußte jetzt das Schiff sechzehn Stunden lang mit Durch- schnittsgeschwindigkeit von kaum mehr als 40 Kilometer fahren. Trog aller Vorsichtsmaßregeln war es Eckener also nicht gelungen. das Sturmgebiet völlig zu vermeiden, aber er konnte wenigstens fein Schiff heil nach Amerika bringen und sogar noch ganze zehn Stunden früher eintreffen, als man ihn nach den letzten Nachrichten erwartet hatte. Selbstverständlich drohen ähnliche, schwer vorauszusehends Sturmstörungen auch heute noch jeder lleberquerung des Atlantik auf dem Luftweg«. Aber während früher die Wetterkarte auf Grund von einzelnen sunkentelegraphischen Meldungen mühselig an Bord.zusammengestellt werden müßte, ist es heute dank der Fort- schritte der Bildtelcgraphie möglich geworden, dem Flugschisfe alle paar Stunden die Wetterkart« im ganzen fertig zu übermitteln. Sicher ist damit eine neue Gewähr für die gefahrlose Durchführung eines Fluges gegeben. Aber auch die Motore sind bei dem neuen Schiffe bedeutend stärker geworden, das neue Triebgas verspricht größere Sicherheit, der größere Schiffsrumpf macht den neuen Zeppelin widerstandsfähiger. So hofft Eckener diesmal dreißig Stunden weniger zu der Ueberfahrt zu benötigen als vor vier Iahren, selbst wenn die Witterungsumstände nicht günstiger sein sollten als damals. Ja, Dr. Eckener glaubt sogar, daß man bei völlig ruhigem Wetter den Weg Friedrichshafen— Lakehurst in vierzig Stunden mit dem neuen Zeppelin zurücklegen könne. Aber er selbst wird wohl. nicht annehmen, daß sich hiese optimale Flugzeit bei der durchaus unsicheren Mktterungsloge im Spätherbst durch- führen lassen wird.- • Lakehurst selbst wird Dr. Eckener gegenüber dem Zustand von 1024 nicht viel verändert finden. Zwar sind für Flugzeuge dort neue Hallen errichtet worden, aber die gleiche Lufffchiffhalle, die einst L. Z. 126 als Hafen diente, wird auch den„Graf Zeppelin" auf- nehmcn. Diese Lufffchiffhalle ist so groß, daß ein fünfzehnstöckiges Haus bequem darin Platz fände, und„Graf Zeppelin" wird mühe- lenkafahrten. los in die Holle gebrocht werden können, trotzdem sich dort schon vier kleine lenkbare Luftschisse amerikanischer Konstruktion befinden. Die Landungsverhältnisse in.Lakohurst sind also äußerst günstig und es dürfte» sich selbst bei stürmischem Wetter kaum größere Schwierig- keitcn ergeben. Der Ort selbst liegt im Staate New Jersey, östlich von Philadelphia, nahe der atlantischen Küste und von New Jork aus in zwei Stunden mit dem Erprcßzug zu erreichen. Sicher wird von allen großen Städten der amerikanischen Ostküste aus eine wahre Völkerwanderung nach Lakchnrst einsetzen, und die Begeiste- rung dürste 1028 nicht geringer sein als l0Z4. Damals wurde Z. N. III von den Kriegssäsiise» mit offiziellem Salut begrüßt, ein« bis dahin einzig dastehende Effcheinung. Ucbrigcns wird auch das Schiff, auf dem Dr. Eckener zum ersten Male den Ozean über- querte, die heutige„Los Zlngeles", ihm enlgcgcnslicgen. C. A. Die Eisenbahnttassen in Europa. Am 7. Oktober hat die Reichsbahn die seit langem geplante Re- form der Klasseneinteilung durchgeführte In diesem Zusammenhang verdient eine Zusammenstellung der„Reichsbahn" Beachtung, in der die Zahl der Wagenllasse», die bei der Reichsbahn und bei fremden Bahnen vorhanden sind, miteinander verglichen wird. Ein reines Zweiklassensystem haben in Europa nur die englischen Bahnen, da hier die 2. Klasse nur in einigen bestimmten Verkehrsbeziehungen. so auf den Strecken oo» London nach den Kanalhöfen, in wenigen Zügen geführt wird. Sonst lzaben in England alle Züge, abgeseh�r von einigen Pullmanzügcn, die 1. und 3. Klasse. Alle übrigen europäischen Bohnen haben, was die Klassenzahl anbelangt, ein Dreiklasscnsystcm, da bei ihnen die 1., 2. und 3. Klasse vorkommen, die Polsterklossen jedoch vicljach nur in schnellfahrenden Zügen. In den nordischen Staaten, insbesondere in Norwegen, ist die 3. Wagen- klasse ganz vorherrschend, da hier auf vielen Strecken nur Züge mit einer Klasie, nämlich der 3., verkehren. Ander« Bahnen, so beson- ders die französischen, führen aus allen Strecken und in allen Zügen alle drei Klassen. Nur einige besonders schnellfahrende Züge in wichtigcu Verkehrsbeziehungen, soweit es nicht Luxuszllgc mit nur 1. Klaffe sind, haben hier nur die 1. und 2. Wagcnklaff'c, ähnlich wie dies auch in Deutschland der Fall ist. Eine besonder« Ausnahme machen noch die Bahnen der„Banlieu"— und der„Grande Ban- lieu"-Linien der französischen Staatsbahnen, das sind Pariser Vor- orfftrecken, deren Züge nur die 1. uird 2. WagcnNasse führen. Das Vierklaffensystem findet man bei den europäischen Bahnen, wenn man von den Bahnen des Soorgebiets absieht, in vollem Umfang? nur bei der Reichsbahn. Vorhanden ist die 4. Klaffe zwar noch in einigen östlichen und südöstlichen Staaten, insbesondere in Polen, und außerdem in Elsaß-Lothringen. wo sie bis heute von der Nachfolgerin dei� Reichsbahnen bxibetzaUey wiij-bc. Bei diesen Vermaltungen aber ist die 4. Klasse.-an teils nachgeordneter,' teils ganz verschwindender Bedefitäng,'� fit ofafaU Viiiffmif einigen Strecken, z B. auf Schmalspurstrecken, pielfach nur bei wenig«» Zügen gc- führt wird. Dementsprechend ist auch ihre Benutzung in diesen Ländern gering und bleibt hinter der der 3. Klaffe stgrk zurück. So z. B. fuhren im Jahr« 1926 in Estland nur 0,28 Proz., in Rumänien 3.34 Proz, in Litauen 13,04 Proz. und in Polen 27,07 Proz. aller Reisenden in der 4. Klasse. Do« Henry Lawson, Sydney. „Du solltest doch wahrhaftig etwas wn, Ernic. Du weißt ja, in was für einem Zustande ich mich befinde. Es ist dir scheinbar egal. Du solltest doch wirklich etwas tun!" Stowsher lümmelte sich noch bequemer gegen den schmierigen Türpsosten und blickte finster unter seiner Hutkrempe drein. Es war in einem kleinen, engen, muffigen Zimmer mit der Aussicht gegen die Ionesallee zu. Sie laß mit einer Näharbeit beschäftigt beim Tische— ein schmächtiges, bleiches Mädel mit schwachen, sarb- losen Augen. Sie sah ebenso muffig aus wie ihre Umgebung. „Nun, und worum gehst du nicht zu einem dieser Weiber und schaust, daß sie dich von der Geschichte befreien?" Sie warf das Ende des Tischtuches über irgendein dünnes, un- fertiges Wäschestück, an dem sie arbeitete, und beugte sich über ihre Arbeit herunter. „Du weißt wohl sehr gut, Erni«, daß ich nicht einen Schilling in der Tasche habe, Ernie," sagte sie ruhig.„Woher soll ich denn öo� Geld auftreiben?" Sie war ruhig, mit der erbitterten Ruhe eines Weibes, das entschloffen ist, trotz aller Argumente und Einwendungen ein Ding zu Ende zu führen. „Nun, also was willst du denn noch?" fragte Stowsher voll Ungeduld. Sie beugte sich tiefer herab.„Könnten wir es denn doch nicht hoben, Ernie?" „Was denn noch?" fragte Stowsher verdroffen— er hatte bald erwartet, was da kommen sollte. Dann aber sagte er mit einem ungeduldigen Fluch«:„Du mußt trachten, daß du so rasch als möglich wieder auf die Bein« kommst!" Sie schob die Ecke des Tischtuches noch«in wenig mehr über die Wäsche. „Es wird durchaus keine Unkosten machen. Ernie. Ich würde meinen Stolz darein setzen, es rein zu Hollen und es wie einen kleinen Lord anzuziehen. Es müßte sich von den anderen Jungen ganz und gor unterscheiden. Er dürste mir keineswegs so ein schmutziger, kränklicher, kleiner Balg sein wie die da draußen. Er müßte ein Kerl sein, wie du es bist, Ernie. Und ich weih, er würde auch ein solcher sein. Ich möchte mich Tag und Nacht um ihn kümmern, ihn gut erziehen und dafür sorgen, daß er kräftig würde. Wir wollten seine kleinen Muskeln von allen Ansang an trainieren. Ernie, und er möchte alle niederhauen, bis er erwachsen wäre. Es würde uns durchaus keine Unkosten machen, ich wollte schon tsichtig arbeiten und mich schon kümmern, wenn du mir Helsen wolltest. Und du würdest aus ihn stolz sein. ja. auch du. Ernie— ich weiß os gecknß." Stowsher scharrte mit seinem Fuße an der Türstiege. Entweder war er„gerührt" oder fürchtete hysterisch« Ausbrüche, es war nicht, tlqr, warum er. klugerweise schwieg. „Erinnerst du dich des ersten Tage», als wir uns. sahen, Gneie?" »ragte sie jetzt.:: Stowshey blickte sie mit einem finsteren Gesicht an:„Schön— und was soll das hier zur Sache?" „Du tratest in dos Schankzimmer bei„Cricketer Arms" und bekamst von denen, die sich aus deinem ollen Bater«inen guten Tag machten, einen Stoß!" „Ja. aber ich habe die Situation dann merklich verändert!" „Das weiß ich ja. Du hast drei von den Kerlen erledigt, einen nach dem anderen, darunter zwei, die größer und stärker waren als du/ „Ja, und als dann die Keilerei anging, Hobe ich noch die übrigen erledigt," erwiderte Stowsher, bei der Erinnerung weich werdend. „Und am selben Tage, als du nach*jause kamst, erwischtest du den Hausherrn, der deine alte Mutter wie einen Hund anfuhr." „Ja, ich habe tür diese Sache drei Monate gekriegt. Aber es hat sich gelohnt!" überlegte er.„Nur hätte die alte Frau den Ber- stand haben sollen, während ich brummte, ihre Finger in Ruhe zu lassen... Aber was hat denn das alles mit dem da hier zu tun?" „Er würde eines Tages auch für dich einstehen und für dich kämpfen, Ernie," sagte sie lveich,„bis du einmal all bist und aus dem Leim gegangen bist und niemand hast, der dir den Rücken deckt!" Die Geschichte sing an. für Stowsher«nffchieden unbehaglich zu werden: nicht vielleicht, daß er irgendwelchen Gefallen an der ganzen Geschichte fand, beileibe nicht, denn er haßte es. in ein Gespräch ge- zogen zu werden, bei dem man irgendwie„gerührt" werden konnte. „Also jext hast die Schleuse!" sprach er zärtlich.„Setz deinen Hut aus. ich werde dich zu einem Spaziergang mitnehmen." Sie erhob sich rasch, ober hielt sich zurück, da sie sich besann. daß es nicht diplomatisch wäre, irgendwelchen besonderen Eifer auf eine Einladung Ernies zur Schau zu tragen. „Doch— du weißt ja— ich geh« nicht gern« in einem solchen Zustande au». Du kannst mich doch nicht— und wirst mich auch nicht in einem Zustande wie meinem spazieren führen, Ernie!'" „Ja warum denn nicht? Quatsch doch keinen Unsinn!" „Die Burschen werden mich sehen und— und— und—' „Und was--?" „Sie könnten es bemerken—" „Na. und was ist dabei? Ich wünsche es. Aber gehst du mit oder nicht? Mach dich schon fertig! Ich kann doch nicht den ganzen Tag lang hier herumlungern." Sie wanderten gegen den Flogstasshügel zu. Ein oder zwei Kerle, die um«ine Wirtshausecke herum- strabanzten, grüßten sie mit:„Wie geht's? Wie steht's. Stowsher?" „Nicht zu dreckig." entgegnete Stowsher.„und kümmert euch gefälligst um euren eigenen Dreck, ja?" „Dieser Stowsher bleibt an dem Weibsbild hängen." meinte der«ine leise zum anderen. „Und das soll er auch," meinte der andere,„ich wollte, ich hätte diese Aussichten!" Das Paar wanderte«ine ansteigende Straße hinauf. „Geh doch nicht so rasch bergaufwärts, Erni«, ich komme da nicht mit, weißt du?" „Meinetwegen. Lisie. Ich vergoß es. Warum Host du das nicht früher aesagt?" Sie schwieg in zufriedener Weis«, durch einen Instinkt gewarnt. noch Art der Frauen, di« durch Werte ihren Standpunkt durchgesetzt haben. Einmal schauter«r Über sein« Schulter hinweg und lachte kurz aus..Gimmel und Hölle." sagte«r dann,„ich dachte schon, daß der van» Kerl bereit» hinter n»» her sttejeltl" Als er bei der Tür von ihr Abschied nahm, meinte er:„Also, da schau her. Lisie. da ist ein Pfund Sterling. Und kauf dafür, was du willst. Mög es draufgehcnl Früh werde ich wieder zu arbetten beginnep und ich komme dann erst wieder morgen abend zu dir!" Sie schie verwirrt und beklommen. „Ernie." „Na. was ist denn wieder los?" „Wenn's aber ein Mädel statt eines Jungen sein wird?" Stowsher wendet sich ungeduldig um. „Um Himmelswillen, halt ein! Du schreist stets, bevor du zu- haust... Da tomint was hinterdrein, nicht wahr— solange jetzt dein Hafer blüht, was?" „Nein, Ernie. Willst du mir keinen Kuh geben?... Ich bin jetzt schon gon,z zufrieden." „Zufrieden! Du willst doch nicht, daß das Junge schlechter sein soll als sein Alter, was?' Es wird wohl für dich bester sein, wenn du an einem Tage dieser Woche dich mit mir zusammen offiziell zusammenschweißen läßt, he? Du wirst dich doch in dem Zustande. in dem du jetzt bist, dich nicht über irgendwelchen Quaffch noch kränken wollen, was?" „Oh. Ernie. meinst du«» wirklich ernst?"— und sie warf ihr« Arme um seinen Nacken herum und dann brach sie zusammen. „Also, leb wohl Liste. Und jetzt keinerlei Dummheiten mehr, ich Hab schon genug davon. Immer die Nase hoch in die Lust stecken, mein altes Mädel, oerftehste? Morgen bei Nacht auf Wiedersehen, wohlgemerkt!" Dann fügte erplätzlich hinzu:„Und das hättest du dir doch denken können, daß ich nicht so ein Dickschädel bin"— und damit verließ er sie rasch. Und Lieste war glücklich wie noch nie. I?erkcht. Uebeesetzunz mn I. R e i s m a« n.) Das Ende von Glozel. Wieder einmal macht Glozel von sich reden, und aus allem, was man vernimmt, ist es nicht das letztemal. Die berühmten Funde des Bauern Fradin hoben nicht nur Frankreich und Paris, sondern die ganze wissenschostliche Welt beschäftigt. Jetzt ist die ganze Angelegenheit dem Staatsanwalt übergeben worden, der in diesen Tagen das Ergebnis seiner Untersuchungen veröffentlicht. Es ist niederschmetternd fiir die Anhänger Fradin»: es erklär, auf Grund eingehender chemischer Versuche die„Funde" für gefälscht. Die Anklage gegen„Unbekannt" wird erhoben werden. Wer hat denn eigentlich Nutzen von der ganze« Sache gchabt? Der einzig« war der Bauer Fradin, der Besitzer der Fundstätte. Er nahm dir Gelegenheit wahr, vom ersten Tage an zog er einen dicken Stacheldrahtzaun um di« Fundstätte und erhob ein Eintritts geld. In einem G.'büud? dich, nebe» dem Fundort richtete er ein „Museum" her, dessen Besuch ebenfalls nick« umsonst war. Und die Besucher kamen. Nicht nur au» Frankreich und Europa sondern jojpe am Amerika und Australien. Die reichen amerikawichen Schlachthausbesigersgattinnen aus Chicago waren entzückt, höchst eigenhändig aus der Erde so einen„eolithischen" Siein zu heben. Bis im Juni vergangenen Jahres eine Gclehrtcnkommission aus allen Ländern der Welt die Funde für gefälscht erklärte. Da ging der Streit in die Breite. Broschüren für und gegen wurden geschrieben und die Studenten von Paris, die sich wahrscheinlich als wissenschaftliche Avantgarde fühlten, bewarfen dreimal einen pro- glozelianischen Professor mit Stintbomben. Was nicht gerade schön von ihnen war. sich ober mit dem„heiligen Feuer der Jugend" teilweise entschuldigen läßt. Einen ganz besonders„echten" Fund brachten einmal die Pariser Blätter. Es war ein Stein mit dem ehrwürdigen Alter von 4 Millionen Jahren, der dos Wort„Glozel" mit einiger Verzerrung wiedergab. Der Profeffor, der auf Grund dieses„Fundes" nun den„exakten wiffenschaftlichen Beweis" er- brachte, dos Glozel im Ncalitbikum eine Kulturstätte war, hat sich allerdings doch nicht gefunden. Nun geht der Spuk seinem Ende entgegen. Der Stacheldroht- zoum des Bauern Fradin wird fallen, und auf dem Felde werden Weißkohl und Kartoffeln sicher ebensogut gedeihen, wie prähistorische Steine mit Renntier- und Riesenhirschzeichnungen. Nur bringt der Weißkohl nicht so viel Geld ein wie die Funde. Für uns Deutsche gibt es ein schönes Beispiel aus dem Jahre 1736. Da lehrte an der Würzburger Universität der Proseßor Bercnger Früh- und Vorgeschichte. Auch er machte in der Um- gegeud von Würzburg Funde, die ihn sogar zu einem sechsbändigen Werk begeisterten. Aber er mußte es wieder einstampfen lassen, denn als er einmal unter seinen„Funden" eine vorgeschichtliche Tobäkspseife fand, war es aus mit der exakten Wissenschast, Die Tabakspseise trug im besten Sttidentenlatein folgende Widmung: „Dem lieben und ehrenwerten Professor Bcrenger zu Würzburg verehrt von seinem wohlafsektianierten Caesar Imperator Rex." Die„Funde" waren— ein Studentenscherz. B. K. Wo der Hose sein Fett ha». Der Hase tan» natürlich nicht viel Fett gebrauchen, da er sein Leben oft genug der Schnelligkeit der Läuse verdankt. Er gilt sogar geradezu als fetttos, und deshalb ist es allgemein üblich, ihn vor dem Braten zu spicken. Nun hat der Hase aber doch Fett, und Hans Nirchow hat sich die Mühe nicht verdrießen lassen, nachzusehen, wo es sitzt und vo» welcher Art es ist. Er sanA drei typische Stelle», denen drei Arten von Fett entsprechen: l. In der Bauchhöhl«, besonders um die Nieren. Dieses Fett ist weiß und seiner Beschaffenheit noch als Talg zu bezeichnen. 2. Beim Präpa- rieren der Bänder am Fuß bemerkt man in den Ecken zwischen den Bändern und Knochen winzige Klümpchen von weichem, duntelgelb gefärbtem Fett. Ob es mechanische Bedeutung hat oder ob di«se versteckten Räumchen zur Unterbringung von Rejervesett ausgenützt worden, steht noch nicht fest. 3. Da» Knochenmark de« Hasen ist sehr fettreich und hör dadurch eine intensive gelb« Farbe. Auch bei anderen Säugetieren ist die Verteilung des Fettes in sehr bezeich- nendcr Weise ihrem Eharakter angcnaht. Si ist bei dem Seebund unter der Haut eine dicke'Fettschmarlc als Wörmeschutz vorhanden, während in der Tiefe z. B. zwischen den Rückenmuskeln das Fett sshft. weil es dort«in Hindernis schneller Bewegungen sein würde. Auf Teilzahlung Elegante HerrenModen fertig und nach Maß garantiert für tadellosen Sitz und Verarbeitung. Nur Qualitätsware zu konkurrenzios billigen Preisen erhalten Sie nur in der Maßschneiderei J.Kurzberg Oranienstraße 160 and Chausseestraße 1 Eingang Elsesser Straße. 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Otober ftarb unser Kollege, ber Güttler Otto Gerdesius geb. 28 D'tober 1852. Die Eindicherung findet am Mone tag, bem 15. Oftober 14 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße ftatt. Ghre ihrem Anbenfent Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Für ble herzliche Teilnahme an ber Beerdigung meinez lieben Tochter Und Braut Emma Mittelstädt Sriftteilerin, iegen wir alles Betannten. Sollegen und Rolleginnen fomie her Direttion der Schriftgießerei Berthelb 6 unferea teigefühl tex Dant Verkäufe Möbel. echt Kaufgesuche ftraße 39( Saltestelle balbertstraße). Briefmarken, Münzen tauft Grof mann, Johannisstraße 4 Benig getragene Ravaliergarberobe, uz Stebfelb, Babftraße 84. Schlaf- Möbel- Szegez, Berlin R., Raftanien- Elegante Damen- Schuhe, 30 Bear, in von Millionären, ersten, Anwälten. zimmer, Eiche, 395, Geide, Größe 35 575, allee 453-48, Tiefert au gewaltig herab Bela, Brokat und Fabelhaft billige Breife. 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Und, menden sie sagen, wenn sie niemand hört das ist das Entes ist das doch nur die 60. Shandung jüdischer Grabicheidende, ftätten. So meit sind wir heute. Spricht ein Jude gegen soiche irrsinnige Trottelet, so ist er Bartei, fagt der hysterisch- robuste und„ chriftliche" Zeitgenoffe, barum trete ich por, meil ich nicht Partei bin, und fage, im Bewußtfein, daß es eine Schande ist, solches in Deutschland sagen zu müssen: Es ist das umbeuticheste, unchriftlichste, rohefte, gemeinfte, feigste mit helfen bei dem Handeln einer Berkommenheit, deren wir uns nicht nur zu schämen gegen die jeder, ohne jegli hen Unterschied, mit gémaltigster Berachtung vorzugehen verpflichtet sind. Das ist feine teine Sache, das ist feine Konfessions- oder Glaubensfade, das hat mit Bolitik nichts, aber schon gar nichts, mit gar nichts anderem zu tun, als damit, daß sich bei diesem Handeln Eigenschaften zeigen, zu denen verurteilende Worte, wie bübisch, bestialisch, viehisch nicht hinreichen; hier stodt wirklich das menschliche Bort, das der Anfang und das Ende ist das ist das Ende, jegfichen, auch nur hauchartigen Tier- und Menschseins. Das ist das Ende, die Verdammung, der umgestürzte Gipfelpunft der Bermalebeiung. Ich bitte alle großen Zeitungen aller Richtungen des Menschseins in Deutschland, alle Eltern, Lehrer, Geistlichen, jeden, der irgend sich auch nur einer Spur Mitverant wortung ber Gesamtheit gegenüber bewußt ist, sich aus der stumpfen Glei hgültigkeit des Zusehens bewußt zu werden, daß sich in diesen foftematisch betriebenen nächtlichen Friedhofsschändungen eine Ver bilderung zeigt, gegen die jedes Verbrechen anderer Ari gering und entschulbbar erscheint wieder stode ich, die Worte greifen daneben unb fehlen als unsere menschliche Sprache sich der Tierheit entmard, da war solches nicht vorhanden, nicht zu bezeichnen, was im Jahre 1928 in Deutschland lebt. 7 Sind die Gräberbefudler, die Grabsteinzertrümmerer Rinder ber Halbreife, wie in den meisten Fällen, dann tragen in noch höherem Maße die Shuld die Erwachsenen", für die es erst recht tein Bort gibt, das verbannend genug wäre, für solche, bie jugendidhen Seelen derart durch Berheizung in den legten Geftant und Schlamm der Selbstentmenschung und dadurch Selbstverdammung binabfchleudern. Ich hielte so gerne diese meine wenigen Zeilen jebem Dor Augen, aber so weit sind wir in Deutschland, daß ich nicht weiß, welcher Storrespondenz ich diese Zeilen anvertrauen sollte, damit sie le verbreitete, es ist ja alles Bartei. Man hieße das eine„ jüdische tion", oder man schwiege mich tot, und so verantwortungslos ist Der große Teil unferer Bresse geworden, so sensationsgierig, daß fie meine Borte mohl brudten, aber nur, wenn sie sie allein brucken fönnten, denn fast alles sieht nur mehr sich und nicht die Gesamtheit. Bas bleibt? Die Bitle: Spre hi jedes, das diese Zeilen liest, ledes, ohne jede Ausnahme, zu allen, die euch erreichbar sind, über all über die Friedhofsschänder, es barf feine Ausnahme, fein Aber oder Doch heimlicher oder offener Art geben! Macht euch und lebem tlar, daß Tollwültige burch unsere Rächte ftreifen, die für jebe Seele größte Gefahr bebeuben, bernichtet die tollmütigen Seelen der Schänder hurdy einen Sturmminb eiffiger Berachtung. Dher joll es nody Hefer hinabgehen? Königlich Bayerisches. Das Gchicfal einer banerischen Beschwerde. Die Republitanische Beschwerdestelle Landesstelle Bayern in Bürzburg befchwerte fidh am 19. Ottober 1927 bei der Regierung von Oberbayern in München darüber, daß sich auf den Chiemsee Dampfern, Motorbooien und Landungsstegen eine Bekanntmachung, betreffend das Berhalten der Fahrgäste auf den Schiffen ufm. befindet, die unterschrieben ist mit gl. Regierung von Oberbayern, Rammer des Innern, Dr. von Kahr". Diefe Beschwerde wurde mit der Begründung abgelehnt, daß ble Berordnung aus einer Zeit noch vorhanden fet, in bar bie Unteridrift Röniglich- bayerisch noch zu Recht bestanden hat und daß u einer Abänderung infolgedessen feine Ursache ist". Darauf wandte sich die Republikanische Beschwerbestelle Landestelle Bayern an das Bayerische Staatsministerium des Innern und belam den Bescheid, daß das Staatsministerium des Innern die Gache oberaufsichtlich geprüft, aber feinen Grund zur Benderung ber angefochtenen Enilchließung wahrgenommen hat. Die Beschwerde bird daher toftenfällig abgewiesen. Tatfächlich verlangt aljo bie bayerische Regierung für diese Beichwerde etwas über 5 M. unb erflärt dabei gleichzeitig, daß die Bezeichnung Königlich- bayerisch" polltemmen in Ordnung fei! Rommunisten untereinander. Einer schlägt dem andern den Stuhl auf den Kopf. Köln, 10. Dttober.( Mtb.) Unsere Verleumder! Die Note Sahne Norwärts mit 800.000 MK von Jakob Goldschmid bestochent Der Volksstaat " Vorwärts mit 9>>> 800.000 Mkvar JakobGoldschmid bestochen!! W Reus Preußische Zeitung Vorwärts mit 800,000Mx von Jakob Gold Schmidt besto chen! * Sie lügen vereint. Gie fä fchen vereint, Sie haben alle nur einen Feind: Den Borwärts! Das Jugendstrafalter. Die Gozialdemokratie für Heraufsetzung auf 16 Jahre. Der Strafgefegausichuß erledigte gestern zunächst die zurückgestellten Abstimmungen zu§ 3. Ein fozialdemokratischer Berbesserungsantrag wurde abgelehnt, und die Borlage in ihrem Sah 1 angenommen, dagegen Sap 2 mit den sozialdemokratischen, bemokratischen und tommimistischen Stim men abgelehnt. Damit ist bie Frage der Rückwirtung der Aufhebung von Vorschriften, die wegen besonderer tatsächlicher Ber. bältnisse erlassen worden sind, unentschieden geblieben. Der Ausschuß beschäftigte sich dann mit den Bestimmungen über die räumliche Geltung des Strafgesetzes. Das Strafgefch soll für Taten gelten, die im Inland begangen wurden. Bet gemiffen fchweren Deliften sollen die Strafgefeße des Deutschen Reiches aber auch dann Anwendung finden, wenn die Taten im Ausland begangen find: Bei Hoch- und Landesverrat gegen das Reich oder Wehrmacht eins der Länder und Bergehen gegen bie Behr macht oder Bolfstraft, bei meineid, alfomünzerei, Frauen Handel und Rinderhande Justizminister Koch ertlärte zu brefette Beftimgungen, daß bie Regierung die Möglichkeit haben muß, auch in allen, wo der Latori im Ausland liegt, und wo es fid) nicht um Inländer handelt, heutiches Gesetz zur Amenbung zu bringen Die Stontrolle barüber, nb bei bar Anwendung diefer Grundsäge nicht zuweit gegangen wird, liegt beim Reichsjustizminister, der entfcheiben foll, mann es erwünscht ist, in solchem Falle Anlage zu er heben. Die Kontrolle des Justizministers wird durch das Parlament ausgeübt und fo die nötige Sicherheit gegen Mißbrauch geschaffen. Genoffe Dr. Marum begründete einige foglaldemokratische Anträge, die eine Einschränkung der Anwendung deutschen Strafrechts auf im Ausland begangene strafbare Handlungen bezweckt. Nur bei ben wichtigsten Delitten sollte das Beltstrafrecht anerkannt werden. In der Vorlage wird zu weit gegangen, wenn auch Landesverrat gegen ein Land als ein Delitt bezeichnet wird, das auch dann zu verfolgen ist, wenn es von einem Auslander im Ausland begangen wurde. Ueberhaupt nötigt die Rechtsprechung des Reichsgerichts zum Landesverratsparagraphen zu befonderer Borlicht bei der Formulierung dieser Bestimmungen. Abg. Alexander( Komm.) macht der deutschen Republik überhaupt das Redyt ftreifig, sich gegen Hoch- und Landesverrat zu wehren. Genoffe Landsberg erwidert ihm, daß die Republit fich danach auch nicht gegen einen hochperret non rechts schützen dürfe. Das stände im Widerspruch mit dem sonstigen Berhalten der Kommu nisten, die zum Beispiel bei der Debatte über die vorlegte Rabinettsbildung ihm lebhaften Beifall gezout batten, als er ein Mitglieb des damaligen Rabinetts angriff, weil es dem Kapp- Butsch gegen Danach billigten bie über mohlwollende Haltung gezeigt habe. Danach billigten bie Rommunisten body wohl, daß die Republit fich gegen Hochperrat Don rechts schüße. Es sei auch möglich, baß die deutsche Republit mit Sowjetrußland ein Bündnis schließe. Die Sowjetregierung babe ja mid teine Bedenten gehabt, der deutschen Reichswehr Giftgafe 31 verkaufen und Frau Bettin babe von der Reichstagstribüne ein Bündnis zwischen Reichswehr und Roter Armee propagiert. Wenn dann beide Armeen nad) ihrem Wunsche zufammen fämpften, müßte nach dem heute vorgetragenen Wunsche der Kommunisten Deutschland jedem Landesverrat preisgegeben fein, ber sich dann auch gegen Rußland richten würde. Bei der Abstimmung wurden die sozialdemokratischen Berbefferungsanfrage zu den§§ 6, 7 und 8 bes Strafgefetzbuches abgelehnt und die Regierungsvorlage angenommen. 3u§ 9 lag ein fozialdemokratischer Antrag vor, das Jugendffrafaller von 14 auf 16 Jahre zu erhöhen und als Jugendliche zu bezeichnen, die leichter als bie Erwachsenen zu bestrafen feien, Jugendliche zwischen dem 16. und 20. Lebensjahr. Genoffe Saenger 22 Fraftion gegen die Bestrafung der Jugendlichen unter 16 Jahren zu zerstreuen. Heute sei es noch so, daß sogar junge Menschen, die lediglich wegen Schulschwänzens, bestraft feien, immer noch in Gefängnis famen, und daß Jugendliche, die sogar megen Strafen, die weniger als einen Monat betrugen, mit dem Strafvollzus. tanntschaft machen mußten. Das sollte nicht geschehen. Bierzehn bis Sechzehnjährige gehören nicht ins Gefängnis! Das Gefängnis jei feine geeignete Stelle für den Wiederaufstieg Jugendlicher! Für den jugendlichen Kriminellen fei es nötig, eine pädagogische Atmosphäre um ihn zu fchaffen, statt ihn ins Gefängnis au schicken. Aus dem Leben der Jugendlichen bis 16 Jahre müßte endlich alles entfernt merben, was nach Gericht oder Strafvollzug ausficht. Auch das Jugendgericht bleibt trop aller Reform immer noch ein Gerich Lebenshilfe und Bebensförderung tonne das Jugendgericht den Jugendlichen nicht geben Wenn ichon neben jedem Angeflagten die Gesellschaft auf der 2ntlagebant ftebe, fo geile bas erit recht für einen jugendlichen Ungeflagten Die Gefellschaft habe die Blicht, den Jugendlichen nicht zu jgen, fondern ihm burch soziale Hilfe und Erziehung zu helfen. Der Aus Schuß möge jeg genügend Optimismus aufbringen, um eine Epoche, cinguleiten, die der Jugend gerecht werde und bie, ob Sie, meine Damen und Herren, mollen oder nicht, fommen wird und fommen muß Ministerialbirettor Dr. Bumte erklärte auf die Frage des sozialdemokratischen Redners, ob auch der jeßige Suftigminifter wie der frühere unliaminister Hergt der Auffaffung fei, baß an dem Jugendstrafalter von 14 Jahren unbedingt feftgehalten werden müsse, baß der Minister in der nächsten Sizung auf diese Frage antworten merbe. Abg. Höllein( Komm.) beantragte nochmals, wie schon im Aus schuß des alten Reichstags, Sachverständige über das Jugendstrafalter zu hören. et Genpfie Dr. Rosenfeld befämpfte diesen Antrag, indem erklärte, die sozialdemokratische Fraktion habe schon früher und auch heute wieder durch die Rede des Abg. Saenger bewiesen, baß sie der herauffezung des Jugendstrafalters auf 16 Jahre große Bedeutung beimesse. Diese Frage ist geradezu ein Kardinalpunkt bei der Beurteilung des Strafgesetzes und der Stellungnahme der sozialdemokratischen Frattion zur Annahme des ganzen Gelehes. Jeht aber tonne man fich pon der abermaligen Vernehmung voR Sachverständigen nichts mehr verfprechen, ba die von dem früher pernommenen Sachverständigen abgegebenen Gutachten gebrudt porliegen und weitere Gutachten durch den Abgeordneten Moses befchafft feien, die jeder lefen tönne. Jest würde ber tommunistische Antrag mur zu einer völlig überflüssigen Berzöger rung der Berhandlungen führen. Der fommunistische Antrag wurde alsdenn abgelehnt und die Sigung auf morgen vertagt. Preußenregierung und Konkordat. Minister Becker erstattet Bericht. Der Amtliche Breußische Breffebienst tett mit: In einer Sigung des preußischen Staatsministeriums hat zu bildung über bie bisherigen Berhandlungen mit dem gestern nachmittag der Minister für Wissenschaft, Kunst und Boltspäpstlichen Nuntius Bericht erstattet. Die Beratungen in: Staatsministerium werden demnä hit fortgesetzt. Bu einer regelrechten Reilerei fam es in dem benachbarten Biesdorf gelegentlich der letzten Stadtverordnetennersammlung. Als der Frattionsführer der Kommunisten mit amei tommunistischen Stadtverordneten eine scharfe Abrechnung nornahm, stürmten mehrere anwesende Kommunisten egen die Rednertribüne. Es tam zu Tätlichkeiten, während der einer der Kommunisten einem anberen mit einem Stuhl auf den Kopfschlug. Aber auch nachdem die Schlagfertigen aus dem Saal verwiesen waren, hielt her Tumult an, Indem bie noch anwesenden Kommunisten auf jede mögliche Art die feffelte die Aufmerksamkeit des ganzen Ausschusses, als er zur BeSigung zu stören persuchten. Schließlich gelang es boch, die Lages ftrafrechts eintrat. Die Kriminalität der Jugendlichen bis 14 Jahre ordnung zu Ende zu bringen. Das Stahlhelm- Maul. Landesverrat dunkle Die neueste Nummer des Stahlhelm beschäftigt sich wieder hit Sozialdemokraten, Demofraten und Zentrum. Bir zitieren: erbärmliche Denunzianten Ehrenmänner- findliche Bemühungen täglich fällige Lüge Unehrlichkeit in ein System gebracht prachtvoller RorruptionsGut gebrült! Besten Dank, meine Herren! fall. -Landtagsabgeordneter v. Mirbach geftorben. Das Mitglied der gründung dieser Anträge aufs wärmste für biefe Reform des Jugendhabe bis vor furzem erschreckend zugenommen. Deshalb habe man lange gezögert, das Jugendstrafalter auf 14 Jahre heraufzusetzen, bis das Jugendgerichtsgesetz das endlich bestimmt habe. Allmählich fei die Ueberzeugung immer allgemeiner geworden, daß für Jugend liche statt Gefängnis Fürsorgemaßnahmen geboten feien Die Kriminalität der Jugendlichen werde nur dann geringer werden, wenn man mit geeigneten Fürsorgemaknahmen statt mit Gefängnis gegen Jugendliche vorgehe, die straffällig wurden. Der Hauptgrund sei der unentwickelte physische und psychische Stand der Jugend, ihre seelische Eigenart, die Strafmaßnahmen ausschließen sollte. Der tschechischflomatische Strafgefeßentwurf molle bereits das Schuhalter des Kindes auf 18 Jahre erhöhen. Es sei unbedingt notmendig, bei der jetzigen deutschen Strafrechtsreform grundfäßlich geltende Strafgesek stebe gelienbe Strafgefek stebe Gewiß babe das Jugendgerichtsgesen große Befferungen gebracht, aber der Hinweis auf diese Besserungen reicht nicht aus, bie grunbjäßlichen Bedenken ber fozialbemokratischen Deutichnationalen Frattion des preußischen Landtages, Freiherr einen anderen Standpunkt einzunehmen als ben, auf welchem das Berner D. Mirbach, Landrat von Reidenburg( Ostpreußen), ist am Donnerstag in Bad Nauheim an den Folgen eines Hergleibens eftorben Der neue Reichswehretat. Der neue Reichswehretat ist, wie der Soz. Breffedienst" erfährt, auf Anregung des Reichssparkommiffars wesentlich übersichtlicher und einfacher gestaltet als der frühere. So werden im Marineetat alle persönlichen und fachlichen Ausgaben in einem Kapitel zusammengefaßt; die Erläuterungen erfolgen nach englischem Borbild im Anhang. Sämtliche Beamten find in einem Kapitel vereinigt, um eine Einheitslaufbahn herzustellen mit dem Ziel, die Berwendungsfähigkeit der Beamten vielseitiger zu gestalten. 3m übrigen ist ein großer Organisationsplan für Heer und Marine ausgearbeitet, der eine Vereinfachung des ganzen inneren Geschäftsganges und besonders die Bermeidung von Doppelarbeit vorsteht. Das Reichswehrministerium hat schließlich darauf verzichtet mittel für die Entfendung von Militär- und Marine attachés anzufordern. Der neue Reichswehretat ent hält feinen einzigen Boften für derartige Aemter. WERTHEIM Leipziger Str. Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz Preise für Freitag und Sonnabend, soweit Vorrat. Fleisch, Fische, Geflügel, Obst und Gemüse werden nicht zugesandt. Frisches Fleisch Kalbskamm u. Brust Kaibsnierenbraten Pfund 0.80 Pfund 0.90 Kalbskeule ganz und geteilt Pfund 1.00 Querrippe Pfund 0.80 Pfund 0.85 Rinderkamm. Schmorfleisch u. Roastbeef, m. Knoch. 1.00 Hammel- Vorderfleisch. Pfund 1.00 Schweinebauch u. Rücken Pfd. 1.00 Schweinekamm u. Blatt. Pfund 1.10 Schweineschinken ... Pfund 1.15 Kaßler Speer u. Kamm Pfund 1.15 Gulasch Pfd. 0.90 Gehacktes Pfd. 0.80 Liesen Pfund 1.00 Rückenfett Pfd. 1.10 Prima Gefrierfleisch Rinderkamm u. Brust Pfund 0.70 Rinderherzen Pfd. 0.60 Kuh- Euter 0.28 Kolonialwaren Weizengrieß Plund 21 Pf. Harlgrieß Pfund 24Pf. Haferflocken Pid. 25 Pf. Eier- Schnitt- Nud. 40 Pt. Eier- Faden- Nud. 40 PL Makkaroni Hartgries, 40 Pf. Bruch Pfund 18 Pf. Bruch- Reis Burma- Reis Pfund 20 Pt. Bassin- Reis Pfund 22 Pt. Italien. Reis Pfund 26 Pl. Amerik. Reis Pfund 30 PL Java- Reis. Plund 36 PL. Pudding- Pulver vanille. u. Mandelgeschmack, Pid. 48 PL. Rote Grüße Plund 60 Pf. Pudding- Pulver Schokolader geschm. 72 Pf. Saucen- Pulver Krachmandel- Pud.1.10 Schokolad. Speise m. gehackt. Mandeln 1.10 Vanillegeschmack 72 Pf. Mandel- Ros.- Pud. 1.20 Konfitüren m ganz. Haselnüssen, Vollmilch- Schokolade 2 Tafeln à 100 Gramm 75pf. Olympia- Schokolade Vollmilch, 2 Block Til. à 100 Gr. 75 Pt. Pfund 1.15 Olympia- Kakao Pid. IM Milchkaramell./Pid.45 Pt. Tee- Misch. Darjeeling Ceylon China Indien Ceylon II 1.85 1.70 1.55 1.25 1% Pfund 2 M Obst große, Kochbirnen und 12 P1. Butterbirnen Pfund 20 pt. Kaiserkronen Pid. 30 P1. Musäpfel große, Pid. 18p. Graue Renetten 22 P. Tafeläpfel rote, Pid. 25 Pf. Kalif. Tafeläpfel 45pt. Goldtrauben Pid. 35 PL Bananen Pfund 36pf. Treibhaustrauben holl., blaue, Pfund 85 Pf. Tomaten. Pfund 16pf. Zitronen Dutzend 45pf. Blaue Pflaumen 4 Pland 85 Pf. Gemüse Plund Weißkohl Plund 8Pf. Rot- Wirsingkohl 10p. Blumenkohl Kopi v. 15 Pl. Sellerie große Köpfe, 22 PL Rosenkohl Pfund 30pf. Schwarzwurzeln 40 pt. 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Rotwurst 1.10 Landleberwurst Pid.1.20 Mettwurst Art, Plund 1.40 Jagdwurst Pfund 1.40 Schinkenpolnische 1.55 Filetwurst Pfund 1.55 Leberwurst feine, Pid. 1.75 Leipziger Straße Pökelfleisch gekocht 1.75 Zervelat u. Salami holsteinische. Plund 1.80 Speck fett 1.30 mager 1.40 Pid. Schinkenspeck Ptd. 1.80 Nußschinken ca. 2 Pfd. schwer, Pfd. 2.00 Königstr., Rosenthaler Str, Moritzpl.: Berl. Mettwurst Pfd. 1.20 Bier- u.Teewurstpfd.1.75 Käse u. Fette 98 Pl. Tilsiter Tilsiter ohne Rinde, 1.25 volltett, Piund Spitzkäse Kiste ca. 65Pt. Limburger Allgäuer felt, Plund 34 lett 1 Pid. Inh. halblett, Plund 62 Pt. Limburger Allg., voll: 1 M Steinbuscher Plund 78 P1. Steinbuscher voll 1.10 Holländer Plund 85 Pf. Holländer vollfett 1.15 Edamer halbfett, Pid. 88 Pt. Edamer vollfett, Pfd. 1.18 Tilsiter volltett 98Pt. 1.10 tett halbtett Ptund Plund ohne Rinde, dreivierteltett Schweizer dänischer 3/ 4telt, Pid. 98 Pt. Schweizer bayrisch. 1.45an volltett Speisetalg Pund- 52 Pf. Paket Margarine Pid. 52, 58 PL. Kokosfett Pfd.- Tafel 62 PL Schweineschmalz 78PL Tafelbutterpid.2.02,2.10 Dänische Butter Ptd.2.20 Räucherwaren Ptd. Schellfische Pfund 42 Pl. Spickaale Pfd. Bund 35Pt. von 2.85 Feltbücklinge 32 u. 40 Pt. Vollbücklinge Kleler, 45 PL Makrelen Pfund 40 PL Konserven Dose Gemüse- Erbsen 65 Pf. Jg. Erbsen mittelfein 95 Pf. Kaiserschoten... 1.70 Leipziger Allerlei 88 Pr. Karotten geschnitten 42 Pi. Karotten extra kleine 95 Pf. Sellerie in Scheiben 95 Pf. Jg. Brechbohnen 1 75 pt. Prinzeßbohnen mittel- 1.00 fela Lachs in Stücken Pfund von 1.85 an 11 Dose Pflaumen mit Stein 66 Pt. Apfelmus D.35 Pf. 62 Pf. Ananas Hawaii... 1.05 1.05 Stachelbeeren Mirabellen..... 1.10 1.10 1.45 Erdbeeren Olsardinen 35,43,76 Pf. Norweg. Heringe 68 PL Konfitüre, Elmer in Tomalen Pflaumen 95Pt. Aprikosen 1.10 Erdbeer 1.25 Johannisbeeren, Orange 1.15 Kirschen 1.35 Fische . Frische Seemuscheln 5 Pfund 0.35 Dorsche Schellfische. Pfund 0.15 Pfund 0.20 0.35 Schollen Pfund 0.28 Goldbarse 0.32 Kabeljau ohne Kopf, ganze Fische, Pfund 0.35 Pfund 0.55 Fischillet Grüne Meringe... 5 Pfund 0.45 0.60 Lebende Karpfen Pfund von 1.10 an Lebende Schleie • Pfund von 1.25 an Geflügel u. Wild .. .... Pfund von 0.98 an Suppenhühner Junge Gänse. Junge Enten Junge Brathühner Rebhühner große Wildenten. Fasanen Hennen 2.65 an Stück von Pfund von 1.05 an Pfund von 1.15 an Pfund von 1.30 an Stück von 1.65 an Stück von 2.40 an Hähne 3.25 an Stück von Hasen und Hirschwild billigst Wein Preise für Flasche ohne Glas 1927 Gleiszeller Kirchberg Botter Tischwein. 1.15 1/ 3- Liter- Tokajerflasche Ruster Gold süßer Frühstücks- u. Krankenwein 1927 Edenkobener ansprechender Pfalzwein 1925 St. Justin burgunderähnl. span. Rotwein Malaga Gold feinsüß, kräftig. 1927 Ebernburger Berg pikanter Pfälzer. 1926 Clüsserather Königsberg stah!.Mosel 1927 Oberhäuser Kaisersgrund sehr blum. 1922 Chât. Raba Wachstum Ellissen, 1925 Rüdesheimer Schloßberg Rheingauer Pfälzer flotter Bordeaux blumiger Moselart 1927 Zeltinger Himmelreich bestechende 1924 Graves Wachstum Laforl, teinsüber, weißer Bordeaux Deutscher Weinbrand A. Descieux Die durch da an jeben jozialer erichiene fürforge für Für Ins geben 8 eingezog Unterhal bom Fi Laufe wurden für die nannten Unter in 34 47 gaben fü Trog de eine gro fürzerer werden. ftellten, 71 000 für Di wurden forgung gegeben 125 140 häufe für U itätte urfachter murden 45 193 in der 175 fieht ih eben de es gelin laffene 225 gebracht aus Charentewein gebrannt 4.70 Wein vom Faß zu Extrapreisen auf 13 mirticha beitsbel Jo Fescher Mantel engi. gemustert, schwere Qual, mit Imit Pelzkragen 48.OttomaneMantel schwere reinwollene Qualität, ganz auf Damassé, wie Abbild. 62.HerrenUlster gute Winterqualität mit angewebt. Futter in neuen Karomustern 70.Sie fahren gut mit uns! Eleg. 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Das zeigt in kleinem Maßstab« schon der soeben �schienene Geschäftsbericht des Neuköllner Wohlfahrts-, Kriegs- lürsarge- und Jugendamts, der«in« starke Steigerung der Ausgaben >ur Fürsorgezweck« gegenüber dem Vorjahre bringt. Insgesamt wurden für Unter st ützungszweckc ausge- S.ibcn 83ö5 450 Mark, im Vorjahre 6719ZZ0 Mark. Wieder ''"gezogen wurden von Versicherungsträgern, Fürforgeoerbänden, Unterhaltspflichtigen, Unterstützten usw. 579 090 Mark, so daß der vom Fürsorgeverband getragene Aufwand 7 776 360 Mark betrug. Zausende Bar unter st ützunaen zum Lebensunterhast ?wrden gezahlt an 665 Kleinrentner 4li8 539,20 Mark. Die Ausgaben lur die Sozialrentner beliefen sich austl 186 446,20 Mark. Die foge- "nnmen Gleichgestellten erhielten 8l8 387,46 Mark. Einmalige Unterstützungen, ausschließlich der Crwerbslosenhflfe, wurden 34 471 Fällen in Höhe von 1 128 832 Mark gewährt. Di« Aus- gaben für die Erwerbslosenhilte betrugen 1 022 684,53 Mark. Vvtz der Arbeitslosenversicherung bleibt heut« den Gemeinden noch On« große Belastung, weil ein großer Teil der Unterstützten nach kürzerer Dauer als früher der öffentlichen Fürsorge überwiesen {"erden. Hierunter fallen gerade die älteren Arbeiter und Ange- stellten, die zum größten Teil eine Familie zu ernähren haben. Bund UOOO Mark, darunter zirka 13 000 Mark tür Erwerbslose, mußten wr Mietsunterstützungen aufgeweirdet werden. Kohlerlgutscheine wurden aus 209 431 Zentner abgegeben. Allein für ärztliche v«r° '"rgung und Arzneien und Heilmittel wurden 230 000 Mark aus- gegeben. Für Kur und Verpflegung in denKranken- Häusern muhten 690 000 Mark übernommen werden. Di» Kosten Ost Unterbringung in Heil- und Erholungsstätten sind im Berichtsjahr wieder gestiegen. 135 Personen ver- "rsachtcn einen Kostenaufwand von Z04V7 Mark. 191 Personen wurden in Lungenheilstätten verschickt. Die Ausgaben betrugen 193 Mark. Besonders erfreulich ist es, daß Neukölln neu« Wege der Strafentlassenenfürsorge geht. Di« Fürsorge steht ihre Hauptaufgabe in der schnellsten Arbeitsbeschaffung, weil eben der Entlassene vor Rückfällen am ehesten bewahrt bleibt, wenn '"gelingt, ihn rasch in den Produktionsprozeß einzureihen. 232 Ent- ütssene wurden zur Arbeitsleistung in städtischen Betrieben unter- gebracht. Im allgemeinen erstreckte sich die Dauer der Beschäftigung «aus 13 Wochen, so daß die in Frage kommenden Personen nicht nur wirtschaftlich gefördert wurden, sondern auch in den Besitz einer Ar» beitsbeschcinigung gelangten, mit deren Hilfe es ihnen möglich wurde, nunmehr anderweit zur Arbeil vermittest zu werden. Der Versuch kann als gelungen be, zeichnet werden. Mehrer« Strafentlasien« wurden auf Grund ihrer guten Leistungen und«inwondsreien Führung von den städtischen Betrieben als Stammorbeiter über- nommen. Hier ist eine neu« Ausgabe zu erfüllen, die in erster Linie dem Staate zukommt. Aber schon durch eine einheitliche Regelung über Groh-Bcrlin wäre viel erreicht. Eine Forderung, die wir bereits im vorigen Jahre stellten, die Rechtsauskunftsstelle auch an zwei Wochentagen von 7 bis 8 Uhr abends offen zu halten, ist leider immer noch nicht erfüllt. Bei der Bedeutung, die diese Stellen gerade für die arbeitend« Bevölkerung hat, wäre es endlich an der Zeit, dieser Forderung Rechnung zu tragen. Aus dem Gebiete der Jugendfürsorge nimmt die Krüppeisürsorge von Jahr zu Jahr an Umfang zu. Es wurden 917 Knaben und 1237 Mädchen betreut. Es gelang, am 1. Mai 1927 in der Tbomosstraß« 20/21 eine«igen« Heilbehandlungsftätte zu er- richten, die mit den modernsten Geräten ausgestattet ist. Dem un» gemein starken Bedarf an Jugendheimen konnte durch Angliederung von zwei neuen Heimen Rechnung getragen werden. Die Zahl der Jugendlichen, die in Fürsorgeerziehung gebracht werden mußten, ist weiter zurückgegangen, auch die Straf- fälligteit hat abgenommen. Leider«erden immer noch recht viele Kinder vor und nach dein Unterricht zur Arbeit herangc- zogen, der größte Teil davon wieder zum Zeitunasaustrogen. Hier haben die gewerk schostlichen und politischen Organisationen ein wichtiges Betätigungsseld. Es geht nicht an, daß diese Kinder jeden Morgen bei Wind und Wetter um 4 Uhr aus den Betten geHost werden. Wie sollen dies« abgehetzten Kwder später dem Unterricht folgen? Die Heim« für die erwerbslose Jugend erfreuen sich weiter steigenden Besuches. In der Kriegssürsorge wurden 1140 Kriegsbeschädigte, 3090 Kriegerwitwen, 4923 valer- bzw. elternlos» Küegerwaiscn und 950 Haushalte von Empfängern von Estcrurenten betreut. Die Ausgaben hierfür betragen über 2 Millionen Mark. Es ist in diesen Fürsorgegebieten, die nur zusammengedrängt besprochen werden konnten, eine gewaltige Arbeit gcictstct worden. Hunderte van Beamten und EhrenOeomten sind tagtäglich beschäftigt, um die größte Not lindern zu helfen. Und da schreien die Unternehmer nach Abbau der Sozialpolitik! Nein, nicht Abbau, sondern Ausbau rufen wir, die wir dos Elend und die Not täglich sehen. Die Sozialdemokratie als stärkste Vertreterin der arbeitenden Klassen in Neukölln, die auch den größten Anteil an der Fürsorgearbeit hat, wird auch fernerhin versuchen, ihr Möglichstes für die Besserung der Lage dieser hilfsbedürftigen Klassengenossen zu hin. Aus den Bezirke«. ÄpD.- Anträge! 5. Lezirk— Fnedrichshain. llebtrslüsfigerweise muhke sich auch am Mittwoch wiederum«ine "üßeroidenlliche Vezirksversanmilung mit einigen kommunistischen Agitationsanträgen beschäftigen. Da sie in der ketzten Sitzung infolge Unachtsamkeit nicht einmal jür ihren eigenen Antrag in der Sportlersrag« gestimmt hatten, "laubten sie, ihn jetzt wiederum als„Dringlichkestsantrag' zur De- 9atte stellen, um so den Anforderungen aus der Kleinen Alexander- iikoße gerecht werden zu können. Nach einer treffenden Begründung ""ich den Genossen Büchner wurde die Sache durch Uebergang Tagesordnung erledigt. Auf eine Anfrag« über den Ankauf de» �Nindstücks, auf dem sich das Nikolaus- Bürger- Hospital "efindet, durch die Firma K a r st o d t erwiderte Stadtrat Dr. Gill- {"ann, daß dem Bezirksamt von solchen Absichten nichts bekannt Genosse P o h l i n g verwies auf die Tatsache, daß es außer- "�deutlich schwer halt«, Grundstücke von Stiftungen, die zudem der Zentralen Derwaltung unterliegen, zu erwerben. Es sei auch der Wunsch unserer Fraktion, das längst für den Bezirk geplante G e- nindh«itshaus hier zu errichten. Ein Antrag über den streik der Notstandsarbeiter bei der U-Bobn dem Genossen Siegle Veranlassung zur aussührlichen Dar- ssellung solcher vom gewertschostlichen Standpunkt unmöglichen Aktionen der KPD. Die zuständigen Organisationen haben dem "Streit* nicht zugestimmt. Selbst das Mitglied der kommunistischen �ezirksverordnetensrattion Repschläger mußte�als führender Gewerk- Zastler im Zimmereroerband Zahlung von Streikunterstützung ab- i'hnen. Behörden gegenüber erklärte R. wörtlich:„Mir ist von e>N«m Streik nichts bekannt.* Da die Löhne tariflichen Bestim- "kUncen entsprachen und Verstöße dagegen nicht vorlagen, konnten "i« Gewerkschaften nicht anders entscheiden. Selbst in Rußland {"«Nden sich die Gewerkschaften aegen BZtrebungen. wie sie hier von IJen Kommunisten meist mit Unorganisierten ausgezogen werden. �er Rot in den Kreisen der Betroffenen muß natürlich abgeholfen {"erden. Dementsprechend sind auch die Anweisungen des Genossen � r ü h l als Leiter des Londesarbestsamts und anderer Stellen �hasten. Dieser Antrag und drei weitere Anträge der KPD. fanden 'ein« Mehrheit. Di« Genossen Büchner und P o h l i n g geißelten "ei her Besprechung die unsachlich« Haltung der Kornnninisten gegen- "iker der Sozialdemokratie. KPO. auch einmal gegen Oeutfchuationale. 16. Äezirk- Köpeant. Die«ezirksvenammlunq erledigte in chver Sitzung am 3. Oktober die Refiberalung über dt«»edarfsnochweisung. tn der sie noch einen endlosen Redestrom der kommunistischen Agitationsphraseure über sich ergehen lassen mußte. In der Schlußabstimwung wurde die Gesamtabrechnung, die in der Einnahme inst 1849 08O M. und in der Ausgabe mit' 17 964 630 M für 1929 ausgewiesen ist, gegen die Stimmen der Deutschnationalen angenommen— selbstdieKom- m u n i st« n stimmten in diesem Jahre dafür. Einige heitere Moment« brachte diesmal die Debatte, indem die beiden sonst stets konsorm gehenden Fraktionen: Deutschnationale und Kommunisten, sich ausnahmsweise einig« Liebenswürdigkeiten an den Kopf warfen. Zur Verabschiedung gelangten ferner noch die Vorlagen des Bezirks- amts betr. Umwandlung«ine- Zuges der Dorotheenschule in Köpenick in eine Realgymnofialstudienanstalt und Begründung von zwei oko- dennschen Lehrstellen dortselbst, ferner der Neubau einer Doppel- schul« im Ort stell Wolssgarten in Sövenick, der Turnhallenbau an der 2. Volksschule in Köpenick und der Erwerb eines 32 366 Quadratmeter großen Geländes an der Achenbochstraße. Nach zirka 3s4stündiger Dauer trat Dertagung ein, so daß die auf der Tages- ordnung stehenden Anträge und Anfragen der Kommunisten und Deutschnationalen— Panzerkreuzer und verfassung-feier— noch nicht zur Beratung kamen._ Die Freunde von gestern... IS. Kreis- Weißensee. In der Bezirksverordnetenoersommlung am 3. Oktober gaben drei von den sechs kommunistischen Bezirksverordneten die Erklärung ab. daß sie sich zu einer Fraktion � i n k e Kommunisten vereinigt haben. Sie begründeten ihren Schritt mit den Vorgängen, die sich in Rußland abgespielt habe». Die Freunde von gestern beschimpften sich gegenseitig, und auf der Tribüne machte der offiziell« Kommunist Kaezewski einen derartigen Radau, daß der Vorsteher die Sitzung aus zehn Minuten unterbrechen muhte. Nach Wiedererössnung der Sitzung versuchten die Kommunisten den üblichen Panzerkreuzerautrag als Dringlichkellsontrag los zu werden. Sie sielen aber damit herein, da gegen die Dringlichkeit Widerspruch erhoben wurde. Der Hauptlagesordnungspunkt betraf die Beratung der Bedarssonmeldung für 1929, die mit etwa 1,5 Millionen Mark abschließt. Genosse Hodapp kritisiert« die s ch« m a t i s ch« Anwendung der Schlüsselzahlen durch den Mogist rot, die dazu führt, daß die Bezirk« mit stark proletarischem Einschlag benachteiligt werden. Hier müsse unbedingt nach neuen Weoen gesucht werden. Er ersucht das Bezirksamt, sich dafür einzusetzen, daß die für Schulneubauten bzw. Erweiterungsbauten angeforderten Beträge unbedingt bewilligt werden, da ein weiterer Aufschub nicht tragbor ist. Genau so ver» Höst es sich mit dem ErwerterungSdau des Krankenhauses. Sehr am Herzen liegt der Bevölkerung die Errichtung eines Frei- bades am Orankesec und eines Hallenbades. Es wäre sehr zu bedauern, wenn die Errichtung des Freibades noch weiter hinausgezögert werden würde. Genosse Hodapp ersucht« weiter das Bezirksamt, dem Klemgarienwesen nach wie vor die größte Beachtung zu schenken. Zum Schluß empfahl er, de» Etat e» bloc anzunehmen. Gegen diesen Borfchlag wandten sich d i e Deutsch- nationalen und die Kommuni st en, währe>ll> die Bürgerlich« Arbeitsgemeinschaft für die Sn-blcx'-Annahme eintrat. Nach einer langen nichtssagenden Wald- und Wiesenred« des Links- kommilniften Böttcher wurde der Etat gegen die Stimmen der Deutschnationolen und Kommunisten en bloc angenommen. Ein„verfassungstreuer" Bürgermeister! 19. Bezirk— Pankow. Mit der Verabschiedung des Haushaltsvor- anschlage» muhten sich drei Beztrksoersammlungen beschäftigen, die am 19 und 24. September und am 3. Oktober stattfanden. 3m Voranschlag find Mittel für die Ausgaben vorgesehen, die unser« Fraktion als die wichtigsten in der kommenden Zeit ansieht, so de» Krankenhouscrweiterungsbau, den Bau einer Schwimmhalle, den Ausbau der Heinersdorfe r Schule, den Bau der Berufsschule und einer D« s i n- se k t i o n s a nstal t. Die weiter eingesetzten Mittel für die in unserem Bezirk so dirngenden Straßenbauarbeiten sehen u. a. den Ausbau der Ausfallstraße in Buchholz für die Zepernicker Chaussee und der Bucher Aue für den Ausbau des Schiffsweges in Pankow und der Chaussee zwischen«chönerlinde und Buchholz vor. Unser Redner zum Etat, Genosse Kud ig, setzte sich sür den Bau eine« Jugendhauses ein und beantragte die Bürger- sieigoerbreiterung in der Breite Sirahe 45 und Breite und Schloßstraße ein. Des weiteren brachte er die Klagen der Be- oölkerung ttber die immer noch unausreichende Beleuch- tu na im Bezirk zum Ausdruck und alle die anderen Wünsche, wie Planschbecken usw., Ausgaben die bis heut« noch der Ausführung harren. Kubig brachte noch dos Verhalten des Bürger- meisters und der rechtsgerichteten Stadträte zur Sprache, die demonstrativ der Derfassunosfeier des Be- z! r k s a m t s ferngeblieben sind, ebenso das Verholten der gleichen Beamten bei der vom Bezirk finanzierten Ausstellung„Blume und Bild*, deren Leitung sich geweigert hat, die Reichs-- flagge zu zeigen, die betreffenden trotzdem die Festreden übernommen haben. Um für die Zukunft solche skandalösen Vor-, fälle zu verhindern� brachten wir entsprechende Anträge ein. Bei der Aussprache über diese Antröge war der Zwischenruf de», städtischen Anstaltsdirqktor» Jockel, der der Doutschnotiopolen Partei angehört, interessant:„Er habe den Eid nicht auf die Republik, sondern auf die Verfassung ge- leistet.* Auch über die Vorfälle anläßlich der Schulfeiern bracht« unser Redner empörende Ding« zur Sprache, die ein« weitere Ver- folgung unbedingt zur Pflicht machen. Don den Kommunisten waren neben den etwa 40 Anträgen auch der Rundreijeontrog über den Bau des Panzerkreuzers eingebrocht. Sie gl'aubten ZU einem„vernichtenden* Schlag gegen die SPD. ausgeholt zu. haben. Unser Redner, Genosse L ö s s l« r, konnte mit Leichtigkeit nachweisen, daß nicht Arbeiterpolitik von den Kommunisten gemacht wird, sondern, daß die Geschäfte der Reaktion besorgt werden. Der von uns eingebrachte Antrag, in ollen Ländern, auch in Sowjetrußlanh, den Bau von Kriegsschiflen zu verhindern, fand daher bei den Kommunisten kein« Gegenlieb«. Der Haushalisvor- onschlag fand am Schluß gegen die Stimme» der Kommunisten Annahme. Annahme fand noch ein Antrag der die Ab- Ichaffung der Gasmesser- und Zählermiet« ver- langt. Um 10 Uhr fand die Versammlung durch Vertagung ihr Ende._ Neues Lebe« im Luisenstädtischen„Kanal". Die Planierungsarbeiien im Bett des Luisenstädtischen Kanals gehen ihrer Beendigung entgegen. Im Anschluß daran wird jetzt mit der endgültigen Herrichtung der geplanten groß- zügigen Grünanlage begonnen. Auf die Sandslächen im .Kanalbett wird zunächst Humusboden ausgebracht werden, um im Frühjahr mit den eigentlichen gärtnerischen Anlagen beginnen zu können. Inzwischen werden die umfangreichen tiesbautechnischen Arbeiten ausgeführt, die den Arbeiten der Parkoerwaltung voraus- gehen müssen. Es handelt sich dabei in erster Linie um die Schaf» jung von Zugangstreppen und den damit verbundenen Abssruch der Brucken. An Stelle der vorhandenen Brücken wertzen straßenmäßig befestigte Uebergänge geschaffen. Während diese Arbeiten bei den Fußgängerbrücken keine Schwierig- keiten bereiten, erfordert der Abbruch der Straßenbrücken umfangreiche Vorarbeiten, da der Verkehr während der Dauer der Umbau- arbeiten möglichst wenig beschränkt werden soll. Besonders lang- weilig werden dabei die Arbeiten zur Umlegung der Versorgung-- leitungen für die Be- und Entwässerung, die Beleuchtung und Stromversorgung, die Telegraphenverwaltung, die Feuerwehr usw. sein. Zunächst wird mit dem Abbruch der K ö p« n i ck e r. der Melchior- und der Elisabethbrücke begonnen werden. PHÄNOMEN». v Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin 683 68, Zinbeuftrage&, für Groß- Berlin ftets an bas Bezirksjefretariat 2. Sof, 2 Trep. rechts. au richten. 2. Areis Tiergarten. Alle Genoffinnen und Genossen fowie Sympathifierende, die Mitglieder des GB. Moabit find, müssen heute, Freitag, 12. Oftober, zur Generalversammlung im Lotal Pagenhofer, Turmstr. 25, erscheinen. Beginn 19% Uhr. Bundesmitgliedsbücher find mitzubringen. 7. Kreis Charlottenburg. Jugendkommission: Gigung am Sonnabend, Donnerstag, 13. Oktober, 19½ Uhr, im Jugendheim Rosinenftr. 4. 18. Ottober, 19% Uhr, beginnt im Jugendheim Rosinenstr. 4 der Rurfus der Arbeiterbildungsschule:„ Einführung in den Margismus". Leiter: Simon Ragenstein. 8 Abende 2 M. Anmeldung 19 Uhr im Jugendheim. Die Ratten vom Serbstvergnügen am 6. Ottober müffen bis Freitag, 12. Oktober, beim Genoffen Franz Lange fun. im Jugendheim Rosinen= straße 4 zwischen 20 und 21 Uhr abgerechnet sein. Heute, Freitag, 12. Oktober: 8. Abt. 19 Uhr Lesezirkel bei Ridert, Steinmesstr. 36a. Reutölln. 92. Abt. Wir bitten die Genoffen, die Werbefeier der SAJ. im Realgymnafium, Raiser- Friedrich- Straße, zu besuchen. Mufit, Aufführun gen, Ansprache. Beginn 20 Uhr. Eintritt 20 Bf. Unterstützt die Jugend! 97. Abt. Von der Jubilarfeier sind die Rarten 401 bis 430 verloren gegangen. Die Nummern find gesperrt. Der Finder wird gebeten, die Rarten in der Spedition Rohr, Siegfriedftr. 28-29, abzugeben. 128./130. Abt. Tantom. 20 Uhr in der neuen Turnhalle des Gasfernheizwerks, in der alten Görschstraße, findet der 1. Turnabend der Abteilung Bankow der Freien Turnerschaft statt. Rege Beteiligung wird bringend erwünscht. 139a Abt. Freie Scholle bei Segel. 20 Uhr, im Zotal Schollenteng Mitalieber. verfammlung. Bortrag: Aus ben Erinnerungen eines alten Sozialisten." Referent Dr. Max Sdütte. Sämtliche Genoffinnen und Genofen müffen erscheinen.„ Borwärts"-Leser und Sympathisierende find eingeladen. Morgen, Sonnabend, 13. Oftober: 83. Abt. Lichterfelbe. Alle Bezirksführer und sonstigen tätigen Genoffinnen und Genoffen treffen fich um 20 Uhr beim Genossen Friz Quandt, Sindenburgdamm, Ede Moltkestraße, aur erweiterten Borstandssigung. Bichtige Tagesordnung. Niemand darf fehlen. 97. Abt. Reukölln. 20 Uhr Sigung des Bergnügungskomitees bei Krüger, Emser Str. 85-86 122. Abt. Biesborf. 20 Uhr in ben Schiller- Sälen, Königstr. 120, Filmvorführung: Banzerkreuzer Potemkin Rebner: Ernst Fald. Ebenfalls Alle Genoffinnen und Genoffen find bazu eingeladen. Sympathifierende und Borwärts"-2cfer. Bernau 20 Uhr bei Modisch, Kaiserstraße, Mitgliederversammlung. Referat: Die Sozialdemokratic einft und jest." Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 7. Areis Charlottenburg. Seute, Freitag, 12. Dřtober, 20 Uhr, im Zimmer 3 des Rathaufes Charlottenburg, Bortrag des Genossen Dr. Fris Schloß über Die Stellung der öffentlichen zur freien Wohlfahrt um rege Beteiligung wird gebeten. Alle in der Wohlfahrt tätigen Genossinnen und Genossen find herzlich eingeladen. Jungjozialisten. Gruppe Cüben: Der Gruppenabend fällt heute aus; wir beteiligen uns an her Abendfeier ber GS. in Rabes Festfälen, Fichteftr. 29. Gruppe Schöne Berg: Seute, Freitag, pünktlich, 20 Uhr, imt Jugendheim Hauptstr. 15, Schwabenlandzimmer, Beginn der Arbeitsgemeinschaft Demokratie und Dikta tut" Beiter: Genoffe Ahlfeld. Gäfte wiltommen. Gruppe Reinickendorf: Sonnabend und Sonntag Fahrt nach Tiefensee. Abfahrt vom Briezener Bahnsteig um 18.45 Uhr. Sonntagsrudfahrkarte löfen. Decken mitbringen. Gäfte willkommen. Genppe Webbing- Gesundbrunnen: Heute, Freitag, 20 Uhr, Genoffe Ronger. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Freunde und. Gäste find willkommen. 117. bt. Zichtenberg. Unserem Genoffen Bilhelm Bolff. Gisele ftraße 26, zu feinem heutigen 60. Geburtstag die herzlichsten Glüdwünsche. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 133. Abt. Buchholz. Am 9. Oktober verstarb unsere Genoffin Bauline Balt. Ehre ihrem Andenken! Einäscherung heute, Freitag ,. 12. Oktober, 17 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Um rege Beteiligung wird gebeten. SAT Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Einsendungen für diese Rubrit nur an das Jugendfekretariat. Berlin SW 68, Lindenffraße 3 Abteilungsvorsigende! Der Berichtsbogen für das 3. Quartal und das Novemberprogramm müssen abgegeben werden.- Die Karten für die Bolts. bühnenveranstaltung am 30. September müssen umgehend von den Abteilungen Sumannplay, Artonaplas, Pantom II, Neukölln VI, Treptow, Hasenheide, Neukölln II, Spandau, Wilmersdorf, Faltplag II und Warschauer Biertel „ R. F." abgerechnet werden. Heute, Freitag, 19% Uhr: Sansa: Heim Bochumer Str. 8b: Berufswahl und Berufsberatung". Moabit 1: Seim Waldenserstr. 21: Unser Ziel". Moabit II: Seim Lehrter Straße 18-19:" Jugendschusforderungen". Artonaplag: Heim Elisabethtirch Straße( Schule): Arbeiterjugend und Politit". Selmholzplay: Heim Scherenbergstr. 7: Fürsorgeerziehung". Hohenschönhausen: Heim Freienwalder Nordost: Heim Danziger Straße 5-6: Warum freie Gewerkschaften?" Straße 62: Proletarischer Dichterabend. Weißensee: Heim Parkstr. 36: ,, Sachlichkeit und Vernunft". Börther Plag: Seim Rastanienallee 82( Schule): Uebungsabend. Andreasplay: Heim Brommyfte, 1: 10- Minuten- Referate. Baltenplay: Heim Tilsiter Str. 4-5: Einführungsabend. Stralauer Biertel: Werbefeier in der Schulaula Goßlarstraße. Warschauer Biertel( R..): Heim Litauer Str. 18: Jugend im neuen Rußland". Reichenberger Biertel: Beteiligung an der Werbebezirksveranstaltung. Süben: Beteiligung an der Werbebezirksveranstaltung. Schöneberg IV( R. F.): Seim Hauptstr. 15: Sozialismus in der Familie". Charlottenburg: Heim Rofinenstr. 4: Rirche und Arbeiter". Mariendorf: Heim Dorfstr. 7: Einführung in die SAJ." Brig II: Unser Heimabend fällt aus. Wir beteiligen uns an der Werbefeier in der Aula Kaiser- Friedrich- Straße. Treffpuntt 18% Uhr Buschkrug. Pünkt lich erscheinen. Reutölin IV: Erscheint alle zur Arbeitsgemeinschaft. Köpenid: Heim Grünauer Str. 5: Lichtbildervortrag: Wie Gebirge entstehen und vergehen". Baumschulenweg: Seim Ernftstr. 16: Die Eonialiifche Jugend- Internationale". Johannisthal: Heim Rathaus Johannisthal: Marg und seine Lehre". Friedrichsfelde: Beranstaltung fällt aus.- Ren- Lichten berg: Heim Hauffftr. 16-17: Generalprobe. Lichtenberg- Nord: Seim in den Baraden Rathausstraße: Mitgliederversammlung. Riederschönhausen: Heim Blantenburger Str. 70-72, Schule: Sozial- und Kulturpolitit". Bantom III: Heim Görschstr. 14: Aussprache: Werbearbeit. Berbebezirt Mitte: Werbebezirtsmitgliederversammlung im Seim Lands berger Str. 50, 20 Uhr, mit dem Thema Zwed, Ziele und Aufbau der Organifation". Alle Gruppenveranstaltungen fallen aus. Werbebezirk Reutölln, Abt. I, VI, VII und VIII: Berbefeier in der Aula des Raiser- Friedrich- Realgmminafiums, Raifer- Friedrich- Straße. Mufit, Rezitation, Gesang, Lieder zur Laute, Aufführung. Einlaß 19 Uhr. Eintritt 20 Pf. Schulentlassene Eintritt frei. Berbebezirk Kreuzberg: 19% Uhr Abendfeier:" Die Internationale", in Rabes Festsälen, Fichteftraße( oberer Gaal). Ansprache: Genoffe Aler. Stein. Internationale Repue. Partei- und Jugendgenossen erscheint zahlreich. Unkostenbeitrag 40 Bf. Internationalen Revue" Nachzügler 19% Uhr Rabes Festfäle, Werbebezirk Webbing: Alle Mitwirkende zur treffen fich 19 Uhr Bahnhof Wedding. Fichteftraße( U- Bhf. Hafenheide). im Jugendheim Orthstr. 10, Bortragsabend:„ Wirtſchaftsdemokratie". Referent Vorträge, Bereine und Versammlungen. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Der Kreis Charlottenburg hat gestern morgen angegeben, daß der Treff punti zu der Fahrt am Sonnabend um 18 Uhr ist. Die Zeit muß umgeändert werben in 17 Uhr. Geburtstage, Jubiläen usw. 94. Abt. Renta, 65. Beziet. Unferem Genoffen Otto 8ange und feiner Frau, Berrfurthfte. 26, aur Silberhochzeit bie herzlichsten Glückwünsche. Reichsbanner„ Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin G 14, Gebastianstr. 37/38, Sof 2 St. Schöneweide- Johannisthal: Freitag, 12. Oftober, alle aktiven Rame. raden Saalschutz bei der SPD. in Oberschöneweide. Treffpunkt 19% Uhr bei Emmrich, Rathenaustraße. Sonnabend, 13. Ottober. Mitte: Rameraden, die nach Stargard fahren, treten 15% Uhr Stett. Bhf. an. Sier. garten: Handballmannschaft I und II. Mannschaft Training. Treffen pünktlich 16 Uhr Bhf. Beuffelstraße. Erscheinen Pflicht. Ruberriege: 21-23 Uhr Raften. rubern in Mörners Blumengarten, Obeschöneweide, Ostendstraße. Reuanmel | Sungen werden bort entgegengenommen. Sonntag 14. Ditober Antreten 18 Uhr Bhf. Fredersdorf( Strausberger Bahn) zum Hepublitanis Tag in Petershagen. Pflichtveranstaltung. Radfahrerzug Antreten 13 Neuer Markt. Streuzberg: Fahrt nach Petershagen. Treffpunkt 13 Uhr S Bhf., Haupteingang. Fahrkarte bis Fredersdorf. Röpenid: 12% Uhr Abjc vom Wilhelmsplay nach Petershagen.( Neues Lastauto.) Lichtenberg: Gene versammlung nicht 9 Uhr, sondern 8 Uhr bei Bruno Tempel, Friedric felde, Prinzenallee. Ale Delegierten haben pünktlich in Bundeskleidung zu scheinen. Bertretung unzulässig. Mitgliedskarte vorzeigen. Alle übrigen Sta raden pünktlich 12 Uhr Bhf. Lichtenberg- Friedrichsfelde mit Tambourlo und Fahnen zur Fahrt nach Leuenberg. Pflichtveranstaltung. Arbeitslose ge Borzeigung der Karte freie Fahrt. Reinidendorf: 14 Uhr Antreten Bhf. dersdorf. Pflichtveranstaltung. Hermsdorf( Kameradschaft): Abfahrt 11% nach Betershagen. Kreis 8, Bezirk Ertner: 14 Uhr Antreten sämtlicher Ber Bhf. Petershagen. Pflichtveranstaltung. Reukölln- Brig, 1. Kameradic Montag, 15. Oktober ,. 20 Uhr, Bersammlung in der Rottbusser Klause, S buffer Damm 90. Bortrag Ram, Abter. 2. Kameradschaft, 1 Zug: Mont 15. Oftober, 20 Uhr, Bersammlung bei Schabeito, Weichselstr. 5. Vortrag S Behre: Berlin als Safenstadt". Baumschulenweg: Gonnabend, 13. Okto 20 Uhr, Versammlung bei Bergmann. Referent Ram. Dr, Friedländer ,, Erste Hilfe bei Unglüdsfällen". Pankow( Ortsverein): Freitag, 12. Otto 20 Uhr, Kamerabschaft Niederschönhausen, Berfammlung im Lotal Wolfsschl Trestow, Ede Blücherstraße. Tempelhof: Sonnabend, 13. Oktober, 201 Gründungsfeier im Seebad Mariendorf. Eintritt 1 M. Reichstartell Republik. Neukölln- Briz: Gonntag, 14. Oktober, von 9 11 Uhr Echießen im Schüßenhaus Neukölln. Arbeiter- Rabio- Bund, Gruppe Friedrichshain. Freitag, 12. Oktober, 201 in Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtstr. 36a, Vortrag über Radio, feine deutung und der Arbeiter- Radio- Bund". Referent Genosse Hoffmann, 2. figender ds ARBD. Anschließend Uebertragung ferner Sender und Schallplat durch eigene Gendeanlage. Ausgeführt vom Funtgenossen Dlusniewski. English Conversational Club founded 1878. Meeting every Friday 8 p. m Café Josty, Potsdamer Platz. Lecturer Mr. Philipp on:" Courage". Ladies and Gentlemen, are welcome. Gue Welterbericht der öffentlichen Wetlerdienfiffelle Berlin und Umgege ( Nachdrud verboten.) Zeitweise aufheiternd, etwas höhere Temperaturen, t einzelt noch Regenschauer. Westliche Winde. Für Deutschland: Im Si ziemlich troden. Im übrigen Deutschland strichweise Regen. Ueberall steigende Temperaturen. 1 Marel Weber ber ungekrönte Geigertönig Berlins bietet durch f Electrola"-Neuaufnahmen glänzende Beweise feiner großen Kunst. Platten find ohne Raufzwang zu hören bei ber Electrola- Gesellschaft m. b. Berlin W. 8, Leipziger Str. 23; Berlin W. 15, Rurfürstendamm 35. Die Freude der Sausfrau ist das billige und dabei doch delikate Asching Brot. Sie will fein anderes mehr, weil sie weiß, daß fie frohe Gefi fieht, wenn es Afchinger- Brot zum Frühstück und zum Abendbrot gibt. weiß die Billigkeit des, Aschinger- Brotes und auch Aschingers Burstwaren schäßen! Die fogenannte A- Leberwurft und A- Blutwurst a. B. fehlt feit ersten Bersuch nicht mehr in ihrer Speisekammer. 95 Bf. das ganze Pfund sie würde sich doch schädigen, wenn fie auf diese billige Burst versi wollte; denn diese Wurst ist trok des billigen Preises von jener Qualität, der gute Ruf des Namens Aschinger verbürgt. Bon Mund zu Mund ha fich Aschingers vorzügliche Wurstwaren und das gute Aschinger- Brot empfoh „ Ein Beweis unserer Leistungsfähigkeit find auch diese Breife!" fa Rohnen u. Jöring, Aleganderstr. 12, mit Recht in dem heutigen Angebot Herren- Sottoanzüge. Die Preise sind gerade deshalb interessant, weil Anzüge selbstverständlich aus gutem Material, hergestellt durch ihre diegene Innenverarbeitung besondere Saltbarteit versprechen, alfo im Tra äußerst dankbar find. Darum lassen Sie sich die neuesten Modelle unverbi lich vorlegen! Was ist Togal? ப B ย fi Togal Tabletten sind ein hervorragendes Mittel gegen Rheuma, Gicht, Ischias, Grippe, Nerven und Kop schmerz, Erkältungskrankheiten! Schädigen Sie sich nicht durch minderwertige Mittel! Laut notariell to Bestätigung anerkennen über 500 Aerzte, darunter viele bedeuten Profefforen, die gute Wirkung des Togal. 2 Fragen Sie Ihren Arzt. In allen Apotheken. Breis Mt. 1.4 0,46 Chin. 12,6 Lith. 74,3 Acid. acet. sal. ad 100 Amyl. f Warum Sorge wegen des Herzens? Gesunden Schlaf kräftige Nerven varechafft bei längerer Kur Baldravin W. Z. 342881/ Man achta sof den ges. gesch. Names Zu haben in Apotheken und Breberies, Hersteller: Otto Stumpf A.-G. Chemnitz. Wanderkarten 81 L- Juergens Alexanderplatz Neue Königstr. ATA Persil Henkel Trinken Sie Kaffee Hag Henke Gentel's mafch- und Bleich Sade Wenn Sie Persil ASCHINGERS WURSTWAREN für jeden Tisch! A- Leberwarst, A- Blutwurst in g. Würsten 1 Pfd. 95 Pfg.,%, Pfd. 25 Pfg. Hackepeter. Schinkenwurst / 1 Pfd. Pfd. 1.50-.40 .. 1.60.- 40 Gefüllter Schinken.. 1.80-45 Sulzwurst I...... Thür." 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