B tr 0 Le se th or e 13 8 LU 2. ah 10 idi Albendausgabe Nr. 484 B 240 45. Jahrgang Böchentlich 85 Bt., monatlich 3,60 TR. im voraus zahlbar, Bostbezug 4.32 MR. einschl. Bestellgeld, Auslandsabonne ment 6,- m. pro Monat. * Der„ Bormårts erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Jlluftrierte Beilagen Bol und Zeit und„ Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wiffen"," Frauen. ftimme"," Technit"," Blid in bie Bücherwelt" und Jugend- Borwärts" . Vorwärts Berliner Bolksblatt Freitag 12. Oftober 1928 10 Pfennig Die ein palttge Ronpareillezetle 80 Pfennig. Reflemezeile 5.- Reichs mart. Kleine Anzeigen" das fettge druckte Bort 25 Pfennig( zulässig zmet. fettgebruikte Morte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erite Bort 15 Pfennig, jedes wettere Wort. 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Morte. Arbeitsmartt Seile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen. annahme im Hauptgeschäft Linden Straße 3, wochentagl. von 8/2 bis 17 Uhr, Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Donhoff 292-297 Telegramm- Adr.: Coztaldemokrat Berlin Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Bostichedlonto: Berlin 37536. Bankkonto: Bant der Arbetter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Vindenftr. 8 Das Luftschiff über dem Ozean. Lleber Gibraltar gesichtet.- Auf dem Wege nach den Azoren. Das Luftschiff„ Graf Zeppelin" hat in der ver. gangenen Racht mit schwerem Wetter zu kämpfen gehabt. Deshalb ist die Strecke, die es bisher in 24 Stun den zurückgelegt hat, nicht sehr beträchtlich. Nach einer ficher sehr ereignisreichen Nachtfehrt, von der keine radio. telegraphischen Nachrichten vorliegen, befand sich das Luftschiff in den ersten Morgenstunden über der spani fchen Südküste. Gegen 5 Uhr wurde Gibraltar fiberflogen und der offene Ozean erreicht. Die Route geht über die Azoren. Die Nachrichten über den Flug dürften jetzt noch spärlicher einlaufen, da nur die Route gerade passierende Schiffe den Zeppelin fichten können. Die in früher Morgenstunde eingelaufenen Meldungen über den bisher durch das Luftschiff zurückgelegten Weg lauten recht wider [ pruchsvoll. Nach einer um 3 Uhr Berliner Zeit vom New Vort Herald" in Paris empfangenen Meldung aus Madrid, befand fich der Zeppelin um Mitternacht über Castellon. Dieser Ort liegt 250 Kilometer von Barcelona entfernt, das der Beppelin am Donnerstag abend furz vor 19 Uhr überflog. Demnach) scheint die Berliner Blättermeldung, wonach Graf Zeppelin Balencia bereits überflogen hat, nicht den Tatsachen zu entsprechen. Nach einem über Cadiz in New York eingegangenen Funt telegramm des Dampfers Claudio Loppez" ist ,, Graf Zeppelin" auf der Höhe von Cadiz von dem Dampfer gesichtet worden. Die Brooklyner Funkstation der Radio Corporation hat eine Meldung des Hapag- Dampfers New York" aufgefangen, monach der Zeppelin um 2 Uhr morgens europäischer Zeit die afrikanische Atlantiktüfte erreichen wollte. Aus Madrid wird gemeldet: Das Luftschiff Graf Zeppelin" überflog früh um 5 Uhr den Hafen von Gibraltar in Richtung auf die Azoren. Es befindet sich jetzt über dem Ozean. Etwa 2000 Kilometer Umweg. Nach in London umlaufenden Gerüchten hat das Luftschiff in früher Morgenstunde seinen Kurs in füdwestlicher Richtung an der westafrikanischen Küste entlang eingeschlagen. Eine Bestätigung dieser Mel dung liegt zurzeit nicht vor. Die ganze Strede Friedrichshafen- Lakehurst wird bei dem großen Umweg, den das Luftschiff infolge der schlechten Better, verhältnisse zu fahren gezwungen ist, ungefähr 10 000 kilometer betragen. Bei normalem Berlauf der Fahrt beträgt diese Strecke rund 7500 Kilometer, so daß sich also ein Mehr von 2500 Kilometern ergibt. Im Vergleich zu der Fahrt des Z. R. III werden also bei dieser Fahrt etwa 2000 Kilometer mehr zurückgelegt werden. Man rechnet schon jeßt, selbst wenn die Fahrt meiterhin einigermaßen gut verlaufen sollte, mit einer Dauer von etwa 100 Stunden. Im übrigen ist man in den Kreifen des Zeppelinbaues etwas in ll n= ruhe über die Lage des Schiffes. Befferes Wetter? Das Seeflugreferat der Hamburger Seemarte teilte in den frühen Morgenstunden des Freitags über die Wetterlage auf dem Atlantik mit: Die Wetterlage auf dem Ozean weist gegen den gestrigen Bormittag eine leichte Besserung auf. 3mar liegt noch immer die Rinne tiefen Luftdrudes im Raume zwischen Neufundland und Irland, sie hat sich aber etwas nordwärts verschoben und außerdem haben die in ihr befindlichen zwei Tiefdruckgebiete fich etwas erhöht, so daß die Windgeschwindigkeiten zum mindesten südlich des 47. Grades nördlicher Breite geringer geworden find Sie wehen allerdings nördlich vom 35. Grad Nordbreite noch immer aus überwiegend westlicher Richtung. Dabei herrscht zwischen dem 35. und 55 Grad Nordbreite wolkiges Wetter mit Haufenwolfen in über 600 Meter Höhe und verhältnismäßig guter Sicht Vereinzelt fallen Regenschauer. Nördlich vom 45 Breitengrad dagegen ist das Better wesentlich schlechter. Dort fällt vielfach Regen aus niedrigen Wolfen und die Sicht ist teilweise beschränkt. Ueber dem Often der Bereinigten Staaten liegt ein hoch brud gebiet, dessen Stern mit über 700 Millimeter südlich von Washington erkennbar ist. Das New Yorker Wetterbureau erflärte auf Grund der von Dampfern eingelaufenen Meldungen, daß die Wetterausfichten für das Gebiet zwischen Nordamerika und den Azoren auf bem voraussichtlichen Kurs des Luftschiffes günstig seien, bei dem ( Fortsegung auf der 2. Seite.) Der Brand im Warenhaus Im Warenhaus Tietz( Leipziger Straße) brach gestern, wie berichtet, ein großes Schadenfeuer aus. Unsere Bilder geben Momentaufnahmen von der Brandstätte. Die Reichswehrakten erzählen! Reichstagsabgeordneter Franz Künstler setzt heute feine Veröffentlichungen über die Verbindung zwischen der Sowjetregierung und der deutschen Reichswehr fort. Die deutschen Reichswehroffiziere und die russischen Offi= ziere der Roten Armee" am Berhandlungstisch! Eine Tatsache, die fein fommunistischer Lügenregen abwaschen fann. Eine Tatsache, die allein genügt, um dem Schwindel von der einzigen Arbeiterregierung der Welt" ein Ende zu machen. Das bolichemistische Rußland" sucht heute seine Bundesgenossen ebenso wie früher der Zar nach dem Interesse des russischen Imperialismus. Die schwungvollen Worte internationaler Solidarität erweisen sich als Seifenblasen vor der harten Tatsache des ge. heimen Militärbündnisses Sowjetrußlands mit der deutschen Reichswehr! Bei den Berhandlungen, die dem endlichen Vertragsschluß zwischen Sowjetrußland und Reichswehr vorausgingen, ist auch der Chef der russischen Luftflotte lassen werden sollte. Letzteres wurde im Anschluß an diese Drien tierung vom Chef der russischen Luftflotte unzweideutig zum Ause druck gebracht, als Junkers versuchte, zum mindesten die Frage des Motorenbaues vorläufig mit Rücksicht auf die Finanzlage ganz zurückzustellen. Der Chef der russischen Luftflotte brachte auch bei dieser Gelegenheit wieder, wie schon der frühere Verhandlungs. leiter Herr Peterski, zum Ausdruck, daß die Grundlage der deutsch- russischen Zusammenarbeit nicht bei jeder Gelegenheit abgeändert werden könnte. Man habe in den letzten Jahren schon soviel hin und her verhandelt, und es sei von deutscher Seite so viel versprochen und so wenig gehalten worden, daß man von Rußland nicht erwarten dürfe, daß es sich in einer jo lebenswichtigen Angelegenheit, wie es das Flugwejen für das russische Heer darstelle, länger hinhalten lassen könne. Herr Petersti hatte im übrigen immer wieder darauf hin gewiesen, daß es sich ja nicht nur um ein russisches, sondern in erster Linie um ein sehr hohes deutsches Interesse handle und daß hieraus von Deutschland die Konsequenzen gezogen werden müßten!" Im Februar 1923 war der Vertrag endlich nach anderthalb persönlich nach Berlin gekommen! Dabei lehnten die Russen jede jähriger Verhandlungsdauer fertig. Berkleinerung der Produktion von Heeresgerät ab. Die ruffifchen Unterhändler drängten vielmehr darauf, daß die Rüstungseinrichtungen für die deutsche Reichswehr möglichst umfangreich gestaltet würden! Die russischen Unterhändler wiesen darauf hin, daß es sich ,, gar nicht so sehr um eine russische Produktionsstelle, als um eine solche des Reichswehrministeriums handelte". In den Reichswehraften heißt es darüber: ,, Erst viel später, nämlich im Juli 1922, gelegentlich der Anwesenheit des Chefs der russischen Luftflotte, Herrn Rosenholz, der von der russischen Regierung ben Auftrag hatte, den Metallflugzeugfabrikationsvertrag mit Junters auf der bis dahin feststehenden Basis in Berlin zum Abschluß zu bringen, wurde auf Drängen von Junters von der GSG. ( Reichswehrministerium) die Orientierung über die vorläufige Berschiebung der finanziellen Lage vorgenommen ohne jedoch zu diesem Zeitpunkt dadurch noch eine Verkleinerung der Basis veranlaffen zu fönnen, wenn nicht das ganze Projett der deutsch russischen 3usammenarbeit auf dem in Frage kommenden Gebiet überhaupt von den Russen fallen ge= Neuer Hauseinsturz in Prag. Panik in cinem Zirkus. Berichte 2. Seite. Dieser Bertrag mit der deutschen Reichswehr wurde ausdrück lich vom Rate der Boltstommiffare ratifiziert. Danach follten 300 Kriegsflugzeuge jährlich produziert werden, von denen die Russen nur 20 Broz. gleich 60 Etüd abnehmen wollten. Die übrigen 240 Kriegsmaschinen waren also für die Reichswehr bestimmt. An dem Zustande. kommen dieser Verträge für die Aufrüstung der Reichswehr haben Sowjetvertreter Seite an Seite mit Reichswehroffizieren gearbeitet. Ueber den Abschluß des Konzessionsvertrages mit Sowjetrußland heißt es in den Atten wörtlich: ,, Die Verantwortung, die Junters übernahm, als er dann später schließlich, gedrängt durch die SG.( Reichswehrministerium) und gedrängt durch die Berhältnisse, den Vertrag unterschrieb, mar eine große. Sie schien untragbar, weil die SG.( Sondergruppe Reichswehrminifterium) über alle Verhandlungsstadien, über jeden einzelnen Paragraphen des Vertrages laufend orientiert war. Bei dem weitaus größten Teile der Verhandlungen jaß ein Bertreter der SG.( lies Reichswehrministerium), zuerst Hauptmann von Niedermayer oder Hauptmann a. D. Tichunte, später Hauptmann Fischer mit am Verhandlungstisch." 66 Geheimschreiben des Generals Seecft. Infolge des Verhaltens der Reichswehrinstanzen gegenüber der Firma Junters ist es später zu einem schweren Konflikt gekommen. Im Berlauf dieser Auseinandersetzungen hat sich auch der General Scetft, in einem Geheimschreiben an den Pitofessor Junkers genau über die Arbeit der Reichswehr in Sowjetrufgund ausgelassen. I n dem mehr als 16 Seiten langen Schreiben des Gene- rals Seeckt heißt es über die Vorgeschichte des Vertrages u. a.: Chef der Heeresleitung Rr. 494/24 glcheim Einschreib en�! Verlin, den 18. August 1S24. Sehr verehrter Herr Professor! Nach genauer Prüfung der von Ihnen in Ihrem Schreiben nom 22. Juli vorgeorachten Älageai lann ich Ihrer Auf. sassung nicht beitreten.... Dos Woffcnamt und das Truppcnamt haben Ihnen schriftlich am 5. Mai 1924 folgendes eröffnet: Sie erhalten als Beihilfe einen Betrag von K Goldmillionen einschließlich der bereits gczohl- tcn 4 Goldmillionen, der Sie instand setzen soll, den Ihnen fehlenden Betrag von 12 Goldmillionen im Kredit- weg« crufzunehrnen und mit dieser Gesamtsumme das Wert in Fili »ertragsgemäß auszubauen.... Aber auch Ihr« Ausführungen über die Vorgeschichte des Vertrages sind unzutreffend und müssen hiermit end- gültig ihre Wiederlegung finden.... ... Sie haben sich vielmehr auf der oorstehend gckenn- zeichneten Basis zur W�iterarbeit bereiterklärt. Die Ber- Handlungen mit den Russen nahmen festere Formen an. und alO im Juni 1922 Herr Rosen» holz als Beauftragter der russischen Regierung hierher gekommen war. um über de» Vertrag im einzelnen zu verhandeln, wurde auch er vom General Hasse verständigt, daß mehr als 149 Millionen Papiermart nicht zur Verfügung stände».... Wenn sie bei dem Abschluß des Dertwges nur politische und . keine wirtschaftlichen Momente bewogen hätten, so hätten sie sicher nicht so großen Wert darauf gelegt, daß gleichzeitig mit dem Bauvertrag auch der Luftverkehr- und Bermessungsvertrag unterschrieben wurde, und daß die Bindung der roten Luft- flotte bezüglich einer größeren Bestellung auf Flugzeug« erreicht werden sollte. Die Entwicklung der Dinge in Rußland hat gezeigt, daß nur die Zusammenfassung aller an einer L u f t r ü st u n g be- teiligten Industrien den Staatsnotwendiakeiten allein Rechnung trägt. Nur auf breiter finanzieller Gruiöiloge besteht überhaupt die Möglichkeit, einen Industriezweig in Rußland, der für unsere Rüstung Nutzen haben soll. lebensfähig zu erhalten. Es wäre ein verhängnisvoller Irrtum von Ihnen, wenn Sie sich der Hoffnung hingeben würden, daß die SG. in der Lage wäre oder beabsichtigte, in einem wirtschaftlichen Vertrag immer weiter ungeheuere Summen hineinzustecken. Es läßt sich wohl nicht umgehen, die Arbeit in Rußland grundlegend zu ändern, und zwar ohne Verzug. Leider haben Sie sich schon den Vorbereitungen hierzu oersagt. Ich vermag daher nicht zu er- sehen, daß Sie den Staatsnotwendigkeit«» Rech- nung trogen. Rücksichten auf etwaige Konkurrenz und der an und für sich begreifliche Wunsch, das begonnene Werk allein unter Ihrem Nomen fortsiihren zu wollen, dürfen bei dem, was auf dem Spiele steht, keine Rolle spielen... Ich mochte nicht schließen, sehr verehrter Herr Professor, ohuc noch einmal der festen Zuversicht und bestimmten Erwartung Aus- druck zu geben, daß Sie, wie bisher, mitarbeiten und auch neue Wege beschreiten, die Ihnen vielleicht nicht lieb sind, die zu beschreiten aber die Staatsnotwendigkeit erfordert. Mit vorzüglicher Hochachtung bin ich Ihr sehr ergebener gez. v. Seeckt. Dieses Geheimschreiben beweist unwiderleglich, daß der Chef der deutschen Heeresleitung von allen Borgängen unterrichtet war. Seeckt war aufs genaueste informiert über die Tatsache, daß der Chef der russischen Luftflotte zum Zweck der Verhandlung persönlich noch Berlin kain, er wußte, was der ihm unterstellt« General Hasse in den Berhandlungen mit dem Chef der russischen Lustflotte als Standpunkt des Reichswehrminsteriums vertrat. Dieses Geheimschreiben bestätigt also authentisch in vollem Um- fange die Unterstützung der Reichswehr durch die Sowjetunion, trotzdem sie von den Kommunisten nach wie vor abgestritten wird. Franz Künstler. Oer„Zeppelin"« Flug. lFortsetzirng van der 1. Eette.1 südlichen Kurs des Luftschiffes werde Regen ooraussichrüch ver- mieden werden. Es verlautet, daß große amerikanische Ann/- ftalionen den„Gros Zeppelin" erreicht Höllen. Die Brooklynstatton der Radio Eo. of American, sing gegen 7 Uhr New Harter Zeit eine Nachricht vom Hapagdampfer„New Hart" auf. laut welcher„Gras Zeppelin" die Atlanticküste Afrikas gegen 2 Uhr morgens New Harter Zeit, also 24 Stunden nach seiner Abfahrt, zu erreichen hoffte. Eine Funkstotion in Pfttsburgh will heute früh dem Lustschiss Grüße der deutschen Zeitungen in PiUsburgh senden. Nach in Bremen eingegangenen Meldungen hat„Graf Zeppelin" in den Morgenstunden mit auf der Fahrt befindlichen deutschen Dampfern in Verbindung gestanden, so um 8 Uhr mit dem H o p a g- Dampfer„R e l i a n c e", der auf der Fahrt nach New Hork ist, und mit dem auf der Heimfahrt befindlichen Lloyd-Dampfer „C o l u m b u s", der 4�50 Uhr dem Luftschiff folgenden Funk- s p r u ch sandte:„Ihnen und Gefährten rasch« und glückliche Fahrt — 19,30<20,30 Uhr M. Z.) in 49 Nord 22 West abflauender West, Barometer 7SZ, steigend, unterer Wolkenzug von Nordnordwest— Besatzung D„Columbus". In New üorl nicht vor Montag. Wie die Frledrichshafener Funkstation meldet, hat sie den„Graf Zeppelin" bis heule morgen 7 Uhr gehört, der Standort konnte nicht ermittelt werden. Dos Schiff nimmt jetzt keine Wettermeldungen mehr an. Auf der Funkwelle der Werft war heute nacht das Motorengeräusch der Propeller des„Graf Zeppelin" fo stark zu hören, wie man es in der letzten Zeit bei den Manövern über deni Werstgelände zu oernehmen gewöhnt war. Alan rechnet mit einer Aahrldaner von 100 Stunden und glaubt, daß das Schifi über 2000 Kilometer mehr zur Zurücklegung der Strecke über den Atlantik braucht als der Z. R. III und somit etwa 10 000 Kilometer in südlicher Richtung bis zur Erreichung der amerikanischen Küste braucht, um von dort aus nördlich nach New Hork zu fahren. Großfeuer in Berlin O. Mit der Vekämpfung eines großen Aobrikseuers war die Aenerwehr in der»ergangenen Nach» im Haust Große Arantfnrter Straße 135 stundenlang be- Ichüftigl. Gegen'�3 Uhr bemerkte der Wächter des Fabrikgrundstücks in ir/» Räumen der im 3. Stockwerk gelegenen Waffelfabrik von Zorn u. Schade starken Feuerschein. Als die Feuerwehr auf den Alarm mit drei Löschzügen anrückte, brannte die Etage Wieder Baueinsturz in Prag. Durch Zufall niemand verletzt. In der vergangenen Nacht kam es zu einem neuen Haus- einsturz in Prag und.zwar in Alt- Lieben. Es handelt sich um«in große» Eckhaus, das aus Ziegeln aufgeführt war und bereits im Rohbau strtigstand. Ein großer Teil dieses Hauses in der Länge von etwa sechzig Metern und in der ganzen höhe non vier Stockwerken stürzte um Mitternacht plötzlich zusammen. Auf dem Bau war um diese Zeit niemand beschäftigt. Da auch die Straße vollkommen menschenleer war, scheint niemand zu Schaden gekommen zu sein, während der Einsturz bei Tage Zweifel- los Opfer gefordert hätte. Sech« slowakische Arbeiter, durch dos donnerähnlichc Getöse gewarnt, konnten rechtzeitig flüchten und blieben unverletzt. Di« Ursache des Unglücks wird auf schlechtes Ziegelmateriol zurückgeführt. Einflurzkatastropheu. Di« Einsturzunglücke fii Prag rufen die Erinnerung an die großen Katastrophen wach, die sich auch m Berlin allzu zahlreich in den letzten Jahren ereigneten. Dos größte Aufsehen erregte— neben dem Unglück in der Landsberger Straße—, der schwere Einsturz im Mosse-Haus am 24. Januar 1923. Hohe Gerüste umgaben den gewaltigen Bau, auf dessen vier Stock- werken noch ein fünftes aufgetürmt wurde. Plötzlich, gegen% 10 Uhr gab unter donnerartigem Getös« die oberste Decke nach, und lowinen- artig stürzten die Massen des oberste,» Stockwerkes auf die darunter- liegenden, und, verstärkt durch diese, durchschlugen sie nun gemein- sam das ganz« Haus bis zum untersten Stockwerk, v'tt«r Schmutz und Trümmern die dort arbeitenden Menschen begrabend, Maschinen und Geldjchränke, Tische und Möbel mit sich reißend. 14 lost und«ine große Anzahl von verletzten waren zu beklagen. Die Schuldfroge ist nie geklärt morden. Die Leiter des Baues wurden angeklagt, aber in zweiter Instanz freigesprochen. In der Nacht vom 4. bis 6. Januar 1928 ereignete sich in den ersten Morgenstunden im Hause Landsberger Allee 1l6 ein Explosions- und Einsturzunglück von seltener Art. Kurz noch Mitter nacht stürzte infolge einer Gasexplosion im Keller des Grundstückes ein großer Teil des rechten Flügels vom Erdgeschoß bis.zum Dach stuhl in sich zusammen. Durch den gewaltigen Luftdruck wurden einige Wohnungen in der ersten Etage und die Geschäftsräume eines Restaurants und einer Darmhandlung völlig zertrümmert. Zwei Ouergebäude. die kühlräume einer Astischwarensabrik wurden zum größten lell dem Erdboden gleichgemacht. Diese Katastrophe forderte 17 Todesopfer. Es war am 18. Januar 1926, als um 6�4 Uhr eine furchtbare Detonation die Bevölkerung von Moabit alarmierte In der Kirch st raße Nr. 9 war durch eure Erplosion. die auch bis heute m ihren Ursachen noch picht völlig aufgeklärt ist, das halb« Haus bis zum 4. Stockwerk in sich zusammengestürzt. Die Bewohner waren zum größten Teil im Schlaf überrascht worden. Ein furcht- bares Chaos entstand. Keine Scherbe der umliegenden Häuler war ganz geblieben. 10 Tost und 7 Schwerverletzte wurden nach lang- wierigcn Ausräumung sarbciten ans dem Trümmerhaufen geborgen Ein Passant war von einem Stein getroffen worden. Er war so- fort tot. Diese Katastrophen swd ebenso wie die sttzten Ereignisse ,n Prag eine ernsst Mahnung an die Baupolizei, das denkbar höchste Maß von Vorbeugung auszubringen, sind aber in gleicher Weise auch«in« Mahnung an Bauunternehmer und Hausbesitzer, vor nackt egoistisches Interesse die Sorge für dt« Ihnen anvertrauten Menschenleben zu stellen. Panik im Zirkus. Ausbrechender Bär verletzt mehrere Personen. Während einer Borstellung des Zirkus Mayne auf dem Hebbelplotz in Dresden wurde gestern abend der Tierbändiger Geord Lark von einem großen b rannen Bäten angefallen und schwer versttzl. Mit Mühe gelang es, ihn aus dem Lorführiing- käsig herauszuschaffen, wobei noch mehrer« andere Per- sonen verletzt wurden. Dabei gelang es auch dem Bären, aus dem Käfig zu entkommen. Im Publikum entstand eine Panik. Da» Tier mußte durch dos herbeigerufene Ueberfollkommando erschossen werden. Lark und eine Zirkusrciterin hoben ernfie Verletzungen davongetragen. Drei Opfer eines Brandunglücks. (Sine Frau und zwei Kinder in Artern verbrannt. In Ariern(Unstrut) brach gestern abend im Haufe des Uhr- mochers Bonn aus noch unbckanmen Gründen Feuer aus. Bor- übergehende, die in das Haus«iudrangen, fanden im Dochgeschoß den mit Brandwunden bedeckten sechsjährigen Sohn des Uhrmachers vor, der noch in der Nacht seinen Verletzungen erlegen sst. Ws man später in die verqualmte Küche vordringen konnte, fand man auf dem Sofa die halbverkohlte Leiche der Aron Bonn, die ihr totes dreijähriges Töchterchen im Arm hielt. Stimmungsbild vom kommunistischen Volksbegehren. Hm! Merkwürdige Sache! 1� Willionen stehe»„in Front", und nur jeder zehnte Mann davon hält«s für wert, sich«inzu- tragen. Der Ausrut wimmert eine Erklärung: Imolg« der„reok- tionären Verschwörung des Schweigens" gegen das Lolksbegehrcn wissen die anderen neun Zehntel gar nicht, daß sie„felsenfest in Front" stehen. Sie haben keine Ahnung! Trotz Radiorummel, trotz Schulz, dem doch„ganz" Berlin zujubeln soll. Es ist einfach unbegreiflich... Still ruht der(See, Oer(See ruht stille... bereits in ihrer ganzen Ausdehnung lichterloh. Da bei der Heftigkeit des Brandes«in Weitergrcifen des Feuers auf die anderen Stock- werke befürchtet wurde, mußten zwei weitere Züge mobilisiert werden. Nach zweistündiger angestrengter Löschtätigkeit war die Gewalt des Feuers gebrochen. Der Schaden ist sehr hoch. Die Entstehung-- Ursache des Großfeuers konnte noch nicht sestgcstellr werden. 160 Taufend— l1/? Millionen! Pleiteakrobatik der Verzweifelten. An der Spitze der„Roten Fahne" prangt der neueste Aufruf des„Reichsousfchusscs für Volksentscheid gegen Panzerkreuzer". Zu Beginn stößt man gegen die bombastischen Söge: „Niemand in Deutschland Hot so wuchtig, wie das rot« Berlin gegen Panzerkreuzerbau und Panzerkreuzer politik demonskneri.... Mehr al» IK Millionen sind es heute in Berlin, d>e in der Front gegen die Kriegshetzer, Generale und Admirole zusamirKtistehev." Daß du die Neese... l'A Millionen! Wo find sie, wo stehen sie? Man lese getrost den Ausruf weiter: „Werktätige Berlins! Wir fühlen uns verpslichtet. vor euch offen zu erklären, daß die Zahl der bisherigen Einzeichnungen durchaus unzureichend ist... 160 000 Unterschriften sind vollzogen und 800 000 müssen wir in Berlin bis zum 16. Ok> tober aufbringen." Aufruhr in der Slowakei. Weil ein Bezirksamt fortzog. Zu dem ostslownkischen Ort See ovo, 30 Kilometer östlich voo Marschau, ist es zu wüsten Tumulljzenen gekommen. Do» Bezirksamt. dos bisher in 5>econo seine» Sitz hatte, sollte nach Trc- bisow verlegt werden. Alle Bemühungen der Ortsverwaltung. das zu verhindern, waren erfolglos geblieben. Als nun bekannt | wurde, daß die Einrichtung des Bezirksamte» in der Nacht noch Trebisow gebracht werden sollte, ließ die Ortsnerwaltung das durck : Austrommeln der Bevölkerung mittelen. Ball» sammelte sich eine : groß« Menschenmenge vor dem Bezirksamt an. um die Uebersied- lung zu verhindern. Der Bezirk schef. der den Auftrag hatte, die Uebersiedlung durchzuführen, forderte militärische Unter- st n h n n g an und die Menge wurde mit Bajonetten, Ge- wehrkolben und Gummiknüppeln anselnander- aetr leben. Die Uebersiedlung wurde schließlich unter dem Schutz de» Militärs durchgeführt. Oer unsittliche Mariawitenbischof. Im polnischen(Sektenprozeß verurteilt. Warschon. 12. Oktober. In dem großen Sittsichkeitsprozeß gegen die Sekte der Maria- witcn in Plozk ist nunmehr das Urteil gefällt worden, nachdem das Plädoyer des Staatsanwalts den ganzen Montag und die Reden der Verteidiger den Dienstag, Mittwoch und Donnerstag in Anspruch genommen hatten: Der Mariawitenbischof Kowalski wurde schuloig befunden, sich un sechs seiner Obhut uiuerstellten Frauen unsittlich vergangen zu haben, und zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Unter Anrechnung der 21 m n e st i e wird die Strafzeit auf 2 Jahre acht Monate verkürzt. Kowalski ist gegen 1000 Zloty Bürgschaft auf freiem Fuß belassen worden. Sein Verteidiger hol Berufung angemeldet. Das Kind ms Wasser geworfen. Die Tat einer Geisteskranken. Gestern nachmittag wurde aus der Spree bei Treptow die Leiche eioes zweijährigen Kindes aus dem Walser gezogen. Wie die Polizei feststellte, handelte es sich um die zweijährige Chailot e Lück, die von den Großeltern feit Mittwoch dieser Woche bei der Polizei als oermißt gemeldet wurde. Das Kind ist von de« Mutler. der Zßjäbriger» Gertrud Lück. in einem Anfall von Getssca. gestärtheil nwhrfdjeinlich schon in der Nacht von Mittwoch zum Oonne/rtag ertränkt worden. Da von der Mutter bisher jede Spur fehlt, ist mtt der Möglichteit zu oechno». daß auch st« den Tod im Wasser gesucht hat. Frau L. wohnte mit dem Kinde bei ihren Eltern am Wei den» weg. Am Mittwoch ging sie mit dem Kinde fort und kehrte nicht wieder zurück. Später fanden die Eitern einen Brief, in dem da» Mädchen mitteilte, daß sie ihr K-nd löten und es ins Wasser werfen werde. Sie hat ihr Vorhaben dann auch totsächlich aus- gefiihrt. A Horan verrät seine Lieferanten. Der eine: Hüter der Geheimdokumente! Paris, 12. Oftober.( Eigenbericht.) Horan, der wegen Indiskretion aus Frankreich ausgewiesene Rorrespondent der Hearstpreffe, ist aus dem englisch- amerikanischen Bressesyndikat ausgestoßen morden und zwar, wie es in der Begründung heißt, megen wiederholter Beritöße gegen die Berufsehre. Die Delegation bes Ennbitats, bie geſtern que gunsten Horans im Außenministerium vorsprach, mußte sich dort mitteilen lassen, daß Horan bei seiner Vernehmung auf der Bolizeipräfeftur ein umfaffendes Geständnis abgelegt und drei feiner Helfershelfer namentlich benannt hatte. Da Horan por dem Synditus jein Ehrenmort gegeben hat, daß er feineswegs mit der Beröffentlichung des Dokumentes in Verbindung stehe, sondern daß er es non Hearst erhalten habe, erfolgte der Ausschluß. Außerdem soll Horan tatsächlich das Dofument gegen 10 000 Dollar getauft haben. Zwei seiner Helfershelfer seien bereits verhaftet; ein Polizeiagent des ,, Berlin im Licht." Am 13. Oktober beginnt in Berlin ein großes " Lichtfest". Unser Bild zeigt die Arbeiten, die Dirigenten und Orchester. MOT Konzertumschau/ Bon Klaus Pringsheim. Erstes philharmonisches Konzert. Der Gegensatz Einzelpersönlichkeit- Gemeinschaft hat uns min Musik und triumphierende Befehlsgewalt einherzustehen, als Mittler mehrmals beschäftigt, und er wird uns noch öfter beschäftigen müffen, zwischen Werf und Orchester jenes durch dieses zum Hörer sprechen er zieht sich non je durch das gesamte Muſikleben; ober erſt das fäßt. starte Hervortreten fozial betonter Gemeinschaftstendenzen hat ihm das unmittelbare Intereffe dieser Zeit, in der mir leben, zugeführt. Er stellt sich, wie non feibst, zur Distuffion in dem Berhältnis des Rapelimeisters zum Orchester. Die Leistung überragender Interpreten ist hier mehr als einmal beleuchtet und gepriesen worden, und es stünde schlecht um uns, wenn das persönlich Starke und Echte, das darin als menschliches Wort, als Mahnwort, spontan zutage tritt, sich je durch Widerstände einer persönlichkeitsfeindlichen Umgebung nieder: halten ließe. Einstweilen sind wir nicht in Gefahr, es zu erleben. Denn im Gegenteil, und merkwürdig gemug, eine Gegenwart, deren Anschauungen und Begriffe allen Subjektivismus als Borauslegung des musikalischen Schaffens in Frage ftellen, hält im nachschaffenben Dirigenten noch umbeirrbar am Jheal der romantischen" Bergangenheit fest und begünstigt seine Entartung, mie fie als 2uf faffungsdespotismus, Auffassungserhibitionismus inpisch in Erfchei mung tritt. Man sollte mohl nicht in jedem Fall den als Künstler gar zu heutig" orientierten Dirigenten anflagen, wenn er, ohne innere Beziehung zu romantischen Gefühlsinhalten, in ihrer gemollt fubjettinen Ausbeutung peinlich entgleift; man sollte eher die Unumelt nerantwortlich machen, die dergleichen herzlich gern erträgt. anstatt ihn in die Schranten einer, nun ja, dann doch wohl zeitgemäßen Objektivität zu meifen. Ein anderes das Berhältnis des Dirigenten unmittelbar zum Orchester. Auch hier hat sich die Zeit mur halb gewandelt. Unter allen angemaßten Herrenrechten denn nur gegen Anmaßung mendet sich unser Einspruch ist taum eins so unangetastet geblieben wie das des Kapellmeisters, der sein Meistertum ftolz im Titel führt, damit zugleich den Höhenabstand betonend, der ihn von der Kapelle", dem Orchester, scheidet. Aber mieder ist es vor allem das Publikum, das den Dirigenten mun nicht mit dem Komponisten, nicht mit dem Bert, aber mit dem Orchester identifiziert und mit dem, was dieses aus dem Werf macht. Gemiß, mir kennen die große Geste, mit der der Konzertdirigent den Dank der Hörer an die Mufiter weiterleitet, die eben ihre Instrumente aus der Hand gelegt haben; aber mir missen auch, in welchem Grad Bultvirtuoſentum und Birtuoseneitelfeit gerade durch das Publikum vom bürgerlichen ist die Rede im heutigen Kapellmeister gezüchtet wird. Kein Wort gegen technische Höchstleistungen, tein Bort gegen den sportlichen Reiz und den bestridenden Glanz des Bravouriösen. Aber es ist zweierlei, ob ein Solift die Geige, das Rianier oder ob der Dirigent das Drchefter als Inftrument feiner Birtuofenfünfte gebraucht. Die Gemeinschaft muufizierender Men schen ist, so wenig mie Armeen oder Kriegsschiffe, dazu da, dem persönlichen Ehrgeiz des Rommandierenden zu dienen. Der deutsche Rapellmeister, jedenfalls der durchschnittliche, mird feinen richtigen Blaz erst dann gefunden haben, menn er, anftatt als perförperte Ueberflüssig zu fagen, daß Wilhelm Furimängler, der in diefen Tagen die Reihe der Philharmonischen Konzerte eröffnet hat, zu den Besten der Gegenwart zählt, und daß Beethoven und das Orchester bei ihm in guten Händen sind. Diesmal steht als Hauptwerf eine Sinfonie Brudners im Programm, die vierte. Sie heißt die ,, romantische", und wie taum ein Wert ihrer Zeit bedarf fie in ihrer tiefen Innerlichkeit eines liebevoll sich versenkenden, in ihrer formalen Brüchigkeit eines überlegen gestaltenden Interpreter. Wie dem Bert, so gibt Furtwängler sich dem Orchester hin, das fich ihm bis ins Kleinste und Höchste gefügig zeigt; mir erleben, mie das Drchester, die Suggestion, die von ihm ausgeht. Aber das ist tein Befehlen; cher ist es so, daß der Dirigent sich seinen Mufifern anvertraut, und er meiß, daß er's darf; es ist, als hätte fein Bille fich in freien Willen des Orchesters umgesetzt so spielen, jo mufizieren die Philharmonifer. So verwirklicht sich der Idealfall des wahrhaft romantischen Dirigenten. Fünfzehn Kapellmeister. Ein neuer Konzertzyklus Behn Konzerte mit dem Philharmonischen Orchester" ist neulich eröffnet worden; ein anderer Sechs Bechstein- Stipendien- Konzerte mit dem Philharmonischen hat begonnen. Beide in der Bhilharmonie. Einzige Orchester" Brogrammidee: soviel Konzerte, foniel Dirigenten. Alfo jedesmal ein anderer.( tur der Name Ernst Wendel erscheint in beiden Anfündigungen.) Nach den Gründen, denen wir diesen reichen Segen perdonten, brauchen wir einstweilen nicht zu forschen; aber die Erwägung, die als leitender Gedanke zugrunde liegt, ist nicht schwer zu durchschauen. Dirigentenfonzerte: man attadiert das Bublifum an der Stelle, an der sein Interesse am sichersten reagiert. Osfar Fried also ist der erste der ersten Reihe gewesen. Man sollte an nehmen, daß das von ihm aufgestellte Programm danach angetan ist, ihn als Dirigenten von seiner besten Seite zu zeigen. Aber wir haben non ihm schon Größeres, Ueberzeugenderes erlebt als diese Wiedergabe der Faust- Sinfonie von Liszt, die zu hören mir freilich immer dankbar find. Und die Carnepal- Ouvertüre von Berlioz, die den Schluß bildete, mar mohl allzu deutlich darauf angelegt, den Dirigenten durch das Werf- anstatt das Wert durch ihn, zu stärkster Wirkung zu bringen. Es ist nicht gut, es ist zum Schaden beider Teile, wenn folcherart der Atzent perschoben wird. Diese beinahe provokatorische Kapellmeisterschau famt vielleicht, und dann wird fie nützlich sein, zu einer Revision des Dirigentenproblems im Konzertleben führen. Festzustellen ist aber jedenfalls, daß für das Blafat dieser zehn Konzerte eine Reihe guter Namen und anziehender Berte aufgeboten ist; und da die Preise im Abonnement nicht hoch find, ist schon am ersten Abend der Besuch lebhafter, als mir sonst in Berliner Konzertjälen gewohnt sind. Das mag zum Teil freilich dem Solisten gelten, dem geschätzten und zuletzt herzlichst gefeierten Tenor Richard Croots. dem in der Tauentzienstraße heute schon große Licht- Die Geschichte vom Goldaten. Statthafte bent künstlerischen Bermandie ſicher heraus, aber ihr reklamebauten erstehen lassen. Diese sollen demnächst in märchenhaftem Glanz erstrahlen. Quai d'Orsay, der mit der Abwehr der Spionage beauftragt war und ein untergeordneter Beamter. Horan selbst ist borgestern nacht im Auto nach Brüssel geflüchtet und hat dort dem Bertreter des Petit Journal" nochmals erklärt, daß seine Aus meifung ein schwerer Verstoß gegen das Gastrecht überhaupt und gegen die Freiheit der Bresse insbesondere sei. AfA- Bund und Bolfsbühne. In richtiger Erfenntnis der Bedeutung der Boltsbühnenarbeit für die Gewerkschaftsarbeit hat der 3. Af- Rongres in Hamburg die Boltsbühnenbewegung dadurch unterstügt, daß er eine Entschließung annahm, die folgenden Wortlaut hat: Strawinsky- Abend in der Republik Oper. Nicht ganz pier Jahre ist es her, daß wir die Geschichte Dom Soldaten" tennengelernt haben; fie herauszubringen, mar ein zweifach fühnes Bagnis damals. Es war, man erinnert sich, die Zeit der Strawinffy- Schlachten in der Philharmonie, in die diese erste Berliner Aufführung eines Bühnenwerks von Igor Straminify fiel; und es war die Bolfsbühne, die den Mut hatte, fie ihrem Bublitum porzusetzen. An den fünstlerischen Surs pon damals tonnte und durfte die Leitung der Republif- Oper anfnüpfen. Man treibt gefunde, starte Repertoirepolitik in diesem ersten modernen Boltsoperntheater. uniber „ Die Geschichte vom Soldaten" man fann daran, sozusagen von der bürgerlichen Seite her, als an eine Sache höchster artistifcher Raffiniertheit gehen; oder man fann von dem menschlich volkstümlichen Kern ausgehen, von der Gestalt, vom Schicksal des Der 3. Af- Kongreß erfennt in der Deutschen Bolfsbühnen. Soldaten eben, dieses rührenden, täppischen, herzlichst dummen, leblofen Schematik rationalisierter Arbeit zu erlöjen, ihr einen verfällt und nicht mehr von ihm lostammt, mit allen fzenischen reicheren Anteil am kulturleben zu sichern und das Mitteln raffiniertester Primitivität erzählt wird. Die Aufführung den Aufstieg der arbeitenden Massen nugbar unter lemperer, pollendet in allem Artistischen u machen. Ueberzeugt non der Bedeutung eines lebenbigen, alle trefflich has fleine Jahrmartt- Kammer- Drchester, in dem er, diri torwärtsstrebenden Kräfte der Zeit in künstlerischer Form wider gierend, als achter Mann fit betont stärker als alle, die wir piegelnden Theaters, begrüßt er die Bemühungen der Bolfs- bisher erlebt( nach der Matinee in der Boltsbühne auch noch in bühnengemeinden, die weitesten Bevölkerungstreife an einem folchen der Staatsoper und im Renaissance- Theater) jenes tief und er. Theater zu intereffieren und mit ihm in eine enge innere Ber- greifend Menschliche, das in der Dichtung stedt, fie tut es auch bindung zu bringen; nicht weniger die Bemühungen, dem Theater da noch, wo es ein wenig darin steden geblieben. Darstellung und eine neue gesunde Grundlage zu schaffen und neue künstlerische Regie als Soldat ein neuer Mann: Georgy Schdanoff: Kräfte anzuregen, die das Theater immer mehr zum wertvollen Inszenierung ein neuer Mann: Jacob Geis; der Vorleser Werkzeug im Ringen um eine neue, von freiheitlichem Geist erfüllte ein alter Bekannter: Karl Ebert tun dazu das ihre, der Gemeinschaftskultur machen. Er richtet an alle Mitglieder der dem AFA- Bund angeschlossenen Organisationen die Aufforderung, durch bühnenvereine zu stärken und ihre Leistungsfähigkeit zu steigern." Der Nachfolger Sabaths. Eindruck ist start und zwingend. Borher, in der bekannten Aufführung, Oedipus rex", Ein außerordentlicher Abend. Zum Schluß Begeisterung ohne Ende. Die Gemeinde um Klemperer mächst; mit ihr, in ihr die neue Bolksoper. Klaus Pringsheim. Ufa Theater Kurfürstendamm. figte fich in feiner Sitzung am Donnerstag mit der Neuwahl des Der Vorstand des Ortsausschusses Berlin des ADGB. beschäftigate, Die treue Nymphe." Beriigenden des Drtsausschusses. Der langjährige Borfizende, Genoffe Sabath, tritt in den Ruhestand, da er das 65. Lebensjahr überschritten hat. Zum neuen Borsigenden wurde Genosse Bredow gewählt, der bisher als Gefretär im Drtsausschuß tätig war. Laura Marholm ist, 74 Jahre alt, in ihrer Boterstadt Riga estorben. Als Gattin des vor 3 Jahren verstorbenen deutschDas Publikum mußte zum Schluß nicht recht, wie es fidh ner halten sollte. Es hatte mit Recht empfunden, daß dieser englische, nach einem bekannten und auch in Deutschland gespielten Schau [ piel bearbeitete Film mancherlei Erfreuliches hat. Er geht gegen bie bürgerliche Konvention der Ehe los und fümmert sich gar nicht um das gute Ende; er verspottet die Salons und proflamiert das Recht des Künstlers und der Leidenschaft. Aber mußte deshalb das brettes Geficht hat nicht immer die jugendliche Frische und wirkt manchmal leer. Gut ist der nervöse Rünstler mit den Bohème manieren Jose Rovellos. Ehre deine Mutter!" Alhambra. I. Dieser deutsche Mary- Carr- Film ist, genau so, wie es seine amerikanischen Borgänger waren, Edeltitsch, denn selbst der Mutterliebe merden sacharingefüßte, sentimentale Filmmanuskripte gefährlich. So schildert man filmmeterlang die Biederfeit der fleinen Leute, weil eine Gemüsehändlerin ihren Sohn studieren läßt. Der Herr Doftor aber macht eine gute Partie, und die Mutter wird beiseite geschoben. Doch da man nicht allein von der Rührung leben tann, sondern das Bublifum von heute auch Handlung und Sensation verlangt, wird dem Doftor auf einem Aerztefongreß mal ordentlich die Meinung gejagt, und hums ist die Wandlung da, und aus dem Lurusarzt wird ein Armeleutedoftor. Er läßt sich scheiden, nimmt die Wautter zu sich, und ein Mädchen aus dem Bolte wird seine Frau. tiefen Gejual heraus, londen teibt Gupfroblem feiten aus einander und versucht sich in Sintoppjozialpolitit. Neben Mary Carr verblaffen mit Ausnahme von Jafob Ziedite ein gut Teil abfichtlich alle Darsteller. Mary Carr erscheint mal wieder in ihrem unvermeidlichen Rapotthut, der bald wie Mummenschanz anmutet, da ihn heutzutage selbst die Urgroßmütter nicht mehr tragen. Als Mutter ist Mary Carr natürlich wieder unvergleichlich, und wenn eine, so hat diese wunderbare Frau zu Recht die internationale Wertschägung verdient, die ihr zuteil wird. 19169-12 e. b. Der geistige Entdecker Südamerikas. Gedenkfeier für Alexander v. Humboldt. Die Latein ameritanischen Republiken feiern alljährlich ben 12. Oftober, den Tag der Entdeckung Ameritas, als Lag der Raffe". Der Verband der Latein- amerikanischen Studenten in Berlin gedachte dabei des von den jüdamerikanischen Staaten nerdientermaßen hochperehrten Alexanders von Humboldt und legte an seinem Dentmal an der llniversität einen Kranz nieder, der mit den Farben der zwanzig Republiken geschmüdt war. In einer Ansprache schilderte der Redner des Studentenverbandes die geistige Berbundenheit zwischen Deutschland und Südamerika, die von Alexander von Humboldt gewünscht und norausgeahnt morden war. Der Reftor der Universität, Prof. Norden, stizzierte in seiner feine Forschungsreisen in Südamerika zum erstenmal die Blicke der Kulturwelt auf diesen Erbteil lenfte. Doch nicht Herpenverehrung folle man mit diesem großen Geift treiben, den man würdig einem Goethe zur Seite stellen fönne! Sein Genie bleibt unverfleinert, aber start und flar stehe er erst dann vor uns, menn wir begreifen: er war ein ganzer Mensch. chwedischen Schriftstellers Ola Hansson lebte sie in den 1890er Jahren in Berlin, wo fie dem Strindberg- Kreise angehörte. Ende wie eine Katastrophe hereinbrechen, und das Naturbind, das Erwiderung die Bedeutung Alexanders von Humboldt, der durch Sie ist namentlich durch ihre Schriften zur Frauenfrage betannt gemorden. von Jugend an den Künstler liebte und mun mit ihm gefloben ist, da er es im goldenen Käfig der Ehe nicht mehr aushielt, alsbald Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Um- sterben, da fich neue Konflitte einstellen? Und warum heißt es gegend.( Nachdr. verb.) Weitere Abkühlung bei mechselnder Be überhaupt Nymphe"? Weil es im Englischen so heißt, wo das moltung, ohne erhebliche Niederschläge. Für Deutschland: Im Süden Bort auch ein hübsches junges Mädchen bezeichnet. Bilblich bietet der och ziemlich mild und unbeständig. In Mitteldeutschland fühl und Regiffeur Brunel Gelungenes genug. Vor allem prächtige Bilder regnerisch Berantwortlich für die Rebaftion: Eugen Brager, Berlin: Anzeigen: Th. Glode. Berlin Berlag: Bormärts Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Bermärts Buch dazai and Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SB 68, Lindenstraße 3 Hierau 1 Beilage. aus Tirol; auch die Musikspielerei der vornehmen Welt ist trefflich perfiffiert. Gemagt und nicht ganz befriedigend ist eine Konzertzene, in der der Künstler als Dirigent auftritt. Darstellerisch steht und fällt der Film mit der Nymphe. Mabel Pulton bringt das Freie Gewertschaftsjugend Berlin. Der Literarische Abend am 13. fürdet in der Stadthalle, Klosterstraße, nicht im Bürgersaal des Rathauses trait. で Di und ihre Bun SCHNURE.CO ANTON SCHN ANTON USERALLEE SCHNUR& Co Eröffnung unseres Neubaues Schönhauser Allee 117 ( Ringbahn) Sonnabend, den 13.Oktober, vm. 11 Uhr EIN NEUES SPARKARTENSYSTEM SCHAFFT IHNEN GROSSE VORTEILE BEIM EINKAUF UNSERER TRIKOTAGEN STRÜMPFE WOLLE WOLLWAREN HANDSCHUHE HERRENARTIKEL USW. Schönhauser Allee 117( Ringbahn) Landsberger Allee 39 Wilhelm Die me: Unter diesem Kennwort veranstalte ich meinen Spezialverkauf zu Ausnahmepreisen. 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Oktober BTL Potsdamer Straße 38 Looping the Loop ( Die Todesschielie) mit Werner Krauß, Jenny Jugo Rheinstraße 14 Rasputins Liebesabenteuer mit Nikolai Malikoff, Alfred Abel, Jack Trevor Odeon, Potsdamer Str. 75 Zuflucht mit Henny Porten Turmstraße 12 Rasputins Liebesabenteuer mit Nikola Malikoff, Alfred Abel, Jack Trevor Alexanderstraße 39-40 Passage Rasputins Liebesabenteuer mit Nikolai Malikoff, Alfred Abel, Jack Trevor Schönebez KINO TAFEL Nordwesten Welt- Kino Alt- Moabit 99 Sein letzter Befehl mit Emil Jannings Großes Beiprogramm Chariottenburg Schlüter- Theater Schlüterstr. 17. W. 7, 9.15, Stg. ab 4 U Zuflucht mit Henny Porten Don Juan in der Mädchenschule Steglitz Titania- Palast Beginn: 6-30, 9 U. Steglitz, Schloßstr. 5, Ecke Gutsmuthsst: Uraufführung: Der Scheidungsanwalt Auf der Bühne: C. Zander, Rezitationen Paul Manja, Orgelvirtuose Tempelho Tivoli- Lichtspiele Tempelho. Berliner Str Alhambra Beg. W. 6.30 u. Anfang: Wochentags 6.30 u ca. 8.45 Uhr, S. ab 3 Uhr Sohöneberg, Ha ptstr. 30 Stephan 150. Di Frau auf der. Folter mit Damita dazu der neueste Tom Mix- Film Große Buhnenschau rüher Titania( uta Schöneberg) Hauptstraße 43 0.30. 9, S. 3.15, 5, 7, 9 Mary Lou mit Lya Mara Der Deserteur mit Monte Bluo Sonntag 4, ca. 6.30 u. 3.45 Uhr Mary Lou mit Lya Mara Bühnenschau Suawesten. Süden Filmeck Beginn W.: 5.30 Uhr Osten Beginn W.: 5.30 Uhr Germania- Palast S.: 3.30 Uhr Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Frankfurter Allee 314 Mary Lou mit Lya Mara Bühne: Ein Walzer traum Luisen- Theater Reichenberger Straße 34 • Der Unüberwindliche mit L. Albertini Belprogramm Bühnenschau Don Juan in der Mädchenschule mit Reinhold Schünzel Auf der Bühne: Der bekannte Komponist J. Bln Bdshofer persönlich Alt- Heidelberg am Neckarstrand Beginn der ersten Vorstellungen: Wochentags 6 Uhr, Sonntags 3 Uhr Concordia- Palast Th. am Moritzplatz Andreasstraße 64 Beginn: W. 5, 6.30, 9 Uhr, Stg. ab 4 Uhr. Unter der Laterne mit Lissi Arna Das Girl von der Revue mit D. Gralla Neukölln Passage- Lichtspiele Neukölin. Bergstraße 151-10 Woch. 5, ca. 7 u. 845, Stg. 3, ca. 5, 7 u. 8,45 U. Mädchenschicksale Zuflucht mit Henny Porten Belprogramm Bühnenschau Norden Alhambra Müllerstraße, Ecke Seestraße Mary Lou mit Lya Mara Bühne: Bine Artisten- Revue L SP Lichtspiele am Senefelderplatz Helmkehr mit Dita Parlo und G. Fröhlich Mariposa, die Tänzerin mit Pola Negri Metro- Palast Chausseestraße 30 Wasser hat Balken mit Buster Keaton Bühne: Kabarett d. Prominenten Kosmos- Lichtspiele Pharus- Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70-73 Rober: und Bertram m Hairy Liedtke, Fritz Kampers Belprogramm Schwarzer Adler Bühnen- Revue: Mir ist heut so! Frankfurter Allee 09 Friedricastelar Kino Busch Beginn täglich 5, 7 9 Uhr Alt- Friedrichsielde 3, Ecke Rosent. Str. Liebeskarneva mit Carmen Boni Woch., 7u ca. 8,45, Stg. 3, ca. 5, 7 u.8.45 U. Vier Herren suchen Anschluß Auf der Bühne: Hurra, wir lachen! In der Hauptrolle: Henry Bender Müllerstr. 142 Sein letzter Befehl mit Emil Jannings Nall Uhr Gesundbrunen ,, Alhambra". Badstraße 4 Polnische Wirtschaft R vue zu Dreien Große Büan nschau PROGRAMM für die Zeit vom 12. bis 15. Oktober Kristall- Palast Prinzenallee 1-5 Sein letzter Befehl mit Emil Jannings Bühne: Wenn der Rechte kom Marienbad- Palast Badstraße 35/36 Mary Lou mit Lya Mara Der elektrische Stuhl Große Bühnenschau Pankow Palast- Theater Breite Str. 21 a. 9 Beg. 6.30, Anna Karenina m. Greta Gar Jackie Coogan der Schiitsjun Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 Der Spion der Pompadour Bühne: Operettensängerin Mondane länze Nieder- Schönhausen Film- Palast Viktoria Lichtbild- Th. Balischmieder- Lichtsp. ankenburer Str 4 Frankfurter Aliee+ Der Kampf unter dem Sternen Woch 5,7 u. ca. 8.45, Stg. 3, ca. 5,7u.8,45 U banner Mary Lou mit Lya Mara Bühnenschau Weißensee Schloßpark film- Subna ilm- Palast Kammersåle Berliner Aliee 205-210 eltower Str. 1-4..W. 6, Sbd. 5, Stg. 4 U. Unter der Laterne mit Lissi Arna Beiprogramm Eine Frau von Format mit M. Christians Die geheimnisvolle Stunde mit Talmadge Bühne: Heiratslustig( Sketsch) Nordosten ,, Elysium" Prenzlauer Allee 58 Die Rothausgasse mit. Grete Mosheim Rev.- Operette: Wie einst im Mail Badstraße f Wasser hat Balken mit Buster Keaton Der Teufeisjunge úroke sühnenschau Jugendliche haben Zutritt Humboldt- Theater Badstraße. 19 Der Unüberwindliche mit Luc. Albertini Künstlerilebe Film- Sing- piel Reinickendorf- Ost Bürgergarten- Lichts Looping the Loop( Die Todes- Hauptstr. 51 und Lindauer Straße schleife) mit W. Krauß u. J. Jugo Unter der Laterne Beiprogramm Große Bühnenschau mit Lissi Arna: Belprogramm und Bühnensch om st 30, 9 Gar jun Beilage Freitag, 12. Oktober 1928. Aus Baumwolle wird Gold! Lodz, ein Dokument von unserer Zeiten Schande. In Lodz, dem Hauptort der polnischen Terfilindustrie, 1 stehen die Arbeiter in einem fchweren Kampfe um eine geringfügige Berbefferung ihrer elenden Lebensverhältniffe. Unser Mitarbeiter J. W. gibt hier aus eigener 2nschauung eine tnappe Schilderung dieser Stadt, in der das Großkapital aus Baumwolle Gold macht für sich selbst. 4 Die Stadt Lodz, es ist nicht zu leugnen, liegt in Europa, ges nauer gefagt in Bolen, an der Eisenbahnlinie, die non Baris über Berlin- Bosen- Ostrowo nach Warschau führt; jogar der eilige Luxuszug, der die, die ihn sich leisten fönnen, dreimal in der Woche vom Strand der Seine an die Weichsel und zurüd fährt, macht in Lodz einige Minuten Station, damit die Herren Boz nansti, Biedermann, Geyer, Scheibler, Kruße, Ender, Stiller, Bielichomjti und noh einige andere, menn fie ous Bar is tommen, bequem aussteigen fönnen und, nachdem sie fich in den Bureaus ihrer Fabriken frisches Geld geholt haben, ebenso bequem wieder abreisen fönnen, um es in Paris mit vollen, Händen auszugeben. Dieser Luruszug ist aber auch so ziemlich das einzige, was an dieser Stadt europäisch ist, obwohl sie ebensowenig je eine polnische Stadt( ihrem Wesen nach) werden wird, nie sie niemals eine rujfische war. Sie ist auch troß der unübersehbaren Scharen von Kaftanträgern, die ihrem Straßenbild das Gepräge geben, teine jüdische Stadt. Das Aussehen einer Goldgräbersiedlung. Sie mirit viel mehr mie eine Goldgräbersiedlung. bie man, meil in der Nähe eine Golbaber entbedt und auszubeuten war, in aller Eile mit der offenbaren Abficht, den Ort. nach vollendeter Abteufung sofort wieter sich selbst zu überlassen, flül htig angelegt hat. Bis sich dann eines Tages die Goldader als uner fchöpflih erwies; da blieb mon eben für die Dauer in dem nur auf turze Frist gedachten Ort. Aber die Kulissen blieben, die norläufigen, denn niemand hatte ja Zeit und Lust, sich um fie zu Sefinnmern. Und so haftet der Siedlung seit Jahrzehnten das Unvoll, ständige an. Sie mird niemals vollständig werden, denn dann wäre fie nicht mehr Lodz Das Gold, hier heißt es Wolle und Baumwolle, Barchent und Flanell, Leinen und Halbtude, Velours und Relvettes, Hofenzeuge, Anzug und Meiderstoffe. Wir sind im Zentrum der polnischen Textilindustrie. Als ich zum erstennial in Lodz mar, reichte der Urm des letzten Jaren Nikolaus von St. Petersburg mestwärts noch bis Sosnowice und Kalisch, bis Alexandrowo unaveit Thorn und Wirballen. Damals wußte man von Lodz in Deutschland ungefähr so riel, wie einem der schulmäßige Geographieunterricht davon vermittelte. Das war herzlich wenig und gipfelte in dem Schlagwort „ das fontinentale Manchester". Unter militärischem Kommando. Ich war wieder da, als der preußische General oberst von Beseler in Marshau als Generalgouverneur refidierte; zu dieser Seit wurde das Hinterland durch die Herren Kriegsberichterstatter ganz genau über Lodz informiert. Bielleicht erinnert man sich noch: -polnisches Dredneft," nicht einmal Kanalisation ist vor. handen, Hauptverkehrsader Petrifauer Straße durchschneidet den ganzen Ort, Nebenstraßen verlaufen alle rechtwinklig zu ihr," un erhört stumpfsinnig,"" werden schon Raffelbande königlich preußische Ordnung beibringen," auf diesen Ton ungefähr waren damals die Auslassungen in der deutschen bürgerlichen Presse abgestimmt. 4 Als ich dann später einmal wieder dort war, waren schon einige Jahre seit jenem dentwürdigen Tage vergangen, an dem die roten Truppen vor den Toren Warschaus gestanden hatten, und„ Dziadef" Pilsudski hielt im Belocdere Hof. Es hatte sich nichts geändert, ausgenommen die Unifor men. Auf die Lammfellmütze der zaristischen Soldateska war die preußische Bickelhaube gefolgt und von der polnischen Konföderatka abgelöst. die wurde Das mar alles, im Grunde war Lodz geblieben, was es von jeher war: die Stadt der trasfesten sozialen Gegensäge. 3wingburgen des Kapitals- Elendenester der Armut. Nirgendwo sonst auf der Welt wohnen der protenhafte, auf dringlich sich blähende Reichtum der Ausbeuter und die bitterste Armut der Ausgebeutelen. Beinahe tönnte man annehmen, die Textilberone hätten ihre wie 3 wingburgen anmutenden riefigen Häufer mit Absicht direkt neben die Quartiere der AusgePowerten hinjeßen lassen, um zu zeigen, wie start sie sich fühlen. In der Tat ist es in all den Jahren der sozialen Kämpfe hier auch nicht ein einzigesmal zu Ausschreitungen, faum je auch nur zu Zu fammenrottungen vor den provozierenden Zwingburgen gefommen. In den Palästen, der Kapitalisten wird eine faum vorstellbare Raumverschwendung getrieben. In einem Falle fonnte ich mich burch den Augenschein davon überzeugen, daß die Tohter des Sauses, ein vierzehnjähtiges verwöhntes Mädchen, allein drei große Zimmer, schon mehr Säle zu nennen, bewohnte. Um die Ede im Armenviertel baufte eine Familie von neun Köpfen in einer verfallenen Bude in einem einzigen Zimmerdhen! Die Schuld an diesen menschenunwürdigen Unterkunftsstätten, Die Schuld an diesen menschenunwürdigen Unterfunftsstätten, die Brutstätten für die mannigfaltigsten Seuchen und Epidemien abgeben, tragen die miserablen Lohnverhältnisse. Der Mietzins für das eine Loch ist nur unter stetem Hungern aller Familienangehörigen und bei ständiger schwerer Arbeit aufzu bringen, Ein qualifizierter Lodzer Tertilarbeiter fann nämlich im Durdyschnitt pro Woche taum mehr als zwanzig 3lotn erwerben; das sind ungefähr zehn Mart Wochenverdienst und dies bei angestrengtester Tätigkeit. D Es wird niemanden wunder nehmen, daß infolge der ständigen hts Unterernährung die geschwächten Körper der Arbeiter allen Krantbeitserregern gegenüber widerstandslos fein müssen und ihnen er. liegen. Alle tragen in fich den Reim zu der schredlihsten Feindin nach der Menschheit, ber Tuberkulose. Alle Arbeiter in Lodz sind frank! Man muß es in die Welt hinaus und denen, die die graufige Wahrheit nicht hören mollen, in die Ohren brüllen: 1le Ar beiter in Lodz find fraut, ohne Ausnahme! Dem entspricht die Höhe der Sterblichkeit bei Männern und Frauen, dem entspricht auch die Höhe der Kindersterblichkeit, besonders bei den Allerkleinsten. Lodz ist das unerschöpfliche Reservoir, aus dem sich ganz Bolen, halb Europa und die südamerikanischen Bordelle mit fäuflicher Liebe versorgen. Was sollen die ge. peinigten Mädchen auch sonst machen, menn sie nicht elend verhungern wollen? Auf dem gleichen Gebiet liegen aus die Gründe dafür, daß man in den Bolizeiberichten der meisten europäischen und über seeischen Staaten so sehr häufig die Namen aus Lodz stammender Verbrecher finden kann. Die Jungen wollen eben nicht alle ebenso dahinvegetieren wie ihre Bäter und, da es ihnen auf redliche Weise mur in Ausnahmefällen gelingt, fich durchzuschlagen, so verfuchen fie es eben auf unredliche. Der Staat und seine Vertreter hätten wohl Mittel und Wege, um den Fabrikanten die steifen Rüden etwas geschmeidiger zu machen und für eine Befferung der sozialen Verhältnisse zu jorgen. Aber man traut sich in Warschau nicht, den großen Herren vom Berein der Lodzer Fabrikanten" ein wenig auf die Finger zu Kopfen. Lieber läßt man eine halbe Million Proletarier hungern, als daß man den großen" Herren einige Unliebenswürdigkeiten jagt. Und so mird Lodz mohl bleiben, mas es schon immer mar: F. W. ein„ Dokument von unserer Zeiten Schande!" Wer weiß das? Der Abend Spalausgabe des Vorward Jack London Von Max Barthel für Alfred Beierle Manchmal geht einer der grauen Masse voraus Und sprengt die Ketten der ewigen Brothaft. Er geht aus dem Werk, dem Hunger, dem Haus, Verkündet allen unsterbliche Botschaft: Graue Kolonne! Es leuchtet die Sonne! Vorwärts! Marschiert! London ist der Name einer geroaltigen Stadt, Die sich den Erdball kühl unterjochte, Aber ein Mann denselben Namen hat, Der mit beiden Fäusten gegen Versklavung pochte: Graue Kolonne! Es leuchtet die Sonne! Vorwärts! Marschiert! Und London, der Mann, der Dichter, der Tramp, Ist selber die Straßen des Elends gezogen, Er schlief an den Wegen, im Park und im Camp, Und flüsterte nachts unterm Brückenbogen: Graue Kolonne! Es leuchtet die Sonne! Vorwärts! Marschiert! Alaska, die Südsee, Europa, das glühende Meer, Die Jagd nach dem Gold, nach dämmernden Perlen! Der ewige Aufstand! Prometheus Wiederkehr In geschundenen Negern und vagabundierenden Graue Kolonne! Es leuchtet die Sonne! Vorwärts! Marschiert! Kerlen! Das Gewicht der Haut einschließlich Unterhautzelfgewebes be. Jack London geht durch die Länder und schreit: trägt beim Ermadyfenen 10-12 Kilogramm. Drei- bis viermal so viel Iren leben in Amerita als in Irland. * Die Herstellung des Lumpenpapiers ift eine chinesische Erfindung; fie stammt aus dem Jahre 100 n. Chr. " " Erobert das Neuland! Entzieht euch dem Alten! Seid tapfer und mutig! Dann wird sich zur Zeit In strahlender Freiheit das Dasein gestalten! Graue Kolonne! Es leuchtet die Sonne! Vorwärts! Marschiert! Lidi, Mia, Louise, Rita. Hinter den Kulissen der Modenschau. sie immer so schlank sind? Aber troßdem: fie sehen alle etmas ordinär aus, nicht mahr? Wie die das machen? Das Hotel liefert Kaffee und Kuchen gratis für die Mannequins. Sie dürfen es riskieren, tüchtig zu essen, sie sparen zum Beispiel heute das Geld fürs Abendbrot dafür. Zu Beginn der Saison", wenn es für die reichen Frauen Zeit| manchmal auch die Mädchen an. Wie die das machen, daß mird, sich mit neuen Kleidern einzudecken, findet die Modenschau statt. Die Direttrice ist nach Paris gefahren und hat ein paar Modelle gekauft, es wurde geändert und probiert, die Besizerin des Modensalons hat schlaflose Nächte, des Risifos und der Kon furrenz wegen, die vielleicht diefelben Modelle zeigt. Und es fommt doch auf das Einmalige an! Nun hängt an der Ladentür ein Schild: Begen Modenschau im Europäischen Hof heute nach mittag geschlossen." Im Hotel nebenan aber, im ersten Stod in ben teppichausgelegten Geselfdjaftsräumen, stehen weiße Kärtchen auf den kleinen weißen Tischen: Frau Direktor X., Frau Bankier Y. Das Geded, Kaffee und etwas Gebäd, tostet 5,50 Mart. Drei Mark nimmt das Hotel, der Rest ist für die Frau mit dem Modesalon. Im fleinen Zimmer nebenan hängen Kleider und Mäntel, stehen Schuhe, dazwischen liegen in müstem Durcheinander die Lippen stifte, Puderquaften, Sicherheitsnadeln, Kämme, Bürsten und Austifte, Puderquaften, Sicherheitsnadeln, Kämme, Bürsten und Altagsfleider der Mannequins. Die Direttrice ist aufgeregt, meil sie die Berantwortung trägt, die Probiermamfells springen herum, legen Kleider zurecht, suchen Hüte aus. Aber es An den Kleidern steden kleine weiße 3ettelchen: Lidi steht darauf, Mia, Louise, Rita. Das sind die Namen der Mannequins, denen die Kleider auf den Leib gepaßt sind. Louise ist verheiratet und hat ein Kind, aber sie ist trozdem nur Louise. Familiennamen gibt es hier nicht, die find private Angelegenheit. Vielleicht haben sich die Mädchen deshalb so schöne Vornamen ausgesucht, als fleine Entschädigung. Die Befizerin kommt immerzu hereingerannt und stößt alle Anordnungen wieder um. flappt auch jo. Man muß Rücksicht auf sie nehmen, sie hat ja das Risiko. Sie möchte angeblich so gern lieber ein Mannequin sein, der sein Geld bekommt, so oder so! Zehn Mart, manch mal fünfzehn. Es ist ein netter kleiner Nebenverdienst. Die Modengeschäfte aber leihen sich die Mädchen gern gegenseitig aus, fie sparen das Geld am Gehalt wieder ein, unter Beruf auf die Erlaubnis zu diesem Nebenverdienst. Hier hinten fehen die Mädchen bleich aus. Schminke verdirbt das Geficht. Aber hernach, wenn die Schminke richtig fißt, geht es wieder. Ein paar Laufburschen und Hausdiener stehen herum, aber auf die kann man feine Rücksicht nehmen, man muß sich schnell an und ausziehen, muß auch gelegentlich die Hemdhose und den Büstenhalter herunterlassen, der tief ausgeschnittenen Ge fellſchaftskleider wegen. In Paris ziehen die Mannequins jogar alle Kleider auf den nadten Leib, der besseren Linie wegen, erzählt die Direttrice. Nein, das Prüdesein hat man sich tange abgewöhnt. Manchmal nur wirft man dem 15jährigen Boy, der tritisch und ernst die Frauenbrüfte betrachtet, einen wohl. wollenden Blick zu. Zu Hause gibt es auch nur eine Schlafftube, und schließlich ist alles Gewohnheit oder Angewohnheit, auch das Die Schamgefühl. Jezt ist man eben Kleiberständer. Die leider sind die Hauptsache, sie haben Namen, schöner, egotischer noch, als man sie sich selbst für den Privatgebrauch ausdenken fonnte. Wenn man jezt hinausgeht, ist man nicht Fräulein Müller, sondern Papillon" oder" Parisienne",„ St. Morik"," Très fimple". Die Direttrice fann etwas franzöfifch, sie sagt die Namen vor, daß sie auch richtig ausgesprochen werden, wenn die vornehmen Damen fragen. Man ist doch ein vornehmer Modesalon! Die Frauen braußen mit den Monofels und Lorgnons fehen fich " Bon vier bis sieben geht das so: erst kommen die Pyjamas und die Hemdhofen, dann die Vormittagsfleider, dann die Sportsachen, dann die Nachmittagsfleider und mäntel, dann die fleinen Abend fleider und dann die großen Gesellschaftstoiletten, mit den Abend mänteln und Pelzen. Was es fo alles gibt. Wie die Mädchen das machen mit der schlanken Linie? So fünfzehn bis zwanzigmal ist inzwischen so jeder Mannequin durch die weiten Räume getänzelt, fünfzehn bis zwanzigmal hat er sich umgezogen, die schwitzenden Achselhöhlen nachgepudert, das Geficht nachge schminkt. Das Ende sind Kopfschmerzen, heiße, geschwollene Füße, endlose Müdigkeit. Draußen schmuzige Kaffeetassen, Kuchenreste. Hier hinten ein abscheuliches, stinkendes Durcheinander von Buder und Zigarettenstummeln, Schuhen, Schminkstiften und Kämmen. Das positive Ergebnis: ein ganzer, neuer 10- MartSchein in der Tasche und ein Paar Kunstseidenstrümpfe für 3,75 Mart, die man gleich anbehalten darf. Die alten fommen in die Handtasche. Oder gleich ins Klosett, wenn sie schon sehr taputt waren. Nein, das Stopfen lohnt sich nicht. Es sind auch gott seidank viele Modenschauen jetzt, das gibt viele neue Strumpfpaare. Das positive Ergebnis für die Besizerin all dieser Herrlichkeiten: am anderen Tage fommen die Damen, die legitimen und illegitimen Gattinnen der Direttoren und Bantiers, lassen sich die Kleider noch einmal zeigen, stellen blasiert fest, daß alles schon einmal dagewesen ist und kaufen dann: für 1000 Mart, für 2000 Mart. Ein, zwei Kleiderchen, einen Mantel. Wenn der Gatte dabei ist, nimmt die Verkäuferin ein, zweihundert Mart mehr, bei den legitimen wie bei den illegitimen Frauen. Die tommen dann am anderen Bormittag und holen fich das Geld. Nein, die Männer find gar zu knauferisch mit dem Taschengeld, und nicht wahr, liebes Fräulein, wir empfehlen Ihren Salon auch weiter!" Es gibt auch Frauen, die lassen sich vom Freund ein Kleid für 600 Mark faufen und vom Gatten nochmal für 300 Mart. So tommt jeder zu seinem Teil. Und wo es herkommt? In der Konfektion war fürzlich Aus. perrung, wegen einer Pfennigzulage. Aber es gibt eben jo viele Arbeiter, und viele Pfennige machen doch ein Abendkleid. Herta Zerna. Auf der Suche nach der Menschheit Wiege. Die Expedition Chapman- Andrem sieht die Wiege der Mensch heit in der Wüste Gobi die Cameron- Cable- Expedition, die sich diese Feststellungen ausschließlich zu ihrer Aufgabe gemacht hat, mo die Wiege der Menschheit zu suchen sei, nimmt für diefen Ruhm die Kalahariwüste in Afrika in Anspruch. Eine Stüße ihrer Behauptung sieht sie in der Primitivität der dort noch lebenden Buschmänner und in anderem reichen Material, das noch gesichtet werden muß. Im übrigen muß die Kalahariwüste früher ein außerordent lich fruchtbares Gebiet gewesen sein, während heute bort faum Basser und Begetation zu finden sind.. Higanten der Landstraße Ein Rennfahrer- Roman von André Reuze. Übersetzt von F.A. Angermayer " 160 Rennfahrer waren in Paris zu der großen Fahrt| Rund um Frankreich" angetreten. Sie werden von dem Sportschriftsteller Ravenelle und dem Maler Mainguy im Auto begleitet. Schon in den ersten Etappen fällt eine große Zahl der Teilnehmer zurück, sie können das mörderische Tempo nicht mitmachen, das die eigentlichen Gi ganten der Landstraße" einschlagen. In der Spitzengruppe jagen die„ Ställe" der großen Fahrradfabriken, Riva", Stella" und die anderen. Bisher ist Blanc- Meseil der Beste. Aber schon droht ihm Gefahr. Yvette, eine Pariser Kokotte, umschlingt ihn wie eine Katze, sie ist in einem Auto mitgenommen worden, um den hervorragenden Vertreter eines gegnerischen Stalls" in ein Liebesabenteuer zu verwickeln und auf diese Weise seine Energie zu ( 14. Fortsetzung.) Ballu mollte gerade wieder loslegen, als Riffin mit ganz nera störter Miene in die Halle trat. schwächen. „ Weißt du das Neueste?... Le Bozer ist erledigt!... Seine Landsleute haben ihn so gefeiert, daß er jest total betrunten ist. Uber total! Was habe ich dem Burschen nicht nacher für gute Rate fchläge gegeben... Kreuzdonnermetter nadh mal!... Im übrigen hättest du ihm nie erlauben dürfen, an diesem Frühstüd teil. zunehmen. Wie der morgen starten soll, ist mir zunächst ein Rätsel." ,, Wo ist er denn?" fragte Ballu, der seinen Zorn tann meistern fonnte. ,, Noch immer auf dem Bankett... Singen tut dieser Bursche, grölen..., na!" Fluchend ließ Ballu mun Pouilladour stehen und rannte, vpn Rissin gefolgt, aus der Hotelballe. Nach einer Weile sagte Tampier: ..Feststeht, Le Bazec ist fertig!" Dann jezte er, Bouilladour vieljagend anblidend, hinzu: Morgen werden sich zmifchen Brest und Les Sables große Dinge für den Brillant"-Stoll abspielen, natürlich find nur solche Fahrer daran beteiligt, die noch im Rennen nerbleiben." " ,, Hör' mal, Lucien," antwortete Bouilladour, wenn du in meiner Berfaffung märst..." ,, 2lber rebe boch nicht so viel. Enimeber man ist Klassefahrer oder ein belanglojer Strebs. Sich doch mal den leinen Chenillard an. Glaubst du etmo, bem tut der Hintere nicht meh?... Trogdem ober fährt er, lächelnd jogar, die Rundfahrt weiter..." Da zudte Bouillabour die Schultern und ging langsam, mit hängenden Armen, aus dem Bestibül. ,, Es ist wirklich mahr," sagte Ravenelle, Chenillard sicht heute besonders luftig aus." ,, Na ja, heute hat er doch von ihr einen Brief bekommen." ,, Bas?... Da spielt sich eine romantische Liebesgeschichte ab, von der ich gar nichts weiß?... Erzähle uns doch davon." Maingun, den die Sache auch interessierte, tam näher. Tampier begann: ,, Die Sache hat am Abend vor unserem Start in Paris angefangen. Der Kleine und ich aßen in der Nähe der Porte Maillot zu Abend. Wir gingen in ein elegantes Latal, denn schließlich muß doch ein Junggeselle, der die Tour" mitfährt, vorher noch ein wenig Bergnügen haben. Am Nebentisch faß eine fleine, rejige Blondine." Ein hübsches Kind," fiel Chevillard ein. ,, Sehr hübsch sogar," fuhr Tampier fort. ,, dh begann mit Chenillard megen des Mädchens zu scherzen, doch er murde nachdenklich und gab mir gar feine Antwort. Der Appetit mar meg, und der Junge fah ziemlich traurig aus. Du bist wohl ganz und gar perrüdt," sagte ich zu ihm, millst du eta am Barabend der Inur de France" schwermütig werden?" Bieber gab er mir teine Antwort. Benn er menigstens ein Bort gesagt hätte. Aber feinen Atemzug hat er getan. Er war glait in die Aleine verliebt. Das fommt ja " vor im Leben. Na, wir gingen aus dem Lokal meg, obwohl sich Chenillard von den Bergißmeinnichtaugen des Mädchens gar nicht trennen fonnte. Tags darauf war Start. Das Rennen rollte. Aber in Le Havre und in Cherbourg, ja jogar unterwegs sprach er von nichts anderem als non seiner Miß. Indeffen schlug fidh Blanc Mesnil mit seiner Flamme herum... Meine Herren, welche Mann jchaft!... Das ging mir wirklich zu weit!... Die Rundfahrt ift doch nicht für Weibergeschichten da. Na, mein kleiner mar ja gang meg. Immer wieder fing er an: Wenn ich in Baris geblieben märe, hätte ich sie sicher wiedergesehen", oder:„ Wo mag sie bloß in einem Monat, sein?" Alles überflüffige Gedanken, stimmi's? Gestern, in Dol, sagte er plöglich, er wolle aufgeben... Magenschmerzen hatte er angeblich... Ja, Herzfrämpfe hat er vielleicht gehabt, aber sentimentale..." ,, Du übertreibst aber, Lucien," mischte sich nun Chevillard drein. ,, Ach was, du warst doch ganz außer Fassung, du Bengel!... Heute früh stürzte er plötzlich in mein Zimmer, schwang einen Brief über seinem Kopf und wußte fich vor Freude nicht zu faffen, Es mar ein fehr vornehmes Briefpapier, mit großem Siegel hinten drauf, mit schöner Schrift und mit irgendeinem gutriechenden Barfüm Lucien," schrie er dann, fie hat mir geschrieben!..." Ber fie?" fragte ich, und er sagte:„ Die fleine Blondine aus Paris. Sie hat unser Gespräch gehört, hat meinen Namen aufgeschnappt, hat erfahren, daß ich die Tour" mitfahre, und schickt mir jetzt Glüdmünsche für einen Erfolg." Darauf sagte ich zu ihm: ,, Na, menn du auf Briefe von Weibern reinfällst, kannst du mir nur leid tun!" Es nügte aber nichts. Der Junge ist seit heute früh wieder in Form, und alles ist in Ordnung!" Chenillard sagte nun, ganz erregt vor Freude: ,, Ach, wenn Sie jie tennen würden, Herr Maingun, Sie würden fie sofort zeichnen, bas steht fest. Sie heißt Jeanine und ist Direttrice in einem vornehmen Modehaus. Das hätte ich mir eigentlich gleich denken können, sie mar ia so entzückend angezogen. Sie schreibt eben, daß sie an mich denkt und ich Eindruck auf jie gemacht habe, daß ich aushalten soll und sie stolz jein mürbe, senn ich in den nächsten Etappen unter den ersten wäre. Na, morgen gibt's Funien, bafür garantiere ich!" d ,, Das tann ich mir denfen," jagte Ravenelle, wer fo verliebt ist, gibt das Betzte für die Liebste her." ,, llebrigens war das schon einige Male da," sagte nun Tampier, ,, und gerade in der Rundfahrt. Leztes Jahr hatte der Belgier Demoulder aus unserem Stall ein ähnliches Erlebnis. Der gemann die Etappe nach Bayonne, und schon hatte sich eine fleine Pariserin in ihn verliebt, die ihm nun jeben Tag schrieb und Blumen ichidie. mayer Natürlich wollte nun mein Demoulder unter allen Umständen als erster in Paris ankommen. Er war im Gejamitlaffement immerhin britter, hatte aber das Bech, daß nicht nur die schöne Unbekannte, fondern auch seine richtige Frau auf ihn wartete und ihm die ganze Geschichte verdarb. Na, jein Geficht hätten Sie sehen müssen." Ich habe nichts zu befürchten!" rief mun Chepillard. ,, ach bin Junggeselle und habe Gott sei Dont teinen Anhang!... Donner. metter, id tann die letzte Ciappe gar nicht mehr erwarten..." lnb noch gestern früh mollte der Bengel aufgeben," sagte Tampier leise. Wie ein Reigen huichender arrmische glitt das Feld durch die Mananacht, deren perlmutternes Licht alle Trifots gleidh fahl er scheinen ließ. Bon weitem hörte man feinen Ton. Kam man aber in die Nähe der Fahrer, konnte man deutlich das Rnistern der vielen Reifen und das leise Surreu der Räder vernehmen. Auf alabastermeißer Straße wand fich der lange Zug durch eine schmeig jame Gegend. Nur ber unheimliche Schrei eines Nachtvogels grüßte mandymol die bahineilenden Fahrer. Die ganze Bretagne hoffte auf seine Beine... Copyright by Büchergilde Iby Büchergil Gutenberg, Berlin Ale Dörfer lagen längst im Schlof. Onur drei Autos, deren Scheinwerfer abgeblendet waren, bes gleiteten das Rennen. Die meisten Sportjournalisten waren schon tags vorher noch Quimper gefahren oder jaßen noch in Brest. Le Bazec lag an der Spize des Feldes. Erst zwanzig Meter hinter ihm folgten die anderen. Er atmete die Stühle der Nacht und füllte seine Lungen mit dem Duft der Akazien und Linden. Der Geruch der Erde, seiner HeimatEin unsichtbares, aber lastenbes Etwas hatte sich an ihn ge flammert und ihm einen eisernen Ring um den Schädel gelegt. crhe, tat ihm mohl. Sein Maden mar fteif, und feine Kniegelente schmerzten. Schmerzend und schwer wanfte sein Kopf. Riffin aus fuftigem Zecherfreis gerissen hatten. Berschwommen erinnerte er sich noch, mie ihn Balu und Alle Radrennvereine seiner Heimat waren angetreten, ihn zu feiern. Französiche und bretonische Redner priesen seinen Mut. Man hatte ihm zu Ehren eine herrliche Tafel gebedt, Bieber flangen, Gläser Blirrten, Bein fimfelte in Saraffen, und er tranf und trant, bis ihm die Sinne schwanden. Jetzt aber fühlte er fich leer into fraftios. Bleischmer lasteten seine Beine auf den Bedalen. Die durchzechte Rachi rächte sich. In diesem Zustand halber Erschöpfung, mit dieser Müdigkeit in allen Gliedern, unausgeschlafen und verfiimmt, fnffte er nod 412 Kilometer durchfahren. Bei der fleinsten Jagd, das fühlte er deutlich, miirden ihn die Brillant"-Fahrer fleinfriegen, ihn, Le Bozec, der win feit fünf Tagen das leuchtende gelbe Trifot hes Spizenreiters trug und der gehofft hatte, die Rundfahrt, und damit fünfzigtausend Franken, Ruhm und Bolkstümlichkeit zu gewinnen. SP Die ganze Bretagne hoffte auf feine Beine. Alle Matrosen, cinftige Someroden pon her Striegsmarine, hatten zu seinen Gunsten cine Sammlung veranstaltet. 40 Welcher Jubel herrschte gestern in Guincamp, in Belle- Isle und in Morlair, als er als Spizenreiter angekommen paz... Unb jest?... Die schlafenden Dörfer seiner Heimat nerschlossen sich nor ihm und mollten ihn nicht fennen. Ihn, der jedes Rest hier von Kind an fannte, den spizen Kirchturm von Danulis, die Bulnerjabrit pon Le fait, die Hügel und Hänge non Bont de Bois und den Aulnefluß, der in toujend Bindungen nach Châteaulin führte... Wie oft mar er an seinen Ufern vorübergerobelt, wenn er als Matrose auf Urlaub tam. Be Bozec hätte jest gar zu gern einen tüchtigen Schluck Brannt mein getrunken. An seiner Brust fühlte er unterm Trifot die polle Flasche. Doch die anderen durften so lange wie möglich nichts non diesem Schwächeanfall wissen. Reiner durfte ahnen, daß Le Bozec nur noch troch Darum legte er sich mit letter Energie an die Spige bes ganzen Feldes und führte mie besessen. Er wollte dadurch den scharfen Augen seiner Gegner feine Müdigkeit verbergen. Zunächst ging es ja noch, doch er zitterte schon nor der zweiten Hälfte der Etappe. Benn er jetzt Reifendefekt haben sollte, würde Blanc- Mesnil, der nur mit zwei Minuten Rückstand hinter ihm lag, sofort das Zeichen zu einer Jagd geben. adnominal ms( Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. Die Sterblichkeit der verschiedenen Berufe. Die Umschau" veröffentlichte fürzlich eine äußerst interessante zusammenstellung über die Sterbeziffer in den verschiedenen Berufen. Die niedrigste Sterbeziffer, die bei der Geistlichkeit, wurde gleich 100 angefeßt und die anderen Berufe im Berhältnis dazu berechnet. Es folgten der Reihe nach Geistliche, Gärtner, Land mirte, Fischer, Schlosser, Schuster, Schmiebe, Eisenbahner, Schneider, Mergie, Schlächter, Bierbrauer, Draftenfutscher, Gastwirte und als Beruf mit der höchsten Sterblichkeitsziffer die Bettler und Hau FUNK UNDAM ABEND Freitag, 12. Oktober. Berlin. 16.00 Forschungsreisender Dr. Artur Berger: Merkwürdigkeiten in der Tierwelt. 16.30 Unterhaltungsmusik des Salonquartetts Hans Raue. 18.30 Hans- Bredow- Schule. Sprachuntericht: C. M. Alfieri und Lucie Ceconi: 19.00 Dr. Herbert Heyde: Vortragsreihe..Der Weltverkehr und seine Mittel". Italienisch. III.: Die Binnenschiffahrt. 19.30 Hans- Bredow- Schule, Betriebswirtschaftslehre; Staatssekretär z. D. Prof. Dr. Julius Hirsch: Neue Entwicklungstendenzen in Wirtschaft und Gesellschaft( 11.). 20.00 Johann Sebastian Bach: Suite Nr. 3( D- Dur). Ouverture( Crave) Air Gavotte Βουτέρ Gigue. Berliner Funk- Orchester. Dirigent: Bruno Seidler- Winkler. 20.30 Dialog der Weltliteratur. I. Klassisches Altertum: Platon. Bearbeitung und Regie: Carl Hagemann, 1. Gespräch über den Eras( Diotima und Socrates), acs dens..Castmabi", 2. Das Märchen von der Erde und Socrates' Tod, aus dem Phaidon"( Mitwirkende: A. E. Licho. Marte Hein- Szenkar, Max Bing, Walter Fried. Begleitende Musik: Karl Wiener, Einleitende Worte: Carl Hagemann.) Königswusterhausen. 16.00 Rektor Spielbazen: Freie Kinderarbeit und ihre Bedeutung für die ziehung zur Klassen gemeinschaft, 16.30 Dr. Joh. Günther: Einführung in das Verständnis des Dramas( II)( Ar beitsgemeinschaft). 17.00 Uebertragung des Nachmittagskonzerts Leipzig. 18.00 Frhr. v. Schoriemer- Lieser: Der deutsche Weinbau. 18.30 Stud.- Rat Friebel, Lektor Mann: Englisch für Fortgeschrittene. und Festigkeitslehre, on 105 18-55 Min.- Rat Horstmann: Werkmeisterlehrgang für Facharbeiter: Mechanik Ab 20.00 Uebertragung von Berlin. ooit d in usguard erer. Die Statiftit ist außerordentlich aufschlußreich. Besonders intereffant dürfte dabei sein, daß gerade die Berufe, in denen mon besonders fräftige und gesunde Menschen vermuten könnte, eine außerordentlich hohe Sterblichkeitsziffer zeigen, das sind die Schläch ter, Bierbrauer und Gastwirte. Hosenbiesen. Ein Biest aus der Mottenfifte hat mancher schon lange vergeffen: die Biefe. Der Borsteher des Hauptzollamts in Bremer hanen aber hat bie hoheitsvolle Biese nicht ebenso pergejsen; denn er fieß fürzlich zwanzig 30lbeamte protofollarisch vernehmen. weil fie beim Vertragsschneider der Kleiberfasse Hofen ohne Biese anfertigen ließen. Welch ein Verbrechen! Sühne fönnte nur sein: Bier Wochen schlafen mit der Biesenhofe, Hände an der Biesennaht! ,, Des größte Kousulat der Welt." Als das größte Konfulat in der Weit bezeichnet die polnische Preffe das Generalfonfulat der Republik Polen in Berlin. Durch dieses Amt betreut der polnische Staat etwa 100 000 feiner Bürger, die im Zuständigkeitsbereich des Berliner Generalkonsulats( Brandenburg, beide Mecklenburg und ein Teil der Provinz Sadyjen) leben. In diesem Gebiet ist fast die Hälfte der in Deutschland beschäftigten mehr als 20 000 Arbeiter, die die polnische Staatsangehörigkeit be polnischen Arbeiter fonzentriert und zmar 40 000 Saisonarbeiter und fizen, aber ständig in Deutschland leben. Beiter werden in diesem Teil Deutschlands in den Städten noch 35 000 andere polnische Staatsangehörige gezählt, bopon allein 25000 in Berlin Das größte Konjular der Belt" befchäftig: 100 Beamte und Angestellte Es ist nach polnischen Bressemitteilungen im Befig von mehr ais 700 000 Itenstücken, die eines auf das andere gelegt den Mount Everest überragen würden." Dem polnischen Staatsfädel hat das Berliner Generalfonfulat, bas als eines der am besten funktionieren den polnischen Auslandsämter gilt, im ersten Halbjahr 1928 bereits über eine halbe Million Mar! eingebrady. Bezeichnender Name. Bei der Nachmahl im Bariser Borort Noisy- le- Sec gelangte der lateinisch( o ergibt clamamus( non clamare schreien) den für Kommunist Clamamus in die Stichwahl. Liest man den Namen einen Kommunisten gewiß poffenden Sinn: Birschreien! ,, Konserviertes Fleisch." Das Britische Museum in London erhielt vor turzem drei papieren ging hervor, daß der englische Zollbeamte fie als„ Konjer Mumien aus der Zeit Rhamses II. aus Aegypten. Aus den Begleit piertes Fleisch" bezeichnet hatte hatteredn 1. e ne 5 ди eil 11: f! he ( p= er, en. en no 201 he 205 te. 215 !! ens its Der nen für Drei Leir fer -1 Arbeiter Sport Vorbereitung zum Winterwandern. In den Kreisen der Arbeiterwanderer hat es sich längst als Grundsatz durchgesezt, daß man nicht nur die schönen Tage des Frühlings, des Sommers und des Herbstes zu frisch- frohem Bandern benutzen soll. Was scheren den tüchtigen Wanderer die Unbilden des Weiters? Hochtouristen und Kletterer ziehen selbst beim Regenwetter hinaus; warum sollte da nicht auch der Wanderer der mittleren Berggebiete und bes Flachlandes Schönheiten draußen fuchen, selbst wenn das Better nicht so günstig erscheint? Erlebnisse bietet bie Natur zu allen Zeiten und in allen Wetterlagen genug. nb piele Arbeitereltern wiffen, daß in der neuen Jugend ein frischer Geift lebendig ist, der vor allem auch auf die Abhärtung des Körpers Bedacht nimmt Wintersportreferenten, denen die Durchführung von Kurfen und die heranbildung guter Stiführer zur Aufgabe gestelt ist. Auch das Gemeinschaftswandern im Stilauf wird hier in Angriff genommen und durch große Treffen besonders gefördert. Die Vorbereitungen felbft find mannigfaltiger Natur. Wer in die Tiefe des Organisationslebens einzubringen versteht, wird ihre Geheimnisse bald erkunden fönnen. Es merden Pläne für Gesell fchaftsfahrten im Winter aufgestellt; an den Fahrten fönnen auch Arbeiterinnen und Arbeiter teilnehmen, denen ber Wintersport felbft nidy unbedingtes Bedürfnis ist. In der geistigen Arbeit stellt man sich auf die Bedeutung des minterlichen Slimas für die Naturgestaltung ein. Dann aber gilt die Arbeit vor allem dem wundernollsten Wintersport der Gegenwart, dem Stilauf. Ein führungsabende werden festgefeßt, Irodenturse in Angriff genommen. Solche Kurse sind auch bereits pon manchen Kommunen unter Bereitstellung des dazu benötigten Materials eingerichtet worden. Das ist eine gesellschaftliche Berpflichtung gegenüber Ser Bevölkerung, die überall erkämpft merden muß. Auch hier gibt es fchon jet für Arbeitersportler und Jugendfreunde wichtige Arbeit. Die ständige Berteuerung auch des Wintersports nruß die nötige Hilfe von den Behörden erwarten lassen. In allen Fragen aber bieten engere Arbeitsgemeinschaften den nötigen Ridhaft. interSportgruppen bei den Naturfreunden und in den Kreisen des Arbeiter- Turn und Sportbundes werden immer zu Ausgangspunften mertnoller Erlebnisse im Wintermandern. Das flare Bild der winterlichen Natur, die glitzernde Bracht der Winterlandschaft ber winterlichen Natur, die glitzernde Bracht der Winterlandschaft im Wanderer förperliche und seelische Kräfte. Auch hier und Sportbund. Diefen Organisationen stehen fachmännisch gilt es, unter Ablehnung des bürgerlichen Rekordfimmels den Ge= geschulte Kräfte in reichem Maße zur Verfügung. Haben doch z. B. meinfchaftswert und das Gemeinschaftserlebnis in die Naturfreunde mit Ausnahme in den Flachlandgauen überall ihre| den Bordergrund der eigenen Arbeit zu stellen. Früher erfasien es selbstnerständlió), baß ein wirklich genuß nolies Bandern während der Winterzeit ausgeschlossen war. Benn die Novemberſtürme durch die Lande brausten, zog sich alles in düstere Stuben zurüd. Lediglich einigen der Jüngsten blieb es vorbehalten, im Eislauf bei flarem Weiter einige frohe Stunden draußen zu verbringen. Heute hat sich das zum Glüd der fomment: den Generationen geändert, heute ist der Wintersport als gefünbeste Beibesübung allgemein befannt, auch bei den Arbeitersportlern. Schon jetzt beginnt mon, sich in den Oris gruppen vor allem ber Roturfreunde, aber auch der Turner und Leichtathleten, auf die interarbeit einzustellen. Vor allem die Gruppen der Arbeiterjugend wissen ihre Winterarbeit auch der förperlichen Kräftigung bienftbar zu machen. Beste Unterstügung in den Borbereitungen zum Wintersport aber bieten der Touristen verein„ Die Naturfreunde" und der Arbourite In Schöneberg gehts vorwärts! Alt- Wedding" bundestreu. zeigen. Massengymnastik quf Stiern und Wanderungen merden das Brogramm pervollständigen. Der Arbeiterwintersport hot in den Tekten Jahren große Fortschritte gemacht. In Gemeinschaft mit den Raturfreunden wird nerfucht, der Arbeiterschaft die Schönheiten ber minterlichen Welt zugänglich zu machen. w2/ 910 192 Globetrotter. Lettische Arbeiterstudenten auf Reisen. Die im Bilde gezeigten 2rbeiterstudenten der Bolts bochschule Riga, Joh. Cininam, August Licrin und Better Mali. mann, find in Berlin eingetroffen. Sie machen eine Weltreise zu Fuß, um die Sitten und Gebräuche der Bölker und die Arbeiter Die bundestreuen Arbeitersportler find auch in Schöneberg sehr rührig. Bis heute haben 114 Mitglieder über 14 Jahre fich für die bundestreue Freie Sportvereinigung Schöneberg" erklärt, so daß ein guter Zurn- und Sportbetrieb gesichert ist. Leider ist es der Minierarbeit des Krantenfaffenarztes Dr Bergmann, der Jahon seit Jahren eine instematische Hege gegen den Bund führt, gelungen, einen großen Teil der Fußballer und Beichtathleten vor den tommunistischen Wagen zu spannen. Run verjuden die Kommunisten, unferem Bundesperein in Shöne berg die Turnhallen und Schwimmhallen abzutreiben. Bei den Stadtbehörden bezeichnen sich die Moskauer nach wie vor als recht mäßig“ und„ bunbestreu", trotzdem fie mur noch eine wilde Or- sportvereine tennenzulernen. Sie traten am 26. Januar ihre Reise an ganisation find, die nach den städtischen Bestimmungen fein Anrecht auf die Räume haben. In welcher Weise die Behörden sowie die Deffentlichkeit getäuscht werden, sehen wir aus der " Belt am Abend und der Roten Fahne". Unter der Ueberschrift Roßtäuscher im Sport" wird behauptet, daß in Schöneberg 1923 oppofitionelle gegen 50 bundestreue Sportler gestimmt hätten, während der Gesamtverein nur 483 Mitglieder vor der Spaltung batte! Das sind die Leute, die andere Roßtäuscher nennen! Als bundestreue Geschäftsleitung gelten nur die Bundesgenossen Erich Staehr, Ebersstr. 44; Oswald Greiß, Gotenstr. 68, und Bilh. Kosheng, Sedanstr. 51. Als Bereinsname bleibt: Freie Sportvereinigung Schöneberg- Friedenau". It. In der außerordentlichen Sigung des Sport Klubs Bedding 1883", die am Dienstag ftattfand, murde nach reidy licher Diskussion über die Frage„ Neues" oder„ tes" Kartell bei einer Anwesenheit von 46 Mitgliedern abgestimmt. Es ftimmten 29 für das neue Kartell und 17 für das alte Startell Möge auch dieser Beschluß eines alten und technisch sehr guten Bereins innerhalb der Arbeitersportbewegung maß und richtunggebend fein für die anderen Bereine des 4. Kreises des Arbeiter- Athleten Bundes auf ihrem Kreistage, der am Sonntag in Berlin stattfindet. Eine Warnung! Der Breffebienft des Arbeiter Turn- und Sport= bundes teilt mit: Auf Anweisung des Bundesvorstandes werden am 28. Ottober die bundestreuen Vereine des 1. Kreises( Berlin- Brandenburg) im AISB. in Brandenburg einen Kreistag abhalten. Bon be fonderer Wichtigkeit für die Aufbauarbeit im 1. Kreis merden auf der Tagung sein das Referat über die Situation im Kreis und Bund, die Statutenberatung und die Neuwahlen. Die Lehren aus den trüben Erfahrungen der letzten Jahre werden Borfehrungsmaßnahmen ergeben, die eine gesunde Aufbauarbeit der Arbeiter- Turn und-Sportbewegung in der Reichshauptstadt sichern. Nachdem befannt wurde, daß der Kreistag der Bundestreuen am 28. Oftober stattfindet, hat die Leitung der außerhalb des Bundes ftehenden Vereine einen Kreistag für den 21. Ottober nach Berlin einberufen. Man gibt sich als noch zum Bund gehörend aus, das ist eine Täuschung der Deffentlichkeit. Es ist jetzt das Bestreben Der Ausgeschlossenen, burch Austragen von Epielen und Wettkämpfen mit Bundesvereinen diese auch außerhalb des Bundes zu stellen. Sein bundestreues Mitglied des 2IEB. mird bas frenelhafte Berhalten der Ausgeschloffenen unterſtüken Durch Estland ging es nach Finnland, Schmeden, Norwegen, Rußland, durch die schöne Ukraine über Odessa nach Rumänien, Bul. garien, Griechenland, Jugoslawien nach Triest, wo Mussolinis Militär. polizei fie als politisch verdächtig" 28 Tage lang in Haft hielt, bis endlich, die Bemühungen des lettischen Generalfonfuls in Rom Erfolg hatten. Nach Freilaffung zogen sie durch Desterreich, von Wien über Salzburg nach München- Nürnberg- Dresden- Leips zig- Halle und Merseburg noch Berlin. Sie wollen bisher rund 13 000 Kilometer zurückgelegt haben. Von Berlin aus foll Hamburg besucht werden, dann geht es nach Holland, Belgien, Frankreich, England und Spanien durch Nordafrika nach Aegypten. Ihren Unterhalt verbienen fie durch Borträge in Arbeitersport vereinen und durch Berkauf ihrer Photographien. for- Tennis marschiert Arbeiter- Tennis marschiert! 25 Der Arbeiter Tennissport hat sich auch im letzten Jahre in Deutschland redt träftig enimidelt; in den verschiedensten Stoafen Deutschlands entstand eine Reihe neuer Gruppen. Die fom munistischen Machinationen haben diese Entwicklung nicht aufhalten Dauerläufer nicht unterstützen. Zwet Dauerläufer mit Namen tönnen. Der zum neuen Kartell gehörende Bezirk Tennis Alfred Burg und Hans 2ober, 18 und 28 Jahre alt, aus Utten. Rot" ber Freien Turnerschaft Groß- Berlin stellt die spielstärkste reuth bei Erlangen befinden sich auf der Tour. Sie tragen auf der Zennisgruppe in Deutschland, vieleicht sogar in der internationalen Selbst die noch bestehenden fomBruft das Abzeichen des Arbeiter Zurn und Sport Arbeitertennisbewegung bar. bundes und auf dem Rücken Retfumeschilder für eine Zigaretten. munistischen Gruppen kommen da nicht mit. Bei rund 300 mit firma, für die fie angeblich durch Deutschland laufen. Der A25.gliebern marfchtert Tennis Rat auch zahlenmäßig an der but mit diesen Läufern nichts zu tun. Man perweigere die Unterstützung und Abftempeling non Urtunden. Sie mögen fich Don der Firma bezahlen laffen, für die sie Reflame laufen. Bundes- Wintersportfest. ㄢ Alles um die Einheit. Der Arbeiter- Samariter- Bund weihte Mitte September fein neuerbautes Bundeshaus in Chemnitz ein. Für die Teilnahme an der Einweihungsfeier versandte er Einladungsschreiben und nachstehende Einzeichnungslisten für eine Vorbestellung für Mittagessen: ,, Um unseren an der Bundeshausweihe teilnehmenden Gästen Ge legenheit zum Mittagstisch zu geben, hat die Direktion des faufmännischen Bereinshauses zwei Gebede zusammengestellt in ben Breislagen von 1,50 m. und 2,50 M. Borbestellungen auf beiflegender Karte ufm. Run bringen tommunistische Zeitungen nachstehenden Ausschnitt: 414 Im Anschluß an die Schlußsteinlegung fand im Sigungszimmer des Bundes der feierliche Weihealt" natürlich auch nur für die geladenen Gäste" statt. Zu Mittag wurde zu Ehren der geladenen Gäste" ein Festessen gegeben, das wiederum im Kaufmännischen Vereinshaus stattfand.( Wer dieses Festeffen" bezahlt, mögen fich die Mitglieder des ASB. vielleicht selber fagen.) Für die gewöhnlichen" Bundestagsteilnehmer hatte man sich auch etwas vorgenommen, fie tonnten sich nämlich währenddeffen, wo die höheren Gäste" unter sich waren und sich auf Kosten der Mitglieder an Speise und Trant gütlich taten, an ben Sehenswürdigkeiten der Stadt Chemnis fatt" fehen." sabi Eine Nachfrage beim Bundesvorstand des Arbeiter- SamariterBundes ergab, daß diese Behauptung der kommunistischen Breffe großer Schwindel ist Jeber Teilnehmer hat sein Essen felbst bezahlt, das er durch Karte fich vorher bestellt hatte. auch hier ist wieder das Brinzip:„ Berleumde nur frisch darauflos, etmas bleibt immer hängen, und das alles um die Einheit" zu fördern. Arbeitersport- Wochenschau." Das neue Publitationsorgan des 1. Kreises som Arbeiter- Turn- und Sportbund ist unter obigem Titel joeben er schienen. Schon äußerlich repräsentiert sich die Neuerscheinung in gefchmackvoller Form. Ueber der flott gezeichneten Titelschrift weht sem Jahre mit dem Bundesabzeichen, dem Kennzeichen der die rote Fahne mit dem Bundesabzeichen, dem Kennzeichen der bundestreuen Sportler. Der Inhalt gibt interessante Artikel nom Turen- und Sportbetrieb und vor allem die vielen Spielveranstaltungen. Dieser rege Spielbetrieb zeigt, daß es flott vormärts geht. Nun ergeht an alle Arbeitersportvereine die dringende Mahnung, das neue Kreisblatt durch Sammelabonnement recht fräftig zu unterstützen. Nach dem Kreistag soll eine Erweite rung des Blattes erfolgen. Alle Bestellungen an Graphia= Berlag, MD., Mehnerstraße 4. Manuskripte bis Freitag, letzte Meldungen bis Montag früh an die gleiche Abreise. ben PA Ein Fest der Naturfreunde. 3um Sonntag, 21. Oftober, laden die Abteilungen Mitte und Wedding des Louristenvereins„ Die Naturfreunde" zu einer Beranstaltung, die sich Arbeit, Wandern, Freude" betitelt, ein. Sie findet im großen Saal der Bodbrauerei, ChauffeeStraße 64( an der Liesenstraße), statt und beginnt um 17,30 Uhr. Einlaß 17 Uhr. Aus dem Brogramm fei furz folgendes erwähnt: Marsit, Gruppengesang, Lieder zur Laute, Rezitation, Sprechcor, Ansprache, Balfstänge der Kinder, Schattenspiele. Nach der Beranstaltung geselliges Beisammensein mit Tanz. Einlaßtarten find zum Preise von 75 Pf. bei den Funktionären der Abteilungen und im Reisebureau, N 24, Johannisstraße 14-15( abends von 6-8 Uhr) zu haben. Die Zentrallommission für Arbeitersport und Körperpflege hält am 13. Dtober in den Räumen des Reichswirtschaftsrats in Berlin eine Bollsigung ab. 2m 14. Oftober nimmt die Bentralkommiffion vollzählig an der Sozialistischen Jugendkonferenz Der Technische Ausschuß der 3. tritt am 20. Ottober in Nürnberg zu einer Sizung zusammen, in der über die Teilnahme der Verbände am zweiten Deutschen Arbeiter- Turn- und Sportfest verhandelt werden soll. teil. Arbeitersportler von Kaulsdorf und Umgegend! Alle bundestreuen Arbeitersportler und Sportlerinnen somie alle arbeitersportfreundlichen Interessenten von Raulsdorf- Süb und Umgegend treffen fidh am Sonnabenh, 13. Dttober, 19,30 Uhr, im Jägerheim zur Gründungsversammlung eines neuen Bereins. Körperfultur und Sport an der Leffing- Hochschule. Die von Dozent Dr. R. B. Schulte, bem Leiter der Pinchotechnischen Haupt prüfstelle für Sport und Berufstunde, begründete und bisher gelei. tete Abteilung für Körperfultur und Sport der Leffing- Hochschule wird jezt unter der Leitung des akademischen Turn- und Sportlehrers Dr. M. Bone, des Leiters des Institutes für Leibesübungen an der Technischen Hochschule, meitergeführt. Dr. Schulte übernimmt die Einrichtung und Leitung der neuen Abteilung für Psychotechnik Jowie die Dozentur für Wirtschafts- Psychotechnir an der Lessing- Hoch Schule. Ferner hat Dr. Schulte im Auftrage der Freien Hochschule Berfin bei biefer Hochschule eine neue Abteilung für Gymnastik, Störtertultur und Sport eingerichtet, bei deren Tätigkeit befonders Start die persönliche Beratung und die Verbindung mit Medizin und Pädagogik berücksichtigt wird. Die Berliner Rennfahrervereinigung auf der Rüff- Arena. Die Berliner Rennfahrer haben für Sonntag, 14. Oftober, ein sehr intereffantes und abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. In einem Fliegerrennen über 1000 meter treffen sich in zwei Borläufen und einem Endlauf: Kühl, Wette, Henne, Mühlbach, Jensen, Krüger, Kuhn und Riedel. Die Straßenfahrer Weyer- Feder und der neue Zeitungsmeister Schüße fahren ein Verfolgungsrennen Für das gegen ihre starten Kollegen Nickel- Bufe- Dahms. 50- Kilometer- Mannschaftsfahren haben bereits gemeldet: KühlMühlbach, Behrendt- Koch, Henne- Wette, Nickel- Buse und Schütze- Dahms, Bundesreue Vereine teilen mit: Arbetter- Radfahrer- Bunb Solidarität", bunbestreue Abteilungen. Sonntag, 14. Ottober. 1. 96t. 8 Uhr: Camengrund, 13 Uhr Saatwinkel. Start Bülowstraße 55. 2. Ant. 7 Uht: Fahrt durch den Blumental über TiefenseeGirausberg. 13 Uhr: Radebrüd. Start Dieffenbachstraße 36, bei Rohde, 6. Abt. 10 und 18 Uhr: Schönwalde. Start Arnimplat. Sigungen finden statt: 2. Abt. jeben 1 und 3. Mittwoch, im Monat bei Müller, Schönleinstraße 6. Abt. jeben 1. unb 3. Freitag im Monat bei Ridert, Steinmegstraße 36. 6. st. faben 1. und 2. Freitag im Monat bei Büttner, Schwedter Str. 23. Port und auf den Spuren werden Mitglieder aufgenommen. Gäste fiets will fommen. Am 21. Oftober beteiligen fio unfere Mitglieder an der Demon ftration sur Erinnerung an die 50jährige Biederkehr des Inkraftiretens des Sosialistengefeges. Freie Zurnarsoft Reinidendorf, Best. Die Turnabende finden in der TurnSpize. Dos tommende Fest des Arbeiter- Turn- und Spartbundes in Pürnberg wird die einzelnen Tannisgruppen noch fefter zusammenfügen. Ein besonders ergiebiges Spieljahr hatten die Gruppen in Breslau, Bremen, Stotibus, Dresden, Düsseldorf, Gera, Guben, sburg, Hamover, Leipzig, Magdeburg, Bairnberg, Mannheim mantenere papan balle her 9. Bolfsidhule, Auguste- Bistoria Alec 37, statt. Männer- und Frauenabteilung: Dienstag und Freitag von 20-22 Uhr. Kinderabteilung: Dienstag und Freitag von 16-30 War. Mitgliederaufnahmen in der Turnhalle. Gäſte fets willkommen. Ms Auftakt zum 2. Bundesfest des Arbeiter- Turn- und Sportbundes in Nürnberg 1929 finden vom 30. Dezember 1928 bis zum 1. Januar 1929 in Jobanngeorgenstadt im Erzgebirge mintersportliche Betttämpfe statt. Außer den Wett lampfen im Sfilauf werden die Eisläufer und Springer ihre Stunft unb 3midau Schiedsrichterfurfus. Montag, 15. Oftober, 19,30 Uhr, beginnt ein neuer Solebsrichterturius für Handball unter Leitung des Ge nollen Nahrgang bei Balter, Rungestr. 17( Nähe Jannomigbrüde). Die Bereine bgm. Abteilungen müffen je Mannschaft mindestens einen Spieler belegieren. Altersturner der FGB. Das Zusammenturnen am 13. Oftober in Lichtent rezq, Sahn- Realgymnasium, Marktstraße 2-3, ist von den Altersturnern eller elas bem Turnen Sigung bei Sugo Wegener, Frankfurter Allee 296. Bezirk Baumschulenweg GB.! Heute, Freitag, 12. Oktober, 1. Turnabend der Frauenabteilung, Baumschulenweg, 2nzeum Baumschulenstraße 80-81, um 20 Uhr. FIGB., Bezitt Norhen III. Begen Sperrung der Turnhalle, antäglich des Rerten aum Seft am 13. Oktober Bafferiparillub Caatwintal, C. B. Mitglish bes Freien Geglernerbandes. Epuntas. 1. Daber. 10 Uhr, Mufflippen ben Segelboote. Alle Sportagenoffen müffen erscheinen. Bortsbegehrens fält ber Turnbetrieb aus. find bazum vom Steſtaurant Cugel abzuholen. Bedeutungsnelle Ausgesucht schöne Hüte und besonders preiswert FÜR DEN HERBST Winter Ulster Filzhut mit Wollstickerei, in schwarz und farbig 8.75 Filz- Glocke in allen modern. Farben, mit verschied. Mustern 4.90 Moderner Filzhut in schwarz und farbig 8.75 Filzkappe mit eingearbeiteter Filzgarnitur 9.50 Filzhut Neue Filzkappe sehr kleidsam 5.90 Filzhut zweifarbig 9.50 moderne Formen u. Parben 3.75 2.85 Filzglocke mit Einfaß- und Bandgarnitur 4.90 Flizkappe mit Zylinder- Sammet 7.75 D Filzhut mit angerauhtem Kopf 9.75 KinderKappe mit Gummizug, in allen Farben Kinder- Plüschhüte in schwarz 4.90 3.50 Kinder. Fitzhüte in großem Sortiment von 165 195 2.95 an Modebrauner durchgewebter Cheviot, flott kariert Mk. 57Dunkelbrauner apari karierter Cheviot, kräftige Qualität Mk. 69. Blaugrauer dezent karierter Cheviot gute reinw. Qualität Mk. 97Graublauer modern karierter Cheviot, angewebte Abseite Mk.116. 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