nij Betri beffe m he 1 me etan er e hi sjen ür d Spal fan aß eh e üb n ung e. ber. fieb gefäl gele n Tar den er b e A erde ber. tore De 25 00 cu us ge in nner zahl 5, p ttwo Enge Beri Berli daft Berid ir D rli Blak net efeges Bo Schul Dedin m.b trieb gen mber ㄩ ˊˋ fite dme D stan Salles höfe Lofalt Lin. uder Re bendausgabenta bio FC mo sidogo Nr. 490 B 243 45. Jahrgang Böchentlich 85 31. monatlich 8,60 MR. im voraus zahlbar, Boftbezug 4,32 m. einschl. Bestellgelb, Auslandsabonne. ment 6.-M. pro Monat. Der Bormärts, erfcheint mochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Illuftrierte Beilagen Boll und Zeit" und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wissen", Frauen ftimme". Technif"," Blid in die Bücherwelt" und Jugend- Borwärts" Vorwärts Berliner Boltsblatt Dienstag 1:16. Oftober 1928 10 Pfennig Die etnipalttge Ronpareillezetts 80 Pfennig. Reflamezeile& Reichs mart. Aleine Anzeigen" das fettge brudte art 25 Pfennig( aufäffig get fettgebrudte Borte), jebes weitere Mort 12 Pfennig. Stellengefuche bas eifte Bort 15 Bfennig, jebes weitere Bor 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben sählen für zwei Borte. Arbeitsmartt Selle 60 Pfennig. Famillenanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen annahme im Hauptgeschäft Linben Straße 3, wochentagl. von 8 bis 17 U Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin ST 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoft 292-297 Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Botiched konto: Berlin 37 596. -> R Banffonto: Bant der Arbetter, Angestellten nem und Beamten Wallstr. 65. Distonto- Gesellschaft. Depofitentaffe Lindenstr. 3 Das Luftschiff ruht am Ziel. # 10 Minister Grzesinski berichtet über seine Eindrücke während der Fahrt. Die Landung des Luftschiffes in Lakehurst vollzog fich glatt. Gerade als die Dunkelheit herein. gebrochen war, ging das Luftschiff auf 150 Fuß nieder. Dann wurden die Seile herabgeworfen, die von Männern ergriffen wurden, um den Mannschaf ten beim Herabgehen des Luftschiffes zu helfen. gebens hatten Soldaten versucht, die Menge zurückzuhalten, die immer wieder in Hochrufe ausbrach, vor allem als sich kurz vorher Eckener am Kabinenfenster gezeigt hatte. Eckener selbst leitete die Landung. Das Luftschiff war vor der Landung um die Luftschiffhalle herumgefahren, um dann genau vor der Halle halt zu machen. Nachdem der Zeppelin am Ankermast feit. gemacht worden war, verließen die Passagiere das Schiff. Sie konnten sich nur mit Mühe durch die ungeheure Menschenmenge durchkämpfen, die nach der Landung des Schiffes alle Polizeiketten durchbrochen hatte und zum Landungsmaßt geströmt war. Das Schiff, das bereits halb in die Halle gebracht war, wurde dann wieder ins Freie geschafft und verankert, da es infolge der Dunkelheit nicht mehr möglich war, das Luftschiff vollkommen in der Halle unterzubringen. Grzesinski berichtet! New York, 16. Oktober. Der preußische Innenminister, Genosse Grzejinski, der als Bertreter der preußischen Regierung mit dabei war, erzählt über die Fahrt des„ Graf Zeppelin": M. Calehurst, 15. Oftober, 8 Uhr( amerif. 3.). Der schönste Teil der weitausgedehnten Luftreise, die in einer für Paffagiere und Besatzung des Luftschiffes vollbefriedigenden Weise abschloß, war die Ausfahrt von der Friedrichshafener Werft bis zum Atlantit. Hervorgehoben tann werden, daß während der ganzen Dauer der langen Fahrt die Passagiere nicht einen Augenblid lang auch nur das geringste Gefühl der Beunruhigung empfanden, selbst nicht in dem Moment, als das Luftschiff bei dem Aufreißen des Bespannungsstoffes am horizonfalen Ruder durch eine plötzlich auftretende Luftboe derart herabgepreßt wurde, daß es fich plöhlich mit der Spike nach unten sentte und sich ganz kurz danach mit der Spike himmelwärts richtete. Selbst in diesem Augenblid entffand unter den Reifenden feinerlei panik, denn die Abweichung in der Nähe der Achfengondel von der horizontalen Richtung, roar frotz allem verhältnismäßig gering geblieben. Als die untere Bespannung der Stabilisierungsfläche zerriß, wußte man anfangs night, was mit dem Luftschiff paffiert jel. Die Motoren wurden abgestellt. Sodann stopfte man zunächst Deden zwischen die Versteifungen des horizontalen Ruders, um zu verhindern, daß auch die obere Bespannung der Stabilisierungsfläche im Sturmwind ebenfalls durchreißen fonnte. Besonders zu rühmen ist die äußerste Ruhe, die das Schlif auch während des stärksten Windes und der heftigsten Regenboen bewahrte. Seine Bewegungen zeigten im Gegensah zu denen des Seedampfers auch in folcher Cage weder ein Rollen noch ein Stampfen, fondern das Schiff nahm seinen Weg, indem es ffets fanft und in horizontaler Pofition dahingliff. Es ist unter den paffagieren tein einziger luftfrank geworden. Die anders lautenden Gerüchte( die auch durch die Bortberichte der Monopolverlage verbreitet wurden. Die Red.) find unzutreffend. Es ift überhaupt völlig ausgefchloffen, daß iroend jemand bei den fanften Jeiflich gleitenden Schwankungen des Cuffschiffes luftfrant werden fönnte. Das ist ganz entschieden ein besonderer Vorteil der Luftreife, ganz abgesehen davon, daß eine solche bei günstigeren Wetterverhältnissen die Wetterlage, mit der es„ Graf Zeppelin" zu tun hatte, war ja ganz besonders schlecht- bedeutend schneller zurüdEin Unzufriedener. iN A+ Zeppelin Amerika Zeppelin hin- Zeppelin her- diese Ozeanflüge arten mir zu sehr in Bölferversöhnung aus." fehlte. Außer dem starken Luftftoß, der das Höhensteuer beschädigt hatte, war auf der ganzen Fahrt fein Sturmwind im ftande gewesen, das Luftschiff aus der Gleichgewichtslage herauszubringen, obwohl der Caftelefe mit ganz erheblichem Gegenwind za tämpfen hatte, besonders bel feiner Fahrt nach Rorden, nach der ersten Pafferung der Bermudas Infeln. Abgesehen von gelegentlichen Regengülffen war das Wetter, durch das„ Graf Zeppelin" infolge guter Navigation paffierte, auf der Fahrt gut. Es erlaubte den Reifenden herrliche Ausblicke auf ( Siehe auch 2. Seite.) Weitere Fahrtberichte. Dr. Edener und die Bassagiere des Luftschiffs murden von etwa 50 amerikanischen Pressevertretern intervient. Dr. Edener ge stand, daß er etwas müde fet, da er auf der ganzen Fahrt nur etwa acht Stunden Schlaf gehabt habe. Er äußerte sich dann über die Befchädigung der Stabilisierungsfloffe und erklärte, daß ein ber. artiger Defeft noch niemals auf einem Luftschiff eingetreten fei. Es werde auch wahrscheinlich sich nie wieder ereignen, daß man genötigt sein werde, mitten über dem Dzean derartige Reparaturen vorzunehmen. Es set ein Beweis für die Sicherheit des Luftschiffes, daß troß des Zwischenfalls das Ziel der Fahrt glücklich erreicht worden sei. Flüffiger Betriebsstoff fei nur während der erften zwölf Stunden der Fahrt benutzt worden. Zur Frage der langen Fahrtdauer erklärte Dr. Edener schließlich, er hätte das Luftschiff Tragödie am Reichstaguler gelegt werden könnte als die Fahrt mit dem Seedampfer, auch mit Der Gladbecker Schülermordprozeß dem schnellsten. Auch der Schlaf der Reisenden war ausgezeichnet, da jede Bibration, auch die kleinfte Erschütterung der Schiffsgondel Berichte 2. und 4. Seite. gefährdet, wenn er fich lediglich von der Rücksicht auf die Einhaltung der programmäßigen Fahrtgeschwindigkeit hätte leiten lassen. Nach Edener sprady Konnnanbant Rosendahl:„ Graf Zeppelin fei ein gutes Luftschiff Setner Ansicht nach besige es aber noch nicht die endgültige Schiffsgröße, die für den regelmäßigen Transozeanverkehr der Zukunft in Betracht komme. Die Luftschiffe müßten immer größer werden, bis endlich die leistungsfähigste Größe erreicht jet. Das Berreißen des Gewebes der BackbordStabilisierungsfloffe habe den Graf Zeppelin" nicht gefährbet, sondern mir eine Berringerung der Geschwindigkeit zur Folge gehabt. Auf der Fahrt habe kein Mangel an Nahrungsmitteln geherrscht. Es feien noch bei der Landung Berräte vorhanden gewesen. " Lady Drummond- hay erklärte, die Fahrt sei ungewöhnlich Interessant gewesen. Niemand an Bord sei frant geworden. Als die Stabilisierungsfloffe zerriß, fei man etwas aufgerüttelt worden, aber das sei auch alles gewefen. Was fostet ein Zeppelin? Im Bublifum merden jest Berechnungen darüber angestellt, mas ber Graf Seppelin" getoftet hat und wie teuer fidh eine regel mäßige Luftschiffahrt stellen würde. Man hört ganz phantastische Summen, die bis auf 40 und 50 Millionen Mart hinaufgehen. Bas der Graf Zeppelin getoftet hat, da: läßt sich vorläufig nur ganz allgemein berechnen. Die Zeppelinspende hat rund 2% Millionen Mart eingebracht, das Reich hat 1,6 Millionen Mark für den Bau und 500 000 Mart für den Betrieb des Luftschiffes beigesteuert. Welche sonstigen Beträge noch aufgewendet worben find, das ent zieht sich vorläufig noch der öffentlichen Kenntnis. Sie machen aber ficher nur einen fleinen Teil der von uns genannten Summen aus. Bei der Berechnung der Kosten für einen regelmäßigen Luftschiffdienst muß ermogen werden, daß bisher eigentlich nur notdürftige Unterbringungsmöglichkeiten bestehen. Es müßten an den Landungsstellen besondere Luftschiffhäfen mit Reparatur. merfstätten gebaut merden, es würden Stationen für Betriebsstoffe anzulegen sein, Bielleicht wird man auch sonstige, jetzt noch unbe fannie Einrichtungen schaffen müffen, die fich aus einer regelmäßigen Berbindung über den Ozean ergeben mürben. Es sind Nachrichten verbreitet worden, wonach der„ Graf 3eppelin bereits nach Spanien verfauft worden set. Diese Meldungen eilen den Tatsachen voraus. Einmal hat der Führer des Grafen 3eppelin, Dr. Edener, zurzeit wahrscheinlich teine Zeit, fich mit solchen Verhandlungen zu beschäftigen, zum andern, und das ist die Hauptsache, ist ein Verkauf des Grafen Zeppelin" ohne die 3uftimmung des Reiches gar nicht möglich. Für Spanien gechartert? Wie Associated Breß aus Latehurst meldet, erklärte der spanische Oberft Herrera, ber, wie bekannt, die Fahrt des Graf Zeppelin" mitgemacht hat, daß spanische Interessenten das Luftschiff Graf Zeppelin" für den Zeitraum von zwei Jahren mit Bor faufsrecht gepadytet hätten, und zwar beabsichtige die spa. nische Luftfahrtgesellschaft Transaerea Espanola, die einen Handels flugdienst Spanien- Argentinien einzurichten plane, den Graf Zeppelin" für diesen Dienst zu verwenden, bis sie eigene Schiffe gebaut habe. Oberst Herrera erflärte, sowelt er habe beobachten fönnen, feien alle Baffagiere von der Fahrt begeistert gemefen. Er glaube, daß das Luftschiff als Reife und Berkehrsmittel bald populär merden dürite. · Glückwünsche. Der Reichspräfibent, ber Reichstanzler und die Minister haben an Dr. Edener in New York Clüdwunsch telegramme gerichtet. Reichskanzler Müller übergab dem Berliner Vertreter der Hearst- Bresse aus Anlaß der Ozeanüberquerung bes Grafer, Die Kunde von der Zeppelin folgende Rundgebung: glüdlichen leberquerung des Ozeans burch das deutsche Luftschiff Graf Zeppelin" ruft im deutschen Bolfe größte Freude hervor. Mit ihr verbindet sich ein herzliches Gefühl des Dantes über das große Intereffe und den begeisterten Empfang, ber nach allen Rundgebungen dem Luftschiff in den Bereinigten Staaten benor steht. Der trog aller Schwierigkeiten der Elemente durchgeführte Flug wird hoffentlich der erste Schritt zu einer regel mäßigen Berbindung zwischen unseren Ronti nenten, auf dem Luftwege féin und damit auch die jetzt herrschenden freundschaftlichen Beziehungen zwischen Amerila und Deutschland immer enger und herzlicher gestalten. Die Händedrude des Dr. Edener bei seiner Landung auf amerikanischem Boden sind die des gesamten deutschen Volfes, das zusammen mit der großen amerikanischen Nation gemillt ist, für den Fortschritt der Menschheit und für die friedliche Zusammenarbeit mit den anderen Nationen zu arbeiten. Grzesinskis Bericht. ( Siehe auch erste Seite.) fidh den blauschimmernden Ozean, jo daß sich die Fahrgäste alle redhi wohl fühlten und die Fahrt als das bisher interessanteste Erlebnis betrachten konnten. Grzelinski berichtet weiter, daß die Reparaturen, die wieder holt am horizontalen Steuer am Hinterschiff, aber auch am Höhensteuer am Borderfchiff, dank dem Bagemut der Schiffsmechanifer unter Anleitung von Knut Edener, dem Sohne des Schiffsführers, vorgenommen routben, das Lebeit an Bord uldt in der geringsten Weise beeinträchtigt hatten. Während diese Ausbefferungen ftait fanden, mußte lediglich die Fahrtgeschwindigte it herabgesetzt werden, was zur Folge hatte, daß weniger Blaugas und Benzin verbraucht wurden, so daß das Luftschiff nach seiner Candung tatsächlich immer noch Brennstoff für eine weitere feiner Candung tatsächlich immer noch Brennstoff für eine weitere Fahrt von 65 Stunden hatte. Nur zu Anfang der Fahrt wurde für die Motoren Benzin benutt, später wurde ausschließlich Blaugas als Betriebsstoff genommen, Einen herrlichen, undergeßlichen Anblid bot das amerikanische Festland, das das Cuftschiff überflog, nachdem es die Bermuda- Infelgruppe hinter sich gelaffen hatte. Der kurs ging über Süd- und Jordfarolina, Virginia, Maryland und die Chesapeatebal. Hierbei war der Flug des Schiffes niedrig megen der teilweise recht heftigen Gegenminde und seine Geschwindigkeit war herabgefeht. Es fuhr auf diefem Teil der Jahrt mil 32 Meilen in der Stunde, so daß die Reisenden die beste Gelegenheit hatten, das Relief des ametitanischen Kontinents mit feinen malerischen Feldern, Hügeln und Flüffen und mit seiner weitgefchmelften Küfte zu bewundern. In den Städten, die überflogen wurden, drängte sich die Bevölkerung in den Straßen und fandte braufende Grüße herauf, Winfen mit Taschentüchern, Schwenfen von Fahnen begleitete das Schiff. So paffierte man die in der Nachmittagssonne glitzernde Flußmündung des Botomac bei Washington, so überflog man Baltimore und Philadelphia, wo die befonders lant bekundete Begeisterung der Menschenmaffen das Luftschiff veranlaßte, durch einen weitaus holenden Kreisflug fämtliche Stadtteile zu überfliegen. Tragödie am Reichstagufer. Selbstmord und Gelbstmordversuch aus nichtigen Gründen. Eine fleine Ursache lag einer Szene zugrunde, die sich in der vergangenen Nacht am Reichstagufer abspielte und mit dem Tode einer Frau endete. Eine 41 Jahre alte Frau Emma Wittte aus der CarmenCnloa- Straße ärgerte fich darüber, daß ihr Mann und ihr 21jähriger Sylva- Straße ärgerte sich darüber, daß ihr Mann und ihr 21jähriger Sohn Erwin von einem Ausflug nach Bernau später zurüd gefehrt maren, als fie in Aussicht gestellt hatten. Es fam barüber zu einem Streit und Frau Wittte äußerte bei ihren Verwandten Selbstmordgebanten. Da schloß sich ihre 22 Jahre alte Richte, die Selbstmordgebanten. Da schloß sich ihre 22 Jahre alte Nichte, die Berkäuferin Lotte Fischer, ihr an, angeblich, weil sie mit ihrem Bater einen Streit gehabt hatte. Zu guter Legt tam auch noch Erwin Wittke dazu. Beil er auf der Seite der Mutter stand und fehr an ihr hing, so wollte er mit ihnen in den Tod geben. Die brei. besuchten zunächst aber noch bas Café Bateríand, mo fie ihre Zeche mit einer Flasche Seft beendeten. Dann gingen fie um 1½ Uhr nach dem Reidhatagufer. Sier bauben fich Frau Wittle und Botte Fisher mit einem Sal zusam men und sprangen in die Spree, fchrien aber bann sofort um Hilfe. Erwin Wittke, der jetzt den Mut verlor, ihnen nach zuspringen, schrie aus Leibestraften mit. Ein Vorübergehender warf den beiden Frauen einen Rettungsring zu Nachdem noch ein Schupobeamter und mettere Hilfe hinzulam, holte man die Frauen aus dem Baffer heraus und brachte sie nach der Charitee. Hier mußten die Aerzte feststellen, daß Frau Bittte, bie im Baffer ohnmächtig gemorben mar, nicht mehr lebte. Lotte Fischer wurde dagegen gerettet. Der Mord an dem Obergefreiten. Mordwerkzeug, Uhrkette und Brieftasche gefunden. Nachdem der Obergefreite Dumbert eingeräumt hatte, seinen Sameraden Obergeireiten Belfert im Walde bei Redlig mit einem Gidjentnüppet erschlagen zu haben, blieb er hartnädig babei, daß er ihn nicht beraubt habe. Die Mordkommission verfolgte auch meiter 3019 alle Spuren, um das Berbrechen restlos aufzuflären. Die Reichs wehr unterstützte sie dabei, da auch ihr an einer Klärung fehr ge Legen war. Durch Bernehmung aller Soldaten, die mit Dumbert irgendwie in Berührung gekommen maren, wurde festgestellt, daß diefer feine Ersparnisse haben fonnte, daß er im Gegenteil Schulden hatte. So fonnten die 140 02., die er in der Kaserne ablieferte, auch nicht sein Eigentum gewesen sein. Die Ermittlungen ergaben weiter, daß Dumbert in einem Lokal geäußert hatte, er molle mit dem Omnibus nach der Stajerne fahren." Bald darauf fam er wieder in das Lokal und erzählte denselben Leuten, er fet niht in der Kaserne gewesen, weil er den Omnibus verpakt habe. Go glaubte er sich ein Ali bi gesichert zu haben. Es wurde jedoch festgestellt, daß er in dieser Stalerne gejagt mar und hier ebenso eilig bie Schulben bezahlt hatte. fritischen Zeit mit seinem Fahrrad in höchster Elle nach der Er war barn gleich zurückgejagt und hatte das Kad in dem Boots haus an derfelben Stelle, an der es geftanden hatte, mieder unter gehradt. Unmittelbar nor diefer Radfahrt hatte er ben kameraben ermordet und beraubt. Seine Bes bauptung, daß er das Mordwerkzeug ins Wasser geworfen habe, hat fich bestätigt. Bet etnem Absuchen des Weißen Sees wurde Dumbert hat ihn aber der Eichenfnüppel gefunden. nicht auf Geratemohl ins Wasser geworfen, so daß er hätte megschwimmen und irgendwo gefunden werden tönnen, fondern unter einen Bonton gestedt, um ihn den Nachforschungen zu verbergen. Unter diesem Ponton wurde der Knüppel gefunden. s man nun auch das abgemähte Rohr und Schilf mit Harfen durchforsste, fand man die geraubte Brieftascha Es mar merimürdig, daß Dumbert biele genau beschreiben fonnte. Gelfert mar so vorsichtig. daß er die Brieftasche nicht einmal feiner Braut gezeigt hatte, gejchmeige denn anderen Beuten. Also fonnte auch Dumbert fie nur deshalb genau tennen, weil er fie eben geraubt hatte. Damit die Tasche untergehe und nicht mieher zum Borfchein fomme, war sie mit Sand gefüllt. 3ur Borsicht war sie noch verschnürt und verknotet, so, daß der Sand nicht berausriefeln tonnte. Die Uhr. fette bing babei etwas heraus. Ein 3weifel, daß Dumbert dem Erschlagenen Brieftasche und Uhr geraubt hat, tann mun wohl nicht mehr bestehen. Er selbst bat von dem Funde, der ihn so schmer belastet, noch feine Kenntnis. Der Generalstreif in Lodz. Streifenden angehalten und die Bagenführer gezwungen, in bas Depot zurüdzufahren. In mehreren Fällen wurden die Scheiben der Straßenbahnwagen eingeschlagen. Der Generalffreit in Cobs wird vollkommen durchgeführt.| beichränkten Berfehr aufnehmen mollten, wurden die Bagen Don Alle Restaurants und Theater find gefchloffen. Die Straßenbahnen verkehren noch teilmeije. Die Bäder arbelten, um den Streifenden nicht das Brot zu entziehen. Zelfungen erscheinen nicht, obwohl die Berleger eine 25prozentige ohnerhöhung bewilligt Der Bergarbeiterstreif im Kladnoer Revier. haben. Warschau, 16. Oftober.( I.) Der Generalftreif in Lodz hat auch auf einige Industrieortschaften in der Umgebung übergegriffen. Alle diese Städte lagen fait mie ausgeftorben ba, um so mehr als auch Straßenbahn und Autodrojchten den Berfehr einstellfert Am Nachmittag traten auch Tämtliche Reliner und funden war in den Restaurationen tein Effen mehr zu be rifeurgehilfen in den Ausstand. In den Nachmittags. tommen. Ferner traten auch die Theaterarbeiter und die Gasarbeiter in den Streit, so daß die größte Hälfte der Stadt ohne Licht mar. Ueberall versuchten die Kommunisten unter Führung fommunistischer Abgeordneter und Agitatoren Unruhen zu stiften, burch rasches Zugreifen der Polizei fonnten die Demonftranten jedoch rechtzeitig zerstreut werden. Zahlreiche Bersonen wurden verhaftet. is Dienstag früh arbeitswillige Straßenbahner einen ausländischen Einreifenden gegenüber die Rolle des überlegenen Borgesetzten anzunehmen. Jch betone, daß das Bertrauen der Passaglere des„ Graf Jeppelin und deffen Führer Dr. Edener durch die erfolgreiche Fahrt in volftem Maße gerechtfertigt wurde und spreche die Hoffnung aus, daß die nunmehr bewiesene 2ŏglichfeit eines regelmäßigen Baffagierluftverkehrs gwifgen Deutschland und den Bereinigten Staaten die Beziehungen zwischen den beiden Ländern verschieben wird. Der Beschluß der Streiflettung, den Streif perfchärft meiterzuführen, fand in 35 Bergarbeiterversammlungen Zustimmung. Die Berschärfung besteht in einer weiteren Beschränkung der Zahl der Arbeiter für den Sicherungsdienst in den Schächten Große Er regung hat fich der Arbeiterschaft auf das Gerücht hin bemächtigt, baß die Arbeiterfamilien, die in den ben Grubenbefizern gehörenden Häusern wohnen, bie Sündigung erhalten hätten. Die Kommunisten suchen bie Kampffront der Bergarbeiter in der Tschechoslowakei zu verbreitern". Eine von ihnen veranstaltete Revierkonferenz im nordwestböhmischen Braunkohlenrevier stellte die Forderungen auf: 20prozentige Lohnerhöhung, gleiche Löhne für Jugendliche und Revision des geltenden Bertrages. Der Bertrag foll fofort gefündigt und der Kampf im engen Zusammenhang mit dem Streif im Kladnoer und Mährisch- Ostrauer Revier geführt werden. Den Streifenben mird damit der übliche fomininistische Bärendienst erwiesen. * Der Ausbau des Flughafens. Im Flughafen Berlin wächst der Betlehr. Aus den ersten drei Bierteln des Jahres 1928( gegenüber dem ganzen Jahre 1927) find bereits zu verzeichnen rund 20 000 ( 16 925) An- und Abflüge, 40 500( 40 302) Reisende, 750 000 ( 516 620) Kilogramm Gepäd und Fracht, 450 000( 407 550) Kilogramm poftfendungen und 3eltungen, 700 000( 458 140) Besucher. Die Ergebnisse des ganzen Jahres 1927 find, wie diele Jahlen zeigen, schon in den erflen drel Bierteln von 1928 Heber New Bort wurde ebenfalls längere Zeit Frankreichs Polizei im Faschistendienst. übertroffen worden. Die Steigerung des Berkehrs hat einen gefreuzt, wo die Wolfenkraher bis zu den höchsten Stockwerten hinaus mit miafenden und fücherschwenkenden Zuschauern besetzt waren und die Bureauarbeit unterbrochen worden war, um das Luftschiff zu begrüßen. In Lakehurst traj er bei einer recht steifen Brise ein. Demnach nahm er eine sehr fühne Landung vor. Das tiefige Luftschiff wurde am Landungsmaft im Frelen befefligt, da der ftarle Windbrud eine Ueberführung in die Halle nicht geftattete. Nach Berlassen des Cuffschiffes, das den Reisenden erst nach einstündigem Warten gestaltet wurde, mußten die Bassagiere zu ihrer Ueberraschung auch einige unangenehme Erfahrungen machen. Sie wurden nämlich von einem Sordon Polizisten umgeben und in das Zollgebäude geführt, als ob sie Schmuggelabjichten hatten. Dabei legte die amerikanische Polizei Manieren an den Tag, die die Jahrgäste start befcemden mußten. Berschiedentlich wurden die Reifenden geschubft und äufig gestoßen, ja einer erhielt fogar einen Fauffschlag ins Geficht. Le den derart Behandelten befand sich auch der deutsche Generalfonjul Ceminifi. Das Berhalten der ameritanishen Polizisten veranlagte mich zu der öffentlichen Erklärung, dag, wenn derartiges in Preußen vorkommen würde, die Beamten noch am gleichen Tage entlassen werden würden Da aber meine Reife in offiziell mat, so merde ich von einer Beschwerde absehen. ex Umerita tenni, wird das an jich zu verurteilende Bez e der Tollgiften teineswegs auf bole 26lichten rädführen, sondern es curch die mangelbaite chulung der amerikanischen Polizisten esfläten, die, mie fich auch indig bei der Landung der Seeschiffe zeigt, leid geneigt sind, ben Italienische Auslieferungsmethoden. Paris, 16. Dttober.( Eigenbericht.) In Nizza find auf Antrag der spanischen Regierung brei spanische Offiziere verhaftet worden. Die drei hatten sich an dem legten Komplott gegen Primo de Rivera beteiligt, aber wie die italienische Justiz hat nun auch die spanische Regierung ihre drei politischen Gegner des gemeinen Betruges angeflagt und ihre Auslieferung aus Frankreich verlangt. Die Linkspreffe protestiert bei dieser Gelegenheit gegen die italienischen Justiz methoden. Das Auslieferungsbegehren wird in den meisten Fällen telegraphisch gestellt. Ift dann die Berhaftung in Frankreich erfolgt, dann dauerte es Monate und Monate, bis endlich bie Atten eintrafen. So hatte sich die faschistische Regierung die Möglichkeit verschafft, ihre politischen Gegner, bie sich nach Frankreich geflüchtet hatten, monatelang ins Gefängnis steden zu lassen, und zwar unter den willkürlichsten Vorwänden. Es fdjeine, daß mun auch Brimo de Rivera in die Fußtapfen des großen italienischen Borbildes treten wolle. Hänge: Bogus Halsbandorden. Den Führern 3taliens verliehen. Tirana, 16. Dktober.( Albanisches Breffebureau.) Ein außerordentlicher Gesandter ist nach Rom abgereift, um im Namen König 3ogus dem König von Italien und dem Ministerpräsidenten Ruffotini die Abzeichen bes Ordens des Schtip. nia halsbanbee zu überreichen. Diese Orbensverleihung ftell! ein bedeutendes Zeugnis der aufrichtigen und angen Freundschaft zwischen den beiden verbündeten Königreichen bar, fowie ihrer herzlichen und fruchtbaren Zusammenarbeit. weiteren Ausbau des Hafens erfordert. Gine sehr wichtige Berbesserung ist der Bau der betonierten Start- und Landebohn, die in den nächsten Jahren noch bedeutend erweitert werden soll. Der Flughafen hat schon jetzt etwa 125000 Quadratmeter Betonfläche. Bequem rollen auf dieser feften und staubfreien Unterlage die Flugzeuge von der Landestelle herein oder zur Startstelle hinaus. Die Zunahme der Flug aéuggröße wird nötig machen, sie im Hafen burch besondere Motortretter fortzubewegen. Infolge der Mehrung des Betriebes hat der Flughafen Berlin auch mehr Berwaltungsräume haben müssen. In dem erweiterten Berwaltungsgebäude find untergebracht die Abfertigungshalle für die Flugreifenden, die Bureaus der Flughafengesellschaft und der Lufthansa, bie jest reichlicher bemessenen Räume des fehr forgfältig betriebenen Better- und Funkdienstes, bas modern eingerichtete Luftpoftamt, der Wartesaal und die Erfrischungsräume. Auch ein Bortragssaal ist eingerichtet worden, der bei Führungen von Besuchergruppen gute Dienste leisten wird. Eine andere Reuerung find einige Hotelzimmer, die für auswärtige Flugzeugführer und nachts abfliegende Reisende bereit stehen. Für die Besucher, die dem Hajenbetrieb guidauen wollen, hat man durch Erweiterung ber Terraffen gesorgt. Diele haben fent 2000 Quadratmeter Fläche, so daß Play für ein paar tausend Schauluftige vorhanden ist. Der Tod auf den Schienen. Auf dem Borortgleis Grünau- Ereplom am Bahnüber gang Baiesstraße in Treptow fanden heute früh Bahnbeamte die Seiche eines jüngeren Mannes, dem ter Ropf oom Rumpf getrennt er. Die Kriminalpolizei ift zurzeit no bemüht, die Bersonalien tas Tcten, der etwa 20 Jahre alt ist und feinerler Bapieze bei sich führte, zu ermitteln. Nach dem Bejunb handelt es sich zmeifellos um Selbstmord. di sost of Verschwundene Zirkusnummer Was«reibt Max Höiz in Todtmoos? Um Max Hätz, ein« ZeiUang d«r ijauptid>Iager der tomnuj« nistilchen Propaganda, ist e« sehr still geworden. Nicht nur die politischen Clowns in der KPD. kommen und gehen, sondern auch i>!« großen Zirtuemunmern. Don Max choh hörte man zulegt nur die Ohrfeig» auf der Wange de» Aerlegers eines Berliner Sommunisteichlattcs knallen, der ihm dos Honorar für seine plöh-- ich abgebrochenen Memoiren geschmälert hatte. Seitdem sah und hörte man nicht mehr von Old Shatterhand, der plötzlich zur Er« halung verschwinden mußte. Jedermann glaubte ihn in Rußland. Jetzt erfahren wir. daß Max stch im Schworzwald befindet, in Todtmoos, und es sich fori in einer Lilla gut gehen läßt. Er wohnt hier bei einem ausgewachsenen Kapitalisten, ehemaligen Korpsstudenten und Nutznießer der Schwarzwöllier. Heimindustrie Macdonald im Reichstag. Die Glevogf-Ausstellungen. 3n de» gestrigen ersten Sitzung des Somiieeg für iakernastonale Aussprache hat der englische Arbeiter sührer Macdonald eine auherardenMch eindrulksvollc Rede für den dauernden Frieden zwischen den Völkern gehalten. namens Heydt. HSlz ist nicht etwa untätig, sondern, ml««, einem guten Kommunisten geziem», verdient er sich seinen Land- nusenchalt durch Arbeit! allerdings ein« etwas sonderbare Arbeit lür einen«Helfer der Armen'. Der Gastgeber von Holz wurde noch Wjähriger Wie von iein«r Frau geschieden. Jetzt ist zwischen den ehemaligen Gatten ein Streit um di« Unterholtskosten für die geschiedene Frau ent- standen. Holz Hot selbstverständlich die Partei seines Gastgebers Heydt ergriffen und läßt setzt«in Flugblatt im Wohnort der ge- chiedenen Frau unter der Bevölkerung perbreiten, um diese gegen fttou Heydt und deren Familie aufzuhetzen. In dsm glllgdwtt >oird selbst das Bettlaken an di« Oesfentlichkeit gezerrt und der �jährigen hilflosen Mutter der Frau mv dem§ 21S gedroht, westl s« angeblich ihr«' Töchter zur Abtreibung ange- holten habe V o« ist der.revolutionäre' Kamps»ine« der ersten Helden her KPD., da« ist Kommunistisch« Theorie und Praxis. Gegen �ölz. de» man als den Dersosier des Flugblattes bezeichnet, ist Strafantrag gestellt morden. Man darf gespannt sein, welch« .leninistischen Abweichungen' dos Aentralkomite« in Berlin fest- stellen und«i« sich das Etkl ZU diesem neuesten Skandal verhalten wirb. „Erbträger." Größenwahn nationalistischer Gtvdenten. Di« national« Allgemein« Studentenschaft der Universität Berlin, di« sich noch Auslösung der offiziellen Student««- lchust gebildet hat, beging am Montag«ine angebliche Rektorats- irier. die in Wirklichkeit eine Trotz- und Protej.kundgebung gegen hen Unterrichtsminister Lecker war. Wir nehmen oo» der An. flelegenhell nur aus» folgendem Grunde Notiz: In einer Ent» l$ti«ßung bezeichnen die Herrchen sich als di«.C r b t r ä g« r der ürontkämpfergeneration'. Diese dreist« Anmaßung verdient schärfst, Zurückweisung. Di, ietzig« Studentengeneration ist. als der Krieg ausbrach, und sogar "och. ol« der Krieg zu End« war. in kurzen Höschen herumge- laufen. Daß ausgerechnet den nolionalistisch erhitzten Jünglingen Frontkämpsergeneration irgend etwas oererbt hält«, ist gänzlich ''"bekannt. Ganz sicher Hot sie ihnen dos Größte und Wich- 'lgst« nicht vererb«: nämlich da» seelische Erleben des Massenmorde« in stin-r ganzen viehische» Scheußlichkeit. Venn sonst ständen die angestammt«»„Erb- lväger' in einem ganz anderen Lager! Krach im Gerichissaal. Lett.fche Kommunisten verurteilt. Wegen kommunistischer Umtriebe wurden verurteilt: ein An. gellagter zu»i»rJahr«nZuchthau»,«lner zu sechs Monaten Gesängnt«. sechs zu Festungshaft von zwei bi» vier Jahr«». Ein« leiblich» L« rurteilt« ergriff unter lautem Geschrei«inen aus h-m Berteidigertisch befindlichen Teller und warf damit nach dem -stichtertisch. Dann schickte sie sich an. ein Teebrett und schließlich h'e Mappe ihres Verteidigers als Wurfgeschosse zu oerwenden, v>urd« aber gebändigt und aus dem Saal gebracht. Ihre Mutter "nh Schwester begleiteten von den Zauschauerplätzen au» da» Bam- �rdement mit einem wüsten Geschrei und wurden gleichfalls Zwangs- *«!« tzlnausbefördert. Der 60. Geburtstag Slevogts, der auf den 8. Oktober gesollen ist, wurde erst am 1.?. Oktober von der Akademie der Künste festlich begangen durch(Eröffnung einer Ausstellung, die sein gemaltes Lebenswerk umfaßt, eingeleitet von einer verlesenen Rede Mar Liebermonns. Der Künstler selber weilt lieber noch aus seinem Gut in der schönen Pfälzer Heimat.— Als Ergänzung zu den Gemälden in der Akademie(und im Katalog fortlaufend münumerieri) sind wesentliche Graphikblötter in den Sälen des K u p s e r st i ch t a b i- n e t t s ausgestellt. Hinzu kommt noch die erfreuliche Sonderschau von Bildern und Zeichnungen im Kronprinzenpalais(die bereits gewürdigt wurde), und endlich eine Ausstellung von Illu- strotionen im Lerlag Bruno Cassirer.«in Überreiches Menü, da» die Slevogt-Frsund« mit gutem Appetit verspeisen werden. Man wird aber zugeben, daß dies« Zerreißung de« Werkes und des IMeresies nicht im Sinn« de» Künstlers liegen kann. Man darf schließlich noch froh sein, daß nicht«in weiteres halbe« Dutzend Kunslpslegestötten stch aus ihre Lieb« zu Slevogt besonne» haben. Hier erlebt man unzweideutig einen Mangel oder aber ei» lieber- maß unserer vielgerühmten deutschen Organisation und außerdem mit besonderem Bedauern da» Fehlen einer zentralen Lusstellungs- wstanz. Unzweiselhast aber muß man all« vier Gelegenheiten aussuchen, um Slevogt in seiner reichen und heiteren Welt kennenzulernen. Man kannte ihn wirklich noch nicht, trotz aller Ausstellungen, Zeit- schristen und illustrierten Bücher. Gr Ist ein Künstler, dcsien Aus- breitungsdrnng an Delacroix und Rubens denken läßt. Welch eine Gs samtschau hätte das gegeben! Konzentriert kann man davon wohl am ehesten noch«inen Begriff im Kronprinzenpalals bekommen, wo zum wenigsten all« Techniken sich beisammen finden. Ein« wirkliche Ueborraschung erlebt man in den zehn Sälen, die die Akademie mit Oelgemälden und Aquarellen in guter Auswohl gefüllt hat. Die Spannung zwischen dem äußersien Realismus und phantastevoller Romantik in seinem Werk Ist nirgends und niemals so handgreiflich als Reichtum einer begnadeten Natur offenbar ge- worden. Denn man sieht hier Dinge beisammen, die man noch nie gesehen hat oder die im großen Ausammenhang eine weit stärkere und glanzvollere Wirkung ausüben. Oefsenilicher und privater Besitz haben gewetteisen, dos Bild zu ergänzen; selbst von Lissabon ist«in Hauptwerk gekommen, der„schwarze d'Androd«', und aus der Bcr- borgenhell seines eigenen Atelier» find die schönsten Bilder erschienet Nach nie sah man die gute Malerei seiner Münchener Frühzeit in s erlesenen Exemplaren beisammen, wie sie die„Mutter aus dem Soja', die Bildnisie von Frau Griesinger, Karl Ball, Schirding „Die Zeitungsleser", die charmante„Dame aus der Mauer' und das berühmte Trlptychon des„Berlorenen Sohnes' bedeuten. Noch niemals aber auch eine so glanzende Auswahl aus Slevogts Pfälzer und märkischen Landschaften; man ist versucht zu sagen, er sei in erster Linie ein Landschostsmoler; so vollkommen ist in ihnen der Einklang von Lust. Farbigkeit, landschaftlichem Ausbau und Seele der Natur, zusammengefaßt von einer furiosen Meisterlichkell des Molonkönnens. Die ägyptischen Sonnenbilder von ISIä und die unoergleichltchen Raubtierstudien schließen eng stch ihnen an. Dos wäre wohl schon genügend, um«in malerisches Gegengewicht zu seiner illustrativen Tätigkeit zu bilden. Es ist oft allzu viel Gewicht sich seine großen Kompositionen, sein« impressionistischen Bildnisie, Stilleben und Interieurszenen gelegt worden. Das Bild des Malers Slevogt wird erst In der Auswahl der Akademie geklärt und in der Weise wiederhergestellt, daß man ihm manche einseitige Bevorzugung seiner zeichnerischen Tätigkeit im stillen und auch ösfent« lich abbitten mutz. Das bedeutet aber nicht, daß nun die kostbaren Drucke im Kupferstichkabinett, die Zeichmingen und Skizzen bei Cassirer und im Kronprinzenpalals Irgendwie geringer geschätzt werden dürfen. Erst beide Tätigkeiten Slevogts In Gemeinschaft ergeben«inen Eindruck von dem wahren und universellen Wesen dieses Meisters, den zu besitzen wir stolz sein dürfen, und den wir ruhig neben dem Genie des Malerischen in Corintb der West entgegenhalten dürten als Repräsentanten besten, was der Impressionismus in Deutschland zu- stand« gebracht hat. Dr. Paul F. Schmidt. Malier von der Vogelweides Denkmal. Ein« höher« Kulturentwickelung wird sicherlich mit dem heute noch beliebten Unfug ausräumen, sedem Menschen, der sich irgendwie verdient gemocht hat oder sonst als Repräsentant erscheint, nach seinem Ableben ein Denkmal au» Stein oder Erz zu setzen. Eni- weder übersteht das eigene Werk der zu Ehrenden di« Feuerprobe der Zellen, und dann brauchen sie lein« äußerliche Erinnenmg, oder mOn treibt mit ihnen einen Kult aus Propaganda zwecken für be- stimmte Ideen, der Ihr Andenken auf fÄea Fall entwürdigt oder. modern ausgedrückt, zur„Parteifachs' macht. Nachdem Walther von der Nogelweid«, der repräsentativste Dichter au« dem Beginn de» deutschen Mittelalter», nun- mehr 700 Jahr« wt ist--- den genauen Todestag kennt man nicht, aber man nimmt an, daß er in den Oktober des Jahres 1228 fiel—> fall ihm in Deutschland ein Denkmal gesetzt werden. Wahrscheinlich würde man gar nicht erst auf diesen Gedanken gekommen sein, wenn sticht sein Standbild i» Boze.u Gegenstand faschistischer BcmüHun- gen im Kamps» gegen deutsch« Erinnerungen gewesen wäre. Aber das Andenken diese» Dichter, ist zu wertvoll, Obfekt nationalistischer Bölkeroerhetzungsversuch« zu werden, so daß sich hoffentlich der Denk- malsplan zerschlägt. Im übrigen hat es gevade Walther von der Bogel- weide nicht nötig, sich sonderlich von den Leuten ehren.zu lasien, die das setzt aus nationalistischen Gründen tun möchten. Er ist nicht nur der liebliche Minnesänger, der Dichter des Schliisfelins. das im Herzensgrmrd verloren ging, sondern hat zu Lebzeiten einen sehr scharfen Kampf gegen Uedergriff» von Volks- bedrück«?» alter Sorten, besonders aber auch der hohen Geistlichkeit, geführt, deren Machtgclüsten fein grimmigster Angriff galt. Cr iebt« in einer lieber gangszsit. in Tagen, da ein erbitterter Streit Mischen westlicher und geistlicher Macht in Deutschland töMe, ganz so wie heut«, da der Klsrikalismus erneut zur» Generalsturm aus die Seelen der Menschen Vollmacht vom westlichen Staate erhalten mochte. Und deshalb klingen manch« der kleinen Sprüche Wosthers von der Vogestveid« ungeheuer aktuell, wie z. B. sein Ausruf: Run wachet all,«s naht der Tag. Bor dem di« West erzittern mag. Der Bruder feinem Bruder lüget, Di« Geistlichkeit in Kutten trüget, Statt Gott der Menschen Hera zu weih'»: Gowast siegt ob, des Rechtes Ansehen schwindet. Wohlaus, hier frommt nicht Müßigseinl Oder stimmt es etwa heute nicht wie vor siebenhundert Jahren. was sich tm Riederschlag der Berse des Minnesänger« als gesellschaftlicher Zustand verkündet: Untreu hält Hos und Leute, Gewalt fährt aus aus Beut,: So Fned als Recht sind todeswund... Schon damals, als Wasther von der Bogel weide solche Benfe schrieb, die freilich wenig zu den Schilderungen der Liebhaber altdeutscher Sitten und Vorzüge pasien, tobte sich neben der feudalen Macht die der Kirche gegen eine doppelt ausgebeutete Bevölkerung aus. Der Dichter fand den Mut trotz seiner Abhängigkell von den Fürst,» jener Zell, sich gegen die Uebergrifs» von ollen Seiten zu wenden. Und nicht nur den Psafsen warf er vor, daß sie praßten und schlemmten und da« Boll verhungern liehen? Dank hat er von den Großen seiner Zeit dafür nicht geenstet. Er sang und stritt eben aus kämpferischem Geiste für..Gotteslohn', d, h. also, meist für nicht« und aus Liebe zu dem armen Bolle, dem er sich allein verbunden fühlte. Und wenn sein« Lieder, von der vogelhochzell Ms zu den vielen sicheren, dt« heute ,zum tastbarsten Gute unserer Bolkslied« gohären, über di« Jahrhundert hinweg lebendig ge- blieben sind, so verdanken sie es sicher der Gesinnung, die ihnen inne- wohnt und die die Massen mit seinem Gefühl aus der Echtheit mit ihren Wünschen und Sorgen erwachsen wußten. Dies ist auch dos einzig» Denkmal, da« Walther von d« Dvgelweide. der seine Sach' aus nicht» gestellt hatte, braucht! Russisch« Quelle» ,ur Sefchlchke aon 1M8. Prof. Dell Bakentin, Direktor de« Reichsarchiv« zu Potsdam, der sich zu Gtudienzwecken in der Sowsetun an aushält, hat in den Sawjetarchlven wertvolle« Material zur Geschichte der deutschen Revolution von 1848 entdeckt. Es handelt sich in erster Linie um die in Deutschland undekonmen Briese deutscher Fürsten an den Zaren Nikolaus I., deren Originale im Moskauer Archiv liegen. Prof. Balentin will für seine Studien auch Mc Berichte der damaligen russischen, bei verschiedenen Höfen Deutschland» akkrediuerUn Diplomaie» oerwerten. „Die Republik der Backfische". llmversom. Der Film beginn» beinah« amerikanisch im Tempo und in der Handlung, ol» ober der holde Backfisch von seinem treusvrgenden Bater nach Europa zur DervolllomMimng der Erziehung geschickt wird, zeigt der Film endlich seinen wahren, deutschen Lustspick- chavakter. Altbewährt« Pensionss.zcnen werden auf Hochglanz ge- bügelt, und e» geht trotz Lasio und Revolver sonnig und gemüthaft zu. Dann rücken die Backfische, bester Girls, aus und gründen ein« Mädcheurepublik auf einer Intel tm Mittelmeer. Und von diesem Augenblick an fällt dem Bersoster Axel Eggebrecht nur noch da» glückliche End« ein, und der Registeur Konstantin David unterstützt diese Pleite mit allen Kräften. An der Unlogik und Abgedroschenhell des Manuskript» scheitert der Film. Schließlich ist selbst der Harmloseft« Zuschauer nicht hannJo» genug, um jede Unmöglichkeit tritlfkos hinzunehmen, und Eggebrecht begnügt sich damit, ein paar Situationen aufzutischen. ahn« für eine-staub würdige Berknüpfung zu sorgen. Genau st» an Einzelherten klebend verfährt die Regle, di« den Darstellern kelne Gelegenheit gibt, stch auszuspielen. E« bleiben einig, kurz« Szenen, in denen Käthe von N a g y ihr kecke« Temperament entfalten darf, der Rest ist Schweigen. Da» Programm wäre unerträglich, wenn vor dem Film nicht die prachtvolle Kapelle Marek Weber spielen würde. F. 5. Die Oomfeier in Mainz. Eins der s hänften und gewaltigsten Bautxmtmäler des Mittel-- alter? wurde vor der Einsturzgefahr durch fast vierjährig« schwierige Arbeit errettet. Im Jahre 1024 wurde fesigesteßt, daß die Grund mauern de» Mainzer Doms tm Läufe der Jahrhundert« schwer gelitten hatten. Die Pfahle, auf die die Fundament« de» Dom, nach dem Brand im 11. Jahrhundert gelegt wurden, waren aus weite Strecken angefault. Es stellt« sich heraus, daß der Dom auf einer Läng« von über 70 Metern hohl stand, ferner daß durch lieber» laswng die Gewölbe durch Risse bis zu Z0 Zentimeter Breit« völlig zerstört waren. Mit Hilfe einer Domdaulollerie und mit Unter- stutzung des Reichs und des Landes Hesien kvimten die Mittel aufgebracht werden, um die kostspieligen Sicherungsarbeiten durchzu- sichren. Der unermüdlichen und genialen Arbeit de» Professor« Rüth(Darnsttadt) ist es m erste« Linie zu oerdanken, daß der Dom oölllg gesichent ist. Dir Bedeutung diese» Rettungswerkes geht daraus hervor, daß neben hohen Würdenträgern der Kirch, die oberste» Reichs- und Staatsbehörden beim All« der Reueinmeihemg zugegen waren. Mainz hatte am Montag ein festliches Gewand angelegt. Dt« Straßen warm mit Fahnen und Girlanden übersät. Die Betriebe ruhten seit 4 Uhr nachmittag,. Bon auswärt» hatten sich lausende von Fremden eingesunden. Nach einem festlichen Umzug durch die Straßen fand der Einzug in den Dom statt. In diesem fand eine interne Feier statt. Um 8 Uhr abend« zog ein Fackelzug durch dt« Straßen der Stadt zum Gutenbergplotz, wo ein Gottesdienst tm Freien stattfand. � vir 7. Reiches chulmusif rooche in AUinchen begann in der Münchener Universität in Anntsfenheit zahlreicher Fachleute au« dem ganzen Reiche uich aus Oesterreich am Montag. Räch den Ae- grüßungsan sprachen eröffnete Professor Kerschensteiner. München die Reche der Aorträge mit einer Bewertung des musikalischen Kulturgutes im Bildungsprozeß. Eine cilZput-llnioersitSt für Trohki. E, wurde kürzlich berichtet, daß Trotzkis Freunde gebeten Hoden, dem Verbannten irgendwelche gestttg« Betätigung zu ermöglichen, da er Jtnter der Abgeschlossen» nun, wie und ein« WWW.. WIWWW gerufen. Es ist freilich nur ein« Liliput-Unioerfitöt die nicht mehr als 60 Studenten hat, aber Trotzti soll ihr«tt dem Titel eine« Rektor» vorstehen und dadurch ein« Beschäftigung für feinen lahmgelegten Tatendrang erhalten. Bttchtieoog. In meiner Krlltt Tanzmtin«« i» der v»lk«- bübn« babtn sich beim Zeievbonieren zadb eiche Lörsehler ein-cicklicheu Sin vSSig sinnlos aelvordener Sa» iei berichtigt. Rtchi.Kinder',(ondetr .Hände idrache» Sebinucht, die Linie de» f« i t l i und Od-rkö:v.'rs«brach Sedn'uchl' mutzte et beißen. Tänzer sich nicht Areazer, l-znde-n ktreutzberg. rigicn Kopse« et dem nennt der Ter. vi, Si-wohnerz«hl taiiaarat». Ziach den leisten Angaben zäblie Lenin- grad am l. Ollober l 724 icn Euuvohner, darunter 88S 600 Männer und 870 700 ftt attem. Im letzten Jahr betrug der»«iUerwtgSzuwach» 7» 800 MtMOL Die Schülertragödie von Gladbeck Der Mord an dem Primaner Daube. L. R. Effen, 15. Oktober. Morgen beginnt die Verhandlung gegen den zwanzigbrigen Abiturienten Huhmann. Zur Anklage fieht der atfehliche Mord an dem neunzehnjährigen Abiturienten yellmuth Daube. Ein Berbrechen, das die Kriminalgefchichte glücklicherweise nicht oft verzeichnet. Heute lacht die Sonne über die Schultekolonic zu Gladbeck, in der die Tat geschah. Zwischen dem Grün der Bäume stehen die sauberen Häuschen, bewohnt von Arbeitern und von einigen wenigen Beamten. Friede und Ruhe webt um das Eigenheim des Rettors Daube an der Schultenstraße 11 und nichts weist darauf hin, daß um 4.40 Uhr am 23. März vor dem Eingang des Gartens der Vater seinen Sohn mit zerschnittener Halsader mit Abwehrwunden an den Händen und verstümmeltem Unterleib fo gräßlich zugerichtet auffand. Es genügt aber, den photographischen Apparat auf das Häuschen zu richten, um zu merken, wie die ungeheure Erregung, die damals die gesamte Bevölkerung Gladbecks ob der schrecklichen Tat ergriff, noch heute selbst in den Jüngsten nachzittert. Gymnafiaften und schulpflichtige Kinder bleiben stehen und lassen keinen Zweifel darüber, daß sie wissen, worum es sich handelt. Bon der Schultenstraße führt der Weg durch die Rentfortstraße an den Möllerschächten vorbei zur Hegestraße, in der das Haus des Pflegevaters von Hußmann, tes Rettors Kleinböhmer, steht. Die Entfernung der beiden Häuser voneinander wird im Prozeß eine große Rolle spielen. Hußmann behauptet auch heute noch, daß er sich von Daube vor seinem Hause getrennt habe. Die Zeiten stimmen aber nicht. Man wird im Gerichtssaal noch viele Male im Geiste den Weg zwischen den beiden Häusern wandeln müssen. Den gleichen Weg, den die jungen Leute unzählige Male gemeinsam gegangen sind. Noch ein drittes Gebäude in Gladbeck wird das Gericht viel beschäftigen: das Gymnasium. Etwa 20 Studenten, frühere Mitschüler Theater Lichtspiele usw. Dienstg., d.16.10. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 109 20 Uhr Aegyptische Helena Staats- Oper Am Pl.d. Republ. R.-S. 169 19% Uhr Der Mantel Schwester Angelika Gianni Schicchi Dienstg., d.16.10. Städtische Oper Bismarckstr. Turnus IV 2) Uhr Fer Protagonist Der Zar läßt sich photographieren Staati. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt A.-V. 176 20 Uhr Egmont Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. 20 Uhr Ein besserer Herr. 81/ 4Uar CASINO- THEATER 81, Uhr Lothringer Straße 37. Neu! Nem! Stöpsel Volksbühne Theater am Balowplatz 7 Uhr U- Boot S. 4 Theater am Schiffbauerdamm 8 Uhr Die Drei- GroschenOper Thalia- Theater 8 Uhr Schneider Wibbels Auferstehung Staatl. Schiller- Th. 8. Uhr En besserer Herr Staatsoper am Platz der Republik 712 Uhr Der Mantel Schwester Angelica Gianni Schiechi Deutsches Theater Norden 12 310 Vorverkauf auch im Pavillon d. Reinhardbühnen, Dazu ein erstklassiger bunter Teil. Kurfürstendamm, Für unsere Leser Gutschein für 1-4 Pers. Ecke Uhlandstraße Bismarck 448 u. 449. Fauteuil nur 1.15 M., Sessel 1.65 M. 8 U. Ende nach 10% Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M. SCALA 8 Uhr B 5. Barbarossa 9256 Original Theremin- Trio, Musik aus der Luft, Powers Riesen- Tanz- Elefanten vom New York- Hippodrom und das große Varieté- Programm. Reichshallen- Theater Abends& Sonnt. nchm.[ 3] Stettiner Sänger Zum 135. Male: Artisten Regie Max Reinhardt Kammerspiele Norden 12310 8%, U. Ende nach 10 ..Eben werden im Himmel geschlossen!". Komödie von Walter Hasenclever Die Komödie Bismarck 2414/7516 84 Ende 11 Uhr Eltern und Kinder Komödie Das wundervolle Oktober Progr. von Bernard Shaw Kachm. halbe Preise, volles Progr. Donholt Brett'I: Varieté- Stimmung, Tanz! Anfang 8 Uhr, Sonntags 5% Uhr. CIRCUS 8 Uhr BUSCH Täglich 8 Uhr Neues Oktob.- Programm! U.&: Hagenbecks Reiter im Löwenkäfig Neu! Neu! „ Der Magnetstern am 66 Circushimme." Zum Schluß: Revue- Schaustück Perlen gestohlen" Theater a.KottbusserTor Saltenaura- dubnen Dis. Künstler- Th. 8 Uhr: Die Herzogin von Chicago Oper. von Emmerich Raiman Lessing- Theater 8 Uhr Alb. Bassermann, Lucle Mannheim Herr Lamberthier Drama von Louis Verneuil. 66 Theater In der Stadt Kommandantenstr. 57 Dönh 919. Allabenal. 8 Uhr u. Stg. nac m. 3, U. Spiel im Schiog Anekdote von Franz Molnar, egie Eugen Rober Agnes Esterhazy, Aribar Schröder. Licho, eschalict, Thiem, Roth Kottbusser Str. 6 Tel. Moritzpl. 16077 Berlins bil igstes Theater Täglich 8 Uhr, auch Sonntags nach n. 3 Uhr( ermäß. Preise) Elle Sänger mit .Silberne Putti Hochzeit u. einem toll. Lebensbild Schwank Volkspreise: 100 b. 200 M., Logen 2,5 Teuerster Plaiz Sechs Mark Billigster Patz Eine Mark R ! des Angeklagten und des Toten, etwa 10 Schüler und eine Anzahl Wirrungen des Pubertätsalters werden offenbar werden. Nicht nur Schülerinnen werden als Zeugen auftreten und Irrungen und die Beziehungen Hußmanns zu Daube, sondern auch die Daubes Birrungen des Bubertätsalters werden offenbar werden. Nicht nur zu verschiedenen jungen Mädchen und jungen Leuten, und die Beziehungen Hußmanns zu seinen Mitschülern werden ausführlich zur Sprache kommen, Briefe intimen Inhalts und Tagebücher werden 1 ragende medizinische, psychologische und pädagogische Sachverständige vom Gericht berufen waren, um Gutachten über die Bewertung des gesamten serual- psychologischen Materials zu erstatten, während in diesem Falle das Gericht glaubt, selbständig sich in dem Gesamtkompler der Erscheinungen des Jugendlebens zurechtfinden zu können. Nicht weniger als 152 Zeugen sind insgesamt geladen. Hußmanns Beranlagung seine angebliche Homosexualität und sein mutmaßlicher Sadismus spielen aber eine entscheidende Rolle für einen Indizienbeweis. Die Antlage hat diese von ihr ihrer Behauptungen gemacht. Wenn man es für nötig befunden hat, vorausgesetzte Veranlagung des Angeklagten zum Ausgangspunkt hervorragende gerichtliche Mediziner zu laden, hätte man vielleicht doth recht getan, serualpsychologische Sachverständige hinzuzuziehen. Der Prozeß dürfte auch insofern interessant werden, als er zu den wenigen gehört, in dem die Blutprobe eine Rolle spielen wird. Noch eins: Die Anklage lautet auf Mord. Die Vorsteüung, daß die Verstümmelung des jungen Menschen durch seinen Freund mit Ueberlegung vollbracht sein soll, ist kaum denkbar. Auch aus diesem Grunde wären psychiatrische Sachverständige zu hören gewesen. Weil aber Hußmann die Tat leugnet, ist die psychiatrische Durchleuchtung seines Seelenlebens unterblieben. nabal Wie der Rundfunk arbeitet. Im Abend" hatten wir fürzlich mitgeteilt, daß der Rach richtendienst der Berliner Funtstunde sich am 26. April geweigert habe, eine Meldung über eine fozialdemokratische Rundgebung weiterzugeben, während einige Tage vorher ein Bericht über eine Fall ist der„ Drahtlose Dien ft" verantwortlich und nicht die Berliner Funfftunde. Das Haus des Rektors Daube. Die Stelle rechts vom Eingang rechtsparteiliche Beranstaltung verbreitet worden war. Für diesen aum Garten mit dem Gesicht zum 3lause ist als die zu bezeichnen, wo der Tole gefunden wurde. zur Berlesung gebracht werden. So dürften hier die gleichen Probleme zur Erörterung gelangen, wie sie während des KranzBrozeffes die Deffentlichkeit in Atem gehalten haben. Und wie im Lützow- Prozeß werden hier Jungengewohnheiten und Jugenderleben zur Beurteilung von Hußmanns Veranlagung in die Wagschale des Prozeß von diesem Prozeß unterscheidet, ist, daß in jenem hervor= Berantwortlich für die Redaktion: Eugen Prager, Berlin: Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag: Borwärts Berlag G. m. 6. S., Berlin. Drud: Borwärts Buch bruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Siczan 1 Beilage. beseitigt Gerichts geworfen werden. Was aber den Kranz- und Lüzow Chlorodont haßlich gefärbten Bahnbelag Winter Garten Tägl. 8 Uhr Das vollständig neue Oktoberprogramm mit allerersten internationalen Variete Kunstkräften. Rauchen gestattet Großes Schauspielhaus 8 Uhr CASANOVA 8 Uhr mit Michael Bohnen. Regie: Charell 3 U. Sonntag Nachmittagvorstig. 3U zu halben Preis, Ungekürzte Vorst. Lisso 50 65° Metropol- heater Telephon: Zentrum 378 u. 9393 Täglish 8 Uhr Friederike Franz Lehar dirigiert! Käthe Dorsch Richard Tauber Hilde Börner Bespermann Arnstaedt Diegelmann Dora Reg Limburg Kaiser- Tig Die Kaffe ift ben ganzen Tag geöffnet. Für 50. Pfennige 14 große Varieté Attraktionen Heute abend 8 Uhr: Walhalla- Cheater! Weinbergsweg 20 Volksbühnel Theater am Bülowplatz 7½ Uhr Zum 1. Male: U- Boot S. 4 Th. am Schiffbagerdamm Täglich 8 Uhr Die Brei- GroschenOper Paulsen, Valetti, Ander, Gerron, Renaissance- Theater Schaufuß, Kühl, 8% Heute 8 Ton in des Töpfers Hand von Theodore Dreiser. Deutsch von Paul Eger. Regie: Gust. Hartung. Zu Ball und Gesellschaft Spangenschuh aus schwarz m allasglänzendem Satta mit französischem Absaiz 90 10% Lackspangenschuh elegante Form aus gutem Materiel, mit Louis XV, Absatz elegante, schicke und doch billige Schuhe zu tragen, ermöglicht Ihnen unser Sonderangebot. Bei unserer Riesenauswahl finden Sie, was Sie suchen! 90 Silber Brokalspangenschuh verschiedene elegante Muster, mit Louis XV. Absatz 1650 Silber Echt Chevreaux Spangenschuh mb Louis XV. Absatz. Sehr vornehm! Reichste Auswahl moderner Schnallen außerordentlich preiswert! Bottina Schuhges m b.H Verkaufsstellen Berlin: ose- Theater Oranienstraße 29, Ecke Adalbertstraße Kleiststraße 22, am Wittenbergplatz Gr.Frankfurter St.132 8% Uhr: D. 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Mühselig entstanden, schnell wieder unterdrückt, bezeugen diese Blätter die Unbesiegbarkeit einer in geschichtlicher Notwendigkeit begründeten Idee. Die Wiedergabe dieser frühen und frühesten sozialistischen Zeitungen wird anläßlich der 50. Wiederkehr des Tages, an dem das Sozialistengesetz verkündet wurde und sofort in Kraft trat, besonders willkommen sein. Die Juff- Revolution, die das franzöfifche Rönigtum ftürate( 1830), hatte die politische Bewegung in Deutschland geweckt; eine Fülle politischer Zeitschriften erschien. Die meisten von ihnen waren Demokratisch. das heißt, fie forderten für das Bürgertum politische Gleichberechtigung; die Arbeiterschaft war erst dumpf in das Bewußtsein der Journalisten getreten. Noch fonnte nur ein geringer Teil der deutschen Bevölkerung lesen, die Zeitschriften wandten sich deshalb an den engern Kreis der gebildeten Schichten. Die Industrie war auf wenige Zentren beschränkt. Damais verstand man unter Arbeiter" Handwerksburschen, Heimarbeiter und Industriearbeiter. Erst in den sechziger Jahren beginnt sich auch in der Sprache das Ueberwiegen der Industriearbeiterschaft auszudrücken, wird Arbeiter" nahezu gleichbedeutend mit Industriearbeiter. Bald war es der Fürsten gelungen, der revolutionären Bewegung Serr zu werden. Die Massen des Bürgertums fügten sich, doch die Führer flohen ins Ausland. Dort gaben fie nunmehr ihre Zeitfchriften heraus, für die Ausgewanderten und zum Schmuggel in die Heimat. Auch die Handwerksburschen walzten im Ausland, auf den deutschen Landstraßen gab es ihnen zu viele Gendarme. In Paris hatte der Kölner Jakob Beneden einen Bund der Geächteten" gegründet und gab für diesen den Geachteten"( 8) heraus. Beneden war Kleinbürger. Er fühlte sich als Demokrat, als Glied jener politischen Richtung, von der Karl Marg spottend meinte, daß Der Mangel an Bestimmtheit ihrer Grundfäße die Ursache ihrer Beliebtheit sei Heine fronte den behäbigen Kölner fpottend zu„ Robes L. Sönig aller deutschen Schlafmühen. " Im Geächteten" veröffentlichte der Wortführer der Handwerksburschen, der junge Dr. Schufter, fozial- raditaie Artifel Schufter mußte deshalb mit ben Arbeitern aus dem Bund der Geächteten" cusscheiden. Er gründete den„ Bund der Gerechten". Dem neuen Bunde gehörte unter anderm der Schneidergeselle Wilhelm Weitling an, und als dieser in die Schweiz malzte, gab er 1841 das erste Heft bes Hilferuf der deutschen Jugend" heraus, als dessen Fortjeßung dann„ Die junge Generation)( 2) erschien. In Köln hatte 1842/43 Karl Marg( 17) die Rheinische Zei fung für Politif, Handel und Gewerbe" redigiert und damit in Westdeutschland das Interesse für soziale Fragen erwedt. Eine Fülle von Zeitschriften des„ wahren Sozialismus erfajien, P Organe einer philosophisch- verschwommenen Intellektuellenbewegung, die im Gegenjah zum utopifen Sozialismus Frankreichs einen deutschen Sozialismus aufbauen wollte. Der Gesellschaftsspiegel"( 11) von Moses Heß und Friedrich Engels war sein Hauptorgan. Fast alle diese Zeitschriften waren Monatsschriften, und die täglich erscheinende Rheinische Zeitung" blieb stets ein radital- bürgerliches Blatt. Doch als dann der Marr- Kreis von den Bidelhauben über den Rhein gejagt und auch aus Paris vertrieben worden war, bemächtigte er fich der Deutschen Brüsseler 3eitung( 3), die so zur erften deutschsprachigen sozialistischen Zeitung wurde. Die gesamte Redaktion wurde unenigelflich geliefert, mit Uebersehungen und Sprachunterricht hungerten sich die Redakteure durch. Im Jahre darauf, dem Jahre der Revolution, hat dann ein Sezer der Deutschen Brüsseler Zeitung", Stefan Born, die erste deutsche Arbeiterzeitung, die von Arbeitern felbst geschrieben wurde, herausgegeben. Das Bolt( 9). Marg redigierte in Röln die neue Rheinische Zeitung, Organ der Demo. fratie( 10), ein Blatt, auf dessen Stimmen ganz Deutschland hörte. Die Neue Rheinische Zeitung" ist jetzt in einem vollständigen Neudrud im Diez- Berlag erschienen und wird bald in jeder größe: n Bibliothek einzusehen sein. Der Arbeiterverein Rölns, dem auch Marg, Engels und Freiligrath als Mitglieder m angehörten, gab feine eigne Zeitung( 12) heraus. Die Zeitung wurde nicht ver= boten, doch forderte man von ihr hinterlegung einer so hohen Kaution, daß der Verein sie eingehen ließ und unter dem Namen Freiheit, Brüderlichkeit, Arbeit"( 13) ein neues" Blatt erscheinen ließ. In fast allen größern Städten sind während der bürgerlichen Revolution ähnliche Blätter erschienen. " Als die Reaktion die Erhebung niedergeschlagen hatte, mußten die Führer wieder ins Ausland gehen. Im ferner London hielt„ Das Bolt"( 18) den Mary- Kreis zusammen. Am 4. Juni 1859 fündigte das Blatt das Standardwerk des Sozialismus, die Margiche Kritik der politischen Defonomie", an und druckte die Vorrede ab, die die Grundgedanten der ökonomischen Geschichtstheorie enthält. In Arbeiterbildungsvereinen im Reich fammelte sich die Arbeiterbewegung langsam; doch erst, ais affalle( 4) fie organisierte, wurde sie zur politischen Macht. Der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein", die Gründung Lassalles, legte Hauptwert auf ein ftarles Sentralorgan; Der Social. demofrat"( 19), dann„ Der Agitator"( 6) und schließlich Der Neue Socialdemokrat( 7) follten die Ideen der Bewegung von Berlin aus über das Reich verbreiten. In wenigen Drten nur warben eigne Organe, so in Hamburg der Nord. ftern"( 1). Die Sozialdemokratische Arbeiterpartei", die Gruppe, die August Bebel( 15) und wilhelm aus dem Vereinstag der deutschen Liebknecht( 20) Arbeitervereine gelöft hatten, Hordern Zeitung Agilator. 12 dre Arbelicerereines gate. 3004 Ser Boltofont 14 Trok alledem Trok Die Berbrüderung Deuter Disseler deilung Braakanties Worblatt Social Demokrat 5 Das Bolt, 10 Gesellschaftsspiegel. Brüderlichkeit, Arbeit reiheit, Brüderlichwell Vorwärts 205 baute sorgfam eine umfangreiche Lokalpreffe auf. Als Zentralorgan leitete Wilhelm Liebknecht das" Demokratische Wochen= blatt( 5), dann deffen Nadjjolger, den Boltsstaat"( 14). Marg hat als Sekretär der Internationale zahlreiche Rundgebungen in ihm veröffentlicht und umfangreiche Artikel Friedrich Engels' find in ihm zu finden. D Die Polizei nahin sich des Blattes liebevoll an; oft räumte fie den Redakteuren auf der Festung Hubertusburg ein stilles Arbeits. zimmer ein, und der eingesperrte Wilhelm Liebknecht schrieb dann seiner Frau aus dem Kerfer spaltenlange Liebesbriefe", die die Redaktion unverändert als politische Leitartifel abbruden konnte. Laffalleaner und Eifenacher" bekämpfen fich damals so scharf wie heute Sozialdemokraten und kommunisten. 1876 vereinigten sich die beiden Barteien, und als ihr Zentralorgan erschien nunmehr der Borwärts"( 21). Am Tage vor Infrafttreten des Sozialistengesetzes stellte er sein Erscheinen ein mit einer genauen Anweisung: Wie umgehe ich das Sozialistengefeg?" Bismard hatte gehofft, in furzer Zeit die sozialdemokratische Breffe vernichten zu können, hoch das Hauptergan der Partei, Der wurde von Sozialdemokrat"( 25), Eduard Bernstein in Zürich und dann in London redigiert und von Motteler dem roten Feldpostmeister"( 23), auf die unmöglichsten Arten über die Grenze geschmuggelt. " " So erschien ihm als befonders zuverläffiger Zeitungsträger 2 Wilhelm II.: als dieser von einem Besuch in London heimMADER ROTHE TEUFE 13 11 15 Social- Demokrat. Vogtländische Anzeiger& Tagblatt. Der Reichsbürger fehrfe, nahm er auf seinem Schiff eine Ladung Sozialdemokraten" unentgeltlich mit nach Deutschland. Der Schmuggel die rote Feltpost" ging so lange verhältnis. mäßig leicht vonstatten, bis die Sozialisten zu ihrer schärfften Waffe, dem Spott, griffen, und„ Der Rothe Teufel"( 16) dem Blut und Eisen- Kanzier mit Wig und Satire zu Leibe rüdte. Da wurde die Polizei so nervös und die Grenzkontrolle so streng, daß es billiger wurde, das Blatt in Deutschland zu drucken. Ein paar Exemplare wurden über die Grenze geschmuggelt und dann im Reich in geheimen Klitschen, in Kellern, gedruckt oder gar nächt licherweise auf den Maschinen der reaktionären bürgerlichen Blätter. Als Titelfopf wurde dann„ Generalanzeiger eingedruckt oder Bogtländischer Anzeiger und Tageblatt"( 24), und die Polizei ließ das harmlose Blättchen ruhig verteilen. Auch legal erschienen Parteiblätter, bran als Reichsbürger"( 28), als „ Gerichtszeitung" oder als Echo" verkleidet. Sie brauchten fatt nur Gesetzesterte, Gerichtsurteile oder Zusammenstellungen aus reits erschienenen bürgerlichen Zeitungen aber der Ton machte vie Musit, und so fonnten mit ihnen die Barteifunktionäre weiter zu fammengehalten und die Parteibruckereien vor dem Ruin gerettet werden. Oft genug jedoch beschlagnahmte die Polizei diefe„ neutralen" Zeitungen die heimlich in Deutschland gedruckten und die über die Grenze geschmuggelten. Dann erschien ein Trot alledem als„ Erfaß für das Gestohlene"( 22), noch bissiger und zur größern Wut der Polizei. " 21.- 28.Okt.: Werbewoche für die Sozialdemokratie! Ein Rennfahrer-Roman von Andre Reuze. Obersetzt von P.A. Angermayer Copyright byB&torgilde� Gutanberg. BeHii» Die„Tour de France" ist in vollem Ganse. Die be- liihmtesten Rennfahrer Frankreichs, Italiens und Spaniens sind an dem sroßen Rennen, das nnss um Frankreich lährt, beteiligt. El"e Etappe nach der anderen wird zurückpelegt. Oer Spar her ich'erstatter Ravenelle und der Maler Mainauy heeleiun die„Meute" im Auto. Hinter den R anfahre' n kommen die Touristen, die aus Liebe zum Spart die Tour mitmacen. Es ist ein haner Kamp/, bei dem nicht nur die E nergie und die Kraft den A us schlag seht n, sondern der auch beeintlußi wird von den Ko krren manövern der großen Fahrradjabi iken. Das Kapital hat seine �stalle" an dm Start geschickt, und nun versucht mau, sich mit den w, lautersten Mitteln den Sieg streitig zu machen. (17. Fortsetzung.) Der dicke Saxophonspteler blies sein Instrument so hestig. daß er zu platzen droht«. Der blind« Trommler schlug wütend die Pauke, und der Himer ihm sitzende Pianist schrumpfte zu einer einzigen Glatze zusammen. Dies« drei Musiker machten einen echt amerikanisch sein sollende» Höllenspektakel. Kokett wiegten sich die hübschen Sablvnaiserinnen im Tanz. Ihr« pfaublau«» Blusen boten zu den weißen Hauben, die ihre Köpfe b-deckten, einen grellen Gegensatz. Die schwarzen Mädchen- rotte wehten, und die Lacksandalen wurden von den Tänzerinneu mit Grazie und Kunst mit den Aehen festgehalten. Die Mädchen von Les Table» hatten wohlgesormt« Beine und lustig sprühend« Augen. Alle schienen reizend, doch nur zwei oder drei darunter waren wirklich hübsch. „Wenn nun auch die Fahrer in ihren Trikots tanzen könnten. gäbe es ein prachtvoll sorbiges Bild/ sagte Mainguy.„Es wäre die schönste Gelegenheit für Blanc-Mesnil. sein gelbes Trikot ein- zuweihen../ „Ich würde sogar im Zivil manche darunter zum Tanz fuhren/ erwiderte Bkane-Mesnil. „Nichts zu machen, mein Lieber! Do» weibliche Element wäre dein Ruin/ Sein Pfleger Fourcad« sah Ihn von der Seite an. „Geh bloß nicht dein kleinen Chevillard mit schlechtem Beispiel voran! Uebrigens bringe ich euch in fünf M nuten ins Hotel.' „Ich bin sicher/ sagte Ravenelle,„bah Cheoillard gar nicht an. Flirten denkt, solang« seine klein« Pariserin lebt!'. „Wissen Sie schon, daß sie mir telegraphiert hat?' fragt« Chevillard. „Donnerwetter, die Hot'» ober eilig!' Freudestrahlend saltete Ehevillard da» Telegramm auseinander ynh las: �Herzlichst« Glückwünsche zum fünften Platz im GesamtNoss«- ment und viel« Süss« von Ieanin«.' „Na. mein Jung«, da» ist allerdings vielo-rsprechend!" .„Küsse hat sie sogar in der Vehrzahl geschrieben/ bemerve Tampier. „Das reicht für die ganz« Mannschaft. Schreibe ihr, daß ich sie auch küssen loss«!' ,�)ab' schon telegrophtert!' „Wenn da, so weitergeht.' sagt« Blanc-Mesnil,„kann sie nach der Rundsohrt ein Postkartengeschäft ausmachen, soviel schr«ib«n wir ihr../ Da» Kasino füllt« sich immer mehr. Dl« drei Rennfahrer waren bo» Ziel aller Blicke, und die jung«» Mädchen lächelten ihnun b«- londers freundlich zu. Doch auch Bordist. der Sieger der letzte» Etappe, der mit Rissin und Manadian an etnem Tisch saß, wurde stiel bewundert. ,.Si«h doch mal die große Schwarz« dort, die mit dar ge- schminkten Alten tanzt, die läßt ja von Herr» Ranenell« keinen Blick/ sagte Thevillard.„Die hat schon angebissen»' „Wahrscheinlich hält sie Raoenell« skr Mirrale, oder Argen, tero/ sagte Fnurcode. Sie lachten, weil Ravenell« blond« Haar, und rosigen Sdint hatte. Di« Tänzerin mußt« gefühlt haben, daß man von ihr sprach. Ruhig hielt sie weiter ihr« Blick« aus Ravenell« gerichtet, und man konnte sehen, daß sie sehr schön«, sanft« Augen halte. Hie war höchsten, zwanzig Jahr« alt. hatte«inen hauchsrischen Teint, und die Schönheit ihrer nackten Arm» und ihre» schlanken Halse» wurde durch eine einfach«, aber vornehm« Hatin-Abindrob« nur erhöht. Ihre Partnerin war mindestens schon siiirsuirdoiorzig. Fourcade neigt« sich neugierig aus der Loge. „Zu dumm/ sagte«r absichtlich laut,„daß die Domen allein tanzen!' „Was sollen sie tun, wenn kein Herr sie auffordert?' entgegnete nmtio die Aeltere. Der Masseur ließ sich da» nicht zweimal sagen, schwang sich über die Logenbrüstung und sab» dl« Aelter« um die Hüsten, wäh. rend die Junge allein und ernst dastand und noch immer Raoenell« anblickte. «Los. Mirrale», sei doch galant/ sagt« TampUu laut und gab Ravenelle«inen kleinen Stoß. „Der H«rr ist nicht Mirrale»!' sagte hierauf das jung« Mädchen. ./ich habe den Herrn gestern im Auto ankommen sehen.' „Dann verzichten Ei« wohl darauf, mit mir zu tanzen?' „Aber, im Gegenteil/ Cr tanzt« mit ihr zu den Klängen«ine» kubanischen Tango». und sie drückte sich an ihn mit der ganzen Glut ihre» schwingenden Körper» und ihrer jungen duftenden Brüst«. Die drei Rennsohrcr jubelten vor Freud« in ihrer Log« und klatschten, so oft Fourcad« m grotesk.komischer Haltung an ihnen varüberlanzt«. Rissln, Manadian und Lorbtst schlössen sich ihrem freudigen Gelächter an. „Sind Sie Sablaiserm. gnädige» Fräulein?' fragt« Raoenell«. „Rein, ich bin au« Nantes. Meine Mutter hakt« dort«in« American. Bar, die sie kürzlich verkaufte. Jetzt wollen wir ein wenig reisen und uns erholen. Bielleicht haben Sie schon einmal mein Bild in den Zeitungen gesehen. Wir hatten in Nantes ein« Schön- beltskonkurrenz, aus der ich als Siegerin hervorging und zur Königin ausgerufen wurde/ „Di« Richter haben zumindest guten Geschmack bewiesen!' /Das sagen Sie doch nur so../ „Rein, da» ist wein« Ueberzeuguugl' „Wirtlich?' ./ich lüge nie!' Ravenelle dachte: „Wenn sie noch länger so mein Lein zwischen ihre Schenkel drückt, werden wir beide hlnfllegen. Komisches Mädchen! Ihr kühler Blick würde chr heißes Temperament nie oerraten. Dabei ist sie in Gesellschaft ihrer Mutter. Na. da bin ich ja schön ein, gewickelt...* Als das Orchester ein« Paus» machte und die Tänzer sich lösten. stellte er ihr die Rennfahrer vor: „Herr Blanc-Mesnil. der gester» in der Etappe dritter war und seit dem Dersagen 2e Bozecs an der Spitze de» Gesamtergeb» nisse, steht, wird diese Nacht mtt dem„gelben Trikot' weiterfahren. Hier ist Tampier. französischer Landesmeister und vierter un Gesamtergebnis. und hier unser Flaschenkind, Chevlllard, der an fünfter Stelle liegt. Sie sehen, mein Fräulein, durchweg Kanonen!' Qunz Hostens wartete auf dar Straße. „Jawohl, Kanonen I Di««erden aber jetzt abmontiert und müssen in» Bett." unterbrach ihn Fourcad«.„Los, mein, Herren. der Scherz ist wieder mal au«!' „Kommst du mit uns?* fragte ihn Tampier und kniff ein Auge zu. ..Unmöglich! Die altfranzösisch« Galanterie zwingt mich, bei der Königinmutter zu bleiben!' erwiderte der Pfleger lachend. Die Königinmutter warf ihm. während sie Eisjchokolade schlürfte, einen schmeichelnden Blick zu. .Otiten Sie sich vor Herrn Ravenell«/ riet er ihr.„Das ist ein berühmter Don Juan! Sehn Sie doch, ml« er Ihre Tochter an sich drückt.' „Aber das Kind muß doch auch mal«ist Vergnügen hoben.' /dann ist alle» in Ordnung.' sagt, Fourcad,. der immer klar« Situationen liebt«. Und schon begann er mit ihr«inen neuen Tango. „Was sind doch die Rennfahrer für hübsche Iungevs/ sagte sie../ich gäbe sonst was drum, wenn ich sie mal im Rennen be- gleiten dürste.' ..Kommen Sie doch mit uns bis Bayonne.' sagte Fourcade zerstreut. Die Klein«, die mit Raoenelle an der Seit« der Mutter tanzte. hatte ee gehört. Soso« riäMe sie ihre flehenden Augen auf Ra- oenell« und bat: ,/la, das wäre zu schön! Wann fahren sie weiter?' „Ausnahmsweise gehen dt« Fahrer schon heute abend uw zehn wieder in» Rennen. Wir stehen oar der längsten Etappe Ich übernachte heut« in Salutes, wo ich die Fahrer morgen abwarte. um mich ihnen wieder anzuschließen. Leider haben wir nur noch einen Platz im Auto, und es könnte nur eine der Damen mit- kommen...", „Lola, du würdest dich doch nicht von deiner Mutter trennen? „Warum denn nicht?' sagte das junge Mädchen und drückte sich an Ravenelle.„Wenn ich nur bei meinem Freund bleiben darf/ „Na schön/ erwidert« Fourcad«.„für die Mutter werde ich schon sorgen' „Sie sind wirklich zu lieb, meine Herren! Aber sei bloß nicht leichtsinnig, Lolachen. nimm dir den warmen Reise- mantel mit..' „Keine Angst, sie steht unter meinem Schutz,' sogt« lächelnd Mainguy Eine Stunde später saust« der Wagen auf der Chaussee nach La Rochelle Sanft schien die Sonne über die westen Felder, und die Luft war würzig und sommer- süß. Der Maler hatte sich neben den Chauffeur gesetzt, und Lola saß. eng an Raoenelle geschmiegt, im Wagen. „Verflucht noch mal!' brummt« Baust. „Wenn Weiber geladen werde», hört sich der ganz« Sport auf/ Mainguy wandt« sich sehr oft um. Jedesmal schien sich die Kleine noch enger an Ravenelle zu drücken. „Na, Kinder, wie sühll ihr euch?' „Tadellos, dank«/ Lola sang, ohne daß ihr Beficht die ______________ geringste Freud« ausdrückt«, mit der schleppenden Stimm« einer Modistin: „Hier Ist mein Herz! Wer will mich lieben?' Mainguy sang weiter:„Ich schenk« Glück und süße Luft!'—„Aber dos ist ja etwa» ganz anderes/ jagt« die Klein«.„Sie singen sclljch/ Schon zirpte sie vetter: ,Aier ist mein Mund, wer will ihn küssen?' Prompt zog Ravenell« sie an sich und küßte sie aus Ist« Lippen. Doch sie wehrte sich, da sie ihr» sentimental« Romanze zu Ende fingen wollte. „Singe nur weiter. Klein«/ sagt» der Maler begeistert.„Das Leben ist doch schön! Por zwei Stunden wort ihr euch beide noch fremd, und jetzt fahrt Ihr nach Bayonne, um vielleicht für» Leben zusammenzubleiben.' In La Rochelle speist« man zu Abend. Jetzt« Smme lag aus den Türmen von Honki«Nikolaus. Im Hofen lagen Fsscherbqrien. deren tiefg,ld« Segel durch den milden Abend leuchteten. (Fortsetzimg folgt-) WAS DER TAG BRINGT. OimiiimmnnniniiniHiiiiiiiiiniiifliimMKiHimniNniraiHiiiimumHiMniffliminnnimiiiHiiiiniiimiiiHffltummiwiniiimtniuimiiiunwniiuiinwmiiniHHniinnniwiHiunuin Gegen den Alkoholismus bei der Reichsbahn. Wie die Reichsbahn mitteilt, veranstaltet der verein gegen den Alkoholmißbrauch ein« Sondersitzung seiner Abteilung Verkehrs- wesen am 7. November in M ü n st« r i. W- Folgend« Borlräg« werden gehalten: 1. Di« Wirtungen kleiner Alkoholdosen auf den Eisenbahnaußendienst. 2. Beobachtungen und Erfahrungen aus der Organisations- und Bortrogsarbeit. 3. Was kann geschehen, um Wünsch« der Hauptverwaltung der Reichsbahngesellschaft er- füllen zu Helsen? Denjenigen Angestellten, die in der Alkoholbewe- gung führend tätig sind, kann im üblichen Rahmen Urlaub erteilt werden. Die Trägheit der Sinne. Der Berliner Oberbranddirettor Gempp war studienhalber in Madrid und«r glaubt sogen zu können, daß die Katastrophe im „Teatro de Novedodes' ein viel geringeres Ausmaß angenommen hätte, wenn dos Publikum bei seiner Flucht den erstbesten, den nächstgclegenen Ausgang benutzt und sich in blinder Unbesonnenheit nicht darauf oersteift hätte, jene Tür aufzusuchen, durch die es hereingekommen war. Da» Madrider Publikum hat kopflos, ungeistesgegenwärtig gehandelt: aber liegt uns nicht allen gerode in den kleinen, nebensächlichen Dingen des Leben, das Beharren im Blute? Ich fuhr«mmol eine Zeitlang zu einer bestimmten Stund« mtt einer bestimmten Elektrischen ein« bestimmt« Strecke. Der Wogen kam von einem Borort und bewegt« sich nach der Stak». An einer gewissen Stell« bog er regelmäßig in«in Depot ein und die Fahrgäste wurden aufgefordert, in einen anderen schon bereit- stehenden Wogen umzusteigen, der die Fahrt dann fortsetzte. Ich habe nun durch Monat« hindurch beobachtet, daß die Passagiere, wiewohl ihrer immer nur wenige waren und im neuen Wagen hinreichend leer» Sitze zur Bersügung standen, in aller Regel sich aus eben den Platz begaben, den sie im asten Wagen eingenommen hatten. Warum? Wieso? Aus Tradttionsmstinkt. Au» Trieb nach dem Bisherigen. Sie„gehören dorthin' Welch ein Kon- servatismus unseres Sinnesmechanisnms! Der Radioapparat, den wir uns zulegen, der ist neuester Konstruktion und das Bollendetste und Modernst«, da» es gibt. Aber der Griff, mtt dem mir den Hut auf de» Haken stülpen, der Schritt, mit dem wir über die Straß« gehen, die Reihenfolge, in der wir unsere Kleidungsstücke anziehen, die Zeremonien, unter denen wir un« waschen, ßa« oll«» bleibt in Ewigkett dasselbe und noch beim Theaterbrand ist unser erster G-hant« nicht: W>« gelangst di» am schnellste« hinaus?, sondern: Wo bist du hergekommen?. fflan» L»uv. Ein weiblicher Hochstapler»lg Mann, In Kislowodsk im Kaukasus gab es einen Advokaten Eugen Miller. Seine Geschäft« gingen oußervrdenttlch gut. er ließ sich ordentlich bezahlen Dann wurde er Sekretär beim Gerichtsvoll« zieher und begann mit gefälschten Formularen Bollstreckung?b«sehle auszuführen. Schließlich erlangt» er die Würde eine» Bevoll- mächtigten der Staatsamvaltschaft und trieb es so lange, bis«r ob- gesaßt wurde. Nun kam das Ueberraschend«: der Advokat war kein Advokat und der Miller war kein Mann, sondern dl« Tochter des ehemaligen Generals von Meistrach. Maschinenwunder. Auf der Maschinen-, Werkzeug- und Ingenieur-Ausstevung in London werden zur Mechanisierung von Betrieben mehrere schnell- arbeitende Moschinen gezeigt, die wahrhast erstaunlich« Leistungen zeigen. Unter anderem wird«in« Hoizbearbeltung»- m a s ch i n« zur Herstellung von Nuten und Federn an Brettern vorgeführt, die in der Minute 1« Meter Bretter fiZ und fertig macht, mtt Nuten und Federn versieht und zugleich hoben, vi« Zuführung geschieht durch einen automatischen Tisch. Zur Be- dienuno ist nur ein Mann nötig. Ein«lektrisq betriebener Hammer von K0 bis 70 Tonnen Schlagtrast wird gezeigt. der in einer Minute kä Schläge ausführt. Der entlaufene Schlachtbulle. Die kleine Stadt Wellingborongh in Cnglant halte kürzlich ein Ereignis Dem Metzger entsprang ein kapitale, Bulla der gerade geichlachtet werden sollt«. Dos erregte Tie, lies versalg« oan der Menge durch das ossenftehend« Tor de» städtischen Hospuals und geradewegs in einen Operationssaal. Aber kaum sah es die weißen Sittel, als es auch schon kehrt macht» und in rasender EU« verschwand Erst im Garten des Schulmeister» konnte«r«inge- fangen werde». te De e, h h i e Ft 1 fsb Arbeiter Sport Handball Die Zentralkommission tagt. „ Der sozialistische Staat auf dem Boden der Demokratie ist das Ziel!" Der Spigenverband für den Arbeitersport hielt am Sonnabend| allgemein vertraten die Berbände die Ansicht, daß dieser Beschluß un in den Räumen bas Reichswirtschaftsrates in Berlin eine Sigung durchführbar fel. Deutschland würde nach diesem Beschluß 175 000 m. ab, die sich u. a. mit der Durchführung der Beschlüsse gegen die für den Garantiefonds zu leisten haben. Es erscheint unmöglich, diese renitenten Kartalle in Berlin und Halle, mit den Anträgen für den Summe burch Extrabeiträge aufzubringen, meil ohnehin die Beinächstjährigen Reichsetat, mit der Einberufung der Reichsführer träge schon aufs höchste angespannt sind. Die Verbände sind aber tagung und der preußischen Landestonferenz befäftigte. nicht in der Lage, aus ihren ordentlichen Einnahmen berartige Summen leisten zu lönnen, auch dann nicht, wenn sie auf die nächsten drei Jahre perteilt merben. Man münscht, daß die Frage auf dem nächftjährigen Kongreß der Sozialistischen Arbeitersport- Internatio nale noch einmal verhandelt with. Zunächst wurde der gebrudt vorliegende Geschäftsbericht entgegengenommen. Daraus geht hervor, daß sämtliche Berbände in ber Berichtszeit febr erfreuliche Fortschritte gemacht haben. Die Gesamtzunahme feit dem Jahre 1926 beträgt rund 183 000 Mitglieber. Die Zahl der Mitglieber, für bie ber Bundes beitrag bis zum 1. Juli 1928 entrichtet morben ift, beträgt 1 119 000. Dazu tommen nach die Mitglieder, für die der Bundesbeitrag bis zum genannten Termin entrichtet mar und viele nicht gemeldeten Rinderabteilungen. lleber die grundsägliche Einstellung ber Bewegung heißt es im Bericht u. a.: 211s Der fozialistische Staat auf dem Boben der Demofratie ist unfer Biel Dafür tampfen wir nicht mit ben Mitteln der Partei. sondern mit denen der erzieblichen Beeinflussung unserer 2n. hänger und unserer Jugend. Aus diefer unjerer Stellung zum Staate ergibt sich von selbst die weltansdauliche Stellung. Massenbemegung ist Antrieb und Ziel unseres Handelns bas Brinzip der Gemeinschaft. Die Menschheit tann nur dann ihre Misston auf der Erde, also thren Dajeinszwed erfüllen, wenn sie den sozialen Gebanten poll zu entwideln vermag. Das bevingt sie leberwindung der Klassengesellschaft und des Klassen staates, die Schaffung einer Gesellschaft, in der wirtschaftliche und politische Gleichberechtigung für alle nicht nur grundfäglich an. erkannt ist, sondern tatsächlich herrscht, soweit das in dieser Belt unvollkommener Menschen und relativer Begriffe nur irgendwie möglich ist...“ In der Steuerfrage stimmt man dem Vorschlage: Ein fegung eines paritätischen Sonderausschusses mit dem Deutschen ſamte Steuerfrage, ſoweit bie Sportbewegung dapon berührt wird, bearbeiten und entsprechende Borschläge für eine gefeßliche Regelung maten. An der Großen Hygieneausstellung 1930 in Dresden wird sich die Zentralfommission beteiligen. In der Frage der Turnlehrerausbildung wird der Standpunkt pertreten, baß eine Sonderregelung für die höheren Schulen nicht ratfam fei. Es foll perfudt werden, auf die preu Bische Regierung dahin zu wirken, daß diese Sonderregelung unter bleibt, pielmehr eine allgemeine Regelung der Frage auch für die Boltsschulen erfolgt. Die in diesem Jahre abgehaltenen Behr. turse haben sämtlich ein befriedigendes Ergebnis gehabt Eine lebhafte Aussprache fand statt über den Beschluß des Internationalen Bureaus, für die Digmpiabe 1931 in Wien einen Garantiefonds von 20 Bf. pro Mitglieb zu entrichten Ganz In einer ausführlichen Aussprache befchäftigt fich die Sigung dann mit der Durchführung der gefaßten Beschlüsse in Berlin und Halle Die Bertreter aller Berbände geben dazu die Erklärung ab, baß sie bie Beschlüsse rest. los burchführen werben, someit bas bisher noch nicht geschehen ist. Einige Berbände stoßen bei der Durch führung auf Schwierigkeiten, die in ihren Satzungen begründet find. Diesen Berbänden wird Frist gegeben, bis sie in der Lage find, ent Sprechende Beschlüsse durch bie in ben Sagungen vorgesehenen Körperschaften zu faffen. Im übrigen aber wird fein Zweifel bar. über gelassen, daß die Beschlüsse durchgeführt werden müssen, auch wenn das für einzelne Berbände, wie für den Arbeiterathletenbund, mit Schwierigkeiten verbunden ist. Die Sagungen der Zentrattommission sollen so geändert werben, daß in 3ufunft Schwierigkeiten bei der Auflösung von Kartellen nicht mehr entstehen Pönnen. Bei der Besprechung des im Reichshaushalt vorgesehenen Sportfonbs äußern die einzelnen Verbände ihre speziellen Wünsche wegen der Berteilung der Beihilfen. Es sollen entsprechende Anträge an das Reichsministerium des Innern gestellt werden. Au gemein tommt die Meinung zum Ausdrud, daß gegenwärtig die bürgerliche Sportbewegung gegenüber der Arbeitersportbewegung zu starf bevorzugt wird. Die letzte Sigung der Zentralfommission hatte befchloffen, daß im nerbit b. 3. She erführer tagung an der Arbelierturn unb Sportschule in Leipzig stattfinden follte, au der Bertreter der Behörden und einzelne Berfönlich feiten eingeladen werden sollten. Die Tagung sollte den 3wed haben, einen größeren Kreis mit den Bestrebungen der Arbeitersport: bewegung vertraut zu machen. Da die Borarbeiten bisher noch nicht fomeit erledigt werden tonnten, wird diese Führertagung bis zum nächsten Frühjahr pertagt. Dagegen foll die Konferenz der preu. Bifchen Landestarielleiter noch im Dezember in Berlin stattfinden. Mit lebhafter Befriedigung nahm die Sigung davon Kenntnis, daß nunmehr ein engeres Zusammenarbeiten mit ben übrigen fozialistischen Jugendverbänden stattfinden foll. Die Jugendtonferenz murde baher lebhaft begrüßt: die Bentral tommiffion hat sich vollzählig an dieser Beranstaltung beteiligt. Dem Kampfe geweiht! Flaggenweihe bei der Freien Kanu- Union. Trotzdem eigentlich die Saison für den Baffersportler offiziell als beendet gilt, hatte es die„ Greie Kanu Union Großfische Berlin" sich nicht nehmen laffen, doch noch ihre neue Flagge du meiben. Der etmas rauhe Herbstsonntag hatte in Ertner eine Gemeinde treuer Bereins und Bundesgenossen zusammenkommen laffen, die pen in Leuchtendem Rot gehaltenen Stanber, als Beigen ber größten und festesten Arbeiterfanufportorganisation um 1. Kreis bes Arbeiter.Turn, und Sportbundes, nicht lo ohne weiteres entrollen Laffen mollte. Aufruf! Am 21. Oftober des Jahres 1878 trat ein Ausnahmegesetz, liftische Arbeiterschaft in Kraft! Urheber dieses Schaubgefehes war furz Sozialisten gefet genannt, gegen die gesamte foziader Reichskanzler Fürst Otto v. Bismard. Sein Haß gegen die aufstrebende sozialdemokratische Arbeiterbewegung war so groß, daß er vor feiner Brutalität zurückschreckte. Er glauble, auch den Organifator der Arbeiterschaft, Ferdinand Laffalle, für feine reaftlonären Bestrebungen einfangen zu tönnen. Aber der in aller Welf als größter und berühmtester Staatsmann gefeierte Diplomat erlebte feine blamabelfie Niederlage Aus diesem Haß wurde dann das Schandgejeh geboren. Bielen hunderten Junffionären der Sozialdemokratischen Bartel Der erste Barsitzende Schünemann brachte in seiner Beihe raubte es durch Ausweifungsbefehle Heimat und Familie. Aufrebe zum Ausbrud, daß diese Flagge, geboren aus bem Cinigteitsgelöst wurde die Partei und alles, was mit ihr in Verbindung stand. gedanfen" dem Kampfe geweiht ist und daß unter diesem Zeichen In ungezählten Bereinen und Zirtein wurde eine illegale Tätigkeit der Arbeiterfanufport wieder gefunden muß. Nur rastlose Arbeit entfaltet, würdig und mit heiligem Ernst fämpften die Sozialdemo und fester Kontaft mit der pailitischen Arbeiterpartei tönnen bie traten, tämpfte die Arbeiterschaft gegen Schandgesetz und UnterArbeitersportler zum Ziele führen. Dem Rampie und dem Sport it brüdung. Ju den vom Bürgertum beeinflußten Organisationen gefie gemeibt und darum wird die Freie Kanu- linion Groß- Berlin felliger Art wurde der sozialdemokratische Arbeiter verächtlich ge am 21 Ottober geftoffen mit der Sozialbeme macht und die sozialistische Bewegung, getreu nach Bismards fratischen Bartei unter biefer Slagge demon Wunsch, bekämpft. Allen voran auf diesem Gebiet wat ble strieren Deutsche Turnerschaft, die ihre freiheitliche Tradition der 48er Jahre längst begraben hatte und unter der Leitung des berüch figien Dr. Göh zu einer fürstenfreuen, liebedienerischen Bereinigung geworden war. Under den Klängen bes pon Mitgliedern des in Ertner be heimateten Gesangvereins Frei Sang" intonierten Tord Foleion" stieg das Zuch am Mast. Brüber zur Sonne, zur Freiheit" lich den Weihealt beschließen. Eine neue Naturfreunde- Jugendgruppe. Auch die Naturfreundebewegung schreitet in Berlin ständig Doran. Gegenüber dem Vorjahr fann man fchon jetzt eine Mit, gliederzunahme um 50 Bro 3. feststellen. Nachdem erit Dor furzem eine neue Jugendgruppe Friedrichshain- Lichtenberg ins Leben trat, tft neuerbings auch in Charlottenburg eine recht lebensträftige Jugendgruppe gegründet worden. Wandern und Be wegungsspiele sind die Grundlagen der Arbeit, Geselligkeit und geiftige Tätigkeit ergänzen. Die Heimabende der jungen Gruppe find Montags von 19.30 Uhr bis 21.30 Uhr im Jugendheim Spreestr. 30. Jugendliche im Alter non 14 bis 18 Jahren sind immer als Gäste willfommen. Austünfte erteilt Sturt Jupenal, Wilmersdorfer Str. 152a. Dann aber war der Sieg bei der Arbeiterschaft: das Schandgefeh flet! Die Entwicklung brachte schon im Jahre 1892 die Gründung bes Märkischen Arbeiter- Turnerbundes" in Brandenburg an der Havel und im Jahre 1893 die Gründung des Arbeiter- Turnerbundes". Ohne den Gedanken an den Sozialismus, ohne die Sozialdemokratie wäre eine Arbeiter Sportbewegung im heutigen Maßstabe undenkbar. Sind Partel, Gewerkschaften und Genossenschaften Edpfeiler der Arbeiterbewegung, so ift als vierter und bestimmt nicht schwächster Pfeller die Arbeiter- Sportbewegung mit ihrer Millionenzahl von Mitgliedern zu betrachten. Fünfzig Jahre find verflossen sei dem Infrafttreten diejes, aus schließlich gegen die Sozialdemokratie gerichteten Gefehes. Boß und Reifer Surt Reifer Reichsfangler und sein Gesetz find in den 2bgrund verfchwunden. Aber die sozialistisch denkende, in der Sozialdemo trafie organisierte Arbeiterschaft marschiert! n9d7-1blodin Tennis- Rot Hockey. Um mehr Spielmöglichkeiten für Hoden zu schaffen, stellt für ben Minter bis zur nächstjährigen Tennissaison Tennis Rot Groß. Berlin eine besondere odey Abteilung auf. 3mel Mann. schaften find bereits vollzählig und es steht zu ermarten, daß die beiben und weitere Mannschaften sehr balb zu einer guten Spiel Stärte aufgelaufen sind. Obmann der Hockey- Abteilung von TennisRot ist Albert Compagnini, Berlin D. 34, Beibenweg 67. Budenspieler und solche, die es werden wollen, mögen fich bei dem Obmann melben. Eine Sigung sämtlicher Intereffenten findet Donnertag, 18. Dftober, 20 Uhr, im Alten Bazenhofer", Lands berger Allee 156, statt Aufnahmebedingungen find freigemertschaft. Biche oder politische Organisation. Und mit ihr bie fozialistisch deutenden Arr. beitersportler! Am tommenden Sonntag werden Berlins bundestreue, foziafifche Artellersportler gemeinsam mit der Sozialdemokratijchen Partei demonstrieren. Alle Mitglieder der Vereine des neuen Kar tells für Arbeiter- Sport und Körperpflege treffen fich auf den befanntgegebenen Sammelplähen ihres Bezirts zur Teilnahme an dem Zuge zum Luftgarten. Die Turner und Sportler gehen in dunkler Jade mit weißem Schillerfragen, die Sportlerinnen möglicht in weißer Bluse und dunklem Rod. belde ohne Kopfbedeckung und nun, Arbeiterfporilerinnen und Arbelfersportler: 2les Und nun, Arbeiterfporilerinnen und Arbeitersportler: 200les angetreten! Ergebnisse vom Sonntag. Nowawes schickte Schöneberg mit 6: 4( 5: 1) heim. Beide Mannschaften lieferten sich ein flottes, aber aufgeregtes Spiel. Die zweiten Mannschaften trennten sich torlos, während bei den Frauen mieder Schöneberg mit 1: 0( 0: 0) siegreich war. Ein fir Anfängermannschaften flottes Spiel lieferten sich Groß- Berlin- OberSpree und Schwimmverein Neptun, das Oberspree mit 2: 1( 1: 1) gewinnen fonnte. Erst in der zweiten Halbzeit machte sich eine leichte Ueberlegenheit Oberfprees bemerkbar. Raulsdorf fertigte Grunewald- Eichtamp mit 5: 3( 3: 0) ab. Raulsdorf fonnte drei Tore einsenden. Grunewald spielte diesmal etwas vorsichtiger, tonnte sich aber trotzdem nicht durchsetzen. Erst zehn Minuten vor Schluß ging Grunewald etwas mehr heraus, was sich auch in drei Toren ausdrüdte. Groß- Berlin- Norden 1 ging von Belten ohne Sieg meg. Bei ben 1. Mannschaften lautete bas Resultat 4: 4( 1: 1) und bei den 2. Mannschaften 0: 0. Reich lich schwer machte Köpenic Ertner den Sieg; 8: 7( 6: 4) lautete es am Schluß. Das erste Spiel gemann Groß- Berlin- Buchholz 1 gegen Groß- BerlinDsten 2 mit 3: 2( 1: 1). Bei den Spielen, die Steinfurth austrug, mußte der Zorwächter 28mal den Ball passieren Steinfurth austrug, mußte der Zorwächter 28mal den Ball passieren laffen. Vorwärts- Hennigsdorf siegte mit 12: 0( 6: 0) und GroßBerlin- Webbing mit 16: 0( 7: 0). Bei ben Frauenmann Ichaften trennten sich Groß- Berlin- Weddin 2 und Groß- BerlinNeuföln 1 mit 1: 1( 1: 0), tragbem Bedding fehr überlegen mar. Reuföllns Torerfolg war bei nur drei Stürmerinnen eine gute Seistung, Reufölns Läuferreihe muß noch viel Berbindungsarbeit lernen. d Weitere Refuitate: Männer: Wilmersdorf gegen Bürstenmalbe 2: 1( 1: 1); Groß- Berlin- Wedding 2 gegen GroßBerlin Neukölln 1 11: 0( 5: 0); Groß- Berlin- Wedding 3 gegen Groß- Berlin- Süden 2 1: 2( 1: 0). Groß- Berlin- Wedding 4 gegen Sennigsdorf 2 1: 2( 1: 0). Jugend: Moabit gegen Groß- BerlinSüdoften 6: 2( 2: 2). Fürstenwalde gegen Bedding 1: 1( 0: 0). Frauen: Groß- Berlin- Süden 1 gegen Schöneberg 2 3: 0( 1: 0). Groß- Berlin- Wedding 2 gegen Groß- Berlin- Norden 1 3: 0( 1: 0). Kreisleifung für Handballspiele. Der Schiedsrichterfurjus hat Montag begonnen. Teilnehmer fönnen fich noch nächsten Montag um 19% Uhr bei Walter, Rungestraße 17, einfinden. * schaft) gegen Hertha 1: 0. Freie Kanu- Union gegen Buiab 4: 0. Weitere Arbeiterfußballrefultate: Ludemmalde II( 2. MannFrisch- Auf I gegen Luckenwalde III 1: 0. Treuenbriezen gegen Sinna 4: 1. Budenwalde II gegen Hertha 7: 0. Arbeitersport- Wochenschau." Die Ausgabe der neuen Kreiszeitung erfolgt heute, Dienstag abend pon 17 bis 10 Uhr in der Gefchäftsstelle der Freiem Turnerschaft Groß Berlin, Dichtenberger Str. 3. ( Nähe Landsberger Blaz.) Mit dem Motorrad ins Ausland. mit Um die Zuverlässigkeit ihres neuesten Maschinentyps zu er proben, Heß heute in den Bormittagsstunden DK. zwei maffergetüblte 3 mei Sylinder Maichinen Beimagen zu einer piermonatigen Fahri starten. Gegen 10 Uhr trajen die Fahrer mit ihren schmuden Maschinen am Branden burger Tor ein, um non hier aus die große Reise anzutreten. Die Route ist: Baffan Türkei, Aegypten, Nord- Afrika, Spanien, Frankreich und zurück nach Berlin. Heute geht es erst einmal nach 3fdhoppau( 350 Kilometer). Um 11 Uhr murden die Maschinen angetreten und dann ging's mit Blumen geschmückt, bepadt mit allen möglichen Reiseutensilien, durchs Brandenburger Tor. Arbeitersportler Bezirk Treptow. Donnerstag, 18. Dftaber, 19.30 Uhr, im Jugendheim, Niederschöneweide, Fenn. Ete Briger Straße( Schule), tonstituierende Sigung bes neuen Bezirtstartells. Jeder Berein, der der Zentralkommission für Arbeiter sport und Körperpflege angeschlossen ist, muß zwei Mitglieder delegieren. Das neue Kartell im Bezirk Friedrichshain" hat seine Arbeit aufgenommen. Sämtliche Bereine und Abteilungen, die zu den Beschliffen ihrer Zentralorganisation ftehen, fenben umgehend thre Anschriften an die Geschäftsstelle des Bezirksfartells: Hermann Kirchmann, Berlin D. 34, Weidenweg 44. Mächste Sizung Montag, 22. Diiober. Näheres durch Rundschreiben. Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Jeder einzelne Bezirt, beJonbers alle neuen Bezirte müffen in der Turnratsfizung, Mittmach. 17. Oftober, Gefchäftsstelle Lichtenberger Str. 3( am Landsberger Blag) vertreten fein! Beginn 19.30 Uhr. Bundesreue Vereine teilen mit: FSC., Rannaht. Gigung Mittwoch, 17. Oftober, 20 Uhr, bet Grimm Stadf. SB, Moabit. Mittmoch, 19% Uhr, außerordentliche Sodenversammlung bei Schubert, Tofteder Straße. Stellungnahme zur Spielfaifon Baldläuferligung och bem Training bei Tornbusch, Seeftraße. Stellungnahme zu den nächsten Starts FIGB., Begirl Baumschulenmeg. Männer und Jugendabteilung: 1. Turn ebeno heute, 16. Ottober, 20 Uhr, Zurnhalle Atefholaftr. 260. Freie Turnerschaft Groß- Berlin, Rezirk Sibaft und Zuranorein Jahn, Treptam. Gemeinsame Berfammlung, Mittpoch, 17. Ditober, 19 Uhr, bei Mitglieber erscheinen. Der gemeinsame Zurnbetrieb der oben genannten Ab tellungen i jest Dienstag und Freitag von 18-23 Uhr in der Boucheſtraße, Kartell für Arbeitersport und Körperpflege Berlin e. B. Bordert, Görliger Straße 32. Begen her mightigen Tagesordnung müffen alle gez. Robert Dehlfoläger Zum Ozeanflug des ,, Graf Zeppelin". 0. Der ,, Graf Zeppelin" mit den beiden Stabilisierungsflächen. Aufnahme der beschädigten Stabilisierungsfläche des, Graf Zeppelin". Die Knappschaftswahlen. Bochum, 16. Oktober.( Eigenbericht.) Von den Aeltestenwahlen am Sonntag in der Ruhrfnappschaft, zu denen der Gewerkverein chriftlicher Bergarbeiter ein Panzerfreuzerflugblatt herausgab, um den Bergarbeiterverband zu bekämpfen, lag bis Montag abend folgendes Ergebnis aus 423 Sprengeln vor. Es erhielten Stimmen: Deutscher Bergarbeiterverband Gewertverein Christlicher Bergarbeiter Gemertverein Hirsch- Dunder 105 849 64598 3 112 Es stehen noch die Ergebnisse aus 157 Sprengeln aus. Mahlberechtigt waren diesmal 338 000 Bergarbeiter; bei den letzten Wahlen im Jahre 1924 maren 380 000 Wahlberechtigte vorhanden. Damals erhielten der Deutsche Bergarbeiterverband 96 014, der Gewerkverein Christli ter Bergarbeiter 62 017, die verschiedenen Unionen 47 496, die Hirsch Dunderschen 2444, Polen 3331 und Syn dikalisten 1141. Die Polen, die wilden Anarcho- Syndikalisten und Kommunisten von Hamborn, bei denen der Bergarbeiterverband es abgelehnt hatte, sie auf seine Liste zu nehmen, sind beim Gewerfverein Christlicher Bergarbeiter gelandet. Die frommen nationalen" Christen gehen mit den wildesten Anarcho- Syndikalisten Arm in Arm. Angesichts des wütenden Wahlkampfes, der nicht mir vom chriftlichen Gewerkverein, sondern auch von den evangelischen Arbeitervereinen, von der fatholiPROGRAMM für die Zeit vom 16. bis 18. Oktober BOL Potsdamer Straße 38 Mady Christians in Eine Frau von Forma: Der illegende Bräutigam 5 spannende Akte Rheinstraße 14 Ramona mit Dolores Del Rio Die Schreckensfahrt auf dem Goldexpreß. 6 spannende Akte Odeon, Potsdamer Str. 75 Die Jacht der sleben Sünden mit Brigitte Helm Der Tanzstudent m.Willy Fritsch Turmstraße 12 Emil Jannings in Sein letzter Befehl Das gute Beiprogramm schen und evangelischen Geistlich feit, von den Bel. ben und den überradikalen Kommunisten gegen den Verband geführt wurde, ist das Ergebnis der Knappschaftsältestenwahlen für den Deutschen Bergarbeiterverband zufriedenstellend. Köln, 16. Oftober.( Eigenbericht.) Bei den Knappschaftswahlen im linksrheinischen Braunkohlengebiet erhielt die Liste des alten Bergarbeiterverbandes 4496, die Liste der Christen 5179 Stimmen. Im Jahre 1924 erhielten der alte Bergarbeiterverband nur 1647, die Christen 3484 Stimmen. Der alte Bergarbeiterverband hat also einen erfreu⚫ ligen Fortschritt gemacht; er fonnte seine Stimmenzahl um 2849 steigern, während die Christen nur einen Gewinn von 1695 Stimmen zu verzeichnen haben. Aachen, 16. Oftober.( Eigenbericht.) Beachtenswert ist der Erfolg im Aachener Bezirk. Der Berband der Bergarbeiter Deutschlands erhielt 8133 und die chriſt. lichen Gewerkschaften 6934 Stimmen. Bei der letzten Wahl im Jahre 1924 hatte der Bergarbeiterverband 2327 Stimmen, die Christlichen aber 3206 Stimmen erhalten. Knappschaftsältesten auf die Vorschlagsliften: 1924 1928 40 34 35 Verband der Bergarbeiter Deutschlands. 26 Christliche Gewerkschaften Das Zeugnis der Hausangestellten. Was es enthalten darf. Eine Hausangestellte erhielt beim Abgange ein Zeugnis, worin bemerkt wurde, daß sie ohne Kündigung die Stellung auf gegeben hat. Diese Angabe entspricht tatsächlich der Wahrheit. Aber mit einem solchen Zeugnis würde die Angestellte wohl faum eine neue Stellung bekommen haben. Sie flagte deshalb beim Arbeits gericht und forderte ein Zeugnis ohne die Angabe der fündigungslosen Aufgabe der Stellung. Die Beklagte wandte sich mit großer Redegewandtheit gegen die Forderung der Klägerin. Das Zeugnis müsse doch wahrheitsgemäß fein. Sie fönne also durch kein Gericht gezwungen werden, eine wahrheitsgemäße Angabe aus dem Zeugnis fortzulassen. Durch das Urteil des Gerichts wurde die Ansicht der Dame widerlegt. Das Gericht ging davon aus, daß ein Zeugnis den Durchschnitt der Leistungen und des Verhaltens des Arbeitnehmers berücksichtigen, nicht aber einzelne Tatsachen hervorheben soll. Durch die Angabe, daß die Stellung ohne Kündigung verlassen wurde, werde das Fortkommen der Klägerin sehr erschwert und dadurch gegen den Grundsah der Reichsverfassung verstoßen, der die Arbeits. fraft der Arbeitnehmer unter besonderen Schutz stellt. Die Klägerin murde zur Ausstellung eines Zeugnisses ohne den angefochtenen Satz verurteilt und das Urteil wegen seiner grundsätzlichen Bedeutung als berufungsfähig erklärt. RUNDFUNK 16.00 Stunde mit Büchern. AM Dienstag, 16. Oktober. Berlin. 16.30 Unterhaltungsmusik der Kapelle Emil Roósz. 18.30 Dr. Hans Bollmann: Die Sportschau des Monats. ABEND 19.00 Prof. Dr. Gotthold Weil: ,, Orientalische Hauptstädte." IV.: Bagdad. 19.30 Hans- Bredow- Schule( Physiologie). Prof. Dr. W. Liepmann: Was versteht man unter Frauenkunde? 20.00 Abendunterhaltung. Dirigent: Bruno Seidler- Winkler. 21.00 21.30 Die Ballade als dramatisches Spiel". Einführung: Prof. Ferdinand Gregori. Auf dem Wege zur neuen Scbule". 1. Vortrag: Oberstudiendirektor Dr. Karsen: Eine großstädtische Einheits- und Gemeinschafts- Schule". Königswusterhausen. 16.00 Prof. H. Werner: Mörickes Lyrik als Erlebnis im Deutsch- Unterricht. 16.30: Dr. W. Hoffmann- Harnisch: Das deutsche Vaterlandsgefühl und sein Ausdruck in der Dichtung( 111). 17.00 Uebertragung des Nachmittagskonzertes Leipzig. 18.00 Dr. Paul Fechter: Rudolf Fitzek, ein oberschlesischer Dichter. 18.30 Lektor Claude Grander, Gertrud van Eyseren; Französisch für Anfänger. 18.55 Hans Blüher: Der Eros in der Philosophie. 20.00, 21.00 Uebertragung von Berlin. 21.30 Redakteur W. Schwarz: Was geht uns die Weltpolitik an?( II.) Anschließend: Von Berlin: Presse. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend.( Nachdr. verb.) Fortdauer des trockenen, heiteren und Zum ersten Male erhält der Bergarbeiterverband die Majorität nachts falten Wetters. Für Deutschland: Allgemein heiteres Wetter der Aeltesten in der Aachener Knappschaft. mit weit verbreiteten Nachtfrösten. KINO TAFEL Filmeck Beginn W.: 5.30 Uhr S.: 3.30 Uhr Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Mary Lou mit Lya Mara Bühne: Ein Walzertraum Neukölln Passage- Lichtspiele Neukölln, Bergstraße 151-152 Woch. 5, ca. 7 u. 8,45, Stg. 3, ca. 5, 7 u. 8,45 U. Ruth Weyher, Alfons Fryland in Der Mann ohne Beruf Sonne, Süden, Leidenschaft Bühnenschau Sadwesten Film- Palast Kammersåle feltower Str. 1-4. W. 6, Sbd. 5, Stg. 4 U. Unter der Laterne mit Lissi Arna Das gute Beiprogramm Tempelhot Tivoli- Lichtspiele Alexanderstraße 39-40 Tempelhot, Berliner Str. 97 ( Passage) Die Dame mit der Maske mit Arlette Marchal, Fritz Kampers Das gute Belprogramm Süden Th. am Moritzplatz Anfang: W. 6.30, 8.45 U., S. 4, 6.30, 8.45 U. Cami'la Horn, John Barrymore in Wetterleuchten( D. rote Sturm) hoot Gibson in Der Mann mit der eisernen Faust Bühnenschau Schöneberg Beginn: W. 5, 6.30, 9 Uhr, Stg. ab 4 Uhr. Alhambra Beg W. 6.30 u. 9 Die Kamellendame mit N. Talmadge Der Tanzstudent mit Wili Fritsch Luisen- Theater Reichenberger Straße 34 Prinzessin Olala mit Carmen Boni Ein Mädel vom Zirkus Bühnenschau S. ab 3 Uhr Schöneberg, Hauptstr. 30 Stephan 150 Henny Porten in ihren 40 besten Rollen: 1910-1928. der sensationelle Querschnit film Große Bühnenschau irüher Titania( uta Schöneberg) Hauptstraße 43 6.30, 9, S. 3.15, 5, 7, 9- U Modellhaus Crevette Gärendes Blut ( Erwachende Jugend) = Charlottenburg Schlüter- Theater Schlüterstr. 17. W. 7, 9.15, Stg. ab 4U. Zuflucht mit Henny Porten Concordia- Palast Andreasstraße 64 Der Jazzsän er mit Al Jolson Der erste Kuß mit Anny Ondra LSP Lichtspiele am Senefelderplatz Titanic die Stadt der Träume Der Dämon mit Paul Wegener Don Juan in der Mädchenschule Kosmos- Lichtspiele Metro- Palast Steglitz Titania- Palast Beginn: 6.30, 9 U. Steglitz, Schloßstr. 5, Ecke Gutsmuthssu. Lee Pary in Die seltsame Nacht der Helga Wangen Auf der Bühne: Paul Heidemann, Heiteres Manny Zeener, Chanson Osten Germania- Palast Frankfurter Allee 314 Der Unüberwindliche mit Luciano Albertini Das gute Belprogramm Die ausgewählte Bühnenschau Beginn der ersten Vorstellungen: Wochentags 6 Uhr, Sonntags 3 Uhr Schwarzer Adler Frankfurter Allee 99 Woch. 5, 7 u.ca. 8,45, Stg. 3, ca. 5, 7 u.8.45 U. Margot Landa, Hans Brausewetter in Polnische Wirtschaft Auf der Bühne: Hurra, wir lachen! In der Hauptrolle: Henry Bender Viktoria Lichtbild- Th. Frankfurter Allee 48 Woch. 5,7 u. ca. 8.45, Stg. 3, ca. 5,7 u. 8,45 U Constance Talmadge in Hoheit incognito Null Uhr Bühnenschau Lichtenberg, Lückstraße 70-73 Der fesche Husar Marter der Liebe mit Olga Tschechowa Bühnenschau Friedrichsfelde Kino Busch Beginn täglich 5, 7.9 Uhr Alt- Friedrichsfelde 3, Ecke Rosent Str. Wean ela Weib den Weg verliert Elns, zwel, drei los! mit G. Ederle Nordosten ,, Elysium" OH Prenzlauer Allee 58 Der Jazzsänger mit Al Jolson Rev- Operette: Wie einst im Mai Weißensee Schloßpark Film- Buhne Berliner Allee 205-210 Qualen der Ehe mit Pola Negri Herz in Not Bühnenschau Norden Alhambra Müllerstraße, Ecke Seestraße B Leontines Ehemänner Belprogramm Bühnenschau Chausseestraße 30 lb Em Ramona, mit Dolores del Rio Bühne: D. Singer- Midgets- Revue Liliputaner, Elefanten usw. PROGRAMM für die Zeit vom 16. bis 18. Oktober Kristall- Palast Prinzenallee 1-6 Rasputins Liebesabenteuer Großes Belprogramm Große Bühnenschau Marienbad- Palast Badstraße 35/36 Modellhaus Crevette Das schwarze Kuvert m. H. Piel Große Bühnenschau Prinzen- Palast Pharus- Lichtspiele Prinzenallee 42-43 Müllerstr. 142 Sein letzter Befehl mit Emil Jannings Null Ubr mit Lionel Barrymore Nordwesten Welt- Kino Alt- Moabit 99 Rasputins Liebesabenteuer Das gute Belprogramm Gesundbrunnen , Alhambra" Badstraße 58 Abwege mit Brigitte Helm Unter falschem Verdacht mit Harry Plel Große Bühnenschau Ballschmieder- Lichtsp. Badstraße 1 Heimkehr mit Gustav Fröhlich Rasch ein Baby mit Karl Dane. Grose Bühnenschau Wasser hat Balken mit Buster Keaton Der Teufelsjunge mit Bux Barton Bühnenschau Pankow Palast- Theater Breite Str. 21 a. Beg. 6.30, 9 U. Papitou mit Josephine Baker Große Bühnenschau Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 Der Garten Eden m. Cor. Griffith Gr. Ausstattungsrevue( 16 Bilder) Bei uns?- Alie Tage Sonntag! Nieder- Schönhausen Film- Palast Blankenburger Str. 4 Prinzess' n Olala m. Carmen Boni Unter der Laterne mit Lissi Arna Reinickendorf- Ost Humboldt- Theater Bürgergarten- Lichtsp. Badstraße 19 Looping the Loop( Die Todesschleife) mit W. Krauß u. J. Jugo Beiprogramm Große Bühnenschau Hauptstr. 1 u. Lindauer Straße. Beg. 6.30 Totentanz der Liebe mit Greta Garbo Der esche Husar Opelwoche Bühnenschau Bergmann färbt! wäscht! reinigt! über 70 Filialen in Groß- Berlin..... Damen und Herren bringen uns jetzt ihre Kleider, denn der Herbst ist da.