Morgenausgabe De Jr. 493 A 250 45.Jahrgang Benic 85 Bt., monatlich 8,60 2. t noraus jahibar, Boftbezug 4.32 einschl. Bestellgelb, Muslandsabonne ment 6.- 2. pro Ronet Der„ Borwarts erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel Der Abend, Illustrierte Beilagen Bolt und Zeit" and Kinderfreund". Ferner linterhaltung und Wissen, FrauenStimme. Lenit"," Blid ta bie Bücherwelt" und Jugend- Berwärts 10 Vorwärts Berliner Boltsblatt Donnerstag 18. Dtober 1928 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Die et paltige Ronpareillezetle 80 Pfennig. Reflame eile- Reichs mart. Kleine Anzeigen bas ettge brudte Bort 25 Pfennig( zuläffig awe fettgebrudte sorte), jedes weitere Bort 12 Pfennig. Steuengesuche das erste ort 15 Blennig. jebes weitere Bort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Arbeitsmartt Beile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen annahme im Hauptgeschäft Linden Straße 3, wochentagl, von 81%, bis 17 Uhr. Rentralorgan der Gozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin S 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Donboft 292-297 Telegramm- Adr.: Sostaldemokrat Berlin Die Nächsten bitte! Rach der Kommunistenpleite die Stahlheimpleite. Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Bostichedkonto: Berlin 37 536. Bankkonto: Bank der Arbeiter. Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenftr. S Neuer Konfliktstoff in der KPR. Chartow, 17. Oftober.( Ost- Expreß.) Das kommunistische Boltsbegehren hat die Stahlhelm- Trokkismus lebt wieder auf.- Bauernfeindlicher Rechtsflügel auch unzufrieden. führung auf den Gedanken gebracht, auch ein Boltsbegehren zu veranstalten. Moden muß man mitmachen. Wenn die Kommunisten mit Hilfe eines Boltsbegehrens mobil machen gegen die Sozialdemokratie, warum foil der Stahlhelm nicht auf demselben Wege mobil machen gegen die Verfassung von Weimar? Also Sammlung im Zeichen des Boltsbegehrens hier wie dort. Nummer eins haben wir hinter uns, Nummer zwei haben wir noch zu erleben. Jetzt also ernst gemacht, ihr Herren vom Stahlhelm, schmiedet das Eisen, solange es heißt ist! Es ist die große Mode, daß die geschworenen Gegner der Berfassung sich begeistern für die demokratische Methoden der Berfassung. Nur zu, was dabei herauskommt, hat man am Boltsbegehren Nummer eins erfahren. Die Berlogenheit der Kommunisten hat ihre Strafe erhalten. Wenn es dem Stahlhelm nach gleicher Abstrafung gelüftet, mag er antreten. Das Stahlhelmvoltsbegehren wird eine würdige Fort fegung des fommunistischen Voltsbegehrens fein. Man muß fich erinnern, was ber Stahlheim ist und was er will. Partei bietet die Rede, die der Generalsekretär der Kommunistischen Intereffante Aufschlüsse über die Lage in der Kommunistischen Bartei der Ukraine, Soffior, dieser Tage in einer großen Berfammlung der Parteijunktionäre in Chartow gehalten hat. Koffior stellte fest, daß der Troffismus" fich wieder zu regen beginne, indem er die neueste Politik der Sowjetregierung auf dem Gebiete ber Getreide beschaffungen angreift. Der Berzicht auf 3wangsmaßnahmen gegen die Bauern und die neuerdings durch geführte großzügige finanzielle Hilfsaktion für die von der Mißernte betroffenen Gebiete würden von den Anhängern Tropfis in bemagogischer Weise als eine Unterstügung des Dorfes auf Kosten der Hunger und Kälte leidenden Ar. beiterschaft" verschrien. Tatsächlich wird von der troßriftischen Industrialisierung als das heute schon befolgte verlangt, was die Linksopposition nach wie vor ein noch schärferes Tempo der Partei, was Kofflor jest wieder betonte, als eine Verkennung der wirtschaftlichen Möglichkeiten des Sowjetstaates ablehnt. teilungen Koffiors über die offenbar zunehmende Wichtiger als diese Bolemit gegen die Troßkisten sind die Mitbauernfreundliche Rechtsopposition in der Partei. " dustrialisierungsprozesses, warnt vor überstürztem Begünstigung der leichten, etwa der Textilindustrie. die die Artikel Ausbau der Schwerindustrie und fordert im Gegensatz dazu eine des bäuerlichen Bedarfs liefert und daher auch eine politifch wertvolle Sufriedenstellung der Bauermassen verspreche. Die Rechtsopposition ficht beispielsweise auch den Bau des Riesenkraftwerfs Dnjeprostoj" und den großen Erweiterungsplan für die Kohlenindust erie des Donezbedens mit sehr fritischen Augen an. Hinsichtlich der Bauernpolitik gehen die Rechtskommunisten unter dem Eindruck der gegenwärtigen Getreidekrisis so weit, daß fie agrarpolitische, steuerliche und andere 3ugeständnisse an die Großbauern verlangen und die Zweckmäßigkeit der toſtspieligen Sowjetlandgüter sowie der sogenannten Kollektiomirtschaften in Zweifel ziehen. Es ist bemerkenswert, daß Rossior es für nötig hielt, den Gerüchtemachern" entgegenzutreten, die vom Borhandensein einer solchen ,, Abirrung nach rechts" fogar im Moskauer Politbüro zu berichten wiffen. Demgegenüber verficherte Stoffior, daß es weder in Moskau noch in Charlow irgendwelche Rechtsströmungen in der Barteileitung gebe. Als unbegründet bezeichnete er auch die Gerüchte über einen angeblich bevorstehenden Kirswechsel in der Gomjetukraine, von welchem gewisse Barteitreise eine Dämpfung der Diese wünscht sich gerade eine Berlangsamung des In- ihnen unbequemen Utrainisierungspolitit erwarten. Oftoberniederlage! Der Zusammenbruch des fommunistischen Volksbegehrens. Diefe Organisation, angeblich eine unpolitische Zufammenfassung ehemaliger Frontsoldaten, war von Anfang an die stärkste Hoffnung aller gegen die Republik gerichteten putfchistischen Kräfte. Im November 1923 in der großen Krise des jungen Staates und dem Putschlampfhielt der Stahlhelm feine Stunde für gelommen. Herr Seldte, der Bundesführer des Stahlhelms, erschien bei bem Reichstanzler Stresemann und stellte ultimativ die folgenden Forderungen: Auflösung des Reichstages, Ausbootung der Sozialdemokratie aus der Preußenregierung, Einjeßung eines Reichsvermejers mit bitta torischer Bollmacht. Er legte einen Entwurf über die Dittatur vor. Herr Seedt sollte zum Reichsverweser ernannt werden. Ein Direktorium sollte den Reichstag auflösen und regieren, die preußische Schutzpolizei sollte unter den Befehl Seedts gestellt werden. Jeder Streit sollte verboten werden, Standgerichte sollten die Todes= ftrafe verhängen gegen Auflehnung gegen den ReichsverDer Oftober ist ein böser Monat für die Kommunisten. wefer und gegen Streitbeger, jedem Streit sollte durch ErOktoberniederlage- das Wort bezeichnet in ihrer Ichießung jedes zehnten Streitenden entgegen Geschichte den Zusammenbruch der politischen Hoffnungen im getreten werden. Die Stärke der deutschen Arbeiterbewegung Ottober 1923. Damals glaubte man in Mostau an bat Deutschland vor diesem Wahnsinn bewahrt. die bolschewistische Revolution in Deutschland, um so größer war der Zorn, als sie ausblieb. Ein furchtbares Stra fgericht folgte. Brandler famt seinen Freunden wurde verantwortlich gemacht. Er wurde abgesetzt und mußte nach Rußland gehen, wo er zur Strafe unpolitische Arbeit ver richten mußte. Biele Funktionäre flogen in hohem Bogen. Man hoffte in Mostau auf einen entscheidenden Stoß gegen Oftober 1928 die Niederlage ist nicht minder groß. die Sozialdemokratie, und erntet grenzenlose Enttäuschung. Die Hoffnungen sind dahin, und mit ihnen die gewaltigen Mittel, die diese Aftion gekostet hat. Das Strafgericht mird folgen. Wehe den Besiegten! In tonsequenter Fortführung dieses Diftaturwillens erflärte das Stahlhelmhandbuch vom Jahre 1925: Die Diktatur wird einen Führer haben, der durch seine Bru talität und Belastung mit blutiger Arbeit nicht der Mann sein fann, um durch Reformen Bunden zu heilen. Es bleibt nichts anderes übrig, als bei der Erneuerung mit der Zeitung der Aufgabe in Zerstörung und Reform und der historischen Mission der Diftatur zu rechnen, als umumgängliche Notwendigkeit ihrer furzfristigen, blutigen und mutigen Herrschaft. Am Verfassungstag 1926 erklärte das offizielle Organ des Stahlhelms: Der Weg zu Deutschlands Freiheit geht nur über die Leiche der Weimarer Berfassung. Rein Ausweg? Nein!" Im Dezember 1927 aber es ist noch fein Jahr her prach Herr Franz Seldte, der Bundesführer des Stahlhelms, in München: Er denke sich die weitere Entwicklung etwa folgendermaßen, baß eines Tages ein Reichskanzler, wenn ihm der Reichstag sein Mißtrauen eusspreche, nicht zurücktreten, sondern dies sagen werde: hr habt auch nicht mein Vertrauen, und ich beurlaube Sie daher. Ich habe eine Batterie auffahren lassen, um Ihnen beim Berlaffen dieses Hauses einen Ehrenfalut zum Abschied zu geben." Es könne sein, daß unter den Abgeordneten sich ein alter Soldat befinde, der aus dem Fenster sehen würde, daß bei den Geschüßen fcharfe Munition läge und daß die Geschüße auf das Gebäude geridtet seien. Das sei seiner Auffaffung nach fein Butsch, sondern geDiffermaßen ein falter Drud von oben. Aber das alles huge nichts, wenn er nicht Fachminifter für die verschiedenen Aufgaben zur Verfügung habe, und deshalb habe er eine Liste von Beuten, benen er dann die verschiedenen Aemter übergeben werde, Leute für die verschiedenen Wirtschaftsfragen usw." Das ist das politische Gesicht des Stahlhelms von 1923 bis 1927, gezeichnet an Hand offizieller Erklärungen seiner Sührer! Illufion und Wirklichkeit. Am 29. September berichtete die Rote Fahne": Die gestrige arbeitsreiche Konferenz jämtlicher Be.. triebstomitees und Bezirksausschüsse von GroßBerlin zeigte den großen Fortschritt, der bisher in der Agitations- und Bropagandatätigkeit für den Volksentscheid zu verzeichnen ist. Das einleitende Referat hielt für den Bollzugsrat des Reichsausschusses für Volksentscheid Landtagsabgeordneter Genosse Karl Schulz. Er wendet sich dann scharf gegen die Sabotage der Durchführung des Boltsentscheids durch das Reichsinnenministerium. Trogdem nimmt die Bolksentscheidsbewegung einen immer größeren Umfang an, bis zur Stunde find 36 Organisationen bem Reichsausschuß angeschlossen. Wenn alle Kräfte angefpannt werden und nichts unversucht bleibt, dann müssen für den Berliner Bezirk 850 000 Einzelánungen aufgebracht werden. und das Frauenwahlrecht sollen nicht angetastet werden nicht einmal die verhaßten Farben Schwarzrotgold! Es ist ein ,, nationales" Boltsbegehren, das nicht einmal die schwarzmeißrote Reichsflagge verlangt! Was will also der Stahlhelm? Dasselbe wie die Kommunisten: unter dem Vorwand des Bollsbegehrens Gleich Propaganda treiben für das eigene Geschäft. zeitig mit der vorbereitenden Propaganda für dies Boltsbegehren läuft die Propaganda des Hafies gegen die Republik, ihre Berfassung und ihre Vertreter. Der Stahlhelm marschiert zu Kundgebungen gegen die Republik, in seinen Reihen marschieren die preußischen Brinzen, der Entel- Prätendent, den Hugenberg erforen. Haß gegen die Republif im Namen des fommenden Raiserreichs damit ift der politische Sinn dieses Boltsbegehrens schon beffer bezeichnet. Es ist die Unehrlichkeit der Rommunisten ins rechts raditale überlegt. Der Weg zur Stahlhelmfreiheit, der noch vor zwei Jahren hur über die Leiche der Verfassung von Weimar führen sollte, bird nun über ein Boltsbegehren eingeschlagen auf Grund der Berfassung von Weimar. Der Kretin von Beimar" mird zur Basis, auf der der Stahlhelm zu neuem Leben erblühen will: Gefeßlichkeit zur Abschaffung Der Gefeßlichkeit, Benuzung der Berfassung zur Zerschiagung der Berfassung. Boltsbegehren gegen die Berfaffung von Beimar! Die Herren find allerdings jeiden geworden. Es ist nicht mehr die Rebe von ber Dittatur, den Standgerichten, von der Dezimierung der Arbeiterschaft. Direfiorium und Reichsverweser sind in der Wir glauben allerdings taum, daß die Leute vom Stahl Berjantung verschmunden, das allgemeine gleiche Wahlrecht i helm heute von ber tommunistischen Modeerfindung noch so Die Konferenz gab allen Teilnehmern die feste 3uperlicht, daß im Berliner Bezirt das gefteilte Soll an Eintragungen zum mindesten erreicht werden wird." So die Illusian. Die Wirklichkeit: 413 949 Eintragungen, noch nicht die Hälfte des gestellten Soul! Bei 36 angeschlossenen Organisationen. Teilergebnisse des Volksbegehrens. Bisher liegen die folgenden vergleichbaren Ergebnisse des Voitsbegehrens vor: Berlin Hamburg Leipzig. Dresden Chemnit Halle Blauen Magdeburg Bremen. . KBD- Stimmen am 20, Mai Boltsbegehren 413 949 611 000 40 500 112 636 35 811 70 088 17557 42 637 15 831 38 000 13 130 28 500 2651 10 398 4628 18 764 9119 19 622 7429 21140 Kiel. 1935 Botsdam 448 1369 Bahlkreis Düsseldorf- Ost. 81 495 238 755 Frankfurt a. M.. 15 350 36 000 8847 22 159 3830 14 064 3 685 5 000 13 500 973 690 668 43 756 2356 1 345 444 Altona Mannheim Hannover Braunschweig Köln. Brandenburg. 9,000 begeistert sind wie vor drei Wochen. Entfeßt erheben die wohlwollenden Gönner des Stahlhelms beide Hände. Der Generalleutnant Karl v. Schoch, Mitglied der Deutschen Bolkspartei, beschwört sie, abzulassen von ihrem Tun, das völlig aussichtslos fei und nur den Gegnern des Stahlhelms nuße: ,, durch solche Stürme mit unzulänglichen Mitteln wird die Festung der Weimarer Verfassung nicht nur nicht erschüttert, sondern immer unangreifbarer; denn jeder abgeschlagene Sturm bedeutet zugleich den vollen Triumph der Gegenicite." Die Pleite des fommunistischen Bruders schreckt ab. Wer an das Bolt appelliert, muß ihm ehrlich und mit festem ernsten Ziel gegenüberstehen. Die Taftit der bauernschlauen Hinterlift, des Mißbrauchs des Boltsbegehrens zu grober Demagogie führt zum wohlverdienten Zusammenbruch. Eine heilsame Lehre! Wenn es jedoch dem Stahlhelm gelüftet, diese Erfahrung zu wiederholen, nur zu! Er ist der nächste Anwärter für die nächste Bleite! Trockene Guillotine. Wie sich Stalin seiner Gegner entledigt. Das Berliner Organ des Lenin- Bundes berichtet: ,, Die in der öffentlichen Bersammlung des Lenin- Bundes am 11. Oftober gemählte Delegation wurde am Sonnabend beim ruffischen Botschafter Krestinski vorstellig, um den Brotest Berliner revolutionärer Arbeiter gegen die langsame Bernichtung der russischen leninistischen Bolsche wifi nachdrücklichst zum Ausdruck zu bringen und die sofortige Freilassung der verbannten Leninisten zu fordern. Am Sonnabend mar Rrestinfti für die Arbeiterbelegation nicht mehr zu sprechen, da schon Betriebsfchluß" mar. " Bei dem erneuten Bersprechen der Genossen am Montag auf der Botshaft war Krestinsti„ verreist". Die Delegation wurde schließlich von seinem Sekretär Jacubo with empfangen. Dieser versuchte, die vom„ Boltswillen" gebrachten Meldungen als „ Bürgerliche Lügenmeldungen" hinzustellen, mußte jedoch nichts zu erwidern, als die Genossen der Delegation ihm erklärten, daß auch feinerzeit bei der Berfchidung der Berbannten die Botschaft als auch die„ Rote Fahne" sofort mit Dementis zur Hand waren, nach einigen Tagen jedoch die Berbanmung zugeben mußten. Darauf versuchte der Bertreter Krestinskis, die Genoffen ab zu wimmeIn, indem er erklärte, daß das nicht Sache der Botschaft sei, sondern baß fie ihren Protest bei der Partei anbringen müßten. Auch hierauf blieben die Genossen nicht die Antwort schuldig. Sie erklärten, daß diese Methode des Abwimmelns bei ähnlichen Gelegenheiten von den kapitalistischen Botschaften angewendet würde( rumänische und italienische Botschaften), und es charakteristisch für die Entartung der Sowjetregierung sei, wenn ihre Bertreter die gleiche Methode anwenden. 3. fonnte nicht bestreiten, daß nach dem Alarmschlagen durch den„ Boltswillen" die Stalinleute gezwungen waren, den schwer ertranften und in Lebensgefahr schwebenden Genoffen mittels Flugzeug Arzthilfe zu schicken. Daburch wird erstens zugegeben, daß die Genossen in Gegenden verschickt wurden, wo teine Bahnverbindung und nicht die primitiv. Sten Hilfsmittel vorhanden find; zweitens, daß die Berbannten ernst. haft gefährdet find." Die asiatischen Methoden des Parteikampfes in der ruffischen fommunistischen Partei werden durch diesen Bericht ins rechte Licht gerückt. Abkehr von der KPD. Ceipzig, 17. Ottober.( Eigenbericht.) Der frühere Reichsvorsitzende der kommunistischen Jugendverbände, der bisherige Bezirkskassierer der kommunistischen Jugend, Werner Kosch el. hat seinen Austritt aus der Kommunistischen Bartei erflärt, da er die korruptions und Phrasen. politit in der Kommunistischen Partei nicht länger mitmachen will. Kofchel ist zur Sozialdemokratie zurückgekehrt. Er hat einen Offenen Brief an die Bezirksleitung der KPD. gerichtet, in dem er erklärt, daß er nicht länger den Arbeiterverrat mitmachen Lönne. Der Bölkerbund als Keimzelle. Ein Geleitwort Hermann Müllers. Die Deutsche Liga für Böllerbund gibt eine neue Monats. fchrift Bollerbund heraus. In dem ersten Heft hat Reichskanzler Hermann Müller folgendes Geleitmort geschrieben: ,, Bereits in der letzten Zeit des Weltkrieges habe ich mit Politikern der verschiedensten Parteien, wie mit Erzberger, Gothein, Giesberts, Dernburg und Profeffor Frante, für den Gebanten ber Gründung eines Völkerbundes Werbearbeit geleistet. Ich bin darin nicht irre geworden, als die Entente das Bölferbundsproblem zu nächst auf ihre Art löste, indem sie Deutschland vorerst vom Bölkerbund ausschloß und sich nur bemühte, die Neutralen sich anzugliedern. Ich bin in diesem Jahre zum ersten Male zur Völkerbundlagung Genf gewesen. Auch unter Berücksichtigung meiner dort ge fammelten Erfahrungen fage ich:, Der Bölferbundsgedanke muß lebendig bleiben, wenn es gelingen soll, die Gedanken an Kriegs- und Gewaltpolitit abzuiöten. Die Massen der Völker wollen in allen Ländern nach ben furcht baren Erlebnissen des Weltkrieges vom Kriege nichts mehr wissen. Gerade deshalb ist, solange der Bölkerbund in lebenswichtigen Fragen, wie der Abrüftungsfrage, versagt, Stritif am Wirten des heutigen Bölferbundes ebenjo nötig, als es andererseits geboten ist, den Fortschritt anzuzeigen, den der Bölkerbund durch sein einfaches Dafein als Maschinerie zur Kriegsverhütung darstellt. Es bleibt babei: der heutige Bölterbund soll die Reimzelle einer besseren Organisation der Bölker sein, aus der sich ein Organismus entwickeln muß, der künftig den Ausbruch eines jeben Krieges verhindert." Die neue Monatsschrift enthält zu allen Völkerbunds fragen Chronit, Materialien, Kritif", dazu größere Aufsäge über die verschiedenen internationalen Probleme, die mit dem Böllerbunde zusammenhängen. Bethlen auf Stresemanns Wegen. Abwehr gegen die ungarischen Hugenberger. Budapest, 17. Oftober. In einer Konferenz der Regierungspartei warf Ministerpräsibent Graf Bethlen einen Rückblick auf die außenpolitischen Ereignisse in vergangenen Sommer und wies die Borwürfe ein zelner oppositioneller Politifer und Zeitungen zurüd, daß die Regierung feige und untätig, noch immer teine amtli hen Schritte im Interesse der Revision des Friedensver trages unternommen habe. Er müsse nicht nur die Partei, Bor fünfzig Jahren. Wilhelm Liebknecht gegen Schandgesetz und- Bolschewismus! Berlin, 18. Oktober 1878. Wilhelm Liebknecht gab zum Schluß feiner Rede gegen bas Sozialistengeses eine grundsägliche Erklazung über die Stellung der Sozialdemokratie nicht nur zu dem Gefeh, sondern auch zu der gesellschaftlichen Entwicklung im ganzen ab. Diese wichtige Schlußerklärung lautet: Meine Herren, was nun die Wirkungen des vorliegenden Geseyes betrifft, so machen wir uns in bezug auf die Natur und Tendenz desselben durchaus keine Juusion. Ich sagte Ihnen schon vorhin: ob die Faffung ein bißchen mehr oder weniger scharf ist, it pollkommen gleichgültig; wir wissen, daß wir es mit einem Gegner zu tun haben, der entschlossen ist, seine macht zu gebrengen, wir wissen aber auch, daß die Machtmittel, über die die Gegner verfügen, nicht imtim stande sind, unsere Partei zu pernigten! Lassalle hat einmal von sich gesagt: Jch bin gewappnet mit der Wissenschaft meines Jahrhunderts. Dieses stolze Wort ruft Ihnen die Sozialdemokratie entgegen: B Die Sozialdemokratie ist gewappnet mit der Wissenschaft ihres Jahrhunderts; die Sozialdemokratie vertritt die Kultur unseres Jahrhunderts. Ohne die Wissenschaft zu zerstören, ohne die Kultur zu vernichten, können Sie der Sozial.demokratie nicht zu Leibe gehen, und die moderne Kultur wird jedem reaktionären Anprall siegreich widerstehen! Ja sagte, die Wissenschaft ist mit uns, und wir sind mit der Wissenschaft. Ja, mein Herren, die Wissenschaft ist genötigt, 3eugnis abzulegen füz die Sozialdemokratie, und wie mein Freund Bebel in seiner Rebe bei erfter Lesung des GeYeges es Jhnen hier an vielen Beispielen nademiesen hat, so ist dies auch in vollstem Maß geschehen, und es wird weiter gechehen. Also gestüt auf die Wissenschaft, geftüht auf die Kultur, gefügt auf unser gutes Recht sehen wir ruhig dem entgegen, was da kommen möge. Jn der kommenden 3eit der Reaktion wird die Sozialdemokratie sich vertiefen, fich Jammeln. Glauben Sie nicht, daß wir uns irgendwie werden proDozieren lassen zu Akten, die man als Aufruhr, als Hochverrat, als Aufforderung 3um Umstur 3 usw. auslegen könnte. Durch unsere Agitation ist die Sozialdemokratische Partei so gut diszipliniert und organisiert, so wohl geSchult und so gründlich eingeweiht worden in die Entwicklungs- und Bewegungsgefeße des Staates und der Gesellschaft, daß keiner unserer Parteigenossen nur einen Moment den Gedanken fassen kann, durch irgendeinen Putsch, einen gewaltsamen Schlag die Dermirklichung unserer Ziele rascher herbeiführen zu wollen. Im Gegenteil, jeder der Unstigen weiß, daß jedes gewaltsame Eingreifen in das Walten der Bewegungsgesche nur denjenigen schaben hann, welche es versuchen, und solch gewaltsames Eingreifen überlapjen mir daher unseren Gegnern. Sie, meine Herren( zur Mrjozität), Sic arfeiter durch dieses Gefes filz uus mb merden für uns arbeiten. Schon Reichstag am 13. November. Panzerfreuzerantrag der Sozialdemokratie. Das Plenum des Reichstags wird voraussichtlich am 13. Rovember zu seiner ersten Sigung nach den Sommerferien zusammentreten. Als Beratungsstoff ist zunächst an eine außenpolitische Debatte über die Genfer Berhandlungen gedacht. Daran wird sich die Aussprache über den schon vorliegenden tommy. mistischen Antrag somie über den noch ju erwartenden Antrag der Sozialdemokraten gegen die Fortführung des Panzer. treuzerbaues anschließen. Da ber Etat für 1929 dem Reichstag erst Ende November zugehen wird, ist seine erste Lesung erft für Anfang Dezember zu erwarten. Teilwahlen am 2. Dezember. In den neugebildeten preußischen Gemeinden. Die Wahlen zu den Barlamenten der aus Anlaß der Auflösung der Gutsbezirke oder durch die Bereinigung mehrerer Gemeinden in Breußen neugebildeten Gemeinden haben auf Grund eines Runderlasses des preußischen Innenministers a m 2. Dezember ftatzufinden. Die Wählerlisten müssen spätestens vom 28. Oftober 1928 ab zwei Wochen lang öffentlich austiegen; unter allen Umständen soll dafür Sorge getragen werden, daß alle mahlberechtigten Einwohner ber aufgelösten Gutsbezirke in die Wählerlisten eingetragen werden. Soweit der Wohnitz oder der Aufenthalt in einer Gemeinde für Rechte und Pflichten maßgebend ist, wird im Falle der Bereinigung mit oder der Zusammenlegung zu einer neuen Gemeinde der Wohnfig oder der Aufenthalt in dem vereinigten( zusammengelegten) Ge angesehen. diese Debatten hier, die zahllofen Seitungsartikel, die ganze Literatur, die durch dieses Gefes hervorgerufen worden ist, haben uns außerordentlich genügt. Die Geschichte der letzten Monate in Deutschland, die Wahlen, alles hat sich um die Sozial. demokratie gedreht! Weine Herren, großartigere propaganda für die Sozialdemokratie hätten Sie beim beften Widen nicht machen können. Wenn Fürst Bismata im Ernft und mit Absicht das wäre, was Lassalle einmal scherzhaft von ihm gefagt bat, nämlich der Bevollmächtigte Coifalles, er bare nicht anders handeln können. Jedenfalls wären wir nie und nimmermehr imftande gewesen, in dieser Weise Propaganda machen für unsere Partei. Durch dieses Gefes wird das Feld unserer Propaganda erweitert, Sie werden jeden Manu wurde schon hingedeutet, der ein Gefühl hat für Rec und Freiheit, der sympathisert mit den Unterdrädten, den werden Sie nötigen, sich der unterdrückten Partei anzunehmen, sich auf ihre Seite zu stellen. darauf Und was wird die Folge sein? Die Sidel dieses Ge fetes, von der man glaubt, daß sie bloß die Sozialdemokraten treffen könne, fie wird in weiten und weiteren Kreise geschwungen werden, gegen die bürgerliche Demokratie, grgen die Fortschrittspartei, ja gegen den Liberalismus bis herab zum Herrn Lasker. Meine Herren, wiegen Sie sich nicht in Jufionen, das Wört chen„ Jozialistische Bestrebungen", sozialdemokratische Bestreba gen",„ hommunistische Bestrebungen ist ein 3wirnsfaden, über den die preußischen Richter nicht gestolpert wären, und über die ein preußischer Polizist gewiß nicht stolpern mir Sozialist wird bald jeder genannt werden, der der Regierung mit licbig ist. Es haben ja bekanntlich au bis parteinamen ihre Geschichte. Ziehmen wir zum Beispiel die Geschichte des Wortes Sozialdemokrat", sozialdemokratisch. Ledru Bol lin, einer der fanatischsten Gegner bes Sozialismus und der Pariser Kommune, wurde im Jahre 1848 als Sozialdemo krat gewählt, und Ledru Rollin ist bis zu seinem God geblieben, was er von Anfang an war. Der Begriff, welchen das Wort Sozialdemokratisch nach der Februarrevolution in Frankrei hatte, ift ziemlich identisch mit dem, was man heute in Denisd land unter„ bürgerlichdemokratija versteht. Eine a liche Wandlung, nur umgekehrt und ridwärts, wird das Bott jezt in Deutschland machen. Und, meine Herren, wenn dann einmal die Partei der Sozialdemokratie unterbrädt ist, glauben Sie nicht, daß dann gerade so, wie man früher die leiseste libe zale Regung als demokratisch denunzierte, man jett jeden Oppositionsgedanken als sozialdemokratischen Gedanken verfemen wird? Mit uns, mit der Sozialdemokratie it über haupt die Freiheit geachtet, die preßfreiheit, die Dereinsfreiheit, alle Derfassungsrechte sind durchbrochen, geopfert durch dieses Geseh. Uun, das Opfer hann nicht mehr gehindert werden, wir haben ja den Dertrag ratifiziert vor uns liegen, das Opfer der Freiheit wird gebracht werden. Die Derantwortlichkeit baflix falle auf biejenigen, welche es bringen Der Tag wird kommen, mo das deutsche Dolh Rechenfchaft fordern wird für dieses Attentat an jainer Wohlfahrt, an seiner Freiheit, an seiner Ehre! volle Anwendung der Fahrpreiserhöhung des neuen Tarifes af bie Kindererholungsfürsorge würde offo für den Kinder Sonder tarif gegenüber dem Rormaltarif und den übrigen Ermäßigungen eine unbillige Härte bedeuten, die zu einer mefenitiden Einschränkung der Fürsorgemaßnahmen führen müßte. Da die Be nugung von Schnellzügen für Kindertransporte jeweils pon eit befonderen Genehmigung abhängt, müßten mindestens die Zuschläge in Fortfall kommen. Die Thüringer Dauerfrise. Auch Bauers Verhandlungen gescheitert. Weimar, 17. Oftober.( Eigenbericht.) Thüringen, der polfspartelliche Abgeordnete Bauer, hat haute Der nührige Unterhändler für die Regierungsbildung in abend folgende offizielle Meldung ergehen lassen: Die Berhandlungen, bie anscheinend in ben legten Tagen günstig verliefen, find heute abend mider Erwarten ergebnis: los geblieben. Der Unterhändler hat sich zunächst noch meitere Schritte vorbehalten." nisterliste aus zwei Fachministern und fünf Staatsräten, in bie fich Wie wir weiter erfahren, bestand die zuletzt verhandelte M Landbund, Bolkspartei, Wirtschaftspartei und Demokraten fo teilen sollten, daß die letzteren je einen Siz, der Landbund zwei Sige erhalten sollte. Sanbbunb und Wirtschaftspartei aber haben diese Lösung für nicht ihren Jntereffen ge nigen b angefehen und haben beshalb die Berhandlungen zu bent oben geschilderten Ergebnis fommen lassen. Man darf annehmen, daß der voltsparteifiche Unterhändler ohne weitere Fühlungnahme mit den bürgerlichen Bartelen die zu lezt von ihm vorgeschlagene und von uns fizzierte Bifte bent Bandtag zur Annahme empfehlen wird, fondern das ganze Land vor der Meinung warnen, daß auf mach- biet als Wohnfig oder Aufenthalt in der neugebildeten Gemeinde Gefängnisurteil gegen Schulrat Dudel tige Trompetenstöße die Mauern von Jericho zusammenbrechen mürden. Zur Lösung dieser Frage bedürfe es vor allem gün sti ger außenpolitischer Ronstellationen. Die unga Folgen der Reichsbahntariferhöhung. rische Regierung habe sich bisher jebes amtlichen Schrittes in der Folgen Revisionsfrage pflichtgemäß enthalten. Andererseits achte ste natürlich forgjam darauf, daß bei der Verhandlung über andere Fragen und bei dem Abschluß von Verträgen nichts geschehe, mas eine Revision präjudizieren würde. Jedenfalls wäre es durchaus verfehlt, toenn man die Frage der Revision zur Grundlage der Baricipolitif machen wollte. Den Repifionsgebanten fömme feine einaige Partei für jih allein in Anspruch nehmen, denn diese Fraze fei nicht Sache einer Partei, sondern der ganzen nation. Graf Bethlen beschäftigte sich sodann mit immerpolitischen Fragen. Reichstagsabgeordneter Dr. Cobe, früher Senatspräsident beim Reichsgericht, der als Mitglied der Boltsrechtspartei nom Wahl. frets Channig in den Reichstag gemählt worden ist, ist der demokratischen Reichstagsfrattion als Hospitant bel getreten. Er wird im Strafrechtsausschus des Reichstages einen Siz der Demokratischen Partei einnehmen. Starfe Mehrbelastung der Wohlfahrtsämter. „ Berrat militärischer Geheimnisse" erwiesen(?). Staffowl, 17. Ottober. Rach fünfstündiger Berhandlung, die unter Ausschlus der Deffentlichkeit stattfand, wurde heute im Bolfs bundprozeß Schulrat Dubef zu 1% Jahren Gefäng und fünf Jahren Ehroerluft perurteilt, unter Anrechnung von vier Monaten und 19 Tagen Untersuchungshaft. In der Uriellabegrün bung wird gesagt, daß die dem Gericht vorliegenden Beweisstüce nicht gefälscht sind, so baß nach dem Gefeß über Berrat mili. tärischer Geheimnisse ein Schuldig ausgesprochen werden muß. Die Erhöhung der Eisenbahntarife wirft fich sehr ungünstig auf die Wohlfahrtspflege aus. Benn bisnis( entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts. Reb. b. 23.") her bei der Entfernung von gefundheitlich gejährbeten Kindern in Land- und Sceaufenthalt die Kosten für die Hin und Rückfahrt 5 Broz der Kurtosten überhaupt ausmachten, so werben, wie von der Zeitschrift„ Die Wohlfahrtspflege in der Rheinproving" fest gestellt wurde, nach den neuen Bestimmungen die Fahrtkosten einen Anteil von mindestens 16 Bro3. erfordern. Das wird bei einer 3ahl von 350 000 Stindern, bie jährlich zur Entsendung fommen, eine gewaltige Mehrbelastung der deutschen Bobi fahrtsämter ergeben. Während bisher die Deutsche Reihsbahn aus den Transporten der Stindererholungsfürsorge eine Einnahme von 1,6 Millionen Marf erzielte, würde der Betrag bei voller Anwendung des neuen Tarifes auf 3,2 Millionen Mart steigen. Die Generaldirektor des Boltsvereins für das katholische Deutschlan Brauns Leiter des fatholischen Bolksvereins. Der langjährige Dr. Hohne, ist zurüdgetreten. Zu seinem Nachfolger wurde vom Borstand der von der Leitung des Boltsvereinsverlages bisherige Reichsarbeitsminister Dr. Brauns gewählt, der bereits früher jahrzehntelang bei der Boltsvereinszentrale tätig mar. �r. 493• 45. Lahfgang 1. Beilage des Vorwärts Oonnersitag. 15 OttsSer 1925 Der Tod des Abiturienten. Erschütternde Szenen im Schülermordprozeß. esse«. 17. Oktober. NFigsnbericht.) Nachdem der Lngeklogte im Wordprozeh jiußmann- k>aude fem Leben geschildert und dabei misdrfitflich auf(eine Un. 'chulh hingewiesen hott«, fem In der heutigen Verhandlung eine SUihe von Briefen zur Verlesung, die Huhmonn im llntersuchungs> gkföngnis gelchrieben hatte. Er hatte versucht, dies« Briefe aus dem Gefängnis herauszubringen. Sie waren im wesentlichen an Mitschüler von ihm gerichtet, deren Zeugenaussagen für ihn und fe nen Prozeh in Frage kamen. Die Briese waren dem Gericht in die Hand« gefallen. Huhmonn spricht ungeschminkt über sein« Erlebnisse in> Ck- fongnis und über solche Mitschüler, die nicht günstig über ihn aus- gesagt hrtten. Sn-l'«sond-?e scheint Huhmann sehr wenig gut aus «inen Gesangenenausseher zu sprechen gewesen zu sein, den er mit sehr dra st Ischen Schimpfworten belegt«. � tlus die Froae. wie er zu derartigen Ausdrücken kone«. er- klärte der Angekiagt«, doh er damals sehr aufgeregt gewelen sei. »in einem Brief schreibt der Angeklagte folgendes:„Entweder ist die Welt oder bin ich, ober einer von uns beiden ist verriiett. Mir ist alles wie ein Traum, oder ist es Dirtlichteü? Sic meine Nerven dos nur aushalten." Er fäbrt dann fort: „Do als deutscher Zunge, als Slohlhelmer. da wrihi. wo« da zu tan haben wirst." Im weiteren Berlouf der Verhandlung wird als Zeuge Doubes Baiar. der Rektor Daube, vernommen. Sehr leise sprich»«r die Eidesformel nach. Gegen Ii 12 Uhr fei er in der fraglichen Nacht müde zu Bett gegangen. Gegen Morgen habe er plüstlich Hilfe rufe gehört und feine Frau nach der Zeit geiragt: c» fei iH Uhr gewesen. Die Länge der Zeit zwischen den Hilferufen und der angegebenen Stunde kann der Zeuge heute nicht mehr angeben. Es habe sich um longgezogene Ruf« pehaiidelt. die sich vielleicht dreimal wiederholt hätten. Auf eiuinol stich« sich Licht in dem Spiegel feines Schlafzimmers reflektiert, worauf er ein« Stimme gehört habe:„Ich glaub«, hier liegt jemand, den man..." Der Bat«« kann vor innerer Bewegung nicht weiter sprechen. Auf die Frage des Borsch enden, ob er bei der ersten Vernehmung gesagt hob«, doh er während der Hilserin« schweres Röcheln vernommen habe,«rwidene Rektor Daube, daß er sich d-üen nicht mehr«rinnern könne. Aber es werde schon so gewesen sein. Hier- aus hob« er mit H u h m o n n gesprochen, der inzwischen ein- getrvsfen war. Huhniann habe iiwn gesagt, dah er mir Helmut zusammen gewesen sei. Er hob« Helmut gequält, ihn nach Hause zu begleiten. Huhmonn habe gerötet» Augen gehabt und einen verhältnismäßig ruhigen Eindruck gemocht. Er habe besannen« Antworten gegeben und erklärt, daß Helmut nüchtern ge- wesen sei. Hußmann!mbe eesogi:„Hai»« ich ihn doch nicht allein Vach Hause gehen losten, liriu habe ich die Schuld. Hußmonn l>ab« Blutslecke ausgewiesen. Aus di« Frage nach dem Herlommen dies«? Flecke, habe er erroirdert:„Bau den o ß e n". Ich hott« icn Eindruck, daß die!« Antwort Hußmanns sehr schnell. tarn. Hußmann wurde van Beamten oufgesordert, die Schuh« aüszu- .'iehen. Hußmann sraaie mich, ob ich an ihn glaub«. Da? he- saht« ich Hußmann antwortet«: �hievsür Irank« ich Ihnen mein ganzes Leben". Hußmcnn wollte nun nach Haine und mar hier- bei verhältnismäßig aufgeregt. Mit keinem Wr-rt sprach er mir de» Bedauern aus. Ich wurde mißtrauisch und kannte iricht mehr milansehen, daß.Hußmann neben meiner Tochter Elisabeth faß. Dies war rein gefühlsmäßig. Dann ober nahm da» Mißtrauen zu. Ich machtr mir Aufzeichnungen und beob- achtet«. Später kam Kommissar Klingelköller und hatte einen Mantel aus dem Arm. an dem Ich sehr frische«, rotes Blut sah. Zch sagle Immer wieder zv hußmann:.Karl. Karl! woher kommt das Blut?" Hußmann gab keine Antwort, blieb ober ruhig. Auf die Frage des Vorsitzenden, wie sich Hußmann am Tage noch dem Morde be- Nammen bab«, erwiderte Daube, daß Hußmann nach dem Abitur nicht bei ihm gewesen sei. Vors.: Hat Hußmann Ihnen ein Bei- leidsschreiben gesandt? Doub«: Rein, die ganze Ruh« Huß- moirns war mir ausfällig. Siootsonwoli Schneider: Ihr erster Verdacht entstand zunächst rein gefühlsmäßig und entwickelt« sich dann oerstondesgemäß? Zeuge Daube bejahte dies- Verteidiger Ruschen son Rektor Daube): Ist es denn richtig, daß Sie am Ereitog abend Hußmann aus der Straße begegneten und ihn baten. elmuts Sorg tragen zu besten? Rektor Daube v e r- n e i n t e dos. Der?lngeklogte Hußmann schildert daraus dos von Rektor Daube bestriitene Zusammentreffen. Als dritter Zeuge wird Rektor D e e f e vernommen. Er schildert,»oie«r vier bis{ünj Hilferufe g e h ö r I habe, durch die er geweckt worden fei. Es feien Ruf« in höchster Todesnot gewesen. Zum Fenster hinaussehend, habe er beobachiet, wi« sich semond an der Mord- stelle erhob, der dreimal verschmond, aber immer wiederkam. Der Zeuge zeigt an Hand der Skizze der Mordstelle den Weg. den der Täter nahm. Er habe den Eindruck gehabt, als ob der Tät«� zum Fenster hinausgesehen habe. Ans dd- Frage des Verteidigers Ruschen, ob er den Gedanken gehabt habe. d»:ß es k.orl Hußmann sein könne, erwiderte der Zeuge: „Itetn. da» häkle ich sehen müssen." Mehrere andere Zeugen bestätigen dann ebenfalls, in der Stacht Hilferufe gehört zu haben. Der nächst« Zeuge, Dr. med. Lutter, entdeck,« an der Leiche lange Schnitre am Hatte und stellte dann frft, daß die Ü e i ch e n st a r r« bereits eingetreten war. Der Zeuge veraniaßte dann, di« Kriminalpolizei herbeizuholen, die alsbald erschien und den Talart absperrte. Der Zeuge beslätigi dann weiter, daß Veränderungen an der Leiche nicht vorgenom- wen worden seien und schildert, wie d!« Leiche unmöglich«iuf den ersten Blick zu erkenne» gewesen sei. Hier werden dem Angeklagten die Photographie» der Leiche gezeigt, di« er ohne Erregung betrachtet. Als Hußmann zur Mordstelle gekommen sei, habe dieser den Zeuge» gegrüßt. Hußmann sei ober nicht m die Röhe der Leiche gekommen. Es fei nach seiner, des Zeugen, Ansicht ausgeichlostsn. daß er sich irgendwic mit Blui beflecke« kannte. Besondere Auiregung bemerkte der Zeuge bei Hußmann nicht, wohl aber gerötete Augen, die der Zeuge aus die uniolid verbrachte Rocht zurückführt. Oer Zeug« bemerkte am rechten Schuh Hußmanns Blut. Auf die Frage, woher das Blut komme, habe Hußmann gesogt:„Das tiMifc ich nicht, ich hnhe vielleicht Rasen- bluten gehabt." Die Hausanflestelll« von Hußmanns Psleqeeitern erklärte dem Zeugen Dr. Lutter, daß Hußmann erü gegen vier Uhr früh nach Haus« gekommen sei und mehrer« Mole das Klosett' ousoesuchi habe. Daun wurde» die VeÄandlung-n o b- gebrochen und auf D a n n e r s t a g vormittag neun il h r vertag:.___ Gelbstmori» einer Studenti». Im Jag«» 17 des Köpenick« r Stodtforstes stieße» gestern wachmlttag spielend« Kinder aus die Leiche einer Fron. Sie alarmierten die Polizei, di« den Befund aufnahm. Reben der Talen wurde ein« kleine M e h r l o de p ist o l e oestinden. aus der de Selbstmörderin sich einen Schuh in die rechte Schläfe boigebra«r Medizin Mari« C o p p i u s aus Essen an der Ruhr. Das M y t i v zu txm Lerzweifiiingsschritt ist noch im- bekannt. Unglückssatt oder Selbstmord? Eine Mutter mit ihren Kindern verschwunden. Seit Dienstag vormittag 11 Uhr ist die 26 Jahre alt« Fron Berta Scheibe»er, geb. Tielisch, die mit ihrem Manne und zwei Söhnen in der Grünauer Straße 23 zu Köpenick wohnte, mit chren beiden Kindern spurlos verschwunden. Der VoriaU erregt in dem Borvri großes Aufsehen. Das Ehepaar Scheibener ist seil etwa füns Jahren verheirvtel. Die beiden Kinder, die aus der Ehe hervorgingen, sind der.3 Jahre alte Kurt und der l's Jahre aste Hans. Der Ehemann hat durch feine Arbeit geregelten Verdienst, die Familie lebte daher in gc- ordneten Brrhältnissen. Getrübt wnrde aber das Einvernehmen dadurch, daß Mann und Frau verschiedenen politi- sehen Richtungen angehörten und keinen Ausaleich finden konnten. Äiederholt hatte Fron Scheibener deshalb schon geäußert, daß sie mit ihren Kindern ins Wasser gehen werde. Am Dienstag vormittag, während der Mann auf seiner Arbeitsstelle «eiste, verließ die junge Frau das Hmis und nahm Kurt und Hans mit. Seitdem ist sie wie vom Erdboden verschmun- den. Man vermutete zunächst, daß sie einen in der Provinz wohnenden Bruder aufgesucht habe, eine Nachtrage hat jedoch er- geben, doh sie dort nicht eingetroijen ist. Auch von ihren Berliner Bekannten weih niemand etwas über ihren Verbleid. Man hoist noch, daß sie ihren ursprünglichen Pln». mit den Kindern in de» Tod zu gehen, nicht ousg-sührt hat. sondern planlos umherirrt. Die Verschwunden«, nach der überall gesucht wird, ist von schmächiiger Gestalt. Sie ist 1,68 Meter groß, hat dimkelblondss Haar und trug braunen Sommermontel, blauen Rock, blauweiß gemusterten Jumper, schwarze Halbschuhe»nd war ohne Kopj- bedeckung. Der s ü n s j ä h r! g e Kurt ist mit einein blauen Malrafenmantel, rotgrau gewirkter Wollbluse und Wollschal und -pudel bekleidet. Der kleine Hans, der noch in einem roten .Klappsportwogen gejahren wird, trug einen orangefarbenen Strick- anzug und wie sein Brüderchen Wollschal und Pudel. Ohne Zweifel wird die junge Frau mit den beiden Knaben irgend jemmid anfg.- sollen sein. Wer sie anirisft, wird gebeten, st« schonend anzuhalten oder den nächsten Polizeibeamten aus sie aufmerksam z» mache», damit sie zu ihrer eigenen Sicherheit und der der Kleinen in Schur,- Haft genommen werden kann. Mitteilungen über ihren--.Kvoige» Auienthalt erbittet die Kriminalinspektion Köpenick oder die ZZer- mißtenzentrale im Polizcipräsidiuni. Großfeuer in einer Kaserne. Aenzlntantexplofion mit Mühe abgewendet. Schuseein, 17. Ottober. In der Schweriner Ariilleriekaserne kam am Mittwoch gegen ll Uhr in dem 50 Meier langen Pferdestall der Miiieiiwerferkoiii- pognie«in Feuer aus, dos rajend schnell um sich griff. Das gol H ober« Stockwerk des Gebäudes stand in wenigen Minuten in Fl«! n- wen, da di« dort logernden großen Heu-, Stroh- und Futtervorri te dem Feuer reiche Nahrung boten. Auch die Gefchirrkainmern,!» denen viel Sieiengejchirr lagerte, war in kurzer Zeit vom Feuer erfaßt. De» vereinten Kräften dcr Soldaten und der Schweriner Bzrnfsfmrwehr gelang es, P f« r d« u» d G e j ch i r r z u r e t t« n. Dr« Löfcharbeiien wurden r, ist größtein Eifer betrieben, weil im Ilntertsil des brennenden(K? einhold Reiner». R. erhielt gestern abend den Besuch seines .'Sjährigen verheirateten Sohnes Werner, der in der See- seoer Straft« ,vj Wilwersdors wohnt. Di« beiden Männer, die in leftter Zeit tn einem sehr gespannten Verhältnis zueinander standen, geriete« im Lause ihrer Unterhaltung in einen hesti�en W o r t w e ch s« l, der in einen Streit und schlieftlich sogar in l a t- l i ch k« i t e n ausartete. Der Voter«Ute aus eine Schublade zu, entnahm ihr einen Revolver und feuert« auf seinen Sohn einen Schuft ab, der ihn in den Kops traf. Der jung« Reinere brach schwer v«rl«ftt und blutiiber strömt zusammen. Di« Volizet, die von dem blutigen Vorfall Isfort in Kenntnis geletzt worden war, entsandte mehrere Beamte an de» Tatort, die den Rcoolverschützen festnahmen und der Kriminalpolizei vor, tührten. Der schwerverletzte Werner R. wurde in bedenklichem Zu- stände in da» Westend- Krankenhaus übergeführt. Der Boter behauptet, in Notwehr gehandelt zu haben, dach bedürfen seine Angaben noch einer eingehenden Nachprüfung. Knedhofsrosen. Gin« ganz moderne Gespenflergeschichie. Wer ist schon mal nachts ganz allein auf einem entlegenen Friedhof gewesen? Wer möchte nachts solo einen Friedhof de- suchen? ,5a, worum denn nicht?" fragt der Mann der Vernunft. „Was fürchten Sie? Was kann vossteren? Sind die Toten nicht wt? Was kann denn auf dem nächtlichen Friedhof lebendig sein? Der Wind. Mäuse. Ratten und wilde Kaninchen und natürlich— Menschen. Jetzt denken Sie sofort wieder an ausgefallen« Sachen. An den Mann, der seine Geliebte oder seine Frau nicht vergessen kann und nachts auf den Friedhof geht, um sie auszuscharren. Das soll ja gelegentlich auch mal vorkommen. Aber die Dinge liegen, wie das meiste im Leben, viel realer und leider sind st« auch recht kriminell." Die Hauptstadt Pommerns, Stettin, ist geradezu berühmt geworden durch ihren Parkfriedhof. der«ine Sehenswürdig, keit ist. Tausend« und aber Tausend« von flachen Gräbern sind in ungewöhnlich geschickter Weis« dem oberflächlichen Beschauer durch Dusche und Bäume und Blumenbosketts entzogen. Und über dieser unterirdischen Totenstadt blühen, duften und glutcn zauberhaft Taufende von Rosen. Und dennoch, der Gedanke, eine Nacht mit den Tausenden von Toten allein zu sein, im Dunkel und im Brausen des Winde», hat nichts Verlockende». Eines Abend» im Sommer aber finden stch vier Mann, von Hunden begleitet, an einem rückwärtigen Tor de» Friedhofe» ein, öffnen und gehen lautlos durch die einsamen breiten Straften. Das Ziel stnd die Quartier«, in denen die schönsten und prachtvollsten Rosen stehen. Di« Männer verteilen stch und warten. Wer. um seinen Wut zu beweisen, einsam und ahnungslos jetzt an ihnen vorbeiginge und sie plötzlich gewahr würde, der kämst« unter Um- ständin vor Schreck dach einen Herzschlag bekomme«. Die Nacht stnkt rnnner tiefer herab. Die Männer warten noch immer. C? ist schon zwölf vorbei. also b'e rechte Geisterstunde. Da.., schleichen dort nicht Ge- stalte«?... Man hört ein seltsames metallische« Kloppen. Plötz- lkch«in schorfer Polizeipfiff,«in durchaus menschlicher Schrei:„Hast! Stehen! Hönde hoch! Di» beiden Schatten hoben ober keine Ge- ft'enstrrongst. Si, entfliehen in wilder Hast über die friedlichen Gräber hinweg. Hundegebell hinter ihnen her. Und jetzt ei« seh? realer Revoloerfchuft und noch einer. Da, endlich steht der«ine. Der ander« ist verschwunden. Man untersucht den Geschnappten. Er hat einen Korb bei stch, in dem stch etwa 300 abgefchnit- tene Rosen befanden. Was bedeutet diese fürchterliche Störung der Friedhofsstille? Seit Wochen waren Klagen über Klagen gekommen, dost von den Gräbern und Anlagen Rosen gestohlen waren. Endlich muhte die Kriminalpoli.zei eingreifen und wie man sieht mit Erfolg. In diesen Togen war die Gerichtsverhandlung In Stestin. Der Hauvtangekloot« war ei» Amol oorbeftrafter Mensch Er bekam ZIahre Zuchthaus, sein Komplice 2 Jahr« Zuchthau». ®» stellt« stch heraus, daft die beiden ihre unheimlichen nächtlichen Fcigdhossbesuche vier Monate hindurch, vom April bis zum Zuli, ausgeführt hatten und am Tage die erbeuteten Rosen verkauften. Wer also möchte wobl des Nachts allein auf einen Friedhof etften? Da, Berlangen danach wird nicht sehr groß fem. Die Toten ton einem zwar nicht», aber diesen nnd ähnliche» L«b«»d-n mochte man doch niäst gern begegnen. Behandlung von„Teufelsgisten�. Vermieilong ei« es Llugendiagoostilers. O,.5" Potsdam hatte der Bwloge und Heilkundige R. s. an de» stnzchlagsaulen ein Plakat anbringen lassen, in welchem er sein« nugeninagnose anpries und betont«, durch die Augendiagnose könne « nicht nur die verschiedensten Krankheiten, sondern muh die s ch ä d- lichen allopathischen Teusel»gtft« feststellen, die Menschen m sich trogen. Er behandelt« Personen, die an Rheuma- Asthma, Katarrhen, an, Herzen. Frost. Fettsucht, Blutarmut. Vleichsucht, Wostersucht, Epilepsie und Mcdizinvergiftuna leide». Gallenstein«, Blasenstelne und Nierenstein« bis zur Grefte eines Hühnereies gehen durch seine BeHandlungsweise wie Butter in 8 vi» ,2n®tuj£tn of>ne daft eine Beruisstörung stattfinde. Von if> 000 Fällen brauchten nur etwa 5 Fälle operiert zu werden. Auf »in« Anzeige hin oerurteilte das Amtsgericht den Hellkundigen zu einer Geldstrafe und machte u. a. geltend, die Polizeiverordnung v»m 10. April 1907 betreffe Personen, die ohne Approbation ge- «erbsmäftia die Hellkunde ausüben. Die öffentlich« Ankündigung von Methoden, Vorrichtungen usw. solcher Personen sei oerbotei-, wenn die betrcsseiiden Methoden bzw. Mittel zur Verhütung, Linde- ning oder Hellung von Krankheiten bestimmt seien und wen» diesen Methoden, Mitteln usw. besondere über ihren wahren Wert hinausgehende Wirkungen beigelegt werden oder das Pu« blikum durch die Art der Anpreisung irregeführt werde. Ein« solche irreführend« Anpreisung liege nach dem Gutachten des Msöi.zinolrat« Dr. G. aber vor. wenn K. Gallen- und Llasensteine von Hühnereigröft« in fe bit 16 Stunden zum Abgang bringen Die unsterblichen Kronen. Wann werden sie fallen? Wir sind yewiy kein« Brlderstürmer» und wir sind sogar da- für. daft wirklich hstiorisch Wertvolle», auch wenn«» an dt« Monarchie erinnert, erhalten bleibt. Aber wir haben uns kwch ge- freut, als wir hörten, daft auf Anordnung de» preuftifche« Innen- Ministers im Potsdam des Herrn Rauscher, wo sogar die Müll- eimer die Inschrift �Residenzstadt" tragen, am Regierungs- gcbäude die Infignien des letzten Königs von Preuften, ein großes „W. R. II." mit der Krone, oerschwinden müsten. Auch in 2« r 1 i n sind manch« Kronen entbehrlich. Au der Fastade der Kaserne Karlstrofte. Eck« Friedrich strafte. in der beute friedlich« republikaniiche Behörden beheimatet stnd. rahmen den Stern des Pour 1c rnirite zwei Adler ein. die mit goldener Königskrvne geschmückt sind. Niemond wird etwas gegen die angepoppten biederen Adleroögel haben, und die goldigen Srönlein, die auch erst vor«in paar Jahren ganz neu bronziert wurden, mögen zwar da» Herz des Spiefter« höher schlagen lasten, werden ober die Republik nicht gefährden. Gleichwohl— wenn das Gebäude mal auf neu lackiert wird, nehm« man eine Zange und entfern« die Hoheitszeichen einer— mit und ohne Krone— tief versunkenen Vergangenheit. Gehen wir weiter, so begegne» wir auf der Weiden» dnmmer Brück« wiederum zwei Adlern, die außer der König»- kröne noch ein Schild tragen, das Lortzings Weis« verkörpert: Einst spielt' ich mit Szepter, mst Krone und Stern! ER hat freilich ausgespielt.(Es stnd übrsoen« harmlos» Biecher, diese Adler, vor denen selbst die Möwen der Spree kein« Angst haben!) Aber immer« hin— auch hier wird bei gelegentlicher neuer Lackierung eine k, ästige Zange genügen, um die doch wirklich nicht zeitgemäßen Königskrone« zu entfernen. Warum diese Mahnungen? Run. dem Fiskus gehört noch den Angaben des Berliner Adreßbuches da« Gebäude Linden- strafte 14. Hier wohnt allerdings ein treu wilhelminischer Ler- ein: Da, Konsistorium der evangelischen Landeskirch«. Jetzt ist die fyoifat* auf neu lackiert, und nichts ist«rgrst-n: In prunkendem Gold strchlt. so wie es einstmals war. über dem „F. W. R."(Friedrich Wilhelm Rex) dl« Königskron«. munter und aufgefrischt leuchtend. Die— allerdings nicht hohe— Sunnne für die Reunumtierung blecht der Steuerzahler! Für die Entfernung solcher sinnwidriger und— in diesem Aull— auch historisch und künstlerisch wertloser Kinkerlitzchen würde er lieber zahlen. Moral von der Geschichte: Wir verlangen von den republiko- Nischen Behörden keine Bllderstürmerei, ober wir wollen nicht, daft monarchistische Embleme ohne Grund gepflegt und erhalten werden!_ Garnisonwechsel und Oen�malsumzuq. Man schreibt uns: Prenzlau, die dekonnie Hochburg der Reaktion, hat seine Garnison verloren. Kürzlich stnd die 7. und 8. Kompagnie de» IL Batl. Inf.-Regts. 5 nach Reu-Rupp n übergesiedelt,«o st« bereit» zwei Kompagnien voriinden. Do der Kommandeur Major v. Bredow bei dem Einzug dieser Kompagnien den Stadtbehörden zu verstehen gab, daft er nur unter schwarzrotgolh und nicht unter dem bisher in Reu-Ruppin allein herrschenden schwarzweißrot einziehen würde, flatterten die Reichsfarben an den Masten de» Straftenlchmu'es. Auch diesmal waren vor dem Lahnhof zw«! mit Reichs'ohnen versehene Mosten ausgestellt, denen dann allerdings nur schwarzweift« und weiftroi«(Stadtsarbe) Fahnen folorcn. Die Persönlichkeit des Masar» dürft« dafür bürgen, daß etwaig« Stahlheimträumereien. die der Truppe in Prenzlau zugeflogen sein könnten, stch bald ocr> flüchtigen. In Neu-Ruppin war es spaftbast zu schen, wie die Gast- stätten stch mit der Flaggenfrag« abfanden: sie hißten eine breite Hotelflagge: links grüner, rechts blauer Streifen, in der Mitte weift mit grünem Kranz. Mit den Soldaten ist auch da» Brczyni- Denkmal(Durchbrach bei Br., November 1916) noch Neu-Ruppin gekommen: es dürste wohl für die Bevölkerung unsichibor blechen. Gestörtes Idyll. Ztatrnt ist in der kleinsten Hütte. Und �ern glücklich liebend Paar' waren sie ohne Zwestel. die 17 Jahre alt« Stütze Ida W. und der um«in Jahr ältere Arbeiter Wichebn Eck». In Wittenberg« a. Elb« lernten si« sich kennen und lieben. Bach gaben sie Stellung und Arbeit auf, schnürten ihr« kleinen Bündel und wanderte» gen Berlin. Si« waren so glücklich, daft st« lange Zeit sogar auf die klein« Hütt«»«rzichteten. Stall in der Steinwüste der Großstadt lebten sie unbekümmert an den Havels««« und anderen Stellen der schönen Umgebung. Ale Raturmenschen begnügten st« stch im wesentlichen mit der Rohkost. So reichten die Ersparniste lange Zeit, zumal da auch die Miete bei �Müller Grün" nichts kostete. Seit Ende Februar wohnt« dos Pärchen Tag und Rächt im Freien. Allwählich aber wurden die Rächt« kühler. Dem, auch die Lieb« nicht erkaltet«, so fanden die Glückliche» e» jetzt doch geraten, stch wenigstens für die Nachtzell. nach einer Blchausimg umzusehen. Da kamen ihnen die Lauben im Tempelhofer Gebiet in der Gegend dss Tektowtanals zustatten. Hier fanden st« auch hin und wieder etwas zur Atzung und auch wähl ein Keidunzsstück und ein Paar Stiefel. Das kam ihnen um so gelegener, als sie. wie sie setzt behaupten,«inen Teil ihrer Garderobe in einem Gebüsch an einem Havelse« niedergelegt hatten und nicht wiederfinden konnten. In einer Kolonie am Willelsbacher Korso hallen sie endlich eine schön« Laube herausgefunden und stch darin häuslich niedergelastcn. Schon glaubten sie sich jetzt für den Winter geborgen. Da kam jetzt der De- fitzer. um einmal nach dem Rechten zusehen, überrascht« da, Pärchen und übergab es der Polizei. Das jung« Mädchen wurde der Für- sorge übergeben, der jung« Mann non seinen Angehörigen noch Haus« abgeholt. Mii dem Revolver gegen die Meister. Weil er in der Meisterprüfung durchgefallen war. Köslln, 17. Oktober. Gia EchornstekAfegergelell« als Kolberg hat heute, nachdem er»um drittenmal ohne Erfolg versucht hall», die Scharnsteivsegerweisterprüfuna abzulegen, nach Ber- lasse» de» Prüjunaszimmers im hiesigen Regierung saebäud« auf Mitglieder der Prüfungskommission, den Obermeister Will« F a b r i e i u» au» Stolp und de» Bezirksschornsteinfegennaister Steckmetz aus Köslm, mehrere Schüsse au,' einem Revvlner abgegeben, die den Obermeister Fabrieiu» schwer am Kaps und den Dezirksscharnsteinfegermeister S t« ck in« tz leichter nerletzten. Der Gesell« hat stch alsdann salbst einen Schuß w den linke» Ann beigebracht. Di« Verletzten wurden nach Anlegung von Notverbänden in da» Krankenhaus abtransportiert. Reue» Kurbad im tunapark. An Stell« des früheren H-ppo- ms im Lunapark ist, in Ergänzung des Hallen- und Schwimmbades, auf einem tzOO Quadratmeter großen Ter- rain ein Kurbad entstanden, das sämtliche Behanbl'.! ngsmethoden «ts dem Gebiet« moderner medizinisch-kosmetischor Heilkunde er-, möglicht. Neben den verschiedenen Bäder» gibt es Mastag« und Lichtbestrahlung In hellen geräumigen Hallen stnd die dn.', einen Akueiümaen untergebracht, Ozonlüfte, durch Swrtstrommoschinen erzeugt, sorgen für ständige Luslerneuenmg, bequeme Liegehallen bieten noch dem Bade ein angenehme» Ruhepkätzcheit Spezialisten aus dem Gebiete der elektro-medizinischen Heilkunde, schivodische Maffeuve und geschultes Personal stehen dem Publikum zur Per-! füguug. I Gchönhettsfehser öer Zufiltia. E» macht wohl niemand Freud«, stch mll der Justiz zu befchäs- tigen. Aus welche Art von manchen Richtern in gewöhnlichen und politischen Strafprozesten mll Zeugenaussagen und Beweise» umge- sprungen wirb, ist schon oft Gegenstand einer recht scharfen Kritik gewesen. Mit dem Zivilprozeft hat man stch in der Öffentlichkeit weniger beschästigt: daß ober mich hier manchmal in einer Weste „Recht" gesprochen wird, die mll einer wirklichen Rehtsprechung wenig mein zu tun hat, soll hier an einem kleine» Beil pi es de- wtesen werden. Dies ist die Vorgeschichte: Eine Mieterin klagt gegen ihren Hauswirt, der durch bauliche Veränderungen in seiner Wohnung und durch Vernachlässigung notwendiger Sichermigsmaftnohmen (stehe über den Abfluftröhren d«r Balkons).zwei Decken ihrer Woh- ming stark beschädigt hat. I» der ersten Instanz erzielt sie ein »bstegendes Urietl. Beide Zeuginnen bekunden, daft gleich.zeUiq mit diesen baußchen Veränderungen Riste in der Decke ausgetreten sind, die die Klägerin ihnen gezeigt Hai, starke Rist«, die das An- sehen der Deck« sehr beeinträchtigen. Die andere Deck«(eine neu« D««k«, wie im Pratokdll steht) wurde durch durchlaulends? Waster so stark bschädigt,„daß man jeden Augenblick befürchten mußte, der Verputz würde herunterfallen". Di« Mieterin mußt« sogar«In« Badewanne unterstellen, damit das Waster niht dos Zimmer üb«-. ichwsnnnie! Auch das wurde von einer Zeugin bekundet. Jedoch der Hauswirt legt« Verufunz ein. Er versuchte, die Klageberechii- gung der Klägerin anzuzweisdn. Im Prozeß vor dem Land- gericht III erzielt« nun er ein obsiegendes Urteil Die Legitimation ler Klägerin wurde In der Urteilsbegründung zwar ausdrücklich be- stätigt. auch die Richtigkeit der Klage. Dem Nichter war mir ein kleines Malheur passiert: Er hall« nicht nur Namen und Airs- sagen der Zeuge» verwechselt, er halle auch gleichsaÄs übersehen, daß sogar im Protokoll niedergelegt war, daft es stch um «ne neue, d. h. vor kurzer Zeit renoviert« Deck« handelt« und er hatte ist« Aussagen der Zeuginnen anscheinend überhaupt nicht richtig gelesen! Der Streitwert des Obiekt» liegt unter der Grenz«, die ein« Berufung an das Kammcrgericht möglich macht. Hier würden die Fehler de» Urteils zur Begründung der Beufung genügen: da es sich aber um ein Objekt von nur 200 M. handelt: ist die Sache endgültig erledigt, d. h. durch dos fahrläistge Lorgehen des Richers stnd der Mieterin mm an Gerichts- und Reparawrkostsn ungefähr ISO M. entstanden Der Herr Hauswirt lacht sich in« Fäustchen und seinem tüchtigem Anwall gelingt«» sogar, die Heraufseftuna des Streitwert«« auf 400 M. zu erwirken. Selbst wenn die inzwischen bei lern Prästdenlen des Kammergerichts«ingereiibte Beschwerde den Erfolg bat. Haft gegen den Rich� ter auf dem Disziplinarwege vorgegangen wird, wer ersetzt der Meterin den Schaden, der ihr durch solche„Rechtsprechung" zu- gefügt wurde? Wenn sich solck« Schönheitsfehler der Iusti., nicht besoiügon lasten, dann hätte der Kläger so fast dieselbe Ehanc?. wenn jeder Rechtsstreit durch„Ausknobeln" entschieden würde? Die Reparaturen am //Graf Zeppelin". tafehursi, 17. Oktober. Di« Reparatur der S ta b iki s i er u n g ss l o s s«. die sofort in Angriff genommen wurde, dürste in etwa vier Tagen beendet sein. Die Besucher, die zu vielen Tausenden zur Besichtigung de» Luftschifte» eingetroffen sind, sahen in den Abfällen des von der Stabilifierungsfwffe abgenommenen beschä- digten Ueberzug» willkommene Erinnerung» stücke. deren sie sich eifrig zu bemächtigen suchten. Das Marineami über die Zwischenfälle in takefarfl. Das Marineamt erklärte, es feien ihm keine Klage« über da» Benehmen der zum Hilfsdienst bei der Landung tomman- dierten Watrosen oder Marincsoldaten zugegangen. Der Unter- fekretür Im Marineamt, Warner, der bei der Landung zugegen war. mies darauf hin. daß die Augebörigrn der Marin« mst den Pasti- gieren des Zeppelin nicht tu Berührung askomme» seien. Die Kritik der Press« könne sich also nicht g eg« n die Mo- rine richten. Die Verzögerung der Zollinspekticm erkläre sich aus dem Umstand, daß in ßakehurfi keine dasup geeigneten Räum« vom gesehen ieien, und daß es sich überhaupt um ganz neu« BerhAt- nisie Handel«._ „Die kinderreiche Kamille." ltmmgenehme Wahrheiten für die Kommunisten. Di» Notiz de»„Vorwärts" über die Siedlung» grnosteuschnft „Die kinderreiche Familie' hat es den Kommunisten angetan. Zwei Genosten verteilten am Frestogaberü» in der Siedlung die Nummern des„vorwärts", in denen die betreffend« Notiz gestanden hatte. Als die Kommunisten dos merkten, verfolgten sie die Genosien nnd fielen über sie her. Der«Ine von ihnen wurde sa schwer ver- letzt, daß er fest Freitag bettlägerig und in ärztlicher Behandlung ist. Als durch diese Terrorakte der Versuch, die Verbreitung der Notiz zu unterbinden, nicht gelang, wurde in der„Roien Fabne" eine knallige Sensaiionsmekdimg veröfsentlicht. Ein früherer SPD. Mann, der eine Zeitlang Geichäftsjuhrer der HieUungsgenm-en- fchoft war, soll angeblich 26000 M. unterschlagen hoben. Die Parteigenossen, die in der Siedlung wohnen, erfuhren von diesem Gerücht schon vor einem halben Jahr und stellten Strafantrag, um Aufklärung zu haben, ob tatsächlich Nnierschkrigungen begangen worden find. Da« Ermittlungsverfahren in dieser Sache ist noch nicht abgeschlossen. Auffällig ist nur, daß die Kommunisten, obwohl ste in der„Roten Fahne" von Unterschlagungen schreiben, diesem Geschäftsführer bei seinem Austritt ein sehr gutes Zeugnis gaben. Die Siedkungsgenossenschaft„Kinderreiche Familie" behauptet in einer Berichtigung an uns, daft noch keine Exmissionen «rfosgt wären. Wir stellen ausdrücklich fest, daß erst in den letzte« Togen wieder drei Mieter zum ZI. V«zem. ber gekündigt worden sind. Exmittiert sind dies« und ein« Reih« anderer Mitglieder bisher nur darum nicht, weil dl« bürgerlichen Gerichte, die von den Kommunlstsn angerufen wurden, sozialer denken als dic Herren Kommunisten selbst. Freie Gozialist�fche Hochschule. Das Winterhalbjahr der Freien Sozialistischen Hochschule Hill am Montag mit dem Seminar von Fritz Raphtali„Die Wandlungen des Kapitalismus von der freien Konkurrenz zur orgoni- sterten Wirtschaft" und am Mittwoch mit dem Seminar von Dr. Fritz Baad» über„Sozialistische Agrarpolitik" begonnen._23on den weiteren Seminaren beginnt das von Dr. Albert Solomon über„Die Weimarer Bcrsaflunz und das Lerfastungsrecht der deutschen Länder" am Dienstag, dem 6. No- R r TELCEOL h 11.38 sember, bas Seminar von Dr. Kert Säröber über„ Die| Insung enthüfft. Car- hweiße Ehrenfungfrauen unter den schwar. materialistische Geschichtsauffaffung" am Donnerstag, dem 23. Dtober, gen, ftämmigen Bätern, dann ein vielfarbiges Bild non bunten unb bas Seminar von U. Stein über„ Sozialistische Außenpolitif Sharpen von den vielen ehrentragenden Innungen, Korporationen. am Freitag, dem 19. Oftober. Sämtliche Seminare beginnen pünft Feuerwehr und Polizei, die alle herbeigeeilt maren, um zu gralich um 19 Uhr. Die Lehrstätte befindet sich in den Räumen des tulieren. Der heilige Florian", der Schuhheilige der Schornstein Reichsausschusses für sozialistische Bildungsarbeit, Berlin S. 68, Sindenstraße 3, 1. Hof links 3 Ir. Anmeldungen zu ben Semi feger, murde vielmals angerufen, bas Feuer löschen zu helfen, das naren( an die Adreffe des Reichsausschuffes) tönnen noch jetzt er sich an diesem Abend bei den Meistern entzündete. Cines war bei folgen. Ausführliche Behrpläne find in der Buchhandlung dem eft leider nicht vertreten, was anteilig body bis heute bas 5. B. Diez Nachf., Lindenstraße 2, sowie in allen Borwärts Handwert auf der Höhe erhalten hat, die Gesellenschaft. Sollte Speditionen erhältlich. man fte einzuladen vergeffen haben? Neue Wege der proletarischen Festgestaltung. Achtung, Genossinnen! Achtung, Leserinnen der Frauenwelt! Sonntag, den 28. Oktober, nachm. von 4 bis 6 Uhr in der Stadthalle Klosterstraße Eine internationale Revue. Im roten Bedding", wie er fo gern genannt wird, hatte ber Berbebezirk der Sozialistischen Arbeiter Jugend an einem ber legten Sonntage zu einer Internationalen Revue" In die Alhambrafichtspiele in ber Seeftraße eingelaben, um dem Beschluß der Organisation gemäß an diesem Tage allerorten her Internationale zu gebenfen. Die Jugend, die immer brangend und neuformend in der proletarischen Festgestaltung ge. jetit, fommt jezt ganz allgemein von dem Nummernprogramm ab und geht mit dem Zug der Zeit macht Revue. Genosse Dr. Balter Bahl vom Berband der Gemeinde- und Staatsarbeiter prach von der Jugend, die sich heute ihrer unter bem Sozialistengele tampfenben Bäter erinnert. Die Cozialdemokratie ist heute baran, Schritt um Schritt den Staat zu rebern. Die Jugend will dem Staate dienen, aber fie fordert auch, daß der Staat ihr dient. Jugend braucht freien Raum zum Leben; aber wie sieht es um sie herum aus? Das will ble Revue zeigen. Landarbeiterelend im Borkriegsrußland, Textil- und Berg arbeiterelend in Indien, das letztere dargestellt an Szenen aus Drögers Sprechchor, Rote Erbe", das erwachende China, amerita che Justiz( Sacep- Banzetti), amerikanisches Unternehmertum mit einer Jazzmufit, afritanische Rolonialchöre, Mussolini in Bort und Bild, und schließlich Deutschland mit Wohnungselend, Stahlhelm. militarismus und Giftgajen, mit dem Ruf seiner sozialistischen Jugend. Die 1000 Zuschauer, bie den weiten Raum füllten, Lonnten den Bersuch unserer Jugend mur begrüßen. Auf diesem Bege werden wir in der proletarischen Festgestaltung weiterarbeiten müssen, um unserer Zeit und ihrem Rhythmus gerecht zu werden. m Anschluß an die Feier marschierten etwa 600 Jugendliche der Berbebezirke Prenzlauer Berg und Wedding in wuchtigen Demon trattonszuge zum Brunnenplag, wo fie ihren Millen zum Sozialis. mus in einem brausenden Hoch auf die Internationale Ausdrud gaben. Die schwarzen Männer" feiern. Die Berliner Schornsteinfegerinnung fann auf ein 225jähri. Ses Innungsjubiläum zurüdbliden. 1703 fchloß fich bos Gemert zu einer Innung zusammen, um seine Rechte und Pflichten gegenüber dem Berliner Magistrat mirffamer zu vertreten. Viel Baffer ift feit dieser Zeit die Spree hinabgefloffen, aber die Schorn teinfeger find trotzdem immer noch schwarz geblieben, auch jetzt hed fie nach der geliebte wie gefürchtete Kinderschred und schwarz maren die Herren auch an ihrem Ehrentage, ben sie feftlich im armorfaal des 300 beginger, b. h. im schmargen Smoting, mit toeißer Binne. Ber die Meister so unter sich sieht und vielleicht on threr granitätischen Bürbe eimas eigenartig berührt mirb, mag begreifen, daß es bach ein fraxtes Berbundensein und ehrbarer Stolz ist, her bem Hambert timemohnt. Obermeister Ballier het die feftrede. ßerdem murde die neue Sahne der Berliner nebolda Frauen- Feierstunde Chorgesang, Rez tallonen, Musik- Ansprache der uenossin Clara Bohm- Schuch, M. d. R. Genossinnen und Sympathislerende können die Karten zum Preise von 30 Pig. bei ihren zuständigen Abteilungsleiterinnen erhalten. Den Leserinnen der rabenwelt stehen Karten im Frauensekretariat des Bez rksverbandes, Berlin SW 68, Lindenstraße 3, 2. Hof, 2 Treppen, Zimmer 3a, zur Ver ügung Hauptverhandlung im Reichsbahnskandal. Zermin: 11. November. Nach Eröffnung des Hauptverfahrens gegen Reichsbahnoberrat Shulze if Termin zur Hauptverhandlung auf den 11. november d. 3. und folgende Tage vor dem Einzelrichter der 2biellung 132 des Amtsgerichts Berlin- Mitte amberaumt. 3wei schwere Berufsunfälle. Au feinem Renbau in der nobelsdorffftraße er eignete fich gestern ein schmerer Unfall. Ein Leereimer ftürzte aus der Höhe des 3. Shodmerfes hinab und traf ten 34brigen Arbeiter Emil a aus der Knesebecftr. 73 in Neuföln so unglüdlich am Ropf, daß er immer verlegt zusammenbrach Der Ber unglückte fand in Bestend- Krantenhaus Aufnahme, Im Hause Meganbrinenstr. 33 maren zwei Glaser mit dem Einsetzen einer großen Schaufensterieibe beschäftigt. Die Scheibe stürzte pläglich um, fiel auf den 63jährigen Kart Rachom aus der Bestalozzistraße in Charlottenburg, sowie den 44jährigen Bustan Leopold aus Lichterfelde, Hindenburgdamm 61, und zerSplitterte. Beide Arbeiter erlitten schwere Schnittmunden und muß ten ins Birdhom- Krantenhaus übergeführt werden. Schubert Abend der Schupomufifer. ihres Führers, Camillo Hildebrand. Der Telchteren Muse gewidmet, brachte fünf der deutschen Tänze, dann die Ouvertüre und die Ballettmusik zu„ Rosamunde". Auch hier bewies bas Orchester abgerundetste Leistung, die fundige Hand den Künstlern herzlichen, wohlverdienten Beifall. Das vollbesetzte Haus der Hochschule für Musik spendete Bei den Haarformern. Die Mobetommiffion der Haarformerinnung zu Berlin Don 1737 bot fürzlich im 300 ihre diesjährige öffentliche fachliche Beranstaltung, die auch weit und brei von auswärtigen Fachge noffen besucht war. Auch die jüngsten Darbietungen zeigten, baẞ die Frifierkunft der Berliner Haarformer auf der Höhe ist. Unter ben Stängen der Kapelle Kernbach führten die Wettbewerber 3 nächst Tages- und Abendfrisuren aus, die aufrichtig bewundert wurden. Sie hatten dann zu zeigen, daß sie auch mit Wasser wellen und so Damenfrisuren herstellen können, bie die Lebensdauer der Eintagsfliegen weit überschreiten. Ihre wassergewellten Frisuren waren nicht minder elegant und leicht als die gebrannten, fach= männisch ausgebrüdt ondulierten, Bubikopfgebilde. Uebrigens fcheint ber Bubitopf an seinem Bendepunkt angelangt zu sein, mas je nachdem Begrüßt aber befürchtet wird. Das hängt weniger von den Friseuren als nou ben Modemacheru ab. Werden die Gesellschaftskleider länger, muß auch der Bubitopf verlängert werden, wozu der Damenfriseur feine Erfagielle bereit hält oder enfertigt. Aber noch triumphiert der Bubitopf, mas mindestens in hygienischer Beziehung zu begrüßen ist. Allein die Mode fehrt fich nicht an Bernunfigründe, bie beshalb um so mehr den Modemachern eingepautt merben müßten. Frisuren, von denen je zwei auf einen Frisierenden kamen, ein Die Preisrichter hatten bei der Bewertung der nahezu vierzig schweres Amt. Daß sie es unparteiisch ausübten, türfte sich am besten aus der für die mitwirkenden Mitglieder der Modekome miffion der Haarformerinnung nicht besonders angenehmen Tatsache ergeben, daß der erste Preis mit 500 m. und der Medaille des Bundes dem Gehilfen Jowanowitsch und der zweite Preis bem Gehilfen Rother zuerfanut wurde, während Meister Janide ben dritten Preis errang. Dabei bestand die überwiegende Mehrzahl der Frisierenden aus Meistern. Dampferzufammenstoß im Gelben Meer. Tientsin, 17. Ottober. 3wei Dampfer der China Merchant Steam Napigation Com pann find auf der Höhe von Tatu zufammengestoßen. Zehn Mann der Befagung und 60 Passagiere sollen umgefommen fein. Auf Havel und Elbe nach famburg. Die Städtische Jugendbühne Lichtenberg, Holteiftr. 7-9, bringt vom Freitag, den 19. bis Montag, den 23. Dltober, ben neuen Eigenfilm utabel und Elbena ame burg" ein Filmauffas in 6 Aften zur Borführung. Der Film zeigt in Form eines Schulauffages hoch interessante Bilder von einer Schülerfahrt, bie bie 6. Boltsschule in Lichtenberg während der Pfingstferien von Spandan nach Hamburg und zurüd auf dem Motortabine nimitt- Baibur unternahm und die Stadtoberinipettor Griepe als Kameramann bes gleitete. Neben Hamburg mit seinem Hafen find noch die Städte Tangerminbe, Lauenbura, Domik. Bittenberge, Havelberg und Brandenburg in Vorführungen, zu denen auch Jugendliche Zutritt haben. täglich um 17 unh 19 Uhr. Die interessante Fahrt tit feinerzeit im Abenb gefchilbert worden. Im Schubert- Jahr, da sich der Indestag bes Meifters zum hundertsten Male jährte, feiert auch das Berliner Supo orefter bas Gebenten des großen Toten. Die H.MD11 Sinfonie leitete ben benb ein. Mit feinem Empfinden brachte bas mohlhisziplinierte Orchester biefes Brachtmerf bes großen, piel leicht allergrößten Romantikers zu Gehör. Margarete rnhi- Oberaut gelungenen Bildern besonders eingehend seranschaulicht. Beginn der lidhen, Der Grifonia" unb Die Almacht. Berlen tultiviertefter von der Staatsoper fang bann brei Schubert- Bieber: Dem Unend Gefangstechnif, die sich in muihelofem, gleich schönem Auf und Nieder zur Stetter reihten. Reicher, nicht erbenmollenber Beifall bantte ber Sängerin für den großen Genuß. Der zweite Teil des Brogramms, Hochwertig- Elegant- Preiswert Achtung! Turngenossen, Fußballer unb Zungenbifinnen! Donnerstag Freie Turnerfchaft Groß- Berlin, Bezirk Tempelhof Mariendorf. abend 8 hr sollzähliges Erscheinen, Turnbade Alarichschule, da wichtige Besprechung. Edelster deutscher Weinbrand O ° 9 Ulster brann a gran, mit feinem Ueberkaro, Schwederform 39.Postbraun Cheviot mit karierter Abseite 48.dankelgemustert Cheviot, modera kariert, Abseite, tadelloser Bits 70.Paletots schwarz, zweireihige Form mit Samtkragen 45.Bockpalstot schwarz und ma rengo, auf Satinella, vorzügliche Passform 75.-/\| Paletot, marengo Cheriot oder schwars Eskime, Brestz für Mass 90.Pelze schwarzer Tuchbezug, Bealelektrikseltenfutter, Rollschalkragen 185.schwarzer Drapébezug Nutriasaitepfatter. Otter schalkragen 310.Sportpelz, rost brauner Obaviot bezug. sustral Opossumkragen, Amer.Opossumfutt. 148.SPEZIALHAUS FOR HERRENBEKLEIDUNG Chausseestr. 29/30 U- Bahn Stett. Bahnhof BAER SOHN BERLINN.4 GB Set Babe Scharlachberg Meisterbrand Weinbrennerei Scharlachberg A- Q. Bingen am Rhein GEHEN Drei gewichtige Gründe sprechen dafür: 1. Schon vor unseren Schaufenstern mit ihren wohl einzig dastehenden Dekorationen mit Damen Kleidung bekommen Sie ein umfassendes Bild über alles, was getragen wird. Welche Formen, welche Stoffe, welche Verzierungen modern sind usw. 2. Die Auswahl, die Sie jederzeit bei uns an SIF A Damen Kleidung sehen und die ihresgleichen sucht, ist so gewaltig, daß Sie absolut sicher sein können genau das zu finden, was Ihnen vorschwebt und was Sie am besten kleidet. Ganz einerlei, ob Sie groß oder klein, völlig oder schlank sind, und ganz einerlei, wieviel Sie auszugeben gedenken. 3. Sie genießen den Vorzug unserer C& APreise. Dieser sensationellen Preise für ZU ㄊ ㄊ Nachdruck von Wort und bild verboten Damen Kleidung von denen man immer wieder spricht die man immer wieder bestaunt die immer mehr und mehr Frauen beglücken. Die werden es auch Ihnen leicht machen, elegant und schick auszuschen.Also: C& A B Jetzt auch EVER Herrenkleidung GEHEN SIE ZUC& A * Oranienstr.40 Chausseestr.113 Königstraße 33 Am Oranienplatz Beim Stettiner Bahnhof Am Bahnhof Alexanderplatz 25 eri Ar Jan fun bab Bot den förl des fint μίας and faf Ei δεν twe gei un До au m id គឺ វគ្គ ខ្លី del li B 231 pf ba bu B gi fei ho Statt besonderer Anzeige." Am Sonnabend, dem 13. Oktober, entschlief nach längerem Leiden im 75. Lebensjahre mein lieber Mann. unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Schwager Baurat Dr. rer. pol. h. c. Eduard Bernhard. Im Namen der Hinterbliebenen Gertrud Bernhard geb. Jacoby. Berlin MW, Lessingstr. 49. Die Einäscherung hat In aller Stille stattgefunden. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todesanzeige Den Mitgliedern zur Nachricht. Daß unier Rollege, der Schloffer Hermann Sandkaulen geboren 19 Juni 1858, am 15. b. M. geftorben ift. Die Beerdigung findet am Freitag, bem 19 Oktober, 13 Uhr. von der Leichenhalle des Alten Thomas- Kirch hofes in Reutöln, Hermaunftraße, aus ftatt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf Am 4. D. ftarb an Herzschlag unjer Rollege. ber Schloffer August Klemm geboren am 20. Auguit 1878. Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. Nach urzem, schwerem, in Geduld getragenem Leiden, verschied fanit an den olgen einer Magenoperation, meine Iteve Frau und Rameradin. un ere gute mu ter Emma Leder geb. Kehling ben Bormittagsstunden bes 17. Ott ber, im taunt begonnenen 43. Lebenst hre. Berlin- Nieberichönhausen 17. Ditober 1928. Ju tiefer Trauer Die Hinterbliebenen. Die Einäicherungs eter findet am Sonnabent, 20. Dtober, 15 Uhr, im Krematorium Gerichtftraße ftart. Deutscher Metallarbeiter- Verband Achtung! Berwa tungsmitglieder! greitag, 19. Oftober, abends 7 Uhr Sigung Blumenspenden eber Art tetert ore's wer Paul Golletz. Dorm obert Meyer Mariannenstraße 3, Ede Raungnftraße Am Morisol. 103 03 Wospeisi man gui.billie? Nur Groß- Berlin Alexander'a'z. Krause- Pianos zur Miete W50, Ansbacherstr. Für die vie en Bewei e herzlicher Teilnahme die wir beim Heimgange meines lieben Mannes," unseres guten Vaters Fritz Wilke empfangen haben, sprechen wir hiermit unseren innigsten Dank aus. Besonderen Dank der Direktion und dem Aufsichtsrat der ersten Genossenschafts- B auerei, der SPD., III. Abteilung und I. Kreis, Bezirksverordneten- Fraktion Berlin- Mitte, de 13. Hannoverschen Wahlkreis, den Genossen aus Elbingerode, dem Bezirksamt, Bezirksversammlung und Wohlfahrtskommission Xa Berlin- Mitte, der Vereinigung und dem Gesangverein der Gast- und Schankwirte 1904 und 1871, dem Jagdklub Kameradschaft Berlin, dem Gauvorstand Bin.- Brdbg. der Kameradschaft 3 Berlin- Mitte, der Kamerads haft Erkner des Reichsbanners Schwarz- R t- Gold, sowie den Mietern des Hauses Sebastianstraße 39. Luise Wilke, geb. Walpuski. Berlin, Sebastianstr. 39, im Oktober 1928 Im Namen seiner Kinder und Enkelkinder Trudi Nätebus. Danksagung. Für die überaus zahlreichen Beweise in niger Anteilnahme anläß ich des Hinscheidens unseres berzensguten Vaters und Schwiegervaters Paul Rüger sowie auch für die herrlichen Blumenspenden sprechen wir allen Betilig en un eren tiefstgefühlten Dank aus In gleichem Maße gebührt uns r Dank a len nerren Rednern für die an der Bahre des teuren Entschlafenen gehaltenen Nachrufe. Berlin- Friedrichshagen, 17. Oktober 1928. Hedwig Boss, geb. Rüger. Dr. Erich Boss. Zugleich sei mitgeteilt, daß die Beiseizung der Ascue des Verstorbenen am 20. Ok ouer, nammit ags 21 Uhr, auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde eriolgt. Danksagung. Für die meinem lieben unvergeßliche. Kameraden und Lebensgefährten Paul Rüger bei seinem Heimgange durch große Teilnahme und zahlreiche Kanzspenden erwiesene Liebe und Verehrung sage ich al en Verwandten, Freunden und Bekannten sowie dem Landesarbeitsamt, den Kolleginnen und Kol egen vom Arbeit.amt Friedrichshain, der Verwa tung der Fachabte lung, sow.e allen Fachabteilungen dem Vorstand des Verbandes der Buchbinder, der Ortsverwaltung Berlin des Verbandes der Buchbinder, der Erwerbslosen- Zuschuß- Kasse, den arbeitslosen Kolleginnen und Kol egen im Arbeitsnachweis der Buchbinder, der 121. Abteilung Karlshorst, dem Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold Kameradschaft Karlshorst, den Sän ern Fichte- G oreinia, dem Verein für Freidenker, deren Redner und Sänger, meinen innigen, aufrichtigen Dank. Die trauernde Kameradin Helene Lüdicke. Karlshorst, den 16. Oktober 1928. Dönhoifstraße 1, UL von Die Beisetzung der Asche erfolgt am Sonnabend, 20. Oktober, 14 Uhr, auf dem Zen ralfriedhot Friedrichsfelde. Verkäufe Einjähriges, oibuzium, Sogeste benpfurje, Direktor Dr. Wade me Riefenauswahl. Sohenzollernbomm 198, Bertzenge für Sattlez, Gauhmader.p Möbel- Kamerling. Rastanienallee 56. Baul Friebrich. Charlottenburg 3. Leib. Anrichtetjen, abmaschilime, Beisiad nigftraße 17. Schränke, Flurmöbel Berkzeuge file Steinfeger, Beton Spottpreise. Sahlungserleichterung. arbaiter. Paul Friedrich. Charlotten burg 2 Leibnizstraße 17. enorm Verschiedenes Die Bernsteinlege heilt bure nat liche Rräfte: Segenfchus, Sschias, der, Rheumatismus. Alejand Arbeitsmarkt Stellenangebote Musikinstrumente Bettenverlauf! Neue! 9.751 15, Pianos in bester Berarbeitung und 19,501 Brachtvolle 27,501 Bauernheiten 82,-1 Davnige 37.50! Rinderbetten lange lizfert Ihnen zu den billig8,751 Bettwäschel Inlette! Spottbilligten Preisen und bequemjien Bahlungs und gut Reine Lombardwaren. Leih bedingungen. Bianofabriz Mat Seiler fraße 38. haus, Brunnenstraße 47. u. Co., Gertraudtenstraße 28. Vergnügungen Hintpianos, betaus preiswert, Bians. Bekleidungsstücke, Wasche usw fabrit Lint. Brunnenstraße$ 5. Calibri- Sale, Schöneberg, Parti Etabtbelaunt find meine Gebrauchte Bianss, Teilzahlung. Luther- Straße 60, täglich, außer billigen Breife: Bon Ravalieren wenig Serer, ringenstraße neunzig. tags und Dienstags, großer Ball getragene fomie Reve Jalettanzige, Ohne Anzahlung. Bienes in großer zeiferen Jugend. Emotinganallge, Ulfter, Baletots, jebe Ausmahi, neue und gebrauchte, mit hert. Figur paffend. Gehpelze, Sportpelse, licher Sonfille. gangjährigez Garantie Damenpelse. Reine Bombardmare. Leih- fchein, leine Ratenzahlung. Serer, haus Friedrichstr. 2, amt Ballefchen Tor. Brunnenstraße 191, 1 zeppe, am Rojen. Benig getragene Fradanzüge, Gus. thalerplag. finganzige, Gehrodanzüge, Sadeit Spredmaschinen in neuesten Ausfüh angilge, Gummimäntel, Cutamanangilge, rungen mit vorzüglicher Sonniebergabe Sabardinemäntel, Covertesatpaletots, fir liefert fdian non 27 Mart, Schant- Geprüfter Bertmeister, in allest febe Figur paffend. Spezialität: Baud- apparate non 28,-, su den bequemften foutenden Arbeiten, präsifer anzige fpottbillig. Gefellschaftsanzüge Ratenzahlungen, fiets Neuheiten in fahinenbau, Lonabrennungen, merden verliehen, Halpern, Rofenthaler Blatten, Bianofabrif Mar Geiler, lotionen ufm., durchaus ztiahten u fraße 4. 1. Etage. . Co., Gertraudienßraße 23. supertaffis, fofort gefyst, Othe Getragene Herzengarderobe, Sveziali Bianos 200, 350, 450, 300,-, fchinenbau, Charlottenburg, Ruabe tät Baudfiguren,( pottbillig. Reg. Gor- neu aufgearbeitet, neue 700,- an. Babariiftraße 38. mannstraße 23/26. früher Muladitzake rantie. Teilzahlung. Bianohaus Rotte Beuser( innen) bez nur geübte bez Branche, für Dauerfteyng Brebit. 6 Monatsraten. 2leteze ele buffer zor. Reichenbergeritrese 13. gante Berzengarderobe nad Mag. An 85 098 Bienes und Flügel bemeljen höchften afforblöhnen, periefigt folvente Räufer eventuell ohne vorherige die Beliebtheit unferer fabrikate. Biner Kapisferie Fabril, Ritterstraße Anzahlung. 3. Tomporomst, Schneider( uden Gle unfere Austellung am meifter, Sreibundftrage 47, 1, am Unter- Rollendorfpics. Unser Berlaufsleiter grundbahnhof Arcusberg. Met Adam wird Sie mit den günstig, tent Auf Teilzahlung erhalten Sie ermanen, Girs u. Rallmann, Bionofabel, Sahlungsbedingungen vertraut Maffiae Herrengarderobe no Dios, gegründet 1877, Rollendorfplat 7. 126 138, 150, Walter Stein, Serrenschneider, Sn validenstraße 185. Möbel Fahrräder Fahrräabez. erftflaifige Kartenräder. Teilzahlung. Fahrradhaus Centrum Möbel- Schrager, Staftanienallee 43-49, Linienstraße neunzehn. Rrebit bis 24 Monate und mehr. Ant Teilzahlung. Geringe Anschlung Eleideschränke nur 98,-, Schlafzimmer Pleine Rate, irogbem billig Nur Quali Don 473,-, Spelfezimmer von 383 tätsräber, drei Jahre Garantie. Fabr. Serrengimuier von 293, Richen, weiß cadbau Bima. Aderstraße breikia. und lafiert, Standuhren. Sämtliche Er gänzungsmöbel au spottbilligen Breisen. Ueber 300 Rimmer am Lager. Das ver fiume niemand. Nähmaschinen Anzahlungsfreie Nähmaschinen, fämt Schlafzimmez. Speisezimmer, Herren- liche Snfteme; mez braudt oder ned simmer, Rüdjen, Büfetts, Bücherschränke, meist hohe Bergitung. Niedrige Bochen Schreibtische, unde Tische, Standuhren, rate. Bech, Berlin Torfstraße 14, Saben. Antleibefchränke aller Größen, Gofas, Moabit 1381. Ruhebetten. Rulante Rahlungsweife. Aufheben! Rähmalainen gänzlich Moebel- Boebel, Morikplak. Fabril ohne Anzahlung, 8 Wochen nach Liefe gebäube rung erfte Rate. Cleferung erfolgt eb Batentmatzagen. Beimiffima" Metall. Lager zu Fabrikpreifen, bequeme Bochen betten. Auflegematragen, Chaiselongues rafen. Ta tein Laden, bin ich imftanbe Balter, Stargarderstraße achtzehn. Spe. höchste Bergütung au gewähren. Bet sialaefchäft nigli, Braslauerstraße 34. met, Rennen Sie unsere Leistungsfähigkeit? Sier ein Beispiel: Golbbirke- Schic faim Swei- Meter- Anleihefchrant, ge rundete Betten, entaldende Frister toilette, Stühle, Seffet mit Seidenpolster, Lomplett uur 1000 Mart. Moris Sirichowik, Gliboften, Gtaligerstraße 25 Sochbahn Rottbuffer Tor. Ihre Freube haben Sie an unferem Nähmaschinen, jämtliche Syfteme, an zahlungsfeet, Boilfarte, Lieferung fo fort. Fabritlager Broufez, barnimstraße 19. Rieber Kaufgesuche B Arbeitersekretär gesucht! Der Ortsausschuß ADGB. Ber burg sucht zum baldigen Antri einen tüchtiren Arbeitersekretär Bewerber müssen längere Zeit ge werkschaftlich organisiert und mi den Aufgaben eines Arbeitersekretär vert au sein. Bewerbungen sind an den Unterzeichneten bis spätestens am 3. November 1928 zu senden Karl Speckhardt, Bernburg, Schulstraße 17 Parteifetretär gefuc Die Bezirksleitung der GBD. Leivat fucht für den Unterbeziri Rodlig- Burs fabt- Mittweibe e ne tichtige Rraft als Parteisekretär. Der Antritt fel sum 1. Movember erfolg Genoffen, die agitatorisch unb organ fatorifd, fomie auch rebne tih terabi find, wollen ihre Bewerbung unter Angab ber bisherigen Tätigteit in der Arbeite bewegung bis zum 23 Ditaber an ba Münzen, Briefmarten tauft Grab Beitisietre aziat, Senoffen K. Schrörs Leipzig, Tauchaer Str. 19.21, erreiche Die Anstellung erfolgt nach den bingungen bes Bereins Arbeiterpreffe Bezirksleitung der SPD. Leipzig. günstigen Angebot: Speifezimmer 2a mann. Johannisftraße 4 ben", Raukafisch- Mußbaum, Bufett sitta Unterricht Rinn 2.50 Meter, aparte gefchwungene Binien Zahngebiffe. Blatinabfäße. führung. Silberfäften, Marmotaussige, metalle. Quedfilber. Silberfchmelae entalidende Bitrine, fomplett mit Fit Colbichmelzerei Chriftionat. Rövenider und Stühlen nur 1133 Marl Rah ftraße 39( Salteftelle Adalbertstraße). Teppiche mit tleinen Bebfehlern. Tungserleichterung. Möbelhaus Often, Sonderpreis 2XB 19,- Sonderpreis Andreasftraße 30, gegenüber Markthalle. X3 24- Sonderpreis 2x3 35,-Son Ihren Buns, gute Möbel zu be der Mittleren Ortsverwaltung. Ohne Anzahlung in 12 Monatsraten berpreis 32X31 30,- Gonderpreis fihen, erfüllen wir, indem wir zu un Die Ortsverwaltung. Teppiche, Diwan, Tifch. Daunenbeden, Gonderpreis 3 × 4 85 2X3% 48, Gonderpreis 8X4 59,-erhört billigen Freifen, auf bequeme Technische Privatschule Dr. Berner, Sörner. Bots Teilzahlung, gediegene Spelfezimmer, Regierungsbaumeister, Berlin, Neander Minder Säuferftoffe. Spredapparate. bequemfte damer Straße Rr. 26h. Elsu- Bejica, Sorrenzimmer, Schlafzimmer, Süden, ftrage& Maschinenbau, Elektrotechnif, ak betten, Monatstaten Deutsche Teppich- Ber Werkzeuge für Glaser, Bildhauer. Cinaeimib, Teppiche Gardinen, Hochbau, Tiefbau, Steinnesiule, Sei Stahlmatratzen, sit as Priv. et 2049 frtriebs- Gefellschaft. Kronenstraße Str. 66/67. Baul Fricbrid, Charlottenburg 2, Leib- Deden, Federbeiten liefern. Moabited anngstediniz. Technerlutje, Leiferet ein 30. Berfigwel Bisonmobcitaori Suki( Thür.)' Geöffnet bis 7 Uhr. uisitrage 17. Rrebithaus, Turmstraße&, eine Treppe.iturje, Bolierturje, 16penbaust Straße 40/50, 3 Töpfer Wallnig sucht sogleich Nürnberger Str.23 Formerlehrlinge Reaffion in Litauen. bbon der Demokratie und der sozialen Fürsorge geplant Riga, 17. Offober.( Eigenbericht.) Die Regierung Jurashewity geht nach dem Wahl. erfolg der Reaffion offen zum Angriff gegen die Arbeiterschaif vor. Schon vor einiger Zeit erflärte der Janenminifter, de cetiland in bezug auf die Breffe, Bersammlungs- und Vereinsfreiheit eine viel zu überale" Gefchgebung habe. Diefer unzweideri'gen Kampfanfage folgt nun ein direkier Borstoß des Wodfahrtsministers gegen die sozialen Errungenschaften, die von der leitischen Sozialdemokratie in ben letzten Jahren erzwungen wurden. Der Wohlfahrtsminister fördert den Abbau der sozialen Fürsorge, er will, daß die Pflichten des Staates eingeschränkt werden. Ein besonderer Dorn im Auge find thm die krantenfaffen. Er will zunächst, daß der flaatlloge zuschus von 2 auf 1 Prez, herabgesetzt wird. Wie in anderen europäischen Londern, werden auch die lettischen Kronken. faffen von der Sozialdemokratie start beeinflugt, und diesen Einfluß zu brechen, ist das Ziel der geplanten Staatsattion, Borläufig hat sich die Arbeiterschaft in ihrer Abwehr mit der anahme von Protestentillehungen begnügt. Kühen sie nichts, muß mit der Möglidfelt claes Generalfireits gerechnet dann werden. Todesurteil in Italien. As Rache für ein tödliches Attentat. Mailand, 17. Oftober.( Eigenbericht.) Am Mittwoch wurde in Lucca vor dem faschistischen Sondergericht der Mordprozeh gegen die früheren Emigranten Maggiore und Spadoni nach mehrtägiger Verhandlung zu Ende geführt. Das Urteil lautete gegen Maggiore auf Tod und gegen Spadoni auf 18 Jahre 3uchthaus. Maggiore gab im Berlauf der Berhandlungen zu, daß er aus Marseille nach Stalien zurückgekehrt fet, um sich an dem Fa igismus zu rächen. Er erschoß damals die Faschisten Mochini und Bonamico. Auf Todesstrafe wurde unter dem Druck der faschistischen Breffe erkannt. Dolchfloßlegende auch in Bulgarien. Dort werden aber de Ludendorffer vertnackt. Sofia, 17. Oftober.( Eigenbericht.) Die bulgarische Doich stoßlegende hat ein unrühm liches Ende gefunden. Im Beleidigungsprozeß der Gene talswitme Lokom gegen den ehemaligen Minister Dobri Bettow wurde diese Legende von dem Staatsanwalt und den Berteidigern der Antlägerin mit einer erfreulichen Gründlichkeit zerpflüdt. Der Staatsanwalt mies in feiner Antiagerebe darauf hin, daß der militärische Zusammenbruch bei Dobro Pale etne vom bulgarischen Bolle längst vorausgesehene eiserne Not. wendigkeit gewesen sei, gegen die sich die verantwortlichen Regierungsftellen einfach verfchloffen hätten. Der bulgarische Soldat jei ohne jeden Enthusiasmus in den Krieg gezogen, habe aber bis zum Schluffe pflichttreu gefämpft, während die ma Spigen vollfommen periagt hätten. Wenn man fchon nach Berrätern fehaben wolle, jo tänne man fic mir in bem ager fener Unverantwortlichen fuchen, ble bas Bolt in ben Krieg getrieben hätten. es nati artis D St 120 Wa Be Bet 11 で 11 Die offene und aufrichtige Sprache im Gerichtsjaate hat in der Deffentlichteit bis weit in die Rechtstreise hinein Bob und Zustim mung gefunden im mohltuenden Gegenfaße zu dem giftigen Ent. rüftungsgeschrei der deutschen Dalchitoßjanatiter während des Münchener Brozesses. Der demokratischen Gebanfengängen gewiß nicht verdächtige mir" schreibt, daß nicht allein der abgeurteilte Minister a. D. Betttom nach Berrätern fuche, sondern auch eine ganze Anzahl folcher Leute aus der ehemaligen Militär und Zivilhierarchie bie glaubten etwas mehr zu wissen, als anderen Bulgaren befannt fet. Diese patentierten Batrioten seien noch heute so verrannt, zu behaupten, daß Bulgarien unter günftigen Bedingungen weiter. autämpfen imftanbe war. Mit nadien unb halboerhun gerten Solbaten hätten alfo dieje Strategen vom grünen Tisch in der Etappe vielleicht nach einem 30jährigen Kriege die feindlichen Truppen im Siegessturm ins Meer werfen wollen. Das sei wirklich nur die Psychologie irrfinniger und unfultivierter Leute Das Gericht verurteilte den Angeklagten Dobri Bettom nach sechstägigen Verhandlungen zu einem Jahr 15 Tagen Ge fängnis mit der Begründung, daß seine Anschuldigungen gegen General Lutom nicht erwiesen werden fönnten. Allgemeine Amnestie in Megifo. Antäßlich des Scheibens von Galles aus dem Amte. Megifo- Cify, 17. Oftober.( Eigenbericht.) Das Parlament nahm einen von der Regierung eingebrachten allgemeinen 2mneiegefchentwurf für politische. militärische und firafrechtliche Bergehen an. Die Amnestie ist zu Chren des am 1. Dezember aus dem Amt scheidenden Bräsidenten Calles gebacht und tritt Ende Rovember in Kraft. Inzwischen fünf Todesurteile vollstreckt! In Sanfuilpotosi warden fünf Rebellenführer verhaftet, bor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde sofort vollstrect Der rote Militarismus." Eine nähliche Aufklärungsschrift. Im Berlag von 3. H. W. Dietz ist soeben eine leine Schrift unferes Mitarbeiters Genossen Beter Garwy über den Roten Militarismus Sowjetruhlands erschienen. Die Schrift, die den Sopjetmilitarismus in feinen Entwicklungsphasen darstellt, fommu nicht nur zur Distuffion über das Behrproblem gelegen, fie bietet auch für die Berbewoche wertnolles Material. Breis 65 Bf. Der Lippesche Landtag nahm in dritter Lesung eine Borlage betreffend en ber ung des Landtagswahlgeleges an, durch die einerseits die bisher in Lippe nicht vorhandene Möglich teit geschaffen wird, zwei Wahlvorschläge miteinander zu verbinden, toährend andererseits der allein in Lippe bestehende gefeßliche Wahlzwang aufgehoben wird. Gegen die Vorlage fummten die Kommu nisten, Böllischen und die Bolksredtspartei. Ferner wurde die Aufhebung der 1829 gegründeten Landeswitwen- und Waifenfasse genehmigt, der sämtliche Staatsbeamte zum Zwecke der späteren Berlorgung ihrer etwaigen Witwen und Baijen angehören mußten. Darauf vertagte fich der Landtag bis November. Innds Das Nachrichtenmonopol. Mis 0003 0 Die Paffagiere des„ Graf Zeppelin mußten fich fchriftlich verpflichten, acht Tage lang nice über thrs Serierietsiffe su berichten. AEDE Beim nächsten Flug werden noch weitere Borfehrungen getroffen werden, um das absolute Schweigen der Paffagiere zu erzwingen. Strafreform und sozialer Geist. Die Arbeiten des Strafgesegausschusses. Der Strafgefeßausschuß beriet gestern die Bestimmungen bes Gejezentwurfes über den Rot stand. Nach einer längeren Debatte murhe der einschlägige§ 25 in der Regierungsvorlage angenommen. Eine längere Debe entfeficite bie Beratung der Bestimmungen über die Strafbarrett bes Bersuges Abg. Kahl erhob grundfäßlich Einspruch, als ob die menschliche Gesellschaft noch nicht reif fet für die Anwendung fozialer Magnahmen. Der fommunistische Antrag wurde alsdann abgelehnt. Genoffe Dr. Ceol begrünbete einen sozialdemokratijen Antrag, ber bas Biel verfolgte, einer zu meligehenden Unwendung der Strafbestimmungen vorzubeugen. Er sprach die Befürchtung aus, baß bie Gefahr bestehe, es tönnien schon perbrecherische Ge banten bestraft werden, die ebanten jeten doch aber 3011. frei. Schon jest fet bie Rechtsprechung, namentlich bes Reichsspure, bielen Antrag annehmen müsse. Jest jei es fo, daß ein reicher gerichts, in Widerspruch zum öffentlichen Gewiffen geraten. Bet der Abstimmung wurde der sozialdemokratische Antrag abgelehnt und die Regierungsvorlage angenommen. Für die kommunistische Frattion begründete 2bge ordneter Weranber folgenden Anirag: in die Stelle der Strafe" Sagiale Maßnahmen" au feßen und auszusprechen: Bei der Anwendung der sozialen Maßnahmen tit dem Berurteilten jedes vermeidbare Beiden in phyfifcher und psychischer Hinsicht zu ersparen, insbesondere darf ihre Anmendung die menschliche Bürde nicht herablegen. Genoffe Dr. Rosenfeld führte aus, daß au ble fozial. demokratische Frattion den sozialen Untergrund vieler strafbarer Handlungen sehe und anertenne. Auch fie sei für foziale Maßnahmen, was erst bei den Beratungen über das Strafmünbigfeitsalter zum Ausbrud gebracht morben wäre. Die Vorschläge der Rommunisten feien aber Borschläge für das Strafrecht einer fozia. listischen Gesellschaft und die fommunistischen Anträge seien viel zu unbestimmt formuliert, als daß bei ihrer Annahme irgend elmas erreicht werben fönne. Bekenntnis zu Sonderbündnissen! Temps" gegen Macdonalds Bertiner Rede. Paris, 17. Ottober.( Eigenbericht.) Der Temps" fritisiert am Mittwoch abend in scharfen Aus brüden die von dem früheren englischen Bremierminister Ramjan Macdonald in Berlin geheltene Rede. Das Blatt findet g nächst, daß Macbonalb sich bessen hätte bewußt sein mussen, daß vor einem deutschen Auditorium ein anderer Ion angebracht fei, als wenn er vor einer englischen Bahlversammlung( preche. Ramjan Macdonald sei im übrigen heute noch genau derfelbe mie 1914, als er sich dem Eintritt Englands in den Weltkrieg widersetzt babe. Weber ber Krieg noch die Nachkriegszett und die während seiner Lenkung der Geschide Englands von ihm selbst gemachten Erfahrungen hätten ihn von seinen Illufionen(!) abbringen fönnen. Im Grunde unterstützte er mit seiner Anschauung, daß die Berantwortlichkeit am Weltfriege geteilt sei, nur die deutsche Thefe, der zufolge die Beseitigung der Feststellung der Alleinschuld Deutsch Hermann Sudermann schwer erfrauft. Hermann Sudermann liegt schwer erfranti im Sanatorium Schloß Fürstenberg. Bon einem der Aerzte, die den Dichter be handeln, wurde am Mittwoch abend das Befinden des Kranken als butchaus zufriedenstellend bezeichnet. Subermann befindet sich zurzeit im Bollbesit einer geistigen Kräfte. Borläufig gibt die Er franfung, so wird von ärztlicher Seite erklärt, zu ernsten Besorgniffen taum Anlaß, vorausgefeßt, daß keine unerwartete Bendung cintritt. Als günstiger Umstand macht sich die starke Konstitution des Einundsiebzigjährigen geltend. Die Art der Erfrankung wird von den Aerzten nicht bekanntgegeben, Beim& apitel ber Gelbftrafen begründete Genoffe Dr. Bofenfeld einen fozialdemokratischen Antrag, nach meichem, falls eine Gelb ftraje ohne Berschulben des Berurteilten nicht eingebracht perben tann ble Bollstreckung der Erfasfreiheitsstrafe zu unterbleiben habe. Zur Begründung führte unser Rebner aus, daß jeder, der auch nur einen Funken sozialen Gefühls in fich Mann eine Geldstrafe zahlen tann, ohne daß dies ihm fühlbar werde, während der Arbeiter, der nicht in der Lage fei, eine Geldstrafe zu bezahlen, auch noch seine Freiheit einbüße. Es genüge aud nicht, dem Richter die Möglichkeit zu geben. auf die Bollstredung der Ersatzfreiheitsstrafe zu verzichten. Diese dürfe in teinem alle erfolgen, wo jemand schuldios nicht in der Lage fei, eine Beldstrafe zu zahlen. Abg. Alexander( Stomm.) und Ehlermann( Dem.) erflärten fish für ben sozialdemokratischen Antrag. Frau Dr. Cüders( Dem.) wies besonders darauf hin, baß bet Gefbftrafen, die wegen Soulschwänzens verbängt wurden, eine Er fasfreiheitsstrafe besonders bebentlich fet. Ministerialrat Bumfe bat, die von der fozialdemokratischen Fraktion beantragte Bestimmung nicht in bas Strafgeleg, sondern in das Strafvollzugsgefeg aufzunehmen. Dieser Anregung gemäß beschloß die Mehrheit bes Ausschusses gegen Sozialdemokraten und Kommunisten. Heute findet die Beratung über die Todesstrafe statt. lands auch eine Abänderung der Ungeredtigkeiten bes Berfailler Bertrages zur Folge haben müsse. Mit einem Federsirich solle sp die ganze Bergangenheit ausgelöscht werben. Das sei freilich eine fehr leichte Methode. Wenn enblich Macdonald die englisch- franz35fische Entente fritifiere, fo müffe feine wahrscheinliche Auffaffung, derzufolge fie ein allgemeines Einvernehmen hindere, als falsch z rüdgemiesen werben. So lange nicht die Grundelemente einer allgemeinen Sicherheit gegeben feien, ftellten die besonderen Ententen die einzig fichere Grundlage des Friedens dar.( 1) Deutsche Asienforscher verhaftet. Bon chinesischen Behörden. Neu- Delhi( Britisch- 3nbien), 16. Oftabez. Die deutschen Forschungsreisenden Irintler und Deterra haben nach Erforschung des westlichen hintalaja und Chinefilchise festans Delhi erreicht. Eine aus 40 Bongs bestehende Karamane mit geologischen Funden, die unter Führung des Schweizer Expeditionsteilnehmers Bo 8 hard über Raichgar und die Transfibiriche Eisenbahn nach Europa befördert werten sollte, f tn Raich ger von ben inesischen Behörden fest> gehalten und ihr Gut wahrscheinlich beschlagnahmt worden. Die Forschungsreisenden haben sich an bie beutsche Gesandtschaft in Befing mit der Bitte gewandt, sich bei der chinefifchen Regierung für die Freigabe zu verwenden, da sonst die praktischen Ergebnisse der vierzehmonatigen Forschungsarbeit verloren wären. Haichischverbot. Das Opiumrauchen in Indien fall gefeglich verboten werden. In einigen Provinzen fallen fofort in anderen die berelis vorhandenen Opiumraucher Genehmigungsscheine er halten, aber neue Personen nicht. Textilherren auf der Anklagebant. Die Arbeitervertreter als Ankläger. München- Gladbach, 17. Oftober.( Eigenbericht.) Zu den Berhandlungen, die zu dem Schiedsspruch führten, den wir in der gestrigen Abendausgabe bereits veröffentlichten, erhalten wir noch folgenden Bericht. Die Berhandlungen über den Konflikt in der München- Glad bater Tertilindustrie gestalteten sich zeitweise außerordent lim dramatisch. Die Unternehmer haben dort ein Staupung erjahren, an die sie wohl ihr ganzes Leben lang denten werden. Der Syndilus der Unternehmerverbände, Rechtsanwalt Arg. behauptete u. a., daß die Industrie, wenn sie ihre Wettbewerbs fähigkeit dem Auslande gegenüber aufrechterhalten wolle, eine weitere Lohnzulage nicht machen tönne. Geraß und ein hals Dom Deutschen Tertilarbeiterverband und Boeinb vom Chriftlichen Unternehmer und auch die Arbeitervertreter zu ihrem einmal ge gebenen Wort gestanden. Ich fann nicht annehmen, daß die theinisch- westfälischen Tertilunternehmer der Sympathieausfperrung zugestimmt hätten, wenn ihnen das ungeheuerliche Berhalten der München- Gladbacher Teglilunternehmer bekannt gewesen wäre." 2. Stovember betragen: Vir erwachsene- männliche Arbeiter 52 Rutscher 55,50 M., Kraftfahrer 59 m., Arbeiterinnen 41,605 jugendliche Arbeiter von 18 bis 19 Jahren 36,40. und von bis 18 Jahren 31,20. Das Lohnablommen, das bis zum 30. September 1929 gel foll, enthält ferner eine Sicherungstlaufel, monach einer eventuellen Mietsteigerung während der Bertragsdauer für 10 Broz Mieterhöhung 2 Broz. Lohnerhöhung gewährt werd müffen. Dieser Schiedsspruch fand nicht die Zustimmung der Be fammlung. müssen. Dieser Schiedsspruch fand nicht die Zustimmung der Be Alle Distuffionsrebner wandten sich gegen feine Annahme zwar teilweise wegen der im Verhältnis zur Lohnforderung zu ringen Zulage, zum anderen Teil wegen der überaus I ange Die Berfammlu In dem Verhandlungsraum herrschte bei diesen Ausführungen Geltungsbauer des Lohnabtommens. eine brüdende Stille. Man erwartete irgendeine Erklärung, boch lehnte ben Schiedsspruch einstimmig ab. Die die Unternehmer hüfften sich in betretenes Schweigen. Nur Herr trauensleute werden in den nächsten Tagen zusammenkommen Arg, der Unternehmerfynditus, fuchte den Wortbruch zu verbie fich aus der Ablehnung ergebenden weiteren Beschlüffe falf teidigen und zu bemanteln. Doch die Mohrenwäsche versagte. Reine Aenderung in Lodz. Warschau, 17. Oftober Der Generalftreit in Lodz dauert unvermindert an. D Rommunisten geben die Berjude nicht auf, durch Brovotation 3 sammenstöße zwij hen Streifenden und Polizei herauf beschwören. Gestern vormittag tam es bei einem solchen Berf zu einer Prügelei amifden Rommunisten und A beitern anderer Parteien. Die Polizei trieb d Streifenden auseinander, wobei fie mit Kolbenhieben nicht[ pa Dabei wurden zwei Arbeiter verletzt. Der Höchstspizenlohn betrug im Affordstundenlohn 70,6 Bf. Berband wiefen nach, daß die Unternehmerangaben mit den tat. Atforbrichtlas 77,7 und die Attordspanne 88,3 Bi. Beim Abschluß Auch nicht in der schmählichen Haltun der Kommuniste fähligen Berhältniffen nicht in Eintlang zu bringen des Lohntarifs vom 17. Ottober 1927 war eine außertarifliche münd find. Die Entwidlung der München- Gladbacher Textilindustrie feiliche Lohnvereinbarung getroffen worden, wonach die Höchst verdienste außerordentlich günstig. Dies sei auch aus den Berichten nicht gefürzt werden sollen. Diese Bereinbarung wurde jetzt ge. der Handelstammer zu entnehmen. Feinhals jagte den Unter- brochen. Eine Warnung, mit diesem Unternehmertum irgend nehmern, daß fie tein Recht hätten, sich über ihre Auslands. welche mündlichen Bereinbarungen fernerhin zu treffen. fonkurrenz zu beklagen, da doch die deutschen Unternehmer diese Konturreng großzögen, indem sie sich überall an diesen Internehmungen felbft beteiligten. Im übrigen ist zu bemerten, daß wohl noch nie in dem Maße Geistloses und Unwahres von den Unternehmern zur Begründung ihres Berhaltens vergetragen wurde, wie vor dem Schlichter in Rheydt. Der eine Unternehmer behauptet z. B., die deutschen Baumwollspinnereien feien nicht mehr fonfurrenzfähig, weil in Amerita die Spinnerin über 2000 Spindeln und in Deutschland nur etwa 1000 bediene. Der gute Mann hatte dabei vergessen, daß die amerikanische Spinnerin noch eine Reihe Helfer zur Seite hat. Besonders dramatisch gestalteten sich die Verhandlungen, als Feinhals, den Unternehmern von München- Gladbach sagte, daß es ihm in feiner mehr als 20jährigen Tätigkeit als Angestellter des Deutschen Tertilarbeiterverbandes noch nicht passiert ist, daß UnterDas Borgehen der Unternehmer führte dazu, daß die Arbeiter nach Ablauf des Lohntarifs die Erhöhung der Löhne um 13 Bro3. forderten. Demgegenüber forderte das Unternehmertum, daß die Arbeiter fich entweder eine Kürzung aller Tarif. löhne um 12 Bro 3. gefallen laffen oder aber nach dem Abbau der Höchstverdienfte! der Berlängerung der Löhne bis Ende 1929 zustimmen sollen. Da die Textilarbeiterschaft sich dieser unver fchämten Zumutung nicht unterwerfen wollte, wurden 45 000 Tegfilarbeiter am 1. Oftober ausgesperrt. Jeder sechste Einwohner des Bezirks wurde von der Aussperrung betroffen. Nachdem die Schlichtungsverhandlungen am 9. Oftober ergebnislos verlaufen waren, befahloß der Arbeitgeberverband, a una dh ft" seinen Unterverbänden in der rheinisch- westfälischen Textilindustrie aufzugeben, ab 27. Ottober bie Sympathieaussperrung in ganz Rheinland- Bestfalen vorzunehmen, d. h. weitere 15000 Arbeiter und Ar. Berhandlungen der Geeleute. Aber feine Einigung. Hamburg, 17. Oftober. In den Tarifverhandlungen zwischen den im Deutschen Be fehrsbund organisierten Seeleuten und Bertretern des Be bandes Deutscher Reeder wurde eine Einigung heute nicht e zielt. Die Berhandlungen wurden abgebrochen. Die Vertreter de Reeder bezeichneten die Forderungen der Gegenseite als im Augen blid untragbar und ersuchten, die geltenden Heuerverträge fü nehmer das gegebene Bersprechen nicht gehalten hätten. Den beiterinnen der Textilindustrie auszufperren, längere Zeit weiter bestehen zu lassen. Weitere Verhandlunge München Gladbacher Unternehmern sei dies vorbehalten geblieben. Er habe schon schwierigere Situationen fennengelernt, aber immer hätten, er wolle dies zur Ehre der Unternehmer hier feststellen, die Der Konflikt in der Schwerindustrie. Dr. Jötten zum Schlichter bestellt. W Das Reichsarbeitsministerium hat Dr. Jötten Köln zum Schlichter im Tarifftreit der Metallindustrie Nord west bestellt. Wenn die Wahl des Reichsarbeitsministeriums auf Dr. Jötten und nicht auf Brisch, den zuständigen Schlichter für Westfalen, fiel, danh- so wird uns von maß gebender Stelle mitgeteilt deshalb, weil Jötten bereits feit Mehlichs Tob als Schlichter in den Streitigkeiten ber Metallindustrie Rheinland- Westfalens tätig gewesen sei. Jötten sei einer der besten Kenner der ftrittigen Materie und angesichts der Bedeutung des Konfliktes zweifellos der ge signete Mann. Troß dieser Begründung dürften nicht nur pie Gemerffchaften, die gegen die Ernennung Jöttens von vornherein Einspruch erhoben hatten, überrascht sein, baß dem zuständigen Schlichter die Behandlung des Streitfalls entzogen wurde. Die Reichsarbeitsaufsicht. Sie muß verwirklicht werden. In Leipzig fand dieser Tage eine vom ADGB. und dem f- Bund einberufene Tagung der mittleren Beamten und Angestellten der Gewerbeaufsicht statt. aus In der Arbeitsaufsicht herridtjo führte Spliedt eine wahrhaft fit rchterliche 3ersplitterung. Die gewerbliche Auffitt ist Aufgabe der Gewerbeaufsichtsbeamten, Sache Ser Polizei, Sache von Selbstverwaltungstörpern, wie der Berufs. genossenschaften, Sache der Länder also Aufgabe eines recht Suntfchedigen Durcheinanders verschiedener Organe und Instanzen. Das Reich hat gegenwärtig wenig zu sagen. Dieser völlig unbefrie digende Zustand wird von niemand beschönigt, aber man fürchtet fich anscheinend vor den Konsequenzen einer mirklich fad gemäßen Neuregelung. Daher tommt es auch, daß der Entwurf zum Ar beitsschungeles grundsäglich on der bisherigen 3ersplitterung festhält. Der einzig forfequente Reformvorschlag, der bisher gema fyt worden ist, fam von den freien Gewerkschaften. Trotzdem stieß diefer Entwurf in Interessentent reisen auf Widerstand. Der Reichs. rat hat auf Drängen verschiedener Länderregierungen gegen den Entwurf Stellung genommen. Es wiederholt sich hier das alte Spiel, bas schon bei der Schaffung der Arbeitslosenversiche rung gespielt wurde. Wie steht es mit den Einwänden gegen den Gewerkschaftsentwurf? Es heißt, der Gewerkschaftsentwurf wolle die Arbeits. aufficht einent Selbstverwaltungsorgan unterstellen. Das ist falsch. Verlangt wird lediglich eine bestimmt umgrenzte mit wirkung von Vertretern der Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Ein weiterer Einniand lautet, daß die Reichsverwaltung zur Durch. führung ihrer Aufgaben nicht wie die Länderverwaltungen Boli zei zur Berfügung habe. Dieser Einwand geht an der Tatsache vorbei, daß zurzeit bereits reht erheblich die Polizei Hilfsdienste für die Reichsverwaltung leistet. Die heute zwifchen Gewerbeauf ficht und Berufsgenossenschaft geteilte und oft fich überschneidende Hast Du zum Feste Gaste Dann backe nur das Beste Getrost Rannst Du's versuchen Mit einem Königskuchen. mit der in dem zunächst liegenden Drohung, eventuell die ge mit der in dem zunächst liegenden Drohung, jamie deutsche Legtilarbeiterschaft auszu sperren. Organisation muß vereinheitlicht werden, so daß den Be rufsgenossenschaften nur die eigentliche Bersicherung verbleibt. Den Gewerkschaften wirb fchließlich noch vorgeworfen, daß sie die Ber einheitlichung auf dem Gebiet der sozialen Bersicherung und auf dem des Arbeiterschutzes nur betreiben, um der allgemeinen Ber. waltungsreform vorzuarbeiten. So liegen die Dinge nicht. Es fommt den Gewerkschaften lediglich auf sozialpolitische Wir tungen an. Wenn aber die von den Gewerkschaften geforderte Reform die Wirkung einer indirekten Förderung der Berwal. tungsreform haben sollte, so wäre das nicht zu beklagen, fombern zu begrüßen. Die Ausführungen Spliebts wurden in der Aussprache, anerkannt. Einmütig wurde der von den freien Gewerkschaften Sie mit viel Sachfenntnis und Temperament geführt wurde, alljeitig aufgestellte Gefeßentwurf gebttttgt stehen bevor. Gie legen still und sperren aus! Die Adler A. G. für Bergbau in Kupferdreh legt di Beche Zentrum zum 31. Oftober still. Bon der Kündigun werden etwa 400 Angestellte und Arbeiter betroffe Aufgehobene Sperre. Wie uns der Zentralverband der Hotel Restaurante und Caféangestellten mitteilt, ist die Sperre übe folgenden Betrieb aufgehoben: Bögow Bierstube, Schönhau Allee 19, Ede Meger Straße, Inh. Hammerschlag. Die Differe find beigelegt. Berliner Gewerkschaftsschule. Bente beglanen felgende planmäßige Lehrgänge: SO. 1. Theorie and Bragis des Gewerkschaftsfunktionärs. Lehrer: vichar Schulze. Beginn 19 Uhr. C. 2. Wen und Macht, ein Rurfus zur Austrnds. und Redeschulun Lehrer: Dr. Theodor Sidhauer, Beginn 19 Uhr. Gew. 5. Bollswirtschaftliche Arbeitsgruppe für Anfänger. Lehrer: Mat Bottliger Beginn: 1914 Uhr. C. 12. Die beutice unb Internationale Gemertschaftsbewegung. Lehet Sermann Slimate, Beginn: 19 Uhr. S. III. Rationalslonomisches Geminaz 1. 2eiter: Dr. Dstar Stikich. Begins: 19 Uhz. S. IV. Gozialhygienisches Seminar. Leiter: Dz. Norbert Marg. Begins: Gemertschaften und Betriebsräten" sprach, wies scharf und nachdrüd Sams, der über Zusammenarbeit zwischen Gewerbeaufsicht, lich darauf hin, daß ohne bessere Zusammenarbeit eine wirtungs. 19% b valle, fräftigere Befämpfung der Berufsgefahren nicht möglich sei. In der Aussprache fand Sie Forderung nach einer engeren Fühlungnahme zwischen Gewerbeauffi ht, Gemertschaften und Betriebsräten bei sämtlichen Rebnern Anerkennung und Zustimmung. Die Gemerbetontrolleure erflärten sich bereit, in Gemertschafts- und Betriebsräteverfammlungen ihre Erfahrungen aus dem Kampf um die Eindämmung der Unfall und Gesundheitsgefahren der Arbeiter. schaft zu übermitteln. Interessant waren die Schilderungen über die Schwierigkeiten, mit denen die mittleren Gewerbeaufsichtsbeam. ten heute noch immer bei der Ausübung ihrer Tätigkeit in den Be trieben infolge der Haltung der Arbeitgeber vielfach zu fämpfen haben. Diese Schwierigkeiten, die sich aus dem Mangel an Kontakt trieben infolge der Haltung der Arbeitgeber vielfach zu tämpfen zwischen Gewerkschaften, Gewerbeaufsicht und Betriebsräten ergeben, wurden zum Schluß an Hand verschiedener Beispiele von dem der Gewerbeaufsichtsbeamten" im einzelnen beleuchtet. Gewerbeobertontrolleur Edert in einem Bortrag Aus der Braris Bon der Leipziger Tagung wird nah ihrem wirtungsvollen Berlauf und ihren starten Anregungen damit Sarf man bestimmt redmen einer Reichsarbeitsaufficht ausgehen. ein neuer Anstoß im Kampf um die Schaffung Schiedsspruch im Wein- und Liförgewerbe. Die Arbeiter lehnen ihn ab. Dez mit So" bezeichnete Rurs finbet im Leibniz- Gymnafium, Merionue plat, ftatt; bie mit C bezeichneten fowie bas Seminar In, Derben in Saphien guzeum abgehalten, ber mit den Butaben Gew. gelennzeichnete in Unterrichtsraum ber Berliner Gemertimeftsicule, Engelufer 24-25, 2. Sof 1 Bry. reis. Das Geminar v hat seinen Behereum in Sygienischen Inftitut ber Univerfitat, Dorotheeuftraße 28. tung, Bezirksamt Ziergarten! am Freitag, dem 10. Otober, 19% Uhr, int Refleurant Tazenhofer, Turmstraße 25( weißer Gaal), Bersammlung aller EPD.- Arbeiter, Angeftelten und Beamten, Tages orbnung: Referat des Genoffen E. Sachert, Moe., Aussprache. Gympathifierende können eingeführt werden. Der Fraktionsverfianb. THE GEOTECHCENTRE Algemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund, Drisausfäus Berlin. Die file ben 18. Oktober nad) dem Gewerkschaftshaus einberufene Blenarversammlung fchaften wichtige Berfammlungen abhält. Die Blenarverfammlung findet be ftimmt am 22. Oftober, 19 Uhr, im Saal 1 des Gemerffchaftshauses, fratt Tagesordnung: 1. Die Bereinheitlichung der Krantenversicherung. Steferent: Follege Paul Rippel. 2. Die Bestätigung der Wahl des 1. Borzenden bes Ortsausschusses. lann an biefen Tage nicht stattfinden, weil eine größere Anzahl von Gewer Freie Gewerffchafts- Jugend Groß- Berlin Heute, Tonnerstag, 19% Uhr, tagen die Gruppen: Gübsflen: Gruppen heim, Reichenberger Straße 66( Feuerwehrhaus). Borttag:„ Das neue Wien" Moabit: Gruppenheim, Stäbt. Jugendheim, Lehrter Straße 18-19. Ausspracheabend: Unsere Fahrten, wie fie find unb wie fie fein follen". Bebbing: Gruppenheim, Städt. Jugendheim, Turiner, Ede Gee frraße. Literarischer Abend. Arbeiter- Dichtung. Landsberger Blak: Grupp heim, Jugendheim bes Ditens, Große Frankfurter Straße 16, Quergeb. ptt. Rimmer 2. Rampflieberabend. Frankfurter Allee: Städt. Jugendheim, Ebert ftraße 13. Borttag: Das Cozialistengelek".- Lichtenberg: Sugenbheim, Toffe ftraße 22. Borivag: Rommunale Jugenbarbeit Gesundbrunnen: Gruppen 1 Die im Verband der Nahrungsmittel und Getränkearbeiter und im Berkehrsbund organisierten Arbeiter und Arbeiterinnen heim, Jugendheim, Fote Schule, Gotenburger Straße. Bieber- und Realtat ons der Berliner Bein- und Litörfabriten nehmen am Dienstag abend in einer überfüllten Bersammlung im Gewerkschaftshaus zu dem am 11. Oftober gefällten Schiedsspruch Stellung, beffen wefent lichster Inhalt bereits im„ Borwärts" veröffentlicht wurde. Die in dem Schiedsspruch festgesetzte ohnzulage beträgt für bie erwachsenen männlichen Arbeiter, Kutscher und Kraftfahrer 2,50 M. je Woche, für die Arbeiterinnen 2 M., die jugendlichen Arbeiter von 18 bis 19 Jahren 1,75 M., von 17 bis 18 Jahren 1,50 m., die Flaschenspülerinnen 10 Broz. und die Aushilfskräfte fiche Zulage von 6, M. und für die übrigen Arbeiter und Arbeite 5. Proz. Gefordert war für die ungelernten Arbeiter eine wöchent rinnen iprechende prozentuale Lohnerhöhung. eine dem Entlohnungsschlüssel des Manteltarifes ent ( 000) Die Wochenlöhne würden nach dem Schiedsspruch ab W abend. Schöneweibe: Jugendheim, Rieberschöneweide, Berliner Straße 31. Gruppenabend. Ripenid: Jugendheim, Grünauer Straße 5. Mufilabend. Arbeiter- Dichtung. Tempelhof: Gruppenheim, Lyaeum, Germaniaftraße 4. Literarischer bend, Beißensee: Chorprobe in alten Luzeum, Parkstraße Juaendaruvve des Zentralverbandes der Anaeffellten Heute, Donnerstag, folgende Beranstaltungen: Schöneberg: Jugendheim, Hauptstraße 18( Thüringenzimmer). Borirag: Die Gewerffdjafts bewegung im Ausland". Referent: Rollege Lache, Achtung! Funktionärvez amm ung pünktlich 19% Uhr im Ortsbureau, Sugendheim, Belle- Alliance- Str. 7-10. Berantwortlich für Bolitik: Dr. Curt Geyer; Birtschaft: 6. Klingelhäfer: Sewerkschaftsbewegung: Friebe, extern: Feuilleton: Br. John Shikowski: Lotales and Sonftiges: Wrig Razhabt: anzeigen: tk Glode. fämtlich in Berlin Betlag: Borwärts.Verlag 6. m. b. S., Berlin Drud: Bormärts- Buchbrucere und Berlagsanfalt Baul Ginger u 60.. Derlin SW GR Lindenstroke Sierzu 3 Bellagen ab Unterhaltung anb Biffen. Königskuchen Zutaten: Stog Mehl. 250g Korinthen, 50 g Zitronat( Sakkade), 100 Rosinen, 250 g Batter, 200 g Zucker, 3-6 Eier, etwa 1 Tasse Milch, 1 Päckchen Dr. Oetker's Backin- Backpulver, i Fläschchen Dr. Oetker's Backel Zitrone. Kuchen bei Mittelkitse 1% Standen. Meinem neuen farbig illusirierlen Rezeptbuch, Ausgabe Pontuommon, aus dem Sie auch Näheres über den verziglichen Back, Koch- and Bratapparat Küchenwunder" erfahren. Das Buch ist für 15 Pfg. in allen einschlägige Geschäften erhältlich, w nicht venlig gugen Einsendung von Marken can Dr. August Oetker, Bielefeld. Zubereitung: Die Batter rührt man schaumig, gibt Zacker, Eigelb, Mehl, dieses mit dem Backin gemischt and gestebt, Milch kinen and zuletzt die Karinthen, Zitronat, Rosinen, Zitronel and den Eier schnee. Die Masse fällt man in die gefettels Form und backt den Das früher so beliebte Oetker's Schulkochbuch", Ausgabe C, ist in völlig neuer Bearbeitung wieder aahlenen und ist mit seinen ca. 500 Koch-, Back- and Einmache- Rezepten ein guter Ratgeber für die gesoute Haushaltführung. Das 150 Seiten starke Buch kostet 30 Pg. and ist, wenn nicht zz haben, gegen Einsendung von Marken von mir direkt za beriehen.