Albendousgabenolanoliando Nr. 496 B246 45.Jahrgang Böchentlich 85 B31 monatlich 8,60 TR. bm voraus zahlbar, Boftbezug 4.32 m. einfo. Bestellgelb, Auslandsabonne ment 6,- pro Monat * Der Bormärts" erscheint momentäg lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Übend", Jlustrierte Beilagen Bolt und Zeit" und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wissen". Frauen. Stimme"," Technit"," Blid in die Bücherwelt" und Jugend- Vorwärts" Vorwärts Berliner Boltsblatt Freitag 19. Oftober 1928 10 Pfennig Die et nipaltige Ronpareillezetle 80 Pfennig. Refiamezeile 5.- Reichs mart. Kleine Anzeigen" dos fettger drudte Bort 25 Pfennig( zufäffig zmet fettgedrudie Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Bort 15 Pfennig, jedes weitere Bors 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben sählen für zwei Worte. Arbeitsmart Beile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen annahme im Hauptgeschäft Linden. Straße 3, wochentägl. von 8/2 bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin ST 68, Lindenstraße 3 Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Fernspreder: Donboff 292–297. Telegramm- Adr.: Cestaldemokrat Berlin Bostichedtonto: Berlin 37 536. Banfftonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gefellschaft, Depofitentaffe Lindenstr. 8 Die Todesopfer der Profitgier. I Bisher 7 Tote beim Pariser Einsturzunglück geborgen. Die Nachricht von der Einsturzfatastrophe im Pariser Vorort Vincennes, die sich in den Abendstunden des Donnerstag wie ein Lauffener durch Paris verbreitete, hat größte Bestürzung hervorgerufen. Den sofort in Augriff genommenen Aufräumungsarbeiten der Feuerwehren, Soldaten und Polizeimannschaften gelang es, bis Mitternacht fünf Zote und vier Verlette aus den Trümmern zu bergen. Die Berlekten hatten meist schwere Knochenbrüche und Schädelverlekungen, jo daž noch eine Reihe von Todesfällen zu gewärtigen sein wird. Von den Toten konnten nur drei identifiziert werden. Da der Einsturz des Hauses sich mit großer Schnelligkeit vollzog, gelang es von den etwa 30 Arbeitern nur wenigen, der Katastrophe zu entgehen. Unter den Trümmern sind besonders die im zweiten Stod. werf beschäftigten Arbeiter begraben, während der größere Teil der in den oberen Stockwerfen tätigen Arbeiter auf die Straße geschleudert wurde. Zwei Arbeiter, die im sechsten Stödwert beschäftigt waren, entgingen dem Tode dadurch, daß sie auf die Straße geschleudert wurden und wie durch ein Wunder mit geringen Berletzungen Davonkamen. Ein gegenüber wohnender Augenzeuge fonnte beobachten, wie das Haus in der Mitte auseinanderbarst, eine Sefunde lang hin- und herschwankte, um dann wie eine 3ichharmonika" mit donnerähnlichem Krach und einer ungeheuren Staubwolfe in fich zusammenzusinten. Das Haus gehörte einem italienischen Bauunternehmer Brovini, der es mit Hilfe einer Hypothekengesellschaft nach den Angaben eines Betannten aufführen ließ, ohne einen fachmännischen Baumeister zu Rate zu ziehen. Ein Architekt dieser Gesellschaft besichtigte dann und wann den Fortgang der Arbeiten. Der Unternehmer hatte bereits das unterste Stodwert bezogen. Da ihn die Hauptfchuld an der Ratastrophe zu treffen scheint, wurde er zur gerichtlichen Bernehmung auf die Polizeiwache gebracht. Auf dem Wege dahin unternahm er einen Selbstmordversuch. Provini führt die Schuld an dem Unglüd auf die schweren Regenfälle in den letzten Tagen zurüd, bei denen große Wassermassen in den Neubau eingedrungen seien. Hierdurch seien Risse entstanden, die anscheinend zu schnell ausgebessert wurden. Auch der Unterbau des Hauses scheint den bautechnischen Vorschriften nicht entsprochen zu haben. Die Aufräumungsarbeiten murden unter Leitung des Pariser Polizeipräfetten und in An mesenheit von Innenminister Garraut beim grellen Licht von 8ahlreichen Scheinwerfern und Fackeln durchgeführt. Um ein Zusammenfinfen des 7 Meter hohen Trümmerberges zu verhüten, fonnten die Rettungsmannschaften Haden und Spaten nicht verwenden und mußten mit den Händen an das Begräumen des Schuttes gehen. Die Arbeit wurde zeitweise unterbrochen, um auf Hilferufe aus dem Innern der Trümmer zu lauschen. Von der Ratastrophe werden schreckliche Einzelheiten bekannt. So war ein Arbeiter bis zur Brust in die Trümmer eingeklemmt. Beide Beine waren gebrochen und furchtbare Schmerzenslaute entrangen fich dem blutüberströmten Mund. Mit einem Gummischlauch wurde. ihm Wasser zugeführt. Als ihn die Kräfte verließen, legte sich der Feuerwehrarzt neben ihn auf den Boden, ergriff durch ein Loch in den Balken und Steinen den schon erfalteten Arm des Unglücklichen und machte ihm eine Morphiumeinsprigung. Der Schmerperlegte erlag feinen schrecklichen Verlegungen. Nach den neuesten Feststellungen wurden bis jetzt 7 Tote geborgen. Ursache Ersparnisrücksichten. Rach dem„ Journal" hat der Bauherr und Hauseigentümer, der Italiener Provini, anscheinend aus Ersparnisrücksichten die Pläne des Neubaus nicht durch einen Architekten, sondern durch einen einfachen Bauzeichner herstellen lassen. Provini erhielt die zum Bau nötigen Gelder in wöchentlichen Raten durch eine Krebit gesellschaft. Jede Rate wurde erst ausgezahlt, nachdem der Sach. Derständige der Kreditgesellschaft fich auf der Baustelle vom Fort. gang des Baues überzeugt hatte. Außerdem soll der Bau nach dem„ Echo de Paris" vor fünf Monaten beschlossen worden zu schnell durchgeführt worden sein, angesichts der Tatsache, daß es sich um ein Gebäude von 40 Metern Front handelte. Nach dem ,, Betit Journal" hatte das Gebäude trog feiner sechs Stockwerte nur 80 Zentimeter starte Grundmauern. Bor 14 Tagen soll man ( Fortsetzung auf der 2. Seite.) war ber Das neue Volkshaus in Bremen. In Bremen wurde das aus Sammlungen der Arbeiterschaft erbaute neue Volkshaus eingeweiht. Das unter einem Aufwande von 13 Mill. Mark errichtete Gebäude enthält große Versammlungsräume und Restaurationsräume, die Bureaus sämtlicher Gewerkschaften und Verbände, Konzertsäle, ein Hotel, Kanzlei und Sitzungsräume der Arbeiterkammer. Das Rätsel des Schülermordes. Primaner Husmann und die Kriminalpolizei. L. R. Effen, 18. Oktober.( Eigenbericht.) Ischafter Der Kampf um die Indizien im Gladbecker Mordprozeß ift in vollem Gange; es sind dies: die Zeitdifferenz, die Blutfleden auf dem Stiefel, das durchnäßte Schuhzeug, die eigentümlichen Umstände, unter denen das Messer gefunden wurde. Eiwa zwanzig kriminalbeamte waren als Zeugen geladen; fie follten über Husmanns Verhalten unmittelbar nach der Tat, bei der darauffolgenden Berhaftung und bei den späteren Bernehmungen befunden. War dies Benehmen irgendwie verdächtig, fönnen daraus irgendwelche Schlüffe über seine etwaige Schuld gezogen werden, ist dieses Verhalten derart gewesen, daß es geeignet iff, die Indizien gegen ihn zu stützen? ein schwerer Schlag. Husmann wußte, daß er eine starke Rückenftüze hat; daß man ihn so ohne weiteres nicht fallen lassen würde. Seine Einstellung zur Polizei, als einem demofratischen Staatsorgan, war durch seine politische Gesinnung von vornherein gegeben. Wenn diese gegen ihn Material sammelte, wenn sie ihn verhaftete, so geschah das nicht aus friminali. ftischen Gründen, sondern nur, weil das Unglück, verdächtigt werden zu fönnen, ihm, dem Stahlhelmmann, passiert war. Das bringt er mit aller Deutlichkeit in einem Briefe an feinen Freund zum Ausdrud:„ Mein Onkel wird es diesen Kriminalbeamten, alles eingefleischte Reichsbannerhelden, fchon heimzahlen." So betrug er vernahmen. Er erlaubte sich ironische Bemerkungen, nannte die sich auch in höchstem Maße herausfordernd arrogant, als diese ihn eine oder andere Bermutung der Beamten Unsinn, bezeichnete die Blutspuren als Quatsch". Es gibt in Gladbeck und Essen große Kreise, die der Ansicht sind, die Anklage gegen Husmann sei nichts anderes als eine politische Madhe. So ist bedauerlicherweise aus diefem hervorragenden Kriminalprozeß die Politik leider nicht ganz auszuschalten. Das wird sich zweifelsohne noch im Laufe der GeDenn um den Fall Husmann hatten sich von Anfang an die politi- richtsverhandlung in erhöhtem Maße zeigen. Daß sich zmei Barschen Gemüter erhitzt. Der Abiturient und Stahlheimmann Husmann teien um die Sache Husmann gebildet haben, unterliegt feinem wurde verdächtigt, seinen Freund getötet zu haben, und zwar unter ben scheußlichsten Umständen, die in das Seguelle hinüberspielten. Das bedeutete für all die reise, die hinter ihm standentie protestantischen Bibelfreise, den Stahlhelm und die BurschenHusmann ist auf die Kriminalpolizei nicht gut zu sprechen. Es ist aber nicht der übliche Gegensatz zwischen Angeklagten und polizeiliche Untersuchungsorgane. Nein, hier sprechen nach politische Momente mif. Gegen die Friedhofschänder? Zweifel. Daß sich hinter den Kulissen der Juftizmaschine verschiedene Einflüsse geltend gemacht hatten, um es nicht zur Hauptverhand. lung fommen zu laffen, war ein offenes Geheimnis. Welcher Art Einflüsse das maren, darüber wird noch ein Wort zu fagen sein. In der Hauptverhandlung wird jedenfalls alles fchonungslos herangezogen, was einigermaßen zur Aufklärung dieses mysteriösen Mordes dienen fönnte. Allerdings kann die Hauptver Geheimnisvoller Flugzeugabsturz. handlung nicht mehr das gut machen, was von vornherein verdorben Berichte 2. Seite. murde: Die Blabbeder Kriminalpolizei hat eben Bersagt. Das fann ja auch weiter nicht wundernehmen. Wer Die Krise in der Deutschnationalen Partei Kuno graf ton Westarp hat aal den Vorsitz der Deutsch- nationalen Volkspanti verzichtet 3>r. Qskor Stergl und Sir../ttfrcd Jtugcnbcrg werden als Nachfolger des Grafen Westarp in der Partei- und praktionslährung der Deutsch nationalen ernannt. Oer Freidenkerkongreß in Oessau. Ein Vlld innerer Geschlossenheit war das TNerkmol dieses Kongresses, ein gemeinsamer Wille zu ausbauender Arbeit erfüllte die Tagung. Diese Talsache verdient um so mehr heiworgehoben zu werdeu. als es sich ja uicht um eine Organisation handelte, die diese Tagung abhielt, sondern um die fünf Zreideukerorgauisalionen. die zu einer Reich». arbeitsgemeinschost freigeistigcr Verbünd« (Raqj zusammengeschlossen sind:„Volksbund sät Seistessreiheil".„Deutscher M o n i st e n b u a d". „verbaud für Ireidenkertum und Feuer- b c st a t t u n g".„Bund sozialistischer F r e i d e n- ker" und„Bund sreigeistiger Zugrnd". Diese nunmehr seit 6 Jahren bestehende„Rag' trägt durch die fortgesetzte Gemeinsamkeit des öffentlichen Wirkens die Tendenz im sich, den Weg zu einer späteren auch organisatorischen Einheit zu gehen. Niemand stand in Dessau gegen eine solche Zielsetzung auf, alle aber betonten mit Nachdruck, dah mit organisa- torischen Experimenten nichts erreicht werden kann, erst muß aus de-- gemeinsamen Arbeit heraus die restlose innere. i geologische Einheit erwachsen, und die Entwicklung, zumal der dirieg nach innen... das war die Parole Bismarcks. Die Arbeiterbewegung sollte vernichtet werden, damit die Herrschaft des Kapitals gesichert sei. Darum das Sozialistengesetz vom 21. Oktober 1878. dirieg nach außen... das war die Parole Wilhelms des Letzten, als er in einem Briefe vom 3t, Dezember 1905 anriet:„Erst die Sozialisten abschiißen. köpfen und anschädlich machen— wenn nötig per Blutbad— und dann Krieg nach außen". SMgnmrck ist iol,Withelm isl desertiert: aber die Soasialdemokratie lebt l Sonntag, 13 Uhr: Kundgebung im£us Dom 21. bis 28. Ohlober Wer ilülKllk iel letzten zwei Jahre, hat bewiesen, daß eine ständige Annäherung in fast allen theoretischen Fragen sich vollzieht. Dieser Entwicklung wird automatisch auf eine Annäherung in den Arbeitsmethoden und im organisatorischen Aufbau folgen. Bis dahin ober wird die Rag in der bisherigen Form zusammenwirken für die positiven Ausgaben sreigeistiger Bolksausklärung. Die Zahl der in den freigeistigen Verbänden organisierten Mitglieder beträgt ohne deren Familienangehörige weit über 700 000. Beachtlicher vielleicht ober noch als diese Zahl ist die Totsache, daß der sährlich« Zuwachs an organisierten Anhän- gern mehr denn 100000 beträgt. Aus diesen Zahlen geht hervor, daß breite Kreise der proletarischen' Bevölkerung den Drang nach neuer weltanschaulicher Erkenntnis in sich trogen. Es hieße, dem geistigen Ausstieg dieser Masie den Weg versperren, sollte man aus falscher Pietät heraus diese Strömungen nicht beachten oder ihre Forderung unterlassen. Wir wollen gern der Kirche ihre Gläubigen überlassen und uns mit der Erfassung derjenigen begnügen, die der Kirch« wohl noch angehören, aber nicht mehr glauben. Die Frcidenlerbewegung erschöpft ihre Aufgabe nicht darin, die Massen zum Austritt aus der Kirch« zu bewegen. Die liouptoufgabcn der Freidenker liegen durchaus im Positiven, in der Verbreitung aller modernen Erkenntnisse, in der Pflege des proletarischen Gemeinschaftsgefühls, in dem Kampf um neue Formen der»Kunst, wie um neue Lebensformen überhaupt. Die Freidenker von heute find keine schwännerischen Utopisten, sie stehen sämtlich aus dem Boden der marxistischen Geschichts. betrachtung. Sie wissen, welche Grenzen ihnen im Rahmen der bürgerlichen Gesevschastsordnung gezogen sind. Diese Grenzen gelten ob«? nicht nur für die Betätigung der Frcidenkerbewegung. sondern schlechterdings jür di« Betätigung oller Arbeiterorganisa» tionen. Niewand sollte verkennen, daß der Kampf der Frei« denket aus den geistigen Bedürfnissen unserer Z«it erwächst. Aufbauarbeit für eine spätere Ordnung bedeutet und nicht zuletzt der gesamten Arbeiterbewegung neues Retrutie« rungsgebiet erschließt. dä« Sievars. Ein katholischer Wahlschwindel. Poris. IS. Ottober.(Eigenbericht.) In Boyonn« ist man einem großangelegten Wahlschwindel auf die«Spur gekommen. Bei den Äammerwahlen im April hatten IS bis 20 junge Ceminarssten des Priesterseminars«mf gefälscht« Wahlkarten ihr Wahlrecht ausgeübt. Lum Teil wurden Karten benutzt, die auf den Namen von abwesenden Missionaren lauteten. Faschisten im Elsaß. Unter dem Titel„La Revolution Foscist«' erscheint in Straßburg «in« ntu« Zeitung, di««s sich zur Aufgabe gemacht Hot, dl« Lösung des epssijchen Problews aus faschistischer Grundlage anzustreben. wollte verlangen, daß ein tleutes RutzrfläKchen erstttasfige SpeKalt« sten zur Aufdeckung von Morden haben sollte? ljier stößt man selbstverständlich auf das wundeste Problem der not» wendigen größtmöglichen Zentralisierung der Kriminalpolizei. Den Gladbecker Kriminalbeamten fehlten selbst die elementarsten technischen Mittel, um den Tatort photo- graphisch festzulegen, die Mardstelle wurde nicht richtig durchsucht, die ersten Vernehmungen wurden vorgcnomincn, ohne daß man überhaupt wußte, daß die Leiche verstümmelt war; das Ergebnis der Bluluntersuchung wurde erst mehrere Tage später beckannt. Und dann: sa grob unpsychologisch durfte ein so überlegener junger Mensch wie Husmann nicht angefaßt werden: so konnte er zu einem Geständnis natürlich nicht gebracht werdcn. Er kannte seine Ueberlegenheit gegenüber den Kriminalbeamten und nutzte sie in jeder Weis«, indem er sich provozierend und iranisch ihnen gegen- über benahm. Es entstand eine gegenseitige Verbitterung, die der Untersuchung natürlich nicht sörderlich sein konnte. Der Hauseinfiurz in Paris. (Fortsetzung von der 1. Seite.) einen Riß und sogar ein leichtes Nachrutschen auf dem linken Flügel nach dem Garten hin bemerkt hoben und ein Maurermeister, der bei dem Bau beschäftigt war, erklärte, Promni habe, als er ihn darauf aufmerksam machte, befohlen, das Loch mit Zement zuzustopfen. Noch dem„Matin" erklärte der Bauunternehmer Prooini auf Befragen nach seiner Ansicht über die Ursachen der Einsturz- katastrophe, die von ihm beim Bau verwandten Materialien seien von guter Qualität gewesen. Es könne immerhin möglich sein, daß einer der Pfeiler des Hauses nachgegeben, und daß er die anderen drei beim Einsturz mit sich gerissen habe. Er baue seit 40 Jahren in Frankreich Häuser und habe gerade in Bincennes in den letzten Jahren mehr als zehn Häuser gebaut, ahne jemals einen Unfall gehobt zu haben. Im übrigen sei die Tatsache, daß er sich im Erdgeschoß des eingestürzten Baus für sich und seine Familie eine Wohnung habe einrichten lasten, der beste Beweis seines Vertrauens in den Bau. Nach dem„Echo de Paris' wird vermutet, dah die Regengüsse der letzten Tage den Bau- grund aufgeweicht hoben. Vor drei Wochen sei das Wasser in den Keller gedrungen, und die festgestellten Riste seien allzu eilig ver- stopft worden. Vor dem Generalstreik in polen. Generalstreit der Textilarbeiter durchgeführt. Warschau, lS. Oktober.(Eigenbericht.) Gestern fand in Warschau eine Konferenz des Arbeitsminifker» mit den Lodzer Textillndnflriellen und Vertretern der Arbeiterschaft stall. Die Industriellen hatten e» nicht für nötig besunde«, selbst zu erscheinen, sondern lediglich ihre Syndizi entsandt, di« keinerlei Vollmachten besaßen, über die von den Arbeitern bereit, als völlig uodiskutabel abgelehnte sünfprozentige Lohnerhöhung hinauszugehen. Die Konferenz verlief daher vollkommen ergeb- nislos. so daß die Fortführung de» Ladzer Generalstrelks. der auch am gestrige« Tage ungebrochen andauerte. notwendig wird. Die Möglichkeit einer Ausbreitung auf ganz Polen ist damit besonder» akut geworden. Die Verantwortung muß voll und ganz auf die Industrielle« und die Regierung fallen, die diesem Sachverhalt gegenüber untätig steht. Der Texlilstreik hat sich inzwischen auf sämtliche polnischen Textllgebiete ausgedehnt. Die Arbeiterschaft ist fest entschlossen, ihren Kampf angesichts der herausfordernden Unnachgiebigkeit der Industriellen mit allen Mitteln bis zum vollen Erfolg zu führen. Sturm im Speditionsgewerbe. Herausforderung der Unternehmer. Im Berliner Speditiansgewerbe zeigt da» Barometer auf Sturm. Das bewies mit aller Deutlichkeit der überaus starke Besuch der öffentlichen Bersammlung, die von den Angestelltenorga- nisotioncn für die Berliner Speditionsangestellten zum Donnerstag abend nach dem„Palais des Zentrums' einberufen worden war. In dieser Versammlung sollte eigentlich die Entscheidung über das Ergebnis der Schlichtungsverhandlungen fallen. Der Vorsitzende des Schlichtungsousschustes, Gewerberat Körner, hat aber die Akten dem Schlichter übersirndt, weil er sich in diesem Tariftonsltkt für befangen hält. Er hatte nämlich im Frühjahr dieses Jahres einen Schiedsspruch gefallt, der für« i n Jahr gelten sollte und der bei dem Streit der Speditionsangestellten vom Schlichter auf ein halbes Jahr verkürzt und auch in seinem mate- riellen Inhalt verbessert wurde. In den Verhandlungen über die Forderungen auf Erhöhung der Gehälter um 10 Proz. und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen lehnten die Unternehmer nicht nur jedes Zugeständnis glatt a b, sondern verhöhnten geradezu die Verhandlungskommission. Tonangebende Vertreter sagten u. a.:„Die Angestellten könnten G o t t danken, daß sie noch ein« Stellung haben,' oder»sie müßten arbeiten, daß ihnen das Blut unter den Nägeln heroorspritzt' usw. Man versucht« sogar, der Lerhandtungs- komniissian einzureden, daß sich die Spediteur« schon erhebliche persönliche Brschränkungen auferlegen müßten, nur um ihre An- gestellte» beschästigen zu können. Gewiim« sind nach den Behaup- tungen der Spediteure in den letzten Jahren überhaupt nicht mehr erzielt, sondern höchstens die Verlust« etwas vermindert worden. Gerade diese Behauptung wurde vo» einem Diskussionsredner tresjend widerlegt. Er wies nach, daß z. B. die Spedilionsfinnen B a r tz und Berliner P a k e t f a h r t A.-G. im Jahr« 1327 nicht nur ihren Verlust von 237 000 M., den st« 132S hatten, ausgeglichen. sondern darüber hinaus noch einen Gewinn von 28212st M. erzielt hoben. Die Versammlung bewies, daß die Speditionsangestellten gewillt sind, mit allen gewerkschaftlichen Mitteln die Unternähmet zum Noch- geben zu zwingen, j. Gegen die Frieöhofsschander. Der Central- Verein deutscher Staatsbürge? jüdischen Glaubens veranstaltete im Plenarsaal des eh«, maligen Herrenhauses eine Kundgebung gegen Frielchofsschändung und rohe Gewalt. Seit November 1323 sind im Deutschen Reich nicht weniger als 62 Friedhofsschändungen auf jüdischen Friedhöfen vorgekommen. Die Gewährleistung der Ruh« der Toten ist die Pflicht eines jeden Kulturstaates. Als Vertreter des offiziellen Deutschland war Reichsjustizminister Dr. K o ch erschienen. Dr. Koch sprach seine Abscheu darüber aus, daß Deutsche Deutschen derartiges antun können. Wenn sich Haß sogar gegen Tote erhebt, so sei die» nicht mehr ein Gegensatz zwischen Juden und Christen, sondern«in Gegensatz zwischen Menschen und Unmenschen. Dr. Koch versprach da» schärf st e Vorgehen gegen Täter solcher Schandtaten und erklärte, daß sich di« Reichsregierung dem Protest in jeder Hinsicht anschließt. Landtagspräsident Bartels fand ehrliche Worte der Abscheu vor der Besinnung solcher Leute, die ihre» Mut und ihre vaterländilch« Ueberzeugung durch Roheitsdelikte beweisen. Er be- dauerte besonder» die systematische Wiederholung solcher vorkomm- niste und rief zu einer Einheitsfront gegen diese Rohlinge aus. Für dos preußische Justizministerium sprach Staatssekretär Hölscher und für die Polizei Vizepräsident Weiß, beide kündeten strengste Bestrafung der Uebeltäter an. Für den Central-Verein sprachen ferner u. a. Dr. B r o d n! tz, Dr. Weil. Prof. B l u m e n t h a l und Julius B a b. Alle Redner bedauerien vor allem die Gesinnung aus der heraus so etwas geschehen kann. Es ist, wie ein« psychische Seuche der sogenannten nationalen Kreise, die für ihre Verhetzung sich gern Jugendüchcr bedienen. Nur in 13 Fällen ist es gelungen, die Täter zn überführen, dabei handelte es sich i» sieben Fällen noch um Kinder im schulpflichtigen Aller. Zum Schluß wurde eine Entschließung einstimmig an- genommen:„Die Versammelten rufen das gesamte Volk zur ent- rüsteten Ablehnung der Untaten und zur Schaffung eines Geistes auf. der bei oller Freiheit der Meinungen«in« Austragung von politischen Fragen nach den Begriffen von Recht. Sitte und Anstand fordert." Zeppeliubegeisterung m Amerika. Vegrüßvng io Philadelphia. Philadelphia. 1». Oktober. Tit. Ecken«? und di« ihn begleitenden Mitglieder dar Zeppelin» besotzung wurden von einer viele Tausend« zahlenden Menschen, menge, di« trotz des Regens dickst gedrängt die Straßen, von den Vororten angefangen, bis zum Rathaus füllten, herzlichst will» kommen geheißen. Bei dem Empfang im Rathaus erinnert« Bürger» meiste? Mackey an die Verdienste deutscher Einwan- derer um die Entwicklung Philadelphias und Pennsyloaniens. Dr. Ecken er führt« in setner Antwort u. a. au«, die Fahrt des „Graf Zeppelin' sei ein Experiment gewesen, dessen Zweck es war, zu zeigen, welche Möglichkeiten im Luftschifs liegen. Di« beifällige Aufnahme, di« dieses Experiment in Amerika gefunden habe, sei ihm genügende Belohnung. Die Zwischenfälle in Lakehurst. Wie au» Washington gemeldet wird, hat Marinesekretö? W i l b u r den Kommandanten des Flugplatzes Lakehurst aufgefor» der!, über die Behandlung von Besuchern des Flugplatzes noch der Ankunft des Zeppelins Bericht zu erstatten, und darauf hingewicseir. daß die Meldungen über ein« Mißhandlung der Passo» giere des„Graf Zeppelin' durch ein« Untersuchung aufgeklärt werden sollen. Irgendwelche sormellcn Beschwerden seien nicht eingelaufen. Geheimnisvoller Flugzeugabsturz. .Hände vom Kontrollapparat!" «llanllc Eily, 13. Oklober. Ein von New Bark kommendes Zunkersflugzeug vom „Bremen'-T y p stürzt« in der Nähe der Stadt ab. Die siebe» Personen an Bord erlitten schwere Verletzungen. Einer der Verwundeten ist inzwischen gestorben. Fünf der Fahrgäste waren Bankiers, di« an der zurzeit hier stattfindenden Tagung d«r Investment Vanker» Association teilnehmen wollten. Bei der Untersuchung der Ursachen des Absturzes, der au» 600 Meter Höhe ersolgt«, wurde testgestelU. daß zwei der Shwcr» verletzten übereinstimmend in ihren Fiahcrdelirien jemand immer wieder aufforderton, dieHöndevomKontrollapparalZü lassen. Man hofft hierin«inen Anhaltspunkt zur Ausheilung der Ursache der Katastrophe zu haben. Einmütig für Westarp? Keine Entschließung der devtschnationalen Fraktion. Di« deutschnationale Reichstagssraktion hat di« Zeitungen der Rechten über da» Ergebnis ihrer Verhandlungen am Donnerstag so informiert, wie da, dem Parteiinteresse dienlich ist. In den In- sormationen wird gesagt: daß Westarp einmütig das Der» trauen ausgesprochen worden sei und daß die Fraktion auch ferner ein«inträchtige« Vertrauensverhältnis zwischen den führenden Partei- instanzen wünsch«.„Auch serner' ist gut. Als ,b derartig» Jnfor» matione» darüber hinwegtäuschen könnten, daß der devsschnationole Partciopparat brüchig ist. in ng and er ie 21 10. 18 ht CIT ES 21t 24 je ir er 11, re CHEVE m er nt M, 54 cr 9. I et af 11 ce 12 1, g g 589 3 Triumph in Rohrsdorf! Die Rote Fahne" nennt Zahlen. Unsere mehrfache Mahnung an die„ Rote Fahne", ach endlich Positive Resultate vom fommunistischen Boltsbegehren zu veröffenten, hat sichtbaren Erfolg gehabt: Das Kommunistenblat veröffent it heute die genauen Eintragungsziffern aus folgenden Drten: angenhursdorf, Lauterbach 1. 2. Ehrenberg, Groß- Dibersdorf, Einsiedel i. E., Att-2ußheim B., Rohrdorf und Niederhermsdorf i. Schl. Dem erstaunten Leser, der diese Drisnamen in der Geographie funde wahrscheinlich nicht gelernt hat, wollen wir den Zusammenbang mitteilen: Dies sind nämlich die eingigen von der„ Roten Bahne" ausfindig gemachten Drie, in denen die Zahl der Einzelch hungen zum Boltsbegehren die Zahl der tommunistischen Stimmen übertroffen hat aber ihr boch ziemlich nahe fem". Die Einragungsziffern in den einzelnen Drien samanten zwischen 33 und 698. Mit diesen Erfolgen fann die D. in ganz Deutschland Tenomieren gehen. Schließlich find ja 132 Eintragungen in Rohr dorf oder 55 Eintragungen in Gorenberg weltbewegende Ereignisie, Bogegen die Pleite in Kleinstädten wie Köln, München, Breslau, Dresden, Leipzig usw. gar nicht in Betracht kommt. Die Kostenrechnung. Rongreß für Chorgefangwesen. Prof. Dr. Arnold Schering, Universität Berlin, mies in seinem Referat zur Geschichte des deutschen Chorgesang mefens" borauf hin, des Beständigkeit und Gedeihen des Chor gejongmejens nicht von äußeren Maßnahmen, sondern von dem Borhandensein eines farten Gemeinschaftsgefühls, der Ueberein ftimmung in ethischen, sozialen, weltanschaulichen Fragen abhinge. 3m 16. und 17. Jahrhundert sehen wir felche Bindungen durch die Kirche, durch die Fürsten und die Gefchloffenheit des Bürger- und Handwerkerstandes. 3 17. Jahrhundert bewirken Kriege, Aristofratisierung der Gesellschaftsformen ein Absterben des meltlichen Chorliedes. Die Aufklärungszeit untergräbt die eiserne Disziplin der Rirche. Das weltliche Konzertwesen lebt auf, folistisches Musizieren und Musilliebhabertum tommen auf. Runmehr tritt auch die Frau stärfer in die Deffentlichkeit. Damit wird der gemischte Chorgesang stiftisch ſtarf verändert. Hondns und Beethovens pantheistische Chorschöpfungen machen Schule. Ihnen folgen Werfe der frühromantischen Beriode. Der Supra- Naturalismus geht um. Die Gegenwartsmusit häuft zu große Schwierigkeiten. Impressionismus und Expressionismus on achten musikalisch wenig Erfprießliches für Den Chorgesang. Die neueren Meister suchen in ihrem Schaffen mieber bei den alten angufnüpfen. Ein starker Drang nach seelisch Einfacherem, eine Abfehr von allen überspannten Beltanschaulich teitsproblemen macht sich bemerkbar. Aus einem neuen Gemein fdjaftsgefühl wird das Chorwert der Zukunft erstehen. Das vorläufige Gesamtergebnis des temmunistischen Boitsbegehrens glaubt der Reichswahlkommissar frühestens am 24. Dftober, mittags, veröffentlichen zu können. Die Gemeinden haiten am por: eftrigen Mittwoch morgen die Listen abzuschließen und an die Wahl behörbe weiterzusenden. Eine Schägung des Gesamtergeb. iffes ift faum möglich, doch glaubt man, daß die Zahl der Einregungen fogar unter 1,4 millionen geblieben ist. Die Roften werden vom Reichsministerium des Innern mit Zustimmung des Reichsrates festgesetzt werden. Bei dem Baltsbegehren gegen die thirstenabfindung hatte das Reich an die staatlichen Behörden und n die Gemeinden, denen vier Fünftel ihrer Kosten erfekt werden müfen, zusammen 988 343 M. zu zahlen, wovon 38 202 M. an die Sandesbehörden und rund 760 000 m. an die Gemeinden gezahlt wurden. Auch jetzt werden die Veranstalter etma rund 1 Million unferes Staates. dem Reich zu ersehen haben. Aber diesmal hat die KPD. allein zu zahlen. Bölliger Zusammenbruch in Beffen. Darmstadt, 19. Oftober.( Eigenbericht.). Prof. G. Schünemann, Direttor der Staatlichen Hochschule für Musil, spra 3ur Soziologie des Chorgeianges". Ausgehend von der Gebundenheit des Menschen wird gemeinschaft fides Singen zum Ausdrud innerer 3ufammengehörigkeit und gleichiam heiliges unverlegliches Zeichen gemeinschaftlichen Schicksals. nach den großen politischen Umwälzungen verförpert sich der neue Staats- und Boltsbegriff geradezu im Chorgefang. Neue Machtgruppierungen im mirischaftlichen Zeben schaffen neue Siru turen der Chorgemeinschaften. Die Bewegungs- und Spannungsmomente unferes Staates spiegeln fich im Chorgesang, Dienst an der Chorgemeinschaft ist praktisch auch Dienst am Aufbau Prof. H. 3. Mofer sprach von den 3utunftsaufgaben des deutschen Chorgefangmesens". In einer schweren armen Zeit müsse fich auch der Idealismus an Realitäten halten. Die Erlangung der Gemeinnüßigkeit lege Berpflichtungen auf, die er als mohltätige Schraube" bezeichnete. Es handle fich darum, in die Intereffengemeinschaft für das deutsche Chorgesongwesen feinerlei Fragen hereinzuziehen, die beffer die einzelnen Verbände pon sich aus erledigen fönnten. Gemeinsam seien vor allem wirt. Generalmufitdirettor Peter Moobe, Machen, behandelte tie Brage Stabipermattung und Chorgesang". Die rer einigten Chorgejengorganisationen millien darauf hinwirken, daß bei der bevorstehenden Rengestaltung ter Städteordnungen eine Be itinumung aufgenommen werde, die die Pflege der Kunst, ciniliez fich der Chormujit, den Stadtverwaltungen ausdrücklich zur Vilicht macht. Oper und Orchester zu unterhalten ist tostspielig, die Chöre aber arbeiten umsonst. Nicht zustimmen fönnen wir Raabe, wenn er meint, die städtische Fürsorge dürfe nur einem besonderen, möglicht überpolitischen Chorverein zugute fommen. Prof. Mar Friedländer, der Herausgeber der Bollsliederbücher für Männer- und gemischten Chor, fprech über„, Chorgefang und Baltslied". Er tritt der Behauptung entgegen, daß die deutsche Hausmusik in der letzten Zeit, völlig verichmunden" jei, usb gibt Bericht über das„ Etootliche Boltsliederbuch für die Jugend", en dem er mit einem Stab non Mitarbeitern seit sechs Jahren arbeitet. Das Werf, dos nunmehr im Manuskript abgeschlossen por liegt, will zum Mittelpunkt des Musillebens der Jugend werden und die Bindung zwischen Schul- und Hausmusit herstellen. Nach den Ausführungen der Musikwissenschaftler und Musit. prafiifer nahmen die Vorstände her drei in der Arbeitsgemeinschaft vereinigten Gängerbünde das Wort. Genosse Carl Fehsel( Deutscher Arbeiterfängerbund) wies auf die verhältnismäßig turze Entmidlungszeit unferes Bundes hin, den er als Produtt der modernen Arbeiterbewegung bezeichnete. Wie diese ist auch der D25. aus primitivsten Anfängen entstanden und ein adtunggebietender, aus dem sozialen und fulturellen Leben des Volkes nicht mehr megzudenkender Erziehungs- und Bildungsfoftor geworden. Fehicl schildert die Notlage unserer Vereins. Bier Günitel aller Vereine crbeiten mit Unterbilans, bedingt durch hohe Konzertkosten und nicbrice Eintrittspreise. Und dennoch: faum einer gibt den Kampf mit der ngunit der Verhältniffe auf. Der Dirigentenmangel auf dem Lande wird erwähnt und daß gemisie Kreise es sich angelegen fein lassen, die Lehrerschaft von der Leitung unserer Chöre abzuhalten. Zur weiteren Durchführung der Pläne des Deutschen Arbeiterfängerbundes erbittet Jehsel die Unterstügung von Reich, Ländern und Behörden. Berantwortungsbewußt wird die deutsche Arbeiterjängeischaft durch die Tat beweisen, daß in Hinsicht auf die Pflege der Kunst und Kultur des Boltes ärmster Gohn auch fein getreuefter sein wird!" Ganz andere Töne schlug der Borsitzende der Deutsche it Sänger, Rechtsanwalt 2 ist, an: Rutturgut in höchster Mot. Geld, Geid und nochmals Geld müsse man haben. Ein Gebilde, das nicht recht leben und sterben fann, scheint Nachdem munmehr die Ergebnisse des fommunistischen Boffs. begehrens befonntgeworden sind, gewinnt man erst einen genauen Einblid in den fläglichen Zusammenbruch der fommunistischen Aftion fchaftliche Dinge zu regeln. Moser wandte sich gegen die Ausschließ it es nicht gelungen, auch nur ein Gestel der fonumunistischen lichkeit bes Männerchores. Ueber Bendsai, Trunt, Bruch und Hegar Bähler vom 20. Mai zur Abstimmung zu bewegen. In Darmstadt dürfe man Bach und Händel nicht vergessen, die heute nicht auf baben sich im ganzen 525 eingezeichnet, bei der legten Reichstags, geführt werden fönnten, weil es vielerorts ben Oratorienvereinen mahl erhielten die Kommunisten 2229 Stimmen. In Offenbach, ber an Männerfiimmen mangele. Hier fügte der Referent ein Lob auf tommunistischen Hochburg in Helfen, wurden 2339 Stimmen für den deutschen Arbeiterchorgefang ein, der fich erfreulicherweise über das Boltsbegehren abgegeben, während die Kommunisten bei der das reine Männerchorgesangmejen hinaus entwickelt habe. Die gefationsgebiet hindernd im Wege. Stadt und Land find nicht unter waltigen Berte der großen Chorliteratur gehören heute nicht mehr 649 Stimmen abgegeben wurden. 100 Berfonen eingezeichnet, während bei der Reichstagswahl nur den Lehrer und Oratorienchören, fie müssen auch der Arbeiter hur Um das Reparationsproblem. Porter Gilberts Londoner Berhandlungen. Kem Bert, 19. Oftober. schaft erschlossen werden. leber die Frage Staat und Chorgesang" referierte Generalmusifdirettor Frig Stein: Er anerkannte das Geleistete, verlangte jedoch energische Fortführung der Musitreform. Der Welfenschatz. New York Times" veröffentlicht an hervorragender Stelle ein Telegramm aus London, in dem behauptet wird, daß Der frühere Herzog von Braunschweig beabsichtigt, den tunstischen der Generalagenten für die Reparationszahlung Barter geschichtlich berühmten Belfenschap" nach Amerifa zu verGilbert, Bremierminister Baldwin und Schatzfanzler Churchill eine jachern. Diese Sammlung after Reliquien, die herte nach der Berständigung über die Bildung einer neuen Dames- Kom- Schweiz verschoben ist und von dort der weiteren Verschiebung miffion zustande gekommen sei, deren Aufgabe es sein soll, die harrt, hat ein halbes Jahrtausend ihr Domizil in der Stadt Reparationssumme endgültig festzulegen. Gleichzeitig per Braunschweig gehabt. öffentlicht das Blatt eine Meldung aus Paris, in der es als mahr. heinlich bezeichnet wird, daß selbst ohne die Mitwirtung Amerifes bie deutschen Jahreszahlungen auf zwei Milliarden Mart herabgefeßt merden fönnten. Falls jede merita einen aus. reichenden Betrag an deutschen Obligationen unterbringen fönnte, werde man auf eine entsprechende Erleichterung rechnen fönnen. bie ganze bisherige Arbeit des seit dem 25. September anbauernden Bom Belfenschat, der außer den berühmten um 1165 ent ftandenen, einen Ruppeldom darstellenden goldenen Reliquien B. byzantinische Berte enthält, die zu den wenigen Dotumenten der frühzeit des norddeutschen Christentums gehören, wird gewöhnlich behauptet, Heinrich der Lome habe ihn von seinem Kreuzzuge aus dem Drient mitgebracht und dem Blasienstift u Braunschweig gefchenft. Das mag zum Teil richtig sein, er enthält aber auch Stüde, die schon länger in Braunschweig waren, und andererseits solche jüngerer Brovenienz. Als das Domkapitel im 16. Jahrhundert evangelisch wurde, verloren die Reliquien an offiziell- religiojem Bert, has a pilel nermahrie sie aber natürlich sorgfältig wegen ihres materiellen Bertes. nach den Worten des Herrn Mufidirektors Müngersdorf der Reichsverband der gemischten Chöre( einschließlic der Frauen- und Kirchenchöre)" zu sein. Hier steht die Nichtgemeinfamfeit der Intereffen einem größeren Betätigungs- und Organi einen Hut zu bringen. Es gelingt niet, en die katholischen und protestantischen Kirchenchore( lettere haben einen eigenen Berband) heranzukommen. Augenblicklich zerbricht mon fich in diesem Berband darüber den Kopf, wie man vorwärts fommen fann. Auch für dieein Verband muß gelien: Hilf dir selbst, so hilft dir der Staat. Walter Hänel. Ein Weltreisefilm. Zerra- Lichtspiele, Mozartsaal. Aloha und Walter Banderwell sind zwei junge, erfreulich frische, unternehmungsluftige Menschen, die mit Auto und Kamera um die Welt" zogen. Und wenn man 43 Länder durchfahren hat und eine gute Kamera befizt, fann man schon etwas berichten. Die beiden Weltreisenden bemegen sich in dieser schäzensmieder nagebringt. Aber sie sind Wandernägel eigener Art. verliebt werten, freien Wandervogelmanier, die den Menschen der Natur in's Auto, vernorrt in's Tempo. So sieht man im blühendsten Kunterbunt ein paar schandhaft gequälte Romele in Meffo, Haus Doorn, das Standbild des alten Frizen in Berlin, Faschisten, die eine Flagge für ihre Freunde in Sowjetrußland mitgeben und Aloha Wandermell als Bataillonsführerin in der Roten Armee. Man sieht bizarr. Gewaltiges wie die Geistertänze der Koirrondos, genießt bildlich Aegypten, dieses Sehnsucht zich vieler Menschen und be trachtet nebenbei Unbedeutendes in irgendeinem Erdteil. Eie rechnen bald nur noch nach Kontinenten, diese modernen Nomaden, bei denen uns ihr Selbstbewußtsein und dieses jeder Situation. Gewochsensein imponiert. Ihre Oberflächlichtelt aber möchten wir im Intereſſe der Boltsbildung nicht bejahen. Im Tempo jagt man en der Kultur norbei, man sieht nur die Zivilisation, im Tempo erfaßt man nicht den Kern einer Sache, man photographiert höchstens die Schale. Das Tempo fönnen mir nicht zurückschrauben, aber es wird für uns den Reiz der Neuheit verlieren, und wir wollen hoffen, daß wir dann trop tes Tempas den Weg wieder zur Gründlichkeit finden und der Forschungsfilm den Reiserekordfilm ablöst. c. b. 5 Minuten Bergmann- Prozeß. Im Bergmann- Prozeß wurde heute eine Sigung Minuten Dauer abgehalten. Amtsgerichtsrot Dr. Batten berger, der an Grippe ertrantt ist, mar irog bes ärztlichen Berbotes und obwohl er gestern abend noch hohes Fieber hatte, dennoch heute früh püntlich um 9 Uhr in Moabit, um zu verhindern, daß Am 4. September 1638 ftellte er 3 og Anton Ulrich Am 4. September 1638 stellte erzog Anton Ulrich einen Revers aus, daß er aus dem Edage in Whium einen jilbernen Brogeffes vergeblich gewesen sein sollte. Er ertlärte aber gleidh, Dedel ausgeliehen habe( ein deutliches Zeichen, daß sich damals Bunächst follte der Fall lg, der den angeflagten Staats: hielten). Anton Ulrich hat übrigens in der Zeit von 1658 bis 1667 maltschaftsrat Dr. Jacoby betrifft, zur Sprache gebracht verfchiedentlich Stüde aus dem Reliquienschap entnommen; einige werden. Nach einer Erflärung des Oberstaatsanwalts Binder hat er ohne Revers mitgenommen und einige ver tommt unter Umständen zu diesem Bunft, der eine Auskunfts- ich entt". erteilung Dr. Jacobys betrifft, Generalstaatsanwalt Dr. Linbow 3m Jahre 1670 tam es wegen der Wegnahme der Sta Seuge in Frage. Der Ringeklagte Dr. Jacoby tour jebody noch tuette bes beiligen Konrad durch Herzog Anton Urid) nicht anwesend. Man wollte ihn telephonisch herbeirufen, ba bas guin Sample ber Stadt Braunschweig gegen den Herzog Rudolf ber August, den Bruder Anion Ullrichs, bei dem dle Stadt aber unter. im allfeltigen Einverständnis, diesen Anflagepunft zurückzustellen lag. Um bie Kosten des Feldzuges zu decken, forderte Herzog Johann nb ben Fall des Angeflagten Salinger vorzunehmen. Der Sach, Friedrich den St. Blasienschatz und erhielt ihn. Einige Mon. beständige Brandt berichtete, daß Lagerscheine mit dem ridytigen ftranzen und sonstige Gegenstände, an denen der Name St. Blasius Hochzeitsreise von der Schwiegermutter burd; allerlei bekannte Film. Ramen bes Angeklagten Felig Solinger in großem Umfange zur haftet, befindet sich noch heute im Dome. Alles übrige manderie fituationen begleitet wird und wenn sich dadurch die Brautnacht von Ausgabe gelangt seien, daß jedoch auch eine Menge Scheine mit ber 1671 nach Hannover, non da 1867 nach Wien, hann nach Gmunden, New Dart über Boris bis nach London perzögert. Monin Bants Unterschrift Gustan Salinger" norhanden gewesen seien. Diese dann in den Safe einer Schmeizer Bank und dann gefälschten Scheine seien jedoch noch nicht zur Ausgabe gelangt, mohin? hel nerpflichtet bekanntlich bag bei Salinger Urtundenfälschung nicht in rage foramt bieten ins Ausland zu nerschochers. Amtsgerichtsrat Dr. Wartenberger: Herr Solinger, Da haben Sie Glud gehabt.( Seiterfeit.) Die Berhand lung follie nunmehr abgebrochen werden. Der Borfigende, Amts gerichtsrat Dr. Bartenberger, erklärte, daß er bestimmt hamit Techne, bereits am Dienstag wieder so geträftigt zu sein, daß er im bollen Umfange materiell weiterverhandeln fönne. Darauf wurde die Berhandlung auf Dienstag früh 9 Uhr vertagt. Bier Berletzte bei einem Autounfall. -w wer das Gut der Bäter meist „ Scheidung vor der Che." Ufa Theater Kurfürstendamm. Der amerikanische Gesellschaftsfilm hat sich leergelaufert. Diese Liebesgeschichte einer Stahltönigstochter, ble fich in Benedig einen Brinzen angelt, aber megen ihrer Berrücktheiten schon in ber Hoch zeitsnacht es bis tnapp vor ber Scheidung treibt, ist zu bürftig, um Bor dem Hause Budapester Straße 29 geriet in der verlänger zu intereffieren. Gewiß, Florence Bibov ist eine dharmante gangenen Nacht ein mit 4 Berfonen besetztes Bripotauto auf die hier Frau( non 30 Jahren), es gibt hübsche Bilder aus Benedig, ble befindlich Schuginsel. Der Wagen wurde sertrümmert. männlichen Mitspieler sind distret( und der eina fogar uffig), aber Der Führer und die drei Injassen wurden ich mer verlegt. Sie trhielten auf der nächsten Rettungsstelle die erste Hilfe und wurden pon dort in das Krankenhaus Westend übergeführt. mon mird nicht warm dabei, und an Spannung fehlt es gänzlich. " Aus dem reichhaltigen Beiprogramm ist Berlin im Licht" hervorzuheben. T. " Beiraten und nicht verzweifeln." Month Baufs in der Alhambra". Es ist kein Vergnügen für das junge Baar, wenn es auf seiner und noin plidenden Augen in die größten Schwierigkeiten gezät und die Handlung immer wieder von neuem nerfnotet. Mit diskreter Clownerie mandert er durch das Leben, fein gestempelter Grotest fchoufpieler und auch fein Realift, ein Rampromis zwischen beiden darstellerischen Elementen. Der Film gibt im Grunde in nielen Bariationen doch nur ein einziges Thema: Bants will gu feiner Frau und landet bei der Schwiegermutter, er ist aber so gut mit Einfällen verproviantiert, daß er den Szenen ständig ein anderes Geficht gibt. Troßdem jedoch ist die Handlung zu weit ausgesponnen, der Stoff wäre für eine zweiaftige Groteste geeignet, fie jetzt sich aus fleinen Mosaiten zusammen, die auch noch verdoppelt werden fönnten. Und dann fönnten die Engländer, die stets mit einer fultivierten Photographie überraschen, etwas Gestrafftheit und Tempo im Film von ihren Bettern jenseits des Atlantic fernen. F. S. Bolt und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt ber heutigen Postauflage bei. Zwischen den Häusern Stralauer Straße 47 und 49 dehnt sich ein ziemlich langgestreckter Bauzaun. Dahinter liegt ein Trümmerfeld pon Sautt, Mörtel und was sonst zu den sichtbaren 1 berresten eines Hausabrijles gehört. balancieren seiltänzerhaft zwischen den amber, ein Hund bewacht, mißtrauischen Blickes, leise Inurrend, diese steinerne Wüste. Hühner Steinen Aber da ragt ja zwischen Gerümpel aller Art, Bottenverschlägen, Bohlen usw. noch ein Stückchen Mauer hoch. Einem zersetzten Armstumpf gleich, der seine Fortsegung nach oben verloren hat. Das Erdgeschoß des cinstmals zweistöckigen Houses blieb aus welchem Grunde, weiß man nicht stehen. Ein paar Holzstufen hinauf, und man sicht in einer redt geräumigen Rüche, an die sich drei ebenso geräumige Stuben anschließen. Hier haust der Bor= tier des Hauses als einziger und legter Hausbewohner; ein älterer Mann mit Frau und vier Kindern. Seit 14 Jahren hat er die Portierstelle inne, und als im vorigen Jahre injolge Befigerwechsel das Haus abgerissen wurde und man ihn als Playwächter vorläufig in seiner Wohnung beließ, da maren er und die Seinen heiliroh. ,, Mas meinen Gie," fagte der Alte, oiche Wohnung friege ich ja nie mehr. Wer nimmt heute Wohnruine Stralauer Str. Glanz und Elend der Mannekins. Von der„ Gilde Berliner Mannetins" erhalten wir folgen Zuſchrift: Der in Ihrer Nachtausgabe„ Der Abend" vom 12. Ottob erschienene Artikel von Herta Berna hat unter unseren Mitglieder lebhaftes Erstaunen und Unwillen erregt. Wir bitten Sie gebenst, Ihre Moderedaftrice nicht Artikel schreiben zu laffe Die geignet sind, den Stand der Mannelins in ein schlechtes i zu sehen. In feiner Modeschau dürfen sich männliche Verion in den Ankleideräumen aufholten, es seien denn die Chefs oder d Konfektionäre, die in Ermangelung weiblicher Versonen anziehe helfen und auch diese sind nur in den Ankleideräumen jel wenn die Lofalitäten sehr eng find. Ihre Korrespondentin muß besondere Quellen gehabt hab menn sie ongibt, daß die einzelnen Modegeschäfte ihre Manneti gern untereinander ausleihen, das Gegenteil ist der Foll, autes Mannetin wird wie ein Augapfel gehütet, sie ist ein Kapi für ihre Arbeitgeber, das man nie verleihen würde. Wir müssen aber auch unsere Arbeitgeber in Schuh nehme Die Engrosgeschäfte geben ihren Mannefins gern Urlaub, Modeschauen mitzumachen und denken gar nidt daran, eine fache für einen Gehaltsabzug daraus zu fonstruieren, felbft me fie, mas meistens der Fall ist, 50 M. pro Tag, freie Reise u Aufenthalt bekommen. Fr un fan m bef die als effen ber dur Wir haben mit Interesse erfahren, wo Modeforresponde tinnen des„ Bormärts" ihre gestopften Strümpfe verschwin lassen, auch was die Gepflogenheiten der eleganten Dimen Verkehr mit Modesalons, Liebhabern und Ehemännern sind, wünschten, daß wir uns auch so gut etwas aus den Finge faugen fömmen wie Ihre Dame, dann würden wir weniger brauchen. Im übrigen erlauben wir uns darauf hinzuweisen, Mannefins meistens den Kreisen entstammen, für die Ihre shätzte Zeitung fich einfegt und daß mir Arbeitnehmer und fein Lurustiere sind. Bir verdienen unser Brot sehr sdimer, mir fi unseren Arbeitgebern eine wertvolle, anerkannte mithilfe und möchten nicht in einer Zeitung unseren Stand so leichtfertig urteilt sehen mie in Ihrem Artikel. Wenn Sie Tendenz schreiben müffen, geben Sie auf die sucherinnen, aber nicht auf die schwer arbeitenden Mädchen. Hochachtungsvoll ( Unterschrift undejerlich.)". übe pre Bug der 0727 En wi Heri rin Nachwort der Redaktion. Wer den Artikel von Berna ohne Voreingenommenheit gelesen hat, der wird gewiß uns übereinstimmen, daß darin feinerlei Serabjegun der Arbeit der Mannefins enthalten ist. Im Gegente was der Vorstand von uns wünscht, nämlich, daß wir„ auf die B sucherinnen, aber nicht auf schwer arbeitende Mädchen" sollen, das tommt gerade in diesem Artikel zum Ausdrud. „ Gilde Berliner Mannelins", als deren Ehrenvorsitzende die Dam 2. H. Helene Bornholdt und Paula Freifrau Reznicet zeichnen, mag vielleicht darin recht haben, daß in d gebe Di 00 $ 30 h a no ihr leid Qu großen Berliner Modehäusern die Modeschauen fich niftro abd ganz so abwideln, wie es bei uns geschildert wurde. Das sind nur Ausnahmefälle. Bei der großen Masse der Modeschaue vor allem im Reich, sind die Mannekins, wie es von der Gilde fel zugegeben wird, schmer arbeitende Mädchen" und wir werden in Su ma bir einen Portier mit 4 Kindern, wo die Leute alle finderiose Ehepaare ungehinderten Zutritt. Ueber der Küche fehlt sogar uns auch fünftig, gerade als Organ der arbeitenden Klassen, nid Bo suchen?" Auf dem Wohnungsamt, wo man über neue Wohnungs anwärter naturgemäß nicht allzu begeistert iſt, rief man ihm eben: falls nachdrücklichst den Besitz einer Wohnung ins Gedächtnis. Und dann: Einem gefchentten Gauf sieht man befanntlich nicht ins Maul! Die Wohnung ist frei, und der Mann vermietet auch noch das Dach. Aber das mache ich mir schon zurecht," meint er zuperfidillich,„ even bin ich dabei." In einem kleinen Berschlag häm in so vielen mit großer Reflame umgebenen Berufen, so, auch in de nehmen lassen, das glänzende Elend aufzuzeigen, das wi gib Räurre davon.„ Wenn ich fie bezahlen müßte, würde ich mir wahr. Wert. Mutter ſtoppt in diesem Augenblick auch seinen Redeschwall scheinlich auch eine andere suchen," meinte er trocken. Vor dem Winter und seinen Schrecken ist ihm schon etwas bange. Es ist recht falt da ohne jedes schüßende Gemäuer, überall flafft wie aus offenen Wunden, und Wind und Kälte haben es Friede im Hause Neuerburg. Köln, 19. Oktober.( Eigenbericht.) Tarifbewegung der Innungsschmiedegefellen mert er mutig auf ein paar alten Blechstücken herum und zimmert der Mannefins, herrscht. fich, fo gut es eben geht, sein schüßend Dach. Er fühlt sich nicht bemitleidenswert und legt auf eine öffentliche Beschwerde feinen und ruft ägrerlich aus der Küche herein: Ad), erzähl du doch den Leuten nicht immer so viel!" Die Stuben sind rein und sauber gebalten, in der Küche focht friedlich das Kaffeewasser, und Mutter fnetet gerade einen Kuchenteig... Kinderfreunde Berlin. Heute, Freitag, pünktlich 20 Uhr, Bor standssizung. 16. Kreis Köpenid. Heute, Freitag, 19% 1hr, in der Aula der Körnerschule, Lindenstraße, Schubert Feier. Einfürungsrede: Klaus Bringsheim. Mitwirkende: Benz- Quartett, Sänund Genossen sind herzlichst eingeladen. Nach langen schwierigen Verhandlungen kam es in dem Lohn- herim, Männer- und Gemischter Chor Köpenid. Alle Genoffinnen fonflikt der Zigarettenarbeiter in der großen Zigarettenfabrit Neuerburg in Trier vor dem Schlichtungsausschuß zu einer Bereinbarung, nach der die bisherigen Löhne mit Wirkung ab 1. Oftober um 6 bis 10 Proz. erhöht werden. Außerdem erhalten alle Arbeiterinnen die gefeßlichen Feiertage bezahlt, ebenso auch die fatholischen kirchlichen Feiertage, die die Firma gefeiert wissen will. Das Lohnabkommen läuft bis zum 31. Juli 1929. Die Hartnäckigkeit der Firma Neuerburg führte dem Deutschen Tabatarbeiter- Berband etwa 800 neue Mitglieder in Trier zu und noch täglich gehen neue Anmeldungen ein. Theater, Lichtspiele usw. Freitag, d. 19. 10. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 112 19 Uhr Ein Freitag, d. 19. 10 Städtische Oper Bismarckstr. Turnus IV 19 Uhr Maskenball Don Carlos Staats- Oper Am Pl.d. Republ. R.-S. 170 20 Uhr Staatl. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt A.-V. 179 20 Uhr Weh' dem Salome der lugt Staatl. Schiller- Theater, Charitbg. 20 Uh Die Weber Winter Garten Tägi. 8 Uhr Das vollständig neue Oktoberprogramm mit allerersten internationalen Varieté Kunstkräften. Sonnabend und Sonntag 4 je z Vorstellungen 3.30 und& Uhr 3.30 kleine Preise Rauchen gestattet Volksbühne Deutsches Theater Theater am Bülowplatz 8 Uhr: Norden 12 310 Vorverkauf auch im Pavillon d U- Boot S. 4 Reinhardtbühnen, Kurfürstendamm, Th. am Schiffbauerdamm Ecke Uhlandstraße Bismarck 448 u. 449. Heute 50. Vorstg. 8 U. Ende nach 10% 2 Täglich 8 Uhr Zum 138. Male: Die Grei- Groschen- Letzte 3 Vorstellg. Artisten Oper Paulsen, Valetti, Ander, Gerron, Schaufuß, Kühl, Lenja. Telephon: Morden 1141.281 Thalia- Theater resdener Str. 72-7. 8 Uhr lenie Max Reinhardt Montag geschlossen Dienstag, den 23. abends 7 Uhr Uraufführung Die Verbreder Kammerspiele Norden 12310 Schneider Wibbels 8%, U. Ende nach 10 Auferstehung „ Ehen werden im Henckels, Grodtczinski. Himmel geschlossen!", Saltenburg- Bahnen Dis. Künstler- Th. 8 Uhr: Die Herzogin von Chicago Op r. von Emmerich Kaimen Lessing- Theater 8 Uhr Aib. Bassermann. Lucie Mannheim Herr Lamberthier" Drama von Louis Verneuil. Komödie von Walter Hasenclever Baraowsky- Bühnen Th. Königgrätz.. fäglich 8 Uhr Dr. Karl Bornstein, Generalsekretär des Preußischen Landesausschusses für hygienische Volksbelehrung, wird heute 65 Jahre alt. Dr. Bornstein ist auch Herausgeber der Blätter für Boltsgefund. heitspflege". Betätigt hat er sich außer mit den Fragen der Sozialhygiene besonders auch auf dem Gebiete der Boltsernährung, Alkoholbekämpfung und des Mieterrechts. Die Spartaffe der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamtes M.- G.. Berlin. Wallstr. 65, ist täglich mit Ausnahme von Sonnabend Don 9-3 lbr und 4-6 Uhr. Sonnabends von 9-1 Uhr geöffnet Metropol- Theater Täglich 8%, he Friederife Käthe Dorich Richard Sauber Silde Wörner Befpermann Arnstaedt Diegelmann Dora Reg Limburg Raiser- Zig Die Kaffe ift den ganzen Zag geöffnet. Telephon Zentrum 378 u. 9393 Theater a.KottbusserTor Kottbusser Str. 6 Tel.: Moritzpl. 16077 Täglich 8 Uhr, auch Sonntags nachm. 3 Uhr( ermäß. Preise) Elite Sänger mit 12 ,, Silberne ,, Putti" Hochzeit u. einem toll. Lebensbild Schwank Der rate General Volkspreise: 100 b. 200 M., Logen 2,50 Komedienneus Täglich 8, Uhr Hokuspokus mit Cart Götz Trianon- Th. Die Komödie Täglich 8. Uhr Bismarck 2414/7516 Skandal um Olly S4 Ende 11, Uhr Eltern und Kinder Komödie E ne schwankhafte Begebenheitin 6Bitdern von Ilgenstein. Erika Glässner, Ivon Bernard Shawl Heinz Saliner Momische Oper s. James- Klein- Revue: Tausend nackte Frauen!! Die gr. Revue der ,, Freien Liebe" Parkett nur 4,50 Mk. Für die Schmiede, die in den Berliner Inmungsbetriebe beschäftigt sind, besteht schon seit Ende 1922 fein Lohntarif meh Der damalige Bertrag wurde nicht mehr erneuert, weil Schmiede die Auffassung vertraten, ohne tarifliche Bindung beffe Verdienste zu erzielen. Der tariflose Zustand hat aber dazu führt, daß in den einzelnen Betrieben eine völlig unterschiedlich Bezahlung einriß, die vor allem für die jüngeren Schmiedegefelle unerträglich geworden ist. Während zum Beispiel die Sch meister im Durchschnitt einen Stundenlohn von 1,75 m. habe bekommen die jung ausgelernten Gesellen meistens nur 75-80 eine gut besuchte Bersammlung der Berliner Innungsschmiede Montag den Gesellenausichuß, mit der Berliner Schmied innung über den Abschluß eines Lohntarifes zu verhandeln, 234 ma Fr rid gar Die Go fri bat ab 80g Bir Um diesen unhaltbaren Zuständen ein Ende zu machen, beauftrage leber das Ergebnis der Verhandlungen mit der Innung in einer Versammlung am nächsten Montag, abends 7 Uhr, Boefers Festfälen berichtet werden. win Em des ma ger for Ed Bud gro Ab bl Fri Berantwortlich für bie Redaktion: Eugen Brager, Berlin: Anzeigen: Th. Glo Berlin. Berlag: Borwärts Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts druderei und Berlagsanstalt Baul Ginger& Co., Berlin SB 68, Lindenstraße Sierzu 1 Beilage. Volksbühne Planetarium am Zoo Theater des Westens HALLER- REVUE Theater am Bülowplatz 8 Uhr farläng. Joachimsthaler Straß Noll. 1578 16 Uhr Moskauer jüd. akad. Theater Täglich 8 Uhr U- Boot S. 4 Der Sternbimmei Die Nacht auf dem Theater am Schiffbauerdamm 8 Uhr im Herbst 18 Uhr: Erde and Weltenraum. 20 UKr: Die Drei- Groschen- Der Einfluß d. Gestirne Oper Thalia- Theater 8 Uhr. Schneider Wibbels Auferstehung Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr Die Weber Staatsoper am Platz der Republik 3. Uhr Salome Theater am Nollendorfplatz Täglich 8 Uhr Schwarzwaldmädel! Theater in der Stadt Kommandants cstr. 57 Dönh. 919. 8 Uhr Demnächst z 503. Mal Spiel im Schloß Anekdote von Franz Molnar, ( Volksglaube und Wissenschaft). Lustspielhaus Täglich 8 Uhr Arm wie eine Kirchenmaus v. Theilman, J. Riemann. 1. Miller, Matten Berisch Th. in der Lutzowstr. alten Markt ., Schön und schick" Th. im Admiralspalasi Täglich 81 Uhr. Sonniag ose- Theater Gr.frankfurter$ 1.1322 vorstellunger 8 Uhr: 3 Uhr 0.814 Uhr. MachVerschwender mittags die ranz: Vorstella. zu halben Preiser Renaissance- Theater 8 Heute 81 Ton in des Töpfers Hand Deutsch von Theodore Dreiser. von Paul Eser. Regie: Gust. Hartung. Kurf. 9209. 8 Uhr Uhr CASINO- THEATER 81, Uhi L. M. Lommel " in der Posse Runzendorf auf Welle 0,5" Sonntag 4 Uhr Kindervorstellung Tisterteufelchen Märchen mit Musik und Ballett Rundfunk hörer Balbe Preise Kleines Theater Heute 7 Uhr Premiero Max Adalbert in Regie Eugen Rober: Der Dickkopf Agnes Esterhazy, Arthur Schrider, Liche, fesch- 2allet, Sandrock, Landa, Thiem, Roth Sterler, Sikla. Lothringer Straße 37. Nen! Neu! Stöpsel Dazu ein erstklassiger bunter Teil. Für unsere Leser Gutschein für 1-4 Pers Fauteu nur 1.15 M., Sesse 1.65 M. Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M. Für 50 Pfennige 14 große Varie é- Attraktiouen Heute abend 8 Uhr: Walhalla- Cheater! Welabergsweg 20 SCALA 8 Uhr B 5. Barbarossa 9256 Original Theremin- Trio, Musik aus der Luft, Powers Riesen- Tanz- Elefanten YO New York- Hippodrom und das große Varieté- Programm her fo na me alt. Ge an Sonnabends u. Sonntags mu Je 2 Vorstellungen 3.30 u. 8 Uhr. 3.30 zu ermäßig Preisen das ganze Programm. ent nid nid Tui ma ber 216 and gar uin er tar Großes Schauspielhaus 3 Uhr CASANOVA U mit Michael Bohnen. Regie: Chare 3 U. Sonntag Nachmittagvorstig. zu halben Preis. Ungekürzte Vors 30 Reichshallen- theater Abends Sonnt. nchm. Steffiner Sängde Cas won' ervalle Oktober Pro Hachm. halbe Preis volles Proa Douho.rett' Varieté- Stimmung, Tan Anfang 8 Uhr. Sannars 5 Uhr fard Ces es Qu ein So Fre ton Kap tan- Kantabak 15 20 가 200 Kapitän- Kopenhagener 20 Die Marke der Feinschmecker in den meisten Geschäften käuflich Sei Carl Röcker. Berlin 30 Lichtenberger Str. 22. Kgst. 3861 e fet 18. folgen Ottob tglieder Sie 1 Laffe tes Lid Verione ober di anziehe n jelb t habe annetin Foll, di Kapit nehmen ub, 1 cine it me eile wind men u Beilage Freitag, 19. Oktober 1928. Der Abend Spalausgabe des Vorwärts Die Bastille am Plötzensee. Aus der Gefängniszeit eines sozialdemokratischen Redakteurs./ Von Hugo Poetzsch. Es ist jetzt ein großes Geschrei gewesen über die Zustände in njeren Gefängnissen. Kreise, die sich sonst nie darum gefümmert, fanden das Essen schlecht, die Behandlung der Gefangenen entwürdigend und was der Klagen mehr waren. Alles meil Feme= fponde mörder, die faltblütig, mit voller Ueberlegung Menschen in bestialischster Weise erledigten", sich in Saft befinden. Man braucht die Einrichtungen in unseren heutigen Gefängnissen wirklich nicht als mustergültig anzusehen, muß aber doch zugeben, daß gegenüber den Zuständen in der Borkriegszeit schon mancherlei Besserungen durchgeführt sind. Und die Reform des Strafvollzugs ist auf dem ege ind, Finger ger effe on, hre 100 fein mir fir und m ertig die hen. n Her wiß egung egenteil Die Be gehe 4. D Dam 11 00 be In der Borkriegszeit murden, auch nach dem Fall des Sozialistengesetzes, alljährlich viele Jahrzehnte von Gefängnisstrafen über Sozialdemokraten, namentlich über Redakteure der Arbeiter= presie, verhängt. Für die Redaktion des„ Bormärts" waren in Blößensee immer einige Zellen reserviert. So saßen mit mir zugleich Stadthagen, Robert Schmidt und Zachau( nom„ Sozialdemokrat") im Gefängnis, das Johann Most einst die Bastille am Blößensee genannt hatte. Kurz vor uns hatte der Kollege Enders nach einjährigem Aufenthalt es verlassen. Und wir machten wiederum anderen Sündern Blah. Meine Verbrechen als Redakteur des„ Borwärts" hatten in riner Reihe von angeblichen Beleidigungen bestanden, die ich der Bolizei, Bergherren, Offizieren usw. zugefügt haben sollte. Innerhalb eines halben Jahres waren dreizehn An tlagen zusammengekommen. Dabei hatte es der Staatsanwalt noch gnädig gemacht, denn bei der damaligen Gesetzgebung und ihrer Handhabung war es für einen spürkräftigen Staatsanwalt ein leichtes, im„ Bormärts" jeden Tag einige antlagereife Stellen her auszufinden. Als noch" Unbescholtener" erhielt ich zunächst Geld lich niftrafen bis zu 1500 m., aber bald als„ Unverbefferlicher" Gefängnis in immer stärkeren Dosen. Der Vertreter föniglich preußischer Justiz, der meine Angelegenheiten in liebevolle Behandlung nahm, mar in einer Reihe von Prozessen jener berüchtigte Landgerichtsdirettor Brause wetter, der später in Wahnsinn endete. Bon ihm stammt bekanntlich das Wort, eine öffentliche Meinung gibt's nicht. Im April 1895 bezog ich zum ersten Male die Bastille am Blößensee". 5 in be abe ind idaue de fel erden as mi in de Fellen petriebe if meh weil di beffer Dazu g iedlich Der Empfang mar recht freundlich. Ganz wie im Hotel: Eintragung in die Fremdenlifte, Aushändigung der Hausordnung. Wie in einem richtiggehenden Sanatorium ift Aufstehen, Schlofengehen, Spazier gang genau geregelt. Bor allem feinen ruheftörenden Lärm, damit die anderen Insassen der Erholungsanstalt nicht gestört merden. Sorglich wird die Leibes visitation vorgenommen. Es folgt ein cr frischendes Bad. Dann geleitet mich der Empfangschef alias Haus. pater in mein Apartement: 2. Stod, Nr. 54. Das Fenster sorgsam egefelle abgeblendet, damit mein sweat home" neugierigen Blicken entchirogen bleibt. Nun endlich allein", kannst du dich in deinem Zimmer umsehen und mit Muße dein Meublement betrachten: eine Britsche an der Band, ein Tisch und Schemel, in einem fleinen Regal der Eßnapf und ein Gesangbuch! In den ersten Tagen Empfangsbesuche des Oberinspektors, Hausvaters, Arbeitsinspektors, des Lehrers und Pfarrers... habe 80 uftrag Liede Schmied ein, ng wit Uhr, b. Glo rts Bu ftraße A a 9256 sik aus en Yo ramm tags Ca mäßig mm. Bhaus = Chare Die Koff mar die übliche, den politischen Gefangenen wurde teine andere gewährt. Sie bestand aus Erbsen, Bohnen und Linsen in Suppen form, felten ein Krümelchen Fleisch, dazu schlecht ausgebadenes Schwarzbrot. Neben dem Mittagessen des Morgens eine dünne, graue Brühe, die eine entfernte Aehnlichkeit mit Kaffee hatte, des Abends eine dünne Brot- oder Mehlsuppe oder den sogenannten " blauen Heinrich", eine Flüssigkeit, die sehr start an dünne Stärke erinnerte. Die ewig dünne fettlose Kost war für mein chronisches, hervöses Magenleiden das reine Gift, und bald machten sich die Folgen in allerlei Beschwerden bemerkbar. Ich ließ mich deshalb, nachdem ich einige Wochen der Kur hinter mir hatte, zum Arzt melden. Dieser wandte mun ein merkwürdiges Heilverfahren an. Meine Bitte um etwas anderes Essen wurde von dem ,, Herrn Geheimrat" mit einem fategorischen hier gibt's nichts anderes" und" ft mir ganz egal" beantwortet. Dagegen murde mir eine Flasche Arznei gebracht, die ich nun in die leeren entfetteten Därme gießen sollte. Sie ist allerdings geflossen, aber nicht in meine Därme. Aber Selbstverständlich besserte sich mein Zustand nicht, und da ich nicht einsehen konnte, warum ich mir im Gefängnis die Gesundheit tuinieren lassen solle, meldete ich mich nochmals zum Arzt. Ich machte geltend, daß ich buchstäblich Hunger leiden müsse, da die 8 Ubercbreichten Speisen unverdaut wieder ausgeschieden würden. auch diesmal wurde ich vom Herrn Geheimrat zunächst faum angehört, sondern mit Antworten unterbrochen wie: Fällt mir gar nicht ein... Das sind Redensarten, die fennen wir schon. um. Auf die Frage, ob er annehme, daß ich simuliere, antwortete stig, 30 te Vorst ater chm. nga ber Prog alles Pro ett ng, Tan Uhr Am 21. Oktober 1928 sind 50 Jahre seit dem Tage vergangen, an dem das Sozialistengesetz erlassen wurde, Der Erinnerung an die Verfolgung der Arbeiterbewegung in der Zeit des Schandgesetzes" und in den darauf folgenden Jahren ist dieses Blatt gewidmet. Gnadenbringende Pfingstzeit. Der Aufenthalt im Lazarett hatte für mich noch meitere, nicht sehr angenehme Folgen. Da ich bis Montagabend dort gewesen mar, damit in dieser Woche( vor Pfingsten) einen Arbeitstag vers fäumt hatte, erhielt ich nun für die nächstfolgende nicht die übliche Bubuße( Schierich), die anläßlich der Festtage das Doppelte be tragen haben würde. Es hätte sich um einige Gramm Schmalz, ein paar Zigarren und etwa einen Sering gehandelt. Das war eine bittere Entstelle nur Vergleiche mit der Kriegszeit an täuschung. Bar ich doch gewiffermaßen noch Refonvaleszent, wenn dieser Begriff für Ausgehungerisein angewandt werden kann. Go durfte ich mich an diesen hohen christlichen Feiertagen an trockenem Brot und Wasser laben. Dagegen gab es geistliche Roft man in Fülle. An jedem der Feiertage ging's zur Kirche, mo zwei Pastoren sich abwechselnd mühten, gegen die fleischlichen Lüfte zu mettern. Wie geschaffen für mich, der ich nun bereits einige Monate ohne jede fleischtiche Koft( außer dreimal für je 15 Pf. Schmalz als 3ubuße) gelebt hotte. Den einen Vorzug hatten wir„ Politischen", daß sie als„ Selbstbeschäftiger" teine Gefängnisarbeit zu leiſten hatten, sondern literarisch für den Verlag des Bormärts" arbeiten durften. Dafür mußte pro Tag 1,50 M. an die Gefängnisverwaltung gezahlt werden als Entgelt für die produttive Tätigkeit", die dem Tütenkleben oder Werkzupjen entzogen murde. Einen ganzen Koffer Bücher nahm ich mit, die mir auch, bis auf einige allzu revolutionäre, belassen wurden. Außerdem durften die Politischen das geiftvollste Blatt jener Zeit, den Reichsanzeiger", als Lektüre das geistvollste Blatt jener Zeit, den Reichsanzeiger", als Leftüre erhalten. Das beste an reizvoller Abwechslung frug aber Der Herr Pastor bei. Während der Inspektor( er ist längst tot) und die anderen Herren, die mich non Amts wegen zu besuchen hatten, mir in recht angenehmer Erinnerung sind, kann ich das von dem damaligen Gefängnisgeistlichen evangelischer Fakultät nicht sagen. Dieser geistliche Herr, dessen Aint es sein sollte, tröstend, versöhnend, vermittelnd zu mirfen, gefiel sich in gehässigen Ausfällen gegen die Sozialdemokratie und gegen die Juden: „ Der„ Borwärts" ist ein Blatt, das sich nur an die niedrigsten Leidenschaften wendet... Ja die Bücher, es gibt viel zu piel Bücher." In der Kirche die schönste antisemitische Rede:„ Die Juden sind selbstbewußt, dünfen sich besser als alle Völker Ehrbegriff gilt nach dem Talmub nur unter Stammesgenossen, anderen gegenüber sind sie nicht verbunden, ihr gegebenes Bort zu halten. Sie schänden unsere Christenmädchen und heiraten selten und nur dann eine Christliche, menn sie Vorteil dabei haben." Der leber die Sozialdemokratie die albernsten Redensarten und Urteile. Er ließ die Gelegenheit der Sedanfeier nicht unbenützt vorübergehen; er verherrlichte den Krieg als fittlich und veredelnd und schimpfte auf jene„ paterlandslosen Schuste", die den Krieg als unchristlich verwerfen und das Sedanfest ein Markfest nennen. Daß der Krieg berechtigt sei, gehe schon aus der Bibel hervor. Kaiser Wilhelm, der Heldengreis, habe nach Sedan Gott gedankt für die ügung; nach dem Einzug in Berlin habe er sofort einen Gottesdienst abhalten lassen. Die gegen den Krieg„ das Mauf aufreißen", feien aber gerade diejenigen, die am Biertisch beleidigt, sofort den Bierkrug ergriffen und dem Beleidiger ein Loch in den Kopf schlügen und dann in diesem Hause dafür zu büßen hätten. Der Dreißigjährige Krieg habe viel Elend gebracht, aber die Menschen gläubig gemacht, So ging's weiter, bis ich jede Unterredung mit diesem ignoranten Hezapostel ablehnte. Sein Biederkommen mußte ich mir leider gefallen lassen. Die Ernährungsweise, wie sie vor dem Kriege in den preußische deutschen Gefängnissen allgemein üblich war, die Einförmigkeit, der Mangel an Fett mußte auf die Dauer auch den gesunden Menschen schwer schädigen. Die Folgen dieser Ernährung äußerten sich bei mir und, mie mir der Sanitätsgehilfe zugestand, bei sehr vielen Gefangenen in Abszessen, Furunfeln usw. Bei der neuen in Ause ficht stehenden Strafvollzugsreform sollte als Grundsatz gelten: Des Strafmittel ist der Entzug der Freiheit, darüber hinaus den Gefangenen an seiner Gesundheit zu schädigen, ihn damit beim Wiedereintritt in das bürgerliche Leben noch mehr widerstandsunfähig zu machen, hat die strafende Gerechtigkeit" fein Recht. Unterm roten Schirm Von F. Geyer. Unter dem Bismardschen Ausnahmegesetz gegen die Sozialdemokratie gab es tro allen Schändlichkeiten manche drollige Episode. Eine, solche erlebte ich im Sommer 1886. Om Jahre 1885 war ich im Kreise Chemniz Land als Landtagsabgeordneter gemähli worden und wurde, wie schon vorher oft, zu organisatorischen 3meden nach Chemnitz berufen. 1886 murde ich auch zum Reichstagskandidaten bestimmt. Nunmehr hatte ich doppelte Beziehungen und Verpflichtungen zum ganzen Chemnizer Agitationsbezirt. Trotzdem die gesamten Arbeiterorganisationen aufgelöst und Wilhelm Bock über Thum nach dem Greifenstein. Unter den Chemnitzern befand fich ein Doppelquartett, das den Marsch durch Gesänge beflügelte. Dieses Quartett sang dann unter einem mächtigen, rot be= 30genen Schirm, den der Schirmmacher Reichelt für solche Ausflüge angefertigt hatte. Es wurden eben auch gemeinsam Arbeiterlieder aus dem Mostschen Liederbuch gesungen. So ging es fröhlich die ganze Straße hinauf nach Thum und durch das Städtchen selbst. Die Philister sperrten die Fenster und die Mäufer auf, als die„ Chemnitzer Roten" durchzogen. Natürlich war es befannt geworden, wohin die Fahrt ging. Die Gendarmerie mar zwar auf die Beine gebracht worden, fonnte aber das Weiterziehen der munteren Schar nicht verhindern. In lofen Gruppen zogen von allen Seiten die Genossen auf dem Greifenstein ein. Als alle versammelt waren, gab es in der Wirtschaft fröhliche Gespräche, Gefänge und sonstige Unterhaltung. Die Delegierten der einzelnen Orte saßen mit uns im offenen Nebenzimmer, woselbst alle Angelegenheiten der Partei geordnet wurden, trotz der zeitweiligen Anwesenheit des Gendarms. Am Nachmittag zogen alle vergnügt wieder ab, die Konferenz war gelungen, alles erledigt. Aber es gab ein drolliges Nachspiel. Nach einigen Wochen erhielt ich vom Amtsgericht Chemnitz eine Anflage auf Grund des sächsischen Gesetzes aus der Reaktionszeit, betreffend das Berbot des Tragens republikanischer Ab= zeichen. Ich sollte unter einem roten Schirm" auf den Greifenstein eingezogen sein und dadurch gegen das Gesetz verstoßen haben. Mit mir angeflagt waren, noch drei Genossen. Wohl oder übel mußte ich zur Gerichtsverhandlung erscheinen, der ein alter Sozialistentöter, Amtsrichter Böhme, vorjaß. Nach Berlefung der Anflage ergriff ich das Wort zur Verteidigung. Entgegen der Behauptung des Amtsrichters erklärte ich, daß der Schirm, der als tonfiszierter Beweisgegenstand auf einem Nebentisch lag, fein revolutionäres Abzeichen sei, sondern nur ein Symbol großdeutscher Gesinnung, denn er trage er forreft:„ Was ich denke, ist meine Sache, ich frage auch nicht banoch, was Sie denfen; ich gebe gern jedem, der es nötig hat." Teteran aus der Zeit des Sosialistengeselses, Redner bei der die Farben Schwarzrotgold. Niemals hat der Herr Geheimrat" auch nur den leisesten Verfuch gemacht, meine Beschwerden etwa auf Grund einer Unterfuchung Lügen zu strafen. Schließlich wurde angeordnet: ins Razarett. Hier hatte ich nun Gelegenheit, die wunderbare Methode des Herrn Dr. Behr näher kennenzulernen. Um es furz zu sagen, es war eine regelrechte Hungerfur. Daneben reichliche Quantitäten gallenbitterer Medizin. Der Erfolg war denn auchy ein durchschlagender, ich war furiert, für immer furiert von der Hoffnung, in der Bastille ärztlich behandelt zu werden. Am Freitagabend war ich ins Lazarett gekommen, am Montag bereits tonnte ich dem, Herrn Geheimrat die Bersicherung geben, daß ich boufommen wieder hergestellt" sei und daß ich entlassen zu sein ünsche. Sichtlich befriedigt von dem überraschenten Erfolge feiner käuflich heilmethode entließ er mich, nicht ohne mir in wohlwollendster Beise noch Schweizer Billen und eine Pulle Medizin in Aussicht zu 15 PL 20 necker 1. 3861 Fellen großen Kundgebung im Berliner Lustgarten am Sonntag, verboten waren, wurden doch zahlreiche geheime Berbin. Die politische Dungen aller Art geschaffen und gepflegt. Berbindung war mehr persönlicher Art. Als Abgeordneter mußte ich daher dann und wann zur geheimen Konferenz an verschiedenen Drten erscheinen, Bericht über die ganze Situation erstatten und die Freundschaftsbande festigen. Legteres war eine Hauptsache. So war denn, Ende des Sommers zu gleichen 3meden eine große Konferenz für das Erzgebirge von den Chemnitzer Genossen veranstaltet und in Form eines Ausfluges nach dem Greifenstein bei Thum und Ehrenfriedersdorf berufen worden, zu der ich zu erscheinen hatte. Mit dem Sonntagsfrühzug fuhren wir nach Burfersdorf und marschierten dann zirka zwei Stunden Der alte Böhme spannte, winkte ab und befahl dem GerichtsDiener, das staatsfeindliche Objekt vor den Richtertisch zu bringen. ,, Na," sagte er ,,, der Schirm ist doch rot!" Rein," entgegnete ich, ,, der Schirm hat einen schwarzen Griff und Stock und oben die goldene Kugel, nur der Ueberzug ist rot." Der Gerichtsdiener mußte den Schirm als Beweisstück aufspannen, aber als er ihn wieder schließen wollte und auf die Mechanik drückte, schnappte plötzlich der ganze Schirm zu und verbarg, die obere Hälfte des Gerichtsdieners, der sich vergeblich bemühte, sich herauszulösen. Unter allgemeiner Heiterkeit mußte ihm der Gendarm helfen, sich von dem Ungetüm zu befreien. Der alte Böhme schaute griesgrämig drein, blieb dabei, daß der Schirm ein„ revolutionäres Abzeichen" sei und verknurrte Soust und mich zu je 15 Mart Geldstrafe. Das war dieser Gerichtsspaß uns allen wert. Die Sache war wirklich unbezahlbar. iganten der Landstraße Ein Rennfahrer- Roman von André Reuze. Übersetzt von F. A. Angermayer Die Tour de France" ist in vollem Gange. Die berühmtesten Rennfahrer Frankreichs, Italiens und Spaniens sind an dem großen Rennen, das rings um Frankreich führt, beteiligt. Eine Etappe nach der anderen wird zurückgelegt Der Sportberichterstatter Ravenelle und der Maler Mainguy begleiten die„ Meute im Auto. Hinter den Rennfahrern kommen die Touristen, die aus Liebe zum Sport die Tour mitmachen. Es ist ein harter Kampf, bei dem nicht nur die Energie und die Kraft den Ausschlaggeben, sondern der auch beeinflußt wird von den Konkrrenzmanövern der großen Fahrradfabriken. Das Kapital hat seine„ Ställe" an den Start geschickt, und nun versucht man, sich mit den unlauter sten Mitteln den Sieg streitig zu machen. ( 20. Fortschung.) Stommt ja gar nicht in Frage, Herr Ravenelle!" Berflucht!" sagte Ravenelle. Haben Sie nicht gestern auch Riffin mit Lola gesehen?" Ja." ,, Dann ist nicht mehr doran zu zweifeln, daß die ganze Ge fchichte von Ripo" eingefädelt worden ist Donnermetter, die gehen aufs Ganze! Weil sie mit Yvette nichts erreichten, haben sie im richtigen Moment 2ofa getauft!.. JA Los! ,, Achtung!" schrie eine Stimme. Das Rennen ging weiter. Chevillard legte sich an die Spitze. Salunken!" jagte er zu sich. So wirds gemacht! Er versuchte an Tampier heranzukommen, um ihm die Sache zu erzählen. Ravenelle machte sich mun große Vorwürfe, daß er unbewußt zum Gelingen dieses Bubenstreiches beigetragen hatte, tröstete sich aber mit dem Gedanken, daß Riffin eine andere„ Dame" engangiert hätte, wenn es mit Lola nicht zum Klappen gekommen wäre. Es war flar, daß ,, Ripa" um jeden Preis das Rennen gewinnen wollte. Seit Le Bozec nicht mehr im Rennen war, fetzte bie Fabrit alle Hoffnungen auf Vorbist, der sehr gut lag, und auf Mirralès, deffen fleiner Rückstand vor den Bergen nichts zu beDeuten hatte. ,, lind das nennen die Sport?" fragte Maingun. ,, Wir werden noch ganz andere Dinge erleben. Ich mette, baß Riffin längst jemand aus dem gegnerischen Lager zum Aufgeben beftochen hätte, menn nicht zufälligerweise mit Borbist ehrliche Leute wie Tampier, Chevillard, Blanc- Mesnil, Argentero und Bouarre an der Spize liegen würden. Bei denen verfängt das nicht. Die sind unbestechlich!.. Dabei fällt mir ein, daß mir seit der ersten Etappe feine Nägel mehr auf der Straße gefunden haben. Mein Pressefeldzug hat also doch genügt... Das Felb hatte das Dorf Herrère burdfahren, die Landstraße nach Bau, hinter sich gelassen und war nun auf dem Weg nach Gaur- Bonnes. Bor dem Partgitter eines Schlosses wintten Kinder mit den Händen. Ein fleines Mädchen reichte einem der Fahrer artig einen Blunnenstrauß. Gambardella haschte das Bufett im Flug. ,, Laß die Finger davon!... Laß die Finger dovon!" riefen ihm die Kollegen zu. Sie ladyten. Da warf Gambardella die Blumen Bouft zu. Das Mädchen staunte mit offenem Mund. ,, Das ist doch die Göre vom Vorjahr! Kennen Sie sie wieder, Herr Ravenelle?" Ja, fie ist gewachsen!" ,, Barum haben denn die Fahrer die Blumen nicht nehmen wollen?" fragte Mainguy. ,, Ach, das ist ein ganzer Roman, lieber Freund! Bor zwei Jahren hat dieselbe Meine Mojotte einen Blarmenstrauß dargeboten. Majotte bat mich, die Blumen der Kleinen für ihn aufzubewahren, und da tam mir der Gedanke, ihm einen Streich zu spielen. Ich gab einer Schar Kinder zwei Franken und sagte ihnen: Wenn nachher die Fahrer antommen, rennt eines von euch hin und ruft laut: Diese Blumen find für Majotte!". Gewissenhaft erledigten die Kleinen ihren Auftrag. Sie tönnten sich denken, wie stola Majotte über seine Popularität gewefen ist. Später fam er aller bings hinter meinen Trick und fachte fich hafbtot über die Geschichte. Allerdings hatte er noch am gleichen Tag in den Pyrenäen Pedal bruch und fiel sehr zurück. Vergangenes Jahr gab dasselbe fleine Mädchen ihre Blumen Demoulder, und er hatte von dieser Stunde an großes Bech. Zum Schluß bilbete er sich ein, daß ihm das Blumengewinde der Kleinen das ganze Unglück eingebracht habe." ,, Dann ist es vielleicht besser, wir werfen die Blumen fort," fagte Boust, denn ich möchte Sie gern lebendig vom Aubisque herunterbringen!" Ein üppig grünes Tal, das von hohen Bergen umschloffen war, tat sich gerade vor ihnen auf. Kleine Bergdörfer waren auf gigantische Felsblöde hingefauert und sahen aus wie wie im Film. Ueberall rauschten flare Gebirgsbäche nieder. Der Weg führte liber die Offauschlucht, deren bläuliche Wasser phantastische Schaum fronen trugen. Dann stieg die Straße nach Eaux- Barnes hinauf. Die Fahrer stiegen ab. Wie inumer, wenn sie am Fuße eines jehr steilen Berges angefominen waren, wechselten sie den Gang", änderten die llebersetzung. Rasch wurden die Flügelmuttern des Hinterrades gelöst, die Kette abgenommen und das Rad umgedreht. Die Hinterradnabe hatte zwei verschieden große Zahnkränze. Die Fahrer legten bie Sette auf den höheren Zahnkranz und erzielten baburch im Handumdrehen eine niedrigere Uebersetzung. SambaTatoré, der auf die Bace drückte, übernahm die Führung und lag halb zehn Meter vor dem Feld. Majotte zuckte die Achseln und fagte: ..ozu in die Hänbe fpuden, menn man somieso ins Schwimmbab geht?" Die beginnende letterfour belebte bie ganze Staromane, Die Fahrer aßen. In den Autos ftredten sich die schläfrigen Begleiter und wurden lebendig. Gehen Sie, dort liegt schon Eaux- Bonnes!... Jekt müssen mir vorfahren, Boust, sonst tommen wir nicht mehr durch!" Das Kurhaus von Caur- Bonnes, das malerisch neben der Kirche und gerade an einer scharfen Kurve gelegen ist, mimmelte von Menschen, die in heller Begeisterung die Rennfahrer begrüßten, die fidh muin mit den gigantischen Bergen messen wollten. Die Straße flieg hier mauerfteil empor, daß die Autos mie störrische Pferde stockten, die sich jede Setunde aufzubäumen drohten, weil die Benzin zufuhr nur mehr unregelmäßig vor sich ging. Die Fahrer aber, von der Menge angefeuert, standen in den Bedalen, daß die Räder in ihrem ganzen Getriebe tnirschten, und begannen, als wollten sie sich vor dem Zurüdgleiten retten, mit übermenschlicher Anstrengung zu flettern. Copyright by Büchergilde Gutenberg, Berlin Unter tausend Krümmungen wand sich der Weg, als fürchtete er sich vor diesen titanischen Festungsmauern, zog sich dann sammen, um nur nod) steiler emporzuführen und sich hartuädig zum Sturmangriff auf die Gipfel aufzuraffen. Die Gipfel aber thronten mit tragischer Nadtheit im Blauen. Tampier fletterte noch immer mit demselben gleichmäßigen Tritt und war in dieser troftlosen Landschaft wie ein feiner duftiger Fleck von erstaunlicher Farbkraft. Wenn er manchmal die Aluminiumflasche an die Lippen führte, um feinen verzehrenden Durst zu löschen, feuchtete fie wie eine stumme Fanfare des Siegs. Dann beugte er sich wieder tief über den Lenfer und Metterte weiter. Bei jedem Zickzack der serpentinen artigen Straße hatte er ein neues Stück Höhe erobert und jah aus wie ein winziges Beberschiffchen, das längst der Borte des Weges Wie ein Taucher, der langsam an die Oberfläche stößt, stieg er auf dem dunklen Plüsch der Berge dahinglitt. ,, Tampier!... Tampier!" Kleine Steine, die seine Reifen vom Beg stießen, fauften wie Gewehr fugeln durch die Luft. Schweiß rant ihm in breiten Strömen über das fdmerzverzerrte Geficht, über die ange spannten Oberarmmuskeln und über feine von der gewaltigen Anstrengung zufammengeframpften Schentel Er trat in die Pedale, als wollte er sie zer malmen. Die ausgeglichene Elastizität feines Körpers schien sich auf sein Rad übertragen zu haben. Er sah aus, als mollte er ein moderner Zentaur, der fich über alle Menschenkraft hinaus fte gerte über die Gipfel jenseits der Berge ins Land der Legende zurüd fehren. Schon lange hatte er die legten Tannen und wild wuchernden Blume hinter sich gelassen. Breite Schnee pfügen blendeten sein Auge. Lints gähnte der violettschimmernde Abgrund Tief unter ihm auf den Flanten des Berges frochen nibe, von Schildkröten gehegte Ameisen: die Trünmmer des zer riffenen Feldes. Nach einer Weile annfumente ih wieber Motorgetmatter, ba ingmifche Gut im Sattel sitzend, kletterte er in gleichmäßigem Tempo... einzelne Wagen näher getommen wares unn den Bezminger des Ausbisque 3 allmählich über die anderen empor. Seine Trifotjade feuchtete in| begleiten. Die anderen Bagen waren schon zum Gipfel voraus 1 der schmalen Straße wie eine Sonne. Gut im Sattel fitzend, fletterte geeilt. Bon allen Seiten zielten Photographen noch ihm und suchten er in gleichmäßigem Tempo, die Ellbogen an den Leib gepreßt und rasch nach einer wirksamen Ummahmung, in der sich sein helden die Wucht der Knie mit dem Drud der Schultern unterstützend. haftes Bild am farften abbob. Siebzehn Kilometer trennten thu noch vom Gipfel.. Etwa fünfzig Schritte hinter ihm Argentera. Sein Abstand von Mirrafès wurde mit jedem Tritt größer. Hundert Meter zurüd frochen, Rab an Rad, Laboureur und Majotte den Berg hinauf. Einzeln traten, weit hinter ihnen, Bouarre, Borbist, Chevillard und Samba- Tatoré mütend in die Bedale, und noch eine erhebliche Strede weiter fah man Gerardot, Blanc- Mesnil und Crousse, wie Glieder eines vielfarbigen Rosenkranzes, der abgerissen mar. Die spärlichen Zuschauer, die den Fahrern bis hierher gefolgt waren, hatten die Röcke ausgezogen und feuchten mit heißgeröteten Gefichtern den Weg empor. Die Straße murde mun immer schlechter, steiniger, zerflüfteter, und war stredenweise von herabstürzenden Gebirgsbächen überspült. Trog der strengen Renbestimmungen hatte ihn jensant set ftohlen sieben Finger gezeigt und angecounte Argentero!" Mit unmertfichem Augenzwinkern bantte er für die Nachricht denn nun wußte er, daß er sieben Minuten Vorsprung nor de gefürchteten Staftener hatte. Bet ber Talfahrt gedachte er dieje Borsprung noch erheblich auszudehnen. Schon sah er den Berglanun Hunderte, im Bind hin mb her schmontende Antoonsfinger die ihn mit ihren Gläsern seit einer Stunde beim Riettern benb achtet hatten, erwarteten ihn. Zu seinen Häupten vernahan brausendes Gemurmel, das bald zum Lärm amwuchs. WAS DER TAG BRINGT. Der Seckelkratzer. Schillers Räuber" im Stadttheater zu Schönebed an d. Elbe. Ein prominenter Gast spielt den Karl Mohr. Er erzählt vor der Vorstellung dem Darsteller des alten Mohr, daß diesem an seiner Heimatbühne einmal ein unangenehmer Schnitzer unterlaufen fei. Der alte Mohr hat die Worte 3 zu sprechen: Ich fragte am Deckel meines Garges." Er versprach sich jedoch und sagte:„ Ich fragte am Sarge meines Deckels." Bor diesem„ Sprachfehler" foll er fich, der alte Mohr, ja hüten. Was geschieht? Als Karl Mohr bei der Erzählung des Alten vor Schmerzen fich windet, ertönt es aus dessen Munde:„ Ich tratte am... Sedel meines Darges." Karl Mohr soll sich bei diesen Worten nicht mehr mir vor Schmerzen gewunden haben! Der Darsteller des alten Mohr aber hieß von jetzt an nur der Sedelfrager. Das gab's schon früher. Es ist alles schon mal dagewesen, sagte der weise Ben Ariba. Man häre nur: Der pneumatische Gummireifen wurde schon 1845 erfunden. Der Füllfederhalter wurde uni 1600 zuerst verfertigt und im Jahre 1809 in England patentiert. Rollschlittschuhe gab es schon im Jahre 1823, jedoch maren bamals bie Straßen nody zu schlecht. Schreibtische mit nerfoließbarer Rollbede murden 1772 eingeführt, Sicherheitsrasiermesser 1762, ein 2autfprecher 1671, bie Taucherglode 1664 und bas Beristop im Jahre 1702. Damals fannte man allerdings noch feine Unterseeboote. Zehn Jahre ohne Gedächtnis. ,, Wie lange ist es noch bis Luchon?" fragte Mainguy. ,, Noch hundertfünfzig Kilometer," entgegnete Ravenelle. lub auf dieser Strede find noch vier gigantische Hindernisse zu überminben, die man auch die Rennrichter" nennt. Bier gewaltige Berge, deren Höhe zwischen 1600 und 2128 Meter schwankt: der Der englische Solbat Henry Peacey hatte im Jahre 1917 Aubisque, der Tourmalet, der Aspin und der Benrejoued. Alles, eine schmere Stopfpermundung erlitten und war 1918 mit einer was die Fahrer seit Paris geleistet haben mögen, ist nichts! Benfion entlassen worden. Er hatte sich dann als Heizer auf einem Erst hier fängt das Rennen richtig an!... Jetzt beträgt der Bor- Schiff Flavia" anheuern lassen, in Maine( Portland) verschwand sprung der Spitzenreiter nur wenige Minuten vor dem übrigen er plöglich, und seitdem war seine Frau und seine Verwandtschaft Feld, doch heute abend in Luchon führt vielleicht der Spizenreiter ohne jede Nachricht von ihm. Bor sechs Wochen flapfte es plöglich mit anderthalb Stunden. Diese gewaltige Umwälzung im Stande bes Stannene pflegen bis hoben Berge immer mit ich an bringen. en die Tür von Frau Beacen, die inzwischen Frau Jones geworden mar- bir erter Mann farb gor i in jurbares Bieber | TAURA ( Fortsetzung folgt.) et sehen! Sechs Jahre lang hatte Frau Peacey feine Nachricht vo ihrem Manne, und endlich entschloß sie sich, wieder zu heiraten. Dieje Ehe ist inzwischen auch ein Kind entsproffen, und Jones forgt aud für die drei anderen Kinder seiner Frau, wie es ein leibliche Bater nicht beffer tun könnte. Es ftellte fich heraus, daß Beace fommen verloren hatte und zehn Jahre in einem Hospital in New durch Nachwirkungen feiner Kopfperlegungen das Gebächtnis vol Orleans in Amerita lag, bis ihm durch eine Operation die Erinnerung plöglich wiedergefehrt war. Beacen war schmerzlich berührt von be zweiten Ehe seiner Frau, erklärte aber, daß er ihr Glüd nicht störe wolle. Zu allem Ueberfluß fagte man ihm, er habe infolge feine langen Abwesenheit feinen Anspruch mehr auf Striegsbeschädigten penfion. Jegt will Peacey die Hilfe der Gerichte in Anspruch nehmen Denn die Alimente hassen... Robert Reith ist ein amerikanischer Schauspieler, der gu zeit in einem Stück von O'Neill großen Erfolg in New Yort ha Eines Abends erschien er nicht und der Direttor war in groß Bergmeiflung. Er telephonierte alle möglichen und unmögliche Stellen an und erfuhr schließlich, daß sein Hauptdarsteller i Gefängnis fei. Bon seiner Frau geschieden, hatte er vergeffen ihr die monatlichen Unterhaltungskosten zuzusenden, zu denen gerichtlich nerurteilt mor. Die energische Frau erhob fofort Slas und man hatte den Schauspieler arreffert. Man behielt ihn Lange in Haft, bis seine Freunde bie schuldige Summe an fein Frau abgeführt hatten. Amerikanische Großstädte. 10 Die neuesten amerikanischen Statistiken befagen, daß Rem Yo mit 6 957 500 Einwohnern die größte Stadt Ameritas ist. folgen dann Chicago mit 3 157 400, Bhiladelphia mit 2064 200 un Detroit mit 1 378 900. Cleveland ist die jüngste Millionenstadt zählt 1013 000 Einwohner. Die Hauptstadt Bashington hat 552 000 Orchesterstreik? un A.: Denten Sie sich, neulich bei der„ Fidelio"-Aufführun legten die Orchestermitglieder nach dem zweiten Aft ihre Inftrumen hin und spielten nicht mehr!" B. Ja, aber marum denn nicht?" Meil bis Open zu Ende wor C h D 9 g 21 I L 分 23 8 P t C 6 221 € D b 111 D P e 11 4 t e chtete nädig aber noch troft licher ührte eine über tinen Saus Beges Reifen mehr rann bas ange über angung Er trat zer tizität Rad s, als r, der s ftei der surid Leisten Lamen Schnee Lints grund n des fräten szer te ihn Difchen Dares, ute orous Fuchten Delben per Spricht ben bief Ligler benb an e Igt.) t pot Diefe t aud bliche Beace S Doll New erung on bet ftöre feine bigten ehmen er zur rf hat große gliches Cer rgeffen nen e Klag ihn 1 fein Yor 街 00 un dt un 52 000 ührun Tument Hat Berlin genug Freiflächen? fodert" merden. Was getan wurde und was noch zu tun übrig bleibt. Zum 21. Oktober! An die Mitglieder der Freien Turnerschaft Groß- Berlin. Die Kundgebung der sozialdemokratijchen Arbeiterschaft Berlins Jedesmal, menn in den letzten Jahren Sportplähe errichtet| Don 87 810 Settar besiedeln. Von diesem Gebiet find 191 Heffar am Sonntag im Luftgarten ist für den Arbeitersport von besonderer wurden, hörte man kritische Stimmen, die verlangten, daß alles als Naturschutzgebiet ertlärt, u. a. der Lichterfelder Schloß Bedeutung. Als die Unterdrückung durch das Sozialistengesetz längst Geld für den Wohnungsbau und nicht für Sportanlagen ausge part, die Pfaueninsel und die Krummne Lante bei Rahnsdorf. Berlin aufhörte, wurde der Arbeitersport weiter durch polizeiliches geben werden sollte. An dieser Kritik ist das eine richtig, daß die hat 1841 Heftar Bartanlagen und 15917 Spettar Wald- Berbot des Jugend- und Kinderturnens mit Geldstrafen und Erholungsanlagen ihren 3wed perfehlen, wenn die Menschen nicht gelände. Von dem Baldgelände find 9436 Hettar als Dauer- fogar Gefängnis gegen die Jugendturnwarte gewaltsam unteraus den lichtarmen, ungefunden Wohnungen befreit werden können. wald bestimmt. Der größte Teil der Frei- und Waldfläche liegt drückt. Erst der Weltkrieg beendete dieses bösartige AusnahmeAber gerade, weil wir das vorläufig noch nicht können, müssen wir in den Außenbezirken. Die Innenstadt ist arm an Erholungs gejek gegen den Arbeitersport. Am Sonntag sollen die benen, die leider noch auf Jahre in diesen engen Löchern hausen anlagen. Der Bezirk Prenzlauer Berg hat gar teine, Mitte Arbeitetsportler zeigen, daß sie diese kampsperiode noch nicht vermüssen, Gelegenheit geben, sich in sonnigen Grünanlagen zu er= Das bundestreue Kartell für Arbeitersport und nur 4 und Kreuzberg nur 14 Hettar Freiflächen. Nur der geffen haben! holen. Durch Schaffung von Erholungsanlagen Bezirf Tiergarten hat eben in seinem Tiergarten eine größere Körperpflege ruft zur zahlreichen Beteiligung auf. In Ausführung nb Sportplägen muß die Großstadt aufgeBartanlage. Bon den übrigen Bezirken ist Röpenid mit etwa dieses Beschluffes geben wir daher folgendes bekannt: Alle Fahnen des Vereins, der Bezirke und Abteilungen nehmen am großen 3300 und Wilmersdorf mit seinem Grunewald mit 3100 Heftar Bald am besten gestellt. Die Statistit zeigt weiter, daß Berlin rund hiftorischen Feftzug teil. Treffpunkt 11.15 Uhr auf dem Hinterhof 326 Heftar Spiel und Sportpläge hat. Am schlech des Vorwärts", Alie Jakobftraße an der Gitschiner Straße. Die testen sind die Bezirke Friedrichshain mit 2,4 hektar, Kreuz- Bezirke und Abteilungen marschieren mit Transparenten, Vereinsberg mit 2,5 hektar, Tiergarten mit 4,95 hektar Sport schildern usw. am Schluß der einzelnen Züge.( Treffpunkt siehe an plage geftellt. Stellt man diesen Statistiken die Einwohnerzahl anderer Stelle des vorliegenden Sportteils und in der Arbeitergegenüber, so ergibt sich, daß die Sportpläge für eine Bevölkerung iport- Wochenschau" nr. 2.) Wir erwarten vollzähliges Erscheinen aller Sparten, um dem Kampscharakter des Arbeitersports einen von 68 000 in Tempelhof, von 377 000 in Kreuzberg und von 283 000 in Tiergarten reichen sollen. würdigen Ausdruck zu geben. Im neuen Berlin ist es den einzelnen Bezirken gelungen, meite Flächen, die noch unbebaut waren, anzukaufen und Lungen in der Großstadt zu errichten. Bor dem Striege maren faft nur in den reicheren Gemeinden Parkanlagen zu finden. Ju den Arbeiter bezirken stand Haus an Haus mit engen Hinterhöfen, auf die ab und zu auch mal ein Strauch gepflanzt wurde. Der Großstädter war der Natur entfremdet, er fonnte nicht mehr teilhaben an der Blütenpracht im Frühling, an dem Farbenspiel im Herbst. Erst als nach dem Kriege die Wanderbewegung auf die gesamte Bebölferung übergriff und jung und alt Sonntags draußen in enger Berbundenheit mit der Natur sein wollte, wurde dem Großstädter die Natur mieber näher gebracht. Die verantwortlichen Kommunalpolitiker folgten den Anregungen, große Boltspartanlagen entstanden. Der Großstädter verlangt nicht nur Grünanlagen, Bläge, er verlangt Erholungsanlagen großen Stils. Park- Sportplatz oder Volkspark? Früher murden mitten in der Großstadt einige kleine Flächen freigelaffen, Bäume wurden gepflanzt, Wege angelegt und der Großstädter fonnte zwei bis fünf Minuten„ spazieren" gehen. Heute fordert der Großstädter und vor allem der sporttreibende Groß ſtädter Anlagen, wo er sich austummein kann. Der Großstädter will teine gezierten Parts, er verlangt Bolfspartanlagen, mo auf großen Wiesen sich die Kleinen austummeln können, wo auf einzelnen Sportplägen die Jugend ihren Sport treibt und auch die Aelteren sich im Grase ausstrecken und ihr Sonnenbad nehmen tönnen. Derartige Anlagen find in den letzten Jahren in den einzelnen Bezirken entstanden. So wurde der Boltspart Jungfernheide ausgebaut, der Boltspart Rehberge und die Boltssportanlagen des Bezirks Neukölln am Tempelhofer Feld geschaffen. Die Statistiken über die Befucherzahl dieser Anlagen zeigen deutlich, daß fie dringend notwendig find, daß sie vor allem in den Arbeiterbezirken einem bringenden Bedürfnis abhelfen. Am idealsten wäre natürlich die Berbindung dieser Anlagen mit einem Freibade. Da aber Berlins Bafferläufe meist von Industrieanlagen umgeben find, laffen sich derartige Pläne nur in den seltensten Fällen ausführen. Wie groß sind Berlins Freiflächen? Cin Blid in das Statistische Jahrbuch der Stadt Berfin lehrt ns, daß Berlin über 4 Millionen Einwohner hat, die ein Gebiet Bilanz! Der Deutsche Fußballbund" legt Rechnung. Der Deutsche Fußballbunb, die oberste Instanz ber Deutschen bürgerlichen Fußballwelt, bildet schon seit langem Gegen fland graujamfter Spöttereien der Organe der einzelnen deutschen Fußball- Länderverbände; man wirft dieser Spizenbehörde vor, ihre Borstandsmitglieder seien Kleber", man misse nicht, was der Bund mit dem vielen Gelb mache und was derlei unbeantwortet bleibende Fragen mehr find. Jetzt hat der Deutsche Fußballbund seinen Jahresbericht für 1927/28 herausgegeben und zum ersten Male so etwas wie eine detaillierte Gelbabrechnung vorgelegt. Diese Bilanz ist sehr inter effant. Die Einnahme im Berichtsjahr wird mit rund 365 000 M. angegeben.( Die jährliche Normaleinnahme beträgt rund 450 000 R.) Bon diesen Einnahmen von rund 365 000 Wt. hat der Bund oüein für seine Geschäftsstelle 55 000 m. ausgegeben; davon waren Gehälter 32 000.! Für die Jugendpflege gab der Bund fage und schreibe den winzigen Betrag von 22853 Marf aus. ift noch nicht einmal die Hälfte von dem, was die Unterhaltung seiner Geschäftsstelle foſtete, ja es ist noch fast 10 000 m. meniger als das, mas allein die Gehälter verschlangen! Weiter: Der Bundesvorstand hat für sich und seine allgemeinen Ausgaben 20 558 M. ausgegeben; die Sigungen der Ausschüsse fosteten weitere 12 000 m. Zusammen genommen sind für sportliche 3mede rund 100 000 m. ausgegeben worden; der gewaltige Betrag von 264 000 m. ist anderweitig draufgegangen. Das Eine famose Bilanz! Es glaubt ja schon längst fein Mensch mehr, daß der deutsche bürgerliche Fußballbetrieb auch nur irgendwie noch etwas mit Amateursport zu tun hat. Diese neueste Rechnungslegung reißt auch dem legten Zweifler den Schleier von den Augen. Das Ernste an der Angelegenheit ist aber, daß der Berband amtlich als Amateurverband gilt und in dieser Eigenschaft staatliche Unterstügungen erhält. Sport und Reichsbanner. Aufakt zum Wintersport. Jm Bürgerfaal des Rathauses veranstaltete die Winfer Iportabteilung des Reichsbanners einen Film- und Bortragsabend. Sahlreich waren die Freunde dieser Abteilung des Reichsbanners der Einladung gefolgt, der Saal war bis auf den legten Blazz besetzt. Nach Begrüßungsworten des rührigen Borhenden Breslauer, der auf die Ziele dieser Abteilung, auch ben ärmften Stameraden, Wintersport zu ermöglichen, hinwies, wurden einige filme vorgeführt. Neben Ufa- Filmen, die die Technit des Schneeschuhlaufes zeigten, murden Filme vorgeführt, die Ausflüge in bas Gebiet ber Schnee und Cissiesen zeigten, Im neuen Reichsbanner Sportfilm sah man die einzelnen Sportsparien des Reichs banners an der Arbeit. Neben Leichtathletikgruppen bestehen Motor rad- Radfahrgruppen, die bei ihren Wettkämpfen beachtliche Leistungen aufweisen tonnten. Das Referat Reichsbanner, Re. publit und Sport" hielt der Bundesjugendführer Pape. Er vertrat die Auffaffung, daß gerade der junge Mensch, der sich für bie Republik einfegt, Sport treiben foll. Bir züchten teine Sport tanonen. Im Reichsbanner treiben wir Sport unter dem Motto: Einer für alle, alle für einen! Auch im Sport soll der Reichsbannermann zeigen, daß er nicht selbstfüchtig ist. Er fämpft innerhalb der Mannschaft. So wie er im Sport die besten Leistungen fr feine Manufchaft erzielen mill, je fall er auch im Diente her Zu diesen Sportanlagen tommen zwar noch 159 private Sportpläge mit 258 Heftar Grundfläche, da diese aber in den meisten Fällen nur einer fleinen Schar zugute tommen, fönnen sie bei unseren Betrachtungen fortbleiben. Diese angegebenen Zahlen zeigen, daß Berlin- und das ist und das ist die Schuld der Stadtväter, die vor dem Kriege regierten Der= geffen hat, sich genügend Boden zu sichern, um in die Großstadt hinein Bartanlagen zu errichten. Die Innenstadt ist heute so verbaut, daß bort alle Arbeit vergebens ist. Im so mehr müssen die Außenbezirke für die Bevölkerung der Innenstadt mitjorgen. Berlin ist zwar arm und hat auf Jahre nicht die Aussicht, große Kapitalien freizumachen, um dem Drängen der Bevölkerung nach Sport Spiel- und Erholungsplägen nachgehen zu fönnen, aber es muß wenigstens im Rahmen des Möglichen an dieser, für die Gesundheit der Bevölkerung wichtigen Aufgabe gearbeitet werden. Wir wissen uns gefeit vor der lleberschägung des Sports und haben oft genug Stellung genommen gegen den Sportfimmel der bürgerlichen Sportvereine, die Sportretorde höher werten als gefundheitliche Förderung. Wir verlangen Bolfspartanlagen, wo fomohl Sport und Spiel getrieben werden tann und wo auch die Alten ihr Plätzchen finden. Ein Fest der Naturfreunde. A. S. Zu der am tommenden Sonntag stattfindenden Beranstaltung Arbeit, andern, Freude", die die Abteilungen Mitte und Wedding des Touristenvereins„ Die Naturfreunde" im großen Saal der Bockbrauerei, Berlin N., Chausseestr. 64, veranstalten, find noch Starten bei den Funktionären der genannten Abteilungen und im Reisebureau des Vereins, R. 24, Johannisftr. 15, zu haben. Be ginn 17 Uhr. 3Geschäftsführender Ausschuß der FIGB. Touristenverein„ Die Naturfreunde", Ortsgruppe Berlin E. V. Sonntag, 21. Oktober, geschlossene Beteiligung an der Demonstration zur 50jährigen Wiederkehr der Einführung des Sozialistengesetzes mit der Sozialdemokratischen Partei. Fahnendelegationen der Abteilungen 11.15 Uhr Lindenstr. 3, alle anderen Mitglieder 11.30 Uhr an den Treffpunkten der Parteiveranstaltungsbezirke. Die Sportler marschieren geschlossen am Schluß des Zuges. J. A.: Franz Maspfuhl. Freie Schwimmer Groß- Berlin e. B. Der Gejamtverein beteiligt Gedenktages des Sozialistengefeges. Treffpunkte für die einzelnen sich geschlossen am Sonntag an der Demonstration anläßlich des Gruppen: Gruppe Neukölln: Reuterplatz 11.30 Uhr; Gruppe Lichtenberg: Vor der Jugendbühne, Sonntagstraße, 11 Uhr; Gruppe Friedrichshain: Küftriner Platz 12 Uhr: Gruppe Siemensstadt: Berlin, Kleiner Tiergarten, 11.30 Uhr. Nach haben die Gruppenleiter. Sammlung Anschluß an die Abteilungen der Partei. Die Aufsicht Der Hauptvorstand. J. A.: Falkenberg. ゆう Arbeiter- Kraft- und Radfahrerbund Solidarität". Sämtliche bundestreuen Ortsgruppen und Abteilungen beteiligen sich gemäß der Aufforderung des Kartells für Arbeitersport- und Körperpflege am Sonntag, 21. Oktober, 12 Uhr, an der Demonstration. Bannergruppen finden sich pünktlich 11,15 Uhr im Vorwärts- Gebäude ein, Eingang Alte Jakobstraße. Alle anderen Mitglieder an den Bezirkefammelpunkten. Es wird empfohlen, in Sportkleidung ohne Räder J. A.: P. Siewert. zu erscheinen. Freie Schwimmer Charlottenburg 04 E. B. Alle Mitglieder treffen sich am Sonntag um 12 Uhr auf dem Hausvogteiplas zur Beteiligung an der Kundgebung zur Erinnerung an den Erlaß des Sozialistengesetzes. Arbeitersportler des 6. Bezirks( Kreuzberg) treffen sich Sonntag, Republik für deren Ausbau in seiner Mannschaft, den Reichs: 11% Uhr an der Fontane- Bromenade zum Demonstrationszug. bannergruppen, fämpfen, girm Das Referat und die Filmvorführungen wurden mit großem Beifall aufgenommen. ARBEITER FUSSBALL Karow gegen Moabit. Sonntag pormittag 9 Uhr findet auf dem Sportplag in der Synaftstraße, am Bahnhof Stralau- Rummelsburg, ein intereffantes Fußballspiel statt. Es stehen sich hier die beiden Neulinge der I. Klaffe, arom und Moabit, gegenüber. Die im Abend von gestern peröffentlichten Spiele beginnen, menn feine andere Zeit angegeben ist, nachmittags 3 11hr. Die II. Mannschaften fangen um 1.15 Uhr an. Jugend 11 Uhr. Allerlei Sport. Einen neuen Weltrekord im Dauerschwimmen hat in New York die Kanalschwimmerin Frau Lotte Schommel, die Mutter zweier Kinder ist, aufgestellt. Sie blieb 72 Stunden 2 Minuten im Wasser. Der Japaner Irie schwamm dieser Tage in Totio die Strede über 200 Meter im Rückenschwimmen in der neuen Weltrekordzeit von 2: 37,8 Minuten und verbesserte damit die bisher von Rojat( Amerika) gehaltene Weltbestleistung um/ Sekunden. # Die Berliner Rennfahrer- Bereinigung auf der Rüff- Arena. Die am vergangenen Sonntag der Witterung zum Opfer gefallenen Rennen sollen nunmehr am kommenden Sonntag, 21. Oftober, 15 Uhr, zum Austrag tommen. Die Rennen werden dadurch erheblich an Interesse gewinnen, daß die beiden beliebten Mannschaftsfahrer Ehmer- Stofchel mit von der Partie sein werden. Auch weitere bekannte Fahrer dürften am Sonntag am Start sein. Weltmeister Walter Sawall wird im Großen Herbst- Breis" den Startschuß abgeben. Gerichtliches Nachiptet zur Monza- Katastrophe. Ueber die Auto mobilkatastrophe beim Großen Preis von Europa auf der Mailänder Mongabahn, die 23 Todesopfer forderte, find jetzt die gerichtlichen Unterfudungen abgeschlossen. Man hat festgestellt, daß die Schutz grenze zwifchen Bahn und Zuschauerraum nicht breit genug war, bie Beranstalter also unzureichende Borkehrungen für die Sicherheit des Bublifums getroffen haben. Wahrscheinlich werden die Angehörigen ber Getöteten sowie auch die Berlegten von den Beranstaltern Schadenersatz verlangen. Jur Grundfleinlegung des Naturfreundehauses am Veder- See trifft sich die Abteilung Mitte in Eberswalde. Abfahrt ab Stettiner Fernbahnhof Sonntag früh 8.25 11hr mit Rüdfahrkarte nach Ebers. malde. Hierzu find Gäfte herzlich willkommen. Nähere Austunit erteilt bas Reisebureau bes Touristenvereins. Die Naturfreunde", Berlin R. 24. Johannisftr. 14/15, täglich von 18 bis 20 Uhr oder telephonisch Norden 4177 während derselben Zeit. Parteigenoffen und Reichsbannerfameraden, die gewillt sind, den Schießsport auszuüben, finden Gelegenheit, in der von fommunisti. schem Radau und Paulhelbentum freigemachten Berliner DrtsAuskunft erteilt gern Ernst Saemerow, Berlin ND. 18, Landsberger Straße 90. Arbeitersportler Charlottenburgs! Montag, 22. Oftober, 20 Uhr, erster Turnabend aller 2bteilungen des Bezirks Charlottenburg der Freien Turnerschaft Groß- Berlin in der Turnhalle der Friesen- Oberrealschule, Ramminer Str. 16. Freunde unserer Bewegung find realschule, Ramminer Str. 16. Freunde unserer Bewegung sind beralicht eingelabet Aufmarschplan zum Sonntag. Die bundestreuen Arbeitersportler Berlins schließen sich den Demonstrationszügen in den einzelnen Verwaltungsbezirken an. Kleidung: dunkles Jackett, Schillerfragen, Frauen möglichst helle Bluse, dunkler Rock, feine Kopfbedeckung. Fahnendelegationen 11.15 Uhr zum Hinterhof des„ Borwärts". Nachstehend der Aufmarschplan: 1. Mitte. Sammelplay: Artonaplay. Abmarsch 12 Uhr. 2. Tiergarten. Sammelplay: Kleiner Tiergarten. Abmarsch 11% Uhr. 3. Wedding. Sammelplay: Brunnenplatz. Abmarsch 11% Uhr. 4. Prenzlauer Berg. Sammelplaz: Bor dem Bezirksamt Danziger Straße. Abmarsch 11% Uhr. 5. Friedrichshain. Sammelplatz: Küstriner Platz. Abmarsch 12 Uhr. 6. Kreuzberg. Sammelplatz: Fontanepromenade. Abmarsch 12 Uhr. 12 Uhr. 7. Charlottenburg. Sammelplay: Hausvogteiplay. Abmarsch 8. Spandau. Abfahrzeiten: 63. Abtlg. Staaten: 10.24 11hr ab Bahnhof Staaten, bis Butligstraße fahren um 11.30 Uhr gemeinsamer Abmarsch mit dem Kreis Tiergarten vom Kleinen Tiergarten. 9. Wilmersdorf. Sammelplaz: Berlin, Hauvogteiplay. Abmarsch 12 Uhr. 10. Zehlendorf. Sammelplay: Berlin, Fontanepromenade. Abmarsch 12 Uhr. 11. Schöneberg. Sammelplay: Am Bahnhof Großgörschenstraße. Abmarsch 11% Uhr. 12. Steglit. Gammelplay: Am Bahnhof Großgörschenstraße. Abmarsch 11% Ihr. 13. Tempelhof. Sammelplay: Mariendorf, Chausseestraße, Ecke Eisenacher Straße, Mariendorfer Lichtspiele( Ma- Li). Abmarich 12 Uhr. 14. Reukölln. Sammelplatz: Reuterplay. Abmarsch 11½ Uhr. 15. Treptow. Sammelplay: Görlizer Bhf. Abmarsch 11% Uhhr. 16. Köpenid. Gammelplay: Schlesischer Bahnhof, Madaistraße. Abmarsch 12 Uhr. 17. Lichtenberg. Sammelplay: Bor der Jugendbühne, Sonntagstraße, Epiße Berlin. Abmarsch 11 Uhr. 18. Weißenfee. Sammelplay: Berliner Allee, Ecke Lehderstraße. Abmarsch 11% Uhr. 19. Pankow. Sammelplay: Ede Berliner und Bornholmer Str. Abmarich 11% Uhr. 20. Reinidendorf. Sammelplatz: Reinickendorf Oft am Schäferfee, Residenzstraße. Abmarsch 11 Uhr. Bundestreue Vereine tellen mit: Freie Turnerimaft Wilmersbarf. Morgen, Sonnabend, 20 Uhr, bei Kraiß, Gasteiner, Ede golfeinische Straße, außerordentliche Mitgliederversammlung. Berichte, Bundesfest, Neugründung abteilung, Wintersportprogramm, Berschiedenes. Wegen Fußball und Soden wenden sich Nichtmitglieder schriftlich an B. Kroll, Hildegardstr. 18. Die Schillerabteilung turnt nunmehr Montags und Donnerstags in der Turnhalle Koblenzer Straße, Dont 18-20 Uhr, die anderen Uebungszeiten bleiben wie bisher. Conntag, 11. Roventher, 18 Uhr, bei Atroiß, Bericht vom Sreistag mit nachfolgendem gemütlichen Beisammensein. Arbeiter Rabfahrer- Bund Solidarität", Ortsgruppe Raulsdorf. Sonnabend, 20. Ober, 20 hr. in Efcribs Feitical in Soulsbocf. Serbfifeit. Stille Helden des Alltags. Der Wachmann von Prag. In den Blättern stand bei dem Bericht über die Prager Einsturz katastrophe ein furzer Satz:" Der in der Straße diensthabende Wachmann warnte, als er das Krachen vom Bau hörte, die Fußgänger, sprang geiffesgegenwärtig auf einen heranfahrenden Wagen der Straßenbahn und zog selbst die Bremse, so daß er ein weiteres Unglück verhütete." Den Namen des Mannes fennt man nicht; man weiß nur, daß er etwa 40 bis 50 Menschen Leben und Gesundheit gerettet hat. Er ist einer von jenen kleinen und doch so großen Helden des Alltags, ein Feld der Pflicht erfüllung im Dienste feiner Mitmenschen, aber ein Mensch, der nicht, wie der General, der vom Stabsquartier aus die Schlacht leitet, in die Geschichtsbücher übergeht. Bei dem furchtbaren Brand in Madrid, der vor drei Wochen etwa das„ Teatro Novedades" vernichtete und rund 150 Menschen das Leben kostete, spielte die Kapelle unaufhörlich weiter, um eine Banik nach Möglichkeit zu verhindern und einzudämmen. Einen Tag später, bei den Aufräumungsarbeiten, fand man die verkohlten Leichen der Musikanten. Gleiche Pflichterfüllung im Dienste ihrer Mitmenschen zeigten die Musiker auf dem Riesendampfer Titanic", der im April 1912 auf einen Eisberg stieß und mit Hunderten von Passagieren versant. Am 4. Juni 1928 bradh in Berlin, in der Potsdamer Straße, die Bremsvorrichtung eines Autobusies in voller Fahrt mitten durch, so daß der Wagen ohne Bremsmöglichkeit in einem Höllentempo weiterrafte. Krampfhaft umfaßte der Führer das Steuerrad, mitten im stärksten Verkehr meisterte er das dahinratternde Fahrzeug; nach etwa 400 Metern gelang es ihm, den Wagen zum Halten zu bringen. Taumelnd und halb bewußtlos verließ er dann Der Schaffner aber war geiftesgegenwärtig den Führersiz. aus dem im schnellsten Tempo fahrenden Wagen herausgesprungen, rannte mit höchster Kraftanspannung vor diesem her, um Autos, Fuhrwerke und Passanten vor dem drohenden Unglück zu warnen. Ständig war er in Gefahr, unter einen Wagen zu kommen. Wieviel Menschen mögen die beiden Tapferen das Leben erhalten haben? ber Dieser Beispiele sind viele. Der Feuerwehrmann, der fich in die Flammen stürzt, um auf den Ruf:„ Menschenleben in Gefahr!" vielleicht in den Tod zu gehen, der Bergmann, Arbeiter im Betrieb, der bei drohendem Unglück keinen Gedanken an Flucht, sondern nur das eine Ziel fennt, auch seine Rol legen zu retten, das sind stille Helden des Alltags. Vielleicht wäre es für unsere Jugend besser, in den Schulbüchern weniger von Marschällen und Generalen, als von diesen Helden zu lesen. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend.( Nachdr. verb.) Unbeständig und windig mit Regenschauern bei wenig geänderten Temperaturen. Für Deutschland: Fortdauer des ziemlich milden, aber unbeständigen Wetters. BILLIGE GARDINEN In nur guten Qualitäten der größten Gardinen- Fabriken haben wir unsere Läger aufgefüllt und bieten mit folgenden Angeboten Gelegenheit zu vorteilhaftem, billigem Einkauf: Etamine- Filet- Halbstores apart hergerichtet, m. reich. Filet- u. Klöppelspitzenarbeit in ur Mk. 7,-, 10,-, 14,-, 18,-, 22, Beitdecken mit schwerer Filet- Ar belt Mk. 18,-, 26,-, 34,-, 43, Unsere Spezialität: Dunkle Madras- Dekorationen! Moderner Zuschnitt! In allen Farbenstellungen mti Seidenfranse oder Perlfranse besetzt Eigene Konfektion! Mk. 11,-, 16, 20,- Besonders aparte Seidenstoffe Mk. 28,-, 31, Künstler- Garnituren Engl. 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Arbeitsgemeinschaft. 17.00 Uebertragung des Nachmittagskonzertes Leipzig. 18.00 Prof. Dr. Popitz: Grundfragen des Finanzausgleiches. 18.30 Stud.- Rat Friebel, Lektor Mann: Englisch für Fortgeschrittene. 18.55 Min.- Rat Horstmann: Werkmeisterlehrgang für Facharbeiter: Mechanik und Festigkeitslehre. Ab 19.30 Uebertragung von Berlin. Mk. 18.Mk. 22. Ring Dukatengold( 900 gest.) zum Reklamepreis von Gediegen und modern Schwere Ausführung 1 Ring( 585 gest.) Gediegen und modern Schwere Ausführung Mk. 28.Mk. 12.Mk. 15. 8 karat. Ringe v. Mk. 4.- bis T.- p. Stück. Gravieren gratis zum Mitnehmen. Ges, geschützt Hermann Wiese, Berlin W, Passauer Str. 12 Ständig ca. 3000 fugenlose Trauringe am Lager. Ischias wirksam sind die Spezialm Hüft., Gesäß and Bein, wear lehandl, ärztl. festgestellt. Besonders Kleinen Anzeigen ur für In 15 Tagen sinc in der Gesamt. Auflage billig! schwere Fälle beseitigt worden. 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Lindauer Straße. Beg. 6.30 Das bekannt gute Schlager. programm und Bühnenschau C 71 G m m