diag sfeier thilfe offen Luft mer. Don Deffen wer feit Um Derten e. emlid leichte D ed. emann, Morgenausgabe Nr. 501 A 254 45.Jahrgang Böchentlich 85 B1, monatlich 3,60 2. im voraus zahlbar, Boftbezug 4,32 m. einschl. Bestellgeld, Auslandsabonne ment 6,- M. pro Monat. * Der„ Borwärts" erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel Der Abend", Illustrierte Beilagen Bolt und Zeit" und„ Rinderfreund". Ferner Unterhaltung und Biffen", Frauen ftimme". Technif", Blid in bie Bücherwelt" und Jugend- Borwärts Vorwärts Berliner Bolksblatt Dienstag 23. Oftober 1928 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Die etnpaftige Ronparellezelle 80 Bfennig. Reflamezeile 5.- Reichs mart, Aleine Anzeigen" das lettge.. brudte ort 25 Pfennig( aulaffig zwe fettgedruckte sorte), jebes weitere Bort 12 Bfennig. Steliengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Bort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte, Arbeitsmarkt Beile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Seile 40 Pfennig. Anzeigen. annahme im Hauptgeschäft Linden. traße 3, wobentägt, von 81, bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Frankreichs Generalratswahlen. Abweichende Statistiken.- Autonomistische Erfolge im Elsaß. Paris, 22. Oftober.( Eigenbericht.) Das französische Innenministerium hat am Montag eine Statistit des Gesamtergebnisses der General ratswahlen veröffentlicht, die von einer durch Havas verbreiteten Statistik wesentlich abweicht. Während Havas den Radikalen Verluste zuschreibt, stellt das Innenministerium einen deutung Gewinn dieser Partei fest. Ein Vergleich beider Statistiken ergibt folgende Ziffern: tor der us und , aus Ronfervative. jeg Ergebnis bisher Gew.) bzw. Berl.(-) Innenmin. Havas Innenmin. Havas Innenmin. Havas 37 1 98 67 99 69 1 2 . Rechtsparteien 282 389 259 373 +23 +16 ik von Mittelparteien 284 225 304 243. 20 18 Rüdel. kyo Gemäßigte Linke 113 161 150 162 Berlin) Radikalsozialisten.. 519 474 504 490 Sozialisten Republikanisch.S03. 70 58 64 53 125 128 113 112 18 18 18 in Aus Schall +15 16 +6 +5 +12+16 unverändert Land Rommunisten 18 Im allgemeinen fann festgestellt werden, daß unter der verhältnismäßig geringen Wahlbeteiligung( 60 Proz. durchschnittlich) vor allem die Mittelparteien zu leiden hatten, während es Sozialisten, Kommunisten und Rechtsparteien fänger. gelang, ihre Anhänger faft vollzählig zur Urne zu bringen. Nicht erkreis II). udhu. belag katc plare Heinrich Hüttmann Am gestrigen Montagmorgen ist der Bezirksleiter bes Deutschen Baugemertsbundes Fn Frantfurt a. M., der Genosse Heinrich Hüttmann nach kurzer Krankheit einem Lungenschlag erlegen. geboren, ist also nahezu 60 Jahre alt geworden. In den Jahren geboren, ist also nahezu 60 Jahre alt geworden. In den Jahren Don 1895 bis 1898 war Hüttmann der Vorsitzende des Bauarbeiter5. verbandes und der Parteiorganisation in Eutin. Ab 1901 murde Hüttmann als Bezirksleiter feines Verbandes angestellt und in den 8.Jahren von 1904 bis 1924 gehörte er der Frankfurter Stadt. ot Hüttmann war am 20: November 1868 in Schönwalde isen hten. st straße schule ker D Oh ich Plante ralt M verordnetenversammlung an. Im Jahre 1912 wurde Hüttmann in den Reichstag gewählt, Im Jahre 1912 wurde Hüttmann in den Reichstag gewählt, bem er bis zum Jahre 1918 angehörte und dann wieder seit dem Jahre 1921 bis zu den letzten Wahlen 1938. Im Reichstag bear beitete er in den letzten Jahren gemeinsam mit dem leider gleichfalls verstorbenen Genoffen Silberschmidt besonders die Wohnungsangelegenheiten. Der Bauhüttenbetriebsverband Heffen beklagt in dem Berstorbenen den Berlust seines Geschäftsführers. Die Barteis und Gewertschaftsbewegung Süddeutschlands aber, insbesondere der Baugewertsbund trauert um den Berlust eines ihrer tüchtigsten und beliebtesten Führers. Die Partei aber verliert in ihm einen Genossen, der sich stets der engsten Berbundenheit der gewerkschaftlichen mit der sozialdemokratischpolitischen Arbeit bewußt gewesen ist. Der Name Heinrich Hüttmann wird in der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung unvergessen bleiben. unwichtig ist ferner das Wahlergebnis im Elsaß: 15 Autonomisten wurden gewählt; dagegen ging fein einziger ausgesprochen patriotischer" Kandidat durchs Ziel. Die Wahl Ridlins und Rossés ist allerdings ungültig. Die autonomistischen Kandidaten Dahlet Babern und SchallStraßburg unterlagen im zweiten Wahlgang. An der politifchen Gesamtfituation hat die Wahl nichts ge. ändert. Statistik der Besatzung. Noch immer 67000 Mann. Und wieviel Frauen? Die Gesamtzahl der fremden Truppen im befetzten Gebiet beziffert fich nach den neuesten Feststellungen auf 67 100 Mann. Darunier befinden sich 54 900 Franzosen, 6700 Engländer und 5500 Belgier. Ein großer Teil der Offiziere und Unteroffiziere unterhält seine Familienangehörigen im besetzten Gebiet. Es handelt fich um eine ganz beträchtliche 3iffer. Die Befaßungstruppen verteilen sich auf 110 Garnisonen. 14 Schulen sind ganz besetzt, 17 Schulen teilweise. Vor dem Kriege gab es in dem heute besetzten Gebiet nur 26 Garnisonen. MilIn maßgebenden Berliner Finanztreifen meist man darauf hin, daß zwischen der englischen und franzöfifchen Ansicht über die höhe der Reparationssumme noch immer ein starter Gegenfag besteht. Während Poincaré unter 30 mil. liarden nicht heruntergehen will, hat Churchill von 25 Milliarden als deutscher Höchstleistung gesprochen, und zwar mit der Maßgabe einer weiteren Herabsetzung, wenn die Bereinigten Staaten ihre Forderungen an die Alliierten ebenfalls noch mehr herabsetzen sollten. Ein Beweis dafür, daß eine Einigung zwischen England und Frankreich nicht erzielt ist, liegt u. a. auch in der Meldung, daß Montague Norman, der Gouverneur der englischen Bant, in der nächsten Zeit nach Paris fommen wird, um englischen Bank, in der nächſten Zeit nach Baris tommen wird, um die Besprechungen mit den Franzosen fortzusehen. Nach erzielter Uebereinstimmung soll der deutschen Regierung nahegelegt werden, Einladungen nach Berlin ergehen zu lassen. An den Verhandlungen wird die deutsche Reichsbant neben führenden Männern der deutschen Finanzwelt maßgebend beteiligt sein. Boftschedlonto: Berlin 87 536. Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Distonto- Gesellschaft, Depofitenkaffe Lindenstr. 3 Hugenberg. Retter Deutschlands- der wievielte? Die Deutsche Volkspartei hat einst Herrn Hugenberg nachgesagt, ihn treibe nicht eine politische Idee, sondern Haß, rein persönlicher Haß. Damals war Herr Stresemann die Zielscheibe seines Hasses. In der Erbitterung über die Hugenbergschen Angriffe schrieb das Organ Stresemanns, die ,, Nationalliberale Correspondenz": Baffen den Kampf führte! Das ist nicht der Fall... Er ,, Wenn er ein ehrlicher Fechter wäre und mit sauberen führt den Kampf mit unehrlichen Waffen. Was will er? Und welche Wendung verspricht er sich davon für die deutsche Außenpolitik? Er spricht in dunklen Andeutungen von verpaßten Gelegenheiten, aber er weiß auch jeht nicht zu sagen, was denn praktisch und positiv an die Stelle der gegenwärtigen Außenpolitik gesetzt werden soll. Hat Hugenberg überhaupt positive 3tele? Man sucht sie in seinem neuen Feldzug jedenfalls vergebens. Es sei denn, daß man zu dem Schluß bereit wäre, daß eine Verschärfung der wirtschaftlichen Notlage durch politische Berheßung ihm aus irgendwelchen Gründen und Bestrebungen besonderer Art gelegen täme. Und diefe Ziele tönnten nur auf die geistige Vorbereitung eines Rechts putsches hinauslaufen." Dieser Mann ist jetzt Parteivorsitzender der Deutschnationalen Volkspartei, um sie an Haupt und Gliedern zu erneuern. Was will er? Er hat ein Programm aufgestellt: ein wenig Demagogie der nationalen Phrase, ein wenig Wahlrechtsverschlechterung, ein wenig Scharfmachertum. Ein stocreattionäres Programm, das ein Schlag ins Gesicht für alle jene deutschnationalen Illusionisten ist, die geglaubt haben, ihre Partei tönnte einmal etwas mehr sein als die Partei der Großagrarier und Scharfmacher und Erbin der fonservativen Traditionen aus der Zeit des Dreillaffenwahlrechts. hat sich selbst als den Bundermann angepriesen, der die Aber sein Programm ist nicht das Entscheidende. Er monarchistische und antidemokratische Bewegung aus der Erstarrung des Greifenalters herausreißen werde, er wollte an der Deutschnationalen Volkspartei das große, rettende Wunder vollziehen. Bor zwei Jahren schon behaupteten die Volksparteiler, er müßte aus den Nebeln hervortreten, da sonst der Glaube seiner Anhänger wankend würde. Nun steht er öffentlich an hervorgehobener Stelle als Führer der Deutschnationalen- wenn er auch nur mit fünf Stimmen Mehrheit gewählt ist. Was er will? Sein 5a ß gilt der Republik und der Sozialdemokratie. Er nennt niemals die Republik, ohne zugleich von der Sozialdemokratie und vom zerstören den Geist des Marrismus" zu sprechen. Sein Haß erklärt seinen Willen, er will vernichten, was er haßt. Er sammelt Der Siegeszug der Sozialdemokratie. acht gegen das Wert von Weimar. Er hat die Parteiorga in Granit und Geifenblase. Der demokratische Publizist Helmut v. Gerlach schreibt seiner ,, Belt am Montag": Die kommuniften, immer auf der Lauer nach Agitationsoff, fuchten sofort die Gelegenheit zu nühen. Sie tamen mit einem Boltsbegehren, deffen antimilitaristischer Inhalt den fozialdemokratischen Maffen fympathisch sein mußte. Amerika und die Reparationskonferenz der schlechteren Bofition war, hat sich erwiesen, daß die KPD. nur Keine Einladung erwünscht. Washington, 22, Oktober. 3m Staatsdepartement wurde heute erklärt, daß die Regierung teine amtliche Einladung zu einer offilellen Beteiligung an der kommenden Dawes- Plan- Konferenz erwarte werden. Gerade bei diesem Anlaß, wo die Sozialdemokratie fachlich in eine Seifenblase, die SPD. aber Granit iff. Jn entscheidender Stunde hat die SPD. ihre taum von dem fleinften Riß durchbrochene Gefchloffenheit befundet. Die PD. aber ist in derselben Stunde, die für sie günstiger fchien als je zuvor, als ein Haufen unzufriedener Elemente ohne inneres Band enthüllt worden... Aber jetzt, nach der vernichtenden Niederlage der KPD., nach der unerhört glänzend abgelegten Feuerprobe auf ihre Disziplin, „ Erwarte" ist in diesem Fall gleichbedeutend mit geht die SPD. diefen kämpfen mit der Gewißheit entgegen, daß ihr wünsche": Amerita wünscht nicht, offiziell einge Knochengerüft unerschütterlich folide ift. Ob man den 30, 9 laden zu werden. Das ist an sich nichts Neues. Auch die Parteigehorsam als höchfte Tugend einschätze oder nicht, ob man sgasse Gründe für diese Abneigung sind bekannt: Amerika will nicht den Ausgang des Bolksbegehrens aus innen- und außenpolitischen burch offizielle Teilnahme an einer Konferenz über das Pro- Gründen begrüße oder bellage- die Tatsache ist erhärtet worden, blem der deutschen Reparationen zu einer Aufrollung des daß die Sozialdemokratie nicht bloß die ft art fte, sondern Interalliierten Schuldenproblems gezwungen auch die fefteft gefügte aller deutschen parteien ist. Alle anderen Parteien find mehr oder weniger ein X. Sie ist eine Damit ist aber nicht gesagt, daß Amerika der Teil- benannte Zahl, und zwar die höchftftellige. hahme von privaten Sachverständigen an einer nicht Sie ist der Felfen Petri" in der Deutschen Republik. offiziellen Regierungsdelegierten zusammengesetzten Das ist das Bekenntnis eines Mannes, der eben noch Sachverständigenkonferenz feindlich gegenüberstehen würde. selbst das kommunistische Volksbegehren mitgemacht hat! Berlin Tagungsort der Konferenz? Herr v. Gerlach ist ein Eingänger. Für die Maffen des An Berliner unterrichteter Stelle liegen, wie der„ Sozialarbeitenden Volkes ergibt sich aus den Tatsachen, die er fest: bemokratische Breise dienst erfährt, Melbungen vor, die stellt, die selbstverständliche Folgerung: Es gibt in Deutsch: tman trennen laffen, daß die Entente mit der Tagung des Finanz. land nur eine Partei der Arbeit, das ist die Sozial. tomite es zur endgültigen Festlegung der deutschen Reparations. bemotratie! Sie muß noch fester, noch stärker werden, D Derpflichtungen in Berlin einverstanden ist. Berlin mirb als ge fie muß in dieser Werbewoche neue Kämpfer für ihre itsp igneter Konferenzort bezeichnet, weil in der Reichshauptstadt die Sache geminnen! Beg. 6Befamten wirtschaftlichen Unterlagen zur genauen Prüfung von Deutschlands Leistungsfähigtett porhanden sind. aschad Dibson s nisation der Deutschnationalen seinem Konzern zur Haßpro paganda gegen die Republik einverleibt und hat mindestens dern seiner Meinungsfabrik gemacht. Buchstäblich: wenn einen Teil der deutschnationalen Landesverbände zu GlieHerr von Keudell auf der Parteivertretertagung der Deutschnationalen ihm vorwarf, er habe seine Bhalang aus 17 Landesverbänden gekauft und seine Front sei die Front der von ihm finanziell Abhängigen, so bezeichnet das die jezige Stellung der Deutschnationalen Boltspartei: 5 ugenberg Ronzern, Abteilung Partei Aber was wird er nun tun? Die Gläubigen erwarten das Wunder des großen Medizinmannes wir hören einstweilen nur die großen Worte, die man aus dem Munde von Stahlhelmrednern und ähnlichen Rettern Deutschlands zur Genüge tennt. Er sprach von ein paar großen einfachen Zielen, die als Leitsterne am Horizonte stehen", vom„, lebendigen Kraftzentrum", das die überparteilichen vaterländischen Kräfte fammelt zum Dienst an der großen Sache". Das sind verschwommene und verwaschene Worte, die man entweder gebraucht, wenn man nicht weiß, was man will, oder wenn man das, was man mill, nicht öffentlich fagen tann. Als vor zwei Jahren die Volksparteiler versuchten, Sinn in den politischen Myftizismus des Herrn Hugenberg zu bringen, rieten fie: er will einen neuen Rechtsputsch vorbereiten. Daß er es möchte, steht außer allen Zweifeln ob er es als Chef der Deutschnationalen Boltspartei tann, ist eine andere Frage. Der Butschersag des Stahlhelmpoltsbegehrens das ist eine reale Möglichkeit, und da er der Diktator der Partei ist- wenn auch nur mit fünf Stimmen Mehrheit, hängt es von seiner persönlichen Entscheidung ab, ob er seine Partei für diese erste große Aktion der Erneuerung Deutschlands in seinem Geiste einfeßen wird. Man darf hier feine erfte Tat erwarten- es sei denn, baß er der Meinung ist, sein Abstimmungssieg und seine Eroberung der Deutschnationalen Volkspartei sei ein vollgültiger Erjaz für diese Attion. Stahlhelmvoltsbegehren- das wäre dann also die Tat Nummer eins. Aber was wird er fonft tun? Er wird die Partei von der parlamentarischen Politit abwenden. Der Sinn der Partei," fo läßt er in seiner Preffe verkünden, Genoffen, nüßt die Stunde! Werbt für die partei! liegt nicht in der täglichen parlamentarischen Tattit, son r dem im Kampf für cht großes politisches Ziel der Erneue- rung Deutschlands". So ungefähr sagen es die Duesterberg und Seldte, die Leute um Ludendorff und Hitler- auch. Immsrhin besitzt die Deutschnationale Volkspartei noch eine starke Reichstagsfraktion, und Herr Hugenberg ist ihr Mitglied. Aber nicht ihr Führer— das bleibt Traf Westarp. Der darf dann die Arbeit verrichten, die nicht dem Sinn der Partei entspricht. Es wird sich also bei kom- Menden großen politischen Auseinandersetzungen das Schauspiel ergeben, daß der Fraktionsführer die Politik seiner Partei vertritt �nd der Parteivorsitzende schweigend dabei sitzt, weil er den Sinn seiner Partei außerhalb des Parka- ments sucht. Hier zeigt sich ein Gegensatz, der durch keine Beteuerung der Einigkeit überbrückt werden kann. Die„Kreuz-Zeitung", das Organ Westarps, erklärt: „Wahrend die überrage»de Bedeutung des Frak- tionsführers aus den Gebieten der p r a k t i i ch- p o l i t i- scheu Tätigkeit zu erblicken ist, hat der Parteiführer in erster Linie organisatorische Aufgaben. Seiner Sorg« obliegt es außerdem, im Lande draußen und innerhalb der Parteivertretnngen die der Politik der Frak- tionsführung entsprechende politische Willens» bildung zu überwachen. Beide Posten ergänzen sich notur- gemäß, und es wird von der reibungslosen Zusomntenarbeit von Fraktions- und Parteiführung abhängen, ob die Tätigkeit des neuen Parteiführers von dem Erfolg getragen sein wird, den er selbst erhofft und den insbesondere seine Anhänger für ihn erwarten." Graf Westarp sieht den Sinn seiner Partei in der par- lamentarischen Arbeit. Er nimmt für sich die politische Füh- rung in Anspruch und schiebt Hugenberg die Aufgabe zu, im Lande zu den parlamentarischen Aktionen der deutschnatio- nalen Reichstagsfraktion entsprechende Musik zu machen. Auf diesem Wege würde also aus dem Parteidiktator, dem großen Erneuerer Deutschlands der Kapellmeister des Grafen Westarp. Nach dieser Erklärung des Grafen Westarp scheint der Sieg Hugenbergs eine höchst zweifelhafte Angelegenheit zu sein. Was wird Hugenberg tun? Die Frage schätzt seinen Sieg zu hoch ein. Was wird geschehen?— das ist die richtige Frage, und was geschehen wird, das ist heute schon erkennbar: Machtkampf zwischen der deutschnationalen Reichstags fraktion und dem Hugenberg-Kon- zern. Abteilung Partei. Die Prophezeiungen über den Ausgang überlassen wir den Deutschnationalen und ihren Freunden. Die deutsch- nationalen„Hamburger Nachrichten" versichern: Es waren nicht wenig Stimmen, die heute schon erklärten, daß die Freunde Westarps wahrscheinlich mit der Politik Hugen- berge mehr«inverstanden sein würden al» seine eigenen Freunde." Die„Deutsche Allgemeine Zeitung" aber prägt den Satz: „Es steht noeb nicht fest, ob die Freunde oder Feinde Hugen- bergs nach dieser Wahl die größte Enttäuschung erleben werden!" Doch wozu die Worte! E» ist wieder einmal ein Retter erstanden, der große Mann ist hervorgetreten aus dem Dunkel und hat die Führung ergriffen. Wir harren der Tat. Der Tat, die rettet, der Tat, die befreit. Wir werden ihr schon gewochsen sein. Nur— er wird doch nicht etwa umsonst warten lassen? Die verirauliche Sitzung. Hugenberg durste seine Mehrheit nicht erfahren. Der„Iungdeutsche" berichtet über die Sitzung der deutschnationalen Parteivertretung: „Die Sitzung wurde am Sonnabend»oni Grasen Westarp al» dem bisherigen Parteiführer eröffnet. Es stand zunächst die Neu- mahl des Vorsitzenden aus dem Programm. Hierzu macht, Hilperl-Bayern al» erster den Vorschlag, ein Direktorium von drei Mann mit der Partetführung zu boaustroge». Degen diesen Vorschlag Hilperts wandte sich der Abgeordnete Schlange- Schöningen. Er richtet« drei Fragen an Hugenberg al, den besander» in Frage kommenden Kandidaten. Di« erst« Frag« ging dahin, ob Hugenberg glaub«, über ein« genügend« Mehr- heit in der Porteivertretung zu verfügen Dann fragt« Schlange-Schöningen, ob Hugenberg nach seiner Ansicht glaube, innerhalb der Reichstogssrattion und der preußischen Landtagssraktion genügend Vertrauen zu besitzen, um die ersprießliche Arbeit der Porteileitiing mit den beiden Frak- iwnen zu gewährleisten. Als dritte» fragt« er, ob die Persöntichkeit Hugenbergs genügend Werbetrost aus alle Schichten de» deutschen Volkes— auch auf die Arbeitnehmer-— habe, damit die Drundiagen der Partei so breit wie irgend möglich gewählt werden könnten. Graf Westarp wandt« sich gegen den Sedonten eines Direk- torium«. Der srüher« N«ich»innenminisl«r van kieudell fragt», ob«» zutreffe. daß hugenberg den 17 Landesverbänden� die sich für ihn erklärt hätten, flnonzletle vorteile versprachen Hab«. Er machte weiter darauf aufmerksam, daß Hugenberg etwa 25 Proz. der nationalen Press« in seiner 5)and habe, daß aber die Mag. lichkeit bestehe, daß die Hugenberg-Presse gegen die Partei Stellung nehmen könne. Schließlich fragt« er, ob Hugenberg nicht besonders stark noch der industriellen Seit« hin verknüpf« sei. hugenberg rief die Herren W a l l r a s und H e r g t als Zeugen dafür auf, daß er keinerlei finanzielle B»einslussung noch Irgendeiner Richtung hin vorgenommen habe. Seine Presse sei durchaus in seiner Hand, und er werde schreiben, was er wolle. Seil« Bindungen mit der Industrie seien gering. Irgendwelche iinanziellen Borteile habe er den 17 Landesverband««, die für ihn jci«n, nicht versprochen. Der Abgeordnete Schlanze- Schöning«« schlägt getrennte Abstimmung nach Landesverbänden vor. Dieser Vorschlag wird ab, gelehnt. i wollras sordert ein« öffentlich« und namentliche Ab- st immun g bei der Wahl des Parteivorsitzenden. Dagegen erhebt sich ober»in starker Widerspruch. Dommes-Potsdam beantragt geheim« namentlich« Lbstim- münz. Da» Ergebnl» dieser Abstimmung soll« der Parteiver- tretung nicht mitgeteilt werden, und selbst der Kandidat hugenberg solle da» Ergebni» nicht erfahre«. Dieser Vorschlag wird angenommen, und man schreitet zur Wahl, durch die Hugenberg zum alleinigen Vorsitzenden der Deutsche nationalen Bolkspartei gewählt wird. Die Reichsreform. 25 Oenkfchristen.— Lebhaste Debatte. In dem Kongreßsaol des Reichskanzlerhauses trat gestern der Ausschuß für V e r f a s s u ii g s- u» d L e r w a> t u n g s r e f o r m. der bekanntlich seinerzeit von der Länderkonserenz«ingesetzt worden war und Anfang Mai dieses Jahres seine erste Sitzung abgehalten hatte, zu seiner zweiten Tagung zusammen. Den Vorsitz führt« Reichskanzler Müller, der die erschienenen Ausschußmitglieder namens der neuen Reichsregirrung herzlich de- grüßte. Die ersten Arbeiten galten der Neukonstituierung des Ausschusses, die infolg« der Neubildung der Reichsregierung erforderlich geworden war. Außer dem Vorsitzenden Reichskanzler und dem stellvertretenden Vorsitzenden, Reichsministcr des Innern Seve- ring, und dem seinerzeit zum Generalsachverständigen berufenen Reichssparkommisiar, Stoatsminister S a e m i s ch, gehören dem Ausschuß augenblicklich salzende Mitglieder an, die in der gestrigen Sitzung sämtlich anwesend waren: Von der Reichsregierung berufen: die Reichsminister Dr. Eurtius, Koch-Wcser. Dr. Schötzel, Dr. Hilferding und v Duerard sowie die Herren Reichsministcr a. D. Dr. Hamm, Staatssekretär z. V. Dr. Busch, Geheimer Jnstlzrai Profestor Dr. Triepel, Geheimer Zustizrat Professor Dr. Anschütz und der Reichstagsabgeordnete Dr. Brüning: von den Landerregierungen berufen: Ministerialdirektor Dr. Brecht(Preußen), Ministerpräsident Dr. Held(Bayern). Ministerpräsident Heidt(Sachsen), Staatspräsident Dr. Bolz (Württemberg), Staatspräsident Dr. Remmel«(Baden), Staats- minister Dr. Leutheußer(Thüringen), Staatspräsident Adelung (Hessen), Bürgermeister Dr. Petersen(Hamburg) und Minister- Präsident Deist(Anholt). Außerdem waren anwesend Miuisierialdlrektor Dr. Poetzsch-- Hefster von der hiesigen sächsischen Gesandtschast sowie Prosestor Dr. N a w i a s k y. die beide als Berichterstatter des Ausschmfes tätig sind. Die in erster Linie für Fragen der Reichsreform zuständigen Reichsbehörden waren durch die Staatssekretäre Z weigert vom Reichsniinisterium des Innern, Prosestor Dr. P o p i tz vom Reichsfinanzministerium und Dr. P ü n d e r von der Reichskanzlei ver- treten. Außer den Genannten wohnten der Sitzung«in« Anzahl Länderminister und ihre Berliner Gesandten bei. Den Ausschußberatungen lag das inzwischen bereitgestellte Ma- terial über die einschlägigen Fragen in 25 Denkschriften jpir Erörterung vor. Aus Grund diese» Materials entwickelt« sich zunächst eine sachlich« Aussprache, in der Ministerialdirektor Dr. Brecht iür Preußen, Ministerialdirektor Dr. Poetzsch- Hefster für Sachsen und Ministerpräsident Dr. Held für Bayern das Wort nahmen. Die Verhandlungen wurden mittag» bis< Uhr nachmittags unterbrochen. Im weiteren verlauf sprachen der Reichskanzl« Müller, der sächsische Ministerpräsident Heidt, der Bürgermeister von Hamburg Dr. Petersen, der Reichsjustizminister Koch» Weser, Ministerildirettar Dr. B r e cht- Preußen, Seheimer Justizrat Prof. Dr. T r i e p e l, Staatspräsident Dr. R« m m t l e(Boden), Staats- Präsident Bolz(Württemberg), der bayerische Ministerpräsident Dr. H e l d, Ministerpräsident D« i st(Anhalt). Auf Antrag der Länder wurde als 20. Mitglied des Ausschusses der Ministerpräsident von Mecklenburg-Schwerin. Schröder» be« rufen. Vier Wochen KPD. Was sich in ihnen ereigneie. Im folgenden geben wir»in« chronologisch« Aufstel- l u it g der Ereignisse, die sich während der letzten 4 Wochen(es ist noch nicht einmal ein voller Monat) in der Kommunistischen fßarlei Deutschlands abgespielt hoben. Die Chronik bedarf keines Kommentar». Zst. September: Beschluß de» ZK.: Der Hamburger Partei- sekretär Wittors nebst drei weiteren Hamburzer Funktionären wegen Unterschlagung au? der Partei ausgeschlossen. Der Parteivorsitzond« und ehemalig« Präsidentschaftskandidat Thälmann wird seiner Funktionen enthoben, weil er von Wittors, Unterschlagungen gewußt und sie gedeckt hat. Thälmann reift nach Moskau zu Stalin. 28. September: Bczirkssekrctär Hermann Osterloh, erster Froktionsoorsitzenider der kommunistischen Bvrgerschaitssratiion in Bremen, wegen Unterschlagunzen au» der KPD. ausge. Ichlossen. 30. September: Kommumstenübersall in Geesthacht aut da» Reichsbanner. 3 lote, viel« Schwerverletzte. 2. Oktober: Das Polbureou des ZK. beschließt, daß Thälmann .trotz seiner schweren politischen Fehler' in der Führung der Partei bleiben soll und verurteilt jade innerparteiliche Ausnutzung der Hamburger Vorgänge. 3. Oktober: Das kommunistische Volksbegehren gegen den Bau de» Panzerkreuzers beginnt. 4,3 Millionen Eintragungen im Reich, 350 000 in Berlin«erden als dos zu erreichende und sicher erreichbar« Mindest ziel bezeichnet. 5. Oktober: 25 Mitglieder des ZK. veröffentlichen ein« Erklä- rung, in der sie Buße tun, Ihr« eigene Stellungnahm« vom 26. September gegen Thälmann als„Fehle r" verurteilen und vom Etti die Rehabilitierung Thälmanns erbitten. S. Ottober: Do in den ersten drei Tagen de» Lolt»b«g«hrens Einzeichnungen so gut wie überhaupt nicht erfolgt sind, versuhen die Kommunisten, die Stimmung durch den W i ld w« st st r« i ch de» Abg. Schulz auf den Berliner Rundfunksender und durch die Entführung eines..Vorwärts"-Redakteurs im Stil« von Kock May zu beleben. 8. Oktober: Das Ekki greift in den deutschen Par- t e i st r e i t ein. Thälmann wird feierlich wieder in Amt und Würden eingesetzt, gleichzeitig weiden„gewisse Aenderungen in der Zusammensetzung der leitenden Organe des ZK angekündigt". 9. Oktober: Der E h« f r e da k teu r des kommunistischen „R u h r- E ch o" in Essen wird wegen Störung der Parteiarbeit fristlos entlassen. Er hatte in einer Sitzung auf Korrup« tionssällc in der KP. de, Ruhrgebiets hingewiesen. 10. Oktober: Em Artikel der„Prawdo" kündet den Kamps gegen die..Versöhnlerischen", den„Halbblock" und die„Puffer- gruppe" im ZK. der SPD. an. 11. Oktober:. Die„Rote Fahne" wärmt das Wohlmörchen der Hitlerianer auf, daß der„Vorwärts" mit 800000 M. von dem Juden Jakob Golbschmidt bestochen fei.- 13. Oktober: Der Ehefredatteur de» kommurusufchen ..Kämpfer" m Chemnitz wird fristlos entlassen, weil er dem Ekkibrief in seinem Blatt«inen Kommentar anzu« hängen gewogt hat, der eine zaghafte Entschuldigung de» Beschlusses vom 26. September darstellte. 16. Oktober: Völlige Pleite des Volksbegehren». In Berlin haben sich nur 413 000, im ganzen Reich weniger als IL Millionen eingetrogen. Mehr als die Hälft« der koim munfftischen Wähler haben ihr« Partei im Stich gelassen. 18..Oktober: Das Strafgericht über die Feind« Thölmonn» beginnt: Brondler, Tholheimer, Hausen werden al» „Ligudatoren" und Verräter aus der KPD. aus- geschlossen. Um Ewert und andere Gegner Thälmanns steht es sehr bedenklich. 20. Ottober: Die Zentrale ohrfeigt sich selbst:..Das ZK. der KPD. erkennt an, daß der Beschluß des ZK. vom 26. Septembec »in verhängnisvoller, die Partei schwer schädi- gender Fehler war..." lieber das Abstimmungsergebnis weiß der„Jung- deutsche" trotz der Vertraulichkeit weiter zu berichten: „Es ist ein« alte Ersohrungstotsoch«. daß bei allen Angelegen- Helten einer Partei«in« strikt« Geheimhaltung nicht möglich ist. In- folgedessen ist auch über da» Wahlergebnis bei der Wohl Hugenberg» zum Parteiführer einige» durchgesickert. Darnach ist mit Sicherheit anzunehmen, daß die Wahl hugenberg» mit ganz knapper Mehrhell, etwa mit fünf Stimmen Mehrheit, für ihn erfolgt ist. Ein Dementi der deutschnotionalen Pressestelle, das die Aeußerung Hugenberg« abstreitet, seine Presse werde schrei- den, wie er wolle, wird vom„Iungdeutschen" al» erlogen bezeichnet. Erstes Sugenberg-Oementi. Hugenberg laßt melden: In einem gink,blatt(„Der Jung- deutsche" als Lintsblatt! Red. d. B.) wird berichtet, daß die Wohl Hugenbergs mit fünf Stimmen Mehrheit erfolgt sei. Diese Zahl ist unrichtig. Ez Ist ausgeschlossen, daß der Urheber dieser Nach- richt Kenntnis vo» den richtigen Zahlen besitzt. An die Leine genommen! Maßrtgelvns der NpO.- Aezirtsleitvng in Westsachsen. Leipzig, den 22. Oktober. Di« erweitert« Bezirksleitung des Bezirts West» s a ch s e n d«r Kommunistischen Partei Deutschland» hat, wie be- richtet wurde, eine Ueberprüfung der vom Vollzugsausschuß der kommunistischen International« beschlossenen Rehabilitierung Thal- mann» wegen setner Haltung zu den Homburger Unregelmäßig- leiten gefordert. Nun hat das Ze n t r a l k o m i t e e der Kommu- nistischen Partei Deutschlands zu den mnerparteilichen Zuständen tm Bezirk Wesssachsen im Hinblick auf diesen vorgenannten Be- schluß«in« Regelung getrossen, die u. a. besagt: Angesicht, der parteifeindlichen Maßnahmen der liquidatorischen Gruppe in Westsachsen und der Tatsache, daß der politische Leiter de» Bezirks sowie ander« Genossen der engeren Bezirksleitung «inen versöhnlicheren Standpunkt vertreten, beschließt da» Zentral- komitee: 1. durch Vereinbarung zwischen dem Sekretariat de» Zern tralkomitee» und dem Bezirkes ekretariot Westsachsen wird festgelegt. wann in den Stadtteilen und Unterbezirken Parteiardeiter- tonfereirzen stattsinden und welche Genossen de» Zentrot- komitee» bzw. der vezirt»lettung Bericht erstatten und 2 da» Sekre- toriat der Bezirksleitung wird dafür verantwortlich gemacht, daß in den Parteileitungen und Zellen nur in Anwesenheit eines Referenten, der di« Beschlüsse des Dollzugsau sschusi«» und des Zentralkomitee» vom 10. Oktober vertritt, Wv kutiert wird. Do» Sekretariat der Bezirk»leiwng ist für eine«ick« spreche irde Referentenvermittlung verantwortlich Pfarrers Haßgesang. Für Schulz, gegen die Republik. Di« Zeitschrift„R« i ch o w a r t" de» völkischen Gros« Reveick' low veröffentlichte vor einigen Wochen aus ausdrückliches verlange" des Verfassers einen Brief de, Pfarrers Han» Krieget vom 4. Februar d. I., der an den seinerzeit zuni Tode verurteilt«". spoter amnestierten Oberleutnaick Schulz gerichtet war. 2" diesem Brief heißt es u. a.: „Gewiß, Sie werden niemals vergessen, was Ihnen di«sk Republik, aufgebaut auf Lüge, Meineid und H» ch v e r r a i. angetan hat. Diese sogenannt« Republik, di« säion kurz noch ihrem jämmerlichen Entstehen noch jämmerlicher zusammen- gebrochen wäre, wenn nicht..." Weiter enthielt der Bnes Schmähungen gegen die Justiz und die Staatsanwaltschaft und sonstig«.Beschimpfungen der Republik. Aus Grund dieses Totbestandes ist gegen den Verfasser de» genannten Aufsatzes, den Pfarrer Hans Krieger au» E s ch c f e l � bei Frohburg j. Sachsen. Anklag« weg-n Vergehens gegen§ 8 Ziff. 1 des Gesetzes zum Schutze der Republik hoben worden. Der verantwortliche Schriftletter, Graf zu Reventlow, ist Reichstagsa b geordnet« r: ein« Entschließung des Reichstag? über die Erte-lung der Genehmigung zu seiner Strafverfolgung ist eingeholt. 11 it it 5. 15 5 ht er t, iß it es 54 ta its En Rr. 501 45. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Werbe- Veranstaltungen Heute, Dienstag, 23. Oktober: 4. Kreis Prenzlauer Berg. 19% Uhr in der Schulaula, Gleimftraße 49: Filmvorführung. Redner: Carl Liffe, M. d. R. Redner: Carl Liffe, M. d. R. Einfaß nur gegen Borzeigung des Mitgliedsbuchs oder Einladungszettel. 108. Abt. Köpenick. Treffpunkt zum Werbeumzug 19 Uhr pünktlich am Bahnhof Köpenid. Achtung! Die Funktionäre treffen fich bereits um 18% Uhr bei Schulz, Bahnhofstr. 34. Anfchließend im Stadttheater, Friedrichstr. 6, Filmvorführung:„ Im Anfang war das Wort". Redner: Dr. Julius Moses, M. d. R. Unter Mitwirkung des Musikvereins„ Echo" und des Tambourforps des Reichsbanners. 111. Abt. Bohnsdorf. 20 Uhr im Lofal Heimann, Waltersdorfer Straße 100. Vortrag: Was verlangen wir vom republikanischen Staatswesen? Redner: Bernhard Göring. 120. Abt. Friedrichsfelde. 20 Uhr in Wiehes Gesellschaftshaus, Wilhelmstraße 38, Filmabend. Gezeigt werden die Filme:„ Im Anfang war das Wort“ und„ Was wir schufen". Redner: Mag Fechner, M. d. L. Die Wählerinnen und Wähler find eingeladen. Eintritt frei. Eintrittskarten sind bei den Funktionären und am Saaleingang zu haben. Morgen, Mittwoch, 24. Oktober: 2. Kreis Tiergarten. Achtung, Werbedemonstration. Antrefen um 18 Uhr, kleiner Tiergarten. Fadeln werden an die Abfeilungen ausgegeben! 14. Abt. Wedding. 19% Uhr in der Schulaula, Putbuffer Str. 3. Redner: Willy Schneider. 33. Abt. 19% Uhr Deffentliche Kundgebung in der Schulaula, Hohenloheftr. 10. Vortrag: Sozialismus einft und jetzt. Redner: Carl Litfe, M. d. R. 51. Abt. Charlottenburg. 19% Uhr im Wohlfahrtssaal, Königin- Elisabeth- Straße 6. Filmvorführung: Die Weber. Rednerin: Stadlverordnete Lisbeth Hübner- Riedger. Bringt die Frauen und erwachsene kinder mif. Gäste willkommen. 57. Abt. Charlottenburg. 20 Uhr bei Thunad, Wielandstr. 4. Redner: Hermann Harnisch, M. d. C. 77. Abt. Schöneberg. 20 Uhr Werbeabende in den Bezirkslokalen. 1. Bezirk: Lokal Milde, Nollendorfstr. 16. Vortrag: Die Stellung in der Wirtschaft. Redner: Dr. Croner. 2. Bezirk: Lokal Jürgens, Barbaroffaftr. 5a. Vortrag: Aufgaben und Ziele der Sozialdemokratie. Redner: Erich Flatau. 3. Bezirk: Lokal Zeugner, Grunewaldstr. 36. Lichtbildervortrag: Sozialistischer Aufstieg. Redner: Dr. Norbert Marg. 4. Bezirk: Lokal Will, Martin- Luther- Str. 69. Lichtbildervortrag: Das Bürgertum in der Karikatur. Redner: Hans Kamm. 80. Abt. Schöneberg. 20 Uhr im Gesangssaal des HelmholtzGymnafiums, Rubensstr., Rezitationen, Lieder zur Laute. Bortragende: Genosse Hosemann und Genosse Döring, Soz. Arbeiterjugend Schöneberg. 99. Abt. Brit- Buckow. 20 Uhr in Müllers Festfälen, ChauseeStraße 38, Kundgebung. Vorher Fadelzug. Die Abteilung trifft sich pünktlich um 18 Uhr in der Jahnstr., Ede Chauffeeftr. Fahnen und Transparente nicht vergessen. Redner: Reichstagsabgeordneter Artur Crispien. Mitwirkung des Sängerchors. des Arbeiterfängerbundes. 109. Abt. Friedrichshagen. 20 Uhr im Gesellschaftshaus, 20 Uhr im Gesellschaftshaus, Friedrichstr. 137, öffentliche Werbefundgebung. Programm: Konzert, Gefang, Rezitationen, Ansprache, Borführung des Film:„ Was wir schufen." Redner Max Fechner, M. d. C. 114. bis 116. Abt. Lichtenberg. 19% Uhr im Logenkafino, Knorrpromenade 2. Redner Mar Heydemann. Donnerstag, 25. Oktober: 9. Kreis Wilmersdorf. 20 Uhr im Viktoria- Garten, Wilhelmsaue 134/135, öffentliche Werbekundgebung. Thema:" Sozialdemokratie und Reichsregierung." Redner Reichstagsabgeordnefer Carl Citte. Borher um 19 Uhr Platzkonzert auf dem Hohenzollerndamm. Anschließend 19% Uhr Demonstration unter Borantritt der Reichsbannerkapelle. Dienstag. 23. Oftober 1928. fierung. Der politische Kampf. Die Internationale. Die Ziel setzung. 3. Das Aktionsprogramm nach seinen verschiedenen Teilen: Verfassung. Verwaltung. Justiz. Sozialpolitik. Kultur- und Schulpolitik. Finanzen und Steuern. Wirtschaftspolitik. Internationale Politik. Dr. A. Halasi: Die Wirtschaft in der Gegenwart. Beginn Donnerstag, 1. November. Wirtschaftssysteme der Gegenwart: porfapitalistis he, fapitalistische, nachkapitalistische Systeme. Volkswirtschaft und Weltwirtschaft. Die Bewegung in der kapitalistischen Verkehrswirtschaft: a) Produktionssphäre: Grundlagen der Wirtschaft. b) Die Zirkulation: Geld und Kredit usw. c) Die Verteilung: Die Lohnbildung, der Profit. d) Der Konsum: Massenkonsum und Luruskonsum. Kritik des Kapitalismus. Ansätze zur Gemeinwirtschaft( Genossenschaften usw.). Das Sozialisierungsproblem. Staat und Wirtschaft: Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Finanzwirtschaft. Staatliche Eigenwirtschaft. Staatliche Eingriffe. Wirtschaftspolitit. Unsere Feiern am Sonntag. Bon den zahlreichen Feiern, die unsere Parteigenoffen am Sonntag veranstalteten, tragen wir noch die folgenden nach. Eine abendliche Gedenkfeier des 11. Kreises Schöne berg in der Schloßbrauerei gestaltete sich zu einem würdigen Erinnerungsfest. Das Programm wurde mit einem BeethovenTrio eröffnet. Als Ehrung für Eduard Bernstein wurde eine DichDr. Friedländer, vorgetragen, die Arbeiterlegende" hinterließ bei tung des Vorsitzenden der sozialdemokratischen Studentenfraktion, allen einen starten Eindruck. Der rührige Kreisvorsitzende, Abgeder Bartei. Den Höhepunkt der Beranstaltung bildete eine Anordneter Wendt, fand warme Dantesworte für die Veteranen sprache des greisen Eduard Bernstein, der aus der Fülle seiner Erinnerungen in erster Linie sich mit dem Zustand im Reich vor der Schaffung des Ausnahmegesetzes beschäftigte. Die Sozialisten standen da bereits unter einem Ausnahmerecht. Die Verfolgung ging nicht nur von den Gerichten aus, sondern weite Kreise der Bevölkerung glaubten sich als hinterhältige Angeber daran beteiligen zu müssen. Trotzdem wußten die Anhänger von Bebel und Liebknecht ihren Einfluß auch damals geltend zu machen, wenn die Feinde sich auch noch so brutal gebärdeten. Bernstein Rechtsgedanken entspricht. Auch heute noch haben wir brutale Feinde, die uns vernichten wollen. Bernsteins Ausführungen waren so lebendig, daß sein Aufruf zum unermüdlichen Fortfahren im Kampfe um den Sozialismus sichtbar auf fruchtbaren Boden fiel. Der zweite Teil war der Jugend gewidmet. Das Festspiel Ausgewiesen", das seinerzeit auch verboten war, zeigte die gewaltigen Opfer, die vor 50 Jahren für die Partei gebracht wor den sind.. Vorwärtsleser und Sympathisierende, Wählerinnen und Wähler sowie gedachte auch der Jetztzeit, die nicht durchaus dem sozialiſtiſchen alle Genossinnen und Genossen sind eingeladen! Arbeiterbildungsschule. Die Massen der fortwährend der Partei zuströmenden Brole tarier zu flarblidenden Kämpfern für den Sozialismus zu machen. Das ist das Ziel der sozialistischen Bildungsarbeit. Vor allem muß ber Funktionär der Agitator der Partei theoretisch und praftisch- wissenschaftlich klar den wirtschaftlichen Fragentompler beherr fchen, um überzeugend für die Sozialdemokratische Partei werben zu Jönnen. Die zentralen Kurse der ArbeiterbildungsSchule, die im Hause Lindenstraße 3 stattfinden, haben den Zued, dem Funktionär, dem in der Werbearbeit für die Bartei Stehenden und denen, die sich dafür vorbereiten wollen, wissenschaftli hes Rüstzeug zu geben. Anmeldungen zu diesen Kursen werden im Bureau, Lindenstraße 3, 2. Hof 2 Tr., 3immer 8, angenommen. Ebenfalls fönnen sich Teilnehmer bei Beginn der Kurse im Schullofal melden. Die Kreisorganisationen werden aus dem Hörerkreis der vorjährigen Kurse die befähigten Teilnehmer dele. Aieren. Die Kurse dauern 20 Abende. Das Hörgeld beträgt 5 M. und tann in Raten gezahlt werden. Nachfolgend ein Auszug aus Den Dispositionen für die Kursusthemen. Dr. Ernst Fräntel: Staats- und Berwaltungslehre. Beginn Montag, 29. Ottober. Der Staat als Machtverhältnis. Der Grundzüge des Verhältnisses von Staat und Sozialismus. Der Staat in der Staatengemeinschaft. Grundzüge des Völkerrechts. 8] Soldat Suhren. Roman von Georg von der Vring. Copyright 1927 by J. M. Spaeth Verlag, Berlin. Die großen goldenen Zeiger springen auf dreiviertel neun, ich muß aufbrechen, verbeuge mich vor der Frau Oberst und sage leise: ,, Ich hoffe, daß Ihr Herzkrampf vorüber ist," worauf sie nidt. Lisa darf mich zur Kaserne begleiten. Wir stehen vor dem Bahnhof und halten uns umfaßt; mir gehen mit geschlossenen Augen an der Hecke vorüber und Sprechen fein Wort. Es hat begonnen, sehr start zu schneien. Bir hinterlassen die einsame Spur zweier Menschen im Schnee. Kurz vor dem Ererzierplaz nehme ich Abschied, renne fort, ohne zurückzusehen, renne unter Bäumen, verlasse die Allee und überquere atemlos den Plaz. Von der Kaferne her tönt durch den Flockenfall das legte Trompetensignal. Ich renne verzweifelt, mit geschlossenen Augen und Schnee im Geficht, auf das Signal los. Hier ist der Hoboist, der die Trompete absetzt und das Tor zuschlagen will. Mit einem legten Sprung schiebe ich mich seitwärts durch den Spalt und höre das Lachen des Soldaten. Ich stürze die Treppe hinauf und stehe schnaufend vor meinem Spind stramm, denn der Befreite hat bereits das Kommando gegeben. Der Unteroffizier vom Dienst betritt den Saal. Es ist Zutschky, sein fe Selm funfelt. Er bleibt unter der elektrischen Flamme stehen und befiehlt: Fingernägel vorzeigen!" Alle springen vor, ander Lampe zu, umringen den Unteroffizier und halten die Oberseite der Hände ins Licht, dicht unter seine Augen. Meine find sauber. J nd it. je Gnade mir Gott. Klingen Glocken? Glocken. Trauervolles Getön umfließt uns weich wie von der Sige geschmolzene Eisdornen, die aber in der Kälte fofort wieder hart und scharf werden können. Wir sitzen in der Kirche, im grauen Mantel, in der Hand neden tadellos gepuyten Helm, dessen schwarzes Lacleder ein ng bleiches Fensterviered abspiegelt. I Wir sind zum Gottesdienst geführt worden. Draußen ist die falte Märzfrühe. Wir sind Streiter Gottes, sagt der Der Staat und die Gesellschaft. Grundzüge einer Staatssoziologie. Der Staat und das Individuum. Die Lehre vom Rechtsstaat. Der Staat und seine Funktionen. Die Lehre von der GewaltenteiIung. Der Aufbau der Staatsverfassung. Die Lehre des demoDie Staatsverwaltung. Die Demo fratischen Parlamentarismus. Das Reich als Bundesstaat. Das fratisierung der Verwaltung. Problem: Das Reich und die Länder. Dr. Marimilian Lange: Geschichte und Theorie der Arbeiterbewegung. Beginn Dienstag, 30. Ottober. Die Anfänge der Arbeiterbewegung( Utopiſten, Chartisten, die 40er Jahre in Deutschland, erstes Auftreten von Marr). Die internationale Arbeiterassoziation.- Die Gründung der Sozialdemokratischen Bartei in Deutschland und das Sozialistengefeß( Baffalle, Schweizer, Bebel, Die Arbeiterbewegung in der Zeit des HochkapiGotha 1875). talismus. Grundzüge des Erfurter und Heidelberger Programms ( leberblick über die Geschichte der Arbeitebewegung in Rußland). Prof. Anna Siemsen: Das Heidelberger Programm. Beginn Freitag, 26. Oftober. 1. Geschichtliche Einleitung. 2. Grundfäßlicher Teil: a) Die Entwicklung des Hochkapitalismus: Indu strieller und fommerzieller Hochbetrieb. Die Lage und Entwicklung der Landwirtschaft national und international. Neugliederung des Broletariats( Angestellte und Intellektuelle). Rationalisierung und Monopolisierung. Die Wirtschaftskrisen. Die Herrschaft des Finanztapitals. Der Imperialismus. b) Die proletarische Gegennanzfapitals. Der Imperialismus. attion: Organisation und Propaganda. Der Kampf um die Soziali Pfarrer. Aber die Streiter Gottes find verschlafen und dösen. Pfeiffer, der vor mir saß, sehe ich nicht mehr. Viel leicht liegt er unter der Bank. Immer noch Glocken Klingen die Gloden meiner Heimatstadt? Ich bin ein Junge und size ganz still am Fenster hinter Tante Maries großen Geranien. Draußen liegt eine heiße Sonne auf dem Pflaster. Mich schläfert. Wir haben einen Braten gegessen mit roten Rüben, ich bin davon müde. Auch die Glocken machen mich müde. Die Glocken flingen immer und ewig, sie faffen nach meinem Kopf, schaufeln ihn hin und her. Der herbe Duft der Geranien scheint auch von den Glocken herzukommen. Es singt auch eine fleine helle Glocke dazwischen. Sie gellt durch die leere Straße draußen, die wie ausgestorben ist. Wenn man doch eine Katze sehen möchte! Aber nun schwankt mit den Glocken ein Leichenzug um die Ede, zwei Pferde mit schwarzen Decken, dann der Wagen mit dem Garg. Oben auf dem Wagendach kniet ein Engel aus Silber und hat die Hände zum Gebet gefaltet. aus Silber und hat die Hände zum Gebet gefaltet. Er schwankt mit den Glocken. Und dem Sarge folgen zwei alte bestaubte Männer, der eine trägt einen hohen Hut, der umzufallen droht. Kindheit. So zieht es dahin durch die bange Mittagsstunde meiner Bin ich nun mach? Es rasseln die Seitengewehre an den Kirchenbänken. Man steht auf, es wird gebetet. Der Pfarrer betet für Heer und Flotte, für den Kaiser und die Fürsten. Da ist auch der Pfeiffer sichtbar. * Sonntagmittags gibt es in der Kaserne Fleischklöße. Wir hauen ein wie die Teufel. Ift die Schüffel leer, so fäubern wir sie unter der Pumpe und wälzen uns auf die Betten. Pabst sagt zu mir: " „ Es geht nichts über das Leben des Soldaten. Man hat feine Sorgen, und es gibt oft doch gutes EssenEr hat gut Lachen, er ist ein ausgezeichneter Soldat und erntet feinen Tadel. Sein Koppelschloß glängt immer wie im Märchen. und dann der Sonntag! Du kannst dich ausruhen, soviel du magst, du wirst der reine Lotterbube auf deiner Falle. Später gehst du aus, begegnest einem Offizier und machst einen zadigen Gruß. Da lacht sein Gesicht so freund lich, und du bist zufrieden wie ein tolles Ralb. Ein Bierchen | Auch die Kreisorganisation Wilmersdorf veranstaltete gestern abend im Vittoriagarten eine stark besuchte Feier, an der die Konzertsängerin Käte Wegener- Peiser und Schauspieler Wolfgang Heinz vom Staatstheater mitwirkten. Die Festrede hielt Heinrich Schulz. Kreisvorsitzender Steinhöfel feierte die fünf. Wilmersdorfer Kämpfer, die bereits unter dem Sozialistengesetz, zum Teil sogar schon bereits 25 Jahre in der Bewegung Anzahl Barteimitglieder?, vie veredarte gearbeitet haben. Ciner stehen, wurde das vergoldete Parteiabzeichen überreicht. Die Abteilung Mahlsdorf- Süd hatte bereits am Sonnabend eine eindrucksvolle Gedenkfeier, die von musikalischen Vorträgen und Rezitationen umrahmt war. Nach einer Begrüßungsansprache hielt Landgerichtsdirektor Dr. Ruben eine zündende Festrede, die in einem Hoch auf die. Sozialdemokratie austlang. Zahlreiche Neuaufnahmen waren zu verzeichnen. Anläßlich des Tages der 50. Wiederkehr seit Erlaß des So zialistengejeges 1878 veranstaltete die 121. Abteilung Karlshorst am Sonnabend, dem 20. Oktober, im festlich geschmückten fleinen Saal des Deutschen Hauses eine würdige und künstlerisch umrahmte Gedenkfeier, die gleichzeitig mit einer Ehrung der Partei, hinter die Binde, und Mädchen fuderweise. Mancher hat's auch schon zum Gefreiten gebracht!" ,, Bleib mir mit deinem Gefreiten vom Leibe!" entgegne ich. ,, Du hast Launen, mein Lieber. Ein Soldat und Launein - das gibt's einfach nicht. Weißt du, die anderen, ich mag fic gern, aber im Bertrauen gesagt, fie quaffeln zuviel. Ich fage links: halt' die Schnauze!, sage rechts: halts Mau!, Kamerad! Sie tun's nicht, quaffeln weiter." Ich werfe ein: ,, Und jetzt quasselst du selber." ,, Ich, mein Gott, ich bin fröhlich, als ob das Quasselei wäre! Auch meinte ich nicht dich, Suhren, du bist der einzige, der nicht quaffelt, ich lobe das an dir-" Ich mache ,, hm" und stelle mich schlafend. ,, Aber- paß gut auf! du hast auch deine Fehler, du hast Launen. Manchmal hast du auch gute Launen, gewiß. Aber oft ist dein Gesicht nicht zum Ansehen! Gelb wie eine Bitrone und sauer wie dein Name. Dabei bist du durchaus fein so schlechter Soldat. Sieh Albering an mit seinen X- Beinen, er ist schlapp. Sieh Klees an, er umfaßt den Kolben, als wären die Saiten einer Geige darauf, und er fönnte zupf, zupf darauf flimpern, auch schlapp. Lurijebam, na, der schießt wenigstens wie Gift, sonst das reine Handtuch. Meyer fann man gelten laffen, aber er ist ein Affe, der wird noch Leutnant, so affenmäßig ist er und gibt feinem die Hand. Hahn geht an, Pfeiffer nullkommanull. einem guten Soldaten. Du hast einen guten Schritt. Du Ich meine es wirklich so, wenn ich sage, du hast das Zeug zu fannst dich immer und ewig auf deinen Parademarsch verlassen, mein Lieber." ,, Mensch, quassel nicht!" lache ich. Aber es ist wahr, ich wollte es dir nur sagen. Denke aber auch manchmal daran, was ich über die Launen sagte, ein guter Kamerad ist nie launisch. Doch nun will ich wirklich ein Schläfchen machen. Du schläfft ja schon, du Hund." Und so legt sich der Pabst zurecht, und bald darauf höre ich seine regelmäßigen Atemzüge neben mir. Seine dunklen frausen Haare liegen auf dem blaufarierten Kissen, mir zu= gewandt. Das Geficht ist hübsch, ich liebe dies junge bartlose Gesicht. Es schwingt sich eine gesunde, etwas plumpe Linie um Schläfen und Backen. Es sind die Züge eines unver= brauchten jungen Arbeiters. ( Fortsetzung folgt.): genossen verbunden war, die schon 25 Jahre und sänger ber Bartet angehören: Genolle copiii leitete ben ben hit 4Jahre Gefängnis für den Tochtermörder| Salomon: Die Weimarer Berfaſſung und das Berfassungsrecht der Schöpflin Noch ein Verfahren wegen Gattenmordes. Das Schwurgericht des Landgerichts I verurteilte gestern abend den Fahrstuhlführer Karl kurash wegen Totschlags, begangen an feiner 14jährigen Stieftochter Erita zu 4 Jahren Gefängais und 5 Jahren Ehrverlust. Die vom Angeklagten behauptete Parteinis Notwehr hat das Gericht verneint. Es bestehe vielmehr ein starter Verdacht, daß der Angeklagte versucht habe, fich feiner Stieftochter in einer furzen Begrüßungsansprache ein. Den Mittelpunkt der Feier bildete die Gedenkrede unseres alten 72jährigen Parteiveteranen Genossen Dupont über das Thema: Unser Weg 1878 bis 1928. Die Ehrennadel der Partei fonnte der stattlichen Zahl von 42 Jubilaren überreicht werden, von denen einige fogar schon während der Zeit des Sozialistengesetzes Mitglieder der Partei maren. Zur Verschönerung des Abends haben beigetragen: die Rammermutfitvereinigung des Berliner Sinfonieorchesters( Lambinon) und Genosse Emil Kühne als Rezitator. Mit einem Hach auf die Sozialdemokratie und dem Appell an die Jugend, meiterzuarbeiten im Sinne der Alten, schloß die eindrucksvolle, start Freie Sozialistische Hochschule. Das Seminar von Dr. Abert „ Die deutschen Länder" beginnt, wie bereits im„ Borwärts" mitgeteift ist, am Dienstag, dem 6. November 1928. Achtung, Genoffinnen! Achtung, Leserinnen der Frauenwelt! Sonntag, den 28, Ottober 1928, von 16-18 Uhr, in der Stadthalle Klosterstraße: Frauen Feierstunde. Chorgelänge, Rezitationen, Mufitvorträge, Ansprache der Genoffin Bohm- Schuch, M. d. L. In Anbetracht der Werbewoche bitten wir die Genoſfinnen, hauptsächlich mit unserer Bewegung sympathisierende Frauen zun Besuch der Veranstaltung einzuladen. Karten zu 30 Pf. das Stüd find ab heute, Mittwoch, den 17. Ottober, im Frauensekretariat des Das Frauenfetretariat. begu dhe Beter Das prächtige Gelingen des Abends iſt ein Berdienst Kreisleiter und Kreisleiterinnen, Borwärts- Spediteure! itsverbandes Berlin der CBD., 623. 68. Lindenstr. 3. 2. p. des Genossen Bürgermeister Mieliz, der meisterhaft die Fefer arran giert hat. Die Berhandlungen über die Zulaffung von Kurzwellenfendern für Radioamateure find ergebnislos verlaufen, da von mehreren Ländern gegen eine derartige Zulassung Widerspruch Arbelterwohlfahrts- Weihnachtslotteric Eine wohlgelungene Abendfeier veranstaltete am Sonntag der 10. Kreis 3e hlendorf im Lindenpart in Zehlendorf. Die Lose find zu haben gegen Ausweis im Sekretariat, Cinden Bestrebe hielt Genosse Gustav hoch. Indem er nachwies, daß die ftraße 3, 2. Hof 2 Trp. rechts, Zimmer 1, von 9-16% Uhr erfolgt ist. Die Reichspost hat deshalb die ganze Angelegenheit auf Sozialdemokratie immer und zu jeder Zeit bis auf den heutigen Tag naturnotwendig und leider oft mißverstanden so handeln mußte, wie sie gehandelt hat, holte er die Idee Sozialis= mus herunter aus der Höhe falter Theorie und umriß fie als eine Erziehungsaufgabe unserer Zeit, der wir uns zu jeder Stunde widmen müssen. Noch verfügen die Anhänger des Sozialismus bei weitem nicht über die Mehrheit des Boltes. Sozialismus wird aber da sein, wenn die Mehrheit des Bolles von feiner Notwendigkeit überzeugt ist. Die Glut der Leidenschaft und der Ueberzeugung für den Sozialismus muß von uns auch auf die anderen, die Abwartenden, die Trägen und Lauen überschlagen. Aufklärungsarbeit, Erziehung und Kampf tun not. Der prachtbolle, mitreißende Vortrag fand wohlverdienten Beifall. Genosse Schneider tonnte dann etwa zwanzig Parteigen offen, die über 25 Jahre der Partei angehören, nennen und ihnen die Ehrennadel überreichen. Ein aus Sängern des Uthmann Chores gebildetes Doppelquartett, erfreute mit ernsten und fröhlichen Liedern die Zuhörer. Das Zeppelin- Preffemonopol. Der Standal wächft. Ministerioldirigent Brandenburg verließ gestern Wa. shington zu einer Besichtigungsreise nach den amerikanischen Flughäfen im mittleren Besten, Seine Bemühungen, die Zulassung weiterer Zeitungsvertreter für den Rüdflug des Graf Zeppelin" durchzusehen, hatten bisher keinen Erfolg. Bon der Hearst Organi. jation naheftehender Seite erfährt der Vertreter des BIB., daß sie fich für die erffen fünf Ueberfee- und Rundflüge des„ Graf Zeppelin das Preffemonopol ausbedungen haben soll. Der Höhepunkt in dem von uns bereits gerügten Monopol. [ landat scheint also noch nicht erreicht. Bielleicht stellt sich noch heraus, daß das aus Bolts- und Reichsmitteln er. bauten Flugschiff an die brei großfapitalistische re 3eitungsverleger auf alle Zeiten verhöfert worden ist. Rührt sich noch immer feine Reichsstelle, um dem Unfug ein Ende zu machen? Dr. Edener und die Mannschaft des Graf Zeppelin" find in Chitage eingetroffen und von dem Bürgermeister Thompson und einer Menge, die auf 120 000 Menschen geschäht wird, lebhaft begrüßt worden, zu Ehren der Befagung murde am Abend im Union- Ligatlub ein Festeffen veranstaltet, an das sich ein Besuch des hiesigen Deutschen Theaters anschloß. IC 57 113109 210 or Flammentod einer Greisin. Brandunglück in der Lützowstraße. In der Lützow ffraße 66 ereignete sich heute früh ein schweres Brandunglüd, bei dem eine neunundfiebzigjährige den Flammentod fand. Die 79jährige Witwe Josefa Marsch hat dort eine aus Stube und Küche bestehende Wohnung. Trog ihres hohen Alters mar die Greifin noch verhältnismäßig rüftig und besorgte ihren tleinen Haushalt selbst. Heute früh gegen 7 Uhr murben Hausbemohner auf einen starten Brandgeruch aufmerksam. Aus der Rellerwohnung der alten Frau drangen dichte Rauch, ichwaben hervor. Die Feuerwehr wurde alarmiert und mußte fich gewaltsam Einlaß verschaffen. Der größte Teil der Wohnung brannte lichterloh. Es gelang nach kurzer Zeit, das Feuer zu löschen. Bei den Aufräumungsarbeiten stießen die Feuerwehrbeamten auf die pöllig verfohlte Leiche der Greisin. Nach den polizeilichen Ermittlungen ist die Frau das Opfer eines Unglüdsfalles geworden. Beim Anzünden eines Lichtes hat das Bett wahrscheinlich Feuer gefangen; die Flommen breiteten sich mit so großer Schnelligkeit aus, daß der Greifin der üdmeg abgefchnitten war und sie bei lebendigem Leib verbrannte. Eine Mädchentragödie? Drei Mädchen und ein Mann spurlos verschwunden. Seit Donnerstag voriger Woche find wieder zwei Mädchen verschwunden: die 16 Jahre alte Charlotte Roth aus der Golzstraße 20 und ihr Freundin, die 15 Jahre alte Kontoristin Eva Feth aus der Neuen Winterfeldtstraße 24 Aus einem Brief, den die Mutter der Kontoristin bald nach dem Weggang der Tochter erhielt, geht hervor, daß die Fünfzehnjährige mit ihrer Freundin gemeinjam in den Tod gehen wolle. Sie bittet, von Nachforschungen Abstand zu nehmen. Eine Spur der Mädchen ist bisher noch nicht gefunden. Eva Feth ist vollschlant und trägt blaue Bastenkappe, blauen Schlüpfer, schwarzes Bolltleid, weiße Unterwäsche, modefarbene Strümpfe und rote Spangenschuhe. Lotte Roth ist schmächtig von Gestalt und trägt schwarzen Filzhut, braunen Mantel mit Belzbefah, dunkelblaues Waschtleid und braune Halbschuhe. Der Brief ist in Berlin N. auf die Post gegeben. Mitteilungen werden an die Bermißtenzentrale im Bolizeipräsidium erbeten. In schlechte Hände gefallen ist wahrscheinlich ein noch nicht ganz 15 Jahre altes Mädchen Elli Schulze, die bei den Eltern in der Helmstedter Straße wohnte. Elli Schulze ging am 30. September, morgens um 8 Uhr aus, um Milch zu holen. Bon diesem Gange ist sie nicht zurüdgetehrt und hat nichts mieder von sich hören lassen. Die Vermißte ist 1,50 Meter groß, hat hellblondes Saar, graue Augen und gerade Nase und trug bei Beggang braunes Kleid, grautot gestreifte Bluse, blaue Unterwäsche und feine Kopfbedeckung. Die Nachforschungen der Kriminal polizei hatten noch keinen Erfolg. Der 33 Jahre alte Postschaffner Kurt Troppe aus der Hobrechtstraße 22 ift feit dem 5. Oktober verschwunden. Troppe litt unter der Nachwirtung eines Lungenschusses, den er im Weltkriege erhielt. Am 7. Ottober fand man zu Grünau an der Bammelede feinen Ueberzieher und seinen Hut. Man befürchtet deshalb, daß er bort ins Baffer gegangen ist. Mitteilungen über das Auftauchen der beiden Vermißten an die Bermißtenzentrale im Bolizeipräsidium. Bei der Kundgebung im Cuftgarten am Sonntag ist ein Medaillon( enthaltend zwei Photographien) gefunden worden. Abzuholen bei Udert, Bellermannstr. 88. - Gegen Kurasch schwebt nunmehr noch unfittlicher Weise zu nähern. das Berfahren wegen Gaffenmordes. unbestimmte Zeit pertagt, Einsendungen für diese Rubrik find Berlin B3 68, Lindenstraße 3. für Groß- Berlin Stets an das Bezirksjefretariat 2. Sot. 2 Trep. cechts. au richten. 2. Kreis Tiergarten. Die Abteilungsleiter der 9. bis 13. Abteilung werden erfucht, heute, Dienstag, um 20 Uhr ihre Fahnen, welche zur Aus fchmüdung des Goales dienten, bei Schmidt, Wiclefftr. 17, abzuholen, bamit fie am Mittwoch aur Demonstration in den Abteilungen find. 6. Areis Kreuzberg. Heute, Dienstag, 23. Oftober, 19 Uhr, Beginn des Rurfus:„ Gefchichte der Cozialdemokratie", Lehrer: Simon Ragenstein, im Bezirksamt, Yordste. 11, Zimmer 29. Hörgebühr für 8 Abenbe: 2 Mt. Anmeldung bortfelbit. 13. Kreis Tempelhof. Die Eintrittskarten für die Stanbattenweihe am pergangenen Sonntag, find johnellstens mit dem Genossen Rathmann, Mariendorf, Prüfftr. 8, abzurechnen. Aus der Verhandlung ist noch nachzutragen: Nach Schluß der Parteinachrichten, Beweisaufnahme, die nichts Neues ergab, begründete Oberstaatsanmalt Tetzlaff die Anklage. Erwiesen sei, daß die Getötete fich nicht immer so benommen habe, wie es einer Tochter zutam, und daß sie auch bis spät in die Nacht von Hause weggeblieben sei. Der Angeklagte sei aber auch früher mit der Tochter fertig geworden. Er sei ein fräftiger Mann, und es tönne von einer Rotwehr feine Rede sein. Aus den Andeutungen der Mutter gehe die Vermutung hervor, daß der Angeklagte der Tochter nachgestellt habe. Typisch sei sein Ausdruck, er habe Erifa eins ausgewischt. Die Tat jei jo brutal und gemein, daß man sich schmer überlegen müffe, ob man dem Angeklagten mildernde Umstände zubilligen solle. Benn er es trotzdem tue, dann geschehe es nur auf Grund des Gutachtens, daß er Epileptiter fei und leicht, namentlich unter der Einwirkung des Alkohols, in But gerate. Er beantrage, den Ange. flagten wegen vollendeten Totschlags zu 3 Jahren Gefängnis und 5 Jahren Ehrverfuft zu verurteilen. Internationales Schachturnier. In der gestern gespielten zehnten Runde des Internatio nalen Schachmeisterturniers endeten die Bartien Capablancaimziwitsch und Marschall- Reti unentschieden. Die Partie Rubinstein- Spielmann wurde unbeendet. Neues Einsturzunglück in Frankreich. Fabrifeinsturz in Belfort. Baris, 22. Oftober. In Belfort ist ein breistödiges Fabrifgebäude zusammengebrochen, Die meisten Arbeiter maren nicht anwesend, da sie frei hatten. Es befanden sich nur drei Arbeiter in der Fabrif, die Maschinen umstellten. Zwei von ihnen wurden Leicht verlegt, der dritte, ein Italiener, wurde unter den Irüm. mern begraben. Man glaubt nicht, daß es möglich sein wird, ihn lebend zu bergen. Der Unfall wird dem Umstand zugeschrieben, daß sich in den oberen Stockwerfen zu schmere Maschinen befanden. Zu der Zeit, als sich biefes neue Einsturzunglüd ereignete, wurden gerade die lehten Opfer der Katastrophe von Bin. cennes geborgen. Die Sahl der geborgenen Leichen beträgt 19. Die Arbeiten an der Unfallstelle wurden jetzt eingestellt. Bertauschter Huf. Anlaßlich der Einäfcherung des Genoffen Fritz Bill am 16. Dtober 1928 im rematorium Gerichtstraße murde auf der 2. Galerie, wo der Sängerchor gefungen bat, ein ftelfer Ichwarzer Hut mit weißem Futter vertauscht. Es wird gebeten, daß sich der Betreffen de Herr beim Borfizenden des Sängerchors der Gast- und Schanki irte, Reinidendorf Dit, Residenzstraße. 156 meldet. Funkwinkel.z Der Sonntag steht pöllig im Zeichen der Mufit, Mittags beginnt Guttmann sein Konzert im Großen Schauspielhaus mit der Norma- Ouvertüre und endet bei sehr schönen Stepps und Tangos. Mar Hansen ist der Solist, der mertmürdigerweise den geistreichen Sang Ich tüsse Ihre Hand, Madame" perfifliert und babei wenig auf den Rhythmus der Musik achtet. Schließlich hat dies der Tangs nicht verdient. Dann beherrscht Richard Zauber, allerdings nur auf Odéon- Platten, die Situation. Bas er aus Buccinis Turandot" und aus Korngolds Tate Stadt" fingt, zeugt von einer brillanten Technit, von einer echten Singfultur, die sich von Mäßchen und billigen Effetten abwendet und feineswegs mit ein paar foftbaren Kopftönen in der Höhenlage allein glänzen will. Der Abend bringt ein dreigeteiltes Programm. Zuerst wieder ein mal Kabarett. Braun quirlt geradezu seinen Geist aus, aber durch den allzu häufigen Gebrauch erscheint er etwas ermüdet zu sein. Auch Schaeffers strengt sich nicht beträchtlich an. Doch Graetz mit Gedichten von Tucholsky und Willy Rosen heben die Beranstaltung diesmal auf ein höheres Niveau als üblich. Hervorragend das die folgenden virtuosen Zugaben. Es bleiben zwei Vorträge. HochSchubertsche A- Moll Streichquartett durch Havemann und ebenfalls dorf spricht über Talleyrand, sehr flug, wissend und einfach in der Gedankenführung. Es stört mir das Pathos der Vortragsweise, die Rantilene, die dem glänzend geordneten Stoff nicht entspricht, und Paul Kampffmeyer hält die Erinnerungsrede auf jenen schmach vollen Tag, der das Sozialistengefeß gebar. Er läßt nur die Tatfachen sprechen. " Kurt Das Montagsprogramm hat literarischen Ehrgeiz. Martens fieft seine Novelle Wundersame Geschichten von Onfel Kollmann". Es ist teine graufige und schaurige Affäre, eher bleibt das Ganze auf Groteske stilisiert. Nebenbei: Martens ist ein guter Sprecher. Abends macht dann Gerhart Bohl einleitende Bemertungen zu seiner Funfnovelle Bartie verspielt". Trog qut gefügter Worte und tiefer Sentenzen sagt er eigentlich nichts, darüber tönnen selbst seine gestuften" Säße und die schönen Fremdworte nicht hinwegtäuschen. Beffer als diese Einleitung ist die dramatisierte Novelle. Rohis Sprache bleibt allerdings unbelebt. Anschauliches mischt sich mit rein Begrifflichem und man versteht nicht, marum verschiedene Stimmen zum Bortrag notwendig find. Das rein Gebantliche ist unbedingt gefinnungstüchtig, menschlich, pazififtisch, human. Bohl gibt auch Milieuftimmung, doch es fehlt bie sprachliche Formulierung zu einem Kunstwert. Außerdem bleibt die Dichtung episch und man fieht feinen Grund für die verteilten Rollen ein. Ein einziger Sprecher hätte genügt. Das Experiment mit dem Götz von Berlichingen scheint auf verschiedene Gemüter verwirrend gewirft zu haben. Daneben viel Musikalisches. Am Nachmittag Harmoniumund Biolinkonzert. Daß jedoch noch nach dem Bohlschen Versuch ernste moderne Musik gesendet wird, ist eine Fehldisposition im Programm, das dadurch zu start auf Schmere und Ernst gestellt ist, auch wenn diese ungarische Mufit im Bolkstümlichen ihren Ur-. sprung hat Prof Obert; ipricht über die Rafetenschiffahrt im Beltraum, die er feineswegs als unmöglich hinftellt. F. G. Heute, Dienstag, 23. Oktober. 4. 61, 19% Uhr bei Brandis, Stralauer Str. 10, äußert wichtige Be fprechung. Alle Genoffinnen und Genoffen milffen erscheinen. Charlottenburg. 52. Abt. 20 Uhr bei Bade, Raiserin- Augufta- ce 52, Funktionärhigung. 53. Abt, 20 Uhr Abteilungsversammlung bei Steininger, Suttenstr. 34. Thema: Die mündliche Berbearbeit. Begirtsführer und Bahlabendleiter müssen bestimmt erscheinen und die Sausliften abgebra 83. bt. Lichterfelbe. Alle Genoffinnen und Genoffen treffen sich 20 Uhr zo Befprechung ber bevorstehenden wichtigen Parteiarbeiten beim Genoffen Wilhelm Arull, 2antwißer Str. 10. Niemand barf fehlen. 102. Abt. Boumschulenweg. 19% Uhr Treffpuntt aller Mitglieder mit Bannern und Fahnen vor dem Lokal Borgmann sweds Teilnahme an der Trauerfeier für unseren verstorbenen Genoffen Otto Road, dem Mitbegründer der Baumschulenweger Parteiorganisation. 115. Abt. Biotenberg. 19% Uhr findet für die 2. Gruppe eine Besprechung bei Lohann, Jungstraße Ede Oberstraße fiatt. 100. ht. Friedrichshagen. Die Mitglieder beteiligen fich an der Werbefund gebung der Abteilung Röpenid, Treffpunkt 19 Uhr Bahnhof Röpenid. Mitgliederversammlungen und Zahlabende. Morgen, Mittwoch, 24. Oktober. 6. Wht. 19% Uhr Bahlabende in folgenden Lotalen: Blaszynfti, Kaftaniens allee 54 Deblip, Schwedter Str. 227. Bayer, Schwebter Str. 237. Dobrohlam, Swineminder Str. 11. 7. Abt. 19 Uhr Mitgliederversammlung in Cornis Festfälen, Gartenstr. 6. Bortrag: Die Eroberung des sozialen Staates. Referent: Baltin Hartig. Borwärtsleser und Eympathisierende sind eingelaben, 8. Abt. 19% Uhr Mitgliederversammlung im Rationalhof, Bülowfir. 87. Vortrag: Unsere fozialpolitischen Forderungen an ben neuen Reichstag. Referent: Bernhard Göring, Bir bitten um recht pünktliches Erscheinen. 9. Abt. Alle Genoffinnen und Genoffen treffen fich aur Areisbemonstration um 17% Uhr bei Hübner, Wilsnader Ctr, 34, Abmarsch 18 hr Kleiner Tiergarten, Der Bahlabend findet am Mittwoch, 81. Ottober, bei Lind ner ftatt, 13. bt. 19% Uhr Mitgliederversammlung bei Anton Both, Binetoplas 7. Bortrag: Theorie und Praxis bes klaffentompjes. Referent: Stadt Derordneter Sants Boywod. Gäfte Lönnen durch Parteimitglieder ein geführt werden, 17. Abt. 19% Uhr Mitgliederversammlung bei Schreiber, Triftftr. 63. Bor trag: 50 Jahre Kampf. Referent; Emit Barth. Crfcheinen aller Mit glieder, ist Pflicht, 18. ht. 19% Uhr in der Löwenbraueret, Socftr. 2, Mitgliederversammlung. Bortrag: Die Erwerbslosenversicherung. Referent: Stabtrat Rart Fo biunte. 19. Abt. 19% Uhe pünktlich Wbteilungsversammlung in ber Schulaula, Grün thaler Str.aße. Lichtbildervortrag des Genossen Franz Josef Furtwängler über: Meine Erlebnisse in Indien. Sympathifierende und Borwärts Tefer find willtommen. 1 21. Abt. 19% Uhr im Schraderhaus, Malplaquette, 14-16, Mitgliederver fammlung. Vortrag des Genoffen Georg. Wendt, M. b. R. 22. 61. 19 Uhr Mitgliederversammlung in einen Pharusfael, Miner ftraße 142. Bortrag: Birtschaftspolitif. Referent: Kurt Seinig, M. b.. 23. Abt. 19% Uhr im gofal Steinader", Seeftr. 43. Feierstunde zum Gebenten ber 50jährigen Bieberlehr bes Erlaffes bes Sozialistengefeses pon 1878. Vortrag: 50 Jahre Rampf und Aufstieg. Referent; Aleganber Statu Ehrung ber 25 Jahre unb länger ber Bartci angehörenden Ge noffen. Gesang( Gemischter Chor Norden), Resitationen, Ricbez aur Laute bilben bas Programm ber Festversammlung. Siezau fub alle Bartei freunde, Borwärtsleser und beren Angehörige herzlichst eingeleben. Ein tritt fret. 24. t. 10% Uhr im Altersheim, Danziger Str. 62, Mitgliederversammlung. Bortrag: Der Sozialismus in der Entwidlung der Gefchichte. Referents Simon Ragenstein. Ale Mitglieder müssen erscheinen. Sympathifierende und Bormärtslefer find winfommen. 25. Abt. 19% Uhr im Heinen Saal bes Scalbau Friedrichshain. Am Fried richshain, Mitgliederverfanunlung, Bortrag; Unter bem Sosialistengefek Referent: Auguft Riemann.- Borwärtslefer und Gympathiserende find milltemmen. 27. Abt. 19% Uhr in den Schönhauser Fettsälen, Schönhauser fee 129, Wit glieberverfammlung. Bartrag: Das Sozialistengeich uub feine Auswir fung. Bortragender: Bernharb Krüger. Die Mitglieberrerfommlung gilt gleichzeitig als Berbeaben b. Bormärtsleier und Sympathisierenbe find willkommen, Die Funktionäre treffen fich am Dienstag, bett 23. D tober, um 18,45 Uhr, in der Schulaula, Gleimftr. 49 aur Kontrolle beim Filmvertrag. 28. bt. 19 Uhr im großen Saal van Büttner, Smebter Str. 23, Mit gliederversammlung. Die Berjamminng fall eine Feier zur Erinne rung an ben Szlak bes Sosialistengeleges lein. Gleigeltig orang ber Barteijnbilere. Feltrebner Robert Brewer. Musikalische Darbietungen. Erscheinen aller Mitglieber ift Pflicht. Eintritt frei gegen Borzeigung bes Mitgliedsbuches. Göfte fönnen durch Mitglieder eingeführt werden. Die Bezirtsführer miten zu dieser Beranstaltung schriftlich einlaben. 29. st. 20 Uhr Zahlabende in folgenden Lofalen: Claus, Brenzlauer Allee 31. Bortrag des Gen. Fligg. Alug, Danziger Str. 71. Bortrag des Bezirks verordneten Gen. Kürbis. Richter, Schliemannstr. 30. Bortrag bes e airfsverordneten Gen. Pohl. Riebe, Dunderfte. 15. Bortrag des Bezirks verordneten Gen. Hänlein. Buchholz, Prenzlauer Allee, Ede Stargarder Straße. Bortrag des Bezirksverordneten Gen. Anopf. Vorwärtslefet und Sympathisierende find dazu eingeladen, 30. Abt. 19 Uhr in den Rafino- Feftfälen, Pappelallee 15. Mitgliederverfamm Tung. Bortrag: Unfere fozialpolitischen Forderungen an den Reichstag." Referentin Dr. Dora Fabian. Alle Mitglieder millien erfcheinen, 31. 6. 19% Uhr Schulaula, Schönfließer Str. 7, Mitaliederversammlung Bortrag bes Genoffen Reichstagsabgeordneten Ernst Seilmann.„ Borwärts" Refer und Sympathifierende finb eingelaben. 32. Abt. Schmidts Gefellschaftshaus, Fruchtftr. 363, Bortrag: Bartei und Ju gend." Referent Mar Weftphal. Alle Genoffinnen und Genoffen find dazu eingelaben. 34. t. 19% Uhr in den Comeniusfälen, Memeler Str. 67, Mitalieber Bersammlung. Bortrag: Sozialdemokratie und Reichsbanner." Referent Sans Bauer. Alle Mitalieber müssen zur Stelle fein. 35. Abt. 19% Uhr Mitgliederversammlung in der Schulaula, Samariter ftraße 20. Bortrag: Das Gesundheitswesen der Stadt Berlin." Referent Stadtrat Günther, 36. t. 19% Uhr in der Schulaula, Straßmannftr. 5, Mitgliederverfamme Tung. Bortrag: Arbeitskraft und Rauftraft." Referent Rudolf Schneider Erscheinen aller Mitalieber ift Pflicht. Sampathifierende tönnen durd unfere Mitalieber eingeführt werden. 37. L 19% Uhr in der Bakenhofer Brauerei, Sandsberger fee 24/27, if glieberverfammlung. Bortrag: Unter dem Sozialistengefek." Referent Rettor Arthur Rachow. Borwärts" Befer, Gewertschaftler, Genossenschaftler und Sympathifterenbe find eingelaben. 38. Abt. 1914 Uhr in Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtstr. 36, Mitglieder versammlung. Feier des 50jährigen Barteijubiläums: Selbiterlebte Reit bilder vor 50 Jahren", erzählt vom Genoffen Otto Büchner. Wufitatische Umrahmung. Jeber Genosse führt Gäfte ein. Um pünktliches Erscheines wird gebeten. 38. Abt. Die Liften parteigenöffischer Rinber aus den Besitten für die Weib nachtsbefcherung find bis zur Funktionärfikung am 8. November aufauftellen 89. Abt. 19% Uhr bei Treufieb, Bilhelmste. 114, Mitgliederperfammlung Bortrag: Arbeitsverhältniffe in der Sowjet- Union." Referent Genoffe Joachim. 42. Abt. 20 Uhr bei Fader, Jüterboger Str. 7, Mitgliederversammlung. Bor trag: Sozialdemokratie und Behrproblem." Referent Stadtrat Mar Rönig Das ideale Laxin Abführ- Konfekt f 1 S a a 2 D C 17 Di 21 ni Sy וין G B C 1 C 3!! Qu CH 1 KI be mi Da + t, t! Je iⅠ), 1, 17 f. 11 ch It, es A 11Be น: er, md ex ser itng d ent 6. ig. 37. g. 11. on mer 7. t Fin ng. Fo Jet cts ers er 9. 13 es bet Se te, tei in 80. nt: nde ed Teh. ind Zit pir gilt be cim 45 ne her gen, Den rts Ber rts. der HELL g." . ing ts". Ju A Ser rent ter cent me ber. urd rent tler ber Brit fhe ines Beib Hen ma offe Box nig. Dienstag 23. Oftober 1928 Unterhaltung und Wissen Die Tänzerin von Kalamata. Bon Heinrich Lersch. Ein amazonischer Strom, breit von Berg zu Berg, bricht das Tal aus dem Gebirge. Licht ist sein Gewässer, grelle, flammende Gonnenglut füllt die Tiefe. Rote und weiße Steinwürfel liegen auf dem Grunde verstreut, unregelmäßig gelagert, gleich buntem Schuttgeröll, in strömendem Fließen abgelagert: Kalamata mit seinen rotbedachten Häusern... Wehende Algen und greifende Schlinggewächse, so kleben die Gärten um das Häusergestein; grün, braun und rotbrennend zwischen dem bleichgewaschenen, nackten Gestein, glüht, strömt Hige gegen die Sonne, wie nach einem Weltbrand; der blaue Himmel flieht vor der Glut in fernste Sphären das ausgedörrte Tal stürzt sich ins Meer. Noch einmal sauen die wälzenden Bogen an einem neuen Geröllhaufen. Vor dem blauen Wasser liegen, weiß, rot und grün, die Schiffe, die Schenken, die Molendämme, der Hafen. Unser Schiff liegt in der tiefen Bucht. Schweigsam rudert der Bootsjunge mich in den Hafen hinein. Die Stadt ist tot, der Hafen ist tot. Kein lebendiges Wesen bewegt sich auf den Seglern, kein anderes Boot gleitet. Wie Vineta unter dem azurnen Glast der Tiefe liegt die Stadt unter ter Last der blauen Ghut. Unter den Bögen der Händler hin schläft alles. Der Hammel cur Spieß, der Koch daneben, das Feuer glimmt, der Hund schläft, Tie Frauen in den Grünkramläden, die Esel im Schatten vor ihren arren stehen in blaublizenden Fliegenschwärmen, wie betäubt. Ein Dieb oder Zauberer, der seine Kraft verloren, wandle ich urch die Straßen. Angst preßt mir Brust und Kehle. Oder ist es die Glut, die mir den Atem nimmt. Betäubend weht schwüler Geruch, wie von Leichen süß und gärend. Eine schwere Welle dieses Duftes läßt mich umschauen: durch die offene Tür jeh ich in cinem Gewölbe Berge von Korinthen liegen. Tote Früchte der Ileinen Bäume, senden sie ihre Seelen wieder sonnenwärts? Wie Irunten taumele ich weiter, aus dem Rausch von duftvergifteter Weit offen stehen die Gewölbe, überall Korinthen, lose in Haufen und in noch offene Kisten gepackt. Da, im Vorübergehen, crhebt sich eine Gestolt aus dem Dunkel gestapelter Kisten nach mir; nadt bis zum Riemen, reißt ein schwarzumbartetes Maul auf, gähnt und sinkt zurück. An ihr vorüber, weiter, in die De Halle hinein. Hohe Maschinen siehen an den Seiten mit Luft. erwachenden Tieres? Trichtern, wie von Mahlgängen der Getreidemühlen. Da reißt das Gähnen des Kerls wieder die Stille entzwei. Stöhnen eines Nein, es ist der große Pan. Ich bin in Griechenland, griechisch ist das Gebirge, griechisch der Traum über den Gärten, griechisch die Boote auf den Wassern, griechisch die Ruderer und die Segel. Auch der Geruch aus den Bergen von Forinthen? Eile weiter, der große Pan erwacht... Es ist die 1ohe Stunde, der Mit- Tag, die große Stunde Pans Angst treibt mich durch diese fremde Welt. Ich bin allein in Griechenland, niemand meiner Freunde hat je diese Hallen geshen, niemand sendet seine Seele mir nach in dieses versunkene Land. Seit zweitausend Jahren ist Griechenland tot. Ich bin im Totenland, verzaubert... Gräßlich heult der Schrei des Bärtigen, crsterbend in Wachheit, hinter mir her. Ich rette mich an einen Motor, der in der Ecke des Gewölbes sicht, es ist ein neuer Dieselmotor; ich ergreife den Stopfbüchsenlüssel und stelle mich zur Wehr: Hier, Gespenst dieses Landes, dieser Höhlen, dieser Glut, hier fämpf' ich mit dir! Aber, in dem Augenblick, wie ich den eisernen Schlüssel in der Hand wäge, in diesem Augenblick bin ich angeschlossen an die große Welt der Maschinen und Motore. Dieser Augenblick teilt sich in den Glutrausch dieser Stunde und wird verschlungen. Pan spielt on den Hebeln der Maschine, befingert die Fabriknummer des Motors und versucht, das Firmenschild abzulesen. Er lallt deutsche, technische Worte und brummt Gelächter. Hinter diesem Gebäude ist eine Holzwerkstatt. Kiftenfabrik für die Packerei. Auch menschenleer. Weitergehend über eine kleine Straße, ein neuer, offener Raum. Ein anderer Geruch drängt um mich. Kühl und hart, wie von herbem Wein, der frische Gedanken erzeugt. Auch hier stehen Kisten gestapelt, nur größeren For mates. Hier stehen keine Maschinen. Durch das Dunkel mit leisen Schritten voran, drohen die Umrisse großer, greller Hügel, und um die Ecke fällt ein heller Schein: ein Feigenlager. Wie Kartoffeln auf der Tenne stapeln sich hier Feigen, gelbe. trockene Feigen. Aufgeworfen bis ans Dach, häufen sie, ein schmaler Gang weitet sich und bildet einen runden Arbeitsplatz, von einer großen Dachluke belichtet. Niedrige Tische mit bast cefügten Kränzen, fleine Risten, halbgefüllt mit Feigen. In der Ecke, halb schon im Schatten, cine Gestalt, eine Frau. Sie steht auf einem der niedrigen Tische. Sie hebt abwechselnd die Füße, auch die Hände; sie ist allein. Nun ist Licht um die Frauengestalt. Sie ist ein starkes Mädchen, ihr Gesicht hat derbe Baden, derb sind die Arme und auf ben bis zum Knie nackten Beinen springen die Muskeln wie bei cinem Mann. Ihr Bewegen ist kein zweckloses Tanzen, sie stampft mit breiten Füßen Feigen in die Kiste. Nun stockt ihr Fuß, aus gebeugter Kniestellung erhebt sie sich fernhin lauschend, auch ich bebe mein Ohr, auch ich höre Musik. Sie lauscht, wächst einen Augenblick dem Klang nach. Da stampft sie weiter, aber nur einige Stöße. Ihre erhobenen Hände fallen an ihrem Leib hinab, fallen, die Formen begleitend, ihre Finger spreizen, als ließe sie die Arbeit, geballte Spannung, fallen. Verweilt einen Augenblick mit müd geknicktem Knie, dann wächst sie wieder empor. Empor aus nichts als den Feigen, wächst, sich streckend in das Licht, ihre Sände heben sich nun, heben sich in das Licht hinein; der Kopf wird von dem Licht in den Nacken gebogen, Schmerz verzerrt Züge, Gier, gemildert von Angst, wähnend, daß sie stürze, aus dem f'einen Rechteck der Kiste greist sie in die Stille, wühlt mit den Händen in der Luft, rudert, schwimmt nun, spielt mit unsichtbaren Bällen und lächelt müde. Der Klang von ferne, die Musik tönt, sie wirbt mit den Augen um diesen Klang, wir mit dem Mund, 3ft einen Moment zusammen, sinft, wie unter einem Schatten, und schließt die Augen. Nun senkt sie den Kopf, legt eine Hand auf das Herz und bedeckt mit der anderen den Mund, erwacht wie cus einer Berzückung, hebt sich wieder, schüttelt den Traum ab, Icht breit, das Gesicht best. Sie mirft ihren Leib hoch, reißt am Kleid, hlüpft mit einem Arm aus der Bluse, und wirst den befreiten wie einen Flügel in die Luft. Die Füße heben sich mieder, senten und heben sich wieder auf der Stelle, gebannt in das eine Rechted der Rifte. Raffenveredlung. Bon Bernard Shaw. Beilage des Borwärts Ein neues Buch des im 78. Lebensjahre stehenden Kämpfers und| heiraten dürfte, da es ja tatsächlich feine Familie gibt, die von Mitbegründer der Fabian Society" B. Chaw ist soeben in deutscher Uebersetzung erschienen. Es führt den Titel:„ Begweiser für die intelligente Frau zum Sozialismus und Kapitalismus". Es ist ein ausgesprochen englisches und Shawsches Wert und ganz vom gesunden Menschenverstand diktiert, jede Theorie ablehnend. Mit Genehmigung des Verlages S. Fischer, Berlin, geben wir im folgenden einen Abschnitt aus dem neuesten Shaw wieder. Es ist die Frage aufgeworfen worden: Wären die Massen im geringsten besser, wenn sie mehr Geld hätten? Hört man eine so törichte Frage, so ist man im ersten Augenblick versucht, die Dame, die sie stellt, bei den Schultern zu nehmen und richtig zu schütteln. Wenn eine gut genährte, anständig gekleidete, anständig wohnende, hinlänglich belesene und gebildete Familie mit guten Manieren nicht besser ist als eine halbverhungerte, zerlumpte, verwahrloste, zusammengepferchte dann haben Worte keinen Sinn mehr. Aber verlieren wir uns nicht ins ungewisse. Eine gut genährte, saubere Frau in einer anständigen Wohnung ist besser als eine andere, die von Tee und Speckschnitten zu leben versucht, in schmutzigen Kleidern und in einer Dachystube voll Ungeziefer. Aber ebensogut ist eine genährte, sauber gehaltene Sau besser als ein hungrige, schmutzige; sie bleibt deswegen doch eine Sau, und aus ihrem Ohr können Sie feinen Seidenbeutel machen. Wäre die Durchschnittsfrau der Zunkunft nicht besser als selbst die beste unter unseren heutigen reichen Damen, so müßte uns der Wechsel tief unbefriedigt lassen. Und das wäre eine göttliche Unbefriedigung. Betrachten wir also, welche Wirkung Gleichheit des Einkommens auf die menschlichen Werte unseres Volkes haben müßte. Manche behaupten, man müßte, wenn man bessere Menschen haben wollte, diese so sorgsam züchten wie Raſſepferde und Preiseinmal kann man nicht gut Männer und Frauen zusammenbringen eber. Gewiß muß man das; aber es hat zwei Schwierigkeiten. Erstens ihnen dabei die geringste Wahl zu lassen. Zweitens aber wüßte man, wie Stiere und Kühe, Hengste und Stuten, Eber und Säue, ohne selbst wenn man es könnte, nicht, wie man es anfangen sollte, da man ja nicht wüßte, welchen Menschenschlag man züchten wollte. Bei einem Pferd oder einem Schwein ist die Sache sehr einfach: man braucht entweder ein sehr schnelles Pferd fürs Rennen oder ein sehr fach viel Speck. So einfach das aber auch scheint, wird Ihnen doch starkes Pferd für schweren Zug; und vom Schwein verlangt man einjeder Züchter dieser Tiere bestätigen, daß er trotz größter Sorgfalt viele Fehlschläge hat. Im Augenblick, wo Sie sich fragen, was für ein Kind Sie haben möchten( abgesehen vom Geschlecht), müssen Sie eingestehen, daß Sie es nicht wissen. Bestenfalls können Sie einige Arten von Kindern angeben, wie Sie sie nicht haben möchten; zum Beispiel wollen Sie feine Krüppel, keine taubstummen, blinden, blödsinnigen oder trunksüchtigen Kinder. Aber auch, wie diese zu vermeiden wären, wissen Sie nicht zu sagen, da ja oft bei den Eltern solcher Unglücklichen scheinbar alles stimmt. Wenden Sie sich nun von dem, was Sie nicht wünschen, zu dem, was Sie wünschen, dann können Sie sagen, daß Sie gute Kinder haben wollen; aber ein gutes Kind heißt nur ein Kind, das seinen Eltern keine Mühe macht; und einige sehr brauchbare Männer und Frauen sind sehr schwierige Kinder gewesen. Energische, phantasievolle, unternehmende, tapfere Kinder sind, vom Standpunkt ihrer Eltern aus gesehen, ewig auf Unfug bedacht, und erwachsene Genies sind selten vor ihrem Tode beliebt. Bedenken wir, daß wir unter öffentlichem Beifall Sokrates vergiftet, Christus gefreuzigt und Jeanne d'Arc verbrannt haben, weil wir nach einer Untersuchung durch verantwortliche Rechtsgelehrte und Priester zu dem Schluß famen, sie wären zu verworfen, als daß man sie am Leben lassen fönnte-: bedenken wir das, so können wir uns schwerlich zu Richttern über menschliche Werte aufwerfen oder behaupten, daß wir sie aufrichtig wertschätzen. Wollten wir es aber auch einer staatlichen Obrigkeit überlassen, uns die Gatten und Gattinnen im Hinblick auf die Rassenveredlung auszuwählen, so wären die Beamten wegen der Wahl doch in hoffnungsloser Verlegenheit. Sie könnten von der vagen Grundidee ausgehen, die Ehe zwischen Personen verhindern zu wollen, in deren Familie Spuren von Schwindsucht, Irrfinn, Syphilis, Neigung zu Trunfsucht oder Rauschgiften nachweisbar wären; aber das müßte dazu führen, daß überhaupt niemand mehr Sie bückt sich, nimmt die Hände wie Schaufeln Feigen vom Tisch, streut sie unter die Füße und stampft sie ein. Immer noch tönt draußen die Melodie, immer noch wiegt ihr Körper im Rhythmus der Musik. Sie stampft, stampft Feigen in die Kiste, zweckmäßig geübt, stampft, in die Eden tretend, bückt sich, schaufelt und stampft mit breiten Füßen, daß die Muskeln der Waden springen, die Sehnen der Kniehöhlen sich spannen. Durch das Dunkel schleiche ich zurüd, hinaus in das Licht. Die Straße zum Hafen hinab. Ueber mir der blaue Himmel schlägt im Sonnenbrand in den Aether hinein. ,, Bah, ein Arbeiterin, wie Hunderte dieser Frauen in den Backereien!" Ich höre, wie mein Hirn dem Blut zuredet. Eine Griechin," tönt es zurück ,,, Mehr wie eine Griechin! Ein Mensch, der tanzend sein Werk tut." Ich suche hilflos den fimpenden Dudelsack, der unablässig seine Melodie wiederholt, verjazztes Kirchenlied, Marschtatt, Tanztaft; in meinen Augen tanzt das griechische Mädchen weiter, vor meinen Augen, die das tosende Mittagslicht wie flammendrote Segel sehn, geht der Tanz, leuchten Glieder, braunes Elfenbein im Tanz- Wert, im Werk- Tanz. Im Schatten der breitkronigen Bäume liegt ein Café. Der Garçon bringt die kleine Schale, gefüllt mit Kaffee, halb und halb, mit gewürztem Zucker. Der nahe Meerstrand schlingt seine weißen Arme um die blause Bucht, aus dem der große Berg aufsteigt, wild und zerrissen, und doch wie eine tote Schlacke häßlich. Aber über ihm liegt das Wunder dieses tiefen, unendlich rein- blauen zeitlosen Himmels. Die Winterschlafdrüse. In den letzten Jahren find sehr viele wichtige Körpertätigkeiten auf Drüsenfunktionen zurückgeführt worden, und man hat manche Drüse entdeckt oder deren Bedeutung erkannt, von der man früher nicht viel wußte. Neue Untersuchungen haben uns gezeigt, daß auch der Winterschlaf des Murmeltiers auf eine Drüse zurückzuführen ist, die man als„ Winterschlafdrüse" bezeichnet. Während des sechs bis neunmonatigen Winterschlafes Find bekanntlich alle Lebenstätigteiten auf ein Mindestmaß herab. solchen Spuren ganz frei wäre. Was nun den sittlichen Hochstand angeht welches Vorbild sollte da mustergültig sein? Der heilige Franziskus, George Fox, William Penn, John Wesley und George Washington? Oder Alexander, Cäsar, Napoleon und Bismarc? Es muß allerlei Menschenkinder geben; und die Vorstellung, notwendig wären, wieviel Vertreter jedes Typus, und danach zu daß eine staatliche Behörde zu untersuchen hätte, wieviel Typen versuchen hätte, sie durch entsprechende Ehen zu züchten Vorstellung ist erheiternd, aber nicht durchführbar. Es gibt nichts -: diese andres, als den Leuten die Wahl ihrer Gefährten selbst zu überlassen und der Natur zu vertrauen, daß sie ein gutes Ergebnis zeitigen wird. " ,, Wirklich ganz, wie wir es jetzt tun," werden manche sagen, hat denn irgendeiner unter uns, wenn die Zeit für ihn kommt, sich und doch ist es gerade das, was wir jetzt nicht tun. Wieviel Wahl den Lebensgefährten zu wählen? Die Natur mag einer Frau den rechten Gefährten weisen, indem sie bewirkt, daß die Frau sich auf den ersten Blick in den Mann verliebt, der am besten zu ihr passen würde; hat aber dieser Mann nicht zufällig das gleiche Einkommen wie ihr Vater, so steht er außerhalb ihrer Kaste und ihrer Reichweite, sei es darüber oder darunter. Die Frau sieht sich zur Heirat gedrängt, nicht mit dem Mann, den sie haben möchte, sondern mit dem Mann, den sie bekommen kann. Dem Mann geht es ebenso. Wir alle wissen instinktmäßig, daß es unnatürlich ist, aus Rücksicht auf Geld oder gesellschaftliche Stellung zu heiraten, statt aus Liebe; und doch haben wir die Dinge so eingerichtet, daß für uns alle mehr oder weniger Geld oder gesellschaftliche Stellung oder beide für die Ehe maßgebend Folgen Sie dem Drange Ihres Herzens, meine Liebe, heiraten sind. Es ist sehr leicht, zu Miß Smith oder Miß Jones zu sagen: Sie den armen Teufel oder den Herzog, welchen Sie vorziehen." Aber sie kann den armen Teufel nicht heiraten, und der Herzog fann sie nicht heiraten, weil sie und ihre Verwandten nicht dieselben Sitten und Gewohnheiten haben und Leute mit verschiedenen Sitten und Gewohnheiten nicht zusammen leben können. Tie Verschiedenheit des Einkommens aber ist es, die die Verschiedenheit müssen sich endlich entschließen, den zu lieben, den sie bekommen in Sitte und Gewohnheiten schafft. Miß Smith und Miß Jones können, da sie selten den bekommen können, den sie lieben, und man fann ruhig sagen, daß bei der großen Mehrzahl der heutigen Ehen die Natur weit weniger Einfluß auf die Wahl hat als die Umstände. Unpassende Ehen, glücklose Häuslichkeiten, häßliche Kinder sind furchtbar häufig; denn die junge Frau, der die Wahl unter allen ledigen jungen Männern des Landes offenstehen müßte, dazu noch dutzenfacher Rückhalt für den Fall, daß ihre erste Wahl nicht auf Gegenliebe stieße, diese junge Frau findet, daß fie tatsächlich nur zwischen zwei bis drei Leuten ihrer eigenen Kafte zu wählen hat, daß sie allerlei förperliche Anfechtungen und Versuchungen durchmachen oder aus Vernachlässigung verzweifelt sein muß, bevor sie sich zu der Ueberzeugung zwingen kann, daß sie den einen, der ihr am wenigsten mißfällt, wirklich liebt. erzielen. Und die ganze Schuld liegt an der Ungleichheit des EinUnter solchen Umständen werden wir nie hochgezüchtete Rassen kommens. Würde jede Familie mit dem gleichen Kostenaufwand Ansprüche und die gleiche Bildungsstufe; und die Tochter eines erzogen, dann hätten wir alle die gleichen Gewohnheiten, Sitten, der Sohn eines Effektenmaklers die Tochter eines Bankdirektors armen Teufels könnte den Herzog ebenso leicht. heiraten, wie jetzt heiratet. Niemand würde nach Geld heiraten, weil durch die Ehe weder Geld gewonnen noch verloren gehen könnte. Keine Frau brauchte dem geliebten Mann wegen seiner Armut den Rücken zu wenden oder sich selbst aus dem gleichen Grunde übergehen zu lassen. Es gäbe nur noch die natürlichen und unvermeidlichen Enttäuschungen, dafür aber reiche Wahl und reichen Trost. Würde sich unter solchen Umständen die Rasse nicht bessern, so müßte sie unverbesserlich sein. Und träfe selbst das zu, so müßte die Abschaffung des Herzeleids, das jetzt die Welt, und besonders die Frauen. se sehr bedrückt, doch so viel Glück schaffen, daß dadurch allein die Ausgleichung des Einkommens gerechtfertigt wäre, auch wenn feine anderen Gründe dafür sprächen. gesetzt, Lunge, Herz und Blutkreislauf arbeiten so langsam, daß Giftgaje, die im Sommer ein Murmeltier nach wenigen Minuten töten, im Zustande des Winterschlafes tagelang ohne nennenswerte Schädigung ertragen werden. Der gesamte Stoffwechsel ist im Winterschlaf geändert, und zwar, wie B. Coning- Girardet gezeigt hat, durch die gewaltige Vergrößerung der Winterschlafdrüse, deren weißes und braunes Fettgewebe schon Anfang Juli sich vergrößert. Während andere Drüsen sich verkleinern, nimmt das Fettgewebe deren Blaz ein, und diese große Vermehrung des Fettes dürfte es wohl sein, die den Stoffwechsel allmählich vollkommen ändert und schließlich den eigenartigen Schlafzustand herbeiführt. dition des amerikanischen Carnegie- Instituts hat zu laɣactin in Ausgrabung einer 2000jährigen Maya- Pyramide. Eine ExpeGuatemala eine sehr wichtige Entdeckung gemacht, die auf die älteste Maya- Kultur neues Licht wirft. Es wurde eine große Pyramide ausgegraben, deren Alter auf etwa 2000 Jahre geschätzt wird. Das Denkmal, dessen Basis 26 Quadratmeter umfaßt, hat eine Höhe von fast 8 Meter. An jeder der vier Seiten befindet sich eine Treppe, die zur Rechten und zur Linken von riesigen Masken begleitet wird. Die Masken am oberen Teil der Treppen zeigen groteste Menschenköpfe, während jene, die sich an den Eingängen in das Innere der Pyramide befinden, Schlangenköpfe darstellen. Viele Einzelheiten lassen darauf schließen, daß diese Pyramide in den Anfängen der geheimnisvollen Maya- Kultur entstanden ist. " Bom„ Schlachtfeld" der amerikanischen Straße. Die ameritanischen Bürger werden gegenwärtig auf den Schlachtfeldern" des Großstadtverkehrs zweieinhalbmal schneller getötet, als die amerifanischen Soldaten im Weltkrieg fielen. Dies zeigen die neuesten Ziffern, die auf der jährlichen Versammlung des amerikanischen Sicherheitsrates" bekanntgegeben wurden. Danach wurden im letzten Jahre 95 000 Menschen durch Unfälle getötet und 10 Millionen verletzt. Die Zahl der Industrie- Unfälle beträgt 23 000 Iote und 3 Millionen Verletzte. Die Verluste, die dadurch entstehen, werden mit 5 Milliarden Dollar angegeben. Der schlimmste Feind, der auf diesen Schlachtfeldern" wütet, ist der Kraftmagen, dem die meisten Toten zum Opfer gefallen sind; allein 20 000 Kinder in schulpflichtigem Alter wurden im legten Jahre durch Autounfälle dahingerafft. " Theater, Lichtspiele usw. metropol- Theater Dienstg., d. 23.10. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 116 20 Uhr Aegyptische Helena Staats- Oper Am Pl.d. Republ. R.-S. 174 1942 Uhr Don Giovanni Dienstg., d.23.10. Städtische Oper Bismarckstr. Turnus I 20 Uhr Der Pratagonist Der Zar läßt sich photographieren Staatl. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt A.-V. 182 20 Uhr Louis Ferdinand Staatl. Schiller- Theater, Charitbg. 20 Uhr Ein besserer Herr. SCALA 8 Uhr B 5. Barbarossa 9256 Original Theremin- Trio, Musik aus der Luft, Powers Riesen- Tanz- Elefanten vom New York- Hippodrom und das große Varieté- Programm. Großes Schauspielhaus 8 CASANOVA mit Michael Bohnen. Regie: Charell. Sonntag 3 U.: Nachmittags- Vorstell z. halb. Preis.( ongekürzte Vorstell.) Komische Oper s James- Klein- Revue: Tausend nackte Frauen!! Die gr. Revue der ,, Freien Liebe" Parkett nur 4,50 Mk. 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Referent Beaitfsverordneter Siegfried Czarlinski. Sehr wichtige Vorteiangelegenheiten. 81. Abt. Friedenau. 20 Uhr Rahlabenbe. 1. bis 3. Beairl bei Klabe, Sandiernftraße 60/61. 4. bis 6. Bezirk bei Baginsti, Stubenranch. Ede Taunusstraße. Vortrag: Das neue Rußland." Referent Genoffe Schwarz. 86. Abt. Mariendorf. 19% Uhr in der Schulaula, Rönigstraße, Mitgliederperfammlung. Bortrag: Einst und iekt." Referent Dr. Max Echütte. Alle Mitalieber milffen erfcheinen. 114. bt. Lichtenberg. 4. Gruppe: 19% Uhr Zahlabende im Lotal Propeller, Gryphins, Ede Kroffener Straße. 127. Abt. Sohenschönhausen. Solonie Weiße Taube: 30 Uhr Mitgliederversammlung im Botol Rusty, Dingelstädter Str. 25. Borttag: Unter dem Sozialisteugeles." Referent Bilheim Miethfe. Alle Genofinnen und Ge. noffen jomie Borwärts geser und Sympathifierenbe find bazu eingelaben. 126. bt, Reinidenbarf- Dit 20 Uhr im Schüßenhaus, Stefibenaftr. 1, Mitgliederversammlung. Bortrag: Gozialbemaltatie und Behrproblem. Re ferent Reichstagsabgeordneter Franz Künstler. Alle Gevossinnen und Ge noffen fowie Borwärts".Befer und Sympathifterende find bazu eingeladen. Die Bezirksführer Laben ein. Der 4. Bezirk hat die Kontrolle au stellen. Frauenveranstaltungen. 30. bt. Achtung, Genossinnen! Unser für heute, Dienstag, 23. Oftober, an. gefeste Frauenabend fällt aus. Alle Genoffinnen beteiligen fich an der Filmveranstaltung in der Gleimstraße. 68. bt. Balenfee. Der Frauenabend am 25. Ottober fällt aus. Dafür bea teiligen fich alle Genoffinnen am Fadelzug und an der öffentlichen Runde gebung im Bittoriapark. 80. Abt. Schöneberg. Mittwoch, 24. Oktober, 20 Uhr, im Gesangse foal des Selmholz- Gymnastums, Schöneberg, Rubensitraße, Berbeper anstaltung. Rezitationen, gieber zur Laute, Ansprache. Mitwirkende: Genosse Hosemann, Genoffe Döring und die Arbeiterjugend Schöneberg. Ale Genoffinnen beteiligen sich an dieser Beranstaltung und haben die Bilicht, Gäfte mitzubringen, 99. bt. Budom. Donnerstag, 25. Dtober, 20 Uhr, Frauenabend bei Beinert u. John, Chauffeeftr. 52. Bortrag der Genoffin Bartel über Mitarbeit der Frau in Gemeinbe". Reine Genoffin darf fehlen. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 10 Rurfus:„ Einführung in die fosiale Gerichtshilfe." 1. Abend:„ Die GrandTagen her fozialen Rentshilfe, Referent Genoffe Sterbe, Diretton nom G sichungsheim Einbenhof, am Freitag, 26. Dtober, 10% ihr, im Simmer 55 bes Berliner Rathauses, Eingang Spandauer Straße. Jungfozialisten. Gruppe Reinideuborf: Seute, Dienstag, fällt der Gruppenabend aus. DaHir am Donnerstag, 25. Ottober, um 17 Uhr, im Boltshaus, Scharnweberfraße 114, reffen am Empfang der Flugblätter. Erscheinen aller Genossen fit Bflicht. Grappe Lichtenberg: Septe, Dienstag, 20 Uhr, im Jugendheim Gunterftr. 44, Bortrag: Bolitische Satire". Referent Georg Heilbrunn. Gäste miltonmen Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Areisleiterfigung Freitag, 26. Oktober. Ort wird noch bekanntgegeben. An fang pinili 20 Uhr. Jeber Kreis muß vertreten fein. Arcis Bannfee- 8chlendorf. Donnerstag, 25, Oktober, 19 Uhr, Helfersikung bei Schnarre, Potsdamer Sir. 3, in gehlendorf. Kreis Webbing. Donnerstag, 25. Oktober, 20 Uhr, Kreishelfertigung im Lebigenheim Brunnenplag. Tagesordnung: Stellungnahme zum Bildungsprogramm, Baridite, Streisangelegenheiten. Kreis Tempelhof. Mittwoch, 24. Oftober, von 17-19 Uhr, Gymnastik in ber Farenholle des Bartschule in Reu- Tempelhof, Deutscher Ring. & Geburtstage, Jubiläen ufm, Unferem Genoffen Otto Reumann, Kremmener Str. 3, bie heften Glückwünsche zum 65. Geburtstag. Der Borstand. 0.17 13. H. Unfer Genoffe Sermann Shreiber hat heute fein 25jährt. ges Porteijubiläum. Bir gratulieren und wünschen den alten Kämpfer noch recht lenge in unseren Reihen. 23. st. Unserem Genoffen Ibert Salzmebel und seiner Gattin, Millerstr. 59a, ben ftets titigen Mitlämpfern unserer Partei, die herzlichsten Glückwünsche zur Silberhochzeit, Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 19. Abt. Unser alter und hemährter Kampfgefährte Franz Ieber ist am 18. Ofteber verstorben. Bie verlieren in ihm ein Mitglied, welches während 36 Jahre immer treu feine Pflicht erfüllt hat. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Einäscherung hat bereits am Montag stattfunden. 20. Abt. Am 19. Oktober verstarb im 74. Lebensjahre unfere Genoffin Marie Stimming, Chre ihrem Andenten! Einäfcherung am Mittwoch, 24. Oftober, 15% Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Rege Beteiligung wird erwartet. 35. Abt. Die Beilegung unferes verstorbenen Genossen Wiedemann findet am Mittwoch, 24. Deftober, 15% Uhr, auf dem Zentralfriedhof in Friedrichsfelde ftott. Wie erwarten rege Beteiligung. 90. bt. Neukölln. Die Genossen werden gebeten, fich recht zahlreich an der Trauerfeier file unferen verunglijdten Genoffen Schultheis heute, Diens tag, 23. Oktober, 18% Uhr, im Strematorium Baumschulen meg zu beteiligen. Der Verftorbene wat 28 Jahre Parteimitglied und eifrig tätig. SEJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß Berlin Einfendungen für diese Rubrit nur an bas Jugendfefretariat Berlin SW 68, Lindenffraße 3 Heute, Dienstag, 19% Uhr. Röllnisches Bart: Scim Often, Große Frankfurter Str. 16: Seraus aus der Kirche( Aussprache). Rafenthaler Borstaht: Heim Elisabethkirchstraße ( Schule); Heimabend. Zentrum: Seim Landsberger Str. 50: Die Jugendinternationale". Brunnenplag: Seim Gezichtstr. 12-13: Jugendinternatio. nale in Ländern mit Diftatur. Webbing Nord: Seim See, Ede Turiner Straße: Jugend und Politit". Webbing R. F." Heim Lütticher Str. 4: Bit fam ich zur SAJ.?" Rorboften: Hein Danziger Str. 62: Die gemein gefährliche Sozialdemokratie". Börther Blog: beim Rostanienallee 82: Das Mädel in der SAJ." Safenbeide: Seim Norditr, 11, Bildungsabend: Ge schichte der 6A3."-Schöneberg 1: Seim Hauptfir, 15: Defterreichs Aus fchluß". Schöneberg II: Beim Hauptstr. 15: Unser Berufsleben"( Aus. fprache). Schöneberg IV: Seim Sauptstr. 15: Berufserlehniffe". Char Inttenburg: Seim Rosinenstr. 4: Uchungsabend zur Herbstfcier. Zehlendorf: Schule Batsdamer Str. 5-7: Lefegbend. Brig 1: Seim Rathaus Chauffee. ftraße: Cinführungsabend. Neurolla 1: Seim Sanders, Ede Sobrechtstraße: Lichtbild und Disfuffionsabend. Neutolla 11: Seim Steinmezfte. 114: Gogialistische Erziehung". Neukölln III: Heim Flughafenfte, 68: Die Jugend rechts und fints von uns". Neukölln IV: Seim Schierfeftr. 44: Sad- London Abend". Neukölln V: Seim Kanner, Ede Böhmische Straße: Reifeerlebnisse aus Balafting" Reukolln VI: Seim Kanner Straße: Einführungsabend. Rentolin VII: Seim Realgymnaftum Ralfer- Friedrich- Straße: GAJ und KJ." Reinidenbarf- Oft: Seim Lindauer Straße, Barade 1: Was will die SA3.?" Barbebeair Reinidendorf: Beginn des Bildungsturfus mit der Partei in ber 13. Gemeindefchule Bittenau, Rosenthaler Straße, neben dem Jugendheim, Thema: Staats und Berfaffungslehre. Referent Rudolf Abraham. Alle intereffierten Genossen werden gebeten, sich dort pünktlich einzufinden, Eine Särgebühr wird nicht erhoben. Sozialistische Schülergemeinschaft Reukölln: Der Heimabend findet morgen, Mittwoch, 24. Oktober, 19-21 Uhr, im Raifer- Friedrich- Realgymnasium( Ge. fangsiaal), ftatt. Referent: Löwenstein. Thema: Sozialdemokratische Lehrer und Schüler". Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin G 14, Sebaftianstr. 37/38, Saf 2 St. Mittwoch, 24. Ditober, Ruberriege: 20 Uhr Bersammlung in Gau bureau, Sebaftienfte. 37/38. Streuzberg: 19-22 Uhr Jiu- Jitsu- sturfus und Geräteturnen, Turnhalle Gneifenauste. 7. Friedrichshain, Sportler: 20 Uhr in ben Comenius- Sälen, Memeler Straße. Neukölln Brig, 3. Kameradschaft; Binktlich 18 Uhr Antreten Sahne, Ecte Chauffeestraße, zum Schugdienst. Abmarsch 18% Uhr. Treptam( Kameradschaft), Jungbanner: 19% Uhr im Jugend heim Bildenbruchstraße Bortrag: Reichsbanner und Jugend". Gäfte herzlich willfommen. Donnerstag, 25. Oftober. Steglig( Ortsverein): Ab Donners. tag 20 Uhr regelmäßige Suzn. und Uebungsabende in der Turnhalle Steglig. Ringstraße, Alle Ramenahen, bie turnen und Sport treiben mollen, find cin gelaben. Reutiln- Briz, Mufiftorps: Uebungsstunde wieber jeben Donnerstag 20-28 Uhr bei Rudolph, Sermannfr. 156. Gute Trampeter tönnen nad) bei. treten. Friebrichshain: Blüfertorps übt wieder jeden Freitag pon 20-23 Uhr in den Comenius- Sälen, Memeter Ctrage. Gute Musiker werden nach aufe Autofahrschule Sanke Brankfurter Str. 16 genommen. Dienstag, 23. Dltabez riebrichshain, Santeradschaft Reters Gr. Tel.: Königstadt 6366. Kurse Jeder Art. 08 Ge Eintritt jederzeit PFLEGE Burg: 19% Uhr Berfammlung Petersburger Sof, Betersburger Str. 57. Bericht von der Bundesgeneralnarfammlung. Bantom( Ortsverein): 19% Uhr Bol DES KÖRPERS UND DER HAUT IST KEIN LUXUS? Marke Pfeilring Auch mit den bescheidensten Mitteln ist sie durchführbar, wenn man sie durchgreifend und folgerichtig mit Hilfe des " Pfeilring" Lanolins betreibt. Dieses erhält die Haut ge sund und jugendfrisch, verhindert thr frühzeitiges Welken und ist ein Vorbeugungsmittel gegen die Bildung von Runzeln und Krähenfüßen. Alle ,, Pfeilring" LanolinPräparate enthalten das köstliche " Pfeilring" Lanolin in der richtigen Dosierung. ,, Pfellring" Lanolin- Selfe 35 Pfg. das Stück Pfellring" Lanolin- Cream in Dosen und Tuben von 15 bis 75 Pfg. die Packung [ 06666666669999999996| Unferem perehrten Barteigenossen Hermann Schreiber zum 25 jährigen Parteijubiläum die besten Glückwünsche. 15. Abteilung. Meseceeee# 99999 Die Berlobung mit Herrn Richard Weber, Berlin- Mahlsdorf, gebe ich hiermit auf und erkläre, feine gemeinsamen Interessen gehabt zu haben. Erna Loof, Berlin- Schmargendorf. Deutscher Metallarbeiter- Verband Achtung! Generalversammlung! Unfere ordentliche Generalnet. fammlung für das 3. Quartal findet am Montag, den 10. Dezember, statt, Anträge bazu müffen bis spätestens zum a. Hopember bei ber Ortsvermaltung ein gereicht ein, Die Wahlfärper- Bersammlungen merben in ber geit vom 19. November bis 1. Desember abgehalten. F Ctmaige Neumalbungen von Delegierten bis Montag, den 3. Dezember. Achtung! Betriebsräte Achtung! Die Betriebsräte- Zeitschrift Nr. 21 ift erschienen und tann gegen Borzeigung der Legitimationstarte des Betriebsrats- Obmannes in unserem Bureau, gimmer 5, oder nach 4 Uhr im Simmer 4, entgegen. genommen werden. Donnerstag, 25. Ottober, abends 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus ( Großer Saal), Engelufer 24/25 Branchenversammlung der Rohrleger und Helfer. Tagesordnung: 1. Berbands und Branchenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Rollegen werden erfucht, nollzählig und pünktlich in dieser Bersammlung zu erscheinen. Donnerstag, den 25. Otfober, nachmittags& Uhr, in malds Vereinshans, Staliger Straße 128 Branchenversammlung der Graveure und Ziseleure agesordnung: 1. Bortrag: Die Bebeutung ber Bolfsbühne. Referent Dr. Reftriepte. 2. Diskussion. 3. Branchen angelegenheiten. Sahlreicher Besuch wird erwartet. Donnerstag, 25. Ottober, abends 7 Uhr, im Barterrefaal des Berbandshauses, Cinienftraße 83/85 Branchenversammlung der Einrichter und Revisoren. Tagesordnung: 1. Bortrag bes Rollegen 8ippel über: Die Gozialnerfiche ungsgelege 2. Distuffion. 3. Branchen angelegenheiten. Bahlreiches Erfcheinen wird erwartet. Die Deisverwaltung. I versammlung im Türkischen Selt, Breffe Straße. Referent Polizeihauptmann Schröder Berkehrsfragen", Marine- Abt.: 20 Uhr im Bootshaus, Tegel, Ufer Straße 1, Bonen.Baraden, Wintersport.bt.: Ab 21 Uhr Schwimmen im Wellenbad Lunarart, Gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte ermäßigter Cin trittspreis 50 f. Tiergarten; Mittwoch, 24. Oftober, Schuss des Fadele zuges der SPD. Antreten Kleiner Tiergarten 18 Uhr. Schöneberg. Friedenau, Kameradschaft Rathaus: 20% Uhr Versammlung Mühlenstr. 8 ( Finonstlaufe), Bichtige Tagesordnung. Frankfurt- Fahrer: Bilder der Autofahrt sind bei Kam. Crome auf dem Gaubureau zu erhalten. Breis 30 Bf. Freibenler Bollshochschule Berlin. Eröffnung des 6. Arbeitsjahres Diens tag, 23. Oftober, 1914 Uhr, im Astonischen Gomitasium, Berlin S., Hallesche Straße 26, am Anhalter Bahnhof. Vortrag Dr. P. Krische: Die aktuellen Gefellschaftsprobleme, Diltatur und foziale Demokratic." Sozialistischer Schülerbund. Millwod 18%. Uhr im Köllnischen Gymna flum Kundgebung für Schillerecht und ferbstverwaltung. Redner: Dr. G. Bernfeld, Gan. Nat Magnus Sirschfeld. Alle Schülerinnen und Schüler will. Tommen. Freie Aussprache, Bereinigung der Freien Sausbeniher. Für die auf dem Boden der Weimarer Berfassung stehenden Haus- und Grundbefizer findet am Donnerstag, 25. Ofte ber, 19 Uhr, im Cafe Jnnsbrud", Echöneberg, Innsbrudplas, cine 3ufammenkunft fiatt, in der Herr Brofeffor Dorgen und Seer Schriftsteller Ernit über das Thema fprechen werben: Warum republikanische Hausbesservereinigung?" Alle auf dem Boden der Berfassung stehenden Intereffenten, befenders der Berwaltungsbezirke Schöneberg, Eteglig, Friedenau und Tempel. hof, werden um pünktliches Gefcheinen gebeten. feffing Sochschule. Im Rahmen des Anflus„ Der erfolgreiche Mensch" fpricht Dr. Bruno Birnbaum an fechs Abenden über Wege zum Wohlstand", heginnend am 26. Oftober, 19 Uhr, in der Kaiser- Friedrich- Schule, Charlottenburg 2, nefebedftr. 24 Longfel ow- English- Debating- Club, Bülowstr. 104( Schubert- Saal) Mittwoch, abds. 8 Uhr, Miss Emmy Heilbrun: Town and City. Welterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend; ( Nachdr. verb.). Meist ziemlich trübe mit Regenfällen und wenig veränderten Temperaturen. Für Deutschland: 3m ganzen Reiche noch vielfach reg nerisch, besonders im Südosten fühler. Wäscher- Werbe- Woche. Das deutsche Wäschereigemerbe veranstaltet pom 22. bis 27. Oftober d. 3. eine Werbeppode. Es ist damit die Ausschreibung einer Preisaufgabe verbunden, für deren beste Lösungen viele Geldpreise minten. Die frage Tautet: Belche Vorteile bietet mir die Wäscherei gegenüber dem Bafchen im Sause?" Die Bedingungen für das Breisausschreiben, an dem fich jedermann beteiligen fann, find bei den dem Deutschen WäschereiBerband e. B., Berlin- Charlottenburg 2, Schillerstr. 108, angeschlossenen Wäschereien und bei diefem selbst erhältlich. AUSSTELLUNG BAUEN UND WOHNEN MIETWOHNUNGEN* HEIMSTÄTTEN HAUSRAT/ MÖBEL GAGFAH- SIEDLUNG FISCH TALGRUND BLN. ZEHLENDORF SEPTEMBER OKTOBER • SONDERSCHAU AHAG SOMMERFELD MONTESSORI- KINDERHEIM Fahrverbindung: Wannseebahnhof Zehlendorf- Mitte, U- Bahnhof Thiel. platz, Autobus- Linie 7 u. 20 Täglich: 10 bis 7 Uhr/ Eintritt Rm. 1,00 Kapitän- Kautabak 15 Pf. Kapitän- Kopenhagener... 20 Pt. Die Marke der Feinschmecker in den meisten Geschäften käuflich Carl Röcker, Berlin NO. Lichtenberger Str. 22. Kgst. 3861 Am Freitag, dem 19. Dltober 1928, früh 7 Uhr, ist meine unbergeßliche Frau, unsere liebe Schwester, Schwägerin, Tante und Großtante Marie Stimming geb. Kautz im 74. Lebensjahre sanft entfchlafen. 3m Namen der frauernden Hinterbliebenen Paul Stimming. Die Einäscherung findet am Mittwoch, dem 24. Ditober, nach mittags 3, Ubr, imstrematorium Gerichtstr. statt. In unserem tiefen Schmerze um ben fomeren Berluft, der uns durch bas$ infcheiden meiner lieben Frau, unferer guten Mutter Emma Leder geb. Kebling betzaffen hat, mat uns ein Troft die zahlreiche und herzliche Teilnahme bei der Trauerfeier. Bewegt fagen mir allen Berwandten und Betannten, den Genosfinnen unb Genossen dez 131. Abteilung der SPD., fomte unserem Freunde Barth und den folgenden Rednern für die mitfühlenden Morte am Garge unserer teuren Entschlafenen herzlichsten Dant W. Leder und Kinder. Bin- Niederschönhausen. 22. Oft. 1928. 314 Allgem. Ortskrankenkasse Berlin- Lichterfelde. Die in der Ausschußsitzung am 25. Mai 1928 neu aufgestellte Satzung ist unterm 14 September 1928 vom Oberversicherungsamt genehmigt Druckexemplare sind in einigen Tagen im Kassenlokal erhältlich. Brandenburger Vorsitzender. Michel Schriftführer. Am Freitag, dem 19. Oktober, ent fchlief nach langem fchweren Leiden im 69. Lebensjahre mein lieber Mann, unfer guter Bater, Schwieger- und Großvater, der Gastwirt Albert Stippekohl. Dies zeigen tiefbetrübt an Emilie Stippetohl geb. Redekty Familie Willi Stippekohl Familie Guftan Behrend Berlin- Köpenid, Schönerlinber Str. 5. Beerdigung findet am Mittwoch, dem 24. Oktober, nachm. 81, Uhr, von der hiesigen Friedhofstapelle aus ftatt. Danksagung. Für die ilberaus zahlreichen und herzlichen Beweise aufrichtigster Teilnahme beim Hetmgang meines lieben, guten Mannes, des Gastwirts Heinrich Stephan fage ich allen Freunden und Be fannten, insbesondere dem Berein ber Gafte und Schantwirte, meinen innigften Danf. Bin- Treptom, fm Oftober 1828. Frau Auguste Stephan, geb. Harnoth. Zu kaufen gesucht: Die Neue Zeit" Stuttgart, Dietz. Jahrg. 41, 1922. Bd. 1 in 26 Nrn. und Bd. 2, Nr. 1-10, Zahlen guten Preis. Gefl. Offerten erbeten an Jos. Baer& Co., Buchhand ung, Frankfurt a. M., Hochstraße 6. Mensch, Maxe, bei'm lahmen Krause können wir keene Aepfel mehr klau'n!" Is möglich? Er hat wohl' nen neuen Köter?" " Keene Bohne, aber seitdem der Olle„ Lebewohl nimmt, is er wie'n Windhund off die Beene!" *) Gemeint ist natürlich das berühmte, von vielen Aerzten empfohlene Hühneraugen- Lebewohl und Lebe wohl Balienscheiben, Blechdose( 8 Pflaster) 75 Pfg., Lebewohl Fußbad gegen empfindliche Füße und Fubschweiß, Schachtel( 2 Bäder) 50 Pfg., erhältlich in Apotheken und Drogerien. Wenn Sie keine Enttäuschungen erleben wollen, verlangen Sie ausdrücklich das echte Lebewohl in Blechdosen und weisen andere, angeblich ebenso gute" Mittel zurück, Reichsbahneinnahmen/ Holzklaffe Wie sich die Reichsbahn verrechnete.- Das unveröffentlichte Schiedsurteil. Die Reichsbahn hat in den Erklärungen, die sie zur Tariferhöhung der Deffentlichkeit unterbreitete, Berechnungen über die voraussichtliche Einnahmeentwidlung im laufenden Jahre angestellt. In ihrer Dentschrift zur Tariferhöhung im April d. I. setzte sie für das laufende Jahr im Höchstfalle 20 millionen Einnahmesteigerung ein( Einnahmen- Boranschlag für 1928: 5060 Millionen gegenüber 5040 Millionen tatsächliche Einnahmen im Jahre 1927). Schon bei Besprechung der Tariferhöhungs- Dent schrift( ,, Reichsbahn und Tariferhöhung" in Nr. 251 des Vorwärts" vom 30. mai 1928) wurde von uns betont, daß diese Einnahme- Schätzung auf Grund der Verkehrsentwicklung viel zu niedrig sei, und daß man bis zum Herbst d. 3. mit einer Mehreinnahme von annähernd 150 Millionen Mart rechnen fönnte. Die Reichsbahn bestritt hartnädig jede Möglichkeit einer stärkeren Einnahmefteigerung im laufenden Jahre und berief fich darauf, daß ihre Berechnungen von den führenden Praktikern angestellt seien und höchsten Anspruch auf Richtigkeit hätten. 〃 Als dann im Laufe des zweiten Quartals eine weitere Einnahmesteigerung eintrat, die übrigens von der Reichsbahnverwaltung zunächst vor der Deffentlichkeit abgeleugnet wurde, hielt die Reichsbahn noc, immer an ihrer Schätzung einer Gesamtjahresmehreinnahme von mur 20 Millionen Mart fest. In dem Kom muniqué über die Eihung des Verwaltungsrats vom 10. Juni 1928 hieß es: Wenn auch niemand die Verkehrsentwicklung mit Bestimmtheit vorhersagen fann, so decken sich doch die bisherigen Ergebnisse dieses Jahres mit den Schäzungen der Reichsbahn, die dem Tarifantrag zugrunde liegen. Diese Schätzungen sind auch für die fommenden Monate aufgebaut auf den langjährigen Erfahrungen der die Verkehrseinnahmen beeinflussenden Saisonbewegungen." " Die weitere Einnahmefteigerung zeigte jedoch immer mehr, daß die Schäzungen der Reichsbahn viel zu niedrig sind, trotzdem ver: steifte sich die Reichsbahn darauf, daß die Herbst- und Wintermonate mit weiter abgleitender Konjunktur einen erheblichen Verfehrsrüdgang bringen würden. Die Mehreinnahmen der ersten Menare würden gerade die Fehlbeträge für die Herbst- und Wintermonate deden fönnen. Im Urteil des Reichsbahn Schiedsgerichts hat man die Schätzungen der Reichsbahn bereits nach oben forri giert. Anstatt der von der Reichsbahn angegebenen 20 Mil lionen Mark Einnahmefteigerung hat man ein Einnahmeplus von 70 Millionen Mark eingesetzt. Die Konsequenz, die Tarif, erhöhungsmaßnahmen der Reichsbahn entsprechend zu fürzen und wenigstens die alten Berfonentarife zu belassen, hat das Schiedsgericht unverständlicherweise nicht gezogen, vielmehr die perlangte Güter- und Personentariserhöhung der Reichsbahn in vollem Umfang zugebilligt. Die bisherige Einnahmeentwidlung zeigt jedoch nicht bloß 70 Millionen Erhöhung gegenüber dem Borjahr, sondern von Januar bis August bereits eine Erhöhung der Einnahmen um 112 Millionen Mart., Im September dieses Jahres lag der Güterverkehr meiterhin beträchtlich über den Berkehrsziffern des Borjahres( im September 1928 wurden im Tagesdurchschnitt etwa 162 000 Baagons, im Sep tember 1927 etwa 156 000 Waggons gestellt). Die Verkehrseinnahmen aus dem Monat September werden wohl an Neuer Ausfuhrrekord. nähernd um 20 Millionen über denen des Bor: jahres liegen; für die ersten drei Quartale dieses Jahres fann man also überschläglich die Einnahmefteigerung der Reichsbahn auf mehr als 130 Millionen veranschlagen. Es ist wohl taum anzunehmen, daß im letzten Quartal eine wesentliche Verkehrsabschwächung eintritt, so daß wohl diese Steigerung von zirka 130 Millionen auch ohne Tariferhöhung der Reichsbahn voll verblieben wäre. Auf Grund der bisher vorliegen, der. Einnahmeentwicklung fann man also feststellen, daß die Reichsbahn die Einnahmeentwicklung wohl um mindestens 110 Millionen Mart, das ist faft die Hälfte dessen, was die Tarife erhöhung bringen foll, zu niedrig geschäzt hat. Auch die Behauptung der Reichsbahn, daß bereits jetzt ohne Tariferhöhung die Betriebseinnahmen nicht die erhöhten laufenden Ausgaben decken, sich also ein laufendes Defizit einstellen muß, erweist sich, wenn man die ersten drei Quartale insgesamt überblickt, als unzutreffend. Natürlich reichen in einigen verkehrsschwachen Monaten die laufenden Monatseinnahmen nicht ganz aus, um die Gesamtausgaben infl. Reparationsschuldendienst, Ab. schreibungen, Rückstellungen usw. zu decken. Dafür ergeben fich dann in den Monaten stärkeren Güterverkehrs lleberschüsse. In den Monaten Januar bis August ergibt sich insgesamt aus der laufen den Betriebsrechnung nur ein Manto von etwa 20 Millionen, die vermutlich durch, den Ueberfauß im September bereits ausgeglichen sind. Die Reichsbahn hat dabei aus ihren Einnahmen nicht mur die laufende Unterhaltung des Betriebes sowie die Sicherung ihres Schuldendienstes und ihrer sonstigen Verpflichtungen bestreiten, sondern darüber hinaus für Erneuerung der Eisenbahnanlagen 465 millionen verausgaben können. Da die Reichsbahn die Kosten ihres Erneuerungsbedarfs auf 651 Millionen für ein volles Jahr veranschlagt, hat sie also auch ohne Tarif erhöhung wohl annähernd ihr Erneuerungsprogramm einhalten 3m September nur noch 28 Millionen Einfuhrüberschuß. Der deutsche Außenhandel zeigt im September im reinen Warenverkehr einen weiteren Rüdgang des Einfuhrüber= schusses. Während dieser im August von 268 auf 58 Millionen gejunten war, hat er sich im September weiterhin auf 28 Millionen vermindert. Da die Einfuhr sich im September gegenüber dem Vormonat leicht erhöht hat, ist der weitere Rüdgang des Einfuhrüberschusses nur auf die verstärtte Ausfuhr zurüdzuführen. Die deutsche Außenhandelsbilanz im Monat September zeigt folgendes Bild: Warengruppen Einfuhr 1928 Geptember Auguft Ausfuhr 1928 September August Gegenwartsmerten 1816 1.704 59 720 39 187 195 939 215 672 801 325 769 225 1 087 052 1 083 419 1 058 800 1025 788 159 383 61 885 2694 2818 1. Lebende Tiere. 2. Lebensmittelu. Getränke 336 657 in 1000 M nach 12 909 10 148 340 471 3. Rohstoffe u.halbf. Waren 551 405 4. Fertige Waren 186 081 550 299 182 501 Reiner Warenverkehr 5. Gold und Silber Zusammen 9 .1 246 435 1 145 304 1 061 494 1 028 606 Die Gesamteinfuhr ist also von August auf September im ganzen unbedeutend gestiegen. Zugenommen hat die Einfuhr von lebenden Tieren, Rohstoffen, Halbfabrikaten und Fertig maren. Dagegen ist die Einfuhr von Lebensmitteln und Getränken zurückgegongen. fönnen. Auch die Verlustwirtschaft" der Reichsbahn erweift fich fo als eine Legende, die zur Durchsetzung der Tariferhöhung in die Welt gesetzt ist. Der nicht der Reichsregierung überbrachte. Und die Ausführungen Wissells waren programmatisch, als er betonte, daß die Wohnungsnot nicht nur Nachkriegs-, sondern auch Vortriegserscheinung sei, und daß man die soziale Frage überhaupt nur lösen fönе, wenn man die Wohnungsmisere beseitige. Das kann aber nNT mit Hilfe der öffentlichen hand geschehen; es sei au do ein Fehler unserer Innenpolitit gewesen, daß sich die öffentlichei Hand so lange diesem Problem ferngehalten habe. Der Verein für Wohnungsreform sei gerade infolge seiner Unabhängigfeit ein Mahner, der das Gewissen der Deffentlichkeit immer wieder auf rütteln müsse. Im gleichen Sinne sprach der Vertreter des preu Bischen Wohlfahrtsministeriums, Oberregierungsrat Dr. Pauln. Heute stünde der Staat Bestrebungen, wie sie sich im Verein für erfd Wohnungsreform verförpern, nicht mehr ablehnend gegenüber; ber Verein müsse ein Schrittmacher für die beste Wohnungss form in Deutschland sein, und das sei das Einfamilienhaus. die B Die Festtagung bot einen wertvollen Vortrag über die nd Sanierung der Altviertel; insbesondere nahm Dr. Blodote London Gelegenheit, die Verhältnisse in England und Amerika zu Ber schildern. Vorher referierte Geheimer Justizrat Stegrer fall München über die zweite Hypothet. Bei seinen Ausführungen fettemb Steyrer voraus, daß man in absehbarer Zukunft etwa wieder jo das bauen würde wie vor dem Kriege. Dann würde sich die Not der Stali zweiten Hypothet wieder bemerkbar machen, ganz genau wie vor der dem Kriege, wo die Baukrisen das Vertrauen zur zweiten Hypothet eftge erschütterten und die Märkte lahm legten. Das läge in der Natur der der zweiten Hypothet, mit der sich ein großes Risiko verknüpft. Auch eit bei einer freien Bau- und Wohnungswirtschaft würden angesichts beigt der großen Nachfrage nach zweiten Hypotheken die privat 2 tapitalistischen Kreise nicht geneigt sein, solche ini hinreichen dem Umfang zu gewähren. Brivatwirtschaft ran liche Versuche von Grundbefizerorganisationen, Genossenschaften Gee usw., die zweite Hypothet zu sichern, seien negativ verlaufen und be müßten auch in Zukunft negativ verlaufen. Erfolg fann nur die Buf öffentliche Hand haben, wodurch allerdings sich eine Ber schiebung des privaten Rredits in Richtung des Staatsfredits ergebe. So zeigt sich immer mehr, wie wenig begründet in vielem die Tariferhöhung der Reichsbahn war, und wie unsachlich das Eisenbahn- Schiedsgericht die Tariffrage beurteilt hat. Bis zum heutigen Tage hat übrigens die Reichsbahnverwaltung dieses famose Urteil, in dem man die Angaben der Reichsbahn fritiklos übernahm, problematische Abschreibungstheorien entwickelte und obendrein noch die Gehaltserhöhungen der Beamten und Arbeiter für die Tarif erhöhung verantwortlich machte, nicht im genauen Wort laut veröffentlicht. Die auf Grund übermäßig pessimistischer Berechnungen zu gebilligten Tariferhöhungen werden nun wahrscheinlich der Reichs bahn Mehreinnahmen weit über den von ihr selbst beanspruchten Mehrbedarf einbringen. An der jegt vollzogenen Tariferhöhung läßt sich im Augenblick nichts mehr ändern. Aber schon jegt, auf Grund der bisherigen Einnahmenentwicklung, zumindest aber am Jahresende, wenn sich die Gesamteinnahmeentwicklung voll über bliden läßt, wäre es Pflicht der Reichsbahn, sprechend den eingetretenen Mehreinnahmen menigstens die unfoziale Berteuerung der Personentarise für die Reifenden der früheren 4. Klasse durch eine Revision der Preise für die Holzflaffe zu forrigieren. ent32 Millionen einen weiteren starten Aufschmung genommen. Hauptsächlich beteiligt an dieser vermehrten Ausfuhr ist die Maschinen industrie, was nach dem Rüdgang in den letzten beiden Monaten besonders bemerkenswert ist. Auch Walzwerkserzeugnisse und andere Eisenwaren haben bei der herrschenden Welteisenkonjunktur eine Steigerung von 7,2 Millionen zu verzeichnen. Dagegen ist die Ausfuhr von Tertilfertigfabritaten um 6,4 und die von chemischen Fabrikaten um 5,6 Millionen gesunten. Zusammenfassend läßt sich sagen, daß die Septemberergebnisse des deutschen Außenhandels die Tatsache erhärten, daß der im Laufe des letzten Jahres schon erheblich erweiterte Umfang des gesamten deutschen Außenhandels fich nicht nur gehalten, sondern noch ermeitert hat. Während die Gesamtausfuhr im Jahre 1925 8,7 Milliarden betrug und sich 1926 auf 9,7 und 1927 auf 10,2 Milliarden erhöhte, beträgt die Gesamtausfuhr in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres bereits 8,53 Milliarden, also fast so viel, wie in dem gesamten Jahre 1925. Auch die Einfuhr hat fich troß des offensichtlichen Konjunkturrüdgangs im Vergleich zu den letzten Jahren noch auf sehr beachtlicher Höhe gehalten. Die Gesamteinfuhr, die sich in dem Krijenjahr 1926 von 12,3 auf 10 Mil liarden gesenkt hatte und sodann in der Hochtonjunttur auf 14,1 Milliarden hochgeschnellt war, hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres bereits 10,5 Milliarden überschritten. Sie hält sich also in ihrem monatlichen Durchschnitt durchaus auf der Höhe des Vorjahres. 30 Jahre Wohnungsreform. fang Reger ung is di Persönlich betrachtet Steyrer die Entwicklung in der Art, daß man nicht zu fragen habe, ob sie fomme, sondern wie sie sich voll ziehe. Als Quelle des Staatstredites bzw. Bürgschaft für die zweite e b hypothet kommt nach Sterer die Hauszinssteuer in Frage. Der ment Bortragende lehnte jedoch eine Kommunalisierung bzw. Berstaats lichung des Wohnungswesens ab. her orb Birt ble B aji Unitarismus der Genossenschaften. Das Programm des Reichsverbandes der deutschen landas wirtschaftlichen Genossenschaften. Bei Der Verwaltungsrat des Reichsverbandes der deutschen landine wirtschaftlichen Genossens haften hat in einer am 18. Oftober d. 31a in Dresden abgehaltenen Sigung über die Bereinheitlichung desebe landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens verhandelt und in grund fäglicher Farm Stellung genommen. Wenn auch noch nicht alle 1927 dem Einigungswerk entgegenstehenden Schwierigkeiten behoben find bto so darf doch gehofft werden, daß nunmehr in absehbarer Zeit dieser Verhandlungen zwischen Reichsverband und Raiffeisenorganisationen zu einem Ergebnis führen werden. Ziel der Einigungsverhand lungen müsse sein: In einer Wirtschaftsgemeinde nur eine Birt schaftsgenossenschaft gleicher Art; in jedem Lande oder in jeder Provinz( Wirtschaftsgebiet) mur ein Landes oder Provinzial verband; in jedem Lande oder in jeder Brovinz( Wirtschaftsgebiet nur eine Zentralgeschäftsanstalt für den Geldverfehr( 3entral ang fasse); in jedem Lande oder in jeder Provinz( Wirtschaftsgebiet) nur Rom eine Zentralgeschäftsanstalt für den genossenschaftlichen Waren Dieje verkehr( landwirtschaftliche Hauptgenossenschaft); ein Spizenver band für das Reich. ri Ie Pie 2 mit Alle Bestrebungen, die geeignet sind, in den nach dieser Rich m de tung laufenden Gang der Einigungsverhandlungen störend ein zugreifen, des weiteren Vorschläge und Bestrebungen, welche die im Rotprogramm der Landwirtschaft vorgesehene Rationalisierung im landwirtschaftlichen Genossenschaftswesen hintanhalten oder gefähr den, müffen nachdrücklich abgelehnt werden, einerlei von welcher Seite folche Eingriffe oder Störungen kommen. Blott Bro binfi berb beria br Steigende Kohlenförderung im September.inf it word Die September- Berichte der einzelnen Kohlenbezirke lajjen durdyweg steigende Förderziffern im Berichtsmonat et tennen. So meldet der Ruhr bezirt für die 25 Arbeitstage des vergangenen Monats eine Förderung von 9,14 Mill. Tonnen gegen 9,81 Mill. Tonnen an 27 Arbeitstagen im August und 9.6 Mill Tonnen an 26 Arbeitstagen im September 1927. Arbeitstäg ich wurden 365 651 Tonnen gegen 363 611 Tonnen im Augu gefördert. Auch die tägliche Kotsproduktion ist mit 80 869 Tonnen um 420 Tonnen höher als im Vormonat. Gegenüber dem September 1927 ist die Rotsproduktion sogar um rund 5 Pro gestiegen. Da die Gesamtzahl der im Ruhrbergbau beschäftigtebes Arbeiter sich im September um 2466 Mann auf 371 194 per Deut mindert hat und gegenüber dem September 1927 ein Rüdgangiffi der Gesamtbelegschaft um fast 8 Pro3. festzustellen ist, ist dirg Leistung je Mann und Schicht im letzten Monat weiterhin eruch heblich gestiegen. Die Ausfuhr, die im Vormonat eine sehr erhebliche Steige. Auch der freie Baumartt fann nur mit Staatsfredit bauen. gebeffert, daß von Mitte September an jogar non der Halbe per rung von 111.8 Millionen aufmies, hat sich im September meiterhin um 33 Millionen erhöht. Die hauptsächlichste Zunahme hat hier. bei die Ausfuhr von Lebensmitteln und Getränken mit 20,5 Millionen somie von Fertigwaren mit 32,1 Millionen aufzu meisen. Dagegen ist die Ausfuhr von Rohstoffen um 19,7 Millionen zurückgegangen. Jm einzelnen ergeben sich bei der Einfuhr bei Lebensmitteln und Getränken, bei Rohstoffen und Fertigwaren Zu- und Abnahmen, die sich im wesentlichen ausgleichen. Diese mehr oder weniger be deutenden Beränderungen find überwiegend durch jahreszeitliche Einflüsse bedingt. Bemerkensmert ist bei der Einfuhr von Fertigfabrikaten die Zunahme von Legtilfertigmaren um 8,2 Millionen. Dies hängt wohl in erster Linie mit der allgemeinen Belebung des Tertilgeschäfts zusammen, bei dem sich wohl auch noch Weihnachtsvorbereitungen bemerkbar machen. at Sehr günstig lauten auch die Berichte aus den Westoberschlesischerbe Diftriften, deren arbeitstägliche Erzeugung von 64 872 auf 65 601 Tonnen geftiegen ist. Die Abfalage in Oberschlesien hat sich fa rates die 30. Biederkehr der Gründung des Vereins für Woh monats um mehr als 30 000 Tonnen verringert werden fonnte tonen Am Sonnabend wurde im großen Saal des Reichswirtschafts- laden werden konnte, so daß die Bestände im Laufe des Berichts nungsreform gefeiert. Im Jahre 1898 gründete der Woh Auch die Konjunktur im Mitteldeutschen Brauntohleneifti mungspolitiker Dr. K. von Mangoldt in Gemeinschaft mit fünfzehn bis zwanzig jungen Leuten den Berein Reichswohnungsgesez in Frankfurt a. M. Sein Name Reichswohnungsgesetz“ war sein Brogramm, in ihm forderte man die Beseitigung der allerschlechtesten Wohnungen und der ungefunden Stadtteile durch Bohnungsuntersuchung, Wohnungsinspektion und 3onenenteignung für bebautes Gelände, Reform der Baumeise durch Revisionen der Bauordnungen und Bebauungspläne und Schaffung besonderer Organe für die Wohnungsreform, Generalfommiffionen für Wohnungsmesen, Baubanten, besonders gewählte Ausschüsse je für den Bezirk einer Generalfommission, Reichswohnungsamt usw. Das waren damals unerhört neue Gedanken, die teilweise ihre Erfüllung erst nach dem Kriege gefunden haben. Man fann sich denken, daß die alten wilhelminischen Gewalthaber und das Bau fapital dem Verein für Reichswohnungsgeseß nicht gerade sympathisch gegenüberstanden. Der Verein aber mar finanziell unab Auch die Veränderungen in den einzelnen Ausfuhrposten lassen sich überwiegend durch jahreszeitliche Einflüffe erklären. Dies gilt in erster Linie von der Zunahme der Ausfuhr von Lebensmitteln und Getränken, an der in erster Linie Getreide mit 16,3 Millionen beteiligt ist. Die Abnahme der Rohstoffhängig und fonnte deshalb auch unabhängige aute Arbeit leisten. ausfuhr geht fast ausschließlich zu Lasten der Düngemittelausfuhr, die ihren Höhepunkt im letzten Monat bereits überschritten und sich um 9,9 millionen verringert hat. Die Ausfuhr Don Fertigfabritaten hat mit einem Zuwachs von rund Es spricht nur für den Wandel der politischen Berhältnisse, wenn gestern auf der Tagung des Vereins für Wohnungsreform Ministerialrat Wölz vom Reichsarbeitsministerium für den verhin derten Reichsarbeitsminister Wissell dem Verein die Glückwünsche 20 uti bergbau hat im September in unverminderter Stärte angere halten. Obwohl der Berichtsmonat nur 25 Arbeitstage gegen im September 1927 aufweist, ist die Rohfohlenförderung von 8, tig auf 9,1 mill. Tonnen gestiegen. Auch der Absatz hat sich gege Ende September durch Anforderungen der Industrie belebt. Das feine Cocos- Speisefett PALMIN bget er uns Brof mich Nur echt mit dem Blinck Eri Reipi bag Betten Ift«» snot t ng H'nc, '�r au�> lich-� für c'N our Do* Weißbuch über Kloiienkompromiß. 6ln Telegrommwrchsel Chamberloin-Iiumbold. �dku, London. 22. Ottobor.(Eigenbericht) Et« britisch« Regierung Hot am Montag abend unter dem Titel mente zux Seeabrüstung� endlich das feit langem "l großer Spannung erwartete Veißbuch über das �oltenkompromih reu � Eeffentlichkeit unterbreitet. Dos Weißbuch, eine Broichur« von l l y. W weniger als 46 Druckseiten, enthält ZZ Dokumente von sehr für krschjedener Bedeutung. ®as chauptinteresie konzentriert sich naturgemäß auf die drei g-' � dlottenkompromiß selbst enthaltenden Noten, und zwar u le britisch« Note vom 28. Juni, die französische Note vom 26. Juni die seid di« englisch« Note vom 28. Juni. Tadtfich Neues bringen diese lock- inten- nicht. Der Inhalt des Flottenkompromisses ist durch die 1 �öffentlichung des..New Dort American", die zu dem Pariser e r' lall.fjoran führte und durch die amerikanische Note vom 28. Sep- nnbkr bereits bekannt.. Aitßer der amerikanischen Antwort enthält r so«s Weißbuch nocb den Wortlaut der Stellungnahme Japans und der«toiirnz zum Flottenkompromiß. Auch ihr wesentlicher Inhalt ist K�k � �kffentlichteit bereits bekannt geworden. Es verdient jedoch �gestellt zu werden, daß die japanische Zustimmung in u w b o l d, an den britischen Außenminister, in dem betvnt wird. biet) � di« heut s che Regierung durch die Rachrichten üb« da» tral-'«»zösisch.britisch« Kompromiß und durch die Auslegung dieses °wpromis!es in der französischen Preste beunruhigt sei. �sen, Dokument folgt ein 3n Deutschland verdienen nur trcn> Ivel- stich ein] « in1 I iw fährt ich-r »er. MÜl- äg' zul> i Zw«' Ein kleinere Dokumente des Telegramm des «lwframm llhamberlaw» an den verli». britische» Boischoster in ? den, festgestellt wird, daß das Kompromiß stch lediglich auf 's Abrüstung zur See bezieh«, daß jedoch ein« Verständigung � der französischen Regierung bestand, die vor dem Abschluß des �ttenkompromiffes getroffen worden sei und dahin gehe, daß /»tzbritannien seine Opposition gegen die französisch« Auffassung �I>chllich der ausgebildeten Londesreservisten zurückziehen �de, fallz die Franzosen den Wünschen der britischen Regierung ""fichtlich der Abrüstung zur See entgegenkommen würden. Cham« asstit.,rlQ'n betont in seinem Telegramm, daß keinerlei andere «»>[; �wachungen Zwischen den beiden Regierungen getroffen Dei�den seien. ege» Die Kommission für geistige Arbeiter. Genf, 22. Oktober.(Eigenbericht.) Internationalen Arbeitsamt trat am Montag die Kam- vbti''[( i o n für geistige Arbeiter zusammen. Die Kam- tzroZ-�Uon wurde im April dieses Jahre, vom Verwaltung?- gegen die Stimmen der Arbeitnehmer und .- deutschen Regierungsvertreter» eingesetzt. j�sschland und die Arbeitnehmergrupp« stimmten gegen die Kom< sie nur au« Vertretern von Standes- t d' e , � 9 a» j f a t i o n e n z u f a ni m e n a e f« tz t ist. sich aber trotzdem ' � mit reinen Anaestelltensvogen befassen fall. i*M h. � e r m a n n Müller- Lichtenberg, der als Vertreter der n, �'�hurergruppe den Kommissionssitzungen beiwohnt, benutzte Montag die Gelegenheit, um nochmal« den gewerk- h f'�°itlichen Standpunkt, daß die Frage der in«inen, nel'krtrg�sverhältnt» befindlichen geistigen Ar- ichtt'. i t e r vor ein Forum von Vertretern der gewerkschast» nte�h.-" Anfl« st etilen Organisationen gehöre, zu be- Wie wenig die al« Vertreter der Angestellten erschienenen » 9en Arbeiter imstande sind, gewerkschosilich zu denken, zeigte V.,! Zustimmung zu einer U n t e rn e hme rr« s o. n l}1 o n über die K o n k u r r« n z t l o u s e l, die so kautschuk- > ist. daß st« den Unt«, nehmern die weiteste Auslegung gegen stgk��rhcnd« Angestellt« gestattet. � Di« Tagung wird sich u. a. mit der G-« i s s e n s f r« i h e i t Journalisten, dem Engagementsverhältnis der Artisten dem Erfinder recht der technischen Angestellten beschäieigen Kessar Einstein, der gleichfalls der Kommission angehört, ist erschiene». cht Öffnung des„Theaters im palmenhiws' , ,5m ehemaligen Kabarett der Komiker wurde ein neues Theater Afnet. Direktor ist Artur Bardo», ein m Budapest sehr ge- �hter Regisseur. Zur Weih« des kleinen und überfüllten Hauses Heinrich Mann« Komödie„B t b i» Jugend 4928" spielt. Der Beifall galt dem Schriftsteller, den wir so hoch —n. er konnte nicht dem ganz mißlungenen schwächlichen Stück« M. H. Vorsitzender Hugenberg. Run wird er die Oeutschnaiionale Partei einwickeln! Aus dem Leben Husmanns. Oie(Sachverständigen im Primanerprozeß über das Obduktionsergebnis. Zu der nichtöffentlichen Sitzung, zu der auch die Presie nicht Zutritt fand, wurden die Sachverständigen über den Obduktionsbefund der Leiche des Ennoedeien»«Nammen. Di« Sachverständigen sagten au», daß mit dem Messer die Tai auegeführt sein könne. Es müsse«in Täler gewesen sein, der mindesten» gleich stark gewesen fei wie Daube. Ob der tödlich« Schnitt in liegender oder stehender Stellung ausgeführt wurde, darüber gehen die Ansichten der Sachverständigen auseinander. Der Schnitt. der die Schändung verursacht habe, brauche nicht mit besonderer Geschicklichkeil ausgeführt zu fein, er könne auhrrordentlich rasch durchgeführt zverden. Der Täter Hobe sich nicht unbedingt bei der Tat mit vlut besudelt. Die Drefsevertreter richlelea an den Vorsitzenden des Schwurgerichts beim Landgericht Esse» ein Schreiben in dem gegen den vorübergehenden Ausschluß von den Verhandlungen Einspruch erhoben wird. Essen. 22. Oktober 1928. Nach Wiedereröffnung der Sitzung, die weiter geheim blieb, zu der aber die Presls« zugelossen ist. bat der Borsitzende. Landgerichtsrat Anger, nochmals, über die nun folgenden Berneh- imngen mit größter Behutsamkeit zu berichten, um eine Schädigung der Jugend zu verhindern. Im Laufe- der Verhandlung bestritt der Angeklagt« entschieden� zu Mitschülern eine Freundschaft unterhalten zu haben, die über den Rahmen einer normalen Männerfreundschaft Hinausgegongen sei. Zum Beweise hierfür führte der Angeklagte an, daß er fast zwei Jahre lang mit einem jungen Mädchen in platonischer Form verkehrt Hab«. Er habe bei dieser Freundschastsbcziehung sehr vorsichtig sein müssen, da es die Pflege- «ltern, die Schule und die Leiter des B i b e l k r e i s e s ihm wie seinen Mitchülern verboten hätten, sich öffentlich mit Mädchen zu zeigen. Husmann äußerte sich dann zu den Punkten der Anklage, die ihm Graujamkeit gegenüber Tieren vorwerfen. Er erklärte, daß er im Gegenteil dafür eingetreten sei. daß man die gefangenen Kotzen, die den Vogrlbestond im Garten zerstörten, nicht ertränke, weil sie zu viel litten.„Ich bat den Onkel, die Tiere zu erschießen, habe sie dann begraben und ihnen Blumen auf das Grab gepflanzt." Auf den Bor- halt des Vorsitzenden, daß Husmann einmal eine tote Kotze photo- graphiert hätte, erwiderte der Angeklagte, daß er die Bilder seinen Brüdern geschickt habe, zum Zeichen dafür, daß er„diesen großen Burschen" erlegt habe, dem man schon lange ausgelauert Hab«.— Weiter wehrte sich der Angeklagte gegen den Vorwurf der Anklag«. daß er in der Schule mit schwächeren Schülern„herumgealbert" habe. — Vors.: Sie sollen häßlich von ihren Lehrern gesprochen haben.— A n g e k l.: Ich Hobe wohl mal die Lehrer„Esel" oder„alter Idiot" genannt, aber diese Ausdrücke gebraucht doch jeder Schüler mal.— Dem Angeklagten wurde dann vorgehalten, er habe H e l m u t h Daube beim Spiel einmal sehr hart behandelt, als er ihn in den „Schwitzkasten" genommen, d. h. daß er den Kopf des andern zwischen Arm und Körper gepreßt habe. Husmann gibt das zu. be- teuert aber, daß die- ohne Nebengedanken, nur im Spiel geschehen sei. Man erörterte dann die Freundschaft, die zwischen H e l m u t h Daube und der P f l e g« s ch w e st« r Ilse de» Angeklagten be- stand. Husmann verneinte sehr bestimmt, daß er seinen Freund, der Ilse sehr geliebt und auch mit anderen Mädchen Beziehungen ge- hobt habe, von Ilse zu trennen versucht habe, um Daube mehr an sich zu fesseln. Husmann erklärte vielmehr, die Freundschaft Helnmths mit Ilse gefördert zu haben. Zur Unterstützung dieser Darstellung verlas der Vorsitzende eine vom verkeidiger überreichte Karte, die Husmann an ein«„Mieze" zum Geburtstag geschrieben hat. in der er ihr seine Liebe beteuert und bedauert, daß es nach der Abreise der jungen Dame keine Miezekatze mehr in Gladbeck gäbe.— Als erster Zeuge in diesem Fragenkomplex wurde dann Studienrat Baus« aus Gladbeck vernoinrnen, der als Leiter des Gymnasiums Husmann als einen Schüler schildert, der ein gutes Betragen gezeigt habe»nd immer fleißig gewesen sei. Vors.: Haben Sie Klagen über Roheit von ihm gehört?— Zeuge: Niemals.— Die Freundschaft mit Daube hat der Zeuge immer für harmlos und normal ge- halten. Beide hätten schon deshalb zusammengehalten, da beider Väter Rektoren waren. Der Zeuge verlos dann einen Bericht der Schulprüfungskommission vor der Abiturientenprüfung, dt« den An» geklagten als einen sehr höflichen und zuvorkommenden Menschen schildert, der durch seine Liebenswürdigkeit sich allgemein« Sympathie erworben habe. Der Zeuge hat bei Ausflügen mit Husmann und Dgub« im gleichen Raum geschlafen, ohne irgend etwas Ausfallendes zu bemerken. Den ermordeten Helmuh Daube schildert« der Studien« rat als einen sehr fleißigen Schüler von tadellosem Charakter.„Noch der Tat besuchte mich Husmann in meinem Amtszimmer. Er beklagte sich über die Untersuchungsart gegen ihn. Ich hott« von diese« Jungen Mit den klaren Augen durchaus den Eindruck: Das ist kein Mörder." Zum Schluß der Sitzung, in der sich die Sachverstandigen über die wahrscheinliche Ausführung des Mordes, über den Obduktion«- besund usw.. äußerten, kann zusammenfassend gesagt werden, baß die Sachverständigen der Ansicht waren, die Tötung könne«ögticher- weis« mit dem Messer ausgeführt sein, da» da» Gericht beschlagnahmt hat und von dem Husmann und fein Pflegevater behaupten, daß es der Angeklagte auf der nächtlichen Diebesjagd geraume Zeit vor der Mordtat verloren habe. Der Tater müsse nach Ansicht der Sachverständigen ein ziemlich kräftiger Mensch gewesen sein. Darüber. ob die Ermordung Daube» in stehender oder liegender Stellung er» folgt ist, gehen die Ansichten der Sachverständigen auseinander. Dia Schändung der Leiche hätte keiner besonderen Kunst bedurft. Man war auch der Aussossung, daß der Täter bei dem ganzen Morde sich nicht sehr mit Blut befleckt haben müßte. Darauf wurde die Sitzung auf Mittwoch oertagt. Oer anonyme Brief ein Schwindel. Am Sonnabend vormittag hat bekanntlich der Dater de» Er» mordeten. Rektor Daube, einen onomMen Brief erhalten, des In» Halts, wonach Husmann unschuldig und der Täter ins Ausland ge- flüchtet fei. Der Ueberbringer des Briefes hat nunmehr ein- gestanden, den Brief selbst geschrieben zu haben. E« handelt sich p m«inen Dummenjungen st reich. * Der Husmann-Prozeß wird wahrscheinlich noch bis Ende nächster Woche dauern. Da» Gericht will in dieser Woche«ine große Anzahl von Zeugen unter Ausschluß der Oesientlichkeit über dl« Charaktereigenschaften de» Angeklagten, über die Freundschaft zwischen Husmann und Daube und ander« damit in Zufammenhsng stehende Dinge vernehmen. Der Borfitzende hofft, dies« vernehmun- gen bis zum kommenden Sonnabend abschließen zu können. Der nächst« Montag soll dann zur vorbereiwng der Plädoyers sitzungsfrci bleiben. Für die Anträge der Stootsonwall« schaft und dos Plädoyer des Verteidigers sind dann der Dienstag und Mittwoch anberaumt worden, während da» Urteil am Don» n« rs t a g oder Freitag nächster Woche zu erwarten ist. Bayerische Hausbesitzer. Sine Palastrevolution gegen die bayerische Finanzpolitik. München. 22. Oktober.(Eigenbericht.) Der Landesverband der bayerisch«« Grund- und H-ta ut? b e s Tg e r v e r e i n e, dessen Mitglieder in übergroßer Majorität den Rechtsparteien nahestehen, hielt am Sonntag in Rothenburg o. d. Tauber seine Jahresversammlung ob. Sie erhielt im Zeitalter der Vereinheitlichung de» Reiche» und der Länder- konfererij} eine bemerkensipert politische Bedeutung dadurch, daß es im Haupircferot zu einer unerwarteten Liebeserklärung der bayerischen Hausbesitzer an da» Reich kam. Unter scharfen Ausfällen gege-l die Finanzpolitik der bayerischen Regierung beklagte sich im Namen der Derbändslcitung und der Mitglieder der erste Lorsitzende des Grund- und Hausbesigeroerelns München(Seyfried) darüber, daß Bayern neben Mecklenburg und Sachsen die Mietzinssteuer am höchsten, nämlich mit 76 Proj. der Friedensmiete, ausschöpfe und außerdem als einziges Land das Reichsgesetz über die Senkung der Realsteuern vom April IM? nicht ausführe, sondern die Mietzinssteuer noch erhöht habe. Wörtlich erklärt« er:„Unter diesen Umständen ist e» begreiflich, Venn der bayerische Hausbesitz sein Heil mehr bei der Reichsregie- r u n g trotz deren Linkseinstellung sucht al« in Boyern. zumal die bayerisch« Regierung den Steuervereinheittichungsbestrebungen de« Reichs schärfsten Widerstand entgegensetzt. Der bayerisch« Haus- besitz sieht ober nicht ein, warum er die Kosten für diesen bayerischen Partikularismus tragen soll." Lebhaftes Sehr richtig! und stürmische Bravorufe bestätigten die große Mißstimmung über die Finanzpolittk der bayerischen Regierung. Der preußische Staatsrat, der am Dienstag zu einem auf einige Tage berechneten Sitzungsabschnitt zusammentreten wird, hat u. a. auch zu dem Entwurf über ein Warthe. Netzebruch- Gesetz Stellung zu nehmen. Die Notwendigkeit dieser gesetzlichen Regelung ergibt sich au» den schweren Wasserschäden, die fort- dauernd im Warthe-Netzebruch eingetreten sind. Der Kampf mit der Nordwestlichen Die Verhandlungen vor dem Schlichter. Düsseldorf, 22. Oktober. Heute morgen fanden unter dem Vorsitz des vom Reichsarbeitsministerium bestellten Schlichters, Oberlandesgerichtsrats Dr. Jötten, die Schlichtungsverhandlungen für die nordwestliche Gruppe statt. Zu Beginn der Berhandlungen gaben die Gewerkschaften die Erklärung ab, daß sie vor Eintritt in die Schlichtungsverhandlungen eine zurücknahme der Kündigungen verlangen müßten. Die Arbeitgeber beantworteten dieses Verlangen der Gewerkschaften mit folgender Erklärung: „ Die Gewerkschaften haben am Ende der Einigungsver. handlungen der Parteien am 3. und 11. Oftober das Angebot der Arbeitgeber als nicht ernst zu nehmen abgelehnt. Sie haben ihre Forderungen in voller Höhe als unabänderlich aufrecht erhalten mit der Begründung, daß die von Arbeitgeberseite vorgelegten Zahlen nicht kontrollierbar und infolgedeffen für fie auch nicht beweiskräftig seien. Die angebotene treuhänderische Nachprüfung durch eine berufene Stelle wurde von Arbeitnehmerseite ausdrücklich abgelehnt. Damit waren nach widersprochener Feststellung am Schluß der Sigung alle Verständigungsmöglichkeiten zwischen den Parteien erfchöpft. Da die Werke bei der schon an und für sich außerordenlich gespannten Selbsttoftenlage weder die Unsicherheit eines tariflosen Zustandes noch eine über ihr Angebot hinausgehende Cohnerhöhung fragen fönnen, mußten fie am 13. Oftober, als dem letzten gemeinfamen Kündigungstermin, durch allgemeine Kündigung die AusSperrung zum 1. november vorbereiten. Die Arbeitgeber haben ihr Angebot an die Gewerkschaften aufrecht erhalten und stets befont, daß fie fich dem Schlichtungsver. fahren nicht entziehen wollen. Eine Zurücknahme der Kündigung kommt für die Arbeitgeber nicht in Frage." Auf die Arbeitgeberertlärung erwiderten die Gewerkschaften durch folgende durch Bezirksleiter Wolf für alle drei Richtungen abgegebene Erklärung: „ Die Arbeitgeber haben in ihrer Gegenerklärung die Tat sache, daß sie in der vergangenen Zeit vor Erschöpfung jeder Berhandlungsmöglichkeit die Zurüdnahme bereits angeordneter Kampfmaßnahmen zu spät ablehnten, nicht beftritten. Daß die Arbeitgeber trotz dieser Einstellung die kündigung der Arbeiter nicht zurücknehmen, zeigt, daß sie die Ge samtlage absichtlich verschärfen. Die Arbeitnehmer unterbreiten dehalb das Vorgehen der Unternehmer in diefem Streitfall der gesamten Deffentlichkeit zur Beurteilung. Die Arbeitnehmervertreter bemerken zu der bekannten Ablehnung eines Treuhänders zur Nachprüfung der von den Unternehmern vorgelegten Zahlen, daß eine Nachprüfung in dieser Zeitspanne wie im vorliegenden Falle unmöglich war. Wir find bereit, unabhängige Personen in Zukunft mit der Nachprüfung zu betrauen, die jowohl vom Arbeitgeberverband als auch von den Gewerkschaften vorgeschlagen werden. Wenn eine tariflose Zeit von den Unternehmern nicht gewünscht wurde, so steht das in Widerspruch zu den Ausführungen des Herrn Raabe bei den früheren Berhandlungen. Das Angebot der Arbeitgeber vom 11. Ottober tann nicht Gegenstand weiterer Berhandlungen sein, weil nach den eigenen Angaben die Unternehmer die Zahl der in den Genuß dieses Borschlags kommenden Arbeiter etwa 2000 von insgesamt 200 000 Arbeitern beträgt. Das würde bedeuten, daß bei zufünftiger praktischer Durchführung die Arbeitgeber bestimmen mürden, wer voll leistungsfähig ist.. Wenn trotzdem die Arbeitnehmer an den abgelehnten Schlich.| fungsverhandlungen teilnehmen, so deshalb, weil sie im Intereffe der Arbeiterschaft und der Allgemeinheit bereit sind, eine Klärung der Streitfrage herbeizuführen." Diese zweite Erklärung der Gewerkschaften bildete Gegenstand. mündlicher Auseinandersetzungen, bei denen die Arbeitgeber die kündigung damit zu entschuldigen versuchten, daß fie die Rücknahme von Kampfmaßnahmen in der Vergangenheit nur bei wilden" Bewegungen gefordert hätten. Um die Mittagsstunde wurde zur Bildung der Schlichter tammer geschritten. Ihr gehören von jeder Seite 7 Personen an. Arterien- Verkalkung frühzeitiges Altern, Gicht, Rheuma sind in der heutigen Zeit keine seltenen Erscheinungen. Durch rechtzeitige Anwendung von Radiosclerin( DRP. 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Der Vorsitzende des Deutschen Metallarbeiterverbandes Reichstagsabgeordneter Brandes nahm am Montag in Dortmund in einer überfüllten Metallarbeiterversammlung zum Metallton flift Stellung. Er versicherte, daß der Metallarbeiterverband in der Lage sei, seine Mitglieder über einen wochenlangen Kampf gut hinwegzubringen. Der Bezirksleiter des Deutschen Metallarbeiterverbandes Wolf Essen erklärte, die Industriellen feien es gewesen, die bei den Lohnverhandlungen den Versuch gemacht hätten, die Lohnfrage mit der Arbeitszeitfrage zu verquiden. Hierauf werde sich der Metallarbeiterverband auf keinen Fall einlassen. Die Krupps hen Bezirksleitungen hätten ihren Leuten den Vorschlag gemacht, eine Wertsgemeinschaft zu gründen. Dieser Vorschlag sei ebenso abzulehnen wie das Unter schreiben einer Erflärung, wodurch fich die Arbeiter verpflichten sollen, unter den bisherigen Bedingungen noch ein Jahr zu arbeiten. Der Christliche Metallarbeiterverband hat seine Mitglieder angewiesen, sich auf einen längeren Rampf vorzubereiten und, da die Dauer der Bewegung nicht zu übersehen sei, nur die allernotwendigsten Einkäufe vorzunehmen. Bertagung der Berhandlungen auf Donnerstag. Düffeldorf, 22. Offober. Die bei den Schlichtungsverhandlungen in der Eifenindustrie der Nordwestgruppe heute gebildete Schlichterlammer, die nach mittags um 2% Uhr zufammentrat, verlagte gegen 8 Uhr abends die Verhandlungen auf Donnerstag, den 25. Oktober. Der Textilarbeiterkampf. Eine Erklärung der Arbeitnehmerverbände. Der Beirat des Deutschen Tertilarbeiter- Berbandes hat am Textilindustrie Stellung genommen. Die vor einigen Tagen Sonntag zu dem Schiedsspruch für die München- Gladbacher durch die Bresse gegangene Meldung, wonach die Arbeiterverbände des Tertilbezirks München- Gladbach, Rheydt und Umgebung den Schiedsspruch bereits abgelehnt haben sollten, war falsch. Nicht die Arbeiterverbände", sondern die Arbeitgeber verbände hatten den Schiedsspruch abgelehnt, da die Verhand lungen, aus denen der Schiedsspruch hervorging, für sie eine moralische Hinrichtung wären. Der Berbandsbeirat hat zur Aussperrung und zum Schiedsspruch einstimmig, einen Aufruf Dundersen Organisation unterzeichnet wurde: angenommen, der auch von der christlichen und Hirsch Nach der Brandmartung des vertragsbrüchigen Berhaltens der Unternehmer in München- Gladbach stellt der Aufruf fest: In dem von Amts wegen eingeleiteten Schlichtungsverfahren für Düren und den München- Bladbacher Tarifbezirt haben die Ge mertschaften infolge des einmütigen Zusammenstehens der Textilarbeiterschaft Erfolge prinzipieller Art au verzeich nen, deren günftige Auswirtung fich für die Arbeiterschaft zeigen wird. 1. Der geplante Lohnabbau der Unternehmer ist ab gemehrt, mas gleichbedeutend mit einer Berhütung der Schmälerung des Berdienstes um 12% Broz. ift. 14-6 2. Die Gemertschaften haben die Berlängerung des alten Tarifvertrages in unveränderter Form ebenfalls abgewehrt. 3. Das Prinzip der Arbeitgeber, auf der ganzen Linie feine Lohnerhöhung zu geben, ist dadurch durchbrochen, daß in Düren eine Lohnerhöhung von 4½ Broz. auf alle Tariflöhne, in München Gladbach eine solche von 5 Broz auf die Zeitlöhne erfämpft murde. 4. Die Attorblohnregelung fonnte aus dem varia blen Berhältnis aufeine sichere Basis gestellt werden. 5. Die Abbautlaufel ist gefallen. 6. Der Prozentjag ist vom 60. auf den 70. gesteigert worden. 7. Die bisher gewährten vier arbeitsfreien Ferientage wurden auf sechs arbeitsfreie Ferientage festgelegt. Dies ist das Ergebnis des großen Kampfes der Tertilarbeiter im Rheinland. Bei Beurteilung der Frage, ob den Schiedssprüchen von den der beteiligten Organisationen im Verein mit ihren Beiräten b schlossen, diesen Schiedssprüchen ihre Zustimmung. geben. Sie dokumentieren mit diesem Schritt die dadurch geschi unternehmertums in Deutschland. lich festgehaltene prinzipielle und moralische Niederlage des Tert Tertilarbeiter und Textilarbeiterinnen! J habt vor einer großen Kraftprobe geftanden. Ihr habt diese Kra probe musterhaft in vollster Disziplin bestanden. Nur dann, we ihr euch nach wie vor weiter um die Fahnen eurer Verbände scha werdet ihr derartige Machtproben des Unternehmertums genau abwehren können, wie es in dieſem geschichtlichen Augenblick d Fall gewesen ist! Köln, 22. Oftober. Im Lohnstreit der Dürener und München- Gladbacher Teg industrie sind die Parteien zu morgen vor den staatlichen Schlicht Oberlandesgerichtsrat Dr. Jötten( Köln) geladen worden. Angestellte der Groß- Berliner Metallindustrie! Der Schiedsspruch über den neuen Manteltarifvertr Dom 26. September 1928 ist für verbindlich erklärt morde AfA Metallfartell: Günther, Jäger, Lange. Tarifverhandlungen in der Geeschiffahrt. Die Seeleute haben ihren Heuertarif zum 31. Oftober gefündi und forderten dessen Berbefferung. Da die Vertreter der Berband der Reeder jegliche Berbefferung ablehnten, sondern verlangten, der ablaufende Heuertarif unverändert verlängert werden fo baben die beteiligten Organisationen der Seeleute beim Reid arbeitsministerium Schlichtungsverhandlungen beantragt. Die Knappschaftswahlen in Oberschlesien. 舍 ถ Gleiwik, 22. Oftober. S D Das vorläufige endgültige Ergebnis der am Freitag im obe di schlesischen Industriebezirt durchgeführten Knappschaftswahlen fte u fich wie folgt: der Berband der Bergarbeiter Deut lands erhielt 47 Weltestenmandate, der Christliche Gewer 1 Mandat. Bei den Angestellten erhielt der GdA. 8 Aeltestensi schaftsbund 16, der polnische Berufsverband 6 und Hirsch- Dund der Reichsverband der Bergbauangestellten 7, der AfA- Bund Der Streif in Marseille. g be m g fe Paris, 22. Oftober.( Eigenbericht.) R R Der Streit der Matrosen und Schiffsangestellte Marseille dauert unvermindert an. Das Ministerium der öffen lichen Arbeiten versucht, den Dienst nach Korsika, Tunis und 2 gerien durch Matrosen der Kriegsmarine sicherstellen zu lassen. die nach dem nahen und fernen Osten bestimmten Dampfer ist solches Arrangement freilich unmöglich. Im Hafen von Marsei marten zurzeit etwa 7000 Basiagiere auf ihre Abreise. Auch Montag fonnten feine Dampfer auslaufen. Freie Gewerkschafts- Jugend Groß- Berli K Seute, Dienstag, 1914 Uhr, fagen pie Gruppen: Landsberger Bla Stuppenheim Jugendheim Dieffetmenerstr. 3. Bortrag: Was woll ja mit als FG3.7 Frankfurter Allee: Etädt. Jugendheim gita Straße 18 Simmer 2. Literarischer Abend: Tolstoi und fein Wert." No J freis: Gruppenheim Jugendheim Graun, Ede Lorgingstraße. Kreismädd abend. Szeptem: Gruppenheim Schule Bilbenbruchstr. 33-54( Sortzimmer R Jahrfünftfeier auf Burg Treptow. Südosten: Gruppenheim Jugendheim Berlehrsbundes, Engelufer 24-25, Aufgang B, part. Verkehrsbundver Spenben: Gruppenheim Stäbt. Jugendheim Lindenufer 1. Bun Abend. Rev- Lichtenberg: Jugendheim Hauffstraße, an der Leffingstra Luftiger Abend. Befichtigung des Hauses ber Berliner Gewerkschaften einem einleitenden Bortrag des Rollegeu Ernst Sprung über Die Geschichte Berliner Gemertschaftshauses". Treffen um 19 Uhr auf dem 2. Sof des Ge mertschaftshauses, Engelufer 24-25. Achtung, Boranzeige! Bollsbühne ic matinee am Sonntag, 28. Ottober. Mitwirkende: Boltsmusikhochschule Che lottenburg, Sprech- und Bewegungschor der Bollsbühne. Eintrittspreis 80 G Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angeftelli Seute, Dienstag, findet folgende Beranstaltung statt: Rorbweft: Jugen beim Lehrter Str. 18-19. Bir üben Bollstänze. Boltstangturfus der Schule Baruther Str. 20, pünktlich 19½ Uhr. Leichte Hallenschuhe m bringen. Alle Jugendmitglieder find eingeladen. Berantwortlich für Bolitik: Dr. Gurt Geyer; Wirtschaft: 6. Klingelhöf Bewertschaftsbewegung: Friebr. Ekkorn: Feuilleton: Dr. John Schilowski: Lotal and Gonftiges: ris Raritäbt: Anzeigen: Th. Glede: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwarts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbrude und Berlagsanftalt Baul Ginger u Go., Berlin SW 68. Lindenstraße Sierzu 1 Beilage unb Unterhaltung und wiffen". Ich kann Hag nicht mahn [ 586] Der Unterzeichnete bestätigt Ihnen gerne, daß seine Frau vor 4 Jahren an nervösen Magenstōrungen litt und oft in der nacht durch starkes Berzklopfen am Schlafen verhindert wurde. Auf ärztliches Anraten mußte sie deshalb auf den vielgeliebten Kaffee verzichten. Wir versuchten es dann mit Kaffee Bag und ich darf Sie heute nach so langer Erfahrung versichern, daß meine Frau seither unter den erwähnten Störungen nicht mehr leidet und ich selbst von den angenehmen Wirkungen dieses Kaffees profitiert habe. Seit 4 Fahren gibt es deshalb in unserer Famille nur Kaffee Bag. Emil Schmidt ( 723) ist mir Hag int immer gut ( 915) entbehren [ 985] Jch trinke seit einiger Zeit, durch die Nachfrage aufmerksam gemacht, selbst Jhren Kaffee Bag und bin sehr zufrieden damit, sodak ich nicht davon lassen möchte. Marie Witter [ 723] Wie Sie Ihr Herr Berke richtig unterrichtet hat, bin ich seit bekomm dem ahre 1913, wo ich Kaffee Ich möchte nicht davon lanen Bag in einem Privatspital in Basel kennen lernte, eine sehr begeisterte Kaffee Bag Trinkerin. Aus voller Ueberzeugung habe ich immer allen Herzkranken Ihren Kaffee empfohlen. Ich bin selbst seit vielen Fahren etwas herzleidend und hat mir auch starker Kaffee Hag nie Beschwerden gemacht. Frau A. Booz Aus dem Brahlo der Kaffee Bandels Aktiengesellschaft, Bremen 111 23 31 111 DO 34 Bu be ni 93 de 21 b In 19 G fr TU fd P be D 0 je In 1114 fid