Nr. 298. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neve Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Defterreich Ungarn 2 M., für das übrig: Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Beitungs Preisliste = 1 für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Betttzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Bfg. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Somm und Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Die Reaktion in Sachsen. I. Sonnabend, den 21. Dezember 1895. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Das Königreich Sachsen gehört seit Jahrhunderten zu den ökonomisch vorgeschrittensten Ländern Deutschlands. Das ist nicht das Verdienst seiner Fürsten, sondern das Produkt einer Entwickelung, zu der seine geographische Lage, der Reichthum seiner Bodenschäße an Silber, Erzen und Kohlen und die Intelligenz seiner Bevölkerung ziemlich gleichmäßig mitwirkten. Auf dieser vorgeschrittenen ökonomischen Grundlage entwickelte sich frühzeitig ein höheres geistiges Leben und entstanden politische Bedürfnisse, die Sachsens staatliche Gewalten zwangen, mehr und früher als anderwärts dem Strome der Zeit Rechnung zu tragen. Die unerwartete Unterbrechung und Wendung, die recht auch für die Wahlen zum preußischen dieser Kampf in Sachsen und ganz Deutschland, durch den Landtag eingeführt werde." von Bismarck 1866 provozirten deutschen Bruderkrieg bekam, Ach! wo find sie hin die schönen Tage von Arander mit dem Ausschluß Desterreichs aus Deutschland und juez, wo ein Bennigsen und ein Mann wie Miquel, der Konstituirung des Norddeutschen Bundes unter Preußens der ehemalige Kommunist und Atheist, für die deutsche Präsidium endete, legten der sächsischen Regierung nabe, jetzt Freiheit und das allgemeine Stimmrecht freiwillig auf Einrichtungen zu verzichten, die sie bis- schwärmten? her hartnäckig vertheidigt hatte. War doch das Land eben Aehnlich wie jenen erging es den sächsischen Liberalen mit genauer Noth der Annexion an Preußen und das von 1866. Damals noch halbe Idealisten, sind sie heute Haus der Wettiner seiner Depossedirung durch die Hohen- jammernde Pessimisten, die gleich den Miquel und Konsorten zollern entgangen, und gab es doch im Lande eine einfluß- bis an den Hals im Sumpfe der Reaktion waten und reiche Partei, die sehulichst die Annexion herbeigewünscht die schmutzigsten Handlangerdienste für sie verrichten.. Damals genügte in Sachsen ihrer Ungeduld die allhatte und noch wünschte, und nur durch die freundliche Vorsorge Bismarck's in der Person ihrer Häupter einer gemein gehaltene Zusage der Throurede für ein neues Anklage auf Hoch- und Landesverrath entging. Wahlgesetz nicht, und so brachte ein Theil von ihnen, die So fand die Reformation und die mit der Reformation In dieser Zeit der schweren Noth fand es die Staats- Abgeordneten Koch, Dr. Müller, Walther und Jordan in Hand in Hand gehende revolutionäre Bewegung der Klein- gewalt Sachfens für gerathen, die Folgen des Verfassungs- der Sigung des sächsischen Landtags vom 16. November bürger und Bauern in Sachsen mit den lebhaftesten Widerhall; bruchs von 1850 so gut wie möglich aus der Welt zu 1866 folgenden Antrag ein: Die Kammer wolle beschließen: im Hinblick auf die bekam die in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts im schaffen. Die Thronrede, mit welcher der sächsische Ständedeutschen Bürgerthum sich bemerkbar machende Bewegung Landtag im Herbst 1866 eröffnet wurde, kündigte eine in der Thronrede noch für den gegenwärtigen Landtag angefür konstitutionelle Verfassungs- Einrichtungen und für die Aenderung der Verfassung und des Wahlrechts für die kündigten Vorlagen über die infolge der veränderten Schaffung einer deutschen Nationaleinheit in Sachsen die Stände an mit ausdrücklichem Hinweis auf die veränderte Bundeseinrichtungen nothwendig werdenden Umänderungen träftigste Unterstützung. Alle diese Bewegungen waren Situation, die namentlich durch die Gewährung des all- der Verfassungsurkunde und des Wahlgesetes die Er vorwiegend demokratische. gemeinen gleichen direkten Wahlrechts für die dorals be wartung auszusprechen, daß diese Gesezentwürfe Sachsen trat infolge hiervon mit in die erste Reihe vorstehenden Wahlen zum konstituirenden Norditu.shen den Grundsägen des aus den Berathungen des Norddeutschen Parlaments hervor. der deutschen Staaten, die eine konstitutionelle Verfassung Reichstag geschaffen war. erhielten, die, allerdings nicht ganz im Einklang mit der Innerhalb der sächsischen Liberalen gab es gehenden Wahlgesetes, sowie den be= Entwicklung des Landes, einen ständischen Charakter bekam. eine starke Partei, die bisher stets die Wiedereinführung rechtigten Wünschen des Volts nach freis Das Jahr 1848 sah wieder die große Mehrheit des des Wahlgesetzes vom November 1848 verlangt hatte, und sinniger Erweiterung der Grenzen der fächsischen Voltes auf seiten der revolutionären Bewegung zwar mit dem Hinweis auf dessen Rechts beständig Stimm Berechtigung und wählbarkeit für die Freiheit und Einheit Deutschlands eine Beteit. Jenes Wahlrecht war sowohl allgemein wie direkt. Es und nach zeitgemäßer Zusammensetzung wegung, die sich sturmartig über das ganze Land ver- gewährte jedem männlichen sächsischen Staatsangehörigen, der Boltsvertretung entsprechen werden." Dieser Antrag wurde einer Deputation( im sächsischen breitete und im Dresdener Maiaufstand des Jahres der das 25. Lebensjahr vollendet hatte und selbständig war, 1849 für die Vertheidigung der Reichsverfassung ihren Höhe d. h. einen eigenen Hausstand besaß, das aktive und passive Landtag heißen die Kommissionen: Deputationen) überpunkt erreichte. Wahlrecht. Es kam also dem jetzt für den Deutschen wiesen, die in der Sigung vom 6. Dezember 1866 Bericht Dem Niederwerfen der revolutionären Bewegung folgte Reichstag geltenden Wahlrecht ziemlich nahe und ging erstattete und vorschlug, den Antrag in folgender Fassung die ebenso feige wie grausame Verfolgung ihrer Anhänger weiter als irgend ein Wahlrecht, das zu jener Zeit von der anzunehmen: Die Kammer wolle beschließen: im Hinblick auf die und Vertheidiger, folgte der Staatsstreich, der die Er Regierung und der Kammer zu erwarten war. rungenschaften der Revolutionsjahre mit einem Federstrich Aber auch der Theil der sächsischen Liberalen, der in der Thronrede noch für gegenwärtigen Landtag an auszulöschen drohte und jene Reaktion hervorrief, die mit ber eit war, das früher Geschehene zu vergessen, und sich gekündigten Vorlagen über die Umänderungen der Ver den Namen Beust und Waldheim der Ort für das nicht an das Wahlrecht von 1848 flammerte, forderte fassungsurkunde und des Wahlgesetzes auch ihrerseits der Zuchthaus, in dem die von den Schergen der„ Ordnung" damals ein Wahlrecht, das sich möglichst dem Ueberzeugung von der Nothwendigkeit Ausdruck zu verurtheilten Revolutionäre auf das grausamste behandelt für den norddeutschen Reichstag gelten geben, daß diese Gesezentwürfe den Grundsätzen der wurden für immer verbunden ist. den Wahlrecht anschließe." Man fonnte es in fünftigen Verfassung des Norddeutschen " = Aber scheinbar niedergeworfen erhob sich die Bewegung jener Zeit der nationalen Begeisterung" seitens unserer Bundes, sowie den berechtigten Wünschen sofort wieder, sobald die Zeiten günstiger wurden. Die Liberalen schwer begreifen, daß in den Einzelstaaten auf nach zeitgemäßer Zusammensehung der neue politische Bewegung in Deutschland, die mit dem die Dauer ein Wahlrecht bestehen solle, das sich wesentlich Voltsvertretung entsprechen." Nach längerer Debatte über diesen Vorschlag wurde Jahre 1860 begann, fand in Sachsen ihr stärkstes Echo. von dem für den Reichstag geltenden unterscheide.. Hier hatte der Haß gegen das herrschende Regiment seine So veröffentlichten auch damals die preußischen auf Antrag eines konservativen Abgeordneten über die tiefsten Wurzeln geschlagen, war das Verlangen Nationalliberalen einen Aufruf, der von Bennigsen, Worte: nach nationaler Einheit, dank ungemein vor Gneist, Laster, Miquel, Twesten 2c. untergeschrittenen kapitalistischen Entwickelung, am lebhaftesten, zeichnet war, in dem sie das allgemeine, gleiche, und wurde insbesondere der Kampf gegen die 1850 mit dirette und geheime Wahlrecht für das besonders abgestimmt. Diese Worte wurden mit 42 gegen Hilfe des Staatsstreichs oftronirte Ständeverfassung mit fest est e Bollwerk der Freiheit" erklärten 32 Stimmen angenommen, und zwar stimmten sämmt= wahrer Erbitterung geführt. und verlangten, daß ,, ein ähnliches Wahl- liche liberale Abgeordnete dafür, neben einem 13 Clotilde. der Roman aus der Gegenwart von H. W. M. von Walthausen. Friedrich ging ihr so weit entgegen, daß er zum Hause „ den Grundsätzen der künftigen Verfassung des Norddeutschen Bundes, sowie" " Der englische Major ist aber frant," sagte er. " Sagt er das? Krank? Desto besser." Wie?" " als Nun dann reist er bald ab, denn er wird doch nicht Kranter auf Besuch bleiben." Wenn ich das Trinkgeld dazu rechne, was mir der ( Nachdruck verboten.) zurücksehen und von diesem aus gesehen werden konnte. englische Major giebt, wenn er diesmal fortfährt, dann Er war in seinem Sonntagsstaate. Da sah er sie um habe ich sogar einundfünfzig Thaler." die Ecke biegen, einen schönen Strauß in der Hand. Und wenn wir hundert Thaler zusammen haben, Wie fie daher getänzelt tam, neit und sauber, wird geheirathet, das ist einmal ausgemacht. Also mun los!" Brambach eilte, frohlockend, daß er nun ein reicher frisch und geröthet von dem raschen, weiten Gange, Mann sei, wieder ins Komptoir zu kommen und dabei zu da freute sich Friedrich und war stolz, daß solch ein Mädchen öffnen. seine Liebste war. In wenig Sprüngen war er an ihrer Es war aber niemand an der Thür. Auf der Treppe Seite. begegnete ihm Clotilde. Sie fehrte zurück um vom" Nun, Hannchen, wie gefalle ich Ihnen," redete er sie Vater eingelassen zu werden. Er konnte dem unschuldigen an, das ist der Anzug, in welchem ich Sie auf's StandesKinde vor Scham nicht in die Augen sehen. amt führe." „ Geh zur Mama," rief er im Vorbeigehen ihr zu,„ Ihr Ganz nett," sagte Hanne, indem sie an ihrer neuen müßt Euch dann anders anziehen." Halsschleife zupfte, aber sprechen Sie mir nicht vom StandesClotilde wollte ihm von der schönen Spazierfahrt er- amite, getraut wird man in der Kirche, sonst heirathe zählen und begann: Papa aber schon war Bram- ich nicht." bach verschwunden und die Thür hinter ihr geschlossen. " Na meinetwegen auch den Luxus. Sie haben wohl Sie fam Georgine sehr gelegen, die sie zu ver- schon den Strauß für mich dazu geholt?" schiedenen Handreichungen brauchte, und sich fürchtete" Der ist für den König, aber ich habe etwas noch viel allein zu sein. Nun?" 8. Der Hausbursche Friedrich hatte sein Hannchen zwar aus dem Hause gehen sehen, ihr aber Geschäfte halber nicht nacheilen können. Friedrich verlieh nicht allein den Druckbogen das atlasartige Aussehen als Satinirer, er hatte in bezug auf die Reinlichkeit das Departement des Aeußeren über sich, das heißt er fegte die Straße und war des Nachts Portier. Hannchen ließ ihm immer aus dem Departement für das Innere, das heißt aus der Küche, etwas Gutes zu fließen. Beide waren schon lange Zeit Liebesleute. Jm Bram bach'schen Hause wußte jedes um ihr zärtliches Verhältniß. Hanne wollte noch immer nicht zurückkommen. Schöneres." " Da sehen Sie nur, was ich vom englischen Major bekommen habe." Alle Wetter! Ein Perlmuttermuschel Portemonnaie mit Goldeinlage. Das laffe ich mir gefallen." " Der englische Major hat gesagt, das Portemonnaie soll unsere Sparbüchse sein und die Goldstücke sind für unsere Hochzeit. Hat er das gesagt. Sehen Sie, ich sage es ja auch immer, wir müssen heirathen." " Meine fünfzig Thaler sind nun voll, wie steht es denn mit Ihrem Heirathsgute?" " Sie wissen, Hannchen, im Sparen bin ich Ihnen ftets über." " Aber, Friedrich! Wenn er nun ernstlich krant wäre?" Dann müssen wir ohne sein Trinkgeld heirathen." In diesem Augenblick rollte eine elegante Equipage an den Beiden vorüber und mit den Worten:„ Das sind fie," sprang Friedrich von Hannchen's Seite und kam eben noch zur rechten Zeit vor dem Hause an, um den Kutscherschlag öffnen zu können. Es stiegen drei Herren in Frack, weißen Handschuhen, Zylinderhut und weißer Binde, aus. Es war die Deputation des hohen Rathes der Stadt, bestehend aus dem sehr energisch dreinblickenden Bürgermeister Dr. Gräß mit der goldenen Amtskette angethan, dem kugelrunden Bankier, Stadtrath Lilienstengel und dem sehr beweglichen Bürstenbinder- Obermeister Zapf als Vertreter der Stadtverordneten. Friedrich wollte die Herren führen, aber der Faktor Eichwald und der Maschinenmeister famen ihm zuvor. Eichwald begrüßte die Spitzen der Behörden sehr unters thänig. Auf Befragen des Bürgermeisters deutete er nach dem Druckereigebäude. Der Maschinenmeister übernahm die Führung, während Eichwald neben dem Bürgermeister ging. Friedrich schritt dem Zuge nach und freute sich schon darauf, wie die Herren erstaunen würden, wenn sie im Theil der konfervativen Abgeordneten; der übrige Antrag! Indem also gegenwärtig Regierung und Bourgeoisie! tanische Zollpolitik zu finden. Diese Anregung blieb unfand mit allen gegen 18 Stimmen Annahme. in Sachsen an stelle des direkten Wahlsystems das beachtet, bis Herr von Köller, ein Vertrauensmann der = = Die Für die Wahlen zum konstituirenden Nord- indirekte setzen wollen, sind sie, nach den eigenen Agrarier, preußischer Minister des Innern wurde. Mit deutschen Reichstag hatten die zum Bunde gehörenden Worten der Regierung von 1867, heute bestrebt, ein Herrn v. Köller scheint nun auch sein Erlaß über die ameriBoltsvertretungen der Einzelstaaten das allgemeine direkte Wahlverfahren einzuführen, durch das unvoll fanischen Versicherungs- Gesellschaften ins Grab zu sinken. Wahlrecht beschlossen. Mit Ausnahme von Preußen ständig und verfälscht" der Wille der Wähler Wenn andere Theile des Systems Köller das gleiche und Reuß sogar mit Diäten an die Abgeord zum Ausdruck kommt, obgleich, nach den Anschauungen der Schicksal hätten, so würde das deutsche Volk recht erfreut neten. Die Regierung hatte ebenfalls ihr Einverständniß Regierung von 1867, dadurch in politisch bewegten Zeiten- fein.mit dem Antrag ausgesprochen und brachte bald darnach und wir denken, wir leben in solchen wie kaum je zuvor- Ein wahres Grauen vor der neuesten Staatsretterei einen Wahlgefeßentwurf ein, der bis auf kleine Ab indirekte Wahlen nicht vor mißbräuchlichen Einwirkungen" überkommt unsere weiterblickenden und freidenkenden Gegner. änderungen später Gesetz wurde. Und zwar war die wesent- schüßen. So äußern sich die Grenzboten", das christlich- soziale lichste Aenderung, die die Kammern im Einverständniß mit Die sächsische Regierung von 1867 erläutert dann Wochenblatt: der Regierung vornahmen, daß der Zensus für die Ans- weiter in den Motiven", warum sie das Wahlrecht zwar Am allerverderblichsten wirkt der Versuch, die sozialdemo übung des Wahlrechts von 2 Thalern an jährlichen direkten ändern wolle, aber nicht das gleiche Wahlrecht wie zum tratische Organisation mit Hilfe des§ 8 der Verordnung vom Staatssteuern auf 1 Thaler herabgesetzt wurde, ein Zensus, Reichstag vorgeschlagen habe. Man wolle teine 11. März 1850( über die Verhütung eines u. f. w. Mißbrauchs des den bei dem gegenwärtig in Sachsen geltenden Ein- Klasse vom Wahlrecht ausschließen, sagt sie, Bersammlungs- und Vereinigungsrechts) zu sprengen. Organe aller Parteien, nicht einmal die Kartellparteien kommensteuergeseß diejenigen erreichen, die ein Jahres- aber dazu nur solche Personen berufen, die nach ihren ausgenommen, haben offen anerkannt, daß ohne solche einkommen von über von über 600 Mart haben. Abgesehen bürgerlichen Verhältnissen zu der Annahme berechtigten, daß Organisationen gar fein politisches Leben möglich ist, von diesem Zensus hat das Wahlrecht, wer ein bewohn- ihnen für die vorgedachten Aufgaben das erforderliche daß die politischen Vereine jeder Partei mit einander bares Grundstück besitzt. Im weiteren gewährte der Re- Interesse beiwohne." in Verbindung stehen und von einem Mittelpunkte aus, von gierungsentwurf direkte Wahlen statt der bisher Bekanntlich hat sich dieses erforderliche Interesse" bei einem Parteivorstande geleitet werden, daß demnach auf grund geltenden indirekten; er hob ferner die Verpflichtung auf, den Wahlen in Sachsen erst gezeigt, als die Sozialdemokratie diefer preußischen Verordnung alle Wahlorganisationen aufgelöst daß der Abgeordnete in dem Wahlkreis, in dem er gewählt auf dem Wahlkampfplay erschien. Jetzt erst trat seitens der und alle Wahlen dem Zufall preisgegeben werden könnten, wenn ward, seinen dauernden Wohnsiz haben müsse. Das Recht, Ordnungsparteien" eine Wahlbetheiligung ein, die halb- die gesprengten Organisationen nicht durch Geheimbündelei ersetzt zum Abgeordneten gewählt zu werden, wurde von der wegs der Bedeutung der Landtagswahlen entsprach. Vor- werden. In einem mittelparteilichen Blatte lafen wir freilich dieser Tage:„ Wir unfererseits hegen dergleichen Bedenken nicht; denn in Jahresleistung an direkten Staatssteuern in der Höhe dem glich die ordnungsparteiliche Wählerschaft einem Haufen dem preußischen Vereinsgefeße ist ausdrücklich gesagt, daß die Orts von 10 Thalern und vom vollendeten 30. Lebensjahr ab- fauler Karpfen, der im Schlamm sich wälzte, weil die behörde event. berechtigt, nicht aber, daß sie verpflichtet hängig gemacht. Hechte fehlten, welche die faulen Karpfen aus ihrer beschau- fei, gegen politische Vereine einzuschreiten", und die Mittelparteiler Wie die damalige zweite Ständekammer diesen Gesetzlichen Ruhe schreckten. haben ja ganz gewiß für sich nichts zu fürchten. Aber eben entwurf aufnahm, dafür sollen später einige Redeproben Des weiteren verschweigen aber die Motive der Res darin besteht das unhaltbare und die Mehrheit des Voltes folgen. Die damaligen Ausführungen stehen im gierung von 1867 nicht, daß, wenn auch das Gebiet der erbitternde dieses Zustandes. Daß sich die Parteien, die die schärfsten Gegensatz zu dem Verlangen der im gegen Bundesgesetzgebung einer und der Landesgesetzgebung Geschäfte der Regierung besorgen, oder deren Geschäfte die Regierung besorgt, allezeit der unbeschränktesten Bewegung er wärtigen sächsischen Landtag sigenden Vertreter der andererseits durch Art. 4 der Bundesverfassung bestimmt freuen werden, das versteht sich von selbst, die brauchen fein Ordnungsparteien", die bekanntlich einmüthig forderten, abgegrenzt fei, dennoch beide Vertretungs- Vereinsgesetz. Wenn die verfassungsmäßige Vereinsfreiheit daß das jezige gleiche und direkte Wahlrecht abgeschafft und törper in so vieler Beziehung sich berühr nicht den Sinn hat, daß auch den Oppofitionsparteien die an deffen Stelle ein Klassen Wahlsystem ähnlich ten und zu ergänzen hätten, daß es räthlich Möglichkeit der politischen Organisation verbürgt wird, dann dem preußischen Dreitlassen Wahlsystem erscheine, in bezug auf die Zusammensetzung der hat sie gar keinen Sinn. Auch hier wiederum fordert sowohl mit indirekten Wahlen gesezt werde ein beiderseitigen Gesetzgebungs Fattoren die Ehre des Reiches wie die politische Klugheit, daß man die Verlangen, dem sich die sächsische Regierung durch eine zu teine zu weit greifenden Gegensäße bestehen Biele, die man erstrebt, auf dem geraden Wege und offen erstrebe. Wir wünschen teine Aenderung des Reichstags- Wahl= stimmende Erklärung des Ministers des Innern anschloß. zu lassen.*) rechts und würden von uns selbst aus nicht dazu rathen. Aber wir In dem Verhalten der Regierung und Stände von das Diese Ausführungen verrathen einen staatsmännischen tönnen die maßgebenden Kreise nicht hindern, zu wollen, was sie mals und jetzt kommt der abgrundtiefe Sturz zum Ausdruck, Blick; sie zeigen, daß die Gesezgeber Sachsens von 1867 eben wollen. Sie wollen den politischen Einfluß, den sich der den die entscheidenden Faktoren Sachsens in bezug auf ihre thurmhoch standen über den Gesetzgebern Sachsens von vierte Stand erkämpft hat, schwächen oder noch lieber vernichten. politische Moral seitdem gemacht haben. Damals ein 1895. Allerdings wenn ein Karlchen Mießnick vom Schlage und da sagen wir nun: besser und würdiger ist es, ihm das Streben zum Besseren, zum Höheren, heute eine eines Mehnert der spiritus rector der maßgebenden Kreise Wahlrecht offen durch ein Gefeß zu entziehen, als ihm dessen wilde Flucht in den Sumpf, ein Wettrennen um Sachsens wird, ist ihre geistige Inferiorität damit zu Ausübung dadurch zu erschweren oder unmöglich zu machen, daß man Gesetze gegen ihn anwendet, die den anderen Ständen und das Rückwärts, so daß den objektiven Zuschauer ein gestanden. wahrer Efel erfaßt. Auf die weitere Frage, warum der Wahlgesetz- Ent- Parteien gegenüber unbenugt bleiben. Zu anderen Konsequenzen kommt ein liberales Blatt, Und warum dieses Rückwärts? wurf das Wahlrecht zum Landtage nicht von dem Wahlrecht offische Zeitung": Es ist die Angst vor dem modernen Gottseibeiuns: in der Gemeinde abhängig mache, antworteten die die offische Zeitung": Wir fragen, wie lange man säumen will, dieselben Maßder Sozialdemokratie, die Bourgeoisie und Regierung Motive der sächsischen Regierung von 1867: daß eben nahmen, die gegen die Sozialdemokratie getroffen find, auch gegen erfaßt hat und beide um die Besinnung bringt. so wenig eine dem preußischen System nach die tonservative Partei und gegen andere Parteien zu verfügen? Heute sehen Regierung und Bourgeoisie in Sachsen gebildete Eintheilung der Wähler nach was dem einen recht ist, ist dem andern billig. Nichts nüht nur noch in in direkten Wahlen das Heil ihres Staats. I assen empfehlenswerth geschienen, zu der Sozialdemokratie mehr, als wenn, mit recht oder unrecht, Wie beurtheilte aber die sächsische Regierung vom Jahre m al dieselbe mit direkten Wahlen under Glaube verbreitet wird, daß sie mit anderem Maße gemeffen wird, als die übrigen Parteien, während das Gesetz für 1867 diese Einrichtung, nachdem sie Jahrzehnte im Lande vereinbar sei. für alle Wahlen bestanden hatte? alle Parteien gegeben ist. Wenn aber der heutige Minister des Innern vor den letzten Konsequenzen der Verfügung seines Vor gängers zurückscheut, so liegt nichts näher, als unverzüglich im Wege der Reichsgefeßgebung eine Aenderung des heutigen Rechtszustandes dergestalt zu schaffen, daß den Parteien ihre zweckmäßige Organisation überlassen bleibt, ohne daß das " Anlangend die Frage, ob die Wahl durch Wahlfängst allfeitig verurtheilte, zweckwidrige Verbot der Vermänner oder ein direktes Wahlverfahren den Vorzug verbindung der Vereine unter einander aufrecht erhalten Diese Herr von der Recke und von der Horst scheint bliebe. Bestimmung diene, so ist wohl kein Zweifel, daß das war ein Angstprodukt einer schwachen Regierung. Sie hat niemals gelettere den Willen der Wähler voll- doch den Agrariern nicht ganz so willig zu sein, wie Herr innerlich nügt, aber oft geschadet. Sie erschwert heute den bürgerlichen ständiger und unverfälschter zum Aus- v. Köller. Die Deutsche Tagesztg." schreibt nämlich: druck bringt. Von der Wahl durch Wahlmänner ist das Ministerium des Innern den Parteien ihre natürliche Verfassung und damit den Kampf gegen seither angenommen worden, daß es die Wählerschaften amerikanischen Versicherungs Gesellschaften, die die preußischen die Sozialdemokratie. Wir glauben. es ist an der Zeit, daß der unabhängiger macht von mißbräuchlichen Einwirkungen. Anordnungen nicht erfüllen, untersagt, neue Policen abzuschließen Reichstag ein Nothgesetz über das Vereinsweseu annimmt, um und erloschene Policen wieder in fraft zu sehen. Letztere Be- der Sozialdemokratie den wirksamen Vorwand zu gehässigen Judeß haben Vorgänge, die einer nicht zu fern liegenden Stimmung ist, wie es scheint, von dem neuen Minister des Klagen über die Verlegung der Gleichheit vor dem Gesetz zu Bergangenheit angehören, gezeigt, daß in politisch Innern zurückgezogen worden..." entziehen und zugleich die übrigen Parteien vor den unliebbewegten Zeiten für die lettere Voraus Bekanntlich wurde von den Agrariern schon bei der famen Folgen der jüngsten Handhabung des Vereinsrechts zu segung auch indirekte Wahlen keine Ge- Verhandlung über die neuen Handelsverträge angeregt, in Die Regierung hat daher, währ bieten. zu einem Verbot des Geschäftsbetriebes amerikanischer Vergleich in Berücksichtigung der dadurch ermöglichten sicherungs- Gesellschaften ein Kampfmittel gegen die ameriVereinfachung des Verfahrens, fich für Unmittelbarteit der Wahlen entschieden." Auf Seite 2620 des III. Bandes der Stenographischen Berichte über die Sigung der zweiten Ständekammer am 25. März 1867 heißt es hierüber in den Motiven der Regierung: So die sächsische Regierung von 1867. Und heute? Sehen wir im nächsten Artikel zu. " Politische Uebersicht. " Bekanntlich hatte *) A. a. D. G. 2619. = Berlin, 20. Dezember. die " bewahren." Jm Spiegel des Auslandes. Die Zustände in Deutschland verursachen im Ausland in immer weiteren Kreisen Aufsehen, wie sich aus der Zahl der Zuschriften ergiebt, die von allen Staaten an uns gelangen. Neuerdings haben wieder Versammlungen zu London und Northampton Mit dem Landesherrn war noch der geheime Regierungs-( England) in Resolutionen so kräftig ihre Meinung ausgesprochen, daß wir nicht wagen dürfen, dieselben zum AusDer König ließ sich einige der anwesenden Herren vor- druck zu bringen. Wir fügen hinzu, daß auch diese Vers stellen und setzte sich dann zwischen den Bürgermeister und sammlungen der deutschen Sozialdemokratie ihre wärmste den Regierungsrath, was ein Zeichen war, daß alle Gäste Anerkennung ausgesprochen haben. Blayz nahmen. Souterrain alles so sauber antreffen würden. Doch was war das? Eichwald ließ die Herren am Souterrain rath v. Strahlendorf eingetreten. vorbeidefiliren zur Treppe, die zum Druckersaale führte. Friedrich stand da wie versteinert. Das Souterrain war verschlossen. Da macht der Faktor sagte er vor sich hin auch einen großen Bock, wie sollen die Herren einen Begriff von dem Geschäfte bekommen, wenn sie es nicht von Grunde aus kennen lernen. führe. Cleveland's Botschaft soll nach Telegrammen aus Mittlerweile war auch der schöne Gesang zu Ende und Amerika, die allerdings über England eingelaufen und deses trat eine feierliche Stille ein. halb nicht ganz zuverlässig sind, selbst in den Bereinigten Während er wieder an seinen Portierposten ging, Der Bürgermeister erhob sich und hielt eine wohlgesetzte Staaten nicht unbedingten Beifall gefunden haben. Be waren die Herren an die Thür des Saales gelangt. Die Ausprache an den Jubilar Brambach. Er beglückwünschte sonders in der Handelswelt ist man, New- Yorker Meldungen selbe war mit Guirlanden geschmückt und heraus trat ihn im Namen der städtischen Behörden an seinem Ehren zufolge, nicht sehr erbaut über den Drohbrief, da Brambach, das Oberhaupt der Stadt zu empfangen und tage, zu dem guten Klange, den sein Name genieße, be- er für die geschäftlichen Gebiete unheilvoll geworden sei. ehrfurchtsvoll ihn und seine Begleitung einzuladen, die für sonders weil er die Landeszeitung gesinnungstüchtig weiter Finanzielle Unternehmungen seien zum Stillstand gekommen; die fie bestimmten Ehrenpläge einzunehmen. in den Vereinigten Staaten erlittenen Verluste seien schon Der Saal war ein sehr großer. Auf der einen Seite Nachdem der Chefredakteur im Namen der Presse und nach Millionen zu beziffern. Das Geschäft ist aber doch standen die Maschinen, die andere bot für Hunderte von des Personals gesprochen, trat eine Deputation des Buch- die Hauptsache, auch für den patriotischsten Yankee. In Menschen Raum. Dieser, durch ein geschmackvolles Arran- druckergewerbes vor, deren Sprecher hervorhob, daß der England wird vielfach an eine baldige Beilegung des gement in zwei Halbkreise getheilt, war den Ehrenfißen Firma Brambach der Ruhm gebühre, das Gewerbe gefördert Streites durch direkte Verständigung zwischen Venezuela und Großbritannien geglaubt. gegenüber theils durch das gesanimte, ansehnliche Personal, und gehoben zu haben. theils durch Ehrengäste und Freunde des Hauses bereits Darauf wurde von Clotilde dem Könige ein Album Ein plöglicher Sturz des Präsidenten Crespo und gefüllt. zur Ansicht überreicht, welches Kunstdrucke und Typen der seine Ersetzung durch einen nachgiebigeren Präsidenten Als der Bürgermeister eingetreten und die Begrüßung Offizin Brambach, von dessen Personal zusammengestellt, wird als nicht unmöglich betrachtet. Andererseits wird aus Carracas mitgetheiit, General Crespo, der Präsident vorüber war, glaubte man, die Festlichkeit würde beginnen. enthielt. Im Personale entstand Bewegung, Notenblätter Der König blätterte in dem Album und richtete dabei von Venezuala, bereite ein eigenhändiges Daukschreiben an wurden sichtbar, wie es schien zu einem Eröffnungs- einige freundliche Worte an das liebliche, in rührender Ver- den Präsidenten Cleveland für seine Botschaft vor. Wenn Gesange. schämtheit vor ihm stehende junge Mädchen. Dann gab er die vom Präsidenten Cleveland abzusendende Kommission Auf ein Zeichen des Chefredakteurs, der die Leute ver- das Album weiter, erhob sich und mit ihm die ganze ihren Auftrag auszuführen sucht, sollen die Behörden der muthlich einstudirt hatte, unterblieb jedoch alles. Aber Versammlung. englischen Kolonie Guayana benachrichtigt werden. Dann Der König begann: Herr Brambach, mein Glückwunsch fönnten sich allerdings leider unangenehme Zwischenfälle Man erwartete den König. Sein Erscheinen war an- zu Ihrem Jubiläumstage ist ein um so herzlicherer, als ereignen, die einen ernstlichen Konflikt im Gefolge haben gesagt. Jeden Augenblick konnte er tommen. Da hörte Sie mir Gelegenheit geben, einmal öffentlich die Bürger- würden. man Wagengeraffel. tugenden anzuerkennen. Durch Ihre loyale Gefimung, Die Ehrengäste erhoben sich und bildeten eine Gasse. Ihren Fleiß, sind Sie das Muster eines echten Bürgers. Leopold Jacoby t. Unsere Hoffnung hat sich nicht Vor der offenen Saalthüre stand Georgine mit ihrer Sie find nicht nur eine Zierde für die Stadt, solche Bürger erfüllt. Wie uns ein Telegramm aus Zürich meldet, ist weiß gekleideten engelhaften Tochter. find auch die Stützen der Regierung, der Stolz des Landes Leopold Jacoby im dortigen Krankenhaus heute Mittag In dem Augenblicke, als der König sichtbar wurde, und die Säulen des Thrones." Gr winkte dem Ad gestorben. Die Sozialdemokratie beklagt in dem Dichter " Ich ernenne Sie von: Es werde Licht!" einen ihrer edelsten Vors begann der feierliche Gesang: Sei uns gegrüßt, Gesegneter jutanten, der ein Portefeuille öffnete. des Herrn." hiermit zum Kommerzienrath und hier nehmen und tragen fämpfer, der Vorwärts" einen fleißigen und treuen Mit Georgine verbeugte sich tief und Clotilde bewill- Sie auch dieses äußere Zeichen, wie ich Bürgerverdienste arbeiter, wir persönlich einen Freund. tommnete den König, indem sie ihm ein Bouquet über- und Königstreite ehre." reichte. Der König steckte Brambach eigenhändig einen Orden Der König nahm es huldvoll entgegen, sprach einige an. Der neue Kommerzienrath war bis zu Thränen geWorte mit den Damen, gab den Strauß seinem Adjutanten rührt. ( Fortsetzung folgt.) und begrüßte dann Brambach, den ihm der Bürgermeister zuführte. warum? " 1 Die flammenden Artikel, die vor zwei Jahren und später während und nach der Hungerrevolution auf Sizilien die Bübereien des Verräthers Crispi aufdeckten und brandmarkten, waren aus Jacoby's Feder. Durch langjährigen Aufenthalt in Italien, namentlich in Mailand, war er ein ausgezeichneter Kenner der italienischen Verhältnisse geworden und in den Mittelpunkt der demokratischen und sozialistischen Bewegung des von ihm so heißgeliebten Italien gekommen. Wir behalten uns einen ausführlicheren Nachruf vor. Für heute schließen wir mit den Worten: Nie und in keinem Lande hat die Sozialdemokratie, hat das arbeitende Volt einen begeisterteren, selbstloseren, hochfinnigeren Freund und Vorkämpfer gehabt, als Leopold Jacoby. Und das Proletariat wird den Dichter des Proletariats", wie er sich mit Stolz nannte, nimimer vergessen. Ehre seinem Andenken! D Deutsches Reich. Reichseinnahmen. In der Zeit vom 1. April 1895 bis zum Schluß des Monats November 1893 find im Deutschen Reich folgende Einnahmen( einschließlich der kreditirten Beträge) an Zöllen und gemeinschaftlichen Verbrauchssteuern sowie andere Einnahmen zur Anschreibung gelangt: = " Wie Freiherr von Stumm fich gewöhnt hat, weitere Opfer werben sich als nöthig herausstellen. Die Vor die Perfon des Kaifers für feine 3wede austheile, die diefen Opfern entgegengestellt werden können, kommen auspielen, beweist auch folgender Borgang, der der Freis. blos einer Handvoll tapitalistischen Großhändlern und Spefu tg." aus dem Königreich Stumm" berichtet wird. Die Stadt lanten zu gute und fallen gar nicht ins Gewicht. sieht, auf welchem Frbr. v. Stumm sein Schloß befißt, hat vor frefferische Pariser Korrespondent der Bossischen Zeitung". Er St. Johann, deren Banngrenze am Fuße des Halberges sich hin-- Gine falsche Nachricht bringt der fozialisten vier Jahren eine Erweiterung ihres Bebauungsplanes ausarbeiten frefferische Pariser Korrespondent der„ Bossischen Zeitung". Gr lassen. Gegen diesen Bebauungsplan hat Frhr. v. Stumm Einspruch telegraphirt heute: Paris, 20. Dezember. Das Sozialistenblatt Petite erhoben. In Gegenwart des städtischen Baumeisters und des République" war im Begriffe einzugehen. Die Sozialisten die Einsprache prüfenden prüfenden Regierungs- Assessors Schmidt machen Anstrengungen, ihr Blatt zu halten. Es soll das von Trier hat damals der Vertreter des Einspruch er gemeinsame Organ aller Gruppen, also außer der Guesde'schen, hebenden Freiherrn v. Stumm, dessen Schwager, Kommerzien- Die es bisher allein vertrat, auch der Vaillant'schen, Allemane rath Büting zur Stolberg Brebach geäußert: Wenn die schen, Brouffinischen ze. werden. Der Zwischenfall ist den Gemeinde St. Johann die geplante Erweite= schen, Broussistischen 2c. rung nach dem Halberg zu troß des Einspruch 3 Rammersozialisten sehr peinlich, denn er enthüllt die Schwäche meines Schwagers aufrecht erhält, wird der ihres Anhanges im Volke." Diese Notiz läuft in allen ihren Theilen der Wahrheit zu felbe Sr. Majestät darüber Vortrag halten. wider. Die„ Petite République" war und ist nicht im Begriff um Abhilfe zu schaffen!" Soweit tam es nun aller dings nicht, indem schon der Bezirksausschuß zu Trier der Ver- einzugehen, sie war und ist nicht das Organ der Guesdiften, waltung von St. Johann aufgab, unter Fallenlassen der Flucht sondern war von Anfang an ein gemeinsames Organ aller fozialistischen Gruppen und hat bisher ebenso viele Artikel von linienlegung bis in die Nähe des Halberges ein anderes Projekt Baillant, Allemane, Brousse u. f. w. gebracht wie von Guesde. vorzulegen. Da alle Artikel unterzeichnet sind, so kann man ermessen, wie groß entweder die Unwiffenheit oder die Unehrlichkeit des frag lichen Korrespondenten ist. Daß die Petite République" finanziell nicht so gut fundirt ist und nicht so viel Abonnenten Zölle 277 398 641 M.( gegen denselben Zeitraum des Vorjahres +13 903 239 M.), Tabafiteuer 6 985 335.(+349 460 M.), Zuckersteuer 55 895 743.(- 1078 087 m.), Salzsteuer 30 101 022 m.(+ 503 964 M.), Maischbottich und Branntwein schrittliches Blatt die Kardorff'sche Silberne Die dritte Internationale" nennt ein fort Die beiden materialsteuer 3268 822.(+ 50 250 M.), Verbrauchs- anderen sind die rothe und die goldene Internationale. abgabe von Branntwein und Zuschlag zu derselben 80 422 201 mM,(- 4 231 555 M.), Brennsteuer 298 592 M. Das fortschrittliche Blatt hat die schwarze Internationale hat als zu wünschen wäre, ist allerdings richtig. (+298 592 M.), Braufteuer 18 739 077 m.(+ 1 223 427 m.) vergeffen, von der die nationalliberale Partei während des M.(+1 427.). Rulturfampfes gelebt hat. Uebergangsabgabe von Bier 2 432 900 m.(+59 593 m) Rulturkampfes gelebt hat. ); Summe 475 542 333.(+11 078 883 M.). Stempelfteuer für:- Den Untergang des deutschen Volkes a) Werthpapiere 9 899 557 M.(+4244 106 m.), b) Kauf- und prophezeit Herr v. Plög, wenn der Bund der Landwirthe nicht fonftige Anschaffungsgeschäfte 14 639 043.(+4766 120.), bie Mehrbeit im Reichstage erhalte. So äußert sich der M.), c) Loofe zu: Privatlotterien 2457 147.(+ 973 720 M.), agrarische Rufer im Streit in einer Rede, die er in KönigsStaatslotterien 9 299 888.(+ 3 970 739 M.), Spielfarten berg i. Pr. zum besten gegeben. Das deutsche Bolt tann natür stempel 850 617 M.(+ 12714 M.), Wechselstempelsteuer lich nur gerettet" werden, wenn sämmtliche„ großen Mittel", a leeren zu schicken. Dort schmachtet er seit 12 Jahren 5 742 227.(+ 274 732 m.), Reichs- Eisenbahnverwaltung der Antrag Kaniz und die Währungsreform, zur Durchführung 46 108 000 mm.(+ 2 842 000 M.). gelangen. Zum gegenwärtigen Ministerium hat Herr v. Plöß, nachdem der vielbeweinte Herr v. Köller gegangen ist, fein allzu großes Vertrauen, mehr zu der Kraft der deutschen Fürsten", ins besondere dem Hohenzollerngeschlecht". Die zur Reichstaffe gelangte Jft- Einnahme abzüglich der Ausfuhrvergütungen und Verwaltungstoften beträgt bis Ende November 1895: 426 649 728 M. Demnach 10 799 481 M. mehr als im Vorjahre. " Gyvoit war vor 12 Jahren Journalist in Lyon. Er schrieb damals einen schwulstigen Artikel, gespickt gespickt mit revolutionären Phrasen. Unglücklicherweise machte an demselben Tag einer der Polizei- Anarchisten des Herrn Andrieux in Lyon ein Bomben- Attentat. Und dieses Zusammentreffen genügte den vor Angst toll gewordenen Bourgeoisgeschworenen, den harmlofen Beitungsschreiber als Anarchisten für Lebenszeit auf die sein einziges Verbrechen ist fein Geschmack an Kraft- Redensarten. Jetzt hat man sich seiner erinnert, und eine Bewegung ist im Gang, die seine Freilassung bezweckt. Italien. - Die Forderungen für die afrikanische München, 18. Dezember.( Eig. Bericht.) In der Spezial Expedition führten in der Kammer zu erregten Debatten, - Der preußische Etat. Der Entwurf des Staats. berathung des Eisenbahn- Etats beim Kapitel der Eisenbahn die mit der Annahme der von Crispi atzeptirten Tagesordnung haushalts- Etats für 1896/97 ift nunmehr in allen feinen Theilen Restaurationen gab es heute eine lebhafte Debatte. Genosse Torrigiani- Menotti Garibaldi's endeten, welche lautet: Indem die abgeschlossen; ein Theil der Spezialetats befindet sich bereits im Grillenberger führte aus, daß einzelne Bahnhof- Restau Kammer ihr Vertrauen ausspricht, daß die Regierung es verDruck, sodaß die Vorlegung des Etats an den Landtag fich rationen nicht so hoch vermiethet worden seien, als ursprünglich stehen werde, das Ansehen der italienischen Waffen hochzuhalten, wiederum unmittelbar an dessen Eröffnung anschließen tann vorgesehen gewesen sei. Die Bahnhof- Restaurateure würden in den Frieden in Afrika wieder herzustellen und zukünftig für die Die hochoffiziösen Berl. Pol. Nachr." melden folgende Einzel- furzer Zeit reiche Leute. Redner reproduzirt sodann eine Mel- Sicherheit zu sorgen, nimmt sie Aft von den Erklärungen der Reheiten: dung der Münch. Post", wonach drei Bahnhof- Restaurateure, gierung, erklärt sich wiederholt gegen eine Politik der In dem Etat ist thunlichst für die Befriedigung der Aus- darunter auch ein Münchener, vor längerer Zeit in einem eigenen Ausdehnung und geht zur Berathung der Artikel des Gegabenbedürfnisse der verschiedenen Zweige der Staatsverwaltung Salonwagen, der mit gefüllten Champagnerkörben vollgeladen war, feges über. Der erste Theil dieser Tagesordnung bis zu den gesorgt, und es hat eine weitgehende Berücksichtigung der bes eine Reise nach der Riviera angetreten hätten und zwar in Gesellschaft Worten zukünftig für die Sicherheit zu sorgen" wurde in züglichen Anmeldungen und Wünsche der Reffortchefs ftattfinden eines höheren Eisenbahnbeamten. Der Extrawagen sei natürlich namentlicher Abstimmung mit 255 gegen 148 Stimmen, be fönnen. Wenn troßdem der Abschluß des Etats im ganzen fich nicht bezahlt worden und in Nizza hätten die Herren einen 8 Stimmenthaltungen, angenommen. Dann wurde der zweite weniger ungünstig gestaltet, als noch bei der ersten Zusammen solchen Aufwand getrieben, daß man sie für Fürstlichkeiten ge: Theil der Tagesordnung bis zu den Worten erklärt sich wiederstellung des Ausgabebedarfs und der Deckungsmittel anzunehmen halten habe. Redner findet es auch unerhört, daß man im holt gegen eine Politik der Ausdehnung" in namentlicher Abwar, so liegt die Ursache allein in der günstigeren Entwickelung der Lande des Bieres in den Bahnhofs- Restaurationen 20 Pfennige ftimmung mit 301 gegen 36 Stimmen und schließlich die ganze Ueberschüsse der Eisenbahnverwaltung. Für 1896/97 hat der mit der für den halben Liter bezahlen müsse. In Preußen feien die Tagesordnung durch Aufstehen und Sigenbleiben mit sehr großer Befferung auf dem Gebiete der Industrie steigende Verkehr, wie er sich Breise wesentlich niedrigere. Minister v. Crailsheim fann Mehrheit angenommen. Das Gefeß selbst wurde in geheimer namentlich auch in den Betriebseinnahmen der letzten Monate für das geringe Erträgniß der Bahnhofs- Restaurationen nichts. Abstimmung mit 287 gegen 36 Stimmen genehmigt. widerspiegelt, es gestattet, den Ueberschuß der Eisenbahn Ver- benn die betreffenden Beträge seien ja vom Landtage eingesetzt waltung um 8 Millionen Mart höher anzusetzen, als dies beim worden. Ueber den von Grillenberger erwähnten Fall sei ihm Imbriani mit 35 Deputirten der äußersten Linke hat Beginn der Etatsarbeiten auf grund der damals vorliegenden nichts bekannt. Man töune übrigens auch nicht dem an den Präsidenten der Kammer die folgende Motion gesandt: Betriebsergebnisse der ersten 4 Monate des Etatsjahres möglich Ministerium zumuthen, auf jede Zeitungsente zu Die Kammer, überzeugt, die Empfindungen des Landes wieder war. Dant dieser Vermehrung des Einnahmefolls ist der Fehl reagiren, denn bie ganze Sache sei erfunden. Haupt betrag auf 15-16 Millionen Mart geſunten; annähernd die sweck der Eisenbahn Restaurationen ist nicht die Erzielung Hälfte derselben entfällt mithin auf den durch Ueberweisungen höherer Einnahmen, sondern eine anständige und gute Bedienung nicht gedeckten Bedarf an Matrikularumlagen. des Publikums. - Der Entwurf eines Rolonial Auswande rungs- Gefeßes wird gegenwärtig von einer siebengliedrigen Kommission des Kolonialraths berathen. Dem Reichstag wird auch nach der„ Voff. 3tg.", einem mehrfach geäußerten Wunsch des Rolonialraths entsprechend, ein Gefeßentwurf zugehen, der die Ableistung der Dienstpflicht in Südwest- Afrifa für Reichsangehörige ermöglichen soll. 0 welche auf den Bahnhof- Restaurationen Gemünden, Treuchtlingen Abg. Schult( 3) flagt über die höhere Beutelschneiderei, und Aschaffenburg getrieben wird. zugeben, ersucht die Regierung, die prompte Bethätigung der ihr gemachten Amnestie versprechen für alle politischen Ver. urtheilungen vorzuschlagen, welche von den Militärgerichten während des Belagerungszustandes der demselben unterworfen gewefenen Provinzen ausgesprochen wurden. Rumänien. Die Wahlen zum Parlament sind nun ohne Das Parlament wurde gestern mit einer Thronrede er öffnet. Türkei. Abg. 2ut( tons.) erklärt, daß die Bahnhof- Restaurateure immer noch mäßige Preise bieten könnten, auch wenn sie böbere Störung der öffentlichen Ruhe vollzogen und die Regierung hat Pacht zahlen müßten. Ein Pachterträgniß von 150 000. fei natürlich glänzend gefiegt. Ueber die Bedeutung derselben wird eine geradezu lächerliche Summe. Die meisten Restaurateure ver- der Frankf. 3tg." geschrieben: Von den 112 Mandaten für dienen ihren Pachtschilling schon aus dem Kaffee- Ausschank allein. den Senat fielen der konservativ junimistischen Opposition nur - Ein Ansiedlungs.Wettkampf ist zwischen den Die anständige und gute Bedienung des Publikums in bayerischen 3 Sige zu, während bei den Wahlen für 183 Size in der Deutschen und Polen in unseren östlichen, ehemals polnischen Bahnhof- Restaurationen gehöre längst in den Bereich der Deputirtenkammer die frühere Regierungspartei nur 4 Mandate Provinzen Posen und Westpreußen entbrannt. Die polnische Fabel. Gen. Grillenberger fonstatirt, daß die„ Gute" bereits erzielte und alle übrigen Siße mit Ausnahme von 8 an BauernRettungsbank scheint indeß im Erfolge die von der am 13. April in der Münchener Post" gestanden habe, aber parteiler, unabhängige Kandidaten und einen Sozialisten deutschen Regierung eingesetzte Ansiedelungs- Rom weder eine Berichtigung noch eine Rlage erfolgt fei. Der gefallenen in den Besiz ministerieller Kandidaten gelangten. mission übertroffen zu haben. Denn erstere, die Minister( wüthend): Nun, wenn es feine„ Ente" ist, dann ist Daß unter diesen Umständen von einer wirkungsvollen parla Bant Biesti, welche ein Grundkapital von etwa eine Verleumdung. Das war die ganze Beweisführung des mentarischen Opposition nicht die Rede sein kann, ist selbstver 11/8 Million Mark befigt, hat nach der Schlesischen Volks. Ministers, dem in dieser Etatberathung schon einmal von einem ständlich, aber auch bezüglich der Dauerhaftigkeit des gegen zeitung" in den fieben Jahren ihres Bestehens 45 000 Morgen ultramontanen Abgeordneten gefagt war, ihm falle bei den wärtigen Regimes insofern gleichgiltig, als ja doch in Rumänien unter 1013 Ansiedler parzellirt. Lettere dagegen hat mit ihrem ministeriellen Aeußerungen das Wort ein:" Freund Du hast Unrecht, die Ministerien nicht durch das Barlament, sondern nur infolge ihrer Unfähigkeit oder der in ihrem Anhange eingerissenen MißFonds von 100 Millionen Mark während der neun Jahre denn Du wirst grob!" bräuche zu fallen pflegen, und als es immer die Krone ihres Bestehens rund 1600 Ansiedler zu verzeichnen, also nur Die Stellung ber badischen Regierung ist, welche in solchen Fällen das entscheidende Wort zu 587 Personen mehr. Der Erfolg der Bank Ziemsti fällt um fo mehr auf, als ihr Verwaltungsapparat fich feinenfalls mit dem zum Entwurf eines Gesetzes betreffend die Abänderung sprechen und mit einem Regierungswechsel auch einen vollder Ansiedelungskommission messen kann. Mit allen solchen Minister Eifenlohr in der zweiten badischen Kammer in beizuführen hat." bes Alters und Invaliditätsgesetzes hat der fändigen Wechsel in der Zusammensehung des Parlaments hers tünstlichen Schöpfungen von Bauerngütern werden indeß die Vorfämer des Polenthums ebensowenig wie die des Deutsch Die großherzogliche Refolgender Weise gekennzeichuet: thum ben Kleingrundbesig widerstandsfähiger machen. Für die gierung wünscht Prüfung, ob und in welcher Weise es mtschaftliche Entwickelung haben alle diese Künsteleien teine geboten und thunlich fei, die Gesammtheit der Reichsgesetze über die Arbeiterversicherung, insbesondere auch was die Bedeutung. Organisation der drei Versicherungszweige anbetrifft, einer DurchZur Beurtheilung der Lage ist folgende De - Gine sonderbare Berfügung hat jüngst die ficht zu unterwerfen. Sie sei noch nicht in der Lage, ein end- pesche aus Washington bemerkenswerth: Posener Regierung erlaffen. Sie lautet: giltiges Urtheil über die Frage einer organischen Zusammenlegung Der Präsident Cleveland übersandte dem Senate den Bericht Fräulein Clara Pietsch, eine gemüthstranke Tochter des der verschiedenen Zweige der Arbeiterversicherung zu gewinnen. des amerikanischen Gesandten in Ronftantinopel Terrel, welcher hiesigen Senatspräsidenten Pietsch, hat sich am 9. November d. J. Es fei darauf Bedacht zu nehmen, daß die Organi- meldet, er sehe feine Hoffnung, daß es dem gemeinsamen Einaus der elterlichen Wohnung entfernt und konnte bisher nicht fation und das Verfahren in den Angelegenheiten der flusse der europäischen Mächte gelingen werde, den Mezeleien ermittelt werden. Sie ist 20 Jahre alt, mehr als mittelgroß Arbeiterversicherung, insbesondere, was die Feststellung der Ver- in der Türkei Einhalt zu thun. und war mit dunkelblauem wollenem Rod, braunem Jacket ficherungs- und Beitragspflicht, die Erhebung der Beiträge und Die Unruhen auf Kreta sind eine neue schwere und braunem Hut bekleidet. Buletzt ist sie an dem erwähnten die Geltendmachung der Unterstützungsansprüche angeht, unter Sorge des türkischen Kabinets. Nach einer über Athen einTage in der Nähe des nach Norden gelegenen Schilling- Beibehaltung der Antheilnahme von Vertretern der Versicherten laufenden Meldung aus Kreta fand daselbst am 12. d. Mts. thores hierselbst gesehen worden Die Vermißte hat wieder an der Verwaltung und Entscheidung, thunlichst einfach und holt den Bunich geäußert, zur Besserung ihrer Gesundheit bei wenig foftspielig, sowie für die Betheiligten, leicht verständlich und lufte erlitten haben. Der türkische Oberbefehlshaber erhielt von wiederum ein Kampf statt, bei welchem die Türken große Vergeringen Leuten Dienst oder Arbeit zu suchen. zugänglich gestaltet werde." der Pforte Befehl, gegen die Aufständigen mit rücksichtsloser Da die Möglichkeit nicht ausgeschlossen ist, daß sie diesem Strenge vorzugehen. Hange nachgegangen ist, so ersuchen wir die Herren Nach Berichten, welche aus Kreta eingegangen sind, beginnt Kreis- Schulinspektoren, die Lehrer ihres Aufsichts. die Bewegung im Distrikte Apokorono auch auf Kydonia und freises zu Nachforschungen über die Vermiste Ruthene Romanczuk brachte eine Interpellation ein, Sphatia überzugreifen; die bisherige Zahl der Aufständischen zu veranlassen. Sollte ihr Aufenthalt ermittelt werden, in welcher er die in Wiener Blättern verbreiteten Meldungen, wird ungefähr auf 500 geschäßt. Die Verluste der türkischen so wollen Sie uns hiervon telegraphische Anzeige zugehen insbesondere, daß die Kosten der ruthenischen Deputation Truppen in den legten Gefechten betrugen 9 Todte und laffen. aus russischer Quelle herrührten, als eine ver 30 Verwundete. Die zur Verstärkung der Garnisonen der abscheuungswürdige Berdächtigung bezeichnet. Die Kosten seien theils von den Theilnehmern selbst, theils durch Insel bestimmten 4 Bataillone find bereits aus Syrien abgegangen. Der Beiträge im ganzen Lande zusammengebracht worden. In dieser Verfügung ist zweierlei interessant: 1. daß es größte Theil der Deputation habe aus ausgesprochenen Gegnern einer Behörde des Einschreitens werth erscheint, wenn eine bes in Rußland gegen die kleinrussische oder russische Nation Die Interpellation fragt den höhere Tochter bei geringen Leuten Arbeit sucht, 2. daß die herrschenden Systems bestanden. Lehrer als zu polizeilichen Zwecken in Anspruch genommen Ministerpräsidenten über die Quelle der Meldungen an und ver. werden. Paßt aber beides trefflich in das heutige System. langt, daß der dem ruthenischen Volke zugefügte Schaden gutgemacht werde. Die Konsequenz eines Borkämpfers ber Savannah, 19. Dezember. General Canella schlug mit Jnnungsbewegung. Aus den Kreisen weimarischer Ge schäftstreibender geht den Weimarischen Neuesten Nachrichten" Paris, 19. Dezember. Deputirtenkammer. Finanz- 1000 Mann nach hartem Rampfe 3000 Insurgenten, welche sich eine Zuſchrift zu, die ein merkwürdiges Licht auf Theorie und minifier Doumer brachte einen Ergänzungskredit von in Ramon Yaguas in der Provinz Santiago verschanzt hatten. Braris des fonservativen Reichstags- Abgeordneten Schneidermeister 16 Millionen Frants( 124/5 Millionen Mart) für Ma- 40 Insurgenten find todt, 90 verwundet; von den Spaniern sind Jacobstötter Erfurt wirft. Danach hat dieser in einem fürz bagastar ein. Der Kredit soll die Kosten für die Rückkehr 16 geblieben, 58 verwundet. Eine Depesche des Liberal" aus Savannah meldet, daß die lich in Weimar gehaltenen Vortrag über Die Hebung des Ge- und die Ausgaben für die Berpflegung und Unterbringung der werbes" betont, daß die Einheimischen ihre Einfäufe entschieden Truppen bis zum 30. Juni 1896 decken, und tommt zu den Insurgentenchefs Gomez, Maceo, Lacret, Suarez, Periquito und am Plage selbst besorgen, nicht auswärtige Bezugsquellen benutzen 65 Millionen Frants hinzu, welche vor Beginn der Er- Berez mit zehntausend Rebellen in die Provinz Matanzas einDemnach fostet schon jetzt das gedrungen seien. Man glaubt, daß es dabei zu einem ernsten follten. Jegt einige Wochen nach dem Vortrag empfiehlt pedition bewilligt waren. Herr Schneidermeister Jacobsfötter in der Zeitung„ Deutschland" madagassische Abenteuer, von den zahllosen Zobten, unglücklich Kampfe gekommen sein müsse, da zahlreiche spanische Truppen die den Weimaranern sein Geschäft in Erfurt als gemachten Familien und den zahlreichen für ihr ganzes Leben Grenze bewachen. Die Ernte Arbeiteu in der Provinz Matanzas sind einBezugsquelle fertiger Herren- und Knaben- Garderoben frant und fiech gemachten Soldaten Geldopfer in der Höhe von 81 Millionen Frants( ca. 65 Millionen Mark). nach Maaß! Und große gestellt und 3400 Arbeiter infolge dessen ohne Beschäftigung. Pofen, den 24. November 1895. Regierung, Abtheilung für Kirchen und Schulwesen, gez. Krahmer. 0 " Desterreich. Wien, 19. Dezember. Abgeordnetenhaus. Frankreich. Der -Abrüstung infolge der Finanztalamität Aus Konstantinopel wird geschrieben: Die Verpflegung der einberufenen Redifs stößt infolge der herrschenden Geldnoth auf Schwierigkeiten; im Bereiche des vierten Korps stehen daher theilweise größere Entlassungen bevor. Kuba. = " Parlamentarisches. = Unfallversicherung befassen sich mit dem Gegenstande natür- Agitation auszunüßen. Wie wenig die Maßnahmen der höheren lich" nicht. Behörden den Verhältnissen Gubens angepaßt feien, gehe daraus Die Lippe'sche Erbfolgefrage. Wie die Berliner Neuesten Nachrichten" melden, beabsichtigen die Konservativen nach den umgegen werden die Namen, ver Bäder regelmäßig veröffent- Stadtverordneten- Vorsteher an der Spize einer Deputation von Krähekrankheit bei Bäckern. Für Nürnberg und die hervor, daß sowohl der gesammte Magiftrat, wie auch der Herr Ferien im Reichstage eine Anfrage über die Thronfolge in licht, bie frägefranke Gehilfen beschäftigen. Der Bäckermeister Gastwirthen petitionirend beim Miniſter vorstellig geworden Lippe einzubringen. Man vertritt in diesen Kreiſen die Ansicht, Verein der Stadt bat den Magiftrat, diese Verfügung aufzuheben, wären, um die Rücknahme der betreffenden Anordnungen zu daß durch ein Reichsgesetz die Entscheidung dem Reichsgerichte was aber abgelehnt wurde; dabei bemerkte der Magistrats fich gefträubt gegen die Ausführung derfelben. Die Klage erwirken, leider vergeblich. Die Polizeiverwaltung ſelbſt babe übertragen werden sollte. referent, daß in der kurzen Zeit vom 18. Oftober 1893 bis sich gefträubt gegen die Ausführung derfelben. Handwerkskammer- Vorlage. In der Kommiffion, die der 17. Februar 1894 nicht weniger wie 15 Bäckergehilfen ins Nürn- wurde mit folgender Begründung am 19. Dezember cr. 2 der erwähnten Ober Präsidial. Reichstag nach Neujahr zur Berathung der Handwerkskammer- berger Spital gebracht seien! Dieſe appetitlichen Zustände Verordnung befage: Kein Gastwirth oder Schantwirth hat abgewiesen:§ Borlage wählen wird, wird das Zentrum folgende Resolution müffen aber zur Rettung des deutschen Handwerkes" erhalten gegen Erfüllung gewiffer Bedingungen einen Anspruch auf die beantragen: Der Reichstag wolle beschließen: In Erwägung, werden! Ertheilung der zur Abhaltung einer öffentlichen, gewerbsmäßigen daß 1. eine ersprießliche Thätigkeit der Handwerkskammern nur dann zu erwarten ist, wenn diefelben sich auf einem beruflich„ Bolkszeitung": In der Kattunfabrik wurde ein Vorarbeiter, vom Ermessen der Polizeibehörde ab, und fie Wieder Einer! Aus Augsburg meldet die dortige Tanzluftbarkeit erforderlichen Erlaubniß, vielmehr hängt dieselbe und örtlich gegliederten organisatorischen Unterbau aufbauen; ber sich durch seine Chifanirereien bei den Arbeitern weiblich ist stets zu verfagen, wenn ihr Rücksichten der Ordnungs, daß 2. die gefeßliche Regelung des Lehrlings- und Gesellen verhaßt gemacht hatte, auf dem Trockenboden der Färberei Sicherheits-, Gesundheits- oder Sittenpolizei entgegen. wesens und die Schaffung einer entsprechenden obligatorischen mit einer ihm unterstehenden Arbeiterin in einer Situation be- ftehen. Die Rechtsgiltigkeit dieser Verordnung, welche in ihrer Organisation zur Durchführung derselben einerseits ohne vorherige Bildung und Anhörung von Handwerkskammern er troffen, die feine sofortige Entlassung zur Folge hatte. folgen fann, anderseits dringendst nothwendig ist, daß 3. eine Anhörung der Betheiligten, so weit eine solche zur Durchführung der Organisation im einzelnen erforderlich erscheint, auch direkt oder durch gewählte Vertrauensmänner möglichst ist; unter Ablehnung des Gefeßentwurfs betreffend die Errichtung von Handwerkskammern( Nr. 17 der Drucksachen) die verbündeten Regierungen zu ersuchen, thunlichst bald, jedenfalls innerhalb dieser Seffion einen entsprechenden Gefeßentwurf auf Grundlage der Grundzüge eines Gesetzes betreffend die Errich tung von Handwertstammern" de preußischen Ministers für Handel und Gewerbe, Freiherrn v. Berlepsch, unter möglichster Berücksichtigung der bezüglichen Beschlüsse der Handwerfertage zu Berlin( 1894) und Halle auszuarbeiten und dem Reichstage vorzulegen." " Partei- Nachrichten. Der Elberfelder Vertrauensmann, Genosse UIIen= baum, theilte in dem Bericht über seine Thätigkeit mit, daß im letzten Jahre 5147,84 M. eingekommen und 5071,56 M. aus gegeben sind. Die Agitation wurde lebhaft und erfolgreich betrieben. Gewerkschaftliches. Organisation tragen. Art nicht vereinzelt dastehe, sei nicht zu bezweifeln. Es fei nun ein alter, anerkannter Grundsay, daß ein Uebermaß von Tanzvergnügungen leicht die Sittlichkeit gefährden könne; es handle sich also hier in der Verfügung der Polizeiverwaltung Sämmtlige Mittheilungen von Organisationen, vor allem folche über und in der in dieser mit angefochtenen Anordnung des Auslände oder Aussperrungen, müffen fiets den Stempel der betreffenden Regierungs- Präsidenten um eine Maßnahme, die durch den§ 2 der Verordnung des Ober- Präsidenten gerechtfertigt werde. Die Achtung, Schuhmacher! Nächsten Sonntag, vor flägerische Behauptung, die für Guben erlassenen Sonder mittags um 8 Uhr, wird eine Flugblatt- Wertheilung Bestimmungen seien unzweckmäßig, weil nicht den Verhältnissen vorgenommen; die Kollegen werden erfucht, fich zum Zwecke der angepaßt, bezögen fich nur auf die Art der Handhabung der VerBetheiligung recht zahlreich in folgenden Lokalen einzufinden: ordnung; in der Beziehung habe aber die Orts- Polizeibehörde im Nordwesten bei Krahl, Louisenstr. 31b; im 3entrum freies Ermessen. Dies tönne wohl indessen nur nach der Richtung bei Bohnenstengel, Seydelstr. 16, Keller; im Südosten bei nachgeprüft werden, ob etwa Willtür oder Chikane vorlägen. im Südwesten bei Werner Bülowstr. 59. Ferner theilen wir der höheren Behörden nach einem bestimmten System vorgegangen Röhn, Naunynstr. 86; im Süden bei Hertel, Lindenftr. 115; Davon tönne nun bier nicht die Rede sein, wo auf Anweisung den Kollegen mit, daß alle für die Agitationskommission be werde, niemand zur Liebe, niemand zum Leide. stimmten Briefe und Sendungen an E. Rott, Cotheniusstr. 19, zu richten sind. Die Agitationskommission. Der Holzbildhauerstreik in Görlitz dauert fort. Für Würzburg genehmigte die bayerische Regierung die Errichtung eines Gewerbegerichts auf grund des von den städtischen Behörden beschlossenen Statuts. Nur ein Glück, daß Puttkamer in Berlin nichts mehr zu fagen hat. Was sollten sonst wohl die Besizer der Blumenfäie und anderer Bergnügungsstätten der zahlungsfähigen Lebewelt anfangen? In bezug auf den Begriff ,, öffentlicher Ort" hat_vor. gestern der Straffenat des Kammergerichts in der Revisions= instanz eine bemerkenswerthe Entscheidung getroffen. Der Beitungshändler N. hierfelbft, welcher in dem Vorbau eines Hauses in der Holzmarktstraße sein Geschäft betreibt, war, weil er an einem Sonntage vor 10 Uhr vormittags Zeitungen feilgeboten hatte, in erster wie in zweiter Instanz wegen GewerbeVon der Lohnbewegung der schweizerischen Eisenbahn- vergehens zu einer Geldstrafe von 5 M. verurtheilt worden, inAngestellten und Arbeiter wird gemeldet, daß 4166 Nordost dem nämlich angenommen wurde, daß der betreffende Verkauf bahn- Angestellte ihre definitiven Forderungen mit Frist für die einem öffentlichen Orte stattgefunden habe. Auf die lauten: Erhöhung der Gehalte und Tagelöhne bis 2400 Franks Vorentscheidung auf und wies die Sache zur anderweiten Fest direktoriale Rückantwort bis 1. Zebruar 1896 eingereicht; ſie Revision bes Angeklagten hob das Rammergericht die um 25 pet., bis 3000 Franks um 15 pet., Erlaß einer Dienststellung und Entscheidung in die Borinstanz zurück. Habe der ordnung und eines Gehaltregulativs mit Erreichung des Angeklagte, so wurde ausgeführt, eine offene Verkaufsstelle gehabt, maximums nach 20 Dienstjahren, jährliche Aufbefferung, bis das so träfen ihn die beschränkenden Bestimmungen bezüglich des Maximum erreicht ist, zehnstündige Arbeitszeit. Haufirgewerbes nicht und er befinde sich in derselben Lage, wie Gewerkschaftspreffe. Seit Oktober erscheint in Budapest Gemeindewahlen. Die Stadtverordnetenswahl am 1. und 15. jeden Monats ein Fachorgan der ungarischen in Offenbach hat mit einem glänzenden Siege unseres Ge- Maurer unter dem Namen„ Der Maurer." noffen Karl Ulrich geendet; Ulricht ist mit 2192 Stimmen auf neun Jahre zum Stadtverordneten gewählt. Es wird aber von unserem Offenbacher Partei- Organ über die ungenügende Wahlbetheiligung der Arbeiter geklagt: von 2200 der Urne ferngebliebenen Wählern gehören mehr als 1800 der Arbeiterklasse an. Wenn sie alle ihre Pflicht erfüllt hätten, so wäre es möglich gewesen, die ganze Lifte von 16 Umstürzlern" durchzubringen. In Tambach, in Sachsen- Koburg Gotha, wurde ein In Tambach, in Sachsen Koburg Gotha, wurde ein Parteigenosse bei der Ersatzwahl zum Gemeinde Ausschuß ge wählt, so daß nunmehr drei Sozialdemokraten im Ausschuß figen. " • = an In Wien bereitet sich eine interessante Lohnbewegung unter jeder andere Ladenbefizer. Zum Begriff öffentliche Verkaufs den Perlmutter Drechslern vor. Der Meisterftelle" sei aber nicht durchaus ein besonderer Raum erforderlich, verein forderte nämlich die Gehilfen der Lochtnopf- Branche fondern es genüge auch schon ein solcher offener Raum, in welchem auf, sie mögen ihnen ehestens einen geregelten einheitlichen Lohn- ein Händler mit Genehmigung des Eigenthümers und derart, daß tarif vorlegen. In einer Versammlung der Gehilfen, wo über er das ausschließliche Recht zum Aufenthalt hat, sein Geschäft diefe Aufforderung verhandelt wurde, führte Genosse Niedl betreibt. Todtenlifte der Partei. In München starb Josef Böfinger, ein sowohl in politischer als gewerkschaftlicher Beziehung zielbewußter und thätiger Genosse. Polizeiliches, Gerichtliches: c. -Genosse Stücklen in Hof soll sich gegen die Religion dadurch vergangen haben, daß er bei einer Beerdigung seinen Hut nicht abnahm. Der Staatsanwalt erhob Anflage wegen Bergehens gegen die Religion. Die Straffammer Streit in Hof lehnte jedoch die Eröffnung des Hauptverfahrens ab, fchon einen großen Umfang gewinnen, weil auch in der sich jüngst wieder mit zwei folchen Fällen zu beschäftigen. Im weshalb der Staatsanwalt Berufung zum Ober- Landesgericht in Proving, in Böhmen, Mähren und Niederösterreich, die Arbeiter ersten war ein Bäcker von hier mit einem Bierführer in Streit München erhob. Dieses hob den Beschluß der Straftammer auf, die Durchführung des euen Lohntarifs verlangen werden. gerathen und brauchte in der Hiße des Mortgefechts die Wenordnete die Eröffnung des Hauptverfahrens an, und nunmehr ist Schon der Umstand, daß die Meister ganz diefelbe bung, der Bierführer möge nicht so stolz auf seinen Lohnherrn Termin zur Hauptverhandlung vor dem Landgericht in Hof auf Kampfesmethode benügen wie die Arbeiter, fein, denn diesem werde es gerade foergehen wie Schwartz. Seine Montag, den 30. Dezember 1895 angesetzt. Es ist dies der beweist deutlich, wie die Meister, speziell in der Perlmutter damalige Aufgeregtheit hat er mit 4 Monaten Gefängniß zu büßen. legte Prozeß, der gegen den so hart betroffenen Genossen Stücklen branche, einsehen gelernt haben, daß es mit der rücksichtslosen Im zweiten Fall lag der Thatbestand so: Ein Taglöhner von Altkirch zur Zeit schwebt.Ausbeutung der Arbeiter sowie der unsinnigen gegenseitigen war aus einer Fabrit wegen längeren Ausbleibens entlassen worden. -Ist Bontott grober Unfug? Von der Straf. Ronkurrens nicht weitergehen fann. Der neue Lohntarif wurde Die Schuld hieran schrieb er einem Fabrikangestellten zu, bem des fammer in Gera wurde der Redakteur der„ Reußischen von der Versammlung angenommen. wegen seine verbrecherischen Drohungen galten. Eines Tages Tribüne", Genoffe Seifarth, am 19. Dezember mit Hilfe des fagte er auch: wie es Schwarz ergangen, so tönne es jenem dolus eventualis zu 25 M. event. 5 Tagen Haft verurtheilt, weil Angestellten ergehen. Und wirklich lauerte er diesem abends auf er in seinem Blatte vor dem Besuche einer bestimmten Wirthder Straße mefferbewaffnet auf, allerdings vergebens, da der schaft gewarnt hatte und dadurch groben Unfug verübt Bedrohte eines anderen Weges gegangen war. Das Gericht haben soll. Das Schöffengericht hatte seinerzeit auf Freisprechung erkannte auf 6 Monate Gefängniß. Staatseinrichtungen follte Genoffe Schmidt in Plauen verächtlich gemacht haben, weil er der Wahrheit zuwider behauptet habe, ein Kind sei infolge des Impfens gestorben. Das Gericht verurtheilte ihn nur wegen, Groben Unfugs" zu 25 Mart Geldstrafe. aus, daß, seitdem zwei Branchenfireiks den Meistern gelungen, Nachflänge zum Fall Schwarh. Aus Mülhausen i. Els. nunmehr die Meifter der Perlmutterknopf- Branche, die die wird der„ Franti. 3tg." geschrieben: Bedrohungen, in denen das miserabelsten Verhältnisse aufzuweisen haben, ebenfalls einen Attentat auf Herrn Schwarz nachklingt, find noch immer Gegendurchführen wollen. Der Streit wird deshalb ftand von Gerichtsverhandlungen. Die hiesige Straftammer hatte erkannt. Soziale Meberlicht. Ein großer Schuhmacherstreit ist in Kopenhagen ausgebrochen, weil die Unternehmer sich weigerten, den Lohn zu erhöhen. Vom Wolff'schen Bureau wird die Zahl der Aus ständigen auf etwa 500 angegeben. Die Fachvereine der dänischen Hauptstadt beschlossen in einer Sigung am Donnerstag Abend, den Streit zu unterstützen. In Glasgow fordern jetzt auch die Schiffszimmer leute Lohnerhöhung. Von der Freitagssitzung des Branweiler Prozesses ( siehe 2. Beilage) liegt eine Weldung aus Köln vor, wonach vormittags 11 Uhr die Beweisaufnahme geschlossen wurde. E3 haben noch weitere Zeugen bestätigt, daß in der Anstalt die Prügelstrafe eingeführt war, während ein Priester bekräftigte, daß er lieber Schweinehirt als Seelsorger in folcher Die Polizei als Schuhengel der Sittlichkeit. Eine Anstalt sein möchte. Nachmittags 4 Uhr begann der Vortrag Oberpräsidial- Verordnung für die Provinz Brandenburg vom des Staatsanwalts. Man hofft, heute Mittag den Prozeß zu Tezember 1879, welche im Juni 1892 durch erneuten Ende zu führen. Gerichts- Beifung. E lediglich bestätigt wurde, macht die Abhaltung öffentlicher Tanglustbarkeiten von einer vorherigen orispolizeilichen Erlaubniß abhängig und bestimmt u. a. auch, daß an Bebe Depeschen und lehte Nachrichten. Köln, 20. Dezember.( W. T. B.) Jn dem Prozesse auläßlich der Vorgänge in der Provinzial- Arbeitsanstalt Brauweiler beantragte der Staatsanwalt gegen den Augekagten, Redakteur Hofrichter, 6 Monate Gefängniß. Der Vertreter der Nebenklage schloß sich diesem Antrage an. Nach der Nede des Vertheidigers, welcher prinzipaliter für Freisprechung plädirte, wurde die Verhandlung auf Sonnabend Nachmittag 4 Uhr vertagt. Berufsgenossenschaftliche Agitationen. Man schreibt uns: Die Agitationen im Bereiche einzelner gewerblicher Beruis genoffenschaften zur Zeit der Jahresversammlungen haben allgemach einen Umfang angenommen, der für die Interessen der bezeichneter Tage überhaupt keine öffentlichen Tanglustbar Arbeiter große Gefahren in sich trägt. Sie sind lediglich eine feiten abgehalten werden dürfen. Es befinden sich darunter Folge der gesetzlichen Bestimmung, daß Mitglieder, die der Ge- die sogenannten ersten Feiertage, der Bußtag u. f. f. nossenschaftsver ſammlung nicht persönlich beiwohnen wollen, Ter Hegierungspräsident von Puttfamer zu Frankfurt a. D. sich durch andere Mitglieder vertreten laffen fönnen. Wer die ließ unter dem 18. Auguft 1891 der Polizeiverwaltung zu Guben Berhältnisse tennt, weiß wie die Folgen dieser Bestimmung die Mittheilung zugehen, daß in dieser Stadt die Möglichkeit der fich gestalten. Wenn von einer Genossenschaft, die vielleicht mehr Veranstaltung öffentlicher gewerbsmäßiger Tanzluftbarkeiten neben als zwanzigtausend Betriebe umfaßt, hundert Mitglieder in der den in der Verordnung des Oberpräsidenten gegebenen noch folGenossenschafts- Bersammlung anwesend sind, so ist das schon genden weiteren Beschränkungen unterworfen werde: Vom viel. Acht bis zehntausend lassen sich durch die Anwesenden ver 1. Oftober 1892 ab finden öffentliche gewerbsmäßige Tanztreten, der Rest bleibt gänzlich unvertreten. Diese letzteren vergnügungen nicht mehr statt: an allen letzten Monats- Sonn- Frankfurt a. M., 20. Dezember.( W. T. B.) Die Frants halten sich grundsäßlich der Versammlung fern, weil sie die er- tagen, an den dritten Feiertagen; vom 1. Oftober 1894 ab außer furter Zeitung" meldet aus Konstantinopel: Die in Zeitun eins wähnte gefeßliche Bestimmung nicht für das richtige Mittel dem auch an den Sonntagen, welche auf das Oster, Pfingst, geschlossenen 400 türkischen Soldaten, fowie 500 Einwohner, halten, um in der Genossenschafts Versammlung den Weihnachts, Neujahrs-, Kaifers- Geburtstags- und Sedanjeft, fo- daunter Frauen und Kinder, find am Sonntag von den sie be Die Pforte Willen der Mehrheit der Berufsgenossen zum Ausdruck zu bringen. wie auf die Jahrmarkts- Montage bezw. Donnerstage folgen; und lagernden 12 000 Armeniern niedergemacht worden. Thatsache ist, daß die Mehrheit der vertretenen Stimmen sich ferner müssen derartige Lustbarkeiten vom 1. Oftober 1896 ab hat dies den Botschaftern notifizirt und gestern an Mustaphagewöhnlich auf einige wenige Personen, meist außer an den vorbezeichneten Tagen auch noch an einem Hemsi- Bascha den Befehl ertheilt, mit 10 000 Soldaten und Vorstandsmitglieder, vereinigt, die es fertig gebracht weiteren, noch näher zu bezeichnenden Sonntag jeden 2 Batterien heute früh Zeitun anzugreifen, zu beschießen und zu haben, möglichst viele Vollmachten zu erhalten. In deren Monats unterbleiben. Unter den Gastwirthen in Guben haben zerstören, sowie die Armenier niederzumachen. Händen liegt dann die Entscheidung über alle Angelegenheiten, diese Bestimmungen und ihre bisherigen wie noch zu erwartenden Bremen, 20. Dezember.( W. T. B.)„ Boesmann's Teledie in der Versammlung verhandelt werden, also auch über materiellen Schädigungen eine heftige Gährung hervorgerufen, graphisches Bureau" meldet aus Totland- Bay: Um Mitternacht Prinzipienfragen, die sich auf verunglückte und in Frankfurt a. D. hat das gleiche Vorgehen des Herrn und heute Mittag wurden seitens der Bugfirdampfer Ver Arbeiter beziehen. Daß die Entscheidung im v. Puitkamer daffelbe Resultat gezeitigt. Um zu sehen, was es fuche zur Flottmachung des Dampfers Spree" unternommen, Sinne aller Vollmachtgeber ausfällt. ist damit durch denn eigentlich rechtlich mit dem Vorgehen des Regierungs- welche, obgleich fie längere Zeit dauerten, erfolglos waren, Bereits heute aus nicht gesagt, weil erfahrungsgemäß die Verhandlungen präsidenten auf sich habe, ersuchten fünf der Gubener Gastwirthe, da der Wasserstand ein zu niedriger war. oft eine ganz unvorhergesehene Wendung nehmen. Die gemein Baschte und Genossen, die Polizeiverwaltung um die Erlaubniß, wurden die Passagiere der 1. und 2. Klasse in ihrer größeren schädlichen Wühlereien, wie das Protokoll über die am 24. Februar 1895, dem legten Sonntag dieses Monats, öffent- Mehrzahl über den Landweg nach Deutschland befördert. Die lette Genossenschaftsversammlung einer dem Umfange nach be- liche Tanzlusti arkeiten abhalten zu dürfen. Natürli wurde übrigen Passagiere dieser Klassen, sowie die Passagiere der deutenden Berufsgenossenschaft mit fast bewundernswerther Offen- ihnen die Erlaubnis versagt und zwar mit der Begründung, daß 3. Klaffe dürften bereits morgen früh auf demselben Wege folgen. heit sich ausdrückt, sind soweit gegangen, daß an Mitglieder die Polizeiverwaltung dieselbe nicht ertheilen könne, denn der Karlsruhe, 20. Dezember.( W. T. B.) Bei der heutigen die Zumuthung gestellt worden ist, falls sie schon Vollmacht Regierungspräsident habe angeordnet u. f. w. Die also Zurück- Landtagswahl im Wahlkreise Lahr- Land wurde Fluege( natl.) ertheilt hätten, diese rückgängig zu machen und einem gewiesenen beschwerten sich beim Regierungspräsidenten zu Frank mit 63 Stiminen gewählt; Heimburger( Demokrat) erhielt anderen Mitgliede zu übertragen. In solchen Zuständen liegt furt und gegen deffen abweisenden Bescheid beim Oberpräsidenten 62 Stimmen. mit der Grund für die vielbemerkte, überaus schwache Bethei- Staatsminister Achenbach, jedoch vergeblich. Der letztere meinte Budapest, 20. Dezember.( W. T.-B.) In dem Prozesse ligung an den Genossenschaftsversammlungen und für in den in feinem Befcheide, die fraglichen Anordnungen des Regierungs- wegen Verleumdung des ehemaligen Ministerpräsidenten selben gefaßte Beschlüsse, die selbst bei den Unternehmern Kopf- präsidenten feien aufrecht zu erhalten, weil sie bezweckten, die in Dr Wekerle durch einen Artikel, in welchem die Regierung be= schütteln hervorrufen und ihnen den Vorstand oder doch einzelne Guben stattfindenden Tanzlustbarkeiten auf dasjenige Maß zu schuldigt wird, den Ankauf oppofitioneller Blätter feitens eines Mitglieder desselben in recht zweifelhaftem Lichte erscheinen lassen. beschränken, welches mit dem Interesse der öffentlichen Ordnung ihr durch die Ueberlassung großer öffentlicher Arbeiten vers Für den Arbeitnehmer ist der Rückschluß nicht schwer. und Sittlichkeit vereinbar sei. Gegen diesen Bescheid er pflichteten Konfortiums begünstigt zu haben, wurden die ReKann er Vertrauen 11 der Leitung einer hoben Baschte und Genossen Klage beim Ober- Verwaltungsgericht. dakteure und Abgeordneten Hollo und Bartha zu je 6 Monaten Berufsgenossenschaft haben, wenn es schon Ihr Vertreter, Rechtsanwalt Lewi aus Guben berief sich auf den Gefängniß und je 1000 Gulden Geldstrafe verurtheilt. tausenden von zugehörigen Betriebs- Unter-§ 127, Absatz 4, 3iffer 2 des Landes- Verwaltungsgesetzes und Paris, 20. Dezember.( B. H.) Die Polizei hat gestern in nehmern fehlt? Unmöglich! Um eine Aenderung suchte nachzuweisen, daß gerade in Guben die angefochtene Ber- der Wohnung des Abbé Palmade, den die Blätter als falschen zu erzielen, ist u. a. eine gesetzliche Bestimmung vorgeschlagen fügung jeder thatsächlichen Voranssegung entbehre. Vorher sei dort Priester bezeichneten und der wegen Spionage verhaftet worden, daß ein einzelnes Mitglied nur eine gewisse Anzahl nichts paffirt, was sie hätte rechtfertigen fönnen. Jetzt fuchten die wurde, Haussuchung gehalten. Eine Anzahl Papiere und ume fremder Stimmen vertreten dürfe. Die neuen Gefeßentwürfe zur Sozialdemokrateno, diese Bösen! die Situation für ihre fangreiche Korrespondenzen wurden beschlagnahunt. Verantwortlicher Redakteur: Fritz Kunert, Echöneberg- Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Lind und Verlag von Wing Vading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 298. Sonnabend, den 21. Dezember 1895. 12. Jahrg. jebt recht unangenehme Thatsache zuzurechnen, daß unter den, befchastigt werden, ist ein ftrafrechtliches und polizeiliches EinEin Beitrag zur Sittlichkeit im Arbeiterinnen, wie wir durch Rücksprache uns überzeugen konnten, schreiten ermöglicht. Die Polizeibehörden werden im Verein mit der falsche Glaube herrscht, die Lohnhöhe richte sich nach dem den Gewerbe- Aufsichtsbeamten diesem Punkte fortgesetzt ihre kapitalistischen Vaterland. Maße des Entgegenkommens gegenüber unfittlichen Wünschen des schärfste Aufmerksamkeit zuzuwenden haben. Zahlreich sind die Klagen darüber, daß Arbeiterinnen von Meisters Simon. Es mag übrigens noch erwähnt werden, daß Endlich wird bei vorhandenem dringenden Bedürfniß auf thren Chefs oder den Werkführern und sonstigen Betriebs- für Nebenarbeiten, wie Aufräumen, Ausfegen, Heben oft zentner- die Einschränkung der gewerblichen Kinderarbeit durch Ervorgesezten häufig den gröbsten Anfechtungen hinsichtlich ihrer schwerer Lasten, überhaupt nichts gezahlt wird. laß von Polizei- Ordnungen Bedacht zu nehmen sein. weiblichen Ehre ausgesetzt sind. Leider ist es nur selten mög- Der üble Zustand, worin sich die im unteren Raum der Insbesondere aber wird es sich zur Abwehr der der Gesundheit lich, für die angegebenen Thatsachen solche Beweise zu bekommen, Fabrik beschäftigten Arbeiterinnen hinsichtlich der Fest- und Sittlichkeit der Schulkinder drohenden Gefahren empfehlen, die selbst den der Arbeiterpresse nicht freundlich gesinnten stellung ihres Arbeitsverdienstes befinden, wird entweder ganz zu verbieten oder zu beschränken: die Ver Elementen unter dem Richterstand die Anerkennung abnöthigen aber weit übertroffen durch die Behandlung, die der Meister wendung von schulpflichtigen Kindern zum Austragen von Backkönnten, daß die Sache sich so verhält, wie sie in der Arbeiter- Simon den ihm unterstellten Arbeiterinnen zu theil werden waaren in früher Morgenstunde, zum Regelauf preffe geschildert wurde. Die Seltenheit derartiger Beweise hat läßt. Zunächst erlaubt er sich, die Arbeiterinnen mit Du anzusehen, zur Bedienung oder Aufwartung in Wirths. einerseits in der natürlichen Scham der mißbrauchten Mädchen ihre reden. Dieser Art und Weise entspricht der ganze Ton, in dem häusern, die Verabreichung geistiger Getränke an derartig Ursache, durch die Bekanntmachung des an ihnen verübten Frevels er mit den Arbeiterinnen verkehrt. Er läßt sich ihnen gegenüber beschäftigte Kinder, das Feilbieten und der Verkauf zum Tagesgespräch zu werden, anderseits ist deren Furcht, aus der Schimpfworte der allerverlegendften Art zu schulden fommen. von Waaren, sowie das gewerbsmäßige Musik machen Arbeit entlassen zu werden, ein Hemmniß, die Wahrheit an den Weiter verfolgt er sie mit unfittlichen Anträgen. In seinem und Darbieten von Schaustellungen auf öffentlichen Straßen und Zag zu bringen und im übrigen find Schweigegelder oder Be- Komptoir hat Simon den Arbeiterinnen wiederholt das Anerbieten Plägen, Hausfluren, Treppen, Höfen, Schantlokalen, Konditoreien förderung im Betriebe die Ursachen, daß die Opfer der Wollust sofortigen außerehelichen Geschlechtsgenusses gemacht. Bei mancher durch Schulkinder. des Unternehmers oder seiner Werfmeister 2c. so selten behilflich erreichte er dort, bei anderen in sonstigen Fabrikräumen sein Von dieser Rundverfügung sollen auch die Kreisschulinspek find, die Schuldigen an den Pranger zu stellen und dadurch Biel. Sonntags regalirte er Arbeiterinnen in der Kantine mit toren Abschrift erhalten, während die Aufsichtsbehörden vom audere Arbeiterinnen vor Schaden zu bewahren. Wenigstens die alkoholischen Getränken, bis die Mädchen betrunken waren. Regierungs- Präsidenten ersucht werden, der Frage einer wirk erften beiden Momente: Scheu der Arbeiterinnen vor der Zwei Arbeiterinnen gaben an, daß er sie außerhalb der samen Bekämpfung der gewerblichen Nebenbeschäftigung von Deffentlichkeit und Furcht vor dem Verlust der Arbeit, erklären Fabrit ihrer jungfräulichen Ehre beraubt habe. Beschwerden, Schultindern fortgesetzt ihr Interesse zuzuwenden." es, daß sich in einer Berliner Fabrik, über die wir im folgenden die über das Auftreten Simon's an den Baron von Stengel So der Regierungserlaß, der wohl von gutem Willen zeugt, berichten, Zustände einnisten konnten, die in sittlicher Beziehung gerichtet wurden, sind, wie man uns mittheilte, erfolglos unter den bestehenden Verhältnissen den schlimmsten Auswüchsen geradezu himmelschreiend sind. geblieben. Nach der Versammlung vom 2. Dezember richtete der Kinderausbeutung entgegen zu treten, aber ein noch größeres Es handelt sich um die Metallwaaren- Fabrit von Berthold derselbe Baron v. Stengel an die Arbeiterinnen die Frage, Maß von Befangenheit zu erkennen giebt. Wir wissen zunächst und Manfred Weiß, Chausseestr. 39. Ju der öffent- ob etwa eine von ihnen von dem Werkführer Simon geschlecht nicht, welchen Zweck die Rücksprache der Lehrer mit den Eltern lichen Versammlung der Metallarbeiter und Arbeiterinnen, lich in der Fabrit benutzt worden sei. Es meldete sich natürlich haben soll. So grausam find doch wahrlich nur wenige Eltern, die am 2. Dezember in Meyer's Salon, Müllerstr. 7, abgehalten feine. Wer etwas anderes erwartete, ging von sonderbaren daß sie rein aus Uebermuth ihre Kinder des Morgens um drei Uhr wurde, machte der Referent Beutler über die Verhältnisse dieser Voraussetzungen aus. Im übrigen beziehen sich die Angaben, die zum Brotaustragen losschicken oder den ganzen Tag mit Hampel Wohl nach Fabrit Angaben, deren Wucht so gewaltig war, daß der haupt- in der Versammlung am 2. Dezember gemacht wurden, auf den männern in Wind und Wetter stehen lassen. fächlich Angegriffene, der Werkführer Simon, zugestehen mußte, daß Beitraum von 1890-1895 und rühren zum theil von Personen allen solchen Konferenzen wird der Lehrer zu dem Resultat vieles des Vorgetragenen zutreffe, worauf er unter den Ver- her, die jetzt nicht mehr in der Fabrik beschäftigt, also nicht mehr tommen, daß die Eltern nur dem Gebot der bittersten Noth wünschungen der Anwesenden die insbesondere von Arbeiterinnen durch Furcht vor Entlassung gehindert sind, für die Angaben gefolgt sind. Auch bleibt der Erlaß eine Antwort schuldig auf gut besuchte Versammlung verließ. Nach lebhafter Diskussion wurde öffentlich einzutreten. Zu bemerken ist noch, daß der Meister die äußerst naheliegende Frage, wo denn die Grenzlinie zu ziehen ist zwischen ersprießlicher und schädlicher einstimmig eine Resolution angenommen, worin gegen die Zustände Simon verheirathet ist. bei der Firma Weiß energisch protestirt und als bestes und Angesichts dieser geradezu schmachvollen Zustände in einer Nebenbeschäftigung. Zur Ergründung dieser Frage wäre es einziges Mittel gegen die geschilderten Mißstände den Kollegen in der Residenz gelegenen Fabrit ersuchen wir den Fabrik: zweckmäßig, wenn ein hoher Regierungsbeamter an seinen für und Kolleginnen der Anschluß an die gewerkschaftliche Organi inspektor dringend, Abstellung der verschiedenen eigenen Kindern die Probe auf das Exempel machen wollte. sation der Arbeiter empfohlen wurde. Uebelstände zu sorgen.§ 120b der Gewerbe- Ordnung legt Alles in allem dürfte die Regierungsverfügung vielleicht das Den Bericht über diese Versammlung, der am Donnerstag u. a. dem Unternehmer die Pflicht auf, das Erforderliche zur Elend der Kinderausnutzung wohl ein weuig den Blicken der eine zweite folgte, wo die gleichen Anklagen wie in der ersten Aufrechterhaltung der guten Sitten und des Deffentlichkeit entziehen, aber in der Sache an sich garnichts erhoben wurden, hatten wir zurückgestellt, weil es uns angebracht n st and e3" zu thun. Bei Gelegenheit der lex Heinze war in bessern. erschien, die Verhältnisse jener Fabrit zunächst auch auf grund der Kommission vorgeschlagen und von sozialdemokratischer Seite Bismard kontra Brausewetter. Der in diesen Tagen Prinzipale, Werkmeister, Dienst anderer Quellen zu prüfen. Das Ergebniß unserer Nachforschungen unterstützt: bestätigt die Darlegungen des Referenten Beutler und ergänzt berrschaften u. f. w.( in ähnlicher Weise, wie vom Hamburger Bismarckblatt abermals den Regierenden auffie nach einigen Richtungen bin. Wir geben dies Material Bormünder) bei Vornahme unzüchtiger Hand gedrängte Vorschlag, die Sozialdemokratie mit Blut und Eisen nachstehend wieder. Es ist von einer Bedeutung, die weit über ungen mit solchen Personen zu bestrafen, die zu überwinden, nachdem sie vorher durch Repreffalien zur Verden Einzelfall, ja weit über den Kreis der Metallarbeiter hinaus bei ihnen in Lohn stehen. Der Vorschlag ist leider zweiflung, zu einem gewaltsamen Angriff auf Staat und Gefellnicht Gesetz geworden. Noch träftigeren Schuß gegen solche Schaft getrieben worden, ist bekanntlich ein altes, durch die Die Metallwaaren- Fabrit von Berthold und Manfred Bustände gewährt volle Roalitionsfreiheit. Behring- Mahlow Thaten und auch durch den ExpatriirungsWeiß teschäftigt unferen Ermittelungen nach 78 Arbeiter, eichnend ist es, daß die Arbeiter der bevorschlag sehr verständlich angedeutetes Rezept des Mannes in Friedrichsruh. darunter 52 weiblich e. Die Eigenthümer der Firmaprochenen Fabrik leider bisher unorgani Allgemein wird dies auch selbst in den staatserhaltendsten leben meist im Ausland. Von ihnen ist zur Leitung der Fabrit firt waren. ein ehemaliger Militär, Baron von Stengel, angestellt. Dem Reichstag ist ein Antrag auf endliche Einreisen anerkannt. Umsomehr muß es wunder nehmen, daß Den technischen Betrieb leiten die Werfführer Meister Hoppe führung voller Roalitionsfreiheit von der sozial- unter preußischen Richtern zum theil wenig Renntniß von dem sozial- Bismarck'schen Rezept vorhanden zu sein scheint. Wir erund Meister Simon. Die Hauptthätigkeit der Arbeiterinnen demokratischen Partei vorgelegt. Bereits in der Kommission für Bismarc'schen Rezept vorhanden zu sein scheint. Wir er besteht in der Reinigung von gebrauchten Patronenrahmen, die die lex Heinze wiesen unsere Genossen, allerdings vergeblich, innern uns einer Affäre aus dem Gummischlauch- Prozeß. Der Angeklagte Reßler vom„ Volksblatt" sagte zu seiner der Fabrik, wie wir hörten, von preußischen, bayerischen und nach, daß allein volles Vereinigungsrecht die Ausnutzung des Rechtfertigung am ersten Verhandlungstage, daß es die heiligste fächsischen zc. Militärdepots eingesandt werden. Die außerordent- weiblichen Körpers einengen und der Prostitution vorbeugen Pflicht der Sozialdemokraten sei, das Niederschießen zu lich ungefunde Arbeit wird zunächst in dem fog. unteren Arbeitsraume, einem Raume von angeblich nur etwa 8 Metern Wer gedrückt habe, beabsichtige. er gegen freies Bereinigungsrecht tämpft, verhindern, das z. B. Bismarck, wie er sich einmal ausLänge, 5 Metern Breite und 3-4 Metern Höhe, ausgeführt. In macht sich zum Mitschuldigen an der Vergedrückt habe, beabsichtige. Brausewetter fiel dem Angeklagten in die Rede: Das dem Raume toird angeblich an 26 Trommeln gearbeitet, oie mit größerung des Fleischmarttes, fäuredurchtränkten Sägefpänen gefüllt sind. Die Säuren entwickeln bezeichnendsten Folgeerscheinungen des ausbeutenden Kapi- kann doch Ihr Ernst nicht sein? Keßler: Es ist mein voller Ernst. höchst ungesunde Dünste, die Sägespäne einen fast unerträglichen talismus ist. Unsern Lesern ist bekannt, daß gerade Brausewetter: Eine solche Unmoralität Staub. Ueberdies herrscht große Nässe im Arbeitsraum. Trotzdem feit den letzten Jahren mit aller Macht von einigen giebt es nicht. Es ist ein Unsinn zu glauben, daß ift weder für hinreichende Ventilation noch für ausreichende Richtungen für Einschränkung und Entziehung jedes Koalitions: irgend ein Mensch() und nun gar der große Bismard Echußvorrichtungen gesorgt. Erst in letzter Zeit sind sogenannte rechts der Arbeiter, insbesondere dem weiblichen Geschlecht weiblichen Geschlecht daran denkt, die Sozialdemokraten niederschießen zu Sache der Arbeiter Lungenschüßer eingeführt. Erst nach wohl infolge gegenüber vorgegangen wird. laffen! der Versammlung vom 2. Dezember sind zum Schutz beider Geschlechter ist es, diesen fultur vor der Nässe Gummischuhe für die Arbeiter bestellt worden. widrigen Bestrebungen durch Eintritt in Or Die männlichen Arbeiter haben solche bereits erhalten; die weib- ganisationen und durch Aufklärung der Innissen des öffentlichen Lebens wäre wohl manchem Richter der lichen sollen Gummischuhe und Gummischürzen demnächst be- differenten entgegenzutreten. Mag der besprochene Mit seinen Anschauungen über den großen Bis kommen. In dem kleinen gesundheitsgefährlichen Raum arbeiten Fall, der leider typisch ist, zum Kampf für wirkliche Sittlich- mar ct" scheint Brausewetter in demselben Grade recht zu von morgens 6 bis abends 7 Uhr( manchmal auch länger) anfeit anspornen! haben, wie zum Glück mit dem geflügelten Wort; E3 giebt geblich zwischen 30 bis 40 Arbeiterinnen! feine Deffentlichkeit. reicht. tönne. Tokales. der eine der Vor den Blicken der Männer geschütte Umkleideräume find für die weiblichen Arbeiterinnen erit feit neuerer Zeit auf Veranlaffung des Fabrikinspektors geschaffen. Der Abtrittsraum für Die Regierung und die Beschäftigung von Schul die Arbeiterinnen ist nach vorn so gut wie offen, da die Thür nicht kindern. In der Frage der gewerblichen Nebenbeschäftigung" ordentlich funktionirt; an den drei anderen Seiten ist er durch von Schulkindern hat der Regierungspräsident zu Potsdam eine löcherige Bretterivand von den Nebenräumen geschieden. an die Orts Polizeibehörden eine Verfügung folgenden Inhalts Wieviel Lohn erhalten die in dem unteren Arbeits- erlassen: für Mädchen: Aufwartung, Kinderwartung, Blumenmachen, Tücherknüpfen, Spulen, Mäntelnähen, Puppenschuhnähen, Tütenkleben, Blumen- und Waarenverkauf u. a. " Eine eingehende Kenntniß von der Politik und den Verhält Gegenwart zu wünschen. Abermalige Konfiskation des ,, Sozialist". Am Freitag Mittag wurde die Nr. 19 des Sozialist" vom 21. Dezember beschlagnahmt. Veranlassung bildete die erste Notiz der Rubrik Aus der Zeit", durch welche den Lesern die Dekorirung und Beförderung des Grenadiers Bengar in Königsberg, welcher als Wachtposten einen Menschen tödtete und einen anderen anschoß, Das Pflichtexemplar wurde erst am raum der Fabrit beschäftigten Arbeiterinnen? Das wissen" Die Nebenbeschäftigung von schulpflichtigen Kindern zu mitgetheilt wurde. die Arbeiterinnen selbst nicht. Die Woche hindurch ver- Erwerbezwecken hat nach den von uns angestellten Erhebungen in Donnerstag Abend etwa um 6 Uhr eingereicht. Trotzdem heißt dienen sie 6, 7, auch 8 M. und darüber bei derselben Arbeit. einzelnen, vornehmlich größeren Orten einen außerordentlichen es auf der Beschlagnahme- Bescheinigung: Auf grund des Bes Es ist fein fester Lohn, kein Zeitlohn vereinbart, auch kein Afford- Umfang erreicht. In einigen Vororten Berlins waren bei einer schlusses tgl. Amtsgerichts I vom 19. d. M." tarif aufgestellt. In welcher Weise der Lohn berechnet wird, ist den Schülerzahl von 11 440 1013 Kinder, also fast neun ProZur Förderung und Erleichterung des NeujahrsArbeiterinnen nicht mitgetheilt. Das Geschäft verfährt, unseren ent gewerblich nebenbeschäftigt. Von diesen 1013 Kindern Ermittelungen nach, bei der Berechnung so: Wenn im unteren arbeiteten länger als 4 Stunden täglich 398, vor 6 Uhr früh 283, Briefverkehrs kann man Stadtbriefe, Postkarten und DruckArbeitsraum die Rahmen den Säuberungsprozeß durchgemacht nach 9 Uhr abends 205, auch an Sonntagen 642. Als Hauptfachen, deren Bestellung in Berlin am 1. Januar 1896 früh gewünscht wird, bereits vom 26. Dezember ab zur Poft liefern. haben, werden fie für eine andere Bearbeitung in dem oberen beschäftigungsarten wurden festgestellt: Arbeitsraum der Fabrik, wo andere Arbeiterinnen eingestellt für Knaben: Austragen von Waaren und Zeitungen, Der Absender hat derartige Sendungen, jede für sich mit den find, einer weiteren Prozedur unterworfen. Diese Arbeit im Regelauffeßen, Rarousselschieben, Schußanzeigen, Blumen- und erforderlichen Wertbzeichen beklebt, in einen dauerhaften, gut oberen Raum läßt sich jedoch nur bei etwa der Hälfte der Streichhölzerhandel, Spulen, Stuhlflechten, Bigarrenmachen, verschnürten Umschlag zu legen und diesen mit der Aufschrift: An das Kaiserliche Briefpostamt hier, C. Jnliegend frankirte Rahmen ohne einen nochmaligen Eäuberungsprozeß vornehmen. Briefbogenfoloriren n. a., Es werden nun die für diese weitere Vornahme geeigneten PaNeujahrsbriefe für Berlin" zu versehen. Um eine ordnungstonenrabmen ausgewählt, also bei 10 000 etwa 5-6000 Stück. Die mäßige Bestellung der Briefe zu erreichen, ist es erforderlich, daß übrigen Rahmen gelangen abermals in den unteren Raum, werden in den Aufschriften der Stadtbriefe nicht nur die Wohnung des aber bei der 2obnauszahlung nicht in Anrechnung Gine gesunde, nicht zu lange andauernde Nebenbeschäftigung, Empfängers genau nach Straße, Hausnummer und Lage( Stock gebracht. Die Arbeit in beiden Arbeitsräumen, dem oberen namentlich wo damit Aufenthalt im Freien verbunden wird, ist werk, Hof 2c.), sondern auch der Postbezirk( C., O., NO. u. f. w.), und dem unteren, wird in Kolonnen von etwa 5 Arbeiterinnen für die Kinder ersprießlich. Sie werden dadurch frühzeitig Berlin" oder der Bezeichnung„ hier" deutlich und zutreffend in welchem die Wohnung gelegen ist, neben dem Ortsnamen ausgeführt. Im Lohnbuch wird bei den oben beschäftigten Ar- an eine regelmäßige Thätigkeit gewöhnt, vor beiterinnen Donnerstags die Anzahl der fertigen Rahmen festge. Müßiggang und den sich daraus ergebenden Eastern be- angegeben wird. ftellt und für je 1000 Stück früher 72, später 70, 65, 60, jetzt wahrt; ihr Erwerbs- und Sparsinn wird geweckt und Weihnachts Sonderzüge werden am 21., 22., 23. und 55 Pfg. als Lohn angeschrieben. Nach dieser für die in dem den Eltern in ihrer wirthschaftlichen Nothlage eine Erleichterung 24. Dezember von hier nach Breslau und Posen abgelassen. Die oberen Raum vorgenommenen Lohnfestsetzung wird ohne Be- verschafft. Andererseits erscheint die Nebenbeschäftigung, sobald Sonderzüge halten auf allen denjenigen Stationen, auf welchen rücksichtigung der wieder in den unteren Raum gelangten fie früh beginnt, lange andauert, sich womöglich bis tief in die betreffenden Hauptzüge Aufenthalt haben. Die zu den letzteren Rahmen auch der Lohn für die Arbeit der im unteren die Nacht hinein erstreckt, in ungefunden Räumen gelösten Fahrkarten berechtigen auch zur Fahrt mit den SonderRaum beschäftigten Arbeiterinnen, ohne die Arbeiterinnen anzu- stattfindet, in hohem Maße geeignet, die körperliche wie geistige zügen, für welche einfache Fahrkarten 1. bis 3. Klasse und mit hören, festgesetzt. Ausbildung der Kinder zu beeinträchtigen und ferner auch Ausschluß des Vorzuges 5 auch 4. Klasse, sowie die üblichen G3 erhält dadurch eine unten beschäftigte Arbeiterin vielleicht ihre Sittlichkeit zu gefährden. Derartigen Aus Rückfahrifarten verausgabt werden. der Kinderarbeit allen 8,50 M., wenn die oben beschäftigte vielleicht 16 M. erhält. wüchsen muß mit gefeßlichen Die Schließung der zwei Gemeindeschulklassen in Diese einseitige, willkürliche Festsetzung des Lohnes allein Mitteln entgegengetreten werden. In erster Linie werden Schulbebörden der durch den Unternehmer entspricht weder sonstigen Gepflogenheiten die Sache fortgesetzte Aufmerk- Friedenau ist nicht wegen Pocken- Erkrankungen, sondern wegen noch dem Gesetz. Die Arbeiterinnen hätten das Recht, statt einer famkeit zuzuwenden haben. Die Lehrer müssen auf den epidemischen Auftretens der Masern erfolgt, an denen allein aus Bablung für etwa 5-6000 Rahmen mit ungefähr 3 Mart, da Lehrerkonferenzen mit der Frage gründlich bekannt gemacht und 50 Kinder darniederliegen. Ueberhaupt herrschen die Masein in den beiden Klassen( 6. Knaben- und 6. Mädchentlasse) gegen nichts weiter vereinbart ist, angemessene Zahlung für dafür interessirt werden; gerade sie werden häufig in der Lage Friedenau außergewöhnlich stark. 10 0.0 Rahmen mit etwa 9 M. zu verlangen. Die Hunger: sein, durch vernünftige Rücksprache mit den Eltern peitsche und die Ueberfüllung in anderen Branchen hält und Erziehern, in geeigneten Fällen durch BenachDas Polizeis leider die gedrückten Arbeiterinnen von einer Geltend- richtigung des Vormundschaftsgerichts Uebelstände abzustellen. präficium veröffentlicht folgende Bekanntmachung: Mit dem machung ihrer Rechte ab sie unterwerfen sich in der Hoff- Ferner darf den nebenbeschäftigten Kindern in keiner Form 31. Dezember d. J. endet die Frist, während welcher an stelle nung auf längere Arbeitsbeschäftigung der willkürlichen Fest- ein Nachlaß vom Schubeiuch gewährt werden. Wo schul- des durch die Bekanntmachung des Reichs- Versicherungsamtes fegung des Lohns durch den Unternehmer. Dieser hat jener pflichtige Kinder den Vorschriften der Reichs- Gewerbe- Ordnung vom 1. Februar 1894 festgesetzten neuen Formulars für die in eigenartigen Lohnfeftfeßung übrigens die ihm, wie es scheint, zuwider in Fabriken oder diesen gleichgestellten Werkstätten Gemäßheit der Unfall- Versicherungsgeseze von dem Betriebs. Neue Formulare für Unfallanzeigen. Gerichts- Beitung. unternehmer an die Orts- Polizeibehörde zu erstattenden Unfall, Bulverloch heran, um nach der Zündschnur zu sehen. Raum anzeigen" die Benutzung des alten Formulars behufs Verbrauchs hatte er sich mit dem Gesichte dem Sprengloche genähert, als der der vorhandenen Bestände noch zugelassen war. Dies wird hier- Schuß trachte und den Block auseinander riß. Gebur wurde Das Schuhmacher Hoffmann'sche Ehepaar, das erst durch mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß das Nafenbein und das Stirnband zerschmettert und die ganze arzlich wegen des räthselhaften Verschwindens ihres Eohnes vom 1. Januar 1896 ab alle nicht auf dem vorschriftsmäßigen obere Gesichtshälfte eingedrückt. Beide Augen gingen ihm ver Karl vor Gericht stand, stand gestern wieder vor dem Schwurneuen Formular erstatteten Unfallanzeigen von den zuständigen loren. Der Verunglückte wurde nach Berlin in ein Krankenhau gericht des Landgerichts I. Der Ehemann wurde des Meineides die Ehefrau der Beihilfe Polizeirevieren werden zurückgewiesen werden. gebracht, wo die Aerzte ihn troß der furchtbaren Verlegungen und des betrügerischen Bankrotts, zum betrügerischen Bankrott beschuldigt. Der Angeklagte betrieb Dem vom Polizeipräsidium beabsichtigten Erlaß einer am Leben zu erhalten hoffen. mehrere Jahre hindurch im Keller des Hauses Zoffenerstr. 16 ein Polizeiverordnung über die öffentliche Angabe des bürgerlichen Vermißt wird seit dem 7. Dezember cr. die 14 jährige Schuhwaarengeschäft. Zu seinen Lieferanten gehörte der Filz Namens der Inhaber offener Geschäftslotale hat der Berliner Margarethe Selleneit genannt offé, welche Schinke- schuhwaaren Fabrikant Moses Winterfeldt, der schließlich eine Magistrat mit einer Aenderung des§ 1 jetzt zugestimmt. Der Straße 14 in Rigdorf bei ihren Pflege- Eltern Fossé wohnte. Forderung gegen ihn einflagen mußte. Dabei soll nun Hoffmann am Baragraph soll demnach folgenden Wortlaut haben:„ Jeder In- Ferner ist seit dem letzten Sonntag der 12 jährige Schulknabe 3. Mai 1891 einen ihm auferlegten Eid wissentlich falsch geschworen Forderung gegen ihn einklagen mußte. Dabei soll nun Hoffmann am haber eines offenen Geschäftslokales ist verpflichtet, an sein Ge- Robert Hommel, Rosenstr. 24 bei den Eltern wohnhaft, ver: haben. Die Beschuldigung des Meineides ist zuerst von seiner schäftslokal in einer von der Straße aus deutlich erkennbaren schwunden. Alle Nachforschungen nach dem Verbleib des Knaben eigenen Ehefrau erhoben und durch Beweismaterial unterstützt Schrift entweder seinen vollen bürgerlichen Bor- und Zunamen waren bisher erfolglos. worden. Wegen des betrügerischen Bankrotts ist au erwähnen: oder die Bezeichnung seiner im Handels- oder Genossenschafts- Ladendiebe treiben seit einigen Abenden im Südosten wieder Hoffmann's Geschäft ging bis zum Sommer 1892 sehr gut, dann regifter eingetragenen Firma anzubringen." Die Abänderung ihr Unwesen. Gegen Geschäftsschluß passen dieselben die Ge- aber ging es erheblich zurück, und es ist anzunehmen, daß der des Magistrats besteht nur in der Hinzufügung der Bezeichnung legenheit ab, wenn im Laden niemand anwesend ist, eilen dann damals vielfach gehegte Verdacht, daß die Eheleute ihren ver Genossenschaftsregister". hinein und entwenden hier, was ihnen gerade zur Hand liegt. schwundenen Sohn Karl ums Leben gebracht hätten, seine Wie man bant. Seit dem 14. d. M. ist der Bau- Unter- Bisher haben die Diebe, zwei Burschen im Alter von 15 bis Wirkung auf das Geschäft ausübte. Im September 1892 fab sich nehmer" Wilhelm Albrecht aus der Banfftr. 32a verschwunden. 17 Jahren, namentlich ihr Manöver in Schlächter, Bäcker- und Hoffmann, der schon von manchem Gläubiger vergeblich gemahut Albrecht, der aus Blumenthal nach Berlin fam, arbeitete hier Schuhwaarenläden mit Erfolg ausgeführt, ohne daß es bisher worden war, in der Lage, sein Geschäft aufzugeben, bewerkstelligte aber diese Aufgabe" in einer Weise, daß die Auklage zunächst als Zimmergeselle. Er lebte mit seiner Familie in so gelungen wäre, ihrer habhaft zu werden. dürftigen Verhältnissen, daß seine Kinder meist barfuß laufen Ein Opfer des Glatteises ist in der vergangenen Nacht wegen betrügerischen Banfrotts die Folge sein mußte. Er war mußten. Seine Nachbarschaft wunderte sich daher nicht wenig, der 35 jährige Architekt Gustav Weimar geworden. Weimar, der eines Tages verschwunden, die unbefriedigten Gläubiger ihrem als der Zimmergefelle eines Tages plöglich Grundbesizer und in der Tieckstr. 31 wohnt, glitt nach Mitternacht auf der Straße Schicksal überlassend. Die Beweisaufnahme hat ergeben, daß die Bau- Unternehmer geworden war und ein Haus baute. Sein aus und fiel so unglücklich hin, daß er sich eine schwere Ver- beiden Angeklagten gemeinschaftlich die Gläubiger hinters Licht geführt und mit den Beständen des aufgegebenen" Geschäfts Generalbevollmächtigter war der Maurermeister Grebert auslegung am rechten Fuße zuzog. hier und in Brandenburg einen schwunghaften Schleuderhandel betrieben haben. Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten Hoffmann zu 3 Jahren, die Frau zu 1/2 Jahren Zuchthaus nebst den Ehrenstrafen. der Putbuferstr. 18, die Baugelder gab das Bankgeschäft von Polizeibericht. Am 19. d. M. nachmittags wurde ein Priester u. Komp. aus der Kronenstraße. Obwohl Albrecht Knabe in der Neuen Friedrichstraße durch einen Arbeitswagen Grundbesizer und Bauunternehmer geworden war, gingen seine überfahren und an der Hüfte und am Oberschenkel schwer verKinder doch immer noch barfuß. Wie es gekommen ist, läßt sich letzt. Am Kottbuser Damm gerieth ein alter Mann unter die im einzelnen schwer ermitteln, Thatsache aber ist, daß auf Räder eines Bierwagens und erlitt so schwere Verlegungen am Veranlassung seines Generalbevollmächtigten die Bank dem Kopfe, daß er bald darauf starb. Abends wurde vor der Bauunternehmer feinen Kredit mehr gewährte, daher Kaserne des zweiten Garde- Regiments zu Fuß ein Soldat von sah Albrecht die die Unmöglichkeit voraus, am legten dem Pferde einer Droschke umgerissen und durch einen Huftritt Sonnabend seine Arbeiter zu löhnen, von den Lieferanten anscheinend schwer verlegt. gar nicht zu reden. Als der Zahltag fam, war Albrecht verschwunden. Er hatte sich am Freitag aus seiner Wohnung entfernt und ist dahin nicht zurückgekehrt. Im Laufe dieser Woche will man ihn in Hamburg gesehen haben, wo Verwandte von ihm wohnen. Der drei unmündigen Kinder, für die die Mutter allein nicht sorgen kann, hat sich seine Schwester anges Stationen. nommen. Witterungsübersicht vom 20. Dezember 1895. Wiesbaden München Wien. Barometer frand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke www||||( Stala 1-12) Better Swinemünde 758 0 • 758 NO bedeckt bedeckt 756 OND Regen 756 Still bedeckt 755 bedeckt 756 Still Nebel 767 Still Nebel 770 Still bedeckt 764 2 3 Dunst 764 NW 2 bedeckt . . 759 • NNO 3 Ist es denn gar so schwer, den eigentlichen Unternehmer, der Albrecht zu den Betrügereien vorgeschoben hat, zu ermitteln? Der Weihnachtsmanu, so schreibt uns ein GerichtsBerichterstatter, ist bei den beiden Landgerichten I und II bereits Hamburg Berlin am Freitag eingetroffen. Die Unterbeamten erhielten durchweg 30, die Sefretäre 100 M. und die sonstigen Subalternbeamten Beträge, die zwischen dem Minimum und dem Maximum liegen. Von den Unterbeamten sind nur die jüngeren bei Vertheilung der Gratifitationen ausgefallen; diejenigen Leute, die Haparanda. mit 68 M. Monatsgehalt die Schnabel von 4-5 kleinen Kindern Petersburg. zu füllen haben, erfreuen sich erfahrungsmäßig niemals der Gunst des Weihnachtsmannes, dieser scheint dagegen ein beson deres Faible für reiche und finderlose Leute zu haben, die sich bereits im Besitze des Höchstgehalts ihrer Kategorie befinden und in der Lage stub, die Weihnachtsgratifitation zu dem übrigen" auf die hohe Kante" zu legen. Cort Aberdeen. Paris. bedeckt Temperatur ( 50. 4° R.) amlao po ཡ ཡ ༠ ཞ Wetter Prognose für Freitag, 21. Dezember 1895. Borwiegend trübes Wetter mit geringen Niederschlägen und schwachen südöstlichen Winden; Temperatur wenig verändert. Berliner Wetterbureau. Die deutschen Großffädte nach der Bolkszählung. Die Verzweiflungsthat einer Mutter lag der Anklage wegen versuchten Mordes zu grunde, welche gestern vor dem Schwurgericht des Landgerichts I gegen die Wittwe Marie echt, geb. Lange, verhandelt wurde. In der Frühe des 22. Oktober d. I. wurde der praktische Arzt Dr. med. Gerhard Ruben nach dem Hause Hollmannstraße 36 gerufen, es habe sich dort eine Mutter mit ihren drei Kindern durch Kohlenoxydgas vergiftet. Der Arzt fand die drei Kinder bereits wieder zum Bewußtsein zurückgerufen, bei der Mutter waren die Be= mühungen ber Nachbaren aber ohne Erfolg gewesen. Dem Arzte gelang es, auch die Mutter zum Bewußtsein zu bringen, sie wurde dann in schwerkrankem Zustande nach der Charitee gebracht, wo sie vier Wochen hat verweilen müssen. Bei ihrer gerichtlichen Vernehmung gab sie folgendes an: Schon seit längerer Zeit habe sie sich mit dem Gedanken getragen, mit ihren drei Kindern, von denen das älteste 6, das jüngste ein Jahr alt war, gemeinsam in den Tod zu gehen. Ihr Mann sei im August 1894 gestorben, sie und die 3 Kinder in den dürftigsten Verhältnissen zurücklaffend. Sie habe sich redlich bemüht, sich und die Kinder zu ernähren, sie habe genäht bis in die Nacht hinein. Arbeit habe sie auch genug gehabt, sie habe sich sogar eine Gehilfin angenommen, die bei ihr wohnte. Aber der Verdienst sei so gering gewesen, daß nach Abzug der Miethe und des Lohnes für die Gehilfin für den Unterhalt der Familie so gut wie nichts übrig geblieben wäre. Die Noth fei immer größer geworden, sie habe einer äußerst trüben Zukunft entgegengesehen und nach und nach den Entschluß gefaßt, mit ihren Kindern zu sterben, damit dieselben nicht unter fremde Leute fämen. Am Abend des 21. Oftober habe sie ihre In der am Donnerstag stattgefundenen Sitzung der Gehilfin überredet, ein Tanzvergnügen mitzumachen. Ihre Ric Rigdorfer Gemeindevertretung wurden zunächst die neufehr konnte erst in der Nacht erfolgen. Um 10 Uhr habe sie die gewählten Gemeindeverordneten Webermeister Rahmig und beiden ältesten Kinder in der Küche auf den Fußboden gebettet Rentier Barta in ihr Amt eingeführt. Sodann theilte der Vorund auch den Wagen mit dem jüngsten Rinde hineingerollt. figende, Amtsvorsteher Boddin, mit, daß der EisenbahnDann habe sie Fenster und Thüren möglichst dicht und minister das Gesuch der Gemeinde Brih, der Ringbahnstation in der Kochmaschine ein Fener Rigdorf die Bezeichnung Rigdorf- Britz" zu geben, abgelehnt hat. Bon 27 deutschen Großstädten, d. h. Städten mit mehr als verschlossen Mit Rücksicht auf die starke Zunahme der katholischen Gemeinde: 100 000 Ginwohnern, liegen jetzt die vorläufigen Ergebnisse der angezündet. Da sie den Schieber völlig zugeschoben, so tounte schüler wurde die Anstellung eines weiteren Lehrers an der katho Bolkszählung vom 2. d. M. vor. Bis die endgiltigen Zahlen ein Abzug nicht stattfinden, es entwickelte sich ein starker Qualm lischen Gemeindeschule genehmigt. Die Errichtung öffent- ermittelt werden, vergeht erfahrungsgemäß noch geraume Zeit. und giftige Dünfte erfüllten die Küche. Nun setzte die Angeklagte licher Bedürfniß- Anstalten wird bis zum Frühjahr auf- Die Angaben, die heute gemacht werden können, werden bei den fich auf den Fußboden, lehnte den Kopf gegen den Kinderwagen geschoben. Wie der Vorsitzende mittheilt, haben bereits endgiltigen Feststellungen noch mancherlei Nenderungen erfahren, und erwartete den Tod. Gegen 11/2 Uhr fehrte die Gehilfin verschiedene Hauseigenthümer gegen die Aufstellung derartiger indessen verfügen alle Großstädte über ein geschultes Beamten nach Hause zurück, sie entdeckte sofort, daß die Angeklagte ihre Anstalten in der Nähe ihrer Grundstücke Protest erhoben, wie personal und haben sich intelligenter Zähler bedienen tönnen, so daß oft ausgesprochene Drohung zur Ausführung gebracht. Das dies auch in Schöneberg der Fall gewesen sei. Letztere Ge- man wohl erwarten darf, daß die vorläufig ermittelten Resultate( Mädchen rief die Nachbarn zusammen und es zeigte sich glückmeinde habe infolge dessen von der Errichtung öffentlicher annähernd richtig sind und durch die Auszählung der Personal- licherweise, daß die Hilfe noch rechtzeitig gekommen war. Die Bedürfnißanstalten Abstand genommen! Es wird beabsichtigt, tarten und durch nachträgliche Ermittelungen wenigstens nicht Angellagte gab im Termin die Thatsachen zu, bestritt aber, daß sie die den Wochenmarkt in der Richardstraße vom 1. April t. 3. ab fo erhebliche Berichtigungen nothwendig werden, daß das Ge- Handlungen mit Ueberlegung begangen habe. Sie sei so durch das Unglück verwirrt gewesen, daß sie jeder Ueberlegung beraubt aufzuheben. Bahlreiche Gewerbetreibende von außerhalb, welche fammtbild dadurch geändert werden wird. den Markt regelmäßig besuchen und dort recht gute Geschäfte Bon allen Großstädten fehlt nur noch Nachen, das auch vor gewesen sei. Die Zeugenvernehmung war bereits beendet, als machen, haben um den Weiterbestand des Markies und event. fünf Jahren mit der provisorischen Feststellung seiner Bevölke- der Bertheidiger den Antrag stellte, die Angeklagte auf ihren Geistesz stand untersuchen zu lassen. Der Gerichtshof glaubte, Verlegung desselben nach einem geeigneteren Plage petitionirt. rungszahl lange auf sich warten ließ. Einen definitiven Beschluß hierüber behielt sich die Gemeinde- nach der jegigen Ginwohnerzahl geordneten Städte mit Angabe die Vertagung beschlossen. In folgendem geben wir eine Zusammenstellung der 27 diefen Beweisantrag nicht ablehnen zu können, es wurde deshalb der 1890 definitiv ermittelten Bewohner und der absoluten und Eine neue Polizeiverordunng über das Radfahren soll relativen Zunahme in den letzten fünf Jahren. Diejenigen bevorstehen. Hiesige Blätter wollen folgendes wiffen: Außer den Städte, die feit der Volkszählung von 1890 ihr Gebiet durch drei Hauptstraßen, der Straße Unter den Linden nebst dem Einverleibung von Vororten vermehrt baben, sind mit einem Im Verband der in Buchbindereien, der Papier- nud Operuplah und dem Schloßplay, der Friedrich- und der Leipziger- bezeichnet. Bei ihnen sind die für 1890 angegebenen Einwohner Leder- Galanteriewaaren- Industrie beschäftigten Arbeiter ſtraße, bleiben nur solche Straßen, in denen sich bei geringer zahlen nicht die damals für diese Städte ermittelten, es sind und Arbeiterinnen hielt am 16. Dezember Stollege Paul Breite ein sehr lebhafter Verkehr zusammendrängt, ferner die vielmehr die 1890 festgestellten Zahlen für die einverleibten Ge- Jahn einen beifällig aufgenommenen Vortrag über GefängnißPläge, in welche eine große Anzahl belebter Straßen einmünden, biete in unseren Angaben mit enthalten. für Radfahrer gesperrt. Es sind dies die Potsdamerstraße bis zum Lithowplay, die Königstraße, ein Theil der Landsbergerstraße, die Kommandantenstraße, die Rosenthalerstraße vom Hacke'schen Markt bis zum Rosenthaler Thor, ferner die Chausseestraße bis zur Invalidenstraße, ein Theil der Invalidenstraße, die Alexander. straße und die Münzstraße. Von Plähen bleiben noch gesperrt: Alexanderplatz, Hacke'scher Markt, Spittelmarkt und Leipzigerplatz. vertretung noch vor. Eine Kneipe für Gemeindeschüler soll der„ Pädagog. Zeitung" zufolge in der Grünauerstraße bestehen. Die Kinder erhalten das Glas Bier für 5 Pfennig; sie sollen in dem Lokale neulich den Beschluß gefaßt haben, ihren Lehrer zu verhauen. Wenn die Geschichte wahr ist, so hätten die Gemeindeschüler damit von den Eleven höherer Schulen eine bedauerliche Unfitte übernommen; die Kneipereien der Gymnasiasten z. B. sind, foweit wir uns erinnern, schon mehrfach Gegenstand von behördlichen Erlassen gewesen. Hoffentlich steht dieser Fall vereinzelt da. 1. Berlin 2. Hamburg 3. München 4. Leipzig Einwohnerzahl 2. Dezbr. 1895 1 676 352 622 745 11,17 15,25 Zunahme 405 521 1. Dezbr. 1890 1578 244 573 198 350 594 Abso= Int 98 108 49 547 54 927 398 448 357 147 41 301 In pSt. 6,21 8,65 15,66 11,56 5. Breslau 372 687 335 686 37 501 6. Dresden 7. Köln 334( 86 289 844 44 222 320 056 281 681 38 375 13,62 8. Frankfurt* 228 750 198 695 30 055 15,13 9. Magdeburg 214 447 202 324 10. Hannover 209 116 174 455 11. Düsseldorf 175 861 144 642 12 123 34 661 31219 12. Rönigsberg 13. Nürnberg 14. Chemnitz 15. Stuttgart 16. Altona 171 640 161 666 160 962 142 590 9 974 18 372 160 243 145 852 14 891 157 700 139 817 17 883 148 811 143 249 5562 17. Bremen 141 937 125 684 16 253 18. Stettin 140 277 116 228 24 049 19. Elberfeld 139 569 125 899 13 670 10,86 20, Straßburg 135 313 123.500 11 813 21. Charlottenburg 182 446 76 859 22. Barmen 126 502 116 144 23. Danzig 125 700 120 388 24. Halle 116 207 101 452 55 587 10 358 5 362 14755 25. Braunschweig 114 686 101 047 26. Dortmund 111 276 107.266 89 663 105 376 103 470 13 639 21 613 1890 9,56 72,36 8,92 4,45 14,54 13,49 24,10 1,79 27. Strefeld 28. Aachen 5,99 19,87 21,60 6,17 12,81 10,25 12,79 3,88 12,92 20,60 Versammlungen. arbeit, worauf die Abrechnung vom Sanssouci- Vergnügen vor gelegt wurde, die 418 M. Einnahme und 317 M. Ausgabe fest. stellte. Der Kassirer erhielt Decharge. Der Vorsitzende Schmidt machte dann von der Beendigung des Streits bei Maurer u. Dimmick Mittheilung. Die Versammlung nahm hierauf den Ausschluß zweier Mitglieder und die Aufnahme eines neuen vor, beschloß für ein halbes Jahr die Subventionnung des Buch binder- Männerchors und bewilligte den streifenden Sattlern in Schöneberg und den streikenden Lederarbeitern( Gerbern 2c.) je 30 M. aus lokalen Mitteln sowie den arbeitslosen Kollegen eine Weihnachtsunterstützung von je 2 M. In der Freien Vereinigung der Graveure, Biselenre und verwandter Berufsgenossen sprach am 17. Dezember in einer gut besuchten Versammlung Genosse Jahn über die Maltbus'sche Uebervölkerungstheorie, zum Schluß bemerkend, daß wir vor der Uebervölkerung der Erde noch unbesorgt sein können. Es wurde dann auf den Antrag der Fünfer- Kommission aufmerksam gemacht, welcher besagt, daß Mitglieder, die dem Verein über 5 Jahre angehören, bei Arbeitslosigkeit 10 Wochen lang unterftügt werden, und solche, die über 1 Jahr Mitglied sind, 4 Wochen lang. Am 7. Januar wird in den Oranienhallen eine Generalversammlung des Vereins abgehalten. Im Sozialdemokratischen Arbeiterverein in Köpenick hielt am 17. Dezember Genosse Adolf Hoffmann einen beifällig aufgenommenen Vortrag über das Thema„ Glaube und Bernunft". In der Diskussion sprachen Silliges und offEs wurde dann beschlossen, die Vereinsbibliothek an den Genossen Schwan zu verkaufen. Trotzdem der Verein das Lotal gemiethet hatte, löfte der überwachende Beamte die Vers sammlung bei Eintritt der Polizeistunde auf. mann. Wer ist Schuld an den Pferdequälereien? Zu dieser erst fürzlich von uns erörterten Frage bringen bürgerliche Blätter folgenden Beitrag: Ein öffentliches Aergerniß bilden die Thierquälereien, welche täglich auf der städtischen Müllabladestelle in der Müllerstraße vorkommen. Der Müll liegt hier etagen hoch aufgethürmt und die beladenen Müllwagen müssen einen spiralförmigen Weg hinauffahren, bevor sie abladen tönnen. Seit Einführung der hohen Kastenwagen lassen nun die Fuhrunternehmer ohne Rücksicht auf Weberanstrengung ihres Pferdematerials faft das Doppelte wie früher, 100 bis 120 Bentner laden, weil die Gebühren an die Stadt jetzt von 1,50 auf 3 M. pro Fuhre erhöht find. Da nun der Müllberg feine feste Fahrstraße bietet, die überladenen Wagen vielmehr weit einfinfen, so tönnen die Mit der Metallwaarenfabrik von M. Weiß, Chaussee meist an sich schon ermüdeten Pferde kaum die Schwierigkeiten Nach der Zählung von 1890 war, ohne Rücksicht auf die straße 39, über deren Verhältnisse unsere Leser in dem in überwinden. Die Wirthschaftsgenossenschaft" befährt denn auch später erfolgten Ginverleibungen, die Reihenfolge der damaligen heutiger Nummer veröffentlichten Artikel Ein Beitrag zur Sitte den Müllberg bereits mit drei Pierden, die Stadtverwaltung hat 26 Städte mit mehr als 100 000 Einwohnern folgende: Berlin, lichkeit im fapitalistischen Vaterland" näheres nachlesen können, auch unten einige Bohlen legen laffen, immerhin ereignen sich geipzig, München, Breslau, Hamburg, Köln, Dresden, Magde beschäftigte sich am Donnerstag wieder eine öffentliche Metallaber täglich noch zahlreiche Fälle widerlichfter Thierquälereien. burg, Frankfurt, Hannover, Königsberg, Düsseldorf, Altona, arbeiter- Bersammlung, die sehr zahlreich und zum großen Theil Bestraft werden in solchen Fällen bekanntlich die Kutscher an Nürnberg, Stuttgart, Chemnitz, Elberfeld, Bremen, Straßburg, von Frauen und Mädchen besucht war. Der Referent Better stelle der eigentlich schuldigen Unternehmer. Danzig, Barmen, Stettin, Strefeld, Aachen, Halle, Braunschweig. theilte mit, daß ihn der Meister Simon verklagt hat und daß er Furchtbar gebüft hat der 26jährige Kutscher Simon Gebur Bei Hamburg ist zu bemerken, daß bis zu der in der letzten in der Verhandlung vor dem Schiedsmann angegangen wurde, aus Sperenberg seine Waghalsigkeit. Gebur befand sich am Zählungsperiode erft erfolgten gefeßlichen Regelung infolge der Simon eine Ehrenerklärung zu geben. Donnerstag auf dem Schießplate bei Runnersdorf, wo mehrere eigenthümlichen Verwaltungsorganisation des Freistaates die unterlassen, da er genügendes Material habe, um feine Be beweisen. Bentler schilderte dann noch Arbeiter damit beschäftigt waren, große Fichtenvurzel- Blöcke mit Angaben über die Bewohnerzahl der Stadt stets verschieden hauptungen zu Bulver zu sprengen. Als ein Sprengschuß nicht gleich losging, waren, je nachdem man die Grenzen der legteren weiter oder mals die Nebelstände der Weiß'scher Fabrik. Ju der Tis. Iussion gaben mehrere Redner ihrer Entrüftung über dis ging Gebur, obwohl die Arbeiter ihn dringend warnten, an das lenger zog. Das werde er aber Borgänge in fener Fabrit lebhaft Ausdruck. Der Maschinist| 8% thr bet Klein, Wienerftraße 31.- Bergnügungsverein Alpen- 1 Heuer wurde beschuldigt, Arbeiterinnen grob behandelt zu haben. Bergnügungsverein Brudertette, Gigung abends 9 Uhr, bei Paris, veilchen, abends 10 Uhr Sigung bei Ruppin, Blumenstr. 49. Heuer behauptete dagegen, daß die Arbeiterinnen in diesem Gleditschstraße 23. Gäfte willkommen. Schachtlub Springer, abends Falle keine andere Behandlung verdient hätten, daß er aber im 9 Uhr bei Wernau, Rosenthalerstr. 57. Geselliger Verein Sorgenfrei, Sigung bei Kreifel, Stalizerstraße Nr. 54 b. Tambourverein Moabit, übrigen sich niemals eines unehrenhaften Benehmens gegen uebungsstunden Mittwoch und Sonnabend von bis 10 Uhr bei Dittmann, Mädchen schuldig gemacht habe.( Theilweise Zustimmung.) Perlebergerfir. 9. Verein ehemaliger Schüler der 7. Real Frau Schädlich erklärte, sie begreife nicht, daß sich die schule, präzise 9 Uhr im Restaurant Nepomut, Neue Roßftr. 22: Sigung. Touristenflub, Ruf", Annenvergewaltigten Mädchen bis auf einen Fall, nicht gegen den( Wissenschaftlicher Vortrag. Literarisches.) straße 26 bei Kirchberg. Simon gewehrt hätten. Sie würde ihm in solchem Falle Dansk Forening Freja, Kommandantenstrasse 72( Neues Klubhaus), das Gesicht zerkragt haben; die Arbeiterinnen sollten ihre Ghre Módeaften hver Lòrdag Kl. 9. Besógende ere velkomne. Danske Aviser energisch wahren. Beutler führte zum Schluß an, daß Simon German American Club Uncle Sam, 9 o'clock, Wallstr. 57. Topic sogar Buch führe über seinen unfittlichen Umgang mit The value of City and Country Life" Guests are welcome. Arbeiterinnen. Die unfittlichen Verhältnisse in der Fabrik von M. Weiß seien so allgemein bekannt, daß Arbeite rinnen, die dort beschäftigt waren, nur schwer ander wärts Arbeit bekommen könnten, weil man sie zum größten Theil für sittlich verwahrloft halte. Manche Fabrikanten Kassenbericht. findes i Lokalet. Dermischtes. = " leber ein furchtbares Grubenunglück meldet der Tele: hätten sich geweigert, Mädchen, die bei Weiß gearbeitet haben, graph vom Freitag aus Ralnigh in Nord- Carolina( Bereinigte einzustellen. Schließlich wurde folgende Resolution angenommen: Staaten): Am Donnerstag hat in der Kohlengrube ,, Cummock" Die Versammlung vernimmt mit Entrüftung die Ausführungen über die sittlichen Zustände in der Metallwaaren- Fabrit von eine Explosion stattgefunden. Man glaubt, daß 43 GrubenM. Weiß, fie erhebt energisch Protest gegen derartige degenerirende arbeiter getödtet und 25 verwundet sind. Mißstände, die ein Ausfluß der privattapitalistischen Produktionsweise sind, und verspricht, sich der Organisation der Metall- scheint es bedenklicher zu stehen, als nach den gestrigen Nach Mit dem See Unfall des Lloyddampfers Spree" arbeiter anzuschließen." richten zu vermuthen war. Die Times" behaupten, falls die Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter.( E. S. Fluth innerhalb der nächsten 14 Tage fortfahre zu fallen, könne Nr. 29) Filiale 4 Berlin. Sonnabend, den 21. Dezember, abends 8% Uhr, die" Spree" nicht vor Ablauf der nächsten 14 Tage flott gemacht Mitglieder- Versammlung bei Gorn, Kleine Markusstr. 10. Tagesordnung: werden. Boesmann's Tel. Bür." bemerkt mit bezug auf die Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter( E. H. Meldung der Times": Nach den neuesten Nachrichten Nr. 29, Hamburg.) Filiale Berlin 5. Connabend, den 21. Dezember, abends erwartet man, daß die Spree" Freitag Mittag mit e Uhr, bei Diete, Lothringerfir. 67, Mitgliederversammlung. Allgemeine Branken- und Sterbekasse der Metallarbeiter( E. s. dem Hochwasser abkommen wird. Sollte dies aber nicht der Fall Nr. 29.) Filiale Berlin 3. Sonnabend, den 21. Dezember, abends 8 Uhr, sein, so dürften noch einige Tage vergehen, ehe ein Sozialdemokratischer Agitationsverein für den Reichstags- Wahl- Abbringen möglich sein wird. Nachdem die Spring kreis Stralfund- Franzburg- Bügen. Sonntag, den 22. Dezember, vor- fluth vorüber ist, werden die Gezeiten schlechter werden, und das mittags 10 Uhr, bei Linte, Jüdenftr. 36, Sigung. Tagesordnung: 1. Bereins- Hochwasser demnach nicht die Höhe erreichen, die es zur Seit angelegenheiten. 2. Bortrag. 3. Diskussion. Gäfte willkommen. des Auflaufens des Schiffes hatte. Juzwischen liegt die Spree" Arbeiter- Bildungsschule. Unterricht am Sonnabend, Südoft- Schule, völlig ruhig und ziemlich geschützt, so daß irgend eine Gefahr für die Sicherheit des Schiffes nicht zu befürchten ist. Die an Bord des Lloyd- Dampfers Spree" befindlichen Passagiere, die Poft und das Baargeld sind gelandet und nach Southampton befördert worden. Manteuffelstr. 46. Kaffenbericht. Waldemarstr. 14: Nationalöfonomie. Nordſchule, Müllerfir. 179a: Rede: übung. Beginn abends Uhr, Echluß 10% Uhr. Die Schulräume sind zur Benuzung der Bibliothek und des reichhaltigen Zeitschriftenmaterials schon von 8 Uhr an geöffnet. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Ad. Neumann, Pajewalterfir. 3. Alle Wenderungen im Vereinstalender find zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelfir. 49, v. 2 Er. Sonnabend, Abends 9-11 Uhr: Ueburgsunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Gefangverein Esmeralda, Königsbergerstraße 5 bei Laskowsty. Grüne Giche, Mirdorf, Hermannstraße 197 bei Babenschneider. 2prania, Lands:" Winkel's Salon. bei Adam. Frisch auf I, Friedrichsberg, Rummelsburgerstr. 69 Gängerlust, Luckenwalde, Beeligerstr. 34 " " Ein gräßlicher Unglücksfall ereignete fich( den Elberfelder N. Nachr." zufolge) in der Werkzeugfabrik von C. Ferdinand berger Allee 156 bei Goebel. Ganges Echo, Naumunstr. se bei Bubeil. Becker zu Remscheid. Die beiden Söhne des Fabrikbesizers im Glückzu, Pafewalferstr. 3 bei Neumann. Männer- Gefangverein Alter von 6 bezi. 8 Jahren waren in einen oberhalb des DampfLiederkranz in Brandenburg a. d. Havel, Mengert's Boltsgarten, teffels befindlichen Hühnerstall gefrochen. Um die Knaben zu Bergfir. 6.- Deutsche& iche II, Brandenburg a. D. Gavel, Gauptfiraße, ängstigen und von dort zu vertreiben, öffnete der Heizer das bei Otto Sicherheitsventil; er war aber nicht mehr im stande, dasselbe zu Schulze. Sand in Sand I, Friedrichsberg, Friedrich Karlstr. 11 schließen, so daß die Knaben durch den ausströmenden Dampf bei Gmil Heinecke Männer- Gesangverein Immergrün, Tegel, Span. bauerir, 15 bei C. Rentner. Freie Gänger, Schmargendorf, Births buchstäblich verbrüht wurden und bald ihr junges Leben aus haus Friedrich. Gefangverein Frisch auf II, Schönwalde in der Mart. hauchten. Der Heizer wurde verhaftet. Weiße Rose II, Neu- Weißenfee, Straßburger- und Elfaßstraßen- Ecke, " Bum neuen Eifelthurm". Treue, Mariannen Ufer 2a, Reſtaurant Lurhof." Männer Gesangverein Eintracht 3, Teltow, Restaurant Mittwoch früh zwei Brunnenarbeiter verschüttet. Schwarzer Adler" am Markt. " Deutscher sozialdemokratischer gefeklub in Paris. Rue St. Sonore 314, Cafe du Lion de Belfort. Jeden Sonnabend öffentliche Verfammlung; reiche Bibliothet, geitungen, französischer Unterricht. London. Der einzige hiesige sozialdemokratische Berein Londons, der alte, von Karl Marx und Friedrich Engels 1846 mitbegründete kommunistische Arbeiter: Bildungsverein befindet sich nach wie vor 49 Tottenham Street, Tottenham Court Rd., W. London. Briefkasten der Redaktion. Wir bitten bet jeder Anfrage eine Chiffre( awet Buchstaben oder eine Baht) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Dienstag, Freitag und Sonnabend, abends von 6-7 Uhr, statt. Mehreren Fragern. Petite Républiqne" ist tägliches Blatt und erscheint 143 Rue Montmartre, Paris; ,, Peuple" ( täglich), Rue des Sables 35, Bruxelles( Brüssel);„ Vooruit" ( täglich), in vlämischer Sprache, erscheint in Gent, Gaarenplats ( Garnplatz). 3. Eine Richterstelle tönnen Sie dort nur bekleiden, wenn Sie Bürger sind( und das zu werden, ist jetzt nicht mehr leicht), und wenn Sie das Vertrauen der Behörden und des Boltes haben. An verschiedenen Orten werden die Richter gewählt. Wertheim- Dalldorf. Sie müssen uns Ihren Namen und Ihre Adresse nennen. Reichstag find nicht fäuflich zu haben. Sie müssen am Tage U. U., Löderburg. Billets für Zuhörer im Deutschen vor der Sizung, die Sie besuchen wollen, eine schriftliche Bitte um ein Billet an das Bureau des Reichstags richten. R. A. 20. Wir können Ihnen teine Auskunft geben. ihm Antwort. Ihren Brief haben wir B. übersandt. Vielleicht erhalten Sie von H. T. 22. Senden Sie die Kündigung eingeschrieben nach der alten Wohnung des verschwundenen Wirths. Adressiren Sie außen an die noch hier wohnende Wirthin und überschreiben Sie innen den Brief lints oben: An Herrn u. f. w. Ist im Miethsvertrag besonders vereinbart, daß längstens drei Monate und drei Tage vor Ablauf des Quartals zu fündigen ist, so muß der Kündigungsbrief spätestens am 28. Dezember in der Wohnung des Wirths angekommen sein. F. G. 001. 1. Uns unbekannt. 2. Wie wiederholt dargelegt ist: ja; aber das Recht wird von vielen Gerichten bestritten. .. 64. In beiden Fällen verspricht der gerichtliche Weg feinen Erfolg. O. P. 140. Sie fönnen sofort( beim Gewerbegericht) auf Lohnzahlung flagen. Der Meister ist nicht berechtigt, ohne Ihr Einverständniß Aussehung der Arbeit zu ver langen. Kommen Sie zur Arbeit und er giebt Ihnen keine, fo können Sie auf Lohnzahlung klagen. Die Klage kann sofort angestellt werden, die gegentheilige Ansicht einiger Gewerbe. gerichts- Vorsitzenden ist ohne gesetzliche Grundlage. Jorges. Das geht nicht an, der defurs muß nach Eingang des Urtheils schriftlich in 2 Exemplaren dem Reichs- Versicherungsamt eingereicht werden. In demselben legen Sie besonderes Gewicht auf Angabe von Zeugen und Sachverständigen über den Grad Ihrer Erwerbsunfähigkeit. 2. S. 53. In welchen Fällen allein Rückerstattung von Klebemarken- Beiträgen verlangt werden kann, ist u. a. ausführlich unter" Soziale Rechtspflege" K. 26. im Vorwärts" vom 29. September 1895 bargelegt. a) Nein. b) Wäre unmöglich und ist nach a überflüssig. c) Nein. " Besuchszeit verschiedener Museen und sonstiger Sehenswürdigkeiten. Ites und Neues Museum am Lustgarten. Besuchszelt täglich, mit Ausnahme des Montags in den 6 Wintermonaten von 10-8 Uhr, in den 6 Sommermonaten von 9-3 Uhr; Sonntags im April- September 12 bis 6 Uhr, Oftober und März 12-5 Uhr, November und Febiitar 12-4 11hr, Die National: Dezember und Januar 12-3 Uhr( unentgeltlich). gallerie in der Museumsstraße. Besuchszeit Wochentags von 10-3 Uhr Durch Einsturz eines Brunnens wurden in Wien am Trotz eifrigster Arbeit gelang es erst am Freitag, beide herauf zubefördern. Der eine war todt, er war 3/4 Stunde nach dem Einsturz des Brunnens erstickt, der andere hatte außer Haut abschürjungen eine Lähmung des linken Armes davongetragen. Aus Wien wird vom Freitag berichtet: Gin unbekannter Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend Mann von etwa 50 Jahren und eine ebenfalls unbekannte( Montags ausgenommen). Sonntags im April- September von 12 bis Alle Zuſchriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend 35 jährige Frau nahmen gestern auf dem Landstraßer Polizei- 6 Uhr, im März und Ottober 12-5 Uhr, Februar und November 12 bis find zu richten an: B. Gent, Dresdenerstraße 107/108. Sonnabend fommissariat Gift, nachdem sie bei Verausgabung falscher Behn- museum, Prinz Albrechtstr. 7. 4 Uhr, Januar und Dezember 12-3 Uhr( unentgeltlich).- KunstgewerbeTheaterverein Bavaria", Bernauerstr. 40/41 bet Bort. Rauchklub Geöffnet an den Wochentagen( Montags ,, Märkisch Kraut", Eisenbahnstr. 7 bei Bauer, Theaterverein gulden- Noten verhaftet worden waren. Die Frau ist todt, ausgenommen) im Sommer von 9-3 Uhr, im Winter von 10-3 Uhr, " Selgoland", Grüner Weg 20 bei Rudolf. während der Mann gerettet werden dürfte. Sonntags, April- September von 12-6 Uhr, Ottober und März 12-5 Uhr, November und Februar 12-4 1hr, Dezember und Januar 12-3 Uhr( Unent geltlich). Museum für Wölfertunde, Königgrägerftr. 120. Besuchseit wie im Kunstgewerbe- Museum( unentgeltlich). Sygiene- Museum, Klosterfir. 35. Befuchszeit Sonntags wie im Kunstgewerbe- Museum. Außer bem Dienstags und Freitags von 10-2 Uhr( unentgeltlich). Museum für Naturtunde, Invalidenſtr. 42 Besuchszett Sonntags wie im Kunft: gewerbe- Museum. Außerdem Montags und Sonnabends von 11-3 Uhr. Museum für deutsche Voltstrachten und Erzeugnisse bes Hausgewerbes, Klosterftr. 36. Jeden Tag mit Ausnahme des Mittwochs Lon 11-2 Uhr geöffnet. Eintrittsgeld: Erwachsene 50 Pf., Kinder 25 Pf., Bereine Gonntags 10 Pf.- Reichs post- Museum, Leipzigerftr. 15. Ge öffnet Conntags 12-2 Uhr, Montags, Dienstags, Donnerstags, Freitags von 11-2 Uhr( unentgeltlich). Rathhaus, Königstraße. Geöffnet täglich sichtsthurm außer Tonnerstag und Freitag von 11-3 Uhr.( Unentgeltlich). Aus= ( ebenfalls unentgeltlich). Kunstausstellung des Vereins Berliner Künstler, Wilhelmstraße 92. Sonntags Sternwarte, Gndeplay sa. Mittwochs und Sonnabends von 9 bis 11 bis 2 Uhr, Wochentags 10 bis 4 Uhr. 50 Pfennig Entree. 11 Uhr Bormittags. Urania, Wissenschaftliches Theater. Sternwarte. Invalidenfur. 57-62. Geöffnet von 5 Uhr Nachmittags bts 10% Uhr Abends, Entree 60 Pf. Zuschlag für Theater von 50 Pf. bis 2 M. Schabowfir. 14. Geöffnet von 9-6 Uhr. Entree Sonntags 50 Bf., an jedem legten Sonntag im Monat 25 Pf. Castan's Panoptitum, Friedrich firaße. Geöffnet 10-10 Uhr. Gintrittspreis 50 Pf. Paffage= panorama, Am Lehrter Bahnhof. Sonntags von 9-9 thr Panoptitum 10-10 Uhr. Eintrittspreis 50 Pf. Marine= Entree 60 Pf.- atfer Panorama, Baffage( Unter den Linden). Geöffnet von uhr Morgens bis 10 Uhr Abends. 300 verschiedene Reifen, Landschaftsbilder. Jebe Reife 20 Pf. 30 ologischer Garten, Zühowufer. Sonntage 60 Bf. Borsig's Garten mit Balmenhaus, AltMoabit 85-86. Eintrittspreis 60 Pf. Arbeiter- Raucherbund Berlins und Umgegend. Renderungen im Vereinstalender find zu richten an R. Pflug, Breslauerstraße 9, Keller. Aus dem Lande des dicken Milan. Aus Belgrad meldet Sonnabend: unverzagt", Lebuserstraße 13 bei Bogel. Blaue Wolte II, Weinstraße 22 bei Steuer. der Telegraph: Am Donnerstag früh wurde die Pofikutsche mit Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Sonnabend. Turnverein Geldsendungen auf der Fahrt von der Bahustation nach dem Fichte( Witgt. b. Teutschen Arb.- Turnerb.) turnt: 1. Männer Abtheilung Hauptpoftamte beraubt. Als Thäter wurden der Postkondukteur Friedenstr. 37, Mittwoch und Sonnabend von 8-10 Uhr. 3. Männer Abthl. Boeckhstr. 21, Mittwoch und Sonnabend von 8-10 Uhr. 2. Lehr- und der Kutscher selbst ermittelt. Ein großer Theil der Geld lings- Abth. Staligerfir. 65-56, Mittwoch und Sonnabend von 8-10 Uhr. sendungen wurde wieder aufgefunden; 200 000 Franks fehlen. Bereinigung der Turnfreunde turnt Mittwochs und Sonnabends von 8-10% Uhr abends Turnhalle Demminerstr. 56-57 Freie Turner= fchaft Rigdorf- Briz, E. Wiersing's Rest., Knesebeckfir. 113.- Semischter Chor Gleichheit, abbs. 9 Uhr, Emdenerstraße, Reftaurateur Schirmer. Bühnenverband Normanta, jeden legten Sonnabend im Monat Sigung bei G. Leichnis, Königsbergerstraße 28. Privat Theater Gesellschaft Schiller, Gigung abends 9 Uhr bet Linte, Buttbuserstr. 24. Nach der Sigung: Fidelitas. Theaterverein Bavaria, Acterfir. 17 bei Manfras. Privattheater: Gesellschaft Toni, abends 9% 1hr bei Buleger, Swine münderstraße 144. Theaterverein uftige Brüder II, Sigung abends 9 Uhr, bei Meichelt, Hasenhaide Nr 45/47. Theatergesellschaft Immer Durch Papageien ist in Paris zum zweiten Male eine tödtliche, ansteckende Brufttrantheit eingeschleppt worden. Vor zwei Jahren ist, wie wir in der„ Boff. 3tg." lesen, ein ganzes Haus, zehn oder zwölf Personen, ausgestorben, nachdem eine aus Westindien eingeführte Sammlung Bagageien dort untergebracht worden war. Dieses Jahr sind in Paris, Maisons Lafitte und Versailles Todesfälle durch Berührung mit angesteckten Bagageien vorgekommen. Der Direktor der Thierarzneischule zu Lustig, abends 9 Uhr, Sigung bei Ruhl, Chorinerstr. 53. Theaters Alfort, Nocard, hat durch eingehende Untersuchungen festgestellt, verein Bohemia, abends 9 Uhr, Restaurant G. Wizel, Ackerstr. 145. Brivat- Theater- Gesellschaft illy, abends 9 Uhr Sigung, Schönh. Allee 135. daß die Krankheit der Vögel durch einen besondern, heftig Bergnügungstlub Ofiend, Sigung abends 9 Uhr im Restaurant Rudolf, wirkenden Mikroben hervorgerufen wird, der sich leicht auf Krautfireße 6. Geselliger Arbeiter- Berein Proletaria, Sonnabend nach Menschen und Thiere überträgt. Nocard hat Kaninchen mit bem 1. und 15. jeden Monats, abends 9 Uhr bei Sommer, Grünstr. 21. Rauchflub Dornröschen, abends 9 Uhr, bet F. Krüger, Fennstraße 5. Fleischtheilen tranfer Papageien gefüttert, sie starben binnen Stattlub Blaue Blufe, bet uttte, Graubenzerfiraße 2. Stateinundzwanzig Stunden. Der Gelehrte empfiehlt daher größte flub Revolution, Gigung abends 9 Uhr bet Hauptmann, Wiener ftraße 1-6.- Stattlub Brüberlichkeit, abends von 9-11 Uhr Sigung Vorsicht bei Papageien, die das mindeste Anzeichen Krankheit verbet Wittwe Lehn, Stralsunderstraße 19. Stattlub 50. Jeden Sonnabend rathen. Für den Inhalt der Inferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonnabend, 21. Dezember. Opernhaus erating besibe lungen: Walküre. Schauspielhaus. Wie die Alten fungen. Deutsches Theater. Die Mütter. Berliner Theater. Faust. Nachmittags 8 Uhr: Prinzessin Gold. haar. Leffing- Theater. Heimath. Neues Thenter. Phedre. Schiller Theater. Der Traum ein Leben. Nachmittags 3 Uhr: Die sieben Geis lein. Der verwunschene Prinz. Residenz- Theater. Hals über Kopf. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Sonnabend, nachm. 3 Uhr: Die sieben Geislein. Der verwunschene Pring. Abends 8 Uhr: Der Traum ein Leben. Sonntag, abends 8 Uhr: Wilhelm Tell. Adolph Ernst- Theater. Zum ersten Male: Frau Lohengrin. Schwant mit Gesang in 3 Atten von Chivot Roussel und van 200. Deutsch von Ed. Jacobson und W. Mannstädt. Couplets von Gust. Görß. Musik von Guft. Steffens. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Am 1. und 2. Feiertag, nachm. 3 Uhr, bei halben Kassenpreisen: Border: In doppelter Bekehrung. Der kleine Lord. Adolph Ernst- Theater. Frau Cohengrin. Central- Theater. Eine tolle Nacht. Alexanderplah- Theater Fortunios Lied. Die kleinen Lämmer. National Theater. Der Hütten befizer. W. Noack's Konzert- und Gesellschafts- Säle, Brunnenftr. 16. Theater Unter den Linden. König Jeden Sonntag, Montag, Dienstag Hilperich. Reichshallen- Theater. Spezialitäten Borstellung. American Theater. SpezialitätenVorstellung. und Donnerstag: National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samst. Volksvorstellung zu bedeutend er mäßigten Preisen. Alexanderplatz- Theater. Die Anfang 8 Uhr. 3um 61. Maie: kleinen Lämmer. Der Hüttenbesizer. Baudeville in 2 Atten von 2. Varney. Schauspiel in 5 Atten v. Georg Ohnet. Regie: May Sam ft. Morgen: Gastspiel des Herrn Oscar Krüger. Genie. e. Kean, oder Leidenschaft und Montag und Dienstag geschlossen. Central- Theater. Alte Jakobftr. 30. Emil Thomas a. G. Bum 107. Male: Eine tolle Nacht. Große Poſſe mit Gefang und Tanz in 5 Aften von Julius Freund und Wilh. Mannstädt. Mufit von Julius Einödshofer. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: 8 um 108. Male: Eine tolle Nacht. Kaiser- Panorama ( Passage). Konzert, Theater, Spezialitäten Riesengebirge. 3 weite Wanderung: Vorstellung. Johann Harting, Liederfänger. Frl. In dieser Woche: Zweite Reise: Berner Oberland. Eine Reise 20 Pf., Kinder nur 10 Pf. Abonn., 8 Reisen, nur 1 M. Apollo- Theater, Spezialitäten- Vor- Berger, Lieder- und Walzerfängerin Adolph Gorn, stellung. Franz Feld, Gesangshumorist. Frl. Baufmann's Variété. Spezialitäten Marion, Rostümsoubrette. Gust. Conrad, Frankfurter Allee 119, Vorstellung. Charakter Romifer. Geschw. Tilly, empfiehlt allen Freunden u. Genossen fein neurenovirtes Bierlokal. VereinsEmpfehle Freunden und Bekannten Duettisten. mein Weiß n. Bairisch- Bier- Lokal. Jeden Sonntag, Dienstag u. Donnerstag simmer mit Pianino bis 40 Personen. Vereinszimmer. 1687b J. Lenz, Alte Jakobstr. 69. nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. Bettst. m. Ledermatr., Küchensp. zu vert. Landsberger Allee 7, 2. Hof 1 Tr. Borher: Fortunios Lied. Operette in 1 Aft von J. Offenbach. 1. Feiertag 4 Uhr: Der Weihnachtsmann. Weihnachtspreise: Loge 1 M. Parquet 50 Pf. Num. Play 15 Pf. Apollo- Theater Friedrichstr. 218. Dir. J. Glück. Me Duelere und 14 hervorragende Nummern. Kaffeneröffnung Uhr. Anfang der Vorstellung 8 Uhr. Alcazar. Variété- u. Spezialitäten- Theater. Dresdenerstr. 52/53, Annenftr. 42/48 ( City- Passage). Täglich! Stürmischer Erfolg! Auf Helgoland! Boffe mit Gesang in 1 Att von Reichard u. Schmasow. Mufit von R. Martin. Nen! Neu! Victor und Magda, 3 Geschw. Plötz. Anf. Wochent. 8, Sount. 6 Uhr. Entree 10 Pf., 30 f. " # R.Winkler. Aquarium: Victoria- Brauerei Lützowstrasse 111/112. Sonntag, den 22. Dezember: Grosse Extra- Soirée der Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader) Anfang Uhr. Entree 50 Pf. Nach der Soirée: Tanzkränzchen. Feen- Palast Burgstrasse 22. Direktion: Winkler& Fröbel. Neu! Mstr. James Neu! mit seiner Original- Erfindung: Die elektro- technisch- musikalische Wunder- Ausstellung. I Dazu das riesengroße Dezember Programm. Spezialitäten 1. Ranges. Sonntags 6 Uhr. Anfang Wochentags 71/2 hr. Entree 30 Pr. Am 1., 2., 3. Weihnachtsfeiertag: Fest- Vorstellung m. neuem Progr. Am 2. Feiertag: Gr. Matinée. Urania Neuer Circus. Ausserordentliche Anstalt für volksthümliche Circus BUSCH Generalversammlung Verband der Sattler und Tapezirer Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. So wird gelacht! über die tollste und pikanteste Burleske Der dicke Edi CoulissenGeheimniße Kaufmann's Variété- Theater, Königstraße, Kolonnaden. Regiffeur Schmuser, Fraenkel, Baron Stechbein, Edi Blum, Mlle. Judic, Frl. Schmidt. ( Bahnhof Börse) Sonnabend, den 21. Dezember, abends 71/2 Uhr: Grosse Gala- Vorstellung. Sensationeller Erfolg! Filiale Centrum. der Arbeiter- Konsum- Genossen- Sonnabend, den 21. Dezember 1895, abends 8½ Uhr, schaft ,, Befreiung“ ( E. G. mit b. S.) 1858b am Montag, d. 30. Dezember, abends 8 Uhr, in d. Andreasburg, Andreasstr. 3. T.- O.: Wiederwahl d. Schriftführers. 158/1 3fchens, das Waldmädchen. Mitgliedstarte legitimirt! F Schwimmende Elefanten und schwimmende Pferde mit Reitern. Grandioses Ballet. Außerdem: Dir. Busch mit seinen bestdress. Freiheitspferden. Eine DamenSchulquadrille, geritten von 6 Damen. und Doppelfaltos über 1 bis 10 Pferde. Cyclop und Sampson, die stärksten Männer der Gegenwart. Senor Fessi Grande Batonde americaine mit Saltos Der Vorstand. P. Stief u. A. Marreck. Maler. bei Pasch, Alte Jakobstraße 83: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Die Streits in Elberfeld- Barmen und Straßburg. 2. Berschiedenes. Der Vorstand. Ban- und Hilfsarbeiter. Heute Abend findet bei Wer nau, Rosenthalerstr. 57: Versammlung der am Spezialisten statt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einberufer. Große öffentliche Versammlung Sonntag, den 22. Dezember, vormittags 10 Uhr, bei Boltz( oberer Saal), Alte Jakobstr. 75. Tagesordnung: mit seinem großartig breffirten fpan. Bentral- Krankenkasse Referent P. Jahn. 2. Distuſſion. 3. Verschiedenes. Stier. Auftreten d. beliebtesten Clowns. Sonntag: 2 Vorstellungen, Nachm. 4 Uhr( ermässigte Preise und 1 Kind frei). = der Tischler ( Verwaltung Berlin B.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß Ebas Mitglied 3um ersten Mal: Ein Winternachtstraum. Weihnachtsmärchen in 4 Bildern von Direktor Busch. Abends 71/2 Uhr: Zscheus. Ferner 18 Kapazitäten! Passage- Panopticum. Castan's Panopticum. Friedrichstr. 165. Neu: Theatrum mundi! ( Mechanisches Welttheater.) Im Illusions- Saal: Allerseelen. 42 Mädchen vom Wilhelm Lauterbach am 18. d. m. verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, aus statt. 181/8 1. Die Zustände auf dem Post- Erweiterungsbau in der Leipzigerstraße. Um recht zahlreichen Besuch dieser wichtigen Versammlung wird dringend gebeten. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Vertrauensmann der Allg. Arbeiter und Arbeiterinnen: 0. Schüler, Hochmeisterstr. 5. 19/1 Verband der Möbelpolirer. Die Versammlung am Montag für Südost fält aus. Die Kollegen werden ersucht, in der 146/11 nachmittags 4 Uhr, von der Leichenöffentlichen Versammlung halle des Neuen Jakobi- Kirchhofes am 3. Feiertag, vorm. 10 Uhr, bei Wilke, Andreasstr. 26, zahlreich zu erscheinen. Daselbst werden von 9 Uhr ab die Kontrollkarten umgetauscht. Einlaßkarten à 60 Pf. zu der Voltsvorstellung im National Theater am 3. Feiertag find bei Schibilski, Anklamerstr. 32; Mohn, Oranienstr. 197; Wiedemann, Blumenstr. 38; H. Schulz, Memelerstr. 60, au haben. Der Vorstand. Die Ortsverwaltung. Orts- Krankenkasse der Steindrucker und Lithographen Berlins. Am 18. Dezember cr. verstarb unser Mitglied, der Kupferdrucker Herr Johann Stich. 1865b Die Beerdigung findet statt am Sonn tag, den 22. Dezember cr., vormittags andern Ende 1% Uhr, auf dem St. Michaelsder Welt National- Theater. ( Samoa). Mittwoch, den 25. Dezember( 1. Weihnachtsfeiertag), nachm. 3 Uhr. Freitag, den 27. Dezember( 3. Weihnachtsfeiertag), nachm. 3 Uhr. Volks- Vorstellungen unter Regie von Julius Türk. Zum 4. und 5. Male: Der Gwiffenswurm. Bauernkomödie mit Gesang von Ludwig Anzengruber. Kirchhofe in Brit. Um zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand. Todesanzeige. Am 19. d. M. verschied nach langem Leiden der alte treue Parteigenosse Pehmler im Alter von 79 Jahren. Bis zum letzten Athemzuge war er für die Partei thätig. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 22. Dez., auf dem städtischen Kirchhofe in Wilhelmsberg statt. Der Vertrauensmann Rarten à 60 Pf. in den bekannten Geschäften. Sämmtliche Pläge d.4.Berl.Reichstags- Wahlkreises. werden verlooft. Meu eröffnet! Hippodromu. Rungestrasse 8 230/5 u. Reitbahn Rungestrasse 8 Näheres betreffs der Beerdigung wird morgen bekannt gemacht. Allen Kollegen, Freunden und Be tannten unferes am 17. Dezember cr. verstorbenen Fattors Herrn Paul Hasemann Sonntag, 22. Dezember, nachmittags für Herren und Damen täglich zur Nachricht, daß die Beerdigung am Großes Musikreiten bis abends 11 Uhr. Entree frei. 50 Mark Belohnung. $ In jüngster Zeit sind uns auf dem Neubau Post- Straße 9 Werkzeuge gestohlen worden, darunter 1 tomplette Reißhauer Kluppe, 3 Rohrgangen, 1 Batentzange, 1 engl. Mutterschlüssel, 1 Brennerzange, 1 Steinmeißel. Wer uns den Dieb nachweist, erhält obige Belohnung. Flach& Callenbach, Blumenstraße 23. Vorsicht 1870b ist vor allen Dingen beim Einkauf von Musik- Instrumenten zu bewahren; wolle man in diesem Artikel, z. B. mit Harmonikas, Geigen, Bithern, Flöten, Trompeten etc. gut, reell und billig bedient sein, so wende man sich mit vollem Vertrauen an die bekannte und renommirteste Fabrik von Robert Effner, Berlin 0., Blumenstr. 77, I. Rein Laden! Reparaturen werden in eigenen Werkstätten prompt u. sauber ausgeführt Herren- Hüte 75 Pf. Mustersachen, elegante Façons, vers nur für Händler und Wiederverkäufer. tauft das Fabrit- Komptoir Grüner Weg Spezialität: Sozialdemokratifdhe Nr. 2, 1 Tr. Neujahrskarten Glückwunsch- Karten. 39952* C. Schipke& Co., Berlin S., Plan- Ufer 96 1 Tr. an der Rottbuser Brück e. Achtung! Achtung! Künstl. Zähne v. 3 M. an, Theils. wöchentl. 1 M., wird abgeholt. Zahn: ziehen, Zahnreinigen, Nervtödten bei Bestellung umsonst. Guckel, Laufizerplat 2, Elsasserstr. 12 Freunden und Parteigenossen bringe zum bevorstehenden Feste mein Heute bis abends geöffnet. 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Jahrg. meines Rodes abgerissen, ein anderes Mal wurde ich auf dem und ich hatte drei Tage lang dide Striemen an den Hofe von acht Häuslingen gemeinschaftlich angegriffen.- Präs: Händen.- Präs.: Weitere nachtheilige Folgen haben Sie aber Wievielmal haben Sie wohl Häuslinge geschlagen?-3 e uge: nicht davongetragen?- 3 eugin: Nein.- Präs.: Weshalb Das ist häufig vorgekommen.- Präs.: Womit schlugen Sie? mögen wohl die anderen Mädchen geschlagen worden sein? Sechster Berhandlungstag. Bormittagssigung. 3euge: Mit einem Seil.- Präs: Das Sie bei sich Beugin: Weil sie ihr Pensum nicht machten.- Präs.: Köln, 19. Dezember 1895. trugen? 3euge: Ich trug das Seil nur einige Male bei Haben Sie immer Ihr Pensum gemacht? Beugin: Ja Der Präsident, Landgerichts- Direktor Reichensperger, mir.- Präs.: Haben Sie von diesen Büchtigungen dem Herrn wohl.- Werth.: Welche Empfindung hatten Sie, als Sie die eröffnet gegen 91/4 Uhr vormittags wiederum die Sigung. Direktor Mittheilung gemacht? 3euge: Jawohl, das habe Mundbinde angelegt bekamen?- 3 eugin: Ich kann nur Der erste Beuge ist der frühere Hilfsausseher 3 immer ich stets sofort gethan.- Präs.: Herr Direktor Schellmann sagen, daß das die schrecklichste Strafe ist, die ich jemals mann: Es sei ihm bei seinem Eintritt nicht mitgetheilt soll Ihnen durch Kopfnicken zu verstehen gegeben haben, daß erlitten habe. Es wurden mir zunächst die Hände ganz fest worden, daß er sich bei dem Landesdirektorium beschweren könne. Sie die Häuslinge schlagen sollen? 3euge: Davon auf den Rücken gebunden und alsdann die Mundbinde an Als ihm gekündigt gewesen, habe er um Urlaub nachgesucht, um ist mir nichts bekannt. Präs.: Hüwerstahl, treten gelegt. Man bekommt dadurch furchtbare Athemnoth sich eine andere Stellung zu suchen. Da dieser ihm vom Ober- Sie einmal vor. Sagen Sie es dem Pürvenich ins und glaubt, man muß jeden Augenblick ersticken. Präs: Aufseher Schmit nicht bewilligt worden sei, habe Gesicht, daß er Ihnen gesagt: Der Direktor giebt durch Haben Sie einmal von anderen Mädchen gehört, daß diese sich er sich beschwerdeführend an den Landesdirektor gewandt. Kopfnicken zu verstehen, daß er mit dem Schlagen der Häus aus dem Anlegen der Mundbinde nichts Besonderes Direktor Schellmann habe ihn deshalb zur Rede ge: linge einverstanden ist. Hüwerstahl: Das weiß ich ganz machten? 3eugin: Nein, im Gegentheil, die Mädchen stellt und ihn aus diesem Anlaß sofort entlassen. genau, erinnern Sie sich nur, Bürvenich, Sie sagten fürchteten sich alle vor dem Anlegen der Mundbinde; diese Er habe einmal gesehen, daß Ober- Aufseher Schmit mir das, als wir eines Sonntags in die Kirche gingen. Strafe ist auch gar zu schrecklich. Auf ferneres Befragen einen etwa 16jährigen Knaben, der gerade in die Kirche geführt Bürvenich: Das ist nicht wahr, das habe ich nicht gesagt. des Präsidenten deponirt die Zeugin: Sie habe einmal gesehen, werden sollte, mit der Faust ins Gesicht geschlagen Der Direktor hat mir nur einmal gesagt: Nehmen Sie sich vor wie einem Mädchen namens Henn die Handfeffeln angelegt habe. Aus welchem Grunde der Knabe geschlagen worden sei, den Leuten, die Sie in die Cachotte abführen, in acht, diese wurden. Sie könne nicht klagen, daß es in ihrer Arbeitsstube wisse er nicht. find gefährlich. Auf weiteres Befragen bemerkt Pürvenich: nicht warm genug gewesen sei, andere Mädchen haben sich aber Vertheidiger Rechtsanwalt Deft reich: Ist es richtig, Herr Direktor Schellmann sei wohl sehr streng, aber gerecht sehr darüber beschwert und gesagt, es sei in ihren Direktor Schellmann, daß Sie den Herrn Landesdirektor einmal gewesen!! Bellen so talt, daß sie nicht nähen könnten. Wenn die Mädchen ersucht haben, er möge höheren Orts Schritte thun, daß die Es folgt als Zeugin Frau Pürvenich, die Gattin des des Sonntags in die Kirche geführt wurden, dann mußten sie Prügelstrafe wieder eingeführt werde? Vorzeugen. Diefe befundet: Sie habe mehrfach gesehen, daß regelmäßig eine halbe Stunde auf dem Hofe, dem Weiter Schellmann: Das ist richtig. Ich wollte, daß die Häuslinge von Aufsehern geschlagen worden seien. Sie schutzlos preisgegeben, stehen. Eine alte, in der Flickstube be Prügelstrafe, wie sie in den 3uchthäusern zu habe auch mehrfach Häuslinge, die in der Ga chotte ein- fchäftigte Frau habe sich krant gemeldet, sei aber im Lazareth lässig, auch für Brauweiler eingeführt werde. gesperrt waren, schreien hören, so daß sie den Eindruck ge- nicht aufgenommen worden, sondern mußte weiter arbeiten. Am Auf Befragen des Staatsanwalts bemerkt Schellmann: wann, daß die Leute geschlagen wurden. Sie habe zwei Zwangs folgenden Tage sei die alte Frau vor Schwäche nieder Auf der Rheinisch- Westfälischen Gefängniß Ronferenz, jacken und eine Mundbinde gesehen. Pastor Auler habe gefallen und habe sich alsdann in eine Rifte ges deren Mitglied er sei, sei einstimmig beschlossen worden, dahin einmal fremden Herren die Anstalt gezeigt und diesen gesagt, legt. Eine Aufseherin, die bald darauf hinzufam, befahl der zu wirken, daß die Prügelstrafe als Disziplinar- daß die 3wangsjacke und die Mundbinde nicht mehr alten Frau, aufzustehen. Die anderen Korrigendinnen fagten strafe eingeführt werde. Da nun zu jener Zeit in Brau- angewendet werden dürfen, da zu viel Unfälle jedoch zu der Aufseherin:" Sehen Sie denn nicht, daß die Frau weiler ungemein viel Widersehlichkeiten und Unbotmäßigkeiten da bei vorgekommen seien. Es sei richtig, daß ihr stirbt?" Nach kurzer Zeit war die Frau todt.( Bewegung vorgekommen waren, so habe er einen entsprechenden Antrag an Mann einige Male von Häuslingen angegriffen worden sei. Sie im Zuhörerraum.) Es sei ihr einmal erzählt worden, daß eine den Herrn Landesdirektor gestellt. Dieser habe sich an den Ober- habe auch einige Häuslinge mit Fußschellen gesehen. Diese Korrigendin in Krämpfe gefallen fei. Da habe die Aufpräsidenten gewandt. Letterer habe geantwortet, daß zur Zeit Fußschellen bestanden aus einer großen Kette, die seherin Sauer befohlen: dem Mädchen mit einer Stopfder Antrag nicht opportun sei und daher vorläufig ab- länger und dicker sei, als eine Kuhkette. Diese werde mit einem nadel in die Fußsohle bis aus Dehr hineinzus gelehnt werden müsse. eisernen Bande an dem Fuß befestigt und sei so lang, daß der ste chen. Wenn alsdann das Mädchen zuckt, dann sei der Beweis Landesrath Brandts: Er erinnere sich, daß der er Gefesselte den an der Kette hängenden eisernen geliefert, daß es sich nur verstelle. Präs. Diese Geschichte wähnte Antrag an das Landesdirektorium gekommen sei. Dieses Kloy nachschleppen müsse. Wenn die Häuslinge faßen, haben Sie nur vom Hörensagen? 3eugin: Jawohl. Gin fei einstimmig der Ansicht gewesen, daß infolge der vielen Wider- so fonnten sie auch mit den Fußfesseln arbeiten. Sie habe fernerer Zeuge ist der 50 jährige Kellner Sander. Dieser befeblichkeiten, Unbotmäßigkeiten und Ünempfindlichkeit gegen die mehrfach gesehen, daß alte Häuslinge die schweren, fundet auf Befragen: Er sei zunächst zwei Jahre als Korrigend zulässigen Strafmittel in Brauweiler, für diese Anstalt die vollen Nachtkübel hinunter zu tragen hatten, und später einige Monate als Landarmer in Brauweiler gewesen. Zulässigkeit der Prügelstrafe als Strafmittel sehr noth die Treppen hinuntergestürzt seien und sich dabei arg Er sei vielfach mit Cachotte bestraft worden, weil er sein wendig sei. Der Landesdirektor sich deshalb verlegt hatten. Auf Befragen des des Staatsanwalts Pensum nicht liefern tonnte. Als er einmal aus dem an den Oberpräsidenten gewandt. Letzterer habe zu bemerkt die Beugin;& fei auch möglich, daß die Arrest gekommen war er war taum 1/4 Stunde im Arbeitsnächst das Schreiben unbeantwortet gelassen. Er( Brandts) hinuntergestürzten Leute epileptische Anfälle bekommen faal- da wurde ihm von dem Aufseher Eichstedt gesagt, daß habe nach längerer Zeit nochmals an den Oberpräsidenten ge- hätten. Direktor Schellmann sei bedeutend strenger als er von neuem sechs Wochen Cachotte bekomme. Er wurde sofort schrieben. Darauf sei der mündliche Bescheid erfolgt: Man der frühere Direktor Müller gewesen, sie hatte durch die Strenge in eine falte Belle geführt, in der sich nicht einmal möge vorläufig der Sache keinen weiteren Verfolg geben, da der des Direktors viel Aerger. Auf Befragen des Angeklagten eine Decke befand. Er bat den Aufseher, ihm eine Decke zu Antrag zur Zeit nicht opportun fei. Hofrichter bekundet die Zeugin noch: Ein auf Außenarbeit be- bringen. Der Aufseher mußte eine Decke erst holen und als Verth.: Herr Direktor Schellmann, sind noch andere er fchäftigter Häusling habe sich einmal trant gemeldet, der Mann er diese brachie, schlug er ihn derartig mit der wachsene oder jugendliche Häuslinge in ähnlicher Weise wie fei aber nicht ins Lazareth aufgenommen worden. Der Faust ins Gesicht, daß er( S.) heftig aus Mund Auweiler geschlagen worden? Schellmann: Das ist Mann fei am folgenden Tage im Chaussee- und Nase blutete. Präs.: Was hatten Sie denn mir nicht erinnerlich. Verth.: Geben Sie die Mög- graben gestorben. Bräs.: Woher wissen Sie das?. gethan, daß Sie von neuem sechs Wochen lang in die Cachotte lichkeit zu, daß noch mehrere solcher Fälle vorgekommen sind? Zeugin: Das ist allgemein erzählt worden. Der frühere gesperrt wurden? 3euge: Nicht das geringste hatte Schellmann: Die Möglichkeit gebe ich zu. Werth.: Hilfsauffeher Hönig, der danach als Beuge erscheint, befundet: ich begangen. Präs.: Wußte Direktor Schellmann 3u welcher Zeit mögen folche Prügelstrafen wohl vorgekommen Er habe zweimal gesehen, daß Oberaufseher Schmit Häuslinge davon? Beuge: Nachdem die sechs Wochen um waren, sein? Schellmann: Das tann ich unmöglich sagen. Der geschlagen habe. Bräf.: Haben Sie ſonft noch Häuslinge tam Direktor Schel Iwann zu mir in die Belle und fragte Vertheidiger beantragt, aus vorzulegenden Akten zu konstatiren, schlagen sehen? 3euge: Nein, aber gehört habe ich, daß mich, aus welchem Grunde ich in der Cachotte fei. Als daß ein Häusling, namens Oppermann, aus Brauviel geschlagen wurde. Präs.: Haben Sie von den Miß ich es ihm erzählte, sagte er zu dem Ausseher: Dann lassen Sie weiler entwichen und alsdann einen Strohhandlungen des Oberauffehers Herrn Direktor Schellmann An den Mann wieder hinaus. Präs.: Da waren also die sechs bau angezündet habe, um nicht wieder nach zeige erstattet? 3euge: Nein, Oberaufseher Schmit Wochen noch nicht um? Beuge: Doch, die sechs Wochen Brauweiler, sondern ins Zuchthaus zu tommen. war mein Borgesetzter, da durfte man nichts waren um.- Präs.: Dann bedurfte es doch keines bePräs.: Wenn auf solch weit zurückliegende Fälle zurück- fagen. Auf weiteres Befragen bekundet der Zenge: fonderen menschlichen Rührens, um Sie aus der Cachotte zu gegriffen werden soll, dann dauert die Verhandlung noch drei Er habe gehört, daß in der Cachotte vielfach laffen? 3euge: Ich verstand das auch nicht. Präs: Wochen. Verth.: Jch bedauere, Herr Präsident, daß ich auf geschlagen worden sei. Ein Häusling sei einmal aus Brauweiler Haben Sie sich beschwert? 3euge: Nein, das ist diesen Antrag nicht verzichten kann; es wäre das schon der dritte Fall, entwichen. Nach drei Monaten sei derfelbe wieder eingefangen, mir gar nicht eingefallen, das nütt ja doch daß ein Häusling ein Berbrechen begangen hat, um lieber ins Zucht- alsdann 6 Wochen unter Softentziehung in die nichts.- Präs.: Bußten Sie, daß Sie das Recht haus, als nach Brauweiler zu kommen. Präs.: Das hätte Sachotte gesperrt und furchtbar durch geprügelt hatten, sich zu beschweren? Zeuge: Das wußte ich wohl, doch alles früher geschehen können. Verth.: Wenn mir worden. Präs.: Haben sich die Häuslinge über die ihnen aber wenn ich das gethan, dann hätte ich wohl noch mehr dieselben Mittel zu Gebote gestanden hätten, wie dem Herrn zutheil gewordene Behandlung bei dem Direktor beschert? Strafe bekommen. Präsident: Während Sie in Brau Staatsanwalt, dann würde ich jedenfalls noch ein ganz Beuge: Nein.- Präs. Wußten die Häuslinge, daß ihnen weiler waren, sind doch jedenfalls mehrere Male die Herren anderes Beweismaterial zur Stelle geschafft das Beschwerderecht zustand? 3euge: Das wußten sie aus Düsseldorf nach Brauweiler gekommen; haben Sie sich haben. Staatsanwalt: Ich weiß nicht, ob das ein Vor- wohl, aber sie thaten es nicht, denn dann hätten sie bei diesen nicht beschwert? 3euge: Nein, das hätte ja wurf sein soll, daß die Staatsanwaltschaft etwas unterdrückt hätte?- noch mehr Strafe bekommen. Präs.: Wodurch doch nichts genutzt.- Präsident: Woher wußten Sie das? Werth. Einen solchen Vorwurf habe ich keineswegs erheben wiffen Sie das?- 3enge: Wenn der Aufseher dem Direktor Zeuge: Das war meine feste Ueberzeugung. wollen, ich bin aber der Meinung, daß zwei mehr finden können, berichtete, fo gab legerer doch stets dem Aufseher recht. Präsident: Irgend eine Unterlage haben Sie aber nicht als einer. Ich werde im übrigen für heute Nachmittag den Rechts- Präs.: Haben Sie persönlich das erfahren? 3euge: Nein, dafür?-3euge: Nein, ich habe aber diefe Ueberzeugung noch anwalt Heilbronn laden, der im Jahre 1888 den Häusling ich habe es aber von Häuslingen mehrfach gehört. Auf Befragen heute. Der Zeuge bekundet im weiteren: Aufseher Korte Oppermann vor dem hiesigen Schwurgericht vertheidigt hat. deponirt der Zeuge noch: Einige alte Häuslinge hatten sich bei habe ihm einmal ohne jede Veranlassung einen heftigen Stoß in Der Beschluß über den Antrag des Vertheidigers wird infolge ihm beschwert, daß sie ihr Pensum nicht bewältigen fönnen. Auf den Rücken versetzt. Präs.: Haben Sie diesen Aufseher ander letzten Erklärung ausgesetzt und mit der Zeugenvernehmung Befragen des R A. Gammersbach giebt der Zeuge zu, daß, gezeigt?- 3euge: Das habe ich auch nicht gethan, ich sagte fortgefahren. wenn er dieses Vorkommniß dem Direktor gemeldet, das Pensum nur: der Mann wird vielleicht mit ein paar Mart bestraft Es erscheint als Beuge der frühere Aufseher, jetzige Rauf- herabgesetzt worden sei. Der penfionirte Lehrer Busemas und ich habe es alsdann um so schlimmer. Ferner mann Hül verstuhl: Ich habe zweimal gefehen, wie der Auf- bekundet: Er hatte einmal einen 17-18 jährigen Schüler wegen deponirt der Zeuge: Er habe einmal gesehen, wie Aufseher seher Pürvenich Häuslinge, die in der Cachotte waren, mit Ungehorsams bestraft. Dieser Junge habe sich nachher in die Korte und ein Kehrmann auf einem Häusling namens Wilde einem Seile heftig geschlagen hat. Aus welchem Schule geschlichen und ihn( den Zeugen) hinterrücks mit einem nieten. Korte hatte den Mann an der Gurgel ge= Grunde dies geschehen, weiß ich nicht. Als ich mit Bürvenich Schusterhammer auf den Kopf geschlagen. Er sei zunächst betäubt packt und schlug ihm unaufhörlich mit der eines Sonntags in die Kirche ging, fragte ich denselben, ob er und längere Zeit in ärztlicher Behandlung gewesen, weitere nach- Faust ins Gesicht und auf den Kopf. Wilde blutete denn die Genehmigung des Direktors zum Schlagen der Häuslinge theilige Folgen habe er aber nicht gehabt. Er habe selbst bereits aus drei Kopfwunden. Während der Mißhabe, da der Direktor das Schlagen doch streng verboten habe. verständlich den Knaben zur Anzeige gebracht. Sonst seien in handlung kam Direktor Schelmann hinzu und fragte, was da Pürvenich antwortete: er mache von jeder Büchtigung seiner Schule nur noch widerfeßlichkeiten vorgekommen, wie sie los fei. Daraufhin wurde der Mann losgelaffen, ins Lazareth dem Direktor sofort Anzeige. Auf meine Frage, was in jeder Schule pafsiren. Der pensionirte Hausvater geführt und darauf in die Cachotte gesperrt. Er habe vielfach der Direktor wohl dazu sage, versetzte Pürvenich: Der Gralty befundet: Wenn Besuche angemeldet waren, dann gehört, daß Häuslinge mißhandelt worden seien. Als er in der Direttor fagt gar nichts, giebt mir aber durch wurden die Häuslinge nicht umgekleidet, dies konnte auch gar Cachotte war, habe er einmal wahrgenommen, daß Aufseher Effer Ropfniden zu verstehen, daß ich recht handle nicht so schnell ausgeführt werden. Wenn Häuslinge auf Außen- in der Neben- Arrestzelle einen Knaben mit dem Seil furchtbar Präsident: Haben Sie auch ein solches Kopfnicken des arbeit gingen, dann bekamen sie auch den Sonntagsanzug mit. geschlagen habe. Der Knabe babe sehr gejammert. Auch habe er einDirektors wahrgenommen? 3 euge: Direkt nicht, aber wenn Eine weitere Beugin ist ein junges Mädchen namens he ß: Sie mal gehört, wie einem Häusling die Zwangsjacke angelegt der Direktor die Atten der Häuslinge las, so schien es mir, als fei eine zeitlang als Korrigendin in Brauweiler gewefen. Sie worden sei. Der Häusling babe furchtbar geschrieen und gebeten, gebe er durch Kopfnicken zu verstehen, daß die Be- selbst sei wohl nicht geschlagen worden, die anderen Mädchen ihm die Zwangsjacke doch wieder abzunehmen, da er zu heftige trafungen feine zustimmung haben. Einem jungen Der haben jedoch häufig get lagt, daß sie geschlagen Schmerzen habe und ersticken müsse. folgende Zeuge, frühere Aufseher Pürvenich, der hierauf als worden seien. Sie glaube, die Mädchen haben ihr er- Schreiber sei einmal die Mundbinde angelegt worden. Er habe Zeuge erscheint, giebt derartig unbestimmte und aus zählt, daß der mehrfach bei den viele Häuslinge mit Fußeisen gefesselt gesehen. Aufseher weichende Antworten, daß er wiederholt vom Präsidenten, Büchtigungen augegen war. Ein Mädchen habe Eichstädt habe einmal einen Häusling, namens Böhm, so furcht unter Hinweis auf den geleisteten Eid, zur Wahr- ihr einmal erzählt, daß der Direktor es 212 die bar mit der Faust ins Gesicht geschlagen, daß heit ermahnt wird. Aus den Aussagen dieses Zeugen Ohren geschlagen habe. Die Zwangsjacke und auch dieser aus Nase und Mund heftig blutete. Ein vollständig ist etwa zu entnehmen: Es sei verboten gewesen, die die Mundbinde sei mehrfach Mädchen angelegt worden. erblindeter Häusling, namens Krähmer, sei an der Druckmaschine Häuslinge zu schlagen, nur bei persönlichen Angriffen durften Sie habe sich einmal mit zwei anderen Mädchen beschäftigt worden. Sobald dieser nicht sein volles Pensum gedie Aufseher von ihrer Waffe Gebrauch machen. Direktor Schell- unterhalten. Daraufhin sei ihr und auch den macht hatte, wurde er ebenfalls bestraft. Gin 20 jähriger mann habe ihm gesagt, daß er, wenn er gerufen werde, auch in zwei anderen Mädchen eine Stunde lang die hinten der Mann sei wegen Nichterfüllung des Pensums gerade der Frauenabtheilung Hilfe leisten müsse. Er habe Mundbinde angelegt worden. Präs.: Da werden an den Pfingstfeiertagen in Arrest gekommen. Es sei übereinmal einer widerspenstigen Frau die Zwangsjacke angelegt und Sie doch wohl noch etwas anderes begangen, als eine bloße haupt üblich gewesen, gerade während der Feiertage die auch einige Male widerspenstige Frauens- Unterhaltung gepflogen haben? 3eugin: Herr Präsident, Leute in die Arrestzelle zu sperren. Der junge Mann habe sich, als personen geschlagen. Präs: Womit schlugen Sie? ich werde hier, wo ich geschworen habe, nichts er aus dem Arrest tam, erhängt. Als er( 3euge) das letzte Mal 3euge: Mit einem Seil, das ich in der Tasche bei mir Falsches aussagen. Wir haben weiter nichts gethan, als entlassen wurde, habe ihm Direktor Schellmann beim Abführte. Präf: Sie führten also immer ein Seil bei sich? uns unterhalten. Präs. Diese Unterhaltung wird wohl schied gefagt: Hüten Sie sich, wieder nach Brauweiler 3euge: Nicht immer, nur einige Male trug ich es in der ziemlich laut gewesen sein? Zeugin: Wir haben zu kommen, Sie kommen alsdann nach Köln nicht mehr Iaut auch nicht einmal Zasche. Präs.: Haben Sie auch männliche Häuslinge uns unterhalten. zurück." geschlagen? Präs.: Haben Sie sich bei dem Anlegen der Mundbinde ges 3euge: Jawohl. Präs.: Wie oft tam Hier wurde gegen 1/2 Uhr mittags eine längere Pause Beuge: Das tam mehrfach vor. Präs.: sträubt?-3eugin: Nein, ich wußte, daß das nichts gemacht. Weshalb schlugen Sie die Leute? 3euge: Weil ich an- nüßt. Präf.: Wissen Sie, ob von dieser Bestrafung Nachmittagssigung. gegriffen wurde.-Präs.: Sie behaupten also, Sie feien Direktor Schellmann Stenntniß hatte? 3eugin: Das Nach Wiederaufnahme der Verhandlung wird zunächst Präsident: Welche Folgen Direktor Schell mann vernommen. Dieser deponirt: Lander das Anlegen der Mundbinde? sei einer der arbeitscheuesten Menschen, die es in Brauweiler je Jawohl, in einem Fall wurde mir sogar ein Stück 3eugin: Mein Mund war furchtbar angeschwollen gegeben habe. Dem Manne sei zunächst die leichteste Arbeit und das vor? in allen Fällen, in denen Sie Häuslinge geschlagen weiß ich nicht. 3euge: hatten diefen angegriffen worden? haben, von Sie durch -ich unter ein verhältnismäßig geringes Penfum gegeben worden. Der Als sie aus dem Arrest kam, fet gerade der Direktor zugegen ge-| beschwert hat? 8euge: Das habe erblindete Krähmer fei, als er in die Anstalt kam, augenleidend wesen. Sie habe den Kopf in den Nacken geworfen. Darauf lassen, weil mir bekannt war, daß Leute, die sich be gewesen. Er sei deshalb ärztlich behandelt worden, und wenn hin habe ihr Direktor Schellmann ein paar Herrn Direktor Schellmann beschwert hatten, mit Kost er sich recht erinnere, so sei Krähmer sogar von einem Spezialarzt Ohrfeigen gegeben. Sie habe darauf zu Schellmann abzug und Zusazhaft bestraft wurden. Schell. Maurer Scheuren: Er sei Häusling behandelt worden. Da ihm nichts weiter fehlte, so sei er am gesagt:" Schlagen Sie Ihre Kinder, Sie haben fein Recht, mich mann bestreitet das. Raddrehen bei der Druckmaschine beschäftigt worden. Als zu schlagen." Darauf sei sie auf drei Wochen in strengen in Brauweiler gewesen und einmal mit 7 Tagen Arrest und KostKrähmer erblindet war, sei er dem Landarmenhause überwiesen Arrest gekommen und es sei ihr täglich der Maulkorb an- entziehung bestraft worden, weil er seine Arbeiten nicht gut geworden, woselbst er sich jetzt noch befinde. Lander sei ein gelegt worden: Das erste Mal habe sie sich furchtbar macht hatte. Er selbst sei nicht geschlagen worden, er habe aber notorischer Faultenzer gewesen, es habe bei ihm an gutem Willen gefträubt, es haben daher ein Aufseher und fünf Auf- gesehen, daß Aufseher Felten einmal einen Häusling ohne jede Ein weiterer Zeuge ist der gefehlt, deshalb sei er vielfach bestraft worden. Lander habe feherinnen mit aller Gewalt ihr den Maultorb angelegt. Das Veranlassung geschlagen habe. früher angegeben, daß er 180 Tage Kostentziehung gehabt habe, erste Mal habe sie den Maulforb 10 Minuten lang angehabt, Hausvater des Brauweiler Arbeitshauses, Müller: Er habe jetzt behauptet er: es feien 3-400 Tage gewesen. Werth.: die anderen Male je eine Stunde. Der Maulforb fei ihr jedes wohl gesehen, wie Häuslinge gestoßen wurden und Ohrfeigen Lander behauptet: Es seien sogar noch mehr gewesen. Mal fester angelegt worden. Verth.: Einmal haben Sie bekamen, ein eigentliches Schlagen habe er aber Schellmann: Laut Atten sei Lander mit 93 Tage Rost- zwei Stunden lang den Maulforb angehabt?- 3eugin: nicht wahrgenommen. Präsident: Was soll das beentziehung und 61 Nächten Arrest bestraft worden. Als Jawohl, einmal ist das Abnehmen des Maulkorbes vergeffen deuten: halten Sie Ohrfeigen nicht für Schlagen? habe Lander entlassen wurde, er ihn, wie Letzterer drückt sich im weiteren es feine worden. Berth.: Sie sollen einmal ohnmächtig durch das Der Beuge schweigt. Pflicht sei, ermahnt, einen ordentlichen Lebenswandel an- Anlegen des Maulforbes geworden sein? 3eugin: Jawohl, Verlauf so unsicher aus, daß der Präsident ihm bemertt: zufangen und und ihm gesagt: wenn er wieder komme, das war auch kein Wunder. Präs.: Haben Sie durch das seine Aussage mache einen sehr schlechten dann werde die Strafe schärfer. Werth.: Lander hatte Anlegen des Maulforbes nachhaltige Folgen gehabt?-3eugin: Eindruck. Der Zeuge stellt im weiteren in Abrede, daß er ja bereits die höchste gesetzlich zulässige Strafe von zwei Jahren.- Jawohl, ich bin seit dieser Zeit fopfleidend. Die Zeugin selbst geschlagen habe und meint, daß in den lehen 5 Jahren Maschinenmeister Schellmann fortfahrend: Ueber die von Lander bekundeten zeigt dem Gerichtshof das linke Handgelenk, an dem noch Spuren überhaupt nicht geschlagen worden sei. Einzelheiten tönne er sich augenblicklich nicht äußern, da er dazu der Fesselung zu beobachten sind. Droy und Bureaugehilfe Tentwig vermögen nicht zu be feine Atten einsehen müsse. Er erinnere sich eines Exzesses, tunden, daß in Brauweiler geschlagen worden sei. wiffe aber nicht, wer denselben begangen und was er( Schell mann) deshalb verfügt habe. Daß in Brauweiler üblich sei, die Korrigenden mit Du" anzureden, bestreite er. Es sei das wohl bisweilen vorgekommen, aber gebräuchlich sei es feineswegs. Berth.: Die Mädchen sollen aber auch gedugt worden sein.- Präs.: Das ist bisher nicht bekundet worden. Werth.: Zum mindesten ging das aus den Vernehmungen der Mädchen hervor. Schellmann bemerkt noch: Er habe sich im Gegentheil des Lander sehr angenommen. Lander befundet noch, daß ein Krüppel in Brauweiler mit Steinetlopfen beschäftigt würde. Direktor Zietschmann schließt sich Der er im wesentlichen den Bekundungen Schellmann's an. blindete Krähmer sei jetzt in seiner Anstalt zu Trier. Während sonst Blinde sich gewöhnlich zur Arbeit drängen, sei dieser weder durch barsche Worte noch durch gütliches Zureden zur Arbeit zu bewegen. Krähmer, der jetzt vollständig er blindet sei, thue gar nichts.(!) Maurer Jülich: Er habe auf einer Villa in Schlenderhan gearbeitet und habe mehrfach gesehen, wie dort in der Nähe arbeitende Brauweiler Häuslinge von Aufsehern heftig ge= schlagen wurden. Ein kleiner Krüppel, der nicht einmal taren Geistes und taum zum Kartoffelschälen fähig war, mußte schwere Arbeiten verrichten. Auf Befragen des Präsidenten, warum er von seinen Wahrnehmungen feine Anzeige gemacht habe, bemerkt der 3euge: Er habe befürchtet, daß er sich dadurch Unannehmlichteiten machen werde. Präs. Haben Sie sich über die Ihnen au theil gewordene Präs.: Behandlung beschwert? 3eugin: Nein. Weshalb thaten Sie das nicht? Die 3eugin schweigt. Präs.: Sie hätten sich doch zum mindesten nach Ihrer Entlassung aus Brauweiler beschweren können. 3eugin: Das wußte ich nicht. Die Zeugin bekundet des weiteren: Eine andere Korrigendin, namens Gräte, habe ihr ebenfalls erzählt, daß sie Direktor Sche II= von Aufseherinnen geschlagen worden sei. mann: Die Zeugin war eine der schlechtesten Frauenzimmer, die wir in Brauwveiler hatten. Sie war furchtbar frech, widerspenstig und gehörte zu den sogenannten Ein fernerer Zeuge ist der Werkmeister Weiße: Er sei Freundschaftsschwestern", das heißt, sie schloß mit anderen Mädchen und Freundschaft verübte des Nachts mit früher Werkmeister in Brauweiler gewesen und sei weggegangen, denselben Unfittlichkeiten. Selbstverständlich mußte fie deshalb weil Direttor Schellmann ihn benachtheiligt bestraft und isolirt werden. Er gebe die Möglichkeit zu, daß er habe. Das Pensum in Brauweiler sei für den gesunden und der Angeklagten ein paar Ohrfeigen gegeben habe. Soweit gelernten Arbeiter nicht zu viel gewesen, für alte Leute und er sich erinnere, habe das Mädchen ein Angriff auf ihn ver- solche, die die betreffende Arbeit nicht gelernt haben, sei das Verth.: Penfum etwas groß. er Schlagen habe sucht.( Heiterfeit im Zuhörerraum.) nicht ge Rechtsanwalt Heilbronn, der hierauf als Zeuge er- Beugin Gellert, haben Sie nicht deshalb die Beschwerde unter- sehen, er habe aber gehört, daß die Leute in der Cascheint, bekundet: Er habe den erwähnten Oppermann wegen lassen, weil Sie aunahmen, daß Direktor Schellmann dieselbe chotte vielfach geschlagen werden. Ferner habe er gehört, vorfäßlicher Brandstiftung vertheidigt. Dieser sei geständig ge- Bekundung wie heute machen würde und Sie alsdann doch nicht daß der katholische Anstaltsgeistliche einen Korrigenden geschlagen wesen und habe gesagt: Er habe in Brauweiler derartig arbeiten recht bekämen? Zeugin: Jawohl.- Aufseher Giesen- und Direktor Schellmann einen Korrigenden unschuldig be= Rendant Wing: Er fei Vertreter des müssen, daß er wunde Hände bekommen hätte. Er sei in- tirchen befundet, daß der Landarme Maaßen Aufseher bestraft habe. folge dessen entwichen. Als ihm Gefahr drohte, habe er eine lästigt habe. Der Landarme Maaßen, der nunmehr Direktors, habe die Außenkommandos zu kontrolliren; mit einer Brandstiftung begangen, um ins Zuchthaus und nicht vernommen werden soll, ist angetrunken, es muß daher für einzigen winzigen Ausnahme seien ihm aber niemals Klagen über Mißhandlungen bekannt geworden. Direktor heute von seiner Vernehmung Abstand genommen werden. Auf Befragen des Direk wieder nach Brauweiler zu kommen. Schellmann: Derartige Redensarten werden, wie ich Ein weiterer Zeuge ist der Journalist Michels: Er sei Mit- tors Schellmann bekundet der Zeuge noch, daß er von einer Korfestgestellt habe, von allen Arbeitshäusern gemacht.-arbeiter der Rheinischen Zeitung" und habe im Auftrage des rigendin einmal mit einem Messer angegriffen und auch in Aufseher Schiefer I, Auf Befragen des Rechtsanwalts Gammersbach bemerkt Rechts- Angeklagten Hofrichter eine Reihe von Leuten aufgesucht, um unbedeutender Weise verlegt worden sei. anwalt Heilbronn, daß Oppermann bereits mehrfach mit Zucht- den Nachweis zu erbringen, daß die in dem infriminirten Artikel gegen den ein Strafverfahren wegen Mißhandeines Häuslings schwebt, giebt auf die Frage, haus bestraft worden sei. Gerichtsassessor Fröhlen, der enthaltenen Behauptungen auf Wahrheit beruhen. Im Auftrage ung hierauf als Zeuge erscheint, bekundet: Er habe den Prüvenich Hofrichter's habe er den Leuten sämmtlich gesagt: sie sollen ihm ob sich Häuslinge über ihn bei dem Direktor beschwert haben, feine Antwort. Der Präsident macht den vernommen und glaube bestimmt, daß ihn derselbe bei Verlesung nur das mittheilen, was sie vor Gericht beeiden können. des Protokolls nicht mißverstanden habe. er mit Rücksicht auf das gegen Er sei einmal in Der folgende Zeuge, Maler Ansbach, bekundet auf Be- Zeugen aufmerksam, daß schwebende Verfahren fein Beugniß verweigern Brauweiler gewesen. Als ihm Direktor Schellmann die Anstalt fragen: Er sei wegen Betteln verhaftet und nach Brauweiler ihn Auf Befragen des Vertheidigers Vertheidigers an Direktor zeigte, habe er einen Häusling, der in einer Arrestzelle eingesperrt gebracht worden. Gr und noch andere Häuslinge seien wiederholt tönne. war, furchtbar schreien und schimpfen gehört. von dem katholischen Austaltsgeistlichen geschlagen Schellmann, weshalb Schiefer trok des gegen ihn schwebenden Direktor Schellmann erzählte ihm, daß der Mann wegen worden. Er habe einmal gesehen, wie ein alter Mann ohne Strafverfahrens auf Außenkommando geschickt worden sei, bemerkt Gotteslästerung 6 Wochen Gachotte bekommen habe. Der jede Veranlassung von einem Aufseher einen Tritt befam, Schellmann: Der Mann könne in Brauweiler treten nun daß er zur Erde fiel. Einmal habe er gesehen, wie ein alter ebenso, ohne daß es bemerkt werde, schlagen, difle Der Mann auf den Direktor und ſagte unter bucliger Mann von dem katholischen Auſtaltsgeistlichen wie auf Außen tommando.- Schuhmacher Mez, ein schimpfte anderem: Sie..., was verstehen Sie von Gotteslästerung, ein paar Ohrfeigen betam. Das Essen sei sehr schlecht, das vom Angeklagten geladener Zeuge, bekundet: Er habe niemals wissen Sie denn, ob es überhaupt einen Gott giebt?" Direktor Brot halb schimmelig gewesen. Er habe eine Anzahl in Brauweiler eine Ungehörigkeit wahrgenommen und müsse beSchellmann ließ den Mann wieder in die Zelle führen. Er Leute gesehen, die mit Ketten an den Füßen zur Arbeit ge- merken, daß Direktor Schellmann ein hochachtbarer Mann sei.( Beuge) bat hierauf den Direktor, ihn einmal in eine Belle zu führt wurden. Diese mußten den Schubkarren stoßen. Unter Angell. Hofrichter bemerkt: Der Zeuge habe ihm in Gegen sperren und dunkel zu machen. Als dies geschehen war, hatte diesen Leuten befand sich auch ein Korrigend, der nur einen wart anderer die unglaublichsten Dinge erzählt. er ein Gefühl, daß er die Ueberzeugung gewann: er hätte Arm hatte. Präs. Hat dieser Mann denn den Schub- Fünf Werkmeister bekunden, daß die Arbeitspensa in BrauDirektor Schellmann: Das ist weiler nicht zu hohe waren. Die Häuslinge machen sogar noch es eine halbe Stunde lang nicht ausgehalten. tarren stoßen können? Einarmige arbeitet bedeutend zumeist Ueberstunden. Die Verhandlung wird hierauf gegen Es erscheint alsdann als Zeugin Haushälterin Julie Gellert: richtig; der Sie sei 1/2 Jahre als Korrigendin in Brauweiler gewesen. Sie beffer als fo mancher 3 weiarmiger. Im übrigen 83/4 Uhr abends auf morgen( Freitag) vormittags 9 Uhr habe zunächst einmal 3 Tage Arrest nebst Kostentziehung gehabt. frage ich den Zeugen: weshalb er sich bei mir nicht vertagt. Central- Leihhans- Ausverkauf, anzig in feiner Art in Berlin. Juftitut für Gelegenheitskäufe, 72 Jäger- Straße 72 einzig in seiner Art in Berlin. zwischen Kanonier- u. Mauerstr., parterre. 10 000 moderne Winter- Paletots und Winter- Anzüge, wenig getragen, in besten Stoffen und neuesten Mustern von M. 9, 12, 15, 20, 36 36htnen und Exemplare). Knaben und Jünglings- Anzüge. 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Verantwortlicher Redakteur: Frik Kunert, Schöneberg- Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin, [ 39099*