Abendausgabe Rr. 506 B252 45. Jahrgang Böchentlich 85 Bt. monatlich 8,60 R im voraus zahlbat, Boftbezug 4,32 m. einschl. Bestellgeld, Auslandsabonne ment 6,- m. pro Monat. * Der Borwärts" erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Illuftrierte Beilagen Bolt und Zeit" und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wissen", Frauen. ftimme". Technif"," Blid in bie Bücherwelt" und Jugend- Borwärts" Vorwärts Berliner Bolksblatt Donnerstag 25. Oftober 1928. 10 Pfennig Die etni paltige Nonpareillezetle 80 Pfennig. Reflamezeile 5.- Reichs mart. Aleine Anzeigen" das fettge druckte Wort 25 Pfennig( zulässig zwet fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Borte über 15. Buchstaben Arbeitsmart aählen für zwei Borte. Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen. annahme im Hauptgeschäft Linden. ftraße 3, wochentägl. von 8 bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin S 68, Lindenstraße 3 Vorwärts: Verlag G. m. b. H. Fernsprecher: Donboff 292-297. Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Bostichedkonto: Berlin 37 536. Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstr. 8 Die Unschuld vom Landbund. Ein Landjägeroberleutnant belastet die Führer. Anrih, 24. Oftober.( Eigenbericht.) Es ist eine recht billige Methode der Verteidigung, die sich die Landbund- Helden bei ihrer Bernehmung ausgesucht haben: Mein Name ist Haase, ich meiß von nichts! Nur eins wissen sie, und sie betonen es mit Pathos: daß sie samt und sonders unschuldig wie die Engel sind! Schuld hat ganz allein die Schupo, weil sie, wie. der Angeklagte Kleine betonte, unverschämt genug" war, den Landbündlern unter die Augen zu treten. Das sind dieselben Leute, die fonst bei Arbeiterbemonstrationen nicht genug nach polizeilichem Schug schreien fönnen. Das Milieu der inftematischen Berheizung, aus dem die Kyritzer Repolie ermudhs, wurde sehr deutlich bei der Bernehmung der Mädelsführer, bloßgelegt. Da ist der Stahlhelm- und Landbundführer Cordes, typischer Militär a. D., der sich wohl aus Langemeile aufs berufsmäßige Aufputschen urteilsloser Landbündler verlegt hat. Die Verteidigungsthese des Majors ist: ich tat alles, um die Ausschreitungen abzubremjen. Im Prozeß merden Zeugen aufIteten, die das Gegenteil befunden. Der Herr v. Jena, nicht so bierfchrötig wie der Stahlhelmhäutling, sondern flein und eher zierlich, sieht wie eine Kopie des Grafen Westarp aus. Auch er meiß nur etwas von der provozierenden Schupo mitzuteilen und glaubte, allen Ernjtes dem Gericht erzählen zu fönnen, daß ohne das Sichtbarirerden der Polizei die Demonstration in Ruhe und Ordnung berlaufen wäre. Es liegen aber Zeugenbefundungen vor, die das Organisierte des Ueberfalls zu beleuchten wissen. Das geschmeidige Ausweichen der Führer erhielt eine treffliche Illustration durch die Bernehmung des Angeklagten Kleine. Kleine hat nicht nur die diensttuenden Beamten in der müstesten Weise beschimpft( dreckiger Sudenjunge, Lump, Blutjauger, Schweinehunde, das waren so die Ausdrücke, mit denen dieser Mann friedlich demonstrierte"), er hat oud) auf die Beamten mit einem Knippel eingeschlagen und den Obermachtmeister Müller schmer verlegt. Dus meiste, was ihm die Staatsanwaltschaft vorwirft, leugnei Kleine natürlich doch was an Geständnissen übrig bleibt, genügt, um aufzuzeigen, in welcher Weise man die Mitglieder zu Exzessen gebeizt hat! Ist es nicht ein Widersrpuch, menn der Reichstagsabgeordnete Staffel behauptet, die demonstrierenden Bauern mären„ Die friedlichsten Menschen der Welt ge= mejen", menint ez jelbst in seiner Rede die folgenden ungeheuerlichen Güze gebraucht hot: nur über unsere Leiber geht der Beg zu unserer Scholle".. und ,, Wir müssen unseren Willen durchsetzen, nötigenfalls mit Gemalt!". Die gemiffentoje, um nicht zu sagen zynische Art, mit der die Macher borgegangen sind, zeigte auch die Aussage der Frau von Kliking, die nichts dabei fand, als einige Scheiben flirrten. Wörtlich:„ Die Leute langweilten sich, sie fonnten sich doch nicht wie ein Trauerzug benehmen." Man betätigte sich also friminell, nur um das Gähnen zu vertreiben! Mit derselben furiosen Begründung Mit derselben kuriosen Begründung fönnte man auch einen Mord aus Berlegenheit" rechtfertigen. Das Berhör der Angeklagten ist nunmehr beendet, nur ein einziger, der Angeklagte Schulte, hat eine wichtige Aussage gemacht. Schulte hat givei Leute in der Menge beobachtet, die mit den Worten: ,, Nun wollen wir aber fertig machen" Pistolen aus ihren Mänteln holten. Eine Aussage, die den übrigen Angeklagten überaus unangenehm war. Die friedlichsten Menschen der Welt" -mit Pistolen in der Manteltasche! Ber lacht da? Die heutige Berhandlung. Der Landbundprozeß in Kyritz. Die ,, friedliche" Demonstration am 12. März, bei der die Fensterscheiben des Finanzamtes eingeworfen und ein Wachtmeister mißhandelt wurden. X Der Geschäftsführer des Landbundes, Major v. Cordes, wie er hoch zu Pferde die ,, Parade" abnimmt. Feuergefecht mit Raubmörder Seidger. 3m Handgranatenkampf schwer verletzt. Köln, 25. Oftober.( Eigenbericht.) Heute in den frühen Morgenstunden wurde der Raubmörder Johann Heidger in dem gleichen Häuserblod, in dem er nach dem Kampf in der Dienstagnacht verschwunden war, und zwar in der Oppenheimschen Billa, von der Polizei entdeckt. Die Polizei, die mit Karabinern, Handgranaten und anderen Waffen aus gerüftet war, umzingelte das Haus, und es entwickelte sich ein Feuergefecht, in deſſen Berlauf Heidger, der Mörder, durch eine Handgranate unschädlich gemacht wurde. Er wurde schwer verletzt in das St.- Binzenz- Krankenhaus eingeliefert. Man glaubt faum, daß er mit dem Leben davonkommt. hatte, sondern ein Gastwirt war, der in einem Bordell Streit gehabt hatte und dann geflüchtet war. Der letzte Kampf. Ueber die näheren Einzelheiten, die zur Auffindung des Raubmörders Heidger führten, erfahren wir noch folgendes: Das Haus am Niederländer Ufer, in dem Heidger festgestellt wurde, liegt im gleichen Gebäudekomplet, in dem sich auch das schwere Feuergefecht in der Nacht zum Dienstag abgespielt hat Die Bermutung der Polizei, daß Heidger unmöglich aus dem Zu Beginn des heutigen dritten Verhandlungstages wurde die Beweisaufnahme mit der Vernehmung des wegen Krankheit erst heute erschienenen Angeklagten Landwirt Schneider unterbrochen. Schneider, der dem Vorstand des Landbundes angehört und der der Borsigende der gestern vielgenannten Ortsgruppe Rubbier ist, bestritt entschieden, sich strafbar gemacht zu haben. Auf den Vorwurf, daß er als Mitglied der Kommission im Finanzamt den Regierungsrat Reinholz angeschrien und angebrüllt habe, erflärte er: ch babe gewissermaßen ein lebhaftes Organ in mir. Ich war nämlich Soldat in der alten Garnisonstadt Potsdam. Da ist es mir in Fleisch und Blut übergegangen, laut zu fragen und laut zu antworten. Vielleicht nennt man das heute schreien und brüllen." Werde noch heule Der Borsigende hielt ihm darauf vor, daß selbst seine eigenen Kameraden ihm gesagt haben, er solle sich mäßigen. Darauf wurde in der Beweisaufnahme mit der Bernehmung des Land. T Wir brauchen auch dich! jäger oberleutnants Dymte grip fortgefahren. Er werde noch heule berichtete zunächst, daß er einige Tage vor der Demonitration erfahren hätte, in der Bersammlung in Brigwalf sei beschlossen worden, ( Fortſegung auf der 2. Geite.) Gelände herausgefommen sein fönnte, hat sich als richtig ermiesen. Am Donnerstag früh wurde der Berbrecher in der Heizungsanlage eines Hauses am Niederländer Ilser von Hausangestellten entdeckt. Heidger sprang mit vorgehaltenem Revolver auf die Mädchen zu, die entsetzt flüchteten und Lärm schlugen. Die Polizei wurde sofort alarmiert und rückte mit einem großen Aufgebot von Beamten und allen Sicherungen, Feuerwehrleitern usw. an. Heidger hatte fammer des Hauses versteckt. Die Beamten legten eine Feuerwehrsich in der Zwischenzeit bis zum Eintreffen der Polizei in der Dachleiter an und versuchten über die Leiter in das Zimmer einzudringen; bei ihrem Auftauchen wurden sie von Heidger sofort wieder mit Revolverschüssen empfangen. Ein Schutzpolizeibeamter erhielt einen Kopfschuß und starb wenige Minuten später. Schließ lich gelang es den Beamten, Heidger durch mehrere Schüsse kampfunfähig zu machen. Der Nahkampf im Fremdenzimmer. Bon der unerhört todesmutigen und tollkühnen Entschlossenheit des Verbrechers, der wie selten einer der Polizei zu schaffen gemacht hat, legt der Endkampf Zeugnis ab, der sich wie ein Stück Hinter treppenroman ausnimmt. Danach hatte sich Heidger um 8 1hr in die unteren Räume des dem Generaldirektors Oertel gehörenden Hauses eingeschlichen, wo er zuerst von dem Küchenpersonal bemerkt wurde, das um Hilfe rief. Er brachte die Leute jedoch durch Bedrohung mit dem Revolver zum Schweigen. Durch die Hilferufe aufmerksam gemacht, gab der im Nebenzimmer wohnende Chauffeur drei Alarmschüsse ab. Eine in der Nähe befindliche Polizeipatrouille benachrichtigte darauf sofort die Beamten dieses Reviers und zwei Minuten später traf das Ueberfallkommando ein. Das Haus wurde umzingelt. Nach den drei Alarmschüssen des Chauffeurs hatte sich der Verbrecher in die oberen Räume des Hauses zurückgezogen. Die Polizei rüdte nach, und im Fremdensozialdemo- zimmer entspann sich ein lebhafter Feuerkampf bei halbgeöffneter Tür. Durch zwei Handgranaten wurde die Tür des Fremden Mitglied der Sozialdemokratischen Partei! Leser der kratischen Presse! zimm«rs zum groft«n Teil zerstört, und der Verbrecher konnte sich nur noch hinter dem Rest der Tür verstecken. Er gab von hier aus Schuh auf Schuß auf die Veamten ab und ergab sich erst, als er vier Schufjverlehungcn und handgranalenverwundungen davongetragen hatte. Leider Hot auch dieser letzte Kampf mit dem Verbrecher wieder ein Opfer gefordert. Der in den zwanziger Iahren stehend« Polizeioberwochtmeister und Offiziersanwärter M a i b o o m erhielt bei der Belagerung des Zimmers, in dem cheidger sich verborrika diert hatte, von diesem einen Schuß in den Kypf und schwebt in Lebensgefahr. � Oer Landbundprozeß. (Fortsttzung von der 1. Seite.) mitStöckenzu er scheinen, und es sei die Parole ausgegeben worden, vor dem Landratsamt solle alles in Ruhe zugehen, vor dem Finanzamt aber könne passieren, was wolle. In diesem Zusammenhang berichtet« der Zeuge, daß bei der Demon- stratian 192(3 die Ortsgruppe Kubbier sich nicht die Stöcke Hab« ob- nehmen lassen wollen, obgleich der Vorsitzende des Landbund«», Herr v. Dollwitz, ausdrücklich mitgeteilt habe, daß Stöcke nicht mit- gebracktt werden sollten. Allerdings Hab« der Geschästssührer, Major Cordes, damals dies« Anweisung des chsrrn v. Dallwitz in einer Form mitgeteilt, als ob das Stocko«rbot erst nach der Ansehung der Demonstration erlassen worden sei. Auf dem Marktplatz habe dann die Ortsgruppe Kuhbier erklärt:„hier bestimmen wir und nicht die Polizei. Hier machen wir, was wir wollen." Einer habe dann seinen Stock zerbrochen und habe ihn dem Zeugen vor die Füße geworfen, während die übrigen ihre Stöcke behielten. Bei der dies- jährigen Demonstration am 12. März feien schon aus dem Marktplatz in den Ansprachen der Redner Aeuherungen gefallen, die in den Berichten der Presse gefehlt hätten, zum Beispiel habe S t a f f« h l gesagt:„Der Weg zu unserer Scholle slihrl nur über unsere Leiber, Gewalk gehl vor Rechl." Auch hätten sich schon auf dem Marktplatz verschiedene Demonstranten rüpelhaft benommen. Die polizeilichen Mahnahinen waren so getroffen, daß die Schutzpolizei als Reserve im Finanzamt bleiben sollte. Zuerst ging vor diesem Gebäude alles ruhig zu, bis plötzlich von hinten ein Stein an ein Fenster geworfen wurde. Das war das Zeichen zum Tumult, so erklärte der Land- jägeroberleutnant, weitere Steine folgten, Lärm und Radau setzten ein. Daraufhin kam ein Schupoleutnant mit einigen Beamten her- aus, worauf die Menge aber scheinbar nur gewartet hatte, denn nun ging das Geschrei erst richtig los, wobei ich den Eindruck hatte, daß der Zweck dieses Lärms war: „Euch au» der Stadl wollen wir mal zeigen, was wir köaaen." Bei uns Landjägern hatte sich die Demonstration einer gewissen Zurückhaltung befleißigt, weil sie genau wußte, daß wir jeden«in- zelnen von ihnen kennen und finden. Besonders tat sich der ganz vorn stehende Angeklagte Kleine als größter Skandal- macher hervor. Er hat auch mit seinen aufreizenden Reden die onderen zu Gewalttätigkeiten aufgestachelt. Besonders hatte er es auf den Wachtmeister Preußer abgojehen, der«tuen Kneifer trug und der von Kleine �Iudenjunge" usw. tituliert wurde. Als«in Landjäger sich zwischen den Beamten und Kleine stellt«, gab Klein« dem Landjäger einen Stoß vor die Brust. Dabei stand Major Corde» ganz in der Nähe. Als ich ihm sagte:„Ich werde Sie als Zeuge namhaft machen", dreht« er sich um und sagt«: „Ich Hab« überhaupt nichts gesehen". Auch auf andere Beamten ging Kleine mit dem erhobenen Stock los und schrie immer mit Schaum vor dem Mund:„Der Blaue muß raus, der muß verschwinden". Ebenso hat sich der Angeklagte Langhofs rüpelhaft betragen, vor allem aber der Landwirt Baad«." Vors.:„Erkennen Sie Baad« wieder?" Zeuge sauf den Ai»g«Nagten Baad« zeigend):„Jawohl, da» ist er hier. Er trug«ine graue Joppe mit Pelzkragen." Angetl. Baad«:.Da» stimmt ja gar nicht. Ich tnig «inen Pelz." sHeiterkelt.) Vors.:„Ja natürlich, einen Pelz mit Pelzkragen." Oberleutnant D y m t e schilderte dann weiter, wie auch andere Angeklagte dauernd geschrien und gebrüllt hätten und wie der Ruf ertönt sei:„Die Schupo muß weg!" Baad« habe nach den Beamten de» Finanzamtes gerufen mit den Worten:„Antreten sollen sie. einer wie der andere. Wir wollen sie alle hier sehen."— Vor ollem habe sich aber kleine so aufgeführt, daß man sagen könne. er habe sich nicht mehr wie ein Mensch benommen. Den Führern seien schließlich die Massen ganz aus der Hand geglitten und des. halb hätten Herr v. Jena wie Herr Stoffehl, welch letzterer anfangs sich gar nicht wie«in Führer benommen habe, den Zeugen dringend gebeten, das Schlimmste zu verhüten, weil sie Angst vor einem Ansturm auf dos Finanzamt halten. Als dann auf telephonischen Anruf der Landrot selbst kam, wurde er mit großem Jubel von der Menge empsangen, woraus Herr o. Jena rief:„Der Landrat ist ja ein guter Mann, aber deswegen brauchen wir ihn nicht hochleben zu lassen. Er vertritt die Preußenregierung und ist somit gegen un s." Wie Dymke weiter betonte, habe Major Cordes, dessen groß« Gestalt Immer ganz vorn sichtbar gewesen sei. in keiner Weis« dl« Menge beruhigt, sondern eher noch aufgestachelt. Er habe nach dem Abzug der Schupo In die Menge gerufen:„Die Schupo ist abge- zogen. Einen Sieg haben wir wieder errungen. Jetzt geht c» weiter zum Katasteramt."— Auch Staffchl habe zum Abmarsch nach dem Katasteramt aufgefordert, da er befürchtet«, daß die Beamten dieser Behörde sonst zu Tisch gingen und nicht» hören würden. Da- bei habe er betont, daß da» Katastcramt den Landwirten noch mehr ausknocke als das Finanzamt. Als der Leiter des Finanzamts zur Menge das Wort ergriffen habe, sei er dauernd von Rufen wie: „Blutsauger".„L u m p",„Ossizier willst du gewesen sein" unterbrochen worden. Oer iägliche Neubaueinsturz. Wie au» Madrid gemeldet wird, stürzt« In einem Madrider Voeorl ein Neubau ein, wobei all« darauf befchSftlgke« Arbeiter verfchülkek wurden. Durch die fofori elngeleikel-n Rettungsarbeilen wurde« ermöglicht, die varfchüllelen Artheitee mit Ausnahme eine« Arbeiter» zu retten, der unter den Schukkmafleu erstickte. Schweres Sinsturzunglück in Köln Am Dienstag abend erfolgt« Eck« Benloer und Bismarckstraße der Einsturz einer Konalb au grub«, die zur Anlegung einer Gleisentwässerung für dl« Straßenbahn ausgeschachtet wurde. Von zwei in der Grube beschäftigten Arbeitern tonnte sich nur der eine noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Der andere wurde verschüttet, doch lag sein Kopf frei, so daß ihm Stärkungs- niittel gereicht werden konnten. Trotz aller Bemühungen der Feuerwehr ging die Bergungsarbeit infolge ungewöhnlicher Boden- schwierigkeiten sehr langsam vor sich. Al« man den Unglücklichen in Neue Zeugen gegen Husmann. Oer Kall des verdächtigen Ostendorf. Essen. 25. Okkober. Zu Beginn de» heutigen neunten verhondluagstages wurde so fort die neu« Spur durch da» Gericht versolg». die sich durch die Mit teiluag de» Staatsanwalts ergeben ha». Der Fall Dstendorf soll heute durchgesprochen werden, de» Schlöchtergejellen, der. al» er in diesen Fall verwickelt wurde, Selbstmord verübte, und von dem man annimmt, daß' er in der Mordnacht mit Daube zu- sammengewesen sei. Landgerichtsrat Anger vernahm zunächst den Onkel des Toten, den Schmiedemeister Theodor Uphus. Vors.: Wissen Sie, warum Ihr Nesse Selbstmord verübt hat? Zeuge: Nein, er hat wohl geäußert, daß er Selbstmord verüben wollte, er hatte auch etwa» aus dem Gewissen, aber«r äußerte sich nicht viel. Ein mal sprach ich mit ihm über den Fall H u s in a n n— D o u b«. Er erzählte mir, er kenne Daube und Husmann ganz gut. Mein Neffe teilte mir auch mit, daß er in der fraglichen Nackst mit vaab« und hosmann die Straße hinausgegaugen sei. Aar s.: Di« Mutter Ostendorss bekundet aber, ihr Sohn sei in der Nacht zu Haus« ge- wesen. Zeuge: Dann hat mich mein Nesse eben belogen. Vors.: Ihr Nesse soll vor dem Tode geäußert haben:„Das verfluchte Gladbeck". Zeuge: Iawahl, das sagte er mir bei diesem Gespräck). Er setzte auch noch hiirzu: ,Lch wallte, ich hätte es nie gesehen". Darauf wurde die Mutter des Ostendorf, Maria Ostendors, vernommen. Vors.: Warum Hot sich Ihr Sohn das Leben ge- nommen? Zeugin: Aus Familienverhältnissen. Cr vertrug sich nicht mit seinen, Oickel. bei dem er in Stellung war. Dars.: Wo war er in der Naäst vom 22. zum 23. März? Zeugin: Bei mir im Haus. Er ist um 8 Uhr ins Bett gegangen, um l0 Uhr ist er wieder ausgestanden, al» zwei Freunde kamen, aber er hat sich dann wieder schlafen gelegt. Das Gericht ging dann einen Vorfall durch,«in« Wagen- fahrt durch die Tifel, die sich an die gestern besprochenen Vongänge in der Herberge angeschlossen hat. Der Student Kappen sagte aus, während der Fahrt habe husmann den Daube aus den Schoß genommen und ihn gequält, indem er ihm die Finger umbog. so daß man am nächsten Tag bei Daube noch blutunterlaufene Stellen gesehen habe. Er habe Daube Helsen wollen, ober Hue- imnn habe auch dem Zeugen«inen Büschel-Haar« ausgerissen. Husmann habe dann dem Daube zugeruscn:„Ich möchte dir am liebsten die Gurgel abbeißen." Da habe der Zeug« Angst be- kommen und sei aus-dem Wagen gesprungen. Vors.: Wie sah husmann bei dem Vorfall aus? Zeuge: Er machte den Eindruck eine» Irren. Ich hob« meinen Eltern so- fort diesen Vorfall erzählt. Staatsanwalt Rosenbaum: Sind Sie von Natur aus etwa» ängstlich? Zeuge: Nein. Vors.: Der Angeklagt« stellt den Vorfall viel harmloser bar. Er bekundete, daß er Daube nur in den„Schwitzkasten" genommen Hab«. Angeklagter, haben Die den Auedruck gebraucht:„Ich möchte dir die Gurgel abdrücken"? Angetl.: Solche Ausdrücke habe ich selten gebraucht. Rechtsanwalt Ruschen: Sind Sie nickst wegen eine» Dank an Hilgenberg. Der Messias ist gekommen, Niemand weiß, wie es geschah; Westarp hat der Herr genommen, Aber Hilgenberg ist nah. Laßt uns allesamt frohlocken, Läutet, läutet alle Glocken: Hosianna, hosianna, Der Erlöser ist schon da. Seine Gnade wird uns lohnen Nach dem Spruch, den er gewählt; Seid umschlungen Millionen, Schwer oer dient und ungezählt! Jeizo wird sich alles wandeln, Denn der Kluge weiß zu„handeln". Hosianna, hosianna, Der Erlöser ist schon da. Aufrecht sitzt er auf der Matte; Schrecklich war sein Strafgericht, Denn der Graf, der ölig glatte, Wollte wohl und konnte nicht. Laßt Gott Hugenherg nur walten Und in Doom den guten Alten! Hosianna, hosianna, Der Erlöser ist uns nah! Ha! Vom schwarzrot goldnen Krempel Reinigt er das deutsche Haus, Und den Reooluzzcrtempel Räuchert er mit Schwefel aus. Was sucht Sozialist und Jude Noch in unsrer Stahlhelmbude? Hosianna, hosianna, Der Erlöser ist schon da. Ach, so füttert nun der Brave, Auf daß sich, sein, Gut oermehrt, Alle schwarzmeißroten Schafe, Die er sanft, doch gründlich schert. Auf, ihr Schafe und Kamele; Singt ihm eure Dankchoräle! Hosianna, hosianna, Der Erlöser ist uns nah! Otto Paul. 'Nervenleidens vier Wochen in einer Anstalt gewesen? Zeuge: Jawohl. Der D a t e r des Zeugen, Bürgermeister Koppen aus Glad- deck, bekundete, wie er die Nachricht von dem Tode Doubes erhalten habe. Al» er seiner Familie den Mord erzählt habe, Hobe sein ältester Sohn Gatlsricd sofort erklärt:„Dann kann nur husmann der Täter sein." Vors.: Hat dos Gedächtnis Ihres Sohne» durch seine Krankheit gelitten? Zeuge: Aber nur sehr wenig. Ich muß überhaupt sagen, daß der Verteidiger in eigenartiger Weis« gegen die Zeugen vorgegangen ist. Er hat zum Beispiel bei den Vernehmungen die Schüler ausgehorcht und gefragt, was Husmann auf die Behauptung geantwortet habe. Wenn die Zeugen dann auf seine Fragen verneinend antworteten, hat Herr Ruschen immer ge« sagt:„Dann ist e» ja gut."(Große Bewegung.) Rechtsanwalt Ruschen(in hoher Erregung ausspringend): Herr Vorsitzender, ich muß bitten, mich gegen dies« unerhörren Vorwürfe in Schutz zu nehmen. Zeug«: Dann benenne ich vier Zeugen hierfür. Die Wahrheit muh an den Tag.(Große Bewegung.) Vors.: Herr Zeuge, ich muh Sie bitten, sich z>i maßigen, da ich. Sie sonst in Ordnungsstrafe nehmen muß. Frau Koppen und ihr ältester Sohn, ein Berliner Bildhauer, bestätigten die oben- stehenden Angaben des Studenten K. Der letzte Zeuge bekundete noch, daß fein Bruder ein sehr nüchterner Mensch sei. der nie auf- schneide und ihnen die Vorfälle aus der Wagcnsahrt sofort in allen Einzelheiten erzählt Habs.„Diese Einzelheiten waren so über- zeugend, daß ich. als Ich hörte, Daube sei ermordet, sofort überzeugt war, Husmann sei der Täter." Der folgende Zeug«, der Oberprimaner M., der ebenfalls an der Wagenfahrt teilgenommen hat, schildert den Darfall al» Horm- lv». bei dem husmann den Daube allerding» etwas grausam behandelt habe, da Daube zu weinen begann. Er, der Zeuge, habe jedoch die gravierende Aeußerung von„Gurgelabdrückcn" nicht gehört oder vielleicht überhört. Vors.: Sie haben im Protokoll die Dinge ganz anders hingestellt. Weshalb haben Sie angegeben, daß Ihnen etwas in den Mund gelegt worden ist, als Sie das Protokoll unter- schrieben? Zeug«: Weil man uns auf der Polizei alles so hin- stellt«, als ob Husmann alle» eingestanden habe. Der Oberprin,aner E. wurde ebenfalls über die Wagenfahrt gehört, bei der er neben Hu«naiin saß. Der Zeuge schildert«, daß Husmann den Daube etwa 10 bis 15 Minuten lang sehr roh be- h a n de l t habe, so daß der Letzter« noch lange weinte. Aeutzerungcn, wie der Zeuge sie wiedergegeben, habe er ni« gehört. Vors.: Warum haben Sie fünf ander« dem Daube denn nicht geholfen? Zeuge: wir trauten uns nicht, es war in seinem Gesichls- ausdruck so etwa» Eigentümliches. Er sah so brutal und roh aus und seitdem hatte ich ein Angstgesnhl, wenn ich Hus- mann sah. Hamburg unter Kommunisienterror. Unter ThSlmanns Barrilndenführung. Hamburg. 21. Oktober. Di« heutige Aürgerschoftssitzung nahm einen teilweise st ür mischen Verlaus. Unter den Anfragen an den Seuot befand sich eine von weitergehendem Interesse, nämlich die Anfrage des Abgeordneten Slubb«(Deutsche Volkspartei), ob der Staat bereit sei, die Bestimmung des Entschädigungsgesetzes aus die durch die Geesthachter Unruhen Geschädigten in der entgegen- kommendsten Weise anzuwenden. Der Senat hatte dazu mitgeteilt, ß nicht er. sondern der Ausschuh zur Feststellung der Eutschädi- gungen für Unruheschäden. In Hamburg die Polizeibehörde, im Berusungssalle da» Reichswirtschastegericht, darüber zu entscheide» habe. Im weiteren Verlauf der Sl�ung ereignete sich«in Zwischenfall. Der Ä a m m u n i st Johann Walter forderte .zur Geschäftsordnung, daß der Senat sich über das Vorgehen der Polizeibehörde im Hafen verantworte, die zu Beschlog- nahmen geschritten sein. Obwohl ihm vom Vizepräsidenten das Wort entzogen wurde, blieb Wolter auf der Tribüne und redete weiter, bis der Pr ä s I d c n t d i« Sitzung aufhob. Nach Wieder- «rösfnung schloß der Prösident den Kommunisten Wolter non der Sitzung au» und erteilt« Po» Wort zur Geschäftsordnung nicht mehr, was die Kommunisten verankaßte, die weitere Sitzung durch dauernde Zwischenruf« und großen Lärm zu stören. Krage und Auiwori. Oer»Anedc um jeden preis*. Aus einem Erinnerungsactikel der„Roten Fahne", die Zeit vor zehn Jahren betreffend: „War es nicht Fritz Ebert, der den Satz mit aller zynischen Brutalität aussprach:„Daran dürfen wir keinen Zweifel lassen, daß ein Friede um jeden Preis unter keinen Umständen In Betrocht kommen kann...."?— Was hat der „Vorwärts" darauf zu antworten?" Wir?— Die Antwort, so deucht uns, kann inon alle Tage In der„Roten Fahne" lejsn, wenn diese auf die„Dam es- Kolonie Deutschland", die„2« we s-S k la v c r e i", die „Dawes-E isenbahn" usw. schimpft. Das sieht»ich! danach aus. als ob die„Note Fahne" den Frieden auch nur um den Preis des Dawes-Bertrages, geschweige denn um jeden Preis schätzt._ Zur Gründung eines Berliner Cliernvereius. Di« Zentralstelle der sozioldemokrattschen Elternbeiräte Berlin» teilt mit: Der Berliner Lehrerverband hat zum heutigen Donnerstag abend eine Versammlung zur Gründung ein«» Berliner Elternvereins einberufe». Auf vielfach« Ansragen erklären wir. daß die sozialdemokratischen Elternbeiräte wie auch die sozialdemokratischen Lehrer und Lehrerinnen(AsL.) nichts mit dieser Angelegenheit zu tun haben. Die Eiickadungxz-ttel, die durch die Lehrerschaft den Elternbeiräten aller Schulen zugestellt worden sind, nennen als Rebner auch Herrn Stadtichulrat Nydahl und Frau Oberschulrat Dr. W e g s ch n c i d e r. Nach unserer In- formation werden In dieser Versammlung weder der Genosse Nydohl noch die Genossin Wegschneider sprechen. Im übrigen wird der Zentralardeitsmizschuß der sozialdemokratischen Elternbeiräte zu dieser Gründung in Kürze Stellung nehmen. Große und fleine Ereignisse. Ronzertrundschau/ Bon Klous Pringsheim. Erftes Klemperer- Konzert in der Republikoper. Ein Gustan- Mahler. Abend; die Kindertoienlieder", von riedrich Schorr mit überlegenem können und in edler Grundaltung gesungen, wenn auch nicht in der Liefe ihres verhaltenen efühls erschöpft, werden Auftakt zu dem Hauptstück des Abends, nachgelassenen neunten Symphonic. Bon der„ llnbürgerlichkeit" Rahlers ist neulich die Rede gewesen und davon, wie sie auch heute Birtung seines Werks hemmt. Das gilt nicht durchaus im aus der Republikoper, das im geistigen Kampf gegen alles aus rgerlicher Ueberheterung genährte Borurteil millige Gefolgschaft ndet " ( mer mag nur die müften Dummföpfe inspiriert haben, e hier jüngst eine Aufführung der„ Geschichte vom Goldaten" rch nerabredeten Radau zu unterbinden suchten?) aber es gilt von dieser Neunten, deren Schöpfer von den Bindungen des genannten guten Geldmads, von der Beengung durch Bildungs". piderstände, von der Besorgtheit um ästhetische Wohlanständigkeit its unßte noch wiffen mollte. Und wenn ein Wert Mahlers, jo biese Symphonie, in ihrem ersten Teil vor allem, von Broblemen" oll( um von dem viel mißbrauchten Wort hier guten Gebrauch zu aden), die auch heute noch, nach zwei Jahrzehnten des Fortschritts, achen), die auch heute noch, nach zwei Jahrzehnten des Fortschritts, die Zukunft weisen. Jenseits aber after fachlich- artistischen zoblematit liegt, mas in dieser, aus Todesahnung geborenen ufir an Tiefstmenschlichem ausgesprochen ist, oder richtiger, hinterfündig unausgesprochen darin spürbar wird. Zu dem jenseitig verarten Ton des custlingenden Adagio muß des Dirigenten nach tivität drängende, pulkanisch heitige Natur, so scheint es, sich ein enig zwingen; boch gerade, wie er jenem ersten Eas, einem der erfmirbigften, schmerigsten Gebilde der symphonischen Belt eratur gewiß, die ihm eigene Atmosphäre von Geheimnis und Entrücktheit schafft; wie er, gegensäglich, die grimmige Heiterfeit zweiten, die verzweifelte Vitalität des dritten unheimlich bendig werten läßt und dies, technisch gesprochen, vermöge der usagen förperhaften Plastit, mit der er jedes Detail gestaltet s hebt diese Ausführung in die Höhe des durchaus Besonderen, Bergewöhnlichen, des für uns zum Signalement Klemperers nd feiner Wirtfainfeit gehört. Rammerorchefter. Kammer: Es war das bekannte ,, Große Orchester", für das Mahler gebrieben hat; in der Art, wie er es verwendet, ist summarisch die Entwicklung zum„ Stammerorchester" vorweggenommen, eine Entbidlung des modernen Orchesters, die sich seither freilich auch von beren Seiten her zwangsläufig vorbereitet hat. chester ist Schlagwort und typische Errungenschaft der Nach iegsmufit geworden; das zeigt sich mehr und mehr im Bild des onzertlebens. Nun gibt es also ein Kammerorchester Michael aube", einen„ Rammerchor Michael Taube" und sechs Kammernzerte Michael Taube im Abonnement" all dies Wert des Diri nten, der sich damit als Mufifer pon starkem Willen und, nicht ne Rührigteit, als schätzenswerte organisatorische Kraft ausweist. Novität ringt er diesmal Honeggers Erzählung von den pielen der Belt", eine lose Folge von Impreffionen, 1918 durchaus ter dem Einfluß Debussys entstanden, Mufit, derengleichen dem omponisten, in Frankreich heute einem der führenden, wohl nicht infiele, sich heute noch einfallen zu lassen. 1928 ist ite wirtung f die Hörer nicht beträchtlich; erst ein, wie die Aufführung, un hn Jahre verspäteter Hausschlüssel entscheidet den äußeren Erfolg. meiter Teil der Bortragsfolge: Haydn, Mozart. Das gewolynte Bild: halb 20., halb 18. Jahrhundert; das 19. wird man wieder eu entdecken müssen. Aber hier schon, in der Begleitung Des ayon- Bioloncellfonzeries( as Emanuel Feuermann unverleichlich schön spielt), und noch mehr in der Mozart- Symphonie ginnt die Grenze des Kammerorchesters" fidh zu verwischen; hier wird es ein fleines, nämlich in den Streichern schmach besetztes Rormatorchefter. Nur, daß mir schließlich von unseren ersten Konzerttheftern Mozart in feinerer, technisch gepflegterer Ausführung zu oren gewohnt sind. Also ein menig pergreift man sich noch in der Aufgabe, ein wenig noch an Aufgaben, für die die Mittel nicht ganz eignet und nicht ganz ausreichend sind. Aber das Daseinsrecht Refer Rammertongerie ist unbestreitbar, sic haben Aussicht, sich als attor des Mufiflebens durchzusehen. Erste Sonderneranstaltung des Aibambra Kammerchesters unter Baul Defjau"; Sonntag mittags um 12 Uhr. Concertino für Cembalo und Sommerorchester des begabten gen Boligang 3acobi als Uraufführung: und zwei interessante ftaufführungen aus der Bor- Mozartzeit. Auch hier also stößt und 20. Jahrhundert fid) hart im Raum eines Programms, das nur als Beiprogramm gemeint ist; als Hauptfache ohne Zweifel Borführung von drei lustig phantastischen Tridfilmen. Aber t das Theater, fondern der Komponist, Bout Dessau, führt sie es ist das mufitinteressierte Bublifum, dem sie gezeigt werden. Man bemerfie" Klemperer, Arthur Schnabel, Sturt Weill...) er Versuch, in der Tonsprache des modernen Mufilers filmgeredyt illuftrieren, gelingt überraschend. Und es überrascht die Leiftungs higkeit eines forgsam geschulten Instrumentalförpers; den Rang Darbietung charakterisiert die folistische Mitwirkung des aus. eichneten Geigers Josef Wolfsthal und Gustav Ditos, bes hilharmonikers und Meistethornisten. Alle Achtung por dem mtheater, das sich solche Ertratouren leiftet. Und noch ein Kammerorchester, jenes der gemeinnüßigen Bernigung zur Pflege deutscher Kunst, hat sich vor furzem in Berlin, bor es sich auf Opernreifen in die Provinz begab, unter seinem Dirigenten Knapstein sehr vorteilhaft präsentiert; es geschah im Rahmen eines Konzerts des mit Recht hoffnungsvollen jungen anisten Walther Welsch. S Instrumentalifien. Inftrumentalisten führen sich, noch ehe man sie gehört, durch Brogramm ein, mit dem sie sich vorstellen. Bar, wie ber liche Bianist Harold Samuel, pei Abende Bady spielt, weist sich als Künstler con ungewöhnlich ernstem Bollen. Auch Spanier& M Santoma medt burd eine pont Durchschnitt and, dazwischen eine Honegger- Erftauführung auch hier, und es weichende Bortragsfolge Intereffe; 2ttes und Neues aus seinem pflichtet hat, Ernst Wendel, den Bremer Generalnu fifdirektor. Beethovens Achte, als Einlage zwischen zwei Biolinkonzerten, wird in seiner zwingenden Gestaltung Hauptnummer des Abends; die Uraufführung eines Stonzerts über treatische Volksthemen von Bozidar Kunc hätte es werden sollen. Es ist mit dem Preis aus gezeichnet werden den der Konzertgeber, also auch Wohltäter und Förderer des heimatlichen Mufiffchaffens. gestiftet hat. Aber bas Bert seiner Wahl vermag uns nicht viel zu sagen; er spielt es mit sicherem Können als Musiker und Musikant von mittlerem Buchs. Schubertfeier. Unmöglich aller Schubert- Ehrungen zu gebenken, die täglich in Berlin niedergehen; in Röpenid ist eine Schubert- Feier fein alltägliches Ereignis, und es war eine schöne Beranstaltung, um deren Gelingen der Kreisausschuss für sozialistische Bildungsarbeit sich perbient gemacht hat. Mitwirkende: das Benz Quartett( dem Namen ist nicht anzumerken, daß es aus vier Damen besteht), die tistin Charlotte 30pid und vor allem der gemischte Chor Röpenid unter seinem Chormeister Krupar; Rammer- und Ausführung; und eine aufmertfam hingegebene, dankbare Hörerschaft. Bokaimusfit in geschickter Auswahl und in durchweg erfreulicher Geschlecht in Jeffein. Zauengzien Palaft. Ein ernster und fünstlerischer Film, ber jenseits pom üblichen Schema ein soziales und dabei bod höchst individuelies Thema be. handelt: Die feguelle Not der Strafgefangenen, die Grausamkeit, unter der diese Menschen dulden und die Gleichgültigkeit der Be hörden und gewisser Abgeordneter diesem Zustand gegenüber. Der Regiffeur Wilhelm Dieterle findet für den Stoff eine würdige Form, denn hier ist jede Spur von Anftößigkeit vermieden. Mit außerordentlicher Delikatesse, mit einem Fingerspihengefühl für die Grenzen des Darstellbaren wird die Frage diskutiert, warum man Männer und Frauen durch das erzwungene und roidernatürliche Zöbilat zu Perversionen oder Fehltritten treibt. Bei allen Szenen fühlt man die Tendenz: Ich flage an. Georg Klaren und Herbert Jutike schrieben das Manuskript. Ein Ingenieur, stellenlos und abgehetzt, dessen Frau in einem Café Bigaretten verkauft, wird wider Willen zum Totschläger. Im Anfang seiner dreijährigen Strafzeit leidet er furchtbar, findet später cber in einem Mitgefangenen den Liebhaber. Auch die Frau geht zu einen anderen Mann. Nach Berbüßung der Strofe finden die beiden nicht mehr zusammen, die Tat steht zwischen ihnen. Sie wählen den Freiiod durch Gas. Hier in der letzten Szene wächst Dieterle zu einem Regisseur großen Formats. Was fümmert sich die Belt am den Tod des Baares? Während sie sterben, rattern die Hochbahnzüge, regelt die Schupo den Verkehr, speisen Leute in Restaurants und werden Hochzeiten gefeiert. Die Welt geht ihreit Gang. Ganz tomprimiert, mit ein paar sich blizschnell überschneidenden Bildern erschöpft Dieterle diese Situation. lleberhaupt hat er ausgeprägtes Empfinden für echte Filmwirkung. Etma, der Mann tommt nach Hause, öffnet die Tür, öffnet und schließt sie mehrere Male cus reiner Freude, daß er wieder über den freien Willen verfügen darf, eine Tür zu schließen. Oder ein Gefangener fnetet in feiner Segualnot aus Brotteig einen Frauenförper. Dber die beiden Ehegatten jehen sich stumm und perzweifelt an, in dem Augenblid, da sie sich umarmen dürfen. Szenen, durchaus eine Situation erschöpfend, furz und prägnant formuliert und vollkommen im Filmischen verwurzelt. Neben dieser Leistung vergißt man gern, daß das Manusfript manchmal die Birklichkeit umbeutet, so wenn es, um die Handlung weiter fortzuführen, zwei Untersuchungsgefangene in eine Belle cinquartiert, Dieterle ist der Mann mit brennenden, verzweifelt fragenden Augen, dumpf in feinen Trieben. Marn Johnson, die Frau, ausdrucksstärfer und reicher als man es von ihr gewohnt it, und Gunnar Tolna es verbirgt hinter seiner fühlen, weltmännisch getragenen Eleganz ein Herz, das die Leiden dieser Menschen mitfühlt.. Die Verschwörerer." Univertum. F. S. Der historische Film, der mit Maffenszenen und Brunfgewändern aufwartet, ist nachgerade aus der Mode gefommen; doch, wenn man ein Wert von Franf Niblo sieht, begreift man, daß der Kostümfilm eine ungeheure Wirkung auf weite Kreise ausüben fonnte und als Einzelwerf noch heute ausübt. Herzogs Alba über Flandern zur Grundlage, um Einzelfchicſale zu unerhörter Billtür anzuprangern, fondern sie behandelt Maffen. schildern. Es liegt der Manuffriptschreiberin nicht daran, die Zeit und Einzelschidjal nad) ber alles in Kitsch perzerrenden Devise: ,, Das Gute fiegt." So wird auch die Nichyte Albas, die der Tyrann wider ihren Willen mit dem Sohn des Bürgermeisters von Gent mermählt, von der Spionin zum liebenden Weib und zur Erretierin Flanderns. Das Manuskript nimmt die Zeit des Edgredensregiments des Der Regisseur Frank Riblo, her mit Ben Hur einen Welterfolg hatte, arbeitet audy diesmal mit allen Schifanen, als da find: Maffenszenen, Bruntgemänder, Sensationen, Spannungen, wilde Einzelfämpie, malerische Bildwirtungen, vorzügliche Schauspielerleistungen und fleine, menschlich und tomisch wirkende Einfälle. Ronald Filmmensch ist Front Niblo eben durch und durch. Colman und Bilma Banfn haben ein munderbar verinnerlichtes Spiel; fic find Partner, wie man sie in dieser Ausgeglichene. b. heit selten findet. Tolfsbühne. Tas 2. Konzert im beater am Bülow plas am Sonntag, dem 28. Oftober um 11%, 11r bringt unter dem bema Spiel, Tanz. Musik der Jugend". Vorführungen der Bolts- und Jugendmusikschulen. Einleitender Barting Pee Reitenberg. Starten zum Breite von 80 Big, Piag larten für. 1,50, 2,30 und 3,50 au der Theatertaffe Bertheini. Komödienhaus. Begen Porbereitung zu der am Freitag, den 26. Dit.. Perlenfomödie fact am Donnerstag, bem 25. Dft., bie Abend oder ungetauscht. im Stomödienhaus fiattfindenden Erstaufführung von Bruno Frants ottellung aus. Gelöste Starten werden an der staffe zurüdgenommen Theater des Westens. An Eielle der jür Sonnabend, den 27. Dober. feftgefesien Borstellung Die Reife Benjamins III." geht wegen der großen Nachfrage Eie Nacht auf bem alten Merit auch an diesem Zage in zene. Friedell- Malinee. Begen des farfen Erfolges hat fi bie Direktion Der Bainomsty Bühnen zu einer Wiederholung der Matinee Dr. Ggen Friebell: oben Goeibe und Chiller gelebt?" ant Sonntag. bent 28. D.. m 11, 11hr vormittags in Theater in der Königgräger Shaje entschloffen. Eugenische Tagung in Berlin. Der Bund für Bollsausartung und Echtunde neranstaltet in Berlin nom 26. bis 28. ftober in Kangenbed Birchow- Haus eine eugenische Sagung, auf der bekannte Forscher auf dem Gebiet der Bererbungswiffeus hajt bas Bort ergreifen werben. Die Tagung Beichäftigt sich hauptsächlich mit den Beziehungen der Eugenik zu Borf, Schule und Familie. Wer ist der Ermordete von Lübars? Auch der Selbstmörder unbekannt. Einige der Kriminalbeamten, die in großer Anzahl mit der Aufklärung des furchtbaren Verbrechens beschäftigt sind, ermittelten in Lübars eine Bäderfrau, die eine bemerkens. merte Bekundung macht. In dem Laden der Frau erschienen am Dienstagabend gegen 6 Uhr zwei Männer, die für 50 und 30 Bf. Kuchen fouften. In den Ermordeten glaubt fie einen diefer beiden Kunden wiederzuertennen. Die Frau ist aber sehr furzsichtig und tann etwas Bestimmtes nicht sagen. Den zweiten Kunden beschreibt sie als etwa 1,65 Meter groß, mit breiten Schultern und borftigem gürtel, der als Hosenhalter diente, ist innen die Zahl 1,45 eit geschrieben, wahrscheinlich die Preisbezeichnung. Am Fundori der Leiche wurde noch ein Hofenknopf entbedt, der wahrscheinlich einem ber Mörder beim Schleifen des Opfers abgesprungen ist. Die marzen, start abgerissenen Florstrümpfe des Toten weisen ein mit Jaden eingenähtes L" auf. Die Halbschuhe waren ursprüng lidh Ladschuhe, sind schon abgetragen, haben aber noch gut erhaltene Gummiapläge. Wie die Person des Ermordeten, so ist auch die des Selbstmörders vom Schirngraben noch nicht festgestellt. Es hat sich auch Die Mordkommission am Tatort. A noch fein Anhalt dafür ec= geben, daß zwischen dem Mord und dem Selbstmord irgendein 3ufam menhang bestände. Die Nachforschungen werden nach allen Richtungen noch fortgefeßt. Ber folgt wird besonders eine Spur, die von mehreren Bassanten an gegeben worden ist. Diese. saben in der Mordnacht gegen 3,15 bis 3,20 Uhr an der Ecke der Scharnweber- und Berliner Straße zu Reinickendorf einen etwa 30 Jahre alten untersetzten Plann in grün. lichbrauner Joppe, der ein Batet unter dem Arm und einen Rud jack auf den Rücken trug. Das Batet mar in weißes Leinen oder Bapier eingemidelt. Der Mann mar augenscheinlich, fehr aufgeregt, sprang über das Straßenbahnfuggitter hiumeg. beftieg eilig eine Autodrnschte, qnscheinend Ein streifer, und fuhr um das Rondel herum in der Richtung ngg Legel zu banon. Der Chauffeur Minat ihm, eine Beethonen- Sonate( in B- Dur) auszuwählen, die hochstehenben haar. Eine andere Gruppe von Beamten, die| dieses Wagens wird dringend gebeten, sich unverzüglich bei der Fidyt abgespielt ist; in der Bewältigung dieses Programms, an mit Suchhunden das ganze Gelände abstreifte, fand in einem Mordfommission Braschwig- 3apfe im Polizeipräsidium zu melden. en Ende, teine Effektnummer, Schumanns Davidsbündler. Wäldchen am Wittenauer Weg zwei weggeworfene Streußelnge" stehen, zeigt er, daß er in der Tat der dem Konventionellen schneden, die noch nicht angebiffen waren. Die Bäderfrau erklärte, emandte Mufiler ist, den es sozusagen erraten ließ. Das Tech che versteht sich von selbst, es sollte in Berliner Konzertsfälen Don nicht zu reden sein. Es versteht sich von selbst auch bei Benito anbia, dem spanischen Bioloncellisten, Casals- Schüler, der tweilen durch großen, remen, schönen Ton Aufmerksamkeit erregt. der jugoslawische Geiger 3latto Balotopic stellt sich in em Konzert großen Stiles vor: Bhilharmonie, Philharmonisches hefter, für das er als Dirigenten einen der ersten im Reich verbaß die Schnecken zu dem bei ihr getauften Ruchen gehören. Die Bersonalbeschreibung des Ermordeten ist in etwas zu berichtigen und zu ergänzen. Der Mann ist nach genauer Messung der Leiche nicht 1,70 Meter, sondern 1.80 Meter groß. Nochmals sei darauf hingewiesen, daß an der rechten Hand die Kuppen des Mittel und Ringfingers fehlen. Die Kragenpasse des Mafohemdes trägt das Beichen C. Erlangen, das Tritolinehemd den Aufdruck„ Gesundheitskleidung, bestes Fabrikat". In den Leder Zu unserem Arfifel Die Europamüden" in Nr. 475 des ,, Borwärts" teilt uns die Reichsstelle für das Auswanderungswesen mit, daß die Auswandererberatungsstelle in Düsseldorf infolge der Verlegung des Landesarbeitsamts nach Köln am 29. Februar d. 3. aufgehoben worden ist. Ihr Arbeitsbereich wurde mit dem 1. März der Auswandererberatungsstelle Köln zugeteilt, die gleichzeitig von der bisherigen Arbeitsstätte nach Margaretentioster 1 verlegt wurde. ( bl # Severing bei den Beamten. Berwaltungsreform und Republitschuhgeseh. Reichsinnenminister Severing sprach heute auf einer Kundgebung des Deutschen Beamten bundes. Er stellte sich grundsäglich auf den Boden des Berufsbeamtentu.ms und erklärte, daß die Reichsregierung sich sehr wohl erinnere, daß im Jahre 1918 es das Berufsbeamtentum war, das neben der Arbeiterschaft den Staat gerettet hat. Dieser Vorgang hat sich gelegentlich des Kapp Putsches wiederholt. Dafür weiß die Reichsregierung den deutschen Beamten Dant und Anerkennung. Er erklärter weiter, daß die Reichsregierung nicht daran denke, einen Abbau der Beamtengesetze vorzunehmen, sondern daß er sich den Zeitpunkt vorbehalte, zu dem er im Interesse des Staates und des Beamtentums selbst dem Reichstage die vorliegenden Gesezentwurfe über das Beamtentum vorlege. Eingehend auf die Reichsreform betonte er, daß eine Reform nicht in einem Abbau der Staatsfunktionäre gipfeln fönne, sondern daß in erster Linie die überflüssigen Staatsfunktionen abgebaut werden müssen. Severing fam dann auf die staatsgefährlichen Organisationen, die eine Unterminierung der Grundmauern der Republik in ihrem Programm stehen haben. Er habe an die unterstellten Berwaltungen, Anweisungen herausgegeben, daß die Berufsbeamten nicht nur Pflichten, sondern auch Rechte haben, daß im Schußgesetz für die Republik die Meinungsfreiheit der öffentlich- rechtlichen Beamten durch gewisse Grenzen eingeschränkt ist. appelliert an den Deutschen Beamtenbund, es nicht dazu kommen zu laffen, daß er als Polizeiminister scharfe Maßnahmen gegen diejenigen Beamten ergreifen müsse, die die Grenzen der öffentlichen Meinungsfreiheit bewußt überschreiten. Er Im weiteren Berlauf der Verhandlungen des Bundestages des Deutschen Beamtenbundes murde insbesondere gefordert, daß der DBB. fich vollständig loslösen müsse von dem Deut fchen Beamtenwirtschaftsbund. Berband der Maler, Cadierer, Unstreicher usw., Berlin. Lackierer! Freitag, den 26. Oftober 1928, abends 7, Uhr, im Gewerkschaftshaus( Saal 5). Engelufer 24-25 Sektions- Bersammlung. Tagesordnung: 1. Berichterstattung vom Berbandstag in Stuttgart Referent: Otto Schiemann, 2 Distuffion 3 Branchenangelegenheiten. Ohne Mitgliedsbuch tein Zutritt. In Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht jedes Kollegen, pitnttlich zu erfdeinen. Die Sektionsleitung. Theater, Lichtspiele usw. Donnst, d. 25. 10. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 119 19 Uhr Carmen Staats- Oper Am Pl.d. Republ. R.-S. 155 20 Uhr Die heimliche Ehe Dongst, d. 25.10. Städtische Oper Bismarckstr Turnus I 20 Uhr Troubadour Staatl. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt A.-V. 184 20 Uhr Kalkutta, 4. Mai Staatl. Schiller- Theater, Charitbg. 20 Uhr GAS SCALA 8 Uhr B 5. Barbarossa 9256 Original Theremin- Trio, Musik aus der Luft, Powers Riesen- Tanz- Elefanten vom New York- Hippodrom und das große Varieté- Programm. Großes Schauspielhaus 8 CASANOVA mit Michael Bohnen. Regie: Charell Sonntag 3 U.: Nachmittags- Vorstell z. halb, Preis.( ungekürzte Vorstell.) Winter Garten Tägi. 8 Uhr Internat. Varieté Sonnabend und Sonntag. je 2 Vorstellungen 3.30 und 8 Uhr 3.30 kleine Preise Rauchen gestattet Metropol- Theater Täglich 8, 2hr In der Frage Roth tontra Breußischer Bofizet beamtenverband wurde schließlich eine vom Unterausschuß vorgeschlagene Entschließung bei Stimmenthaltung der Ber treter des Preußischen Polizeibeamtenverbandes angenommen. In dieser Entschließung wird festgestellt, daß Roth nicht alle Forde= rungen vertreten hat, die der Verband Breußischer Polizeibeamten in lebereinstimmung mit dem DBB. aufgestellt, aber daß Roth sich bemüht habe, das beste Ergebnis zu erzielen. Es wird schließlich bedauert, daß. man diese Tätigkeit von Roth in öffentlichen Auseinandersetzungen kritisiert habe und gefordert, daß man Vorforge treffen solle, um die Wiederholung solcher Vorkommnisse zu vermeiden. Zu der grundsätzlichen Frage, ob die Vertreter des DBB. in den Parlamenten auch die Forderungen der Beamten organisationen zu vertreten haben, ist nicht Stellung genommen worden. Ein„, diamantenes" Ehepaar. Am 25. Oktober feiert das Ehepaar August und Auguste Fied das feltene Fest der diamantenen Hochzeit. Der Mann ist 85, die Frau 80 Jahre alt. Das Ehepaar, das in Berlin- Wittenau wohnt, ist noch außerordentlich rüſtig. war lange Jahre Angestellter beim Wasserwerk in Tegel.: Volksbühne Theater am Bülowplatz 8 Uhr Th. in der Lützowstr Kurt 9209. 8 Uhr Restaurant 196 L. M. Lommel August Lux in der Posse Der lebende, Runxendorf Friederike Leichnam Mufit von Franz Lebar Käthe Dorsch Richard Sauber Silbe Börner Bespermann Arnstaedt Diegelmann Dora Reg Limburg Kaiser- Tig Die Kaffe ist den ganzen Tag geöffnet. Telephon: Zentrum 378 u. 9393 Für 50. Pfennige 14 große Varieté- Aftraktionen Heute abend 8 Uhr: Walhalla Theater! Weinbergsweg 20 Reichshailen- theater Abends Theater am Schiffbauerdamm 8 Uhr Die Drei- GraschenOper Thalia- Theater 8 Uhr: Schneider Wibbels Auferstehung Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr GAS Th. am Schiffbauerdamm Täglich& Uhr auf Welle 0.5" Huttenstraße 26 Rundfunk hörer Arbeiterverkehrslokal babe Preise Planetarium am Zoo Variang. Joachimsthaler Straß Noll. 1578 16 Uhr: Der Sternhimmel im Herbst 18 Uhr Erde und Weltenraum. 20 Uhr: Der Einfluß d. Gestirne ( Volksglaube und Wissenschaft). Theater Bier- Quelle 3m Park von Sanssouci angefahren Hohenzollernvoi rechte in Potsdam. Der Part von Sanssouci in Potsdam ist im allgemei für den Fahrverfehr gesperrt. Ausnahmen werden doch gemacht, wenn es sich um Anlieger oder sonstige Interessen handelt. Auch der Antike Tempel gilt in diesem Sinne ein Grundstück, das mit dem Kraftwagen aufgesucht werden fa wenn es sich um Mitglieder des ehemaligen König hauses handelt. Als am Mittwoch der Kraftwagen des frühe Kronprinzen den Weg zum Antiken Tempel passierte, wurde Frau Marie Daubitz aus der Borgwaldstraße 61 in Berlin von Auto angefahren, tam zu Fall und erlitt einen Armbruch. Man hört zum erstenmal, daß die Mitglieder des Hauses Ho zollern im Park von Sanssouci Borrechte genießen, die den ande Automobilisten versagt sind. Warum eigentlich? Jubiläum des Reichsarbeitsministeriums. Die Funk- Stunde in Berlin wird am Dienstag, d 30. Oftober, die Feier des zehnjährigen Bestehe des Reichsarbeitsministeriums, die im Festsaal Reichsarbeitsministeriums stattfindet, auf ihren Sender nehmen. Die Festrede hält Reichsarbeitsminister Wissell. Uebertragung findet vormittags 11 Uhr statt. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und gegend.( Nachdr. verb.) Fortbestand der herrschenden Witter weiterhin mild. Für Deutschland: Keine wesentliche Uender Berantwortlich für die Redaktion: Eugen Brager, Berlin: Anzeigen: Th. 6 Berlin. Berlag: Borwärts Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts bruderei und Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW 68. Lindenstra Bierzu 1 Beilage Chlorodont befeiligt üblen Wandgerué Gute warme Kilde häßlich gefärbten Zahnbe WALFISCH Jeden Abend: Münzler- Konzer Köpenicker Str., Ecke Engeluter Siphons, Liter 60 Pf., frei Haus! Eigene Kühlanlage! Richard Reiss G. u. F. Schüler, Restaurant ( G.F.198 Kais.- Aug- Allee, Ecke Sömmeringstraße Verkehrslokal aller Werktätigen Trümpers Bierstuben Flensburger Str. 3 Verkehrslokal der Partei, des Reichsbanners und der Gewerkschaften. in der Stadt Zur Sturmecke Remmandantenstr. 57 Dönh. 919. 8 Uhr Die Drei- Groschen- Freitag zum 500. Mal Krüger, Hussitenstr.34 Oper Paulsen, Valetti, Ander, Gerron, Schaufuß, Kühl, Lenja. Telephon: Norden 1141 u.281 Spiel i im Schloß ( Ecke Scheringstr.) Anekdote von Franz Molnar, Verkehrslokal der Partei, Reichsbanner Regie Eugen Robert und Gewerkschaften [ G. F. 166 Schröder, Licho, Esch- Jallet Die organisierte Arbeiterschaft Thiem, Roth Sonnt. ochm. 3 Deutsches Theater Theater des Westens Steffiner Sänger Zum 75. Male; ,, Traumbilder's V. Maysel Dazu das andere wundervolle Oktober- Programm Nachm. halbe Preise, valles Progr. Dönhoti Brett'1: Varieté, Tanz, Stimmung! Anfang Uhr. Sonntags 5 Uhr Komische Oper 84 James- Klein- Revue: Tausend nackte Frauen!! Die große Revue der ,, Frelen Liebe" Parkett nur 4,50 Mk. Saltenburg- Bühnen Dts. Künstler- Th. 8 Uhr: Die Herzogin Lustspielhaus Täglich 8 Uhr Arm wie eine Norden 12310 Vorverkauf verkehrt bei Moskauer jüd. Alfred Krüger akad. Theater auch im Pavillon d Letzte 6 Vorstelig. Reinhardtbühnen, Kui fürstendamin, Ecke Uhlandstraße Heute und morgen 8 Uhr; Bismarck 448 u. 449. Die Nacht auf dem 8 Uhr, Ende gegen 11 Die Verbrecher Schauspiel von FerdinandBruckner alten Markt HALLER- REVUE Kammerspiele Schön und Norden 12 310 84, U. Ende nach 10 ..Ehen werden im Himmel geschlossen!" Komödie vonWalter Hasenclever 99 schick" fh. im Admiralspalast Täglich 8 Uhr 4 Sonntag 2 vorstellungen 3 Ubr u. 814 Uhr. NachPutlitzstr. 10. IG.F.193 Swinemünder Gesellschaftshaus Neuer Inhaber, neu renoviert Säle frei! Casino- Festsäle Pappelallee 15 Säle bis 500 Personen Vereinszimmer[ G.F.194 Die Komödie mags die ganze Vor- Gute Küche, Hausschlächtorei. Billige Preise. Bismarck, 2414/7516 81 Ende 11 Uhr Eltern und Kinder Komödie stellg. zu halban Preisen R ose- Theater TREFF Gr.Frankfurter St.132 der organis.Arbeiterscha.t 8 Uhr von Bernard Shaw 8 D.Verschwender Ernst Heiles, Wirtshaus von Chicago Kirchenmaus Zum Pferdemarkt Oner. von Emmerich Kalman Lessing- Theater 8 Uhr Alb. Bassermann, Lucle Mannheim Kerr Lamberthier" Drama von Louis Verneuil. Barnowsky- Bühnen E. v. Thellman, J. Riemann, R. Müller, Mation Berisch Theater am Nollendorfplatz Täglich 8 Uhr Schwarzwaldmädel! Operette in 3 Akten Tn. Koniggrätz. t. Sonnabend 24 Uhr Täglich&, Uhr Das neugierige Sternlein Der rote General Sonntag 14 Uhr Sonntag, 28. 10. vorm. 11 Uhr. Matinee Dr. Egon Friedell Komodienhaus Heute geschlossen! Die Fledermaus. Kleines Theater Täglich 8 Uhr: Max Adalbert in Theatera.KottbusserTor Trianon- Th. Der Dickkopf Kottbusser Str. 6 Tel.. Moritzpl. 16077 Täglich 8 Uhr, auch Sonntags nachm. 3 Uhr( ermäß. Preise) Elite Sänger mit 63 Silberne ..Putti Hochzeit u. einem toll. Lebensbild Schwank Volkspreise: 1.00 b. 2 00 M., Logen 2,50 Täglich 8, Uhr Skandal um Oily Erika Glassner, Heinz Saliner Sonntag 4 Uhr:' Schneeweißehen und Rosenrot Rundfunk hörer halbe Preise Sandrock, Landa, Sterler, Sikla.. Thalia- Theater Dresdener Str. 72-7 . Uhr Schneider Wibbels Auferstehung Henckels, Grodtczinski. Gustav Janicke[ G. F. 214 Weißensee, Schönstraße Gute Küche erstklassige Getränke Prenzlauer Allee 239[ G.F.164 Wirtshaus Treffpunkt Hugo Rochhaus Reinickendorf- Ost, Residenzstr. 156. Angenehmer Familienaufenthalt Ab 1. Okt.: Thüringer Hausschlächterei. AECHTES Bier- Quelle GROTERJAN MALZBIER GROTER AN DAS ALKOHOLARME STARKBIER Ein herber, würziger Trunk. Erfrischt und belebt, aber beredscht nicht. Stimmung vorm. Alb. Bletz Heiligegelsisir.52, Breitestr.27, Neue Promenade 4 Warschauer Straße 55( Edie Revaler Straße) Cut gepflegte Biere. Erstkl. Weißbier RESTAURANT 66 „ MUNZHOF" Münzstr. Ecke Dragonerstr. Warme Küche Gut gepflegte Biere Ab 1 Uhr mittaus Konzert S Willi Busse Willi Busse& Co. Will Busse Großdestilation Weinhandlung, Likörfabrik Turmstraße 62 Zum Kleinen Gewerkschaftshaus Stettfuer Straße 52( G.P.155 Verkehrslokal der Partei, Reichsbanner und Arbeitersportler Familienheim Restaurations- und Fleischereibetriebe Gotzkowskystraße 23 Hutienstraße 2-3 Verkehrslokal de Reichsbanners Richard Klos Lichtenberg[ G.F Rupprechtstr., Ecke Eitels PAUL KROLL Gas- Apparat N. 65, Utrechter Straße 21 Verkehrslokal der( G.F.154 jeder Art auf Teltzahlg. in 10 Monatst zu den Beding. d.Berliner Städt. Gaswe organisierten Arbeiterschatt Richard Luw Schönhauser Festsäle T Schönhauser Allee 129 ( Nähe Bahnhof Nordring) Fernsprecher Vin ta 2457 Keibelstraße 12( 0 E3 Königstadt 5403 E2 Kupfergrab Bahnhofsrestaurant Säle für Vereine( GF% Wittenau- Nordbahnh und Familienfestlichkeiten Deutsche [ B.21 Richard Schulze( o Vereinslokal der SP Campfifischereigesellschaft Krumbed ,, Nordsee" Brunnenstraße 62 Reinickendorfer Str. 47 Humb. 9927/28 Moabit 8761 Täglich frische Seefische Räucherwaren, Fischkonserven Lebende Aale und Flußiische Beste Ware Billigste Preise Sportrestauran Karlshorst am Bahnhof [ G. F Verkehrslokal der organisierten Arbeitersch Wilhelm Mahnkopf Steffiner Fleisch- Albert Maal Carmen- Sylva- Straße 123 ( Ecke Greifenhagener Straße) Verkehrs'okal der organisierten Arbeiterschaft Verkehrslokal der Partei u. des Reichsbanners Wilhelm Burg Prenzlauer Al'ee 189 G. F. 161 Verkehrslokal für Gewerkschaftler und Genossen der 19. Abteilung L. Prondzinski Grünthaler Straße 65 und [ G.F. 65 Wurstzentrale Invalidenstraße 130 Gustav Tempels Bierhaus [ J32 Gudrunstr. 7: Am Zentralfriedhof Prenzlauer Allee 232 TREFF aller Werktätigen IG.F Zur Alten Mün Prenzlauer Alles Ecke garder Treff Bierhaus der organis. Arbeitersch [ G.J.212 Berlin- Panko Wilhelm Brunntaj.212 Mühleneck, Mühlenstraße Lichtenberg, Tärrschmidtstr. 40 2 Verbandskegelbahn Verkehrslokal der organisierten Arbeiterschaft [ G.F.3] Max Kühn �Beilage Donncrsfag, 25. Oktober 1928, CH SivÄbmd SfinlnulQnä« jiJUi l£*i>äsA Ich gehe zum Arzt! OKK.-Leute und Privatpatienten. Zur Beruhigung für alle, die es angeht, sei vorweg bemerkt. daß es sich bei diesem Beitrag am eine Groteske handelt. Zu der Wirklichkeit sahen die Vinge ganz anders aus. Zeder Kassenpatient wird uns bestätigen, daß er noch niemals einen Unterschied in der Behandlung bemerkt hat. Aur die OKK.-Lcule stehen bei den Kasienärzten genau die- selben Empsangsräume wie für alle anderen Besucher zur Verfügung. Die Sasienkronken brauchen uiemal» stunden- laug zu warten, sie sitzen nicht in lieblos eingerichteten Zicbenzimmern. ihnen werden keine zerschlisseneu und he- schmutzten Zeitschristen ans den Tisch gelegt, wer andere Ersahrungen gemacht hat, der melde sich! Ich suhlte mich heute furchtbar elend. Kopfschmerzen hatte ich, daß ich glaubte, dos Weltende wäre da. Im Rücken hatte ich ein Stechen, als würden 20 Stilett« olle zwei Minuten mich durchbohren, so sehr juckte mich mein Fell. Aus der Brust hatte ich Krämpfe. Da ich in der OKK. bin, wie man im Aeichen der Telegramm« zur Ortskrankenkoise fegt, ging ich zu einem sehr vornehmen Arzt, der zwei Sprechzimmer hat. Eines für die Privatpatienten, das sind solche, die besonders große Rechnungen bekommen. In dkdsem Wartezimmer ist alles sehr vornehm eingerichtet. Perser- teppiche(wie echt imitiert) aus Düren im Rheinland liegen auf dem Fußboden. Alte Oelgemäld« zieren die Wand. Auch solch« der neuesten Richtung, die ober olle verkehrt ausgehängt sind, was ober noch nie jemand bemerkt hat. Klubsossel sind da. Die neuesten Mode- und Sportzeitschriften. Wenn die abgegriffen und schmutzig sind, kommen sie in das Wartezimmer für die O k a k a l« u t e, was(siehe oben) keine wilden OitasrikoiA-r und keine Menschenfresser sind, sondern Leute. die jede Woche oder jeden Monat als Beitrag für die Okaka ver- fchiedene Mark abgezogen bekommen, und denen der Arzt nicht solch große Rechnungen schreiben kann, wie den Leuten, die im Privat- Wartezimmer sitzen. Da ich so klug bin und furchtbar« Schmerzen im Kops. Rücken. Brust und Bauch hatte und aus dem linken Fuß hinkte, und schnell dran kommen wollte, hatte ich meinen besten Sonntagsanzug, wie nach Motz gearbeitet, von der Stange herunter, angezogen, meinen letzten sauberen Stehumlegekragen um den chals geknöpft, bin zum Arzt gegangen. Hab« geklingelt und dem Mädchen, das mir öfsnet«, schnell und energisch gesagt:„Bitte... privat!" Und richtig Hot sie mich in das vornehm« Privatwartezimmer geführt. Beim Vorbeigehen an dem Okako-Wortezimmer sah ich. daß Wahl 40 Leute darinnen saßen. Einige hotten sich einen Spiritus- iochcr mitgebracht, um sich ihr Mittagessen zu kochen. Si« saßen auch schon seit 8 Uhr früh da und es war bereits nachmittags 4 Uhr. ?llso«ine sehr berechtigte Maßnahme. Sie mußten auch so lange warten, weil der cherr Doktor mehrere Mol« zu Privatpatienten gerufen wurde. So zu Frau Kommerzienrat Meyer(der beste Kunde van Herrn Doktor) die Migräne hatte. Von der Migräne der Frau Kommerzienrat hatte sich der Herr Doktor seinen �-DS-Daimler kaufen können. Da mußten die 40 Leute der Okaka schon warten. Im Privatwartezimmer saß ich ganz ollein.' Ich wollte mich eben niedersetzen, da kam schon der Herr Doktor, Wachte e-n« tiefe Verbeugung, öffnete mir die Tür zu seinen, OrdinoEonszimmer und fragt« teilnahmsvoll, was mir fehle. " Ich sagte ihn, und zeigte ihm jede Stelle die mir wehe tot. Und er untersuchte mich so gründlich, daß dos Klapsen und Aus- horchen über eine Stunde dauerte. Mich dauerten nur die armen 40 Okakaleute drüben im primitiven Wartezimmer. Dann gab mir der Herr Doktor«inen langen Zettel mit vielen Arzneien, die ich in der Apotheke kaufen fällte, riet mir an. ja diel-'S Jahr zur Erholung nach Scheoeningen ins Seebad zu geheu. Im Paioithotel wohne man glänzend. Rur 40 Mark würde es am Tag mit Pension kosten. Ich rechnet« still für mich nach, ob das ginge, bei 150 Mark monatlichem Einkommen. Als ich mich wieder angezogen hott«, verlongt« der Herr Doktor 80 Mark für die Unt«rsuchung. Ich zag meinen Schein von der O r l s k r a n t« n k a j je hervor. Ich habe schon viel Leute in Wut gesehen. Ihr Gesicht wurde rat wie ein gekochter Krebs. Ihre Stimme Überschlug sich. Aber so was von Wut wie beim vorher so freundlichen Herrn Doktor hob« ich nicht gesehen. Erst glaubte ich. er bekomme einen Erstickungsansall und wollte schon«inen anderen Doktor,«inen Kollegen, zu Hilfe herbei- zuphonieren. Er wollte mir nämlich etwas sagen, brachte aber kein Wort heraus. Ich diagnostiziert« auf Lungenblutung, so s«hr verfärbte sich der liebe fyur Doktor. Ich wollte ihm. wie man es bei Kindern tut. wenn sie Keuchhusten haben, zu seiner Erleichterung aus den Rücken klopfen. Da kam ich ober schön an. Der vorher so liebenswürdige Herr Doktor boxte mir«ine vor d-e Brust, daß ich gegen die Tür flog. Dabei scheint es ihm wieder besser geworden zu sein. Er fand sogar die Sprache wieder. Aber was für«in« Sprache. So laut hat nie ein Earuio gesungen, wie der Herr Doktor brüllte. Es klang wie ein Wogner-Abend im Radio, in den 2ö Rückkopplex dazwischen funken. „So eine Gemeinheit, so eine Hochstapelei, ist mir Noch nicht vorgekommen!" schrie der Herr Doktor. Und damit packt« er mich und warf mich aus dem Ordinotions- zimmer hinaus. Er rief mir nach nach. ..Okakaleute in meinem Wartezimmer für vornehme Leute." Als ich über den Gang wankte und hinkte hatten die Okakaleute das Wortezimmer geöffnet. Es waren mittlerweil« noch meiner Schätzung 90 geworden. 40 standen mindest Spalier auf dem Gong, um mich Spießruten laufen zu lasten. Um mich van dem Schreck zu erholen, ging ich in ein gegen- iiberliegendes Eafe. Ich wollte sehen wie lange der Herr Doktor zur Untersuchung der 90 Okakaleute brauche.,. E» war gerade ein Viertel nach 5 Uhr nachmittag?,' da ich mir den Kasse« bestellt«. Ich zog ein Blatt Papier heraus und machte jedesmal einen Strich wenn ein Okokamann oder eine Okakofrau aus der Villa des Herrn Doktor auf die Straß« trat. Um 7 Uhr hatte ich 87 Untersuchungen konstatiert. Ich war über diese rasche Abfertigung hocherfreut. Sie war mir Beweis dafür, wie gesund doch das arbeitende Volk fein muß, wenn ein Doktor so rasch 87 Lohn- und Gehalts- «mpfänger, Okakaleute, untersuchen, und Rezepte für si« heraus- schreiben kann.>laxel. Das Schönheitsmittel. Ein Erlebnis im Wartezimmer.„ Das Wartezimmer eines Arztes im Norden der Stadt Berlin, dicht am Bahnhof Gesundbrunnen. Ein aller Sanitätsrot wallet dort feines Amtes, wegen seiner Tüchtigkeit und Gewissenhaftigkeit allgemein geachtet und geschätzt. Das Wartezimmer, wie so viele kahl und schmucklos, zum Brechen voll. An den Wänden verstreut einige billige Farbendruckbilder. Am Tische ein Blumen- strauß mit welken Blumen, um den. wohl infolge der Wärme, schläs- rige Fliegen summen. Verspäteter Sommer im Herbst. Die lachende Sonne giöt sich olle Mühe, die Gesichter im Wortezimmer freundlicher zu machen. Vergebens. Am offenen Fenster«ine ältere Frau, deren Blick gelongweilt über die Straße gleitet, um an dem Zeiger der gegenüberliegenden Normaluhr haften zu bleiben, der absolut nicht von der Stell« will. Von der Straße dringen die Töne eines Leierkastens ins Zimmer, verschiedene Wirkungen auslösend. Was die Sonne nicht vermochte, der Macht der Musik gelingt es. Ein junges Mädchen wiegt sich im Takte, ein anderes begleitet mit leisem, rhythmischem Klopfen auf den Tisch die Melodie. Ein junger Arbeiter betrachtet mit besorgten Blicken die Spitzen seiner defekten Schuhe, wohrschein- lich überlegt er, ob sich eine Reparatur noch lohnt, oder ob neu« von Nöten sind. Ein älterer Herr zerknittert zu wiederHollen Malen nervös seinen Krankenschein zwischen den Fingern, um ihn ebenso oft gleich wieder zu glätten. Alles Typen, wie man sie täglich in jedem Wartezimmer sehen kann. Abgespannte, müde, von der Arbeit zermürbte Gesichter. Tödliche Langeweile, aus allen Ecken heroorkriegend, bleischwer aus den Gemütern lastend. Das Warten, oft Stunden andauernd, wird zur Qual, man kann unter diesen Umständen die Dankbarkeit ermessen, die einen Glücklichen erfüllen muß, der außerhalb der Reihe vor- gelassen wird. Denn es kommt vor, daß irgendein sehr elliger Patient sich an den Kreis der vor ihm besindlichen Hilfesuchenden mit der Bitte wendet, ihm den Vortritt zu überlassen, da er noch dringende Besorgung«» zu machen hätte. Die Frau sei krank, die Kinder ohne Aussicht, und was dergleichen einleuchtende Gründe mehr sind. In den meisten Fällen wird, zur Ehre der Berliner sei es gesagt, dieser Bitte ohne irgend welche» nennenswerten Wider- spruch entsprochen. Nun ist der Mensch nie schöner, als wenn er von Mitleid und Teilnahme erfüllt ist, die Hcrzensgüte verklart das Antlitz auch des häßlichsten Menschen. So hatte ich vor einigen Tagen, als ich ebenfalls den Arzt aufsuchte, Gelegenheit, folgende kleine Episode zu beobachten. Ein schwer o st h m a l e i d c n d e r älterer Herr steigt mühsam die Treppen zum Arzt empor, völlig erschöpft wirft er sich im Wartezimmer, schwer nach Luft schnappend, in einen glücklicherweise noch leerstehenden Stuhl. Krampfhaft zitternd zieht er sein Taschentuch, um sich den Angst- schweiß van dem erdfahlen Gesichte zu wischen. Eine einfache Arbeiterin beobachtet verstohlen und voll Teilnahme den röchelnden, nach Atem ringenden Patienten. Eine Weile Ucber- legung und kurz entschlossen richtet sie an die übrigen Anwesenden die Bitte, diesen Herrn doch vorzulassen. Knurrend protestiert ein ziemlich brutal und robust aussehender Schlächtermeister mit den Worten, er hätte ebenfalls keine Zeit, und da könne ja jeder kommen usw. Das kleine resolute Mädel macht eine energische Geste und öffnet, ohne den Protest zu beachten, hilfsbereit die Tür zum Arzte. Der Leidende selbst war. wohl infolge innerer Be- wegung oder auch wegen Luftmongels, im Augenblick nicht im- stände, zu danken. Zuerst Verblüffung, dann aber brach s p o n- taner Beifall aus, woran sich hauptsächlich die anwesenden Frauen demonstratto beteiligten. Dos kleine Fräulein war ordcnt- lich hübsch geworden, die Augen funkelten vor innerer Freude, sie war urplötzlich zum Gegenstande des allgemeinen Interesses ge- worden. Als der Beifall verstummte, sah man sich noch dem Schlächter um. der aber hotte es vorgezogen, lautlos zu verschwinden Wenn nun die Güte und Hilfsbereitschaft so verschönernd wirkt. soll sie dann nicht dauernd geübt werden. Hoffentlich wird nun die Redaktion des„Abends" nicht wegen unlauteren Wettbewerbs van Fabriken für kosmetische Bedarfsartikel zur Verantwortung gezogen! • Hans Krauseneck. Herr Ober, wo bleibt denn mein Soda? Wien ist die Stadt der Kaffeehäuser. Da» Leben der Wiener spielt sich zu einem beträchtlichen Teil im Kaffeehaus ob. Jetzt ist Streik im Cafe P r ü ck e l, einem großen Lokal Eck« Wollzeile und Ringstraße. Einige Streikbrecher unterstützen den Geschäftsführer, der sich nun als ziemlich rabiat«vweist. Wie«s in dem bestreikten Cafe zugeht, entnehme man dieser Schilderung der Wiener„Arbeiter-Zeitung": So viele Besucher hat das Cafö Prückel schon long« nicht gesellen. Schon kurz nach Mittag waren fast all« Tisch« besetzt. Di« sozialistischen Studenten hatten sich ein Stelldichein ge- geben, sie waren die ersten am Platze. Nicht lange danach kamen die ersten dienstfreien Kellner angerückt, und bald waren nur wenige Plätze frei. Auch Arbeiter im blauen Kittel mit ihren Werkzeugen waren gekonwiwt. Und Sodawasser, Sodawasser, nicht» als Sodawasser sah man aus den Tische« stehe«. Natürlich kann ein Gast allein nicht einen Syphon Sodawasser konsumieren— es wurden meist vier bis sechs Gläser zu einer Flasche verlangt. Und man kann, auch zu sechs, ein« Flasche Soda- «osser im Winter nicht sobald austrinken So zag sich der Kosfee- Hausbesuch dieser Gaste sehr i n d i c L ä n g e. Gegen 3 Uhr ist Rekordbesuch. All« Tisch« sind voll besetzt. Sa «in Geschäft!— denkt wohl«in jeder. Aber die Kellner und den Herrn Geschöitssührer scheint das nicht sonderlich zu freuen. Denn «s wird so seltsam schwül, so eng im Kasfeechaus, man kommt kaum zwischen den Tischen durch. Man stolpert über Bein« und Stühle, und die Gäste wollen doch rasch bedient werden für ihr gutes Geld! Aber warum setzen sich auch alle mitten in den Gang? Es ist zum Teufelholen! Der Herr Ober, der sonst immer so dienst- eifrig lächcll, ist schon ein wenig bleich, denn die Gäste werden immer unbescheidener:„Dos Kursbuch... die Arbeiter» Zeitung... Sodawasser... also was sit denn dos für eine Wirtschaft!" „Hm Schneider, der Geschäftsführer, soll kommen, der Herr Schneider!" tönt«s von allen Seiten. Es dauert nicht lang«, und zwischen den Stühlen windet sich dos ziegenbärtige Männlein hin- durch. Und in dröhnendem Ehar, so herzlich, wie mir möglich, wird er begrüßt von den versanunelten Gästen: „Meck. weck, meck dem Ziegenbock, weck. meck.«eck dem— Schneiderl" Die Frau Kasse« siederft, Hot tapfere Verwandte. Zwar nur sieben Stück, aber unentwegt saßen sie in ihren Logen.„Heut trink' ich zwei Scholen Kaffee!" sagt der«ine.„Dos sit Pflicht jedes anständigen Menschen!" Allzu nobel hoben si« sich nicht angezogen. man will doch schließlich nicht provozieren. Aber nur vom Soda- wosser kann doch die Frau Schwägerin nicht leben. Doch je gedrückter die sieben in ihren zwei Logen sitzen, um so besser sit die Stimmung der Sodowossergöste. Schon fest vielen Stunden ist kein„echter" Gast hereingekommen, nur immer wieder „Freundschaft" tönt es durch den Saal. Und auch dt« Soda- wosiargäsie sind«» keinen Platz mehr. Und als jeder Seff-l von unseren Genossen besetzt war und die vielhundertköpsige Meng« stehend da» Lied der Arbeit im Chor sang, da saßen in zwei Logen sieben Verwandte blickten verlegen in ihr« �itungen und hietten den Atem an, bis das Lied ver- klungen war. Kurz darauf waren sie verschwunden. Es war ihnen plötzlich eingefallen, daß si« dringend zu tun hatten... Einige Gäste ließen sich ein paar Tische zusammenstellen. Plötz- kich stand dort einer auf. die anderen erhoben sich mit ihm und stimmten vierstimmig einen Freihcitschor an. Jetzt bemetkteu sie, daß alle das Arbeitersängerabzeicheu trugen. Als der Gesang be- endet war, wollt« der Beffall kein Ende nehmen, und dazwischen kehrten die lauten Freirndschaftsrufe immer wieder. Es war«in schönes, geregeltes Konzert. Dem Geschäftsführer schien es freilich nicht zu gefallen. Er ging hinaus und holte einen Kriminal- beomten und mehrer« Wachleute herein, die aber nichts zu tun■ bekamen. Denn sie fanden nur ein mit Gästen llollgestopftes Kaffeehaus vor, alles faß ruhig und friedlich an den Tischen, man sprach und las Zeitungen, soweit man si« bekommen kannte. Dos war sehr schwer. Immer wieder wurden die„A r b e i t e r- Z e i- t u n g", das„Kleine B l a t t", der„A b e n d" an allen Ecken und Enden verlangt. Di« Kellner konnten einfach nicht nachkommen. Sie gaben schließlich in dem furchtbar überfüllten Lokal die Arbeit ganz aus und fragten nicht mehr, was man bestellt. Die Bedienung war wirklich miserabel. Kein Wunder, daß der Geschäftsführer so mißmutig herumging. Er mußte sich bekennen, daß er früher mit organisierten Kellnern nie so schlechte Erfahrungen gemacht hat! Die Gäste blieben ja nicht bei solchem schlechten Betrieb. Auch die zähesten nicht. Abg. Ing. Seidel, von ollen neu Kommenden stürmisch bejubelt, ging schließlich auch. Kurz darauf kam der Abg. Zelenka, der mich mit großem Jubel empfangen wurde. Cr fetzte sich neben der Eingangstür in eine Loge und hielt die Po- lizisten scharf im Aug«, die vor und in der Tür standen. Die Sänger stinvnten einen zweiten Chor an und bald daraus«inen dritten. Di« Polizei konnte nichts gegen sie unter- nehmen, weil alles ordentlich und gesittet zuging, aber sie wurde immer nervöser. Ei« Kriminalbeamter in schwarzem Anzug, mit einem Riesen. blech aus der Brust. lief ausgeregt nebeo dem Geschäftsführer im Lokal herum. Immer wieder glaubten die Gäste, daß da endlich einmal ein Kellner komme: und hinter dem ManN im schwarzen Rack. den man für «inen Kellnerrock hielt, rief alles:„Aber Herr Ober, wo bleibt denn mein Soda? Das Kursbuch ljade ich verlangt! Ja, was sit es mit dem Lehmann?(Adreßbuch.) Eine Zigarette will ich! Zahlen! Zahlen!� Es zieht hier, was ist das für eine Wirt- schaft!" Er konnte nichts tun, als sich umdrehen und würdig auf sein Abzeichen deuten. Da stand ein alter Mann aus, ging zu ihm hin und sagt«:„Ist da» aber schön, gehn S', lassen Sie mich's von der Näh' anschau'n, ich seh' nämlich schlechil" Nachdem der Arbetterchar dos Lied der Arbeit angestimmt hatte und ausnahmslos oll« Amoe forden aufstanden und mitsangen — auch ein paar stadibekannt«„Geheime" nahmen ihre speckigen Hüte ab und standen auf, was groß« Heiterkeit hervorrief—, wurde der Geschäftsführer ganz nervös. Er wünschte sich schon seit langem nicht» anderes, als daß die Sperrstunde schon da sein solle, und da er da» vor lauter Aufregung nicht abwarten konnte, gab er plötzlich, noch vor sech» Uhr, den Austrog, das Lokal zu räumen und zuzusperren. Wachleute forderten die Gast« höflich auf, wegzugehen— es war ihnen wohl sanderbar zumute, daß sie hier wie Kellner austreten mußten—, und nachdem«s noch zu einigen nützlichen Diskussionen mit den wenigen Verteidigern der Streik» brecher gekommen mar. oerließ Abg. Zelenka mit den letzten Gästen das Lokal. Alle riefen den zurückbleibenden Kellnern und dem -Herrn Geschäftsführer Schneider ein herzliches„Aus Wiedersehen!" zu. Das Cfasä Prückel hatte viele neue Stamm- gaste gewonnen. Die Tür wurde verfperrt, die Wache sperrte den Platz vor dem Kaffeehaus ab. bald oerlöschten auch die Lichter im Lokal. Giganten der Landstraße k Ein Rennfahrer- Roman von André Reuze. Übersetzt von F. A. Angermayer ( 25. Fortsetzung.) ,, Benn Sie alles wissen wollen," fuhr Ravenelle fort, finde idy's ja burchaus menschlich begreiflich, daß Sie die Intereffen Ihrer Chefs mahren, die Sie, wenn auch oft sehr mager, dafür bezahlen!. Nur bitte ich Sie: Bleiben wir dann auch auf rein geschäftlichem Boden! Stimmen Sie nicht immer wieder Ihre Flöte, um das Hohelied des Sports zu pfeifen! Ich kenne diese Melodie! Sie flingt reichlich falsch! Hoch lebe der Sport, der die Herzen durchdringt und die Seele erhebt! Und was ist Ihr Sport? Ich sehe Sie in jeder Etappenstadt hinter zahllosen Wein flaschen sigen oder abends nach Art von Matrojen, die an Land gehen, einen Luftbummel machen!.. Sie leben doch alle davon, baß Sie den anderen Menschen den Sport preisen! Was würden Gie aber zu einem Prediger fagen, der von feiner Kanzel herabstiege und sich mit Freudenmädchen vergnügte?" ,, Das ist unsere Privatsache und geht Sie nichts an, Herr RaBenelle!" unterbrach ihn Chouron. Ich bin schon fertig, Herr Kommiffär! Darf ich Ihnen ein Stüd von diesem ausgezeichneten Ziegenfäse reichen?" ,, Ein verfluchter Kerl, biefer Ravenelle! Wenn der mal anfängt, lohnt es wenigstens der Mühe!" lenkte nun Chouron, freundlicher merbend, mieber ein. Sabornin schien die Debatte fortsetzen zu wollen, doch von braußen flang wilder Lärm in die Gaststube. Beifall tobte. Schreie stiegen durch die Luft. Crouffe mar foeben, mit dem Schauspieler Grivel aus Rantes, in der Kontrolle angelangt. Seine Knöchel waren bandagiert. Sein rechtes Bein war ganz verbunden. Auf seinem staubbedeckten Geficht fah man große Blutfruften. Er verproviantierte sich und bat um Kognal. Der Beifall war ihm gleichgültig. Man war an sein fiets lachendes Gesicht so gewöhnt, daß man ihn faft nicht mehr er fannt hätte. Mit schmerzhaft verzogenem Antlig fuhr er gleidh wieder weiter. ..Na." fagte Chouron und flopfte Ravenelle auf die Schulter. Ist das etwa nicht schön?" Herrlich sogar," sagte Ravenelle tief ergriffen ,,, und dennoch... mie grausam und jämmerlich!" Crousse bog eben im 35er Tempo um die Ede und verlor ben müden Gribel vom Hinterrad. Beiter ging die tolle Reise. Städte, Dörfer und Einöden wechselten miteinander ab. Eben noch hatte die herrliche Plantanenallee in Berpignan die Fahrer in ihre fühlenden Arme genommen, als sie schon wieder über endlos schlechte Landstraßen des Hérault zaften und alle Steuertünfte anwandten, um die riesigen Löcher, die von den schweren Weinfarren herrührten, zu vermeiden. Nach der abwechslungsreichen Gebirgslandschaft machte die ftaubige Ebene, die nur ganz selten einmal einen Blizzblid auf das Schieferblaue Mittelmeer zuließ, die Aufgabe der Fahrer noch eintöniger und erschöpfender. Irgendwo faßen Sigeuner am Weg, unbeweglich wie Siour. indianer, und starrten den Fahrern nach, die wie sie von der Land straße lebten. Eben hatte man die Crau durchfahren, eine treidemeiße, steinbedeckte Bitste. 3npreffen und Eukalyptusbäume standen am Beg. Manchmal sah es aus, als jei eine Landschaft der asiatischen Türkei durch eine Naturkatastrophe hierher verpflanzt worden. In den Dörfern sprangen die Fahrer in die steinernen Brunnenträge, um die schmerzenden Füße, die brennenden Echenfel und die fiebernden Rörper zu fühlen. Bom Kopf bis zu den Füßen tropfend, schmutzig und staubverflebt, fuhren sie dann wieder auf die sonnengeblendete Straße hinaus, deren grauenhafte Eintönigfeit nur vom Zirpen der Grillen unterbrochen wurde. Dragoni hatte nur ein Menschenfresserlächeln, als aber italienische Landsleute am Begrand auftauchten und vor Begeisterung Luftfprünge machten, zog er einen Spurt an, um den großen Argentero zu überholen, in dessen Schatten er schon seit Jahren mit brennendem Reid dahinfuhr. Jest maren sie in Nizza, und die Begleiter waren froh, nur noch fiebzig Ueberlebende überwachen zu müssen. Der Sieg Dragonis in der neunten Etappe hatte das Gesamtergebnis ebenfomenig berührt, wie die Siege von Mirralès in Perpignan und Gamba- Tatorés in Toulon. Chevillard, der wieder etwas zurückgefallen war, lag jetzt elf Minuten hinter Argentero. Bierhundertelf Kilometer lang ist die Etappe von Berpignan nach Zoulon. Und jeder einzelne Kilometer mar erbarmingslos von der niederfengenden Sonne in Glut getaucht. Wie Ungeziefer mimmelten auf dieser Strecke die Motorräder, bie Beiwagen, die Pferdegefährte und die Autoomnibusie, die mie eine Horde Ver. rüdter dahinfuhren. Abgefallene Fahrer fanden hier den Weg notommen verstopft und fonnten nur unter Lebensgefahr, von Autorädern und Kotflügeln gestreift, einen Durchschlupf finden. Kein Wunder, daß die armen Teufel, vom Staub und Benzingestant halberstickt, den behäbig grinsenden Chauffeuren oft Flüche zu riefen. Auf dem Gefälle nad) Ciotat und La Seyne trugen noch rabjahrende matrosen und laftwagenfahrende Familien, die auf Sesseln saßen und dem ganzen Tohuwabohu gemütlich zujahen, zur allgemeinen Verwirrung bet. Copyright by Büchergilde Gutenberg, Berlin budy einen Epor Demo Ber Der t eine bemu Die t egte Bart über 23 0 feine oder went fann fre noch im Rennen lagen, hatten sie meistens die Etappen nicht in der vorgeschriebenen Zeit boendet. Am Abend ihrer Ankunft in Rizza hatte Ravenelle Maingun ins Kontrolcafé am Massena- Platz geführt. Schon lange habe ich Ihnen versprochen, daß wir den obersten 3eitnehmer, Herrn Grignasse, bei seiner Arbeit beobachten wollen. Jetzt ist gerade eine sehr günstige Gelegenheit. Kommen Sie!" Obwohl es erst halb zwölf war, sah man nur sehr wenig Gäste im Lotal Der Maler, der bisher immer nur in der Winterhauptfaifon in Nizza gewesen war. munderte sich auf Schritt und Tritt über die vielen geschlossenen Läden und Restaurants. Myrtil und Fourcade, die ihre Fahrer vor dem Schlafen. gehen noch massiert hatten, jaßen in einer Ede, tranten Bier und spielten Schach. Ein Mensch, der eine große fohlgrüne Müze aufhotte, sah ihnen über die Schulter zu. Ihnen gegenüber der Zeitnehmer Grignaffe. Eine Reihe Unentmegter, die unbedingt das genaue Resultat wissen wollten, umftand ihn. Bor ihm lagen sorgfältig geführte Hefte offen auf dem Tisch, daneben lagen Blei stifte und ein großer, Chronometer. no beif viel Bor fab nid Bor teile Arb Gai mu cin leta lid dan auf SURe erit 208 eine und ihr Sie Die лос geg 10 ban bei gab die B 13u Un ton eur Ju Der abe me ein Ital gar ,, Sie tennen dach menigstens dem Namen nach meinen Freund Gun Mainguy?" fragte Ravenelle und stellte Maingun Herrn Grignaffe vor. Der amtliche Zeits nehmer lächelte und sagte: ,, Aber natürlich, Herr Ravenelle!... Der Ruf Ihres Freundes ist sogar bis zu mir gebrungen und wir haben nicht jedes Jahr das Bergnügen, die Akademie der schönen Stünfte in der Rundfahrt vertreten zu sehen!.. Bitte, fetzen Sie sich! Links die Literatur, rechts die Malerei! Auf diese Weise bin ich mirtlich fabelhaft umrahmt!" Städte, Dörfer und Einöden wechselten miteinander ab. Borbist hingegen näherte fich Baboureur bedrohlich und lag an pierter Stelle, während der wieder start aufgefommene Blanc Mesnil jetzt Fünfter vor Mirralès mar. Seit ihrem Sturz in den Bergen waren auch Crousse und Majotte zurückgefallen. Hoffnungslos, aber mit unbeugjamer Willenstraft, fuhr Tampier fein Rennen meiter, verbesserte aber doch immer wieder feine Pofition, menn einer seiner Bordermänner aufgab. Ein Kollektiowahnsinn schien alle gepackt zu haben, und Maingun schloß die Augen und erwartete jeden Moment irgendeinen Zusammenstoß. Nun fuhren fie längs des Meeres, dessen reine Bläue ihrer stabbrennenden Augen graujam zu spotten schien, über Hyères, Sankt Raphael und Cannes dem palmenstolzen Nizza 311. Obmohl das Feld feit Baŋomme erheblich dezimiert worden war, bot es immerhin noch einen eindrucksvollen Anblick. Jetzt, wo es zwischen blühenden Lorbeerhecken dahinglitt, sah es wie ein farben freudiges Blumenbeet zwischen zmei rosafarbenen Bändern aus. Hundertzmeiundachtzig Kilometer ebene Strede find dem Erfinder der Rundfahrt zu menig. Darum legte er, als fleine Extratour, in der Etappe non Toulon nach Nizza, noch die Kleinigkeit von hundert Kilometer Bergftrede ein, die von Escarène über den Enfpelgipfel nach Mentone und Monato führt. Bier Tage nady Ueberminbung der Byrenäenmälle hatten sich jetzt die Fahrer mit den pen zu meffen! Doch meder in ben bretonischen Ebenen noch im Bastenland hatten die Fahrer so unter der Gluthize zu leiden wie jest in den Serpentinen des sieilansteigenben Braus- Bergs Biele stiegen ab und führten mit gefentiem Stopf mühselig ihre Räder bergauf. Einige fanten in den Staub, fuhren aber, nachdem sie den Durst geftillt hatten, wieder weiter. Sturzverlegungen, Furuntel, Kniegeschwülste, Magenfrämpfe und Gelenffteifheit hatten die Gruppe der Kanonen gelichtet. Die armen Touristen" schieden einfach automatisch aus. Soweit jie Bor den Ruinen des Caftillon- Schloffes, die auf einem hohen, zerflüfteten Felfen thronen, Hatidhte eine Rompagnie Alpenjäger Argentero, Dragoni und Chevillard Beifall zu. Mit ihren gelben, meergrünen und azurblauen Trikots bildeten diese drei en stolzes Kleeblatt, dem die übrigen Fahrer in den Bergen nicht mehr zu folgen vermochten. In Mentone warfen ihnen glutäugige junge Mädchen Kußhände zu, und in Monato flatschten jogar die weiß behelmten Schuhleute Beifall. Ohne den Kopf zu bewegen, fuhr Chevillard an ihnen vorbei, während Argentero unit Pathos grüßte. in Sein Glazkopf war rund wie eine Wassermelone. Er trug Brillen. ,, Tja, meine Herren, ich muß marten!... Meine Bücher find Ordnung! Es fehlen mir nur noch drei Fahrer." Er warf einen Blid auf seine Uhr: Elf Uhr achtunddreißig!... Benn diese drei in fünfundpierzig Minuten und 12 Gefunden nicht hier find zum Einschreiben, schließe ich die Kontrolle und streiche ( Fortsetzung folgt.) sie aus dem Rennen." WAS DER TAG BRINGT. Der wiederhergestellte Fingerabdruck, Einer mürttembergischen Polizeinerwaltung ging eines Tages ein anonymer Brief zu, der auf der Rüdseite des Umschlages einen Fingerabbrud des Schreibers enthielt. Er mar jedoch mit Feder firidhen mit einer Tinte gleicher Art überfahren. Der Schreiber richtete an die Polizei die höhnische Aufforderung, ihn nun trogdem an Hand des Fingerabdruds zu ermitteln. Die Entfernung der Tintenverschmierung gestaltete sich um so schwieriger, als man die Tinte auflösen mußte, ohne daß der Fingerabdruc 3erstört würde. Wie das Archiv für Kriminologie mitteilt, tit dem württembergischen Landespolizeiamit, nach langwierigen Bemühungen, durch die Bermendung gewiffer Chemikalien, dieses Der Schreiber des anonymen Meisterstüc tatsächlich gelungen. Briefes tonnte zwar nicht ermittelt werden. Einen Erfolg hatten die Feststellungen des Fingerabdrucs aber doch: mehrere verdäch tige Personen wurden auf diese Weise entlastet. Englische Eisenbahnpolitik. Während die Deutsche Reichsbahn, um ihre Einnahmen zu steigern, die Tarife erhöht hat, ist man in England zu demselben 3med den umgefehrten Weg gegangen: Man hat die Tarife gesenkt, und zwar mit dem durchschlagenden Erfolge, daß in dem am 27. September endenden Vierteljahr 6 Millionen Pfund Sterling mehr eingenommen wurden als in der gleichen Periode des Jahres 1927! Die ermäßigten Fahrpreise haben nämlich bewirkt, daß die Reiseluft im Publikum durch diese Maßnahmen erheblich gefördert morden ist. Bildungshunger der Eskimos. Die Estimos zintlifieren sich immer mehr. Kürzlich wollten sie einen Zahnarzt haben, jaht tommt die Melbung, daß zum ersten Male zwei junge Estimos aus der tieferen Bolargegend, mit ihrem Lokalfoftüm" befleidet, nach Beterborough in der Provinz Ontario gegangen find, um dort die höhere Schule zu besuchen. Ein eigenartiger Fall von Atavismus. gegen und reißt diefe nach furzer Zeit wieder mit Händen und Sähiten von dem Körper herunter. Wie eine Pflegerin erzählt, ift es ein trauriger Anblick, dieses hübsche, träftige Kind wie ein wildes Tier in einem Käfig gehalten zu sehen; es gebe aber fein anderes Mittel, um es in einem Raume festzuhalten. FUNK UNDAM ABEND Dounerstag. 25. Oktober. Berlin. 16.00 Lothar Brieger: Vortragsreile Meisterwerke als Spiegel der Volks kultur. II.: Tizian und Venedig. 16.30 Karl Emil Franzos( zum 80. Geburtstag) Einleitende Worte: Leo Hirsch. Leseproben aus ,, Der Pojaz"( Walter Fried). 17.00 Klavierstücke. 17.00 Klav 17.30 1. Jan Vitasek: Rondo B- Dur. 2. Antoni Beqvyrovsky: Rondo- Poto nu fu Cer au ber m bie tei 4. am itu 21 20 naise. 3. Erwin Schulhoffe Suite Nr. 11. Preludio Melodia Toccatina Pastorale Gigue. 4. Erwin Schoff: Aus den,.Ciuq Etudes de Jazz": Tango, Blues. Toccato über den Shimmy Kitten on the Keys von Zez Contrey.( Erwin Schulheff. Flügel.) Geistliche und weltliche Lieder aus alter Zeit 1. All mein Gedanken, Lochheimer Liederbuch 1432.- 2. Conterfey ciner ehr- und tugendsamen Jungfrau( 1200). 3. Ph. E. Bach: Der Phönix. 4. A. de Hife um 1240: Madchenlied. 5. Von der edlen Musika( Augsburger Tafelkonfekt) 6. Gte Nacht( Ständchen vom Mittelrhein). Anita Greve rlaniburg. Alt. Ami Flügel: Bruno SeidlerWinkler.) 18.30 Ob.- Ing. Slegirled Hartmann: Elektrische Schnellbahnen vor fünfondzwanzig Jahren und heute." 19-00 Mineralische Robwaren ihr Einfluß auf das Werden der Völker und der Gewerbe." III.: Das Eisen. 19.25 Hans- Bredow- Schule, Geschichte; Geh. Reg.- Rat Proi. Dr. Hans Delbrücks ..Bilder aus der deutschen Vergangenheit"( IV). 20.00 Dr. Monty Jacobs: Einleitung zu Michael Kohlhaas". Anschließend: Michael Kohlhaas". Hörspiel nach der Movelle von Heinrick von Kleist von Arnolt Bronnen. Regie: Alfred Braun. Michael Kohlhaass Eugen Klopfer. Berliner Funkorchester. Königswusterhausen. 16 00 Dr. O. Lange: Werkstoffkunde für die Schule. Die Armenbehörde in dem Londoner Vorort Willesben hat fich Anschließend bis 00.30: Tanzmusik. Kapelle Kermbach. an das britische Gesundheitsministerium mit der Bitte gewandt, aus ihrem Kinderheim ein hübsches und fräftiges Mädchen im Alter von drei Jahren zu nehmen, an dem sich ein vollkommener Atanismus, eine Rückkehr zum Tierzuftanbe, offenbart. Das Kind ist in seinen Gewohnheiten vollkommen ein fleines Tier. Es friecht auf allen Bieren in der Hürde herum, die man für das Mädchen angefertigt hat und bulbet feinerlei Kleidung an sich. Sobald man versucht, ihr irgendwelche Kleidung anzuziehen, mehrt es fich da Ab 20-00 Uebertragung von Berlin, 16.30 Vizepräsident Geh. Reg.- Rat Dr. Hausmann: Was muß jeder Staats bürger von der Staatsverwaltung wissen?( III). 17.00 Uebertragung des Nachmittagskonzerts Berlin. 18.00 Maximillan Müller- Jabusch: Weltpolitische Stunde. 18.30 Gertrud van Eyseren, Cesar Mario Alfieri: Spanisch für Fortgeschrittene 18.55 Prof. Dr. Seedorf: Albrecht Daniel Thaer. 19.20 Dipl.- Hdl. Dr. Hans Wieg: Der Kaufmann and dio Banken( VII). B ba De fa to 80 Di 35 Arbeitersportler, her zu uns! Die Majfenbeteiligung der bundestreuen Arbeitersportler am Sonntag bei der Kundgebung der Sozialdemokratischen Bartet läßt uch für Berlin wieder die Hoffnung auf den Arbeitersport als einen der Pfeiler der modernen Arbeiterbewegung aufleben. Unsere Sportler auch mit den politischen Zielen und Zweden der Sozial Demokratischen Partei bekannt und vertraut zu machen, dient die Berbewoche. Bir dürfen nicht ,, wilde" Organisationen schaffen wie Der fommunistische Sportverein Fichte", bei dem noch nicht 10 Proz. einer erwachsenen Mitglieder der Partei angehören.„ Klaffenbewußte Unorganisierte", das ist so das Menschenmaterial, mit dem bie kommunistischen Barteiſportſetretäre am liebsten egerzieren. Den legten Mann aus den Arbeitersportvereinen der Sozialdemokratischen Bartei zuzuführen, ist das Ziel, das uns vorschwebt. Jedes Mitglied über 18 Jahre muß ein Kämpfer für unsere Partei sein. Genau wie für die Partei gearbeitet wird, muß auch für den Borwärts geworben werden. Jeder Verein verlangt, daß feine Veranstaltungen, Sizungen, Uebungsabende im„ Borwärts" oder im Abend" veröffentlicht werden. Behe dem Redakteur, wenn er aus Blagmangel nicht alle Bereinsangelegenheiten bringen fann. Aber haben sich schon alle Arbeitersportler freigemacht von der bürgerlichen Breffe? Je Jugend und Arbeitersport Mein Junge darf teinen Sport betreiben, das fehlte gerade Solche noch. Wenn er jo halbnadend herumtollt, fann er sich nur Kranfheiten zuziehen." mit solchen oder ähnlichen Ausreden verbieten viele Eltern ihren Kindern die Ausübung des Sportes. Borurteile fann man mir bedauern. Manche Eltern scheinen es nicht zu wiffen aber wollen es nicht missen, welche gesundheitlichen Borteile der Sport bietet, und doch müßten schon um dieser Vorteile wegen alle Bedenken fallen. Der Arbeitersport ist nur ein Mittel zu dem zwed, die Arbeiterklasse in der Gesamtheit zu stärken und elastisch zu machen. Geist und Körper müssen harmonisch miteinander arbeiten, eins muß das andere ergänzen. Die Leibesübungen sollen dem Arbeiter cine ständige Kraftquelle sein, aus der er im Interesse des Pro: letariats immer neue Energie schöpfen soll. Die Jugend zu förperlidh gefunden und geistesfrischen Klaffentämpfern zu erziehen, die dann mit dem durch das Kraftgefühl ausgelöften Selbstvertrauen, auf eigene Kraft und Stärte bauend, den Kampf um wahres Menschentum unbeirrbar und mit doppeltem Eifer führen kann, das erstrebt der Arbeitersport. und darum muß unsere Jugend uns gehören! Mit diesem Mahnruf werben wir bei euch, ihr Eltern. Bir müffen eine starke Jugend haben, die voll und ganz weiß, was sie zu tun und zu lassen hat. Seht euch im Leben um! Mit Schrecken werdet ihr bemerken, wie mit Hochdrud auf gegnerischer Seite mit dem Biele gearbeitet wird, die Jugend zu ihren Zweden zu mißbrauchen. Die Bedenken, die ihr noch hegt, müßten da unbedingt fallen. Und noch eins: Se früher die Jugend in den Rahmen des Ganzen eingegliedert und mit dem Geifte der Arbeiterbemegung erfüllt wird, um a fchneller geht der Bormarsch der Arbeiterklasse! Denn bann bleibt uns die Zeit und die Kraft erspart, die mühevolle Are beit erft bei den Erwachsenen zu beginnen. Bas uns an die Auf gabe mit besonderer Freude und Energie herangehen läßt, das ist die Tatsache, daß wir der Jugend stets vor Augen halten fönnen: Was wir tun und ihr mit uns schafft, das ist der Bau eurer eigenen Butunft. Der Gestaltung einer befferen Zukunft gilt unfer Streben. Und je mehr, je früher und je intensiver ihr euch um das Werden der tommenden Gesellschaft fümmert, um so mehr werdet ihr den Weg eurem eigenen Nugen fürzen. Wahl ist die Arbeit an unserer Jugend schmer, aufopferungsvoll, aber sie ist bitter notwendig und Derlangt Liebe, Geduld, Wahrheit und Begeisterung. Das darf uns aber nicht verdrießen. Unermüdlich müffen wir um unsere Jugend berben. Es darf kein Abseitsstehen geben, sondern alle müffen mit eingefügt werden in die große Kampfgemeinschaft der internatio nalen Arbeiterschaft, die berufen ist, mit aller Macht und Kraft die gonze Welt zu erobern. Rämpfer müssen wir heranbilden! Arbeitersportler fein, heißt kämpfer der Jegt Beit und Kämpfer für den Sozialismus fein. Es wird weiter verdient am Sportpalast! Berlins populäre Sportstätte in der Botsdamer Straße mird nun doch dem Sport erhalten bleiben, wenn auch vorläufig nur für turze Zeit. Die Spanne bis zu der neuerdings auf den 28. No ember anberaumten 3mangsversteigerung wird durch Radrennen ausgefüllt, die Borbereitungen zur Wiederaufnahme des Sportbetriebes find bereits in vollem Gange. Den unausgesetzten Bemühungen des langjährigen Direktors Königsberger ist es gelungen, hierfür Unternehmer mobil zu machen, und da fast alle Schwierig feiten aus dem Wege geräumt find, fann schon in Kürze mit dem Einbau der Hallenradrennbahn begonnen werden. Am 4. November soll schon die Eröffnung stattfinden. Eine Woche später, am 11. November, wird der Sportpalaft Schauplatz eines Dretfunden- Mannschaftsrennens fein, das den Auftakt bildet zum 21. Berliner Sechstagerennen in der 3eit vom 14. bis 20. November. FTGB auch in Lankwitz! Auch die bundestreuen Sporiler und Turner im 12. Beraltungsbezirt( Eteglig usw.) sammeln sich wieder. Gine irzlich abgehaltene Bersammlung in Lanfwig vereinigte alle freunde der Leibesübungen zu einer anregenden Aussprache. Die nwesenden waren sich, darin einig, daß unter den bisherigen Ber: hältniffen gedeihliche Arbeit nicht zu leisten ist. In fängeren Aus führungen fájilberien die anwesenden Bertreter der Freien Turner. haft Groß- Berlin den Aufbau und die Drganisation dieses Zentrals bereins, der zurzeit der größte Bundesverein des ALSB. ist. Man ritt bann zur Gründung eines Bezirts der FIGS. Die an ließenbe Bezirksversammlung nahm sofort die Wahl fämtlicher Suntsionäre vor. Die wichtigsten Posten der Bezirksfunktionäre fonnten von alten bewährten Bundesgenoffen besetzt werden, so daß bie Gewähr für eine gute Fortentwidlung des neuen Bezirts Lant big gegeben ist. Ueber 50 Reuaufnahmen wurden fofort voll ogen! Die Arbeiterschaft des 12. Verwaltungsbezirts hat nunmehr Gelegenheit, Leibesübungen innerhalb einer Organisation zu treiben, die dem Arbeiter- Turn- und Sportbund angehört. Alle Anfragen find zu richten an Fritz Schulte, Berlin: Lantwizz, Siedlung Marienfelder Straße, Haus 5. Der Bezirk antimiz unterhält vorläufig folgende Abteilungen: Kinder Montag H größer der Lefertreis des Bormärts" ist, um so beffer fann die Beitung ausgebaut werden. Der Borwärts ist unabhängig vom Großfapital, er bekommt feine finanziellen Unterstützungen auswärtiger Regierungen. Trotzdem ist der Borwärts das Blatt der Arbeitersportler Berlins. Selbst die Rote Blatt der Arbeitersportler Berlins. Selbst die Rote Fahne" und ihre Ableger haben sich bisher vergeblich bemüht, einen jogenannten Sportteil zu pflegen. Erst heute, am Donnerstag, bringt die ,, Rote Fahne" einen furzen, nichtsjagenden Bericht über den sogenannten ,, Kreistag" der tommunistischen Sportler, der bereits am Sonntag stattfand. Wer also von den Abonnenten der „ Roten Fahne" über die Geschehnisse im Arbeitersport unterrichtet sein will, ist gezwungen, die kommunistischen Montags- und Abendblätter besonders zu kaufen. Geschrei, Geschimpfe, Abdrud meterlanger Resolutionen, Behinderung aller positiven Arbeit: das ist das Eintreten der Kommunisten und ihrer Bresse für den Arbeitersport! An alle diejenigen aber, die den Arbeitersport als einen bedeutungsvollen Faftor in der Arbeiterbewegung ansehen, ergeht der Ruf: Werdet Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei, abonniert den ,, Borwäris"! ARBEITER FUSSBALL Spiele am Sonntag. Troj des am Sonntag stattfindenden Kreistages werden die fälligen Serienspiele doch ausgetragen. In Branden burg, dem Tagungsort des Kreistages, herrscht sogar Hochbetrieb. Die I. und II. Mannschaft spielen gegen die gleichen von Luckenwalde I. Werden die Brandenburger auch hier wieder den Sieg vor dem Schlußpfiff in der Tasche haben? Woltersdorf 10 erhält ebenfalls Luckenwalder Besuch. Die fünfte Abteilung der Luckenwalder Turner fährt mit zwei Mannschaften zum Sportklub 1910. Ruhlsdorf fährt nach Karow zur dortigen Abteilung der Freien Turnerschaft Groß- Berlin. Auf dem Sportplay stehen sich Lichtenberg I und Zudenwalde II gegenüber. Es wird hier einen schweren Kampf um die Punkte und auch zugleich um die Führungo der Abteilung B geben. Gelten doch diese beiden Mannschaften als die spielstärksten in der Abteilung. Luckenwalde III hat die Moabiter zu Gast. Wird es den Luckenwaldern hier ebenso ergehen wie am letzten Sonntag? Hertha hat gegen Rathenom einen schweren Stand, zumal die Rathenomer den Vorteil des eigenen Playzes haben. In Weißensee stehen sich die neugegründete Abteilung Beißensee und Neukölln gegenüber. II. Klasse Abteilung A: Butab gegen Reinickendorf somie Bader- Brig gegen Werder in Spandau. Jüterbog gegen Ranu- Union in Jüterbog. Treuenbriegen gegen Kloster Zinna in Treuenbriegen. Abteilung B: Brandenburg Altersmannund Donnerstag 18-20 Uhr, Jugend, Frauen und Männer Montagschaft gegen Cladow I sowie Brandenburg 3 gegen Rathenom 3 in und Donnerstag 20-22 Uhr. Alle Abteilungen turnen in der Brandenburg a. d. Havel. Turnhalle der 16. Gemeindeschule, Berlin- Lantwiß, Seydligstraße. Sportlerinnen in Velten. Die Treffahrt der FTGB. Die Freie Turnerschaft Groß- Berlin veranstaltet am Sonntag. 28. Ottober, die diesjährige Ireffahrt aller Frauen und Jungmädchen. Bis 13 Uhr treffen alle Abteilungen auf dem Gemeindesportplatz in Belten, Germendorfer Straße, ein. Auf dem Sportplay finden gemeinsame Freiübungen, Spiele, Boltstänze und humoristische Stafetten statt, so daß jede einzelne Teilnehmerin beschäftigt wird und außerdem sich nach eigenem Geschmack betätigen fann. Um 15 Uhr findet der gemeinsame Abmarsch in Gestalt eines eft 3uges durch Belten ftatt, an welchem fich auch die Freie Turnerschaft Belten" vollzählig beteiligt. Die gemeinsame Raffre tafel in Grunoms Hotel, Belten, Wilhelmstraße 19, leitet hinüber zum anschließenden geselligen, zwanglofen Beijammensein. Ernste und heitere Vorträge, turnerische und gymnastische Vorführungen, sowie Gesangsvorträge werden das reichhaltige Programm ausfüllen. Die einzelnen Abteilungen haben außer den Spielgeräten ( Bälle usw.) alle Abteilungsfahnen und Bezirksfahnen mitzubringen! An der Treffahrt beteiligen fich die Frauen und Jungmädchen aller Turn, Sport, Spiel- und Wassersport( Ruder, Ranu, Schwimm-) Abteilungen! Abbau der Meisterschaften im ATSB.? Der Bundesspielausschuß für Handballspiele im Arbeiter. Turne und Sportband befaßte fich in seiner letzten Sigung mit diesem Thema. Die Meinungen gingen dahin, daß ein Abbau der Handballmeisterschaftsspiele zweierlei Gründen stattfinden soll, und zwar um den ideellen Wert der Spiele zu heben und wegen der hohen Kosten. Die Ansichten darüber verdichteten sich zu folgendem Beschluß: Alle Bundesmeisterschaftsspiele für Frauen werden abgeschafft. Die Bundesmeister schaftsspiele für Männer werden abgebaut bis auf die Handball bundesmeisterschaft. Den Kreisen und Verbänden bieibt es unbenommen, Kreis- bzw. Berbandsmeisterschaften auszutragen. Sollten die Kreishandballspieler auf ihrer 1929 fälligen Tagung diesem Beschluß beitreten, erhält er Rechtstraft. Internationale Boxwettkämpfe in Zürich. Die Bortommiffion des Schweizer Arbeiter Turnund Sportverbandes hatte zur Eröffnungsveranstaltung der diesjährigen Borsaison ein vorzügliches Programm aufgeftelt. Neben drei nationalen Sämpfen sollten drei internotionale Treffen stattfinden, zu denen gewonnen waren im Schwergewicht Reesberg( Riga), Arbeiterolympiasieger von 1925 und lettischer Meister, und der finnische Schwergewichtsmeister Lagström( Helsingfors). Leider mußte diese Begegnung ausfallen wegen Erkrankung Don Larström während der Seefahrt. Beide Gegner zeigten nur ein Schufbogen über eine Runde, das beiderseits hervorragende technische Fähigkeiten verriet. Im Weltergewicht trat der Franzose Andre Lemercier( Paris), der den Titel: Champion de la Marne" führt, gegen den Schmeizer Meister Dietiter an. leber zwei Runden hielt Lemercier den Kampf unentschieden, um in der dritten Runde, in der ihm Dietiter hart zufegte, freiwidig aufzugeben. Im Mittelgericht wurde der französische Meister B. Duffolier( Romilly) dem Schweizer Meister Altdorfer( 3ürich) nicht ernstlich gefährlich und blieb in jeder Runde unterlegen. Die Züricher Stadthalle war wäh rend der Kämpfe mit 2000 Zuschauern überfüllt. Kegler- Städtekampf Berlin- Magdeburg. Eine Auswahlmannschaft des Gaues Berlin entfendet der Freie Reglerbund Deutschlands Sonntag, 28. Ottober, nach Magdeburg, um gegen die dortige repräsentative Städtemannfchaft einen Kampf auf Bohle und Asphalt auszutragen. Das Treffen geht über 50 Kugeln pro Bahnart= 100 Kugeln pro Kegler. Auf beiden Seiten ftarten 10 Sporttegler. Da jede Mannschaft über sehr gute Kräfte verfügt, wird der Kampf sehr spannend und hart marden. Bu gleicher Zeit findet ein Schau- und Berbekegeln zur Förderung des Regelsports als Voltssport und Leibesübung statt. Freie Arbeiter Schachnereinigung Groß- Berlin, Abteilung webbing. Freitag, 26. Oftober, ab 20 1hr mirb im otat Hein, Bantitraße 80, ber Spielbetrieb eröffnet. Gäste milfommen. Arbeiter- Schachfub Siemenstadt. Heute, Donnerstag, 20 Uhr, Berbenersammlung in Lafal von Heffe, Siemensstraße 26. Bortrag über: Barum muß der Arbeiter und Angesteute Schach spielen? Schachtpieler find jeden ponnerstag gern gesehen. Nichtfpieler werden unentgeltlich ausgebildet. Kinderturnwarte der JIGB. Sonntag, 28. November, früh 9 Uhr, in der Turnhalle Brinzenstraße Generalprobe aller mit wirfenben Rinder zum 4. November. Les muß erscheinen. Srelsjugendausschuß des 1. Kreifes im Arbeiter- Turn- und Sportbund. Freitag, 26. Oftober, 19% Uhr, findet in der Schule Weinmeisterstraße die Kreisjugendausschußigung statt. Der Streierat; 3. A.: Hamacher. Jugend: Brandenburg gegen Cladow. Rathenow gegen Werder. Trebbin gegen Ruhldorf. Frisch auf gegen Luckenmalde II. Luckenwalde III gegen Treuenbriegen. Luckenwalde V Löwendorf gegen Hertha. Beginn der Spiele der 1. Mannschaften 15 Uhr. Vorher untere Mannschaften. gegen I. # Fußballspieler im 13. Berwaltungsbezirk! Am 20. Dktober wurde im 12. Berwaltungsbezirk ein Fußballklub Froh- Frei" gegründet. Alle bundestreuen Sportler des Bezirks, die den Fußballsport ausüben wollen, melden sich Sonnabends 20 Uhr im Lokal Friz Quandt, Lichterfelde, Hindenburgdamm Ecke Molttestraße. Zur Aufstellung einer Jugendmannschaft werden auch Jugendgenossen aufgenommen. * Arbeiter- Jußballer Moabils! Allen bundestreuen Fußballspielern in Moabit bietet sich in der Freien Fußballvereinigung Groß- Berlin", Abteilung Moabit, gute Spielmöglichkeit. Die Abteilung tagt jeden Freitag, 20 Uhr, bei Hübner, Wilsnacker Straße. * Fußballspieler Neuköllns! Ilm den bundestreuen Fußballspielern auch in Neukölln die Möglichkeit zu geben, ihren Sport zu pflegen, wurde am letzten Sonnabend eine Abteilung der„ Freien Fußballvereinigung Groß- Berlin" gegründet. Schon die Gründungspersammlung hatte einen starten Befuch zu verzeichnen. Wir hoffen, daß alle bundestreuen Fußballspieler sich der Bewegung anschließen merden. Die Sigungen finden vorläufig jeden Freitag, 20 Uhr, bei König, Weserstraße 58. Ecke Wildenbruchstraße, statt. Jußballspieler von Weißensee. Die neugegründete Fußballabteilung tagt von jest ab jeden Freitag, 20 Uhr, im Lotal von Minge, Bundestreue Fußballspieler und Weißenfee, Lothringenstr. 32. Intereffenten find stets willkommen. Diesen Sonntag spielt die 1. Mannschaft gegen Neukölln. Fußballspieler von Zehlendorf und Wannsee. Zur Bildung eines Fußballvereins in Zehlendorf werden bundestreue Fußballspieler sowie Intereffierte aufgefordert, ihre Adressen abzugeben bei: Otto Fehlberg, Zehlendorf, Forststr. 12, Bruno Bietemann, Zehlendorf, Waldhiiterpfad 66, Mar Markow, Wannsee, Schäferstr. 20., Die Gründungssigung findet alsbald statt. Die Sportgruppe im Reichsbunde jüdischer Frontsoldaten hat ihre Geschäftsstelle nach der Burgstraße 26, Zimmer 10, 2 Treppen, nerlegt. Telephon Rorben 8903. Bundesreue Vereine teilen mit: reie Ruberer. Bereinigung 1918. B." Sigung, Freitag, 26. Ottober, 20 Uhr, im Falkensteiner", Faldensteinstr. 49. Mitglieder merden noch aufgendurmien. FIGB. Sportbezirk Dstring". Heute Sallentraining in der Turnhalle des Realgymnasiums an der Farfane, Möllenborfstraße. Beginn 19 Uhr. Soden sowie Sandball- Interesenten erfahren alles Nähere durch Willn Trapel, Berlin D. 112, Kronprinzenstr. 27-28. Die 1. Männer- fowie Frauen Sodenmannschaften spielen am Conning in der Zeit von 131-16 Uhr im Sichtenberger Stadion. Näheres haute auf der Bale. Arbeiter Radfahrer- Berein. Connabend, 27. Oftober, 19 Uhr, Lampion- Tour, Treptom, Selengs Parkschloß, Partstr. 1. Eonntag, 28, Ottober, 13 Uhr, Hirsch willkommen. garten, Wilhelmshof. Start Waldemarstraße Cde Mariannenplag. Gäste Der Abend ist die Spätausgabe des Vorwärts". Das Blatt ist bei den Straßenhändlern, an den Zeitungsfiosken und in den Bahnhofsbuchhandlungen zum Preise von 10 Pi. zu haben. Außerordentlich vorteilhaft ist ein Abonnement des Borwärts", deffen Cefern der Abend" ohne besondere Bergütung ins Haus geliefert wird. Borwärts" und„ Abend", von denen 12 Jammern wöchentlich erscheinen, foffen zujammen nur 85 Pf. die Woche oder 3,60 m. den Monat. wwwwwww wwwwwwwwwwww Jch abonniere den Barmarts"( und die Abendausgabe für Berlin Der Abend") mit den illustrierten Beilagen„ Bolt und Zeit und Kinderireund", sowie den Bei lagen Unterhaltung und Bilfen". Frauenftimine, Technik". Blid in die Büchermelt und Jugend- Bormäris in Groß Berlin täglich frei ins Hous. Rame Wohnung ( Monatlich 3.60 Mr., wöchentlich 85 Big.) Straße Nr.. Born Hof Quergeb. Seitenfl Tr. linfsrechts bei Ausfüllen und einsenden an den Berlag des Vorwärts. Berlin SW 68, Lindenstraße 3. G.F.391 A Geschäfts- Anzeiger Küchen zu Fabrikpreisen von 59.- Mark an Spottbillige Naturküchen Zahlungserleichterung! Küchen- Mescha Schwedenstr. 1 Verlangen Sie nur diese Marke Braunschweigerua Konserven St& lo Tos Stehr& Co BERLIN C. 25 Erhältlich in jedem besseren Lebensmittelgeschäft. Vauha- Senf G. F.61] Saueril( ges. gesch.) G.F. 20 Bezirk Norden- Often. HOMOCORD ELECTRO elektrisch aufgenommen Die Schallplatten des Arbeitersängerbundes Volksbad Lichtenberg nur auf Gomocord- Electro Überall erhältlich! Bezugsquellen weist nach: Der Norden kauft nur Kohler- Brote Das große Landbrot= Das gute M.- K.- Vitaminbrot [ B. 24 vom Berliner Bioch. Verein/ Tel.: Weißensee 100 fiomophon Company Märkischer Fleischkonsum Hermann Pohle [ G. F. 6 Pallisadenstr. 29 Strausberger Str. 34 Speise- und Einmache- Essig Leste& Glupecki, Schönhauser Allee 70c Ede Stargarder Straße Fleisch Wurst [ G. F. 35 Berlin SW68 Alexandrinenstr. 108. Eb' Du einkaufst anderswo Frag stets bei Spar- Radio" 99 Nur Hof rechts Invalidenstr. 116 nicht Keller Anlagen und Teile auf Raten: Herren- Friseur DamenDauerwellen Wasserwellen Modernste Bedienung- Solide Preise SOP + Bandagen Gummistrümpfe Bruchbänder, auch federlos [ R. 32 A. Schröder& Co., Karlstraße 19 Ecke am Großen Schauspielhaus Gebrüder Beisse Für den Herrn Spezialhaus für Hüte u. Herrenartikel kauft man gut und preiswert Hüte, Mützen, Oberhemden, Krawatten, sowie alle modernen Herrenartikel im Spezialgeschäft Paul Menzel[ G.F.203 Köpenick, Schloßstra e 17. 1. Geschäft: Müllerstr. 155 2. 99 3. Chausseestr. 66 Oberschöneweide, Wilhelminenhofstr. 27/28 TR. 35 Brillen- Dase Hartseil, Wäsche- Verleih Weddingplatz, Müllerstraße 174 Prenzlauer Allee 204[ B.8 Für Bruchleiden nur Bruchband ,, Perfectiv" Telephon: Moritzpl. 9: 8.$ 42, Fürstenstr 20 Wäsche aller Art( B. 32 Gute Beschaffenheit, kulante Bedingungen! Liebing- Brot R. 38 Grahambrot nach Vorschrift der Mazdaznalehre 3 Roggenvollkornbrot( Kommißbrot) In allen Geschäften und Reformbäusern erhältlich b 9 3 t Der gute Zahnersatz Plomben, Zahnziehen IG. F. 147 Schrader, Lichtenberg, Prinz- Albert- Str. 1 Sprechstunden: 9-12 und 31-6 Uhr Tel: Lichtenberg 997. Röntgeneinrichtung Spezialgeschäft orthopädischer und no: maler Fußbekleidung. Otto Mewes, Schuhmachermeister Lieferant der ,, Orthopädischen Versorgungsstelle Berlin" Berlin S.14, Kommandantensfr. 55 Fernsprecher: Dönhoff 9980. IG. F. 49 Kauft die anerkannt vorzüglichen Qualitäten der Vereinigten Pommerschen Meiereien 110 Filialen Herren und Knabenbekleidung fertig und nach Maß Winter Paletots/ Ulster/ Anzüge/ Joppen billig Berufsbekleidung für jedes Gewerk Willy Hanka Brunnenstrage 121-122 82TA mi notte gut unübertroffen! Vollständiger Verschluß der BruchMacco- Wäsche KRAUS ist für jeden Berufstätigen die gesündeste. Kein Kältegefühl beim Schwitzen, daher kein Rheuma und keine Erkältung. Kein Filzen, kein Einlaufen in der Wäsche, kein Aufgehen der Nähte oder Maschen, nach jeder Wäsche immer wieder weich wie im Anfang. Kein Kratzen oder Jucken des Körpers. Die Haltbarkeit wird Sie überraschen. Sie werden sich nicht mehr zu jedem Weihnachts- oder Geburtsfeste..Wäsche" wünschen, sondern alle 5, vielleicht alle 10 Jahre Das Gute ist das wirklich Billige Besuchen Sie uns bitte oder schreiben Sie uns. Unser Vertreter besucht Sie unverbindlich. Viele Ihrer Kollegen sind seit Friedenszeiten unsere Kunden. Warum nicht auch Sie? Zahlungsweise nach Ihren Wünschen. Anfertigung nach Maß für jede Figur. Spezialabteilung für Prothesenträger. Bln. S 14, Kommandantenstr. 55 Fernsprecher: Dönhoff 2911 Lieferant sämtlicher Krankenkassen Geg.Vorzeigung d. Annonce 5°, Rabatt Brof- u. Feinbäckerei von K. Petersohn Bandagist Lange Krankenartikel Bandagen orthopädische Apparate medizinische Gerätschaften Lieferant für Behörden und Krankenkassen Eigene Fabrikation Fernruf: Humboldt 1904 BERLIN N54, BRUNNENSTRASSE 166 Rügener Str. 16 Seifen- Haus Heinrich Hamel empfiehlt sein vorzügliches Brot-, Weiß- u. Feingebäck Berlin O. 17, Koppenstr. 71 Parfümerien/ Geschenkartikel Billige Preise! Beste Qualitäten! in allen Stadtteilen Hettmann& Feder, Berlin SW19, Wallstr. 85 Lindow Pharussäle und Bierhallen Emma Weiß, Cöpenick Schloßstraße 7 Großes Lager in sämtlichen Trikofagen-, Woll- und Strickwaren Steter Eingang von Partie waren aller Art Bruchbänder für Deutscher Hof Arthur Kromrey Luckauer Straße 15 Telephon: Moritzplatz 9571 Festsäle von 20-1000 Personen für Hochzeiten, Diners und Vereinsfestlichkeiten.[ R. 23 Sämtliche Hotelzimmer fließend Wasser warm und kalt. Leibbinden, Gummistrümpfe und Plattfub- Und geht einmal das Geld zur Neige Einlagen, Stützkorsetts, Apparate und künstliche Glieder. Eigene Werkstatt im Hause. Bandagist Pollmann. Berlin N 54, Lothringer Str. 60. Lieferant für Krankenkassen und Behörden. Probiert HABA Zimmermann's WURSTCHEN Fleischwerke Zimmermann Tannhausen [ G. F. 159 Lager Berlin Königgrätzerstr. 48 Großwäscherei Urania Monteurkittel Arbeitsblusen Handtücher Bethanienufer 6:: Waldemarstr. 27 Telephon: Moritzpl. 11 550 Warmanns Großbäckerei Hersteller des guien. kräftigen Roggenbrotes, prima Weißware, feinste Konditorware, sehr preiswert. ¡ G.F.70 Eigene Filialen: Eisenbahnstr. 25 Gitschinerstr. 55 Prinzessinnenstr. 19 Alte Ja obstraße, Ecke Ne enburger Straße 34 Alte Jakobstr. 69* Blume: str. 11 Paul- Singer- Str. 16 Annenstr., Ecke Schäferstr. Kommandantenstr. 70 Berlin N 65. Chausses tr. 68. DI, Norden 11149-51 Eisenwaren Es wird kalt! Reise- und Schlafdecken Großer Gelegenheitsposten! pro Stüd 2,40, 2,75 und 2,95 M. kauf auf Kredit bei ARTHUR SCHEIGE G. Scharnau IB. 1 Bin.- Oberschöneweide, Siemensstraße 14. Merken Sie sich bitte: eine Adresse für Ihre Wäsche, es ist die besonders bevorzugte Dampf- Wäscherei Westend Charlottenburg, Wallstraße 22. Telephon: Wilh. 6693 Wir liefern Qualitätsarbeit und sind billig Fleisch billig Willy Miething Friedrichshagen, Friedrichstr. 97 Chauffeeftr. 5 [ B. 39 2 9 C 2 ARD Q836 93 2 b N 65, Müllerstr. 142[ B.7] Hansa 64 Säle für Versammlungen und Vereine bis 1500 Personen fassend 2 In den Bierhallen jeden Abend Unterhaltungsmusi 5 Verbandskegelbahnen vollständ. renovie OPTIK PHOTO Battré 21 ( B.38 Berlin- Weißensee, Berliner Allee 241 Ecke Tassostraße Telephon: Weißensee 284 Lieferant für alle Krankenkassen Zahlungs Berliner Ratskeller Konkurrenzlos! erleichter Bierabteilung Königstr. 15-18 Weinabteilung Künstlerkonzert Vorzügliche Küche Heinrich Falkenberg Wurst Raether& Lamparsky A.-G. [ R. 26 für Obstverwertung Berlin NW 87 gut Berlin NW 87 [ B. 12 Lieferantin von Großbetrieben Elbinger Str. 20 Klappkamera Seha Foto Ra f sehr stabil, Lederbalg 1 m. 1a Aplanat 1: 8 i. Va 6X9 16.-, 9x12 19. Prima 9x12 Kame Triebeinstellung, mesnucher mit Meye Triopian, 4,5 in Vario nur 47.50. jedoch Doppelauszug mit dem er klassigen Steinheil D.- A Unolocal in Vario nur 50,--. Verlang. Sie Liste kostenfrei. Muster unserer Papiere 0 Gegründ Foto- Hühns Chausseestraße 89. Neumann's di 8 L # 1900 16. Trikotagen- Weißwäsche Otto Kneller Eoke Paul- Heyse- Str., Th. Tela Pankow be Gute Qualitäten. Solide Preise. 3107 Kleiderstoffe Seider Samt Wäschestoffe Verkehrslokal der Partel und de Ernst Pompert, Berlin N, Niedrigste Preise. Kopenhagener Straße 3. [ B. 26 Niedrigste Preise. Aufmerksame, beratende Bedienung. Der Weg zu uns lohnt sich. ( B. 14 Reichsbanners( G. F. 205 GERMANIA- PRACHTSALE Die Königstädtische Dampf- Wasch- Anstalt| Möbel- Kamerling CARL RICHTER Berlin N 4, Chausseesir. 110:: Norden 473 u.6080 Säle für Festlichkeiten, Kongresse usw. bis 1200 Personen fassend zu den günstigsten Bedingungen IR. 30 Gute Küche:: Gepflegte Biere: Solide Preise SO 36, Cuvrystraße 1- Mpl. 3618, 8982 [ 30 wäscht gut und preiswert Kastanienallee 56 Ged. Spelfez.. eleg. Schlafz., por derrenz, apart. aschen, Boijte Flur-, Korb- und Nußbanmmab Riefenausw., Spottpr., Zahlungserleihe