Morgenausgabe Лr. 509 iv all und ani A 258 45.Jahrgang: Böchentlich 851 monatlich 3.60 tm voraus zahlbar. Boftbezug 4.32 m. einfchl. Bestellgeld, Auslandsabonne ment 6,-. pro, Monat.. * Der Borwärts" erscheint mochentag lich zweimal, Sonntags und Mentegs einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel Der Abend", Illustrierte Beilagen Bolf und Zeit" und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wissen, Frauen. timme". Technit"," Blid in die Bücherwelt und Jugend- Borwärts en t! g OW ten Gelin 7 Vorwärts Berliner Boltsblatt Sonnabend 27. Oftober 1928 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Die einipal! igt Ronpareillezetle 80 Pfennig. Refiame eile Reichs mart. Aleine Anzeigen das ettge drnate Bort 25 Pfennig( aulasfig ge fettgebrudte Worte), jedes meitere Bort 12 Pfennig. Stenengeluche das erste Wort 15 Bfennig, jedes meitere Bort 10 jennig. Borte über 15 Buchstaben zahlen für zwei Borte. Arbeitsmartt Beile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Linden Straße 3, wochentägl, von 8 bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 bernsprecher: Dönhoff 292-297 Telegramm- Abr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts: Berlag G.m. b. H. Boftschedkonto: Berlin 37 536. Banffonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkasse Lindenstr. 3 Kabinett und Reparationsproblem Die Entlarvung der anderen! Umflich wird mitgeteilt: Für unabhängige Sachverständige. In der Freitagfihung des Reichsfabinetts hat der Reichsminister der Finanzen über die Cage betichtet, welche in der Reparationsfrage durch die bekannte Bereinbarung von Genf und die seither eingetretene Entwidlung eufflanden ist. Das Kabinett ift fich darüber schlüffig geworden, zusammen mit den übrigen beteiligten Regierungen die nötigen Schritte zu tun, um den plan der Einschung einer unabhängigen Sachverständigentommiffion zur endgültigen und vollständigen Regelung der Reparationsfrage zu verwirklichen. Der„ Soz. Pressedienst" bemerkt dazu: Die ötigen Schritte" dürften darin bestehen, daß das Rabinett zunächst in diplomatischen Berhand lungen verschiedene rein technische Fragen zu flären jucht. Go vor allem wann und wo die Kommission zusammen tritt und welche Befugnisse sie hat. Es tommt der Reichsregierung dabei insbesondere- wie das Kommuniqué ausdrücklich hervorhebt auf unabhängige Sachver ständige an; d. h. Finanzsachverständige, die ohne be timmte Bindungen von ihrer Regierung in die Kommission entsandt werden und sich ausschließlich auf Grund des einzusehenden Materials selbständig ihr Urteil bilden jollen. Franzöfifche Wünsche und Hoffnungen Paris, 26. Oftober.( Eigenbericht.) Auf Grund der vorliegenden Informationen scheint es, daß sich bie in Paris erzielte englisch- franzöfifche Einigung in der Reparationsfrage auf rein prinzipielle Gesichtspuntie beschränkt und alle Einzelheiten den bevorstehenden Berbandlungen überlassen sind. Es ist deshalb durchaus abmegig, pon bem Versuch einer Majorisierung Deutschlands zu sprechen. Die Aussichten auf ein baldiges Zusammentreten der Sach verständigenkonferenz sind durch die english- französischen Be Deutschlands Handlungsfreiheit irgendwie beeinträchtigt worden Mer wäre. ten, 049 fr bür.) obin Auch über die 3usammenfeßung der Sachver ständigen fommission sind bisher feine bindenden Beschlüsse gefaßt worden. Alles, mas darüber über die voraussichtliche Höhe der deutschen Gesamtschuld bisher veröffentlicht worden ist, beruht mehr oder weniger auf Kombinationen. Die dafür genannten Zahlen, die lediglich die unverbindliche Meinung der Sachperständigen wiedergeben, bewegen sich zwischen 24 und 32 Milliarden Marf. Die erste Summe entspricht der Meinung der eng lischen Finanz- und Industriellentreise, die von einer allzu hohen Last einen zu starken Anreiz für die deutsche Produktion befürchten; die letzte Summe wird in Paris genannt. Das letzte Wort fann allein in Berlin gesprochen werden. Was die Kommerzialisierung der deutschen Schuld anbetrifft, so hat Frankreich stets nur eine Teil mobilisation gewünscht. Man gibt die Hoffnung auf eine spätere Herabjegung der Schuld an Amerita nicht auf und denkt dann Deutschland nur zum Teil seinerseits daran teilhaben zu laffen und die verbleibenden deutschen Zahlungen für den Wiederaufbau zu benuzen. Die deutsche Induftrie pofitiv" eingestellt, aber für Abwarten. Das Präsidium und der Vorstand des Reichsverbandes der Deutschen Industrie beschäftigten sich mit der Reparationsfrage und sprachen sich dahin aus,„ daß sich Deutsch land, selbstverständlich unter Wahrung seines Standpunktes, positiv zu den kommenden Berhandlungen einstellen müsse". Abzuwarten sei jedoch, welche Vorschläge von der Gegenseite gemacht werden. Amerifas Kapitalisten find bereit". New York, 26. Oftober. Wie dem Bertreter von Wolffs Telegraphischem Bureau aus Banttreisen mitgeteilt wird, verfolgen hiesige Finanzleute den Blan einer Emission von Obligationen in Berbindung mit der Reparationsregelung mit großem Interesses ei jedoch noch verfrüht, den Umfang und den Zeitpunkt der Emission tanische Markt bereit sein, an dem Obligationsproblem tatfräftigst mitzumirten. Räumungsvorbereitungen im Gange.| Gonntag Zeppelin- Rückflug. Zweite Zone vor dem 10. Januar 1929? Die Interalliierte Rheinlandkommission hat wie der Soz. Pressedienst" berichtet sämt liche Pachtverträge und sonstige vertraglichen Ab. machungen in Koblenz gekündigt und trifft alle Ber. atzbereitungen zur Uebersiedlung nach wies. baben. Es liegen auch schon Anweisungen vor, in t belcher Weise die Räumung der zweiten Zane erfolgen jon. Vorgesehen ist die etappenweise militärische Räumung. Eine Ueberführung der Truppen der zweiten Zone in die dritte Zone scheint nach der bisherigen Vorbereitung nicht geplant zu sein. Die neuen Orders der Offiziere sehen Dienst in der Heimat oder in den Kolonien In unterrichteten alliierten Kreisen wird davon gesprochen, daß die zweite Zone bis 10. Januar das wäre ein Jahr vor der vertrag. lichen Frist geräumt sein soll. Ferner wird angenommen, daß die in Genf vereinbarten Kommissionen -пел , 9 U me bor. 1929 Rein Rundflug über Amerika. Lakehurst, 26. Oktober. Beamte der Marinestation teilen mit, daß die LanSungsmannschaften Befehl erhalten haben, sich von Sonntag nachmittag 5 Uhr an bereitzuhalten, um beim Aufstieg des ,, Graf Zeppelin" zur Rückfahrt nach Europa Silfsdienst zu leisten. Dr. Eckener hat den Rundflug, der das Luftschiff über den amerikanischen mittleren Westen führen sollte, end gültig aufgegeben. Das Luftschiff wird zum Rückflug fertiggemacht. Nur zwei Tage noch hre Aufgabe im Frühjahr 1929 beendet haben und noch nichts getan? werden, so dass die Räumung der dritten Zone im Brühsommer 1929 akut werden dürfte. Noch immer farbige Truppenteile. Bon franzöfifcher Seite wird immer wieder darauf hinSepiefen, daß farbige Truppen in geschloffenen Formationen im befeßten Gebiet nicht mehr vermendet merden. Die Biffer der Farbigen ist jerner bis in die jüngste Zeit hinein immer als im unerheblich bezeichnet worden. Demgegenüber wird dem ,, Soz. Pressedienst von unterrichteter Seite mitgeteilt, daß sich die 3iffer berfarbigen Truppen mernoch auf 1300 beläuft. Sie besteht aus rumb 800 namiten, 400 2lgeriern und 50 Maroflanern. Besonders zahlreich befinden sich farbige Truppen in Mainz. Neuerdings nimmt ihre Dahl auch in Trier auffallend start zu. Die angestellten Ermitt Heute ist der letzte Werktag, morgen der letzte Sonntag der Werbewoche! Nützt die Zeit heute im Betrieb, morgen im Freundeskreis! Weitere Lehren vom Boltsbegehren. Von Paul Lobe. Die 1 216 000 Stimmen, die sich unter das Boltsbegehren gegen den Bau von ,, Banzerschiffen und Kreuzern jeder Art" in Deutschland eingetragen haben, bleiben soweit hinter allen Erwartungen zurüd, daß die Ueberrraschung über den Mißerfolg des kommunistischen Feldzuges bei Freund und Feind gleich groß ist. Statt der zehn Prozent, die gesetzlich erforderlich gewesen wären oder statt einer Zahl, die den Enderfolg von 50 Proz. der Wahlberechtigten wenigstens als entfernte Möglichkeit hätte gelten lassen, nicht einmal drei Prozent! Der Fehlschlag übertrifft alle Vermutungen. Er ge= ft attet aber nebenbei einen überaus lehrreichen Einblic in die Struktur der sogenannten Kommunistischen Partei Deutschlands. Wie sehr ihre Erfolge auf dem Schwemmsand der Urteilsunfähigen und politisch Schwankenden aufgebaut waren, zeigt ja schon eine Betrachtung ihrer Wähler bei den legten Abstimmungen in Deutschland. Die Maimahlen 1924 brachten ein bisher höchstes ziffernmäßiges Resultat: 3 746 000 Stimmen. Im Dezember 1924 janten sie schon auf 2 708 000, bei der Wahl zum Reichspräsidenten 1925 gar auf 1800 000 Stimmen, um bei der Reichstagswahl 1928 wieder auf 3 262 000 zu steigen und bei dem Volksbegehren jezt auf 1216 000 zu finden. Demgegenüber halte man sich die Wählerziffern der Sozialdemokratie pon 1871 bis 1912 vor Augen, die gewiß nicht ganz ohne Schwankungen sind, aber doch im ganzen eine regelmäßig aufft eigende Linie zeigen, die erst durch das Frauenwahlrecht und das Auftreten anderer proletarischer Gruppen eine vorübergehende Unregelmäßigkeit erfahren. Die legte Generalprobe der Kommunistischen Partei ge währt deshalb einen tieferen Einblick in die innere Konstruk tion dieser Partei, weil sie zum erstenmal ihre Wählerfchaft ganz auf eigene Füße stellte und ihnen jede Gelegenheit nahm, sich hinter anderen zu versteden wie das bei allgemeinen Wahlen der Fall ist und wie das auch bei dem Don mehreren Parteien ausgegangenen Volksbegehren zur Fürstenabfindung möglich war. Damals hatte jeder kommunist" die Deckung, auch für einen Sozialdemokraten oder einen unzufriedenen Bürger gehalten zu werden. Diese Deckung fehlte diesmal, es galt, den eigenen Mut zu be fennen. Nun wissen wir Sozialdemokraten, welche Schwierigteiten dagegen auf dem flachen Land und in den kleinen Städten bestehen und man kann, um gerecht zu urteilen, den Kommunisten ein volles Drittel weiterer Stimmen zubilligen, also etwa 400 000 zu ihren 1,2 Millionen, die auf dem Lande aus Furcht vor Arbeitgebern nicht abgegeben wurden. Aber auch bei diesem weitherzigen Zugeständnis ist erst die Hälfte der kommunistischen Stimmen vom Mai 1928 erreicht. Bo ist die andere Hälfte geblieben? Wo ist sie befonders geblieben in Berlin, an der Wassertante, in Sachsen, in Mitteldeutschland, in den westlichen Hochburgen" des Kommunismus, wo vom Terror gegen die Ginzeichner teine Rede sein kann. Sind die ausgebliebenen Stimmen teine Gegner des Panzerfreuzerbaus? Sicher sind sie es! Aber sie wagten auch dort nicht, sich öffentlich zu einer Attion zu bekennen, die im wesentlichen von den Kommunisten getragen war und das ist der intereffanteste Schluß auf die Zusammensetzung der Mitläuferschaft der Partei. Es sind räfonnierende Spießer, die Faust in der Tasche ballende Radikalinstis, auch berech tigt Unzufriedene, die immer den Ertreisten die Stimme geben, wenn nichts zu riskieren ist, aber sich sorgsam hinter dem Ofen halten, wenn sie dann ein offenes Bekenntis abgeben sollen. Diese Gruppe bildet, wie sich jetzt herausstellte, einen ganz erheblichen Teil des fommu= nistischen Wählertörpers. Deshalb die sonst unerflärlichen Schwankungen von Abstimmung zu Abstimmung! Faules Fleisch, das sich ansetzt und den Körper viel stärker erscheinen läßt, als er in Wahrheit ist. Jede ertreme Bariei wird gelegentlich solche Elemente anziehen, auch der Sozialdemokratie sind sie zugefloffen, als sie die einzige Oppositionspartei war. Aber daß sie einen so hohen Prozentsaz, daß sie die Hälfte aller Wähler ausmacht bei einer Partei, die fich der besonderen Aktivität und Kraft ihrer Anhänger rühmt, das ist die Enthüllung, die sich aus dem Verhältnis von 3,2 Millionen zu 1,2 Millionen plus 400 000. ge= waltsam Berhinderter ergibt. Der Anteil des Schwemmsandes ist also außerordentlich groß! Die politisch Wertvolleren sind auch von unserem Standpunft aus die 1,25 Millionen mutiger Befenner. Ihnen muß die Intonsequenz ihres Handelns vor Augen geführt werden, besonders in einer Zeit, in der die Leiden der Kommunisten in der Umwälzungsperiode den Verfolgungen der Sozialdemokratie unter dem Sozialistengeleb entgegengestellt werden. Vielleicht findet die folgende Gegenüber spungen, die fehr forgfältig durchgeführt wurden, find mit den fran Holt Mitglieder der Partei! ftellung bei diesen mutigen Berennern einiges Interesse: glifchen Behauptungen über die farbige Truppenverwendung nicht Werbt Leser dem ,, Vorwärts"! hatc aube Cintiang zu bringen, Das demokratische Recht des Boltsbegehrens, das die Kommunisten in der Deutschen Republik als Waffe bemugen ist in Sowjetrußland allen Parteien, auch den tommuxus nistische» Anhängern, verwehrt. Wer ein solches proklamierte, etwa gegen den„Bau von Panzerschiffen und Kreuzern jeder Art", wurde dort ins Gefängnis gesetzt. Die Straßendemonstrationen, welche die Kommunisten zur Unterstützung ihres Volksbegehrens und zu sonstigen Zwecken in der Deutschen Republik veranstalteten, waren nicht nur im sozialistengesetzlichen Deutschland, sondern im gegenwärtigen kommunisiis6)en Rußland allen Parteien untersagt und werden auch den Kommunisten verboten, sobald sie sich gegen die eigene Regierung richten würden. Wer sie verfucht, wird wie Trotzky nach Sibirien transportiert. Die Pressefreiheit, welche die kommunistischen Plakate für das Volksbegehren und ihre saftigen, von Bs- schimpfunaen strotzenden Zeitungsartikel gestattet, waren nicht nur im sozialistengesetzlichen Deutschland, sondern ist auch in Rußland nicht vorhanden. Jede Zeitung, jedes Plakat, das sich vom Standpunkt einer oppositionellen Partei mit den Verhältnissen der Sowjetunion beschäftigen will, wird unter- drückt, ihr Herausgeber und Verfasser ins Gefängnis gesetzt. Klassenbewußte Arbeiter, die sich der Kommunistischen Partei anschließen, benutzen also in Wahrheit die demokra- tischen Rechte der Republik. Redefreiheit, Presiefreiheit, De- monstrationsfreiheit. Volksbegehren zur Herbeiführung eines Zustandes, in dem ihnen alle diese Rechte genommen werden und in dem sie sich von oben kommandieren lasten müssen wie in der seligen Zarenzeit. Ist es nach ollem ein Wunder, daß alle halbe Jahre eine Palastrevolution in ihren Reihen ausbricht, daß alle halbe Jahre die freieren, unabhängigeren, selbstbewußten Elemente an die Luft gesetzt werden und nur die Unterwürfigsten sich sicher fühlen? Das merkwürdig« Volksbegehren ist also nicht nur ein politisches Fiasko ersten Ranges geworden, es gibt auch überaus wertvolle Aufschlüsse über das Wesen einer Partei, die es sonst an Ueberheb- lichkeit mit den allein seligmachenden Kirchen des Mittel- alters aufnimmt. Insofern hat es andere„entlarvt", als es von seinen Urhebern beabsichtigt war. Die„staaispolitische Partei". Der Slaukotter wird deutschnationale Programmforderung. Ein Jahrzehnt lang haben die Deutschnationalen Hände- ringend jede Regierung beschworen,„die spärlichen uns nach dem Umsturz noch verbliebenen Reste von Staatsautorität zu bewahren. Nicht etwa als Parteiforderung, nein, von der hohen Warte ihrer„staatspolitischen Einstellung" aus for- derte die Deutschnationale Partei Stärkung der Be- . amtenautorität und größere Rückfichtslofig- keit in der Anwendung staatlicher Machtmittel. Wohlgemerkt, das galt alles nur, solange diese Verwen- dung nach den Parteiwünschen der Deutschnationalen erfolgte. Run aber schicken sich die Deutschnationalen unter Hugen- bergs Leitung an, stärker denn je Oppositionspartei zu werden. Als Oppositionspartei kommt man leicht mit den Staatsorganen in Konflikt, zumal, wenn man dauernd in Wort und Schrift seinen Anhängern Mißachtung und Auflehnung gegen das heutigeStaatssystem predigt. Aber dann— Bauer, ist's ganz was anderes! Als die Justiz es wagte, die F e m e m ö r d e r der gerechten Strafe zuzuführen, da plötzlich waren„Schandjustrz" und „Bluturteil" die mildesten Ausdrücke der outoritätsfrommen Rechtspresse. Jetzt in K y r i tz das gleiche Bild: Wenn vom Landbund aufgehetztes Agrariervolk das Finanzamt stürmt, dann trägt die Schuld daran nicht die Londbundhetze, sondern die Po- lizei, die das Finanzamt gegen die Horden schützt. In der „Deutschen Tageszeitung" verteidigt der Landbundführer und deutfchnationale Reichstagsabgeordnete Stubben- dorff in einem Leitartikel die Exzedenten. Es lohnt sich, einmal nachzulesen, zu welchen Behauptungen dieser„Bor- kämoser für Staatsautorität" sich versteigt. Herr Stubben- dorff schreibt: Das, was in Kyriß geschehen ist. kann ni6� mit Paragraphen oder Gesetzesbuchstabcn erfaßt»nd beurteilt werden. Die Psyche des Menschen, chr seelischer Zustand muß ergründet werden. Die Schuld an den bedauerlichen Vorkommnissen in Kyritz trifft nicht diejenigen, die sich in ihrer Verzweiflung, gereizt durch die gegen sie eingesetzte preußische Polizei, zu Un- besonnenheiten haben hinreißen lassen, sondern die Schuld an den bedauerlichen Ereignisien In Syritz trifft allein diejenigen, die geglaubt haben, deutschen Dauern mit schwerbewaffneter Polizei entgegentreten zu mästen... Mit den Fingern zeigen wir auf die wahrhaft Schuldigen dieses Londfriedensbruches, auf die sozialistische preußische Regierung, die da glaubt, die Rot der deutschen Landwirtschaft mit bewafsneter preußischer Polizei bekämpfen zu sollen. Wir sind überzeuat, daß Herr Stubbendorff auch im alten Preußen genau die gleichen Ausführungen gemacht hat, wenn streikende Arbeiter oder demonstrie- rende Arbeitslose in einer Großstadt mit der dama- lijjen königlichen Polizei in Konflikt gerieten. Oder gilt da wieder das berühmte grohagrarische„das ist ganz was anderes"? Die richtige Antwort hat Herrn Stubbendorff und der deutschnationalen Presse im Kyritzer Prozeßsaal der Oberwachtmeister P re u ß e r ertellt, der auf die ähnlich ge- stimmten Anzapfungen des Verteidigers Bloch mit schlichter und ungeschminkter Deutlichkeit folgendes erwidert hat: Herr Rechteanwalt, ich habe auch die Zeitungen gelesen, und ich verstehe, worauf Sie hinaus wollen: Wir üben doch den Schutz als staatliche Polizei aus, wir vertraten die Sicherheit de» Staat» und es ist doch sehr traurig, daß Volksgenossen, und be- sonders solche, die sich Führer nennen, sich zu Taten hinreißen lassen durch den Anblick einer Uni- form, die ihnen gerade im Augenblick zu ihrer politischen Einstellung nicht paßte. Wenn die Menge gleich sagt: Die Schupo muß verschwinden und noch durch die Führer unterstützt wird, wird«s(«in Wunder sein, wenn es zu Ausschreitungen kommt. Das Wunder ist aber gewesen, daß unsere Beamten«ine solche Disziplin gewahrt haben. Der Rechtsanwalt Bloch hat sich darauf mit rotem Kopf hingesetzt. In der Tat: Stärker kann eine Partei sich nicht blamieren, die für sich in Ansoruch nimmt, ein besonders starkes Gefühl für Staatsautontät zu haben, deren Parla- mentarier, Organisationsführer und Presse aber gleichzeitig das Recht auf den dümmsten und rohesten Blauroller pro- klamieren! Hetze mit Scharfmachergeld. Eine echt gelbe Hugenberg-Aktion. Die Scharfmacher bereiten einen allgemeinen Feldzug gegen die Gewerkschaften vor. Ein großer Aassperrungs- kämpf droht in der Metallindustrie. Die sogenannten vater» ländischen Verbände, die Deutfchnationale Bolkspartei und die Völkischen stellen sich in den Dienst der Scharfmacher. Sie planen einen großen politischen Hetzfeldzug mitUnternehmergeld gegendieSozialdemo- k r a t i e. Der Brunnen-Verlag, das ist ein deutschnationaler Verlag, in dem die deutschnationalen Werbeschriften er- scheinen, verschickt an die Unternehmer ein Rundschreiben, in dem er eine Propagandoschrift gegen die Sozialdemokratie anpreist. Es heißt in diesem Rundschreiben: „Am 9. November 1S28 jährt sich der Tag der Revo- lution zum zehnten Mal«. Die Sozialistische und Kommunistische Partei haben Beichlüss« gefaßt, aus denen hervorgehl, daß beide Parteien diese Tage in einem großen Rahmen begehen werden. Diesen wohlvorbereiteten Bestrebungen darf die nationale From nicht untätig gegenüberstehen... ?m Einoernehmen mit den Hauptleitungen der nationalen Parteien und der großen nationale« verbände hat Herr Oskar Krüger zum zehnjährigen Jubiläum der Revolution eine Schrift In unserem Verlag erscheinen lassen, um deren Vertrieb alle Kräfte der gesamten vaterländischen Bewegung konzentriert werden sollen. Dies« Schrift, die unter dem Titel„Proletariat, ein deutsches Arbellermanifest zum zehnjährigen Jubiläum der deutschen Republik" erschienen ist, wird von den hervorragendsten Führern der nationalen Bewegung als eines der besten Mittel beurteilt, nicht nur der marxistischen Agitationsflut den erhofften Sieg zu nehmen. sondern dos zehnjährige Jubiläum der Revolution zu einem Pro- pagandaerfolg für dl« vaterländische Sache um- zugestalten. Die Schrift hat insbesondere den Dorteil. daß in schlagkräftiger Weis« in ihr ein ungeheure» Material sachverständig zu- sammengetragen ish Die» vorausgeschickt, bitten wir auch Sie, sich an dem umfassenden Vertrieb dieser Schrift zu beteiligen und auch dort all« irgend«« verfügbaren Geldquelle« zu diese-» Zweck zo- sauuncnzuführcn und die schlagartig« Verbreitung der Schrift unter den arbeitenden Schichten des Volkes beizeiten vorzubereiie»» Da die Herstellung einer weiteren ltzroßauflage der Schrift durch unseren Verlag rechtzeitig vorbereitet sein muß, bitten wir die von Euer Hochwohlgeboren benötigten Exemplar» uns baldmöglichst be- kanntgeben zu wollen. Jeder deutsche Arbeiter und Angestellte muß vor dem S. November ein Exemplar dieser Schrist in den Händen hoben. Auf Wunsch wird gegen Erstattung der Selbstkosten von unserer jetzt zu diesem Zweck eingerichteten versandstelle unter Verschwel- gung des Auftraggebers die Vrofchüre direkt an die uns zu über gebenden Anschristeu versandt." Gleichzeitig mst dieser Schrift werden zwei Schriften von Emil K l o t h und dem Führer der vaterländischen Verbände, Graf v. d. Goltz, angekündigt. Es handelt sich um den Versuch, jenen Feldzujj aus Lüge und Gemeinheit zu wiederholen, der seinerzeit vor der Reichspräsidentenwahl gegen die Sozialdemokratie in Szene gesetzt wurde. Die Methoden sind dieselben, und die Macher sind dieselben. Ein ungeheures Material ä la K u ß m a n n, zusammengestellt von Renegaten der Arbeiter- beweaung, soll mit Unternehmergeldern an Arbeiter und An- gestellten herangebracht werden. Alle irgendwie verfügbaren Geldquellen— d. h der Korruptionsfonds des Scharfmachertums— werden für dieje Propaganda- aktion in Anspruch genommen. Da die Scharfmacher zu feig ' sind, ihre Flagge offen zu zeigen, soll eine neu eingerichtete diskrete Versand stelle verdecken, daß es sich uin eine Scharfmacheraktion handelt. Wir haben derartige Versuche schon erlebt. Mit d e M Geld der Arbeitgebervereinigung sollte scinef» zeit ein großzügiger Propagandaseldzug gegen die Arbeiter schast durchgeführt werden. Die Gelogeber und Drahtzieher dieses Versuches sind seinerzeit entlarvt worden. Sie nehmen ihr unsauberes Geschäft heute wieder auf. Diese Versuche werden immer dann unternommen, wenn große soziale Aus- einanderfetzungen zwischen Unternehmern und Gewerkschaften bevorstehen, und vor allem, wenn die Sozialdemokratie in der Reichsregierung vertreten ist. Man weiß im Unter- nehmerlager sehr wohl, daß man mit der brutalen Scharfe macherparole keine Anhänger im Volke gewinnen kann. Man weiß, daß sich für den Profit der Großionzerne und für die egoistische Jnteressentenpolitik der Unternehmer niemand im Volke begeistert. Man greift deshalb zur Waffe der rer- logenen Hetze und zur Gemeinheit. Die sogenannten nationalen Parteien und nationalen Verbände stellen bei dieser Aktion die HUfstruppen des Scharfmacbertums. Rational fein heißt bei ihnen, unter falscher Flagge verleumde» und hetzen. Das ist die erste große deutfchnationale Aktion, nachdem Hugenberg die Führung der Deutfchnationalen Volks- partei übernommen hat. In feinem Zeichen wird gehetzt Mit Hugenberg gegen den Marxismus für die Scharfmacher. Die Arbeiter und Angestellten wissen jetzt, woran sie sind, wenn ihnen die nationalen Sudelschriften ine Haus flattern, die mit dem Gelde der Unternebmer bezahlt find. die angeblich kein Geld haben, um notwenoige Lohnerhöhun- gen zuzugestehen! Barrikaden für Thälman«. 'Zersplitterung der Arbeiterfront als Ablenkungsmanöver. Nach der katastrophalen Niederlage beim Volksbegehren rufen die Drahtzieher der KPD. schleunigst nach neuen Aktionen, um van ihrer Pleite abzulenken. Die S t ö- rung gewerkschaftlicher Aktionen ist ihnen dazu gerade gut genug. Sie haben m Hamburg mit terroristischen Mitteln«inen wilden Hafenarbeiterstreik inszeniert, sie schreien nach einem wilden Tertllarbeiterstreik. Besonders dieHamburgerAkttvn läßt deutlich er- kennen, daß sie aus parteiaai tatarischen Grün- den unternommen worden ist. Teddy Thälmcmn und seine Leute müssen beweisen, daß sie echte Revolutionäre sind. Deshalb mußten kommunistische Rollkommandos Gewerkschaftler überfallen, die die gewerkschaftliche Disziplin halten, deshalb mußte die„Hamburger Volkszeitung" nach Barrikaden schreien und ein Berbot provozieren? Der Terror gegen Ar- beiter und der Schrei nach Barrikaden, um dahinter eine schmähliche Korruptionsaffäre und eine politische Pleite ersten Ranges zu verbergen. Die Lanze Gewissenlosigkeit der Kommunisten tritt hier zutage. Für sie sind die Arbeiter gut genug, um ihre eigene organisierte Kraft in wilden Streiks zu verzetteln, damit die KPD. damit ihre verlogene Agitation bestreiten kann. Mitten in schweren gewerksckaftlichen Kämpfen versuchen sie, die Arbeiterfront zu zerjolittern. nur um von ihrem eigenen Parteiskandal abzulenken. Die deutsche Arbeiterbewegung ist zu gut dazu, als Objekt für die tollen Rüpelspiele der Kommunisten zu dienen? Di« Hamburger Gewerkjchaften haben chnen die richtige Antwort gegeben. Sic haben die Gegenwehr gegen den Kommunisten- terror organisiert, und die wilde kommunistische Aktion zur Ehrenrettung Thälmanns ist kläglich zusammengebrochen. Es gelingt nichts mehr! 4 Die Thalmänner auf der Leiter. Ueber die Zustände in der Kommunistischen Partei in Hamburg berichtet der„Voltswille": „Der Zufluchtsort der iftechten ist die Wohnung Rita Orthmonns am SIcfansplatz, deshalb besteht auf dem Platz und In den um- liegenden Straßen der„kleine B e l a g e r u n g s z u st a n d". Abend für Abend ist die Wohnung von den Teddyleiiten umstellt. Das Aufgebot beträgt oft bis zu SO Mann. Auch die Westermänner stellen ihre Horchposten auf. In der vergan- gcnen Woche fand bei R. Orthmann eine Fraktionssitzung statt, wobei es den Teddyleuten gelang, einige Teilnehmer sestzu- stellen und zwar dadurch, daß man hinten im Hof eine Leiter anstellte und so bi» zur ersten Etage hinauf kletterte. Man schrieb eine Reihe Namen, auch einige faüche aus, angeblich auch einen Russen, der aber nur in den Hirnen der Parteisekretär« spukt. Durch das Abrutschen der Letter wurde eine weitere Bespitzelung unmöglich. Welche Formen der Kampf ange- nommen hat, ersteht man daraus, daß beide Rich-ungea« i n a n d e r Schläge angeboten haben und sich gegenseitig mit Roll- kommandos des RFB. drohen(!?)." Lord Parmoor wurde einstimmig zum Führer der vberhotls- fraktion der Ladour-Party als Nachfolger des verstorbenen Lord Holdan« gewählt. Wilhelms Schwager als Zirkusreiter. WirV nicht auch ein Ovyun«t' Ungust gesucht?. Varl», 2f>. Oktober.(Vgenkniticht) Zllexamder Zoubtoff, der berühmt« Gatte d«r Prm- zefsin Viktoria von Schaumburg-Lipp« und Schwager de» Exkaisers, bereitet für&•!« Welt und insbesondere für di« Pariser eine neue Ueberroschung vor. Er wird in der fronzösiscl'en Hauptstadt demnächst als Zirkusretter auftreten. Schon oc>r einigen Togen wußte ein Pariser Blait zu berichten, daß Zoudkosi von einem Wonderzirkus in Luxemburg engagiert worden sei. Diese Nachricht wird jetzt bestätigt. Zoubkoff erklärt, er sei früher russischer Kavallerievssizier gewesen, und er werde einen glänzenden Schulreiter abgeben. Im übrigen bezahle die Pr'n- zesstn seinen ganzen Lebensunterhalt, und das kränke ihn. Seit wann? Finis Bavariac! französische Gesandtschast in München telrft abgebaut vlünchen, 26. Oktober.(Eigenbericht,) In München errstiert immer noch ein« auf den Frerswot Boyorn beschränkt« französische Gesandt schast, We.i-N Juli 1920 errichtet wurde und deren gegenwärtiger Deschästströgrr Graf d'Ormesson heißt. AlsNachso'ger des Herrn Dard. dessen Tätigkeit auf eine üble Spiszclwirischast zur Lockerung der Reich»- einheit obztelle, hat d'Ormesson in München niemals eine pvlitiich- diplomatische Rolle gespielt, so daß seine jetzt van Paris gemalt*:« Abberufung sowie die Aushebung dieser völlig über- flüssigen diplomatischen Vertretung nur den Zustand der letzten Jahre legalisieren würde. Die bayerische Regierung ist ollerding» von der Absicht Frankreichs noch nicht in Kenntnis gesetzt. Der Ge- sandte hat vor einigen Wochen einen auf drei Monate berechnete» Urlaub angetreten Was will£e Rond in Ost-Eurspa? Sin kindisches polnisches Dementi. , Warschau, 25. Oktober. Nach Bekanntwerben der Nachricht, daß der französische General L e Rand demnächst in Warschau eintrifft und auch andere osteuropäische Hauptstädte besuchen w>rd, weibetc dt« amtlich« polnische Telegrophen-Agcntur, daß diese« Besuch In Warschau jedenjall»„keinen politischen Ehorat- te r"(!?) haben werde und mit dem palnisch-rumärischen Bündnis in keinem Zusammer-hang stehe. In den politischen Kreisen ist tna" aber der Ansicht, daß der sranzöstsch« General sich über die Durch- führung der seinerzeit getroffenen polnisch- rumänischen Abmachungen und die Einzelheiten des M i l i t ä r b ü n d- n i s s e s zwischen beiden Staaten unterrichten will. Da» Finanzamt Regensburg ist durch Unterschlagung«» des Obersteuerinlpekwrs Legat um rund 114 000 M. geschädigt warben. Der Beamte hatte unmittelbar vor seiner Festnahme in Vab Reichenhall sich durch Selbstmord dem Richter entzogen. AI» unie« Regensburger Blatt seinerzeit die Unterschlagung aufdeckt», such!« die bürgerliche Presse wochenlang den Fall zu oertusllien, da Legat et« nationaler und streng klrchensrommer Man» war. Jetzt gibt das Finanzamt die Unterschlagung in einer össent- lichen Erklärung in vollem Umfange bekannt und betont, daß weiter« Beamte in die Angelegenheit nicht oerwickelt sind. Ar. 509» 45. Iahrgavg Honnabend, 27. Okiober 1928 S)er fflöhepimM im ZMmanerpromeß? Vollständiger Zusammenbruch eines fflauptbelastungsseugen! D«r Äotf�iÄ fdWte at>schli«tz«nd«ms den nichtöftentlichen Vernehmungen der Schüler und jungen Studenten mit, dag sich kein klares Bild aus dielen Verhören ergeben habe. Feststellen lasse sich nur, daß ein Teil der Schüler offenbar sexuell aufgeklärt war. daß enderen Brimanern dagegen die Begriff«„Perversität" und„chomo- sexualität" völlig fNNnd« Dinge gewesen seien. Nach einer kurzen Pause nahm Slaatsanwallschcslsral Rosen- bau« da» wort und mochte die aufsehenerregende Mitteilung, er habe färben»am«mtugericht in Gladbeck dl« Mitteilung erhallen. daß ein Zeug« ermittelt morden sei. der mit 0 ft e n d o r s vor seinem Selbstmord über die Grande zu der Tal gesprochen habe. Er habe den Zeugen auf Sonnabend morgen 9 Uhr geladen, um ihn sofort vernehmen zu können. Zusammenbruch des HauptbelasiungSzeugen? C? wurde dann noch eine Reihe»im Zeugen vernommen, deren Au--agen ohne Bedeutung waren. Sensationell gestaltete sich dann jedoch das Verhör eines der chauptbelastungs- Zeugen, des jehigea Studenten Otto 5? a r f ch, auf dessen Aus- sag« sich die Anklage zum großen Teck stützt und der bei der Haupt- Verhandlung alles da, widerruft, was et vorher der Polizei und dem Untersiichongsrichter miigeteilt hat. Bors.: Herr Zeug«, einleitend ttöckte i6> sie fragen, ob Sic gegen den Angenagten eine Feind- fchols haben? Zeuge: Nicht daß ich wüßte. Vors: Sie haben m Ihrem Protololl vor der Polizei angegeben, daß Sie vor chus- mann«in« jchrerfliche Angst hätten und daß Sie auch später seine Nach« fürchteten, weil er ein äußerst gewalttätiger Mensch sei. Zeuge: Das ist ganz richtig. R.-L. Ruschen: Wie kommt es dann. Herr Zeuge, daß Sie chusmann trotz Ihrer angeblichen Angst vor ihm wiederholt gebeten haben, bei ihm übernachten zu dürfen? Zeuge: To etwas habe ich nie gesagt. R.-A. Ruschen: Das wollen Sie unter A>«m Eid bestreiken. Herr Zeuge, Sie haben dem Untersuchungsrichter selbst zugegeben, daß Sie Husmann oer- schirdentlich baten, bei ihm lästafen zu dürfen, da Sie von Gladbeck bis zu Ihrer Wohnung einen Weg von über einer Stunde hatten. Der Untersuchungsrichter hat bei diesen Feststellungen ja auch gesagt, daß dabei gar nicht, zu finden wäre, wenn Sie bei Hus- wann nach Zkommersen usw. noch zu übernachten rvünschten. Zeuge: Ich habe so etwas nicht gesagt, dos kann ich auf meinen Cid nehmen. Vors.: Dann werden wir den Untersnchungsrichter lla eppler hören unv Ihnen den UMeriuchvngsrichter gegenüber- stellen,«ngekl.: E» ist doch sehr merkwürdig, daß dieser Zeuge mich noch am 10. Würz, am Tage unsere» Bbitnrientcntonmmrses. in Gladbeck gebeten hat. er möchte bei uns übernachten, da er«inen Zu weiten Hennweg habe. Dmimls also bestand die angeblich ge- sühlsmäßig« Angst de» Zeugen oder die Furcht vor meinen sadistisch«, Neigung«, noch nicht. Vors.: Herr Zeuge. Sie haben einem Redakteur aus dessen Anfrag« ein« Mitteilung gemacht, daß Sie Husmann für den Täter hielten. Wie kamen Sie dazu? Zeuge: Ein Redakteur aus Horst--Emscher rief mich am Morgen nach dem Morde an und teikt« mir mtl. daß Daube tot i«i. Darauf habe ich 5«in gefühlsmäßig gesagt: War denn niellejcht Husmonn dabei?- Vors.: Wie konnte Ihnen denn dieses Gefühl entflohen. Hielten Sie Husmonn für einen anormalen Menichen? Zeug«: Anormal, nein, ober ich hielt ihn bär ziemlich grausam. Ich iah einmal, daß Husmonn den Daube aui die Bank gekcgl hatte und ihn mit der Hand gehauen hat. Vorst: Ist da« alles, was Sie beobachtet haben um so zu Ihrem«chlufc zu kommen? Zeuge: Jawohl. Vors.: Den 5)crren der Berliner Mordkommission haben Sie ober wörtlich gesoal: Husmonn war es Uderzeil ein sadistisches Vergnügen, andere Menschen zu Qualen. (Schorfs Herr Zeuge, wenn man einmal beobnchiet. daß«in Schiller einen anderen mit der Hand haut, kann man mdK zu so wcilqehen- den Schlüssen kommen, wie S«e es getan haben. Zeuge: Ich habe auch einmal beobachtet, daß Husmonn einen«chuler mit einem Stock schlug. Ich habe ihn ersucht, dies« Kindereien zu lassen, aber Husmonn mar ja immer der Anstifter von Balgereien. D o r st: Wenn Sie da, al» Kinderei und Valgerm bezeichnen, dann mochte ich wissen, wie Sie den Ausdruck„sadistisches Bergniigen" damit in Verbindung bringen wollen. Herr Zeuge, ich frage Sie jetzt in vollem Ernst, haben Sie einmal wirklich ZNihhaudlungen von Schülern durch husmaun gesehen? Zeuge(sehr verlogen und nach langem Schweigen): Da, nicht. Vors.(sehr scharf): Das haben Sie aber nicht nur der Polizei an- gegeben, sondern Sie haben diel« Aeußerung auch den, Untersuchungsrichter gegenüber nicht abgeschwächt. Zeuge: Nun. ich sah öiwr, daß Daube nach Balgereien Tränen in den Augen hatte. Vors.: Herr Zeuge, Sie haben in Ihrem Protokoll weiter angegeben, Sie hätten beobachtet, daß Husmonn seinen Mitschülern bei Balgereien an die Geschlechtsteile gefaßt hat. Wann haben Sie das beobachtet? Zeuge: Niemals.(Große Bewegung.) Vors. (sehr energisch): Zeuge, das siebt aber ausdrücklich in den Proto- kolken drin, da sagen Sie wörtlich: Nachdem ich das oft gesehen hatte, mußte ich zu dem Schluß kommen, daß Husmam, homosexuell war.(Große Bewegung.) Zeug«:(verlegen und mit nieder- geschlagenen Augen): Ich weiß gar nicht, wie das in das Protokoll gekommen ist. Nor f.: Zeuge, das haben Sie dem Herrn Unter- suchungsrichter genau so erklärt, obwohl er Sie daraus aufmerksam gemacht Hai, daß Sie diese, den Angeklagten sehr belastenden Angaben einmal beschwören müßten Zeuge(stotternd): Ich weiß nicht, ich erinnere mich nicht, sedenfalls weiß ich es henke nicht mehr. (Roch einer Pause.) Allerdings, wenn ich es damals gesagt habe, dann halte ich e: auch heut« aufrecht, denn damals war mein Ge- dächtnis»och frischer. Vors.: Herr Zenge, Zhr« Aussagen sind ja äußerst bedenNich. Sie wollen mir doch wohl nicht erzählen, daß Sie diese so wichtigen Tatsachen bei Ihrer Vernehmung im Mai bis jetzt vergessen hoben? Zeuge: Ich bobe mich nie wieder mit all diesen Dingen beschäftigt, best»« auch kein« Zeitung gelesen, um mich nicht zu verwirren, ohne Grund«erde ich wolst damals die Angaben nicht gemacht haben. Vielleicht ist es aber auch möglich, daß der Ausdruck„homosexuell" nicht von mir, sondern von dem Kriminalkommissar L i ssi gleit stammt, der mich damals ver- »abm. Vorst: Herr Zeuge, ich erinnere Sie daran, daß ich vorhin in der geschlossenen Sitzimg Sie ausdrücklich gefragt habe, ob Ihnen die Begriffe„homosexuell" und„sadistisch" bei Ihrer Aussage schon bekannt waren. Sie haben vorhin unser« Frag« klar»nd deutlich mit„ja" beantwortet. Zeug«(nach längerer Pause): Aber ich war doch gar nichk in der Lage, genau festzustellen, od hnsmann homosexuell war. Vielleicht habe ich mich dadurch zu dieser Aussoge verleiten lassen. da ich zu dieser Zeit— mein Vater ist nämlich Arzt— mich mit einem Werk über„Gesichtsdiagnose" beschäftigt habe. Vors.: Wie hieß denn dieses Werk? Zeuge: Das weiß ich nicht mehr. Vorst: And ans dieser Geüchtsdiagnose haben Sie ge- schlössen, daß husmonn homosexuell war? Zeug«: Zawohl. (Große Bewegung.) Außerdem hat mir«in Mitschüler Bogt damals gesagt. Husmonn sei hmosexuell. Bor f.: Herr Zeuge, der Vogt bestreitet dos. Borst: Die bleiban also dabei, Zeug«, baß das, was Sie dem Unsersuchungsrichter gesagt haben, richtig gewesen ist, daß Sie. abex heute keine Erinnerung mehr daran haben? Zeuge: Iawöhst V ö r-st: Herr Zeuge. Sie sind der einzige, der diele Dinge behauptet. Zeuge(sehr zögernd): Ich will auch nicht sogen, daß ich gesehen habe, wie Huswann ander« an den Unterleib gesaßt hat. Bei den Balgereien konnte man sa das Überhaupt nicht so beobachten. Vorst(sehr scharf): In dem Protokoll steht aber wörtlich drin: Aus dem Geficlnsaiisdriick, den Husmonn dabei hotte, konnte man deutlich auf sein« sadistischen Neigungen schließen. Weiter sagen Sie, Herr Zeuge, Husmann war auch sehr verlogen, woher wußten Sie denn das? Zeuge: Das ist so gewesen: Bei einer schriftlichen Arbeit sagte einer der Lehrer zu Husmann, er habe beobachtet, daß Husmann unter dem Tisch ein aufge- schlngcnes Buch liegen gehobt hätte. Das ist auch so ge- wesen,.Husmann hat es dem Lehrer gegenüber aber ironisch be- stritten. Staatsanwalt Rosenbaum(ironisch): Sogen Sie mal, Herr Zeuge, haben Sie denn me unter dem Tisch«in Buch aufgemaiht? Zeuge: Nein, das konnte ich ja nicht, denn ich saß sa ganz vorn.(Große Heiterkeit.) Vor f.: Sie haben dann weiter ausgesagt, daß stzusmann bei jeder Gelegenheit seine eigene Schuld aus andere zu schieben suchte. Zeuge: Dieser Kleinigkeit habe ich bei der Aussage gar keine Bedeutung beigemessen. (Lange und große Bewegung.) Vors.: Haben Sie vielleicht dann auch Ihrer Aussage keine Bedeutung beigemessen, als Sie sagten, Husmann sei ein ungewöhnlich grausamer Mensch? Zeuge: Ach, das steht ja nur in dem Protokoll der Gl ad- becker Polizei drin. Vors.(scharf): Das ist unrichtig. Herr Zeuge, ich habe mit poller Absicht die Gladbockcr Protokolle hier ganz außer acht gelassen und halte Ihnen das vor, was Sie den Herren der Berliner Mordkommission gesagt haben. Woraus gründet sich denn eigentlich Ihre große Angst vor Husmann? Zeuge: Das war so. Wir kamen von der Beerdigung Daubes und sprachen vor dem Friedhof all« miteinander, und da sagte einer: „Vor dem Husmann mnß man sich vorsehen." Vors.: Wer hat das gesagt? Zeuge(nach langem Besinnen): Ich glaube, das ist der Wessel gewesen. Hieraus wurde der Student Wessel ausgerufen. Borst: Haben Sie vor Husmann Angst gehabt? Zeuge: Nein. Vorst: Haben Sie nicht eine ähnliche Aeußerung getan, als Sie von der Beerdigung Daubes kamen? Zeuge: Wir haben damals ganz allgemein davon gesprochen, ohne irgend etwas Bestimmtes.zu sagen. Ich habe auch nach diesen Vorfällen dem Harsch einen Brief geschrieben, m dem es heißt:„Lieber Otto, ich habe von Deiner Aussage aus der Polizei gehört und war ä u ß e r st er- staunt. Du kennst doch Husmann viel zu wenig, als daß Du derartige Dinge über ihn behaupten kannst. Ich würde roten, er- heblich vorsichtiger zu sein." Ich habe dann auch Husmann geschrieben, der im Gefängnis saß und habe ihm mitgeteilt, daß ich dos Vorgehe» des Harsch sür unverständlich halte. Obwohl ich der beste Freund von Harsch sei, werde ich ihm doch sagen, er soll diese Aussage bei der Polizei doch ganz erheblich revidieren.(Große Bewegung.) Hieraus trat die Mittagspause ein. Zu Beginn der Nachmittagsoer Handlung würde dann der Untersuchungsrichter Landgerichtsrat Ka« p p l e r über die Aussoge des Hauptbclastungszeugen Harsch vernommen. Er erklärte, daß er sich dieser Vernehmung ganz genau entsinne, denn Harsch habe Husmonn in schwerster Weise belastet, indem er ihm bei seiner angeblichen Handlungsweise eine ganz bestimmte Absicht unterlegte. Vors.: Zeuge Harsch, waren Sie sich klar, daß Ihre präzise Aussage den Husmann eine anormale Absicht unterlegte? Zeuge: Darüber war ich mir nicht klar.(Bewegung.) Staats- anwalt Rosenbaum: Nach ihrem so bestimmten Austreten muß ich sogen, ich versteh« Sie heute nicht mehr. R.-A. Ruschen: Ich verstehe Sie recht gut, denn der Zeuge Harsch hat vor der Gladbecker Polizei seine Aussogen folgendermaßen begonnen:„Noch ollem, was ich beobachtet hatte, wnßte ich schon lange, daß Hus- mann pervers und Sadist war." Zeuge Harsch: Ich muß be- tonen, daß in Gladbeck nach dem Mord die Dinge in einer eia- fettigen Weise von den Behörden überspitzt worden waren. wir Zeugen sind von den Gladbecker Polizeibeamtm samt und sonder» beeinflußt worden. «Zlroße Bewegimg.) Man hat uns direkt dahin informiert: hu«. mann ist der Mörder, er hat gestanden, nun sagt, was Zhr«ißt. (Große Bewegung.) Bor st: Herr Zeuge: Deshalb habe ich die Vernehmung durch die Gladbecker Polizeibeomlen einfach ausgeschaltet, weil ich sie mindestens nicht für richtig hielt. Noch der Vernehmung einiger weiterer Zeugen, die nichts Wesentliches mehr bekundeten, waren dann die Zeugenvernehmun- gen über den Charakter Husmanns abgeschlossen und die Ocfsent- lichkest wurde wieder hergestellt. Der Vorsitzende verlos noch einige Briefe des Angeklagten, in denen er renommierend davon spricht, daß er neben einem lieben Mädel auch noch süns andere Mädels in Gladbeck hatte, die sich für ihn interessierte», und voi denen er sich gar nicht retien könne. Dann wurde noch eine Frau Bernhardines Strotmann vernommen, die in der Pegelltraße in Gladbeck, einer Querstraße der Remforterstraße, eine Gastwirt- « Soldat Suhren. vornan vsa Georg von der Vring. Copyriglit 192? dv J.M. Sp«etb Verleg. Berlin. Der Himmel im Fensterviereck steht unverändert über «ir. Die Bank ist hart, und ich überlege eine Weile, vu tch aufst-b-n soll. Die Bank drückt erbärmlich meinen tn der Srnpirekornrner von Frau Pott verweichlichten Rücken, und so richte ich mich auf. „Suhren!"._. E» ist wieder Sllbermgs«svmme. Der Kame�d" k�echt" mü hsam unter der Bank hervor. Er süßt sich Zeit dabei, um keinen zu stoßen und mchtauß-r Vtem zu kommen. Endlich sitzt er neben nur. streckt sich und sagt:„Mir träumte von zu Hause, lauter Emswafler sah ich "�Wst's-tze. unsere Pfeifen in Brand Draußen wird «in helles Land sichtbar, an dem wir entlangfahren. Doch "ein. es ist-in Wasser, und zwar der Rhem „Es ist bestimmt der Rhem,«agt Albering nahe an Meinem Gesicht,„du kannst d.ch darauf uerlassen daß es "och deutscher Boden ist. über den wir fahren. Ich fühle es. iSnau V'�bcr sag', schreibst du ein Tagebuch?" '.Im Ernst, du solltest eins führen, denn so etwas wie — irst du nie wieder erleben." . antworte, daß ich kein Tagebuch fuhr-, dafür aber Wien Tag nach Haufe schreiben werde. Albermg stoht eine s�vlke Rauch gegen die Scheibe und memt.„Schreib etn Tagebuch Suhren. Denke daran, was du spater daraus Vitien Enkeln vorlesen kannst,«"Nn&ll kn�«� ihnen r-nenü-in« oersammeln. Lauter B.ldn'sse kann du'hnen Erführen: Rosenhold. Klaßen. Zutschky. ,°w.e°ll� dt« noch k«mwen werden. Und immer sayst du. mdem dtr die �anen oder die Spstcke in deinen grünen Bart hinetnlaufen: �5 ja, Kinder, euer alter Großvater war auch dabet als es �itttB 14 gegen die Franzosen arng—. Und„pran okn Knurrst bumit drei r Heraus: Frrranzos-n s° d-tz dem Süppchen Roiina flüstert: Ist das g'fttg. Opa, daß du so «ternfr?_ Schleid ein Tagebuch, suhren, „Und vergiß den Zutschky nicht," knurrt jetzt der Kriegs- mann, der uns gegenüber auf der Bank liegt. Er stöhnt, räkelt sich, wickelt sich aus. Sodann kommt er hoch, gähnt uns gerade ins Gesicht und fragt:„Na Rekruten, wie schläft sich's?" „Wie in Butter und Scheiße," antwortet Albering. Es ist der Eisenbolz, unser Gegenüber. Er ist kein Rekrut mehr, hat die Champagneschlocht mitgemacht, war verschüttet und hat ein bißchen Stottern zurückbehalten. Heute geht er als geheilt wieder an die Front. Eigentlich heißt er Bolz, da er aber in einem Eisenwarengeschäft gearbeitet hat, nennen sie ihn den Eisenbolz, abgekürzt: Eisen. Er war Kriegsfreiwilliger. Nachdem der Eisenbolz noch einige Male laut und solda- tisch gegähnt hat, fragt er:„Und den Zulschkq kennt ihr?" „Und ob! Du denn auch?" „Ich? Das ist allerhand von euch. Und ob ich den kenne! Er ist mein Freund!" Eisenboiz spuckt aus. und zwar gegen die Wand, um keinen der Schlafenden zu treffen.„— mein Freund von der verkehrten Seit«, das ist er. Allerhand ist das von euch, ich habe ihn schätzen gelernt. Eine Nulpe, das ist er. Wollte Kriegsfreiwillige ausbilden, der Zutschky. Machte den freiwilligen Versuch, Kriegsmutwillige auszu- bilden— kam aber an die Verkehrten. Wollte er euch auch schinden?" „Er versuchte es," sagen wir vorsichtig. „Wollte Kriegsfreiwillige ausbilden, der Zutschky. Dacht« bei sich: Na. wie wir gebaut? si�H, bilden wtr mal Kriegs- freiwillige aus. Armer irrsinniger Freupd! Abends: Zahnbürste vorzeigen, marsch, marsch!— Wir mit dem Dtng ihm ins Gesicht, daß die Augen ausliefen. Er in Wut: Ganze Korporoischast, marsch, marsch an die Bahn!— Wir, in der Unterhose, schöner Sommerabend, raus, die Treppen hinunter. Mit Gegröle zum Tor hinaus. Lauter Kerls von 18 Iahren, Kaufleute, Schüler, Studenten. Mü Hallo, wie ein Rudel Indianer, über den Platz an die Btchm Weiter durch die Stadt, vorbei am Theater, wo gerade die Leute herauskamen. Rin ins Gsdänge wie die Indianer und mit Hallo.— Um 3 Uhr nachts kamen wir wieder ans Tor. Zutschky machte selber aus. Da hättet ihr ein Gesicht sehen können! Hatte schon jahrelang vorm Krieg Leute geschunden. war bekannt als dicke Nulpe. Aber Kriegsfreiwillige aus- bilden— nee! Wurde einen Fuß kleiner in einer Woche. der guke Zutschky. � Grüßt ihn mal von mir, Eisenbolz ge- nannt." Seine Erzählung hatte Eindruck auf uns gemacht. Albe« ring sagte dann:„Es ist zu verschieden, nicht wahr Suhren? Der eine, der macht's wie der Eisenbolz und johlt. Und der andere, der macht's wie der Klees und überhaupt die meisten von uns. Wer aber hat recht? Der Eisenbolz, denn es ist alles nicht der Rede wert." Ich fühlte mich getroffen und fand auch, daß es alles nicht der Rede wert sei. Wir schwiegen. Der Tag graute, und ich dachte: In wieviel Zügen p>ohl zu dieser Stunde Soldaten über alle Länder Europas dahinrollen, in einem Riesennetz aus Strichen und Kreuzungspunkten? Es wird überall das gleiche fein: Die meisten liegen wie graue Klum- pen ausgestreckt, reden im Schlaf, lachen oder weinen ün Traum oder ruhen wie Kinder und atmen in Mus und Braus. Einige aber sitzen still in der Finsternis und warten auf den Morgen.' Beleidigung von Rekruten. Wir fahren nach Westen, wir fahren nach Süden, rollen durch Laon und halten gegen Abend auf einer kleinen Station, wo an vielen Schienensträngen ein niedriges ge- schwärztes Bahnhofsgebäude steht. Dort steigen wir aus, setzen die Gewehre an einer Böschung zusammen und legen uns neben unfern Tornistern in den Sand. Einige sind gespannt, wohin es weitergehen wird: der Eisenbolz ist unter ihnen. Er hat das Stationsgebäude um- schlichen und kehrt geladen mit Neuigkeiten zurück. „Erstens," sagt er,„riecht es nach Erbensuppe, welche der Soldat„Kügelchen" nennt." „Bravo. Eisen!" schreit man und schnallt die Koch- geschirre los. Hahn entreißt seinen Zähnen ein großes Stück Wurst und wickelt es wieder ein. Pfeiffer liegt auf dem Bauch und schaut begeistert auf den Freiwilligen. Der aber hät seinen Helm abgenommen, fährt sich mit den gespreizten Fingern durch sein unsäglich rotes Haar— reichlich geziert für einen alten Krieger— und fährt geheimnisvoll fort: „Und dann— habe ich noch eine Neuigkeit." „Ist eine Schlacht gewonnen worden?" fragt Klees au« trüben Gedanken heraus. Eisenbolz verneint es. „Du hast wohl schon einen Bertrag mit der Küche ab- geschlossen, du Hyäne." meint Albering,„dreh deine Taschen um!" „Auch das, Rekruten, auch das," nickt der Rothaarige� „aber das andere— ratet weiter,"-(Fortsetzung solM, Idhoft betreibt. Die 3eught schilderte, daß in der Morbnacht abends vor ihrem Hause zwei Chauffeure einen Mann überfallen und mit Messer und Dolchstichen derart bearbeitet hätten, daß der Mann mie tot liegen geblieben sei. Der ganze Bürgersteig fei mit Blut bebedt gewesen. Nachts um 3.45 Uhr habe sie dann einen Mann in schnellem Schritt in der Richtung nach der Billa des Rektors Kleiböhmer zu vorübergehen hören. R.-A. Ruschen: Konnte jemand, der dort nachts entlang ging, in die Blutlachen getreten sein, die sich auf der Straße befanden? Zeugin: Sicherlich. Es waren zahlreiche Blutspuren, denn die Chauffeure hatten den lleberfallenen eine Strede weit geschleift. Vorf.: Die Ermittlungen der Polizei haben ergeben, daß diese beiden Chauffeure zur Zeit des Mordes in ihren Wohnungen waren. Zum Schluß der Sigung richteten denn noch die Sachverständigen an die beiden Väter, an Rektor Kleiböhmer und an Rektor Daube eine Anzahl Fragen, die die geistige Einstellung und die Freundschaft. ihrer Söhne betraf. Am heutigen Sonnabend werden nur noch einige Zeugen gehört und dann die Sachverständigen zu Worte tommen. Die Plädoyers der Staatsanwaltschaft beginnen am Dienstag, während der Verteidiger am Mittwoch sprechen wird. Das Urteil ist am Mittwoch in den späten Nachmittags- oder Abendstunden zu erwarten. Die Katastrophe des Simplon- Expreß. 31 Zofe geborgen. Butateft, 26. Oftober. Nach neueren Meldungen wurden bei der Eisenbahnkatastrophe im Bahnhof von Recea 31 personen, darunter vier Ausländer, nämlich drei Angehörige einer italienischen Familie und ein Grieche, getötet. Die anderen 27 Personen find Rumänen, die in der 3. klasse des Schnellzuges reiffen. Die Zahl der Verletzten beläuft sich auf 47. Der Zusammenstoß der beiden Züge ist auf einen Fehler der Weichenstellung in dem kleinen Bahnhof Recea zurüdzuführen, wo der Simplonexpreß nicht hält. Der direkte Wagen nach Paris wurde vollkommen zerstört. Die meiffen Berlegten wurden nach den Krankenhäusern von Slatina und Craiova übergeführt. Bon Bukarest sind Hilfszüge abgegangen. Der Simplon- Orientexpreß ist ein Luruszug. Er perfehrt möchentlich dreimal von Konstantinopel über Bukarest, Triest, Venedig, Mailand nach Paris, von wo aus die Fahrgäste Anschluß nach London haben. Er besteht aus= jchließlich aus Schlafwagen 1. Klasse. Eine Grenze der Rieselwirtschaft. Neues Verfahren der Abwässerbeseitigung Berlins? Der Berliner Magistrat wird demnächst Stellung zu nehmen haben zu der Frage, ob das in Berlin vor mehr als 50 Jahren eingeführte Berfahren, die Abwässer der Stadt in ihrer Umgebung auf Riefelfeldern unterzubringen, noch länger beibehalten werden kann. Stadtbaurat Hahn hat in ciner dem Magiftrat vorgelegten Dentschrift einen Plan entwidelt, mit der andauernden Mehrung der Riefelfelder einmal Schluß zu machen und in der Abwäfferbeseitigung zu einem Klärverfahren, dem fogenannten Belebtschlammverfahren, überzugehen. Benn Berlins Bevölkerung sich in fünfzehn Jahren auf 5 Millionen vergrößert, müßten für den Rieselbetrieb so bedeutende Ländereien hinzugekauft werden, daß man mit den Ankäufen bis zu 40 Kilometer weit hinausgehen müßte. Die nötige Erweite rung der Riefelwirtschaft, der Grunderwerb, die Einichtung des Landes zur Rieselei, die Herstellung der dann sehr langen Drudrchrleitungen für die Zuführung der Berliner Abzur Abführung verrieselten Bassers würden Kosten verursachen, die wässer zu dem Rieselland, die Schaffung von Kanälen und Gräben auf 350 Millionen Mart geschätzt werden. Um diese außerordentliche Belastung des Stadtfädels zu vermeiden, schlägt Hahn die Einführung eines Klärper fahrens vor, das den Ankauf entlegener Ländereien und die Einrichtung eines teuren Betriebes ersparen soll. Bei diesem Berfahren wird dem in der Kläranlage ankommenden Schmutzwasser in Gärung übergegangener Schlamm, sogenannter Belebischlammm, zugelegt. Eingeblafene Breßluft und gründliche Durchmischung des Belebtschlammes mit dem Abwasser steigern die Tätigkeit der Kleinlebewesen des Schlammes so, daß ein schneller undvölliger Lebewesen des Schlammes jo, daß ein schneller und völliger Abbau aller Faulstoffe des Wassers zustande tommt. Das jo behandelte Wasser soll von faulenden Bestandteilen ganz frei sein, so daß es ohne Benutzung von Rieselfeldern in die Borsluter( Gräben oder Flüsse) geleitet werden fönnte. Bei der Schlammgärung entsteht Gas, das größtenteils brennbares Methanqus ift, aufgefangen werden kann und als Betriebskraft für die Maschinen zu benußen wäre. Beläftigung durch Geruch und Fliegen foll ausgefchloffen sein. Solche Kläranlagen erfordern wenig Vand und fönnten in nächster Umgebung der Stadt untergebracht roerden. Anlagefosten und Betriebskosten find sehr viel geringer als bei der Rieſelwirtschaft. Die Opfer flagen an! Die Geschädigten im Bergmann- Prozeß. In der geftrigen Nachmittagssigung des Bergmann- Brozesses| dann ihre ganzen Ersparnisse in Höhe von 5600 m. eingelegt und murden eine ganze Reihe von Zeugen vernommen, die ihr Geld bei Bergmann verloren haben. Vielfach sind es ganz fleine Leute, Ersparnisse handelte. Es spielten sich vor Gericht erschütternde Kleinrentner und arme Witwen, bei denen es sich um ihre gesamten Szenen ab, wenn die Zeugen und Zeuginnen unter Tränen thr jeziges Elend schilderten, und darlegten, wie sie den glänzenden Auskünften vertraut hätten, die sie von einem Staatsanwaltschaftsrat und einem Geheimrat erhalten hätten. Zunächst wurde ein Kaufmann vernommen, der 9000 m. verleren hat. Wenn ein Staatsanwaltschaftsrat, ein Mann in Amt und würden, mir die beste Auskunft gibt, dann muß das doch für mich zweifelsfrei sein, so rief der Zeuge aus. Aehnlich ging es einer Frau, die 13 500 m. verloren hat. Eine betagte Frau, die schon 1925 zu Bergmann kam und zu den ersten Kunden des Lombardhauses gehörte, hatte mit Bergmann persönlich verhandelt. Sie ließ das Geld mit Zinjen und Zinjeszinsen stehen und hat nun alles verloren. Eine 64jährige Witwe, die im ganzen 5600 m. eingelegt hatte, hatte zunächst mit einem Teilbetrag einen Versuch gemacht, weil ihr die Zinsen nicht geheuer porfamen, Ein Verwandter erzählte ihr aber, daß seine Frau im Bad Königstein die Gattin eines Staatsanwalt schaftsrats Jacoby fennengelernt habe und daß es sich um hocy anständige Leute handele, deshalb schrieb die Zeugin an den Anges flagten Jacoby, der ihr als Referenz angegeben war und berief sich auf die Bekanntschaft ihrer Berwandten mit seiner Gattin. Sie betam von dem Angeklagten eine günstige Auskunft, ohne daß dieser auf die Bekanntschaft mit seiner Frau einging. Es hat sich denn auch nachher herausgestellt, daß es sich um die Gattin eines anderen Staatsanwaltschaftsrats Jacoby handelte. Die Zeugin hat Ein neuer Totschlagsprozeß. Den Zodfeind faltblütig erstochen. Ein neuer Totschlagsproze begann vor dem Schwur. gericht I, das fich in seiner gegenwärtigen Sigungsperiode fast nur mit Bluttaten zu beschäftigen hat. Angeflagt wegen vorfählicher Töfung ist der Elektroingenieur Alfred Bischof. Bischof hat am 9. Dezember v. 3. den Kaufmann Norbert Becher, den er als seinen Todfeind betrachtete, mit einem Meffer niedergestochen. Der Angeklagte ist mehrfach vorbestraft, allerdings nicht sehr erheblich. Er gilt auch als ein reizbarer, gewalttätiger Mensch. An dem verhängnisvollen Tage tam Bischof in ein Geschäftskontor und traf dort mit seinem Gegner zusammen. Es entstand zwischen beiden ein heftiger Wortwechsel, in dessen Verlauf Bischof ein beiden ein heftiger Wortwechsel, in dessen Verlauf Bischof ein großes Taschenmesser hervorzog, es aufklappte und damit drohend vor dem Geficht Bechers herumfuchtelte. Dieser nahm die Drohung aber anscheinend nicht ernst, denn er blieb in einem Korbsessel ruhig sizen. Eine Kontoristin suchte den sich wie toll gebärdenden Bischof wegzubringen. Plötzlich riß er sich aber los, stürzte auf den im Sessel sigenden Becher zu und versetzte ihm einen tödlichen Stich. Röchelnd brach Becher zusammen. Mit größter Ruhe und Kaltblütigkeit mischte der Angeklagte das blutige Messer ab, steckte es in die Tasche und entfernte sich von dem Tatt, wobei er noch einen gleichgültigen Blick auf den Sterbenden warf. Er hat dann verschiedene Lokale aufgesucht und fam erſt Polizei schon nach ihm fahnde, stellte er sich selbst. Seine morgens nach Hause. Als er von seiner Ehefrau hörte, daß die erste Ausrede ging dahin, daß er von nichts wisse, da er sinnlos betrunten gewesen sei. Als diese Darstellung aber durch die Beugenvernehmungen sich als nicht stichhaltig erwies, änderte er seine Berteidigungsmethode und behauptete nun, daß er zuerst an gegeriffen worden sei und in Notwehr gehandelt habe. Auch das wurde durch die Ermittlungen völlig widerlegt. Der getötete Becher hatte gar feine Bewegung gegen den Angeklagten gemacht." Nunmehr wollen die Rechtsanwälte Dr. Buppe und Dr. Bindar den Beweis antreten, daß Bischof verrückt jei. Er soll aus einer geiftes franken Familie stammen. Es sind daher verschiedene medizinische Sachverständige, darunter Obermedizinalrat Dr. Bürger, geladen worden. Im ganzen sind etwa 40 3eugen aufgeboten. Unter ihnen befand sich auch die Ehefrau des Angeklagten, die beim Zeugenaufruf erflärte, daß sie die Aussage verweigere. Sie brach dann ohnmächtig zusammen und mußte aus dem Saal getragen werden. Das Gericht verurteilte Bifchof zu 4 Jahre Gefängnis und 5 Jahre Ehrverlust. Das Münchener Eisenbahnunglück. Erhebung der Antlage. München, 26. Oliober.( Eigenbericht.) Den Belebtschlammanlagen gehört, fagt Stadtbaurat Hahn, die 3fumft. Er will aber die Rieselwirtschaft nicht ganz Die staatsanwaltliche Untersuchung des Münchener aufgeben, weil sie für die Lebensmittelversorgung Berlins unentbehrlich sei. Es sollen jogar noch neue Riefelfelder angelegt werden, fünftig aber nur da, wo günstige Umstände die Wirtschaftlichkeit sichern. Die Rieselfelder sollen dam besonders in den für die Landwirtschaft in Betracht kommenden Monaten die Ab mäffer aufnehmen, in den übrigen Monaten aber würden die Kläranlagen als Ersag dienen. Einstweilen mären in den nächsten fünfzehn Jahren sechs große Kläranlagen zu bauen, brei im Süden der Stadt, zwei im Norden, eine im Westen. Selft den sozialistischen Studenten! Wir erhalten folgende Zuschrift: „ Der Sozialistische Hochschulausschuß an der Universität Berlin", die wirtschaftliche und hochschulpolitische Vertretung aller sozialdemokratischen Studierenden Berlins, hat es fich zur Aufgabe gemacht, unter anderem auswärtigen Studentencenossen möblierte Zimmer bei Parteigenossen zu vernieten, um fie auf diese Weise mit der Arbeiterschaft in engere Beziehung zu bringen. Da aber gerade unter den sozialdemokratischen Studieren den die Zahl der wirtschaftlich schlecht stehenden Studenten sehr groß ist und ein großer Teil unter ihnen sich sein Studium selbst erarbeiten muß, hat der SHA. außerdem noch eine Erwerbsvermittlung eingerichtet. Sicherlich wird unter den Parteigenossen Eisenbahnunglüds vom 15. Juli d. I. iſt nunmehr abge schlossen. Die Anflage lautet auf fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Transportgefährdung und richtet fich nur gegen das untere Bersonal Es find ange flagt der Weichenwärter Hechtel, der Oberstellwertsmeister Schnellrieder, der Stellwerksmeister Schall, der Lofo motivführer Richl und der Schaffnergehilfe Rigel vom Vorzug sowie der Lokomotivführer Albrecht und der Heizer Fischer vom Nachzug. Wie das Untersuchungsergebnis erkennen läßt, hat eine ganze Rette von unglücklichen Zufällen zu dem Unglück geführt. Den Ausgangspunkt des Zusammenstoßes bildete angeblich die Tatsache, daß der Vorzug durch Ziehen der Notbremse geftellt wurde. Die Zweifel an diesem Tatbestand konnten nie behoben werden, da es nicht gelang, jenen Passagier festzustellen, der die Notbremse angeblich gezogen haben soll. Nach dem Ergebnis der Untersuchung ist der Sachverhalt nun folgender:„ Der Lokomotivführer des Nürnberger Schnellzuges vermißte kurz vor der Abfahrt seinen Fahrplan, den er vorschriftsmäßig bei fich haben muß. Während er sich nun einen neuen beschaffte, beauftragte er den Heizer zur Bedienung der jedem Reisenden bekannten letzten ein großer Teil sein, deſſen Kinder für den Uebergang in eine höhere JUNGSOZIALISTISCHE VEREINIGUNG Schule Nachhilfestunden in einigen Unterrichtsfächern bedürfen. Wir wären auch dankbar für Bermittlung von vorüber BERLIN verloren. Bitterlich meinte bei ihrer Zeugenaussage eine 60jährige Witwe, die Ende 1927 ihre Ersparnisse in Höhe von 3700 M. hin ihm ausdrücklich, daß fie eine Kleinrentnerin sei, eine ganze arme gebracht hatte. Sie ernährt sich jetzt durch Häkeln von Müzen. Die Zeugin verhandelte mit dem Angeklagten Wustrom und schilderte Frau und nichts zu verlieren habe. Wustrom beruhigte sie. Ich hatte furchtbares Herzflopfen, bis ich die ersten Zinsen bekam. Dann fühlte ich mich aber sicher und brachte den Reft meines Geldes hin. Eine Witwe hatte telephonisch von Jacoby Auskunft erhalten. Bors.( zum Angefl. Dr. Jacoby): Mußten Sie nicht befürchten, daß der Herr Generalstaatsanwalt einmal mit verstellter Stimme anrufen fönnte, um sich zu überzeugen, ob Sie noch Ausfünfte erteilen? Angell. Dr. Jacoby: Daran habe ich nicht gedacht. Schließlich wurde noch eine 70jährige Greifin vernommen, die in Raten 1400 M. eingezahlt hatte. Als Sicherheit erhielt sie einen Lombardschein über 1800 M. Schwimmringe. Das Geld hatte fie und ihr Mann sich erspart, und es sollte dazu dienen, das be tagte Ehepaar in ein Stift einzukaufen. Vorf.: Das Geld haben Sie verloren? 3eugin: Hoffentlich nicht, vielleicht tommt noch etwas heraus, sonst gehen wir zu Bergmann, der fann uns dann ernähren. Der Angeklagte Bergmann zeigte sich bei dem Aufmarsch der Betrogenen und ihren Tränen und Vorwürfen offensichtlich sehr nervös. Als bei Schluß der Sigung über die Ladung meiterer Opfer gesprochen wurde, fagte Dr. S. Feblomicz: haben wir benn noch nicht genug Zeugen gehört? Es sind doch schon die Aermsten der Armen vernommen, und die reichen Opfer brauchen wir doch nicht. Die Anklagevertreter behielten sich aber vor, noch meitere Zeugen dem Gericht vorzuführen. Die Verhandlungen wurden dann auf Montag vertagt. Bremsprobe. Da diese Tätigkeit dem Heizer völlig ungewohnt war, unterließ er, den Bremshebel wieder in seine ursprüngliche Stellung zu bringen. Das dadurch bedingte Eindringen von Luft in die Bremsvorrichtungen wirfte bald nach der Ausfahrt in genau gleicher Weise wie das Ziehen der Notbremse, so daß der Zug furz vor der Donnersberger Brüde, aljo der späteren Unglüdsftelle, automatisch zum Stehen fam. Diese unselige Verknüpfung von Vorgängen bildete jo den Ausgangspunkt der fünf Minuten später eintretenden Katastrophe." Kein Amerifarundflug des Zeppelin. Der Standal des Nachrichtenmonopols. Lakehurst, 26. Oftober. Dr. Edener hat den geplanfen Rundflug des Graf Zeppelin" nach dem mittleren Westen der Vereinigten Staaten aufgegeben. Das Schiff wird für die Rückfahrt nach Europa fertig gemacht. * Berlin, 26. Oftober.( BTB.) Rach Drahtberichten der deutschen Botschaft in Washington hat Dr. Edener gegenüber dem von Ministerialdirigent Brandenburg im Auftrage des Reichsverkehrsministeriums an ihn gerichteten Erfuchen, das Nachrichtenmonopol für die Rüdfahrt aufzuheben, dargelegt, daß er infolge bestehender rechtlicher Bindung auch beim besten Willen dazu nicht in der Lage sei. Er bitte daher herzli hit, daß die deutschen Reichsstellen und die Deffentlichkeit seiner Zwangslage Rechnung tragen möchten. Dr. Edener soll es gelungen sein, in den Vereinigten Staaten die öffentliche Meinung ihre anfäng fiche Berstimmung über das Monopol vergessen zu lassen. Die Presse hat dort eine Begeisterung für ihn und sein Werf an den Tag gelegt, die von vielen als noch bewegter mie aus Anlaß des Köhl- Fluges betrachtet wird. Der Schluß dieser Wolff- Meldung soll wahrscheinlich dazu dienen, für Dr. Edener hinsichtlich des Nachrichtenmonopolifan dals gut Wetter zu machen. Bei aller Berkennung der technis hen und nautischen Erfolge des Zeppelinfluges bleibt die Tatsache he stehen, daß das Nachrichtenmonopol außerordentliche Misstimmung hervorgerufen hat, daß man es in Deutschland als eine Brüstierung des ganzen Volkes empfindet. Die 3wangslage", in die sich Herr Dr. Edener begeben hat, mag er jetzt vielleicht peinlich empfinden, er wird erkennen, daß er auf dem Gebiete des Nachrichtenmonopols einen falschen Kurs gesteuert hat. Bundestag des DBB. Mit der Wahl der Bundesleitung ging gestern der Bundestag des Deutschen Beamtenbundes zu Ende. Bemertens mert ist dabei, daß der Vorsitzende des Berbandes Breußischer Bolizeibeamten, Schrader, die auf ihn entfallende Wahl ablehnte. Auf Grund eines Ausschußberichtes wurde versucht, die Einmände gegen die Berquidung des DBB. mit dem Wirtschaft zwischen DBB. und Wirtschaftsbund, und die Aufsichtsrats: bund zu entkräften. Künftig foll eine Abgrenzung stattfinden post en follen von feitenden Bundesbeamten nur mit Genehmigung der Bundesleitung übernommen werden. Eine Neugestaltung der Bundesverfassung wurde gegen eine erhebliche Minderheit beschlossen. Ein Antrag des Deutschen Lehrervereins, die Aufwandsentschädigungen der Bundesbeamten zu beseitigen, wurde mit 186 gegen 145 Stimmen abgelehnt. Borher nahm der Bundes tag eine Reihe von Anträgen an, in denen die Forderungen der Beamten bezüglich Besoldungsneuregelung ufm. niedergelegt waren. Unter anderem wurde auch eine Stärkung des Einflusses der Reichsregierung auf die Reichsbahn mit dem Ziele der endgültigen Wiedereinfügung der Reichsbahn in die volle Ver fügungsgewalt des Reiches gefordert. Wenn auch der Bundesvorsitzende in seiner Schlußrede die Einheit des DBB. besonders betonte, so scheint es den Bundestag nicht geglückt zu sein, diese Einheit herzustellen. Foto- Ausstellung der Naturfreunde". Im Verbandshaus der Deutschen Buchdruder, Dreibundstraße 6, hat die Fotogemeinschaft der Natur freunde eine wirklich wohlgelungene Ausstellung veranstaltet. Mit viel Geschid und einem funstverständigen Auge murden prädy tige landschaftliche Motive und Genrebilder mit der Linse fest gehalten. All ihre schönen Wanderungen und Reifen bieten den geschickten Kameraleuten farbigstes, interessantes Material. Do Achtung! Am Sonnabend, dem 27. 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Zur Dorkung der Unkosten werden 20 Pfg. Biniz. crh, Ersch, recht zahlreich. Thema: Erziehung der Massen zum Marxismus. Referentin: Angelika Balabanoff. eft Y ம் 16 t A rionbaz Yea nadegau A. andl Wenn Jhnen Jhr Geld lieb 132 MMAR 23 THOLIMUS ist... thus no Wenn Sie immer gut ange- ba zogen sein wollen, wie es ja wohl jeder muß, der heutzutage vorwärtskommen will lo Wenn Sie sicher sein wollen, nur wirklich moderne Sachen zu finden, von guter Qualität und tadellosem Sitz Wenn Sie trotzdem sparsam wirtschaften wollen, und in jedem Fall billiger zu Ihrer Kleidung kommen wollen, als Sie höchstwahrscheinlich dachten Allioune GEHEN SIE ZU Königstraße 33 Chausseestr. 113 Am Bahnh. 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Tagesordnung: 1. Die organisa torischen Serhältniffe in der Brande Zahlreiches Erscheinen wird erwartet. Regie Eugen Robert Der Verschwender richiedenes. Agass Estarhazy, Erfur Th. Königgrätz. St. Schröder, Liche, Zesch- daltet, Telem, Reis 81, Uhr, Ende 10%, Der rote General Theater am Nollendorfplatz Täglich 8, Uhr Sonntag, 28. 10. vorm. 11% Uhr Matinee Dr. Egon Friedell SchwarzwaldKomödieabaus Täglich 8, Uh: Die mädel! Operette in 3 Akten Perlenkemödie Sonnabend 14 Uhr von Bruno Frank Stg. nadm.31%. Ubr Main Vater hat Recht gehabt Kleine Preise Kleines Theater Täglich 814 Uhr Max Adalbert Variete, Tanz, Stimmung: Der Dickkopf A Swas 31 Thr sandrock, Landa, Sterler, Sikla, Das neugierige Sternlein Sonntag 14 UkT Die Fledermaus. Lustspielhaus Trianon- Th. Täglich 8, Uhr. Skandal um Olly Montag, den 29. Ottober, abends 8 Uhr, im Cofal von Cehmans. Jeughof-, Ede Mustauer Sirage. Brika Glössner, Gemeinsame Versammlung Heinz Saliner Sonntag 4 Uhr: Schneeweißchen and Roseprot Rundfunk hörer halbe Preise Planetarium am Zoo Falion, leachimsthaler Straße Noll. 1578 16 Uhr: Der Sternhimmel im Herbst ge ha 480 ge GERRY der in der Bierdrud- u. Schänken. 10 industrie beschäftigten Klempner. Sagesordnung. 1. Die Lohn- und Arbeitsverhälmisse der Branche. 2. Ber fiebenes. Die Kollegen metben ersucht, zahlzeid) su erscheinen. Die Deisverwaltung. 10 PE 100 18 Uhr: Quittungs-, Rabatt20 Uhr: KLEINE ANZEIGEN in der Gesematauflag Täglich 8 Uhr Erde and Weltenraam. u.Reklamemarken des Vorwärts" sied Arm wie eine gegen Nachahmung besonders wirksam gesetzl, gesch. and trotzders Kirchenmaus Der Einfluß d. Gestirne fertigt seit 48 Jahr e. Thelman, J. Hiemass 9, Maten Berish Volksglaube und Wissenschaft als Spezialität, schr billig! Conrad Müller Leipzig Schkeuditz RES δι de 8852 en di 35 2. 25. i as g et. 10he 85 2. EN er. Bez eich Zapa sied Baldwin leugnet Kurswechsel. Reine neuen Berpflichtungen. Gleiche Freundschaft mit Frankreich und Deutschland. London, 26. Oftober. Auf einer Maffenfundgebung anfäßlich der zehnten Wiederkehr des Gründungstages der Bölferbundsunion ergriff Ministerpräsident Baldwin nach einer Begrüßungsansprache Lord Greys das Wort zu einer Rede, in der er u. a. ausführte: Jch bezweifle, ob irgendein Bolk die kriegerische Gesinnung mehr unterdrückt hat als wir. Bährend wir unsere engen und jeit langem bestehenden Beziehungen 3u Frankreich beibehalten und sogar verbessert haben, haben wir zu dem mächtigsten unferer ehemaligen Feinde volltommen freundschaftliche Beziehungen hergestellt( Belfall), und wir können mit Recht behaupten, daß wir eine gewisse Rolle bei der Herstellung und Besserung der Beziehungen gespielt haben, bie jest zwilden Frankreich und Deutschland bestehen. Ich muß dem Gedanken widersprechen, der in einigen Kreifen Glauben gefunden hat, für den aber nicht der Schatten eines Grundes vorhanden ist, daß wir unsere Stellung der Unparteilich feit und Versöhnlichkeit, die wir zur Seit des Locarnopattes eingenommen haben, bis zu einem gewissen Maße aufgegeben haben. Das ist nicht so. Wir find feine neuen Berpflichtungen eingegangen. Es besteht teine Veränderung der Orientierung unserer Polifit. Unfere Interessen und unsere Neigungen veranlassen uns in gleicher Weise die herzlichen Beziehungen mit Deutschland ebenso wie mit Frankreich beizubehalten und sogar zu stärken. it Italien haben wir seit Generationen die freundschaftlichsten Beziehungen gepflegt, und nichts hat stattgefunden oder wird stattfinden, um diese Freundschaft zu unterbrechen( Beifall). Vor den Schweizer Neuwahlen. Die Sozialdemokratie tämpft allein gegen alle. Am Sonntag finden in der Schweiz die Wahlen sum Nationalrat statt. Ein heftiger Wahlkampf nimmt damit sein Ende. Es geht um die Frage, ob die feit rund einem halben Jahrhundert als stärkste Schweizer Partei fungierenden Rabilaldemokraten ihre bisherige Rolle weiter spielen dürfen, oder ob die Sozialdemo fratie als größte Frattion in den Nationalrat einzieht. = Mit der Einführung des Verhältniswahlsystems begann im Jahre 1919 ein unaufhaltsamer Bormarsch der Schweizer Sozialdemokratie. Die Nationaldemokraten behielten von 120 Gigen nur 61, während die Sozialdemobehielten von 120 Sigen nur 61, während die Sozialdemotratie in den ersten nach dem Berhältniswahlsystem gewählten Rationalrat bereits mit 38 Mandaten einzog. Sie steigerte ihre Mandatsziffer im Jahre 1922 auf 43 und 1925 auf 49 Mandate. Die Radikaldemokraten sind dagegen inzwischen auf 59 Size zurückgedrängt worden. Ihre Führerrolle ist absolut nicht mehr unbestritten. Der Textilindustriellenverband. Kampt dem Schlichtungs wesen! ப்ப Aussperrung! ,, Dem deutschen Arbeitsfrieden mitten ins Herz!" พ Volksgesundheit und Strafgesetz. Die Frage der Unterbringung in Anstalten. Der Strafgefeßausschuß des Reichstages beschäftigte| habe die sozialdemokratische Fraktion auf das Unheil der Pflegerich gestern mit den Bestimmungen des Strafgefeßentwurfs über die Unterbringung in Anstalten. Genoffe Dr. Rosenfeld begründete einen sozialdemokratischen Antrag, nach welchem sowohl die Unterbringung in einer Heil- und Pflegeanstalt als auch die in einer Trinfer- oder Entziehungsanstalt nur im Einklang mit dem Gutachten eines fachärztlichen Sachverständigen angeordnet werden dürfe. Ministerialrat Bumte erklärte, daß die Bestimmungen über die zuziehung von Sachverständigen in die Strafprozeß ordnung aufgenommen werden sollten. Dann würde auch der sozialdemokratische Antrag berücksichtigt werden. Der Antrag wurde darauf zurüdgezogen. Die Schweizerische Sozialistische Partei führte den Wahlfampf gegen alle bürgerlichen Barteien. Anfänglich schien es, als ob die Bauern mit ihr mentgffens eine Strede ge meinſant des Beges marschieren würden Großzügige Kredit- Der Kampf gegen das Opium. aftionen und andere Hilfsmaßnahmen führten fie schließlich wieder auf die Seite des Bürgertums. Aus dem bermutlichen Verbündeten wurde ein Gegner Much gegen ihn hat die Sozialdemokratie mit aller Schärfe angefämpft. Angriffspunkte gab es in reichlichem Ausmaß Auf jozial politischem Gebiet ist die Schweiz heute noch ehr rüdständig. Erst seit fnapp zwei Jahren befigt sie eine Arbeitslosenversicherung. Eine Altersversorgung und vieles andere dürften wie alle anderen bestehenden sozialen Maßnahmen von der Sozialdemokratie und den Gewerkschaften nur nach bitteren Auseinandersetzungen erfämpft werden. Die Sozialpolitik spielte deshalb in den Auseinandersetzungen mit dem Bürgertum eine ebenso wichtige Rolle wie das für bas flache Land außerordentlich wichtige Agrarproblem und die Frage des Militärbudgets. Die Sozialdemotratie tritt für eine wesentliche Herabfegung des Budgets bis zur Schaffung einer späteren miliz und vollständiger brüstung ein. Ein Programm, von deffen Schlagkraft die Sozialisten der Schweiz überzeugt find. Sie sind siege 5 gewiß in den Kampf gezogen und haben ihn ebenso ab geschloffen. Bei der Erörterung der Beftimmungen über die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt mies Genoffe Dr. Mofes auf die Rotmenbigteit der Bekämpfung des Opiumfchmuggels hin. Genoffe Dr. Rosenfeld ergänzte diese Ausführungen bahin, daß das Reichsgesundheitsamt in der Erteilung von Ein- und Ausfuhrerlaubnis für die Einfuhr non Rauschgiften zu jehr Rücksicht nehme auf die Interessen des in der Opiumindustrie investier ten Kapitals. Arbeiterfortschritte in Norwegen. Die Mehrheit in über 40 Gemeinden erobert. Oslo, 26. Oftober.( Eigenbericht.) Im Verlauf der norwegischen Gemeindewahlen hat die Arbeiterpartei ben bürgerlichen Parteien bisher 44 Gemeinden neu entrisfen; verloren hat sie die Mehrbeit in drei Gemeinden. Merifos ewiger Bürgerkrieg. Bierzehnstündiger Feuerfampf. Megifo- Stadt, 26. Ottober. 300 Aufständische haben die Stadt Autlan im Staate Jalisco ngegriffen. Es entspann fich ein vierzehntündiges Ge. fedt mit einer Abteilung Bundestruppen. Die Aufständischen mußten sich schließlich unter Hinterlassung von ungefähr 20. Toten surüdziehen. Die Bundestruppen hatten drei Tote und mehr als 10 Verwundete zu beklagen. Hoover oder Gmith? New York, 26. Dttober. In der bereits mehrfach ermähnten, von der Zeitschrift ,, Literary Digeft" veranstalteten Brobeabstimmung für die Prä sidentschaftswahlen find bis jetzt 2700 000 Stimmen abgegeben worden, von denen 1.717 041 auf 5ooper, 971 356 auf Smith entfielen. Hoover hat in allen Staaten außer in Georgia, Louisiana, Mississippi und Süd- Carolina bei dieser Probeabstimmung die größte Stimmenzahl erzielt. Der franzöfifche Eisenbahnerftreif Im Direktionsbezirk Brovence, der seit 17 Tagen dauert, geht weiter. Die Drohung der Direktion, mer am Donnerstag die Arbeit nicht wieder aufnehme, habe sich als entlassen zu betrachten, blieb erfolglos. Reiner der Streifenden hat die Arbeit wieder aufgenommen. Abg. Stahl begrüßte die Anregungen, die auf Berminderung des Opiumwerbrauchs hinlaufen. Ministerialrat Bumfe sagte zu, daß die Regierung die sozialdemokratischen Anregungen weiter verfolgen merde. Abg. Bell( 3.) mies auf die internationalen Bereinbarungen zwischen den verschiedenen Ländern über die Einschränkung des Opiumhandels hin. Genosse Dr. Rosenfeld erwiderte ihm, daß auf internatio. nalem Wege in der Bekämpfung des Opiumhandels nicht piel erreichbar sei, da England alle diese Bestrebungen im eigenen Intereffe sabotiere. Die Hauptfache fei, in Deutschland felbst die Opiumindustrie zu beschränken. Abg. Kahl( D. Vp.) erfennt an, daß die Berhandlungen mit dem Ausland nicht zu einem befriedigenden Ziel führen werden. Der Ausschuß tönne aber wenigstens seine Auffassung zum Ausdrud bringen. Genoffe Dr. Rosenfeld bringt eine Entschließung ein, die die Unterstügung der Demofraten, des Zentrums und der Boltspartei findet: ,, Die Reichsregierung zu ersuchen, die geeigneten Maßnahmen zu ergreifen, um die Herstellung von Rauschgiften in Deutschland auf das durch die Befämpfung von Krankheiten in Deutschland gebotene Maß zu beschränten." Der Ausschuß beschließt, zur Besprechung dieses Antrages in der nächsten Sigung die Bertreter des Reichsgesund heitsamtes hinzuzuziehen. Gegen die Ausbeutung der Kranfen. Bei der Besprechung des§ 57, ber die Unterbringung in einer Heilanstalt behandelt, tritifierte Genoffin Pfülf die Ausbeutung Der Kranten, die in manchen Heilanstalten stattfindet. Nicht Der Kranten, die in manchen Heilanstalten stattfindet. Nicht einmal der Schutz der Pfleglinge fei hinreichend garantiert. Die Wirtschaftlichkeit der Anstalten dürfe nicht von der Arbeit der 3nfaffen abhängig fein. Der Heilzwed dürfe nicht gefährdet und der Urbeiterschuh nicht vernachläffigt werden. Beim Strafvollzugsgefeg müssen hinreichende Garantien geschaffen werden. Genosse Dr. Moses weist darauf hin, daß in solchen Anstalten fortgefeht Kranfe mit Arbeiten beschäftigt werden, die nicht im losen in einzelnen Heilanstalten hingewiesen und deren Beseitigung gefordert. Gesundheit und Leben der Kranken und des Berfonais müßten gesichert sein. Arbeiten dürften nur verrichtet werden, soweit fie als Heilfaktoren in Betracht kämen. Die Deutfche Arbeitgeberzeitung" habe allerdings der Sozialdemo fratte ben Borwurf gemacht, daß sie verhindern wolle, daß sich in den Heilanstalten jemand wieder an das Arbeiten gewöhne! Tatfächlich seien in letzter Zeit in pflegerlosen Heilanstalten, in denen Krante die Aufsicht über Krante hatten, jogar Morde vorgekommen. Frau Abg. Neuhaus( 3.) tritt ebenfalls für eine ausreichende ftaatliche Aufficht der privaten Anstalten ein, die enimeder besser werden aber geschlossen werden müßten. Der Regierungsvorschlag zu§ 57 wird angenomunen. Reform der Arbeitshäuser! Bain 58, ber bie Unterbringung in Zirbeits- oder Erziehungs. anstalten behandelt, bringt Abg. Gefchte( Stomm.) bie Hausord nung für die Propinzialfürsorge Erziehungsanstalt zu Reustettin zur Sprache, mo fogar vorgesehen ist, daß eine törperliche Züchtigung des 3öglings mit einem Hafel- oder Rohrstod von 1 Jentimeter Stärte bis zu 10 Hieben auf das mindeft mit einer Unterhose belleidete Gefäß stattfinden dürfe. Genoffin Pfülf begründete einen sozialdemofratifchen Berbesserungsantrag, nad) melchem nicht das Gericht die Unterbringung in ein Arbeitshaus anzuordnen hat, vielmehr nur das Gericht die 3ulässigteit der Unterbringung in einem Arbeitshaus aussprechen tann. Nicht das Gericht ſei geeignet, bie endgültige Entscheidung zu treffen, vielmehr eine Be hörde, die getrennt von Bolizei und Gericht als Fürsorge behörde die Persönlichkeit des Einzelnen beffer beurteilen tann. Die Arbeitshäuser müßten natürlich ganz andere werden, als fie es jetzt felen. Gegen viele Arbeitshäuser müffe man heute bas tiefste Mißtrauen haben. Sie seien mur ganz felten geeignet, von neuem Arbeitsfreude zu erweden. Ferner sei notwendig, wie es die sozialdemo fratische Frattion, fordere, Arbeitsunfähige statt einem Arbeitshaus einem Asyl zu überweisen. Genoffin Wurm tritt für einen sozialdemokratischen Antrag ein, der die Borausfegungen erfdweren will, unter benen Bro ftitu. ierte einer Anstalt überwiesen werden tönnen. Jetzt beständen eigentümliche Bedhränkung im Wohnrecht der Prostitu ierten, da sie weder in der Nähe von Schulen noch von Kirchen wohnen dürften. Wo sie dann noch in vielen Städten, die niele Kirchen und Schulen haben, wohnen sollen, sei aber unerfindlich. Diese Bestimmung sei auch ungerecht, da lediglich der Frau Schwie rigteiten gemacht wurden, nicht aber dem Mann, der solche Frauen empfange und in seinem Wohnrecht nicht beschränkt sei. Jugendliche sollten überhaupt nicht in einem Arbeitshaus untergebracht werden, denn Arbeitshäuser feien wahrlich keine Erziehungsanstalten für Jugendliche. Ministerialrat Schäfer erflärte fich für den sozialdemo tratischen Antrag, dem Gericht das Recht zu nehmen, die Unterbringung in einer Anstalt anzuordnen. Antrag nicht widersetzen zu sollen. Auch Ministerialrat Bumte meinte, sich dem sozialdemokratischen Nach weiterer Beratung wurde die Sigung auf Montag vertagt. Bereich der Urbeiten liegen, die Hellungszweden dienen. Schon Behn Zuchthausjahre für ein Waldfest. bei der vorjährigen Beratung des Etats für das Innenministerium Perlenkomödie" von Bruno Frank. Ein Gesellschaftsstück im Komödienhaus. Eine Perlenkette wird auf der Bühne geraubt. Spizbubenstreich eines Gentleman, der damit eine brüchige Ehe endgültig zerschlägt und so der Gattin einen großen Gefallen tut. Herzlicher Beifall für den Autor des äußerst spannenden und unterhaltenden Stüdes und für Kurt Göz, den Berlen- und Herzensräuber. dgr. Faschiftenjuftiz gegen Kommunisten. Rom, 26. Oftober. Nach einer Geheimversammlung von Kommunisten in einem Balde bei Monza wurden 13 Teilnehmer verhaftet. Die in Form eines Waldfestes veranstaltete Bersammlung war zur Propaganda in den Fabriken und zur Gründung einer tommunistischen Bereini gung gedacht. Die Berhafteten wurden zu Zuchthausstrafen von ein bis 10 Jahren verurteilt. 1530 Verhaftungen in Vincennes. Die Zahl der in Bincennes vorgenommenen Berhaftungen beträgt 1530, darunter 452 Ausländer, von denen 96( Bolen, Spanier, Ruffen, einige Italiener, teine Deutschen) der Polizeifräfeftur zugeführt wurden. Tarifverträge im Deutschen Reich. Zwei Drittel der Beschäftigten arbeiten nach Tarif. stellten aber nur 1,65 Millionen oder 47,1 Proz. an den Tarifen beteiligt sind. Im 43. Sonderheft zum Reichsarbeitsblatt sind die Ergebnisse| Arbeitern 9,32 Millionen oder 64,7 Proz., von den Ange= der statistischen Erhebungen über die Arbeitstarifverträge vom 1. Januar bis 31. Dezember 1926 veröffentlicht, die zwar keine positiven Schlüsse auf den jeßigen Stand des Tarifvertragswesens zulaffen, aber doch für die Beurteilung der tarifpolitischen Entwicklung in den letzten Jahren von Wert sind. Interessant ist nicht nur ein Vergleich mit den einzelnen Nach= triegsjahren, sondern auch mit der Vortriegszeit. In den letzten Jahren vor dem Kriege bestanden rund 11 000 Tarifverträge für etwa 150 000 Betriebe und etwa 1½ Millionen Beschäftigte, also für noch nicht einmal 10 Proz. aller Arbeiter und Angestellten. In der Nachkriegszeit änderte fich das Bild ganz gewaltig. Die Zahl der Tarifverträge ftieg zwar nur wenig, aber dafür desto mehr die Zahl der Be= triebe und der von den Tarifen erfaßten Personen. Während 1919 für 272 251 Betriebe mit 5 986 475 Beschäftigten Tarifverträge bestanden, fielen darunter im Jahre 1922 bereits 890 237 Betriebe mit 14 261 106 Beschäftigten. Infolge der wirtschaftlichen Depression gingen in den nächsten Jahren die Zahlen der Beschäftigten, der Betriebe und der bestehenden Tarife zurück, so daß am 1. Januar 1927 7490 Tarifverträge für 807 300 Betriebe mit 10 970 120 Beschäftigten bestanden. gen wieder unterdrüdt und die Verwaltung des Staates wieder ganz in die Hände nur juristisch Vorgebildeter gegeben. Auch in unserem heutigen Staat ist dem Verwaltungstechniker noch nicht die ihm gebührende Stelle eingeräumt. Daran trägt einen großen Teil der Schuld die Zersplitterung im Organisationswesen der Verwal tungsbeamten. Es ist auf diesem Gebiete noh viel Aufklärungs arbeit zu leisten. Am Sonntag fanden sich die Delegierten zum Fachgruppen tag zusammen, um die Richtlinien für die weiteren gewerk. schaftlichen und berufspolitischen Arbeiten festzulegen. Im An schluß an ein Referat über die Entwicklung der Personalver Mr. 5 Am stärksten ist die Beteiligung der Arbeiter und Angestellten an den Tarifverträgen im Bergbau, in der Metall, Terhältnisse in der Katasterverwaltung wurde eine Entschlie til, Papier und Chemieindustrie, mithin in den Industrien, wo der moderne Großbetrieb vorherrschend ist. Die Gliederung der Tarifverträge nach ihrem Geltungsbereich läßt erkennen, daß die Bezirkstarife überwiegen. Von sämtlichen am 1. Januar 1927 bestehenden Tarifverträgen waren 0,8 Proz. Firmentarife, 9,1 Proz. Reichstarife, 14,6 Proz. Ortstarife und 75,5 Proz. Bezirkstarife. 3,6 Proz. aller am 1. Januar 1927 bestehenden Tarifverträge sind nach Streits oder AusSperrungen und 14 Proz. auf Grund eines Schiedsspruchs zustande gekommen. Es ist anzunehmen, daß die übrigen Tarife also rund 82 Pro3. in freier Bereinbarung Bung angenommen, in der es nach Aufstellung bestimmter Forde rungen u. a. heißt:„ Der Landesfachgruppentag ist einmütig der Auffassung, daß den fatastertechnischen Beamten und Angestellten der Verwaltung das dauernd wachsende Maß von Arbeit und Verantwortung billigerweise nur dann zugemutet werden kann, wenn andererseits das Verständnis für die berechtigten Forderungen des J tatastertechnischen Berufsstandes bei der Staatsregierung und den Parteien des Landtags durch entsprechende Maßnahmen erkennbar in G wird." Die Abnahme der Zahl der Tarife ist jedoch hauptsächlich auf die zunehmende Ablösung der örtlichen Tarife durch Reichsund Bezirkstarife zurückzuführen. Fest steht also, daß die Zahl der von Tarifen erfaßten Betriebe gegenüber der Vorkriegszeit um mehr als das Fünffache und die Zahl der unter die Tarife fallenden Arbeiter und Angestellten um mehr als das Siebensache gestiegen ist. Ein Vergleich der Zahl der am 1. Januar 1927 von Tarifverträgen erfaßten Arbeiter und Angestellten mit der bei der Bolts- und Berufszählung am 16. Juni 1925 ermittelten Zahl der Arbeiter und Angestellten fann nur mit Vorsicht gezogen merden. Zwischen beiden Erhebungen liegt ein Zeitraum von 1½ Jahren. Zur Zeit der Berufszählung waren bei den Arbeitsnachweisen nur rund 400 000 Arbeitslose eingetragen, während es am 1. Januar 1927 rund 2,4 Millionen waren, so daß man eigentlich diese Zahl von den bei der Berufszählung ermittelten Arbeitern und Angestellten in Abzug bringen muß. Wenn also von den auf Grund der Berufszählung ermittelten Arbeitern und Angestellten 61,3 Proz. als unter Tarif arbeitend angegeben werden, so müßte bei Berücksichtigung der eben gemachten Einschränkungen für den 1. Januar 1927 insgesamt 69 Proz. der Beschäftigten als unter Tarif arbeitend angenommen werden. Die Gegenüberstellungen ergeben aber die interessante Tatsache, daß von den bei der Berufszählung ermittelten abgeschlossen worden sind. In 93 Proz. dieser Tarifverträge ist die Arbeitszeit geregelt, und zwar sehen 75,3 Proz. dieser Verträge die 48 st ündige Arbeitszeit, 11,4 Proz. eine fürzere und 13,3 Proz. eine längere Arbeitszeit vor. Bei diesen Angaben wird aber auch schon in dem die Statistiken erläuternden Tert die Einschränkung gemacht, daß dabei nicht die tariflich zulässigen mehr- und Ueberarbeitsstunden berücksichtigt find. Schiedsspruch in der Schwerindustrie. Mäßige Lohnerhöhung und lange Laufzeit. Düsseldorf, 26. Oftober.( Eigenbericht.) Die Verhandlungen zur Beilegung des Lohnfonflikts der Mefallindustrie Nordwest, die am Donnerstag wieder aufgenommen worden waren, endeten am Freitag mit der Fällung eines Schiedsspruchs. Er lautet: Mit den Angaben über die Entwickelung der Tariflöhne verhält es sich ähnlich wie mit denen über die Arbeitszeit. Es handelt sich zumeist um Mindestlöhne, die im allgemeinen nicht der tatsächlichen Lohnhöhe entsprechen. Die Lohnspanne zwischen den gelernten und ungelernten Arbeitern ist gegenüber 1913 zurüd gegangen, was aber fein Beweis für die guten Löhne der ungelernten Arbeiter, sondern für ihre miserable Be zahlung in der Borkriegszeit ist. Während der ungelernte Arbeiter im Jahre 1913 gleich 66,6 Proz. des Lohnes des Gelernten hatte, war dieser Prozentsatz bis Ende 1927 auf 74,9 gestiegen. Einen tariflichen Urlaubsanspruch hatten von den unter die Tarifverträge fallenden Arbeitern 93,1 Prog. und von den Angestellten 95,8 Proz. Von den Angestellten hatten 8,9 Proz. einen Urlaubsanspruch bis zu drei Tagen, 79,3 Broz. von 3 bis 6 Tagen und 11,8 Proz. von mehr als 6 Tagen. In 89,9 Proz. der Fälle betrug der Höchsturlaub mehr als 12 Arbeitstage, in 25,2 Proz. davon mehr als 18 Arbeitstage. Die Arbeiter sind in der Urlaubsfrage bedeutend schlechter gestellt. Für 64,5 Broz, also fast zwei Drittel betrug die Mindestdauer drei Tage und weniger. Die Höchstdauer betrug nur für 13,7 Proz. mehr als 12 Tage und dann nur in 2,1 Proz. der Fälle mehr als 18 Tage. „ Das gegenwärtig geltende Sohnabfonimen bleibt weiter in Kraft mit folgender Maßgabe: 1. Der Edlohn als solcher bleibt unverändert. Zum Berdienst der Stundenlöhner über 21 Jahre fritt jedoch vom 1. November 1928 ab eine feite 3ulage von 6 Pf. Bei den weiblichen und jugendlichen Arbeitern stuft fich diese Zulage nach den entsprechenden Hundertfähen der Lohntabelle ab. Bruchteile werden in der bisher üblichen Weise auf gerundet. 2. Die Afford- und Prämienarbeiter erhalten vom gleichen Zeitpunkt an neben dem sogenannten Zeitzuschlag von 21 Pf. eine feste 3ulage von 2 Pf. die Stunde. Die Neuregelung ist erstmalig am 1. März 1930 zum 30. April 1930 und dann an jedem Erften mit zweimonatiger Frist fündbar. Erklärungsfrist bis Montag, den 29. Oktober 1928, miffags 12 Uhr." Der Deutsche Metallarbeiterverband wird zu dem Schiedsspruch in einer großen Bezirkskonferenz am Sonntag, dem 28. Oktober, in Effen Stellung nehmen. Zusammenbruch der Thälmann- Aktion. Selbstwehr der Arbeiter gegen Kommunistenterror. Hamburg, 26. Oftober.( Eigenbericht.) rst e bie Deute wirt Ein weiteres Referat über die Tarifpoliti? des Bundes entra fand seinen Niederschlag in folgender Entschließung:„ Der Landes fachgruppentag erwartet, daß die preußische Staatsregierung den berechtigten und begründeten Vorschlägen des Bundes der techni schen Angestellten und Beamten zur Fortführung und Verbesserung des Tarifwerkes unter besonderer Berücksichtigung der Interessen der fatastertechnischen Angestellten für die Zukunft Rechnung trägt. B Zum Schluß befaßten sich die Delegierten noch mit organisa torischen Fragen. der KPD. zum System erhebt, Maßnahmen zu treffen haben. Wenn eine bankerotte Partei ihre banterotte Politit auf Kosten der Arbeiter und deren Organisationen mit Terror aufzuhelfen versucht, dann hört die Toleranz auf. Ein großer Teil der Hafenarbeiter, der an den letzten beiden Tagen eingeschüchtert von der Arbeitsstelle fortblieb, hat sich inzwischen wieder zur Arbeit eingefunden. Von den 16 000 Hafenarbeitern dürften am Freitag faum noch 2000 Mann den Arbeitsftätten ferngeblieben sein. Die fozialdemokratischen Hafenarbeiter, die fich in einer überKPD. gegen Textilarbeiterverband. Schiedsspruch für die Speditionsangestellten. Bon den Angestellten einmütig abgelehnt. an eit egung gleitet it es Serau hritte berich neuen Begri Die Berliner Spediteure haben es offenbar darauf angelegt, einen offenen Konflikt herbeizuführen. Das haben sowohl die direk ten Verhandlungen über die Forderung der Speditionsargestellten nach einer 15prozentigen Gehaltserhöhung und Verbesserung der Arbeitsbedingungen erwiesen als auch die Verhandlungen, die am Donnerstag vor dem Schlichter geführt wurden. Da sich Geer in werberat Körner als Vorsitzender des Schlichtungsausschusses in an die dem Tarifftreit für befangen erklärt hatte, zog der Schlichter laffe, den Streit an sich. Der Schlichter lehnte es aber ab, audy über den ftrittigen Manteltarif zu verhandeln, sondern verwies diese An mefen gelegenheit an den Schlichtungsausschuß zurüd. Eine Verſtändi gung mit den Unternehmern war natürlich nicht zu erzielen, so daß bisher schließlich ein Schiedsspruh gefällt wurde, der für die Spe ditionsangestellten ab 1. Oftober eine Erhöhung der Gehälter um entre 2 Broz. und ab 1. April um weitere 2 Broz. vorsieht. Das neue inner Gehaltsabkommen soll bis Ende Dezember 1929 gelten. Die Er der S flärungsfrist läuft bis zum 7. November. Die Arbeiter stehen zu ihrer Gewerkschaft. Im Dürener und München- Gladbacher Textilbezirk sind die Vorarbeiten zur Wiederaufnahme der Arbeit bereits im Gange. Es ist damit zur rechnen, daß bis längstens Montag oder Dienstag die gesamte Tertilarbeiterschaft des von der Lohnbewegung erfaßten Gebietes ihre Tätigkeit wieder aufnimmt. Die Parole der Kommunisten, die Annahme des Schiedsspruchs durch die Gewerkschaften zu durchbrechen und den Kampf wild weiterzuführen, findet bei der Textilarbeiterschaft faum Beachtung. Bei dem begreiflich starken Unwillen der Tertilarbeiterschaft über den unzulänglichen Schiedsspruch verdient ihre feste Haltung und ihre Disziplin besondere Anerkennung. füllten Bersammlung, mit der kommunistischen Aktion befaßten, nehmen einstimmig folgende Entschließung an:„ Wir sehen dem tommunistischen Terror die attive Gegenwehr enigegen. Mit allen Mitteln werden wir unser Recht auf den Arbeitsplah ertämpfen. Das geschlossene hineingehen in die Betriebe und das Berlassen der Arbeitsstellen wird von uns orga. nisiert.“ Der mit Stalin gereinigte Schwager Wittorfs hat auch in Bremen in einer fommunistischen Hafenarbeiter"-Versammlung einstimmig den Streit der Hafenarbeiter beschließen lassen. Es Die Die 2 Breu und J Zu diesem Schiedsspruch nahmen Donnertsagabend die Speditions angestellten in einer überfüllten Versammlung im„ Balais des Zentrums" Stellung. Die Berichte der Organisationsvertreter über Betri das Antifoziale der Berliner Spediteure und den mageren Schieds Ipruch riefen bei den Berjammelten helle Entrüstung hervor. Stam Dieser Schiedsspruch ist auch eine unmögliche Lösung des Gend i haltskonflikts. Ein großer Teil der Angestellten würde, da er durch organ die Erhöhung" höhere Beiträge für die Sozialversicherung zahlen müßte, eine Gehaltstürzung hinnehmen müssen. Alle Diskussionsti redner teilten die Auffassung der Organisationsvertreter, daß er ft nach den Verhandlungen über den Manteltarif ein endgültiger Beschluß gefaßt werden könne, brachten aber flar zum Ausdrud, daß die Speditionsangestellten zum Kampf entschlossen sind. Die Abstimmung ergab die einstimmige Ab lehnung des Schiedssprues. Die Rämpfe in der deutschen Textilindustrie und der große Textilkonflikt, der vor kurzem Bolen heimgesucht hat, zeigen, wie notwendig die vom Internationalen Tegtilarbeiterfongreß in Gent geforderte internationale Erhebung über die Löhne, die Arbeitszeit und den Gesundheitsstand der Tegtilarbeiter ist. Die Unternehmer wollen von einer derartigen Erhebung nichts missen. wurde aber nur ein allgemeiner Streift der Streifenden daraus. Im übrigen werden die Gewerkschaften gegen dieses gewalttätige Vorgehen gegen ihre Beschlüsse, das man offenbar jetzt in wiffen. Mit Ach und Krach hat sich der Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamts auf seiner Tagung in Warschau dazu aufgerafft, einen Ausschuß einzusetzen, der auf der nächsten Tagung über den Bereich einer etwaigen Erhebung" berichten soll. " Die Technifer bei den Behörden. Fachgruppentag im Butab. Breu mg orgar bie P Beitu Berei Hob Reich Für it be Um den Schiedsspruch für die Getränkeindustrie. Wie im Vorwärts" bereits mitgeteilt, ist am 11. Oktober für ' die Arbeiter und Arbeiterinnen der Berliner Wein- und Likörfabriken ein Schiedsspruch gefällt worden, der von der Arbeiterschaft ie 3 ver allem deshalb abgelehnt wurde, weil er die Löhne bis zum mird 30. September 1930 festlegt. des Die Landesfachgruppe Preußisches Kataſterwesen" Butab hatte aus Anlaß ihrer Gruppentagung zu einem Begrüßungsabend im Deutſchen Ingenieurhaus einge laden. Mitglieder und Gäste waren zahlreich erschienen. Es hatten " u. a. das Finanzministerium, die sozialdemokratische Landtagsfrattion, der Butab Vertreter entfendet. Zahlreihe Telegramme von führenden Persönlichkeiten waren eingegangen, die zu der Tagung Erfolg wünschten. Deut Der Arbeitgeberverband. der Getränkeindustrie und nur verm. Gewerbe von Groß- Berlin( E. B.) hat den Schiedsspruch an Bilan genommen und seine Verbindlichkeitserklärung bean fragt. Der Schlichter hat die Parteien bereits zu Sonnabend, den 27. Oftober, mittags 12 Uhr, zu Verhandlungen geladen. hung bat oefer bem Cand me Beilegung des Kladnoer Bergarbeiterstreifs. Prag, 26. Oftober.( Eigenbericht.) Am Freitag wurde durch Einigungsverhandlungen in Prag der öft Streit der Kladnoer Bergarbeiter, der vier Wochen dauerte, beigelegt. Die Arbeiter erzielten einen schönen Erfolg. Bem Die Schichtarbeiter sollen eine 5prozentige, die Uebertagarbeiter eine 3prozentige Lohnerhöhung erhalten; dem Bergarbeiter wurde ein fre Buschlag zum Durchschnittslohn zugesichert. Ferner erhalten alle Gruben und Uebertagarbeiter eine einmalige Teuerungs beihilfe. Nachdem eine ganze Anzahl der Gäste ihre grundsätzliche Bu stimmung zu den Bestrebungen der Fachgruppe und des Butab ausgesprochen hatte, hielt der Genosse äuseler vom ADB. einen Vortrag über„ Die Stellung des Technifers im öffentlichen Dienſt". Er betonte, daß der Staat sich im Laufe der Jahrhunderte aus einem reinen Verwaltungsstaat in einen Wirtschaftsstaat gewandelt habe. Im 18. Jahrhundert waren bereits einmal Anfäßze dazu vorhanden, die technische Praris im Verwaltungswesen zur Geltung zu bringen. Allmählich aber wurden diese BestrebunRon Son Aufgehobene Sperre. Das Bierhaus Morigplatz ist durch Verkauf an den jetzigen Inhaber Wagner übergegangen. Dieser erfennt den Tarifvertrag, die Organisation, sowie den paritätischen Arbeitsnachweis an. Die Sperre wird somit aufgehoben. Ge iperrt bleibt für die Mitglieder des Zentralverbandes der e Oranienstraße 59, Inhaber Ernst Schubert, weil dort nach wie vol Fotels, Restaurant- und Caféangestellten das Café Morigpla Tarifbruch begangen wird. Der haf alter Be barf uße Fred ten Freie Gewerkschafts- Jugend Groß- Berlin Seute, Sonnabend, folgende Beranstaltung: Südkreis: Wochenendkursus eine in der Jugendherberge Rüdersdorf. Thema:„ Gewerkschaftliche Beit und Streitfragen." Treffen um 18 Uhr Schlesischer Bahnhof, Glastuppel. burd tund bie S Berantwortlich für Politik: Dr. Curt Geyer; Birtschaft: G. Klingelhöfer: Bewertfchaftsbewegung: Friebr. Ekkorn: Feuilleton: Dr. John Schikowski: Lotale e t and Sonstiges: Fris Raritädt: Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Verlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerel und Berlagsanstalt Baul Ginger u Co., Berlin SW 68. Lindenstraße Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Bissen". Eine Weltreise für alle Leser des„ Vorwärts" Wer möchte nicht erfahren, wie die weite Welt mit all den Wundern der Natur aussieht und wie die Menschen darauf leben. Aber zum Reisen gehört Zeit und Geld. Soll darum der Wunsch, die fremden Länder und Bölker kennen zu lernen, für weite Kreise auf immer unerfüllbar bleiben? Nein! Reisende und Künstler find deshalb hinaus gegangen, tief in die entlegenften Länder hinein, um uns in Wort und Bild von dem zu berichten, was schön und lebenswert ist. Sie werden mit uns einen großen von Land zu Land, von Ort zu Ort reisen. Wir| Gebirge, Ströme, Seen, die besucht werden. 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Ort und Straße: 1928 Rebo ti Der in die Ceil r. 509 45. Jahrgang ale n erf Ane re ie= de ber [ ten Ber enn bes den den ni 2. Beilage des Vorwärts Sonnabend. 27. Oftober 1928 Agrarfrisis wird überwunden. Zum Jahresbericht der Preußenkaffe.- Die Erfolge der preußischen Agrarpolitik. In der intereffierten deutschen Deffentlichkeit dürfte seit Jahren bar in Ereignis mit solcher Spannung erwartet worden sein, wie die erfolgte Veröffentlichung des Geschäftsberichts der Preußischen Des Bentralgenossenschaftstasse. Und das aus zwei Gründen: Einmal en die kritische Lage der deutschen Landwirtschaft, nachdem der Bieberaufbau der Industrie im großen und ganzen gelungen war, eute das Zentralproblem der deutschen Gesamtifen Pirtschaft, zum anderen mußte sich bei der Berichterstattung er Preußischen Genossenschaftstasse herausstellen, ob der vollständige ja Bandel in der inneren deutschen Agrarpolitit eit Ende vorigen Jahres, der von den schärfsten Auseinander gungen zwischen den reaktionären und fortschrittlichen Lagern beung at. 11. egt, ref Iten Ser am den An bak gleitet es zu begrüßen, denn die Verschiebung erfolgte bewußt zur herausforderung des öffentlichen Urteils über die erzielten Forthritte, daß die Preußenfasse die Veröffentlichung des Jahresberichtes für 1927 solange verzögerte, bis die Auswirkung der Reuen Politit auch erkennbar mar. Sein Programm hat Dr. Klepper, Ger im Januar dieses Jahres von der preußischen Staatsregierung en die Stelle von Dr. Semper, dem früheren Leiter der Preußen hter laffe, berufen wurde, vor der Presse im Februar 1928 und in der Begründung zum Reformgesetz der Breußenfaffe entwickelt. Die ndiefentlichen Bunkte des Programms waren die Beendigung der dah sherigen Kreditinflation mit fester Mart in der Landwirtschaft, Spee Untersuchung und Abgrenzung der landwirtschaftlichen Krisen um entren, die Heilung der Landwirtschaft von der Finanzkrisis durch Cere und individuelle Umschuldung, die individuelle Behandlung Er Grer Kreditrisiken durch Wirtschaftsberatung und Betriebskontrolle, e Beweglichmachung und Erhöhung der Aktionsfähigkeit der Breußenfasse durch faufmännische Organisation und Kapitalstärkung und endlich die Wiederbeweglichmachung der landwirtschaftlichen Betriebe in der Richtung auf den besseren Wirt", mit der probor. Stammatisch angesichts der erforderlichen finanziellen Bereinigung Bend der Schwäche des Gütermarktes die Schaffung einer Aufnahmeurdhrganisation verbunden sein mußte. hlen 115 des iber eds rft der inneren deutschen Agrarpolitit. Es ist kaum denkbar, daß der Beweis für diese Richtigkeit in fürzerer 3eit und schlagfräftiger hätte geführt werden fönnen. Konsumvereine helfen der Landwirtschaft. Hier sei eine Bemerkung angebracht, die die Deffentlichkeit und die auch die Bauern beachten sollen. Wir finden in meiner Tabelle Krediteinräumungen für die Konsumgenossenschaften im Betrage von 21,6 Millionen Mart, tatsächlich von diesen in Anspruch genommene Rredite Ende 1927 aber nur im Betrage von 1,7 Millionen und Ende September 1928 jogar nur im Betrage von 0,7 Millionen Mart. Selbstverständlich fam die Differenz der Kreditgewährung der handene, von der Deffentlichkeit und den Bauern bisher aber kaum beachtete Tatsache. D -OP Die Gewinn und Berlustrechnung ist eine 3wedrechnung, angepaßt der Tatsache, daß es bei dem Zentralinstitut der landwirtschaftlichen Genossenschaften in der Zeit, wo die Agrarfrisis zu lösen ist, nicht auf den Ausweis hoher Gewinne, sondern auf die immere Stärtung des Zentralinstituts antommt. Da der Umsatz der Breußenfasse im Jahre 1927 auf 83,3 Milliarden gegen. über 74,3 Milliarden im Vorjahr gestiegen ist, muß der Rüdgang der Einnahmen auch bei Berücksichtigung höheren Zinsoufwandes von 13,54 millionen auf 9,64 Millionen die hauptsäch die hauptsäch lichen Zinsgewinne erscheinen von 12,14 Millionen auf 8,28 Mil lionen verringert als Absicht gewertet werden. Offenbar sind beträchtliche stille Reserven vorweg von den Einnahmen abgefeßt. Die Geschäftsuntosten sind mit 4,87 millionen gegen 4,75 millionen nicht wesentlich erhöht. Die offenen Rückstellungen aus dem Gewinn sind mit 3 Millionen offenen Reserven und 1,32 Millionen Bensionsfondsstärkung um eine halbe Million größer als im Vorjahr. Der so verringerte Reingewinn 0,27 Millionen gegen 4,84 Millionen im Jahre 1926 wird auf das neue Geschäftsjahr vorgetragen. DON Was will die Preußenkaffe weiter? Präsident Dr. Klepper hat den Jahresbericht in einer start beDie im Laufe des Sommers durchgeführte Not programm fuchten Pressekonferenz durch geschäfts. und agrarpoli tion des Reiches war für dieses Brogramm des Leiters der tische Ertlärungen ergänzt. Die schon früher festgestellte rif reußentasse, das zugleich das Programm der preußischen Regie Tatsache sei erhärtet worden, daß in beträchtlichen Teilen Bommerns, mg war, nicht von entscheidender Bedeutung, aber es fonnte ein Medlenburgs, Ostpreußens, Schlesiens und Brandenburgs zweifellos bie programmatische Uebereinstimmung zwischen Preußen und der betriebe, in faum sanierungsfähiger Berfaffung Beitung ber Preußentaffe sowohl die Form als auch die Männer in find. Wenn hier die Kreditrisiten von den ländlichen Genossenschaf Bereitschaft standen, die der Durchführung des Notprogramms des ten aufgefangen werden sollten, so müßten die drohenden Verluste Reiches eine zwedvolle Richtung weisen fonnten. hten mpf b c. für fen aft sum und an den -) später die Reorganisationsabsichten Dr. Kleppers befannt gegeben wurden, da schrie die gesamte großagrarische Reaktion über die Politisierung der Preußentasse" und rief dazu auf, den Beauftragten bes Margismus als solchen erflärte man den neuen Präsidenten der Preußentaffe die Gefolg schaft zu verweigern. Ohne daß Dr. Klepper Borschußlorbeeren zu geben sind, ohne daß die Agrarfrisis heute schon überwunden zu fein braucht wenn fo die Politisierung der Preußentasse und die Arbeit des Marrismus aussehen, dann muß sich die deutsche Landwirtschaft zur„ politisierten Preußenfaffe und zum preußischen Margismus“ gratulieren. Was bisher erreicht worden ist, ist gewiß nur ein Anfang. Dieser Unfang aber verspricht die Rettung der deutschen Landwirtschaft, die es nach diesem Anfang nie bedauern wird, daß er zugleich das Ende der großagrarischen Borherrschaft in der deutschen Landwirtschaft bedeutet. 10 Millionen Arbeiterbank- Kapital. Ein zweiter Direttor gewählt. Eine Attion zum Welt spartag. Der Aufsichtsrat der Bont der Arbeiter, Angestellten und Beamten 2.-G., Berlin, hat die Erhöhung des Aktienkapitals der Urbeiterbant von 4 auf 10 Millionen Mark beschlossen und damit das Kapital der Bank in llebereinstimmung mit der starken Ausdehnung der Bankgeschäfte gebracht. Gleichzeitig wurde an Stelle des im Mai ausgeschiedenen Direktors Bern Mener der bisherige Direktor der Vereinsbank Frankfurt, Dr. Frik Davidsohn, in den Vorstand gewählt. Die Arbeiterbant hat den Weltspartag zum Anlaß genommen, um rund 650 Berliner Volksschulen Spartassenbücher mit einem Betrag von 5 M. zur Verfügung zu stellen. Die Bücher sollen an Schüler bzm. Schülerinnen verteilt werden, die nach Ermessen der Schulleitung für diese Gabe besonders in Frage fommen. Der Betrag der Sparbücher ist bis zum 18. Lebensjahr des Inhabers gesperrt. Auch in anderen Städten, in denen die Arbeiterbant Filialen unterhält, z. B. in Bremen, Frankfurt a. M., Dresden, sind ähnliche Aktionen durchgeführt worden. rganischer Bestandteil der neuen Agrarpolitik werden, weil durch eine große Zahl von Betrieben, in der Hauptsache Groß- Bremer Lloyd erhöht wieder sein Kapital Um 36 auf 165 Millionen. Was tut die Hapag? Die Gerüchte über eine Stapitalerhöhung des NordReise des Generaldirektors Stimming nach Amerita auftauchte, werben jegt vom Lloyd bestätigt. bis zur Preußenfaffe durchschlagen. Soweit die Abwendung der Rifiten im Einzelbetrieb möglich sei, ist sie ein Broblem der deutschen Lloyd in Bremen, bie im Zusammenhang mit der Rationalifierung des Genossenschaftswesens, wobei die Breußentaffe die Schaffung und die Zusammenarbeit mit einer genossenschaftlichen Einheitsorganisation grundsätzlich beFür die Rechtfertigung der neuen preußischen Agrarpolitik der Jahresbericht der Preußenfasse für das Jahr 1927 und für Die Beit bis September 1928 ein Dokument geworden, das in der Deutschen Agrargeschichte historische Bedeutung behalten vorzugt. wird. Der Bericht selbst ist voll und ganz in der Argumentation 3medmäßigteitsgrünbe, die eine schnelle Abmid. nur mit Ziffern, in der Uebersichtlichkeit und Neugestaltung der fung der Verluste bei den Zentralstellen und die Beseitigung der - Bilanz, in der Bermeidung theoretischer Bekenntnisse und hoff- falschen Kosten im Genossenschaftswesen, nicht die allmähliche ungsfroher Wünsche Ausdruck des neuen Systems. Der Bericht Entschuldung aus Ueberschüffen und die allmähliche Abrentung der bat höchste Attualität, weil er bis Ende September 1928 für die Berluste, müßten bei der Verwendung des 25 Millionen: bem Bericht die wichtigsten Zahlen sprechen. wesentlichen Geschäftszahlen fortgesetzt worden ist. Lassen wir aus Fonds für die Rationalisierung der Genossenschaften entscheiden. Ohne daß das Haftsummensystem die Bauern allgemein leiden laffen Eingeräumte Kredite In Anspruch gen. Kredite darf, muß unter Vermeidung jeder dilatorischen Behandlung die Selbsthilfe bei der Rationalisierung der Genossenschaften auch finanziell start in Erscheinung treten. Rur unter diesen Um ständen tönnen Reich, Preußen, Breußenfasse und Rentenbankkreditanstalt auch finanzielle Opfer zur Sanierung des Genossenschaftswesens bringen. Die Schaffung einer privatmirtschaftlich funt tionierenden Aufnahmeorganisation für den landwirtschaftlichen Gütermartt sei eine dringende Notwendigkeit. der östl. der Elbe hen westl. der Elbe. 419,3) 744,5 Bändi Genossensch. Ende 1927 30. 9. 1928 Ende 1927 30. 9. 1928 in Millionen Mark) 289,7 297,51 354,7 709,0 755,4 840,7 457,9) 486,0 olg. cin ine Ronjumgenossensch. 21,6 Bemerbl. Genoff. 74,0 94,8 68,5 324,91 429,6 54,7 alle Off rechtl Anft.u.Spart. 50,9 21,6 1,7 0,7 37,1 17,7 14,5 Sonstige Kunden. 15,5 18,4 12,9 14,1 871,0 907,3 941,5 838,5 טי arch efer hen Bes der Tin eit pel. Das alte und das neue System. Beschluß der Großeinkaufsgesellschaft deutscher Konfumvereine Nach der Berwaltungserklärung wird der Borstand einer am 14. November einzuberufenden Generalversammlung die Er höhung des Attienkapitals um 35 Millionen Mart Stammattien und 1,1 Millionen Mark Vorzugsaftien vorschlagen. Das Gesamtkapital bes Norddeutschen Blond würde damit 165 Millionen Mart betragen. Die zunächst überraschende Erhöhung des Attienkapitals wird von der Lloyd- Berwaltung mit einer weiteren Durchführung des Bauprogramms be gründet, da sich die Gesellschaft entschlossen hat, im Laufe des Jahres fechs weitere moderne Dampfer in Auftrag zu geben. Die Berwaltung glaubt, die hierfür erforderlichen Mittel schon jetzt durch die Kapitalerhöhung sicherstellen zu müssen. Der Norddeutsche Lloyd wartet also nicht den Millionensegen ab, der aus den Freigabegeldern für seine in Amerita beschlagnahmten Schiffe ihm zufließen soll, sondern hat durch sein gesamtes Neubauprogramm seine Mittel so angespannt, daß er zur reibungslosen weiteren Durchführung schon jeßt erhebliche neue Kapitalien braucht. Aus dem Erlös der Amerikaanleihe von 1927 und aus laufenden Betriebsgewinnen wird der Norddeutsche. Lloyd etwa 90 millionen für die Finanzierung seiner Neu bauten aufgebracht haben, die insgesamt 150 Millionen erfordern, so daß etwa noch 60 Millionen zu beden sind. Für die zukünftige Geschäftspolitit der Preußentasse traf Dr. Klepper folgende Festlegungen. Wichtiger als die Umschuldung von oben und außen sei die individuelle Umschuldung dort, Das wichtigste an dem Bericht ist naturgemäß die Entwicklung wo die Rififen liegen. Die Erweiterung der vom Reich vorgesehenen Streditinanspruchnahme durch die landwirtschaftlichen Genoffen- Umschuldung durch die von Preußen vorgeschlagene innere müffe haften, wie sie sich Ende 1927, zur Zeit der Liquidierung des erfolgen. Die zukünftige Finanzierung des genossenschaftlichen GeOb die Interessengemeinschaftsverhandlungen mit der Hapag alten Systems der landwirtschaftlichen Kreditinflation, und Ende schäfts müffe die Berfestigung des Berfonentredit-( Hamburg- Amerita- Linie) durch diese Kapitalserhöhung der Bremer ab, September 1928, nach neun Monaten des neuen Systems, systems durch fyftematische Bevorschussung der Ernte unter Ausbau Gesellschaft berührt werden, ift abzuwarten. Jedenfalls ist der Konvor erstellt. Die aus diesem Ziffernwert sich ergebenden Schlüsse sind des Lagerscheinsystems und die Schaffung einer rationellen Abfaz turrenztampf der beiden Reedereiriesen wieder in außerordentlich eindrucksvoll: organisation zur Boraussetzung haben. Beiden Zweden sei auch die eine neue Phase eingetreten. Von Anfang 1928 bis Ende September ist das gesamte Scheuertransattion gewidmet. Dr. Klepper fonnte dabei auf den Kreditgeschäft der Preußenkaffe um 103 millionen Mart gefun- tags vorher erfolgten ten. Davon kommt auf den Monat September 1928 allein noch fus eine Sentung um 36 millionen Mart. Die Kredifinanspruchnahme burch landwirtschaftliche Genossenschaften ist um und 96 Millionen Mark zurüdgegangen. Dabei brauchten Hamburg hinweisen, sich an der Scheuertransaktion zu beteiligen kredit e inräumungen insgesamt nicht verringert, Drittens müsse eine Normalisierung auch der 3insHe fonnten jogar um 36 millionen auf 907,3 millionen Mark erhöht bedingungen in der Zukunft ins Auge gefaßt werden, nachdem werden. Während Ende 1927 die Inanspruchnahme der Kredite verbilligte Darlehen je länger desto weniger zur Verfügung stünden bisher noch feine wesentlichen Fortschritte gemacht hat, wird das Kreditgewährungen insgesamt noch um 70 millionen Mart und der Gelderzufluß aus echten Darlehen und Einlagen auf das lionen, Ende September fogar um 69 Millionen hinter der empfindlichste gehemmt würde, wenn in den Zinsbedingungen nicht die Möglichkeit zu ausreichender Zinsgewährung gegeben sei. Das redifeinräumung zurüd. Am 30. September 1928 vierte ist der weitere Ausbau ber individuellen BetriebsUm 11 Millionen Mark nicht ausgenutzt, während sie Ende baren die Krediteinräumungen für die ländlichen Genossenschaften tontrolle und Wirtschaftsberatung, beren bisherige Auswirkung ein hundertprozentiger Erfolg fei. Der anfängliche Widerstand bei den Genossenschaften und auf dem Lande sei jetzt der bereitwilligen Unterstützung der Kontroll- und Beratungsarbeiten gewichen. fer: ales eret 15 au frel bie die 1927 36 noch um rund 130 Millionen überzogen waren. Während Monaten 1928 um Die Inanspruchnahme in den ersten acht Megionen Mark zurüdging, hatten die ersten acht Monate 1927 och eine Zunahme um 192 Millionen Mart aufgewiesen. Die Heranziehung von Reichsbantgeldern zur Darlehensgewährung -durch Reichsdiskontierung landwirtschaftSchlußfolgerungen. Ein Automobilban- Forschungsinftitut. Der Gedanke der techni schen Zusammenarbeit gewinnt in der deutschen Automobilindustrie an Boden. Jetzt ist beim Reichsverband der Automobilindustrie ein Forschungsinstitut für Kraftfahrzeugwefen gegründet worden, dem gußer wissenschaftlichen Lawerden sollen. Die laufenden Untosten werden durch Umlagen boratorien auch eine Verfuchsanstalt und Bersuchsbahn angegliedert der Mitglieder aufgebracht. Da die Normung im Automobilbau Forschungsinstitut seine Haupttätigkeit auf dieses Gebiet verlegen. Internationale Automobilausstellung in Berlin. In der Zeit Automobil und Motorradausstellung statt. Die vom 8. bis 18. November findet in Berlin die Internationale Ausstellung wird von ungefähr 600 Ausstellern befucht sein und eine Fläche von 22 500 Quadratmetern umfassen. Für die Aus stellung von Bersonenkraftwagen sind 24 deutsche und 38 auslän. dische Firmen gemeldet. Nuzkraftwagen werden dagegen 9 ausländische Firmen und 25 deutsche Firmen ausstellen. Ausstellung der Krafträder verteilt sich auf 34 deutsche und 13 ausländische Firmen. nur Die Der Preiswucher am Kupfermarkt. Die Kupferpreise, die im Laufe des Jahres vom Internationalen Kupfertarte!! find erneut von 15,5 Die öffentliche Meinung Deutschlands wird sich dem starken cher Wechsel die Ende 1927 noch 42 Pro3. aller Kreditgewäh- Eindruck, den die von der Breußentaffe veröffentlichen Ziffern her. ungen ausmachte, ist bis Ende August auf 24 Pro3. gefenft vorrufen müssen, nicht entziehen Sie wird in den weiteren borden. Während im Jahre 1927 die Einlagen bei der Preußentaffe Ausführungen des Präsidenten der Breußentasse, nachdem die auf 15,75 Cent per Pfund erhöht worden. Da in Berbraucherbebeufend zurüdgegangen waren, ist in den ersten acht Monaten 1928 Rebolt der Rüdgang von 1927 wurde allerdings nicht voll aufRooft der Einlagenbestand um 25 Bros. geftiegen. In biefen Siffern sprechen wichtige Tatsachen für bie Richtig it bez osigten und des Programmmefels in fprechungen erbliden dürfen, fondern einen zielbewußten, des Erfolges meitgehend sicheren Billen. Als vor dreiviertel Jahren von ber Breußischen Staatsregierung entschlossen der Personenwechsel in ber Preußischen Zentralgenossenschaftstoffe durchgeführt wurde, als tells noch nicht die lente fein wird, haben sie starte Dedungs fäufe vorgenommen. Die europäische Berbraucherschaft. die sich hauptsächlich aus der verarbeitenden Industrie zusammenfeßt, täte gut, durch einen Zusammenschluß Gegenmaßnahmen gegen den un erhörten Breiswucher bes internationalen Rupferfartells zu treffen. Die Steuerfeinde von Kyritz. Der ewig lächelnde Major. Im weiteren Berlauf des Syrizer Prozesses fragte der Ver- tion alles unbedingt ruhig und frieblich zugehen. Reiner der De teidiger Rechtsanwalt Bloch den Bloch den Zeugen Dberwachtmeister monftranten bürfe in Knris ein Glas Bier trinten. Wenn jemand es por Durst nicht aushalten fönne, folle er sehen, daß er bis zum Preußer: Hatten Sie nicht selbst den Einbrud, es wäre ein Unglüd gewesen, wenn die Schußpolizei fich gezeigt hätte? 3euge: Db nächsten Dorf tomme. Stöcke dürften diesmal mitgenommen werden. man sich bei Demonstrationen zeigt aber nicht, tommt ganz auf den fann mich nicht entfinnen," so erklärte der Zeuge ,,, daß Cordes gesagt haben soll, vor dem Landratsamt müffe noch alles ruhig sein, Bei dienstlichen Befehl an. R.-A. Bloc: Aber Sie selbst hatten doch was vor dem Finanzamt geschehe, sei eine andere Sache." wohl das Empfinden, daß in diesem Falle 15197618er: In der Borunterludung hoben Sie in diefen Buntien vor. die Berwendung der Schupo aufreizend wirken mußte?- 3euge Oberwachtmeister Preußer: Herr Rechtsammalt, ich habe die Zeitungen gelesen und perftahe gut, marauf Sie hinaus wollen. Deshalb will ich Ihnen eine turze Er Härung geben: Wir üben den Schutz als ftaatliche Polizei aus. Wir vertraten doch auch in diesem Falle die Sicherheit des Staates und da. ist es doch sehr traurig, daß sich Baltsgenoffen und bea sonders solche, die sich Führer nennen, zu Laten hinreißen laffen durch den Anblid einer Uniform, die ihnen vielleicht gerade zu ihrer augenblicklichen politischen Einstellung nicht paßt. Hätten die Führer sich auf den Standpunkt gestellt: Diele Beamten sind auch nur hier, um ihre Pflicht zu tun, fie find ja für den Staat, für uns alle da, und wir wollen auch gute Staatsbürger fein, fo wäre es zu diefer Erregung niemals gekommen. Benn man aber gleich sagt: Die Schupo muß verschwinden, und wenn diese Einstellung auch noch von den Führern unterstügt wird, dann ist es fein Wunder, wenn es zu solchen Ausschreitungen gekommen ist. Ein Wunder ist es nur, daß unsere Beamten noch eine solche Disziplin bewahrt haben. R.-A. Bloch: Herr Zeuge, Sie überR.-A. Bloch: Herr 3euge, Sie über fehen, daß ich nicht der Angeklagte, fondern der Berteidiger bin. Nach Auffaffung der Angeflagten ist es besonders ben Führern des Landbundes zu verdanken und der Disziplin der Demonstranten, daß nicht größeres Unheil angerichtet worden ist. fichtiger ausgefagt Beuge Leppin: Ja, weil mir der Unter fuchungsrichter erklärt hat, der Gegenzeuge, Landjäger Schelte, be. haupte dos Gegenteil, der fei Beander und dem werde mehr ge ( Anhaltende glaubt. Ich folle mich allo nicht meineldig machen.( Anhaltende ha- Rufe auf der Anflagebanf.) Die Berteidigung beantragte fofort bie Brototollierung bieler Beugenausfage, worauf Leppin seine Befunbungen etwas abschwachte und erklärte, der Untersuchungsrichier habe nur gemeint, die Aussage des Beamten werde mehr bewertet werden. Sofort im Anschluß daran wurde Bandjägermeister a. D. Schelte vernommen, der nun aussagte, er habe in Bredbin eine Bandbund versammlung überwacht. In dieser Bersammlung habe Leppin er. zählt, es fei in einer Konferenz unter Beitung von Major Corbes betont morden, auf dem Markt und vor dem Landratsamt sollte sich alles ruhig verhalten, aber was vor dem Finanzamt paffiere, da sollte jeder selbst julehen. Bors: Zeuge Leppin, was fagen Sie dazu? 3euge Leppin: Sch tann mich nicht sicher entfinnen, diefe Worte gebraucht zu haben. Beuge Schelte: Ich habe das deutlich gehört und habe es mir auch ausdrücklich gemertt. Außerdem war in dieser Bersammlung eine Lifte ausgelegt morben für diejenigen, die die Zahlung der Steuern vermeigern wollen. In diese Liste baben sich 37 Berjonen eingetragen. Seuge 2appin: Das ist richtig, diele Liften follten an ben Bandrat meitergegeben werden. bis zur Bernehmung des Untersuchungsrichters ausgelegt. Dann Die Bernehmung der Zeugen Schette und Beppin wurde wurden zwei Reichsbannermitgfieber als 3eugen bi Sodwinter vorgenommen. Dank dieser organisatorischen Mah nahme ist es möglich, auch diejenigen internationalen Streden, nicht im Nachtluftverkehr betrieben werden, während der Zeit po 15. Oftober bis 3. November und vom 4. Februar 1929 bis zu Beginn des Sommerluftverkehrs( Ranbwinter) an einem Tage burd gehend zu befliegen, während nur im Hochwinter, d. h. vo 4. November bis 3. Februar 1929 einige diefer Berbindungen zmei Etappen beflogen werden müssen. Im tommenden Winte werden fich erstmalig die großen Bortelle für den international Durchgangsverfehr durch bie für Madtflüge eingerichtete Stred Berlin- Hannover zeigen. Denn während z. B. im vergangen Hochwinter die Flüge zwischen Berlin und Paris bzw. London m mit lebernachtung in Köln bau, Amfterdam durchgeführt werd fonnten, ermöglicht diese im Sommer 1928 erstmalig in Betri genommene Nachtftrede nunmehr den ganzen Winter über die Dur führung des wichtigen Berkehrs zwischen Berlin und den we europäischen Hauptstädten an einem Tage. Außer den genannte beiden Hauptorten werden auch andere wichtige Streden 3Kopenhagen Hamburg Amsterdam, Berlin münchen, Hamburg Stuttgart somie Berlin Breslay Gleiwit und Berlin- Danzigberg während des ganzen Winters beflogen. Die leggenann Linie ist ebenfalls für den Nachtluftverkehr eingerichtet. Die ta liche Leistung der deutichen Flugzeuge beträgt mährend d Hochwinters etwa 7000 bis 8000 ilometer und im Rar minier annähernd das Doppelte, also etwa 16000 kilomete Sämtliche Flugzeuge find mit den modernsten Einrichtungen fehen. Auch bie bodenorganisatorische Sicherung ist einmanb burchgeführt, fo baß nach menschlichem Ermessen alle Unfallmögli felten ausgeschaltet oder doch auf ein Mindestmaß berabgebri find. Briefe, die ihn nach 7%, Jahren erreichten." önig Es flingt wie ein Aprilschers, ift aber einwandfrei bele Der in Berlin wohnende Abreffat eines am 10. mora 192 ph in Hamburg aufgegebenen Briefes erhielt diesen Brief glüdlich am 6. Ottobe eine Entschuldigung der Reichspoft fichen 40- Pfennigmarke. Die Deutsche Reichspoft machte den Apr scherz vollständig, indem sie nun eine Nachgebühr von 25 Pfenn erhob, permutlich für die außergemöhnlich schnelle Bedienung gehört, der Arbeiter 3ebamzit und der Schmied Arenb, beide Parteinachrichten aus Kyrik. Sie gaben an, daß fie aus Neugierde der Bendbundbemanftration gefalet feien und die Borfälle am Finanzamt aus Die Bernehmung der übrigen Bolizeibeamten ergab stets das gleiche Bild. Das veranlaßte Rechtsanwalt Bloch zu folgender Aeußerung: Es fällt mir auf, daß die Aussagen der Beamien in pielen Runtien mörtlich mit der Anflagefchrift übereinstimmen. Herr Leutnant Boed haben Sie vielleicht vor Ihrer Bernehmung eine Anlagefchrift bekommen? -Beutnant Boed: Sch habe sie nur flüchtig eingeleben. Reiniger Entfernung beobachtet hätten. Sie hätten gesehen, wie Bloch: Und wer hat sie Ihnen vorgelegt? Beutnant Boed: Der Sachverständige der Schußpolizei. Im übrigen ist es ja gar tein Wunder, wenn gemiffe Redewendungen fich wiederholen, denn die Anflageschrift enthält teilweise ja wörtlich meinen Bericht. Oberstaatsanwalt: Soll hier behauptet werden, daß der Deberta ats Bantert vor der Bernehmung instruiert habe? Boed: Bon instruieren tann gar keine Rede sein. Ich habe meinen Leuten nur gefagt, daß fie unter ihrem Eide aussagen müßten, was fie wiffen. Im übrigen habe ich ihnen das Beitungsmaterial der verschiedenen Richtungen gegeben. Ein Zwischenfall. Zu einem 3mischenfall fam es, als der Landwirt Leppin aus Breddin vernommen wurde, der an einer Ber: trauensmännerfonferenz teilgenommen habe, in der nach seiner Darftellung Major Cordes gejagt habe, es müsse bei der DemonftraAutos auf der Landstraße. 3wei Freifprüche. Major Cordes bei jedem Steinmurf gelächell habe, als wenn er darüber aufrieben fei. Jebamzit befunbete aber auch, daß Cordes mit dem Taschentuch gewinkt habe, um die Menge zum Abzug zu bewegen. Die beiden Zeugen wurden gegen ben Widerspruch der Verteidigung pereibigt. Die Befundung, daß Major Corbes wiederholt gelächelt habe, wurde auch noch von einem Landjäger bestätigt, worauf die Berteidiger darauf hinwiesen, daß Major Cordes an und für fich ein Geficht habe, das so aussehe, als menn er lächele. Nachdem noch die beiden Steuerbeamten Meyer und Felsner ausgefagt hatten, fie hätten beobachtet, mie einer der Demonstranten aus seinem Mantel einen Stein heraushofte und ihn seinem Rebenmann gab, der damit nach den Fenstern warf, wurde die Verhandlung vorzeitig um 43 1hr nachmittags auf Sonnabend frih pertagi, ba ber Tanziaal abends für eine Theaternarstellung benötigt wird. für Menschenrechte eine Gebentfeier peranstalten, zu der sie das Reichstahivett und die Spigen der Behörden eingelaben hat. Im Rahmen dieser Gebentfetet, hie noraussichtlich im Capitol ftatt finden mind, fall ein bisher in Deutschland noch nicht gezeigter 3mei Gerichtsperhandlungen, die fich nor turzem in 3offen abriebensfilm aufgeführt werden fpielten, zeigen, daß Borschriften, die zum Schuge des Bublitums erlaffen find. nicht genügend beachtet merden und daß die ftrafende Justiz im Fall ihres Einschreitens leicht dazu fammen fann, den Unrichtigen zu faffen. Eine Innenarchitektin hatte ein Auto gekauft und dabei die Be dingung gestellt, daß man ihr das Fahren toftenfrei beibringen müsse. Die Firma hatte teinen geprüften Fahrmeifter, aud feinen Lehrwagen, das heißt folchen, der dem Behr meister eine Einwirkung auf den Bagen gestattet, sondern sie ließ die Dame mit einem Angestellten fahren, der, mie er sich später als Zeuge ausdrückte, der Dame die besondere Eigenari des ameri fanischen Bagens" erflären follte. Als die beiden einmal nach Dresden fuhren, stieß der von der Dame gesteuerte Wagen mit Die Anflage einigen Motorradfahrern zufammen, gegen die Dame erhoben; der Richter fprag fie jeboch frei, da sie wohl der Ansicht sein fonnte, daß sie in dem Angestellten einen Lehrmeister bei sich hätte. Die eigentliche Schuld trifft eben doch die Berkaufsfirma, die die Spejen für die Ausbildung menigftens teilmeise( paren mollte. murde Winterflugplan der Luft- Hansa. Am Montag, dem 15. Oftober, murden im Bereiche des Streden neges der Deutschen Lufthansa und der Mehrzahl der befreundeten ausländischen Luftverkehrsgesellschaften der Uebergang pom Sommer zum Winterflugbienft vollzogen. Mit Rüdficht darauf, daß nicht alle Tage im Winter gleich turz oder lang find, wurde bei der Aufstellung des Winterflugplanes eine Teilung in Rand- und Funkwinkel.z Der zweite Fall liegt ähnlich: Der Benzin- Benzolaist groß und flangreich, trägt heldischen Charakter, aber er figt nicht Transport und Lager Gejellschaft ist unterm 19. November 1927 und dann wieder unterm 9. Juli 1928 gestattet morden, zwei Anhängemagen und einen Kraftwagen zu einem Tantlaftzug zufammenzustellen und diesen auf die Chauffeen des Rreifes Teltom fahren zu laffen. Da der Firma erstere Erlaubnis aus gemiffen( nicht näher erörterten) Gründen mieder entzogen murde, der Tanflaftzug aber doch wieder und wieder erschien, murde Anzeige erstattet. Die Anflage richtete fich nun gegen den Kraft magenführer, der aber zu feiner Entlastung zwei Dokumente por mies, das eine allerdings nur in beglaubigter Abschrift, bie jene erwähnte Erlaubniserteilung bestätigten. Der Amtsanwalt verlangte Bertagung, um die Geschäftsführung darüber zu befragen, mann die erste Berordnung widerrufen sei. Der Richter lehnte die Bertagung ab, da er wohl annahm, daß die Firma ben Tantlaftzug laufen ließ, ohne dem Kraftmagenführer die Zurücknahme der Ber fügung mitzuteilen. Amtsanpalt wie Richter tamen zur frei sprechung des Wagenführers, da er des Glaubens fein fonnte, daß die Firma berechtigt sei, den Tantiaftzug laufen zu laffen. Die Rolle der Firma liegt hier tiar zu Tage, und wenn das Gejes porschreibt, daß der Kraftmagenführer allein verantwortlich zu machen ist, so muß dieses Gefeß geändert merden. Wenn jept Die Angelegenheit durch gerichtliches Borgehen gegen die Geschäftsführung der Firma auf den richtigen Weg gebracht werben fallte, so dürfte sich vielleicht ergeben, daß Berjährung für das Ber gehen vorliegt. Der Freispruch des Kraftwagenführers war felbft nerständlich: fein Mensch wird annehmen, baß er aus eigenem die Fahrten unternommen hat. Aber mit Recht fragte der Mann, mie er dazu käme, die 1,40 Mart Fahrgeld für das Erscheinen zu der Berhandlung zu zahlen? Gedenffeier für die Toten des Weltkrieges. Anfäßlich der zehnjährigen Wiederfehr des 11. November 1918 wird die Deutsche Liga M.Schulmeisfer Berfin Dreadrar Ski Knaben Kleidung Nur eigenes Fabrikat! Baul Smidt beginnt fein Schubert- Konzert am Nach mittag verheißungsvoll mit dem Lied Im Abendrot". Der Tenor richtig. Er wird gepreßt und fann sich nicht fret entfalten. Die Stimme flingt bereits bei den nächsten Liedern angestrengt. Das ift schade, da Zenöre mit dieser Färbung felten find, ba auch Schmidt mufitalifd) und ausbrudsvoll fingt. Tilln Bebetinb Tieft abends Aus bem Nachlaß ihres Mannes", Borher eine im Berbältnis zur ganzen Beranstaltung fehr lange Introduktion über Frank Bedefind von Artur Rahane gemütlich dahingeplau dert. Wie oft ift eigentlich hier fchon im Rundfunt anfäßlich mancher Sendung über diesen Dichter gesprochen worden? Bei Rahane, der außerordentlich gefchidt das Thema zu variieren und zu umspielen verfteht, der sich über feinen Geiftesreichtum unentwegt freut, liegt der Fall fo: Er fpricht für die Wissenben, bie Eingeweihten und jagt ihnen absolut nichts Neues. Dagegen fragt sich ein Hörer, ber vielleicht pan Webetind nicht piel mehr als den Namen fennt, welchem Smed foll eigentlich biefe hübsch geformte Rebe bienen. Einige der Dichtungen sind sehr ernft gehalten, von großer Einfach heit, andere nähern sich den geistreichen Chansons, Hymnen auf das Leben, Spuren eines unheilbaren Rakenjammers und hin und mieber Anflänge an den Bajazzo- Brolog Schlägt nor Luft und Leib auch in bes Gautlers Bruft ein Herz. Ueber allem ein Hauch von Müdigkeit, nicht mehr das fprühende Beben der früheren Beit, und Lilly Bedetind ist noch immer feine begnadete Bor tragsfünftlerin geworden. Darauf lehertragung eines Sinfonie fonzerts aus Warichau. Es bietet polnische Kompofitionen jüngsten fonaerts aus Warschau. Es bietet polnische Sompofitionen jüingften Datums, die sich niemals, wie die westeuropäischen, entschieden van ter Melodie föfen. Die Webertragung perläuft ohne Störung. Man hört ein, befonders in den Streichern ausgezeichnetes Orchester und fernt in Irena Dubiffa eine Rünstlerin tennen, bis auf der Violine breite schmelzende Kantilenen meistert. Der größte Borzug diefes internationalen Programmaustausches liegt darin, daß der Berliner Hörer auch einmal Kompofitionen fennenlernt, die in Deutschland fonft selten oder nie gespielt werden, und die damit Abwechslung in die Gleichförmigkeit der Mufitprogramme hineintragen. F. G. Einsendungen für diese Rubrik find Berlin 668. 2labenizate 2 für Groß- Berlin ftets on bas Sestrisjefretar 2. Sol. 3 Ezep. redats, au rid 1. Szeis mitte. Der Rurfus des Seneffen Dr. Lange beginnt am Donne tag, 1 November, 19% Uhr, Im Gigungsfaal Johannisftr. 14-15. melbungen werben im Schulintal entgegengenommen, 1. Areis Mitte. Sonntag, 28. Oftober, im großen Gaal bes e werkschaftshauses, Engelufer 24-25, Schlußfeier ber Werbewoche, An fang 16 Uhr. Cinlag ab 17 Uhr. Eintritt 59 Bf. intl. Steuer unb Tanz. Alle Genoffinnen unb enoffen fowie Sympathifierenbe und Borwärts" Befer sind herzlichst eingelaben. Festzebuer Dr. Julius Mofes, M. d. R. 7. Kreis Charlattenburg und Spandan. Suristische Sprechstunde heute, So abend, pon 17-18 Uhr im Jugendheim Rofiuenfir. 4. Gelegenheit Riechenaustritt. 13. Speis Tempelhof. Heute, Sonnabenb, 37, Oftober, 19 öffentliche Berbeneranstaltung der Sozialdemokratifden Bartel und der Arbeiterwohlfahrt in ber Aula der Gemeindeschule Tempelhof, Friedrich 98ilhelm Straße, Borführung des Filmes Die Einrichtungen ber rbeiterwohlfahrt". Ansprachen der Genassinnen Anne Genez und Dr. Zuile Morgenstern, Männer und Frauen, erscheint in Maffen! 14. Streis Reuteln. Die Begirisverordnetenfcalling unb ber ermeiteris norstand Sonntag, 28. Diober, 10 1hr, Befigtigung der Benheldju am Domnuneg. Führung: Dr. Rurt Löwenstein, Treffpunkt Sonnenal Ede Dammeg. TE Heute, Sonnabend, 27. Oktober. ht. Die Bilder von der Bannermeihe find eingetroffen. Std 13 bzuholen von Ballet, eger Str, 87. 35. b. b 18 Uhr Slugblattmerbreitung von den Sahlabenblobalen Gruppe Schule bei Otto, Rigaer Str. 85 38. b. Besirle 189 B und E: 20 Uhr Werbesablabenb im total Be burger Sol, Petersburger Str. 56, mit aufilelischer Umrahmung zebner Genoffe Büchner über„ Erlebnisse unter dem Sozialistengeſe Genoffinnen unb Genpffen Jowie Sympathifiezende und Barwärts Anb herzlichst eingelaben. 107, 32. bt. Charlottenburg. 20 Uhr bei Bade, Raiferia- Augufta- ee 32, i tige Funktionärfisung. bt. Faltenberg- Alt- Glienide. Gemütlicher Abenb um 20 2hr im meinschaftshaus, Alter Gutshof. Alle Genoffinnen und Genoffen, aug ber benachbarten Abteilungen, Sympathiflexenbe unb Norwärts.Lefer herzlichst eingeladen, 79. Abt. Schöneberg, 20 Uhr in den Baraden General- Bape- Straße, im Salal Rüheler, Berbeversammlung. Bartrag: Aufgaben wub gicle ber Sozialbemotratie." Referent Reichstagsabgeordneter Georg Benbl Alle Genoffinnen und Genossen sowie Bählerinnen zub Wähler, Bat wärts" 2eser und Sympathifierenbe mäen erscheinen. 102. Abt. Baumschalenweg. Berbeverfammlung am Sonnabenb 27. Oftober. Antreten aum Umzug pünktlich 18 Uhr Baumschulenfirake, Ede Seibelampweg. Fadelzug, Mujil, Ansprache. Eriheint recht zahl zeich bieler Berlammlung. Morgen, Sonntag, 28. Oktober. 137. bt. Meinidendorf- Weft. Führung durch das Gefundheitshaus Rzeugb Treffpunkt 9½ Uhr Boltshaus Scharnweberftr. 114. Beteiligung foften Jungfozialisten. Rentälla: Seute, Sonnabend, 27. Oliober, Zeilnahme an der Gesamt anfaltung. Treffpunkt 19% Uhr U- Bahnhof Bergstraße. Morgen, Count Fahrt. Treffpunti 7 Uhr Bahnhof Neukölln. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde: Wilmersbarf: Jungfallen und Allen treffen fich am Sonntag, 28. Oti am Besuch des Soologischen Gartens um 8 Uhr Rathaus. 20 Bf. finb aubringen. Gruppe Steglis: Die Rinber treffen sich 8 Uhr am Rathaus Steglik. Bereinigung fozialdemokratischer Studierender. Unsere Mitglieder beteiligen fich au bee Rundgebung ber Jungfoaieliftif Bereinigung am Sonnabend, 27, Ottober, 20 Uhr, im fricbrid Bithe Gymnasium, Rochfte. 13. Thema: Erziehung der Maffen zum Marzienu Referentin Angelifa Balabanoff. Geburtstage, Jubiläen usw. 57. ht Charlottenburg. Unserem lieben Genoffen Franz Ruczio unb feiner Fron, Beimarer Str. 41, aur Silberhochsel bie beralichsten wünsche aards feiern heute the 25jähriges Barteltebiläum. Belbe haben fich in 78, ht, Schöneberg, Unsere Senoffen 15em itt unb Bartelarbeit große Berbicafte erworben. Wir wünschen ihnen nach recht Sabes eripricklider Mitarbeit, Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 5. t. Unfere Genoffen Gutten unb 30fcpba Beit, Neue Rön Wir werben ihnen çin ehrenbes Andenten bewahren! 78. Abt. Schöneberg. Uniere Genpffin Maria heinede, Cheraft 17 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf. Wir bitten um rege Beteiligung. ift verstorben. Chre ihrem Anbenten! Cinascherung am Montag, 29, Detob Mollige Winter- M- intel M. Schulmeister Kottbuser Unterhaltung unö Ä9issen Settoge des Vorwärts Oer Columbus des Stillen Ozeans Zum 200. Geburtstag von Lames Cook am 27. Oktober. 3n der Geschichte der geogiaphischcn Forschung bildet die Cnl« dvkung und Erschließung des fünften Erdteils, die wir dem großen englischen Seefahrer James Cook verdanken, eine der kühnsten und erfolgreichsten Episoden. Die wogemutige, mit echt britischer Zähig- keit durchgeführte Pionierarbeit Cook», die England den Besitz einer Welt sicherte, war eine bahnbrechende Großtat, bahnbrechend im buchstäblichen Sinne des Wortes. Und dieser Ruhmestitel wird auch durch die Tatsache nicht geschmälert, daß Cook nicht der erst« Europäer gewesen ist. der seinen Fuß auf ausstlatischen Boden setzte. Im 17. Jahrhundert waren ihm aus dresem Wege bereits holländisch« Seefahrer vorausgegangen, die es ober, ebensowenig wie der Holländer Abel Jonszoon Tasman, der 1642 auf der nach ihm Tasmania benannten Insel die niederländische Flagge hißt«. verstanden hatten, ihren Erfolg auszunutzen. Es blieb bei der symbolischen Besitzergreifung, die erst Cook zu einer tatsächlichen machte. In Morton, einem Flerken in der englischen Grafschaft Pork. wurde James Cook am 27. Oktober als Sohn eines armen Land- arbeiters geboren. Der Versuch des Vaters, aus dem Sohn einen ehrbaren Kaufmann zu machen, schlug fehl. Der Junge, der von Kindesbeinen an nur von der See und Reiseabenteuer» träumt«. entlief seinem Lehrherrn und ließ sich im nächsten Hafen auf einem Kohlenjchifs als Schifsqung« anheuern, um dann nach harten Lehr- fahren in die britische Kriegsmarine einzutreten. Jahrzehnt« lang durchfuhr er als Matrose und Steuermann die Meere, mit eisernem Fleiß darauf bedacht, jede dienstfreie Stunde auszunetzen, um sich m Mathematik, Astronomie und im Kartenzeichnen auszubilden. Dem unermüdlichen Fleiß und dem zielbewußten Wollen blieb der Erfolg nicht versagt. Auf Grund der umsasienden nautischen Kennt» nifl«. die er sich angeeignet hatte, zum Leutnant befördert, erhielt er von der Admiralität da» Kommando der.Endeavour", die zur Beob- achtung des Durchgang» der Venus vor der Sonnenfcheib« für ein« Reife noch der Südfe« ausgerüstet worden war. An der Spitze einer wissenschaftlichen Expedition trat Cook am 26. August 1768 in Plymouth die Ausreis« an. Am 12. April des nächsten Jahre» warf die„Enbfovour" vor der Insel Tahiti Anker. Der Verkehr mit den Eingeborenen, deren Freundschaft er gewonnen hatte, verschaffte dein englischen Kapitän und Expeditionvleiter wichtige Angaben, die er bei der Durchforschung der anderen Inseln des Archipels, denen er den Namen„Gesellschaftsinseln* beilegt«, nutzbringend verwertete. Noch glücklicher Beendigung der ostrono- mischen Beobachtung des Venusdurchgangs nahm Cook Kurs noch Süden und steuerte in das Unbekannte hinein. Dabei leitet« ihn hauptfächlich der Gedanke, die Existenz oder doch zum mindesten die Möglichkeit der Existenz eines großen Kontinents festzustellen, dessen Vorhandensein all« Kartographen de» 16. Jahrhunderts an» genommen, und den sie„Terra,»ustralix incograta*(das Unbekannte Südland) genannt testen., ein« Bezeichnung, die[pätct als Name des fünften Erdteil».sibentommen wurde. Aber alles Suchen nach diesem Land war vergeblich« Bebesmüh Cook «ahm deshalb den Kur» Deftnorweft und sichtete endlich«inen langgeftreSten. von einer hohen Bergkette flankierten Küstenstrich Es war Neuseeland, das Abel Tasman wohl entdeckt, ab« nur ganz flüchtig erforscht hatte, und da» über ein halbes Jahrhundert hindurch vollständig vergessen worden war. Cook blieb es vorbehalten, durch die Umsegelung den Jnselcharakter Neuseeland« festzustellen. Nach dreiwöchiger Fahrt wurde dann die Osttüste Australiens selbst gefunden und weiterhin die Botony-Bay entdeckt, die Bucht der australischen Südostküst«, die ihren Namen von der reichen Fülle unbekannter Pflanzen erhielt, die die Botaniker der Expedition hier zu sammeln Gelegenheit hast«'. Nach der kartographischen Aus- nähme der Neusüdwales genannten Ostküste und der glücklichen Durchsegelung der gefährlichen Torresstraße kehne Cook 1770 noch der Heimat zurück. Längst hatte er mit seinen Entdeckungen die Bewunderung der ganzen Welt erregt. Seine alle Erwartungen übertreffenden Er- folge bestimmten die britische Admiralität, Cook mit der Führung einer zweiten Expedition nach den australischen Gewässern zu be- trauen, an der auch zwei berühmt« deutsche Natnrsorfcher, Johann Reinhold Forster und dessen Sohn Georg teilnahm, der auch die deutsch« Ausgab« von Cooks Reifetagcbüchern bearbehet hat. Diesmal verjügte Cook über zwei größere Schiff«, die.Ltelolutton", auf der er feine Flagg« fetzte, und die von Kapitän Fourneaus be- fehiigte.Lldoenture". Diese zweite Expedition dauerte mm ir.2 bis 1775. Widrig«, das Vorwärtskommen erschwerende Gegen winde vermochten den kühnen Seefahrer nicht von der Durch- sührung seines Unternehmen» abzubringen, durch das bewiesen werden sollte, daß der angebliche und fast auf allen Karten der Zeit verzeichnete„Antarktische Kontinent' in Wirklichkeit gar nicht existiere. Den südlichen Kurs festhaltend, drang Cook, der hierbc- zum ersten Male den Erdball von Westen nach Osten umsegelte, bis zum 70. Grad südlicher Breite vor, der in einem halben Jahrhundert nicht mehr überschritten wurde, entdeckte eine Anzahl weiterer Inseln, darunter Neukaledonien und die Neuen Hebriden und kehrte dann nach England zurück. Seine Schifte hatten in drei Jahren in stürmischen und zum Teil unerforschten Gewässern rund 25000 Seemeilen zurückgelegt. Aber Cook, der nach der Heimkehr zum Kapitän der Flort« ernannt worden war. mochte nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Seinen Ehrgeiz reizte die brennendste Frage der Zeit, um deren Lösung sich Jahrhundert« vergeblich bemüht hotten, die Aufsindung der nordmestlichen Durchfahrt. Der vom Unterhaus für die Lösung dieser Ausgabe ausgefetzte Preis von 20 000 Pfund Sterling bot den äußeren Anlaß zum Antritt der dritten Reif«, von der Cook nicht mehr zurückkehren sollte. Mit zwei Schiffen trat er am 12. Juli 1776 von Plymouth die Ausreise an. Er durchquerte den Pazifik, besucht« die Gesellschoftsinscln, entdeckte den nach ihm benannten Cook-Archipel, wandte sich dann nordwärts und landete am 18. Januar 1778 auf der Insel Haivai, die er noch seinem Gönner Lord Sandwich, dem ersten Lord der Admiralität, benannte. Don dort erreichte er drei Monate später die Küste Amerikas, segelte in die Berrngstraße, mußte dort ober vor dem Packeis kapitulieren, ohne das Atel semer Wünsche erreicht zu haben. Auf der Rückreise erforschte er eingehend den nördlichen Teil des Siillen Ozeans und nahm die wichtigen Stellen, wo die Landmassen der Men und her Neuen Welt sich einander nähern, genau auf. Auf der Fahrt noch Süden traf e? wieder aus den Sandwichinseln ein. Um ei« von den Eingeborenen geraubtes Boot misderzuerhalten, wollte er den Häuptling der Eingeborenen als Geisel mit auf sein Schiff nehmen. Dabei kam«s zwischen seinen Matrosen und den Eingeborenen zn einem Handgemenge, in dessen Verlaus Cook mit vier Gefährten am 14. Februar 177$ von den Insulanern mit Keulen erschlagen wurde. Otto Urmacher. Eine Filmaufnahme. Do« I. palouS. (Schluß.) In einem kleinen Wochenendhaus m der Mark, das ganz allein Und abgelegen am Wasser stand, saßen im Wohnraum um Tisch herum vier Personen. Wir erkennen sie als die beiden Herren im Reitdreß, den Filmoperateur und de» Bankier Sondermann wieder. Der sonst so wohlgenährte und gepflegte Sa.id ermann sah recht verfall-n aus. Seine Hände waren frei, ober seine Füße waren mit einer starken Kette so zusammengebunden, daß er nur ganz klein« Schritt« machen konnte. Außerdem war er noch angekettet. Die Einteilung der drei war, zwei lösten sich in der Bewachung Sondermann« ab. und der dritte besorgt« im Auto Lebensmittel und sonstige Gänge. Der Wortführer dieser Gesellschaft war ein großer Mensch, der von der anderen als John angeredet wurde. Seiner Aussprache »ach ober wahrscheinlich ein Engländer aus Leipzig. Der sprach jetzt eindringlich zu Sondermonn: „Lieber Freund, es nutzt Ihnen nichts, die wenigen tausend Mark, die Sie zahlten, sind längst verbraucht, das Leben ist eben tcuer. Wenn Sie also wieder etwas zum Essen haben wollen, müssen Sie vorher zahlen.' „Aber auf diese Weise werde ich zum Bettler, ihr Halunken/ tobte Sonde nnonn,.was kann schon das bißchen Essen kosten, und mir weichen für eine Mahlzeit gleich fünftausend Mark abge- nommen?* «Ja, entweder Sie zahlen oder St« hungern, etwa? andere» gibt e» nicht, ich mach« Sie aber daraus aufmerksam, daß die Preise von morgen ab auf da« Zehnfache steigen werden.' höhnt« John. Sondermann wurde von den dreien nach diesem einsamen Haus« gebracht und bereits feit drei Tagen gefangen gehoben. Vor zwei Tagen hatte er um Nahrung ersucht, aber John verlangte erst fünftausend Mark im voraus. Sondermonn stellt« also«wen Scheck »iif fünftausend Mark au», w der Hoffnung, nun sreigelaflen zu werden, zahlbar an Ueberrelcher Sehrhard, und erhielt ein fabel- haste, Dwer serviert und ein« begrenzte Bewegungsfreiheit. Am nächsten Tage mochten die drei keine Anstalten, um Sondermann weiter zu beköstigen, und so verlangte Sondermann Essen. »Erst vorher bezahlen,' lächelte John,„die fünftausend Mark sind verbraucht.' Da rast« Sondermonn. daß ihn beinahe der Schlag getroffen hätte, aber es nützte ihm gar nichts. Er hatte jetzt über zweiund- vierzig Stunden gehungert und mußte zusehen, wie die drei ostentativ vor seinen Augen ein kulinarisches Mahl auftrugen, Austern auf Eis, Poularden. Artischocken, Roostbeeks u. a. Dos Wasser lief Sondermann im Munde zusammen. Aber er blieb standhaft. Schließlich, um nicht verführt zn werden, kroch er in fein Bett und zog die Decke über den Kopf, um nicht einmal das Geklapper zu hören. So kam der vierte Tag, der fünfte! I» dieser ganzen Zeit hatte Sondermonn wir einmal gegessen vnd da» kostet« fünftausend Mark: ober er war jetzt am End« feiner Kräfte und überlegte? Wenn ich setzt sterbe, wo» habe ich dann von oll mewem tsteldk Rur lachend« Erben! Er faßt« also«wen heroischen Entschluß, stellt,«inen Scheck auf fünftausend Mark au, v»d verlangte Essen. John zerriß den Scheck vor seinen Augen und lochte. '„Sie wissen doch, daß die Preis« setzt gestiegen sind, das Essen kostet jetzt fünfzigtausend Mark!' Sondermonn war wie vom Blitz getroffen. Dann schrie er. brüllt«:.Wollen Sie mich durchaus zum Bettler machen? Da ziehe. lch doch«wen kurzen Prozeß vor!' John gab kewe Antwort. Gegen Abend aber war e» mit Sondermonn» Kräften zu End«. Gr stellt««inen Scheck auf fünfzigtausend Mark au», mußte aber erst noch bi» zum nächsten Tag« warten, zum Einlösen de» Schecks vmr es bereit» zu spät. John benutzte Sondermonn» apathischen Zustand und ließ mm lhm«inen Brief schreiben, auf Sondermann« Briefbogen, daß er in diesen Tagen größere Zahlungen an Herrn Gehrhard leisten muß, »nd der Vorsteher seiner Bank, solle daher für ausreichende Bar- mittel sorgen. Sein«. Sondennonn», Adrefle sei sebt unbestimmt, «r befönb« sich auf dem Land«, um große Grundstückstransoktionen SU tätigen. Als der Brief fertig war. wurde er van John ebenfalls zerrissen. Usteber Freund, schade um die Zejt. schreiben Sie den Brief nochmals mit Ihrer richtigen Handschrift.' Dabei hielt er ihm ewige Schriftstück« von seiner. Sondennanns. Handschrift vor die Nase. Sond-rmann sah keinen Ausweg mehr, war auch schon zu schwach, und er tot alles was John wollt«. Der Brief wurde am nächsten Tage liberbrocht, da, Geld er- stoben, und Sondermonn«in exquisites Essen serviert. Nach dem Essen, daß merkwürdigerweise sehr stark gewürzt war. verlangt« Eondennonn zu trinken. „Koüet ebensoviel wie dos Essen.' sagte John trocken. Sondermann sah setzt ein. daß ein Wüten ihm keine Aenderung bringen würbe und beschloß endlich zu erfahren, mit welcher Summe er sich lo-kmifcn könnte. Cr zauderte, aber vmrum sollte er hj, Qualen immer weiter erdulden, um endlich doch zu unter- liegen? ..Hören Sie mal John, so geht es nicht wctter. nws verlangen Sie für Meine Freilassung?' .Da« kann ich Ihnen genau mitteilen, und Sie hätten diese Frag, schon bedeutend srüber stellen sollen. Also mir sind drei, und seder von uns muß zweihundertfünfzigtouseird Mark haben, da» sind im ganzen siebenhunderffünszigtausend Mark. Fünszigtauseick, haben wir bereit» erhalten, bleiben also genau siebenhunderttausend Mark zu zahlen. Vi« zu allererst gezahlten sünstousend Mark sind als laufend« Spesen zu betrachten, die Sie tragen müssen. Sondermann war schon bei der Nennung der Summ« ousge- Wrungen, und ging jetzt liebernd hin und her. E» wäre nicht sein Rum. aber soviel bares Geld herauszuziehen wurde bedeuten, daß er seine kleine Donk nicht wird allein halten können. Cr überlegte. er müßte einen Teilhaber nehmen, aber wen? Wo? Endlich hotte er«ine erlösende Idee. Teilhaber konnten die Verwandten seiner Frau werden, er würde sie schon dazu bringen! Nun er eine Lösung gesunden hatte, wurde«r ruhiger. „Also teilen Sie mir mit. sagte er. was Sie mit mir anfangen. wenn ich Ihnen jetzt den Scheck aus diese Summe ausstelle?' John grinste..Da» ist vernünftig von Ihnen. Sondermonn. daß Sie ihr» Loge endlich hegrtffen hob«" kllso Sie stellen jetzt schon einen Scheck aus und können von diesem Augenblick an soviel essen und trinken, wi« Sie wollen. Morgen wird der Scheck eingelöst und Sie könnten eigentlich sofort freigelassen werden, müssen aber doch noch bis In die Nacht hinein warten, wir bringen Sie dann zu einem Berliner Vorortbahnbof. Sie können ober die Freiheit be- nutzen, um eine tadellose Toilette zu machen, wir legen Wert darauf.' Sondermonn stellte erst den Scheck aus und stürzte sich dann auf die verschiedenen Wein«, denen er dermaßen zusprach, daß sein geschwächter Körper in kurzer Zeit einfach umfiel. Sondermonn schlief sehr lange. Als der Scheck schon längst eingelöst war und das Geld ver- teilt, wurde Sondermonn geweckt, um Toilette zu machen. Die Ketten wurden gelöst, ein Diner aufgetragen, und Sondermonn dann besten» geholte». Sogar sauber rasiert wurde er. Um 11 Uhr abend» machten sie sich mit Sondermonn auf den Weg. Sie ver- banden Sondermonn die Augen und setzten ihn nach zweistündiger Fahrt, in der Nahe«Ines größeren Berliner Vorartbohnhofes ob. .Seien Sie zum letztenmal von Masor Striekel und Genossen gegrüßt!' rief ihm John nach- Sondermann war starr! Das auch noch! Die vornehmen beiden Spieler in dem Badeort waren diese Verbrecher! Der Coup war«lungen. Trotz ollen Nachforschungen und einer genauen Beschreibung der fingierten Filmaufnahme, war keine Spur von den Tötern zu entdecken. Der erste versuch eine« Transozeanflage». In einer alten amerikanischen Zettung aus dem Jahre 1873 findet sich der Bericht über einen allerersten Versuch der Ueberquerung des Atlantik durch die Lust, eine kuriose Geschichte, die ganz und gor in Vergcsscttl)eit geroten zu sein icheint, obwohl sie gerade heute wieder besonderen Reiz der Aktualität besitzt. Ein magemutiger und phantasiebegabter Mann, Projessor John W's». hatte vor sünsundsünszig Jahren den Gedanken dieser abenteuerlichen Reise gehabt und den Plan sorgsam ausgearbeitet. Cr geriet indessen mit seinen finanziellen Hinter- männern in Meinungsverschiedenheiten und verzichtete aui die Teil. nahm« an der Fahrt. Nichtsdestoweniger wurde der Plan aus- geführt, und ein auf den Namen„Daily Graphic' getoufter Ballon weg im Jahr« l87Z unter dem tosenden Beifall einer vielköpfigen Menge in den Capitolina Gardens von Brooklyn, der auf Long Island gelegenen Vorstottt von New Bork City, auf. An Stell« der Gondel hing von der Hülle«in Rettungsboot herab. Der Start ging vorzüglich vonstatten, und mehrere Minuten lang gab das linternehme»»» den schönsten Hossnunaen Anlaß. Dann aber ver- fing sich die..Daily Graphic' in der Nähe von New Canoan in ein Gehölz und stürzte ab Glncklicherweile gelang«s den Luflschifsern, sich vorher in die Baumkronen zu retten und sillzer aus der Erde zu landen, fiter setzte sich Herr Ford behaglich nieder und begann mit seinem sesselndttt Bericht„Wie wir den Atlantik nicht überflogen.' Sprünge der Natur. Nie Mutation. Die Natur mockit keinen Sprung—. dieser alte Spruch, der lange für eine Art Naturgesetz gegalten hat. ist van der moderneu Wissenschaft widerlegt worden. Die Natur macht Sprünge, und gerade diese Sprünge gehören zu den wichtigsten Ereignissen der Entwicklung. Das betont K. Touton in einem Aufsatz dcr.Na- turwissenschasten", in dem er die„Mutation' in den organi- schen Naturreichen und beim Menschen behandelt. Es gibt Pflan- .zen, die ganz plötzlich und unvermittelt aufgetreten sind, so z. B. eine Buche mit rotgefärbtcn Blättern, die im Jahre 1190 im Kanton Zürich tiefen Eindruck mochte und deren Entstehung man auf da, Blut eines dort getöteten Ritter» zurücksührte. Alle.Blutbuchen' dcr Schweiz und Süddeutschlands stammen von diesem Baum ab, während die norddeutschen Blutbuchen einen ebenfalls uralten Stamm bei Sondcrshausen in Thüringen ihr Dasein ver- danken. Ebenso plötzlich ist unter den Orchideen eine Art mit zinci- farbig-r Lipp« aufgetaucht, die als Selbstbefruchter keine Bastard- bildung sein konnte. Aus diesen Beobachtungen, die noch Darwin fremd waren, hat man erkannt, daß diesen unvermuteten.Sprün- gen' in der Entwicklung die größte Bedeutung zukommt. Keine Vorbereitung zu dem Sprung ist erkennbar, sondern die ersten Vertreter der„Mutation' zeigen den neuen Typus mit einem Schlag« in voller Enlsaltung. Dieses bedeutsame neuschöpierische Prinzip der organischen Welt, da, nur auf inneren Ursachen im Bereich der Erbmasse be- ruhen kann, ist nun auch zur Erklärung der Entstehung der Mc»- fchenrassen herangezogen worden. Während man im Sinne dcr Darwinschen Entwicklungslehre vergeblich nach dem„fehlenden Glied' sucht, bricht sich die Erkenntnis Bahn, daß die großen Men- sihenrasien nur durch große„Sprünge dcr Natur' hervorgebracht sein können. Durch Bastardbilduixg sind sie nicht zu erklären.„So ist'die Mutotionslehre heute die einzige,' sagt der Vcrfosier,„die uns ein« gewisse Vorstellung von der Entstehung der Menschenrassen geben kann.' Aber auch gewisse vererbbare Merkmale einzelner Familien und sog..Abnormitäten' find Mutationen, so z. B. die ungewöhnliche Art roter Blutkörperchen, die sich in manchen Familien seit Jahrhunderten vererbt und zur Bluteuf- lösunq oder Gelbsucht führt, dann die„atrophische Myotonie', eine mit Starbildung beginnende und in Muskelschwund ausgehende Affektion, die sich im württembergischen Schwarzwaldkreis findet, ebenso die teilweise Farbenblindheit und die bekannte Blutcrkronk- Keit, die sich in einzelnen Familien forterbt. Mutationen sind auch jene.Mißbildungen', wie die Mehrfingerigleit, die sog. Hammer- zeh«, die hängende Unterlippe der Habsburger, das weiße Haar- büschel der französischen Herzogssamilie der Rohon und viele andere. Aus der Partei. Auf dem 31. Parteitag der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Bulgariens referierte der Vorsitzende der Sobranjefraktion Pa stuchow über die politische Lage. Er stellte fest, daß Bulgarien außenpolitisch infolge der ängstlichen Passivität der Regierung gänzlich isoliert dastehe. Ihre außenpolitischen Bemühungen erSchöpften sich in Anleiheabschlüssen und unwürdiger Kriecherei, difDer Terror ber macht haber läßt eine ruhige politische und organisatorische Arbeit nicht zu. Ueberall werden die öffentlichen Bersammlungen von der Polizei gesprengt, Redner und Publikum häufig mißhandelt. Nach ihrer sozialen Stellung scheiden sich die Mitglieder der Partei in 6828 Lohnarbeiter, 19 428 Bauern, 2231 Handwerker und 1610 freie und andere Berufe. SAJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Ginsendungen für diese Rubrit nur an das Jugendfefretariat Berlin SW 68. Lindenffraße 3 tariat abzuholen. Eine am legten Sonntag stehengelaffene Gruppenfahne ist im Jugendsekre Die Jungsozialistische Bereinigung veranstaltet heute eine Rundgebung in der Aula des Friedrich- Wilhelm- Gymnasiums, Rochstr. 13. Die Genossin Dr. Angelica Balabanoff spricht über„ Erziehung der Massen zum Margismus“. hert von der Angst um die Futterkrippe. Bir Sozialisten, erklärte Vorträge, Vereine und Versammlungen.. Pastuchow, find gegen jede abenteuerliche und katastrophale Außenpolitit, verlangen jedoch eine friedliche Lösung der bulgarischen und Baltanfragen. Bulgarien hat das Reht, ebenso wie die übrigen besiegten Länder Herabminderung oder wenigstens Aufschub der Reparationslasten zu verlangen, um so mehr, als die Erdbebentatastrophe das bereits verarmte Land an den Abgrund des wirtschaftlichen Ruins geführt hat. 99 Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin G 14, Sebastianstr. 37/38, Sof 2 Tr. Sonnabend, 27. Ottober. Friedrichshain, Rameradschaft Büsching: Achtung, Lokalwechfel! 19% Uhr Versammlung bei Blawert, Weberftraße 24a. Bericht von der Bundesgeneralversammlung. Wilmersdorf: Jugend 20 Uhr Antreten in der Jebenstraße, am Bhf. 800, zur Fahrt nach Ertner. Reinidendorf- West: 4. Stiftungsfeft im Strandschloß Tegel. Eintrittspreis einschl. Tanz 1. M. Kameraden anderer Ortsvereine find herzlich eingeladen. Köpenid( Ortsverein): 20 Uhr Versammlung mit Damen, anschließend Tanz. Vortrag des Ram. Dr. Edgar. Sonntag, 28. Oftober. Mitte: Ausmarsch. Antreten 8 Uhr Neuer Markt, 13 Uhr zurild. Pankow: Sandballspiel fällt aus. Jungbanner Antreten zur Wanderfahrt nach Budow 4% Uhr Marktplatz Bankow. Rameradschaft Niederschönhausen: 17 Uhr gemütliches Beisammensein im Lokal „ Wolfsschlucht". Lichtenberg: Die gesamte Jugend steht pünktlich 9 Uhr auf bem Sportplay Friedrichsfelde. Pflichtveranstaltung. Ab 15 Uhr gemütlich.s Beisammensein des gesamten Tambourkorps mit Familienangehörigen im Vereinsheim Sportplag Friedrichsfelde. Wintersport- Abt.: Herbstwanderung nach Tiefensee wird verlegt auf 4. November. Treffpunkt Wriezener Bahnsteig ( Schlesischer Bahnhof) 8% Uhr. Innenpolitisch stehe Bulgarien vor schicksalsschweren Prüfungen, da hinter den Kulissen der reaktionären Parteien die unverantwortlichen faschistischen Elemente aufrüsteten und einen neuen blutigen Umsturz vorbereiteten. Die Sozialisten hätten den Ministerpräsidenten Liaptschew unlängst auf diese große Gefahr hingewiesen, ohne daß irgendwelche Gegenmaßnahmen ergriffen wor den wären. Ueberhaupt sei das Kabinett Liaptschew, auf das die demokratischen Teile des Volkes noch einige Hoffnung gefekt hätten, mehr als eine Enttäuschung, da es sich von seinem Vorgänger, dem Kabinett Zantow, faum unterscheide. Niht das Parlament und der Volkswille regierten, sondern die Parteidiktatur des Sgowor. In den Provinzorten merde jeder Oppositionär als ge Berliner Gesellschaft für Psychologie und Charakterologie. Donnerstag, 1. November, 20 Uhr, sprechen in Berlin W. 15, Rurfürstendamm 45, die Herren fährlicher Staatsfeind betrachtet und behandelt. Man suche in BulDr. Karl Gumpers und Dr. Müller- Braunschweig über" Psychotherapie und garien vergeblich nach den elementarsten Grundrechten, auf denen Paftoralmedizin". Anmeldung von Gästen an Herrn Geh. Ganitätsrat in anderen Ländern die Konstitution ruhe. Hoffentlich ist der Tag Dr. Albert Moll, Berlin W. 15, Rürfürstendamm 45, erbeten. nahe Arbeiter- Abstinenten- Bund Berlin, so schloß Pastuchom, an dem das heutige reaktionäre Montag 19 Uhr Unterhaltungsabend, Gewerkschaftshaus, Engelufer 25. Musikalische Vorträge, Rezitationen Regime durch eine neue Kombination erfekt wird, die aus Vortragende u. a.: Genoffin Hiller, Genosse Jütter. Gäste willkommen. den breiten Voltsmassen ersteht. Die bulgarische Sozialdemokratie befiht gegenmärtig 1192 lotale Organisationen mit 30 151 Mitgliedern gegen 1188 Organi fationen mit 30 126 Mitgliedern im Vorjahre. Wie in dem Bericht ausgeführt wird, ist dieser geringe Fortschritt in erster Linie auf die schwierige Lage zurückzuführen, in der sich die Bartei befindet. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag vorm. 11 Uhr, Pappelallee 15, Bortrag des Herrn Dr. G. Röstlin- Magdeburg: Die Eigenart unserer Weltanschauungsgemeinschaft." Harmonium: Volkslieder. Gäste willkommen, Heute, Sonnabend, 27. Offober: Schöneberg IV. F.: Fahrt nach Briefelang. Treffpunkt 20 Uhr Lehrtes Bahnhof. Tempelhof und Mariendorf: Alle Genossinnen und Genossen treffen fich pünktlich 19 Uhr an der 2. Gemeindeschule, Friedrich- Wilhelm-, Ede Werderstraße, zur Beteiligung an der Frauenveranstaltung der Partei. Morgen, Sonntag, gemeinsame Schnißeljagd nach dem Hirtengraben( Teltow). Treff puntt 7 Uhr Attilaplaz( Haltestelle der 96). Werbebezirk Neukölln: Jm Heim Bergstr. 29, 19 Uhr, Wanderleiterkonfe renz. Jede Gruppe muß vertreten sein. Werbebezirk Prenzlauer Berg: 19% Uhr beginnt im Heim Danziger Str. 62, Barade 7, der Jüngerenkursus:„ Geschichte der Arbeiterbewegung". Alle jüngeren Genossinnen und Genossen müssen zu diesem Kursus erscheinen. Morgen, Sonntag, 28. Oktober: Sumannplag: Gruppenfahrt nach Bernau- Liepnisfee. Treffpunkt pünktlich 7 Uhr Bhf. Brenzlauer Allee. Schöneberg III: Fahrt nach EberswaldeMelchow. Treffpunkt 6% Uhr Kaiser- Wilhelm- Plaz. Rosten 1,50 M. Inter effierte Genoffen sind eingeladen. Neukölln V: Fahrt nach Briefelang. Treffpunkt 7 Uhr Bhf. Neukölln. Unkosten 70 Bf. Fallplag I: Fahrt nach Rüdersdorfer Kallberge. Treffpunkt 7 Uhr Bhf. Schönhauser Allee. Fahr. geld 60 Pf. Schönhauser Vorstadt: Fahrt. Treffpunkt Bhf. Gesundbrunnen 7 Uhr. Ein eines Kunstwert für sich ist der seidene Strumpf, ber heute zu jeder ufw.gutangezogenen Dame gehört. Wie oft wird aber auf feine Erhaltung und Pflege nicht die nötige Sorgfalt verwandt! Das feine empfindliche Gewebe und die zarte Farbe müssen leiden, wenn man sie scharfen, bleichenden Wasch mitteln ausfest! Die führenden Fabrikanten der Kunstseide bestätigen, daß Lur- Seifenfloden für Runftſeide wie auch für Wolle und Seide das ideale felbst einmal ausprobieren möchte, beachte bie heutige Anzeige ber Sunlight und vollkommen schonende Waschmittel find. Jeder, der Lur- Seifenfloden Gesellschaft, die einen Gutschein für ein Batet Lur- Seifenfloden enthält. 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Brannenstrasse Kottbuser Demm Andreasstrasse Chausseestrasse 75 Jede weitere Grösse 0,75 mehr HE R MA NN Allen Freunden und Bekannten zur traurigen Nachricht, daß mein lieber Mann und guter Bater, der Gastwirt Karl Wegner im Alter von 57 Jahren am Montag, dem 22. Ottober, verstorben ist. Charlotte Wegner nebst Kindern. Bln Reinidendorf, Eichbornstraße 87. Einäscherung am Montag, 29 Oftober, nachm. 3 Uhr. im Kremat. Gerichtstraße. Nach kurzem, schwerem Leiden verstarb am 24. Ottober meine inniggeliebte Frau, unsere liebe Mutter Gertrud Ludwig geb. Bröcker im fast vollendeten 50. Lebensjahr. Um stilles Gedenken bitten Friedrich Ludwig und Kinder Gertrud, Else und Fritz. Berlin- Mahlsdorf, den 26 Ott. 1928. Die Einäscherung findet Montag, 29. Oktober, 15 Uhr, im Krematorium Baumichulenweg statt. Danksagung. Allen Freunden und Bekannten, allen Kolleginnen, Kollegen und Parteigenossen der 82. Abteilung, sowie der Geschäftsleitung der Vorwärts- Buchdruckerei sagen wir für die Beweise herzlicher Teilnahme bei der Einäscherung unserer Mutter und Großmutter Pauline Netzlaff hiermit unse en herzlichsten Dank Familie Georg Lorenz. Berlin- Steglitz, Markelstr. 41. Zu noch niel dagewesenen Preisen bringen wir Stores, Gardinen, Bettdecken Künstler- Gardinen in besten Qualitäten für 5.90,7.50,8.90 M. Halbstores in allen Webearten 1.75, 4.50, 5.50 8.- M Gardinen- Reste Einzel- Schals a. Einzel- Fenster zum halben Preis. Einzelverkauf von 9-7 Uhr. Spezial- Gardinen- Werkstätten Neukölln, Bergstr. 67 2. Stock, am Ringbahnhof Kein Laden! 3 Rohr TKD- Lautsprecher Anlage M. 66.- komplett Wochenrate M. 2. 30% zu billig!- Keine Hauswerber! Das, Spar- Radio' Invaliden. ist straße 116 Nur Hof rechts( Nicht Keller) KLEINE ANZEIGEN Jedes Wort 12 Pf. Anzeigen, welche für die Fettgedrucktes Wort 25 Pf. ( zulässig 2 fettgedruckte Worte). Stellengesuche das 1. 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