Abendausgabe Kr. 512 B 255 45.Jahrgang Böchentlich 85 31 monatli 3,60 2. im voraus zahlbat, Rostbezug 4,32 m. einschl. Bestellgeld, Auslandsabonne ment 6,- pro Monat * Der Borwärts" erscheint wachentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abenbausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Ubend", Illustrierte Beilagen Bolt und Zeit" und„ Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Biffen"," Frauen ftimme", Technif"," Blid in die Bücherwelt" und Jugend- Borwärts Vorwärts Berliner Boltsblatt Montag 29. Oftober 1928 10 Pfennig Die etafpaltige Ronpareillezetle 60 Pfennig. Reflamezeile 5- Reichs mart. Kleine Anzeigen" das fettges brudte Bort 25 Pfennig( zuläffig zwet fettgebrudte Morte), jedes weitere Bort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Bort 15 Pfennig, jedes weitere Mort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben adhlen für zwei Borte. Arbeitsmartt Seile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen annahme im Hauptgeschäft Linden Straße 3, wochentägl von 8%, bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin S 68, Lindenstraße 3. fernsprecher: Dönhoff 292-297. Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Bostschedtonto: Berlin 37 536. Banktonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Distonto- Gesellschaft, Depofitentaffe Lindenstr. 8 Zeppelin auf dem Rückflug. Unerwartet heute früh in Lakehurst gestartet. Nachdem der Termin zum Rückflug Ses ,, Graf Zeppelin" in den letten Tagen mehrmals geändert Freiballonstart in Tempelhof. worden war, ist das Luftschiff heute früh 1 Uhr 58 Minuten( 7 Uhr 58 Minuten mitteleuropäische Beit) unerwartet zur Rückfahrt nach Deutsch. and aufgestiegen. Die Besserung des Wetters war die Ursache, die Dr. Edener bewog, sofort die Fahrt zu beginnen. Glatter Start. Aus New Yort wird über den Start gemeldet: im 1.30 Uhr wurden die Tore der Luftschiffhalle geöffnet. Meun Gongichläge forderten die Mitfahrenden auf, einzuffeigen. Swischen den Fahrgästen und den Zurückbleibenden entspann sich eine angeregte Unterhaltung. Man glaubte zunächst noch nicht, daß der Aufstieg des Luftschiffes unmittelbar bevorstehe. Nach turzer Beit aber wurde das Luftschiff an den Haltetauen aus der Halle geführt, es erhob sich majestätisa) in die monderhellte Nacht und bar bald den Blicken der Zurückbleibenden entschwunden. Wiegand und Lady Drummond Han fahren nicht wieder zurüd. Für die Searst Presse befindet sich diesmal der Journalist Ingrag an Bord. Als einziger weiblicher Passagier Frau Adam.„ Graf Beppelin" hat 27 000 kubikmeter amerikanisches Blaugas und zwölf Tonnen Benzin mitgenommen. Es befinden sich 48 Postsäde und 341 Pfund Fracht an Bord. Darunter ein Ballen Baumwolle, die über Bremen abgeworfen und dort versteigert werden soll. Der Erlös ist für die Bejagung des Luftschiffes bestimmt. Es wird er wartet, daß das Luftschiff den nördlichen Kurs nehmen bird. Man rechnet damit, daß es bei günstigem Wetter die ganze Fahrt in etwa 50 Stunden bewerkstelligen könnte. In den ersten Stunden der Rüdfahrt des„ Graf Zeppelin tichtete Dr. Edener an den Präsidenten Coolidge, an den MarineSekretär und an den das Kommando in Lakehurst führenden Offizier Telegramme, in denen er für die der Zeppelin- Besatzung in Amerita gewährte Aufnahme seinen Dant aussprach. Erste Sichtmeldungen. Das Luftschiff befand sich 3.1 Uhr nachts( 9.16 Uhr vormittags mitteleuropäische Zeit) über New Bort. Es mor in der Mondnacht Deutsch zu ertennen und schlug nordöstlichen Kurs ein. Um 4 Uhr früh wurde Curließ Field auf Long Island überflogen. Um 5 Uhr früh Blod Island nordöstlich von Long Island. Die Küstenwache von Gay Head meldet: Die Station Gan Head ichtete den„ Graf Zeppelin" um 5.50 Uhr. Das Luftschiff hatte Rurs auf Falmouth( Cape cod). 120 Kilometer in der Stunde. Bei seiner Fahrt über Blod Island hatte das Luftschiff eine Stundengeschwindigkeit von ungefähr 120 kilometer. Es fuhr in ner Höhe von rund 800 Meter in östlicher Richtung. Ein leichter ordwestwind begünstigte die Fahrt. Nördlicher Kurs? Die Rüftenwache von Narragansett berichtet, daß der Graf eppelin" die Richtung auf Providence und Bofton eingeschlagen at. Das ist genau nördlicher Kurs. In Anwesenheit einer großen Zuschauermenge fand am Sonntag nachmittag auf dem Berliner Zentralflughafen in Tempelhof der Aufstieg von vier Freiballone statt, die an dem Endwettbewerb um den Wanderpreis des Deutschen Luftverbandes für Freiballone feilnehmen, Wahlen in der Schweiz. Wenig Veränderungen im Nationalrat. Bajel, 29. Oftober, Da in der Schweiz die Wahlen zum Nationalrat nach dem Proportionalverfahren erfolgen und bei den Parteilisten das Streichen von Kandidaten und das Herübernehmen von anderen Listen erlaubt ist, so dauert das Auszählen stets längere Zeit, so daß bis jetzt erst wenige Ergebnisse vorliegen. In den Kane tonen Glarus und Appenzell a. Rh. war feine öffentliche Wahl, so daß die bisherigen 5 Kandidaten als wiedergewählt anzusehen sind. Ebenso wiedergemählt wurden die bisherigen Parteivertretungen in Appenzell a. Rh., Obwalden und Niedwalden, ferner in Zug und in Uri, wo auch die Ständeräte parteimäßig die gleichen blieben. In Schwyz haben bei den Nationalratswahlen die Katholiken den Sozialdemokraten einen Sig abgenommen. Die Bauern haben ihren Sitz an die Freifinnigen verloren, so daß jetzt 2 Ratholisch Ronfervetive und 1 Freifinniger nach Bern ziehen. Auch im Kanton Basel- Stadt ist die bisherige Parteipertre tung die gleiche geblieben. Wiederum haben die Sozialdemokraten und Kommunisten die größte Stimmenzahl erreicht. Die beiden Barteien vereinigen ungefähr die gleichen Stimmen auf sich wie die gesamten bürgerlichen Parteien. Ebenso blieb im Kanton Solothurn die bisherige Parteivertretung die gleiche. Der Kanton Luzern entsendet wieder die gleiche Parteivertretung, nämlich fünf Katholisch- Konservative, drei Freisinnige und einen Sozialdemokraten. In Schaffhausen wurde der Kommunist Bringolf wiedergewählt. Im Kanton Thurgau verloren die Demokraten einen Siz an die Sozialdemokraten, so daß voraussichtlich zwei Sozial demokraten, ein Katholisch- Konservativer, ein Freifinniger und drei Bauern nach Bern ziehen werden. Nach dem endgültigen Ergebnis der Neumahl des Schweizer Ständerates setzt sich dieses Parlament zusammen aus Radi taldemokraten 21( bisher 20), Ratholisch Konservative 18 ( 18), Sozialdemokraten 0( 2), Bauern, Gewerbe- und Bürgerpartei 3( 2), Liberaldemokraten und Sozialpolitiker behalten wie bisher je einen Git. Die Furcht vor dem Morgen. 8 Selbstmorde und 10 Selbstmordversuche an einem Tag! hannes Strohmeier aus Lübed von Eisenbahnbeamten auf Am Sonntagabend gegen 7 Uhr wurde der 21jährige 30-| der Strede Berlin- Hamburg unter der Ueberführung des Wiesendamms von einem Jug überfahren auf den Schienen liegend tot aufgefunden. Der Kopf war vom Rumpfe getrennt. Aus einer hinterlaffenen Karte an feine Angehörigen ist erfichttich, daß er Selbstmord begangen hat. In der Nacht zum Montag gegen 3 Uhr stürzte sich die 52jährige Ehefrau 3da Lange aus dem Fenster ihrer im vierten Stod des Hauses Simplonftraße 5 gelegenen Wohnung auf den Hof. Ein Arzt konnte nur noch den Tod feststellen. Die Leiche wurde vorläufig in der Wohaus der Manifiusstraße 1 zu eutölln in felbftmörderisprang am Sonntagabend die 51 Jahre alte Hedwig Hentschel scher Absicht vor Kottbuser Ufer 6 in den Landwehrkanal. Die Feuerwehr fonnte fie nur noch als Leiche bergen. Außerdem hatten noch 10 Personen Selbstmordversuche unternommen. Glüdlicherweise gelang es überall, die Lebensmüden am Leben zu erhalten. In nicht weniger als acht Fällen lagen Gasvergiftungen vor. mportwaren auf dem Scheiterhaufen. nung belaffen. Wegen wirtschaftlicher Sorgen vergiftete fich gebaut sein mögen. Fast alle machen einen fauberen, ziemlich gut Die nationale Wirtschaftsdemonstration in Warschau. Warschau, 29. Oftober. Heute mittag fand auf dem Sächsischen Plag die große von den tudenten veranstaltete Boltsversammlung zur Propagierung der Inischen Waren und zur Bekämpfung des Imports ausländischer zeugniffe statt. Auf der in der Mitte des Plages aufgeschlagenen ribüne vollzogen eine Reihe von Studenten die symbolische Ber chtung ausländischer Baren, darunter eines englischen Mantels, her Lederiasche, von Schuhen, symbolisch dargestellten franzöfifchen biletteartiteln und eines böhmischen Glasauffages. Da fast alle Organisationen der Bolnischen Sozialistischen Bartei sich geschlossen gegen den Spaltungsversuch der Pilsudsti freundlichen Gruppe Jagoromify ausgesprochen haben, hat die Erklärung, mit der anläßlich der Wiedereröffnung des Barlaments die Anhänger dieser Gruppe ihren Austritt aus der fozialistischen Fraktion erflären, nur fünf Unterschriften gefunden. heute morgen furz nach 7 Uhr die 41jährige Witwe Martha Meyer in ihrer Wohnung in der Kulmstraße mit Gas. Die Leiche wurde nach dem Schauhaufe gebracht. Weil ihn feine Frau verlaffen hatte, vergiftete fich heute morgen der 36jährige Arbeiter Mag Opitz in feiner Wohnung in der Liebenwalder Straße 8 mit Gas. Die 27jährige Ehefrau Martha Pech wurde heute vormiffag 9.20 Uhr in ihrer Wohnung in der Anflamer Straße 56 in einem Verschlage an einem Kleider haten erhängt aufgefunden. Sie hatte die Tat verübt, wäh. rend der Ehemann noch schlief. Ein Arzt fonnte nur noch ihren Tod feststellen. Der Grund des Selbstmordes ist nicht bekannt. Ju einem Hofel in der Invalidenstraße vergiftete fich heute vormittag die 38jährige Krankenschwester Hedwig Winner aus der Nehringstraße 33 mit Morphium. Selbstmord ist unzweifelhaft. Die Leiche wurde ins Schauhaus gebracht. Der 76jährige Steinfeger Albert Minardo vergiftete fich heute vormittag in seiner Wohnung. Frankfurter Allee 78, mit Gas. Die Leiche wurde ins Schauhaus gebracht.-Wegen unheilbarer& rantheit Antlamer Straße. Eine stille, sehr einfache Wohngegend. Meift dreistödige Häufer, die gegen Ende des vorigen Jahrhunderts gehaltenen Eindruck. Auf einem Hof orgelt ein Leierkasten, vor den Fenstern der Kellermohnung, in der vorgestern noch die 27jährige Frau Marta P. lebte. Saubere Gardinen hängen vor den fleinen Scheiben. Niemand öffnet. Nachbarn erzählen von der hübschen Einrichtung der Kellerwohnung, in der das Ehepaar feit drei Jahren lebte. Der Mann, Fleischer, ist arbeitslos. Er betam Unterstügung, so daß die kinderlosen Leute wenigstens feine allzu brüdende Not litten. In der vergangenen Woche verließ Frau Marta P. Mann und Wohnung, fehrte aber vor drei Tagen wieder zurüd. Am Sonntag vormittag, während der Mann noch schlief, erhängte fie sich hinter einer Gardine, die einen Teil des Wohnraumes abschloß. Man nimmt an, daß die Tat aus Eifersucht geschah. Frankfurter Straße. Der Untergrundbahnhof hat die Straße aufgerissen, daneben lärmt der Verkehr der Geschäftsgegend. Zwischen zwei Läden öffnet sich ein schmales Haustor. Zwei Treppen hoch liegt die Wohnungstür, hinter der der Steinjeg er Albert M. starb. Der 76jährige Mann war schon seit einigen Tagen nicht mehr fichtbar geworden. Den Hausbewohnern fiel«s«st auf.«f» S-rLzmfch sich Semerffmr wachte. S«? aus her Wohnunz des Manne» tarn. Da liesi man die Tür öffnen. In seiner Kachftud« tag der ZNte. tat. Er war schon recht gebrechlich gewesen, wenn er auch gekegenttich nach arbeiten ging, chat er aus Versehen den Gac-hahn aufgelassen? Oder starb er. weil er die Einsamkeit, die Not fürchtete, weil er nicht ganz hilflos werden wollte? Jetzt ist die Wohnmigstür wieder verschlossen. die Stube dahinter unbewohnt. Bold vielleicht wird sich ein sungcs Ehepaar freuen, daß es die hell« Kochstube zugewiesen erhält. Das Leben ist rasch und gransam. Sluch da? Njährige Fräulein Hedwig H. aus der M a- nitinsstraße wollte niemandem zur Last fallen. Sie lebt« mit ihrer alten Mutter und ihrem immer kränklichen Druder zusammen. Nervenleiden mit epileptischen Anfällen stellte» sich bei dem alten Fräulein«in. Sie wurde tiefsinnig. Ging in» Wasser. Man konnte sie nur noch als Leiche bergen. Vielleicht hätte sie die Zat nicht begangen, wenn sie gemußt hotte, wie gern sie olle Menschen hatten, mcnn ste nicht gedacht hotte, daß alle guten Worte, die man ihr gab, nur ein billiger, armseliger Traft für sie seien. Die Frauen im Haus weinen, als sie van der Toten sprechen.„Sie war so gut und still. Die ganze Wohnung besorgte sie selber und hielt sie peinlich sauber/'..Am Sonnabend war sie noch bei mir," sagt«in« Nachbarin.„Da habe ich ihr wieder gut zugeredet und gesagt, sie falle sich doch nicht so unterkriegen lassen. Sie sei ihren Angehörigen doch so nützlich." Di« Leute hoben ihr ganzes Leben lang gearbeitet und gespart und dann hat der Krieg sie um ihr kleines Kapital gebracht. Nun hatte Fräulein Sy. Angst, sie könnte einmal ganz hilflos werden, pnd die anderen würden für sie sorgen müssen. Der Frau laufen die Tränen herunter. Truäe Schuir. Wer ist fiaatserhattend? Dargelegt vom Verteidiger Rechtsanwalt Bloch in spritz „Hohes Gericht! Es gibt stoatserholtende und staatsfeindlich« Elemente. Zu den staatsfeindlichen Elementen, zählt bekanntlich in erster Linie die industrielle Arbeiterschaft nebst dem sonstigen Großstadt» pöbel. Staatserhaltend ist dagegen die ländliche Devölke» r u n g. soweit sie sich vom Landbund regieren läßt und die Verlockungen des roten Landarbeiterverbandes zurückweist. Der Beweis für die staatserhaltende Gesinnung der ländlichen Bevölkerung läßt sich sehr leicht erbringen. Man erkennt diesen staatserhaltenden Geist sofort, wenn man eine vom Landfmnd veranstaltete Demonstration durch Schutzpolizei beaufsichtigen läßt. Wären die Landwirte staatsfeindlich, wie es das großstädtische Pack ist, so würden st« beim Anblick der Uniformierten einen Wut- toller bekommen und sich mit Stöcken und Steinen aus die Polizei stürzen und fi«»erHauen. Da die braven Landwirte aber staatserhaltend sind und dies daher nicht tun würden, so empfinden sie die Anwesenheit der Polizei als Herausforderung und Provokation. Durch den Ge- danken, daß man gegen vaterländische Landwirt« Polizei ausbiete, zum Aeußersten getrieben, stürzen sich daher die Land- «tri« mit Stöcken und Steinen auf die Polizei und vorhauen sie. Der Unterschied gegen Fall 1 ist vollkommen ersichtlich: Im ersten Fall würden die Polizisten aus staatsfeindlicher Ge- sinnung verhauen, dagegen beziehen sie im zweiten Fall aus stgatserhaltender Gesinnung Dresche. Ergo: Wenn«ine Landbunddemanstraiion mit StScken und Steinen gegen die Polizei vorgeht, so ist dies der untrügliche Beweis sür die unentwegt staatserhaltende Gesinnung unseres Landvolkes. «rrar demonstrandum!" Jonathan. ftgriß. 29. Ottober. Im Spritzer Prozeß wurde heut« Vormittag zunächst der Direktor de» Kotasteramte», L a s ch i n f t i. vernommen. Bekanntlich war ein Teil der Demonstranten damals vom Finanzamt zum Ka» tasteramtweitergezogen.wo man bereits auf Ihre Ankunft gefaßt war, da inzwischen Regierung, rot Reinholz sich telephonierend mit Direktor Laschinsti in Verbindung gesetzt und ihm mitgeteilt hatte, daß«« beim iFnanzamt sehr stürmisch zugegangen sei. und daß er, Reinholz, sowie der Lairdrat zur Berrchigung der Menge vor die Tür gegangen sei, um kurze Ansprachen zu holten. Reg.-Rot Rein- holz hätte auch Direktor Laschinsti ein solche» verholten angeraten. Während die Deputation mit dem Katosteromtdirektor verhon- Helte, wurde«in« Scheibe eingeworfen, und zwar erttärte der Zeuge, daß der St«n, den man in dem betreffenden Raum später gefunden Hobe, ganz trocken und sauber gewesen sei, so daß er noch seiner Ansicht mitgebracht worden sei. Die Deputation habe ihm bestätigt, daß gegen seine Behörde kein« Beschwerde vor- zubringen sei. Im übrigen l>abe«r die Landbundführer daraus hin- gewiesen, daß auf Grund einer Verfügung des Ministers Erleichte- rungen in einzelnen Fällen, besonders für Hochwassergeschädigte, in Kraft treten würden. Herr v. Jena habe daraus erklärt, mit Einzel- «rleichterungen sei es nicht getan, sondern der ganzen Landwirtschaft müsse geholfen werden. Vors.(zum Landjägeroberleutnant Dyrnke): Sie haben hier neulich bekundet, daß dieser Stein von Brandt v. Lindau ge- schleudert sein soll. Woher missen Sic das? Zeuge D y m k e: Ich möchte den Namen des Mannes, der mir das gesagt hat, nicht nennen. Es handelt sich um einen Gewerbe- treibenden, der sehr stark von den Landwirten abhängig ist, und der hier wohl auch unter Eid nicht die Wahrheit sagen würde. Dann wurden noch mehrere Pollzeibeamten und Land- i ä g e r vernommen, die über weiter« Einzelheiten bei den Zwischen- fällen vor dein Finanzamt und über Aeußerungen der Angeschul- digten berichteten. Der Wachtmeister Rhade will den Ruf ver» iiommen haben:„Sireichhölzer heraus". Der Angeklagte v. Jena habe zpr Polizei gesagt:„Meine 5)erren, nicht schieße», es darf kein Blutvergießen geben." Major Corde» habe gelächelt, ol, die Scheiben Mrrlen und habe ermutigend genickt. Wachtmeister Rhode hatte später die Ermittlungen in Heinrichsfeld« bei dem Dampf» fkugsührer de» Angeklagten Schult« vorzunehmen. Bei dieser Ge- lcgenheit soll ihm Schulte gesagt haben: .Da» nächste Mal kommen wir mit Mistgabel» und vresch. siegeln." Der Angeklagt« Schult« bestritt bias« Darstellung, er hob« nur von dem Stockverbat gesprochen, das nach seiner Ansicht ungesetzlich sei und Hobe darauf hingewiesen, daß Dreschflegel unh Mistgabeln nicht verboten sei«». Diasem Zeugen wurden auf Veranlassung der Ver- teidigung die seinerzeit beim Finanzamt gefundenen Steine vorgelegt, da Rhode in seinem Bericht davon gesprochen hatte, e» seien kinderkopfgroße Stein« ggschleudert worden. Seitens der Verteidigung wurde festgestellt, daß die jetzt vorliegen- den Steine durchaus nicht so groß feien, doch blieb der Zeuge da- bei, daß damals mit größeren Wurfgeschossen gearbeitet worden wäre. Der Oberlandjäger H« n n i ck« gab an. daß schon am Land- raisamt Glühbirnen gerode dorthin geschleudert worden seien, wo die Landjäger standen,.,. Kann Husmann getötet haben? Vor dien Plädoyers im Primanerprozeß. L. R. Essen. 2». Oktober. Nach der Monkagpaafe jalgen am Dienstag die Plädoyer». Am Miklwoch. spätesten» am vonnestag fällt da» Urteil. Das Ergebnis der efftägigen vwchandlung steht bereit» heule so g,t wie fest: hu»monn wi». wenn nicht olle Zeichen trüge«. freigesprochen werden müssen. Nicht wegen erwiesener Unschuld, wie er das in einem feiner Briese au» dem Gefängnis erhoffte— sondern au»«hangelnden Beweisen. Das Gutachten der SachnerständiMN. daß die Persönlichkeit des Angeklagten seine Täterschaft nicht ausschfießt. bedeutet«ine Unterstützung der in diesem Prozeß soviel geschmähten Anklagebehörde. Da, soll in diesem Augenblick nochmals festgestellt werden: Hier war nicht leichtfertig eine Anklage erhoben worden. Dick Staatsanwallschast hätte sie unterlassen, wenn die sachlichen Indizien durch die Abarttgkeit der Persönlichkeit de» Angeklagten nicht psychologische Fingerzeig« in der Richtung zur Tot gewiesen hätten. Die Anklage hätte aber nicht auf Mord lauten dürfen. War Husmann der Täter, so konnte die Tat nur in einem sinnlosen Zlffekt, in einem krankhosten Geisteszustand geschehen sein. Wenn ober von Leuten, die dem Prozeß nicht bei- gewohnt haben, die das gesamte Material nicht kennen, der Staats- anwoktschast Lorwürfe gemacht werden, so zeugt das nur von deren Leichtfertigkeit. Das Gericht hat in unkluger Weise im letzten Augenblick der Oessentlichkeit die Möglichkeit genommen, durch Anhörung der Sachverständigengutachten das Gesamtbild von der Persönlichkeit des Angeklagten zu vervollständigen. Nachdem die unreifen Werturteile jugendlicher Zeugen in der Presse tagelang in oller Ausführlichkeit breitgetreten worden waren, durfte die Oessentlichkeit der wissen- schaftlichen Auswertung dieser loienhasten Bekundungen mit Spannung entgegensehen. Sie ist schwer enttäusch» worden. Zwei Satz« des kurzen, in oller Oessentlichkeit erstatteten Resümee» be- leuchten aber schlaglichtartig die Persönlichkeit des Angeklagten und feine möglichen Beziehungen zur Tat.„Husmann ist ein Mensch," sagten die Sachverständigen, „der z» Spollunzen des pcrsänlichkeitsb«wüßt fein» neigt. Au» den Tiefen seiner Seele steigen sür Minuten und Sekunden Strebungen aus. durch dunkle Triebe und Anstinkt« gebaren, die sich nach außen hin zu iinerworkete« Handlungen verdichten können." 4 Und auf die Frag« de» Staatsanwalts sagten sie:„Husmanns Bildung, Erziehung und Häuslichkeit stehen in keinem Widersprud, zu der Möglichkeit, daß er der Täter sei. Derartige Taten stehen außerhalb der Maral." Es ist einmal so: Das Lerbrechen gilt in den Augen der Allge- meinheit ol» trauriges Vorrecht des niedrigen Lölkes. Mag«» der Verkettung noch so trogischer Umstände entspringen und die Anklage da» Resultat«ine» noch so verwickelten und kriminalistisch inter, essanten Indizienbeweises fein— die Oessentlichkeit zeigt nicht dos geringste Interesse. Die Press« hüllt sich in Schweigen. Begeht ober «in Angehöriger der bürgerlichen Klasse ein ähnliches Per- brechen, ist hier die Anklage auf Grund ähnlicher Indizien ausi gebaut, so gerät plötzlich die gesamt« Oessentlichkeit in Bewegung der berühmte K r i m i n a l f a l l, die„cause celehre", wie del Franzose sagt, ist gegeben. Man vergißt, daß dos Verbrechen i» Wirklichkeit„außerhalb der Moral" haust und Erziehung, D'lduni und Häuslichkeit hier nichts bedeuten. Es heißt dann: Wie konnte ein Mensch dieser Bildungsstufe ein derartige» Verbrechen b«- gehen? In Wirklichkeit ist ober die latent« Kriminalität ouherha» der begüterten Klasse nicht geringer ol» die ossenbar« innerhalb de' unbemittelten— auch. auf sexuellem Gebiet. Damit f man bei einem zweiten wichtigen Punkte angelangt. Der Husmann-Prozetz, mag er ausfallen wfe er will, wird neä long« nachklingen. Der geschändet« Helmut Daube wird zum Symbol der geschändeten Jugend überhaupt. Welch ungeheure Tragik in de' Tatjache, daß der Zwanzigjährige vor seinem Elternhaufe perbluteo mußte. Daß dieses Schicksal gerode diesem normalen und M' hüteten Jungen bestimmt war. Nicht zuletzt dl« Mutter war et- die au» Angst vor Klatsch ihren Jungen um sein« erst« Liebe brachte- Und immer wieder war sie besorgt, daß er nun„rein" blieb«, ei«« Sorg«, die oft nicht» anders bedeutet, als seelische„Schändung" d« Iugenderlebens durch die Alten. Wie sagte doch Helmut Daube' „Mutter, ich will doch nichts von Ilse." Husmann? Triebleben wandelte nicht die normalen Bohnen, wie dasjenige feine» Freundes. In ihm Izausten böse Dämonen-, um sie zu bannen, nahm er Zuflucht zum Heiland. So verquickten liöi in ihm Reli�iafttät und Sexualität und trieben schlimme Blüten de« Gekühlsüberschwanges und per Verdrängung. Ihm wurde nicht vom Pflegevater fexuelfe Ausklärung zuteil, selbst nicht in dem unziie reichenden Maße, wie seinem Freund« durch dessen Mutier. Rektor Kleiböhmer erzog feinen Jungen in dem Sinne, daß Poussieren mit Mädchen Sünde fei. Fleischliche Lust Sünde sei. Der Naturtrieb Sünde fei. Und Husmann, der Bibelkreisjung«, unter Guatemalas südlicher Sonne geboren, glaubte daran, und glaubte daran nicht- In Helmut sah cr die Verkörperung sowohl der Geistigkeit, als der Fleischlust. In ihm fand er seine Sünde. Es zog ihn unwider- ftehlich zu dieser Sünde und dem seingliedrigen, zarten blonder Jungen. Und well dieser ihm nicht so Freund sein tonnte, wie«r es wollte, weil er dessen Ueberleoenheit in geistiger wie physischer Beziehung spürt« und konnte, weil jener mehr Mann war ol»«r und sich seiner Männlichkeit bewußt— verirrte Husmann sich Zwilche" Liebe und Haß, haßte und liebte Helmut zugleich, verstrickte sich>« ihm auswegslos. Nach der Auffassung der Staatsanwallsdiast tötete er den Jungen. weil er ihn g« i st i g nidst bewältigen und physisch nicht für sich gewinnen konnte... War er es nicht, so hätte er es gewesen sein können, wird sie sagen. War er es aber wirklich, so stelst sich feine Tat als Handlung dar, die aus den tiefsten Tiefen seines Unterbewußtsein» ihn selbst überrumpelte, um im nächsten Augen- blick in dieselben Tiefen zurückzusinken. Die» olle» sprachen, wenn auch mit anderen Worten, sowohl d>« Sachverständigen al» auch einer der Zeugen au». Die erster»« nannten es„Spaltung des Persänlichkeitsbewußffeins", der letzte« .Husmann» zwei Gesichter". Gegen die Aussperrungsseuche! Oer(Schiedsspruch für die nordwestliche Eisenindustrie angenommen! Bochum. 29. Oktober.(Eigenbericht.) 3n einer Delegierkenkonserenz am Sonntognochmittag in Essen sprach sich der Deutsch« Mekallarbeikerverband mit überwältigender Mehrheit sür die Annohm« de» vom Schlichter Dr. Zitten-KSln im Dohnkanslikt der Metallindustrie nordwestlich« Gruppe gefällten Schiedsspruch«» au». Zu einer mit großer Mehrheit(etwa 75 Proz.) angenommenen Enl- schließung heißt e» zur Begründung: .vi« am 2t. Oktober 1928 in Essen fahnde Konferenz der Vertreter de, Deutschen Meiallarbeiteruerbande» und der übrigen beteiligten freien Gewerkschaften nahm Stellung zu dem Schied». spruch über die Lohnsrag« sür die Arbeiter der Eisen- und Stahl- Industrie nordwestliche Gruppe. Die Konferenz kommt zu der Ansicht, die Ablehnung de» Schiedsspruches nicht zu empfehlen, wenn fi« zu dieser Stellung. nähme kommt, so nicht deshalb, weil sie von dem Schiedsspruch vollinhaltlich befriedig! ist—- eine große Anzahl berechtigter wünsch« der Arbeiterschaft ist nicht berücksichtigt worden—, sondern deshalb, weil die Vertreter de» Deutschen Metall- arbeitervrrbande» sowie auch die Gesamtor- ganisationen nicht»erantworten können, e» trotz des vorliegenden Schiedsspruches zu einer Aussperrung van 215 000 Arbeitern kam- mea zu lassen. Die Konferenz erbittel von der Regierung, daß sie In Anbetracht der stetig steigenden Teuerung, die zwangsläusig auch die Arbeitte zu tohoforderungen zwingen muß. alle not- wendigen Maßnahmen ergreift, um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten." Die llnternehmer lehnen ab. Düsseldorf, 29. Oktober. Ver Lohnschledsspruch sür die Metallarbeiter der nordwestlichen Gruppe Eisen- und Stahlindustrie ist vom Arbeikgeberver- band abgelehnt worden. Die Aussverrungsseuche. Di« Scharfmacher im Unternehmerloger, deren ganz« Lohn- kämpf tatttk darin besteht, durch die Drohung mtt Mossenoussper. rungen jedwede Lohnerhöhung abzuschlagen oder gar nach darüber hinaus Lohnkürzungen durchzusetzen, werden triumphieren. Wenn ihnen auch die Konjunktur günstig erscheint zu ihrem Treiben, so sind sie doch schon soweit, d«n Bogen zu überspannzm. Sie sind e», die au» den geringsten Anlässen den Wirst chattsfriedsn de- drohen, dessen Störung sie fortgefetzt der LrbeitneHmerschaft zum Vorwurf machen. Die vom MachLstinkel besessenen Herrschosten drohen zwar nur mit Aussperrungen, um ihre Absichten durchzu- fetzen, ollein sie können von der Ausführung ihrer Drohungen nicht mehr zurück, sobald die Gewerkschaften die Kompfcmloz« auf, nehmen. Da» Spiel mag«in« Zeitlang gut gehen. Auf die Dauer aber kann«»nicht gehen! Formell mögen die Kampfmittel de» Streil» und der Aussperrung gleiche» Recht darstellen. In Wirklichkeit sind «» ganz ungleich« Machtverhältnisse. Mißbraucht dos Unter- nehmerwm fortgesetzt seine Machtmittel ungestroft, dann muß seine" Macht eimnal eine feste Grenze gesetzt werden. Die Aussperrungsinon!« kommt der kommunistischen Politik gut gelegen. Di« von Erfahrungen Im gewerkidiasslichen Kamp'. van gewerkschostiicher Taktik wie von gewerkschaftlicher Verant- mortung gleich unbeschwerte KPD. Hot au» Moskau die Marsch rout«, jeden Lohnkampf„zu verbrettern", je eifriger, um so gröhek er ist, ihn weiterzutreiben vom Generalstreik zur„Weltvevaluston", Die Gewerkschaften sind sowohl gegen die reaktionäre Massem oussperrmigs- wie gegen die.revolutionäre" Massenstreikpolitik gewappnet. Allein sie können keine Garant!« dafür übernehme«' daß dl« dauernden Aussperrungen und Aussperruna»' drohungen. wfe sie jetzt im Westen van der Textil- u>�d«k Metollarbeiterschaft unwirksam gemacht wurden, nicht eirund; zu Folgerungen fuhren, die ihren Urhebern sehr unangenehm werde" könnten. Es zeugt jedoch für die innere Kraft d->r GewerstchafteN, für ihr« geschickte Führung und die gut« Disziplin ihrer Mugliedck. daß ste trotz der schwierigsten Situationen sich den Zeltpunkt Ausfechlung ihrer Lohnkämpfe rachl van ihrem wirtschaftlichen Gegner diktieren lassen, sondern sich ihn selbst aussuchen. Werden aber Lohnschiadsspnich« auf immer längere Doustk festgesetzt und für verbindlich erklärt, dann muß die Regie runk alles daran fetzen, daß die Löhne nicht entwertet werden durch Vers teuerung der Lebensmittel. Die Gewerkschaften sagen nicht der Er höhung der Nominallöhiie nach, ihr« Auszalx ist die Verb esse rung des Reallohnes. Di« Aussperrungen und Masseimussperrungsdrohungen in bei mestlichen Textilindustrie und der Eisenindustrie sind erledigt. D schon haben wir es in Sachsen mit einer neuen Massen oussperrungsdrohung in der Textilindustrie zr- tun. Wir werden auch damit fertig werden, doch aufdieDout, kann es s o nicht welter gehen! Die Siadi Berlin sür die„Dolksbühn« Die Kunstdeputotion hat beschlossen, grundsätzlich dt« Posksbü� zu unterstützen und den städtsschon Körperschaften zu empfehlen. zinslos« Darlehen zu gewahren, und zwar für da» Spieljohr lSZ7o-i 150(WO M., und ebenso für\92Si29 160000 M.. zusammen(>t 320000 M. Bedingung ist, daß dt« Stadt Berlin einen Beirat o�s einem Magistratsmitglied und drei Stadtverordneten stellt. lw£; gegenüber die Volksbühne E. V. sich»erpfsichtet, damit«inverstantn zu sein, daß der Vorstand der Dolksbühn« den städtischen Petra ständig über die Entwicklung de» Derein» sowie über die Arbeit den von der Volksbühne betriebenen Theater auf dem laufenden zu Hollen hat. Die Mitglieder de» Beirot» sind mindesten» monatlich einmal zu einer Aussprache einzuladen. Der Haushallzplon ist ihnen vorzulegen und bedarf ihrer Genehmigung. Auch sind sie zur Buch- Prüfung berechtigt und zur Einsichtnahme in olle Unterlagen, die ihnen eine genau« Ueberprüfung der finanziellen Situation gestattet» in Ing 11te alb der ift bol Die Heimat hat ihn wieder. Brandler in Berlin eingetroffen. „ Tannhäuser" in neuer Gestalt. puma Städtische Oper. war un Seit norgestern meilt Heinrich Brandler, einstmals einer der bekanntesten Führer der Kommunistischen Bartei, wieder in Deutschland. Es hat ihn nicht länger in Cowjetrußland, dem ng Jozialistischen Boterlande, gehalten, Seine Rüdfchr in die Jahrzehntelang galt die Pariser Bearbeitung" mit dem nach| läßt Bruno Walter uns die Oper neu erleben, und sie ersteht, Der Heimat erfolgte zum Teil wider den Willen des Etti. tamponierten ,, Bacchanal" als die eigentlich gültige, weil von Wagner in einer Fülle und Herrlichkeit, daß wir in der Tat meiner, bis zu Seine Freunde hatten darauf gedrungen, daß man ihn reisen laffe, persönlich erneute Fassung des Tannhäuser". Der Anlaß der diesem Tag die Partitur nicht recht gekannt zu haben. Wann je fanft würden wichtige Enthüllungen über die Zustände in der Borjag nämlich, dem Abonnentenpublitum der Großen Oper" etwas ist das erste Finale mie diesmal als jubelnde Krönung eines meisterPD. erfolgen. Auch die Heimreise Thalheimers por cima für das schaufüchtige, ballettgewohnte Auge zu bieten lich gestalteten Opernattes, wann das grandiose Ensemble des zweiten drei Monaten ging entgegen den Wünschen des Etfi vor fish. Er mürbig genug gomesen; aber Wagner felbft hat, dreißig Jahre nach Attes in folcher Ballkommenheit des flingenden Details und in is murde nur nach Barlage eines ärztlichen Atteftes aus Rußland der Dresdener Uraufführung, fünfzehn Jahre nach dem Bariser überwältigender Steigerung, bis zu solchem Gipfel, erffungen? Es entlassen, in dem bestätigt worden war, daß seine Frau var einer Mikerfolg, diese Ausgabe letzter and endgültig auch für die ist, als mate die Musit, es ist, als wäre diese Oper als MusizierNur die Einsichtigsten unter den Oper neu entdeckt. Aber das Wunderbare ereignet sich, daß gerade schweren Gallensteinoperation stand. Es ist zu erwarten, daß die deutsche Bühne festgelegt. Rüdfehr Brandlers eine außerordentliche Berschärfung der inner- Wagnerianern haben ben Stilbruch, der damit in ein einheitlich dant so beispiellofer Berwirklichung all deffen, mas ats Opernmäßig perteilichen Auseinandersehungen bringen wird. Dabei haben die fanzipiertes Werk getragen war, haben insbesondere auch die Ber- veraltet nerrufen war, nun das Drama auf neue und überraschende Bertreter des Etti schon jest alle Hände poll zu tun, um wieder schiebung des dramaturgischen Schwergewichts, die sich zwangsläufig Art wirklich und lebendig wird: das Tannhäuser- Drama, die Tragödie ten einigermaßen Ordnung zu schaffen. In Thüringen, in Westfachfen, ergab. frühzeitig als Beeinträchtigung des Ganzen erkannt, unge der emig zwiespältigen Menschenseele. Aber verschwunden ist der in Schlesien herricht offene Rebellion. Der Streifputsch in Ham achtet der zweifellosen Bereicherung durch jene hinreißende, badh eben vermeintliche 3miespalt Oper und Musikdrama, ausgelöscht, als hätte burg war ein Bersuch, die Mitglieder von den schwieriges Ber den stilistischen Rahmen sprengende Venusberg- Mufit. Die Broving er nicht seit mehr als einem halben Jahrhundert die Geister verwirrt. hat sich, permutlich aus Sparsamfelt, non je an die einfachere erste hältniffen in der Partei abzulenten und fie die schwere Niederlage Ausgabe gehalten. Aber nun tommt unsere Zeit aus Gründen, die als Elisabeth: dazu zwei neue. Außerordentliches nerfprechende Dehmann als Tannhäuser und vor allem Mariq Müller beim Boltsbegehren bergeffen zu faffen. Aber dieser Verfuch it in ihr liegen, mehr und mehr auf den Ur- Tannhäuser zurück. In Kräfte es mißlungen. Man bemüht fich jest, irgendeinen Ausgleich herbei Berlin hat schan pie Staatsoper danach gegriffen; aber erst in der stimmliche Verheißung. Hans Reinmar als Darsteller des Wolfram Wilhelm Zitet, der den Landgrafen singt, eine feltene be: auführen. Ob das noch möglich ist, erscheint sehr zweifelhaft, da städtischen Oper wird jetzt seine Wiederaufnahme zur wahre eine Erfüllung; dazu Chor und Orchester in schlechthin vollendeten weit über die Kreise der Rechten", der„ Bersöhnler, der„ Liqui haft zeitgemäßen Erneuerung des Berts. Gesamtleistungen; dazu die sehenswerten Bühnenbilder, die Ernst batoren hinaus fich heftiger Widerstand gegen Thälmanns Führunghaft zeitgemäßen Erneuerung des Berts. Stern geschaffen, und das Ganze durch Ernst Lerts Regie mit fie der Partei geltend macht. unfehlbarer Ueberlegenheit zusammengehalten diese TannhäuserAufführung reißt die Städtische Oper in die Höhe ihrer größten, unvergeßlichen Abende.. Klaus Fringsheim. der te. ine pie fich bes om 311 tor nit teb [ as fjt. er ent et er er ett int 11, ich Die Deutschnationalen nach Afrika. Annagrete faben wir schamrof. Entschließung ohne Ber lefung angenommen. Söln, 29. Oftober.( Cigenbericht.) Die Deutschnationale Bollspartei hat am Sonnabend und Sonnfag in Bad Godesberg am Rhein eine Rhein und Saarjer tagung abgehalten. Als erster Redner forderte Graf West grp die Politik im Sinne der Ueberlieferungen des preußischen Rönigstums zu führen. Reichstagsabgeordneter Dryander entdeckte den wahren Schuldigen an den Mißerfolgen der deutschen Republik: die jüdische internationale Breffe, dies blühende Gift". Er fündete den Kampf der Deutschnationalen Boltspartei gegen die Berliner Ritfasfäulen an, die durch und durch jüdischen Geist atmen. Begeistert bekam die Versammlung endlich einmal etwas positives zu hören. Die preußische Abgeordnete Anna Grete Lehmann, hatte auf der Pressa gehört, wie eine Französin bei einen Gestalt in franzöfifcher Sprache eine Rede hielt; ihr, der Anna- Grete Lehmann, sei dabei die Schamräte ins Gesicht gestiegen. Der frühere Reichsverkehrsminister Dr. Koch wandte fich gegen das Boltsbegehren des Stohl helms. Man kann die Berjaffung nicht mit ihren eigenen Metho den bekämpfen; dieser Kampf sei aussichtslos. Gouverneur Seis molte das Rheinland befreien, aber nach feiner Meinung liegt der Schwerpunkt in Asien und Afrika, dahin müßten die Deutschen ziehen. Zum Schluß tamen dann die verschiedenen Inter essenvertreter der Industrie und Landwirtschaft zum reden. Sum Schluß erhob sich Exzellenz Wallraf und( prad): Hier habe ich och eine Resolution, ich glaube aber, ich brauche fie nicht erft 3 per lejen, Sie sind alle dafür.( Surufe: Jamahl, jawohl!) Dann stelle ich fest, die Resolution ist einstimmig angenommen." ent Ut res 174 pie re er it of. 4 et . 14 it 1, L n 1, or It st | In Tannhäuser liegen, wie in teinem anderen Bert Wagners, zwei Kunstanschauungen in Widerstreit; in Schlagworten: Oper" und Mufifdrama". Generationen haben sich unter Bernachlässigung. je Berachtung alles Opernhoften an das Drama geflammert. Nun is TYP Tanzbare Mufit. Tanz als Schlüffel zum Berständnis der Musit. Must und Tanz fins fa eng verschwistert, daß fünstlerische Gipfelleiflungen auf dem einen Gebiet, das andere in ihre Magie mit hineinbeziehen. Wer das berühmte Theme mit Bariationen" von Mozart in A- Dur hörte, her fieht( ist er nicht ein Pur- Mufiter, also ein mir mufil- technisch eingestellter Mensch) optische Bilder, Bewegungen, Farben. Die alte Lehre von dem tönenden Gang der Gestirne und der Harmonie der Sphären weist ja auf die Ur gründe folcher Wesensverbindungen zweier Künste, der für das Auge und der für das Dhr, hin. Sol he Bechfelbeziehungen zwischen der Welt des Hörbaren und des Sichtbaren hat wohl als einer der ersten in fünstlerischer Form Jaques Daleroze erkannt und durch feine ganz polyphon- mufitalisch gedachten, rhythmisch- gymnastischen Aufführungen zuerst der Deffentlichkeit gezeigt. Daß auch der rein rhythmische, nicht non Mufit begleitete Tanz sein eigenes Leben hot, gehört nicht hierher. Die Grundprinzipien tänzerischer Gestaltung, die Erfassung des Raumes als eines aufzuteilenden Ganzen, die sportlich- gymnastisch tänzerische Weiterbildung der letzten Jahrzehnte hat eine ungeheure Beiterentwidlung bedeutet, Benn man in den ersten Tanas matineen der Boltsbühne ein jo geniales Tänzerpaar mie Yvonne Georgi und Harald Rreußberg jene Mozart melodie tanzen fah, so erlebt man immer wieder Ueberraschungen, je, man könnte fast jagen Offenbarungen. Hier erfüllt nolltammenste Der Heeresunterkunftsamtsvorsteher. Einfühlung in das Mufitkunstwert und virtuofefte Beherrschung des 3um Kapitel: Reichswehr und Republif. Das Amtsblatt für den Kreis Jüterbog- Ludenwalde berichtet in der Nummer 251 nom 24. Dttober 1928 über den Heeresunterkunfts amtsvorsteher in Jüterbag folgendes( dieses Kreisblatt ist erst neu geschaffen worden, weil das bisherige sich ausgesprochen antirepublikanisch erhelten hatte): Herr Meischneider, der Vorsteher des Heeresunterkunftsamts in Jüterbag, Berlar faine hadhbetagte Mutter. Sie flarb im fast vog endeten achtzigsten Lebensjahre. Er benugte diesen Anlaß, um seinen fchrieb unter die Traueranzeige folgendes: förperlichen Bewegungsrhythmus die Gesemtgestaltung. Eine Bause, ein zögernder Halt der Mufit, den ouh musikalisch Geübte in feiner Bedeutung als Ausdrudswert nicht so eindringlich er faffen, tritt durch die Bewegung der Tanzenden in den Bordergrund des Erlebens, Oder: mie das Mozartsche Thema in einer Bariation nach seiner musikalischen Seite hin durch Beränderungen im Rhyth. mischen, im Melodischen oder im Harmonischen eine neue Gestalt und einen pöllig anderen Ausdruckswert erhält, so tann bas vom e Tänzer dargestellte Thema" durch die weibliche Varinerin dex Buschauern und Zuhörern als eine förperliche Bariation" eindringlich geftaftet werden. Die gesamte Architettonit der Mujit, nicht mur dieser Mozartschen, sondern auch der anderen Stüde, die die beiden Tänzer in der Bolfsbühne vorführten, erschien ja in einem neuen Licht. Die Gestalt" solcher Musit( um diesen Ausdruck der modernen Psychologie zu gebrauchen) tritt besonders start in den Vordergrund. Die Ausbrudsfähigkeit jeder musikalischen Phrase, die Bedeutung eines Nitarbardo, schwache und starke Betonungen, furz alles, was den inneren Spannungsgehalt und die Lösungen in einem Musikstück für den feinfühligen Mufiter ausmacht, dies tritt fa auffällig in die Erscheinung, daß Mufit und Gebärde zu einer nauen Einheit werden. Und wenn man das Gegenbeispiel zu Mozart betrachtet, Stra minifns burleste Tangmufit, so zeigte sich hier fogar nach mehr. Ich muß ehrlich gestehen, daß diese Etraminstyshe Mufit, die ich bis dahin nur vom Klavier her tannte( und gut tannte), für mich unerträglich war, bevor ich sie zugleich mit dem Tanz aufnahm. Hier betamen plöglich all die heinbaren Sinniasigteiten in Hare monie und Rhythmit dieser furlosen Tanzstüde erit ihren Sinn gehalt durch die Bewegung. So gas eigentlich erst der Tanz den Schlüffel zum Verständnis dieser Mufit! Umgekehrt wieder läßt fich beobachten, daß die Straminsfniche Mufit zum Betruschka", die - var 16 Jahren mit dem russischem Ballett zuerst aufgeführt für den Kunstfreund einen Blick in Neufand bedeutete, später in Konzertbarbietungen jedesmal verpuffie. Selbstverständlich denk sie nimmt eben ihre Wesenselemente nicht aus bent rein Musikalis fchen, sondern aus dem Tänzerischen. Enlche„ Querverbindungen" zwischen den verschiedenen Künsten sind für den Kunstforscher mie für den Binchologen non gleider Bitigkeit. Sie zeigen gleich gerichtete Linien und bereichern den Hörenden in gleichem Maße mie den Schauenden. Dr. Alfred Guttmann. AP www politiſchen Standpyntt in der Doffentlichkeit bekanntzugeben und Konzert des Meinefefchen Männerchors fit dem Buldhauer lebendig ver Nugen. Ferner find Zuinahmer Im Namen der Hinterbliebenen: Meischneider, töniglich preußischer Hauptmann a. D., Heeresunterfunftsamtsvorsteher. Jüterbog, den 23. Oftober 1928." Db Herr Meischneider, der Mann mit dem schönen Titel, fich Sewußt ist, daß er den Eid auf die Republik geleistet hat? Das schweigfame" 3talien. Nur Mussolini redet.- 3nneres Reformprogramm. Rom, 28. Dfinber. Aus Anfch der 6. Wiederkehr des Jahrestages des Mariches auf Rom richtete Muffolini an die Faschisten eine Stundgebung, in her er ausführte: Das sechste Jahr der faschistischen Renolution schließt mit einem eindrucksvollen Attimum, das in einer Reihe von Berten zum Ausbruck tammt, ble dazu bestimmt find, in den fommenden Jahrhunderten einen Beweis für unferen Glauben, unfere Kraft und unsere Arbeit zu bilden. Es merden 2802 öffentliche Berte eingeweiht worden, um das große Unternehmen zu feiern, das has italienische Bolt im Oftober 1922 hefreite und in Stallen und in der Welt ein neues Regime fchuf. Diefe einfache Aneinander. reibung von Zahlen brid lebem tendenziösen Gerücht im Innern des Dandes mie jenfalls der Grenze die Spite ob. Hinter diefen Sahlen stebt ber Arm, bas Geld, das Leben, ber Wohlstand des jaschistischen Baites. In dieser Stunde der Freude gilt es, fich drei Ereignisse zu nergegenwärtigen; bie ährungszefarm, bas Gefes des faschistischen Großen Rates und die unbe hränkte rber medung bes Bondes. Dies sind brei grund legende Daten in der Geschichte des fajóiftischen Regimes, die bos fechfte Sohr feines Bestehens befanders bedeutungsnel meden. Die Bährungsreform hat hie tapfere Berteidigung der Bira getrant; be die Bire hurch Goldbedung gorantiert ist, braucht man feine Machenfchaft und feine Ueberraschungen mehr zu fürchten. Das Gesez des Großen Rates hat die Stabilität und Dauer des fafchis muus fichergestellt. Die unbeschränkte Urbarmachung des Bodens wird den Millionen fünftiger tallener Brot geben. Schwarz bemben! Stolz auf das, was wir pollbracht haben, treten wir in bas fiebente Jahr ein. Es beginnt mit der begeisterten eier des bielienischen Sieges und mit einer Berlammlung der Landwirte und ter Kriegsteilnehmer in Rom. Das ficberte Jahr wird bedeu tende Creignisse und gigantische Werte jeben. Stolien, bes mir als arbeitjames, maigfames und beharrliches Land sehen wünschen, ist im Aufschwung begriffen, perbandes der Transportarbeiter aus zahlreichen fleinen Berbänden tritt des lebhaften Straßenverkehrs im Saag und an anderen Stellen gemacht morden. Auch die großen Friedensdemonstrationen der niederländischen Arbeiterschaft am 16. September merden in diesem Film vorgeführt. Ein Gedenkstein für Chodemiedi. Mitten im brausenden Großstadigemüht, in der Chouifeestraße nahe dem Dranienburger Tar, befindet sich der Allte Friedhof her franzöflich- reformierten Ge meinde, und immitten der piefen alten Braher die legte Rubeſtätte Sonntag mittag murde mit einer fchlichten Feier ein einfacher des llustrators unserer Atlaifiter", Daniel Chodamiedis. Am Granitstein für den berühmien Künstler enthüllt. Lehrer Helmuth Binalas nom Sanfervatorium der französischen Gemeinde entmari eit lebendiges Bild des tiefen Menfchentenners und treffenden Sittemmaters, der mehr als dreitausend Kunstblätter hinterlassen hat. Das Ranzert, das der Meinefefche Männerchor gestern nachmittag im Konzertsaal der Hochschule für Mujit par ausverkauften Hause veranstaltete, legt ein beredtes Seugnis für die fünftlerische Leistungsfähigkeit des Chars ab. Das Programm umfaßte beutsche und russische Volkslieder, wie Gefänge van Schubert, Lachner und Der Riez, Gegensäge, die jeder einen eigenen Stil fordern. Meinetesche Chor unter seinem Dirigenten B. 2. Joseph ist nicht auf einen einzigen Nenner festgelegt, er ist ein Instrument, das viele Melodien spielt und sie beherrscht. Barguslegung dafür bleibt eine flarte und ausgeglichene Belegung, eine Borauslegung, die hier erfüllt ist; selbst das erste Tenormaterial überrascht durch seine Fülle. Hinzu kommt, daß fich Jofeph als Dirigent non großer Spannweite bemährt und nicht eine besondere Eigenart betont, er ftandiert scharf den Rhythmus, wie er auch eine ganz weiche Stimmführung meistern fann. Jede Stimme mird geschleifen herausgearbeitet, so daß ein Schmieriger Chor wie Schuberts Nachtgefang im Balde" mit Horn- Morgen" veröffentlichte Meldung über einer Bruch, Granomftis, bes begleitung ohne jede Störung fogar mit feinster Rüanclerung zum Bortrag gelangt. Es ist selbstverständlich, daß einem gut belegten und difziplinierten Chor ernste und schmere Gefänge zur Zufrieden beit gelingen, aber vielfach scheitert er an den leichten, graziösen, spielerischen Dingen. In Schuberts Fischerweise zeigte der Weineteiche Char, daß er auch diese Art des Chorgefangs fehr gut zum Bortrag zu bringen nersteht. Den großen Beifall teilte sich der Chor mit bent ausgezeichneten Baldharnquartett des Baut Rembt. Ein Gewerffchoffswerbefilm. Die Zukunftspläne Granowitis, Die in dem heutigen Montan Leiters des Waskauer Jüdischen Theaters, mit der Sowjetregierung entspricht nicht den Tatsachen. Richtig ist nur, daß über ein Amerikagaitipiel zwischen Granowiti und feinem zuständigen Bolts tommiffariat Meinungsverschiedenheiten bestanden haben, die aber belgelegt sind. Die Sowjetregierung hat das Amerikagaftipiel der Branowiti- Gruppe geftattet. Daß Granowifi in Berlin ein eigenes Theater eröffnen will, tit gleichfalls unrichtig, er nerhandelt lediglich mit einer Berliner Bühne zweds einer einmaligen Inszenierung, doch find auch diese Berhandlungen nach au feinem Abidluiſe ge dieben. Chrung des Seppelintonffruffeurs. Die naturmiffenschaftliche Fetuftat Der ninerfitat Tübingen, het den Pheringenieur Lybig Dürr in Friedrichshafen, den Sonstrutteur Der Seppelin- Luft fchiffe, ehrenholl er sunt Dottor der Naturmiffenschaften ernaлni. Dr. Dürr ist homit dreifacher Chrenbotter. Theodor Reinach ist in Baris im her ran 68 Bahren geftorben. Er mar mitalieh hes Collège de France und Spezialiſt in griechlichen Jafchriften, Tapnrusijienichaft und Rumismatif. Bon ben bra Brüdern Reinach ist nur noch Brofeifer Salomon Reinach, der befannte Archäologe, am Beben. Der Bropagandalism bes Riederländifchen Sentrofnerbandes her Transportarbeiter wird eins ber großzügigften Filsierte merden, die bisher aus diefem Stoffgebiete hergestellt warben sind. Den Sintergrund dieles Films mird immer die Wirklichfelt bilden: bolh eine Bartie des heins mit großen Schleppern, bann wieder ein Bahnhofsplas miż zahlreichen Automobilen oder ein Teilstüd cines modernen Großbatens. In die Tiefe der gefelichaftlichen Gegenfäße führt die Gegenüberstellung der schweren Tätigkeit ber heizer auf einem großen Baffagierdampfer vor den Feuern und eine Diners Der größte Bulfan in Zäfigfelt. Der is in der Näbe pOR der Reifenben erster Staffe auf dem gleichen Dampfer. Gegenmart Rumamoto, int außeriten Süben von Japan, ber als der größte und Vergangenheit im Leben des Hafenproletariats werben an der Bultan der Welt gift, ift jekt wieder in Zotigteit. Er ichidt Rauch, beutigen Arbeitstofenfürforge ber Gewertschaften und an ber früheren Dampf und Micheläuten bis 3 10 000 Fuß in die Höhe. Die Wiche mird his au her 80 Rilometer entfernten Rogolovima Broning fart. Armenunterstügung gezeigt. Der Bin führt hen Buschauer in bas Innere cines Seebamplers, zeigt das wübfome Barwärtsstaten eines find sehr beunruhigt, da die Aiche ihren Erntejegen zerstört. Die mühsame gemaht, und die Bevern, die in her Umgegend des Zulfans mahren, Rheinflaffes, die Arbeit des Chauffeurs und noch mandje anderen Geolagen aber sind der Ansicht, daß ein gefährlicher Ausbruch nicht lehrreichen Cinzelheiten. Auch das Werden des modernen zentral zu erwarten ist, Ich war auf Agitation. Einige fleine Erlebnisse vom Werbesonntag. Daß ich am gestrigen Sonntag, dem letzten Tage der von der Sozialdemokratischen Partei angesetzten Werbewoche, auf Agitation mar, ist nichts außergewöhnliches. Gleich mir haben tausende andere Sozialdemokraten für die Partei und für das Parteiblatt geworben. Wir trugen feine Belohnung davon, wie ich unterwegs mehrmals versichern mußte. Im Gegenteil, während draußen ein wunder= voller Spätherbsttag lachte und die Berliner Menschheit so schnell wie möglich aus den Mauern der Stadt hinauszukommen suchte, find wir von einem Haus zum anderen gegangen, haben uns manche Grobheit einstecken müssen und unser Lohn bestand am Ende nur in dem Bewußtsein, eine Pflicht unserer Klasse gegenüber erfüllt zu haben. Auch was ich dabei erlebt habe, ist nichts besonderes. Ich wette, daß sich in der Werbemoche noch ganz andere, interessantere Dinge zugetragen haben. Und trotzdem mill ich sie erzählen: * Ich wohne in einer Siedlung, die von der Gehag" erbaut worden ist. Man findet hier neben Arbeitern auch manche Beamte, Kleingemerbetreibende, Kaufleute. Zuerst hole ich mir von meinem Abteilungsleiter die Liste der Personen, die für die Werbearbeit in Betracht kommen. Es hat feinen 3med, Leute zu besuchen, von denen bekannt ist, daß sie deutschnational eingestellt sind und mit Vorliebe die schwarzweißrote Fahne herausstecken. Eine allgemeine Flugblattverbreitung ist vorangegangen. Man darf also voraussetzen, daß das Konumen des sozialdemokratischen Agitators erwartet wird. Dem ist auch jo; denn zuweilen wird die Wohnungstür einem vor der Naje zugeschlagen, taum daß man die Verhand lungen eingeleitet hat. An vielen anderen Stellen allerdings kommt es zu Diskussionen, die häufig damit enden, daß man sich die Sache noch ein wenig ,, überlegen" wolle. Immerhin, am Schlusse habe ich drei neue Mitglieder für die Sozialdemokratische Partei und vier Abonneten für den Vorwärts" geworben. Ich komme zu einem Elektromonteur. Ein nett eingerichteter Haushalt, zmei Kinder spielen in der Küche. Der Mann sagt mir, daß er schon organisiert sei, und zwar in einer ähnlichen" Partei. Ich versuche ihm flar zu machen, daß es eine der Sozialdemokratie ähnliche Partei nicht gebe. Er mill mir aber das Geheimmis feiner Parteizugehörigkeit nicht enthüllen. Ist es eine benachbarte" Bartei, die Demokratische oder die Kommunistische? So wird's wohl sein, erklärt er mir darauf. Also kann ich daraus schließen, daß er unorganisiert bleiben will, trojdem er Arbeiter ist, daß er in Wirklichkeit keiner Partei angehört. Da ist ein anderer Arbeiter schon offenherziger. Er erklärt mir, daß er seiner Gewerkschaft schon seit Jahrzehnten angehöre. Er tennt auch die leitenden Männer darin persönlich sehr gut. Aber er will sich der Partei nicht anschließen. Er müsse die Gewerkschaftsversammlungen besuchen, zweimal in der Woche habe er in der Fach schule zu tun. Wenn er der Partei beitrete, würde er in die Verfammlungen gehen müssen, und dann halte es ihn nicht mehr, er müffe zu medern" anfangen und schließlich bekomme er gleich Theater, Lichtspiele usw. metropol- Sheater Montg., d. 29. 10. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 122 20 Uhr Montg., d. 29. 10. Städtische Oper Bismarckstr. 1912 Uhr Geschlossene Tosea Vorstellung Staats- Oper Am Pl.d. Republ. R.-S. 177 20 Uhr Oedipus Rex Geschichte vom Soldaten Staatl. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt R.-S. 63 20 Uhr Egmont Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. 20 Uhr Flachsmann als Erzieher SCALA 8 Uhr B 5. Barbarossa 9256 Original Theremin- Trio, Musik aus der Luft, Powers Riesen- Tanz- Elefanten vom New York- Hippodrom und das große Varieté- Programm. 8/ Uhr CASINO- THEATER 8, Uh Lothringer Straße 37. Neu! Neu! Stöpsel Dazu ein erstklassiger bunter Tell. Täglich 8 2hr Friederike Musif von Franz Lehar Käthe Dorsch Richard Sauber 16 Hilde Borner Bespermann Arnstaedt Diegelmann Dora Rex Limburg Kaiser- Tit Die Kaffe ist den ganzen Tag geöffnet. Telephon: Zentrum 378 u. 9393 Reichshallen- Theater Sonnt. nchm. 3 Abends 8 Stettiner Sänger Zum 76. Male: ,, Traumbilder" 1. Meysel Dazu das andere wundervolle Oktober- Programm Nachm. balbe Preise, volles Progr. Dönhoff- Brett'I: Varieté, Tanz, Stimmung! Anfang 8 Uhr. Sonntags 5% Uhr. Winter Garten Tägl. 8 Uhr Internat. Varieté Ranchen gestattet wieder neue Funktionen. Es war also auch hier nichts zu machen. Wie ich nachträglich erfahre, gehört der Mann in seiner Gewerkschaft zur ,, Opposition". Er ist also ganz besonders flaffenbewußt. * FUNK UNDAM ABEND M Montag, 29. Oktober. Berlin 16.00 Direktor Cremer, Deutscher Sparkassen- und Giro- Verband: Wie komme ich auf einen grünen Zweig?( Zum Welt- Spartag am 30. Oktober.) 16.30 Novellen... Pont und Ani a", eine Novelle von Arnold Zweig. Bruch stücke, gelesen vom Dichter. Menuett 17.00 Konzert. I. P. A. Pisk: Vier Lieder nach Gedichten von Jos. Luitpold: a) Der blühende Baum; b) Freunde( Baum im Eise); c) Wart' ab; d) Und manchmal singt ein Waldvögelein( Ria von Hessert, Mezzosopran; am Flügel: Der Komponist). 2. P. A. Pisk: Kleine Suite, op. 11, für Klavier: Präludium Barcarole-Burletta( Der Komponist). 3. G. Volleerthun: Erster Liederkreis( Agnes Miegel): a) Der Buchen wald; b) Mädchengebet; c) Johannisnacht; d) Wenn ich nur wüßte; e) September; f) Legende( Ria von Hessert; am Flügel: Der Komponist). geführt von der Kapelle Barnabas von Géczy. Zu dem besonders klassenbewußten Teil der Arbeiterschaft gehört auch ein Dreher, den ich danach besuche. Er ist Mitglied der PD. So etwas gibt es also wirklich noch? Eine halbe Stunde etwa bemühe ich mich um den Mann. Wir gehen die Geschichte der tommunistischen Bewegung in Deutschland durch und stellen folgendes feſt: Aus dem Spartakusbund ist die Kommunistische Partei entstanden, davon spaltete sich die Kommunistische Arbeiterpartei ab. Neben dieser gibt es die Allgemeine Arbeiter- Union und die Augemeine Arbeiter- Union- Einheitsfront. Es entstanden weitere Gruppen, Anschließend: Uebertragung der Teemusik aus dem Hotel Esplanade, ausdie Ultralinken, die Korsch- Gruppe und schließlich der Lenin- Bund. Jegt wird sich wohl eine neue Partei aufmachen, zu denen die Rechten, die Versöhnler, die Liquidatoren und der Halbblock gehören. Unabhängigen, den Sozialistischen Bund, die radikalen Sozialisten, Nimmt man dazu die Grüppchen, die sonst noch umherwimmeln, die die Syndikalisten und was es darin noch gibt, so hat man ein ganz nettes Bild der Zersplitterung im kommunistischen Lager und der mit ihnen sympathisierenden Kreise. mie der geschlossenen Front der Unternehmer nur eine ge Bergeblich war es, daß ich diesem Manne flarzumachen suchte, schlossene Front der Arbeiterschaft entgegengestellt werden dürfe. Er will Antigemertschafter, Antiparlamentarier bleiben, er mill auch fünftig zu dem Treibholz gehören, das neben der großen Partei der Arbeiterklasse, der Sozialdemokratie, int Strome der Entwicklung herumschwimmt. od 2 Gtetid Glückliches Frankreich. Faft keine Arbeitslosigkeit. cpc. 18.30 Hans- Bredow- Schule, Abteilung Sprachunterricht. Studienrat Friebel und Lektor Mann: Englisch für Anfänger. 19.00 Staatssekretär a. D. Dr. Hans Bredow: Gedanken über den Rundfunk. 19.30 Dr. Karl Hagemann, Direktor der Funkstunde: Die Zukunft des Rundfunks. 20.00 Das erste deutsche Rundfunk- Programm vom 29. Oktober 1923. Sprecher Friedrich G. Knöpfke. Am Flügel: Otto Urack. 1. Kreisler: Andantino ( Otto Urack, Cello; am Flügel: Kapellmeister Fritz Goldschmidt). 2. Mendelssohn: Arie aus dem Oratorium ,, Paulus( Alfred Wilde, Tenor). 3. Tschaikowsky: Langsamer Satz aus dem Violinkonzert( Prof. Rudolf Deman, Violine). 4. Saint Saëns: Arie aus der Oper„ Samson und Dalila"( Ursula Windt, Sopran). 5. Pawlovicz: Hab' Mitleid, Zigeuner lied( Prof. Rudolf Deman, Violine: Otto Urack, Ceño; Max Saal, Kla vier, Schallplatte).- 6. Verdi: Daß nur für dich mein Herz erbebt", aus der Oper..Der Troubadour"( Kammersänger Alfred Piccaver, Schallplatte). 7. Mozart: Larghetto( Alfred Richter, Klarinette). 8. Reißiger: Der schlesische Zecher( Adolf Lieban, Schallplatte). 9. Schumann: Träumerei( Otto Urack, Cello). 10. Wolf: Ueber Nacht( Alfred Wilde, Tenor). -U 11. Beethoven: Menuett( Prof. Rudolf Deman, Violine). 12. Deutschland. Deutschland über alles; Inf.- Regt. III/ 9( Obermusikmeister Adolf Becker, Schallplatte). Anschließend: Festkonzert. Dirigent: Bruno Seidler- Winkler. 3. W. A. Mozart: 1. Prolog; gesprochen von Alfred Braun. 2. G. F. Händel: Konzert F- Dur für zwei Bläserchöre und Streichorchester. Serenade( K.-V. 250): Allegro maestoso Andante Rondo. 4. P. Graener: Deutsche Ode, für gemischten Chor, Baritonsolo und Orchester ( Cornelis Bronsgeest, Bariton).- 5. R. Wagner: Vorspiel zu ,, Die Meistersinger von Nürnberg"( Berliner Funkorchester; Berliner Funkchor). Anschließend bis 00.30: Tanzmusik( Kapelle Dajos Béla). Königswusterhausen. 12.00 Stud.- Rat Friebel, Lektor Mann: Englisch für Schüler: Elizabethan Love Songs( Gesang und Klavier). 14.30 Camilla Stiemer: Kinderstunde. ,, Lora" vor dem Mikrophon. Frankreich so gut wie teine Arbeitslosigkeit besteht. Diese TatAus den Statistiken der letzten Monate geht hervor, daß in fache wird durch den immer größeren Unterschied zwischen dem Stellenangebot und der Stellenna hyfrage bestätigt. Während der letzten Wochen zählte man für ganz Frankreich 16 541 nicht be= friedigte Stellenangebote gegenüber 10 816 vorher nicht befriedigter Stellenangebote. In der vorhergehenden Woche war die Zahl 15.40 Gerda Simons: Frauenstunde: Die Lebensgestaltung der Frau( V): Die dieser nicht befriedigten Angebote 17 528. Monatlich tehren nach Frankreich wieder mehrere Tausend ausländische Arbeiter zurück, in der Vormoche zählte man 2865. Allerdings haben diese Arbeiter im voraus Arbeitsverträge für Kohlen- und Eisengruben, für die Metallindustrie und für Zuckerfabriken geschlossen. gegend.( Nachdr. verb.) Nach kurzer Aufheiterung wieder Ueber. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgang zu starf woltigem Wetter. Epäter audy etmas Regen, Temperaturen steigend. Für Deutschland: Im Westen Uebergang zu Regenwetter, im Osten vorerst noch trocken. Temperaturen wieder ansteigend. Komische Oper s James- Klein- Revue: Tausend nackte Frauen!! Die große Revue der ,, Freien Liebe" Parkett nur 4,50 Mk. Th. in der Lutzcwstr. Planetarium am Zoo Verläng. Joachimsthaler Straß Noll. 1578 Kurf. 9209. Tgl. 8, Sonnt. 4 U. I. M. Lommel in: Runxendorf auf Welle 0,5" 16 Uhr: Der Sternhimmel im Herbst 18 Uhr: Rundfunkhörer Erde und Weltenraum. halbe Preise 20 Uhr Theater des Westens Der Einfluß d. Gestirne Moskauer jud. akad. Theater Letzte 2 Vorstellg.! 8 Uhr: Volksbtihne Deutsches Theater Die Nacht auf dem Theater am Bülowplatz 8 Uhr U- Boot S4 Theater am Schiffbauerdamm 8 Uhr Die Drei- GroschenOper Norden 12310 Vorverkauf auch im Pavillon d. Reinhardtbühnen, Kurfürstendamm, Ecke Uhlandstraße Bismarck 448 u. 449. 8 Uhr, Ende gegen 11 Die Verbrecher alten Markt Theater am Nollendorfplatz Täglich 8 Uhr ( Volksglaube und Wissenschaft). Theater in der Stadt Kommandantenstr. 57 Dönh. 919. 8 Uhr Ueber 500 Mal: Schwarzwald- Spiel im Schloß mådel! Schauspiel von Operette in 3 Akten FerdinandBruckner Thalia- Theater Kleines Theater Thalia- Theater Dresdener Str. 72-73 Täglich 84 Uhr: 8 Uhr: Schneider Wibbels Auferstehung Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr Flachsmann 8 Uhr Schneider Wibbels Max Adalbert in Auferstehung Der Dickkopf Henckels. Gradtczinski. HALLER- REVUE Schön und schick" Sandrock, Landa, Sterler, Sikla, Barnowsky- Bühnen Th. Königgrätz. St. als Erzieher Th. im Admiralspalast 8 Uhr, Ende 10%, Staatsoper am Platz der Republik 8 Uhr Oedipus Rex Täglich 81 Uhr. Trianon- Th. Täglich 8%, Uhr Die Geschichte Skandal um Olly vom Soldaten Erika Glassner, Heinz Salfner Th. am Schiffbauerdamm Rundfunkhörer Täglich 8 Uhr Für unsere Leser Gutschein für 1-4 Pers Theatera.Kottbusser Tor Die Drei- GroschenFauteuil nur 1.15 M., Sessel 1.65 M. Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M. 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Berantwortlich für die Redaktion: Eugen Brager, Berlin: Anzeigen: Zh. Glede, Berlin. Berlag: Borwärts Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts Bud bruderei und Berlagsanstalt Baul Ginger& Co., Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Siezzu 1 Beilage, Engelhardt QUERSCHES GESUNDHEITAL VOLLBIER Engelhardt- Brauere fur im Me oh hoj po We jo t Tag For zu 93 D nic mir fish Ste Ma ida Ma Dar unt aud hat 25 C der mät erfrischend Spät mui abg EngelhardtCaramelMalzbier nahrhaft wohlschmeckend bekömmlich Aerztlich empfohlen für Kinder, junge Mütter, Erholungsbedürftige, Sportler Küchen weiß lackierte u. lasierte, feinste auch per später lieferbar, zu Bianos 200,- 350,- 450,-, 500, neu aufgearbeitet, neue 700,- an. Ga rantic, Teilzahlung. Bianohaus Rott buffer Tor, Reichenbergerstraße 15. Fahrräder Teilzahlung. Geringe Anzahlung Pleine Rate, trobem billig. Nur Quali tätsräder, brei Jahre Garantie. Fahr enorm billigen Preisen tabbau Bima. derftrake breikia Auf alle Preise 5% Rabatt! 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Ganze Häuserfronten wurden von den Fluten unterwühlt und vom Sturm aufgerissen. Schon wenige Tage nach der entsetzlichen Katastrophe setzte der Wiederaufbau ein. Heute, fünfzehn Monate nach der Sintflut" sieht das Dorf wieder ganz anders aus. Sa ng hr • Det. crt P. Die kve Die Her mik dj 3. Fünf Jahre Rundfunk! Die Insel der Milliardäre. Aus Geschichte und Entwicklung der Reichsrundfunkgesellschaft. Insel ist ein beliebter Winteraufenthalt solcher Amerikaner, die es Am 29. Offober 1923 wurde in Berlin der erste Rundfuntfender eröffnet. Es ist jetzt also fünf Jahre her, feit Deutschland ein organisiertes Rundfunkwesen besitzt. Wir Dieses Rundfuntjubiläum ist Anlaß genug, einmal furz Rüdschau und Ausschau zu halten. Heute spielt der Rundfunt im gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und fulturellen Leben vieler Menschen eine so große Rolle, daß es gar nicht mehr vorstellbar ist, ohne diese Errungens haft der Technit leben zu können. hoffen, daß die Zeit nicht mehr allzu fern ist, in der auch unser politisches Leben durch den Rundfunk in ernsthafter Weise befruchtet wird. Je länger der Rundfunk besteht, um so deutlicher wird es, daß er an den großen politischen Fragen des Tages nicht mehr vorüber gehen fann. Es muß eine glückliche Form gefunden werden, in der die maßgebenden Parteien fachlich zu den wichtigsten Fragen Stellung nehmen können. Dabei hat der Rundfunk die für uns Sozialdemokraten sehr michtige Borzugsstellung, daß er wirtschaftlich und organisatorisch nicht nach den Profitgrundsätzen des Privatkapitalismus verwaltet wird, sondern ein Stüd Gemeinwirtschaft verkörpert, wie man es sich unter den heutigen Umständen faum besser vorstellen kann. Stellen wir uns vor, es wäre einem Hugenberg oder einem anderen Macher der öffentlichen Meinung gelungen, im Rundfunk wirtdaftlichen Anteil zu bekommen, sie hätten von ihrer wirtschaftlichen Macht den unglaublichsten Gebrauch für ihre Parteizwede gemacht. Dann ständen nicht nur große Teile der Presse und des Kinos unter der Botmäßigkeit republiffeindlicher Kreise, sondern such noch das Radio, das heute sicher einen noch größeren Einfluß bat als das Kino. Und je mehr das Radio sich ausbreitet, je schneller es arbeitet, um so stärker wird es die Konkurrentin der Preffe. Aus der fünfjährigen Geschichte des Rundfunts ist zu er. mähnen, daß es zuerst den telegraphischen Funt gab, der päter bald zum Unterhaltungsrundfunk ausgebaut murde. Im Jahre 1923 waren die Vorbereitungen hierzu someit abgeschlossen, daß der erste Zentralrundfunk in Funktion treten fonnte. Bald aber mußte der Bezirksrundfunk.errichtet werden, der mit neun Bezirken eröffnet wurde. Es waren die Bezirke in Norddeutschland( Berlin), in Schlesien( Breslau), in Südwestdeutsch land( Frankfurt a. M.), Niederdeutschland( Hamburg), Dsimarken land( Frankfurt a. M.), Nieberdeutschland( Hamburg), Ditmarken ( Königsberg), Mitteldeutschland( Leipzig). Westdeutschland( Köln), Bayern( München) und Süddeutschland( Stuttgart). Inzwischen wurde die Deutsche Stunde errichtet, auch der Drahtlofe Dienst 2.-G. für Buch und Breffe murde organisiert, und später nahm der deutsche Rundfunt die feste Gestalt und Organisation an, die er heute befigt. In dieser Zeit erlebte nicht nur die Tehnif des Rundfunks eine großartige Entwicklung, auch die Organisation nahm einen nicht geahnten Aufstieg. Es wurde das Berhältnis zwischen Reich und Ländern geklärt; mit Ausnahme von Bayern haben wir bier eine Bezirkseinteilung, die sich mit Recht nicht an die her lömmlichen Landesgrenzen hält, wir haben sozusagen den Einheitsstaat im Rundfunt. Im weiteren Berlauf der Geschichte des Rundfunks mußten Ueberwachungsausschüffe und fultunntelle Beiräte für jeden Bezirk bestimmt werden, die Stellung der Reichspost zum Rundfunk wurde im Interesse aller Stellen in guter Beise geregelt und die Gestaltung der Programme für den Unterhaltungsrundfunk stellte manche Aufgabe. ige ter ight. Der tin on Det der Man darf sagen, daß durch die Zusammensetzung der Ausschüsse aus den weitesten Bevölkerungskreisen und durch die Heranziehung mannigfaltigsten Kräfte in den ersten fünf Jahren des Bestchens des Rundfunks Gutes geleistet wurde. Natürlich gibt es Kritik und fi her muß immer weiter gearbeitet werden, aber das erste halbe Jahrzehnt befriedigt im großen Gan den. Jumer wieder ist dabei wichtig, daß die öffentliche Hand im Rundfunk den maßgebenden Einfluß hat. Die Reichsrund. funtgesellschaft ist es, in der das Radio die juristische Form gefunden hat und aus der Kapitalsbeteiligung geht her au bor, daß die Reichs post die Mehrheit der Einlagen hat. Die übrigen Bezirke find sämtlich mit gleichen Summen beteiligt. Diese Gesellschaft ist auch dem Belt rundfunk angegliedert, der bereits am Anfang des Jahres zwei Dugend Länder als Mit lieber zählte. rga raft rarerbald. te AufDer deutsche Rundfunt verfügt über mehr als 20 Wellen, die don den verschiedensten Sendern bedient werden. Welche meltner. bindende Bedeutung der Rundfunk hat, geht z. B. daraus hervor, дав er die Länder zu gegenseitiger Berständigung zwingt. Wenn fich die einzelnen Länder nicht über die Wellen einigen fönnten, nen ama gäbe es ein wüftes Durcheinander und feins der Länder späesse ten| tönnte seinen Bewohnern eine Berbindung etwa mit Bien oder London, Baris oder Berlin verschaffen. Der erste Sender wurde am 29. Offober 1923 in Berlin in Betrieb genommen, dann folgten in verschiedenen Zeitabständen die anderen und der jüngste fonnte am 15. Januar 1927 in Langenberg eröffnet werden; dazu er hielten verschiedene Stationen noch weitere Sender. Interessant ist, daß der Rundfunk in den ersten vier Jahren seines Bestehens trotz der bestehenden Richtlinien etwa 60 Pro3. seines Dienstes für Pädagogif nermendete, 12 Broz. für Kunst( Literatur und Musik), 11 Broz. für Sprachen, 7 Proz. für Aerzte, 3 Proz. für Wirtschaft und Recht, 2 Proz. für Berufe und einen ganz fleinen Prozentsatz für Spiele und Sport. Bolitit und Wirtschaft fehlten ganz, aber hierfür muß unter allen Umständen ein gemisfer Prozentjaz zur Verfügung gestellt werden. An der Küste des amerikanischen Staates Georgia liegt die kleine Insel Jetyl Island. Auf diesem Fleckchen Erde, so heißt es, ist zeitweise der sechste Teil des Reichtums der Erde vertreten. Die sich leisten können. Etwa hundert Milliardäre und Millionäre, unter ihnen die bekanntesten Namen wie Rockefeller, Astors, Goulds, Vanderbilts und Morgans, haben eine Art Klub gebildet, dem Jekyl Island gehört. Ein ständiger Küstenwachschuß" verhindert den Zutritt gewöhnlicher Sterblicher. Wer jedoch glaubt, hier den ganzen ungeheuren Lugus zu finden, mit dem sich die Reichsten der Reichen zu Hause umgeben, ist im Irrtum. Es geht verhältnismäßig ein fach zu; die abgearbeiteten, von der Dollarmacherei erschöpften Busineßmen" haben jede Repräsentationsverpflichtung verpönt, sie mollen sich nur erholen und sich einmal recht ,, hemdärmelig" bea " nehmen. Als beliebtester Sport gilt das Entenschießen, für das inmitten der 17 Kilometer breiten Insel ein fünstlicher See angelegt worden ist. Ferner besteht ein Golfklub, dem nur über 70 Jahre alte Mitglieder angehören. Achtung! Hier Welle 1250! Rundfunkvorträge find felten populär gemesen. Für sehr viele bedeuten sie bis jetzt nur etliche, taum beachtete Stunden, die man vor den Abendveranstaltungen leider in Kauf nehmen muß, denn nur wenige Rebner sprechen jo persönlich und überzeugend, wie es der Hörer von einer unsichtbaren Stimme unwillkürlich erwartet. Aber in diesen seltenen Fällen kommen neue Möglichkeiten für den Rundfunk zum Vorschein, und deshalb lohnt es sich, den einzigen Sender der Welt, der sich fast ausschließlich Vorträgen widmet, den Deutschlandsender in Beejen, bei seiner Arbeit zu Derfolgen. Schon auf den ersten Blick sieht dieses Bortragsprogramm anders aus, als wir es sonst gewohnt sind: ungewöhnlich breiten Raum nehmen zunächst die Lebensintereffen des Arbeiters ein. Raum nehmen zunächst die Lebensintereffen des Arbeiters ein. Aus der Welt der Arbeiter. Gewiß, es findet sich heute wohl überall eine verschmiegene Stunde, die für einen„ Arbeiterfunt" reserviert ist. Aber auf der deutschen Welle handelt es sich dabei offensichtlich nicht um ein Jahren ging fie mit der Einrichtung eines regelmäßigen Arbeiter ugeständnis neben zahllosen verweigetten. Schon vor funts voran, in dem die Not der täglichen Lebenspragis ebenso zur Sprache tommt mie die weiter reichenden geistigen Fragen, die der Arbeiter heute vor fich sieht. Auf eine bedeutend breitere Bafis werden diefe Borträge im tommenden Winter gestellt. Nicht die Bopularifierung irgend welcher Kenntniffe ist hier wichtig; dazu gibt es schon außerhalb dieses Rahmens überreichlich Gelegenheit, und für alles wirklich Wissenswerte sind dem Rundfunk zudem sehr enge Grenzen gefeßt, solange eine politische Benjur mit sehr dehn baren Richtlinien an ihm herumbastelt. Aber etwas anderes können diese Arbeiterstunden: fie müssen die starre Schablone durchbrechen, die Redner und Hörer in zwei getrennte Barteien auseinanderreißt. Bisher fonnte der Hörer nur passiv und schweigend zuhören, während der Plaz am Mikrophon vor jedem Einwand und Zwischenruf geschützt blieb, wirklich das denkbar bequemste Podium. Hier dagegen soll nur aus dem engsten Kontakt mit der Welt des Arbeiters gesprochen werden, der Hörer wird selbst an der Ausgestaltung und bei der Wahl des Themas mit arbeiten, und an die Stelle einförmiger Monologe treten deshalb Gespräche, in denen wiederum der Hörer in irgend einer Form Denn es tommt zunächst nicht auf das Wort ergreifen fann. Bildung, sondern auf verständnisvolle zusammenarbeit an. Recht gut zeigt das auch der seit Jahren bestehende Kursus für Facharbeiter, der mit allen modernen pädagogischen Mitteln das Wissen zur Bertmeisterausbildung vermittelt. Briefwechsel mit den Hörern find hier an der Tagesordnung, und aus dieser Arbeit entstanden die ersten Hörer gemeinschaften in Deutschland, die sich in persönlicher Aussprache gegenseitig beraten. 3m Dienst des wissenschaftlichen Lebens. Dialoge mie Der Sprecher im Rundfunt steht ja vor einer völlig neuen Situation. Allerdings bleibt er unsichtbar und vor jeder Ent gegnung geschüßt; das nüßten viele Redner gründlich aus, wie die allgemeine Enttäuschung beweist. Aber in Wahrheit tommt jebe Rede Wort für Wort zum einzelnen, eindringlich wie sonst nur im persönlichen Gespräch, und der Empfänger in seinem Zimmer, in feiner gewöhnten Umgebung, findet sich in fremden Gedanken viel rascher und fritischer zurecht, er hört viel aufmerksamer und urteilsfähiger zu als in der Nüchternheit tahler Schulstuben oder in einer talten, fremden Feſtaula. Von dieser Tatfuche geht die Arbeit der Deutschen Welle aus. Ihre Sendungen sollten zunächst den Kopfarbeiter auf dem Lande, vor allem den Lehrer in Kontakt mit dem aktuellen geistigen Leben bringen daher seine hohe Sendeenergie( 45 Kw.) und seine lange Welle von 1250 Meter, die ihn fast überall mit verhältnismäßig einfachen Geräten empfangen laffen. Diese Idee murde jedoch sehr bald zu: Keimzelle eines bedeutend weiter gehenden Programms. Nicht einzelne berühmte Ramen, nicht bloß dies oder jenes gut gewählte Thema sollte den Deutschlandsender auszeichnen. Vor allem wurde hier einmal auf breitester Basis versucht, die natürliche Beweglichkeit des Funts in den Dienst des missenschaftlichen Lebens zu stellen, um die Borträge, organisch angeordnet, zu einem laufenden Bild der Gegenwart zusammenzufügen. Vor dem Hörer der Deutschen Welle breitet sich gleichsam ein umfassender Vortragsatlas mit vielen Uebersichts- und Spezialfarten aus. Unsere Aufgabe ist es nun, sidh darin zurecht zu finden und jeweils das persönlich Wichtigste ausHilfsmittel zur hand: ihre neue wöchentliche Programmzeitzuwählen. Auch dafür gibt die Deutsche Welle ein ausgezeichnetes fchrift. Diese gelben Hefte find weder ein Reklameblatt noch ein Berierbilderbuch aus zerschnittenen Photographien mie so niele andere, sondern eine flare, vorzüglid) gegliederte Einführung. Die Möglichkeiten des Rundfunkvortrags. Ein weiteres Orientierungsmittel bietet das Programm selbst " mit seiner Teilung in regelmäßig wiederkehrende Vortragsstunden, die den aktuellen Stoff nach ihrem sachlichen Gehalt oder nach den Berufen, die er hauptsächlich angeht, ordnen. Nach dem sa ch. lichen Gehalt: im Bolkswirtschaftsfunt mit seinen Infor mationen, im Juristenfunt, der weltpolitischen Stunde" und ganz besonders den Berichten aus dem Kultusministerium", die eine neue Methode objektiver fulturpolitischer Berichterstattung fanden. Nach den Berufen: im Aerztefunt, dessen Themen das Rund funtprogramm aus fachlicher Ueberheblichkeit leider noch immer verschweigt, im Kaufmanns und im Beamtenfunt. Alle diese Reuerungen bedeuten Versuche, für das Vortragswesen die Form zu finden, die den Bedingungen des Rundfunks entspricht. Es muß verfümmern, sobald es nur ältere Bildungsmöglichkeiten kopiert und wiederholt, die sich schon äußerlich in ganz anderer Form an den Hörer wenden. Deshalb wirkt jeder Einfluß von gemeinnützigen Instituten und ähnlichen Einrichtungen als Fremdkörper; es fehlt ihnen die Erfahrung des Hörers, mögen sie sonst noch so verdienstvoll sein. Sogar die Masse der Hörer selbst lernt erst jetzt die Möglichkeiten des Rundfunkvortrages genauer kennen, seitdem die Deutsche Welle als erster Sender wenigsins einen Abend in der Woche ganz den Vorträgen widmet. Gerade diese Stunden erreichten bisher nur selten die eindringlichen Wirkungen, die wir von pielen Nachmittagsveranstaltungen der Deutschen Belle kennen, be sonders von ihren Gesprächen vor dem Mitrephon über Lebensgeftaltung und Erziehungsberatung, über die Not des Theaters oder die Kunst des Uebersetzens. Aber daran mag auch die Bassivität des Hörers schuld sein, der sich bisher viel zu menig um diesen Programmteil fümmerte. Denn schließlich bleibt es doch die die die zuverlässigsten ErKritit des Arbeiterhörers fahrungen und Unterlagen bietet, und für sie muß heute das Programm der Deutschen Welle zu den wichtigsten, zukunftsreichsten Felix Stiemer. Bersuchen im Rundfunt gehören. Ein Rcnnfahrer«Roman von Andre Reuze. übersetz) von P.A. Angermayer ] Copyright byBikhergild«� Gufenbarg, BeHi» (28. Fortsetzung.) „Man hat mir«inen Reifen mit defektem Ventil gegeben! ''chrie der Italiener wütend.„Ist dos vielleicht erlaubt?" Und schon legte er einen neuen Reifen auf die Felge. „Darüber kannst du dich am Ziel beschweren! Jetzt hole erst «»mal den weggeworfenen Reifen!" „Ich bin doch kein Hund!" schrie Argentero.„Holen Sie sich ihn selbst!" „Tut," sagte Manadian.„Freiwilliger Materialverlust, Ke. horsamsverweigerung und ungebührend« Antwort einer offiziellen Persönlichkeit gegenüber! Die Rennbestimmungen werden in oller Schärf« angewandt werd«i!" Da aber der Champion seine Gegner bereits auf dem Gipfel des Berges gewahrte, gab er keine Antwort mehr, sondern fuhr w« ein Rasender die letzte Steigung hinauf. Risfin lächelte und streckte sich bequem im Wogen au». Aus dem Gipfel hatten die drei„Brillont".Fahrer einen kleinen Barsprung vor Dorbist und Dragoni. In Barcelonette, da»«in Regiment Alpenjäger mit seine» Fanfaren au» dem Dornröschen- schlaf rüttelt«, logen sie mit zwei Minuten an der Spitze. Immer noch zusammenliegend griffen die drei„Brillant"-Fohr«r mutig den Barsberg an, dessen letzte vier Kilometer sast unüberwindlich steil sind. Zollwächter tauchten auf Felshlocken auf und bewiesen, wie nahe man der italienischen Grenze war. Hinter Tampier und Cheoillard keuchte plötzlich die fast' er- stickende Stimme von Blonc-Mesirilc „Lucien... führ' den Kleinen weiter!... Ich kann... nicht... mehr." Chevillard dacht«: Da» geht ja gut an! Jetzt Hot Robert wieder mal'na Made! Gr klammerte sich an» Hinterrod von Tompier und erreichte den Gipfel, ohne den Kopf zu wenden. „Nun hätten wir ja Herrn Dorbist wieder mal füetf Minuten abgenommen," sagte Tampier. „Und Argentero?" „Den hat man verladen!... Los. gleich bergab setzt und mög. lichst viel Zeit herausgefahren! Du host noch den Isoard zu knab- bern. Kleiner!" Jetzt ging es in einem grandiosen Krsiel, den ewige Schne«- gips«! überhöhten, bergab nach Guillestre. Wie schon, dachte Che- oillard, konnte sich aber nur sekundenlang an diesem herrlichen Bild erfreuen, da er seine ganze Ausmerksämkeit dem Weg widmen mußte. Hinter ihm kam Argentero, dem«r wohl schon fünf oder gar sechs. Minute» abgenommen hotte. Roch einmal soviel, und er rückte im G'esämtklassement an die erste Stelle und durfte das gelbe Trikot tragwr-.....................— Der Weg wurde immer steiler. Tampier fuhr noch immer vor ihm her und wandte sich ab «nd zu nach ihm um. „Ra. wie fühlst du dich?" „Fahr zu!" „Es wäre ganz gut, wenn du jetzt ein paar Stückchen Zucker effen würdest! Dort kommt der Isoard!..." ..Fahr zu!" Dor d« majestäfifchen Befestigung des Oueyras-Schlofses ragte gigantisch der gefürchtete Berg zum Himmel. - Mit fast übermenschlicher Anstrengung fuhren sie in unwider. ft«hlichem Zug bergan. Der Schweiß rann ihnen in so starken Strömen über den Körper, daß man glauben konnte, er würde «»Mich mal versiegen und sie würden tot vom Rod sollen. Motorgeknoiter kam näher. Chevillard erkannt« die Stimmen von Raoeirelle und Mainguy: „Los, Iean!.�. Los, Jean?..." Würde dem» dieser grauenhafte Berg nie ein Ende nehmen?... Chevillard warf einen Blick in die Höh« und sah, daß der Weg innner steiler wurde und sich hartnäckig einen Durchgang über die tragischen Alpen erzwang. Märchenhaft aufgereckte Felsen schienen au» roter Lava oder blauer Asche aufzusteigen, versteinerten Phon. tomen gleich, die aus dem Chaos der Apokalypse herrührten. Heinriückischer Krampf befiel sein Kreuz. Seine Beine verlor«» ihre Kräfte und wurden leer wie ein geplatzter Reifen, der in sich zusammensinkt. „Nicht so schnell... Lucien!.. Lucien!..." „Anklammern!" rief ihm Tampier zu.„Zähne zusannnen- belßenl... Wir haben's bald geschafft!" Doch Chevillard konnte nicht mehr, iiein. er konnte einfach Nicht mehr. Sein Rad fiel um, wie ein unterleibskrankes Pferd. Er selbst sank neben einem Felsen zusammen. „Lucien!... Lucien I.. Sein« flehenden Augen maren die eine» verirrten Kinde». Tompier versuchte ruhig zu bleiben. „Atme ein paarnial tief aus und ein!... Ruh' ein wenig!... Trink und iß!... Es ist nichts... da» geht vorüber!..." Rovenelle und Mainguy war«» aus dem Wagen gestiegen. „Sind die anderen noch weit?" „Dorbist kommt auf! Er muß in drei Minuten hier sein." Cheorllord wollte sich erheben, fiel ober wieder hin. „Ich kann nicht mehr... ich... kann... nicht mehr!..." Gr barg sein Gesicht in beide Hände und schluchzt«. „Verfluchter Lausejunge!" fuhr ihn nun der französische Landes» merfter an.„Hob' ich mich deswegen so geschunden?... Ich will haben, daß der Dreckspatz die Rundfahrt gewinnt...-und nun bleibt er mir zwischen den Fingern..." Chevillard nahm aus einer Tasche seines Trikots eine klein« Metallbüchs« und zog ein« grün«, eutalyptusähnliche Pill« heraus. „Jetzt geh' ich aufs Ganze!" rief Chevillard.„Wenn's so nicht mehr geht, muß es eben mit Gift gehen!... Ich«vill weiterfahren!" „Willst du sofort diesen Mist wegwerfen!" schrie ihn Tampier an und schlug ihm mit der verkehrten Hand die Dose aus den Fingern.„Es handelt sich doch nicht bloß um diese Etappe, sondern uck die ganze Rundfahrt!... Los, hier trinkst du mal'iren Schluck!, Das macht aus einem geplatzte» Riesen««der eine» richtigen Kerl!... Stellen Sie sich vor Ihn, Herr Ravenelle, daß man uns nicht sieht!... Das schmeckt, wo»?... Da ist Spurt in der Flasche. Kleiner!..." Chevillard trank glucksend und versuchte zu lächeln. „Da kommt der Beigier!" rief Baust. Dorbist war nicht allein. Gr hing am Hinterrad Argenteros, der wieder mächiig aufgekommen war. Sie kamen in ziemlich schnellen,» regelmäßigem Tempo, und ihre hünenhaften Körper hatten etwas Bedrohliches. „Weiter!... Weiter!..." schri« Chevillard. Er versuchte in den Sattel zu steigen, sank ober in die Knie. «Jetzt ging es in einem grandlosen Kessel bergab. Da fing er zu rennen an und Di« anderen firmen mimer näher schob sein Rad vor sich her. c»a«!" „Los Aechzend fuhren Argentero und Borbist vorbei. Ein alter Gebirgler, der sie schon seit längerer Zeit beim Klei« tern beobachtet hotte, stand am Wegrand und entblößte schweigend sein Haupt. Seme windzerzouslen Silberhaar« wehten gegen den azurnen Himmel. In Brian�o» feierte man den 14 Juki, dos französische Nationalfest. Kanonenschüsse erdröhnte,» in regelmäßigen Zwischen- pausen von der Zitadelle und wurden vom Echo der nahen Berge tausendfach»niederholt. Ravenelle, Mainguy, Bartholin, Tampier und Crouss« saßen im Schotten einer Cafeterrasse und besprachen lebhaft das Ereignis des Tages: die Bestrafung Argentero». Ttt Italiener war strafweise mit einer Stunde Rückstand belegt worden. „Persönlich habe ich nichts dagege»r," sagte Bartholin,„denn nun steigen die Aussichten Eheoillards ganz erheblich!... Trotzdew finde ich aber diese Straf« etwas gepfeffert!" „Weiß Gott!" antwortet« Tampier.„Die schlecht müfien iolch« Richter die Seele eine» Fahrers kennen, der im Augenblick höchstes Anstrengung aus Wut«inen unbrauchbaren Reifen ivegwirft!" � „Pech, daß Argentero ausgerechnet auf Manadian fallen mußte,' sagte Crousse.„Ich bin überzeugt, daß sein Freund Rifsin dies« Bestrafung erheblich beschleunigt hat. Das sog' ich nicht,»eil Rissin mein Chef war, sondern well er ein Strolch ist." »Dollkommcn deiner Meinung." sogt« Tampier. „Seit ich aus dem Rennen bin. sehe ich nur die Sache nur noch aus der Dogelperfpekti« an!" Crousie hotte erst«n Morgen da» Reimen endgültig ousgegeb«,. Seine Sturzverletzungen hirllnrten ihn ain Weiterfahren. Sein GassenjunzenlSchetn aber hatte er trotzdem nicht eingebüßt. .Jedenfalls bin ich Smrzmciirer de» Rundfahrt," lachte er,.«nd Hab« bei dem Geschäft ganz« 400 Franken verdient. Hoffen wir aufs»ächstemol!" Inzwischen war der Masseur Four- code näher gekommen und nahm bei ihnen Plötz. .Na, was sogt Argentero dazu?' frag,« man ihn. „Der hat riatürlich die Nase voll und will auigeberr. Uehrigen» will sei» Manager Dcsideriv zum Zeichen des Pro- tessez all«„Avanti"- Mannschaften au» dem-Rennen nehmen." „Wahrhaftig?" „Spaß beiseite!... Gombardella und Lanzon« sind auch dam" einverstanden, nur Dragoni, der seit Toulon wie ein Low« sährl- wehrt sich dagegen!" „Wenn der bloß unserem Chevillard seinen Bizeps gebe« könnte," seufzt« Bartholin. „Er kömn« ihn brauchen." nickte Tampier. Gestern war Chevillard. völlig erschöpft und»leunzeh» Mftnite" hinter Vorbist Legend, als vierter in Briancon«mgekoemnen. Det Belgier befand sich also jetzt mft sieben Minuten Bvriprung o» der Spitz«. Am nächsten Tage nahm der italienische Manager Defideri» ft» der Tat olle„Avonti"-Fohrer aus dem Rennen imd reiste«nii dem nächsten Zug noch dem nahen Italien.(Forts, folgt.) I m T d: fr de f* P: » kä w fh ur 16 Ki fit 9« fei nu di« nii Sk wc na tti- tax Ta leb wc 5k ist der Ar! des das san sich Bei dmi tag. vor h->! IVAS DER TAG BRINGT. emiiiinMlimiiimwmfflininsiiuBiiBßmmHMifflMimiiweiiniiniuriwiwiiiniima.iwimininiiimimtfnrniiiiiiiiiiiintminiffliiiiitiiii.TieiimMiBniHemtinHimtwiwm Die rote Feder. Di« Nervosität und Laziabstenangst, die nach dem Erlaß des be- rühmicn Dismarckschen Gesetzes von treuen Spleßergemütern Besitz ergriff, führt« manchmal auch zu humoristischen Episoden. Wenigstens in der Erinnerung wollen sie so erscheinen, wenn man auch nicht vergesse» soll, daß damals die Betroffenen über solche Schikonen mehr Bitterkeit als Lachlust empfinden mußten. Gin»teues Beispiel wird uns berichtet: Gin junger Tifchlergeselle hatte in Koblenz mit einigen Kollegen«inen Fachverein gegründet, der nur den Zweck der Fortbildung hatte, und in dem von Politik nicht die Rede war. Trotzdem brachte ihn das bei der Polizei in den Geruch, sozio- listischer Agitator zu sein. Man fand schließlich auch„Beweise". Der Tischlergeselle, der inzwischen Werkmeister bei einer Pianosabrik ge- worden war, hatte einst, auf seiner Wanderung als Handwerks- bursch«, eine rote Feder gesunden und an den Hut gesteckt. Das Schicksal wollte es, daß er der Beerdigung eines Nachbarn, eines kleinen Schuhmachers folgte und dabei vergaß, die klein« Feder, die kaum hinter dem Hutrand hervorlugt«, abzunehmen. Am nächsten Tag stand im„Generalanzeiger": Der sozialistische Agitator, Schuh- macher T., sei gestern beerdigt worden: seine Genossenseie» mit roten Federn am Hut dem Begräbnis gesolgt. Die Polizei erschien bei dein„Verbrecher". Cr sollte oerhastet werden. Ui>d weil man ihm denn besten Willen nichts als die Feder am Hut nachweisen konnte, bekam er den Befehl, innerhalb dreier Tag« die Stadt zu verlassen! Aus Fürsprache seines Chefs wurde allerdings der Befehl zurückgenommen, und er blieb»wch zehn Jahr« Werk- meister in Koblenz, ohne daß die Stadt darüber zugrunde gegangen ist. lllri) trotz der roten Feder, die auf die rabiaten Spießer gewirkt hatte wie ein Tuch von der gleichen Farbe aus ein Tier. Wahres Geschichtchen. Zwei Gärtner arbeiten in Neukölln auf dem Hertzbergplatz und hären aus dem Schulhaus, in dem«ine weltlicho und zwei christliche Schulen untergebracht sind, den Choral„Ein feste Burg..." er- klingen.„Die singen ja die Kommumsten-Hyinne." sagt« der eine. „Wieso?".Doch, hör' nur: Mit unsrer Macht ist nichts getan. Wir sind gar bald verloren..." Das Alier des Menschengeschlechts. lieber das wirkliche Alter des Menschengeschlechts sind sich die Gelehrten noch uneinig, und auch die Annahmen»md Theorien über den eigentlichen Entstehungsort weichen bis vor kurzem sehr voneinander ab. Nun bestätigen aber die neuen, kürzlich in Asien gemachten Fund«, daß der berühmte Forscher Gabriels de Mortillet— der als einer der ersten Wissenschaftler bereits zu Ausgong des vorigen Jahrhunderts darauf hinwies, daß Asien höchstwahrscheinlich die Wiege der Menschheit sei— sich bei seinen Berechnungen nicht geirrt hat. In der Wüst« Gobi wurden nämlich Spure» von Menschen au» der poläolithischen Zeitepoche(Steinzeit) einwandfrei festgestellt. Da» beweist, daß de» Menschengeschlecht out ein Alter von mindestens 240 000 Iahren zurückblicken ko»». Ob es nach älter ist, müssen nun die augenblicklich von verschiedene» Expeditionen in der Wüste Gobi vorgenommenen Grabungen zeige» denn bisher fehlen denjenigen, die behaupten, dos Menschengejchlcckl sei über eine Million Jahre alt, noch einige Glieder in der Ketie ihrer Beweise. Zwischen zwei Gefingnistüren. Der Pariser Juwelier Mestorino, der Mörder Truphemc» harrt im Gefängnis von Fonteoreou feines Abtransportes in de» Bagno von Guyana.. Seine Frau hat sich in der Röhe de» Gefängnisses eingemietet und besucht bald ihren Mann, bald ihre Schwester, die im Grsängnis in Frenne ihr« Str»!� verbüßt.. Mol land'Kapstadt' Flug 1929? Noch einer Meldung aus dem Haag will H. van Lear seine» längst geplanten Flug nach Kapstadt am IS. Februar 1020 a»' treten. Aan Lear wird seinen Piloten Geysendorsfer steuern lasset Zu Wasser, Schnee und Land. Nach dem Lergwerksgebiet von Mayo in Alaska ist Flugzeug transportiert worden, da» ein dreifache, Londungsgest� nämlich mit Rädern, Echneekusen und Dassergleiter» besitzt, so daß es bei allen vorkommenden Bodenverhältnissen>» Alaska landen kann. De flan »m Opf leitf lin' bei fiiia tzlöt SSci Brc Für IQh be» perf H S*ji r h Alz bnd biet Zun "lssi fast iion lägl Wal 5Ri( fat tur« stn Ichl» wiy Der Postmeister am Eismeer. Hoch im Norden von Alaska, am Rand« des Eismeeve» lfk' Point Larrow. wohl der am weitesten nördlich gelegen« Df- der Vereinigten Staaten. Trotz seiner Abgelegenheit besitzt er Postamt, das von Charles L. Brover verwaltet wird. Natist' lieh ist der Postbetrieb dort oben nicht gerad« sehr lebhaft und da» Poslmeisteromt nicht ausreichend, um d!« Zeit de» Postmeister» vo»' ständig auszufüllen, besonders im Sommer, wo d«r Tag zwanJ1' und mehr Stunden Hot. Um die Mußestunde� des einsamen beantten auszunutzen, wandte sich di« Universität von Sa» Franziska vor einiger Zeit an ihn mit der Bitte, für ihre orrthrop� logische Abteilung arktische Fossilien zu sammeln. Kürzlich gi"! auch die erste Sendung au» dem kalten Norden am Goldenen Tod «in, begleitet von einem Schreiben Browers, in dem er darauf hi� wie«, daß er einer der vielseitigsten Menschen auf der Welt f Außer dem Amt des nördlichen Postmeisters der Vereinigt� Staaten bekleidet er auch noch die Würde des Bürgermeister» von Point Barrow. Doneben ist er Pelzhändler für f'11' Firma in San Franzisko, Besitzer des einzigen Hota� am Platze, Vertreter der Alaska Commerciol Co...War«"' Hausbesitzer" und jetzt also auch noch.wissenschaftlich» Mitarbeiter" der Universität in Kalifornien. � Da» sollte auch für«inen ViennchzwonzizstimdenwA Dm doli Sä Pn tty, t«b, fcch »rt b«r lern s Iii) dl dl bl \r D 5r s. ll »ss« 17 M. 11 m Se t. ef te he er ne EE er E: sei ?" no ein 10. us mit rt, Dets en rio Der Kreistag der Arbeitersportler Die Tagung in Brandenburg Gellert dankt den Bundestreuen/ Aufbauarbeit! Brandenburg, die historische Geburtsstadt der Arbeiter- Turnund Sportbewegung, mar am Sonnabend und Sonntag der Tagungsort des Kreistages der bundestreuen Bereine Berlins und der Provinz Brandenburg. Die Tagung fand statt im Zeichen der früheren Einigkeit und Geschloffenheit. Genossenschaftlicher und brijderlicher Geist beseelte alle Delegierten, sie gestalteten des Kreisparlament zu einer Rundgebung für die Kulturbeme= gung des AIS B. Sie war ein Beweis für die entschiedene Bundestreue der Bereine, die, getreu der Tradition unserer Borfämpfer und Führer, unter den Fahnen und Emblemen des AIEB. marschieren. Kreistag in Brandenburg! Burückschauend auf die legten Jahre In der Arbeitersportbewegung der Broning Brandenburg, muß der imparteiische Beobachter zugeben, daß sich bis zum diesjährigen 16. Bundestag in Leipzig die Verhältniffe so zuipigten, daß der Krug zum Ueberlaufen tam. Die bombaftijchen Aufrufe der„ Oppafition", die meterlangen rrrevolutionären Resolutionen, die fortgefeßten schamlosen Angriffe der„ Einheitsfrontler" stehen in gar feinem Verhältnis zu dem Willen zur praktischen Arbeit. Nachdem nun endlich durch die Leipziger Beschlüsse die Bahn frei ist für die Arbeit im Bundesfinne, erwarteten naturgemäß die Bundes: mitglieder den Brandenburger Kreistag am 28. Oftober mit großer Spannung. Im Gegensatz zu der fleinbürgerlichen Familienzusam menfunft der sogenannten„ Opposition", die sich auch Streistag nannte, wurde in Brandenburg seit langen Jahren mieder einmal wirkliche, praktische, aufbauende Arbeit am Bund geleistet. Der Kreisspartentag der bundestreuen Fußballspieler fagte bereits am Sonnabend im Brandenburger Boltshaus. Diese Tagung brachte den Beweis, daß die Spielbewegung im 1. Kreis lebt, daß sich fortwährend neue Vereine und Maumschaften anmelden zur Spielvereinigung im 1. Kreis". Anmesend waren die Bertreter von über 40 Bereinen und nahezu 80 Mannschaften! Das ift ein hoffnungsvolles Zeichen für den gefunden Sinn, der sich traiz ber permirrenden Barolenjchusterei à la Rusti", innerhalb der Arbeiterfußballbewegung zu verzeichnen ist. Aus allen Diskussionen, besonders der Spieler, tam flar und überzeugend zum Ausdrud, daß die Fußballspieler ernstlich gewillt sind, im Interesse der ge samten Arbeiter- Sportbewegung treu zum ATSB. зи stehen. Die geschäftliche Leitung wurde Schünemann Berlin- Briz, die technische Leitung Hartmann- Span Dau und Brüdner- Luckenwalde übertragen. Diese Sparten tagung fomie die Vorbesprechungen des erweiterten Kreis Dorstandes und der Kreistechnifer maren außerordentlich der= heizungsvoll für die Haupttagung am Sonntag. Im Mittelpunkt des Kreistages stand das ausgezeichnete Referat des Bundesvorfihenden Gellert, Beit zurüdgreifend, bis 1919, beleuchtete er die Verhältnisse im ganzen Bundesgebiet, um dann im besonderen auf die Situation Der im 1. Kreis einzugehen. Durch die Unterlagen entnommen ben an Oppositionsblättern und russischen Zeitschriften, war es ihn ein leichtes, nachzuweisen, daß es die Opposition war, die den Unglüdseligen Bruderstreit in die Reihen der Ar= beitersportler getragen hat. Die Vertreter der Oppolition, die zuerst mit Fraktionsarbeit und Zellenbau begannen, maren plöglich ganz erstaunt, daß die bundestreuen Mitglieder sich zur Behr sehen. Diese fogenannte Opposition, die in filometerlangen Brandreden die Anhänger des Bundes und seiner Führer und Funktionäre bejubelte, spielt jetzt den naiven, völlig unschuldigen Jüngeling. Die Opposition behauptet, der Bundesvorstand schmente bewußt nach rechts ein. Dabei steht einwandfrei fest, daß bei den persönlichen Verhandlungen mit den Bertretern der KPD. Fragen behandelt wurden, die bisher noch nie mit der SPD. besprechen men en; echt ette es Des wurden. Die moderne deutsche Arbeiterbewegung ift der Stolz der Arbeiterschaft aller tänder, und ausgerechnet den Helben der „ Einheitsfront" blieb es vorbehalten, diefe Einheitsfront zu zerstören! Als Gellert bamt ausführlich das Verhalten der Zobel, Nitschte und Hutmann schilderte, bewies die allgemeine Zustimmung, daß bas bieje Vera, die der Arbeitersportbewegung unermeßlichen Schaden zufügte, nun endlich erledigt sein soli. Diese unglücklichen Verhält niffe im 1. Kreis find nicht ein Streit im Bunde, sondern berühren rafe faft nur die Groß- Berliner Bewegung. Und nachdem die Funtnex an jen ein tell TH Dr ein tionäre des Kreises und besonders die in Groß- Berlin unter unfäglichen Schwierigkeiten durchgehalten haben, dankt diesen bewährten Führern nicht mur der Bundesvorstand, sondern die gesamte Mitgliedschaft des Deutschen Reiches! Unser Gruß und Dant gilt der neuen, gemein famen 3usammenarbeit! Auf ans Bert für unsere tulturellen Bestrebungen und frisches, freudig- sprießendes Leben wird im 1. Streise erblühen! Alle Kräfte laßt uns brüderlich anspannen, schloß Gellert, die Ausbreitung der sozialistischen Weltanschauung wird auch die Sache des Arbeiter- Turn- und Sportbundes fein! Aus den Berichten der Kreisfunktionäre ging hervor, daß im gesamten Streisgebiet tüchtig und hingebungs. boll gearbeitet wird. Die Ausführungen Reicherts und Mar Gulz beleuchteten noch die besonderen Borgänge in einigen eg Brudervereinen im Kreisgebiet, der vorliegende Raffenberigt burbe nach dem Bericht des Revifonsobmannes Emil Kann bebattelos angenommen. Daß der Kreistag auch bejeelt war, tattür fachlich praktische Arbeit zu leisten, bemies die Einmütigkeit bei der dos Erledigung der übrigen Fragen. Dank der guten 3wischenarbeit ber Mandatsprüfungskommission und der Finanz- und Anfrags ni tommiffion war es möglich, nach fruchtbringender Debatte die vor liegenden Statuten und Anträge zu beraten. Folgende Reso Solution wurde gegen achtzehn Stimmen angenommen: bas Doll nzig Boft Copo ging Lor fei igte Der am 28. Dttober 1928 in Brondenburg tagende Kreistag bes 1. Kreises stellt sich einmütig hinter die Beschlüffe des Bun bin bestages und Bundesvorstandes. Der Kreistag ertennt die Ar beiten des heute amtierenden Kreisvorstandes an, und hofft, daß in Zukunft nur die Entscheidungen des ATEB. Geltung haben. Der Kreistag empfiehlt allen Bundesmitgliedern des 1. Rreifes im Sinne des Bundes zu wirtes, und mit den ausges floffenen Vereinen und Mitgliedern feinerlei Beziehungen zu erhalten. ers eine en her 2. Der Beschluß, in 3utunft alle Spartenblätter fallen zu alien und dafür die Arbeiteriport- Wochenschau als Pifizielles Streisorgan des 1. Areises für alle Bereine und Spiel. michoften einrühren, unde alljeitig big begrüßt. bem sollen alle Borarbeiten getroffen werden, um in Berlin eine| Bantoes trdf der neugegründete Bezirk Fantom der FIG.-B. Bundesfiliale zu errichten. Die vorgenommenen ergaben folgendes Resultat: Wahlen Mar Reichert, 1. Kreisporfigender. Robert Dehlschläger, 2. Kreisvorsitzender. Mag Schulz, Kreistessierer. Georg Gradite, Dbmann der Kreistechnifer. Walter Hamacher, reisjugenbleiter. Elise Sinneder, Rreisfrauenvertreterin. Alfred Sho13, Obmann ber technischen Rinderleiter. Adolf Breus, Kreispresseleiter. Otte Giftan, Schriftleiter der Arbeitersport- Bochenschau". Ernst Müller, Kreismerbeleiter. Emil Rann, Obmann der Revisoren. Nach Erledigung der Tagesordnung machte der BundesschulIciter noch ausführliche Mitteilungen zum 2. Bundesfest in Nürnberg und über den Besuch der Bundesschulturse. Ermähnenswert ist, daß der Tagung beiwohnten als Vertreter der Stadt Brandenburg Stadtrat Eichler, als Bertreter der Zentralfommission für Arbeitersport und Körperpflege Bud, als Bertreter der SPD. Scharnitau, von den Freien Seglern" Bahl, vom Arbeiterschachbund Frante, nom neuen Kartell Barthelmann. Rückschauend fann gesagt werden, daß die Beratungen gegegen eine tombinierte Mannschaft erdrings. Das Spiel war schnell und flott durchgeführt und endete unentschieden 1: 1. Schluß bei Rütt. 3weimal mußte die Rennfahrer Bereinigung ihre auf der Rütt- Arena geplanten Rennen infolge der ungünstigen Witterung absagen. Gestern gelang es nun doch, die Beranstaltung gut durchzuführen. Damit ist die Berliner Saison auf affenex Bagmen beendet. Schon am tommenden Sonntag mird im Sportpalast bie Glade zum ersten Hallen- Rennen läuten. Die Hauptnummer des Programms war ein 75 Rils meters mannschaftsrennen. Zwölf Paare stellten sich hier dem Starter. Bald zeigte sich die lleberlegenheit der Mannschaft EhmerKroschel, die zusammen mit Behrendt- Dobe das übrige Feld überrundete und diesen Rundengewinn fiegend zu behalten wußte. Ehmer Kroschei errangen 64 Buntte und fuhren die 75 Rilometer in 1: 49: 36,8. Dabe- Behrendt belegten mit 33 Buntten den zweiten Piaz. Im vorausgegangenen Hauptfahren über 1000 meter teilten sich Ehmer und Kroschel die beiden ersten Bläge nor Dobe und Jensen, während das Berfolgungsrennen Nickel- Buse- Dohms gegen MeyerFeder- Schütze die erste Mannschaft für sich entscheiden fonnte. tragen maren von dem festen Willen, in alter Freundschaft und in Wasserball im Wellenbad. altem Brandenburger Geiste wieder alle Kräfte zusammenzufassen. Dann werden auch die Wünsche der Arbeitersänger„ Sangestreue" Brandenburg in Erfüllung gehen, die mit ihrem„ Lied an die Völker und„ Tord Foleson" in stimmungsvoller Weise die Delegierten begrüßten. Und wenn die Turnerschaft Brandenburg durch ihre Turnerin Kabelig als Billkommen den Begrüßungsprolog austlingen ließ in die Borte:„ Dies Berk mird gut!" dann hat sich Tagung hat bewiesen, daß die Arbeitersportbewegung auch im der Sinn dieses Vorspruches glänzend erfüllt. Der Verlauf der 1. Kreise wieder marschieren wird im gleichen Sinne mie einst vor 36 Jahren, als der heut noch tätige Otto Garg zur Gründung des ATSB. aufrief. Der Kreistag flang nach den zündenden Schluß morten Gellerts und Dehlschlägers aus in ein dreifaches Frei Heil und den Sozialistenmarsch, der von allen begeistert gesungen wurde. Arbeiter- Hockeyspiele. 3wei sehr spielstarte Mannschaften der Freien Turnerschaft Groß- Berlin, Dstring" und" Nordring", spielten am Sonntag in Lichtenberger Stadion. D string" gemann 2: 1. Vor der Bause( 2: 0) mar ,, Ostring" etwas überlegen, doch dann fand sich Nordring" besser zusammen und konnten noch ein Tor aufholen. Borher spielten die Frauenmannschaften beider Bezirke; auch hier tommte infolge besserer Schlagtechnit Oftring" 3: 0 gewinnen. In Serienspiele der Arbeiterschwimmer. Jan Wellenbad des Lunaparts wurden am Sonntag abend die Serienspiele, der Arbeiterwasserballer abgemidelt. In der B- Klasse stieg als erstes Spiel Charlottenburg- Ber lin XII. Bereits turz nach dem Anpfiff fällt für Charlottenburg nach einem gelungenen Durchbruch das erste Tor. Der Ball prallt gegen die Latte, springt ins Feld zurück, wird aber sofort wieder von den Charlottenburgerit aufgefionunen und unfehlbar verwandelt. Berlin drängt sofort auf einen Ausgleich, das Tempo wird auf beiden Seiten sehr heftig und die Berliner tommen zum Ausgleich. Bis zum Seitenwechsel ist jede Mannschaft noch zweimai erfolgreich. In der zweiten Spielhälfte sind die Charlottenburger offensichtlich überlegen. Ihrem ausgezeichneten Zusammenspiel sind die Gegner nicht gewachsen, dreimal sauft der Ball noch ins gegnerische Tor. Berlin XII bleibt jeder weitere zählbare Erfolg versagt. Resultat: 6: 3 für Charlottenburg. Die Berliner Schwimm- Union startele in der A- klasse gegen den äußerst spielstarten EB. Hellas. Fast sah es so aus, als ob die Unionschenimmer mit einer lleberraschung aufwarten mollen, denn turz nacheinander fallen für Union zwei Tor. Die Hellenen. machen einen reichlich nervösen Eindruck, mehrere Beitschüffe werden von Union sicher gehalten. Da mendet sich plöglich das Blatt. Hellas tommi zweimal nach guten Kombinationen vor das Unian Das Fest der Naturfreunde. Die Grundsteinlegung am Uedersec. Ihren Mitgliedern und darüber hinaus allen Menschen Licht und Luft, Freude und Sonne, Naturnähe und Naturerleben zu bringen, haben die Naturfreunde zu ihren Ziel gemacht. Sie, die im Tou ristenverein„ Die Natur freunde" organisiert sind, wollen bas nicht nur durch Wanderungen, Reifen und Heimzusammenfünfte erreichen, sie nehmen die Naturnähe von der besten Seite, indem sie Wanderhütten, Ferienheime bauen. Ueber dreihundert bestehen bereits in Deutschland, gestern ist die Zahl um eines vermehrt worden-- menn dieses Heim auch zunächst nur bis zu den Grundmauern gediehen ist. Am Uedersee, auf der Strece Eberswalde- Steinfurth- Werbellin jee, wurde gestern der Grundstein gelegt zu einer Wanderher berge, die zugleich Ferienhein und Zentralpunkt für die den Norden bewandernden Naturfreunde werden soll. Gegenüber der Stelle am See, wo im Sommer die Rinderrepublit der Kinderfreunde ihre Zelte aufschlug, besitzt die Berliner Drtsgruppe ein ausgedehntes Gelände, auf dem sich nach dem Willen der Organisation ein festes Haus mit allen Einrichtum gen einer Banderherberge erheben soll. Der Borsigende Bulan tonnte eine stattliche Versammlung Den Mitgliedern, Freunden und Gästen begrüßen, die alle getonmen maren, um teilzunehmen an dem Freudentag der Naturfreunde. Bulan jagte auf der mit rofem und schwarzrotgoldenem Tuch geschmückten Tribüne turz, auf welchen ideologischen und Tuch geschmückten Tribüne furz, auf melchen ideologischen und realen Grundlagen das Haus erstehen soll: Im Zeichen des festen Billens, Bollens, in gemeinsamer Hilfe bei festem Beieinander CB B gene Die alle Unterkunftshätte Das werdende Heim. stehen, für die Freiheit der Menschen und der Natur. Nach der vom Dichter Rothenfelder selbst vorgetragenen Festdichtung be tonte der sozialdemokratische Stadtrat Schneider, Neukölln, daß Arbeit für die Jugend wohre Zukunftsarbeit sei. Die Zukunft der Arbeiterschaft liegt in einer höheren, besseren Gesellschaftsordnung, die Jugend ist Träger und Begbereiter der kommenden Gesellschaft. Der Redner nannie Wandern Kulturarbeit und dieser Kulturarbeit folle auch das fünftige Haus bienen! An die Einmauerung der Urfunden in die Grundenauern schloßen sich Fest ansprachen, die der Bertreter des Bohlfahrtsministers und des Regierungspräsidenten, die sozialdemokra tischen Stadtverordneten Flatau und John für die freien Gemert. schaften und die Rathausfraktion, Landtagsabgeordneter Jacheri für die Partei und die Landtagsfration und ein Vertreter der Sommission für Maturdenkmalpflege hielten. Als ein ganz seltener Gast trat hann nach ein Mitglied ber a meritamischen Raturfreunde, her zu Besuch hier meilt, nor und brachte herzliche Grüße und ein begeistert aufgenommenes Berg frei von feinen amerikanischen Kameraben. Gemeinsam murde das Lied Brüder zur Sonne, zur Freiheit" gesungen bean vereinigten sich die einzelnen Bezirfsgruppen zu fröhlichem Lagerleben. ST Die Sonne, schöne, flare Serbstfonne, gab ihnen dazu ärme und Anregung, joviel Anregung, daß viele balb den Bodenanzug mit dem leiten Sportbreß vertauschten und einige ganz Unent.. megte jogar noch ein frisches Bod nahmen. Dessen tann man sicher sein: Neben der alten, längst zu fleinen Unterkunftsstätte, wird bald das ersehnte Wanderheim stehen, da für sorgen Berlins Naturfreunde und das haben sie gestern versprochen Die Bertreter her Behörden und Bariamente! Tor und sendet unhaltbar ein. Mit 2: 2 werden die Seiten gewechselt. Die zweite Hälfte sieht die Hellenen dann wieder in der betannten Form. Gutes Zusammenspiel verhilft ihnen zu drei Torerfolgen. Die Unionmannschaft dagegen läßt start nach, wohl bringen fie das Hellas- Tor noch mehr als einmal in Gefahr, aber alle Bemühungen bleiben erfolglos. Mit 5: 2 muß sich Union ge= schlagen bekennen. Einen völlig unerwarteten Ausgang nahm der Kampf in der BRIaffe zwischen Weißensee und Falkensee, der mit der geradezu etlatanten Niederlage der Falkenseer mit 0: 6 endete. Die Falkenseer Mannschaft spielte zeitweise völlig zusammenhanglos, der Ball ging, wenn es zum Schuß tam, entweder daneben oder prallte gegen die Torlatte. Geschicht verstanden es die Weißenseer das Kampffeld größtenteils auf die Seite der Gegner zu verlegen. Bis zum Seiten mechsel war der Stand des Spiels 3: 0 für Weißensee. In der zweiten Hälfte schossen die Weißenseer noch dreimal erfolgreich. Nach einer furzen Pause zeigten zwei fombinierte Frauenmannschaften( Rot und Schwarz) ein Bushballspiel, das komischer Situationen nicht entbehrte und viel Heiterfeit verursachte. Ein ausgesprochenes Frauenspiel, das an die Teilnehmer hohe Anforderungen von Kraft, Geistesgegenwart und Geschicklichkeit stellt. Das Spiel wurde in zwei Hälften ausgetragen, in denen die ,, Roten" nach vielem Hin und Her den Mammutball" zweimal über die Torlinie der Schwarzen" dirigierten. Den Beschluß des offiziellen Teils der Veranstaltung bildete das 4. Wasserballspiel, bei dem sich Weißensee und Lichtenberg in der A Rlasse gegenüberstanden. Der Bundesmeister Weißensee, der über famose Schwimmer und Schüßen verfügt, ließ Lichtenberg taum zur Entfaltung fommen. Die Angriffe gingen selten über die Mitte hinaus. Die Verteidigung Weißensees und der Torwächter waren auf ihrer Hut. In den ersten Minuten bucht Weißensee den ersten Erfolg, Lichtenberg gleicht furz darauf aus. Nun hagelt es Schüsse auf den Lichtenberger Kasten, zweimal muß der Torhüter Lichtenbergs den Ball passieren lassen. Beim Wechsel ist der Stand des Spiels 3: 1 für Weißensee. Im zweiten Teil begann ein wahrer Torreigen der Weißenseer, die ein mächtiges Tempo aufdrehen. Siebenmal jagt hehrer Torreigen der der Ball ins gegnerische Tor, Lichtenberg dagegen, fann nur noch einen zählbaren Erfolg verbuchen. Mit 10: 2 gehen die Weißen= feer als haushoch überlegene Sieger aus dem Spiel hervor. Ein halbstündiges Rürbaden, in dem allerlei Kurzweil getrieben murde, bildete einen netten Abschluß der sehr gelungenen Veranstaltung. Jagdrennen in Karlshorst. Rott Erinnerungs- Flachrennen. 1. Casper( Söllein), 2. Tantor, 3. Elias. Toto: 41:10. Blah: 19, 21, 14:10. Ferner liefen: Blanker Hans( 4), 2ieb. ling, Norjana, Wiesbaden, Esda. Catman. Rielemal- Jagbrennen, 1. Sans Günther( Bef.), 2. Treu und Glauben, 3. Rögling. Toto: 21:10. Blaz: 12, 14, 13:10. Ferner liefen: Mohrenglüd( 4), Poesie, Stummer Teufel, Bezna, Rif Rif, Ezentes. Jagdrennen der Dreijährigen. 1. Anaftafia( v. Gök), 2. Oper, 3. Seluan. Toto: 24:10: Blak: 13, 33, 12:10. Ferner liefen: Vigor( 4), Krautjunker( 5), Wildfana, Eruzig. Hadrian, Majesta, Maust( gef.). Deutsches Delbölut- Sagbrennen. 1. Escamillo( v. Gög), 2. Sife XIII, 3. Odenwald. Toto: 16:10. Blog: 13, 15, 47: 10. Ferner liefen: Chriftine( 4), Intrigue, Rinderfreund, Herziunge( gef.), Freia( angeh.), Amazone, Michel. 1. Doktor Mabuse( v. Reibniz), 2. Erdferkel, Lotterie- Jopbrennen. 3. Falter. Foto: 120: 10. Blag: 22, 14, 29: 10. Ferner Tiefen: Medina( 4), Als Wells, Daheim, Cleopatra, Rahel, Sturmschwalbe. Leftes( 61. stehen), Sardinae( 61. stehen), Riß me quid( ausgebr.), Atlantik( ausgebr.), Lagen. burg( gef.). Mahlheibe Fagbrennen. 1. Bhnllis( v. Gök), 2. Muskateller, 3. Goldener Frieden. Sato: 26: 10. Blak: 13, 14, 21:10. Ferner liefen: Final,( 4), Gefehblüte, Diris angeh.), Fonar( angch.) Rishod- Hürbenrennen. 1. Certolina( Thiel), 2. Mofellaner, 3. Filigran. Est: 399: 10. Flag: 59, 36, 18:10. Ferner liefen: Potenstein( 4), Post. humus, Spekulation, Vincula, Zigeunerin, Flaminia. Kanufah or Hoverish Kanufahrer auf der Havel! Die Kamiabteilung der Freien Schwimmer Charlottenburg, der bundestreue Babbelverein der Unterhavel, hat durch Umstellung des Bootsparkes wieder Blag für einige Bootsstände im Bootshaus in Tiefwerder frei. Dadurch kann die lange Zeit gefchloffene Mitgliederliste mieder geöffnet werden, Arbeitersportler und Parteigenossen mit eigenen Booten merden wieder aufgenommen. Da zum Frühjahr einige neue Vereinsboote, Bierer usw. fertig sind, tönnen sich Jugendliche ohne Boote bis 18 Jahren noch melden. Im Renn- und Wandersport steht der Verein seit Jahren mit an erster Stelle. Für gute technische Ausbildung sorgen Techniker, die bei Kreis- und Bundestursen als Lehrer tätig waren und noch sind. Der größte Teil der Boote ist im Selbstbau hergestellt, Typen und Konstruktionen sind die besten, die verwandt werden konnten. Im Selbstbau erfahrene Mitglieder stehen mit Rat und Tat zur Verfügung. Im Winter, der ehemals als betätigungslosen Zeit der Ruderer und Kanufahrer, wird heute tüchtig geschwommen. Rettungsschwimmen, Wasserball- und Handballspiel( die Abteilung stellt zur Börje zwei Männer- und eine Frauenmanschaft) bilden den Hauptteil des notwendigen notwendigen Ergänzungsfports. An= fragen: an Walter Neumann, Charlottenburg, Dandelmannstr. 22, erbeten. Bezirk Friedrichshain". Montag, 29. Oktober, 19% Uhr, Rartellfizung bei Busch, Tilsiter Str. 27. Sämtliche im Bezirt bestehenden Kultur und Gesellschaftsorganisationen, die gewillt sind, ehrlich mit uns zusammen zu arbeiten, entfenden ebenfalls ihre Vertreter. In Frage kommen: SAJ., Freie Gewerkschafts- Jugend, Freidenter jugend, 3d Jugend, Gefangvereine usw. Bereinsausweis mit bringen. Geschäftsstelle des Bezirkskartells 5. Kirchmann, D. 34, Weidenweg 44. Freie Schach- Bereinigung Groß- Berlin, Abt. Wedding. Bon jekt ab Spielabend jeden Dienstag, 20 Uhr, bei Stein, Bankstr. 80. Fußball und Handball in Tempelhof- Mariendorf. Die Freie Turnerschaft Groß- Berlin, Bezirk Tempelhof- Mariendorf, ladet alle Bundestreuen Fußballer und Handballspieler und solche, die es merben wollen, zu einer Besprechung zu Mittwoch, 31. Oftober, im Lotal Primus, Friedrich- Karl- Straße Ede Werder Straße, 20% Uhr, ein. Beranstaltungen der Naturfreunde. Mittwoch, 31. Oktober, 20 11hr, veranstaltet die Abteilung Mitte des Touristenvereins Die Naturfreunde" einen Vortrag über das Thema„ Eine Reise durch das tripolitanische Afrita" im Gigungsfaal der Geschäftsstelle, Berlin R. 24, Johannisstraße 14/15. Gäfte herzlich willkommen. Bundestreue Vereine teilen mit: Touristenverein Die Naturfreunde", Zentrale Bien. t. Friedrichshain: Dienstag, 30. Oftober, 20 Uhr, Eberipitz. 12: Geschäftliches. Abt. Friebenau: Dienstag, 30. Ottober, 20 Uhr, Offenbacher Str. 5a: Cozialistengefes". Abt. Morden: Dienstag, 30. Ottober, 20 Uhr, Connexburger Str. 20: ich hilbervertrag( Dr. Rioje). Abt. Webbing: Dienstag, 30. Oktober, 20 Uhr, Turiner, Ede Seestraße: Borirag. Abt. Treptow: Dienstag, 30. Oftober, 20 Uhr, Elsenstr. 3: Gesangsabend. Abt. Bautom: Dienstag, 30. Oktober, 20 Uhr, Görschstr. 14: Monismus"( Schmidt). Wht. Gesundbrunnen: Donnerstag, 1. Rovember, 20 Uhr, Bant, de Böttcherftrage: Revolutionen ( Bertzog, Resitationen). bl. Sileneag: Sensing, 30, Stober, 20 Uhr, Gerbera 20 ie bauen wir am beitsgemeinschaften w Begabtenförderung an den Hochschulen. Das Arbeitsgebiet der studentischen Wirtschaftshilfe. Das neue Haus der Zentralverwaltung der Studentenhilfe in Dresden. gefordert. Der Charakterbildung wird kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Durch die Ueberwertung des aus Büchern erworbenen Wissensstoffes wird aber denjenigen, die nicht von Jugend auf eine höhere Schule besucht haben, das Studium unmöglich gemacht, auch wenn sie noch so begabt sind. Andererseits kommen dadurch Menschen auf die Hochschule, die wohl die Schulzeugniffe, aber keinesfalls die geistige Eignung dafür befizen. Das akademische Studium ist noch immer ein Vorrecht der Kinder aus wohlhabenden Kreisen. Nur 2 Prozent aller Studieren den in Deutschland stammen aus Arbeiterfamilien. Die Kosten des Studiums vom Ende der Schulpflicht bis zur beruflichen Selbständig teit betragen im Durchschnitt 13 000 bis 15 000 mark. In der Verwaltungsratssitzung der Wirtschaftshilfe der deutschen Studentenschaft belonte der Hauptgeschäftsführer Dr. R. Schairer, daß diese Summen für einen großen Teil der Bevölkerung unerschwinglich Alle Diskussionsredner stimmten dem Vortragenden zu, mit sind und daher Kinder aus diesen Schichten eigentlich grundsäglich Ausnahme des Rektors der Universität Breslau, Prof. Ehren schulen, so hungern sie sich durch das Studium durch. Dabei ist es vom Studium ausgeschlossen werden. Gehen sie doch auf die Hochberg. Er schien außerstande, zu begreifen was gerade bei dem geistigen Führer einer Universität aufs äußerste befremden mußfast unmöglich, sein Studium nur durch Selbsthilfe als Werkstudent daß die Förderung wirklicher Begabungen nur auf die Qualität, nicht zu bestreiten. Die doppelte Arbeitsbelastung ist bei den Anforderun auf die Quantität einen Einfluß hat. Die Begabung setzt sich später gen, die heute das Studium stellt, nicht tragbar. im Berufsleben durch; daß sie es auf Kosten derjenigen tut, die im Grunde für den Beruf doch ungeeignet sind, wäre höchstens zu bea grüßen. Besser wäre es freilich, wenn ungeeignete bereits von vornherein ferngehalten würden. Oberstudiendirettor Pa e del mann, Kassel, gab Prof. Ehrenberg die richtige Antwort, als er fagte, daß durch unsere heutige Abschließung der Hochschule vor dem eigentlichen Volk" nur dem geistigen Mittelmaß und Untermittel maß Gelegenheit geboten werde, sich hier breit zu machen. Auch das von Prof. Ehrenberg abgelehnte Werkstudententum wurde von den übrigen Rednern, auch dem Sprecher der Studenten, im Sinne der Wirtschaftshilfe obligatorisch für ein Jahr gefordert. Dr. Si forsti hatte bereits in einer Pressevorbesprechung ausführlich dar auf hingewiesen, daß die Ueberfüllung der Universitäten im mesent lichen eine Ueberfüllung einzelner Fächer, vor allem der Rechts- und Staatswissenschaften und der Nationalökonomie sei, und daß außer dem die vergrößerte Semesterzahl für fast alle Gebiete den einzelnen Studenten zum verlängerten Hochschulbesuch zwinge. Er deutete jetzt an, welche Folgen es haben würde, wenn die Wirtschaftshilfe plötzlich ihre Arbeit einstellen würde: 26 000 bis 30 000. der be gabtesten Studierenden würden der Hochschule fernbleiben müssen. Ein Teil würde sich unter schwersten gesundheitlichen Opfern( wir haben heute schon eine erschreckende Zahl lungenfranfer Studieren der) durch das Studium hungern, während eine große Gruppe derer, die bereits im Examen stehen, den Termin hinausschieben und Bertarbeit annehmen müßte. Hier greift die Wirtschaftshilfe der deutschen Studentenschaft ein, deren Mittel in der Hauptsache vom Reich, den Ländern und den Studenten selbst aufgebracht werden. Für eine grundsätzliche Aenderung, durch die die Hochschule den Befähigten aus allen Schichten des Voltes erschlossen wird, kann sie nur fämpfen. Helfen aber tann sie vorläufig dort, wo die Not am brennendsten ist. Täg lich werden durch sie an allen deutschen Hochschulen etwa 30 000 Portionen Effen ausgegeben; ein Teil davon sind Freitische, für die anderen sind 50 bis 55 Pfennig zu leisten. Mehr als ein Biertel der deutschen Studentenschaft( die 110 000 beträgt) wird also durch die Wirtschaftshilfe mit billigem Essen versorgt. Das Werkstudenten tum wird durch Arbeitsvermittlung von der Wirtschaftshilfe unterfügt. Jährlich erhalten 3500 Studenten leihweise die Mittel zum Abschluß des Studiums, die im Laufe von zehn Jahren zurückgezahlt werden sollen. Die wesentlichste Hilfe aber bietet die Studien stiftung des deutschen Volkes, die augenblicklich 1100 Studierenden die Mittel für ihr Studium gibt. Von den Unterstützten stammen 12 Proz. aus Arbeiterkreisen, 22 Proz. sind Kinder von unteren Beamten und Kleingewerbetreibenden, 2% Broz. von Kleinbauern. Durch diese Hilfe ist es wenigstens einem kleinen Teil der Tüchtigsten aller Schichten ermöglicht, die Hochschule zu besuchen. Dr. Schairer hob mit Recht hervor, daß die deutsche Hochschule noch viel zu sehr den Charakter einer reinen Lernschule trage. Wissensstoff wird in reichem Maße geboten und seine Beherrschung Bei 90 Kilometer Geschwindigkeit. 3wei Berliner Künstler bei einem Autounglück getötet. Blau( medlenburg), 29. Oftober. In der Nähe des hart an der mecklenburgischen Grenze in der Brigniß gelegenen Gutes Gerdshagen ereignete fich am Sonntag nachmittag ein schweres Automobilunglüd. Es handelt sich um einen Berliner Kraftwagen, in dem sich die Berliner Schauspieler Frau Bilma Harming und Werner Pittschau befanden. Die beiden Insassen fanden den Tod. Der Wagen geriet bei einer Geschwindigkeit von 80 bis 90 Kilometer auf der Chauffee Brigwalt- Meyenburg, etwa zwei Kilometer von Meyenburg entfernt, ins Schleudern und fauste gegen einen Chausseebaum. Die Infassen wurden aus dem Auto heraus entweder direkt auf die Straße oder erst gegen einen Baum ge schleudert. Der sofort herbeigerufene Arzt konnte nur noch den infolge schwerer Schädelbrüche eingetretenen Tod feststellen. Werner Pittschau entstammt einer alten Schau= spielerfamilie. Sein Bruder, Ernst Bittschalt, ein betannter Bühnen- und Filmdarsteller, spielt zurzeit am Kleinen Theater. Die Mutter des tödlich verunglückten Werner Pittschau, der erst vor furzer Zeit 25 Jahre alt wurde, ist am Rosetheater tätig. Auf die Nachricht von dem furchtbaren Geschic, das ihren jüngsten Sohn ereilt hatte, sagte sie ihr Erscheinen zur Sonntag abendvorstellung ab und begab sich sofort an die Unfallstelle. Eigenartiger Autounfall. Am Sonntagnachmittag gegen 16% Uhr ereignete sich in der Neuen Kantstraße ein Straßenunfall, der in seiner Art wohl einzig dasteht. Ein schwerer Privattraftwagen LA 28 595, der dem Kaufmann Neumann aus der Ebereichenallee 16 gehört, tam Dom Amtsgerichtsplatz und fuhr in der Neuen Kantstraße in Richtung Reichsfanzlerplag. Der Wagen, der furz hinter einer Straßen freuzung einen anderen Brivatwagen überholt hatte, fuhr in den Straßbahnschienen. Da die Schienen infolge Des Ropipflofters verhältnismäßig tief liegen, tam der ballon bereifte Bagen nicht aus den Schienen heraus. Der Chauffeur serjuchte start nach rechts zu fahren, damit die Reifen Tes. aus den Schienen springen sollten. Der Wagen verlor aber durch seine schnelle Fahrt seine Fahririchtung so start, daß er im rechten Wintel auf den Bürgersteig fuhr und gegen die Balustrade der Liezenjeebrüderannic Autofavaliere. Bier Schandbuben überfielen ein Mädchen. Im Juni vorigen Jahres hatten einige junge Leute verschiedene Lichtenberger Lokale besucht und in einem Restaurant schließlich die Bekanntschaft eines jungen Mädchens gemacht. In später Abendstunde sollte der Heimweg angetreten werden. Einer der Männer, Mädchen mit seinem Kraftwagen nach Hause zu bringen. Nichts der von Beruf Droschten chauffeur ist, erbot sich, das junge ahnend bestieg es das Auto. Drei junge Leute gesellten sich zu ihr. Die Burschen, die sich vorher wahrscheinlich untereinander verab redet hatten, dachten jedoch nicht daran, das Mädchen nach Hause zu fahren. Sie fuhren vielmehr bis Mahlsdorf, wo sie in der Nachtstunde anlangten. Hier hielten sie an einer einsamen, menschen leeren Stelle; alle vier Ravaliere" fielen nun über das wehrlose Mädchen her, dem sie in schwerster Beise Gewalt antaten. Ein Polizeileutnant, der im Begriff war, mit seinem Kraftrad nach Friedrichshagen zu fahren und an der Stelle vorbeikam, wirfte auf die Burschen derart, daß sie die Flucht ergreifen wollten. Dadurch wurde der Offizier aufmerksam Als er auf die Burschen zutrat, fah er auf dem Boden einen läng lichen, mit Kleidungsstüden zugedeckten Gegenstand: das überfallene zufammengefuntene Mädchen. Es war beschmußt und zerschunden. ihre Kleider waren zerrissen. Beinend erzählte sie, daß sie vo allen vier vergewaltigt worden sei. Diese Schandbuben hatten sich nun in den Personen des sechs mal wegen Eigentumsdelikts vorbestraften 26 Jahre alten Robert Seelisch, des 29 Jahre alten neunmal vorbestraften Billi Hohne des 22 Jahre alten Herbert Bolle und des 25 Jahre alten Balter Bösch wegen Notzucht vor dem Erweiterten Schöffengericht Lichtenberg zu verantworten. Das Gericht verurteilte die Burschen nach eingehender Beweisaufnahme wie folgt: Seelisch 1 Jahr, Hohne zu 1 Jahr 3 Monaten und die beiden anderen zu je 9 Monaten Gefängnis. f 21565 f 9 Σ