Morgenausgabe ?lr. 545 A 261 4S.Iahrgans SSchesMch 88«oveSch LMM. im voraus zahlbar. Postbezug 4M M. einschl. Bestellgeld. Äuslandsabomw» ment M. pro Monat. Der„SovDirts* erscheint wocheniSg» (ich zweimal. Sonntag» und Montag» einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel.Der Abend". Illustrierte Beilagen.Volt und Zeit" und.Kinderfreuno". Ferner .Unterhaltung und Wissen",.Frauen» stimme"..Technik"..Blick in die LücherweU' und.Iugend-Dorwärt«" Berliner volksblatt Mittwoch 31. Okiober 1928 Groß-Äerlin 1U pf. Auswärts i5 pf. Sie einspaltige Nonpareillezell« 40 Pfennig. Reklame'.eile ü— Reichs» mark.„Kleine Anzeigen"' das iettge» druckte Wort 25 Pfennig(zulässig zwei tettaedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig» jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen» annahm? im Hauptgeschäft Linden» ltrahe 3, wochentägl. von SV, bis 17 Ufc* Jentealorsan der Sozialdemokratischen Vartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin TW 68, Lindenstraße 3 ssernsprecher: Tönhos» 292—297. Telearamm-Ldr.: Sozialdemokrat verlt» Vorwäris-Verlag G.m.b.H. Dostlchecklonto: Berlin Z7bZS.— Bankkonto: Bank der Arbeiter,«ngestellien und Beamten Wallstr. 65. DiSkonto-Seselllchaft, Depositenkasle Lindenstr. S Der deutsche Reparationsschritt. In den Gläubigerhauptstädien erfolgt. Paris, 30. Oktober.(Eigenbericht.) Die seit mehreren Tagen angekündigte deutsche Demarche in der Reparationsfrag« ist am Dienstag erfolgt. Der deutsche Botschafter von ch o e s ch setzte dem französischen Außen- ministor B r i a n d den deutschen Standpunkt in der Reparationsfrag« mündlich auseinander. Die gesamte Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit ist minmehr auf die deutschen Vorschläge in der Reparationsfrag« gerichtet, und nachdem ein großer Teil der französischen Presse seit Tagen das möglichste getan hat, angebliche übertriebene Forderungen Deutsch- lands zurückzuweisen, omvartet man jetzt präzise Angaben. P o i n c a r e, der am Dienstag nach dem Ministerrat von Jour- nalisten umringt wurde, scheint vorläufig freilich nicht gewillt, diesem Begehren Rechnung zu tragen. Er äußerte lediglich kurz, er sei es nicht gewöhnt, die Oeffentlichkeit über Verhandlungen mit dem Ausland zu unterrichten. Ein Kommunique über den Minister» rat ist nicht ausgegeben worden, doch weiß man, daß Poincare und Briand ihre Kollegen in längeren Ausführungen über den gegenwärtigen Stand der Reparationsfrag« unterrichtet haben. London, 3l>. Oktober.(Eigenbericht.) In Vertretung des von London abwesenden deutschen Bot- schafters hat Botschastsrat D i e ck h o f f am Dienstag dem stell- vertretenden Außenminister Lord Cushendun seinen Jnstrnktio- nen gemäß die Stellungnahme der deutschen Regierung zu den Fragen der Einberufung, Zusammensetzung und des Aufgaben- kreises der Expertenkommission über die Reparationssrage über- mittelt. » Aehniiche Schritte in der Reparationsfrage erfolgten gestern gleichzeitig in Rom, Brüssel und Tokio, ebenso eine Benach- richtigung der Washingtoner Regierung. Freispruch im Husmann-prozeß. Wegen Mangel an Aeweisen. Essen, 30. Oktober. Um 7.45 Uhr hatte da» Gericht seine Beratungen beendet. Der Vorsitzende, tandgerichlsrat Anger, richtete eine Ermahnung an das Publikum, jede Sund- gcbung zu unterlassen. Man solle an die furcht- hare Tat. die Eltern und den loten denken. Es würde von ihm au» rücksichlslos jeder Versuch einer Kund- gebung unterbunden werden, und er bitte auch die Justiz- Wachtmeister, dafür zu sorgen, daß auch vor dem Gerichtssaal Ruhe herrschte. Darauf verkündete er das Urteil: »Im Hamen des Volkes, der Angeklagte wird avf Kosten des Staates freigesprochen." • Volksbefragungen sind modern. Schade, daß man auf diesem Wege nicht auch feststellen kann, wieviele Menschen in Deutschland an eine Verurteilung geglaubt haben! Schade, daß sich nicht diejenigen melden können, die ernstlich der Meinung sind, eine Zuchthausstrafe von acht Jahren sei die richtige Antwort des Staates auf eine Tat wie die von Glad- beck— vorausgesetzt, daß chusmann wirklich der Täter gewesen wäre! An eine Verurteilung Husmanns hat wohl deshalb kaum jemr�d geglaubt, weil selten die schwere Anklage auf einem schwankenderen Indizienboden stand. Was aber den Strafantrag des Staatsanwalt betrifft, so mag er juristisch richtig sein, aber für den gesunden Menschen- verstand ist er einfach sinnlos. Angenommen, die Beweislast gegen den Angeklagten wäre erdrückend gewesen, ja er hätte sogar gestanden— was wäre damit erreicht gewesen, wenn man den 20jährigen Täter für acht Jahre in ein Zuchthaus gesteckt und ihn dann wieder freigelassen hätte? Als 28jähriger wäre er aus dem Zuchthaus wieder herausgekommen, und fein anor- males Triebleben hätte ihn über kurz oder lang wieder zu Taten ähnlicher Art gefuhrt. Taten, die für das normale inden jenseits der kriminalistischen Be- g r i s f» w« l t stehen und nur als Ausbrüche der fcheuß- lichsten Abart von geistiger Abnormität zu bewerten sind. Es handelt sich in diesem Falle offensichtlich um ein Problem, dem mit den Mitteln des Strafprozesses nicht bei- zukommen ist. Denn die Frage dieser Gerichtsoerhandlung lautete im Grunde genommen nicht, ob der Angeklagte schul- dig oder unschuldig, sondern ob er gesund oder ob er krank i st. Leider ist auch die psychiatrische Wissenschaft nicht so weit, eine solche Entscheidung mit eindeutiger Be- stimmtheit treffen zu können. Darum war es unvermeidlich, den Fall von der kriminalistischen Seite zu nehmen und den Indizien, die für die Täterschaft Husmanns sprechen, nachzu- gehen., Nun haben diese Indizien zu einer Verurteilung nicht ausgereicht. Die Staatsanwaltschaft hätte daher richtiger ge- handell, wenn sie es angesichts des vorauszusehenden Frei- lpruchs gar nicht erst zur Gerichtsverhandlung getrieben hätte. Das Ergebnis ist auf alle Fälle tief unbefriedigend. Ein junger Mensch ist vor aller Welt mit dem Verdacht be- lastet worden, ein geisteskrankes Scheusal zu sein, und nichts wird ihn von dieser entsetzlichen Last befteien, wenn es nicht am Ende doch noch gelingt, einen anderen als den wirklichen Täter festzustellen. Die Gesellschaft empfängt aber keines- wegs die Genugtuung, sich durch den Staat und die Wissen- schaft geschützt zu sehen— sie hätte diese Genugtuung auch dann nicht erhalten, wenn sich das Gericht dem Antrag des öffentlichen Anklägers angeschlossen hätte. Wir brauchen gesetzliche Bestimmungen, die der Gesell- schaft vor einwandfrei festgestellten Missetätern aus anor- malem Triebleben Sicherheit schaffen, und eine Kri- minalpolizei. die für schwierige Aufgaben, gleich der von Gladbeck, bester geschult ist. Das erste soll uns das neue Strafgesetz bringen. Ueber das zwefte wird noch einiges zu sagen sein. Oer Schweizer Wahlausgang. Die Position der Sozialdemokratie gestSrkt. Zürich. 30. Oktober.(Eigenbericht.) Gegenüber falschen Meldnngen stell» die Sozlaldemokra- tische Partei folgendes fest: Die Sozialdemokratische parte« hat bei der Hationalralswahl 25 000 bis 30 000 Stimmen und 3 Mandate gewonnen, 2 Mandate verloren. Sie bieibi mit 50 Mandaten die z w e i t st ä r k st e Fraktion des Hationalrais und jolgl mit 220 000 Stimmen der größten bürgerlichen Partei hart aus dem Fuße. Das Bürgertum macht« beispiellose Anstrengungen, die Sozioldemotralle zurückzuwerfen. Zn unerhört erbittertem Kamps« hat die Arbeiterpartei den reaktionären Ansturm glänzend ab- geschlagen. Bern. 30. Oktrcher. Nach dem vorläufigen Gesamtergebnis der Nationalratswahlen erhielten Freisinnig-Dcmokratische Partei 58 Mandate(bisher 59), Katholische Bolkspartej 46(42), Sozialdemokratische Partei 50(49), Bauern-, Gewerbe- und Bürgcrpartei Z!(31), Liberal-Demokratische Partei 6(7), Sozialpolitiker 3(5), Kommu« »ist« 2(Z). Parteilose 2(2). Stimmen haben jetzt erhallen: Radikaldemokraten 220 000 (plus 13500), Sozialdemokraten 218 000(plus 25 000). katholische Konservative 170 500(plus 13 500), Bauern 124 500 (plus 8500), Liberale 24 5000(minus 2000), Kommunisten 15 000 (plus 500). Sozialpolitische Gruppe 14 700(minus 2000). Der Rückflug des Zeppelin. Die halbe Strecke bewältigt; X Die amerikanische Radiomarinekorporatwn hat einen Funkspruch von de« Dampfer„C a t il i n a" aufgefangen, demzufolge er den„Graf Zeppelin" um 4,40 Uhr nach- mittags mitteleuropäischer Zeit auf 52 Grad 30 Minuten nördlicher Breite und 37 Grad 40 Minuten westlicher Länge gesichtet habe. Das Luftschiff flog mit Kurs Qst- Nordost. Die gemeldete Position befindet sich schähungs- weis« 1350 Kilometer nordöstlich von Kap Race entfernt. Demnach hat das Luftschiff bereits die Hälfte der Rückfahrt hinter sich. Der 34. Oktober 4943. Zum Gedenktag der ungarischen Oktoberrevolution. Von Alexander Sz&nto. Als die Habsburger Monarchie zerfiel, siegte auch in Ungarn die Revolution ohne Gewaltanwendung und ohne größeres Blutvergießen. In der Nacht vom 30. zum 31. Oktober übernahm der ungarische Nationalrat mit Michael K ü r o l y i an der Spitze die Re- gierungsgeschäfte. In Ungarn waren ebenso wie in den übrigen Teilen der ehemaligen Monarchie die Voraussetzungen für die nationale und soziale Revolution vorhanden. Die drei im Nationalrat vereinigten Parteien, die Sozialdemo- kratie, die Unabhängigkeitspartei und der linksbürgerliche Radikalismus, vollzogen nur den Willen der überwältigenden Voltsmehrheit, wenn sie unter den Losungen des Friedens, der nationalen Unabhängigkeit, der demokratischen Republik und der sozialen Gerechtigkeit(vor allem der Bodenreform) die Staatsgewalt übernahmen. Der 31. Oktober sah die Straßen von Budapest von Menschen erfüllt, die der neuen Regierung zujubelten, sah die Häuser in ein Meer von Blumen gehüllt(daher der Name Herbstrosenreoolution), sah ganz Ungarn im Lager des Nationalrates. Sogar die in Ungarn residierenden Erzherzöge, viele Magnaten und Würdenträger des gestürzten Systems beeilten sich, dem neuen Regime ihre Ergebenheit zu versichern. Kein Versuch des Widerstandes gegen die neuen Gewalten wurde gemacht, keine Stimme des Widerspruches erhob sich. Die Hoffnungen, die an den Sieg der Oktoberrevolution geknüpft wurden, haben sich nicht erfüllt. Im Gegenteil war Ungarn der erste Staat in Europa, in dem die Reaktion wieder ihr Haupt erheben konnte. Die Schuld daran tragen in erheblichem Maße die K o m m u n i st e n, die durch das Experiment der Räteherrschaft die ungarische Arbeiterschaft in die sichere Niederlage hineinführten.' Schuld daran tragen aber auch die S i e g e r m ä ch t e. die durch demütigende Be- Handlung des neuen Volksstaates und durch sofortige Be- setzung großer ungarischer Gebiete eine Stimmung der natio- nalen Verzweiflung verursachten, die erst den kommunistischen Desperados ermöglichte, widerstandslos die Macht an sich zu reißen. Schon wenige Monate nach ihrer Entstehung, am 21. März 1919. fand die ungarische Volksrepublik ihr vor- läufiges Ende. An ihre Stelle trat das noch kurzlebigere Sowjetregime Beta Kuns. Die ungarische Sozialdemokratie beteiligte sich zunächst daran in der Hoffnung, mäßigend und abschwächend wirken zu können. Sie konnte das Schlimmste nicht verhindern— den völligen Zusammenbruch, den Ein- marsch und die Räubereien der Rumänen und der Armee Horthys, den weißen Terror und die Stabilisierung der reaktionären Herrschaft. Heute liegt über Ungarn die Kirchhofsstille des Regimes Bethlen, die Arbeiterbewegung scheint in ihrer Entwicklung um Jahrzehnte zurückgeworfen. Soweit sich ein innerpoliti- sches Interesse in der öffentlichen Meinung überhaupt bemerk- bar macht, konzentriert es sich neben den in periodischen Zwischenräumen wiederkehrenden antisemitischen Ausschreitungen auf die„Königsfrage", die angeblich in absehbarer Zeit ihre überraschende Lösung in Form der Besetzung des Thrones mit einem Kandidaten B e t h l e n s finden soll. Bon den Errungenschaften der Oktoberrevolution ist so gut wie nichts erhalten geblieben, ihre Führer leben im Exil, ihr Gedenktag wird von der Regie- rungspreste zu einer Flut von Beschimpfungen, Verun- glimpfungen und Verleumdungen benutzt, wobei sich gerade diejenigen am meisten auszeichnen, die es am 31. Oktober 1918 mit ihren Ergebenheitsbeteuerungen ganz besonders eilig hatten. Alle Schmähungen und alle Geschichtsfälschungen jedoch können die historische Größe der Oktoberrevolution nicht herabmindern. Mag diese Revolution auch gescheitert sein an den schwierigen Zeitumständen und an mancherlei Fehlern und Irrtümern der zum Handeln berufenen Generation— ihr Andenken wird im Bewußtsein der ungarischen Volksmasten fortleben so wie die Erinnerung fortlebt an die Befreiungs- versuche früherer Jahrhunderte, an den großen Vauernauf- stand im 16. Jahrhundert.unter dem Märtyrer D o z s a und an den grandiosen Freiheitskrieg des Jahres 1848 unter dem Nationalhelden Ludwig Kosfuth. Das Gesetz von der Erhaltung der Kraft gilt nicht allein in der Physik, sondern auch im Leben der Völker. Die Kraft und die Begeisterung. die aufgebracht wurden im Dienste der Oktoberrevolution, können nicht umsonst vertan sein: die Opfer, die die Reaktion gefordert hat. sind nicht vergebens gestorben. Bereits jetzt mehren sich die Zeichen, daß die u n g a r i s ch c A r b e i t c r- bewegung wieder im Erstarken begriffen ist und trotz aller Unterdrückungsmaßnahmen der herrschenden Gewalten auch das Landproletariat sich anschickt, als handeln- der Faktor in die politische Arena zu treten. Die fortschritt- lid) gerichteten Kräfte im ungarischen Volk werden die gegen-- wärtige Epoche der Reaktion ebenso sicher überwinden, wie die deutsche Arbeiterschaft die Aera des Sozialistengesetzes überwunden hat. Die Klassenherrschaft de» Ma- gnatentums, der monarchische Sput, das Unrecht des Latifundienbesizes diese drei Hauptmerkmale des heutigen Ungarn werden verschwinden, weil sie mit der ökonomischen und politischen Entwicklung Europas unvereinbar geworden sind. Und einst wird ein politischer Frühling in Ungarn das verwirklichen, was der Oftober 1918 unvoll endet ließ: den sozialen Ausgleich, die Demo fratie und die Republik! Kulafen und Lakaien. Kommunistisches Zwischenspiel in Agrih. Was Lakaien find, weiß in Deutschland jedermann, auch wenn Der Begriff aus dem häuslichen ins Bolitische übertragen wird. Soweit babei bie Gesinnung in Frage kommt, pflegt man für Lalaiengesinnung bas Gegenteil von Hochachtung aufzubringen. Stulafen" hat men bisher in Deutschland nicht gekannt. Dieser Name ist auch erst, wie so viele andere, aus dem Sowjetruffischen hierher gelangt. Drüben im proletarischen Baterland", wo Thal Heimer und Brandler sich nicht einfargen lassen möchten, bezeichnet matt mit dem Wort Kulaten die Großbauern, bie ben Stalinisten heute als eine besondere Gefahr für die Entwicklung bes selektrifizierten Sozialismus" erscheiner Wie fteht's damit bei uns? Hier herrschen auf dem Lande, wole ber Brozeß in Syriz aufs neue zeigt, die Nachfahren ber Raubritter, tur als Junter bezeichnet; sie herrschen, indem sie bie Meinen und größeren Bauern vor ihren agrarischen Karren spannen. Die republikanische Bevölkerung verfolgt mit Interesse den Brose der agrarischen Demonstranten, bie, vom Landbund Nachwahlfieg in England. Arbeiterpartei entreißt Ashton den Konservativen. onbon, 30. Oftober.( Eigenbericht.) Der heißumstrittene Wahlfreis Wigton an der Lyne ist von der Arbeiterpartel mit einer Mehrheit von 2400 über den konservativen Kandidaten in der Machtwahl am Montag im ersten Male gewonnen worden: Ashton, im Mittelpunkt der britischen Baumivsllindustrte gelegen, wurde von sämtlichen drei Parteien als Schlüssel. stellung betrachtet. Der Ausgang der Nachwahl kann da gee jum Unterschieb von einer Reihe anderer Machwahlen als sicherer Stimmungsmeijer für den augenblid lichen politischen Entwicklungsstand des Landes betrachtet Werben. Für die Niederlage der Konfervativen hat neben totalen und wirtschaftlichen Fragen zweifellos auch sie fchwere Verstimmung der Wählerschaft liber bie außenpolttischen Fehler im Hinblid auf das Flotten. tompromis beigetragen. Das Stimmenverhältnis in Ashton hat sich felt den allgemeinen Wahlen vom Oktober 1924 wie folgt geändert: Arbeiterpartel. Konservative Liberale. 1924 1826 9567 7451 7161 8971 6874 6 292 Ashton ist der zehnte Wahffrets, ben die Arbeiter. partei seit den letzten allgemeinen Wahlen ihren Gegnern enteiffen hat. Amnestie, Amnestie! Kommunistische Tiraden und sozialdemokratische Abrechnung. iſtiſche T Im Rechtsausius des Landtags gelangte am Weizoto ufw. zeigen. Bie ble von ber Regierung vorgelegten aufgehegt, ihrer Liebe zu dem deutschnationalen Minifter Schiele Dienstag ein fommunistischer Amnestieantrag zur Zahlen beweisen, ift schon die Reichsamnestie überwiegenb durch zertrümmerte Fensterscheiben fich mit Recht, zu welchem Urteil bas Gericht von Kyrig wohl Pommen werde, und vergleicht dieses Urteil schon im voraus mit ben Schredensurteilen, die vielfach gegen demonstrierende Arbeiter mais biel nichtigeren Anlässen gefällt worden sind. Was aber tun ble Stominuniften, Bie am niciften über un meisten gerechte Urteile der Juftiz gegen ihre Anhänger zu schreien pflegen? Sie suchen fich bei den Rulaten von Ruhbier und Umgebung angubieberit. Sie laſſen vor dem Gerichtshötet und auf den Straßen ber Kleinstadt burch Blafate und Flugblätter zu einer Bersammlung einlaben und vertünden barin ebenijo stolz wie dumm: Die Klaffenjuftiz mit 60 unschuldige Bauern und Bandarbeiter ins Gefängnis merjen. Die Kommunistische Bartei aber wird diese Absicht der Stlaffenjuftig zu verhindern wiffent Die Größbauern vom Kyritzer Kreise, die Rufaten von Rubbler, die Junker Cordes, Jena, Klizing und wie sie heißen mögen, werben die Läkalenmoral ber Kommunist en richtig würdigen. Aber was ist der große Stalin zu dem Satyriplet Der KPD. jagen? Er hat es eigentlich am 14. Oktober vor dem Blenum bes Moskauer Komitees der Komminiften gefagt. Man fann es in dem anderthalb Selten umfassenden Bericht ber Roten Fahne" vom letzten Sonntag nachlesen. Er wendet sich dort gegen die Gefahr ber„ rechten Abmeldung" gewisser Komminiftet, Inbem a ausführt: T Beratung, den feinerzeit der Landtag bis zur Erledigung der Reichstern son rechts, nationalsozialistischen Raufbolden, Friedhotsschändern, Berleumdern usw. zugute gefommen. amnestie zurückgestellt hatte. In einer endlosen Rede, die ganz versöhnlerisch" auf die Stichworte Frieden, Milde und Vergebung abgestimmt war, versuchte der Kommunist Obuch nachzuweisen, bab bie Reichsamneftié noch lange nicht weit genug gehe und deshalb durch eine preußische Spezialam neft te noch ergänzt werden müsse. birigent Dr. Schäßet bem Ausschuß über die Auswirkungen ber Als Bertreter der preußischen Regierung teilte Ministerial Reichsamneftie auf Breußen folgende Bahlen mit: bis zum 10. Dt. tober find auf Grund der Reichsamnestie in Breußen 1188 schwebende Verfahren eingestellt worden, 1722 Strafen gänzlich ertaffen worden, darunter 126 Buchthausstrafen, 1064 Gefängnis strafen( wovon 79 über ein Jahr) und 15 Festungsstrafen. Gemildert wurden 79 Zuchthausstrafen, die wegen Mordes oder Totschlages verhängt wurden. Insgesamt sind von der Amnestie bisher 2989 Fälle betroffen worden. Was die vom Reichstag in elner Resolution getolinfchte Wilderung ber Strafen anbelange, bie megen fozialer Not begangener Delitte verhängt find, to babe Preußen in dieser Beziehung bereits eine Anzahl Amnestien hinter fich: die von 1924 babe 8471 Fälle, die von 1926 babe 24 000 alle und die Hindenburg- Amnestie 16 493 Fälle erfaßt. Damit fei für werde Preußen die Frage im wesentlichen erledigt. Natürlich mei be bas Juſtizminifterium in feiner bekannten bisherigen haben pratis für Einzelfälle fortfahren. Für die sozialdemokratische Fraktion führte Genoffe Kuttner Wenn gewiffe Kreise unserer Kommunisten die Partet Doft ben Beschlüssen bes 15: Bariettages irüdhoften wollen, indem fie die Notwendigkeit des Angriffs auf die tulatischen Elemente des Dorfes leugnen. fo bedeutet dies, daß es in den Reihen unferer Bartel Ceule albi, ble bemüht find die Sachen aus: Durd die Reichsaninestie ist der kommunfftifehe Antrag für uns unferes foglaliffifchen Aufbaues dem Gelámad und den Bedütlerledigt. Wir haben mioweniger Betaniaffung, guganfrens potiti. willen der„ Somjet bourgeolfie auzupaffen. scher Mörder und Loffchläger über diese Amnestie herauszugehen, als in ben fegten Jahren die Opfer ber politischen Dorbe foft ausschließlich Sozialbemotraten uns Reichs bannerfameraben gemelen find, wie bie alle in Geefthacht, Das ist fehr falinhart gesprochen. Aber doch nur erit gegen Beule, bie bie folwendigtelf bes ngriffs gegen ble Großbauern telignen. Was wird Stalin jedoch bazu lagen, baß felne getreuen thalmanner in Deutschland gar ben Rufaten ungebeten Salibarital anbieten und baburd) fich felbft mit Haut und Saaren bem fülatifchen Bandbund ausliefern? Zentrum und Regierungsfrage. Erft große Koalition im Reich, bann in Preußeu. Frankfurt a. M., 30. Ottober.( Eigenbericht.) Auf der in Limburg a. b. Lahr stattgefundenen Tagung des Bandesausschusses ber naflauifchen Sentrumspartei referierte der preußische Landtagsabgeordnete Dr. Stemmier über die Frage der Rabinetisumbildung in Breußen. Der Referent erklärte u. a., die Deutsche Boltspartei habe in den legten Wochen eine eigenartige Rolle gespielt und auf Stoffen der Demokraten und bes Bentrums starte Forderungen aufgestellt. Die augenbildliche flabile Sage in Breußen werde jedoch nicht ohne eine be fondere Entscheidung im Reid geändert werben fönnen. Den gleichen Standpunkt veritat der Abgeordnete Dr. Graß. Er betonte, das Zentrum werde bei der neuen Kabinettsbildung in Preußen nur miffun, wenn es ihm möglich fel, mitzubeftimmen und wenn bother die Koalitionsfrage im Reich geregelt fel. Der Tagung des Landesausschusses tag u. a. ein Anitag bor, ber von der Reichstagsfraktion fordert, auf ble Ginstellung Bes Banzerfreugerbaues hinzuarbeiten. Dieser Antrag wurde der Reichstagsfrattion als Material überwiesen. Gegen die Landarbeiternot. Gozialdemokratische Anfrage im Landtag. Die[ ozialdemokratische Landtagsfraktion hat folgende Große Anfrage eingebracht: Die Lage der Landarbeiter Berfchlechtert fich zu jehends. Troß der immer wiederkehrenden Magen über die LandKucht müffen fich die Lanbarbeiter eine Behandlung gefallen laffen, die jeder Beschreibung[ pottet. Beschimpfungen und förperliche Miz handlungen find an der Tagesordnung. Gutsbeamte, die in diefer Beise gegen die Lanbarbeiter vorgehen, genießen den stärtften Schutz der Arbeitgebet. Troß der großen Arbeitslosigfelt auch auf dem Lande hat bte Kinderarbeit in der Landwirtschaft bebent lich zugenommen. Die Deputat wohnungen find meistens in einem unbewohnbaren Zustand. Inftantsegungsarbeiten werden nut in ben äußersten Fällen vorgenommen. Die Berpflegung bei ber schweren Arbeit ist sehr oft äußerst mangelhaft. Mit den fchärfften Mitteln wird ber organijiette Lanbarbeiter befämpft. lieberall with versucht, die Drganisation der Landarbeiter unmöglich zu machen. Bir fragen daher: Bas gebenki bie Staatsregierung zu tun, am ben Landarbeitern burch entsprechenbe Behandlung und UnterBringung die Freude an ihrer Berufsarbeit wieberzugeben?" Die Botschafterfonferenz hat den Anschluß des Berlabebahnhofes der Opelwerte in Rüsselsheim an die Hauptgleise der Reihsbahn genehmigt. Die Genehmigung zu der Anlage eines neuen Haupt gleiles Ruffetsheim Bischofsheim steht noch aus. Wenn Herr Obuch meint, daß das Bolt stürmisch noch eine weitere Amnestie verlangt, fo rate ich ihin, doch hierüber ein Boltsbegehren zu veranstalten.( Große Heiterfeit.) Richtig ist, daß jeht unter ben nicht politichen Gefangenen der politischen Gefangenen herrscht. Ein Täter, der aus Not für vielfach große Erbitterung über die ungeheure Bevorzugung feine Familie gestohlen hat, tann mit Recht von fidh lagen, baß er innerlich nicht so verworfen jei wie ein amnestierter Nationalsozialiſt, der in rohester Belfe füdische Friedhöfe gefchändet hat. Deshalb verlangt die Sozialdemokratie einen gerechten Ausgleich jugunsten deret, die aus wirtschaftlicher Not gehandelt haben. Der tann aber schon aus technischen Gründen nur int Wege der Eingelbegnabigung erfolgen. Der Rebner schloß mit den Worten: Jür Ragland billigen und decken die deutschen Kommunisten jede Grausamkeit, in Deutschland geht ihnen feine Amneffle welt genug. unter dem Sozialistengeset hat die Sozialdemokratie beim 90. Geburtstag Wilhelms I. eine Amnestie als Beleidi ng zurüdgewiesen. Die Bettelei der Kommunisten an die ihnen angeblich so verhaßte Républik uin Annestie nimmt fein Ende. Belch ein Weg nach unten! Nach weiterer Aussprache wurde der kommunistische Amnestieantrag abgelehnt, ebenso ein deutschnationaler Abänderungsantrag zugunsten der Fememörder. Ebenso wurde ab gelehnt ein fommunistischer Antrag, der ein neues Amneſtiegesetz wegen bebeus tot begangenen Delifte verlangt. A genommen utbe bagegen ein jogtardemoftattfcher uttag, ber bie Regierung auffdrbett, im Sinne ber Reichstagsenifchließung möglichst umfangreich für aus not begangene Defifle Gnabenermeile eintreten ju laffen. Ganz wie unter dem Sozialistengesets! fichen Einrichtlingen aften mußten, bie fie bazu fähig machen, Werbeplatat der Sozialdemokratie- in Bayern berboten! Bem Drud ber Bewertfchaften stanbğu halten Herr Duefterberg ftellt bamit den Stahlhelm als eine gelbe Streitbrecherorganisation por, beren Aufgabe es ist, den Unternehmern in großen Wirtschaftsfämpfen gegen die Gewerkschaften zu helfen. Das ist der Sinn des nationalen" Bundes. Reuiger Dolchflößer. Aläglicher Rückzug eines Safentreuglerblattes. Die Sozialdemotrattige Bartel Ober frankens hat in allen Orien ihres Bezirts am vergangenen Sonntag Gebentfeiern zum 50jährigen Erlaß des Sozialisten gejejes abgehalten. Sie hat bazu überall durch Blafate ein geladen, die in schöner, roter Schrift nichts anderes enthielten als die Worte: 50 Jahre Rampf und Sieg ber GBD." Kampf der SBD., das riecht einer ehemals töniglich bayerischen Bolizeibehörde nach gemeingefährlichen Umsturzbestrebungen", und nun gar Sieg der SBD.- Sas ist über haupt gar nicht wahr, denn in Bayern regieren wir, bie Bayerische Boltspartei, und wir dulden nicht, baß eine andere Bartei von Kampf und gar von Sieg rebet. Das Gosialisten gefeß ist zwar längst aufgehoben, aber wozu gibt es in Bayern Polizeiverordnungen einer frommen und allem fozialbemo fratischen Umfturs abholden Regierung. Kurzum, bas Blataimurbe verboten, und da es überall schon an geklebt war, wurde das gesamte Gendarmerie geflebt war, wurde das gesamte Genbarmettevom Gericht faft alle als belangtos abgewiesen wurden. In der forps des nördlichen Oberfranten aufgeboten, um es au forps des nördlichen Oberfranten aufgeboten, um es zu entfernen. Tells wurde es abgefragt, tells wurde es weiß überflebt. Der bayerische Staat ist gerettet. Gott sei Dant, es gibt doch noch eine Regierung und eine Bolizei in Deutschland, bie ben Geift des Sozialistengeleges in geireuer Ueberlieferung bewahrt! Bränn, 30. Dttober.( Eigenbericht.) Bie noch erinnerlich sein dürfte, hat Genoffe Scheibemann gegen bas deutschnationale Brünner Montagsblatt feinerzeit Straf antrag geftellt, well, es am 11. Juni 1927 ein offenbar in Deutſch land fabriziertes Schimpfgedicht gegen ihn veröffentlicht hatte. Der verantwortliche Rebatteur lehnte zunächst jeben Ausgleich schroff ab und stellte eine Reihe von ganz furiofen Beweisanträgen, ble jedoch Der Stahlhelm als gelbe Organisation. bargebrachten und unter Beweis geftellten, welteren unwahren AnDuefterbergs Geständnisse. Der Oberstleutnant Duefterberg, bet zweite Bundesführer des Stahlhelms, hat in einer Rede in Berben den Gewert schaften, vor allem den christlichen Gewerkschaften, den Krieg erflärt. Er führte aus: Da ein großer Teil der christlichen Gewertschaften sich in ihrem praktischen Berhalten ben, in argistischen Ge. mertschaften fo genähert hat, daß oft ein Unterschied zwischen ihnen faum noch zu erkennen ist, fann es für uns nicht in Frage, tommen, den nichtorganisierten werftätigen Kameraden ben Eintritt in die christlichen Gemertidaften zu emp. fehlen. Wir haben, ba elne befriedigende Lösung der nationalen Ar Betterfrage außerhalb des Stahlheims nicht zu finden war, in Mittel beutschland angesichts der schweren wirtschaftlichen Rotzeiten, benen wir entgegengehen, die Stahlheim Gelbsthilfe( Stas) geschaffen. Die Zusammenfaffung der Kameraben zu Stahlhelms betriebsgruppen foll den Geist ber Wertsverbundenheit fördern. Den unmittelbaren Anlaß zur Gründung der Stahlhelm Selbsthilfe gaben zwei große Wirtschaftstämpfe. Bir erkannten, daß wir für unsere werktätigen Stameraben bie wirtschaft beutigen zweiten Berhandlung vor dem Schöffengericht, bei der Genoffe Scheidemann burch Genoffen Dr. Czech Bertreten war, bequemie fich ber Bertreter des Montagsblatts" mit Rüdsicht auf bie brohende firenge Bestrafung zur Abgabe einer umfaffenbeu bremertiärung, in ber es heißt, daß er die Einschaltung bes Gedichtes auf das lebhafteté bebauere und Schelbemanit baburch Genügtuung gebe, baß er ihn wegen der Aufnahme bes Gedichtes, megen der barin enthaltenen Beschuldigungen, Beleibt gungen und Beschimpfungen, aber auch wegen ber im Strafverfahren gaben um Enti chulbigung bitte; er ftelle gleichgeltig feft, daß er feine dieser Behauptungen aufrechterhalte, gefchwelge denn auch nur im entferntesten sie zu beweisen in der Lage fell, Er bedayere daher, alle diese Aeußerungen, in Intenntnis des wahren Sachverhalts und irte geführt burch falsche Informationen. veröffentlicht zu haben und stehe fie in aller Form zurück. Angesichts diefer Tatsache und der Schwere der Beschuldigungen und Aeuße rungen verpflichte er sich weiter zur Leistung einer Gelbbube von 1000 kronen( 125 mart) zugunsten ber deutsch- mährischen inberfürforge, zur Veröffentlichung dieser Erklärung im Berliner Borwärts", ber Deuifd) en Beitung( Berlin), im Prager Tagblatt", ber„ Sudetendeutschen Tagesztg.", Prag ( bnat.), in ben Brünner Blättern Boltsfreund"( foz.), Lages bote" imb Montagsblatt", schließlich zur Bezahlung fämtlicher Prozeß und Bertretertoften. Diese Erklärung wird vom Beklagten unbedingt abgegeben, also nicht an die Zustimmung Scheidemanns gebunden, dem eine Frist bis zum 24. November eingeräumt wurde, um fein Einverständnis au ertiären oder abzulehnen. Jn Zweibrüden wird, so fündigt die Befaßungsbehörde an, die französische Gendarmerie um vier Mann verstärkt werden, wenn bis zum 1. November Aufklärung bes testen Flaggenziilchenfalls nicht erfolge. Fr. 515 45. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Mittwoch, 31. Oftober 1928 Zeppelin im Sturm. Kurzwellenverbindung mit der Versuchsanstalt für Luftfahrt. New York, 30. Oftober. Graf Zeppelin hat auf seiner Rüdfahrt zunächst am geftrigen Fachmittag Mitteleuropäischer Zeit( ME3.) feinen nordöstlich gerichteten Kurs beibehalten, bis er am späten Nachmittag in ein Wettergebiet geriet, daß seine Fahrtgeschwindigkeit. offenbar infolge ftarter Gegenwinde, erheblich verringerte Der Zeppelin hat bis dahin eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 80 bis 90 kilometer in der Stunde entwidelt, also eine sehr erheblich langfamere Fahrtgeschwindigkeit, als zum Teil angenommen wurde. Das Luftschiff flog die ganze Zeit hindurch durch starten Regen, so daß es verständlich ist, daß er, obwohl er sich zunächst nahe der Dampierroute hielt, nur wenig gesichtet wurde. Er trat jedoch mit den zahlreichen Leuchttürmen an den Hüften von Kanada und später von Neufundland in Verbindung, um sich über das Wetter berichten zu lassen. Der Zeppelin hat dann auf Grund der Wetterberichte etwa um Mitternacht seinen Kurs stärker nach Norden gelegt, um Rüdenwind zu bekommen und die an der Küste von Neu. fundland wehenden Südwestwinde auszunuhen. Diesen Erwartungen entsprechend ist der Zeppelin furz nach Mitternacht in der Nähe von Rap Race, der Südostspitze von Neufundland, gefichtet worden. Während dieser Zeit hat er infolge der südwestlichen Rüdenwinde eine beffere Fahrtgeschwindigkeit entwidelt, etwa 100 bis 110 kilometer in der Stunde. Neufundland selbst scheint er jedoch nicht überflogen zu haben. Das Schiff dürfte inzwischen wieder auf schlechtes Wetter gestoßen sein und sich zurzeit wieder in Regenwetter befinden. Die Unbestimmtheit seiner letzten Positionsangabe dürfte u. a. hierauf zurüfzuführen fein, da er naturgemäß bei völlig unfichtbarem Himmel tein Bested nehmen kann. Der Zeppelin mird, sobald es die Windverhältnisse gestatten, nunmehr& ap Clear an der Südwestfüfte von 3rland anffeuern. Nach weiteren Berichten von Bord des Schiffes hat sich das Wetter heute morgen fo weit verschlechtert, daß das Schiff vorläufig einmal Südofffurs halten muß, um nicht zu weit nach Norden abzukommen, also vorläufig damit zufrieden sein muß, dem Sturm die Stirne zu bieten. An Bord befindet sich weiter alles wohl, auch der blinde Paffagler, der in die Bemannung eingestellt worden ist. Funkverbindung mit Deutschland Die deutsche Verfuchsanstalt für Luftfahrt in Adlershof steht seit haute 3,40 11hr nachmittags mit der Kurzwellenstation an Brd des Graf Zeppelin" in Verbindung. Der Empfang ist ausgezeichnet. " Funffprüche von Schiffen tabase sisse London, 30. Dttaber. * Der Schnetdampfer Mauritania" meldete der Funk Station Bortishead um 1,19 Uhr Mitteleuropäischer Zeit: Fatten eben Berbindung mit Zeppelin. Alles mohl an Bord. Nehmen an, daß er etwas nördlich, aber nicht mehr als 50 Meilen von uns steht. Unsere Position mittags ist 45 Grad 53 Minuten Nordbreite 41 Grad 40 Minuten Westlänge. Es herrscht Gturm mittlerer Stärte aus Südost. New York, 30. Oftober. Der Cunard- Dampfer stania hatte mit dem Luftschiff Graf Zeppelin Funkverbindung. Das Luftschiff selbst wurde richt gesichtet, feine Signale waren aber start hörbar. Das Wetter ist bei starten Südwinden gut. Die Asfania" hatte um 7 Uhr Amerikanischer Zeit( also 1 Uhr mittags ME3.) 15 Soldat Suhren. Roman von Georg von der Bring. Copyright 1927 by J. M. Spaeth Verlag, Berlin. Ich gehe ins Schloß, hier ist die schwarze Wendeltreppe. Gerade steigt der Eisenbolz vor mir die ersten Stufen hin auf. Die Treppe ist schmal und dunkel. Der Eisen faßt beide Holzgeländer und flettert bedächtig nach oben, fein roter Haarschopf wadelt. Nun tommt jemand von oben getrappelt, das ist der Gefreite Hoyer, zufällig auch ein Rothaariger, ber strammste Mann meiner Kompanie", wie Leutnant Brause gesagt hat. Kernig ist er mit feinen flobigen Infanteristenbeinen. Ich kenne auch seine vergißmeinnicht blauen nabenaugen, die unter hellen Brauen herumhuschen, denn erst gestern mußte ich eine Postkarte für ihn zeichner mit Bergißmeinnicht drauf. fie war für seine Braut. Ganderer Gefreiter hätte diese Karte gern gehabt. Aber Soner sagte turz:„ Nehmen Sie die hand von das Mädchen das Mädchen ist meine Braut!" Und zu mir: ,, Sie können fich eine Bigarre non mir holen." Es trappelt alin über uns, und der Hoyer tommi die Wendeltreppe herunter. Er stößt mit Eisen zusammen und fchreit, indem er feine Jungensaugen auf den alten Krieger heftet: Wiffen Sie nicht, was Sie zu tun haben, wenn Ihnen ein Gefreiter auf der Treppe begegnet?" Bedente es, Eisen, ein Gefreiter!- Uber Eisen bedenkt es nicht, er sagt furzmeg: Mein" Der Hoyer schnarrt: ..Sie haben zur Seite zu sprigen! Berstanden?" Worauf Eisen sehr fühl erklärt: Sie sind mir ja zum Scheißen zu dumm." Schweigen, oben auf der Treppe aber erhebt fich ein Geficher, und der Befreite verschwindet fluchend. Borauf vernünftige Leute fagen werden, daß der Eisenbolz nicht mehr in ein Retrutendepot paẞte. Dho, ein vernünftiger Mann ist der Kamerad, der eben in meiner Werkstatt auf dem grünen Billard sikt. Er ist Malergeselle daheim, ein Soldat, mie aus dem Ei gepellt, mie aus einer Schreibstube ausgewickelt. Ich bin sicher, er mird in einer solchen endigen. Hübsch ist er, von dunfier Gefichtsfarbe und mit einem schwarzen Bärtchen. Er schiebt die Position von 53 Grad 22 Minuten nördlicher Breite und 42 Grad| Golfjunge von Turnier zu Turnier ganz Amerika durchwandert hat, 3 Minuten westlicher Länge. Das Flugweiter. Hamburg 30. Ditober. Das Geeflugreferat der Deutschen Seemarte gibt um 11 Uhr über die Wetterlage auf dem Nordatlantischen Ozean folgende lleberficht: Die Tiefdruckrinne, die sich an den Vortagen von Labrador über die Faröer nach dem Nordmeer erstreckte, ift heute nicht mehr so start ausgeprägt. Auf der Rückseite des zwischen stand und Irland liegenden Tiefdruckgebiets hat sich ein Hochdruckteil vorgeschoben, der durch falte Luftmassen aus dem Bolargebiet gespeist wird. Durch diesen Hochdruckteil ist zunächst die Ausbreitung der Ostwärtsbewegung des Tiefdrudgebiets über Labrador verhindert, während infolge der verschärften Temperaturgegenfäße zwischen der Rückseiten- und Borderseitenströmung dem Island- Irlandtief eine neue Energie zugeführt ist. Dadurch frischen die Winde in seinem Bereich start bis stürmisch auf. Das Gebiet amis hen den stürmischen Binden liegt zwischen dem 46. und 57. Grad Nordbreite und dem 10. und 33. Grad Bestlänge. Gepaart mit den stürmischen Winden gehen dort starte Regen- und Hagelschauer nieder, zeitweise verbunden mit Gewittererscheinungen. Süblich vom 46. Grad Nordbreite dehnt sich bis zu ben Azoren ein Hochdruckgebiet aus, das noch weiter aufgebaut wird. Auf diesem Südabhang flauen nach Süden die Winde schnell ab und südlich vom 44. Grad Nordbreite herrscht ruhiges und meist heiteres Wetter. Im Laufe des gestrigen Tages hat das Luftschiff, wie aus seinen Meldungen hervorgeht, den fübwärts greifenden Ausläufer des über Babrador gelegenen Tiefbrudtgebiets durchfahren. Es mußte dabei bei mestnordwestlichen Winden, später bei südlichen Winden des öfteren Regenschauer passieren. Für den weiteren Kurs ist anzunehmen, daß das Luftschiff etwas füblich von dem Größtfreis Neufundland- Friedrichshafen abweichen wird, da dieser weit in das Schlechtwettergebiet hineinreicht, um dann ungefähr auf der Grenze der Schlechtwetterzone entlang zu fahren, damit es noch so viel mie möglich von dem fördernden Bind ausnuten kann, ohne der großen Gefahr von starken Böen und deren Begleiterscheinungen ausgesetzt zu sein. Das Schicksal des blinden Passagiers. Friedrichshafen, 30. Oftober. Die Angelegenheit des blinden Passagiers dürfte in der Tat in einer allfeitig befriedigenden Weise geregelt werden. Der ameritanische Konsul in Stuttgart wird morgen selbst nach Friedrichs hafen tommen und, wenn die Führung des Graf Zeppelin" günstig über das Betragen des Jungen ausjagt, die erforderlichen Papiere ausstellen. Er hat bereits zu erkennen gegeben, daß er sich des Jungen annehmen will. Die New Yorker Blätter, die sich intensiv mit dem jungen Terhune beschäftigen, zeigen mit einer Zusammenstellung von Terhunes früheren Abenteuern, daß er es mit großer Gewandtheit verstanden hat, fich zu Ereignissen, die ihn besonders interessierten, Bugang zu verschaffen. So beschaffte er sich u. a. im letzten Sommer, als der Borkampf Heeney- Tunney stattfand, eine Uniform als Plazanweiser und wohnte dem Kampf aus nächster Nähe bei. Als von San Franzisto ein neuer Lurusdampfer zum ersten mal nach Honolulu auslief, hatte er Terhune ebenfalls als I blinden Passagier an Bord. Nur einmal hatte Terhune, der als seine Oberlippe hinauf, drückt das Bärtchen gegen die Nasenspite, bürstet sie damit und sagt verächtlich: ,, Eifender bringt es zu nichts, und wenn der Krieg fünfzig Jahre dauerte. Er fällt überall auf. Der Soldat darf nicht auffallen, weder nach der guten noch nach der fchlechten Seite. In diesem Augenblit geht die Tür auf. Der Leutnant erscheint, gefolgt von Feldmebel Bloiboom. Mein vernünftiger Kamerad schreit:„ Achtung!" wir springen vom Billard und nehmen Haltung an. " ,, Das ist also die Werkstatt", sagt der Leutnant und läuft an den Wänden entlang. Berdammt noble Bude! Na", er bleibt vor uns stehen, und wer ist der Kunstmaler?" ,, Musketier Suhren, Herr Leutnant!". ,, So, dann malen Sie mal mas Schönes, erst meine Wohnung, dann die Schreibftube.-Und Sie sind der maler, der die Sache ausführt?" Jawohl, Herr Leutnant", macht mein Kamerad. Aber ihr habt noch teine Farben und Pinsel" Der Feldwebel antwortet für uns von der Tür her. Er spricht schüchtern, das Notizbuch in der Hand: ,, Die Leute bekommen Papier aus der Schreibstube. Sie werden zunächst Entwürfe machen und diese dem Herrn Leut nant vorlegen. ,, Schön", sagt dieser, tlatscht mit seinem Reitstod gegen einen Türpfosten und ist hinaus. Der Feldwebel schließt die Tür. Bir rühren. Im offenen Fenster liegend, erwarten mir die Nacht. Morgen mollen wir auf die Schreibstube gehen und uns Bapier aushändigen laffen. Vielleicht ist auch morgen die erste Bost aus Deutschland da. Es dämmert bereits, aber immer noch schauen drunten im Garten hinter einer Tanne Mberings Stiefel hervor. # Am Abend fingi eine Machtigall im Bart. Aus der Schreibstube flingt das Raffeln von Bierflaschen. In der füßen Luft auf der Schloßtreppe hockend, sehen wir aus dem Dunkel einen Mann zu uns treten welcher jagt: ... Es sind Briefe aus Deutschland da." Er sagt es leife, eine mächtige Bogeltehle jubiliert aus dem Bart. Unsere Herzen schlagen in Ungewißheit. Am nächsten Morgen wird vor der sonnigen Fassade Bost verteilt. Es ist Sonntag und dienstfrei. Ich habe teine Eile, es zu sagen, aber die Tatsache besteht, daß ich einen Brief von Lisa in der Tasche trage. Nicht | Bech, als er sich auf einem nach Alaska bestimmten Dampfer einschmuggelte. Das Schiff war das letzte des Sommers gewesen und Terhune mußte den Winter in Alaska verbringen. Basel, der fünftige Zeppelinhafen. " Friedrichshafen, 30. Oktober. Zur Frage der Errichtung eines Luftschiffhafens in der Rheinebene für den Atlantifverfehr erklärte der Generaldirektor des Luftschiffbaues Graf Zeppelin", Kommerzienrat Colsmann, daß nur das Gelände bei Basel in Frage komme, da dort die günstigsten meteorologischen Berhältnisse vorlägen und Basel der beste mitteleuropäische Verkehrsplak sei. In den letzten Tagen seien eine ganze Reihe deutscher Städte, so u. a. auch Berlin und Frankfurt a. M. an die Leitung des Zeppelinbaues herangetreten, um das hierzu notwendige Gelände zur Verfügung zu stellen. Leider sei man gezwungen, alle diese Angebote zurückzumeifen. Die Werft werde nach wie vor in Friedrichs hafen bleiben. Der Platz sei zwar eng, aber sehr günstig. Man werde, um das Gelände zu vergrößern, sich dazu entschließen, zwei Luftschiffhallen und einige Werkstätten abzubre hen und eine lleber das weitere Programm des große Halle zu errichten. " Graf Zeppelin" mach seiner Rückkehr von der Amerikafahrt ist bisher noch nichts bekannt. Ueber irgendwelche Absichten der Schiffsleitung liegen noch teine Mitteilungen vor. Nach seiner Landung wird das Luftschiff jedenfalls zunächst einmal ganz überholt, die Gaszellen merden frisch aufgefüllt, die Motoren, nachgeprüft und die noch notwendigen Reparaturen vorgenommen werden. Die Fahrt nach Berlin wird, wie man in hiesigen Kreisen annimmt, einige Tage später angetreten werden können. Friedrichshafen in Erwartung. Friedrichshafen, 30. Oktober. Der Generaldirektor des Zeppelin- Luftschiffbaues„ Graf 3erpelin", Colsmann, erklärte, daß er trok der zurzeit sehr schlechten Betterlage über dem Atlantik noch damit rechne, daß das Luftschiff in den späten Nachmittagsstunden des Mittwoch in Friedrichshafen eintreffen werde. Die Leitung des Luftschiffbaues habe mit der Stadt Friedrichshafen für die Anfunft des Schiffes einige Emvfangsfeierlichkeiten vorgesehen. Am Abend finde ein von der Stadt Friedrichshafen gegebenes Essen zu Ehren Dr. Edeners, der BeJagung und und der Mitarbeiter des Luftschiffbaues statt. Im Anschluß daran werde sich ein Fackelzug, an dem sich sämtliche Arbeiter der Werft, Sportvereine von Friedrichshafen und Umgebung und die Spizen der Behörden beteiligen, durch die Straßen der Stadt zu dem Zeppelin- Denkmal begeben. Mit einem großen Komumers werde die Feier ihren Abschluß finden. Im Laufe des morgiçen Tages wird Reichsverkehrsminister von Guérard zur Begrüßung des„ Graf Zeppelin" in Friedrichshafen eintreffen. " Die Suche nach den Radiobanditen. Der pflichtmäßige Verfuch der politischen Polizei, die der Freiheitsberaubung und Nötigung gegen den Vorwärts"-Redakteur Wolfgang Schwarz Schuldigen festzustellen, hat zu einem abschließenden Ergebnis noch nicht geführt. Es ergab sich, daß von den der Tat verdächtigen Kommu niften Otto Thomas, zurzeit Redakteur an der Roten Fahne", als Teilnehmer in dem ersten Auto nicht in Betracht kommt. alle haben Post heute, nicht alle sind glücklich. Aber Klees ist es auch, und wir zwei gehen nach dem Essen in den Obstgarten und ſizen einen Augenblid rauchend im Gras. Weiterhin unter den frummen Bäumen ist ein Gang in die Erde gegraben. An diesem Gang fißen Soldaten und ver richten in der Kniebeuge ihr Bedürfnis. Klees und ich beginnen, den Abhang hinterm Garten in die Höhe zu klettern. Wir versichern einander, daß wir mit unserer Post zufrieden find. Weiter wird nichts gesprochen. Endlich gelangen wir auf die Höhe, wo ein Wind weht, und setzen uns nieder. Unter uns liegt das Schloß mit seinem schwarzen Kegelturm, der emporsticht. Die Tannen im Garten stehen regungslos. Eine Lerche singt. Geradeaus, jenseits der Mulde schnauft ein Auto die Craonner Straße hinauf. Möchtest du jetzt zu Hause sein?" fragt Klees und hält die Hand über seine Augen, um sich umzusehen. Doch wohl", gebe ich zurüd. Ich nicht, in den Briefen steht nur das Allerschönste. Das aber, mas nicht für dich taugt, verschweigen sie dir. Briefe machen restlos glüdlich.". Er zieht eine Photographie aus seinem Brief und reicht fie mir. Seine Braut ist darauf, ein junges schmalwangiges Mädchen. Sie steht ein wenig traurig und hölzern an einem geschmadlosen Tischchen, die Finger in einem Buche. Es sind vielleicht Gedichte, die sie gelesen hat, so erschlagen ist der Ausdrud ihrer Augen. Auch ich würde dieses Bild unfagbar lieben. Der Photograph hat ihr ein Eifengerüst hinter den Kopf gebaut, und es war für ihn, Walter Klees, daß sie stillstand, ein Gedichtbuch in der Hand. Und nun fikt der hier am Abhang von Chérèt, das Bild vor sich auf den Knien, und lächelt. Der zärtliche Bind streicht aus der Mulde herauf. Links zwischen den Häusern des Dorfes gehen die fleinen Solbaten hin und her, bei der Rantine mimmeln sie herum, eine Ziehharmonika wird gehört. Auch rechts über den Wipfeln des Partes sehen mir neben einem Gehöft Bewegung. Zwischen Bäumen marschieren einzelne Soldaten im Paradeschritt, ihre Gewehre blizen in der Sonne. Sie marschieren von links nach rechts, immer mit einem Abstand von einigen Metern, um einer nach dem andern hinter einem stallartigen Gebäude zu verschwinden. Es find ältere Soldaten, sie werden besichtigt. um an die Front zu gehen. Sie schreiten untermegs, wie 3innsoldaten, die aus einer Spanschachtel in eine andre zu kommen streben. ( Fortfegung folgt.) Zum Freifpruch Husmanns. Oer letzte Tag im primaner-prozeß. Nach der Mittagspause nahm dann der Verteidiger. Nechts« amvalt Ruschen, das Wort vi(einem Plädoyer, dos er folgender« «ruhen einleitete: ,Lu den vielen und schweren Enttäuschungen, die der Angeklagte im Vorverfcchren erlebt hat, muß er mm auch noch diesen Strafantraa des Staateanwalis erleben, angesichts eines Beweieergebnisses, das man nur als kläglich bezeichnen tonn. ,F,err Staatsanwalt, als Sie heute morgen in Ihren» Plädoyer diesen Fall als den Vrozetz der Mäglichkelten bezeichneten, da hoben Sie den ersten Spatenstich zum Grab« Ihrer Anklage getan." Rechtsanwalt Ruschen ging dann aus alle Indizien der Anklage ausfuhrlich ein und untersuchte sie aus chre innere Wahrscheinlichkeit. Er betonte, daß chusmanit, dessen nasse Schuhe so verdächtig waren, stundenlang in einem Gewitterregen gelaufen sei. daß er in der Elle das Etuis seines Messers in die Akteirtasche getan, die er zur Kneipe mitgenommen hat. Er roandte sich de- sonder« scharf gegen die Zeitberechnunq de, Staats, anwalts. Ein Ding der Unmöglichkeit sei«s, hier genaue flest- ftellungen zu tressen. Niemand könne nach einigen Monaten noch genau angeben, zu welcher Zeit er nachts nach chause gekommen sei. Der Verteidiger ging weiter auf die Aussagen des Arztes Dr. Luther ein, dessen Erinnerungsvernrögen sehr zu wünschen übrig lasse. Cliarakteristisch für den ganzen Prozeß sei es, daß alle Zeugen und Beamten In dem Moment von dar Schuld des -'»MMWWWMMMWMM Angeklagten fest überzeugt gewesen seien, als man die Blut», tropfen am Schuh gesehen habe. Aber keiner der Boomten hätte unter Eid sagen können, ob nicht fjnsmonn doch in die Blutlache getreten sei, von der er mir einen Meter entsernt gestanden Hab». In diesem Prozeß der Möglichkeiten sei alle» möglich. Man könne sich denken, daß chusmann an der Mordstelle selbst Blut aus den Schuh bekommen habe, daß das Blut des Studienrat» Rogoski m der Kneipe in Buer auf das Leder gelaufen sei, vielleicht habe er sich auch beschmußt. als er auf dem Heimweg an dem Schonplaß der schweren Schlägerei vorbeigekommen fei. Ueber dielen Teil der Anklage ständen nur zwei Worte, nämlich: non liguet. Der Verteidiger beschäftigte sich dann eingehend auch mit der Haltung und der Stellungnahme der Gladbeckcr Polizei. Wenn er auch den Beamten nicht zu nahe treten wolle, so müsse ex doch sagen, daß fix bei den Ermittlungen versagt hätten, beson- ders der Kriminalkommissar Klingelheller, der stundenlang angenommen habe, daß Daube Selb st Mord verübt hätte. Rechtsanwalt Ruschen kam dann auf den Verdacht des Staats- anwalte zu sprechen, daß der Angeklagte das Messer, das man im Garten gefunden hat, durch Freunde habe in den Boden praktizieren lassen, und erklärt«:„Der Herr Staatsanwalt hat heute morgen behauptet, daß dieses Messer, von dem man annimmt, daß der Mord damit vollbracht worden ist. noch der Methode:.hoppla, Heinzel- Männchen" in die Erde praktiziert und dann zur rechten Zell wieder gefunden worden ist. Damit hat der Staatsanwalt die Ehr- llchkrit des Vaters des Angeklagten ösfentlich angetastet.(Auf den Tisch Wagend:) Ich rufe es hinaus, Herr Staatsanwalt: Es hat fein« Richtigkeit mit diesem Messer. An dieser Klinge klebt kein Älur. und ein anderes Messer hat der Angeklagt« nicht gehabt. Wir wolle» es hi.er offen eingestehen: In der Voruntersuchung dieser Mordsachs sind viele, sogar die«eiste» Möglichkelkeu von der Gladbecker Voll, ei verpaßt worden. Als die Berliner Heroen endlich eintraten, da standen st« nur noch vor einem Trümmerfeld. Damit sind die Indizien, die der Herr Staatsanwalt anrührt, erschöpft. Ich komme nun zu dem zweiten Teil der Anklage, der„Veranlagung und Ver« anlassung zum Mord" überschrieben ist. Ich beginne mit den Sachverständigen. Sie sagten, es könne aus der Persönlichkeit Hus« manns nicht hergeleitet werden, daß«r homosexuell ist oder daß tr als Sadist bezeichnet werben kann. In diesem Prozeh ist unendlich vi el hineingeheimnist worden, und so rvar es auch, als die Schüler aussagten. Denen hatte man vorher erklärt: tzuemann ist anormal, Husmann ist Sadist. So entstanden I«ne Flecken im Bilde des Angeklagten, die auch im Verlauf dieses Pro« «sses nicht ganz abgewischt norden konnten. So haben einig« Zeugen erklärt, Helmut Daube habe erzählt, daß Husmann sich ihm unsittlich genähert hob«. Meine Heroen, Helnutt Daube ist tat, und«« fällt mir schwer, gegen den loten uuxiz zu sagen, aber es muß geschehen. Derselbe Helmut Daube, an dem sich Husmann vergangen hoben soll, hat später einem mrdercn Zeugen gesagt, er habe beobachtet, daß Husmann einem dritten Schüler das angeboten hob«,»vos ihm angebüch passiert ist. Muß das nun wahr sein, wo« Daube gesagt hat? Ich will über Daube nichts lveiter sagen, denn er sst tot. Typisch für di« Zeugenaussagen ist der Zeug« Harsch. Im Vorverfahren hat«r die unglaublichsten Behauptuirgen aus- gestellt. Als ihn der vorsißend« dann in der Verhandlung fragte, wollt«»r von nichts mehr wissen. Was Harsch im großen getan, da» haben di« anderen Schüler im kleinen gemacht. Wenn man nun fragt, wgs die Freundfchast zwischen Daube und Husmann gestört hat, so müssen wir feststellen, daß es hier di.; Freundschaft Daube« zu Ilse Kleiböhmer gewesen ist, denn als Daube tri den Bibeltrei« eintrat, da«oollt« Husmann. um da» Ansehen dieser Vereinigung zu nxihren, es nicht mehr haben, daß Daube dies« „Poussage" fortseht«. Darüber war Daube todunglücklich, und so kam die Eintragung in seinen Kalender„K. H.". Ja» bin am End«, mein« Herren: sMit erhobener Stimme:) Diese Verhandlung hat ergeben, daß der Indizienbeweis der Siaalsanwallschast restlos zusammen» gebrochen ist, al>er etwas muß noch hervorgehoben werden: Wie Ist es mit dem Selbstmord de, Schlächters Ostendorf? Ein Zeuge hat bekundet, daß der Meßger im Cafü davon gesprochen hat, er würde einem jungen Mann den Hals abschneiden, und dann ivürd« er mit sich selbst Schluß machen. Wenn jemand eine solche Aeuße» rimg von Husmann gehört hätte, dann wäre die Anklage hundert- prozentig begründet. Nichts aber nach dieser Richtung hin kann nachgewiesen werden. Dle Polizei hat die Spur Ostendorf», wie so viele» andere nicht verfolgt, und doch hat dieser Mann offen vorher von einem Morde gesprochen. Wiegt das denn gar nicht? Daube hat selbst geäußert, daß er Feinoe habe, daß er sich vorsehen müsse und daß er bald sterben müsse. Wiegt da» auch nicht? Ich dm dir Meinung, daß dies« Indizi»n schwerer zu bewerten sind als die ganze Anklag« gegen Husmann!(Mit stark erhobener Stimm«:) Deshalb komme ich zu dem Schluß: Vicht schuldig. Herr Skaatsaowall. sondern unschuldig!" Nach einer kleinen Pause nahm dann Staatsonmaltschaftsrat Rosenbaum nochmals das Wort zur Replik, in der er ausführte, daß«r nicht von einem Prozeß iv-r Möglichkeiten, sondern ironisch von einem Prozeß der Zukölle gesprochen habe. Da» Ergebnis der Beweisaufnahme sei auch nicht, wie der Derteidiger behauptet, lläq- lich. sondern nach seiner Ansicht voll überführend. Namentlich di« Beweisführung über die Zeitangab« müsse er als unerschüttert betrachten. Rosenbaum schloß sein« Ausführungen mit den Worten:„Ich rufe nochmals: Schuldig!"— Recbtsanwalt Ruschen antwortet» hierauf und erklärte:„Das Gericht muh dem Ang«. ttzgien die Schuld beweisen, wenn es dos Wort„Schuldig" a»»- ipredv«, wollte. Die Beweisführung ist nach meiner Ansicht nicht ganz richtig und läßt sich nicht mit einer Hwldbeweguus abtun. Meine Herren Geschworenen, ich verlange heute von Ihnen viel. Ich verlange, daß der Angeklagt« von Ihnen sein „Unschuldig" man sagen, der Angeklagte kann der Mörder nicht gewesen sein. Unendlich oiks hängt von dem Spruch der Geschworenen ob. Wann er heute mangels Beweises freigesprochen wird, dann drücken Sie, meine Herren Geschworenen, ihm für all« Zeiten den furchtbaren Makel auf, seinen besten Freund ermordet zu haben Denken wir olle an unser« Kinder, die vür zu Hause haben, und hoffen wir, daß st« niemals in die Lage kommen mögen, in der der Angeklagt« feit dreiviertel Jahren ist. Deshalb schließe ich mit den Worten: „Der Angeklagte erwartet Ihren Spruch. Er fürchtet ihn nicht!" Vors.: AngÄklagler, Sie haben das lehte Wort. Angeklagter H u s in o n n(unter atemloser Stille): Ich bin an Helmut Daube, Tod unschuldig! Hieraus zog sich dos Gericht zur Beratung zurück und fällt« das an anderer Stell« wiedergegeben« freisprechend« Urteil. Die Urteilsbegrüuduug. In der Begründung führte der Norsißende au«:.5« der Dunkelheit ist eine grauenvolle Tat geschehen» Dunkelheit sst über der Tot geblieben. Do» Gericht hatte, wen» e» den Mord klären wollte, sich vor allen Dingen mit dem Seelenleben des Angeklagten zu beschäftigen, um Schlüsse zUhen zu können. Jeder wird zugeben, daß der Angeklagt« eine proble- motische Natur ist. Es ist nicht leicht, In sein Innere» hlneiizzu- blicken. Der Angeklagte steht an der Schwell« der Pubenätssahr«, In denen es sich entscheidet, ob stch«n Mensch noch der einen oder der anderen Seite zuwendet. Bei dem Angeklagten hat sich noch keine feste Richtung erkennen lassen, aber es hat sich auch nichts gezeigt, was dagegen spricht, daß«r vielleicht einmal der Homo- sexuellen Richtung sich zuneigen wird. Di« Sachverständigen haben uns bestätigt, daß der Angeklagte verdächtig ist, homoseruelle und sadistisch« Neiaungeu zu haben. Ein sicherer Beweis hierfür ist allerdings nicht erbracht. Das Gericht hat dagegen die Vorsülle bei der Wagenfahrt in der Eifel, bei welcher der Angeklagte lange Zeit hindurch Helmut Daube auf dem Schoß gehabt und gequält hat. als erwiesen angesehen, da noch ander« Vorfälle vorhanden sind, di« noch Ansicht de« Gericht» Über eine normale, harwase Jungenbalqerei hioaurgghen. Wenn man annehmen will, daß bei dem Angeklagten hnnro- sexuelle und sodist(che Neigungen sich bereits früher bemerkbar ge- macht hoben, so könnt« man auch annehmen, daß der Angeklagte der Tat fähig wäre. Als Motiv zu dem Mord an Helmut Daube komme Elfersucht und Rache In Frage. Die Reih« von In. dlzien hat nicht zugunsten de« Lnaeklaqten aufgeklärt«erden können: erstens: Da» Indiz der Z««t und de» Wege«, zweitens: da» Idiz de» Blute». Durch dsn Zeugen Labs ist ein An- halt dafür gegeben, daß die Trennung der Abiturienten am 3,10 Uhr am Rathaus in Gladbeck stattgefunden hat. Der äußerst« Zestpunkt der Trennung sst 3L Minuten. Der Weg vom Rathaus bis zur Wohnung Kleiböhmers beträgt mindesten« 20 Minuten, also kam als Ankunstszstt dort etwa Z,?ö Uhr bis Z„V> Uhr In Frage, zumal Daube und Husmann, wie dir Angeklagte selbst zugibt, nicht gelaufen, sondern gegangen sind. Hinzu kommt noch, daß unterwegs ein Aufenthalt entstand, et« Husmann de» Daube quälte, ihn doch nach Haus» zu begleiten. Ferner kommt hinzu der Weg von der Wohnung des Rektor» Kleiböhmer bis zum Haufe des Rektors Daube. Angenommen, daß Daube schnell gegangen ist, brauchte er immerhin 10 Minuten. Die Angaben des Angeklagten über diese Punkte sind durchaus uoglaubwu oig, zumal bei einem Mann, der zuletzt intt Daube zusammen gewesen ist und gegen den auch noch andere In- dtzien sprechen. Zu seinen Gunsten spiicht« daß der Anaeilogte nicht einfach gesagt hat, er habe sich unterwegs von glaube getrennt, dann würde die Zeitrechnung als Belastung nicht in Frage geiommen iein, ober vielleicht war der Angeklagte bei seiner ersten Einlassimg so verblüfft und von den Tatsachen überrascht, daß er aus diesen Aus- weg nicht gekommen ist. Aus die Totfach«, ob die bumedecktm Schuh« naß gewesen sind oder nicht, hat das Gericht keinen Wert ge- legt, aber das Blut auf dem Schuh gehörte nicht HusWNn. Die Blutstropfen, die noch nicht geronnen waren, müssen erst in der Nacht aus dos Lsder gekommen sein. Am Tatort kann sich am Morgen der dem Verhör der Angeklagte nicht besudell haben. Dieser Ansicht sind auch die Sachversiänduicv, die uns dargetan haben, daß in der Nacht das Vl"t von oben aus die Schuh« getrovst sein muß. Unerheblich ist nach der Beweisaufnahme, die ein anderes Er- oebnis hatte als die Vor'-ntersuchiimv wie sich Hu-monN bei dem Telephongefpräch mit Dr. Luther am Morgen, wie er sich gegenüber den Eltern Daubes und wie er sich an der Leiche verhallen hat. Die Menschen reagieren oerschieden und tu» ihre Gefühle in verschiedener Weise kund. Der Mefferfund spricht nicht zu Ungunsten des Angeklagten. S- bleibt di« Möglichkeit, daß die Polizeibeamten b« der ersten Untersuchung das Messer nicht im Graben gesunden haben. Die Staatsanwottschast sieht in dem Fund de- Messer- einen Ab- lenkungsvcrsuch, aber die Sachverständigen sind doch der Ansicht. daß die Kling« zur Tat nicht gebraucht worden ist. Gravierend ist für den Angeklagten serner, daß er das Toschentuch nicht hat vor- zeigen können. Es sst also doch mit der Wahrscheinlichkeit zu rech- nen, baß der Angeklagte«rst später da« Taschentuch an di« Stelle gekracht Hot, wo»« dann gefunden wurde. Der Angeklagte ist za nicht wäbler'isch in seinen Mitteln, da» zeigen di« Kassiber, di««r mit dem Untersuchungsptsangni» herau-geschmuggelt hat. Allerdings ,ei chm zugestand«», daß«r si« in der Verzweiflung geschrieben und baß er angenommen hat,«r werde«Inseitig behandelt. Auch da» Verhallen des Angeklagten in der Mordnocht ist verdächtig. Es bleiben also mehrere gravierende Umstände bestehen: Die Zeit. d i e Blutstropfen, das Taschentuch und di« Tatsache. daß er in der Mordnacht Nicht geschlafen hat. Aber da» Gericht hat schwere Bedenken gehabt, die Indizien für hinreichend»r hallen, den Angeklagten al» Täter zu betrachten. Da« Gericht hat i'ch vichl restlos davon Überzeugen können, daß der Angeklagte einmal der Täler ist oder daß er zum anderen Mal unschuldig ist. Deshalb mußte der oben verkündet« Spruch gefällt«erden. Mit einem Dank an die Geschworenen und an dl« Presse- Vertreter, denen der Vorsitzende für die maßvolle und zmmckhallende Berichterstattung sein besonderes Lob aussprach, schloß dann die Sitzung. Schon ein« Stunde vor dem Urteilsspruch hatten sich im Saal Hundert« von Meisschen«ingesunden, dl« nicht nur den Zu- hörcrraum aussülltev, sondern di« von der Tür zum Saal bi« zu fax aegeuüber�Egen�eu®onö und dl< faffc dlwft äH Achter» tisch den Raum füllten. Der Angetlagte hotte den Urteilssoruch de» Gerichts genau so ruhig ausgenommen, wie dle Bsgrüirdung. Erst nach Schluß der Verhandlung verließ chn zum erstemnal seine Ruh«. Di« Tränen litte» ihm über die Wangen, und während er dem Publikum den Rücken zuwandt«, trocknete er immer wieder mit dem Taschentuch die Augen. Sie hoffte auf Scheidung... ... oder aus den Tod des Gatten. Der Kutscher D. ist Witwer. Er bedarf zur Führung seines Haushalle einer weiblichen Person. Die fand er w Klara Sp. Sie zog zu ihm, besorgte die kleine Wlrtschost und gewährte ihm auch sonst, wo« ein Mann von seiner Frau begehren kann. Von einer stand« sämtlichen Legalisierung de» Verhältnisse« war wohl manchmal die Red«, aber keiner von beiden hatte es damit eilig. Sie um so weniger, al» si« verheiratet war, wo«„Er" aber nicht wußte. Seit Iahren lebt« Frau Sp. von ihrem Manne ge« trennt. Leute, die alle» zu wissen glauben/ hatten ihr versichert, nach zehnjähriger Trennung könne b>c Ehe ohne Schwierigkeit ge« schieden werden. Auf diesen Zeitpunkt wartet« Frau Sp. vielleicht hoffte sie auch, ihr Mann werde noch vor Ablauf dieser Frist sterben. Zählle er doch bereit« 71 Jahr« während st« sich in dem Aller — so zwischen 40 und 50— befand, wo man noch aus eine neu« Eh« hoffen kann. Drei Jahr« währte da»„«heähnlich« Verhältnis" zwischen D. und Frau Sp. Da kam«»zum Bruch von seiner Seit«. Er hatte von guten Freunden, dle nach der Vergangenheit seiner Gefährtin forschte«, erfahren, daß sie noch»erheiratet ist. Wie da» bei solcher Gelegenheit zu geschehen pslegt, hotte man Herrn D. auch alle» mSgliche von üblen Eigenschaften der Frau Sp. erzähll, sie werde ihn betrügen und bestehlen, wir sie es schon mit anderen gemacht habe. Auf diesen freundschaftlichen Zuflüsterungen hin machte also v. dem Verhältnis mit seiner Gefährtin«in Ende und wie» sie au» setner Wohnung. Ader bald kam sie wieder. Auf Grund einer behördlichen Ensscheiduirg mußte D. der Fron Sp. ein Obdach tn seiner Wohnung gewähren, denn sie halle, al» sie zu ihm zog, ihre eigene Wohnung auf. gegeben und konnte nun natürlich nicht sogleich ein« neue Woh- nung finden. Nun wohnt„Sie" bei„3hm" in Schlafstelle. Aber nicht mehr wie bisher in einem gemeinsamen Zimmer, scnwern in einem besonderen Raum.— Da nun di«.Lebensgemeinschaft" nach dreijähriger Dauer ihr Ende erreicht hatte, wollte Frau Sp- von ihrem bisherigen Gefährten noch da» möglichste an materiellen Leistungen herausholen. Also ging sie zum A r b« l t s g« r i ch t, gab an, sie sei Wirt- schafterin bei D. gewesen und fordert« Lohn sür die drei Jahre ihrer Tätigkeit in seinem Haushalt. D. versicherte: Wenn ich gewußt hätte, daß si« oerhairotet ist, dann hätte ich mich nicht mit ihr eingelassen, aber sie hat mich ja belogen. Si« hat sich doch aus dem Wirtschaftsgeld bezahll gemacht und als ich ihr gekündigt hatte, hat si« alle« mitgenommen, nicht einen Kaffeetopf hat sie mir gelassen.— Frau Sp. verwahrte ssch dagegen. Ich habe nichts mitgenommen was mir nicht gehört, ich habe chn nicht bestohlen. Drei Jahre habe ich alles für ihn gemocht, gewaschen, gestickt, Strümps« gestrickt, drei Paar Hosen habe ich ausgebessert, so daß er sie noch Sonntags tragen kann. Nach langem Wortgefecht verglichen sich die einstigen Gefährten dahin, daß D. der Frau Sp..300 M. in Wochenraten von 5 M. zahlt. Filmbrand in der Köpenicker Straße. Die Feuerwehr wurde gestern abend nach den Filmt! cht» spielen in der Köpenicker Str. 30» gerufen, wo inmitten der Vorstellung plötzlich mehrere Films ln Brand geraten w a r en Aus den Alarm.Kinobrand— Menschenleben in Gesa h r" rückte die Feuerwehr mit mehreren Löschzügen an. Auch da» Städtische Rettunasamt hatte mehrere Rettungswagen entsandt. Zum Glück bewahrheitete sich die Nachricht von einem Kinobrand nicht und da» Feuer konnte nach wenigen Mi- nuten gelöscht werden. Das Feuer im Varführungsroum war von den Kinobesuchern kaum bemerkt worden. Zwei tödliche Unfälle. Aus den G l e i s e n der Vorortbahn Stettiner Bahnhof— Oranienburg wurde gestern der Zösährige Arbeiter Wilhelm Gur- bot au» Britz, Kolonie Gemeindeland, kurz hinter der Station Pankow tot aufgefunden. Oisenbar ist G. das Opfer eines Unfalles geworden. Seine Leiche wurde beschlagnahmt und ins Schauhaus gebracht.— Beim Possieren der Stuben- rauchbrück« in Obcrschöneweidt wurde der Jljährige Emil Stelnlck«. der sich aus fernem Fahrrad« auf dem Helm- weg befand, von einein Lastauto üb erfahren und schwer verletzt. Der Verunglückt« starb aus dem Weg« in» Elisabeth- Hospital. va« Geneeal-Sonsulof der Pvlvischrn Republik ittli mit, daß die Räume de? hiesigen Amtes am L November d. I. anläßlich des katholischen Feiertages„Allerheiligen" geschlossen bleiben. Im Streit erstochen. Stettin, 30. Oktober.(Eigenbericht.) Ein« schwere Bluttot hat sich in der verflossenen Nacht auf der von Garz nach Goserltz führenden Ehaussoe odgespielt. Hier gerieten mehrere Landarbeiter aus nichtiger Paanlassung in einen Wortwechsel, in dessen Verlaus der LOjährtg« Hans Dipp derartig in Wut geriet, daß er leinen Dolch herausriß und blind» ling» auf seinen Gegner, den 28jährigen Landarbeiter Robert Ic" M----------------- Micha Inf aus D u m r ab e bei Samten einstach. Don einem Stich ins Herz gelrossen, brach Michalot blutüberströmt zu- lammen. Als Dipp sah, wo? er angerichtet hatte,«rgrlss er mit jeinen Kollegen die Flucht. Er tonnt« jedoch noch in der Rocht durch Pollzeibeomt« in seiner Wohnung in Maltzin aus dem Bett heraus verhastet werden. Er ist geständig und gibt an, die Tat ans Eifersucht begangen zu haben. Studevtenzimmer. Parteigenossen, di» vom I. November ob an studierende Genossen Zimmer vermieten wollen, werden gebeten, sich an den„Sozialistischen Hachschulausschuß" zu wenden. Genaue Angabe de» Preises für Miete, Licht und Hei- zung erwünscht. Zuschristen sind zu richten an: R. Nauck, Al brecht» slraße 11 im.Bund". c& • Das ideafe Ab führ- Konfekt Nr. 515 45. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Verkehrs- A.G. und Angestellte. Ein soziales Großunternehmen. Anläßlich der bevorstehenden Zusammenfassung aller Berliner, andere Personalpolitit als bisher getrieben wird. Berkehrsbetriebe zu einer einheitlichen Berfehrsgefell. Das politische Bild Berlins muß fich auch bei der Be schaft hatte der 3d2, der Butab, der Deutsche Wertmeister- segung des Borstandes der neuen Gesellschaft widerspiegeln. Berband und der Verkehrsbund zu Montagabend nach den Sophien- Der Aufsichtsrat soll nur aus Mitgliedern des Magistrats und der fälen eine öffentliche Bersammlung aller Angestellten der Berliner Stadtverordnetenversammlung bestehen. Die Besetzung mit zwei Berkehrsbetriebe einberufen, um ihnen diese Verschmelzung nicht sogenannten Sachverständigen muß abgelehnt werben, da sich nur in ihrer verfehrspolitischen, sondern auch in ihrer personal die Gesellschaft jederzeit Sachverständige beschaffen tann. Genosse politischen Bedeutung vor Augen zu führen. Mahlow betonte zum Schluß mit Recht, daß die Entwicklung der neuen Berkehrs- AL- G. in der gewünfhten Richtung wesentlich davon Genosse Mahlow vom Butab legte ben Bersammelten zuMittwoch, 31. Oftober 1928 Arbeitszeit wurde auf acht Stunden täglich festgesetzt, der Urlaub beträgt bis zu 12 Tagen. Die Pferdepflege am Sonntag wird bezahlt. Außerdem verpflichteten sich die Unternehmer, den Arbeitern für jeden durch den Streit verIorenen Arbeitstag 3 Mart zu zahlen. Dieses glänzende Ergebnis des Streifs danken die Arbeiter im Kartoffelgroßhandel ihrer Organisation, dem Deutschen Berkehrsbund, und dem mustergültigen Verhalten während des Streifs. Die Unternehmer merden wohl heute einsehen, daß sie dieses Ergebnis billiger hätten haben können. Der Konflikt in den Brauereien. Auf dem Wege der Einigung. Die einmütige Haltung der Berliner Brauereiangestellten nächst die wirtschaftliche und verkehrstechnische Wichtigkeit dieser abhängen wird, ob sich die Berkehrsangestellten in der Butun scheint auf die Brauunternehmer nicht ohne Wirkung geblieben zu Konzentration dar. Er erinnerte daran, wie in der Borkriegszeit unter der Herrshaft des sogenannten Sommunalfreisinns in Berlin eine Berkehrspolitik getrieben wurde, die alles andere als eine Boli tif im Interesse der Berliner Bevölkerung war. Die Hochbahn wurde von der Deutschen Bant und die Straßenbahn hauptsächlich von der Dresdner Bank kontrolliert. Hinzu tam noch, daß infolge der kommunalen 3ersplitterung jede Gemeinde mit den Verkehrs unternehmen ihre eigenen Abmachungen traf. Der Einfluß der Geldgeber wirfte sich so aus, daß der Berliner Besten gute Verfehrsverbindungen hatte, die Arbeiterviertel aber start vernachläffigt wurden. Erst durch die Schaffung Groß Berlins und die dadurch veränderten Mehrheitsverhält nisse im Stadtparlament wurde hier Mandel geschaffen. Der Beschluß, alle Berliner Berfehrsbetriebe zu einer Ber tehrs- A.- G. zu verschmelzen, fann nur begrüßt werden. Einen Begriff von der wirtschaftlichen Bedeutung dieser Verschmelzung befommt man, wenn man dieses neue Unternehmen mit anderen vergleicht. Die neue Berkehrs- A.- G. besitzt ein Aktienkapital von 400 millionen Mart, bas sich restlos im Besiz der Stadt Berlin befindet. Die Deutsche, Darmstädter und Dresdner Bant und die Disconto- Gesellschaft der. fügen über ein Aftienfapital von 445 Millionen Mart. Der Nordbeutsche Boyd, die Hapag und die gesamte AEG. besigen zufammnen mur soviel Attienkapital, wie diese Berkehrsgesellschaft. Als Bürger haben die Angestellten zu verlangen, daß die Zusammenlegung, die rine Rationalisierung sein soll, nicht, wie in der Industrie, auf Kosten der Arbeiter und Angestellten erfolgt. Diese Zusammenlegung darf nicht die Steigerung der Profitrate, fondern die Berbefferung des Berkehrs mehr als bisher fchließen und die Berliner Bevölkerung politisch noch machsamer mird. Dieselbe Mahnung richtete auch der Genosse 3eig vom 3d2. an die Angestellten, der die Forderung nach Schaffung eines einheitlichen Cohn- und Manteltarifes im einzelnen tlarstellte. Die Gehalts- und Arbeitsbedingungen müssen tariflich geregelt werden, und zwar auf der Grundlage des Tarifvertrages für die Angestellten der Städtischen Werke. Bor allem aber ist zu fordern, daß alle erworbenen Rechte, inse besondere die Penfionsansprüche von der neuen Gesellschaft gefi hert werden. Die von beiden Rednern erhobenen Forderungen wurden in einer Entschließung niedergelegt, die von den über 1000 Angestellten einstimmig angenommen wurde. Ein durchschlagender Erfolg. 3m Kartoffelgroßhandel. sein. Während sie die Forderung der Angestellten nach einer generellen Gehaltserhöhung um 15 Proz. bisher glatt abgelehnt und dafür eine sogenannte Haushaltszulage für die verheirateten Angestellten angeboten hatten, bequemten sie sich in den Verhandlungen am Montag zum Aufgeben dieses Standpunktes. Nachdem die Berhandlungen mehrmals zu scheitern drohten, weil die Unterhändler der Brauereibefizer den Forderungen auf eine allgemeine Lohnaufbefferung den schärfsten Widerstand entgegensetzten, änderte die Berhandlungsfommission der Unternehmer plöglich ihren bisherigen Standpunkt. Sie erflärte, nochmals eingehend mit der Generalversammlung des Vereins Berliner Brauereien über die Forderungen der Angestellten Rücksprache nehmen und dann am Freitag weiter verhandeln zu wollen. Auf Grund dieser veränderten Situation erflärten sich die Organisationsvertreter mit der Vertagung der Berhandlungen einverstanden. Die überfüllte Bersammlung der Berliner Brauereiangestellten, die zu Montag abend nach dem Palais des Zentrum" einberufen war, billigte einstimmig das Verhalten ihrer Organisationsvertreter gegenüber den Unternehmern und beauftragte sie, den einmal beschrittenen Weg unbeirrt weiter zu gehen. Zu dem endgültigen Ergebnis werden die Brauereiangestellten am Montag, dem 5. November, um 18 Uhr, im Palais des Zentrums" Stellung nehmen. 〃 Der Streit im Kartoffelgroßhandel ist be en bet. Gestern mittag traten die Unternehmer, nachdem es ihnen flar geworden war, daß ihr Manöver mißglückt ist, an den Deutschen flar geworden war, daß ihr Manöver miẞglückt ist, an den Deutschen Berkehrsbund heran und erflärten sich bereit, über den Abschluß eines Zohn- und eines Manteltariss zu verhandeln. Diese Berhandlungen wurden sofort aufgenommen und zu Ende geführt. Die ftreifenden Schiedsspruch in der Geeschiffahrt abgelehnt. Arbeiter nahmen noch gestern abend dazu Stellung und billigten einstimmig das Verhandlungsergebnis. Diese einstimmige Annahme ist durchaus begreiflich, denn das Ergebnis der Berhandlungen ist die volle Anerfennung aller Forderungen der Streifenden. 3m 2ohntarif murde der WochenLohn, ber Arbeiter und Rutscher auf 65 Mart, der Kraftfahrer auf 75 Mart, der Stundenlohn der Aufsichtsarbeiter auf 1,50 Mart feft zum Ziele haben. Notwendig ist aber vor allemt, daß eine gelegt. Ueberstunden sind mit 25 Broz. Zuschlag zu bezahlen. Die Aber feine Streifmehrheit. Bei der rabstimmung des im Deutschen Berkehrsbund organisierten Seeleute perfonals über den Schiedspruch zur Neuregelung der Löhne sprach sich eine starke Mehrheit für Ablehnung aus. Die für eine völlige Verwerfung des Spruches notwendige Dreiviertelmajorität murde jedoch nicht erreicht. Die Unternehmer haben den Schiedsspruch abgelehnt. EROFFNUNG unserer 21. 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Sie ist, wie der Vorsitzende Bäplow Hamburg in seiner Begrüßungsansprache hervorhob, zugleich eine Jubiläumstagung; denn die Bauarbeiterinternationale feiert ihr 25jähriges Bestehen. Päplom sprach der Stadt Madrid zu dem furchtbaren Theaterbrand, der so viele Opfer ge: toftet hat, das Beileid der Internationale aus und kam dann auf die großen Baukatastrophen zu sprechen, die in den letzten Wochen die Augen der ganzen Welt von neuem auf die Gefahren des Baugewerbes gelenkt haben. Für die achte internationale Bauarbeiterkonferenz, erklärte Bäplow, find die beiden furchtbaren Katastrophen Anlaß zu einer scharfen An flage gegen die privattapitalistischen Bauunter nehmer und gegen die Regierungen, die entweder nichts oder nicht genügend tun, um durch vernünftige Schutzgesetze einen Berlust wertvoller Menschenleben zu verhüten. Die Konferenz, die den Hinterbliebenen der beklagenswerten Opfer in Prag und Paris ihre herzlichste Teilnahme befundet, appelliert an die Bauarbeiter aller Länder, sich mit größter Energie für den Schutz von Leben und Gesundheit in den Parlamenten, in den Organisationen und in der. Bresse einzusehen. Den Geschäftsbericht erstattete der Sekretär der Internationale, äppler- Hamburg. Er teilte mit, daß auf der Konferenz 25 Organisationen aus 20 Ländern mif 900 000 Mitgliedern vertreten seien. Der Einfluß der Internationale auf die Lohnver: hältnisse, auf die Verbesserung der Arbeitszeit nehme zu, es gebe aber auch leider immer noch verschiedene Länder, wie z. B. Frank: reich, Großbritannien und die Schweiz, wo es nicht vorwärts gehen wolle. Ein ganz besonders trauriges Kapitel sei Italien. Die Internationale bringe für Italien große Opfer. Die Wirksamkeit der Organisationen der Bauarbeiter spiegele sich am besten in den interessanten Lohnvergleichen zwischen Buchdruckern und Maurern wider, die das Internationale Arbeitsamt und die Internationale aufgestellt hätten. In Amsterdam verdienten 3. B. die Buchdrucker 35,04 Gulden und die Maurer 38,40 Gulden. Für Berlin lauteten die entsprechenden Ziffern 52,50 und 66,28 Mart; London: 89 Schillinge und 85 Schillinge, Paris: 273 Franken und 363 Franken, Wien: 60,35 Schilling und 76,80 Schilling, War[ chau: 114 Sloty und 84 Sloty. Die Wanderfirmen im Baugewerbe, über die ebenfalls Räppler sprach, zeichneten sich vielfach durch arge Rückständig feit aus. Sie ignorieren vor allem den Tarif. Räppler gab einige Fingerzeige dafür, wie die Internationale den Wanderfirmen besser zu Leibe rücken kann. Diese Anweisungen wurden in einer Entschließung zusammengefaßt, die von der Konferenz angenommen wurde. Die Aussprache zeigte, welche Bedeutung der Kontrolle dieser Wanderfirmen, die tun und treiben, was sie wollen, beizumeffen ist. lleber die Jugendorganisation sprach Niendorf Hamburg. Er forderte gefeglichen Jugendschuh bis zum 18. Jahre, Ferien von drei Wochen, 48stündige Arbeitszeit, Mitwirkung der Gewerkschaften beim Lehrvertrag usw. Der Tarifvertrag, der zwischen dem Verband der württembergischen Schürzen-, Wäsche- und Korfettfabrikanten und den Terrilarbeiterorganisationen abgeschlossen wurde, ist mit Birtung Dom 1. Movember 1928 ab für Württemberg verbindlich er Plärt worden. Gegenwärtig findet in Berlin in den Kammerfälen der fünfte Berbandstag des Verbandes preußischer Polizeibeamten statt. Dieser Berband, der bisher dem Deutschen Beamtenbund angehött, hatte Verbandstag wird nun die endgültige Entscheidung zu treffen haben. Aus diesem Anlaß fam es gestern zu einer scharfen Ausein= andersetzung zwischen dem Vorsitzenden des Verbandes Schrader und dem Bundesvorsißenden des DBB., Flügel. Schrader übte eine scharfe Kritit an den Maßnahmen des DBB., die dazu geführt haben, daß der Verband preußischer Polizeibeamten das Bertrauen zu dem DBB. verloren habe. Schrader kritisierte nicht nur die Haltung des DBB. anläßlich des Besoldungsgeseges, sondern auch gelegentlich der großen Protest demonstration der Beamten auf dem Gendarmenmarkt. Auch die Abgeordneten im Reichstag und Landtag, die Mitglieder des DBB. sind, handelten nicht entsprechend den Beschlüssen der angeschlossenen Organisationen. Ebenso fritisierte Schrader die Personalpolitif im Deutschen Beamtenbund. In seiner Antwort erklärte Flügel unter anderem, daß er und große Kreise des DBB. Beamtendemonstrationen nicht gut heißen fönnten und deshalb auch sich weigern, Redner zu solchen Demonstrationen zu stellen. Die Abgeordneten seien Diener des Volkes und nicht der Organisation. Zum Falle Roth teilte Flügel mit, daß Roth in nächster Zeit zum Direktor des Deutschen Wirtschaftsbundes( es ist erreicht!) gewählt und damit aus dem DBB. ausscheiden würde. Die Entscheidung über das weitere Berbleiben des Verbandes preußischer Polizeibeamten dürfte im Laufe des heutigen Tages fallen. Dem Verbandstage wohnen eine außerordentlich große Anzahl von Ehrengästen bei. Im Namen des preußischen Innenministers überbrachte Ministerialdirektor Dr. Klausener die besten Wünsche und die Versicherung, daß der Innenminister die Intereffen der Polizeibeamten stets wahrnehmen werde. Auch der Polizeipräsident Genosse 3örgiebel begrüßte den Kongreß. Für die Sozialdemokratische Partei sprachen die Abgg. Künstler, Simon und Markwald. Der tommunistische Abgeordnete Rafper mißbrauchte die Gelegenheit, um einen feinen Standal afper mißbrauchte die Gelegenheit, um einen Heinen Standal zu provozieren. Ein sehr instruttives Referat über das Beamtenrecht und die Polizeibeamten" hielt dann der Verbandssyndikus Dr. von Mettenheim. Referat und Diskussion standen auf einem bemerkenswert hohen Niveau und zeigten die tiefe Wandlung, die fich innerhalb der Polizeibeamtenschaft seit der Revolution vollzogen hat. Wenn der Vorsitzende Schrader bei seiner Eröffnungsrede ein Hoch auf die Republik ausbrachte, so war das nicht eine leere Geste. Den Polizeibeamten ist es Ernst mit der Republik und damit, daß diese Republik auch mit sozialem Geiste erfüllt werde. Verfünffachung der Mitgliederzahl. 250 000 Mitglieder bei den Gemeindearbeitern. Der Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter hat in diesem Jahre schon pieder einen ganz bedeutenden Aufschwung seiner Mitgliederbewegung zu verzeichnen. Bom 1. Januar bis zum 1. Dr. ❘tober hat er 22 346 Mitglieder gewonnen, so daß er jetzt insgesamt 250 868 Mitglieder hat. Im Durchschnitt stießen zur Organisation pro Quartal 7448 neue Mitglieder. Der prozentual größte Bumahs entfällt auf die m'e i b Lichen Mitglieder, deren. Bestand sich seit dem Jahresanjang um 11,2 Broz gegenüber 9,5 Proz. bei den Männern erhöht hat. Von Der Gesamtmitgliedschaft sind 39 215. oder 15,7 Pro3. Frauen. Den preußen mit 21,5 Proz. auf. Ihm folgen der Wirtschaftsbezirk Schlesien mit 9,5 Proz. und der Wirtschaftsbezirk Baden mit 9 Proz Die absolut größte Mitgliederzunahme hat der Wirts schaftsbezirk Berlin mit 5489 oder 7,7 Proz. Diese erfreuliche Entwicklung ist um so bemerkenswerter, menn man berücksichtigt, daß der Gemeinde- und Staatsarbeiterverband im Jahresdurchschnitt 1913 erst rund 53 000 Mitglieder hatte. Diejs Berfünffachung der Mitgliederzahl ist im wesentlichen auf die Des mofratifierung der Gemeindeverwaltungen zurückzuführen, in denen vor dem Kriege noch die politisch und sozial reaktionären Hausbe sitzer herrschten. Wilhelm Stähr zum 60. Geburtstag. Am 31. Oktober vollendet Wilhelm Stähr, Borsigender des Allgemeinen freien Angestelltenbundes, fein 60. Lebensjahr. Schen frühzeitig gewerkschaftlich und politisch organisiert, hat er nahezu ein Lebensalter sein ganzes können der deutschen Arbeiter und Angestelltenbewegung zur Verfügung gestellt. Von Beruf Metall arbeiter und später Werfmeister und Betriebsleiter, wurde er nach jahrzehntelanger ehrenamtlicher Lätigkeit in der Gewerkschaftsbewegung, insbesondere im Deutschen Wertmeister Verband, auf dem ersten Düsseldorfer AfA- Gewerkschaftskongreß zum Bundesvors sigenden gewählt. Diese Tätigkeit übt er noch heute aus. Wenn der DWV. als die älteste Organisation des AfA- Bundes in seiner gewerkschaftlichen Entwicklung den richtigen Weg aus den früheren patriarchalischen Betriebsverhältnissen zum modernen. Großbetriebe gefunden hat, so gehört Stähr dabei zu den ente schloffenen Führern des DWV. Als es galt, im DWB. die große Einreihung in die gewertschaftliche Einheits. front durchzusetzen, stand er in vorderster Reihe. So hat der Jubilar fich große Verdienste um die deutsche Wertmeisterbewegung, aber auch um die gesamte freige wertschaftliche Angestelltenbewegung, er worben. An seinem 60. Geburtstage gedenken die freigewerkschaft. lichen Angestellten seiner besonders. Sie übermitteln ihm herzliche Wünsche für die Zukunft. Die Spartaffe der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamtes .- G. Berlin, Wallstr. 65, ist täglich mit Ausnahme von Sonnabend Don 9-3 Uhr und 4-6 Uhr, Sonnabends von 9-1 Uhr geöffnet. Freie Gewerkschafts- Jugend Groß- Berlin Heute, Mittwoch, 19% Uhr, tagen die Gruppen: Rordkreis: Jugendo heim, Zehdenider Str. 24-25. Kreismitgliederversammlung. Bortrag: ,, Gewerkschaftliche und politische Jugendbewegung". Bentrum: Gruppenheim, Jugendheim, Zehdenicker Str. 24-25. Wir besuchen die Kreise mitgliederversammlung. Beißensee: Gruppenheim, Beißensee, Barkstr. 36. Wir sind auf der Kreismitgliederversammlung. Der Gruppenabend ist ge schlossen. Baumschulenweg: Gruppenheim, Jugendheim, Ernststr. 16. Ause spracheabend: Boltswirtschaftliche Blaudereien". Neukölln: Gruppenheim, Jugendheim, Bergstr. 29( of). Literarischer Abend. Eoziale Dichtung. Süden, Südwesten: Gruppenheim, Städt. Jugendheim, Yordstr. 11( Fabrik gebäude). Sputabend: Rommt her zu uns alle wir lehren euch das Gruseln". Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten Heute, Mittwoch, finden folgende Beranstaltungen statt: Often: Jugende heim der Schule Litauer Str. 18. Bortrag: Altohol und Nikotin". Referent: Werner Deder. Stralau: Jugendheim der Schule Goßlerfit. 61. Bortrag: Die Seelenverfassung des Jugendlichen". Referent: Arthur Room, Gesundbrunnen: Jugendheim, Schönstedtstr. 1( Ledigenheim). Porirag: Rund um den Edhund". Referent: Trommler.- Reufälln: Jugendheim, Böhe mische Str. 1-4. Bortrag: Der Lehrling bei der Berufsarbeit", Referent: Eschbach. Spandau: Jugendheim, Lindenufer 1. Berufstundlicher Abend: Betriebsstatistiken". Suboft- Treptow: Jugendheim, Wrangelstr. 128. Bor trag: Fahne und Gesinnung". Referent: Otto Lamm. 307 D 30 ih A328 it d ro 90 fe 97 Aufden ersten Blick erkennen Sie den " guten MANES- Mantel" guter Sitz, flotter Schnitt, gediegene Stoffe. Winter- Ulster 46oder mod. Ueberkaro... Winter- Ulster 2 reihige Form mit Rundgurt, einfarbig Winter- Ulster 59. Flotter Straßen- Mantel, weite moderne Form Hitäten, mit flotter Abseite Winter- ster Form wie Abbildung, in guten QuaGEBR. Schönebg., Hauptstr. 10 Ecke Vorbergstraße Brunnenstr. 111 Ecke Voltastraße mit Rücken- od. Rundgurt, abgesteppt, Kunstseidenfutter, ANES 69. 33 31 23 11 C 332 区 9 2 d 83 fo I Chausseestr. 63 Ecke Liesenstraße 9 g g 3 Brückenstr. 11 D f S I b Ecke Rungestraße Fabisch& Co. Inh. Gebrüder MANES Nur Rosenthaler Straße 3, Ecke Linienstraße. « Mittwoch 31. Oktober 1928 Unterhaltung uns ÄAissen Vellage des Vorwärts Prärie. Don A. Dichord-ttämpfer. Jgnacio war b«trogen. Das stand fest. Weil er dem Farmer en Wechsel nicht bezahlen tcmrrt«, verlor er Haus und Hof, seinen Iancho. Um 400 Pesos. „Herr", sagte er und seine Stimme zitterte,„Herr, könnt ihr * ficht warten?" Der Amerikaner lacht«:„Warten, Ignacio? Dein Rancho ist i nein, willst du arbeiten als Knecht, so kannst du bleiben." 1 1„tjcrr," sagte der Indianer und sah scheu zu Boden,„der Rancho P st mehr wert als 400 Pesos." Da sprang der Farmer auf und schlug dröhnend mit der Faust aus n Tisch.„Du lügst, Bursche, nichts ist er wert, nicht die Halste." r wies ihm höhnisch die Tür,„al diablo, zum Teufel!" Der Indio drehte zögernd den breitrandigen Sombrero in den änden und ging. In der Tür blieb er stehen und wandte sich noch- Is zurück.„Que le vaya bien, scnor, möge es Ihnen gut gehen." Ignacio nahm Frau und Kinder und die Hund« mit und die ula. Bon der Mula trennte er sich nie, er ritt sie setzt den vierten ommer. Die Frau trug die Strohmatten und Töpse, Mais und ofjnen. So zogen sie nach La Redondo. Am Fluh der tausend elen machten sie frühzeitig Rast und bauten das Lager für die cht. Bollmond log über Stepp« und Urwald. Sie saßen schweigsam stn Feuer, starrten dumpf in die knisternde Glut. Und die Frau fragte:„Wann wird er sterben, Ignacio?" Der Mann sah auf.„Roch heute nacht, Luisa, noch eh« der Äond uns verläßt." „Ich will es sehen, Ignacio!" Er nickte:„Du sollst es!" * Der Hausherr am Fenster sah prüfend auf die nächtliche Prärie. Die in der Wildnis geschärften Sinne witterten die Gefahr. Erschreckt Zog er die Luft durch die Nase. Feuer, denkt er und schon dröhnt ihm, noch fern, aber mit rasender Geschwindigkeit näher kommend, das Stampfen fliehender Rinderherden an das Ohr. „Feuer," brüllen die Diener,„Feuer," schreit seine Frau und stürzt aschsahl im Gesicht in sein Zimmer, und Feuer sieht er. so weit das Auge reicht eine riesige, flammende Feuerwalze. Brennende Steppe. Und die Koppel ist leer. Im Scheine der Flammen sieht er die liehenden Cowboys auf den Rücken der Pferde. Zu spät für ihn. Fliehen, laulen, lausen um das Leben. Es gilt den Fluß zu er» reichen, den Fluß der tausend Seelen. Der Wind treibt, peitscht das Feuer vor sich her. Qualm, Asche, Milliarden kleiner Moskitos, die sich tu Mund. Ohren und Nase etzen, begleiten es. Die rote Walze rast, springt. Im Rücken den Tod, laufen Farmer und Weib um ihr Leben. Da schlägt der Husjchlag emes Pferdes an ihre Ohren, ein Reiter hält auf sie zu. .�Ignacio," brüllt der Farmer und schwingt ein Bündel mit ?!oten in der rechten, tausend Dollar für dein Pferd." Der Indio lacht.„ AI diablo, keift er zurück und sein« schrill« Tttmm« übertönt das Prasieln des Feuers. „Zwei-, dreitausend Dollar, Ignacio," brüllt der Farmer. „Al diablo, al diablo!" Der Pankee schreit auf vor Wut und stürzt sich aus den Retter. Doch ein Schenkeldruck und er springt hohnlachend davon, der Farmer greift ins Leere stolpert und sällt. Wie eine Katze stürzt sich der Indio auf die weiße Frau, zerrt sie Zu sich auf den Rücken des Maultiers. „Lauf, Freundchcn, lauf," höhnt er, aus seinen Augen leuchtet Wahnsinn. Er spielt mit dem Weißen, wie die Kotze mit der Maus. Und der Farmer taumelt ihm nach. Todesangst verzerrt sein« Züge. Ignacio," brüllh er heiser,„mein Weib und mein Geld für niein Leben." Der Indio lacht, lacht, locht. Da springt Luisas gespenstiger Schotten an seine Seit«, reißt ihm die bewußttose Frau aus dem Sattel..�hol' du den Mann," überkreischt sie dos Lärmen des Brandes und rast zurück zu dem Fluß. Mit der Frau in den Armen. Und Ignacio gehorcht. Er haut der zitternden Mula die Sporen in die Flanken, häll aus das Feuer zu. hebt den Erschöpften vom Boden und sprengt mit ihm zurück. Sekunden später frißt die Feuerwalze die letzten Meter diesseits des Flusses. » Am nächsten Morgen fing Ignacio mit dem Farmer dos flüchtig« Vieh wieder ein. Der Brand war erloschen. Aus der Feuerstelle baute er seinen alten Rancho wieder aus. Der Schaden war nicht groß, denn Häuser in den Tropen sind schnell und leicht gebaut. Der Farmer hat weiß« Haare bekommen und kürzlich hat er verkauft, lebt jetzt in den Staaten. Auch Ignacio ist kein Schwätzer und hütet dos Geheimnis der Schreckensnacht vom Fluß der tausend Seelen. Aber Luisa erzählt« mir dies, denn Frauen können nicht schweigen. Und als ich sie fragte:„Weshalb hast du sie gerettet?" sagte sie— und ich finde die Antwort fast klassisch—.dreitausend Dollar, Senor, sind mehr wert, als«in toter Pankee." Ich mußte ihr recht geben. Sie kann nicht lesen und schreiben, aber logisch und richtig ist chre Rechnung. Die 600«jährige Mumie. Ausgrabungen in Abrahams Heimat. Di« Erpedition d«r Universität Pennsylvanien und des Britischen Museums hat in der alten Stadt Ur in Chaldäa Ausgrabungen gemacht in einem 3000 Jahre alten Königsgrab. das dort entdeckt worden war. Das Britische Museum verösfentticht eine» Beriihr über dos Ergebnis dieser Ausgrabung. Man hatte zwei Königs- z grübet entdeckt. Das Grab des Königs war bereits ausgeplündert, so daß man seinen Namen bisher nicht mehr seststcllen konnte. Dagegen war dos Grab der Königin noch mwersehrt. Man fand darin die Mumie, die mindestens aus das Jahr 4000 o. Ehr. zurück- dottert worden muß. Der Name der Königin ist Sdub Adi. Man fand in dem Grab zwei kostbare Kronen, die aus goldenen Bändern, Edelsteinen mit Muscheln und Lapislozulioerzierungen bestanden. Die Königin war mit kostbarer Kleidung und wertvollem Schmuck beigesetzt. Sie trug«ine große Perücke, die von Girlanden ans Golddraht umgeben war. Heber der Stir» lag eine Goldplatte, Oer Husmann-Prozeß. psychologische Betrachtungen von Dr. med. et phil. Paul Plaut, Berlin. Der Zufall hat es gewollt, daß sich das Interesie im Essener Schülermordprozeß von Anfang an weniger auf den Angeklagten als aus die Aussagen der Zeugen richtete, und diesem Umstand verdankt die wisienschastlich psychologische Forschung einen außer- ordentlich wertvollen Beitrog zum Problem der Aussage von Erwachsenen. Dies« Bereicherung an Erkenntnissen ist umso beachtlicher, als man der Psychologie nicht ganz mit Unrecht zum Vorwurf macht, sie betreibe zu stark die Psychologie des Kindes und Jugendlichen und bekümmere sich zu wenig um die des er- wachsenen Menschen. Tatsächlich drehen sich denn auch fast sämt- lich« Arbeiten zum Problem der Zeugenaussagen um Kinder und Jugendliche, und zwar derart, daß man zu beweisen sucht«, die Kinder seien schlecht« und unzuverlässige Zeugen, ihrer Aussage könne nicht die Bedeutung und Beweiskraft solcher von Erwachsenen zukommen. Es tonn kein Zweifel darüber herrschen, daß tatsächlich Kinder- aussagen immer mit größter Vorsicht begegnet werden muß, nament- lich dort, wo Kinder in Sittlichkeitsprozesien oft als die einzigen Belastungszeugen austreten, also folgenschwer« Aussogen zu machen haben. Das Kind, und auch der Jugendliche, ist oft nicht in der Lage, Ettebtes von bloß Gehörtem»der bloß Gesehenem zu unter- scheiden: durch gehäufte und unsachgemäße Vernehmun- gen, namentlich von Polizeibcamten, durch Bseinslussungen und Erzählungen der Eltern, Mitschüler usw. kann es sich allmählich so in eine einmal gemachte falsche Aussage verrennen, daß es schließlich von ihrer.Wahrheit' überzeugt ist und auch vor Gericht «inen überzeugenden Eindruck macht. Trotzdem wird kein Richter der Kinderaussag« ollein«ine ausschlaggebende Bedeutung zukam- men lassen, besonders dort nicht, wo Berührungen, Zärtlichkeiten usw. zu verschiedenen Deutungen Anlaß geben konnten und wo namentlich das pubertierende Kind diese an sich harmlosen Berührungen scxualisiert und phantastisch auslegt. Daß man aber trotzdem nicht das Recht hat, Kinder schlechthin als Zeugen ab- zulehnen und ihnen eine besondere Lügenhaftigkeit ober«ine mangelhaste Aussagefähigteit zuzuschreiben, hat der Essener Prozeß mit oller Deutlichkeit und in geradezu grotesker Form bewiesen. Der Husmann-Prozeß hat nach dieser Richtung«ine Zeugen- Typologie herausgearbeitet, wie man sie sich besser nicht denken kann. Da Haben wir zunächst die Gruppe der Kriminalisten, von denen man annehmen sollte, daß ihre Beobachtungs-, Erinne- rungs- und AuzsagesäHigkeit durch die gewohnte Arbeit besonders ausgebildet sei und grobe Fehler nicht vorkommen dürften: gerade das Gegenteil hat sich herausgestellt. In den wesentlichsten Punkten widersprechen sich die Aussagen der Kommissare, die zusammen gearbeitet haben. So behauptet der Kommissar Klingel- möllcr:.Bei der Haussuchung im Haus« der Pflegeeltern Hus- manns setzte sich der Angeklagte, als ich ihn nach idem Verbleib feines Messers fragte, an den Schreibtisch und zeigte mir«ine Notiz auf einem Kalenderblock, die auf«nen Diebesalarm in der Nacht vom 19. zum 20. März Bezug hatte. Er erklärt« mir, daß er damals das Messer verloren habe. Es fiel mir auf, daß der Angeklagte fo schnell mit dieser Antwort bei der Hand war."— Gerade das Gegenteil sagt der KriminalasMent Achenbach aus: .Husmann begann das Messer, als er danach gefragt wurde, auf dem Schreibtisch zu suchen und fand es nicht. Vielleicht ist es in der Küche, sagt« er dann. Jetzt erst besann er sich und dann fiel ihm der Diebesolarm ein, und dann erst zeigt« er die Kalender- notiz."— Bei der Gegenüberstellung dieser beiden Zeugen sagt der erste:„Ich muß aus meiner Darstellung beharren", der letzte: .Mein Gedächtnis ist ganz frisch. Ich weiß es ganz genau, daß es so war".— Don den Schuhen hatte der eine behauptet, sie seien naß, sauber und schwer, der andere: sie seien trocken und schmutzig gewesen. Von wetteren Zeugen werden dazu weitere Varianten angegeben. Schließlich hatte der erstgenannte Kommissar angegeben, den Angeklagten genau gefragt zu hoben, ob er sein Tascheittuch vorweisen könne, der ander« sogt hingegen aus, der Kommissar habe zunächst gefragt, ob das Blut am Mantel vom Nasenbluten herrühre. Da diese Widersprüche nicht geklärt werden können, verlieren die Aussagen jede sichere Beweiskraft. Zur zweiten Zeugengruppe gehören der Arzt, die Tele- phonistin und die Lehrer, wenn man van den nächsibe- tettigten Angehörigen ganz absieht. Der Arzt hatte behaupiet, er habe sich gewundert, wie schnell der Angeklagte nach seinem Anruf ans Telephon gekommen fei: ferner habe der Angeklagt« chm da- bei nur«ine kurze Antwort gegeben. Die Telephonistin, die die Verbindung hergestellt Hot und sich genau an die Vorgänge er- innert, weist nach, daß die Verbindung überhaupt nicht gleich her- gestellt werden konnte, da der Teilnehmer nicht gleich an den Appo- rat gekommen sei. Ferner gibt ein Richter an, der Arzt habe sich ihm gegenüber dahin geäußert, Husmann sei am Apparat völlig überrascht gewesen und hätte gesagt:.Was? Wirklich? Nicht mög- lich!", worauf dcr Arzt ihm habe mehrfach sogen müssen, Daube sei ermordet worden. Noch unsicherer und zwiespältiger sind die Aussagen der Lehrer. So betont der eine, Husmann sei ein stets höslichcr und liebens- würdiger Mensch gewesen, von„Augendienerei" sei keine Rede. Ein zweiter betont zwar ebenfalls diese Liebenswürdigkeit, sieht in ihr ober gerade einen unsympathischen Zug. Dieser Zeuge hat auch angegeben, seinem.Eindruck" nach sei Husmann nur deshalb ins Schülerorchester«ingetreten, um mit Daube zusanmiensein zu können. Demgegenüber weist der Angeklagte»och, schon längst vor Daube dort eingetreten zu sein. Ein Dritter hat von einer geringsügigen sexuellen Entgleisung des Angeklagten gehört: er weiß ober nichts Bestimmtes darüber anzugeben. Trotzdem hat er dieses vage Gc- rücht sofort bei der Kriminalpolizei zu Protokoll gegeben. Ein Sonderkapitel für sich bilden die Gymnasiasten und Studenten. Sie gehören zum Teil einem Vibelkrönzchcn an, um später Theologie, Jura usw. zu studieren und Verbindungen mit Keuschheitsprinzip beizutreten. Für die Studentenzeit bc- retten sie sich im Trinken gemeinsam mit ihrem Direktor aus der Eifelfahrt vor, trinken auch sonst in den Glodbccker und Bottroper Kneipen. Ein Zeuge, Student der— Rechtswissenschast, macht bei der Voruntersuchung eine den Angeklagten belastende Aussage: i» der Hauptverhandlung widerruft er diese nicht nur, sondern muß auch zugeben, ausgeschnitten und aus Wichligtuerei seine Aussage gemacht zu haben. Ein anderer, der vor der Polizei mit positiver Sicherheit den Angeklagten als völlig anormalen, vcr- logenen Menschen bezeichnet hatte, muß jetzt zugeben, dieses Urteil nur aus seiner Beschästigung mit.Gesichtsdiagnosen" hergeleitet zu haben: außerdem habe Husmann, als ihm einmal vorgeworfen worden sei, in dcr Schule Zoten gerissen zu haben, so getan, als ob er es nicht gewesen sei. Ein anderer gab an, Husmann habe seine Mitschüler unsittlich geboxt: jetzt bestreitet er diese Aus- legung. Zur ollgemeinen Charakteristik der Zeugenaussagen im Hus- mann-Prozeß mögen schon dies« wenigen Beispiele genügen. Sis beweisen aus das schlagendste, daß von einer besonderen Zu» verlässigkeit erwachsener Zeugenaussagen im Gegensatz zu den Aussagen von Kindern nicht die Rede sein kann. Alle diese Erwachsenen haben höchstens wie Kinder ausgesagt, ebenso Mangel- hast, nur mit dcm Uitterschicde, daß es sich bei den Erwqchsenen, ganz abgesehen von den geschulten Kriminalisten, um gebildet« Menschen handelt. Aber noch nach einer anderen Richtung sind alle diese Aussagen bemerkenswert. Wenn man sich die berechtigt« und notwendig« Frage vorlegt, wie die Aussagen entstanden sind. so muß man auch hier wieder die alle Erfahrung machen, welche unselig« Rolle die polizeilichen Protokolle gespielt haben. Daß von den Beimtcn Suggestivfragen gestellt worden sind, d. h.. daß den Zeugen die Täterschast Husmanns sofort suggeriert war- den ist, muh nach den Aussagen der Zeugen als bewiesen ange- nommen werden. Zweisellos waren die Kommissare von Anfang an selber von einer Ueberführung überzeugt und diese Ueber- führung verpflanzten sie nicht allein auf die Zeugen, sondern von hier aus wurde die gesamte Atmosphäre nach einer Richtung hin geleitet und spezifisch gefärbt. Hier haben wir auch die psychologische Wurzel der Unzuver- lässigkeit von Zeugenaussagen. Sie resultiert nicht immer aus mangelhafter Erinnerungs- oder Beobachtungsfähigkeit: sie resul- tiert viel häufiger aus der Tatsach«, daß jede Sensation, die meist im Gefolge von Sittlichkeitsprozessen wahrzunehmen ist, mit rapider Schnelligkeit den eigentlichen Totbestand verschrvimmen läßt lind sich dafür dort verdichtet, wo das Interessante, Geheim- nisvoll« zu finden ist. Kein Wunder, wenn im Husmann-Prozeß die Perfon des Ermordeten so ganz im Hintergrunde oerfchwun- den ist, im wesentlichen auch die Person des Angeklagten nichts Sensationelles mehr bot, sondern sich das ganze Interesse auf das Leben und Treiben in diesem Milieu heutiger Gymnasiasten und Studenten konzentrierte. die mit Edelsteinen verziert war. Um den Hals war eine eng« Kette geschlungen mit herrlicher Intorsienarbeit. An den Knien trug sie Strumpfbänder von reinem Golde. 10 golden« Ringe deckten den Arm. Ein Umhang, der vollständig mit Edelsteinen besetzt war, wurde ebenfalls in dem Grabe gefunden, daneben goldene und silberne Toilettengegenstände. Di« seltsamsten Entdcckun??» machte man jedoch beim Betreten der Gröber. Auf dem ZLeq zum Grab« lagen die Leichen von 6 Soldaten der königlichen Garde. Di« Kupserhelme, die sie trugen, waren zertrümmert und die Schädel eingeschlagen. Ebenso fand man im Grob« selbst nicht weniger als 50 Leichen, die wahrscheinlich der Dienersche.st der Fürstin angehörten. Während auf der einen Seite die Männer lagen, die Dollhe neben sich, fand man am Fuß- ende des Grobes die vornehmsten Haremsfrauen. All? waren in kostbar« Gewänder gekleidet, und neden ihnen standen Muscheln mit Schminke und Salb«. Zu Häupten der Königin lagen die Leichen ihrer Hofdomen. Dieser seltsame Leichenfund ist bisher noch unge- klärt. Man nimmt zwar an, daß man die Wachen an der Stelle, an dcr sie dos Grab des Königs bewachten, erschlug, damit sie als Sdrildrvachc bei den Toten blieben. Eigenartig aber ist, daß das Grab des Königs, der onenbar vor der Königin verstorben ist, völlig ausgeplündert wurde. Der Leiter der Expedition, Leonliard Wooley, vermutet, daß beim Tode der Königin die Leidtragenden in die Gruft des Königs eingedrungen seien und diese entweiht und ge- plündert hatte». Aber selbst bei dieser uches« Ist es noch unnerstärrd- lich, worum«ine so große Zahl aus dem Gefolge der König!» tot am Grabe gefunden wurde. Der Grabraum ist so groß, daß man darin zwei schwere vier- rädrige Holzwagen fand, die von Ochsen gezogen werden, deren Zügel und Zaumzeug aus reich verziertem.Silber besteht. Ebenso wurde ein Mernes Ruderboot, gesunden mit der völligen Ausrüstung an Ztuden..-_...____... Stottern durch Hypnose geheilt. Das Stottern ist nicht auf krankhast« anatomisclx Deränd-evungen von Organen, sondern aus eine Sprechneurose zurückzuführen, aus Krämpfe beim Beginn von Sätzen und Silben, die in der Sprech-, Zwerchfell- und Rippenmuskulatur auftreten. Die Ursach« ist oft ein jäher Schreck in der frühen Jugend, Kopfverletzungen, Jnfektio- nen und Bergiftungen. manchmal kann man aber gar keine Ursache nachweisen. Die Heilung erfolgt durch Sprechübungen, neuerdings in viel schnellerer Weif« durch Hypnose. Sie wurde schon von Ringier und Wetterstrand benutzt. Wetterstrand erzielte hierbei 31 Prozent Heilungen und 40 Prozent Besserungen. Neuerdings hat, wie in der„Medizinischen Welt" mitgeteill wird, I. Donath in Budapest dieses Bersahren wieder aufgenommen. Cr beschreibt in der erwähnten Zeitschrist einige geheilt« Fälle. Ein dreisähriacr Knabe war über das unbändige Lachen seines Großvaters sehr erschrocken, und begann dann immer mehr.zu stottern. Als drei- zehnjähriger Realschüler wurde er der Behandlung durch Hypnosa zugeführt und das Leiden in zehn Sitz-mgen gebeilt. Es wurde ihm suggeriert, daß er ohne Angst zu Beginn eines Satzes tief ein- atmen und langsam ohne Stottern sprechen werde. Schon nach acht Monaten konnte der Junge als geheilt«ine össenttiche Lehranstalt besuchen. In einem anderen Fall war ein neunimdzwanzigjähriger Bergarbeiter mit einer Peitsche über den.Kopf geichlaqen worden. Er war lange bewußtlos und begann nach dem Erwad>en mit dem Stottern. Wahrsrbrinlich war im Gehirn eine Blutung erfolgt, denn es zeigten sich mehrmals Körperl römpse. Er mnrde in ähnlicher Weife behandelt und konnte nach drei Tagen als geheilt entlassen werden. Die Behandlung ist um so erfolgreicher, je früher sie «rsolgt: auch können während der Hypnose Erinnerungen an di« Eittstehungsursache hervorgerufen werden. Weltrekord des Kartosselertrages. Anläßlich einer landwirt- schostlichen Ausstellung in Goinsborugh in der englischen Grafschaft Lincoln erhiett der Pächter Allison einen ersten Preis in der Ab- tctlung für Kartosfelzucht. Er hatte mit einem Saatgut von einem Pfund 490 Pfund Kartoffeln erhalten, ein« Leistung, die man als einen Weltrekord ansteht. Vormarsch der Sozialdemokratie in der Kommune. Zu einem bedeutsamen Erfolg wurde die Werbeaktion des Werbeausschusses der SPD. im Bezirksamt Friedrichs hain 3ahlreiche Reuaufnahmen für die Partei fonnten in den Kreisen der Beamten, Angestellten und Arbeiter gemacht werden. Eine überfüllte Werbeversam m= Iung in den Comenius- Festsälen sah mehr denn ein Biertel aller Beschäftigten im Bezirksamt Friedrichshain versammelt. Bezirksbürgermeister Genosse Mieli sfizzierte in einem tiefgründigen Referat die Linie der wirtschaftlichen Entwicklung aus der Zeit der handwerksmäßigen Produktion über Manufaktur und Fabriffyftem bis zur Vertruſtung der Industrie in der Gegenwart. Zugleich mit der Entwicklung der proletarischen Klasse gab er einen Ueberblick über den Siegeszug der sozialistischen Idee. Unser Streben ist feine Schlagwortpolitif, wie es uns die Gegner intmer vorwerfen. Die Berechtigung der Internationale wird durch die Entwicklung der Weltwirtschaft, durch den Kampf um den Acht stundentag, durch die Aufgaben des Internationalen Arbeitsamts in Genf erwiesen. Drohende Kriege müssen unbedingt verhindert werden. Selbft die Lohnverhältnisse drängen nach internationaler Regelung. Völlig falsch wird auch die Frage der Sozialisierung gewöhnlich betrachtet. Den in der Kommune Tätigen wird schon durch die Erfolge der Kommunalisierung ein Begriff vom Wert solcher wirtschaftlichen Umstellungen gegeben. Auch in der fapitalistischen Wirtschaft ist die private Initiative längst beseitigt. In Aktiengesells haften und Trusts wirken sich Kräfte aus, die den einzelnen völlig ausschalten. 63 Broz. des. deutschen Aktienkapitals steden in Großunter nehmungen. Die Baustoffindustrie schädigt mit der Berteue rung des Wohnungsbaues direkt die Volksgefundheit. Es ist höchste Zeit, daß die Macht der Industrieberren gebrochen wird. Zwei Milliarden jährlicher Dividenden tönn. ten im Interesse des Volksganzen bedeutend bessere Berwendung finden. Sozialisierung aber ist höchste Einflußnahme des Staates und der Demokratie auf die Wirtschaft. Die Sozialdemokratie sucht damit die soziale Lage der schlechtgestellten Bolksschichten ständig zu heben. Die anderen Parteien stehen diesem Streben meist fern. Der Stahlhelm ist durch seine letzten Rundgebungen offen als republiffeindliche Organisation aufgetreten. Kein Beamter tann seine Zugehörigkeit zum Stahlhelm mit dem Treueid zur Republik vereinen. Aehnlich steht es mit den Deutschnationalen unter Hugenberg. Auf der anderen Seite zeigen sich die Rommunisten als wahre Arbeiterfeinde. Deshalb sollten fich Beamie, Angestellte und Arbeiter zur gemeinsamen Tätigkeit in der Sozialdemokratie für Kultur, Frieden und Berständigung und gegen den Krieg vereinen. Eine lebhafte Aussprache unter strich die treffenden Ausführungen. Auch diese Versammlung wurde zu einem vollen Erfolg für die Sozialdemokratie. Zum Abschluß der Berbewoche hatte das Frauen fetretariat am Sonntag nachmittag in der Stadthalle in der Klosterstraße eine Feierstunde veranstaltet. Der überaus starte Besuch der Beranstaltung bemies, daß auch diese Neuerima geeignet ift, größere Kreise heranzuziehen. Das Programm war sehr glid lich zusammengestellt. Mit viel Bergnügen hörte man den Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik sind Berlin B68, Eindeuftraße 3, Jungen Chor", der besonders mit seinen sozialistischen Gesängen großen Beifall erntete. Auch der übrige fünstlerische Teil, Rezitationen und Trios für drei Celfis, war bei Wolfgang Heinz und dem Liebermann- Trio in guten Händen. Die Reichstagsabge ordnete Genoffin Klara Bohm- Schuh verstand es, in ihrer Ansprache auch Außenstehende von der fieghaften Kraft des Sozialismus zu überzeugen. Sie führte aus, daß der Sozialismus troh des heldenhaften Mats unserer Borfämpfer sich nie hätte entfalten können, menn er nicht das gewesen wäre, wonach sich die Menschheit von je gefehnt hat. Wir fämpfen für beffere Lebens. bedingungen eines jeden einzelnen, um dadurch den fulturellen Aufstieg aller zu ermöglichen. Bon 11½ Millionen erwerbs. tätigen Frauen sind heute er st 1 ½ millionen gemertDie staatliche fchaftlich und politisch organisiert. Gleichberechtigung hat der 9. November 1918 den Frauen gebracht, die wirtschaftliche Gleichberechtigung erstrebt als einzige die Sozialdemokratie. 3% Millionen Frauen sind noch neben ihrer Berufstätigteit Hausfrauen. Sie sollen unter solchen Arbeitsbedingungen arbeiten, daß die Arbeit zur Freude wird. Die Rednerin schloß mit einem flammenden Aufruf an die Frauen, mitzufämpfen, damit sie zu dem Recht tommen, das ihnen zusteht. Mit einem Hoch auf die völferbefreiende internationale Sozialdemokratie schloß diese eindrucksvolle Frauenfeierstunde, bei der übrigens auch viele Männer anwesend waren. * Für den 13. Kreis gab es feine bessene Gelegenheit, um seine Kreisstandarte zu weihen, als die Feier der 50. Wiederkehr des Sozialistengefeges. Vormittags 10% Uhr begann die Feier, umrahmt von den Gesängen des Bolfschors Tempelhof- Mariendorf. Genosse Hagedorn sprach den Brolog. Darauf ergriff der Kreisleiter, Genosse Hille, das Wort zu einer furzen Ansprache, die Bedeutung des Tages fennzeichnend. Auch dankte er den Genossinnen und Genossen, welche mit fleißigen Händen am Werden der Standarte mitgearbeitet haben. Nachdem die legten Töne des Liedes„ Brüder zur Sonne, zur Freiheit" verflungen, bestieg der alte Kämpe Adolf Hoffmann, mit starkem Beifall begrüßt, die Bühne, um die neue Standarte zu weihen. Mit eine drucksvollen Worten, Begeisterung erweckend, gab er dem Wunsche Ausdrud, daß diese Standarte das Symbol sein möge, die Genossen des 13. Kreises zu immer neuer raftloser Arbeit anzuspornen, um auch ihrerseits zur Verwirklichung des Sozialismus beizutragen. Darauf wurde von der 87. und 88. Abteilung je ein Fahnenband überreicht. Der Festversammlung wurde ein vom Bezirks vorstand eingegangenes, mit Künstler und Lidtte unterzeichnetes Glückwunschtelegramm bekanntgegeben. Genosse Hans Schlüter gelobte im Namen der Jugend, im Sinne der Alten weiterzuarbeiten. Zum Schluß wurde der Film Im Anfang war das Wort" mit Schallplattenübertragung auf dem Lautsprecher vorgeführt. Ein stattlicher Demonstrationszug mit Musikkapelle und der neuen Standarte sowie einer großen Anzahl roter Fahnen bewegte fich anschließend durch Mariendorf und Tempelhof nach dem llnter. grundbahnhof Flughafen. Von hier aus ging es per Sonderzug zur Franzöfifchen Straße, um zur großen Demonstration im Lust garten zu gelangen. für Groß- Berlin Oeffentliche Kundgebung frets an das Bezirksjefretariat 2. Sof, 2 Trep. rechts. zu richten. 9. Kreis Bilmersdorf. Dounerstag, 1. Rovember, 20 Uhr, im Kreismitgliederversammlung. Bittoriagarten, Wilhelmsaue 114-115, Bortrag: Die Stellung der Sozialdemokratie zur Reichsmehe". Referent: Bolizeinberft a. D. Dr. Serinenn Schüginger. Buchkontrolle. Mitglieds. buch legitimiert. 20. Rreis Reinidendorf, Sozialdemokratische Elternbeiräte. Donnerstag, 1. No. nember, Sigung ber Elternbeiräte um 19% Uhr im Kleinen Sigungsfaal bes Rathauses Bittenau, Tagesordnung: Die Schulpoliti! bes 20. Bezirks. Referent: Stabtrat Sente, Distusfion, Berschiedenes. Unsere Begirlsfrattion fowie die fozialistischen Lehrer bes Bezirks werden hiermit eingeladen. Mit. gliebsbuch mitbringen. Heute, Mittwoch, 31. Oktober: 24. Abt. Unfer Genosse, der Raffierer Ragrobsti, hat megen Arbeitsüberlastung in feinem Berufe fein Amt niederlegen müssen als Raffierer. Die Geschäfte führt bis auf weiteres der Genoffe Gustav Erler, Chodowieckistr. 17, Portal I, ptr. In allen Rassenangelegenheiten wollen sich die Gruppen. und Bezirkstaffierer an diesen wenden. 38. Abt. Bon 18-20 2hr bei Bartusch, Frieben fir, 88, Bühnenübungsstunde für die Weihnachtsfeier. Alle parteigenössischen Rinder im Alter von 6 bis 14 Jahren finden sich dort ein. Die Bezirksführer helfen etwas nach. 105. Abt. blershof. 191 Uhr im golal Schmidtbaner, Bismardstr. 74, außer ordentliche Mitgliederversammlung. Die Reichsbannergenossen sowie die Sosialistische Arbeiterjugend find befonders dazu eingeladen. 110. Ast. Ginau. Achtung! 20 he bei Seimann, Waltersdorfer Str. 100, Gründungsversammlung der Freien Turnerschaft, Freunde und Intereffierte sind eingeladen. Morgen, Donnerstag, 1. November: 10. Abt. Beamtenversammlung 19% Uhr im Schultheiß- Bazenhofer, Turm straße 25, Blauer Gaal. Eintritt gegen Parteibuch oder besonderer Eintrittsfarte. Referent: Albert Faltenberg, MDR. 13. Abt. 19 Uhr im Schulheiß- Bazenhofer, Turmftr. 25, Blauer Goal, Beaurtenversammlung. Vortrag des Genossen Albert Faltenberg, Md., über: Was hat die Republik den Beamten gebracht?" Parteigenossen und Sympathisierende sind herzlichst eingeladen. 33. Abt. Die Funktionärsigung findet erst am Mittwoch, 7. November, flatt. 90. Tut. Reutälln. 19% Uhr in der Aula des Realgymnasiums, Sailer Fricbrich- Straße 210, Abteilungsversammlung. Bortrag: Aus fozialistisch gefeglicher Beil". Referent: Laubtagsabgeordneter Abolph Hoffmann. Mitglieber anderer Abteilungen fomic Sympathifierende und Borwärtslesez find herzlichst eingeladen. 32. Abt. Connabend, 3. November, 17 Uhr, Besichtigung der Bormärts- Buch bruderet. Sämtliche Genossinnen und Genossen werden gebeten pünktlich au erscheinen. Treffpunkt 16% Uhr Lindenstr. 3, I. Hof. Borwärtslejer tönnen an der Besichtigung teilnehmen. Frauenveranstaltungen: 7. Kreis Charlottenburg. Sonntag, 4, November, pünktlich 9 Uhr, Besichtigung des Raiser- Friedrich- Museums, Monbijoustraße Ede Kupfergraben. Fahrverbindung: Elektrische Linie 75 und 12 oder Stadtbahn bis Bahnhof Börje. Treffpunkt 8% Uhr ganz pünktlich vor dem Eingang, da mit der Führung nicht gewartet werden kann. Interessierte Genossen tönnen an der Be fichtigung teilnehmen. Preis der Führung 25 Pf. pro Ropf, 24. Abt, Heute, Mittwoch, 31. Oktober, 20 Uhr, im Schweizerhäuschen", Greifswalder Str. 80b, Frauenwerbeabend. Um pünktliches und zahl reiches Erscheinen wird gebeten. 109. Abt. Friedrichshagen. Donnerstag, 1. Rovember, 20 Uhr, im Lolal von Schola. Friedrichshagen, Friedrichffr. 81, Vortrag der Genoffin Margarete Gchenfalowstn, über:„ Die Stellung der Sozialdemokratie zur Ehereform". Alle Genosfinnen find herzlich eingeladen, Gäste willfommen. 131. bt. Micberschänhansen. Donnerstag, 1. November, 19% Uhr, in Der Gemeinfchaftsschule Bismardftr. 11, Frauenwerbeabenb. Ansprache, Lichtbilderportrog, Gefang, Regitationen u. a. Um rege Beteiligung wird gebeten. STAATL Natürliches Mineralwasser FACHINGEN Heute Mittwoch, den 31. Oktober, 19%, Uhr in der Turnballe, Rosenthaler Str. 14 zu Wittenau. Vortrag: Die Berliner Kommunalpolitik der Sozialdemokratie. Referent: Stadtverordneter Heinrich Schäfer. Außerdem Filmvorführung: Das Großkraftwerk Klingenberg." Alle Genossinnen und Genossen, sowie Vorwärtsleser und Sympathisierende, Wählerinnen und Wähler sind eingeladen. 140a. Abtellung, Wittenau. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt.. 14. Areis Neukölln. Freitag, 2. November, Bersammlung aller Selferinnen und Helfer der A.-W. um 19% Uhr im Rathaus, Neukölln, Bimmer 138. Referent: Stadtrat Carl Bachow. Thema:„ Coziale Gerichtshilfe". Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrerinnen und Lehrer. Sente. Mittwoch, 31. Dllober, 1915 Uhr, Bersammlung im Köll. nischen Gymnasium. Thema: Der Lehrplan für das 9. und 10. Suljahr Referent: Stadtschulrat Dr. Kurt Löwenstein. Elternbeiräte, Gewerkschaftsvertreter und Stadtverordnete find eingeladen. Auch Sym pahisierende find willkommen. Der Borstand. Vereinigung sozialdemokratischer Studierender: Die wirtschaftspolitische Arbeitsgemeinschaft beginnt ihre Arbeit mit einem Einleitungsvortrag des Genoffen Prof. Dr. Denice, über: Die bürgerliche Raionalötonomie". Am Donnerstag, 1. November, pünktlich 20 Uhr, im Bund", Albrechtstr. 11, Gartenhaus 2 Trp. Alle Mitglieder ber BIS. find zur Teil nahme an der Arbeitsgemeinschaft eingelaben. Jungfozialisten. Gruppe Baumschulenweg. Heute, Mittwoch, pünktlich 19% Uhr, im Seim, Crnftstr. 16, Vortrag des Genossen Rotschi, über: Bölkerbund und Abrüstung". Varteigenoffen find herzlichst willkommen. Gruppe Neukölln, Seute, Mitt woch, 20 Uhr im Seim, Bergstr. 29, Bortrag des Genossen Schwarz fällt aus. Dafür Vortrag über: Nordische Agrarpolitik". Referent: Dr. Baletta. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Areis Kreuzberg: Mittwoch, 31. Oktober, 19-20 Uhr, erfte Tagung des Faltenrates, Jugendheim Vordfir. 11. Donnerstag, 1. November, 1715 Uhr, Jugendheim Belle- Alliance.Plag 1, Areisprobe.( 2ieder, Sprechfäße, Tänze.) Funkwinkel.Z " 1 Geburtstage, Jubiläen um 22. Abt. Seute Mittwoch, 31. Dtober, feieri unser Genoffe Auguft Schneid mit feiner Gattin Berta bas Feft der Filbernen Sodhzeit. Die herzlichste Glüdwünsche begleiten heibe und hoffen wir, daß ihre Kraft noch recht sick Jahre her Partei erhalten bleibt. 24. bt. Unfer Genoffe Sermann Suhnfleisch vollendet heute am Mittmoch. 31. Oktober, feinen 60. Geburtstag. In voller Riftigkeit beteiligt er fich oc heute an jeder Parteiarbeit. Wir wünschen und hoffen, ihn noch recht lange in Intereffe feiner Familie und der Partei bei bester Gesundheit in unseren Reihen als Mitkämpfer zu finden. e 104 35. Abt. Unser Genoffe Paul Senftleben feiert bente fein 25jähriges Barbei jubiläum. Wir gratulieren ihm herzlichst. 36. Abt. Unserem lieben Genoffen und Freund Paul Bolfram zu feinem D 60. Geburtstage die besten Glüdwünsche. 38. Abt. Bente feiert unser Genoffe Ernst Jante feinen 70. Geburtstag. Bi wünschen dem treuen Genossen noch weiterhin Glüd und Gesundheit. 85. Abt. Tempelhof. Unfer Genosse Gustav Regler feiert heute inmitte emfiger Parteiarbeit sein 25jähriges Bartcijubiläum. Bir wünschen ihm nod viele Jahre ersprießlicher Mitarbeit. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation Cinäfcherung hat bereits stattgefunden. Ehre feinem Andenken. 101 e 7. Abt. Unser Genoffe Paul Grügmacher, Borsigste. 3, ist verstorben. Di r 36. Ahf. Am 18. Oliober verstarb nach langem Leiden im Alter von 55 Jahren und langjähriger Genosse und Freund Wilhelm Böhm, Tilsitere Str. 78. Chre feinem Andenken. Einäscherung am Donnerstag, 1, Rovember, 18 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Bir bitten um rege Beteiligung. SEJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Einsendungen für diese Rubri? nur an bas Jugenbfefretariat, Berlin SW 68, Lindenfraße 3 e Fall be 17 Reiche Schön Arbeitsgemeinschaft Abraham, Mittwoch- Gruppe, tagt von heute, Mittwoc ab bis auf weiteres im sotal der Arbeiterbildungsfäule, Lindenstr. 3, 2. Bo 2 Trp., Zimmer 11( früheres Jugendfekretariat) und nicht mehr Schule 1 Jakobstraße. Heute, Mittwoch, 31. Oktober, 19% Uhr: Wedding: Heir Besten II: Heim Bülowftr. 88. Mitgliederversammlung. See Ede Turiner Straße. Bortrag: Borgeschichte der Revolution". plag 1: Funktionärsigung beim Genossen Stoft, Gleimftr. 16. Fallplag I Funktionärigung beim Genossen Werner Kasch. Driesener Str. 29. Erscheine aller funktionäre ist Pflicht. Sumannplag: Seim Cantianstraße am Sport plag. Vortrag:„ Geguelle Fragen". Baltenplay: Seim Tilsiter Str. 4-6 Borttag: Einführung in die sozialistische Gebantenwelt"( m). Friedrichshai Heim Dieftelmenerstr. 5-6. Vortrag: Unsere Arbeiterführer". berger Biertel: Seim Briger Str. 27-30. Mitgliederversammlung. berg II und III: Seim Sauptstr. 15. Funktionärsigung. Charlottenburg: Heim Rosinenste. 4. Herbstfeier, Charlottenburg- Rord: Heim Olbersstraße, ftabt. Spielplat. Borttag: Ebert: Eines Menschen Beg". Tempelhof: Heim, Lyzeum Germaniaftr. 4-6. Tagespolitische Satire. Friedrichshagen: Heim, Rathaus Friedrichstraße. Bortrag: Gozialistengefes". Sichtenberg- Beft: Mit gliederversammlung. Erscheinen ist Pflicht. Sozialistische Schülergemeinſd aft Neukölln: Der Seimabend findet 19-21 Uhr im Raiser- Friedrich- Realgymnasium ( Gesangsfaal), statt. Thema: Autorität- Disziplin". Referent: Genoffe Ziegler e Werbebezirk Prenzlauer Berg: Am Sonntag, 4. November, 19 Uhr, fpricht on im Heim Danziger Str. 62, in der Werbebezirksmitgliederversammlung die Genoffin Mathilde Wurm, MdR., über den Brüsseler Kongreß". Alle Ge nossinnen und Genossen müssen restlos erscheinen. M Werbebezirk Rentölln: Achtung! Werbebezirksvorftandsfigung tagi morgen nicht im heim Lahnstraße, sondern Bergstr. 29, Simmer 17. Ber Handball spielen will, meldet sich am Mittwoch in der Doppelturnhalle Leffingstraße, bein Genoffen Bieffe. e r t O Be Einheitspreis- Bertauf. Höchstleistung in ellen Abteilungen. Andrang an allen Lägern. Fülle in allen Gängen. Taufende von Sänden, die in der find die Wahrzeichen großen Menge guter Qualitätswaren eifrig fuchen des Einheitspreis- Bertaufes im Warenhaus Urn Gebr. A.-G., 9. 31, Gmineer minder Str. 86. Gleichzeitig ist die Spielmarenabteilung im 4. Clod nez es größert eröffnet. Für die Rleinen fteht ein Rasperle- Theater zur Ber fügung, täglich Borstellung von 15-18 Uhr. Ferner ab 7. Soventber ein Raruffell aue freien Benusung. 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S., Berlin. Drud: Borwärts- Budbruderel und Berlagsanftalt Baul Ginger Co., Berlin SW 68. Lindenstraße Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und wiffen. Unferem verdienten Genossen Hermann Huhnfleisch, Winsstr.17 zum 60. Geburtstage herzlichste Glückwünsche! 24. Abteilung. 999999** eeeeeee Nach langem schweren Leiden ver ftarb am 28. Oftober, nachmittags 3 Uhr, mein lieber Mann, unser guter Bater, der Postassistent Wilhelm Böhm im Alter von 55 Jahren Dies zeigen tiefbetrübt an die Hinterbliebenen Helene Böhm und Kinder Herta, Else, Fritz. Berlin O 34, Tilfiter Str. 78. Einäscherung Donnerstag, 18 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Am Sonntag, dem 28. d. M., ver schied im Alter von 56 Jahren plöglich mein lieber Mann, der Gastwirt Emil Krüger Engelufer 23. Anna Krüger. Die Einäscherung findet am Mitt woch, bem 81. Ottober, 2012 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. SpezialRehandl, ar fär Ischias esab aauft, and Bein, wear ärztl, festgestellt. ha 15 Tages stac Ziehung 7. bis 13. Novbr. Fünfte FolkswohlLotterie Volks 48 098 Gewinne u. 2 Prämien zus. M Möchst dewinn auf ein 430 000 Do 150 000 los Höchstgewinng auf ein Blarellos M. Hauptgewinnst 75000 50000 25000 20000 10000 Lese z 1 M., Doppellese z 2 M. mit 5 Lasca sert Glücksbriefe 5 M. Glücksbriefe T aus versch. Tans. 10 N. Porto und Gewinnliste 35 Pf. empfiehlt und versendet 6. Dischlatis& Co. Berlin C 2, Königstraße 51 Postsoheckkonto Berlin 6779. Tel. Berolina 1097. Lose auch haben ta all. durch Plakate kennil. Verkaufsstellen, Danksagung. Für alle Gewinne auf Wunsch 90% ber Für die außerordentliche starke Bekundung warmherziger Teilnahme an unserem tragischen Unglück durch den unerwarteten Tod unserer herzensguten Frau und Mutter Else Hetzschold Das Programm der Abendunterhaltung war recht unglüdlich schwere Fälle beseitigt worden. Ueartastbare Hailerfolge. zusammengestellt. Zwischen Jazzmusik und Grotesten stand bestätigung und Referenzen, ärztl. empfohlen. Auburtins Sfizze ,, Gold". Die Menschen, von Kriegsgreuel auf validesstraße 106. 9-11, 1-4. Sonntag 10-12. Jacoby gepeitscht, quälen und morden, um des blinkenden Goldes millen, Auburtin zeigt auch, wie sich die Menschen lieber selber auf furchtbare Weise zu Tode martern laffen, che sie ihr Geld hergeben. Gerade das ift in diesem Bild aus dem Dreißigjährigen Kriege erschredend an schaulich geschildert. Schade, daß auf diese Stizze Jazzmusik folgte. Dialoge, aus der Edda" geformt, gaben ein gutes und wirkungsvolles Bild jener alten Dichtungen. Dem Hörer wurde es durch die Dialogform leichter, der schweren, breiten Sprache längere Zeit aufmerksam zu folgen. Auch bie vorsichtig eingefchobene Mufit Karl Bieners und die sachlich einleitenden Worte Karl Hagemanns trugen dazu bei Zwei Vorträge verdienen Dant, well die Rebner wirtliches Verständnis dafür bewiesen, daß der Rundfunt eine riesige Boltshochschule ist. Sans Sirfchstein, Dozent an der Handels. Hechschule Berlin, fprach über das Aluminium und die Bedeutung dieses Leichtmetalls für unsere Zeit. Er gab intereffant geftaltete und einfach gehaltene Belehrung. Besonders wertvoll waren wieder die Ausführungen Prof. Dr. W. Siepmanns, der diesmal über Die törperliche Eignung der Frau" sprach. Das Das Gesundheits- Thema ift burch bie noch immer wachsende Ausdehnung der Frauen. wasser! Fachinger Versandstelle, Berlin SW II Schöneberger Str. 16a. Tel. Lützow 8260-61 arbeit höchst aftuell. Der Vortragende verzichtete auf alle rein theoretischen Darlegungen und ging nur auf das ein, was den Hörern pratiischen Nugen bringen fonnte. Er prangerte die Schäden an, gegen die Gewerbeaufsicht und Organisationen wirklich fämpfen fännen, und zeigte, wo die nächsten Wege zur Besserung offen liegen. Tes. sagen wir allen Freunden, Partei- und Gewerkschaftsgenossen und Arbeiterkorporationen, auch für die zahlreichen schriftlichen und persönlichen Beileidsbezeugungen und Teilnahme an der Trauerfeier unseren wärmsten Dank. Karl Helzschold und Tochter Gerda. ROEDER Boersenzack ORIGINAL ALLER BREMER BÖRSENFEDERN Ba id 027 E ne fte sick Rock im eren tei Hinein in die Partei! unt Den Abschluß der Werbearbeit im Schöneberger Bezirk bete eine von der 79. Abteilung im Baradenlager in der eneral- Bape- Straße veranstaltete Werbefundgebung. In diesem aradenlager haben mehrere Hundert Flüchtlinge und nem ptanten Unterkunft gefunden. Die politische Auftiärungsarbeit hier eine sehr schwierige; dank der von den Funktionären ber artet unermüdlich geleisteten Kleinarbeit ist es aber gelungen, auch tter fe pofitisch ungeschulten Menschen machzurütteln und nicht wenige die Partei zu gewinnen. So hatte auch die Versammlung am onnabend im Lofal Riefeler guten Besuch aufzumeisen, trogbem e politischen Gegner mit Hilfe einer eiligst einberufenen Klein rtnerversammlung" versucht hatten, die Kolonisten von der Partei. Di ranstaltung fernzuhalten. Der Borsigende Bauhoff betonte in Don men Begrüßungsworten sehr richtig, daß die Flüchtlinge ben Auffiter ertungsbetrug und die Stellungnahme der Deutschnationalen Bolts. t nod ber 群 die Frauen verpflichtet find, an ber Geftathung der Zukunft mit zuarbeiten. Dr. Luise Morgenstern sprach sodann über die Bestrebungen der Arbeiterwohlfahrt. Die Arbeiterwohlfahrt ift ble Selbsthilfeorganisation der Arbeiterschaft. Ueberall im Norden, Süden, Besten und Often sind Heime der Arbeiterwohlfahrt errichtet, die feelisch und förperlich Kranten eine Stüße geben, fie wieder aufrichten und sie wieder stählen für den Lebensfampf. An die Worte der Rednerin schloß sich die Borführung des Arbeiter wohlfahrtsfilms an. Rezitationen der Arbeiterjugend, eine herzliche Ansprache Lisa Albrechts und der Gefang der Internationale fchloffen den Abend. 50 Frauen aus Rathenow waren bei den Tempelhofern zu Gast. berhaftet worden. Daraufhin bieb den Benniew ber Bolitischen Polizei den Vorschriften gemäß nichts anderes übrig, als die beiden ing Boltzeigefängnis überführen zu lassen. Dort wurde das junge Mädchen völlig enttieiber, ihre Sachen wurden untersucht und fie blieb in einer Einzelzelle bis zum Nachmittag gegen 3 1hr eingesperrt. Dann wurden beide gleichzeitig entlaffen. Diefer ganze Borfall scheint so ungeheuerlich, daß ihn die leitenden Stellen dieser Behörde zum Anlaß nehmen sollten, die Metho den der Polizeirepiere einer eingehenden Prüfung zu unterziehen. Urbelterbildungsschule Groß- Berlin, Cludenftr. 3. Folgende Rurse beginnen: Donnerstag, 1. Rovember, 19% Uhr, Dr. Halafi: „ Wirtschaft in der Gegenwart". Freitag, 2 November, 19% hr, Prof. Anna Sientjen:„ Das Heidelberger Programm". Schullofal: Arbeiterbildungsschule Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Trp. rechts, Simmer 11. Anmeldungen im Schullotal. Sprechchor für proletarische Feierstunden. Uebungsstunde ant Donnerstag, 1. Rovember, 19% Uhr, im Gesangsfaal der Sophien fdule, Beinmeisterstr. 16-17. 2lle Mitglieder müssen bestimmt und pünktlich erscheinen. artei zu dem Liquidationsschädengeleh noch nicht vergessen haben, fratie aus bem Streife Witte versammelt. Sm überfüllten Raume Vorträge, Vereine und Versammlungen. nbern missen, baß ihre Intereffen allein durch die Sozialbemotra. gewahrt worden sind. Der Referent des Abends, Reichstags bgeordneter endt Schöneberg, erläuterte das Programm ber Sozialdemokratie, beren schwere Kämpfe unter dem Sozialisten lez im Bartrag eine fesselnde Darstellung fanden. Die Zuhörer. haft gab ihrer Zustimmung zu dem Referat burch starten Beifall Bousdrud. Dods Auch die Frauen haben die Werbewoche ausgenugt. In Seir empelhof hielten die sozialdemokratischen Frauen einen Werbes Falt bend ab. In der Schulaula, in der Friedrich Wilhelm- Straße fprad) nna Geyer über die wirtschaftliche und politische Stellung der or tau. Bortrefflich verstand es die Referentin darzulegen, baß auch ine is he önb beim abt. elin, im, Mit Taft die Ge ein Freidenfer Bezirkskonferenz. Die Kommunisten geben den Kampf auf. Die Delegiertenversammlung des Berbandes für Frei. tun enter und Feuerbestattung tagte am Sonnabend im let. eufölner Rathaus. Für den Borstand erstattete der Bezirks rit orfizende Genosse Schmidt den Geschäftsbericht Die Organi tion plant im Winterhalbjahr eine Reihe von Werbeaben. en mit Filmporführungen. Für die Funktionäre follen gen fondere gulungsturse durchgeführt werden. Um den ball titgliedern die Bücher des Freidenferverbandes recht billig zu inglich zu machen, wird ein besonderer Bücherber rieb eingerichtet. Zu den Unterschlagungen des Hauptfaffterers ritsch wurde mitgeteilt, daß in der Berufungsinstanz die Strafe an on Jechs Monaten Gefängnis bestätigt wurde. Fritsch hat aber Bewährungsfrist erhalten. Der Berteidiger des ungetreuen Rafnerers, Rechtsanwalt kontoro miz, zeigte, nach dem Bericht eres Borfizenden, feine Abneigung gegen die Freidenferbewegung ein die Bemerkung: Es sei beffer, Fritsch habe das Gelb unterben lagen, als daß mit diesem Gelde gegen den Gottesglauben Bro bei ganda getrieben werbe." Selbstverständlich schickten die KomBen unistan in der Diskussion einen Redner nach dem anderen vor, Einem Kom Bere teilweise beleidigende Ausführungen machten. ber chen Ber ben nur misten entzog der Borsigende das Bort, als er mit den un lifigsten Ausbrüden einige Delegierte anpöbelte. Als die Kommu tein ten fahen, daß die Mehrzahl ber Delegierten sich berartige Ber wir andlungsmethoden verbot, verließen fie ben Saalub be tigten fich on ber meiteren Tagung nicht mehr. Die Konferenz gte weiter unb mählte 5 Bertreter aunt Streisvorstanh, die Re oren und bie Schiedstomuniffion. Den Vorschlägen ber Liste Berbanbsaufbau" murde zugeftimnit. 江 fezi Tes crel Patriotischer Gefchmad. nicht einer zuviel gefallen." On der Garnisonfirche zu Potsdam hat man einen neuen Geentstein für bie Kriegerhinterbliebenen ausgestellt. Als Inschrift at man die Borte gemählt: ,, Lebe droben, o Boterland, und zähle Nicht bie Toten! Dir ist, liebes, nicht einer zuptel gefallen." Die rrichter haben zmar ihren Hölderlin stublert, leider haben sie gegen von der Binche der Kriegerhinterbliebenen weniger Ahnung nst hätten sie nicht zehn Jahre nach Schluß des Weltmordens eine chrift gewählt, die mit ihrem übersteigerten Patriotismus an ejer Stelle geradezu den Widerspruch herausforbart! Die Antbont wird heißen: Nicht mur einer, sondern Millionen nb uns in diefem Kriege zuviel gefallen"! Sm großen Gaale des Gewer? imhaftshauses batten fich zum Abschluß der Werbemode die Anhänger der Sozialdemo hielt Reichstagsabgeordneter Dr. Mofes die geftansprache, in ber er den regen Eifer der Parteigenoffen in den arbeitsreichen Tagen der letzten Woche würdigte. Mit scharfen, aber treffenden Worten geißelte ber Rebiter bie bemagogilde Bofuit der am muniften, Die sich nach außen hin in Rabitalismus überhm, in Bahrheit aber die Schleppenträger ber Reaktion find. Die Werbemode ist 311 Ende, ble Werbung nicht! Es gilt wetterzuarbeiten im Sinne bes Sozialismus! Außenpolitisch hat die Sozialdemokratie mit allen Kräften einzustehen für die Berföhnung der Rationen und wahren Frieden unter den Bölkern. Mit einem Hoch auf die Gozialdemokratie schloß Sie eindrudsvolle Walprache. Roch lange hielten ernstes Gespräch und froher Lanz Anhänger und Freunde der Gozialdemokratischen Partei zusammen. ,, Durch die Führer wild gemacht!" Schluß der Beweisaufnahme in Shrih. Die Beugenauslagen in Rnriger Brozeß betrafen im wesent. fichen die Klärung der Frage, wer den Wachtmeister Müller niedergefchlagen hatte. Stach ber Mittagspause murben noch zwei Be. amie des Finanzomtes in Sprig über den Bericht in der Steuermarie" vernommen. Dabei erklärte der Obersteuer. jefretar Müller, der ursprüngliche Beridt des Amtsmannes Böhrn babe den anderen Beamten nicht gefallen, weil er die Londbundführer von aller Schuld entlastete und diese Schuld auf die breite Majje bar Demonstranten abschieben wollte. Der Beuge felbft mar der Meinung, daß die Ditpriegnizer Landwirte viel zu ruhig und friedlich feien, als daß fie bei einer Demonstration Don fich aus Scheiben eingeworfen hätten. Sie hätten erst durch ihre& übrer in diefe Stimmung verlegt werden müffen. Deshalb hat der Zeuge auch den Bericht des Herrn Göhrn nicht unterschrieben. Nachdem dann noch der Bericht der Landbundzeitung" über die Demonstration perlejent morben war, wofür übrigens der An getlagte p. Bena die Berantwortung übernommen hatte, wurde die Beweisaufnahme gefchloffen. Die Berhandlung wurde hierauf auf Freitag früh 9 1hr veriagt, mo man ben Bläboners beginnen mitb. Festgenommene Zeugen. Was auf einem Polizeirevier möglich ift! Wie die Boffiiche Beinmg" in ihrer geftrigen Abendanusgobe mitteilt, hat fich im Bereich der Berliner Bolizeibehörde vor einigen Tagen ein Borfall zugetragen, der mehr als jonberbar anmutet. 3mei junge Leute, ein Mädchen und ein Mann, waren in der Nacht vom 27. zum 28. Ottober in der Baßmannstraße Augeneugen einer politischen Schlägerei geworden. Nachdem bie zu Hilfe gerufene Bolizei bie Streitenden festgenommen hatte, begab sich bas Baar, bas miteinander verlobt ist, auf bas zustän bige Bolizeirenler, um sich als Zeugen des Vorfalles zu melben. Bon den Revierbeamten wurde ihnen, wie es weiter heißt, mitgeteilt, daß fie zur Bernehmung zur politischen Polizei ins Bräsidium gebracht werden müßten. Sie wurden dorthin mit einem Kraftwagen transportiert. Bor dem Dauerdienst der Abteilung I A gaben sie ihre Aussagen zu Protofall. Daraufhin wurde ihnen von den Beamten eröffnet, daß sie als Beschuldigte eingeliefert worden wären und infolgebeffen ins Bolizeigefängnis übergeführt werden mürden. Die beiden Leute protestierten energisch da gegen unb beriefen sich darauf, baß fie unaufgefordert auf das Bolizeirenter gegangen feien und fomit als Later nicht in Frage famen. Gin Beamter telephonierte barauf mit dem Bolizeirevier, Don wo ihm aber ber Bescheid gegeben wurde, sämtliche Leute, die Ins Bräsidium gebracht worden seien, feien auf frischer Tat Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefättstelle: Berlin 14, Sebastianftr. 87/88, Sof 2 Tr. Gauvorstend. Beginn des Ski- tendenturfus am 6. November. Gra bühr 4 M., Jugendliche 2 m, Uebungsffier fostenlos. Anmeldungen find umgehend an das Ganbureau, Gebastianfit, 37-38, au richten. Baffez. Sport- bi Romerab Serbert Fibr ift verstorben. Beerdigung wird noch bekannt gegeben.- Mittwoch, 31. Ditober, Ziergarten. Rametabfdjaft Stephan 20 Uhr kamerabfdoftsversammlung bei Lindner, Lehrter Sir. 44. Bortrag Stam. 3oad Spanban Monatsversammlung Tiefwerber, Dorfitt. 8. hei Gala. Ripenid ( Detsnerein). 20 Uhr Beginn beş Ganitätsturius, Gutenbergstr. 33, I. Behlen. borf. 30 Uhr Berfammlung im Bereinsheim, Botsdamer Git. 3. Donners ten, 1. Rovember. Kreuzberg. 19% Uhr gemeinsame Bersammlung ber Süge 7 und 8 im Reichenberger Sof, Reichenberger Str. 146. Bericht von der Bundesgeneralversammlung. Reufolin- Brig. Jungbonnet, 20-22 1hr Schuhsportabend. Walter Pathenau- Schule, Bobbinstraße. Freitag, 2. Rovember, Tiergarten. Ramerabidaft Bonfa. 20 Uhr Kamerabschaftsverfammiung bei Trimper, lens burger Str. 8. Santerabschaft Arminius. 20 Uhr bei Schmidt, Wiclefftr. 17. Stenkölln- Belg. Jungbanner, 20 Uhr Berfammlung bei Balemiti, Beddin str. 57. Bortrag Ramerab Rowod. Ripenid( Ortsverein). 19-31 Uhr Sportabend, Turnhalle ber 1. Gemeindejõule Röpenid. Setsisborf. 20 the Sameradschafts. perfammlung mit Boeings bei Dtsint, Berliner Gde Bahnhoffttage. MarineAbteilung. 30 Uhr ist Bootshaus Segel, Soleisfee, Amoten. Bund Entschiedener Schulreformer, Deffentliche Bersammlung Freitag. November, 19% Uhr, Mula ber Schule in der Frankfurter Dee 87. Es fprechen: Stonzettor Albert Bens her has shemta: Jebem feine Gemle!?" una Brof. Baul Deftreid üher: Panzerfreuzet und Bädagogik. Frete Aussprache, Bedermann betaiicht eingelaben. Bereinigung Republikanische Presse". Mittwoch, 1. Oftober, 20 Uhr, im Desnafrattien Club, Biltoriaftr. 24. Rufammenkunft her. Berliner Orfse gruppe. Cheftebotteur Canitätsrat Dr, Bernstein spricht über: Der Jaunnofift im alten und im neuen Staat. Chefrebatteur Dr. Hans Bollenberg spricht fbber das Thema: Film, Rino und Politi Freie Socfdula." Mittwoch, 81. Ottober, 20 hz, Jouenienftr. 1. Dr. Padom unb Dr. med. et jur. Futbolf Bußmann: 523 Sittlichkeusvergehen eu beheren Schulen auf Granb amtlichen Materials, unb mie( tellen mit uns bazu? Göfte milfommen, Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend ( Nachdr. verb.). Boltig ohne erhebliche Sieberschläge Benig geänderte Temperaturen, aufftischende filbmeitliche inde. Für Deutschland: m Besten und Süben regnertid, im mittleren Deutschland bewölkt, in Dft. beutid land noch ziemlich heller. Benig gednberte Temperaturen. Diese schöne Ständerlampe kostet mit Seidenschirm auf Teilzahlung 14K 42: Anzahlung 5, MK, Wochenrate 1, MK Beachten Sie die kommenden Weihnachts: Angebote! Heder BRUNNENSTRASSE 1 FRANKFURTER ALLEE 350 KOTT BUSER DAMM 103 WILMERSDORFERSTR.165 22 Billige Tee- Woche vom 31.0ktb. bis 10.Novb. Ceylon Spezial- Mischung DIE FEINE TEE- MISCHUNG FÜR DEN BERLINER GESCHMACK 1/10 Pfd. Paket statt 60 nur 40 % RABATT AUF IHREN EINKAUF IN MARKEN ZUCKER AUSGESCHLOSSEN KAISER'S KAFFEE- GESCHAFTER 1000 Befreiung vom Baustoffwucher. gearbeitet, damit die Bieget wieder erfolgreich mit der Blatte t furrieren fönnen. Und alle diese Arbeiten werden nicht gemod um einem privaten Bauunternehmen eine Rente zu sichern oder um Patente zu erwerben, die man dem unerwünschten Kontur renten fernhält, wie das heute so oft in fapitalistischen Betrieben im vollen und bewußten Dienst am Berbrauch, an den minde bemiffelten Volksmassen. Ein Beispiel aus der Praxis.- Erfolg kommunaler Gemeinwirtschaftspolitik. ber Fall ist, aber selbst nicht ausnugt- nein, diefe Arbeit gefchles aufgestellt worden ist. Nebenbei sei bemerkt, daß von den Neuwohnungen ein Teil Kleinstwohnungen von nur einem Zimmer für Minderbemittelte sein sollen, Wohnungen, die so angeordnet find, daß sie zu größeren Wohnungen später zufammengelegt merden können, wenn die Umstände es erfordern. Ber die Erfolge gemeindlicher und genossenschaftlicher Bau| Jahre ein Bauprogramm von insgesamt 16 000 ohnungen tätigkeit in verschiedenen deutschen Großstädten beobachten fonnte, der erkennt in dem Birrmarr der vielgearteten, oft landschaftlich oder durch Gewohnheit bedingten Bauformen doch den ein. heitlichen Grundzug: Ueberall ist man bestrebt, das neuzeitliche Bauen erhöhter 3medmäßigteit dienstbar zu machen, die übermäßige Berteuerung des Bauens durch einfache Grundformen und durch wirtschaftliche Ausnutzung des Roh stoffs und der Arbeitstraft zu überwinden. Erst eine spätere Zeit mird mürdigen fönnen, was tatsächlich in der Rot der Nachkriegszeit und der Stabilisierung an wirtschaftlichen Erfolgen hier erzielt wurde. Mit Hilfe der gemeinwirtschaftlichen Kapitalbildung durch die Hauszinssteuer und durch die Verbilligung der Mieten wurden tatsächlich die Gesetze der fapitalistischen Wirtschaft auf den Kopf geftellt: Es wurde gebaut, obwohl entgegen allen Gesezen der Profitwirt. schaft aus den Bauten teine Rente erzielt werden tomte. Hierin fann sich, wenngleidy ganz andere Mittel zur Anwendung famen, der Erfolg mandher deutschen Großstadt mit den vielgepriesenen Erfolgen der Stadt Wien vergleichen lassen. Diese Feststellung belagt nicht, daß wir mit dem Erreichten zufrieden sind; unver nünftig ist noch immer der Zustand, daß ein erheblicher Teil der Hauszinssteuereingänge von der Staatsverwal. tung verschlungen wird; überflüssig und schädlich ist es, wenn heute noch immer Hanszinssteuermittel auch für die Wohnungen wohl. jituierter Kreise verwandt werden, während die Wohnungsnot der breiten Boltsmassen längst nicht behoben ist. Doch das find Mängel, Schönheitsfehler einer Praris, die dem als richtig erfannten Prinzip nicht voll gerecht mird, meil die politischen Machtverhältnisse dem entgegenstehen. Die deutsche Arbeiterschaft darf immerhin stolz darauf sein, daß es ihr gegen die ungeheuren Widerstände des Boden, Bau, Finanz- und Hausbefizertapitals gefungen ist, auf diesem wichtigen Gebiete des Bedarfs eine breite Brefche in die Privatwirtschaft zu schlagen. Der Zwang zu sparsamer Kapitalverwendung. Gerade meil der größte Teil der Mittel für den Bohnungsbau durch die Besteuerung der breiten Massen aufgebracht wird und meil diese nach feiner Richtung hin zureichen, um den dringenden Wohnungsbedarf zu decken, haben es alle mit der öffentlichen Bauwirt. schaft beschäftigten Organe früh als ihre Pflicht erkannt, das Kapital so sparsam als möglich zu vermenden. Daher datieren die großen und teilmeise recht erfolgreichen Rationalisierungse versuche mancher Gemeinden und Baugenossenschaften, die auch neuerdings vom Reiche gefördert werden. Am schwersten angreif bar aber waren die hohen Preise für Baustoffe. Bohl hat man sie von verschiedenen Seiten zu erschüttern versucht. Der Erfolg mar nicht überall gleichmäßig. Er wurde dort zunichte, mo die mit Hilfsbaustoffen hergestellten Wohnungen den Ansprüchen der Mieter nicht genügten. Blieben doch auch die so hergestellten Häuser im Mietpreis immer noch hoch genug, daß nur ein ver hältnismäßig fleiner Kreis von Urbeitnehmern und selbst der nur unter großen Opfern Neubauwohnungen beziehen konnte. Burden tie Anforderungen nicht erfüllt, so mar das Erperiment eben fehl geschlagen, der Ertrag entsprach nicht den auf gemandten Kosten. In vielen Fällen aber stellte sich der Bau mit Erlazbaustoffen sogar noch teurer als der handwerklich immerhin gut durchgebildete Ziegelbau, meil der Berbilligung eine zelner Baustoffe erhöhte Aufwendung für andere Konstruktionsteile gegenüberstanden. Dieser Tage murde in Frankfurt a. M. am Ostbahnhof eine Bauplattenfabrit in Betrieb genommen, die im großen Stile die Berbilligung des Bauens ermöglichen soll. In großen Serien werden aus Bims beton Blaiten in Normalformaten hergestellt, die den Hausbau selbst so weit vorbereiten, daß die Montage des fertigen Reihenhauses heute in 1% Tage möglich ist. Die Baustoffherstellung und die Montage find bereits erprobt. Die neuen Bauplatten haben die Kindertranfhetten der ersten Bersuche überrnimden. Die blieben natürlich nicht aus. Aber nach den Erfahrungen mit den letzten 200 Wohnungen ist die Gefahr der Feuchtigkeit vermieden, die Wärmehaltung eine gute. Ausgeprobt wurde das Berjahren in einer privaten Fabrif, die bereits eine überaus rationelle Fabrikation im fleineren Stil entwickeln tonnte. Das neue Unternehmen ist gemischtwirtschaftlich organisiert. Der maßgebende Einfluß der öffentlichen Hand ist gesichert. Das Wert felbst ist bereits auf Ausmaße zugeschnitten, die ökonomisc für eine moderne Großstadt von hoher Bedeutung sind und daher befonderer Bürbigung, bedürfen. Die Senfung der Baukosten. Die verschiedensten Momente tommen zusammen, um den mirtschaftlichen Erfolg zu ermöglichen. Die sichtbare Berbilli. gung des Plattenbaues gegenüber dem Ziegelbau beträgt vorläufig im Rohbau etwa 5 Pro3. Das erscheint nicht viel. Die tatsächliche Ersparnis dürfte aber doch ganz bedeutend größer sein. Denn es ist selbstverständlich, daß die Preisforderungen der Ziegeleien von dem Augenblic ab, wo ein derartiger Ronfurrent auf den Blan trot, nicht mehr so hoch maren, wie sie gewesen wären, menn has Kartell der Ziegeleien noch monopolariig molten fonnte. Sicherlich hat eine unsichtbare Berbilligung des Bauens Staite gefunden, deren Höhe man nicht einmal abschäßen tann, meil eben Kontrollpreise nicht zu ermitteln find. Hatte doch die Stadt Frankfurt bereits früher eine eigene Ziegelei mit einer Leistung Don 8 Millionen Ziegeln jährlich in ihrem Besiz. Die tatsächlich erzielte Ersparnis beim Wohnungsbau beziffert das städtische Hochbauamt allein für das letzte Jahr auf eine Million Mart. Das entspricht dem Wert von etwa 90 Drei- Zimmer. Wohnungen oder berüdsichtigt man die Möglichkeit der Schaf fung von Jujahhypotheken am freien Kapitalmarkt dem Wert von rund 140 Wohnungen, mas bei einem Wohnungsbauprogramm von etwa 3000 Wohnungen schon recht beträchtlich ist. Mit der neuen Plattenfabrif fönnen täglich 110 Subifmeter Platten hergestellt werden, die die Erstellung von 1000 Wohnungen im Jahre ermöglichen. Zusammen mit der Verwendung von Steinen aus der eigenen Ziegelei fann alfo die Stadt Frankfurt den Rohstoffbedarf für rund 1300 Wohnungen jährlich, ohne Inanspruchnahme der privaten Produktion, deden. Innerhalb dieses Wohnungsbauprogramms bedeutet Frant. furts Eigenversorgung mit Baustoffen, daß etwa ein Drittel des benötigten Bedarfs an Bausteinen dem Kartelldiktat entzogen ift. Sadperständige anderer Industrien stellten die Berechnung auf, daß der Kartellzwang durchbrochen sei, wenn etwa 10 bis 15 Broz. des Bedarfs von Außenseitern hergestellt werden. In Frankfurts Bautätigkeit ift das Doppelte dieser Säge erreicht. Braftisch ist also die Bautätigkeit dieser Stadt dem Kartellzwang der Ziegeleien entwachsen. Das ist ein starter Erfolg fommunaler Gemein wirtschaftspolitit. Aber den Zweiflern an der öffentlichen Wirtschaft sei gesagt, daß man in Frankfurt dabei nicht stehen bleibt. Fortgesetzt wird die Plattenhausmontage verbessert und verbilligt gleichzeitig aber arbeitet man an einer ganz groß. zügigen und erfolgversprechenden Rationalisierung der 3iegel. probuftion, in der das Privatfapital bisher versagt hat. Innerhalb der fommunalen Gemeinwirtschaft also wird zwischen den einzelnen Produktionszweigen eine konkurrenz entwidelt| um den bestmöglichen wirtschaftlichen Erfolg. Mit dem Blattenbau verbilligt man die bisherigen Ziegelbaumethoden, und faum ist der Erfolg einigermaßen sichtbar, so werden die letzteren durch G duftrie Hier sollte nur die wirtschaftliche Seite dieser ganzen Fragene Oi einmal aufgerollt werden, soweit der Produktionsgang des neuem Mo Siedlungsbaues in Betracht tommt. Unberücksichtigt blieb die nicho minder wichtige Frage der Bodenpolitif. Berzichtet wurde auch aufproch manche intereffanten technischen und fünstlerischen Einzelheiten, bit immat Den starten Kulturmitten dieser Arbeit einer Gemeinde Befriedi förperschaft weithin fichtbar beleuchten. In Frankfurt fcheint derandes, Beweis erbracht zu sein, daß die gemeinwirtschaftliche Bautätigkeit Führerin zu befferere dor und billigerer Produktion ie Enf ahme bieten i ist und daß sie bei dieser Führung neue und erfolgverheißenden, ver Wege beschritten hat. Bas bisher jedenfalls bewiesen ist, daß zeild wis die große Ueberlegenheit organisierter Bedarfs 930 dedung über die Profitwirtschaft. Es ist ein Sieg Somme über das fapitalistische Wirtschaftsprinzip, das sich in diesen Erföhne gebnissen befundet. Und es tann wiederum als Berdienst der Goer Kü zialdemokratischen Bartel verbucht werden, daß sie es verstanden 0.0.0. hat, Männern wie dem Stadtbaurat May und dem Stadttam merer Asch die schwierige Arbeit zu ermöglichen, die hier im Dienst des werttätigen Bolles geleistet wurde. Auch die radikalend Umwälzung in der Bautätigkeit wird auf die Dauer feine Arbeite massen freisetzen, da der Bedarf an neuen oder erfagbedürftigen Wohnungen weit über die amtlichen Zahlen über den Wohnungs mangel hinausgeht. Je beffer aber die Umwälzung vollzogen wir Meta defto näher lommen wir dem Ziel, daß jeder Arbeiter eine freund arbeitst liche und gesunde Wohnung erhält und bezahlen kann. einem Arthur Saternus Börsensensation in Berlin. Ein Attie faust an einem Tag von 225 auf 70 Proz. Un der Berliner Börse gab es gestern eine leberraschung: Die Aftien der Brandenburger Holzindustrie A.-G., die seit Jahresbeginn eine unaufhörliche Kurssteigerung burchgemacht hatten, stürzten gestern auf einen Hieb um rund 175 Proz, von 225 auf 70. Die Brandenburger Holzindustrie A.-G., eine In flationsgründung, ist ein ziemlich unbedeutendes Holzunternehmen, dessen Aftien an der Berliner Börse nicht einmal amtlich notiert, fondern nur im fogenannten Freiverfehr gehandelt werden. Noch Ende des vorigen Jahres wurden die Attien dieses Unternehmens mit drei Prozent(!!) notiert, d. h. man fonnte 1000 Mart Unternehmungswert für ganze 30 Mart an der Börje taufen. Dhne ersichtlichen Grund seßte dann plöglich eine Aufmärtsbewegung im Kurs dieser Attie ein, die im Laufe des Sommers bis auf 225 Broz, aljo 2250 Mart Kurswert für eine 1000 Mart Attie hinauffletterten. Die Hintergründe dieser sensationellen Kurssteigerung wurden aufgedeckt und führten zu dem schweren Kurseinbruch. Ein Spefulant, ber bei fünf verschiedenen Depofitenfaffen einer Großbant ein gleichlautendes Banffonto unterhielt, taufte bei den einzelnen Banten ziemlich erhebliche Posten dieser Aktien, zögerte die Bezahlung für die einzelnen Aftienpalete hinaus, um aus den Rurs. gewinnen der durch die verschiedenen Käufe inzwischen start geftiegenen Aftien teils feine alten Berpflichtungen abzudeden, teils fofort Neukaufe in den gleichen Aktien wieder vorzunehmen. Unterstützt wurden die Steigerungen in diesem Papier durch die emig 1nbelehrbaren aus den Kreisen der Börsenspekulation und des Publikums, die sich durch plötzliche Kurssteigerungen bluffen lassen und, ohne sich das Unternehmen, dessen Aktien sie faufen, näher anzusehen, mit als Käufer auftraten. Wie im Konsum gespart wird! Ein Vergleich der genossenschaftlichen Spareinlagen bei ben Ransumvereinen mit dem Spareinlagenbestand der öffentlichen, pri. Daten und fommunalen Spartassen ist interessant. Stand der Spareinlagen. · Jahresende 1913. 1924. 1925. 1926. 1927. Juni 1928. * Im Jahre 1914. Sentralverband deutscher Konsumsereine Deutsche Sparkassen min % von 1913 19 689 100,0 mi. * 80,2 608 3,0 49,5 % von 1913 100,0 61,2 1694 8,6 82,7 103,4 3 091 15,7 138,0 172,4 4665 23,6 207,5 258,7 5921 30,0 254,0 316,7 Die ungleich schnellere Entwicklung der Sparkassen der Kon. fumgenossenschaften ist augenfällig; fie ist begründet in dem be rechtigten Bertrauen der genossenschaftlichen Sparer zu ihren eigenen Spareinrichtungen und fennzeichnet den guten Willen zur Förde rung der tonfumgenossenschaftlichen Bedarfsdedungamirischaft Die Bautätigkeit im Auguft. Saijonmäßige Belebung. Der Baumarkt zeigte im Auguft nach den Erhebungen des Statistischen Reichsamies in den Groß- und Mittelstädten Deutsch lands die gleiche Entwicklung wie im Vorjahre. Die Borbereitungen für die Herbstbautätigkeit murde in perftarttem Maße fortgeführt, so daß die Zahl der erteilten Bauerlaubnisle ent sprechend zunahm. Die Zahl der Bauvollendungen dagegen wies sinen Rüdgang auf. In den 83 Berichtsstädten wurden im August 13 634 Wohnungen zum Bau genehmigt gegen 12 704 im Bormonat. Ins gefamt weift aber bie Zahl der Bauerlaubnisse in den erften acht Monaten des laufenden Jahres einen Rudgang um 11 Bro3. gegenüber der entsprechenden Zeit des Vorjahres auf. Auch bas mag, gemeffen an weltstädtischen Begriffen, nicht In 88 b3m. 87 Städten wurde der Bau von 2867 Wohnhäusern mit einmal viel fein. Aber man muß fi vergegenwärtigen, daß 10 767 Bohnungen begonnen, das sind an Wohnungen 26 Broz. unter tätiger Mitwirkung der Sozialdemokratischen mehr als im Jult. So ist nach dem Rüdgang im Juli mithin Partei im Frankfurter Stadtparlament für die nächsten vier wieder eine beträchtliche Zunahme im August festzustellen, Dis fi.am C De bundsd eritattu geladen Schon vor Bochen wies eine Großbant derauf hint, daß bit balt ni Aktienfteigerungen der Brandenburger Holzindustrie nicht mit rechterung Dingen zugehen könnten, da das Unternehmen, dessen Uttien barn reits über 200 Broz. noierten, nicht einmal in der Lage sedanji Wechsel von einigen hundert Mart rechtzeitig föhnlic ein zulösen. Aber auch diese Barmung verhalte bei den Leute ma die hofften, über Nacht reich zu werden. Die Spetulation, die nod vor wenigen Tagen das Papier zu 223 Broz., also zu 2250 Matt B je Attie, taufte, fist aljo jetzt bei einem Surse non 70 Broz.( 700 Marf für die 1000- Mart- Attie) fest, denn die Börsentommission hat angesichts der großen Unruhe, die der Kurssturz hervorgerufen hat würde: außert bereits gestern jeden Handel in biefem Papier cusgelegt. Beitun r. bet Die Berwaltung der Brandenburger Holzindustrie A... hohens megen dieser Borgänge eine Erklärung über ihren Betriebsstand G öffentlicht, aus der hervorgeht, daß die Sägewerte der Gefelliche Su zurzeit gut befchäftigt feien und auch im Handelsgeschäft sehr gut us be Ilmjäge zu verzeichnen find. Die Dividendenaussichten für diejen Jahr feien bei weitem günstiger als im letzten, wo 6 Proz. nerteil fordert wurden. Es ist fraglich, ob diese Ausführungen der Verwaltung den Tatsachen entsprechen. elegte Nachdem das Kind im Brunnen liegt das Bertrauen in die fahren Banten ist wieder einmal erschüttert, mander fleine Spefulant ben b weint Verluste Sertan wird die Aktie„ Brandenburger Holz" wohl vo der Börse verschwinden. Für alle fleinen Leute aber, die fich er jed Spekulationsgewinnen glauben schnell bereidern zu können, ist Brandenburger Holzindustrie eine neue Warnung. Di fleinen Spekulanten sind an der Börse immer die Dummen un müssen bei Berluften noch den Mund halten, um nicht zum Schade noch den Spott zu ernten. Fall det chaft barung die rufning pruch Bartei die stärker war als in irgendeinem anderen Monat des laufende Mittes Jahres.. Die Fertigstellungen in 95 Groß- und Mittelstädten stellten fid auf 2312 Wohngebäude gegenüber 2170 im Juli und auf 916 Wohnungen gegenüber 9423 Wohnungen im Juli. Dos Augu ergebnis ist mit einer Steigerung von rund 11 Prot mehr Bohnungen gegenüber dem August des Borjahres recht e freulich. Weitaus der größte Teil der fertiggestellten Wohnunge 1915 ift wieder mit Interfügung aus öffentlichen mittel errichtet worden, so im Juli und August zu 90 Broz. und im erste Halbjahr zu 86,6 Proz sämtlicher abgenommenen Bohnungen. Klöckner gibt 6 Proz. Dividende. D 1 9 hou als G igfte rieg Die Klödner- Werte haben im Jahre 1927/28 den ausgewiesen Betriebsüberschuß von 33,5 auf 34.2 Millionen erhöh Da die Abschreibungen vermehrt murben, ist der Reingemin mit nur 6,46 ftatt 7,23 Millionen Mart im Borjahr ausgewiese für Man hat auch wohl mit Rücksicht auf die Entscheidungen Metallarbeitertampf- ftatt 7 nur 6 Broz. Dividende verteilen vorgeschlagen. man E als es n Ba egen, ft. of Adolf Sommerfelds Baufirma Allgemeine Häuferbau 21. Bon 1872, Berlin mar in den ersten zehn Monaten 1928 fiderio beschäftigt und foll wieder 10 Broz Dividende verteile eligi Binte Gegenwärtig verhandelt die Gesellschaft mit der G. Farbe industrie 2.-G. über die Errichtung von 1000 Wohnung nur sie wäscht Weißzeug und Farbiges fo pollkommen schonend, nur fie iff rein und so fparfam, die gute, altbe35227/7 mährte Sunlicht Seife Der aupt ber, Dieltei Deut ichtet te w Imer bermi aifer bie B Männ L ortlet Grieb an ie v inigt Fried Borbe er mod oder onfur rieben fchleht Großangriff der Textilindustriellen. 500 000 Arbeitern der Lohntarif gefündigt. Bielefeld, 30. Offober.( Eigenbericht.) inder Es handelt sich bei der Tariffündigung in der fächsischen Zegtilduftrie zweifellos nicht um bezirkliche Beschlüsse, sondern um Fragene Offensive des Gesamt- Arbeitgeberverbandes neuen m Montag iff 3. B. auch die Kündigung der Tarife für die Bezirke nio- Bielefeld und Gütersloh der Terfilindustrie aus aufiprochen worden. In ironischer und beleidigender Form n, bitimmt der. Unternehmerverband in feinem Kündigungsschreiben mit einde Befriedigung Kenntnis von dem Berzicht des Tertilarbeitervert det andes, um dann selbst zu fündigen. Hier beginnt aber gleichzeitig e Entlarvung der Scharfmacher; denn fie führen für ihre Maßahme die gleichen Gründe an wie die Arbeitgeber in Sachsen Hier le dort wollen fie ,, flare Berhältniffe durch die Kündigung faffen, pielen fie auf das Ausland und angemessene Lieferungsabschlüffe ißenden, verlangen fie einen Tarifvertrag auf lange Sicht 3n Blelezeild will man den zurzeit gültigen Lohntarif bis zum 31. Dezember rfs 930 verlängern! Dabei ist für den Bezirk Herford in diesem Sieg Sommer bereits ein Bertrag abgeschlossen worden, der die Herforder Eröhne um 9 Pfennig höher ftellt als die in Bielefeld gültigen Bon r See Kündigung werden. in Groß- Bielefeld und in Gütersloh rund anden 0.0.0. Tegtilarbeiter betroffen. ret ttam er im itate in beiter ftigen ungs wird In der Schwerindustrie wird verhandelt Roch feine Entscheidung. Die Nachverhandlungen über den Schiedsspruch für bie Metallindustrie Nordwest, die am Dienstag im Reichsreund rbeitsministerium begannen, haften bis 11 Uhr abends noch nicht zu nem Ergebnis geführt. Boraussichtlich werden die Verhandlungen us. fi.am tittwoch zu Ende geführt. Boncour parteimüde? Er weist eine Ladang des Parteivorstandes zurück. Paris, 30. Ottober.( Eigenbericht.) Der Vorstand der Sozialistischen Bartei hat den Bälker. bundsdelegierten Paul Boncour zum 11. November zur Bericht erstattung über feine Haltung auf der legten Genfer Tagung vor geladen. In einem Schreiben an den Borstand, Beffen genauer Jn dessen Inbi balt nicht bekannt ist, weigert sich Baul Boncour der Aufförde echterung Folge zu leisten. Die fozialistische Partei im Departement n barn, bessen Abgeordneter er ist, hat sich mit ihm insofern jolt e sadari fch erklärt, als sie die ewigen Angriffe gegen ihn als per itig föhnliche Intrigen und feinlide Machenschaften bezeichnet und entem aufs nene polistes Vertrauen ausdrückt., ! nod 45 * 1 Ultra Links Halb- Black Versöhnler Auf der Linie... Teddy, hoch Linke weichung Teddy nieder ZK UIHA rechts Rechte Abweichung EKKI EKKI EKKI Das BR der KPD. bewegt fich auf der Linie der Beschlüsse des EKKI. Sterilisation der Verbrecher? Das Problem der Unschädlichmachung im Strafrecht. Der Strafgeiesausschus des Reichstages fegte geftern die Beratungen der Bestimmungen über die Sicherungsver wahrung fort.. Abg Wunderlich( D. Bp.) nahm gegen den[ ozialdemokratischen Berbesserungsantrag Stellung, indem er darauf hinwies, das man einen Berufsverbrecher nicht erst nach fünfmaliger Berurteilung zu einer Zuchthausstrafe, sondern schon früher in Sicherungsverwah rung überführen fönnen müsse. Abg. Ehlermann( Dem.) Beetannte amar nicht die Schwierig. Mart Boncour hatte, bereits nach feiner Rüdtehr aus Genf in einen tell, ble barin liege, die Bestimmungen über die Sicherungsver( 700 Beitungsinterviews fehr deutliche Anspielungen barauf gemacht, daß wahrung zu verabschieden, bebor man wiffe, wie diese im einn hot, bei der nächsten Gelegenheit die sozialistische. Partei verfaffenzelnen geftaltet werden sollen, sprach sich aber doch für den Rehaft würde:„ Einen„ Fall. Boncour" wird es nicht mehr geben, außerte er td gegenüber ben damals laut gewordenen sozialistis hohen Reititen an feiner Haltung in Genf. b De Michaft gute by Große Bezirksverbände unter Führung des jordens haben burch Stele unverkennbare Brahusta Bentaurs mit dem Busirgti sher Partet: freden talen und eine lunge- bar Stellungnahme- ber pieltenden Parteiinstangen zu der Haltung Bahcours in Gauge fordert. exteil tung in Die I Do gierungsentwurf aus. Juftiziminifter och wies barauf hin, daß nach dem Strafvoll Augsentwurf die Sicherungsverwahrung in einer besonderen bteilung einer Strafanffaff vollzogen werden jolle, folange Ste Baht der in Sicherungsverwahrung zu nennenden Bersonen Ste Zahl der in Sicherungsverwahrung zu nennenden Bersonen, hod hid big Crrichtung bebлdeter Berwahrungsan Halten, redilerlige. Die Berquidung ber Siderung verwahrung Die Berquidung der Sidrungsverwahrung mit dem Strafvollzug Salte er für unerträglich It minifteriafrat Bumte führte aus, daß man bie, befonders ener Boncours Beigerung, feiné haltung als offisieller Bölferbunde: delegierter zu begründen, i umie merkwürdiger, als bieles Ber. fahren erst vor wenigen Monaten mit ihm ausbrüdit vergischen Schwerverbreder, in denen ein ungeheurer Freiheitsorang at binbart worben war. Der Bartelausschuß ertiärte ji mit der ftede, anders behandeln milje afs millensschrache Terfen, wie Berlängerung feines Manbates in Genf einverstanden, boch follte fie unter den Bettlern und Landstreichern zu finden feien. Gemi ch all jedesmal auf Wunsch über seine Tätigkeit vor, biefer Körper falle aus der Sicherungsverwahrung alles ausgefchieben metben, t de chaft Bericht erstatten. Aus der Tatsache, daß er diese Berein was an eine Strafe erinnere, aber das Sief fel boa, ble meufch. barung durchbricht, muß man entnehmen, daß er darüber hinaus liche Gesellschaft vor den besonders gefährlichen Berufsüetbtechern die Absicht hat, mit der Partei felbft zu brechen: ju ühen Di und haben Die Frage, ob Boncours Haltung als Bälterbunds und Ab. rüfungsbelegierter mit ber offiziellen Balikit ber Barter in Bider bruch stand her nicht, betrifft in erster Linie die sozialistische Bartei rantrei dh s. Deshab wollen wir das Ende diefes Stofis ende Mittes abwarten, ehe wir zu dieser Frage Stellung nehmen. 17 fid 9161 uguf 4015 St er ungen fel erfie 11. Lanfing geftorben. Washington, 30. Oftober.. Der frühere Staatsjettetar Robert Canting, der von 1915 bis 1920 an der Spike des Staatsdepartements stand, ift m Alter von 64 Jahren gestorben. Neben Miljons persönlichem Freund, dem Oberften house, mar Robert Lansing in seiner Eigenschaft als Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten der wich jenafte Berater des amerikanischen Präsidenten während des brieges und während der Friedensverhandlungen. pin iefe de f 21. Alle die politischen und psychologischen Brobleme, die man bezüglich Wilsons feinerzeit aufgeworfen hat, gelten auch für feinen Mitarbeiter Lansing. Das Berjagen Wilsons, Das Berjagen Wilsons, als es galt, während der interalliierten Friedensberatungen n Paris die Einhaltung der berühmten 14 Bunkte durchzu egen, war letzten Endes auch ein Versagen Lansings. Es toft behauptet worden, dag jowohl in der Neutralitätsfie periode von 1915/16 wie auch in der Zeit der aktiven Beeile eiligung Ameritas am Weltkrieg und schließlich in den rbe Binter- und Stübiabrsmonaten 1919 Lansing gewiffermaßen ge er böse Geist Wilsons gewesen wäre. Aber dieser Beauptung fteht das Zeugnis anderer Bersönlichkeiten gegen ber, die ihn für einen loyalen Mitarbeiter feines Chefs bielten und die die Version feiner angeblichen besonderen Deutschfeindlichkeit" für eine Legende erklären. On Wirkchfelt dürfte für Lansing basselbe gelten wie für Wilson: le waren ursprünglich aufrichtig entschlossen und bemüht, Imerita aus dem Kriege herauszuhalten und als Friedens ermittler im gegebenen Augenblid aufzutreten, aber die aiferlich- deutsche Krlesspoliit, por allem der ebento finnloje bie leichtfertige rüdlichtslose U- Boot Krieg hat diese Ränner gewaltsam in bas Lager der Entente getrieben. Lansings Name wird in der Geschichte vor allem deshalb ortleben, weil er die entfcheidenden Moien unterGrieb, die vor fast genau gehn Jahren dem Waffenstilt. and borangingen. Eine diefer Noten bezieht sich eben auf ie vierzehn Bunfte und beftätigt ble Abficht der Ber inigten Staaten, diese Grundsäge aur Grundlage der Friedensbedingungen au machen, mit Ausnahme von zwei Borbehalte über die Entschädigungsfrage und die Freiheit er Meere. Insofern wird die Lansing Rote stets das 3 Genoffe Landsberg trat nochmals für den fozialdemokratischen Berbefferungsantrag ein. Er verlangte, daß das Gefeh gemähr. leiffe, daß wirklich nur schwere Gewohnheitsverbrecher unter die Sicherungsverwahrung fleten Bolitische Straftaten dürften niemals zur Anwendung der Sicherungsverwahrung führen Bei der Abstimmung wurden die fozialbemottatt fen Berbefferungsantrage abgelehnt und der Res gierungsentwurf ohne Aenderungen angenommen. Die Dauer der Unterbringung. Bei der Erörterung ber Dauer der unterbringung innstatten begründete Genoffe Rosenfeld einen sozialbemo kratischen Antrag: in dem Falle der Unterbringung in einer Heil begeanstalt nicht erst, wie im Regierungsentwurf vorgefehen ist, alle drei Jahre, fondern schon dile sechs Monate eine tach prüfung vorzunehmen, bb bie Unterbringung aufrechtzu erhalten jet. angenommen. Dieser Antrag wurde abgelehnt, der Regierungsentiorf Abg. Zapf( D. Bp.) begründete einen von ihn zusammen mit Bertretern der Bayerischen Boltspartei und Dr. 2ohmann ( 5ofpitoni ber Demokratischen Partei) geftelten Antrag: Die Zustimmung des Gerichts zur Cattailung aus der Dokument feln, das man dem Bersailler Friedensvertrag entgegenhalten wird, wenn man über die Revisionsbedürftig feit der Friedensverträge von 1919 diskutiert. Als Lanjing hatte Wilson nach Europa begleitet, um ihm bei ben Friedensverhandlungen zur Seite zu stehen. Wilson seinen Parijer Aufenthalt unterbrechen und auf mehrere Wochen nach Washington zurückreisen mußte, wurde Lansing der Führer ber amerikanischen Delegation. Es mag fein, daß Clemenceau die vorübergehende Abwesenheit feines einflußreichsten Gegenspielets ausnuten fonnte, um verfchiedenes durchzusehen, was Wilson dant feinem perfon lichen Prestige schon eher hätte verhindern können als jein Stellvertreter Lansing. Aber einen entscheidenden Einfluß auf die endgültige Gestaltung des Friedensvertrages' hat Lanfing weder im guten, noch im schlechten Sinne ge nommen. Die Rommunifien haben den Mörder des Sozialdemokraten Baris, der ant Vorabend der Reichstagswahl in Glauchau von einem Rotirontfämpfer vor den Augen feiner Angehörigen meuchlings er ftohen wurde, als Helden gefeiert und mit militärischer Barade an der Mordstelle geehrt. Dieser fommunistische Held und Borläntpfer and am 13. November vor dem Zwidauer Schwurgericht abgeurteili werden. Er heißt Grekich, if 23 Jahre alt und wegen Einbruchs. diebstahls wiederholt vorbestraft. 5 Anstatt tann insbesondere dann erteilt werden, wenn der Untergebrachte sich der Sterilisation unterzogen hat. Der Antragsteller ties darauf hin, daß man bel ben Berufs berbrechern alles tun müsse, um die Vererbung feiffer schlechtert Eigenschaften einzuschränken. In Amerita habe man bereits berartige Maßnahmen durchgeführt und auch in Danematt würde ähnliches geplant. Man müsse inlitets einer Operation ble Beugungsfähigkeit von degentierten Mensen( Geistesschwachen, Geiftestranten, Minderwertigen) beselligen tönnen, nidhf burd Staftration, sondern durch Sterilisation. folche Operation jef bet Männern. Jehr einfach. Elne Reichsjuftisminifter Koch wartbte fich gegen bieten Anfrag, inbem er ausführte, daß ein Berufsverbrecher, fölarge er gefährlich sei, nicht freigetdifen werden könne, auch wenn er fid erilisieren faffe. Benn er aber nicht gefährlich fet, müſſe er freiseleffen werden, auch wenn er fich nicht sterilisieren laffe. Aug. Emminger( Bayer Bp.) wollte mit dem Antrag nicht nur die Seltsverbrecher gefrollen millen. fondern alle diefelgen, die den Steim zum Verbrechertum fortaflanzten. Das her ausfallen aus der Elderungsverwahrung fet immer ein Geperiment. Bielleich würde man mit ber Steriftiation gute Erfahrungen machen Sie fel unter dem Gefichtspunft eines Roffiandes bes Staates burchaus berechtigt. Miniftrialtat Selle tom Reichsgesundheitsamt be richtete, daß man in einer Reihe nordameritanijder Staaten die Ste ellifierung aufgegeben habe, weil fie fich als zu grausam herausgestellt habe Im preußischen Gesundheitsamt hatten sich die berufensten Sachverständigen gegen eine zwangemetje Sterujanion aus gesprochen. Die Renninis von der Bererbungswiffenfchaff fet noch i füdenhaft, als daß man schon die vorgeschlagene Beftim mung in das Strafgeleg aufitehmen tönnte. 。 Benoffe Dr. Mafes begrüßté, baß mit Borgeschlagenen Aris trägen ein Problem zur Erörterung gestellt und in den Border: grund gerüdt merde; das für die menschliche Gesellschaft von großer Bebeutung jel. Benn man die Gesellschaft vor aloslaten enjchen schüßen wolle, jo tönne das nicht durch die Sterilisation gefchehen. 3mmerhin follte man es mit der Sterilisation versuchen. Bielleicht würde durch fie doch manches beffer werben. Gerade ble Aerzte, die sich mit diesem Problem befonders befaffen, Be grüßten den Antrag, aber natürlich dürfe tein Zwang ausgeübt werben, weder direkt noch indirekt. Charakteristisch fel, bab die Forderung der Sterilisierung gerade aus Bayern tamé und pon tatholisch- theologischer Seite unterfügt werde. Keineswegs dürfe man glauben, foziale Mißstände mit der Sterilisierung beseitigen zu tönnen. Soziale Mißstände tönnten nur durch soziale Maßnahmen gemilbert werden. Die Jojialdemokratische Fraffion werde den Antrag unterstützen, um die Wissenschaft zu weiteren For schungen zu ermuntern, und um den Versuch zu machen, mit Hilfe der Sterilisation in geeigneten Fällen Abhilfe zu schaffen. Die weitere Beratung wird auf Mittwoch vertagi. 4 Erfolgreiches Boltsbegehren. Bertleinerung des Parlaments in Danzig. Danzig, 30. Ottober:( Eigenbericht.) Das von den Regierungspartelen in Danzig eingeleitete BoltsBoltstages von 120 auf 72 und die Zahl der Senatoren von 22 out begehren, dessen Endziel vor allem ist, die Zahl der Mitglieder bes etforderliche Stimmenzahl ist erreicht worden, so daß dem Botta. 12 berabzulegen, ist am Dienstagabend abgeschlossen warbeit. Die begehren stattgegeben werden muß. Die Grundlagen der Faschistenmacht. Die Stärte und Bewaffnung der Milis Nady dem Bericht des Generals Baza ir im faschistischen Großen Rat jeste fich das irreguläre Heer( die fogenannte mit 3) am 1. Ottober 1927 aus 7074 Difzieren und 251 378 Schwarzhemden, und am 1. Auguft 1928 aus 9897 Offizieren und 289 090 Goldaten sujammen. Außerdem befaffen fich 1951 Offiziere mit der Ausbildung fer jungen fafchiftlichen 3 u gend Die Bewaffnung dieser Milig besteht aus 11 Bangeroutes, 10 Gebirgsgeschügen, 144 Watchinengewehren, 232 902 Gewehren 10 Gebirgsgeschüßen, 144 Maschinengewehren, 232 902 Gewehren und Starabinern, fowie 16 313 Revolvern. Theater, Lichtspiele usw. Mittw., d. 31. 10. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 124 20 Uhr Aegyptische Helena Staats- Oper A PL.d. Repubi. A.-V. 75 19 Chr Carmen Mittw., d. 31. 10. Städtische Oper Bismarckstr Turnus I 19 Uhr Tannhäuser Staati. Schauspielh. AB Gendarmenmark! A.-V. 189 20 Uhr Kalkutta, 4. Mai 13art. Schiller- Theater, Charltbg. 15% Uhr: Wallensteins Lager. Die P.ccolomini. 20 Uhr: Gas SCALA & Uhr B.5 Barbarossa 9256 Heute letzter Tag Das sensationelle Oktober- Programm Metropol- Theater Täglich 8, 2hr Friederife Muft von Franz Lebar Käthe Dorich Richard Tauber Hilde Borner Bespermann Arnstaedt Diegelmann Dora Reg Limburg Raiser- T Die Raffe ift den ganzen Zag geöffnet. Telephon: Zentrum 378 u. 9393 Großes Schauspielhaus& Volksbühne TAUENTZIEN| Trianon- Th. Theater am Bülowplatz 8 Uhr Der lebende Leichnam Theater am Schiffbauerdamm 8 Uhr Die Drei- GroschenOper Thalia- Theater 8 Uhr: Schneider Wibbels Auferstehung Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr GAS Th. am Schiffbauerdamm Täglich 8 Uhr Die Drei- GroschenOper Paulsen, Valetti, Ander, Gerron, Schaufuß, Kühl, Lenja. Telephon: Herden 1141.281 Täglich 81, Uhr PALAST Skandal um Olly LUDWIG KLOPFER Weib IN DER Wüste HAUPTROLLE JRENE RICH REGIE KERTESZ VORSTELLUNGEN 6.8.10 Erika Glässner, Heinz Salinér Rundfunk hörer halbe Preise Saltenourg- Bühnen Dts. Künstler- Th. 8 Uhr: Die Herzogin von Chicago Oper. von Emmerich Raiman Lessing- Theater 8 Uhr Alb. Bassermann, Lucie Mannheim Herr Lamberthier Drama von Louis Verneuil. HALLER- REVUE Theater 99 Th. Schön und schick" im Admiralspalast Täglich 8 Uhr. Barnowsky- Bühnen Th. Königgrätz. St. 814 Uhr, Ende 101 Deutsches Theater Letzte Aufführg.! Norden 12 310 Vorverkauf auch im Pavillon d. Reinhardtbühnen, Kurfürstendamm, Ecke Uhlandstraße Bismarck 448 11. 449. 8 Uhr, Ende gegen 11 Die Verbrecher Schauspiel von FerdinandBruckner Der rote General Freitag, 2. Nov. Zum 1. Male: Der Frauenarzt Schauspiel von Hans J. Rehfisch Stg. nachm. 31%, Uhr Kleine Preise Der rote General Komodienheps Kammerspiele T4, Ende 10%/ Perlenkomödie Norden 12310. U. Ende nach 10 „ Ehen werden im von Bruno Frank Stg nachm. 3. kleine Preise Himmel geschlossen" Mein Vater hat Komödie von Walter Hasenclever Recht gehabt Die Komödle Theater des Westens Bismarck 2414/7516 8% Ende 112 Uhr Moskauer jud. akad. 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