Morgenausgabe Oonnersiag «Schnim»»«.»»».«IH»«». W I H■■»W■[ SJuöwdrfö 15 pf. tm oorou« jaMbor. P-std,»«»*J2 VL �JSS i hssB| RH KW U\ bSI W> WH Hj H/ UW HH/�®5/ �«Ichb»u,i-md»°d««. FMW WW W�WWW A s Wtz»)D W> /'«..,n, �np..«.,,.,�. ®-"* toot' HMH fnü i■ H B8 WW■ B B— �|H SB j jjL(0 Pfennig. R« Name eil- 5— R«>cha- * wrSK I I WW B B B ZW 19 v W> SS B B B..«leine An, eigen' da» -�W I Bi B B B�x. SHXSHl� fW| WW B dru«.«an-s Pfennig«znisisi, zw� ter.Penekti*«rfitthrt I �WL �9\'>- � �W settaedruiNe Dane), jede» meitee» Dar« lich g»eimol, Sanniogs und Montag» I �HLv �W/ // �9 1 l! Pfennig, öieli-ng-fnche da, erst» einmal, die»dendauagaden für Perl» �9� X- �9 1 Don 18 Pfennig, jede, weilere Wae« und im Handel mil dem Titel.Der � �91 10 Pfennig. Borte über 18 Buchstaben Abend". JlluftNeN» Beilage».voll ▼/«üblen für zwei Borte. Arbeitsmaekl und Zeit"»nb.Ki»beefrennb". gerne» � Ä_-.' Zeile 80 Pfennig. Familienanzeigen für .Unterdaltung und Bisten",.FraNeu» �9�9 ��9 9�9 � 9bMt tm M A A' Abonnenten Zeile«0 Pfennig. Anzeigen» stimme"..Technit"»Blich in die R�«MIckMl»W W W M'G«MM W BUWstUG» l�WM? annähme im chouotgelchast Linden» Bücherwell' und.Iugend.Barmart«" �����9��999999��9<99� ���99pXr 9�99999 strasteZh«ochentägi. ocm 8'/, bi> 17 Uhr. JenteaSorZan der Sozialdemokratischen Vaetei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstroße S ArttiNrtH�-'NoolckPN tSS*tt ft Post!ch«ckkonto: verlin S7LSS- vanNonto:«ank d««rdeiler.«»geftelli«, "ernlviecher: löndoff KS— SS? lelegramm-Sdr: eoiloldemokrai v«rlt»-Wt SvU» lV"eVei»UN NI» v» und Beamten Wallftr. SS. Dtskonto-Eelelllchaft. Depositenkalle Lindenstr. L Ltnternehmer gegen den Staat. Der große Entscheidungskampf im Westen. Bochum. Zl. Oftober.(Eigenbericht.) Am Mittwoch uachmiltag hat mit der Entlassung der Arühschichleu auf sämtlichen Werken der rheinisch-west- fälischen Metallindustrie die Aussperrungsaktion des Arbeitgeberverbande» der nordwestlichen Gruppe, von der 225 000 Arbeiter betroffen werden, begonnen. Die Arbeiter erhielten mit der Abschlagslöhnung den Abkehr- schein. Mit der Beendigung der Nachtschicht, die bi» Donnerstag morgen verfahren wird, werden die letzten Belegschaftsmitglieder entlasten werden. Die Aussperrungen in der Metallindustrie werden natürlich sofort Rückwirkungen aus den Ruhr- b e r g b a u zeitigen, wie verlautet, sollen schon am Donnerstag auf den meisten Zechen de» RuhrgebiFt» Feierschichten eingelegt werden. Bei längerer Dauer de? Ststlegvug der rheinlsch-wesifälischen Metallindustrie ist mit Sergorbeitermaffeaeuilostungeu zu rechnen. 0 Die Unternehmer der Schwerindustrie des Ruhrgebiets haben trotz Verbindlichkeitsertlärung des Schiedsspruchs ihre Drohung wahrgemacht und die Aussperrung durch- geführt. Das ist Geist vom Geiste Hugenbergs. Dos bedeutet, daß dieselben Unternehmer, die sonst nicht genug über den Mangel einer starken Staatsautorität klogen können, sich gegen diese Staatsautorität erheben und damit die Anarchie, die Verneinung des Staatsgedankens proklamieren. Ganz abgesehen von den wirtschaftlichen und rechtlichen Folgen dieses Unternehmeranarchis» rnus sind auch seine politischen Folgen unabsehbar. Mit welchem Recht können die Industriellen des Ruhrgebiets von dem Arbeiter die Respektierung des Gesetzes verlangen, mit welchem Recht kann diese im deutschen Unternehmerlager führende Gruppe die Stärkung der Staatsautorität fordern, inrun sie selbst das Beispiel der offenen Auflehnung gegen das Gesetz gibt? Die Kampfmaßnahme der Unternehmer ist nicht nur ein Verstoß gegen die Schlichtungsordnung und vielleicht auch gegen die Stillegungsverordnung! sie ist darüber hin- aus ein direkter Angriff auf das verfassungsrechU.u) gesicherte Koalitionsrecht und die gleichfalls durch die Verfassung gesicherte gleichberechtigte Mitwirkung der Arbeiter bei der Regelung der Arbeitsbedingungen. Würde es sich bei dieser Maßnahme um einen einzelnen kleinen oder mittleren Betrieb handeln, dann könnte man die Erledigung der Frage ruhig den Gerichten überlasten. Hier jedoch geht es um mehr. Die Folgen ihrer Handlungs- weise, die den Unternehmern zweifellos unverhältnismäßig mehr kosten werden als die Einhaltung des Tarifoertrages, den die Verbindlichkeitserklärung geschaffen hat. diese Folgen sind für das gesamte Wirtschaftsleben von so großer und verhängnisvoller Bedeutung, daß sie zwangsläufig zu einer politischen Frage ersten Ranges werden. Un- möglich kann eine Regierung es dulden, daß eine kleine Gruppe von Unternehmern ihre wirtschaftliche Machtstellung dazu mißbraucht, nicht nur zunächst mehr als 200 000 Ar- bester durch eine gesetzwidrige Handlung brotlos zu machen, sondern auch durch die Stillegung ihrer Betriebe darüber hinaus die Stillegung eines großen Teiles des Wirtschaftslebens zu erzwingen. Die Auflehnung der Schwenndustnellen zeigt, daß die Staatsautorität nicht aufrechtzuerhalten ist, wenn es einer Unternehmergruppe gestattet werden könnte, unter Verneinung de» Gesetzes das Wirtschaftsleben stillzulegen. Ohne weitere» ergibt sich daraus die Frage, ob es in einem so hochindustrialisierten Lande noch erträglich ist, daß die lebenswichtigen Schlüsselindustrien sich in den Händen von Leuten befinden, die sich ihrer Verantwortung gegenüber dem Volksganzen nicht bewußt sind. Es ist ohne weiteres klar, daß kein Staat bestehen kann, wenn er nicht allen Staatsbürgern die Respektierung des Gesetzes aufzuerlegen vermag. Die» trifft hier um so mehr zu, als die Gesetzes- Verletzung der Unternehmer nicht nur die Staat sautorstät untergräbt, fondern das gesamte Wirtschaftsleben, das deutsche Volk in seiner Existenz bedroht. Gegenüber dem Unternehmeranarchismus von der Ruhr muß sich die Staatsgewalt, die vom Volke ausgeht, Geltung verschaffen. Eisenkampf. ' Womit begründen die Eisenherren von der Ruhr ihre furcht- bare Provokation des Staates und der Gesarntheit? Mit der Behauptung, die Eisen-, Stahl- und WalzwerkÄndustrie werde un- rentabel, wenn der verbindlich erklärte Schiedsspruch durchgeführt Verde. Ist die Behauptung wahr? Di« Geschäftsabschlüsse der Eisenkonzerne für das Jahr 1927/28 liegen noch nicht vor. Wohl aber hat ein Großkonzern der Elsen- induftrie. der Klöcknerkonzern die Hauptzisfern gestern ver- ösfentlicht. Sein« Betriebsüberfäzüsse sind nicht gesunken, sondern gestiegen. Es wird ausdrücklich festgestellt, daß der Konzern, obwohl neu« IS Millionen Mark in diesem Jahr« Dividende verlangen, auch für das erhöht« Kapstal eine Dividende von 7 Proz. hätte verteilen können. Der Klöcknerkonzern gehört aber zu den schwächsten Großkonzernen der Schwerindustrie. Bei dem Rsthrstahltrust, der Bereinigten Stahlwerke A-G.. mütsen die tatsächlichen Gewinne die des Vorjahres west über- treffen. Er hat für das Juli-Septemberguortal rnst 368 Millionen Mark olle übrigen Quartale noch erheblich übertreffende Umsatz- Ziffern gemeldet. Die Gute Hoffnungshütte hat ihren Jahresumsatz von 190 aus 207 Millionen Mark erhöht. Äe Eisenindustrie hat zu behaupten versucht, ihre Erlöse seien infolg« der Erhöhung der Selbstkosten durch den Dezemberschieds- spruch, die Kahlenpreis- und die Eisenbohntariierhöhung nicht gestiegen. Diese Behauptung war angesichts des Nachweises nicht zu halten, daß die zweimalige Erhöhung der Eifenpreife im Inland, die anziehende Preiskonjunktur im Auslandsabsatz die Erlöse bedeutend über die Selbstkostenerhöhung hinaus gesteigert hatten. Di« Behauptung von der drohenden Unrentabilität infolge der geringen Lohnerhöhungen des Zwangsschiedsspruchs ist falsch. Es ist kein Wort darüber zu verlieren, daß di« Eifenherren die geringen Mehrlöhne nicht etwa nicht zahlen können, sondern sie nicht zahlen wollen. Selbst wenn aber ein« Erhöhung der Selbstkosten und ein« vorübergehende Senkung der Reinerläse durch den Zwangsschieds- spruch eittträt«, so wären die Arbeiter, auch bei Durchführung des Zwangstarifs wirtschaftlich gegenüber dem Eisenkapital immer noch die Betrogenen. Nimmt man an, daß die Realoerdienste der Metall- arbeiter in der Eisen- und Stahlindustrie heute wirklich entsprechend der Teuerung seit der Vorkriegszeit gestiegen wären, so ist der Ge- winn des Eisenkapitals aus den beschäftigten Arbeitskräften heute ein unvergleichlich höherer als damals Pro Arbeiter ist nämlich der Wert des erzeugten Roheisens, ganz vorsichtig gerechnet, seit 1913 um mindestens 61 Proz., der Wert des erzeugten Stahl? sogar um mindestens 87 Proz. gestiegen. Die Gewinne der Eisenindustrie werden also durch schärfere Ausbeutung der um die Früchte ihrer Mehrleistung betrogenen Metall- arbeiter erzielt. Die Rechtsfolgen. Das Vorgehen der Metallindustriellen in Nordwest ist vom rechtlichen Standpunkt aus unter drei verjchiedenen Gesichts- punkten zu betrachten: Erstens: Sind bei Durchführung des Vorgehens der Arbeit- geber die Vorschriften der St l e g umg s v e r o r d n ü n g eingehalten worden, und, wenn nicht, welche Wirkung würde dies haben? Zweitens: Ist das Verhalten der Arbeitgebervereiiiigung bzw. der einzelnen Arbeitgeber«in« Aussperrung und, wenn j a, ist diese Aussperrung t a r i f w i d r i g? Drittens: Ist die Aussperrung«in« unerlaubte Hand- lung mit Schadenersatzfolgen zugunsten der Gewerkschaft und der einzelnen Zlrbeitnehmer? Aussperrungen und Stillegungen unterscheiden sich dadurch, daß' die Aussperrung die Gegen den Panzerkreuzer? Sozialdemokratischer Antrag im Reichstag. Der Vorstand W sozialdemokratischen Reichstags- f r a k t i o n, der am Mittwoch versammelt war. hat beschlossen, im Reichstag einen Antrag mit folgendem Wortlaut einzubringen: „Der Reichstag möge beschließen: Ter Bau des Panzerkreuzers A. wird eingestellt." Dieser Antrag entspricht einer Ankündigung, die der Vorsitzend« der Sozialdemokratischen Partei, Abg. Wels, bereits vor einigen Wochen auf dem Brandenburger Provinzialparteitag gemacht hat. Inzwischen hat noch keine Fraltionssttzung stattgesunden, aber der Fraktionsvorstand, der die Stimmung der Partei im Lande kennt, hat nicht den geringsten Zweifel daran, daß die Fraktion sein Vor- gehen ohne weiteres gutheißen wird. Es mußte dafür Sorge getrogen werden, daß der Antrag dem Parlament am Tage feines Zusammentretens vorliegt, weil von uns selbstverständlich der größte Wert auf seine möglichst schnelle Behandlung und Verabschiedung gelegt werden muß. Ueber die Aussichten unserer Forderung läßt sich Abschließendes auch heute noch nicht sagen. Immerhin darf daraus hingewiesen werden, Zeppelin über Frankreich. Heute in Friedrichshofen. Paris, 31. Oktober. Um 23 Uhr deutscher Zeit wurde daS Luftschiff „Graf Zeppelin" 102 Kilometer südwestlich von dem PariferFluKhasenLeBourget entfernt in der Gegend von Orleans gesichtet. Ob das Luftschiff Paris selbst ansteuern wird, steht noch nicht fest. Der direkte Weg von Orleans nach FriedrichShafe« würde südlich an Pari« vorbeiführe». daß vor einigen Tagen der Abg. F e h r in einer Rede die Abneigung seiner Gruppe, der Deutschen Bauernpartei, gegen den Bau des Panzerkreuzers zum Ausdruck gebracht hat. Die Deutsche Bauern- Partei steht in Fraktionsgemeinschast mit der R e i ch s p a r t e i des Deutschen Mistel st andes und die Stellungnahme Fehrs sowohl wie gewisse Aeußerungen aus dem Lager der Mittelstands- Partei lasicn darauf schließen, daß auch diese zum mindesten nicht gegen unseren Zlntrag stimmen wird. Doch auch wenn wir von ihr absehen, würden schon heut« bei vollbesetztem Hause 240 Gegner des Panzerschisfbaues gezählt werden können. Ihnen ständen 230 Be- fürworter gegenüber. Da dabei indessen die diflentierenden Zen- tr» ins stimmen nicht mit eingerechnet sind, darf eine Mehrheit für den sozialdemokratischen Antrag als sicher angenommen werden. Einberufung des Reichsiags. Am 13. November die erste Plenarsitzung. Der Reichstag ist nunmehr endgültig zum Dienstag, dem 13. November, nachmittags 3 Uhr, einberusen worden. Aus der Tagesordnung steht u. a. die Beratung eines Gesetzes betreffend das Uebereinkommen über die Sklaveret, der Vergleichevcrtrag und Schiedsgerichtsoertrag zwischen Deutschland und Amerika, das Gesetz über das deutfch-britische Abkommen über den Rechtsverkehr sowie Rechnungssachen. Bor der Plenarsitzung wird auch der A e l t e st« n r a t zu- fammentrewn, um die«eiteren Dispositionen für die Herbsttagung zu treffen.| Am Mittwoch, dem 7. November, hält der Wohnungs- a u s s chu h de» Reichstags«in« Sitzung ab, um einen Bericht der Reichsregierung über den Stand de» Wohnungsbaues entgegen- zunehmen und zum Bauprogramm 1929 Stellung zu nehmen. Am Donnerstag, dem 8. November, beginnt der Ssziale Ausschuß des Reichstags die Borberatung de» Entwurf»»in», dritten Gesetz« Obsr Aendsrung»« i» der Unfallversicherung. Entlassung Arbeitnehmer ist, te der Erwartung, da» ArbeitsverhSItnts binnen kurzer Zeit unter abgeänderten Arbeitsbedingungen wieder zu erneuern. Stillagung ist die aus wirtschastlichen Erwägungen beruhend« Einstellung des Betriebe» fstr unvorhergesehen« lange Zeit. Es ist un- erheblich, ob die Arbeitgeber eine Maßnahm« als Stillegung oder als Auesperrung bezeichnen. Maßgeblich ist einzig und allein,«a» die Maßnahm« ihrem Wesen noch ist. Di« Maß- nähme von Nordwest muß als Aussperrung und nicht als Stillegung bezeichnet welchen. Unzweiselhaft wollen die Arbeltgeber durch die Domahme der Kündigung den Widerstand der Ar- beitnehmar brechen und mit abgeänderten Arbeit»- bedibgungen den Betrieb wieder aufnehmen. Sowe man sich sedoch aus den entgegengesetzte» Stand- punkt stellen, den offenbar d>« Unternehmer einnehmen, so müßten die Vorschriften In der Stillegungsoerordnung Anwendung finden..Di« Stillegungsverordnung läßt Massen- sündig un gen wie die hier vorliegenden nur zu. wenn viar Wochen vor der Entlassung«ine Anzeige an die zu- ständige Rcgiaungsstcll« gemacht ist. Da die Anzeig« unter- lassen wurde, sind die Kündigungen nichtig, und die Arbeiter behalten ihren Lohnanspruch. Die Stillcgungsverord- nimg kainl schließlich dazu führen, daß das Deich Betrieb«, die still- gelegt werden, enteignet. tMermif hat Gen. 08 6« schon bei oilderer Gelegenheit im„Vorwärts"' hingewiesen. Wenn man jedoch das Verhalten der Unternehmer als Aus- sperrung ansieht, wie dies zutreffend von Arbeiterseite aus erfvlgt. so sst die Aussperrung nls torsf widrig zu bezeichnen. Die Aussperrung hat den Zweck, die Durchsührung des verbindlich erklärten Schiedsspruchs au vereiteln. Ein verblndlich erklärter Schiedsspruch ist seiner Wirk ung nach ab«r einem freiwillig abgefchlosteuen larifoerkrag gleichzusehen. Hie Arbestgcberveremigiing, die larlspartei des verbindlich erklärten Schiedsspruches ist, hat die Verpflichtung, ans ihre Mitglieder einzuwirken, daß dies« sich t a r i s t r e u verhalten. Das Ver- halten der einzelnen Arbeitgeber, die durch Kampfmaßnohmen ihre Arbeiter oeranlassen wallen, den Schiedsspruch nicht zu respektieren, ist aber dasGegenteil. vonTar.iftreue. Do der Arbeitgeberverdand dic einzelnen Arbeitgeber in diesem Verhalten unterstützt und sie m ihm bestärkt, begeht er Tarijbruch. Die Aolge de» larifbruche» 'st. stoß der Arbeitgchemerband den G« w e r k s ch o f t e n g e g« n» iister und den einzelnen Gewerkschosksmibgliedern zum Schadenersatz verpflichtet ist. Schadenersatzansprüche au» Tarisbruch können jedoch nur die organisiert«», nicht dir unorganisierten Arbeiter erheben. Der Schadenersatzanspruch der Gewerkschaft geht aus Ersatz der M aß'seg« l u n g»u n t« r st ü tz u n g an M« Arbeitnehmer. Der Schadenersatzanspruch de» einzelnen Arbeiter» aus die Disferenz zwischen seinem Lohn und der Maßregelungsunterstützung- Die Aussperrung ist endlich eine» , fittenwidrige Handlung im Sinne de»§ 826 B©8. Dos B« i ch s a r b« i t s g e r i cht Hot am vergangenen Sonnabend in einer gegen die Stadt Königshofen schwebenden Klage ent- schieden, daß der Versuch de» Arbeitgeber», die Arbeitnehmer durch Androhung der Aussperrung zum Abschluß von untertariflichen Löhnen zu zwingen, sittenwidrig sein könne. Der' Königs. hosener Fall ist mit dem Streit in Nordwest inhaltlich identisch. Da die Aussperrung sittenwidrig ist. haben die einzelnen Arbeit- nehmar gegen ihr« Arbeitgeber einen Anspruch aus Ersatz de» ihnen erwachsenen Schadens. S« diesem Zusammenhang taucht di« weiter« Frag« aus. ob di« .ausgesperrten Arbeiter auch Anspruch aus Arbeitslosenunterstützung haben. Noch ß 38 de» Geietze» über Arbeitsvermittlung und Ar« beitilosenversicherung erhalten Arbeitslos«, deren Arbeitslosigkeit durch«In« Au«sp»rrung verursacht ist. während der Au»- sperrung keine Arbeitslosenunterstützung. Bei Au». lperrungen im Sinne des ß S4 das ArbeiUosenovrsicherungsgesctze» handelt es sich jedoch nur um rechtlich zulässige Aussperrungen. Qm norliegenden Falle handelt es sich aber um«in« unter Tarif- b r u ch vorgenommene Aussperrung, di« also rechtlich u nzu- lässig ist. Daraus muß man also weiter folgern, daß die von der Aussperrung betroffenen Arbeiter auch A n l p r u ch auf Arbeits« losenunterstützung haben.. Regierung und Derbindlichkeiiserklärung. Amtlich wird mitgeteilt: 3n einer ANnifierbefprechuag vom gestrigen vormittag hat der Reichsarbeilsministcr über den klon- flikl i» der Eisenindustrie der oordwestlichea Gruppe vertcht er- stattet und mitgeteilt, daß er entsprechend den ihm durch die Schlich- ttmgsordnung übertragenen Befugnissen den Schiedsspruch für P«rbt»dlich erklären werde. Vach eingehender Au». der Ministerrat hiervon Kenntnis Die Kriegserklärung der Lttiteruehwer. Der„Deutsche Handelsdienst" erfährt von Arbeitgeber- feite zu der Derbindlichkcitserklärung des Schiedsspruches für die nordwestdeutsche Eisenindustrie: Der prinzipielle Stand- .punkt der Industrie beruht darauf, daß angesicht» der fort- schreitenden Schmälcrung de» Erträgnisse« und angesicht» der sinken- den Konjunktur«ine generelle Lohnerhöhung at« unmöglich angesehen wird. Die Industrie hat den schweren Entschluß zur Stillegung gefaßt, um endlich einmal mit dem System, daß bei Ablauf eines larijvertrage» immer wieder neue Forderungen gestellt iverden, die alsdann auf dem Schlichtungswcg« wenigstens teilweise erfüllt werden, gebrochen wird. Die Industrie sieht t» diesem System«inen Rest aus der Inflationszoit, der. wenn nicht endlich damit Schluß gemacht wird, unzweilelhaft zu»reuen In- flationserscheimzngen führen muß Die Gewerkschaften haben während der Schlichtungsver- Handlungen den Vorschlag gemacht, vor Fällung der end- gültigen Entscheidung über ihre Forderung durch eine Kom» Mission nachprüfen zu lassen, ob di« Behauptungen der Unternehmer bezüglich de* Gestehungskosten zutreffen. Die Unternehmer haben diesen Porschlag abgelehnt. Damit haben sie indirekt zugestanden, daß. rein wirtschaftlich gesehen, die angebliche Unmöglichkeit, die Forderungen der Gewerkschaften zu erfüllen, nicht begründet werden kann. Der Schiedsspruch bleibt weit hinter dpn Forde- rungen der Gen«rkschaft«n zurück. Aber wie die Unternehmer jetzt offen sagen, handelt es sich{ü? sie n i ch t um die Möglichkeit»der Unmöglichkeit der Wieder ein Llkrainer-Aitentat. Gegen das polnische Kousulai in Prag. v rag. 3t. Oktober. Zw Gebäude de» polnischen Generalkonsulais ist heute vor- mittag von dem ukrainischen Emigranten Thodaeus Nirolous Azivk ein Anschlag verübt worden. 3m ersten Stock des Gebäudes warf Aztuk vor den Zimmern des Konsulats eine Flasche mit ang«. zündet«« Benzin zur Erde. Auf der Flucht traf er im yaus» «Ingang mit dem polnischen Generalkonsul Ihadaeu» tu bar- zewskl zusammen, gegen den«r einen Schuß abgab, der jedoch fehlging. Aziuk wurde verhoslet: er flammt au» Ollgallzten. ist Absoloenl de» Gymnasiums und wohnt in Zosephstadl an der Metlau. Durch da» angezündet» Yeyzin sing da» Sliegenhou» Feuer, da» aber vom Konlulat-i personal bald gelöscht werden konnte. Die Tat rief auf dem Konsulat große Erregung hervor. und vor dem Gebäude sammelt« sich rasch eine große Menschenmenge an. » Dieses Attentat ist lediglich ein weiteres Glied der langen Reihe verzweifelter Terrorakte, die ostgalizisch« Ukrainer gegen Vertreter des polnischen Staates unternommen haben. Das weit überwiegend ukrainische Ostgalizien war von den Großmächten nacb Kriegsende Polen nur zur vorläufigen Besetzung überlassen worden, um zu verhindern, daß die Sowjetukraine auch diese Zis Millionen Ukrainer umfasse. Polen aber führt in Ostgalizien«inen Vernichtung»- krieg gegen das ukrainische Volkstum» vor allem feine Schule und fein Vereinswesen, da» wahrlich nicht nur Vereinsmeierei, sondern Arbeit zur Bildung und zur Erhaltung der Nation ist. Eines der letzten Opfer der terra- ristischen Gegenattwn war der polnische Schulkurator. Die rechtswidrige Benachteiligung der Ukrainer bei der vor- jährigen Sejm- und Senatswahl hat di« Empörung noch steigern müssen. Parlamentsbeginn zu Warschau. warschan. 31. Oktober. In der ersten Sitzimg der Budgettagung de» Sejm war hie Reg>«n»ng mit Ausnahm« Pilsudski» anwesend. Finanz- minister Ezechowiez brachte den Haushalt für das kommend« Finanzjahr ein. Der Minister entworf ein optimistisches Bild von dar Mirtlchaftskage: der polnischen Währung drohe kein« Gefahr. Eine Reform der Steuergesetzyebimg sei nörig. Der Obmann de» Regierungsblocke, Oberst S l a v» k. bracht« einen Antrag«in. daß der Dersasiungsaosschuß binnen drei Monaten dem Pleimm Bericht erstatten solle, welche Aenderungen in der Dersassung notwendig wären. In dem Antrage heißt es noch, daß das Problem de» Verhältnisses zwischen Regierung und Volksvertretung noch nicht gelöst sei. Die Macht des Präsidenten de? Republik muß gestärkt werden und die Regierung den Einslusien de» Porteimejen» ferngehalten werden Der sozialdemokratische Klub brachte«inen Dringklchkeitsantrog gegen dic überhondnehmenden Z e it u n g s b« s chlo g n o h m u n ge n ein. Erfüllung des Schiedsspruches. Mit dem System des Schlichtungswesens überhaupt müsse endlich„Schluß gemacht" werden. Das ist eine Kriegserklärung an den Staat. Das ist die offene Auflehnung gegen das Gesetz. Wenn die Unternehmer eine Inflation an die Wand malen, so kann man mit einem Achselzucken darüber hinweggehen. Di« Herren, die während der Ruhr- besetzung an den General Dogputte gegen das deutsche Gesetz appellierten, haben seitdem nicht» gelernt und nichts vergessen. Die Maßnahmen der Gewerkschaften. Bochum, Zt. Oktober.(Eigenbericht) Am Mittwoch nachmittag traf die Bezirksleitung de» Deutschen Metallarbeiterverbandes von Berlin In Esten ein, um sofort mit den Geschästssührern in Beratungen über die Log»«inzutreten. Zunächst wurde beschlossen,«inen Appell an di« Metall- arbeit«rscha st zu richten, in dem daraus hingewiesen wird. daß der Arbeitgeberverband, ossenbar um es auf«ine Kraft- probe ankommen zu lasten, trotz der VerbindNchkeitserklärung des Schiedsspruches tue Aussperrung durchgeführt hat. Dic Metall- arbeiter werden ersucht, keine Arbeiten zu verrichten, in deren Bezahlung nicht der voll« Inhalt de» Schied»- spruches zur Gellung komme. Der Aufruf erwähnt di« Arbeiter- Ichaft zur streng st« n Disziplin. Rur h-n Parolen der Sc- w e r k s ch o ft« n sei Folge zu leisten. Der AfA-Bund hat seine Mitgsietwr angewies«». alle Notstandsarbeiteu zu verweigern. D«r Hauptnorstand des DeÄschen Metallarbeiterverbandes trifft am Donnerstag tn Esten «in. wo er voraussichtlich während der ganzen Zeit der Aus- fperrungsaktion oerwailen wird. Dos Bureau der Bezirkslellunz des D-Äschen Metallarbeiter Verbandes in Esten wurde zum Sitz de» Aktionsausschusses bepünmt. Der Deutsch« Metall- ardeiterverband wird vom ersten Tage der Aussperrung ob Unter» stützung an sein« Mitglieder zahlen Die Schauspielerin als Ware. Filmregisseur Arih SUrng vsrdieut. Ein Prozeß der Filmschauspielerin D y e r s gegsn den Filmregisseur Fritz Long vor dem Arbellsgericht wirft«in bezeich. nende« Licht aus die Verhältniff« i» der Filmindustrie. Fräulein Dyere. die 18 Jahr« all ist. ist von Herrn Lang aus sechs Jahr« verpslichtet. Herr Lang darf von Johr zu Jahr kün- digen, Fräulein vyers nicht. Fräulein Dyers begann mit f/X> M. Monatsgage; augenblicklich erhält sie 1S00 M Herr Long aber hat das Recht, Fräulein Dyers an andere Filmgesellschaften zu .verleihen", man kann auch sogen, zu.vermieten". Die Mict«. die er für die Schauspielerin erhält, ist sein Geschäft: die verliehen« erhall dafür nicht». In der Zeit, in der Fräulein Dyers bei der Fritz-Vong-Film G.m.b.H. monatlich tzlltt Mark bezog, hat Fritz Long sie .oerliehen" an die Desu. dic ihrcrseit» an Herrn Long zflätz Mark pro Monat zahlen mußte. Fritz Lang hat di« jugend- lich« Dyer» dann an«ine französische Filmgesellschaft vergeben. Da- mal» erhielt Fräulein Dyer» tü00 Mark monatlich, Herr Lang steckt«, noch den Behauptungen der Klägerin, gYPN Mark ein. Er selbst bzw. sein Vertreter gab vor Gericht jedoch.nur" <00fl TO, monatlich zu. Jetzt soll Fräulein Dyers an Richard Oswald für 1200V Mark vermietet werden. Di« Schauspielerin ist ein» Dar», an der Herr Lang»er- dient. Sic klagt aus Lösung de» Vertrages, der gegen di« guten Sitten nerstoß«. Herr Lgng mill seine Ware, an der er mühelos Zehntausendc verdient, nicht freigeben. Er will si« weiter.ver- mieten". Das Arbeitsgericht wird da» Urteil in»inigen Togen verkünden. An der Verurteilung des Herrn Lang ist nicht zu .zweifeln. So entstchen Filmvermögen aus der'Verleihung menschlicher War«! Reinigung mii©Min. Zerschmetterer Thäl-vonn in der Derliner kommumfilschen Organisation. Das Reichsorgan des Lenin- Bundes veröflentlicht eine» Bericht übet die letzte Fimktionqrsitzung der SPD. Groß- Berlins. Diesem Bericht zufolge ist es in der Persammlung außerordentlich stürmisch zugegangen. Pieck hielt ein von T h ä l m o n n genau ftstgesetzte» Referat, das sich hauptsächlich mit organisatorischen Lehren de» Volksbegehren» beschönigte. Zum Hamburger Stau- hol nahm Pieck kein« Stellung. Er erwähnte mir den.trau. .rigen Fall Hamborg"» AI» sttzt hi« schpiz HWtschmnse «inletzten, nahmen di« Thäkmaiin-AngesteMen gegen d!« Zwischen- ruier eine dedrohlich« Hallung«In. In der Diskussion sprach unter anderen E w e r t. der recht zahm oultrot. Als er leise Kritik versuchte, wurde er stürmisch unterbrochen. U l b r i ch warnt« vor den K n ü p p e l w e t h o d c n de» VFB gegenüber andersdenkenden Partei- .genossen und Arbeitern. Köhler legt« die Stellung der Brandler-Grupp« dar. Entgegen allen Vedrshungen erklärte er, daß sein, Gnipp« nicht zurückschrecken werd«. Ihm Tat gleit ops der bisherigen Lmi« sortzusetzen. Der nach ihm sprechende Dahlem soll die Rechte al, Parteiseind«. Renegoten usw de- schimpft haben. Auch T h ä l m c n n ha) in der Diskussion da» Wort«rgrisfrn und sich als„Zerschmetterer" grsallen. Außerdem Hot er di« Säuberung in der Partei angedroht. Paul Fröhlich stellte den Antrag. Brondler sprechen y» lasten. Fröhlich wäre van den Thälytoim- Leuten deshalb bald gelyncht, worden. Der Antrag selbst wurde abgelchnb Eine Vertrouensresalution für Thälmonn stieß immerhin auch in dieler gesiebten Funkt ionörkvnserenz aus 8»- Stimmen Opposition. In verlin beainnen setzt dU Sicherungen zur praktischen Durch- führ UNg der„Parteilinle". Zunächst sind her Ei e w« r k s ch.o s.t f« l« k r« t ä r grenzel, Mitglied des Landtages, und di« Frauen- sekretörin Hanno Schul., ihrer Posten enthöbe.» vwichen. Ebenfalls ist Pieck als Palsetretär Berftn-Branden- borg praktisch koftgestsM. ba-ihm Mammeke auf di« Ras« geletzt Mvtzden /''.■■'':..... Die©owjetregisruug und der Hunger. Die Sowietregiarunx wandte sich offiziell an hie Arbsitsrvrgani. lationen in Moskau mit der Mittetlung, daß sich hie Zentral, uni» Industriegebiet« auf einen„harten Winter" gefaßt machen. müsten. In der Erklärung wird darauf hingewiesen, daß mit einer weiteren Verminderung der Zustellung»um Getreide und anderer Lebensmittel nach den Städten gerechnet wer. den wüst,. DI» Regierung sprich» ihr Bedauern aus. daß infolge unvorhergesehener Umstöich« da, Brot auch von schlechter Qualität sein werde. Zwar wird die Hofsiwng ausgesprochen. daß sich di« Qualität bald bester» werde- Schließlich bittet die Re- gierung dl« städtisch« Bevölkerung nachdrücklich, kein« Industrie- waren zu kouien, um letzter« in« Dorf schicken zu können, denn nur auf dies« Weis« könne man vom Bauern Getreib« erhallen. Kabinett und Kongregaiionen. Warum die Radikalen energisch werden. Pari»(IL Oktober,«ktgenbericht.) Di« durch den Vorstoß Herriot» im Ministerrat gegen di« Ar-> tikel 70 und 71 de» Gefetzentwurfs zugunsten der Kirch« so plötzlich herausbeschworene Gefahr einer Ministertrise hält di« gesamt« OtfienUichkeit in Bann. Der am Mittwoch morgen abgeholt«»» Kobtnettsrat vermocht« nach nicht zu einem definitiven Ergebnis zu gelangen, und di« Minister setzten ihr« Beratungen am Rachmittog iort. Man nimmt an. daß«» Potncore gelingen wird, di« National« Union wieder«inmol zu ritten. Hiernach soll nur fünf Kon« gregottonen die Niederlastung tn Frankreich erlaubt werden. deren Besugnistc besondere Statuten genau umschreiben würd«n. Die Hauptuilache des Vorstoße» der radikalen Minister liegt in der Notwendigkeit, sich angesichts des bevorstehenden Partei» kongresses in Angers den Rücken zu decken Di« zahlreichen Resolutionen von Porieisöderatjonen gegen di« Artikel 70 und 71 ließen keinen Zweifel darüber, daß die Partei etwas von ihren Ministern erwartet. Schließlich wird nicht mit Unrecht betont, daß Herriot al» Bürgermeister von Lyon von der Unterstützung der Sozialisten abhängt. Seine dortige Stellung wär« bedroht. falls er nicht in der Frage der Kongregationen energischer vorginge. In Rochesort wurde der bei der Schießerei in Pons ums Leben gekommen� Royalist zu Grobe getragen. Die zahlreiche Meng« lseß den Leichenzug schweigend vorüberziehen. Es kam nirgends zu Zwischenfällen. �eparationsbesprechung Hoesch �Po:ncar6. Port». ZL Oktober. tEigenberichtH Ministerpräsident Poinearä hatte mit dem deutschen Bot- schojter«ine Unterredung von 40 Minuten Dauer, wobei Botschafter v. Hoesch der Ansicht der deutschen Regierung Ausdruck gab, daß . die in Aiiesicht genommene Reporatianskonierenz nach Möglichkeit ! ans unabhängigen Sachverständigen gebildet werde. De» belgische Senat nahm m't 88 gegen 48 Stimmen bei einer EÄhaltung die Mllitörgesetze und mit 84 gegen 4.8 Stimmen bei ein«r Enthaltung die Bvrtag« üb«r den S p r a ch« ng« b ryu ch in d,r Arm«« an. Rr. 517* 45. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Vonnerstag. 1. November 1S2S SEeppelin landet erst heute! Sriedrichshaien wartete vergeblich» Jtlebrid)9f(nf«ii, 31. Oktober. Sie über Englaob gekommenen letzten Nachrichten habe» in Kreisen de» Lustschifsbaue» ewige llebcrraschvng hervorgerufen,«eil «au eigentlich geglaubt hatte, daß das Schiff doch schon weiter sein «ützte. vorlausig sind die letzten Meldungen wohl Widerspruch». »oll; aber gleichgültig, ob»Sraf Zeppelin" sich in der Nähe der bischen oder der sranzösischen Süsle befindet, hatte er heute gegen Mittag immerhin noch ein« Streik« von 2000 Kilometer »or sich. Auch wenn er bei gutem Wind die Höchstgeschwindigkeit von ISO Kilometer weiter enlwtfeln sollte, so wüid? er doch nicht vor Mitternacht in Iriedrichshafen fein können. Unter diesen Umständen Hot die Leitung de» Lustschifsbaue» die für Mittwoch abend angesetzten Empsang»s«ierlichkeit«a aus Donnerstag verschoben. E, wird auch nicht angenommen, daß da» Schiff, wean es erst nach Mitternacht hier eintrisst. vor morgen früh landet. Die Fahrt über Frankreich. Sa» Luftschiff.Gras Zeppelin" meldete u» 17.56 Uhr Mitteleuropäischer Zeit al» Standort 4 Grad westlicher Länge 47 Grad 20 Minuten nördlicher Breite, 120 Kilometer südlich Brest. 16 0 Kilometer westlich Uaote». Witterung im astgemeinen günstig, wind 10 Sekundenmeter au, Horde«. Sicht auf 10 Kilometer So» Luftschiff„Gras Zeppelin" teilt um 1K.45 Uhr mit. datz e» sich über der Stadt Na nie» befindet. Bari». 31. Oktober. heute abend um 6.20 Uhr hat da» Luftschiff„Gras Zeppelin" Tour» in einem Boge» überflogen. Sa» Schiff schien ln etwa 200 Meter höhe zu fliegen. Die Bevölkerung tonnte deutlich da» Surren der Motoren und die Lichter der Gondeln wahrnehmen. Tat Luftschiff schien Kur» noch Vloi» zu nehmen, tb» hotte vor- her da» Lviretat bei Vourgueil und Schlotz L a n g« a i» überflogen. Die Wetterlage im letzten Fahrtabschnitt. Hamburg. 31. Oktober. Da» Eeefluqreferot der Deutschen Seemart, gibt um 5�4 Uhr »ochmittag» die Weiterlage auf dem letzten Fahrtobschnilt de» ..Graf Aeppelin" wie folgt an: Der Wetterlage über dem westlichen Europa geben am Mittwoch nachinittao zwei Tiefdruckgebiete da» Gepräge. Da? ein« lief mit Barometerständen von 740 Millimeter Über dem mittleren England, während das zweit« mit 744 Villi- meter über dem westlichen Mitteln�erbecken sich herausbildet. Von dem Englondtief reicht eine Vöenfront auf vier Grad westlicher Lände vom Kanal bis zur spanischen Küste. Auf ihrer Rückseite herrschen starke, böige, nordwestlich« bis nördliche Luitströmungen, die stellen« weise 60«künden erreichen. Au» tiesen Wolken gehen stellenweis« starke Regenschauer nieder. Starke« Lustdruckgesälle über dem nörd- lichen und mittleren Jsronkreich deutet die Ausbildung einer.Ties- dkucklinic an, die dos Mitlelmcerties mit dem Englandties nerblnden wird. Unter den, Cinfluh dieser Entwicklung sällt in der Rhonezon» und über dem oberen Rheingebiet, sowie in den französischen Mittel» gcblrgslandschosten vereinzelt Regen. Die Wolken hängen im Berg. lande stellenweise bis in die Landschaften hinein, so daß das Luft- fchiif gegebenenfalls in diesen Gebieten sehr schlechtes frlugwetter ontressen würde, höhere Wolken und nur oereinzelt Regen sind im nördlichen Frankreich und im östlichen Konalgebiet anzutreffen. Die Vorbereitungen in Friedrichshafen. Tausende von Fremden! Friedrichshofen, ZI. Oktober. Man rechnet in Kreisen des Luftschiffbaus damit, daß der„Graf Aeppelin* etwa zwischen 4 und 5 Uhr morgens in Friedrichshasen eintrefsen wird: allerding» wird das Luftschifs nicht vor)»7 Uhr landen, weil die Londungsmannschaften bereits noch Haufe geschickt und erst für diese Zeit zum Landungsplatz bestellt sind. Es mird nicht angenommen, daß durch Nebel eine weitere Verzögerung der Landung eintritt: es ist aber möglich, daß das Schiff, weil es doch nicht landen kann, den letzten Test seiner Fahrt mit obgedrosielten Motoren zurücklegt. Auf dem Platz sind übrigens olle Vorbereitungen getroffen: so sind große Scheinwerfer ausgestellt, die während der zweiten Hälfte der Nacht den Himmel absuchen werden. In Friedrichshafen hat der Verkehr heute abend geradezu beängstigende Formen angenommen. Noch immer kommen zahlreiche Autos an, so daß bei den engen Straßen kaum«in Durchkommen ist. Tausend« von Fremden müssen enttäuscht wieder umkehren, um sich in irgendeinem anderen Ort«in Unterkommen zu suchen. In de? Werst sind inzwischen für Dr. Eckener und die Vesatzung bereits Unmengen van Glückwünschen und Blumengrüßen«inge- gangen: übrigens auch zahlreiche Telegramme aus Amerika für den blinden Passagier. Man reißt sich um den«»blinden Passagier�. Die Sensation bei der Landung wird Clarenc« Terhun«, der„blinde Passagier" fein. Am Mittwoch nachmittag liegen schon Stöße von Telegrammen aus Amerika und nielsn europäischen Städten vor, in denen dem blinden Passagier neben Glückwünschen die verlockendsten Angebote gemacht werden. So kabelt e i n amerikanischer Theatermanager: Akzeptiere Ihr An- gebot bei jeder Gagenforderung." Estenso haben eine Reihe deutscher Kabarett» Clarenc« Terhunc eingeladen, und bieten phantastische Sinnmen bei Zusage. Gut gemeint ist auch das Schreiben eines Gastwirts aus Heidelberg an Dr. Eckener. In dem Brief bittet der Inhaber des Restaurants Dr. Eckener, ihm den unerwünschten Paisagier auf seine Kosten nach Heidelberg zu schicken. Für da» «eitere Fortkommen des jungen Mannes wall« er bestens sorgen. Für Clarence Terhun«, den„blinden Passagier", wird die Fahrt mit dem„Graf Zeppelin" nach Europa in jeder Beziehung ein großer Erfolg sein. ..... ZEHN JAHREN! REVOLimONSPElER AM PREITAA/ O. NOVEMBER/ IM SPORTPALAST/ murttniiiiuiiiitfiMiriMMni iiMmmmiminiiiiiiinHiiHiiiiiiMiiNiitiiiini « POTSDAMER STRASSE 79.» Anfang 19' Uhr Dntrittakartan 80 Pfennig MITWIRKENDE: Das Berliner Sinfonie-Orchester. die Männerchöre:„Pichte-Georginia",„Berliner Sängerchor",'„Typographia" Leitung: Wilhelm Knöchel Sprechchor f. proletarische Feierstunden. Einzelsprecher: Heinrich Witte, Leitung: Albert Florath Rede: „Wenn der Gedrückte nirgend Rechtkannfinden" Wilhelm Dittmann, M. d. R. Eintrittskarten sind bei allen BezirksfUhrern und Abteilungskassierern sowie im Bezirkssekretariat zu haben. AN DER ABENDKASSE FINDET EIN KARTENVERKAUF NICHT STATT Die verschwundene Goq«rs des Oberstoatsaiuvalls Binder und des Stoalsanwaltschnfterores Dr. Schumacher werden am Montag nächster Woche zchalten werderr Daran werden sich voraussichtlich am Mittwoch und Donnerstag die Plädoyers der Verteidiger anschließen. Revision im Husmann-prozeß. Oer Staatsanwalt.st unzufrieden. Essen. Zl. Oklober. Gegen das Urteil im Hnsmaan-Prszeß. das bekanntlich aus Freispruch lautete, hat die Staotsanwallschost Revision eiage- legt, so daß es also noch nicht rechtskrästig ist. Rationalistischer Mörder. Ol- Bluttat in Welzow aufgeklärt. Oer Täter festgenommen Zu einer schweren Bluttat kam es. wie schon berichtet, am Sonntdg vor acht Tagen in dem Ort« Welzow. Dort veranstaltet« der Arbeiterfrauenverein in einem Lokal an der Ecke der Spremberger und Brandenburger Straße ein Vergnügen, das um 5 Uhr nachmittags begann. Ein Trupp Nationalsozia» listen drang in das Lokal«in und alsbald entspann sich ein« wüste Schlägerei. Plätzlich fielen zwei Schüsse; einer traf den Arbeiter Alfred Scholz so schwer, daß er bald darauf »erstarb. Scholz hatte mit den streitenden Parteien nichts zu sch>>sfen, sondern war lediglich in da» Lokal gekommen, um einige Zigaretten zu kaufen. Die herbeigerufene Polizei nahm?4 N a t i o» nalsozialisten fest und brachte sie nach dem Zentralgefängnis rn Kottbus.' Der Schütze konnte jedoch zunächst nicht ermittelt werden. Da entsandt« die Abteilung I.A. des Berliner Polizeipräsidiums einen Kriminalkommissar nach Welzow, wo mit Unterstützung des Landrat» Sachse die Nachforschungen betrieben wurden. Es gelang setzt, den Täter ausfindig zu machen. Es ist ein 2« Jahre alter aus Augsburg gebürtiger Anton Schädel. Der Mann war mit einigen Begleitern von der Braun- kohlen grübe.Lauscherwert" herübergekommen, hatte seine Pistole gezogen und blindlings in die Menge im total hineingeschossen. Nach einigem Leugnen hat der Festgenommene nunmehr ein Ge- ständnis abgelegt. Der erschossen« Alfred Scholz hinterläßt eine Frau, di« erst vor kurzem einem Kinde das Leben gegeben Hot. Die Nachforschungen zur Aufklärung der Schlägerei werden noch fortgesetzt. Komödie im Kino. Auf Einladung des Boltsbildungsomtes Charlottenburg gab es im Lichtspielhaus Picccdilly in der Bismarckstrahe«ine lustig« Lonntags-Matmee, Dr. Erich Fischers wohlbekannte musi- tallsch« chauskomödien. Immer wieder erfreut man sich der netten kleinen SSchelchen, die da mit viel Humor, sauberer Regie und einem guten, stimmbegabten Darstcllcrstab vom Stapel gehen. Erich Fischer. Dichter, Dramaturg und Regisseur in einer Person, hat diesmal zwei fröhlich« Szenen um Schubertfche und Offenbachfche Weisen herumgedichtet. Mit viel Laune spielte nian„der Herr Doktor", ein Viedermeierlustspiel vom heiratslustigen Töchterlcin und dem schüchternen Frciersmann, der solange Wolle abwickeln hilft, bis er selbst„eingewickelt" ist. Charlotte Teichina nn war «in liebevolles, gut singendes Jungfräulein, prächtig Elsa Bartl als komisches Hausfaktotum. Sehr hübsch wirkten die eingestreuten Schubertlieder. Als zureite Darbietung folgte„Seine Schwester", eine lustig« Verwechslungskomödie, cberckee I» kernrne, untermalen mit allem graziösen Uebermut des genialen Musikers Offenbach. Das zahlreich erschienen« Publikum spendet« herzlichen Beifall. Das erste Wethnachtsmärchenspiel. Wohin allzu große Neugierde führen kann, das tonnten am Sonnabend nackMittag im Theater am Nollendorplotz all die kleinen und auch die großen Leute miterleben, die ein neu- gierige» Sternlein aus seiner abenteuerlichen Reise be- gleiteten. Das naiv-lustige Märchenspiel von Anna Berhe-Kuhn, mit der für Kinderohren besonders einschmeichelnden Musik von Hans Hermann wird in diesem Winter noch so manche Kinder- äugen und-ohren erfreuen. Paul Pruegel, der für di« Spielleitung verantwortlich zeichnet, scheint seine kleinen Freunde sehr genau zu kennen und zu wissen, was sie am meisten erfreut. Und so ließ er buntbewegte Bilder entstehen und Mond. Sonne, Stern«, Frösche, Irrlichter, Störche. Bären und viel« andere Märchenwesen in lustigem Wirbel erscheinen. Und genau wie bei den großen Leuten gab«» Balletts und einen schönen Solotanz, ausgeführt von Sigrid Logand. All« Mitspieler waren mit Freude bei der Sache. Ruth Iris Witting in der Titelrolle scheint etwas für die Zukunft zu versprechen. W-q mit dem„Fürsorge-Zögling"! Ein« soeben ergangen« Verordnung des Arbeits- und Wohl- fahrtsministeriums an di« sächsischen Kreis- und Amtshaupt- Mannschaften sucht einem längst beklagten Mißstand abzuhelfen. Roch der Verordnung soll künstig in den für die Oeffentlichkeit bestimmten Berichten die Bezeichnuno eines jungen Menschen als Fürsorgezögling oder ehemaliger Fürsorgezögling wegfallen. Durch diese Maßnahme soll das Vorurteil überwunden werden, das heut« noch weite Kreise gegen einen FürsorgezögUng haben. Wer sind die Toten? Am Südufer des Lietzenfees fand man gestern einen Frauenmantel und auf dem frisch geharkten Wege Fußspuren, die nach dem Wasser, aber nicht wieder zurückführten. Man sucht« den Teil des Sees ab und landete bald die Leiche einer etwa SüJahre alten Frau, deren Person noch nicht festgestellt werden konnte. Die Unbekannte ist schlank und hat dunkelblondes Haar. In der Manteltasche fand man einen Zettel mit der Auf» schrist: Elise Friedrich, Halens««. Ob das der Name der Toten ist, Zw Sowmunalwlssenschaflllche» Znstllul der llniversllfll Berlin sprach Oberbürger- meister Bäh über„Uerwalinogsresortneu Groß- Berlins". Unter der Zuhörerschar sah man al» Gäste Mitglieder de» Magistral» und der Bezirksämter, der Sladlverorduelenversammlnng und der Bezirksverfamwln». gen und Beamte der Stadt. Die Verwaltungsgeschicht« der Stadt Berlin nannte Bäh„eine Tragödie von Anfang di» Ende". An einigen Hauptzahlen zeigte er Berlins Entwicklung, di« Zunahme des Stadt- gebietes und der Bevölkerungszahl, den Aufstieg von der Kleinstadt zur Millionenstadt. Heut« ist Berlin nach dem Flächeninhalt di« größte Stadt der Welt, nach der Bevölkerungszahl die zweitgrößt« Europas und di« drittgrößte der Welt. Bäh wies dann auf das Wesentlich« der Verfassungen von anderen Großstädten hin, von Pari». London. New Fork, Wien. New Dorks Derwal- tungsorganisation, die ihm als ,d i« vielleicht best« der Welt" gilt, sei«in Versuch, Zentralisation und De- Zentralisation in Verbindung und Einklang zu bringen. Doch lasse sie sich nicht ohne weiteres so auf ander« Groß- städte übertragen. Berlin hat im Laufe seiner Entwicklung mehrere Verfassungsänderungen durchgemacht, vor Jahrhunderten die Der- einigung von Berlin und Cölln an der Spree, dann die Vereinigung von Berlin. Cölln, Friedrichswerder und Dorocheenstadt. in unserer Zeit die Zusammensossung mit den Vororten im Zweckverband, schließlich 1321 di« Entstehung Groß- Berlin, au» 34 bisher selbständigen Teilen(Berlin, den Nachcharstädten, vielen Dorfgemeinden und Guisbezirken). Als bisherigen Gewinn aus dieser Zentralisation nannte Böß unter ondenn die Zusammenfassung der Verkehrsmittel, di« ein« außerordentlich verkehrsfördernde Wirkung gehabt habe, auch di« großartige technische und wirtschaftlich« Entwicklung der Werte, di« weiß man noch nicht.— In der Hell- und Pflegsanstalt Herz- berge starb am 23. Oktober«In unbekannter Mann von 35 bis 60 Jähren, anscheinend an einem Schlogansoll. Polizei. beamtc hasten ihn am 23. Oktober an der Ecke der Rerchenberger und Forster Straß« in hilflosem Zustande angetroffen. Er war augenscheinlich geisteskrank, litt wich an Herzs n. liehen sie sich und anderen erzählen, daß di« städtischen und staatlichen Behörden durch Eornelis Bronsgeest hatte recht, die Oper„vi« T r v» saoerin in Karthago" von Berlloz als besonders funk« geeignet zu rühmen. Selten zwingt Musik dem Höver«inen so blld- haste» Eindruck aus, wie in diesem Werk. Der lyrisch« Schivanen. gesang des öZjährigen Komponisten, der hier in schwungvollen. musikalischen Wendungen die Lioba.zwischen Aeneas und der kar- tlzagischen Königin Dido verherrlichte, bekam als Hörspiel wuchtige dramatische Spannung. Die Geisterstimmen, die jäh gegen die sröh- lichen Lieder der Matrosen gestellt sind, weckten in k«r Phantasie geheimnisvoll unheimliche Porstellungen, wie sie di« kompakte Bühnenwelt niemals geben kann. Von Fritz S o t b und Wando Achsel- Clemens wurden dte Hauptrollen stimmlich sehr schön vertreten.— Dr. Willi Blumenthal begann«inen Zyklus „Mensch und Mitmensch" mit einem Vortrag über„Mensch- Ii he Schwächen". Es scheint, als wolle der Vortragend« da» Ber- ständnis für die Schwächen und Mängel des Hörer» wecken, um chn zum Verständnis der anderen Menschen zu erziehen. Damit hätte er sich«in« sehr dankenswert«, aber sicherlich nicht ganz leichte Ausgabe gestellt. Tee. durch Krieg und Geldentwertung dem Zusanrmenfervch nahegebracht worden waren. Der Oberbürgermeister«könnt« au. daß bei der Umstellung auf die Einhellsgemeind« di« Bezirksamt« sehr wertvolle Mllarbell geleistet haben, ohne die diese Aufgabe wohl nicht zu bewältigen gewesen wäre. Er sieht aber in der heutigen Verfassung Berlins und der 20 Bezirk« manche Mängel. Daß für diese Derfastung„die große S e l b st ä n- d i g k e i t der Bezirke kennzeichnend" sei. erwähnte er nebenbei, ohne hinzuzufügen, daß er das als ein Uebel empfinde. Cr hob aber hervor, daß er von jeher«in Gegner der Bezirks- Versammlungen war, und« forderte, st« in verwal- t u n g s a u» s ch 2s s» umzuwandeln. Die Bürger- meister der Bezirke sollen unter Deiseiteschlebung der Bezirk». ämter die Verantwortlichen sein und Mitglieder des Magistrat» werden, womit die Jnteresten der Dezirk« und der Zentrale zu- sommengefaßt würden. Nur werde dann d« Magistrat zu viel- töpsig, wenn die 20 Bezirke bestehen bleiben. Die Zahl der Bezirke will Oberbürgermeister Döh verringern. Bezirk Mitte soll durch Teste der ihn umgebenden fünf anderen Bezirke von Mt-Berlin vergrößert werden und deren Rest« will er dann dem Kranz der Außenbezirk« anfügen. Das sind«instwesten persönliche Ansichten und Wünsche de» Herrn Böß. Er hegt st« schon seit längerer Zeit, ab« bisher hat noch niemand Stellung zu ihnen genommen. Der Oberbürgermeister streifte auch die Beziehungen Berlins zur Provinz Brandenburg, die viel eng« seien, als man im allgemeinen glaubt. Ein groß« Test d« Rah- rungsmittel für Berlin kommt aus Brandenburg und«in großer Test d« Güterausfuhr aus Berlin bleibt in Brandenburg. Dies« Beziehungen noch enger zu gestalten und namentlich die Rah- rungsmittelerzeuguNg Brandenburgs noch mehr auf Berlin» Bedarf einzustellen, sei«ine Ausgab«, an deren Lösung einmal herangegangen werden müsie. ihr Eingreifen zugunsten der wirtschaftlich schwächeren Mieter so sckrecklich« Zustände wie in Rußland herbeiiühren wollen.„In dem Bestreben, nur der objektiven Forschung, dem Recht und der Wahrheit zu dienen." so«klärt« d« Herr Professor,„verteidige er die Heiligkeit des Privateigentum»; denn ohne da» Privateigentum seien di« Seele, die Kultur und alle anderen cheiligen Güter" jedes Volkes der Vernichtung geweiht." Nach dies« erhebenden Feststellung gingen die versammelten Not- leidenden nach Hause ins warm« Beti und brauchten weder in d« „Palme" noch unter fre'em Himmel zu kampieren wie viele Ar- best», und Obdachlose. Es geht ihnen wirklich schlecht! Das 2. Sinfonie. Soncerl der Berlin« Schutzvolhct unter Leitung von Eomillo Hildebrond findet am Montag, dem B. November 1928, 20 Uhr, im„Großen Konzertsaal" d« Staatlicken Hochschul« sür Musik statt. Es werden diesmal Werke.zeitgenossi- scher, moderner Komponisten zum Dortraa kommen, und zwar: „Verklärte Nacht" für Streichorchester von Arnold Schönb«g.„Don Juan", sinfonische Dichtung von Richard Strauß, sowie«n Konzert für Violin» mit Orchesier Opus 28 von Karl Galdmark, in dem Martha Linz als Solistin mitwirkt. Außerdem steht die Ouvertüre zu„Der fliegende Holländer" von Richard Wagner auf dem Pro- gramm. Karten sind im Vorverkauf bei Wertheim und Bote u. Bock erhältlich._ Potsdam ohne Licht. Von einer empfindlichen Lichtstörung wurde gestern abend Potsdam betroffen. Kurz vor H6 Uhr waren plötzlich alle Straßen und Plätze in Dunkel gehüllt. Durch eine Störung im Elektrizitätswerk war die Stromzufuhr unterbunden. Sehr kritisch gestaltete sich der Verkehr an den Stpaßenkreuzungen. Hier war e» so dunkel geworden, daß selbst d« Verkehrsposten nicht mehr zu sehen war. In den Geschäften griff mau zur Kerzen. belerrchurng. Um%6 Ulyr setzte auch der Straßenbahnverkehr aus. Kurz nach 6 Uhr brannte das elektrisch« Licht wieder. Di« Leitung des Elektrizitätswerkes verweigert jede Auskunft in geheim- niovoll« Weise für die Ursache der Störung. Sie verweist auf ein« Bekanntmachung, die erst heute d« Presse zugehen soll. Muß das ab« eine seltsame Ursache gewesen sein, oder Ist die Leitung in Potsdam zu lang? Modenschau Wilhelm Joseph. In der Gesellschaft der Freund«. Potsdamer Straße 3. führte das Kaushaus Wilhelm Joseph, Gchöneberg. Hauptstraße 16Z, unter Assistenz einer internationale« Schönheitsmacht— Deutschlands, Ungarn» und Jugoslawiens preis« gekrönte Schönheitsköniginnen fungierten al» Mannequin»— seine letzten Modeschöpfunaen vor. Man sah hübsche Morgenröcke und Pyjamas in Crepe i>e chtne, Kunstseide und Samt, für den Vor- mittag Strickkleider in bunter, lebhafter Musterung, Nachmittags- kleider in Veloutin«, Crepe Satin, Crepe de chin« und dem mo- dernen Delour-Chifion. Die Mob« bringt für Inhaber der schlanken Linie eine sehr hübsch« Verarbeitung, das Prinzeßkleid: vorn« ganz durchgeknöpfi mit Glockenrock, hochgeschlossen, mit einem weißen oder bunten Krögelchen verziert. Abendkleider aus Spitzen, Taft od« beides kombiniert, Tüll, Brokat usw. Die Rocklänge hat sich. hauptsächlich nach rückwärts zu. gewaltig„gebessert". Flott« Hüte und hübsche» Schuhwerk, dann, al» letzter Schrei.„Knirps", der Regenschirm in der Handtasche, vervollständigten das hübsch« Mode- bild, das von den zahlreich Erschienenen mit Freud« und Bewun- derung begutachtet wurde. Die Preis« bewegen sich in mittlerer Linie und ein« reichhaltig« Auswahl sorgt dafür, daß jede da» Richtige suchet. �1 Wienenüldi in Spring form > I Dos Backen wird Dir nicht zur F& I. 4,,.. Las) m � ÄrÄnelrnS:danS: r MtÄ&tÄ«Ine Indern nu. LVenn„OefUen mit im Bunde. Z,�n"tnUmyBpi?teh2n v«n: e-SoSenruivti mit»» Liter . AFttlrzkst sj, 7Z räCKCJiCn UT■*.»iCKCr Mi'i'H iinrt IVi«» 7ii/«lr*r«■„•*„„ �„-1: l»»><■» Tu»««««*««I« PMUtna» i p»riev>h*fi Hr rvtifur'« v«ni v. vt, u"a 00 R �u�Kcr unter«tsnoixem Umrunrcn tum H---- ufiS m irii-k/rii. Kniof Kochen bringt und dann die Creme bis zum ertalttn iwlwt. W iSi'? feuM.r* M*"»ßt 20 g Kokocfett über«ehwtehem Feuer xergeliea, \'*"• 100'_ rührt diese» bl« iur butterweichen Betehnlfenhelt. gibt \ JPSSi\ tsS JSn XS?'- nech und nech die Butter hinzu und rührt IMIelwei»« die \Be»\ ÄWjß"mifj'» Zubereitung! Zuerst bereitet min den Teig. Die Butter Creme dai unter. Den erkeltelen Kuchen schne.def man '/-'-».>»> 1 tdhrt man zu Sahne, iügf Zucker, Ei, des mit dem Backin In 2 Scheiben, streicht die Buttercreme de zwischen und \"U* 1 I r-k-. tifÄ> gemischte und gesiebte INehl. Milch und eine Prise Selz setzt sie eu'einender. Es empüehlt»Ich, den Kuchen ent \ Nr Oe" 1_ ft. rutlror s 1 Aänzj 1 hinzu. Deren Teig rallt men»u( dem Blech der geleiteten am Tage des Gebrauches zu backen \.•\V.n.7u»3' n Springkorm relehlich H Zentimeter dick aus. Die Butter r«_._X« \\l8n® fi-. BaCKpulver tut zum peleg lgjZ, man senrneizerr, lügt den Zucker, Veni lirs» Up. �Uguzh ösklo�klcl, Zucker, die gemahlenen Mandeln und 2 ESIbNel Milch W Wh» Bmirssa-Kads tsnnl m Hr. Csttar'i isdis-ZsitP-ira m VusliWu. Nr. 517* 45. Lahrgang 2. Beilage des Vorwärts vannersiag. 1. November 1925 AfA-Nund und Knappschaft. Beihilfe aus öffentlichen Mitteln. Der AfA-Bund hat sich in seinen zuständigen Körperschaften erneut mit der tnappschoftlichen Pensionsversiche- rung beschäftigt. Nach eingehender Prüfung der Sachlage ist er wiederum zu dem Ergebnis gelangt, daß die finanftell» Natlage der Angestelltenpensionstass« nicht aus einem Verschulden der Selbst« Verwaltung beruht, sondern ihr« Ursache in dem durch Krieg und Jnflationswirtung eingetretenen Mißverhältnis zwischen der Zahl der Beitragszahler und der Zahl der Leistungsbezieher hat. Mit Rücksicht auf di« l)öh« der Gehälter der' Bergbau« angestellten können die Beiträge zur Pensionsoerficherung nicht weiter heraufgesetzt werden. Andererseits ist es sozial nicht vertretbar, die Leistungsbezieher und Bersicherten unter den Verhältnissen leiden zu lassen. Der AfA-Bund hat deshalb seine Vertreter in den Parlan�nten und sonstigen Stellen erneut beaus« tragt, für die Angestelltenpensionskasse eine Beihilf« aus öffentlichen Mitteln zu erwirken. Abgelehnter Schiedsspruch. Ln der Herrenwäschebranche. Der Bekl-chungsarbefter-Berband hatte das Lohnabkommen für die Berliner und Bielefelder Herrenwäsche- b r a n ch« zum Zft. September gekündigt und«in« Lohnerhöhung von 20 Proz. für alle Arbeiter und Arbeiterinnen gefordert. Die direkten Verhandlungen mit den Unternehmern waren gescheitert, so daß der Berliner Schlichtu n g sau s schu tz zur Vermittlung angerufen wurde. Auch hier konnte kein« Verständigung erzielt werden, weil die Unternehmer zu geringe Angebot« mochten. Schliehlich fällte Gewerberat Körner«inen Schiedsspruch, der für di« Männer ab l. November«ine Zulage von 2M M. pro Woche vorsieht, di« ab j. Januar auf insgesamt<,l>5 M. erhöht wird; für die Fronen in den gleichen Zeiträumen von 1,10 M. bzw. 1,91 M. Die Wochenlähn« der Männer würden denmoch ab 1. November 60,03 M. und ab 1. Januar 31,70 M. und die der Frauen 28,35 M. bzw. 29,60 M. betrogen. Die Atkordarbeiier und-orbeiterinnen sollen neben ihren bisherigen Akkordsätzen die gleichen Beträge als starr« Zulage erhalten. Dos Abkommen fall bis zum 30. September 1929 gelten. Mit diesem Schiedsspruch beschäftigt« sich am Dienstagabend in den Residenzfestsälen eine stark besucht« B«rsammluna der im Be tleidungsgrbeiter-Lsrband organisierten Arbeiter und Arbeiterinnen der Herrenwäsche. fabrit«». di« den Spruch einstimmig ablehnt«. Di« Ablehnung erfolgt« houptfächich deswegen, weil durch den Schiedsspruch di« Spanne zwischen den Männer, und Frauenlöhnen noch größer wird, als sie setzt schon ist Di« Berhandlungskommission erhielt den Zlustrag, den Untern «in« ZristvondreiTogenzu stellen, nochmals zu und am Montag„m 191$ Uhr in einer neuen Versammlung in de« lehmern verhandeln Residenzsestsälen f« nach dem Ausgang dieser Verhandlungen di« endgültigen Beschlüsse fassen zu lassen. Di« Arbeiterschaft der Bielefelder Hevremväscheindustri« hat den Schiehsfpnich eb«rfalls abgelehnt. Generalversammlung der Maschinisien und Heizer. Am Sonntag tagte im Berliner Gewertschaftshau» die Dele, giertenoersammlung des Zentralverbandes der Maschinisten und Heizer für den Bezirk Brandenburg, Sitz Berlin. Nach dem Kossenbericht des Genossen Ruckstuhl war auch im ab- gelaufenen Quartal«ine starke Witgliederzunahmezu verzeichnen. Neuaufnahmen waren 312 zu verzeichne?,. Für die Hauptkasse betrug di« Bruttoeinnahme$0 685 M., die stützung der invaliden, kranken und erwerbslosen Kollegen zu Weih» nachten hat jeder in Arbeit steheiche Kollege bis zum LI. Dezember 1928 mindestens eine Extramarke in Höh« von 1 W. zu kleben. Dies« Marke muß voll an di« Bezirkskasse abgeliefert werden. Di« Verteilung der Gelder sowie die Festsetzung der Höh« der Unterstützung beschließt der Bezirksvorstand. In seinem Geschäftsbericht für den. Wirtschaftsbezirk schilderte der Genosse Reinefeld die Schwierigkeiten bei den Derhand- lungen dort, wo die Tarifverträge am 30. September abgelaufen waren. In freier Vereinbarung kamen mit Ausnahme einiger kleinerer Haustarife keine Nsuabschlüsse zustande, so daß überall die Schlichtungsinstanzen angerufen werden mußten. Für das ElettrizitStswert Fürstenwalde an der Spree wurde ein neuer Mantel« und Lohntarisvertrag abgeschlossen. Das Elektrizitätswerk Südwest lehnte jede Lohnforde- rung ab. ebenso den Schiedsspruch, der«ine Erhöhung von 5 Pf. pro Stunde vorsah, so daß auch hier die zweite Instanz angerufen werden mußte. An der Steigerung der Mstgliederzohlen der freien Gewerk» schaften ist auch der Zentraloerband oer Maschinisten und Heizer be« teiligt. der in den ersten drei Quartalen rund 800 Neuaufnahmen zu verzeichnen hat. In Bah Freienwalde a. d. O. wurde eine neue Ortsgruppe gegründet. Es sind Anzeichen einer erhöhten Arbeitslosigkeit vorhanden. Die Vertretung der Mitglieder vor den Arbeitsgerichten er- forderte von den einzelnen Gewerkschaften sehr viele Arbeitskräste. Reinefeld ging dann auf die Ausführungen der RWchsmmifter Wissell und S e v« ri n g über die Neugestaltung des Arbeits- rechts und die Beseitigung der Technischen Nothilse ein und hoff� daß durch die Neugestaltung des Arbeitsrechts die Interessen der Mitglieder besser vertreten werden können. Gegen dl« Technisch« Nothilfe hat der Verband schon tmmer gekämpft, da Notstands« arbeiten von seinen Mtgliedern ausgeführt werden. Schiedsspruch für die Toll« und Haarhutbranche. In dem seit fünf Wochen schwebenden Lohnstreitzwischen dem Deutschen Hurorbeiterverband und dem Ar. beltgebero-rband der Woll« und Haarhutindu. stri e ist ein Schiedsspruch gefällt worden, der für di« drei Lohnbezirk« der Woll- und Haarhutindustrie«ine Erhöhung der Focharbeiterlöhn« für über 21 Jahr, alt« Arbeiter um 6 Ps- die stunde vorsieht. Di» Aufbesserung für die übrigen Sruvpen und Altersklassen erfolgt im gleichen Berhällnis. Das neu« Abkommen soll bis LI. Dezember 1929 laufen. Die Ertlärunasfrift dauert bis 30. Ottober. Bon dem Tarifvertrag werden in der Saison etwa 12000 Arbeiter erfaßt. Tarif« für 450000 TeMarSeiier gekündigt. Nachdem d» Textilindustriellen Ost- und Westsachsens die Lohn- tarife für$00 000 Arbeiter und Arbeiterinnen zum 3 0. November gekündigt haben, hat jetzt auch derDerbandderMünste- r'schen Textilindustriellen den Lohntarif zum gleichen Termin gekündigt, der füräOOOO Arbeiter gilt. Damit sind dle Tariflöhne für insgesamt$50 000 Textilarbeiter und-arbeite- rinnen gekündigt. Oer Schrader-Derband bleibt beim OVB! Der Verbandstag beschloß aus Vorschlag de« Gaues Groß-Berlin die Austrittserklärung aus dem DBB. zunickzu.zi«hen. mit Rücksicht auf verschiedene Gesetzesvorlagen und aus Veränderungen im DVD. die den Wünschen des Verbandes der Preiistiichen Polizeibcamien gerecht zu werden versprechen. Der Verband st«ht einmütig hinter der Person seines Führers Schröder. fco Mal» abend» TV» Utzr, im toMettr, Anftraicher usw.(Filiale PerN»). Freitag, ...»>u»(Saal«), Engclufer 24, W: Mitglieder- lterstallun� nom verbandslaq i» Sluti 9,..»schiedene». Ohne Milgliede üchligkett der Tagesordnung ist es Pflicht —.. j-....------- ä Der Vorstand. **«»<»»»(»,» o*.»ejitHure»reurdrrq. Frakllonssttzung Donnerslag, A Uhr, bei Ewalt>, Skalcher Str. It«. Veferent«or> Litte, MdR. jedes�Nol�n�Gnktlich zu erscheinen. «chtilug.«ezirk�Mt aharlottenburgl Freitag. 20 Uhr. de! Reimer echarlottenburg. Wilmersdorfer Str. 2t. Versammlung aller beim Be. und ______ ohqI WWW�. Der Fraktionsvorstclnd. 1—— r— r——— �- OT«..---—. m.« � � l.' II III t,* zirkaamt befchSftigten EPD..Arbcit-r, Ang»st-llt-n urch Beamtin. Ge. nosse Stabtrat Sorlitz spricht oder„International— National-. Regen Besuch erwartet � � � te------~- Sattler- de« Gewer! Tapegierer. anfe«. y- Heute, 19 Uhr, im Saal ö -ionsversammlnng aller auf dem Boden »ad PartesruiSer. ._-..,—.-.,!», Fraktion»« ersamm_____>_____.. der SPD. und der Amsterdamer Richtung stehenden Rollegen. Vortrag und Fraltionsangelcgenheiten. tz Der Araktlonsvorstand. Kreie Gewerkfchasts«Lugend Groß-Berlin !-, Donnerstag. ISiä Uhr, tagen die Gruppen: lgenicheim he» Osten», Srohc Frankfurter Str. IS, Quergeb. Landsberger Plag: ....... 16. Qucrged. ptr., »«imousmeis und Verbandsbuchkontrolle. . im,.Sberti,str. lS, Keimbesprechuug. Rur W.■...W--------«N..W �timausmeis.—»««.Lichtenberg: IugendheiW, Houfütrags(Sportplag), an der Lelsingstroße. Keimbefprechung. Autritt nur mit Verbandsbuch uns Heivlaupwei».— Gesundbrnuiun: Jugendheim. Rot» limmer 2. Aeundesprechung .. Fraukturter»lee: Stadt. Iuaendh Zutritt mit Berband»buch uiw Heima S....... Jlrolt 4— e. Heimbesprechung. B«rband»buchIo»Uove.— St heim, Reichenberaer Str. 68(Feurrwehrhaus). Heimbespri Wer unseren ZSochenendkurlus. V-rdandebuchkontrolle.— Jugendheim, Lehrter Str. IS— IS. Heimdefprechung. Leseabend. Derbaudsduch ksnirolle.—«eddlng: Stadt. Jugendheim. Orthstr. lv. Heimbelprechuna, Lese. abend..Aus Hans Reimann» Werten-,—, Weihensee-"----•-"----- Me» Piftoriu»!' Südofte»: Gruppen- Heimbesprcchunq. Diskussion Moabit: Stadl. Liueum, riuestrahe. >se«: Chorprob« im Reuen Luaendaruppe des Zentralverbandes der Angestellte Heut«,» Auge n dh« Donnerstag, findet folaende Veranstaltung statt:«chSaeberg- im, Hauptstraße lö(Thstringengimmer), Heimabend. Sas neue Wahrzeichen Verlins Ml« Berliner, soweit st« Verständnis- volle Kenner einer wirklichen Oualltäii-ZI- garett« sind, werben sicher schon mehrfach bei ihrem Jigaretttnhänbler die.Surmack" ver- langt haben; denn der Ruf dieser innerhalb venlger Monat« in welten Teilen be» Ret- che« geschätztesten und meist gerauchten Marke ist längst auch nach Berlin gedrungen. Erstaunt und«lwat verärgert wurde die Antwort de» Verkäufer»«ntgegengenom- men,„0ch tonn Ihnen leider dies« Jigarett« nicht gede«.«eil die Fabrik fit«och nicht nach Berlin liefert-. Heute am ersten Tag, an dem dle„Kur- marl" auch in Berlin zu kaufen ist. sind wir unseren Raucherfteunden wohl ein« Erklärung dafür schuldig, warum wtr gerade den Bewohnern de« kurmürkischen Lande« die schon durch ihren Ramen so eng mit ihnen verbundene Jigarett« bisher vorent- halten haben. Wir haben vor einigen Monaten diese neu« Zigarette herausgebracht und sahen un» gezwungen, die Einführung sofort auf einzeln« Sebiete be« Reiche« zu beschränk ken. weil dl» Rochftage flch in einem bisher noch nie dagewesene» Umfange ftetgert«. Die.Aurmark" nach Berlin dringen. hieß, die Nachfrage um weitere Millionen pro Tag anschwellen lassen. Um dtesen Ansturm befriedigen zu können» und zwar nicht mit einer in aller Elle in die Höh« getriebenen Produktion, sondern mit«wer unter sorgfältigst« Wahrung unsere« QualitätSprinzlp« allmählich erweiterten Fobrtkaliontbasi«» bedurft««» eine« monatelangen Aufbaue«. Heute sind wir so weit, und aurmiehr übergeben wtr Berlin dt« Jigarett« Qurmark Gpezial-MaeedoneneMischung mit der Bitte, dt« Entschädigung für dt« lang« Wartezeit in der Eewtßheit zu erblicken, setzt ein tn War« und Au«. gestaltung überragende« Quolttättprvdukt überelgne« zu erhalten. st» Seg»»sog fto» MleaeMel Oh OtOn»o t «o» sichln, geilnib machen. Vei«bieu»»-ien» eelcheo» schnell. Selbst L-mpe».»et ,mn Smn »utbe. benoh, stch ziemlich disjivllniett. stll» di «et. Ilitdlt Sem sofort In Sront. gefolgt non ODiile nn» Qtttenlum.«och Compei btallh n« die Mlhiong, mn«tt ln den Slabin« »et beiden letzitn gohrt, de» Fekdt be» Meten. Vbet»et Weinbetgtt oemig bringen im» Oer Bert allmSHItch bte tust gen«eeschärst noch be« Tempo. Ueet et Net w Front vor Melker» Qlbtile. Oitenbci»tflnbct stch« Steffen«, vet feinen Pketz in derbeffetn.� den Weg versperr!. «ehr bte Sitnerto schneit mf"' Ausbau der Krasttvirtschafi. Oas neue Großkraftwerk Cosel in Oberschlefien. Unter der Firma Osttrafiwerk Eosel ward« mit tZ Millionen Kapital eine neue schlesische Elektro. geselllchast gegründet, von der das Reich(Viag) 51 Proz.. die private Gesellschaft für etektrische Unter- i nehmungen(Gessürel) 4« Pro,, übernommen ho». Die l preuhische Tiektrizitäts A.-O.. deren Interessen vom I Reich wahrgenommen werden, gehör» nicht zu den Gründern. ' Aar kurzem wurde unter starker �Beteiligung der Reichselektro- vcrfc A.-G. die Errichtung eines neuen Großkraftwerkes von etwa � OOOOO Kilowatt Leistungsfähigkeit beschlossen. Dos neue Werk j x»irS in Cosel(Oberschlesien), etwa 50 Kilometer von der polnischen , Grenze entfernt, errichtet. Gleichzeitig soll die 100 000-Dolt.choch- . pannung, die von Trattendorf noch Tschechitz geführt worden ist. ! �is noch Cosel weitergeleitet werden. Die Durchführung dieser , Sauten ist für den Ausbau der deutschen Krastwirtschaft in Mittel- j»eutschland und Schlesien von größter Bedeutung. Zwar vor mit der Durchführung solcher Pläne schon lange zu rechnen, � ioch waren eine ganze Anzahl Schwierigkeiten zu überwinden. An der schlesischen Stromversorgung sind nämlich mehrere , intcreffentcngruppen beteiligt, private Elektrizitäts- i Gesellschaften, kommunale Gesellschasten, dann auch die staatliche -.Preußische Elettrizitäts-A.-G. und die zum Viag-Zkonzern des j Reiches gehörende Elektrowerke A.-G., weiterhin oberschlesische u,Ä . liederschlcsische Grubengesellschaften und andere. Immerhin war ' chon seit Jahr und Tag sicher, daß das neu« zu errichtende Kraft- ioerk nicht von der einen oder anderen Gruppe, sondern vielmehr - rls gemeinsame Gründung gebaut werden soll. Der Kampf ging � m wesentlichen um die Höhe der Beteiligung dev einzelnen � Äruppen an der neuen Gesellschaft. Weiterhin war es nicht klar, 1 hielch« Energieqü-lle benutzt werden soll: Oberschlesien und Nieder- Schlesien oerfügen über Steinkohle, außerdem ist das schlesische , iiebirgsgebiet reich an Wasserkräften, und die Elektrowerke, die schon heute einen Teil Niederschlesiens mit Strom beliefern, . gewinnen ihre Energie aus mitteldeutscher Braunkohle. Soweit bis jetzt bekannt, soll das neue Großkraftwerk auf Zteinkohlenbasis errichtet werden, und an dem Aktien- apital, das auf etwa 30 Millionen Mark bemessen sein wird, wer- ] ten sowohl die Elektrowerke als auch die übrigen interessierten ' Äruppen beteiligt sein. Dadurch, daß gleichzeitig die 100 OOO-Dolt-Leitung bis zu der «neuen Großkraftzentrale weitergeführt wird, erfährt das mittel- >>eutsche Stromnetz eine erheblich« Erweiterung. '' Die beiden wichtigsten mitteldeutschen Stromgesellfchaften sind die lElektrowerk« und d i e A.-G. Sächsische Werke; die < erstgenannt« Gesellschaft gehört dem Reich und verzeichnet gegen- > wärtig eine Jahresftromproduktton von etwa 1,7 Milliarden Kilo- Wattstunden; die zweit« Gesellschaft gehört dem Freistaat Sachsen und stellt jährlich mehr als. 0,75 Milliarden Kilowattstunden her. Die Versorgungsgebiete dieser beiden sowie einiger anderer Kraft- ; oelells-hosten sind durch Sttomschienen von hoher Spannung i>100000 Volt) mehrfach miteinander verblmden. So verknüpft z. B. 'das mitteldeutsche 100 000-Dolt-Netz die Grohkrastzentralen der -Elektrowerke A.-G. Zschornewitz, Lauta, Trattendors -und die Grohkrastzentralen der A.-G. Sächsische Werke Böhlen und Hirschfelde mit allen wichtigen mitteldeutschen und einer Reihe norddeutschen Stödten, u. a. mit B e r l i n. Magdeburg, Halle, Erfurt, allen Groß st öd ten Sachsens, fest eini- ger Zeit auch mit N i e d e r s ch l e sie n. insbesondere mit B reg- lou usw. Durch die Verlängerung dieser Stromschiene bis nach , Cosel reicht somit das so verbundene Versorgungsgediet bis nach Oppeln, Ratibor, Hindenburg, G l« i w i tz, Zaborze /usw. Die Längenausdehnung des von diesen mitteldeutschen und fchlefiihcn Gruppen versorgten Gebiets wird dann mehr als 500 Kilometer(Magdeburg bis Gleiwitz) betragen. Der größte einheitliche Slromproduzent innerhalb dieses Gebiets '(übrigens in Deutschland und überhaupt in Europa) ist die Elektro- werke A.-G., deren Großkraftzentrolen augenblicklich von etwa 400 000 auf mehr als 600 000 Kilowatt ausgebaut werden. Ins- besondere wird auch das Kraftwerk Trattendorf, das schon jetzt an der niederschlesischen Strombelieferung beteiligt ist, ausgebaut. Das Werk Trattendorf liefert aus Grund eines Vertrages Strom an das Elektrizitätswerk Schlesien A.-G., dessen Haupttraft- werk südöstlich von Breslau in Tschechitz liegt. Diese Elektrizitäts- werk A.-G. und eine weitere große schlesische Kraftgesellschaft, die -schlesische Elektrizitäts- und Gas A.-G., stehen unter Kontrolle der Gessürel(Gesellschaft für elektrisch« Unter- nehmungen A.-G., Berlin), jener großen Finanzicnmgsgesellshast, an der die AEG. und Ludwig Loewe beteiligt sind und die auch international eine große Rolle spielt. Diese beiden schlesischen Ge- sellschasten versorgen in der Hauptsache Oberschlesien und den öst- lichen Teil Nioderschlesiens mit Strom. Außerdem ist die Schle- fische Elektrizitäts- und Gas-A.-G. auch an der St r o m b e.l i« f e- r un g Polnisch-Ober schlefiens stark beteiligt. Ihr gehört auch heute noch das große Chorzower Kraftwerk, das bei der Teilung Oberschlesien, unter polmsche Staatshoheit kam. _ Oer Wucher der Kupferkönige. Schwikkiqkeiten im Zink-Kariell. Seit Bestehen der Kartellorganisation der Kupfererzeuger sind die Preise in einer Weise in die Höhe geklettert, daß eine Kesähr- dung der ganzen Metallwirtschast bevorsteht.«Sämtliche Kalku- lationcn werden über den Haufen geworfen, angefangen von der Walzwerksindustrie und aufgehört bei der letzten Kette der Fertig- warentobrikation. Kupfer, ein unbedingt notwendiger Rohstoff, ist im Preise stark gestiegen, obwohl in den letzten zwei Jahren, als» seit Bestehen des Kartells, fast ständig eine Verringerung der Selbstkosten erfolgte. Nachstehend« Tabelle zeigt die sprunghaft« Aufwörtsbewegung der Kupserpreise während der letzten Wochen. Zink und Blei haben sich dagegen kaum verändert. Elektrolytkupfer Blei.... Zink.... Zinn.... Z. Snilnnber . 14«.— . 44.25 . 49.- . 427- 100 Kilo kosteten am Zt. SqMmber S.Ottob» 144.50 44 50 50 50 450— 144.75 44 25 48.50 440— ZT. Oftoiet 149.25 Mk. 45-„ 48- 447-„ Man muß bedenken, daß die Kupferproduktion gestiegen ist. Sie mar im August und September sehr groß. Die Steigerung der Preise kommt bei der letzten Bewegung im Gegensatz zu früher von Amerika, wo die Erzeuger mit Rücksicht auf die außerordentlich günstige Konjunktur die Preise für den Export fast täglich erhöhen. Nach den Bestimmungen des Kartells unterliegen die amerikanischen Märkte bekanntlich nicht seiner Herrschaft,, und zu Zeiten nachlallen- den Geschäfts am Weltkupsermarlt wirkte sich das so aus, daß die Irrwege der Zollpolitik. Zollsenkung für(Schnapsmais.— Kindernahrung bleibt verteuert. Vor einem Jahre hat der Landbundminister Schiele gegen den allgemeinen Protest der Berbraucherschast den Zoll auf Mais für industrielle Zwecke, d. h. in erster Linie für die Herstellung von Maisstärke und Kinde rmehl, verdoppelt. Gleichzeitig hat er den Maiszoll für Lerfütterungszwecke um nahezu 30 Proj. herabgesetzt. Ihm standen, wie man es allerdings von einem Landbundsührer nicht anders erwarten tonn, die Interessen der Schweinemost und der Viehfütterung höher als die wohlfeilere Er- nährung der deutschen Kinder. Unsere lebhaften Bemühungen, diesen Streich gegen die Dolks- ernährung durch allgemein« Ermäßigung des Maiszolles wieder gut zu machen, haben bisher zu keinem Erfolge geführt. Wohl aber ist in diesen Tagen aus Wunsch einiger Branntwein- Unternehmer in einem Zusatzabkommen zum deutsch-serbischen Handelsvertrag der Zoll für Brennmais und«Saatmais von 5 M. je Doppelzentner auf die Hälfte, also aus die Höhe des Futtermais- zolles, ermäßigt worden. Damit richtet sich der hohe Industriemais- zoll nunmehr ausschließlich gegen die Kinder- «rnährung. Der volkswirtschaftliche Wert einer Zollermäßigung für Brennmais ist äußerst zweifelhaft. Die deutsche Branntwein- gesetzgebung hat den vielfach offen ausgesprochenen Zweck, die tortosfelbauende Landwirtschast auf dem armen Boden des deutschen Oftens zu unterstützen Daß sie in dieser Auf- gäbe absolut versagt hat und daß jährlich nahezu 100 Millionen für die Aufrechterhaltung der unsinnigen deutschen Branntwein- politik von den Steuerzahlern aufgebracht werden müsten, ist hier oft genug dargelegt worden. Immerhin hatte die deutsche Brannt- weinpotitik, solange sie sich wenigstens bemühte, die Landwirtschaft auf den, armen Boden des deutschen Ostens zu ermöglichen, noch einen gewissen Sinn. Absolut unverständlich ist es aber, daß die dem deutschen Kartoffelbau zugedachten Liebesgaben in steigendem Maße auch der Maisbrennerei zugute kommen. Besonders in Jahren schlechter Kartoffelernte wurden in den landwirtschaftlichen Brennereien, um die im Brennrecht liegenden Subventionen aus- zunutzen, große Mengen Mais verbrannt, denn die Branntwein- Herstellung aus Mais war vielfach billiger als aus Kartoffeln. So wurden im Jahre 1926/27 436 571 Hektoliter Maisbranntwein hergestellt. die die Monopolverwolwng einschließlich ihrer Unkosten rund 80 M. je Hektoliter kosten. Bereits vom Kartoffelspiritus kann dl« Monopoloerroaltung nur einen Teil zu gewinnbringenden Preisen absetzen, einen anderen Teil dagegen muß sie unier ihrem Einstandspreis verkaufen. So wurden im Jahre 1926/27 1.3 Mil> lionen Hektoliter Branntwein zu einem Preis von 30 M. für Motor- brcnntwein und andere technisch« Zwecke abgesetzt. Der V e r l u st je Hektoliter betrug also 50 M., allein für Maisbranntwein also 21 Millionen Mark. Der Nutzen, den die Land- Wirtschaft von der Zulassung der Maisverbrennung gehabt hat, ist dagegen wesentlich geringer, er besteht im Schlempewert (Futtermittel), ist also mit höchstens 7 bis 8 Millionen anzusetzen. Der Rest von 14 bis 15 Millionen wurde absolut sinnlos verpufft. Dies« durchaus nicht im ursprünglichen«Sinne der deutschen Bronntweinpolitit gelegene Suboentionierung der Moisbrennerei hat im vorigen Jahre eine starke Bewegung für ein Verbot der Maisverbrennung ailsgelöst. Dieses Verbot sollte jedoch durch die Erhöhung des Zolles jür Industriemais, also auch für Brennmois, abgelöst werden. Tatsächlich hat infolge der ge- stiegenen Malspreise und der Zollerhöhung für Brennniais im Lause des Wirtschaftsjahres 1927/28 die Verarbeitung von Mais zu Branntwein stark nachgelassen. Insgesamt wurden in dem am 1. Oktober 1928 abgelaufenen Wirtschaftssohr 331 000 Hektoliter Moisbronntwcin hergestellt. Der hieraus entstehende Berlust de- trägt allerdings immer noch mehr als 10 Millionen. Die neuerliche Ermäßigung des Zolles für Brenn- mais wird nun, besonders wenn die Maispreise sich noch weiter ermäßigen, die Herstellung von Maisbranntwein wieder in nicht unerheblichem Maße aufleben lasten. Bei den hohen Kartofiel- preisen und der nicht sehr großen Kartoffelernte in diesem Jahre kann mit großer Wahrscheinlichkeit damit gerechnet werden, daß wiederum 300 000 bis 400 000 Hektoliter Maisbranntwein her- gestellt werden. Der hieraus der Monopoloerroaltung entstehende Berlujt wird abermals mindestens 15 bis 18 Millionen erreichen; der dem Reich durch dies« Zollermäßigung entstehende Zollausfall kann eventuell 2 bis 3 Millionen erreichen. Insgesamt entsteht also für den Steuerzahler unter Umständen ein« Be- lastung von 17 bis 20 Millionen Mark. Wer aber annimnn, daß dies« Riesensunune der Landwirt- s ch a f t wenigstens in'vgendeinev Form zugute kommt, der täuscht sich. Berschiedentlich wird die Ermäßigung des Brenn» maiszolles damit begründet, daß angesichts der knappen Futter- ernte der Landwirtschaft ein billiger Futterersatz in der Mais» schlemp« zur Durchhaltting der Viehbestände gegeben weichen müsse. Daß die mit der Zollermäßigung verbundene Millionenaufwendung des Reiches und der Monopolverwaltung der Landwirtschaft in Form von FuttermiUeln nur zu einem ganz geringen Teil zugute kommt, zeigt jedoch folgende Berechnung: Der Wert der Brannt- weinschlempe je Hektoliter erzeugten Maisbranntweins ist mit unge- fähr 15 bis 20 M. zu veranschlagen. Den Maisbrennereien fällt also!n Form von Maisschlempe ein Geschenk von insgesamt 5 bis 6 Millionen zu. Würde die Monopolverwaltung der deutschen Landwirtschaft diese 5 bis 6 Millionen in Form von wertoollen Kraftfuttermitteln schenken, so hätte sie gegenüber der jetzigen Regelung noch einen Reingewinn von etwa 10 bis 12 Millionen Mark. Außerdem würde die Mindereinsuhr von Brennmais die deutsche Handelsbilanz um mindestens 12 bis 15 Millionen entlasten. Wir nehmen an, daß«in Verbot der Mais» Verbrennung diesem wirtschaftlichen Unsinn bald ein Ende machen wird und daß die Zollermäßigung für Futter- und Brenn- mais lediglich eine etwas ungeschickte Ankündigung der a l l g e» gemeinen M a i s z oll e r m ä ß i g u ng ist. Denn erst das Schweinesutter über die Kindernahrung zu stellen, wie es«Schiele tat, und dann eine Summe von 12 Millionen, mit der unendlich viel Wertvolles geleistet werden könnte, zum Fenster hinauszuwerfen. dies zu verstehen, übersteigt die Geisteskräfte «ine» eins ach en Menschen. Erzeuger gezwungen waren, große Konzessionen in Amerika zu machen, um aus den erzeugten Kupfermengen nicht sitzen zu bleiben. Heute haben sie dos nicht mehr nötig. Di« Nachfrage ist allgemein gestiegen, auch in Amerika. Der Handel ist ausgeschaltet und die Bestände befinden sich soft ausschließlich in Händen der Mitglieder des Kartells. An den anderen Metallmärkten ist das Geschäft nicht so leb- hast. Bei Zink ist es sogar schlecht und die Verhandlungen zwischen den Amerikanern und dem im Brüsseler Kartell zusammen- geschlossenen Ereugern hoben bisher keinen Erfolg gehabt. Erst kürzlich hat in Brüssel ein««Sitzung stattgefunden, aus der der Be- schluß gefaßt wurde, daß die Mitglieder der Organisation wieder freie Hand haben, wenn man zu einem Abkommen mit den Amen- kanern zwecks Teilnahme an dem Kartell nicht kommen sollte. Es ist ja seinerzeit hier schon darauf hingewiesen worden,. daß ohne die Hilfe der amerikanischen Zinkleut« ein« Durchführung der Preis- sttbilisierung und ein« Kontrolle der Erzeugung nicht möglich ist. Die Brüsseler Organisation befindet sich also unmittelbar vor der Sprengung, da wenig Aussicht besteht, mit den Amerikanern zu einem verttag zu kommen. Die Amerikaner verlangen«ine hohe Ausfuhrquote, um ihre stark gestiegene Erzeugung in Europa abzufetzen. Aber auch die europäische Erzeugung ist größer geworden, so daß die Mitglieder der Brüsseler Organisation den Amerikanern keine Borzugsstellung einräumen. Es wird so in absehbarer Zeit zum scharfen Kon- kurrenzkamps in der Zinkindustrie kommen. Aetie Handelsverträge. Abschluß mit Litauen.— Verhandlungen mit Ungarn. Nach mehr als einjähriger Verhandlnngsdauer ist jetzt in Berlin ein d e u t j ch- l i t a u i s ch e r Handels- und«Schiisahrts- vertrag, ein Konsularabkommen und ein Vertrag über den Rechts- verkehr unterzeichnet worden. Die Unterzeichnung einer An» zahl weiterer Abkommen sowie eines Protokolls zu dem bereits abgeschlossenen Vertrag über den sogenannten kleinen Grenzver» kehr steht bevor., Die Verhandlungen zun sehen Deutschland und Litauen hatten sich deswegen solange hingezogen, weil sich speziell in der Vereint- gung der politischen Memelsroge Schwierigkeiten ergeben hatten. Die W i rt s cha f t s i n t e r e s sc n der beiden Länder haben sich aber stärker erw-esen als diese Differenzen, und es ist ein Vertrag auf breitester Grundlag« zustandedekommen. Einzel- heiten aus dem Abkommen find zurzeit noch nicht bekannt. Wie stark der Warenverkehr zwischen Deutschland und Litauen im Rahmen des Gesamtaußenhandels beider Länder ist, geht daraus hervor, daß Deutschland Im ersten Halbjahr 1927 fast 55 Proz. der gesamten litauischen Einfuhr bestritt und daß andererseits in dem gleichen Zeitabschnitt rund 45 Proz. der l i- tauischen Ausfuhr von Deutfcbkand ausgenommen wurde. Zu gleicher Zeit sind jetzt in Budapest Handelsoertragsver- Handlungen zwischen Deutschland und Ungarn auf- genommen worden. Die bisherigen Wirtschaftsbeziehungen zwischen diesen beiden Ländern waren im Jahr« 1920 durch ein gegen- scitiges Zugeständnis der Meistbegünstigung geregelt, doch war seitdem noch kein Zolltarifabkommen getroffen worden. Im deutsch-ungarischen Außenhandel ist Deutschland in der Nachkriegszeit stark aktirr gewesen. So stand im Jahre 1927 einer ungarischen Einfuhr nach Deutschland im Wert« von 80,1 Millionen Mark, die etwa 0,6 Proz. unserer Gesamtein. fuhr entsprach, eine deutsche Einsuhr nach Ungarn im Werte von fast 142 Millionen Mark gegenüber. Ungarns Zolllariswunsche erstrecken sich hauptsächlich auf landwirtschaftlich« Produkte, ins- besondere legt Ungarn auf Zugeständnisse in der Bieh« einfuhr Wert.__ Ein Zunkersgeschäst mii Zapan. Die Junkers-Flugzeugwerte in Dessau bestätigen, daß der japanischen Flugzeugfirma Mitsubishi in Tokio Baupatents für Iunkers-Flugzeuge verkauft worden sind und mit deutschen Ingenieuren in einer neuen Fabrik Iunkers-Flug- zeuge gebaut werden sollen. Der Mitsubishi-Konzern fei feit Iahren mit dem Flugzeugbau beschäftigt, so daß die Iunkerslizenz von den bereits vorhandenen Flugzeugwerken ausgenutzt werden könnte. Die Iunkers-Werke Dessau würden der für das Luftfahrt- wesen wegen der Subventionen für Flugzeugfinnen besonders er- wünschten Publizttät einen Dienst leisten, wenn sie von sich aus die Bedingungen des Li z e n zv e: k a u f s oeroffent- lichen würden. veftiebsoerkäufe im cochringen-Sonzera. Die Bergbau A.-G. Lothringen in Hannover hat jetzt einige wichtige Be- triebe ihres Konzerns verkauft, ossensichtlich um ihren hohe» Schulden st and durch den Erlös der Bertäuse, der auf etwa 20 Millionen Mark geschätzt wird, zu senken. Die Bertäuse sind besonders interessant im Hinblick auf die Käufer. So hat die I. G. Farben-Industrie die Ehemischen Werke Lothringen G. m. b. H., an der sie bisher schon zu 50 Prozent beteiligt war, erworben und ist jetzt Alleinbesitzer dieses wichtigen chemischen Spezialwerks, dessen Hauptprodutt Leuna-salpeter ist. Außerdem hat der Lothringen-Konzern seine Beteiligungen an der Steinkohlengewerkschast König Ludwig an die G e w« r k- ((Haft Ewald verkaust, deren Syndikotsbeteiligung damit von 3.6 auf 6,0 Millionen Tonnen gestiegen ist. Damit bat die Stein- kohlengcroerkschaft Ewald innerhalb des Ruhrkohlensyndikats eine Bedeulung erlangt, die der von Harpen und S t i n n e s keines- wegs nachsteht. Dieser Erwerb der Lothringen-Zechen durch die Gewerkschaft Ewald ist besonders deswegen bemerkenswert, weil mit dem Ablauf des Syndikatsvertrages im Frühjahr 1930 auch die Ouotenfragen neu diskutiert werden. Die Vermutung liegt nahe. daß.Ewald" mit diesem Aufkauf einem eventuellen künftigen Verbot von Quotenköufen durch das Syndikat vorbeugen wollte. «ia englischer waggontrust. Wie In der deutschen Waggon, Industrie machen sich auch in England stark« Bertrustiingsbe- ltrebungen im Waggonbau bemerkbar. So ist zwischen den beiden führenden Gruppen in dieser Industrie, dem B i cke r s. Konzern 20'rl> Konzern, der Zusammenschluß be- schlössen worden. Roch �em bisherigen Verhandlungsergebnis wer» den die einzelnen zu dielen beiden Konzernen gehörende» Waggon» mbriken ihre Selbständigkeit behalten, aber unter einer Dach» gesellschaft unter einheitliche Regie gebrocht werden. Di« Kapitalkraft des neuen Trusts betrögt etwa 110 Millionen Mark. Deutsch« kverkzeugmaschiiien ständig In Moskau ausgestellt. ? J» mjr� tn twoefau ein flrDfecr Ausstellunasbau für die Vorführung von ausländischer Werkzeugmaschinen eröisnet. für fil,* 2 Korken Absatz erwartet.- Die Hall« I." x- Millionen Rubel. 400 Werkzeugmaschinen sollen in siandigem Betrieb ausgestellt werden. Der Verein deutscher Werk- zeuamaschin-nfabnken ist organisatiorisch und wohl auch finanziell an der Mostauer Ausstellung beteiligt. . rrx Unterhaltung unö Wissen Vellage des Vorwärts Kleine Geschichten von Mommsen. Zu seinem 25. Todestag, 1. November. Ein BiertelZahichunÄert ist dahingegangen, seit Theodor Momni- sen die unermüdliche Feder für immer niederlegte, ader seine Per- sönlichkeit und seine Lebensleistung wirkt noch immer unter uns fort. Sein« römische Geschichte steht als ein klassisches Meisterwerk der Geschichtsschreibung neben dem Höchsten, was unser Schrifttum aus diesem Gebiete hervorgebracht bat. Die leidenschastlich-geistvolle, tiefstes Erleben mit reichstem Wissen verbindend« Persönlichkeit tritt uns aus diesem Werk besonders scharf und Nor entgegen. Diese Originalität seines Wesens hat in vielen Geschichten Aus- druck gesunden, die man von Mommsen erzählt. Viele sind nicht einmal„gut erfunden", wie z.B. die von seiner Zerstreutheit, die so groß gewesen sein soll, daß er seine eigenen auf der Straße spielenden Kinder nicht erkannt« und noch chrem Namen fragt«. Aber andere gut verbürgte Anekdoten spiegeln die Gestalt dieses «inzigortigen Forschers gut wieder. Mommsen hätte von sich sagen können, daß«in Pegasus erst unter ihm erschossen wurde, bevor er seinen eigenen Weg durchs Leben fand. Denn er begann als Dichter, und eine künstlerische Gestalwngskrast ist ihm immer eigen geblieben. Mit Storm und seinem Bruder Tycho gab er zusammen das �Liederbuch dreier Freunde" heraus, in dem Mommsen sich zwar schon als spöttischer Satiriker, aber auch als schwärmender Träumer verrät. Freilich ist er derjenige, der die Funken der Ironie am schärfsten auf- sprühen läßt und die eigene Poesie mit den Beesen verspottet: Da läuft mir über die Leber ein« Lau», Schatz! Bodenken Sie, mein werter Storm! Wir kommen in Wolfs poetischen Hausschatz, Das Unglück wäre doch«norm. Nicht minder leidenschafllich wie der Poesie wandte er sich später der Politik zu. 1848 war er Redakteur der.Schleswig- Holsteinischen Zeitung" in Rendsburg. Eines Tage« brachte fein Blatt die Meldung, daß sich ein vielgenannter dänischer Agitator erhängt habe. Es war aber kein Wort davon wahr und der an- geblich Erhängte erschien aufgeregt bei Mommsen und machte seiner Entrüstung in sehr deutlicher Weife Luft. Mommsen hörte ihn ruhig an, und als er sich ausgetobt hatte, sagte er ganz ruhig: „Gut, ich werde morgen eine Berichtigung bringen, daß Ihr kräs- tiges Schimpfen die Redaktion vollständig davon überzeugt habe, daß Ihnen die Kehle keineswegs zugeschnürt ist." In seiner gelehrten Tätigkeit hat Mommsen eine schier unbe- greifliche Arbeitsfüll« bewältigt. Besonders in der Zeit, da er eben geheiratet hatte, in Breslau Professor war und an seiner Römischen Geschichte arbeitete, fürchtete selbst dieser Riese der Arbeit, der einen so zarten Körper besaß, zu erlahmen. Elf Tage vor der Gc> burt seines ersten Kindes schrieb er Mitte 188S, er befinde sich in einer„beispiellosen Arbeitskalamllät. Es ist mir nur recht lieb", fuhr er fort,„daß so ein Wurm nicht gleich Umgang braucht und fürs erste nicht einmal Prügel, denn ich habe wahrhastig keine Zeit dafür". In seinen Vorlesungen konnten ost die Worte mit der Schnelligkeit seiner Gedanken nicht gleichen Schritt holten. Immer war die schlanke Gestalt in nervöser Bewegung:„sein Blick irrt« suchend über das Heft", so schilderte ihn Dove,„was wegen der Fülle an einzelnen Daten nötig war, dennoch wurden die hastig hervorgestoßenen Sätze im Augenblick frei gebildet". Mommsen arbeitete noch während der Vorlesung seinen Stoff durch, und dieser groß« Wahrheitssucher, der sich immer tiefer in die Probleme ein- bohrte, hielt wohl plötzlich an und erklärte:„Meine Herren, was ich da eben behauptet habe, kann aus den und den Gründen nicht zu Recht bestehen." Berühmt und gefürchtet war sein Sarkasmus. Napoleon III.. der den Ehrgeiz hatte, sich als Geschichtsschreiber hervorzutun, hatte Mommsen nach Paris geladen, um ihm bei der Abfassung seines Werkes über die gallischen Feldzüge Cäsars behllflich zu sein. Trotz- dem hiell der Meister nicht viel von dem mit großem Pomp heraus- gebrachten Werk, und als ihn ein Bekannter fragte, ob er das Buch seinem Sohn schenken solle, erkundigte er sich erst:„Wie alt ist denn der Junge?" Auf die Antwort:„IS Jahre", meinte er: .Na, dann dürfen Sie es ihm noch ruhig in die Hand geben: in einem Jahr wäre er ihm schon entwachsen!" Als ihn ein be- rühmter gleichallriger Gelehrter in seinen letzten Lebensjahren be- suchte, sprachen sie von alten gemeinsamen Bekannten.„Sie sind ja fast oll« tot," bemerkte wehmütig der Besucher.„Oder sollten es wenigstens sein," fügt« Mommsen ironisch hinzu. Bei Momm- sens 60. Geburtstag hiell Helmholtz als Rektor der Universität die Festrede und erwähnte dabei auch seine Tätigkeit als Abgeordneter: er vertrat damals den Kreis Kalau, und Helmholtz schloß mit den witzigen Worten:„Darf Ich in der Sprechweise seines Wahlkreises von ihm reden, so möchte ich sogen: Mommsen ist weder— kahl noch lau!" Das Hasenschärtlin. Von Wilhelm Schäfer. Dem Flickschuster Jakob Freidonk ist es ergongen wie allen redlichen Leuten: er hat feine mühsam ersparten Groschen zur Kaste getragen und ein blaues Büchlein gehobt, darin die Zahlen im Futter spärlicher Zinsen zu kärglichen Zinsen gediehen, mit denen ein Leichtfuß nicht well springen könnte, ihn: aber bedeuteten sie ein sorgenloses Alter. Indessen, der Krieg fällt übers Land und frißt dos Geld aus den Kassen, wie er das Blut der Iungmänner zu fressen vier Jahre lang unersättlich ist. Als seine Gier zuletzt an den Grund kommt, sind die Zahlen im Büchlein des Jakob Frei- dank aufgebläht zu riesigen Summen: nur Wert haben die Zahlen und Summen nicht mehr. Das sorglose Alter ist mll in dos Mastengrab der deutschen Hoffnung gesunken. Sie haben uns beschisten! sagt der Flickschuster Jakob Freidonk ingrimmig, nimmt einen Blaustift, wie er ihn für die Sohlen braucht und streicht den Spruch vorne im Büchlein:.Spar« in der Zeit, so hast du in der Not!" mitten durch. Darum wird er noch kein Verschwender: nicht allein, weil die Flicke» und Sohlen kaum das Leder bezahlen, sogar die Holzstiste sind teuer, sondern, weil er den ganzen Tag Pfriemen und hämmern muß und auch gar nichts anderes möchte. So hat er zuletzt über das verlorene Geld seinen Humor, denn Kinder haben sie keine. Was gllt's gewettet? trotzt er seiner Frau Iosephine, als ein Jahr und mehr vergangen ist: Ob das im Sporkassenbuch falsch oder richtig steht, macht mir nichts und dir nichts! Oder brauchtest du etwas davon? Die Frau Iosephine läßt den alten Kopf hängen und schüttelt ibn wie ein Mädchen, auch wird sie rot, denn sie möchte ein neues Kleid für die Kirch«, weil das alte verschossen ist und an den Aermeln geflickt. Aber sie kennt ihren Alten und weiß, was für ein Tyrann er mit den Pfennigen fein kann. Darum hat sie ein Jahr lang heimlich gespart und über dem Strickstrumpf hossärtig« Gedanken gehabt, bis aus den Mefsingpfemngen endlich die siebzehn Mark rund waren, die der Stoff kostet, und noch acht dazu für die Näherin samt den Zutaten. Nun liegt er schon drei Wochen lang in der untersten Lade hinter dem Leinenzeug, als hätte sie ihn ge- itohlen, weil sie den Mut nicht findet, dem Alten ihre Heimlichkeit zu. gestehen. Einmal am Abend aber trippelt sie richtig zum Hasenschärtlin hinauf, wie sie im Ort die Näherin mit der Hasenschart« nennen. Die hat zudem«inen Buckel und ist ein freches Ding, dem der Schnabel in vielen Häusern gewetzt ist, auch kennt sie den alten Freidank. Ich komme in vierzehn Tagen, verspricht sie, wenn die Hochzeit bei Apothekers vorbei ist und bring« Sand mit, ihn euren Alten in die Augen zu streuen. Nach vierzehn Tagen, als der Jakob Freidank schon in der Frühe geflickschustert hat zum Morgenbrot kommt, sitzt das Hasen- schärtlin da in der Stube und hat die zitternd« Frau in die Kammer geschickt, bis dem Alten der Sand in die Augen gestreut ist.- Was sie da mache?-fährt er das dreist« Ding an, und sieht den schwarzen Stoff bereits auf der Fensterbank liegen. Ein neues Sonntagskleid für eure Frau, das st« arg nötig bot! antwortete das Hasenschärtlin nebenbei und scharrt in ihren Nadeln, und tut erstaunt, daß der Alte noch weiter fragt. Den Stöfs? Den hat die Frau doch gefunden! Und erzählt eine lange Geschichte von dem Paket, das am Schwalbenrain droben aus einer Bank lag und keinem gehört«. Keinem gehörte? grollte der Jakob Freidonk und tritt einen Schrllt auf das freche Ding zu: Und wer es verloren hat, dem ge- hört es nicht mehr? Denn er glaubt die lange Geschichte, wie er zu seinem Schaden vieles geglaubt hat, was eben so dreist wie die Erzählung des Hasenschärtlin gelogen war. Und ob die Näherin neue Lügen aus ihren Nadeln heraussucht: der Jakob Freidank kann sich den redlichen Zirkelpunkt seines Selbstgefühls nicht ver- rücken lassen, ohne den er nur ein Flickschuster wäre. Siebzig Jahre lang sind meine Finger trocken geblieben und sollen nicht klebrig werden an einem Kleid! polterte er los und reißt dem Hosen- schärtlin den Stoff aus den Händen, ihn selber und sogleich aufs Fundamt zu bringen. Als fein redlicher Lärm hinaus ist, klettert die Frau Iosephine, die oben an der Treppe alles mit angehört hat, kläglich herunter. Ist er fort? fragt sie weinend und hat seine zornigen Sehritte die Gaste hinab gleichwohl gehört. Dem Hasenschärtlin ist nicht nur der Schnabel gewetzt. Während der Jakob Freidank unterwegs ist mit seinem Paket und recht zu tun glaubt aus ihrer Lüge, hält sie der Frau mit flammenden Worten das Eigentumsrecht vor: Sie brauch« nur selber aufs Amt zu gehen und denen die Wahrheit sogen: dann müßten sie ihr den Stoff wiedergeben. Sie könne ja alles beweisen! Alles kann ich beweisen! weint die Frau Iosephine und wischt die Tränen mit ihrem Handrücken ab. Aber was hijt es ihr? Sie darf den Stoff nicht wieder ins Haus bringen. Das Hasenschärtlin begreift gar nicht, warum die Frau so ein- fällig ist. Sie hüpft wie ein Rabe herum und will sich halbtot lachen über den Spaß, daß ihr der alle Freidank die Lüge so wört- lich geglaubt hat. Den Männern geschieht es drum recht, daß wir sie betrügen! höhnt sie und ist ein rechter Unflat mit dreisten karten und schlechten Gesckilchten, wie st« den Frauen geholfen hat, hinter dem Rücken der Männer doch ihre Kleider zu kriegen. Indem sie noch schwätzt, sieht sie den Jakob Freidank mit ge- 'echten Schritten die Straße heraufkommen und zieht die Frau durch die Hoftür hinaus auf die hintere Gaste. Nur schnell! drängt flc,«h« die auf dem Amt sich den Stoff angewöhnt haben! Heut- Zütag, sind die Menschen schlecht, und die Beamten haben auch ihre Frauen zu Haus«. Also gedrängt, trippelt die Frau Iosephine durch die Hinter. llaste den Weg hinab, den ihr Mann durch die Bordergollc heraus- üeschritten ist. Sie fürchtet sich vor den fremden Beamten: aber dos Hasenschärtlin bleibt ihr zur Seite, und es gibt keinen Ge- danken in ibrem verdonnerten Kopf, den die bucklige Näherin nicht drvist und listig ans Licht zieht: Wo es geschrieben stände, daß die Männer allein kommandierten? Die gingen ins Wirtshaus und sahen nicht auf dl« Graschen für ihre Dinge. Nur die Frauen laßen daheim und müßten um jeden Pfennig fragen, den sie soviel oder mehr als die Männer mit ihrer Hausarbeit verdient hätten! Die Frau Iosephine weiß genau, daß es ein böser Geist ist, der neben ihr geht, und daß sie dem Jakob Freidank weder ein Wirtshaus nach sonst ein« Berschwendung nachsagen kann. � Aber der Stoff ist doch msiu! begehrt sie auf und denkt an die Mühselig- lest, Hy m Munde afazujpartn, indessen der illte immer je« Essen gehabt hat, wie er seinen schwarzen Tuchrock hat: ober ihr dünnes Zug ist verschlissen! So scharren die hämischen Wort« doch im Geröll der Verdrossenheit, dos sich aus unfriedllchen Stunden ge- sammelt hat, und ihr Herz ist bitter vor Groll gegen die Tyrannei ihres Alten, �ols sie durch die Tür des Amte» geht, die das Hasen- schärtlin vor ihr öffnet und hinter ihr schließt. In dem kahlen Raum stehen zwei Polizisten, die sie kennt, und sprechen mit einem dritten, der an dem Tisch schreibt: auch ihr Stoff liegt darauf, und einer der Polizisten befühlt ihn fachmännisch. Nun, Mutter Freidonk, wo habt ihr das Zeug gefunden? fragt der erste, und der zweite legt die Hand an die Mütze, als stände er zu einem Schwatz unter ihrem Fenster. So sehr die Frau Iosephine erlöst ist, daß sie ihre Wort« nicht vor fremden Ohren sagen muß, so sehr erschrickt sie, als sie damit herauskommen will. Denn nun soll sie gestehen, daß sie ihren Mann belogen und betrogen und zum Narren gemacht hat mit der Lüge des Hasenschärtlin, und soll ihn lächerlich machen mit ihrem Geständnis der Wahrheit, um ein Kleid, das sie für diesen Preis nicht anziehen könnte. Auf einmal fängt da ein redlicher Besen an zu fegen in ihr, daß die schlechten und hinterlistigen Worte zu Kehricht werden und olle bösen Gedanken, die sich der Lüge der Näherin angehängt haben. Aber die Wahrheit, die davon übrig bleibt, ist selber häß- lich geworden. Die alte Frau Iosephine, die den Stoff daliegen sieht, daran sie ein Jahr lang kümmerlich gespart hat, und die nur ein Wörtchcn zu sagen brauchte, ilTN zu erhalten bekennt sich tapfer zur Lüge und häll ihrem Alten die Treue, die sie mit der Wahrheit verriete, und erzählt die Geschichte vom Schwalbenrain. Nun gut, Mutter Frank, sogt der Polizist, als sie das Proto- koll unterschrieben hat: nach einem Jahr kommt ihr wieder: hat sich dann niemand gemeldet, gehört der Stoff euch! Nach einmal ein Jahr? verplappert sich die Frau Iosephine und ist doch wieder dem Weinen nahe, das sie kaum verschluckt: aber sie geht topfer hinaus mit dem Descheid und bringt ihn dem Hasen- schärttin, das sich totgiften will über die Einfalt. Sie läßt das freche Ding gehen und weiß nicht, warum die Gast« auf einmal hell im Sonnenschein liegt, die vorhin noch düster war und warum sie gleich einem Mädchen nach Hause geht, das schulfrei be- kommen hat. Warum lausen wir im Kreise? Di« Tatsache, daß Menschen, die sich verirren, sich immer im Kreise bewegen, ist schon öfters beobachtet worden, ohne daß man dafür einen zureichenden Grund angeben konnte. Diese Erscheinung geht aber auf eine dem Menschen angeborene Eigenschaft zurück, wie der Zoologe Prof. Dr. A. Schaefser in«ingehenden Unter- suchungen nachgewiesen hat. Er hat gesunden, daß die Bewegung im Kreise den lebenden Wesen instinktiv am nächsten liegt und daß dies infolge eines Steuermechanismus bei Menschen und Tieren erfolgt, der, wenn er allein herrscht, Wendungen in Spiralenform hervorruft. Der Gelehrte wurde zu seinen Untersuchungen durch die Beobachtung der kleinsten Lebewesen, der einzelligen Amöben, angeregt. Er sah. daß diese Amöben in einem Wasterglase sich in gekrümmten Linien bewegen, und fragte sich nun. ob auch andere Tiere und die Menschen zu einer derartigen Richtung gezwungen werden, wenn sie nicht durch die Augen und ander« Sinne eine be- wußte Richtung einschlagen. Er machte mit Studenten, denen die Augen verbunden waren, verfuche, indem er ihnen befahl, nach einem Schneesall auf der Straße in ganz gerader Linie zu gehen. Wurden dann die Fußtapfen, die die Dersuchepersonen dabei zurück- gelassen hatten, untersucht, so fand man, daß jeder Pfad mit großer Regelmäßigkeit in der Form einer Uhrfederspirale verlief, also sich aus einzelnen Kreisen zusammensetzte. Die«inen Kreise gingen Nach rechts, die anderen nach links, aber die Grundform der Bewegung zeigte eine große Geschmäßigteit._ Des weiteren wurden Schwimmer mit verbundenen Augen ins Wasser geschickt und ihnen aufgegeben, gerade zu schwimmen" aber auch sie bewegten sich in Spiralen vorwärt«. Bei wilden Tieren hat man stets festgestellt, daß st«, wenn sie verfolgt werden und in große Angst geraten, im Kreise lausen: die richtunggebende Wirkung von Augen und Mose wird durch die Angst ausgeschaltet, und dann tritt derselbe Richtungsinstinkt wie dem Menschen in Kraft, der zum Ein-'' schlagen von Kreisen führt. Der Mensch, der sich verirrt hat, ist ja über die Richtung, die er einschlagen soll, ganz im unklaren. Auch bei ihm oersagen also die normalen Mittel, die uns den Weg weisen: auch bei ihm macht sich dann dieser Instinkt geltend, und so laust auch er im Kreise. Diese Kreise sind sehr viel größer als die. die der Mensch mit verbundenen Augen einschlägt. Sie sind auch un- regelmäßig, und dazwischen treten immer wieder gerade Linien oder Winkel auf. Bei den Verirrten wird ja immer wieder der bewußte Wille eingeschallet, eine bestimmte Richtung einzuschlagen, und da- durch wird die Wirkung des unbewußten Richtungsweissrs gestört. Personen, die sich in einer Wüste oder in einem Wald verirrt haben, können Kreise schlagen, die einen Umfang von 50 Kilometer und mehr haben, aber letzten Endes wird es immer eine Kreislinie sein. Man hat auch bei diesen Versuchen gesunden, daß die Art der Kreise, die von Menschen mit verbundenen Augen beschrieben werden, einiges über ihre Persönlichkeit aussagen. Personen, die sich leicht konzentrieren und einen festen Willen hoben, beschreiben kleinere und regelmäßige Spiralen, während bei unschlüssigen und zerstreuten Menschen die Spiralen zuerst größer und regelmäßiger sind und dann kleiner und unregelmäßiger werden. wie Zische durch Licht ernährt werden. Die bekannte Tatsache, daß die Motte in das Licht fliegt, hat man sich in Amerika für die Fischzucht auf sinnreiche Weise zunutze gemacht. Wie einem Bericht der Zeitschrist der Gencral-Electric-Company zu entnehmen ist, still» in den Gewässern des Lakeside-Porks von Fort Wayne in Indiana starke elektrische Lichtquellen von verschiedenartiger Färbung an- gebracht worden.„Die Besucher des Parks werden gewiß glauben. daß diese bunten Belauchtungsefekte im Wasser dazu dienen sollen, uni die Naturschönhett zu erhöhen," heißt es da,„aber das ist durchaus nicht der einzig« Grund. Di« Hauptursache für die An- bringiing dieser Beleuchmng liegt darin, daß der See in großem Maßstab der Fischzucht dient. Run müssen die Fische gut genährt werden, und sie fressen am liebsten Insekten. Da die große Anzahl der Fische auch eine besondere Menge von Insekten erfordert, so muß man dafür sorgen, daß möglichst viele Insekten angezogen werden. Da kam man aus den Gedanken, dazu das Licht zu oer- wenden, und man hat sich dabei nicht getäuscht. Große Schwärme von Insekten fliegen nach dem beleuchteten Wasser. Nun würde dazu ja bereits ein« Beleuchtung des Wassers von außen genügt haben, aber wir wollten es den Zuchtsischen möglichst bequem machen, und so haben wir das Licht auf dem Grund« des Sees an- gebrocht. Große Mengen von Insekten stürzen sich in die Fluten, um dem Licht immer näher zu kommen, und die Fische brauchen dann nicht erst nach ihnen zu springen, sondern können sie ganz gemächlich im Wasser verzehren." Die Wiederherstellung der Parkhenon' Säulen. Bei der De- schädigung des Parthenon zu Athen durch eine venezianische Bombe im Jahre 1687 wurde eine Anzahl von Marmorsäulen an der Nord- seit« umgestürzt, und die Trümmer lagen fast 230 Jahre lang, bis sich die griechische Regierung während des großen Krieges daran machte, dies« Säulen wieder aufzustellen und, wo es Not tat, zu er- gänzen. Einige dieser Säulen stehen auch jetzt wieder ausrecht und trogen zur Erhöhung der einzigartigen Schönheit dieses Bauwerks bei, aber der größere Teil konnte nicht ausgebessert und aufgerichtet werden, weil die nötigen Mittel fehtten. Die notwendigen Summen sind jetzt durch den amerikanischen Millionär Otto Kahn zur Ber- fügung gestellt worden. Dieser erfuhr bei seiner letzten Anwesen- heit in der griechischen Hauptstadt von der Einstellung der Arbeite» und hat nun Mittel zur vollständigen Wiederherstellung der Säule« bewilligt.— Ob er damit bet Schönheit der Parthenonruine dient? ( 3)er&olimeiskandal im Stuhrgebiet. Siinter den Siulissen des Slusmunn ZProstesses. 3« Cffei» ist her Abiturient»nrl Husmann zwar juristisch frei- gesprochen, aber moralisch oerurteilt worden. Man hat ihm attestiert, daß das Gericht ihm die Tat zutraue, der der junge Helmut Daube zum Opfer gefallen ist. Jeder, der den Prozeß in Essen miterlebt hat, empfand die vernichtende Urteilsbegründung als ein K o m p r o m i ß, das im Beratungszimmer zwischen den Gelehrten- und den Laienrichtern geschlossen worden war. Es war vielleicht kein Zufall, daß am gleichen Tage im Essener Landgericht der Mörder Tripp zu IS Iahren Zuchthaus oerurteilt worden ist, der in wenigen Iahren acht junge Mädchen in der Umgegend Essens geschändet oder viehisch ver- stümmelt hat. Das RuHrreoier, dessen Kriminalität prozentual die anderer Reichsgebiete wesentlich übertrifft, ist in den letzten Jahren aus der Aufregung nicht herausgekommen. In der Umgegend Essens und Gladbecks sind in noch nicht fünf Jahren sieben Mord« unentdeckt geblieben, zahlreich« Selbstmorde. die schon ofsenflchtlich Grenzfälle waren, blieben im Dunkel, eine ganze Anzahl vermißter Personen konnte bis heute nicht aufgefunden werden. Di« Unruhe der ganzen Bevölkerung stieg bei jedem neuen Per- brechen, und als Helmut Daube ermordet wurde, ging ein Schrei der Empörung durch dos ganze Land. Man verlangte, daß die Polizeibehörden endlich einen Fall aufklärten, und so begann die Ermittlungsorbeit der Glodbecker Polizei, über die im Husmann- Prozeß leider allzu stark der Schleier der Nächstenliebe gebreitet wurde. So war es nicht möglich, an Gerichtsstelle die vielen U n- begreiflichkeiten und unglaublichen Unterlassung;- fänden des Gladbecker Kriminalkommissars Klingelhöller und seiner Mitarbeiter öffentlich festzustellen. Aus diesem Grunde dursten die Berliner Beamten, die Kommiflare Werneburg und Lissigteit. nicht auesogen, obwohl fle wochenlang ihrer Tätigkeit in der Berliner Mordkommisston ent> zogen wurden und vor der Tür des Gerichtssaale» sahen. Als Helmut Daube am 24. März morgens ermordet aufge> funden wurde, erschien 2M, Stunden nach der Tot die Gladbecker Polizei an der Mordstelle. Bon diesem Augenblick beginnt die Kette der Unverständlichteieten. Zunächst konnte man bei der ersten Mordmeldung die Leiche nicht photogrophieren. well es an den dazu notwendigen Apparaten und Beleuchtungsquellen fehlte. Die Gladbecker Polizei, vor ollem ihr verantwortlicher Führer Klingelhöller. unterließ es. die Essener Mordkom« Mission zu benachrichtigen, die über etwas modernere Mittel verfügt. Allerding» hätte man auch von dort aus nur schwer helfen können, denn, so unglaublich es ist, die Polizei von Esten. dieser so bedeutenden und großen Industriestadt, besitzt nicht einmal ein Auto, um Verbrecher zu verfolgen. Die Leiche Doubes wurde dann in das Schauhaus gesähosst, wobei man es unterließ, sofort die Kleider des Toten Sachverständigen zur chemischen Untersuchung zu übergeben. Ebenso wurde nicht festgestellt, ob im Gesicht oder an den Händen des Toten irgend- welch«, Fingernbdriicke zu erkennen waren, die auf eine sichere Spur, auf den mutmaßlichen Täter einen Schluß zuließen. Anstatt aus Indizien nach dem Täter zu suchen, wandte die Pollzei das umge- kehrte Mittel an. sie zäumt« das Pferd am Schwanz auf. verhastete Husmann, der ihr verdächtig erschien und suchte nach Indizien gegen diesen Menschen, der nach ihrer Ansteht allein der Mörder sein tonnt«. Man unterließ Nmhforschungen in homosexuellen Kreisen, obwohl bekannt war, daß Personen aus Gladbeck zu solchen Kreisen in Essen Beziehungen hatten, obwohl man misten tonnte. daß ein ehemaliger Arzt aus Esten, der aus§ 17? verurteilt war, auch in Gladbeck Beziehungen zu Gymnastasten unterhielt. Es folgte auf die Berhaftung Husmonns dessen Freilassung durch den Unter- fuchungsrichter, ein Tag nach dem anderen verstrich, und am zehnteil Tage, als die Gladbecker Polizei mit ihrem Latein zu Ende war. bat man Berlin um Hilfe. Als die Kriminalkommissare Werneburg und Lissigkeit nun in Gladbeck eintrafen, standen ste, wie der Verteidiger Husmann? bemerkte, vor einem Trümmerfeld. Alle Spuren waren längst«erwischt, anderen wichtigen Spuren war Kriminalkommissar Klingelhöller nicht nachgegangen und dazu kam noch als Schlimmstes der Widerstand der Ortspolizeibehörde gegen die„Berliner". So unglaublich es klingt, die von Berlin enlsandlen Beamten wurden einfach nicht insormlert. Man teilte ihnen nicht mit, welche Mordtaten vor dem Fall Daube vorgekommen waren, man verschwieg ihnen, daß vor dem Mord an Helmut Daube zehn Minuten von diesem Mordplotz entfernt schon vorher ein alter Mann aufgefunden war mit durchschnittener Kehle. von dem die Gladbecker Polizei angenommen hatte, daß er ein Selbstmörder sei, obwohl dos Rostermester, mit dem die Tat be- gongen war. zusammengelegt und In einem schmalen Poppkarton steckend in der Tasche de,„Lebensmüden" gefunden worden war. Man unterrichtete den Kommistar Werneburg dann später nicht von dem rätselhaften Selbstmord des Schlächters Ostendorf. Dies« beiden Fälle erfuhr Werneburg erst durch die Presse, und mährend der Ber Handlung haben die beiden Kommissare die Spuren In diesen beiden Fällen aufgenommen, obwohl nach sechs Monaten es schwierig genug war, die Ermittlungen so durchzusühben, wie es trotzdem noch geschah. 7 Notwendig ist vor astem, daß die skandalösen Sicher heitsverhältniss« im Ruhrgebiet schnell st ens bc seitigt werden. Nur die Schaffung der Reichs kriminal- polizei kann dort ein« Besserung herbeiführen, menn endlich den Eifersüchteleien und Zuständigkeiten einzelner Polizelleller ein Ende gemacht wird. Der Fall Husmann ist mit dem Essener Urteil uvahr jcheinlich nicht zu Ende. Die Familie des Angeklagten fordert m:t Recht, daß über da» Schicksal Husmonns eine klare Entscheidung herbeigeführt wird, nicht ein Kompromiß, das. wie es in Esten ge- schehen, die wirtschaftliche Existenz eines Menschen ruiniert hat. weil man stch scheute, die Polizeimethoden Gladbecks unter die kritische Lupe zu nehmen. Wenn das Berliner Polizeipräsidium dan Kriminal. kommistar Wenieburg heute noch einmal beurlaubte, so würde man in wenigen Wochen vielleicht Gewißheit darüber haben, ob nicht die Verfolgung der zahlreichen stch erst jetzt ergebenden Spuren zu einer restlosen ÄufNärung des scheußlichen Verbrechens führen würde. �rdetterdttüunSssldMe, lüsdensfrafte 3 Henie. IV/, Uhi, Beginn des wninlen Kursus des Genossen Dr. Hai ist, „Die Wlrischail In derOeecnwsrl". Anmeldungen im Kursuslokal.Undcnstr., 2. Hof, JTrp, Zimmer 11.— Morsen. Freitag, zweiter Abend des Kursus der Genossin Prof. Anna Siemsen,..Das Heidelberger Programm". Hörer können sich noch mel-en CiaftabangcB für diele Rubrik lind VszUr 6 9 IS. Siabcnfttaftc 3. parteinach richten�W� für Groß-Verlin ftrt« oa boa Seitckaletretoriat 2. H»f. t Ste», cedit*, zu riditea. Sennloo, t. ZU-aembcr,|V4 UHr, i»«aathaa ffncbrirtrrioin: Uebaagsfhtabe Hat Roarmberfrire. VBe»cfdll(ttin— Säuger, aUufilet anb Sprechchäe— rfigea püaktlich erscheiara. L ftRl«. SHttr. Safe ber«cbettatmoblfairt kSnnea coa be««bttiTungs- liitedimcn der««Sctlirnjofiliobrt»an öbUFIcib, 1*. Frwtzstr. U, fang atnammett werben. Slaaemder. 14 Übt, eraxitaete ikret*. i. Noannber, IVA Uhr, Jof link». Sichtige 2 Six., ab Ii Übe in taunana genoatmer. werben. 1 Saei«, Tirrgertea. Gennancnb,».»aoentbet, 14 rotjtenbsiiSitnj bei firiiger. Put Ii tut». 10. t. JUeta, ftienibtro. Zeituiiaalammliiiaa. Freitag, 2 in ber Sunftifchen Sniechfhinb«, Linbenitr. S, 1. SartWli..... läfiiang. Erscheine« bringend erfauberlich. 15.«reis. Trepta». Sonatag. 4. Saoeatbet, Baratt tlaga 10 Uhr. tat eiganaalaat de» Saibaalca Treptow: ifelcrftanbc. Aaipeacha! «ärgermeiilce fimnoa»:„10 Jahre bcalltüc Sfiiabl'l*. Aiitwiekeabe: Schaler der staatlichem tzaifiichuir liir Ruiik aab Mänaerchar„Har- atantc",»iebrrfchSarwritie.Zahaaalathal. Rege Peteillgaag anrb er »artet. «de«eteiebafrahiaa iatiaibemafrattfcher»ebeichs.««seftelfU am» Deaalten beim Bezitckaaatt Treptow. lt.«bei«,»rafäiin. varmasrigr. Tienataq, 0. Raarmber, IVA Uhr. I» Lakai„»erglchlahhäh«".«arlagartcultr. 0 11:«reiamitgiieberaerlamm. lang. Tageaarbanag:„Saztaldemairatir«ab Wehrprablem". Rrfereitt: Frau,«Lastler, M. b. R.«Nr«eaaffiaaea»ab»eaafsea werde» am bestiwartea Erlchaiaea briageub gebeten. 13. fttrif, Treptow. Mantog. 3. Naaembrr, 8 Übt, finbet int Ztigrnbheim. RirderschSneweib«, Briher Str. 26, bie Begirkskarteliithung. bes 15.«arteNz für Arbeitersport tmb.kSrperpflroe statt. Wir bitten, baß untere vrgaui- satione», wie TAI, Iunglozimiisten,«inberfreunbe, Rate Falken usw., unbebingt«reisaerteeter«nlfcnbeu. 14.«tria, Pankow. Sil« Listen ftir bie Echbffenwabl stnb sofort«N bea S«. nossen Illtiner, Pankow, Pestaioizistr. 1t,«inzuseiiben. » 43. Abt., ReaklNa. Soaaabeab, 3. Raaember: Befichtigaag de, SaoMmflweefc« «tta�aberg. Trrsipaatt ptlaltlich 146» Uhr am Werieingaag, NSpenicker Frauenveranslalluugen. Sit nassinnen I Der«urfn»:„Sinfsthrung in den .«reim, Mitte. Achtung, Marrtsmus" /Lehrer: Dr.. war, heute, Donnerotm». pllnktil W i:nb Efaatsmrbeiterperbonde», Iohanttiastr. 14/10. nossinnen sinb herzlid>st«mgeloben. Lange) beginnt erst, da der Referent verhindert tnttltzh lOl, Uhr, im Sitzungssaal den chamainbe. «De interessierten che. Bezirksausschuß für Arbeiierwohlfahrt. Ufr. «»Ha««der«inHihrnng in die so, lala.,._____ «reba. 3.«arsas-Sbend Freitag, 2. Raaewber:„Dir Tafgaben Rechfahilfr". Pilnktllch t»nj Uhr:m Zimmer 53 de» Rathaasr», Siagaaq Spaa »esereat:»e nasse he,(atialaa hattet Straße. 3.«rei». Weddiag. Conntag, 4. November. 10 Uhr aoratlttags, Refichtlgung des Waisenhauses. Alte Iakobstr. 33133. Treffpunkt: 43- Uhr nor dem Waisenhaus. Lille Mitglieder und Interessierte sind herMiifift eingeladen. S. Ztre a,«reniberg. Montag. 5. Roreinber, lS'g Uhr. hei Wolsf, chiölistre' «ezirkaausschnßsitzuns. Jede Abteilung muß unbebingt aertrrten sein. »»w»WM»a ja, oenaiitgung Tr-sfpunkt: 4stl Uhr aor dem �itd herzlichst eingeladen. . bei Wolfs, chiöfeftrnßt; Zungsszialisten. cheuppe vbeewrre. Roigen. heim. Rirderschilneweide. Laufenc „Iungsozialistischen Bldtter". 2. Roaember, 20 Uhr. na Ingend. .. Wir besprechen das letzte Heft i I Interessierte find herzlichst eingeladen. bei Zlrbeiksgemeiuschafl der Kinderfreunde. Berlia. Freitag. 2. November, piluktlich SO Uhr, in der Zentral«, Liabea. straße 3: Dorftandslitzung. Sterbetafel der Groß« Berliner Partei- Organisation\ 11. Abt. Unsere chrnpssin Frieda Richter, chlberfelder Str. 12. ist 30 vt.ober verstorben. Ehre ihrem Andenken. EinSscherung am raber, 18', Uhr, im Krematorium Gericht strgße. Wir bitten um vlrtzlich ora Freitag, 3. November, M9C/ÄW Unser©enossc Gustaa Loga», Eanberstr. 5, ist kur, vor seinem 70. Geburtstag verstorben. Ehre seinem Andenken. Einijscherung am Freugg, 2. November, 13!,, Uhr. im strcmaiorium Baumschulenweg. Wir bitten um reg« Beteiligung... 1243. Abt.. Mahlabors-Süb. Unser chenassc Richard Taok:ff Itach langer schwerer Krontheit vetstarden. Ehre seinem Andenken. EinSscherung am Freitag, 2. November. 14 Uhr, im«rcmaiorium Bguraschulenweg. Wir bitten um rege Beteiligung. Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Verliu ainseaduimen Hit diese Rubelt nat an da* Zugepbledelarlat Iteriia SW«. binden grade 3 chymaastiklursu» und Bewegaagachar. Heute, Dannerstag, im chuttrmpier» iagenhau». Linteustr. 12l, 18 Uhr, filt Ansänget, 20 Uhr Bewegungschar. Reu- aufnahmen werden stets angenommen, heute, Donnerstag, 1S� Uhr. Mitgliederversammlungen: Besten l: Heim BMowstr. 88.— Narben: Heim Lortziaa.«• chrannstraße. — Foliplatz I: Heim Schule Lannenburger Str. 20.— Schäahaaler Rrstadt: Heim Schule Sonuenhurger Str. 20.—«äpeaickee Viertel: Heim Wrangel» SSbra: Heim Pordstr. tl.— SSbwefti Leim Linbenstr. 4(Mit. �WW ler 20.—»Speaicker Viertel: Helm Wrangel, straße 128.— Sfiben: Heim Vorekstr. iL- Säbweit! Leim Linbenstr. 4 idill. aliebsbuch mitbringen).— Schäaebera II/NI: Heim Hauuistr. 15. Zehlenbarit veim Norbschule Potsdamer Str. 8/7.— Zieinickeadarf'West: Heim Seidelstr. 1. — Wilteaau: Heim Rosenlhaier Sir,>5.—«älla. Park: Heim..ßften",(Stoße Frankiurter Str. 16;„Unsere Fahrten".— Arnswalbee Platz: Heim Daniiger Str. 62: Weiterer Abend.— RotlbafT« Tor: Heim Vritzer Str. 27 30: Zehn» Minuten. Reseraie. � Täpenikk: Heim chillnaure Str. 5: Lorstaabssttzung. Werbebezirk Neukölln: Werbrbezirksaorstandsptzuag im Heim Bergstr. 24, Zimmer 17. Serbebezirk MSggeltee: Werbebezirksvotstanbssttzung im Partelheim, Elpe» nick, Schloßstr. 27. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz.Rol.Gold". Se'chäftsstelle: Berlin S 14. Ttboftionttr. 37/38. Hof 3!r. Lichte ade rq.«omerobichaft Rummalsburg. Freitag, 2. Noprmber, 20 Uhr. Sitzt, na aller Kameraden bei Reumamt, Leopold. Ecke ..j„------- zg Uhr verfammlung bei Ernstste. 1, von Illlh Uhr b>» Hl'., Uhr Fatnilienabenb Mit Lichtc»ld«rvat:rag, gemlltliches Beisommenseln und Tan,. Repnhllkaner sind herzlich eingeladen. »rcazberg. Di« Manatsversammlungcn der Züge 1, 2 und 8 fallen aiia. Dafstr geateinfeme Versammlung Mittwoch, T. Noaemder, im Schultheiß lsriihrr Tivoli), Lichterfelder Str. 10— u. Bericht aan der Bunde Sgeaeralaersammluag. — Friebrichahaia. Rentetabfchaft Vlemet. Freitag. 4. Nbvemder.»«rsammlung hei Engel. Memeler Str. 12. Mit Lichtdilbervartrag. Gaste willkommen— Neiaickenbori.Wrst. Freitag, 2. Zioocmber, Versammlung im«ereinslakal. Bortrag Kamerad Major o. D. Anker. Säfte willkommen. Gäste dürfen»inzewbrt werden. •-—- Safs Zagrnburg, Berlin 9-, Noveadarfplatz 4 p. at. Berta ab 2. November, Straß« 8 tuaterea spräche. Gäste dürfe «agllsh Elub. Debating-Evening. ..ReiSavereiaigang eheta.»riegsgrfaaaeiter e. V. Gruppe Norde» v. Ver» sammlnna Sonnabend, 8. Roaember, bei Probst, Eantianftr. 31, tzistr Uhr, Narbbeakfcher Efiverbanb. Sonnabend, 8. Roaember, i»'-, Uhr, fftlaatbeab im Lanq«nbeck,Birchpw-Hau». Luiienste. 88— SO. Varführuna bcs Films .,Ski»H«iI" sAlpiner Film in 6 Akten). Aus dem Inhalt: Äaiivanbgebiet, Rachenfopie, Hollentorlopf. Zagspitze. Belteraraadeck,«ilvtetia, Fer-Maunt» Slet�dxr� Pi� Bniu, Forst, pnb Iagblchust oer bagcstchen Lanbespolih-i� rkopf. Zagspitze. Belteramnbrck, tötl Lngllsb cai!ersstloIi»?'eiutf founde�Äll" MeVtlng tvTry Prlday 8. p. en. 31 Laie Jos'v, Potsdamer Platt. Lecturer Mr. Wallensuin 0g:„To be stappy at work,r. Guests. Ladies and Qentiemen, are vgiEOma. Deiierberichi der öffentlichen welletblenslslelle Seeila aast Uataegeab � erichs' Herr Robert Zehn«. Prokurist der Fi rata Barr Sohn A.VS. feiert am 2. November sein Zöjährige, Jubiläum at» Mitarbeiter genannter Firma. Er at sich in seiner Eigeniehast«la Eiitkaufer groß» Achtung im«reise der "'st und besanber» durch feine Zurilckhaltung, seinen auf« grosse Verdienste erwsrben. Befetanten verschafft"und'besonders dur richtigen Charakler und leine Rrblichkeit s ingnt.„............................. der originellsten Bälle der Saifon zu werben perspricht. Dieser Ball befchl die Pravaganba-Aktion der Firma, bei der dt« 18 schönsten deutschen Fr» ermittelt werben sollen, mit der«ränung der Pipavon-Königin. An Vixaaaa-Ball bei«toll. Am Sonntag, dem 2. Dezember ia28. peranftaltea die Lingner-Werf, in den st rollschen Festsälen den PipaaonBall, der einer Dieser Ball befchiießt 'M'' eschen Frauen .„...... Än. An dir rauen und Räbchen, die als Säfte der Ltnguer.Werfo gekotamen'' »karten stl 18 schönsten deutschen Fi-----• zu diesem Voll«US allen Teilen bes Reiches nach Berlin gekotamen sind. «erben Barpreil« in Höhe van 7000 M. vertrNt. 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Ich sage daher aus diesem Wege allen Gralulanlen meinen herz- üchste» Dank- lkarl Pablanüo, � L Bertig N 68, Vordufer � r£C 6C-C€C<- O O Unserem lieben Ibenessentit;s D Vnw W W B e»WM'ÄWk W Mv'itLNtNllrici ö»«»Icktlrso»»r>»e««a— 2»I,l>>iir»e>'l«ic�»«rw>x?2ULNtHiSNnir» 1v MeSenke Muki- r>on?ranz Lchar KM Strich «acd Zmidttl Äzenilüi. « mdirnmnurkt A.-V. 190 20 Ui.r Weh' dem der lügt Hilde Dorne?» Pejoermann I Arustaedt» Dieqelmavv \ Sora Rex Limburg• Saiser-Tir| Di« AnH« ist den govzen Taz xriistoet. l 1'«!epdon?cn«rum 378 u. 9092 j itsztl.Äiiiek'IiieM.ciizkiA. 2--< Uhr Ein besserer Herr. Sthr B5 Barbarossa 9256 JACK HYLTQN der unnmstritrene Jizz-K8ni|r Europas mit seinen 16 Solisten Qypsy Rhouma-ie der weltberühmte intern Excenttik- Tanz-Star und weitere zum erste Male in Berl n auitietende in cr- nationale Stars. I 6re9es Schauspielhaus 8 IT CASANOVA| 1 mit Miehael Bohnen. Fecie. CharaB Sonntag SIT.! Nachnltlags-VarsUII n.haTh.PreiB.(ungekürzte Vnrnt eil.) I Tb. zu StfiiffbJUärijnii! 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Zianember. 179, l£f)t. im Sieniataritun Bauntfchulennieg statt. Aüea Teiinehmen). baupisüchitch den Sallegen und Beitrete, n de« Be- ztrlsamtes Wcddiug Ipteche ich sfir die innig« Teilnahm» meinen herzlichsten Dank au» Luise Panke und Kinder. Allen Bertoandten. Bekannten. Freunden und Kallegen, sowie der Partei und Ardeiterwohlsahrt herzliche Danksagung kür die aniätzlid, des Tode» meiner lieben Fra» und unserer lieben Mutier erwiesenen Anteilnahme. Friedrich Ludwig und Kinder Gerirtid, Else nnd Frlfz. Berti n-MaHl»dorr, den 8t. O tober 1«S. Teppich« mit kleinen Webfehlern Sonderpreis 2X3 19.—, Tonderprei» 3X3 24.—, conörrptfis 2X3 35.—. Sonderpreis 2,vX31-. 39.—. Sonderpreis 2V4X85V 48,—. Sonderpreis 3X4 59,—, Sonderpreis 3x 4 85.—. Körner, Pols» damer Strage Nr. 2>>b.__' Billige Waich« aus dem Total-Ausaer, kauf ttveler aufgelöster Filiale». Etmas angektaudte, t T. unter Einkaufspreis. Wirklich gilnftige und feltene belegen. hkie. Beftbestig? 3.7.5, Ktnen 9.9.5. Lok-N 1.9.5. 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Nos dem nordomerikoaifchea Wahlkamps. >0 t-» ?ci> yttm N«I?. 3t Ottabn. aa, vor churr haspklächNch aus Wählern deutliher ilbslammuag �neageIotzlen Versammlung wieherholt» Botschafter -"fj 0 u g H t 0 u seine kürzlich in Saint Loui» gemochten klussührungen lla'ber hoaver» Hilfstätigkeit für Deutschland, die �<Äis während der Blockade nach dem wasseufiillstaud einsetzte. nilhoover sandle der Versammlung ein Telegramm, in dem er den �uerndn» Beitrag, de» da» deutsche Element dem amerikanischen wMJxn zugute kommen lasse, ol» unschätzbar bezeichne«. $ Ja Di« Demokraten verleugnen Wilson. Ln der nordameribnrischen Wahldewegung spielen ielbstverfiänd- -njlich die Deutschamerikaner durch ihr« Mass« ein« grvtz« siioll« in der � Berechnung der beiden kämpsenden Parteien. S» ist verstandlich. »n �aß j�n? der beiden Parteien die Erinnerung der Deutschen an die � r> e g s s a h r e fürchtet, die noch dem Eintritt der UTA. in die thront der Alliierten mit den schwirfien Drangsali«» t! n g e n der Deutschen oertmnden waren. Dazu kommt, datz ohne «liMiison» Zustlmnrung dcr Versatller Fritden ja nicht so ausgefallen war«, w!« er es ist. Wilson aber war als demokratischer Kandidat gewählt worden und unter sei«» Präsidentschaft regiert» Mue Demokratisch« Partei. Sie hat ölst» besonder»»roh» Angst um Stimmen der Deutschen. Da hat nun das deutsch« Propaganda- sbureau des Demokratischen Nationalkomitees eine längere Per- ch« �fsrntlichung losgeWen, die all« die Leiden der Deuts tzan«e ritaner iti, im Kriege, die chetzlügen au» dem antideutschen Lager, die Voq- tottieruyg der Deutstl?«« in Nordamerika, dt« Bersolgung und Ein» �/erkerung so vieler von ihnen und da» damalige Veibot de» Deutsch- ü3 IgNchen, auszähll! Zw dieser verässentiichung sagt stch die Demo, , �Katisch« Partei von jeder Perantwartung für Woodrow Wifcm u-jmst den Worten lo»! »wiksoa wird Im Tenseit, fär seine Ptind-n büfzen«iissea und wir hallen Al Zmlth nicht verantwortlich für da»,«w» Wilson getan hat" ii�Ckin« derartige Preisgab« de» verstorbenen stührer, wird n»on wod! hei einer arosten Partei erlebt haben. Nit Necht schreibt chj»»« sozialistische.ts rbei t« r. Z« i t u n g' in Ht. L»ui» dazu. � beide alten Parteien in der hundsgemeinen Hetzjagd gegen "gjuste«. was deutsch war. treu zusammenwirkten, und daß die einzige "?�*te,, welch« ihr Banner nicht durch verbeecherijche hehorbett de- f dchutzte, die sozialistische Partei war. Da» Watt fügt hin» �lu, daß die sozialistisch« Partei teuer dafür bezahlen mußte, die �rsnzlg« Grnugwung ihr aber geblieben sei:„Wir stnd beute noch art�vlz aus dos. was unsere Partei und wir selbst tn der Kriegs- und ''�achtncgszeit getan.' ■ Zum Kampf um die Todesstrafe. n Oie Abstimmung deck Abgeordneten lab«. füS- iaW inl st" i» ia»_ Zur Abstimmung über die Todesstros« im Aeichstogsauslchuß ab�iür die Strajrechtzirejorm»rjahren«ir von demokratischer Sciie, der Hospitant der demokralijchep groktion Abg. Dr. Lob« tich lediglich au» formalen Gründen der Stimm« ent- Hot. Dr. Lob« ist G«gn«r der Dad,«strafe und bat Iw endgültigen Abstimmung.«NM da» Brodkam dar ngt-erwahrung«MSM, gegen di« Tada»j'raje stim Dr. Lab« ist als Gegner d«r Dadesstrafe her»«eli« Sitz damokratifchen Fraktion im Ausschuh übertragen ward«,. Peking verödet. Weil nicht mehr Hauptstadt. Peking. 31. vlitaber. ststeuter.s Seit dar Verlegung der Hauptstadt nach Nanking wurden hier -'Süst B«rtaus»läd»n geschlossen. Di« Polizei gibt M kein« Erlaubnislchain« zur Schließung»an Geschäflen mehr �iehr als lOOdst Familien haben Peking verlosjen. Di« bieten dar chinesischen Häuser find aus eins» so niedrigen Stand ,�h«falk«n. daß in« Hausbesitzer ruiniert sind. Als Folgen dies« Per, bdung nehmen Armut. Not. Räudarwesen und Plsinderun. ständig zu. während infolge dar Trockenheit in da» Provinzen �«hanst und Schenfi die umliegend«, Gebiet« van Hunger, not Msteüngejucht sind- rti»»«richtet dt«» auch Neuter und ist England auch b« süd- �chinesischen Natloualragierung tröstig abgeneigt, s». dürft« die Per- '"Simg Hauptstadt allerdings diese traurigen Folgen für die ��tzemalige�.Königin des Narben»' haben. Japans Sozialistengefehaera. Massenverurtattung von Kommunisten. Toksa, 31. Oktober. Das Gericht in Osaka hat Sä angeklagte Kommunisten zu- istmmen zu ät»o Sohren hwangiarbeit verurteilt. Ferner �lchlcß das Gericht, all« kommunistische Literatur zu ver- bieten und die bereit»»rschienenen Wert» zu de schlag» �» h m e n. Der Innenminister äußerte, daß bisher ZäOO Kommunisten verhaftet wurden, hie kommunistisch« Gefahr �°h. Japan, vi« Polizei sei angewiesen, gegen die Kommunisten Mit oller Strenge des Gesetzes vorzugehen. Das Kennzeichen. »Macht das auch schlank?� »Gewiß, gnädige Kröv! Ln diesem Kostüm werden Gie so mager aussehe«, daß der Herr Gemahl Gi« von weitem für eine seiner Angestellten Hält.' Bleibt die Todesstrafe?! Ablehnung der Abschaffung im Ausschuß.- Kommunisten gaben die Enischeidung! Dar Strafgesetzausschuß des Reichstags hat gestern in wiederholter Zlbstinnnung über den sozialdsvokratiichen Vn» trag über bw Tobesstrafe«ntschioben. L«? Antrag würbe mit Stimmengleichheit abgelehnt. Ebenfalls mit Stim- mengleichdait abgalehttt wurde jedoch cmckrtzee Z 83, der als Strafen neben Fr»ch;itsstrofen und Gi-ldstrafen di« Todesstrafe vorsiebt. D'e Entscheidung ist also offen. Dies« bebaverljch« Welibung Wurde durch das Vor, halten bor Sommu«ist«n hqrdaigsMrt..�iie mit Deutlchnattnnol»!«. Zentrum, Deutschor Bollspari»» und Vaqenschor Pvlt-oaiu-'i gegsv den Bermltt�ngstmtrsg K a b l über die Sicherheusvvrwahrung stimmten, der die Adschaffuna der Todesstrafe ermöglichen sollte. Dank der kommunistischsp Taktik ist hi« Hstuotion im Du«schuh für die Abschaffung der Tobesstrase verschlechtert worden Es stehen im rluzschuh nun 1ä argen 1ä Stimmen. Die Aufhebung Per Tod-sstrose ist auf die Dauer nicht aufzuhalten. Es ist eine Frage der politischen Klugheit und der positsschen Derantwort' U ch k«U. ob bei dieser Aussicht mit Stimmengleichheit! oder hrheit die Todesftrasß noch auf kl�ze Zeit einer Stimme Mchrhcu aufrechterhalten werken soll gegenüber einer immer yy, i V�WfllUs ri � tllaulsch«»«cwaflakl in wemel. Direktor Rümmlnr vom Hemeler Dampsdoot" muß mU seiner Frau ba» V-melgediel mner- �lb dreier Tage verlasien. � Ischechostowaklsch« presicfreshe«,. Am Dienstag wurh« der �hlousruf der tschechischen Sozialdemotraten in Kar- �ioo.Nußland beschkognahmt. Da» Zentralorgan der Kommunisten �Prog und ihr Brünner TagebloU wurden auf einen Mgnat ver, Gegen die Minderheit- schule» ist ein neuer s ü d sl o« l s che r . �«tzentwurs gerictget. Die t-ewschen Abgeordneten haben bereu? �gegen protestiert. „�Barnil die Wähler auf porkorlco nicht mehrmale abstimmen. A'd ihnen am Wahllag. dem 3t Oktober, nachdem der Zett«! in die Wahlurne gesteckt ist. her Daumen mit einer unschädlichen ch«. �ichen Farbe bestrich«««erden. stärker auichwsllsnben Bewegung asgsn die Todesstrafg. Es wäre zu wünschen, daß oiesö Erwägung bei der Bo« ratung des Mordparagraphsn im Ausschutz zu einor R«» »iflon des Beschlusses von gestern führte, so daß schon im Ausschuß, nicht erst im Plenum, die Entscheidung gegen die Tobesstrafe fällt! ♦ Der Strasg»s,hau,schuß de» Reich»lage« beendet« gestern zunächst die Beratung über di« Unterbringung in«'che] rungsnerwahrung. Nunmehr montzte sich der Ausschuß der Abstimmung über die Tobe» st ras« zu. Abg. Kahl(D. Bp.s gab dazu di» Erklärung ab. daß«« s st r d e n s a z i a l d» m o k r o t i s ch e n An- trag«ri Streichung de» Wortes Tadesstras« stimmen werti». unter der Vorautsetzung. daß sein.Antrag, der den Mörder im Fall« der Begnadigung der Sicherukv>v«w»aHrung überweisen wolle, angenommen werbe. Sollte dies» Boraussetzung nicht zu- treffen, dann würde seine Abstimmung»ine irrtümlich« sein vnb alsdann müßte sie wioderhoit werben. Er dqt, zunächst über den sozlaltumokratischen Streichungsantrag abzustimmen. Abg. Gmminger tBayr. Dp.) erhob gegen diese Abftinnnungs- Methode Einspruch. Er verlangte, daß erst über den Antrag Kahl abgestimmt werde. Senosie Dr. Rosenseld wandte sich gegen den Vorschlag. Es wurde alsdann mit 1ä gegen 13 Stimmen beschlossen, zunächst über die Frag« der Dodesstrase abzustimmen. Der kommunistisch« Antrag, der hie Todesstrosc auch in einem Fall« des Artikels äfl der Reichsversosiung beseitigen wollte, erhielt nur di» sozialdemokratischen und kommunistischen Stimmen und wurde mst 12 gegen 1k abgelehnt. Bei der Abstimmung über den sozioldemotratifchen Antrag brachten die bürgerlichen Portetvertreter ihren Protest gegen die Reihenfolge der Abstimmungen dadurch zum Ausdruck, daß sie sich her Stimme enthielten. So wurde der soztaldemokralische Antrag aus Streichung der Todesstros« Im Strosgesetzbuch mit den neuen Stimmen der Sozial- demokralen. den drei Stimmen der Kommunisten, einem Demo- traten und dem Abg. Kohl, als- mit>4 Stimmen angenommen. Dagegen stimmte niemand. Bemerkenswert war, daß der Hospitant der Demokratischen Partei, Herr Lob«, nicht mit seiner Parteigenosfln Frau Dr. Lüder», gegen die Todesstrafe stimmte, sondern mit den Anhängern der Todesstrafe sich der Abstimmung-Nthiell. Sicherheitsvek Wahrung für Mörder? Nunmehr beriet der Ausschuß den Antrag Kahl. der folgendermaßen lautet: Ein wegen Morde« zu lebenslanger Zucht» hau»st ras« Verurteilter ist im Fall« einer Begnadigung in Sicherungsverwahrung»u überjühren. Das Gericht hat nach Ablauf von drei Jahren zu prüfen, od durch Ent- lafiung des Verwahrten tue äsjentliche Sicherheit gesührd« ist- Bs! der Entlassung kann da» Gericht dem VerurteUIev eiuan Ausenthallsor» anmesim, ihm besondere pflichte» auserlegen. aber Iba unter Schutzayssich« stellen. Zu« Begründung diesc» Äntrege» führt««bg, Kahl aus, daß er diesen Barm'ttlvizgsv'.rsTvag mache, um den Kamps um stk Todesstrafe zu beeichen. Sr seh« ein. daß HU Aufhebung der Tadap> strafe nlchk mch» long« aujzvhaklan seh Deshalb Haitz,»r«t aus vakarfäichischen Interessen heraus für notwendig, dem verbittern- den und«bitterien Äampf«in End» zu»nachen, und durch seinan Vorschlag die Abschaffung der Tadesstras» zu erleichtern. > Die Vertreter der bürgeksichzn Parteien, von d«n Deuts.hnaiionalen hi» zum Zentrum. Uesen gegev hen An� trag Sohl Sturm, offenbar weil sie durch hi» Ablehnnng dieses Antrags Herrn Kaht nötigen volllen, hei einer neuen Abstimmung Über d>« Todesstrafe für sie zu stimmen. Senosi« pr. Aosenseld erklärte: daß dir sazioldewakraSsche Fraktion zwar«aucherlei Bedenke» gegen den Antrag kahl hake, daß sie ob« si» ihn stimmen werde, weil nur dadurch dt» Abschaffung d« Todeestras« g«. sichert«erden tinne. Da«am den Anhängern der Todesstrafe die«rsehnt» vnter- stützung durch d>« Kommunist isch« Partei. Ihr» Vertreter sten wieder einmal, wie wenig Ernst ihnen di« Veiämpsung Todesstrafe«st. Sie gingen prompt i« hie Foy«, die ihnen gestellt war uich«rklSrieu sich gegen den Antrag Kahl Infolge- dessen ergab sich bei der Abstimmung� daß für den Antrag kahl nur stimmleu! S Sozialdmnokraten. 2 Demokralen und der Abg. kahl, daqegeni dl««3 Vertreter der Deutlchnatlonalen. de» Amtrum», der Deutschen Botk». partes, der Bayerlfchen voltspariei und der kommunistlfchen » Partei To siel der Antrag Kahl, und damit war mit Hilfe der Kommunisten di« Voraussetzung beseitigt, unter welch,» Abg. Kahl g» g r n di« Tode» straf« gestimmt hatte. Abschaffung der Todesstrafe abgelehnt! DI« Abstimmung mußte wiederhast wendin und setzt stimintan für den sozialdemokratischen Antrag aus Streichung der Todesstrafe lediglich die 14 Vertreter der Sozialdemokratischen. Demo- krattjchen und Kommunistischen Part««, während di« 14 anderen Parteivertreter dagegen stimmten. Der sozialhemokro- tisch« Antrag mar somit abgelehnt Es folgte di« Abstimmung üb«r sien 8 33 des Gesetzentwurf«», der lautet:.via ttrasev find Todesstraf«, Frelhestsstrafen und Geldstrafe.'' Für diesen Paragraphen stimmten sch dagegen U sSozialdemokralen, Demokraten und Kommunisten), und somit war auch ß 33 abgelehnt Durch diese» Abstimmungsresulta» ist ein» Lücke im Gesetz- entwurs nicht geschaffen. Es ist aber auch noch kein« end- gültige Entscheidung üb«t di« Todesstrafe gefallen. Diese kann erst fallen, wenn bei den späteren Beratungen Über den Mordparagraphen die auf Mord onzudroheisd« Strafe festgesetzt wird. Freilich sind infolge de» Verhaltens der Kommunisten die Aussichten aus eine Mehrheit für di« Abschaffung der Todesstrosr erheblich verringert, wem» nicht befestigt Dar Ausschuß vertagt, alsdann leine Beratungen aus Aufruf an die Metallarbeiier. Dem Gesetz muß Geltung verschafft werden! Der Deutsche Metallarbeiterverband hat an die Hütten, und Metallarbeiter folgenden Aufruf gerichtet: Die drei Me tollarbeiterverbände haben dem Schiedsspruch, obwohl er sie nicht voll befriedigt«, z u g e st i m m t. Der Arbeitsmtnister hat dem Antrag der Gewerkschaften stattgegeben und den Schiedsspruch für verbindlich er- klärt. Damit ist ein gesetzlicher Zustand hergestellt. Allein die Arbeitgeber fragen nicht noch Recht und Gesetz. Sie hoben die Aussperrungen im ganzen Bezirk durchgeführt. Ihnen kommt es nur darauf an, die Arbeiterschaft mit allen mög« lichen Druckmatznahmen unter ihre Botmähigkeit zu zwingen. Sie fragen nicht danach, daß Hunderttausende mit ihren Familien dem Elend preisgegeben werden. Durch ihr« Maßnahme haben die Arbeitgeber bekundet, daß sie unter keinen U m st ä n d e n die im Schiedsspruch festgelegte Lohn- erhöhung zahlen wollen, obwohl die Gewerkschaften auch bei den Nachverhandlungen in Berlin den Nachweis erbrachten, daß die Metallarbeiter im Ruhrgeblet noch die längste Arbeitszeit und die geringsten Löhn« haben. Die Arbeitgeber oersuchen, wie in der Vergangenheit so auch fetzt, die Oeffentlichkeit zu täuschen. Sie stellen die Behauptung auf, daß der Schiedsspruch in seinen ganzen Au». Wirkungen für sie eine B e l a st u n g bringe, die unerschwinglich sei, obwohl einwandfrei nochgewiesen werden konnte, daß be- sonders für die Hüttenindustrie die Durchschnittserlös« für Hütten» und Walzwertserzeugnisie im letzten Jahr ganz erheblich gestiegen sind. Metallarbeiter, seid«achsaml (Bs geht um eure Exlsteuz. Kein Hütten- und Metallarbeiter darf die Arbeit wieder aufnehmen, ohne daß dem Schiedsspruch und den sonstigen noch geltenden Bestimmungen volle Geltung oerschafft ist. Hütten- und Me» tallorbeiter, übt Solidarität! Jeder Arbeiter muß dazu beitragen, daß dieser brutal« Anschlag der Arbeiter abgewehrt wird, da- mit der Willkür der Arbeitgeber jetzt und für alle Zukunft Ein- halt geboten wird. Nur den Parolen der Organisation ist Folge zu leisten. Jede Einmischung von Außenstehenden ist unter allen Umständen abzulehnen." Auflehnung als System. Zemrntindustrielle und Verbindlichkeit. Mr die Thüringer Zement indu st ri« ist dieser Tage in dem schon längere Zelt schwebenden Lohn» und Mantel- tarifstreit durch Verbindlichkeitsertlärung eines neuen Schiedsspruches eine Klärung der Situation her- beigeführt worden. Der neue Spruch trägt den Forderungen der Arbeiterschaft mehr Rechnung als fein Vorgänger. Er bringt für oerschisdene Gruppen eine Erhöhung der Stunden» löhne bis zu 20 Pfennigen. Di« neuen Löhne haben Geltung ob 1. Oktober. Die Unternehmer machen nun Miene, das Arbeitsverhältnis zu kündigen. Tagung des ZdA. Fortschritte des Verbandes. Bor st and und Berrat de» ZerUraiverbonbes der An- lestellten veranstalteten am 30. und 3l. Oktober b. I. In Berlin eine gemeinsame Tagung, in der der Tätigkeitsbericht des Vorstandes behandelt wurde. Es konnte allgemein über Fortschritte des Verbandes auf allen Gebieten berichtet werden. Als besonders erfreulich ist da» ansehnlich« Wachstum der Mitgliedsziffer zu be» zeichnen. Ein Werbewettbewerb, der gegenwärtig läuft, hat bereit» gut« Ergebmsi» gebracht. Auch auf den Gebieten der Tarif- und Sozialpolitik macht der Berband anhaltend« Fortschritt«. In einer ausgiebigen Debatte trugen die Vertreter der Mit- gliedschast im Reiche ihre Wünsche vor und billigten im all- gemeinen die Arbeit des Berbandsvorstandes. Im Anschluß an die Tagung erfolgte«ine Ehrung des Verband svorsitzenden Otto Urban, desien Ajähriges Jubiläum als Vorsitzender und Geschäfts- führer die Organisation heute feiert. Vorstand und Beirat über- reichten ihm eine von dem bekannten Gebrauchsgraphiker Walter Riemer künstlerisch ausgeführt« Adresse. Otto llrban— 25 Jahre Berbandsbeamier. Der Vorsitzende des Zentralverbandes der Angestellten, Genosse Otto Urban, feiert am 1. November da» Jubiläum seiner 2Sjährig«n Tätigkeit in der Angestelltenbewegung An diesem Tage trat er im Jahr« 1903 sein« Stellung als Geschäftsführer der Ortsgruppe Berlin des damaligen Zentralverbandes der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen an. 450 Mitglieder zählte damals dies« Ortsgruppe. In ganz Deutschland waien es etwa 3000, die sich um das Banner des sreigewerkschafllichen Zentral- verbände» scharten. Das Bertrouen der Mitglieder berief Otto Urban, nachdem der damalige Dorsttzende des Zentraloerbandes, Max Josephsohn. in die Großeinkaufs-Gcsellschaft deutscher Konsumverein« eingetreten war. im Ähre 1912 zum Vorsitzenden des Zentralverbandes der Handlungsgehilfen. Auf seinen Einfluß ist es u. a. wesentlich mit zurück.zu führen, daß im Jahr« 1919 die Verschmelzung der beiden großen freigewerkschaftlichen Organisationen, des Zenhalverbandei der Handtungsgehilsen und des Verbandes der Bureauangestellt«» zum Zentralverband der Angestellten zustande kam. Neben seinem Amt als Dorfitzeirder der gewerks haftlichen Groß- organisation, zu der der ZdA. unter Führung Urbans angewachsen ........' Amt I~ 7,,* Privatangestelltenbundes und des Allgemeinen freien Angestellten- ist, bekleidet er noch das en des Internationale« des Vorsitzenden Allgemeinen bundes. Dem Präsidium des Reichswirtschaftsrats gehört Otto Urban seit seinem Bestehen an. Mit den Mitgliedern des ZdA, wünschen wir, daß es Otto Urban noch recht viele Jahre vergönnt sein möge, in der gleichen geistigen irni» körperlichen Frische sein Amt weiter auszuüben._ Tarifabschluß im Schuhmachergewerbe. Allsieme.nverbindiichke.t beantragt Der am 11. Oktober d. I. zwischen dem Zentral oerband der Schuhmacher und dem Verband der selbständigen Schuhmacher des Stadtkreises Berlin vereinbarte Tarifvertrag ist nun von beiden Parteien unterzeichnet und beim Reichsarbeiteministerium die allgemeine B« r b i n dl i ch k« i t beantragt. Wie bereits berichtet, beträgt der Mindeltswndcnlohn für all« gelernten Schuhmacher l M. pro Stund«, dagegen in orthopädischen Betrieben 1,1S M. In rnechausichen Betrieben beträgt der Mindest- stundenlohn für Arbeiter über 20 Jahr« 1,15 M. pro Stunde, für die Jugendlichen in prozentualer Staffelung. Di« Mindeststunden- löhne der weiblichen Arbeiter betrogen 85 Pf. pro Stunde. Der Tarifvertrag ist im Bureau des Zentralverbandes der Schuhnu-cher, Engeluser 24, erhältlich. « Auf unseren Artikel in Nunimer 489 des„Dorwärts" vom 16. Oktober schickt uns der Gewerkoerein der Lederarbeiter Deutsch- lands(Hirsch-Duncke.') eine Berichtigung, die aber keine Be- richtiaung ist. Es wird da in Abrede gestellt, daß die Vertreter der Schuhmacherinnung Verhandlungen mit dem Gewerkoerein abgelehiü hätten. Die Verhandlungskommisiion der Innung hätte es bedauert. keine Möglichkeit zu haben, den Vertreter des Zentraloerbandes der Schuhmacher zum gemeinsamen Tarifabschluß zu zwingen. Dazu ist zu bemerken, daß die Innung ihre ablehnend« Haltung gegenüber dem Hirsch-Dunckerschen Gewerkoerein nur der Farm wegen in diese höflichen Worte gekleidet hat, weil sie gar kein Jnter- esie an einem Tarifabschwß mit dem Hirsch-Dunckerschen Gewerk- verein hat. da er in dieser Branche in Berlin fast gar keine Mit- glieder hat. In dem übrigen Teil der„Berichtigung" wird versucht, Anwürfe zu rechtfertigen, die zwar stimmen, aber in unserem Artikel überhaupt nicht erwähnt worden sind. Schiedsspruch für Seefchiffahri verbindlich! Hamburg, ZI. Okkober. Der Schiedsspruch für die Seeschiffahrt wurde heute nachmittag vom Reichsarbeiksmiaister für verbindlich erklärt. Verantwortlich wr Politik: Dr. Cact ffieijrt: Wirtschaft: 9. tUingelhZIc«! Dewerkscbaftsbeweoun«»rictr. tfkbra: i?-u:Ileton: Dr. Zoh» Schikowoki: Lokale» und Sonftiaeo:»ei»»arftöd«! Snjieiaen: r».»>,<«. sämtlich in Berlin. B-riaa: Borwortt-Verlag