Nr. 299. Erscheint täglich außer Montage. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post: Abonnement: 3,30 Mf. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 M., für das übrige Auslands Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Pretsitte für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deven Raum 40 Pf., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Bfg. Inferate für die nächite Mummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen tagen bis 7 Uhr abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernspredjer: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. An die Parteigenossen! Der geschäftsführende Ausschuß hat sich durch die Genossen A. Geris.ch und W. Pfannkuch ergänzt. Das Bureau des Ausschusses befindet sich von heute ab: Hamburg- Eimsbüttel, Eichenstr. 4, 1 Tr. Im Interesse einer prompten und raschen Erledigung der Parteigeschäfte ersuchen wir die Genossen, nunmehr alle Sendungen und Zuschriften in bezug auf die Agitation, die Wahlen, sowie in Preß, Prozeß- und Unterstüßungs- Angelegenheiten an die Adresse des Genossen W. Pfannkuch, Hamburg- Eimsbüttel, Eichenstr. 4, I.; Sonntag, den 22. Dezember 1895. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. " undvierziger, der später sich stark nach rechts mauserte,| Unrecht, als ein zeitgemäßes gilt, so glaube gehörte in jener Zeit zu denen, die an der Rechts- ich nicht, daß die Wahlgesege der ein beständigkeit des Wahlgesetzes von 1848 festhielten und zelnen deutschen Staaten sich auf die die Wiedereinführung desselben verlangten. Er äußerte Länge von diesem Prinzip allzufehr ents in der erwähnten Sizung:„ Es werde das achte Jahrzehnt fernen dürfen, ohue, in den einzelnen des 19. Jahrhunderts sich nicht erfüllen, ohne daß die Ländern Unzufriedenheit und Mißmuth Kammer nach dem Wahlgesetz von 1848 berufen werde." zu erregeu." Das geschah bekanntlich nicht, aber es wurde später von Der Redner spricht sich demgemäß im weiteren für die Schreck auch nicht einmal mehr verlangt. Des weiteren Beseitigung des Ständeprinzips, des indirekten äußerte er: Wahlmodus und des Bezirkszwangs aus, er erklärt Man hat das allgemeine, gleiche und direkte Wahl- sich aber auch ebenso gegen den Zweithaler Bensus, wie und recht angegriffen und bedeutlich gefunden, obgleich man ihn die Regierungsvorlage wollte, gegen den mie ihn die Deputation vor= weiß, daß an maßgebender Stelle in Berlin, d. h. für den Einthaler Zensus, Norddeutschen Bund maßgebender Stelle ausgesprochen schlug. Er verlangte vielmehr, gleich seinem Frak worden ist, es stehe dieses Wahlrecht im Prinzip nunmehr tionsgenossen von Kriegern, daz allgemeine fest, weil es im Einklang und in Konsequenz gleiche, direkte Wahlrecht, wie es im Nordsei mit der allgemeinen Wehrpflicht. Denn wer deutschen Bunde bestehe, nur mit der Einschränkung, daß Gut und Blut dem Staat zu opferu pflichtig die Hälfte der Kammer durch die höher besteuerten Staatssei, der soll, sofern er das 25. Lebensjahr erreicht hat bürger zu wählen seien, weil er das ohne Beschränkung einund ein gesetzlicher Hinderungsgrund ihm nicht entgegen geführte allgemeine gleiche Wahlrecht für die ganze Rammer steht, das Recht haben, die Vertretung des fürchte. Des weiteren richten wir an die Vertrauenspersonen, sowie Landes mitzuwählen." In bezug auf die Nothwendigkeit der Eina Jm weiteren plädirte Schreck für ein Einkammer- führung die Redaktionen der Parteipresse das dringende Ersuchen, von allgemeinen Stimmrechts allen im Monat Dezember in ihrem Wirkungskreise bezw. Very ft e m und erklärte, für den vorliegenden Entwurf nicht für die Hälfte der Kammermitglieder sagt der konservative Redner folgendes: breitungsgebiete vorgekommenen Verurtheilungen von Genossen, stimmen zu können. Mittheilung an unser Bureau gelangen zu lassen. Der Abg. Mauren( Plauen) erklärte sich ebenfalls" Durch Festsetzung eines Bensus von 1 Thaler geben Die Mittheilung muß enthalten: Titel de erkennenden gegen die erste Rammer( S. 2633 a. a. D.) und wir der Bevölkerung, welche auf ihrer Hände Erwerb an für direkte Wahlen, aber gegen die Scheidung der gewiesen ist, der Bevölkerung, welche wir mit dem Namen Wahlkreise in städtische und ländliche. des Arbeiterstandes zu bezeichnen pflegen, ein MißDer Abg. Va er sprach sich ebenfalls für das Eintrauensvotum, welches sich um so weniger rechtta mmer system aus und betrachtete im übrigen die fertigen läßt, als sich diese Bevölkerung, in der Hauptsache Borlage nur als Absch lagszahlung( a. a. D. G. 2631). wenigstens, durch Besounenheit, Mäßigung und Fleiß stets alle Geldsendungen dagegen an die Adresse des Genossen A. Gerisch, Hamburg- Eimsbüttel, Eichenstr. 4, I. zu senden. Gerichts, Namen des Verurtheilten, Strafthat und Höhe des Strafmaßes. Von der möglichst umgehenden Erledigung vorstehenden Ersuchens, hängt die zuverlässige Aufstellung des Strafregisters ,, Unterm neuesten Kurs" für den Monat Dezember ab. Hamburg, d. 21. Dezember 1895. Mit sozialdemokratischem Gruß, der geschäftsführende Ausschuß. H. Förster. H. Koenen. H. Molkenbuhr. Die Reaktion in Sachsen. II. des der un= Sehr interessant und sehr lehrreich aber ist, was der Abg. ausgezeichnet hat. Wir hielten es vielmehr für von Könnerit, ein fonservativer Hochtory, äußerte. rich tiger, allen Klassen der Bevölkerung die Er sagte: Die Macht, welche vor nunmehr zwei Jahren die Theilnahme an der Wahl einzuräumen; wir bestehende Verfassung Deutschlands zerriß und an deren konnten uns nicht verhehlen, daß das allStelle mit Waffengewalt den Norddeutschen Bund schuf, gemeine Wahlrecht Wahlrecht seine Begründung daß es als eine Forderung bedroht unsere staatliche Existenz fort und fort. Fort hat, daß es als während wird von einer gewissen Seite, wie von neuem die 3 eit sich darstellt und daß es wäre, letzten Blätter der Kölnischen Zeitung" beweisen, auf politisch ganze Klassen die Ginverleibung der norddeutsche Staatsbürgern, welchen das Stimmrecht zu Bundesstaaten in Preußen hingearbeitet. den Wahlen des Reichstages zusteht, von Wie 1867 die sächsische Regierung eine gründliche Um- Der Gefahr, die uns von dieser Seite droht, können wir der Theilnahme an den Angelegenheiten gestaltung des Wahlrechts zum Besseren für geboten nach meiner festen Ueberzeugung nur entgehen und unsere unseres engeren Vaterlandes auszus erachtete, ebenso die gesammte Kammer. Nicht ein Selbständigkeit wahren, wenn wir auf der einen Seite beschließen. Wir fürchten, daß durch eine Mitglied war vorhanden, das dieses bestritt, und alle waren strebt sind, unser Vaterland in geistiger und materieller solche Ausschließung bei diesem Theile darin einig, daß die Reform in der Richtung des Beziehung immer mehr zu heben, auf der andern der Bevölkerung nach und nach ein immer Wahlrechts zum Reichstage zu suchen sei Seite aber unsere Verfassung und inneren größerer Grad von Gleichgiltigkeit binErstens wollte man direkte Wahlen, zweitens möglichste Einrichtungen den Anforderungen derzeit sichtlich der Entwickelung unserer staatAusdehnung des Wahlrechts. Die Verhandlungen über den gemäß ausbauen und in dieser Beziehung lichen Verhältnisse und der Erhaltung Entwurf, wie er durch die Berathungen der Deputation sich nicht zurückbleiben. geordneter Zustände herbeigeführt werden gestaltete, begannen in der Sigung vom 13. März 1867 Nachdem wir einmal für die norddeutsche Bundes- würde, welche in unruhigen Zeiten mit und diese heute ein wenig zu verfolgen, lohnt der Mühe. verfassung das Prinzip des allgemeinen direkten Wahlrechts leichter Mühe zu Parteizwecken ausgebeutet Der fortschrittliche Abgeordnete Schreck, ein Acht- angenommen und dieses Prinzip, sei es mit Recht oder werden könnte." = Leopold v. Ranke. Soviel ist richtig, daß Ranke versucht hat, Goethe's Stil bilden nicht den Gegenstand der eigentlichen Geschichtschreibung." nachzumachen; es ist ihm aber schlecht gelungen. Den reinen, Von ökonomischen Fragen versteht er denn auch so gut wie er indessen doch soviel, daß Die staatserhaltenden Zeitungsschreiber wälzen das Kon- goldflaren Stil aus Goethe's besten Zeiten findet man bei ihm gar nichts in seiner verfations Lexikon, Band R. In diesen Tagen feiert nämlich nicht. Wohl aber hat er das eigenthümliche Geheimrathsdeutsch| Weltgeschichte das individuelle Eigenthum gleich an den Anfang Deutschland oder Europa oder die Welt, je nachdem einer den des gealterten Dichters treu genug topirt, mit dem etwas zu aller Dinge setzt, unmittelbar hinter die göttliche Weltordnung, Mund aufthut, den hundertjährigen Geburtstag Nante's, welchen reichlichen Gebrauch der Wörter würdig, anmuthig, wohlwollend, die noch etwas früher da war. Und warum gab es in Egypten viele Leute für den größten Historiker aller Zeiten halten. Zwar geziemend und vielen Sentenzen. Nur daß Goethe auch hier Privateigenthum? Das Volk würde sonst nur zur Sklaverei gelesen wird er auch von diesen Leuten nicht oder beinahe nicht; Goethe ist, und seine Gedanken, aus ihrer oft wunderlichen verdammt gewesen sein." Von freien Völkern mit fomdenn auch die Männer des Besizes und der Bildung langweilen Bermummung befreit, Gedanken bleiben. Was ist aber von den munistischer Wirthschaft hat also der große Historiker nie etwas sich nicht gern mehr als nöthig. Aber gekauft wird er und in Gedanken des armen Ranke übrig, wenn man ihnen die großen gehört. den Schrank gestellt, denn er gehört zum eisernen Bestand der Worte auszieht? Man höre einmal: Es giebt in der Politit Daß sich Ranke auf den Standpunkt des historischen nationalen Bildung". Der Sozialismus hat Ursache, über die Nothwendigkeiten, über welche feine Unterhandlung Meister ist" Materialismus hätte stellen sollen, ist nicht von ihm zu vergeistigen Führer der von ihm bekämpften Weltanschauungen oder Die Begebenheiten entwickeln sich in dem Zusammen- langen. Aber so weit wie man schon vor ihm war, hätte er sein Klarheit zu verbreiten und darum werden einige Bemerkungen treffen der individuellen Kraft mit dem objektiven müssen. Längst gab es Leute, die in der Geschichte eine geset über Ranke auch in diesem Blatte am Playze sein. Weltverhältniß" oder Frühes Mißgeschick ist einem Fürsten oft mäßige Entwickelung bemerkt hatten. Gleich der erste große Leopold Ranke wurde am 21. Dezember 1795 in einem kleinen nüßlicher als der Müßiggang und die Schmeichelei des Hofes" historische Denker der Neuzeit, Nikolaus Macchiavelli, hat sie andere nach ihm, thüringischen Orte geboren. Er stammte aus einer Pastoren- oder" In den großen Kämpfen der Welt fommt es auf die behauptet, freilich ohne fie erklären familie und studirte selber Theologie. Er wurde Gymnasial- Ueberlegenheit der Kräfte an". Wem diese Trivialitäten nicht zu können, bis Karl Marx durch Rückführung der politischen und lehrer und später Professor der Geschichte an der Berliner dick genug sind, der gehe hin und schlage Rante's Werte nach; er Kulturerscheinungen auf ihre wirthschaftlichen Ursachen die Lehre Universität. Er starb erst 1886. In diesem langen Leben ver- findet ihrer beinahe auf jeder Seite. Aber dieser noble Ton, die wissenschaftlich begründete. Sehen wir zu, wie sich der offizielle faßte er eine ungeheure Masse historischer Schriften, welche ge- vornehme Denkweise" imponirt dem deutschen Philister bei dem Historiker des offiziellen Deutschlands dazu stellt. Daß er sie druckt ungefähr 60 Bände ausmachen. Er wurde geadelt, Wirferbärmlichen Verfall des geistigen Lebens der bürgerlichen Kreise ein trockenes, höchst prosaisches, unausweichliches Naturgeset" licher Geheimer Rath, Kanzler des Ordens pour le mérite, ganz gewaltig. Daß dieser noble Ton oft genug gerade fälschend nennt, eine„ trostlose Ansicht", soll uns nicht tränken. Wen der Ritter pp., Ehrenbürger der Stadt Berlin, verkehrte mit wirkt, sei nur nebenbei bemerkt. Denn eine Fälschung der grimmige Ernst der Thatsachen prosaisch erscheint, der mag MärKaisern, Königen und Erzellenzen und war mit einem Thatsachen ist es doch zu nennen, wenn in der franzöfifchen chen lejen. Wenn er ferner sagt:" Die Geschichte würde nach Worte ein großer" Mann. Alle Zeitgenossen betrauerten seinen Geschichte über alle möglichen firchlichen und politischen Ver- jener Auffassung vor eine fla che Nothwendigkeit gestellt; wir Tod, namentlich feine Schüler und deren Schüler, das sind aber handlungen bogenlang geredet wird, über die Bluthochzeit aber nehmen ihre Unmittelbarkeit unter göttlicher Leitung in Anspruch", beinahe alle deutschen Professoren der Geschichte. Der„ Raute- zwei knappe Seiten. so ist das Geschmacksache. Man böre aber folgendes: Unmögsche Geist" beherrscht noch heute alle Katheder. Damit tommen wir denn schon auf Rante's berühmte lich dürfe doch, was in gewissen Epochen bei Hellenen oder Objektivität“. Zunächst muß bemerkt werden, daß volle Italienern sich ereignet hat, auch anderwärts, wo die 3u und Der stände Unparteilichkeit ein Historiker gar nicht besißen kann. Gesinnungen verschieden sind, Geschichsschreiber, der Atheisten und Keterrichter, Republikaner werden." Daß es auf die Zustände gerade ankommt, hat der und Aristokraten gleich wohlwollend beurtheilt, soll noch geboren große Mann gar nicht gemerkt. Sehen wir uns diesen Geist etwas näher an. Was ver schaffte Ranke seine Stellung in Deutschland? Stereotype Antnort:„ Die klassische Darstellungsweise verbunden mit der größten Unbefangenheit der Betrachtung." -W erwartet Bei der Darstellung verweilen wir nicht lange. Ranfe's werden. Davon ist denn bei Ranke auch gar keine Rede; nur Ist nun Rante fein Demokrat, so sollte man meinen, er Schüler, die es ja wissen müssen, haben erklärt, Niebuhr, der seine Fischblütigkeit und sein nobler Ton erwecken bei oberflächlicher stände als moderner Mensch auf bürgerlichem Standpunkte, also Berfasser der römischen Geschichte, sei der Lessing der Geschichts- Betrachtung die Meinung, er sei objektiv. Daß er allem politisch dem des Konstitutionalismus. Weit gefehlt. Man höre schreibung, Herr v. Treitschke der Schiller, Rante aber der Demokratischen feindlich gegenübersteht, zeigt schon die Behandlung ihn über den Parlamentarismus: Die Nothwendigkeit, die Goethe. So haben die Herren die Welt vertheilt. Soll uns nur seiner Stoffe. Vom Volke ist dabei immer nur höchst beiläufig Politik vor den Kammern zu diskutiren, ist einer fräftigen, wundern, wer der Geschichts- Kotzebue ist. die Rede. Ganz naiv erklärt Rante: Untergeordnete Stoffe" I raschen Führung der Geschäfte nicht eben förderlich." Ueber" Sächsischer Landtag. er Was der habe er in Der Abgeordnete Günther, ebenfalls konservativ, amtlichen und privaten Thätigkeit gemacht habe. giebt zu, daß das bestehende Wahlrecht veraltet sei. Er Minister in der ersten Kammer gesagt habe, das müsse anerkennen, daß auf die Konsequenzen des ( Eigener Bericht.) Habe er Ausübung seiner amtlichen Thätigkeit gethan. Dresden, 20. Dezember. heute zu feiner Entschuldigung gesagt, habe feit Reichstagswahlrechts einige Rücksicht The die Abgeordneten der 2. Kammer in die Weihnachts- jenem Ausspruche feine vertrauliche Rücksprache" mehr mit zu nehmen sei; er spricht sich weiter für ferien gingen, gab es noch einen heißen Tag. Das Präsidium Richtern gehabt, so sei doch der Schaden seines Ausspruches direkte Wahlen aus, als das zweckmäßigste Mittel. batte für den 18. Dezember, den letzten Tag vor den Ferien, den für die Rechtsprechung noch nicht aus der Welt geschafft. Er sei dieser Ansicht nicht immer gewesen, aber er sei zu Justizetat und die von den sozialdemokratischen Abgeordneten Geyer warf Mehnert vor, daß, ver e3 einer andern Ansicht gekommen. Er erklärt sich für das eingebrachte Interpellation über die Versammlungsverbote unternehme, Vorkommnisse zu vertheidigen, wie die heute allgemeine Stimmrecht mit einer Einschränkung, in Gesau und Hohenstein Ernst that auf die Tages- von Kaden angeführten, der helfe das Ansehen der Justiz wie sie der Antrag von Könneriz und von Erieger in Aus- ordnung gefeßt. Die Ferienlaune der Kartellparteiler war das wie das gesammte Rechtsleben untergraben. Der Amisrichter Dr. Becker hätte aus Anstandsrücksichten nicht in Angelegenheiten sicht nahm. Den Vorschlag der Deputation, den 1 Thaler- durch gründlich verdorben worden. Zensus einzuführen, bezeichnete er als ein Biertel Liberalismus, ein Viertel Wohlwollen, ein Viertel Hoffnung und ein Viertel Angst. Der Abg. Ploß erklärt sich gegen den Wahlgesetzentwurf, der ihm nicht radikal genug sei. Die Kammer nahm darauf am Schlusse ihrer Berathung am 24. März 1867 eine namentliche Abstimmung über den Gesetzentwurf vor, wie er sich in der Spezialberathung gestaltet hatte, und stimmte demselben mit 64 gegen 10 Stimmen zu. Auch die erste Kammer und die Regierung stimmten dem abgeänderten Entwurfe zu, der dadurch noch im Jahre 1867 Gesetzeskraft erlangte. 1868 wurden die Kammern Dem Abg. Opit, der als erster Redner zum Justizetat Recht sprechen dürfen, bei denen er finanziell betheiligt sei. über die Besoldung der Referendare und die Richter. Mehnert habe die Bestrafung des sozialdemokratischen Boykotts prüfung einige Wünsche äußerte, wurde geringe Aufmerksam vertheidigt. In Wurzen hätten die Kartellparteien einen Boykott feit zu theil. Aber als der Abg. Kaden die Rechtsprechung, gegen die sozialdemokratische Wurzener Zeitung" in schärffter Die gegenüber Sozialdemokraten in Sachsen Weise vorgenommen, feien aber freigesprochen worden, beliebt wird, kritisirte, wurde es lebendig im Hause. Unser Redner während Sozialdemokraten für jeden Boykott schwer besirast wies mit recht zwei Ordnungsrufe zurück, da er nur Thatsachen würden. Der militärische Boykott werde in schärffter Weise geübt. Der Sohn des Abg. Stolle habe als Coldat berichtete. Raden prüfte die Frage der Unabhängigkeit der feines Vaters Schantlokal nicht betreten dürfen und Richter, die von den Klaffenkämpfen unserer Beit nicht uns sein, Geyer's, Bruder sei sogar als Soldat aus Geyer's Geschäftsberührt blieben, zum theil direkt an den politischen und wirth lofal militärisch herausbeordert worden, weil es boyfottirt war. herab beeinflußt würden. Zum Beweise des letzteren führte er schaftlichen Kämpfen betheiligt feien und außerdem von oben Nun kam die bereits gemeldete Interpellation bezüg den Ausspruch des Justizministers Dr. Schurig in der Sigung lich der Verbote von zwei sozialdemokratischer auch die Zusammensetzung der 1. Kammer vom 18. Januar 1894 an, wonach das Justiz feits einberufenen Boltsversammlungen zur der ersten Kammer war geändert worden auf ministerium zwar einzelne Urtheile nicht forrigire, aber Sprache. Zwei solcher Versammlungen hätten in Gesau grund der neuen Gesetze neu gewählt. Und an vertrauliche Rücksprache mit den Richtern darüber und Hohenstein Ernstthal stattfinden sollen, seien aber von der Amtshauptmannschaft zu Glauchau dieses damals von allen Seiten für nothwendig pflege. erachtete Wahlgesetz, das die Kammern mit erdrückender den Boykott gegen die Waldschlößchenbrauerei verboten worden. Bum weiteren Beweise ging Raden näher auf die durch mit Hinweis auf§ 5 des Vereins- und Versammlungsgesetzes Abschrift des Verbotes fei verweigert Mehrheit annahmen und dem die Regierung ohne WiderWider- in Dresden fireben zustimmte, ſoll jetzt nach fiebenundzwanzigjährigem teigte an einer une uttandenen Prozesse ein und werden, was er für den Miniſter besonders hervorheben wolle. = W Fülle von Thatsachen, wie tendenziös man gegen 11 Der Etat wurde bewilligt. Bestande die Art gelegt werden, um ein Wahlrecht ein- Sozialdemokraten verfahren sei. Besonders die Urtheile, sowie matisch sein sollenden Redewendungen mehrere Mal, aber aus zuführen wie das preußische Dreiklaffen Wahl- das Verhalten des Amtsrichters Dr. Becker in Dresden unterzog feiner Erklärung ging hervor, daß die sozialdemokratische system, das selbst in Preußen niemand mehr zu ver- der Redner einer scharfen Kritik. Sodann besprach er den Mai Interpellation die Regierung in eine Klemme gebracht hatte. wider feier Massenprozeß, die Prozesse gegen die Der Minister gab dahin die Erklärung ab, Versammlungen, theidigen wagt. Das elendeste und sinnigste aller Wahlsysteme, wie es Bismarck" Sächsische Arbeiterzeitung bei letteren in denen die Wahlrechtsfrage besprochen werden es vorgekommen, daß ein Redakteur, der vom Amts- solle, müßten im Allgemeinen stattfinden dürfen, ſelbſt 1867 im Norddeutschen Reichstag nannte, dessen Berichter Dr. Becker zu drei Monaten Strafe verurtheilt aber er müsse bezüglich der Einzelfragen, die dabei in betracht seitigung in Preußen nur eine Frage der Zeit ist, will man wurde, in der zweiten Instanz freigesprochen werden mußte, fämen, es den Behörden überlassen, nach ihrem Ermessen das in Sachsen aufleben lassen, obgleich all die Gründe, die da überhaupt tein Strafantrag gestellt war sowie Gesetz anzuwenden. 1867 von der fächsischen Regierung und den Kammern für die Verurtheilungen wegen angeblichen Singens des Sozialisten- Der Abg. Stolle erwiderte darauf, die sozialdemokratische das jetzt in Sachsen geltende Wahlrecht hervorgehoben wur- marsches, obgleich im letzteren Falle die einzigen Belastungs- Fraktion erkläre sich vorläufig befriedigt(??) mit dieser Antwort, den, nicht nur fortbestehen, sondern verstärkt fortbestehen zeugen, Polizeibeamte nichts gehört, aber die Verurtheilten hatten werde aber, sobald sie von den Behörden unbeachtet und nicht seine Beseitigung oder Einschränkung, sondern mit den Lippen wack e In" sehen. Wenn man neben dem bleiben und neue Verbote vortämen, sofort wieder am feine Erweiterung im Sinne des Reichstagswahlrechts Ausspruch des Justizministers den des Ministers des Innern Plage sein. gebieterisch fordern. Damit schloß die letzte Sigung vor den Ferien, die weder betrachte, wonach es dem diskretionären Ermessen" der Polizei Die Brandenburg und Manteuffel, die Urheber des überlassen sei, das Vereins- und Versammlungsgesetz gegen die für die Regierung noch für die Kartellparteien eine WeihnachtsSozialdemokratie anzuwenden, dann sei es nicht erstaunlich, wenn freude gezeitigt hat. preußischen Dreitlassen- Wahlsystems, die der Fluch der die Nechtspflege so geartet sei. Lächerlichkeit und der Verachtung durch das Urtheil der Der Justiz minister vertheidigte sich so schwach, daß Geschichte se itdem getroffen hat, sie gelten heute den der Abg. Mehnert glaubte, demselben zu Hilfe kommen zu sächsischen Staatsweisen, den Vertretern der sächsischen müssen. Dr. Schurig meinte, er habe seit jenem angeführten Bourgeoisie, d. h. den Leuten mit dem großen Geldbeutel Ausspruche niemals wieder eine solche vertrauliche Rücksprache und dem im Vertrocknen begriffenen Gehirn, als Muster- mit Richtern gehabt; darum könne von einer Beeinflussung durch ſtaatsmänner, deren geistesärmstes Produkt man solidarisch ihn hinsichtlich der angeführten Fälle nicht die Rede sein. Seine von Brauweiler Anlaß gegeben haben, war nur in private Thätigkeit unterliege übrigens der Kontrolle der Kammer nicht. Der sozialdemokratische Abg. Horn- Gainsdorf besprach darauf die Auflösung des Bergarbeiter Verbandes und behauptete, daß das Registergericht nicht aus eigenem Antriebe gegen den Verband vorgegangen sei, dessen Handlungen es bis her bestätigt habe, ohne Anstoß daran zu nehmen. Es sei bedauerlich, daß das Justizministerium den sehr beachtlichen Rekurs gegen die Auflösung zurückgewiefen habe, zumal in der Ent fcheidung des Oberlandesgerichts Angaben enthalten seien, die den Thatsachen nicht entsprächen. Politische Uebersicht. Berlin, 21. Dezember. Der Prozeß, zu dem die Vorgänge im Arbeitshaus war mir in Deutschland möglich. Er ist noch charakteristischer und bedeutungsvoller als der Prozeß betreffend die Vorgänge in der Frrenanstalt von Mariaberg. Daß Kranke und Gefangene mißhandelt werden, kann, bei der heutigen Gesellschaftsordnung, in jedem Lande vorkommen. Stein Land hat das Recht, sich in die Brust zu werfen und pharisäisch zu rufen: Wohl mir, daß ich nicht nachzuäffen hat. Wahrlich, wenn je sich gezeigt hat, wie an Geist arm, an Charakter schwach und an Furcht start die leitenden Klassen eines modernen Landes, wie es Sachsen ist, werden können, hier ist das Beispiel erbracht. Hierbei ist noch zu berücksichtigen, daß das gegenwärtig in Sachsen bestehende Wahlgesetz niemals eine sozialdemokratische Kammermehrheit ermöglicht, die Furcht hiervor also findisch ist. In anderen deutschen Landen, wie in Bayern und bin, wie der da!" Aus Frankreich, England und Amerika könnten wir ähnliche Greuel berichten. Was Baden beschäftigt man sich ernsthaft mit der Frage: Wahl Auf diese Kritik reagirte die Regierung mit keinem Worte. aber allein in Deutschland möglich ist, das ist das gesetze, die dem jetzt in Sachsen bestehenden an Werth Nun begann der Abg. Mehnert seine völlig verunglückte Verhalten der Behörden, wenn derlei Dinge aufgedeckt faum nachstehen, zu verbessern und zu erweitern; Wertheidigung der gerügten Vorkommnisse und verfuhr dabei in werden. In jedem anderen Land wären die Behörden der in Sachsen, dem bürgerlich- kapitalistisch entwickeltsten Lande der an ihm gewöhnten leichtfertigen Art. Den stärksten Trumpf Zeitung dankbar, die solches veröffentlichte, Deutschlands, bläft man ins Reaktionshorn, läutet man die glaubte er gegen die Sozialdemokratie damit ausspielen zu können, würden eine Untersuchung veranstalten, und die Redaktion Sturmglocke für den Rückschritt und zeigt damit unter dem daß er es als einen Schlag gegen das Rechtsgefühl hinstellte, des betreffenden Blattes dazu heranziehen. Hohngelächter aller Verständigen seine Kopflosigkeit und daß dem„ wegen Meineids" verurtheilten Bergmann Schröder Unfähigkeit, die Zeit zu begreifen, in der man lebt und in fofort nach der Verurtheilung eine Kandidatur für den Reichstag Deutschland: Das Blatt wird angeklagt: Der Staat, statt dankbar zu sein, daß ihm Gelegenheit gegeben ber eine leitende Rolle zu spielen man sich anmaßt. Aber angeboten worden sei. Dieses Gebahren Mehnert's wurde durch den Abg. Geyer ist, ein schweres Unrecht gut zu machen, einem schmachvollen wen die Götter verderben wollen, den schlagen sie zuvor gehörig gegeißelt, der zunächst seine Verwunderung über die Uebelstand abzuhelfen, fordert durch seinen Anwalt" die mit Blindheit. ( Ein Schlußartikel folgt.) Unterscheidung aussprach, die der Justizminister zwischen seiner Be strafung des Blattes! Das heißt, in Deutsch" " " leicht die größte Frage in jedem Staatswesen bildet die Succession der höchsten Gewalt". Erbfolgezänkereien mit ihrem unendlichen 14 diplomatischen Krimskrams füllen Rante's Bücher zum guten Theil. Man winde sich einmal in der Preußischen Geschichte durch die entsetzlich öde Erzählung von der Erwerbung des Königstitels, aber von den Kulturverhältnissen auch nur der Hauptstadt ist nichts zu finden. " " Clotilde. fie Anders in ( Nachdruck verboten.) Roman aus der Gegenwart von H. W. M. von Walthausen. haupt sollen sich die Unterthanen nicht viel in die Politik mischen; das thut nicht gut:" Parteien überlegen nicht, sie fühlen nur." Dagegen liegt der Vorzug der Monarchie darin, daß sie das Gesammtintereffe freier von Rücksichten ins Auge zu fassen die Aufgabe und den natürlichen Antrieb hat." Jeder mann denkt sogleich an Ludwig XV., August den Starken, Er faßte nach der Hand des Monarchen, der sie ihm Karl II. mit ihrer in der That sehr freien Auffassung des Gesammt interesses. Freilich sagt Rante: Die Person des Fürsten muß Rante ist nach feiner Versicherung ein guter evangelischer huldvoll reichte und sagte mit bebender Stimme: Dant, zugleich dem hohen Beruf entsprechen, der ihn trägt." Wenn sie Christ. Er besaß sogar den schlechten Geschmack zu sagen:„ Es giebt Majestät, für die hohe Ehre! Diesen Tag zu erleben, nun aber nicht will? Dann ist der Irrthum auf unserer Seite! feine menschliche Thätigkeit von wahrhaft geistiger Bedeutung, dieser Ehre würdig zu sein, hatte ich mir als Biel gesetzt. Was fonnte etwa die französische Monarchie für die Bluthochzeit? die nicht in einer mehr oder minder bewußten Beziehung zu Unter Sorgen und rastloser Thätigkeit ist es mir gelungen. Man verliert ihre Spur in diesen Orgien des Blutes." Gott und göttlichen Dingen ihren Ursprung hätte." Aber auch Nun wollte ich mich zurückziehen, aber die Gnade meines Ueber den deutschen Parlamentarismus macht Ranke da seinem Christenthum darf man nicht auf den Zahn fühlen. Von Königs heißt mich weiter arbeiten. Die Anerkennungen gegen manchmal treffende Bemerkungen. So fagt er von den der Person Chrifti spricht er äußerst behutsam, was ein fester und Ehrenerweisungen seitens der Stadt und vieler Freunde Frankfurtern: Das deutsche Parlament erscheint wie ein Gläubiger gewiß nicht gethan hatte. Klüglich verwahrt literarischer Versuch; fte tamen alle zusammen, brachten nichte er sich dagegen, von dem religiösen Geheimniß zu reden, mahnen mich zu erneutem Streben und Wirken für den zu stande und zerfleischten sich nur. Das Talent der gegen- da es von der historischen Auffassung doch nicht erreicht wird." Ruhm unseres Königshauses, zum Wohle unserer Stadt. feitigen Kritik, das sich nur an den Büchern übte, hat sich Wir haben nichts dagegen. Wie wenig sturmerprobt der Er verbeugte sich ehrfurchtsvoll vor dem Könige und nun auf die Personen geworfen." Raufe'sche Glaube ist, zeigt ein Brief an seine Frau, als eines reichte dann dem Bürgermeister die Hand. Rante ist also Monarchist. Ist er etwa Kreuzzeitungsmann? feiner Kinder gefährlich frank war: Es würde meine Gedanken Auf ein Zeichen des Chefredakteurs begannen bie Das könnte man nicht gerade sagen. Sobald es sich darum von der persönlichen Vorsehung erschüttern, wenn wir sie dennoch Sänger die Hymne Den König segne Gott" und die handelt, von allgemeinem Gerede über dies und jenes System verlören." Dabei denkt man doch an Luther's Worte beim Tode sämmtlichen Anwesenden stimmten stehend mit ein. zu Fragen des Tages fortzugehen, zeigt sich seine mollustische seines Töchterchens. Eichivald winkte einigen vom Personal; sie entfernten Natur deutlich. Meine Sympathien gehörten von jeher der Rante's Stärke liegt in der Charakteristik einzelner Personen. Monarchie an, welche der Kultur eine sichere Grundlage giebt Freilich, am besten zeichnet er immer Geheime Räthe, und wie sich leise und in wenigen Minuten darauf bewegte sich die ( diefe armen Barbaren in Frankreich, der Schweiz und Amerita!) es jenem Maler erging, der nur rothe Ochsen malen fonnte, sollte Transmission, die Maschinen kamen in Gang und es wurde und in die Weltangelegenheiten selbständig eingreift. Aber einer er aber einen gelben, Löwen malen, so wurde es doch ein rother flott gearbeitet. bestimmten und eng begrenzten Form derselben gehörte ich doch Ochs auch Ranke's Helden haben immer etwas vom Ge- Der König interessirte sich, wie es schien, sehr lebhaft niemals an." Er ist der rechte Mann aus der Zeit Friedrich heimen Rathe. dafür, denn er ließ sich Gang und Führung der Maschinen Wilhelms IV., wo es so viele gescheidte Alexandriner gab. Zum Schlusse können wir es uns nicht versagen, einige Beerklären. Rante's politisches Ideal ist der vormärzliche Staat, die mertungen Rante's über den Sozialismus aus der Zeit der Da brachte ihm auch schon auf einem Riffen Clotilde Geheimrathsmonarchie. In der Politik kommt es darauf an, Debatten über das Sozialistengesetz herzusezen. Selbstverständlich die Rede, die er soeben gesprochen, gedruckt auf einem bunt, sagt er, die wahren Interessen der Unterthanen in's Auge zu fassen". sind die Sozialdemokraten an den Attentaten auf Kaiser Wenn das überhaupt etwas heißen soll, so ist es gedacht aus dem Wilhelm 1. schuld. Zwar so gescheidt ist Ranke doch, daß er an geränderten Kunstblatte. Sinne des aufgeklärten Despotismus mit staatlicher Bevormundung. ein Romplott nicht glaubt, wohl aber an ein„ Miasma, Der König las zufrieden lächelnd seine eigenen Worte. Der Breßfreiheit ist er also uatürlich mißhold. ,, Die Natur der das Durch die Presse fortgeleitet wird". periodischen Presse bringt es mit sich, daß jeder Moment immer bischen schuld sind auch die Liberalen, zwar man wurden ihm vorgestellt, und er lobte ihre Geschicklichkeit und nach dem Interesse der Redaktionen oder vielmehr der mächtigen wird den Liberalismus nicht mit dem Sozialismus Kunstfertigkeit. Männer(!), die auf dieselben Einfluß üben, behandelt wird." identifizren; aber die ungehinderte Bewegung der liberalen Clotilde überreichte auch dem Bürgermeister, dem Die Presse repräsentirt nicht die Thasachen selbst, sondern die Ideen hatte doch diese Ausartung in ihrem Ge Regierungsrathe, dem Adjutanten und anderen je ein über dieselben entstehenden Meinungsverschiedenheiten." Man folge. Was sind nun die Ursachen der sozialen Bestrebungen" Exemplar der Rede. lasse sich durch den vornehmen Ton nicht düpiren. Wenn das Man höre:„ die eine: das übermäßige Gewicht, das man( 1) Eremplar der Rede. Brambach befestigte ein solches Druckerzeugniß an dem Gesagte nicht eine bodenlose Trivialität ist denn welcher auf Industrie und Fabriken legte(!); und eine Vermehrung der Sextaner hat wohl vor diesen Worten geglaubt, die Presse Menschenzahl in starken Proportionen."" Indessen war auch mittelsten Träger des Hauses zum ewigen Andenken, daß repräsentire teine Meinungen- so ist es ein versteckter Tadel eine Pariei aufgekommen, welche nicht allein die Religion sein König hier gewesen und hier gesprochen. der Preßfreiheit. leugnete, sondern auch alle Moral, und dies als Fortschritt der Der König winkte jetzt dem Regierungsrath und BramBom Standpunkte der Geheimrathsmonarchie behandelt Welt betrachtete." Dieses ist die Sozialdemokratie; dieselbe bach wurde zu dieser geheimen Unterredung zugezogen. Rante nun die Weltgeschichte. In Europa bilden für ihn die negirt alle positiven Hervorbringungen". Aber man braucht Abwandlungen der monarchischen Gewalt den Faden, an dem noch nicht zu verzweifeln. Denn:„ Wir haben noch immer er fich alles aufrichte, fie geben den Schlüssel zum Verständniß". lebt, daß der Verkehrtheit, der Immoralität und Gewaltsamkeit Der Hof ist der Mittelpunkt des Bolles: Die Kräfte des Landes auch ein Biel gesezt ist: Ormuzo und Ahriman kämpfen immer. bringen den Hof hervor, der Mittelpunkt des Hofes ist der Fürst, Ahriman arbeitet immer an der Erschütterung der Welt, aber das letzte Produkt des ganzen Lebens ist zuleßt das Selbstgefühl sie gelingt ihm nicht. So denkt ein alter Mann." des Fürsten." Das Selbstgefühl Friedrich Wilhelms II. war zu Es steht da, ein alter Mann, und nicht ein altes Weib. lezt die Blüthe der deutschen Kultur zu Goethe's Beit. Viel Ein Der Faktor Eichwald und der Maschinenmeister Es schien die Gewährung einer Subvention an das Regierungsblatt zu betreffen, denn der Banquier LilienStengel wurde von Brambachs Mittheilungen sehr erfreut. Nachdem der König noch den Segersaal besucht und Probeabzüge auf der Handpresse angesehen, empfahl er sich huldvoll bei Brambach, Clotilde und Georgine, welch' lettere er zuerst Frau Kommerzienräthin anredete. Tend gilt es zunächst als ein Bergeben, öffentlich espaßt das zu den schönen Worten, die Herr Geheimrath I nicht unterlaffen, dem Monarchen jenen flaren Wein einzu Mißstände aufzudecken und auf ihre Ab- Krohne einmal in einem Vortrage über die Mithilfe schänken, den er von seinen obersten Berathern vor allem verstellung zu bringen. der Frau im Strafvollzuge" hier in Berlin aussprach, langen kann." daß das Wohl der Gesellschaft weniger Strafe wie Erziehung verlange? Ja, selbst nachdem die Prozeßverhandlung, wie in dem rorliegenden Falle, ergeben hat, daß die Zeitung recht hatte, ja, daß noch weit mehr und weit schlimmeres wahr ist, als sie behauptet hatte, so verlangt der Staatsanwalt noch Bestrafung! Es zeigt dies, wie wunderbar sich in Deutschland der Staatsbegriff verrückt hat, und in welch' klaffenden Gegensatz Staatsraison und Volksvernunft, Staatspflicht und Menschen pflicht bei uns gerathen sind. " = Ja, ja, Theorie und Praxis! " Das Fiasko der silbernen Internationalen ist vollständig. Auch der„ Erbseind", zu dem unsere chauvinistisch- junkerlichen Silberlinge sich in ihrer Verzweiflung, Staatsminister oder Hofminister? Unter diesem Ziter elles nationale Ehrgefühl", allen Vaterlandssinn" schnöde stellt der Reichstags- Abgeordnete Th. Barth in seiner Nation" bei Seite segend, geflüchtet hatten auch der„ Erbfeind" Betrachtungen über die letzte Ministerkrisis an. Er schließt die hat ihre Hoffnungen schmählich getäuscht. Er war zwar selben mit folgenden Ausführungen: sehr liebenswürdig gegen die halbbarbarischen„ Prussiens", In dem gegenwärtigen Verhältniß der Minister zur Krone die diesmal nicht Frankreichs Felder verwüsten, sondern liegt eine Hauptquelle unserer politischen Schwierigkeiten. Diese bloß sein gutes blantes Gold ver silbern wollten; er Quelle wird verstopft werden, sobald die Minister auch bei uns gab ihnen Diners, Soupers, Soupers, hielt ihnen schöne wie in anderen konstitutionellen Ländern nicht in die AmtsTheorie und Praxis. In dem großen Prozeß wohnung einziehen, ohne ein Gepäck eigener politischer Ideen mit Reden, hörte ihre schlechten Reden geduldig an, versprach Köln, der zur Zeit die Augen von ganz Deutschland aufzubringen. In England, in Frankreich, in Italien, in Ungarn durch den Mund des Herrn Präsidenten die Konferenzdie Zustände in einem rheinischen Arbeitshause lenkt, wurde und so weiter fann gar kein Staatsmann daran denken, einen Verhandlungen lesen" zu wollen und komplimentirte die mehrfach nachdrücklich betont, daß von einer vorherigen An- Minister zu gewinnen, der keinen anderen Ehrgeiz hat als den, Herren unter höflichsten Worten und Verbeugungen zur fündigung behördlicher Revisionen nicht die Rede sein der Vollstrecker des allerhöchsten Willens zu sein. Die Berufung Thüre hinaus. Und die Komödie ist zu Ende. Mirbach fönne. Sei dem nun in Brauweiler wie ihm wolle, ins Ministerium bedeutet die Anerkennung einer aus der und Kardorff mögen noch so krampfhaft mit dem„ vaterlandsin anderen Anstalten, zum Beispiel in dem Gefängniß zu politischen Vergangenheit des Berufenen erkennbaren politischen losen Gesindel" in Betheuerung landesverrätherischer InterMünster i. W. find die Revisionen vorher bekannt ge- Richtung, die das Staatsoberhaupt so lange afzeptirt, wie das nationalität und Erbfeind Umschmeichelung wetteifern Ministerium dieser Richtung im Amte ist. Bei uns ist in konwesen und werden es wohl auch jetzt noch sein. Als Herr ftitutioneller Beziehung aber noch thatsächlich regis voluntas brückt aber den zierlichen Daumen fest auf das Portemonnaie hilft alles nicht. La belle France lächelt freundlich, Gch. Rath Krohne, der dem Direktor Schellmann suprema lex. im Brauweilerprozeß ein so günstiges Zeugniß ausstellte, voriges Jahr in Münster revidiren wollte, da begann schiedenster Art; vor allem liegt darin eine Gefahr für In diesem Zustande der Dinge liegen Gefahren ver mit dem blinkenden Gold. Unsere deutschen Silberlinge hatten sich mit bezug schon Tage lang vorher ein emfiges Bürsten, Fegen und die Kione. Je deutlicher die Minister als bloße Vollauf Frankreich genau derselben naiven Täuschung hin Vorrevidiren. Der Herr wird wohl alles in schönster strecker des königlichen Willens erscheinen, um so leichter verwischt gegeben, wie mit bezug auf England. Ordnung gefunden haben! Aber Herr Krohne revidirt fich in der Meinung der Bevölkerung die Grenze zwischen der Hier glaubten sie in den Konservativen Bundesgenossen nicht nur Gefängnisse, sondern er ist auch der spiritus rector Oppofition gegen die Maßregeln der Regierung und der Oppo: zu haben, und dort in den Schutzöllnern. eines großen Vereins für Fürsorge für entlassene uns das monarchische Gefühl im Sinten sei eine Thatsache, sition gegen die Krone. Man klagt ja vielfach darüber, daß bei Die englischen Konservativen sind an die Herrschaft Sträflinge. Da wird ihn ein im Münster'schen Gefängniß die angesichts des starken Unschwellens der Sozialdemokratie gekommen und die französischen Schutzöllner haben noch aushängendes Plakat besonders interessirt haben, das er bei faun zu bestreiten ist, aber man forscht im allgemeinen recht immer die Kammer- Majorität. Aber Frankreich und Engseinen genauen Revisionen sicherlich nicht übersehen hat. Das oberflächlich nach den Ursachen dieser Erscheinung Wir glauben land sind ökonomisch hochentwickelte Länder, die ohne Kredit schöne Attenstück lautet: nicht fehl zu gehen in der Annahme, daß die Gefahren einer auf dem Weltmarkt und folglich ohne ehrliches Geld Die Vergünstigung, mit ungekürztem Bart und Haar bei Entfremdung der Bevölkerung von der Monarchie vermindert nicht bestehen können; und daß sie um der schönen der Entlassung die Anstalt zu verlassen, wird nur denjenigen werden würden, wenn die jeweilige Regierung weniger als bisher Augen der Herren Kardorff und Mirbach willen, Gefangenen zu theil, welche sich in dem Monat, in welchem als der direkte Ausfluß des monarchischen Willens dargestellt und um die die Schulden der ostelbischen Junker zu fie zur Entlassung gelangen, und außerdem noch drei wurde. Monat zuvor, straffrei geführt haben. Wie bedenklich eine solche Entwicklung ist, fehen wir gegen bezahlen sich selber durch Falschmünzerei um den Kredit 3wei Monat vor der Entlassung steht es jedem Gewärtig in dem Kampfe gegen die Sozialdemokratie. Der Staiser bringen und bankrott machen sollten, das konnte ihnen doch fangenen frei, bei dem Herrn Oberaufseher den Antrag zu hat kein Hehl daraus gemacht, daß er die Antheilnahme an nur von preußischen Krautjunkern zugemuthet werden, für stellen, Bart und Kopfhaar ungekürzt zu behalten. diefem Kampfe für ein verdienstliches Werk halte. Er hat das welche die Welt jenseits ihrer Kasernen, Zuchthäuser und Die Erlaubniß hierzu wird aber nur von mir ertheilt und deutsche Bürgerthum aufgerufen, sich zu ermannen" gegen die halbmittelalterlichen Rittergüter mit Brettern vernagelt ift, in den Personalakten der Genehmigungsvermerk verzeichnet. Sozialdemokratie. Das deutsche Bürgerthum ist dieser Aufforderung sammt dem eigenen Schädel. Macht ein Gefangener, dem die erbetene Vergünstigung bisher recht flau nachgekommen. Bei der fürzlichen Anwesenheit bewilligt, fich straffällig, so wird dieselbe ihm wieder entzogen, des Kaisers in Breslau soll deshalb auch schon das Wort gefallen auch ist er in derjenigen Woche, in welcher seine Entlassung sein: von dem feigen deutschen Bürgerthum lasse sich erfolgt, zu rafiren, ebenso wie ihm auch das Kopfhaar zu in diesem Kampfe nichts erwartet. Sei das nun Wahrheit oder schneiden ist. Legende, der Stimmung gewisser Kreise entspricht die Bemerkung ohne Zweifel. Auch hat das deutsche Bürgerthum bei allen poli tischen Auseinandersetzungen mit dem preußischen Junkerthum eine solche Lammesgeduld bewiesen, daß man sich über dies Wer nun weiß, wie leicht die Insaffen einer Straf- freundliche Urtheil kaum wundern darf. Neu ist nur die Art anstalt einer Ordnungsstrafe ausgesetzt sind- und wer es von Feigheit, die es ablehnt, sich zusammen mit der Macht an noch nicht wußte, dem hat vielleicht der Brauweiler Prozeß diese Abstinenz, wie man wolle, Thatsache ist, daß in der Beder Verfolgung Andersgesinnter zu betheiligen. Aber nenne man die Augen geöffnet, der wird auch die einschneidende völkerung die Neigung nicht zu, sondern abBedeutung einer solchen Bestimmung für das Fort nimmt, sich an einem Kreuzzuge gegen die So kommen eines entlassenen Sträflings begreifen. Das zialdemokratie zu betheiligen. Wird deshalb die Theilgeschorene Haupthaar ist sogar im Volksmunde das nahme an solchem Kreuzzuge zum Wierkmal monarchischer Gesinnung markanteste Zeichen für für den Gefangenen", für gemacht, so fann die Folge nur sein, daß gar mancher, der den Buchthäusler"; ein Mensch, der mit glattrafirtem bisher ein loyaler Staatsbürger und guter Monarchist war, Gefichte und geschorenem Kopfe sich bei einem Arbeit aber Politik mehr nach Empfindungen als mit dem Berstande zu geber meldet, wird in hundert Fällen neunundneunzig Mal treiben pflegte, gerade in be, ug auf den Segen der Monarchie nur einen stummen, aber bezeichnenden Seitenblick und ein eine Revision seiner, bisherigen Ueberzeugungen vornimmt. bedauerndes Achselzucken finden wer nimmt denn einen prozesses, der mehr Beachtung verdient, als das Hurrahschreien Man unterschäße nicht die Bedeutung dieses AbbröckelungsVerbrecher in Arbeit?" Sumor in der Kreuz Zeitung". In einem Leitartikel bei Paraden und Auszügen. Unseres Erachtens sollten die Slath- gegen die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" verwahrt das Er geber der Krone dieser Entwicklung einige Aufmerksamkeit Hammerstein- Blatt sich und Stöcker allen Gruftes gegen den Borschenken, und wenn sie zu ähnlichen Wahrnehmungen kommen, wurf des„ blutrothen, umstürzlerischen Egalitarismus"( der Gleichmacherei). Und bei dieser Gelegenheit spricht die„ Kreuz- Zeitung" das große Wort gelassen aus: Münster, den 14. April 1894. " Der Vorsteher. gez.( Name.)" Wie reimt sich das aber zusammen mit der laut und öffentlich betonten Fürsorge für entlassene Sträflinge? Wie Nach der Verabschiedung des Königs und seines Gefolges wurde dem vom Hotelier zum weißen Roß" aufgeftellten Buffet fleißig zugesprochen. Es entwickelte sich ein lebhafter Gedankenaustausch. Besonders wurden Georgine und Clotilde förmlich umringt von schmeichelnden Gratulanten. Georgine hatte heute ihren beau jour"( schönen Tag). Alles schien ihr zu gelingen. Das Schicksal ließ ihr noch Ehren zu theil werden. Ihr Mann und sie waren hof fähig geworden und Brambach hatte einen Orden dazu betommen. D Literarisches. Wie viel ,, Internationalen" giebt es? Ein Genosse schreibt uns: Jm internationalen Farbenspiel( vergl. Vorwärts" Nr. 298 S. 3) vergeffen Sie die fünfte, nämlich die blaue Internationale, so genannt wegen des eigenthümlichen Blutes". Denken Sie nur an das dänische Könighaus, das seine Töchter überall hat und deshalb herrlich verschwägert ist; auch die Coburger find intereffant; ferner die Hohenzollern Griechenland und Rumänien; auch in den fürstlichen Familien ist es fo- Herzog von Sagan, Fürst von Périgord und TalleyrandBylandt's find Minister in Holland und Desterreich." Fürst Löwenstein ist österreichischer und bayrischer Standesherr; Philifter( der sich, außer vor Gott vor allem möglichen und Anarchisten in Deutschland. Damit die Welt und der unmöglichen fürchtet) ja erfährt, daß es Anarchisten( O heiliger Ravachol! Heiliger Caferio!!) auch in Deutschland giebt, telegraphirt man" aus Berlin in die deutsche Provinzialpresse: „ Eine Konferenz der Anarchisten und freien Sozialisten Badens soll anfangs Januar in Karlsruhe abgehalten werden." Blos Badens? Und sind die Dynamitfabriken genügend bewacht? " Darüber fann fein Streit herrschen, daß auch der geringste beiter vor Gott mit uns gleichberechtigt ist und daß es eine der hönsten Aufgaben unserer Zeit ist, diese Gleichberechtigung im Sinne der christlichen Liebe überall zu be= thätigen." Arthur Stadthagen:„ Das Arbeiterrecht." Rechte und Pflichten des Arbeiters in Deutschland aus dem gewerblichen Arbeitsvertrag, der Unfall, Kranken-, Invaliditäts- und Alters= Versicherung. Mit Beispielen und Formularen taiserlichen Februar Erlasse auch auf gefeßliche GleichSie fügt dann gnädig hinzu, daß der Arbeiter nach dem für Klagen, Anträge, Beschwerden, Be= rufungen u. f. w. Berlin 1895. Verlag von Hans berechtigung Anspruch habe, und versteigt sich sogar zur wirth Baate, City Passage. schaftlichen Gleichberechtigung. = " Das Weit, welches wir bereits nach dem Erscheinen der Letztere zwei Gleichberechtigungen wollen wir jetzt bei Seite ersten Hefte als ein Mittel des Arbeiters zur Behauptung der laffen- vielleicht zeigt uns aber die Kreuz- Beitung" einmal, Ihre Freundlichkeit den Glückwunschspendenden gegen ihm gefeßlich gewährleisteten Rechte in dem täglichem Kampi des wound wann die christliche Gleichberechtigung vor Gott von über verrieth nicht ihr Inneres, ihre Zurückhaltung er- Lebens begrüßt haben, liegt nunmehr vollständig vor. Es erfüllt den Leuten der„ Kreuz- Zeitung" bet bätigt worden ist. Sie sagt überall" da muß der Nachweis ja leicht sein. Oder höhte das vornehme Auftreten. Sie sprach jetzt mit dem die Erwartungen, welchen wir damals Ausdruck gaben. Bürgermeister, dem ihr Mann die Quarantäne Geschichte es die Rechte und Pflichten behandelt, welche sich Das Buch zerfällt in drei Haupttheile, in dessen erstem ist ihre chriftliche Liebe überall und nirgends? die Rechte und Pflichten behandelt, welche sich aus Wie's in deutschen Kolonien ansieht, das schildert erzählte. der sozialpolitischen Gesetzgebung der letzten Jahrzehnte und uns die Schwester des englischen Ministers Balfour, Brambach hatte dem Faktor Eichwald zugeflüstert, daß vor allem aus dem gewerblichen Arbeitsvertrag die Subventionsgelder genehmigt und nun alle Noth vorbei ergeben. Der zweite Theil enthält die Darlegung des Ver- die eine Reise nach Südafrika gemacht, um sich Land und sei gegenüber den Geldforderungen der Papierfabriť. fahrens in Streitigkeiten vor den Gewerbegerichten, dem Amts- Leute anzusehen und ihrem Bruder Bericht zu erstatten. Eichwald hatte auf ein Wort der Anerkennung ge- und Landgericht, den Innungsorganen, dem Gemeindevorsteher Miß Balfour hat ein Tagebuch geschrieben, das jetzt in rechnet. Brambach that vornehm. Früher bestanden kleine und im Konkursverfahren. In dem Schlußkapitel giebt der Ver- Buchform erschienen ist. Sie war auch in Dar- es- Salaam, Höflichkeiten zwischen beiden, jetzt war der eine Rom- fasser eine große Anzahl von Beispielen und Formularen für der Hauptstadt von Deutsch- Dstafrika, und schreibt von dort: merzieurath. Anträge, Klagen, Beschwerden und Berufungen in den die fundaDie Stadt ist eine bemerkenswerthe Schöpfung, wenn mentalsten Lebensinteressen der Arbeiter berührenden Fragen. man" im Auge behält, daß sie das Werk von nur drei Juzwischen waren lange Tafeln aufgeschlagen, gedeckt Der praktische durch ein sorgfältiges Register erhöhte Nußen des Jahren ist; aber im ganzen sieht sie eher wie ein und servirt worden. Der große Raum glich bald einem Buches kann für die Arbeiterwelt, wenn sie es nicht blos liest, deutscher Bade- Ort( wateringplace) aus. Jm eurofeinen Speisesaale. sondern studirt, ein nicht unbeträchtlicher werden. Es macht in päischen Quartier ist fanm irgendwo ein Zeichen Der Ruf zur Tafel wurde durch ein Trompetensignal vielen Fällen die kostspielige Anrufung des Rechtsanwalts entbehrlich. von Handel oder Geschäft zu sehen. Man kann nicht des Musikkorps gegeben, welches Tafelmusik aufspielen sollte. Aber selbst demjenigen, der diese Kosten nicht scheut, ist, wie das umbin, die Stadt mit Bulu wa yo( englisch) zu vergleichen, Da auf jedem Kouvert eine gedruckte, mit bunten Bildern eben täglich lehrt, in zahllosen Fällen nicht zu helfen, wenn er wo es bei unserm Besuch ch nur ein paar Lehmhütten, geschmückte Karte lag, so hatte jeder der Ehrengäste nur mit dem Unternehmer irgend etwas in feinen Rechten ver- är melu gab, aber überall Beweise von Rührigsich vor dem Beginn der Streitigkeiten bei dem Intereffentonflikt ein paar Wellblech dächer und Beamte in Hemd= seinen Namen zu suchen, und bald saß die ganze Fest geben hat. In der Schrift Stadthagen's findet der Arbeiter, wie feit und Vorwärtsgehen, wärend äußerer Schein gesellschaft. Der Bürgermeister zwischen Georgine und er den Lohnvertrag zu schließen und wie er sich in jeder einzelnen gänzlich vernachlässigt wurde. Hier in Dar es Salaam dem Jubilar. Dieser hatte neben sich seinen Liebling darans resultirenden Frage zu verhalten, endlich auch sein Recht giebt es viele große Gebäude, gute Straßen, Bier Clotilde. mittelft Anträge und Klagen in den gesetzlich vorgeschriebenen gärten, Offiziere. in fledenlosen Uniformen, viel iuristischen Formen durchzuführen hat. Auf diese Weise fann es por enflirren und Werbeugungen, aber sonst der Arbeiter erreichen, daß sein Rechtsleben nicht ein Spiel des nicht 3." Das unter freiem Himmel abgehaltene Gericht war blinden Zufalls wird, sondern daß er diejenigen Rechte wirklich mit Schuldigen vollgedrängt, und teiner wurde frei. erlangt, welche ihm der Gesetzgeber hat gewähren wollen. Stiller ging es im Wohnhause zu. Hanne und gesprochen. Zu diesem praktischen Nuzen tritt der theoretische Friedrich mußten das Haus hüten, aber sie hatten ebenfalls Werth des Buches hinzu. Die englischen Ideen der Dame- so lesen wir in einer Es erscheint neuerdings als Notiz der" Frankfurter Zeitung" über das Buch wurden sehr Essen und Wein erhalten und trugen eben den Eßtisch ins die vornehmste Aufgabe der wissenschaftlichen Jurisprudenz, empört, als sie eine Menge Frauen auf der Landstraße arbeiten gute Zimmer. Diesmal war es Friedrich, der das Essen die Machtverhältnisse zwischen den einzelnen, durch die Ueber- fab, die von Männern mit großen Lederpeitschen beauf herbeischaffte. Um mit Hannchen zu speisen, verlegte einstimmung der Interessen verbundenen Klaffen und Gruppen fichtigt wurden. Auch überraschte sie die gewaltige Bahl Friedrich seinen Portiersiz nach dem Fenster des Empfangs- der Gesellschaft zu untersuchen und zu zeigen, wie fich diese von Sträflingen und Gefangenen. Ueberall traf sie zimmers, von wo aus er nach der Hausthüre sehen konnte. Machtverhältnisse allmälig zu Rechtsfäßen verdichtet haben. Der Gruppen von vier bis acht Individuen, oft Frauen, an, die " So, Hannchen, werden wir nun bald als Eheleute eine veränderte Szenerie der Interessen und das Rechtsgefühl Polizeifoldaten gehezt wurden. Konflikt der Intereffen ist der Schöpfer der rechtlichen Ordnung, am halfe zusammengefettet waren und von schwarzen immer an einem Tische speisen", prahlte Friedrich. Miß Balfour ist ein anderes geworden. Diese Gedanken an der Hand glaubt, daß in dem ganzen, von den englischen Chartered Com einzelnen Rechtssäge in großem Stil panies beherrschten Gebiet weniger Gefangene seien, als allein in durchgeführt zu haben ist das Verdienst Stadthagen's. biefer kleinen Stadt. Wenn der deutsche Reichstag sich jetzt anschickt, an die Berathung Der Glanz von Dar- es- Salaam kommt den deutschen des Entwurfs eines bürgerlichen Gesetzbuchs heranzutreten, fo Steuerzahlern sehr theuer zu stehen. Es ist eben gut, wenn sollte er den Standpunkt, welchen Stadthagen einnimmt, nicht sie sehen, was sie für ihr Geld haben. außer Acht lassen. Nur auf diese Weise können die Interessen derjenigen Voltsgruppen, weiche mehr als vier Fünftel der ge= sammten Nation umfassen, die Interessen der besitzlosen Boltsflaffen wenigstens einigermaßen in dem neuen Gesetzbuch zum Bald erklangen die Gläser, Toaste wechselten mit fröhlichen Liedern, und der Festjubel versprach, nach der langen Speisekarte ein gewaltiger zu werden. " „ Es wird nur nicht immer so viel auf dem Tische der stehen", sagte Hanne. " Thut nichts, aber jedes Mittagbrot wird für uns ein Festessen sein." Zum Festessen gehört Wein, der wird uns wohl stets fehlen. Thut nichts. Wein ist für alte Leute. Ich denke, ich gebe meine Flasche meiner tranfen Mutter." ( Fortsetzung folgt.) " Ausdruck kommen, Frappant ist der Kontrast von englischer und deutscher Kolonisation. Dort bürgerliches Geschäft und Arbeit hier Badeorte" für Leute, die auf Staatskosten und zu Deutschlands Ruhin Staat machen. " erklärt. " Ungarn. Italien. 17 wölfe sind, gleich den Hyänen des Schlachtfeldes, immer bürgerlichen Bresse ein, so daß die Befürchtung oder Hoffnung Für Cyvoct' 3*) Begnadigung tritt auch ein Theil der bei der Hand, wenn es etwas zu rauben giebt. Hinter verschiedener Zeitungen, es werde um dieser Angelegenheit willen der Wahlspekulation kam die Börsenspekulution her das zu einem Bruch zwischen dem Minifterium Bourgeois und den Publikum wurde durch den entseglichen Tamtam in Angst Sozialisten kommen, sich wohl schwerlich erfüllen wird. und Schrecken gejagt. Die Papiere wurden heruntergetrieben und von vorgestern bis heute über 1000 Millionen Dollar blos an der New- Yorker Börse verloren. Hand in Hand fange Unterredung mit dem Ministerpräsidenten Crispi. Es Rom, 21. Dezember. Der Kriegsminister hatte gestern eine mit dieser Börsenpanit ging eine Goldpanik, indem wurde beschlossen, mehrere Hundert Reiter und eine Abtheilung das Gold massenhaft aus aus den Banken und dem Luftschiffer nach Afrika zu schicken. Die Blätter theilen mit, Schagant gezogen wurde, so daß die Goldreserve daß 12 Bataillone und drei Batterien unterwegs und weitere des Schatzamts ganz zu verschwinden drohte und außer Truppen zur Abfahrt nach Afrika bereit sind. ordentliche Maßregeln sich nothwendig erwiesen. Die = Der englisch- amerikanische Zwischenfall ist fünft- 1 wer veranlaßt hat, daß dieser Erlaß in die Presse tam. Da man| firaße fam am Abende des 19. November 1894 mit dem ersten lich zu einer Bedeutung aufgepufft worden, die er nicht hat. vorläufig noch feinen Thäter" hat. gegen den die Unter- Angeklagten in 3mist, weil der in Zivil befindliche Schuhmann Präsident Cleveland will bei der im nächsten Jahr( No- fuchung" geführt werden kann, so wird diese gegen Unbekannt" R. fich in ein Gespräch des Stein mit dem Wächter mischte. vember 1896) stattfindenden Präsidentenwahl kandidiren und geführt. Am Montag wurde der Redakteur der Arbeiter Stein hatte sich nach der Polizeiwache erkundigt, um eine da er durch sein scharfes Vorgehen gegen die Hochschutzzöllnerine", Genosse Franzen, vernommen, der aber die Auskunft Persönlichkeit feststellen laffen zu fönnen. R. begleitete nummebr Urbeber der Veröffentlichung verweigerte. Außerdem den Stein zur Oppelnerstraße. Auf der Wache mußte und bimetallistischen Silberschwindler sich einen großen Theil wurden 1. a. noch vernommen Polizeikommissar Görk, Stadt Stein feine Sachen abgeben und wurde der einflußreichsten Drahtzieher" zu Feinden gemacht hat, sekretär Friedrich, sowie Beamte des Landrathsamtes, und zwar Detentionszelle gebracht. St. hatte nämlich behauptet, er so wollte er es mit einem demagogischen Appell an den unter Eid. set von Stein beleidigt worden. Als er seine ihm abeinen Theil Chauvinismus versuchen. Und so hat er denn aus der Württembergischer Landtag. Die Wahl des genommenen Sachen zurückhaben wollte glaubte Mücke einen Elephanten gemacht, die Monroe- Doktrin Zentrums- Abgeordneten Rembold, welcher mit 13 Stimmen von ihnen bearbeitete er zu vermissen heraufbeschworen und das Gespenst eines Krieges mit Eng- Mehrheit über den Genossen Agster siegte, wurde für giltig ihn der Schuhmann Heuer mit einem dicken Ochsenziemer, land an die Wand gemalt. Der Landtag wurde am Freitag Mittag vertagt. so daß er eine blutunterlaufene Stelle an der Stirn und blutige Striemen auf dem Rücken Klug war das nicht; und die Zweifel an der staatsgehabt habe. Er befundet, er habe vor Schmerzen laut um männischen Befähigung Cleveland's haben durch diesen Budapest, 20. Dezember. Der von den ungarischen Sozialisten Hilfe gerufen und als er schließlich durch den Angeklagten Leh. Wahlkonp eine kräftige Bestätigung erhalten. Ein Krieg für Weihnachten angemeldete Kongreß ist von der Polizei nicht mann entlassen wurde, habe ihm dieser an der Hauszwischen England und Amerika ist einfach undenkbar- gestattet worden, weil die Anmelder nicht der von der vorjährigen thür einen solchen einen solchen Stoß 0011 hinten ge beide Staaten würden so kolossal verlieren, und zwar ohne fozialdemokratischen Landesparteiverfammlung gewählten Partei- geben, daß er in sehr beschleunigter Weise Weise auf die Möglichkeit des geringsten Vortheils für einen von leitung angehören. die Strafe gekommen und dort in die Knie gesunken sei. beiden, daß der Krieg in Wahrheit ein Doppel Daß eine Regierung in dieser Weise die Beschlüsse eines Angeklagten erklärten diese Beschuldigungen für freie Er selbstmord wäre. Das hat man auch in Amerita sozialdemokratischen Kongresses als rechtsverbindlich ansieht, steht findungen des Stein, der allerdings in der Zelle entsetzlich und in England eingesehen, nachdem die erste Verblüffung in der Geschichte einzig da. Als Präzedenzfall ist die Sache ganz geto bt habe. Heuer bestritt, ihm überhaupt zu nahe gehoben war, und jede Gefahr kann schon als beseitigt interessant. Die Regierung hätte sich auf einen anderen Stand gekommen zu sein. Die Beweisaufnahme unterDie Frau des punkt gestellt, wenn sie an der Fortdauer der Zwiftigkeiten inner- st ütte die Angaben des Stein. gelten. Freilich eine Katastrophe hat das Manöver Cleveland's balb der Sozialdemokratie nicht aufs lebhafteste intereffirt wäre. legteren hat ihren Mann laut um Hilfe rufen hören, er hat auch noch uin Hilfe gerufen, als er schon auf zur Folge gehabt: eine Börsenpanit. Die BörsenFrankreich. der Treppe war. Die unmittelbar unter der Zelle furchtbare Hilferufen vernahm, hatte unmittelbar vorher deutlich wohnende Frau Glasermeister Hünete, das die auch gehört, daß Schläge auf eine Person hernieder: klatschten. Sie hat sogar eine bei ihr weilende Freundin darauf aufmerksam gemacht, daß oben wieder jemand verhauen werde". Beide Frauen haben auch wahrgenommen, daß Stein in sehr beschleunigter Gangart aus dem Hause auf der Straße after Wahrnehmungen gemacht habe, die darauf hindeuteten, antam. Der Glasermeister Hüneke bekundete, daß er schon daß auf der Polizeiwache Schläge ausgetheilt würden. Einmal sei es nachts so toll gewesen, daß er das Fenster aufgerissen und hinauf gerufen habe, mit dem Schlagen doch aufzuhören und doch hinauf zu kommen, Ruhe zu geben, er habe aber die Aufforderung von oben erhalten, wenn er auch etwas abbekommen wolle." Stein hat, als er auf der Straße ankam sofort geklagt, daß sie ihn halbtodt geschlagen hätten" und hat sich dann in Begleitung eines andern auf den Weg zu einem Arzte gemacht. Dieser stellte Verwundungen an den Schultern, dem Oberarm und Kopf fest, deren Beschaffenheit mit den Angaben Stein's nicht im Widerspruch standen. Polizeihauptmanu Neuman'n verficherie, daß er die drei Angeklagten als be sounene Beamten kenne und selbst eine sorgfältige Durchsuchung der Räume des Polizeibureaus vorgenommen, einen Och seniemer aber nicht vorgefunden habe!!! Dies im allgemeinen der Thatbestand. Der Staatsanwalt hielt Mißhandlungen seitens des ersten und dritten Angeklagten nicht für erwiesen, namentlich auch nicht und der öffentlichen Fonds oder einer Schwächung des öffent Verfolgungen. Von den 64 Personen, welche im Jahre 1894 für dargethan, welche 3 der Grund für das beschleunigte lichen Kredits. Nach der Verlesung der Botschaft vertagte sich in Odessa infolge der dort aufgedeckten ſozialdemokratischen Tempo, unter welchem Stein auf der Straße antam, gewesen ist. Propaganda unter den Arbeitern verhaftet wurden( von den VerDagegen beantragte er, den Angell. Heuer, der offenbar Washington, 20. Dezember. Senat. Im weiteren hafteten waren 40 Arbeiter), find jetzt 18 verurtheilt worden. den Zeugen Stein geschlagen habe, unter Ausschluß mildernder Verlaufe der Sitzung beantragte Morgan, statt des vom Von ihnen befinden sich 6( der Arbeiter Gedraschko und die Umstände zu 4 Monaten Gefängniß zu verurtheilen. Der Repräsentantenhause angenommenen Gesetzentwurfs über die Intelligenten" Woloschkewitsch, Kapelusch), Bogajewsky, Wein- Gerichtshof schloß sich bezüglich der Angeklagten Kapusinsti und Kommission für die Untersuchung der Grenze von Venezuela, flein und der Soldat Gonder) noch im Gefängniß von Odessa; Lehmann der Anschauung des Staatsanwalts an und sprach diese eine Bill anzunehmen, wonach 100 000 Dollars für die Kosten 7 befinden sich im Gefängniß von Petersburg, und zwar die einer solchen Kommission bewilligt werden sollen, die aus drei Arbeiter Jakowlew und Beresowsky, welche zu einem Jahre Ge- frei. Bezüglich des Heuer hatte der Gerichtshof gar keinen Dom Präsidenten der Union unter dem Beirathe und der Zufängniß und nachfolgender Verbannung auf drei Jahre nach weifel daran, daß Stein wirklich von diesem auf der Wache geschlagen worden sei. Er billigte aber aber dem stimmung des Senats ernennenden Mitgliedern be- dem Gouvernement Wologda verurtheilt sind, der Matrose Angeklagten mildernde Umstände zu stehen soll. Senator Platt bekämpfte den Antrag Morgan, Deriglasow, Handlanger Dschmanez, Schuhmacher Melity auf einen Monat Gefängniß. Der Sache dürfte während Sherman eintrat. Arbeiter dafür Letterer halben übrigens noch ein kleines Nachspiel folgen. Stein hatte Amerika habe selbst die Monroe Doktrin nicht beachtet, Jahre Gefängniß und drei Jahren Polizeiaufsicht, als es Texas und Kalifornien annektirte; Redner tabelte der Intelligente" Jakob Zizerowitsch, verurtheilt zu einem lung, sondern auch wegen Verleitung zum Meineide denunzirt. Der gegen den Schuhmann Kapusinsti nicht nur wegen Mißhanddie in der Venezuela Frage zu tage getretene Haft und Jahre Gefängniß und 3 Jahren Polizeiaufsicht. Fünf Personen Antrag auf Verfolgung wegen Meineids wurde von der StaatsErregung. Nachdem noch andere Redner gesprochen hatten. von den in Odeſſa Verhafteten befinden sich jetzt in dem Moskauer anwaltschaft aber abgelehnt, weil zwar feststeht, daß der Schuhmann nahm der Senat, unter Ablehnung des Antrages Morgan, den Transportirung gefängniß in Erwartung ihrer Verbannung nach den Arbeiter Wust row, der heute als Zeuge auftrat, kleine Gevon Repräsentantenhause angenommenen Gesetzentwurf unver. Ofifibirien; es sind dies die ehemaligen Studenten Gregor schenke( Geld und Cigarren)" gegeben, weil aber diese Geschenke Bizerowitsch, Nachamlis und der Matrose Kalaschnikowver nicht in Zusammenhang mit der Gidesleistung ständen. Stein urtheilt zu 10 Jahren, und die ehemaligen Studenten Weltmann beabsichtigt nunmehr, Beschwerde bei der Justizverwaltung zu und Schiff verurtheilt zu einer 5 jährigen Verbannung. Außer diesen befinden sich gegenwärtig noch in Moskau in Erwartung ihrer Berbannung auf 5 Jahre nach Ostsibirien vier Polen: Kizinsky( Arbeiter aus Loda), Krajusky, Kochansty und Grubetzky. Die hochoffiziöse Agenzia Stefani" meldet aus Massanah von heute: Die in italienischen Dienſten ſtehenden Eingeborenen, welche bei Amba- Aladschi zu Gefangenen gemacht wurden, fehren, nachdem sie von den Schoanern, die an Lebensmitteln Mangel leiden, freigelassen wurden, nach und nach zurück; sie beſtätigen sämmtlich, daß der Feind schwere Verluste erlitten habe; die Zwietracht unter den schoanischen Führern dauert fort.. Die Lage in Mafalle ist gesichert. Es liegen folgende Telegramme vor: Washington, 20. Dezember. In einer heute von dem Präsidenten Cleveland an den Kongreß gerichteten Botschaft über die Finanzlage heißt es, die fortgefehten Entnahmen von Gold für die Ausfuhr verlangten unverzügliche Schritte zum Schutze der Goldreserve des Schayes. Die Lage sei durch den Einfluß ungewöhnlicher Besorgnisse der Geschäftskreise zugespitzt worden. Wenn die Lage durch die venezolanische Frage Ju später Abendstunde wird aus Stom ferner gemeldet: beeinflußt sei, so zeige das, daß der Patriotismus des Volkes Dem Ministerium ging vom General Baratieri ein Tele: fein genügender Erjah sei für eine gesunde Finanzpolitik. Die gramm zu, in dem die Absendung von Hilfstruppen verlangt Botschaft spricht die Hoffnung aus, der Kongreß werde sich nicht wird, da er von allen Seiten von den Abessyniern bedrängt sei. vertagen, ehe er die nöthigen gesehgeberischen Schritte gethan Rußland.. habe zur Vermeidung einer Schädigung der Interessen des Volkes 4 der Senat bis morgen. ändert an. zu B erklärte, und Soifer und verurtheilt Türkei. 81 einem Washington, 20. Dezember. Senat. Auf Antrag Allens wurde eine Resolution auf eine Untersuchung über die Räthlichkeit der freien Silberprägung angenommen. London, 21. Dezember. Dem Reuter'schen Bureau" wird aus Washington gemeldet, die zweite Botschaft des Präsidenten Cleveland ist im Kongreß nicht gut aufgenommen worden. Der Senat wird troh der Empfehlungen Cleveland's die Sigungen wegen des Weihnachtsfestes vertagen; andererseits Konftantinopel, 21. Dezember. In der Nacht zum Freitag wird gemeldet, daß das Repräsentantenhaus geneigt sei, wurden in Stambul an Privatquartieren und armenischen Kirchen die Session nicht zu unterbrechen, um finanzielle Blafate angeheftet des Inhalts: Wer Mohamed liebt, tödtet Maßnahmen zu berathen, 11lan glaubt, daß vorerst die Armenier." Die Pforte hat den Botschaftern die Verprovisorische Maßnahmen möglich seien und daß eine Emission muthung ausgesprochen, daß dics ein Werk des armenischen von Certifikaten oder Bonds mit furzem Fälligkeits- Komitees sei, dazu bestimmt, Beunruhigung hervorzurufen. führen. " und erkannte Für das Kriminalgericht wird in diesem Jahre das Weihnachtsfest die erfehnte Nuhe nicht in dem Maße bringen, wie in früheren Jahren. Am 24. d. M. werden mehrere Abtheilungen des Amtsgerichts, sowie die neunte Straffammer Sigungen abhalten. Selbst am dritten Feiertage finden Termine statt. Aus einer preußischen Korrigenden- Auftalt. Angesichts des Brauweiler Prozesses dürfte folgende Nachricht, die der Bolts Zeitung" aus Posen zugeht, ein besonderes Intereſſe haben: Die Straffanimer in Lissa verurtheilte den früheren termin möglich sei, um die Goldreserve mit einer theilweisen Aus Kreta gehen bei der Pforte Nachrichten ein, die die Nachtaufseher der Korrigendenanstalt für weibliche Korrigendinnen Erhöhung des Bolltarifs aufrecht zu erhalten; man hält dafür, dortige Lage als sehr ernst schildern. Die in genügender Stärke in Frauſtadt, Johann Paiz, wegen Vornahme unzüchtiger Hand daß der Senat die Emission von Bonds nicht genehmigen werde. vertretenen Truppen der Türken erlitten wiederholt empfind- fungen an Korrigendinnen in 6 Fällen zu 2 Jahren Gefängniß. - Eine Vereinigung von Kaufleuten und Industriellen in liche Niederlagen. Vom Generalgouverneur auf Kreta werden Der Staatsanwalt hatte 6 Jahre Gefängniß beantragt. Baltimore erhob einen nachdrücklichen Protest gegen die Idee wenigstens sechzehn Bataillone zur Verstärkung requirirt. Ans Leipzig berichtet ein offiziöses Telegramm: Die Vorvon Feindseligkeiten in der venezolanischen Frage. Die Armenier schlugen die türkischen Truppen im Zeitungebiet untersuchung in der Sache Schoren wegen Landesverraths ift, London, 21. Dezember. Der Times" wird aus New- mehrmals in den letzten Tagen zurück. Das Gerücht, daß wie das Leipziger Tageblatt" meldet, vom Reichsgericht ab York gemeldet: Die Panik an der Fondsbörse ist fast eine Mustapha Remsi Pafcha Zeitum gestürmt habe, ist unbegründet. geschlossen. Ein Termin für die Hauptverhandlung ist noch nicht finanzielle Katastrophe. Bis Mittag waren vier Fallissements zu Seit einigen Tagen trafen aus Hauran und Djebel keine Nach- anberaumt. verzeichnen. 400 000 Aktien wurden zu jedem Preise auf den richten ein. Man glaubt aber, daß die 22 000 dort stehenden Markt geworfen; nicht nur Spekulationsfonds fielen, sondern Truppen die aufständischen Drusen unterwerfen werden. auch viele der gesundesten Eisenbahnpapiere verloren 10 pet. am Werthe. * " * Deutsches Reich. Partei- Nachrichten. " Depeschen und letzte Nachrichten. M London, 21. Dezember. Mehrere Londoner Blätter verzeichnen ein Gerücht, welches gestern nachmittag an der hiesigen Genosse Liebknecht hielt am vergangenen Donnerstag in Köln, 21. Dezember.( W. T. B.) In dem Prozeß gegen den Börse verbreitet war, wonach sich die Firma Rothschild ent- athenow vor einer übervollen Versammlung einen Vortrag Redakteur der Rheinischen Zeitung" in Köln, Hofrichter, schlossen hätte, 3 Millionen Pfund Sterling von den Vereinigten über Staat und Sozialdemokratie". Staaten zurückzuziehen.wegen Verleumdung der Provinzialverwaltung der RheinGenoffe Anton Strunz in Zwickau wird am 22. Des provinz und del Direktors des Provinzial Arbeitshauses zember wieder in die deutsche Freiheit zurückkehren, nach acht Schellmann wurde nach fiebentägiger Verhandlung der Angeklagte, Zu den vierten Bataillonen will die Köl- monatlicher Gefängnißhaft, die er sich als verantwortlicher unter Nichtzubilligung des§ 193 des Reichs Strafgesetzbuches, nische Beitung" wissen, daß beabsichtigt werde, je zwei alb- Redakteur des Bergarbeiter- Organs, Glücauj" zugezogen hat. bataillone zu einem Vollbataillon zusammenzulegen und damit Todtenliste der Partei. In Bielefeld starb nach fait wegen Beleidigung zu 3 Monaten Gefängniß und zur Tragung jeder Brigade ein siebentes Bataillon zuzutheilen. Nicht ver- zweijährigem schweren Leiden Joseph Zwiener, der als der Kosten, einschließlich der dem Nebenkläger erwachsenen, vers ständlich ist, warum diese siebenten Bataillone für jedes Armee- einer der ersten dort die Ideen des Sozialismus verbreitet hat. urtheilt. torps weiterhin für sich zu einer Brigade zusammengelegt werden sollen. Eine solche Brigade würde doch auch nur vier Bataillone- Vom Schöffengericht in Bremen wurde der zählen, nicht gleich den sonstigen Brigaden 6 Bataillone. Eine verantwortliche Redakteur unseres dortigen Partei Organs, der entsprechend hohe Geldforderung wird eng zusammenhängen mit Bremer Bürger Zeitung" wegen Beleidigung von Sanitätsdiesen Plänen. offizieren zu drei Wochen Gefängniß verurtheilt. " Polizeiliches, Gerichtliches: c. Gerichts- Beifung. 0 Kölu, 21. Dezember.( W. T. B.) Wie die Kölnische Zeitung" meldet, hat der Kommerzienrath Otto Andreae der Stadt Köln als Weihnachtsgeschent 400 000 M. zur Verfügung gestellt. Diese Summe soll zum Bau eines Gebäudes für das Kunstgewerbe- Museum verwendet werden. Brüssel, 21, Dezember.( W. Z. B.) Der Ministerpräsident - Gewerbsmäßiges Musiziren in öffent de Burlett erlitt gestern Abend eine schwere Gehirnkongestion. lichen Lokalen als Nebenbeschäftigung ist den Es finden dauernd Berathungen der Aerzte statt. Der Zustand gemeinsamen, für alle Beamten im Staatseisenbahndienst be= ehenden Vorschriften entsprechend von der preußischen Eisen- Auf den Berliner Polizeiwachen wird überhaupt nicht des Ministerpräsidenten ist sehr ernst. Paris, 21. Dezember.( B. H.) Eine Untersuchung, welche bahn- Berwaltung allen Eisenbahn Beamten ausdrücklich unter- geschlagen, Ochsenziemer und sonstige Schlagsagt. Ein gleiches Verbot ist den im aktiven Militärdienst Instrumente giebt es dort nicht. Es ist aber modern der Polizeikommissar Bernard bei verschiedenen Banthäusern stehenden Musikern gegenüber nicht erlassen, wiewohl die Klagen geworden, daß viele der auf die Polizeiwachen Sistirten die Bevornahm, hat zu der Verhaftung eines Direktors der Unionüber die Militär- Konkurrenz seitens der Zivilmusiker täglich sich schuldigung erheben, mißhandelt zu sein; doch ergeben die Unter- Foncière" geführt. Die Haussuchung, welche Bernard ausführte, mehren. suchungen dann stets die Unbegründetheit jener Beschuldigungen." hat mit der Arton- Affaire nichts zu thun. So äußerte sich der Pollzeihauptmann Neumann gestern als London, 21. Dezember.( C. N. of G.) Der Appellhof be. Untersuchung wider Unbekannt". Das ist das Zeuge in einer Anklagesache wider die Schuhleute kapu willigte heute einen Aufschub im Auslieferungsverfahrens Arton's, alte Rezept wieder neu aufgewärmt, wenn Staatsanwalt und insti, Heuer und Lehmann, die wegen Miß- damit die Regierung nachweiſen könne, daß der Angeklagte Polizei einem„ politischen Verbrechen" auf die Spur kommen handlung eines Menschen zur Verantwortung gezogen wegen Verbrechen angeklagt sei, die nicht innerhalb der Borwollen. Unser Solinger Bruderorgan, die Bergische Arbeiter wurden. Der Arbeiter Ludwig Stein aus der Waldemarschriften des Auslieferungsvertrages liegen. Die Richter sprachen stimme", hatte bekanntlich vor einiger Zeit einen geheimen Erlaß sich in ihrer Entscheidung dahin aus, daß wenn die Krone nicht des Regierungspräsidenten v. d. Recke, jezigen Ministers des Innern *) So Cyvoct und nicht Cyvoit heißt das unglück darthun könne, daß die Anklage wirklich innerhalb der Vertragsveröffentlicht, wonach die Bürgermeister der verschiedenen Gemeinden liche Opfer franzöfifcher Klaffenjuſtiz. Uebrigens wurde er" nur" bestimmungen erhoben werden könne, Schritte gethan werden gehalten sind, regelmäßige Semesterberichte über den Stand der zu zwanzig Jahren Bagno verurtheilt nicht zu Lebenszeit. würden, um zu verhindern, daß solche Anklagen in anderer Form fozialdemokratischen Bewegung einzureichen. Diese Veröffentlichung Freilich, es hat noch wenige gegeben, die im Bagno 20 Jahre erhoben werden könnten. Alle anderen Punkte der Berufung ist nunmehr Gegenstand der Untersuchung geworden, um festzustellen, gelebt haben. wurden zurückgewiesen. " Verantwortlicher Redakteur: Fris Kunert, Echöneberg- Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glode in Berlin. Druck und Berlag von Mag Vading in Berlin, Hierzu 4 Beilagen 1. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 299. Lokales. Sonntag, den 22. Dezember 1895. 12. Jahrg. Bater zur anarchistischen Partei gewesen sei, ist hiernach falsch. die Malerarbeiten im Hauptgebäude der Ausstellung nöthig sind. Welcher politischen Richtung Wiesemann angehört, ist der Kriminalpolizei nicht bekannt." Die Firma übertrug die Aufstellung der Gerüste einem Meister Die Neujahrs- Nummer des Wahren Jacob"( mit in Akkord, dieser vergab die Arbeit wieder an mehrere Polire Almanach) wird von der Buchhandlung des Vor= wärts" der Feiertage wegen schon am Montag Vormittag Beitung" lesen wir:„ Ein Att unglaublicher Brutalität, der leb: fie Stundenlohn gaben. Je schneller nun die Arbeit im Stundenlohn Der Gummischlauch im Café- Hotel. In der Berliner gleichfalls in Akkord und diese übertrugen fie Arbeitern, denen ausgegeben. Sozialdemokraten sollen nicht mit Frauen und Kindern beitsanstalt Brauweiler erinnert, spielte sich vor noch nicht allzu bekannte„ Antreiben" der Arbeiter durch die Vorgesetzten, worüber haft an die jetzt zur Sprache fommenden Vorgänge in der Ar- gemacht wird, um so größer ist der Vortheil für Polire und Meister. Es ergiebt sich aus diesem Berechnungssystem ganz von selbst das vergnügt sein. In Weißensee sollte ein öffentliches sozial langer Zeit in einem bekannten großen Café- Hotel Berlins ab. so häufig" Klage geführt wird. Dieses Antreiben hat aber den demokratisches Parteivergnügen mit Weihnachts Be Dort waren feit einiger Zeit wiederholt Paletotdiebstähle ver- Nachtheil, daß die Arbeit nicht mit der sonst üblichen Sorgfalt fcheerung für Kinder am 27. d. M. stattfinden. Die Ge- übt, weshalb die Kellner forgfältig alle Gäste beobachteten, welche gemacht werden fann; insbesondere bleibt den Arbeitern nicht die nehmigung hierzu, die in früheren Jahren anstandslos ertheilt etwa mit einem schäbigen Ueberzieher oder ohne einen solchen Beit, das ihnen zur Verfügung gestellte Material so auf seine wurde, ist verweigert. Die öffentliche Weihnachtbescheerung fann überhaupt eintraten. So wurde denn eines Tages glücklich ein Dauerhaftigkeit zu prüfen, wie sie es thun würden, wenn man sie nicht deshalb nicht stattfinden, das Vergnügen fällt aus. Der Amts- Individuum in dem Augenblick abgefaßt, als es sich anschickte antriebe. vorsteher von Neu- Weißensee erklärt in seiner die Genehmigung mit einem gestohlenen Paletot zu verschwinden. Anstatt nun den verweigernden Verfügung, daß die Erlaubniß nicht ertheilt Festgenommenen einfach der Polizei zu übergeben, ließ ihn der gekommen. Vom Dach des Hauptgebäudes, aus einer Höhe von etwa Am Nachmittag ist übrigens abermals ein Unglücksfall vorwerden tann, da nach der Entscheidung des Ober- Herr" Direktor", der auch sonst eine große Vorliebe für Bambus: 15 Metern, stürzte ein Dachdecker herab. Bekanntlich ist in Verwaltungsgerichts vom 4. Januar 1892 Frauen, Schüler stock und Gummischlauch besitzen soll, durch sein Bedientenpersonal Berliner Arbeiterversammlungen wiederholt gerügt worden, daß und Lehrlinge an Veranstaltungen politischer Vereinigungen nach dem Keller schleppen. Hier wurde er seiner Beinkleider auf dem Ausstellung terrain nicht genügend für Sicherung der nicht theilnehmen dürfen." Veranstaltet ist aber das entledigt, über einen Tisch gezogen und während verschiedene Arbeiter vor Unfällen gesorgt sei. Wie viele Proletarier sollen Bergnügen von einem einzelnen, das Bescheerungsfest Gasthofsbedienstete ihn hielten mit dem Gummischlauche in felbst ist auch keine politische Vereinigung. Die Entscheidung unmenschlicher Weise bearbeitet. Der Herr Direktor half wacker dort noch ihre Haut zu Markte tragen, ehe endlich Wandel geschaffen wird? des Herrn Amtsvorstehers beruft sich mit unrecht auf das Ober- mit, indem er mittels eines Kopftissens den Delinquenten am Verwaltungsgericht, das lediglich von Vereins vergnügungen Schreien verhinderte. Einer der zur Prügelei Befohlenen konnte Auf der Ringbahnstrecke zwischen Nixdorf und Treptow spricht. Indeß das Recht, öffentliche Luftbarkeiten zu ver- vor Abschen und Mitleid dem Strafakte nicht bis zum Ende bei wurde am Freitag Abend der Hilfsbahnwärter Abendroth bieten, steht der Polizeibehörde in Preußen leider zu. Von dieser wohnen. Seine Schilderung rief unter den unserer besseren Ge- aus Rigdorf von einem Güterzug überfahren. Der Bedauerns Befugniß zu ungunsten weihnachtsfroher Kinder Gebrauch zu sellschaft angehörenden Gästen des Cafés die lebhaftefte Ent- werthe erlitt dabei so schwere Berlegungen, daß er bald nach machen, entspricht ganz der Praxis eines Köller. Wie wenig rüstung hervor. Die hier geübte Justiz dürfte für den Herrn seiner Einlieferung in das Rixdorfer Krankenhaus verstarb. solche Praxis im stande ist, dem Wunsch der reaktionären Maul- Direktor noch ein gerichtliches Nachspiel haben, da er die Unwürfe zu nützen, kann der neue Minister aus der Agitations- flugheit beging, den Dieb nach erfolgter Durchprügelung der Gebur, von dessen Unfall wir gestern meldeten, noch gestern traft ersehen, die dies Verbot für die Sozialdemokratie haben Polizei zu übergeben." wird. " " Von seinen furchtbaren Leiden ist der Kutscher Simon Abend durch den Tod erlöst worden. Das Gehirn war durch den Sprengschuß zu schwer verletzt, als daß die ursprüngliche Hoffnung der Aerzte, den Verunglückten am Leben zu erhalten, fich hätte erfüllen können. Rechtsanwalt Dr. Fri Friedmann ist seit dem 9. d. M. Volksschullehrer und Nothstand. Die Lehrer sollen nach von Berlin abgereift; den verschiedenartigsten Gerüchten, welche der von uns mitgetheilten Verfügung des Regierungspräsidenten sich an diese Thatsache knüpfen, fucht das Kl. J." mit der Mitzu Potsdam für die Frage der gewerblichen Nebenbeschäftigung theilung zu begegnen, daß es sich bei dem bekannten Vertheidiger der Schulkinder, intereffirt" werden, damit sie durch Rücksprache um eine Erholungskur handle. Brutalität. Auf einem Neubau in der Kirchhofstraße in mit den Eltern einer übertriebenen Ausnutzung der Kinder ent Rigdorf geriethen zwei Arbeiter in Wortwechsel, wobei der eine gegenwirken können. Was Berlin anbetrifft, so muß fonstatirt Warum geschah das? Am Mittwoch erschien der Berl. feinem Gegner eine Hand voll ungelöschten Kalt ins Gesicht werden, daß sich hier die Gemeindeschullehrer für diese Frage Zeitung" zufolge in dem Amtszimmer des Umtsrichters M. im warf, sodaß dieser tagelang auf beiden Augen erblindet war. bereits zu einer Zeit interessirt haben, als die Regierung von Germania- Hotel eine elegant gekleidete junge Dame, zog einen Aerztlicher Kunst ist es glücklicherweise gelungen, dem Verlegten dem Umfang der gewerblichen Nebenbeschäftigung der Kinder noch Revolver hervor und wollte eben den Jünger der Themis das Augenlicht zu erhalten; freilich wird er noch längere Zeit feine Ahnung hatte. Auch Rücksprache der Lehrer mit den Eltern ist regelrecht befchießen, als dieser das ihm drohende Unheil gewahr angenkrant bleiben. Gegen den Thäter ist Anzeige erstattet bereits aus Anlaß der Mitwirkung der Lehrer an den Kinder- Volks- wurde und schleunigst den Rückzug in ein Nebenzimmer an- worden. füchen eingeführt worden, freilich nicht mit Genehmigung der Schul- trat. Ghe es jemand verhindern konnte, war auch der RacheUeber ein Resultat der doch wahr. Ter jetzigen Bauarbeitern und früheren Bauunternehmer behörden, sondern auf eigene Faust. Die Sache ist den Lehrern Engel verschwunden. aber nicht gut bekommen; denn sie haben, unvorsichtig genug, scheinlich angestellten polizeilichen Recherchen ist noch nichts Friedrich Regilius, geb. am 22. März 1846 zu Schmollen fein Geheimniß daraus gemacht, daß sie in den meisten Fällen bekannt. hagen in Pommern, sucht zur Zeit der hiesige Verein Dienst an trostlose Verhältnisse vorfanden, und das ist ihnen von gewisser In dieser Angelegenheit schreibt der„ Lokal- Anzeiger": Zu Arbeitslose", Boyenstr. 30. Der Verein hat für Reyilius, der Seite als, sagen wir: unangebrachter Uebereifer ausgelegt worden. der Bedrohung eines Amtsrichters theilt uns die in die An- sein ganzes Vermögen verloren hat, vom Kreisausschuß eine UnterWir möchten bei dieser Gelegenheit bemerken, daß die Berliner gelegenheit verwickelte Dame in Verfolg unserer heutigen stüßung von 100 M. erwirkt. Jezt, wo diese Summe für ihn Gemeindeschullehrer, von Ausnahmen abgesehen, in Sachen des Meldung mit, daß der Anlaß ihrer Differenzen in das bereit liegt, ist R. nicht auffindbar. Vielleicht tragen diese Nothstandes im ganzen doch ihre besonderen Ansichten haben, Jahr 1892 zurüddatirt. Fräulein Ernestine Nößte, so heißt Beifen dazu bei, daß der Bauarbeiter sich das für ihn ausgesetzte die von den offiziellen Ansichten des" Freisinns sehr abweichen. damals Wirthschafterin bei dem Amts: Geld abholt. Sie haben in ihrer Mehrzahl auch den Muth, dieser ihrer ab- richter und behauptet, dieser hätte ihr die Ehe versprochen. Beguadigt. Der Zeremonienmeister Freiherr v. Schrader, weichenden Ansicht öffentlich Ausdruck zu geben, obwohl der Fräulein N. habe sich inzwischen fortgesetzt vergebens bemüht, ist, wie ein hiesiges Lokalblatt berichtet, von der Festung Glaz Freifinn" die Berliner Gemeindeschullehrer wenigstens bei den den Amtsrichter zu sprechen, auch schriftlich hat sie ihn vergeblich bereits nach Berlin abgereist. Freiherr v. Schrader hat von Landtags- und Stadtverordnetenwahlen so sehr als seine Domäne aufgefordert, sein Wort einzulösen. Gestern nun hätte sie auf seiner dreimonatigen Festungshaft, zu welcher ihn das Landbetrachten zu dürfen meint, daß z. B. der Stadtverordnete Dinse ihn im Amtsgericht gewartet, er aber habe, als er sie gesehen, gericht Berlin wegen seines Zweikampfes mit dem Rittmeister a. D. noch heute auf jene 35 Lehrer schimpft, die sich bei seiner Wahl sofort die Thüren seines Bureaus verschlossen. Von einer Be- Dietrich v. Kotze verurtheilt hatte, fünf Wochen auf der Festung gedrückt haben. In den Vororten dürften die Volksschullehrer drohung fönne gar feine Rede sein. Nichtsdestoweniger sei heute Glaß verbüßt. über den Nothstand in der Mehrzahl nicht viel anders denken, früh zu sehr zeitiger Stunde ein Kriminalbeamter bei ihr in der Polizeibericht. Am 20. d. M. morgens glitt in der fie müßten ja blind sein, wenn sie nicht sähen, was sich ihnen Wohnung erschienen und habe sie auf das Polizeipräsidium mit Marsilinsstraße eine Frau aus und brach beim Fallen ein Bein. täglich aufdrängt. Daß es auch Eltern giebt, die ihre Kinder genommen. Dort hätte sie die ganze Angelegenheit zu Protokoll In der Friedrichstraße wurden abends zwei Männer durch ohne Noth ausbeuten, ist leider wahr. Aber Einzelfälle( die gegeben. Wie wir noch hinzufügen wollen, handelt es sich um ein durchgehendes Droschfenfuhrwert überfahren und schwer vers freilich gern als die Regel ausgegeben werden) ändern nichts an den Amtsrichter M., der damals in der Kulmistraße wohnte und letzt. In der Friedrichstraße gelang es einem Schuhmann durch der Hauptsache. Vielleicht empfiehlt es sich, daß die Behörden sich unterdessen verheirathet hat. Fräulein N. hat auf eine Ent- muthvolles Eingreifen das Pferd zum Stehen zu bringen. einmal bei den Lehrern anfragen, was sie bei ihren Rück- schädigungssumme von 36 000 m. geklagt, welcher Prozeß gegen Ferner wurde an der Ecke der Jerufalemer- und Leipzigerstraße sprachen" gefunden haben. Wir bitten jedoch, den Lehrern dann wärtig noch schwebt. ein Mann durch eine Droschke überfahren und erheblich verletzt. nicht vorzuschreiben, wo sie anfangen dürfen, von einem NothIm Laufe des Tages fanden vier unbedeutende Feuer statt. stand unter den Schulkindern zu reden. Kunst und Wissenschaft. = Die Dame, war Neber ein peinliches Vorkommnik in einem großen Bazar im Norden der Stadt erhalten wir folgende Mittheilung. Ein Wegen des heutigen sog. goldenen Sonntags hat sich Fabrikant besuchte dieser Tage mit seiner Gattin das erwähnte die Eisenbahn- Direttion entschlossen, in der Zeit von zwölf Uhr Geschäft und, während die Dame ihre Einkäufe besorgte, bezehn Minuten mittags bis zehn Uhr zehn Minuten abends auf trachtete der Gatte die Räumlichkeiten des Etablissements. Der Maler Piloth ist, wie aus München berichtet wird, der Wannseebahn zwischen Berlin( Wannsee- Bahnhof) und Plößlich vermißte die Verkäuferin, welche die Fabrikantenfrau gestern gestorben. Piloty ist bekanntlich der Künstler, der 1878 Zehlendorf den 3ehuminuten Berkehr einzuführen. bediente, ein Stück Kleiderstoff und brachte das Verschwinden der durch eine Majestätsbeleidigungs- Denunziation die Berachtung Waare in Verbindung mit der Dame. Die auf das höchste Berliner geblieben? Wirklich verschwunden ist niemand. angedrohten körperlichen Untersuchung durch mehrere weib- schlossen. Opernhaus: Sonntag, 22. Dezember: IX. Wagners Wo find die am 14. Juni 1895 verschwundenen empörte Frau widersetzte sich ganz entschieden der ihr aller gesitteten Menschen auf sich geladen hat. Theaterchronif. Am Dienstag bleiben die Theater geAllerdings hat die am 14. Juni 1895 ausgeführte Volkszählung liche Bedienteste, und nun hinterlegte der inzwischen hin Zyklus. Siegfried, Herr Heinrich Bogl aus München als Gaft. mur 1 664 415 Einwohner in Berlin( einschließlich 49 333 zugefommene Gatte sofort einen Geldbetrag, der dem Fortschreibungszahl an diesem Tage Berlin 1734 340 Einwohner, die Beschuldigung gewesen, zeigte sich bald nach der Entfernung Eurydike. Mittwoch, 25.: Ivanhoe. Kroll's Theater. Machin. vorübergehend Abwesender) ergeben, während nach der amtlichen Werth der vermißten Waare entsprach. Wie ungerechtfertigt Anfang 7 Uhr. Kroll's Theater, nachmittags 1/23 Uhr: Hänsel und Gretel. Die Puppenfee. Montag, 23.: Orpheus und also 69 925 Ginwohner mehr hatte. Diese Differenz von fast der Dame. Der vermißte Stoff wurde noch am Abend desselben 1/28 Uhr: Hänsel und Gretel. Die Puppenfee. Donnerstag, 26.: 70 000 erklärt sich durch eine Reihe bei jeder Massenzählung, felbft Tages in einer anderen Abtheilung gefunden. Die schwer ge- Ivanhoe. Kroll's Theater. Nachmittags 1/23 Uhr: Hänsel und wenn sie noch so genau ausgeführt wird, vorkommender Fehler. fränkte Frau wird nunmehr gegen den Inhaber des genannten Gretel. Die Puppenfee. Freitag, 27. Don Juan. Kroll( wie Zunächst kommt in Rücksicht, daß die amtliche Fortschreibungs- Geschäfts wegen Beleidigung flagbar werden. Mittwoch). Sonnabend, 28.: Margarethe. Anfang 7 Uhr. Kroll zahl nur 12,92 pt. beim männlichen, 2,70 pet. beim weiblichen Geschlecht von vornherein in Abzug bringt, weil etwa dieser Vier Artisten eines hiesigen Zirkus find Spandauer( wie Mittwoch). Sonntag, 29.: Der Evangeliman. Phantasien Prozentjah die Zahl der Fortgegangenen, aber nicht Abgemeldeten Blättern zufolge dabei betroffen worden, wie sie in der Gegend im Bremer Rathsteller. Anfang 7 Uhr. Kroll( wie Mittwoch). umfasse. Der Prozentsatz ist offenbar für die letzten Jahre zu von Seegefeld auf unerlaubtem Gebiet jagten. Die Jäger sollen Montag, 30.: Wagner Zyklus X. Götterdämmerung. Anfang flein etwa 20 p61. beim männlichen, 15 pet. beim weiblichen wegen Wilderns zur gerichtlichen Verantwortung gezogen werden. 6/2 Uhr. Herr Heinrich Vogl als Gast. SchauspielGeschlecht entspricht den thatsächlichen Verhältnissen besser. haus: Sonntag, 22.: Der Königslieutenant. Graf Thorane: Durch einen hiesigen Kriminalkommiffar wurde in Ant- Herr Fr. Haase, als Gast. Kroll's Theater: Uriel Acosta. Ferner dürfte bei der Zählung am 14. Juni 1895 die Zahl der werpen der Raubmörder Duve genannt Harloff verhaftet, der Anfang 7 Uhr. Montag, 28.: Frauenlob. Die Dienstboten. nur vorübergehend Abwesenden falsch, nämlich zu niedrig ange wie mitgetheilt, in Gemeinschaft mit dem bereits festgenommenen Mittwoch, 25.: Don Carlos. Anfang 7 Uhr. Kroll's geben, endlich auch eine immerhin Taufende erreichende Zahl in Der Königslieutenant.( Graf den Zählfarten aus den verschiedensten Gründen nicht aufgenommen Arbeiter Voß alias Schulz die taubstumme Tischlerfrau Peters Theater: Anfang 7 Uhr. aus Rostock ermordet und deren Leiche dann in einen Sack ge- Thorane: Herr Friedrich Haase als Gast.) Donnerstag, fein. Solche Fehler bei den Bählungen find unvernreidlich. steckt hatte. Statistische Zahlen, die nicht allein aftenmäßig festgestellte den 26. Doktor Klaus. Anfang 72 Uhr. Kroll's Theater: Buchungen( z. B. die Anzahl eingereichter Klagen) umfassen, Der unbekannte Maun, der am Kottbuserdamm überfahren Wache. Anfang 712 Uhr. Kroll's Theater. Anfang 7 Uhr. Anfang 7 Uhr. Vasantasena. Freitag, 27.: Halali. Die stille müssen stets von der Wirklichkeit abweichen. Hätte das Zählungs- wurde und auf der Polizeiwache bald nach seiner Einlieferung Der Königslieutenant.( Graf Thorane: Herr Fr. Haase, als Gaft.) ergebniß eine völlige Uebereinstimmung zwischen beiden Bevölke- verstarb, ist noch immer nicht refognoszirt worden, obwohl es rungszahlen ergeben, so wäre dadurch bewiesen worden, daß die sich zweifellos um einen Berliner handelt. Der Mann trug eine Sonnabend, 28.: Zum ersten Male: Das Hungerloos. Anfang Zählung oder die Methode der Fortschreibung oder beides fehr blaue Handwerkerschürze, wie ein Fremder sie schwerlich anhaben( Annelise: Fr. Meyer.) Sonntag, 29.: Das Hungerloos. Anfang 71/2 Uhr. Kroll: Anfang 7 Uhr. Wie die Alten fungen. unzuverlässig ist. Die Volkszählungen geben Anlaß, die Methode würde. Es ist sonderbar, daß die Angehörigen, die den Mann( Annelise: Fr. Meyer.) Sonntag, 29.: Das Hungerloos. Anfang 71/2 Uhr. Kroll: Anfang 7 Uhr. Narziß.( Narziß: Herr Haase der Fortschreibung nach Möglichkeit zu verbessern. Absolut, bis doch vermiffen müssen, sich gar nicht um seinen Verbleib 72 Uhr. Kroll: Anfang 7 Uhr. Narziß.( Narziß: Herr Haase als Gast.) Montag, 30.: Die Jungfrau von Orleans. Diens in die Ginerziffer hinein, zutreffende Zahlen, wie viel Menschen tümmern. an einem Tage in Berlin leben, lassen sich mit den vorhandenen tag, 31.: Neueinstudirt: Die beiden Klingsberg.( Herr Haase Mitteln nicht geben. Ein erheblicher Banunfall ist am Sonnabend Vormittag als Gast.) Im Deutschen Theater werden Sonntag um 11 Uhr auf dem Gelände der Berliner Gewerbe- Ausstellung Nachmittag Die Weber gegeben, abends sowie Montag Die Zur Erklärung der Hanssuchung bei dem Anarchisten von 1896 im Treptower Part vorgekommen. Am Maschinen- Jüdin von Toledo. Mittwoch Nachmittag Die Weber, abends Wiesemann, die vor einigen Tagen gemeldet wurde, ver- hause waren dort mehrere Arbeiter auf einem Hängegerüfte be- Die Jüdin von Toledo, Donnerstag Nachmittag Die Mütter, breitet die hiesige Kriminalpolizei folgende Mittheilung:" Ende schäftigt, das sich 17 Meter über dem Erdboden befand. Plöglich abends Romeo und Julia, Freitag Nachmittag Die Weber, abends November 6. J. wurde durch den Amtsvorsteher zu Schöneberg brach einer der Netriegel, die die Rüstung tragen, und ein Theil Wehe dem, der ligt!, Sonnabend Die Mütter, Sonntag Nachder dort bei seinem Vater wohnhafte 16jährige Schriftsetzer des Gerüstes stürzte mit vier Arbeitern in die Tiefe hinab. mittag Die Weber, abends Hamlet. Im Lessing. lehrling Theodor Wiesemann festgenommen, weil er in mehreren Alle vier Arbeiter erlitten Verletzungen und mußten in das Theater beginnt Sonntag die Vorstellung von Madame Fällen zum theil unter Anwendung von Nachschlüsseln in leer- städtische Krankenhaus am Friedrichshain gebracht werden, nach- Sans Gêne mit Jenny Groß in der Titelrolle erst stehende Wohnungen eingedrungen war einer dem sie auf der Sanitätswache der Ausstellung Nothverbände um 8 Uhr, nachmittags Gräfin Frizi. Montag zum geln, heile einem erhalten hatten. Die Verletzten sind die Dachdecker Nöschke aus ersten Mal Komteſſe Gudert. elektrischen Leitung, insbesondere Klingeln, Mittwoch Nachmittag Der Falle sogar eine ganze Batterie, gestohlen hatte. Theodor der Nostizstr. 41, Heinemann aus der Arndtstr. 32, Swasti Belchenfresser, abends Komtesse Guckerl. Donnerstag Nachmittag Wiesemann räumte Diese Diebstahle ein und wurde aus der Yorfstr. 76 und Dibeler aus der Mittenwalderstr. 9. Die Venus von Milo und Die Romantischen, abends Komteffe vorschriftsmäßig der hiesigen Kriminalpolizei und von Einer ist schwerer, die anderen sind weniger erheblich verletzt. Guckerl. Freitag Nachmittag Madame Sans- Gêne, abends dieser der Staatsanwaltschaft bei dem Landgericht II. zuge Wie wir hören, find die vier Verunglückten Maler. Von Komtesse Guckerl. Sonnabend Madame Sans- Gêne. Sonntag führt, die die gerichtliche Haftnahme beantragte und bewirkte. anderer Seite wird uns zum theil im Gegensatz zu vorstehenden Nachmittag Der Kompagnon, abends Komtesse Guckerl. Im Bei einer auf Veranlassung der Kriminalpolizei in der elterlichen Mittheilungen folgendes berichtet: Theater Unter den Linden beherrscht die AusstattungsWohnung vorgenommenen Durchsuchung wurden mehrere der Die vier verunglückten Arbeiter sind Dachdecker und waren operette König Chilperich den Spielplan. Die Urania bleibt gestohlenen Gegenstände vorgefunden, ebenso in der Müllgrube von einer Firma Weißenhagen an die Firma Kauf- am Sonntag, Montag und Dienstag geschlossen. Von Mittwoch des Grundstücks. Die Behauptung einer biesigen Beitung, daß mann u. Heiland sozusagen leibweise abgegeben. Letztere an wird das neue Ausstattungsstück Vom Fels zum Meer das der Grund der Durchsuchung die Zugehörigkeit des Wiesemann Firma hatte die Gerüste zu liefern und aufzustellen, die für Repertoir der Festwoche beherrschen. Soziale Meberlicht. Jüden str. 36 auf. Wir richten an die verehrlichen Vergnügungs- von verschiedenen Größen Albums ein und ersuchen Sie, Festkomitees zc, das Ersuchen, darauf zu achten, daß die in den uns die Preise anzugeben, die Sie für eine Seite Bergarbeiter- Löhne in Preußen. Nach der Zeitschrift betreffenden Festlokalen thätigen Arbeitskräfte organisirt find. Die Viktoria- Größe, für eine Seite Rabinet- Größe, in der Ausfür das Berg-, Hütten- und Salinenwesen im preußischen Staate" Arbeitsscheine liegen bei den Wirthen am Buffet aus. Die führung wie beigefügte Muster beanspruchen u. s. f." betrug die Gesammtzahl der im Jahre 1894 durchschnittlich beim Arbeitstommission der organisirten GastwirthsBergbau beschäftigten Arbeiter 367 536 gegen 362 762 im Vorjahr. gehilfen. Mark, bei den Saarbrücker Staatswerken 921 Mark gegen Vermischkes. Der Zentralverband deutscher Brauer veröffentlicht die Der von einem Arbeiter der Gesammt- Belegschaft durchJahresabrechnung für die Zeit vom 1. Juli 1894 bis 30. Juni fchnittlich erzielte reine Jahresverdienst betrug 1894 beim Stein Buzug ist fernzuhalten." Gegen das in dieser Sache 1895, die mit 82 985,95 m. Einnahme und 30 757,97 M. Aus freisprechende Urtheil des Halberstädter gabe abschließt. fohlen- Bergbau in Oberschlesien 664 Mart gegen 661 Mart ergangene im Vorjahre, in Niederschlesien 723 Mart gegen 729 Mart, Schöffengerichts hat der Amtsanwalt Berufung eingelegt. im Ober- Bergamtsbezirke Dortmund 961 Mark gegen 946 Die Sache fommt also jezt vor das Landgericht. Dieses hat sich mit ihr schon einmal beschäftigt, als es die den Prozeß einleitende Beschlagnahme der Sonntags- Zeitung", worin die Notiz gestanden hatte, und die deswegen tonfiszirt worden war. Damals erkannte das Landgericht dahin, daß mit der Aufforderung den Zuzug fernzuhalten keine Beunruhigung des Publikums verbunden sei. Die Sonntags Beitung" theilt mit, baß gegen sie wegen gleichartiger Notizen über Streits in Schöneberg und Halberstadt ebenfalls die Strafverfolgung an bängig gemacht werden soll. 925 M. und im Aachener Bezirke 848 m. gegen 842 M., beim Braunkohlen- Bergbau im Halleschen Bezirk 734 m. gegen 745 M., beim Erzbergbau in Siegen- Nassau 624 M. gegen 621 M., beim rechtsrheinischen Erzbergbau( außer Siegen- Nassau 642 M. gegen 627 M., beim lintsrheinischen Erzbergbau 621 M. gegen 622 m. beim staatlichen Erzbergbau am Oberharze 611 m. gegen 606 m. beim Kupferschieferbergbau im Bezirk Halle 764 m. gegen 797 M. und beim Steinsalzbergbau des lettgenannten Bezirtes 1019 m. gegen 1040 M. Gewerkschaftliches. Sämmtlige Mittheilungen von Organisationen, vor allem folche über Ausstände oder Aussperrungen, müssen stets den Stempel der betreffenden Organisation tragen. Bequemes Mittel zum Lohnbrücken. Die Firma Frey und Kirsch in Frankfurt a. M. hat, wie die„ Graphische Presse" mittheilt, folgendes bequeme Mittel zum Lohndrücken ausgeheckt; fie schreibt beim Engagement eines Lithographen: Herrn Unter dem Verdacht, den Stadtkämmerer Böttcher in Wettin ermordet zu haben, ist dort der frühere AmtsgerichtsSekretär Härig verhaftet worden. Der betreffende wurde seiner zeit feines Amtes enthoben, weil sich in der ihm unterstellten Gerichtskasse Defekte vorfanden; es stand infolge dessen auch Häring's Berhaftung bevor. Man geht von der Voraussetzung aus, daß Häring, um sich die nöthigen Mittel zur Flucht zu ver schaffen, die blutige That entweder selbst ausgeführt oder durch einen Komplizen hat ausführen lassen. Aus Neapel wird vom Sonnabend berichtet: Das Haupt Telephonamt steht in Flammen. Die Feuerwehr arbeitet seit vier Stunden angestrengt, ohne daß es ihr bis jetzt gelungen ist, Im Besize Ihres Schreibens vom..... ist es uns sehr Herr des Brandes zu werden. Es herrscht eine große Panif. erwünscht, daß Sie auf Atford arbeiten wollen und da wir Einige Beamte werden vermißt, sechs find schwer verwundet. An die Gewerkschaften Berlins und Umgegend. Das unsere Preise nicht in einem Briefe nach au 3. Man fürchtet, daß das Feuer viele Menschenopfer geschöne Weihnachtsfest naht heran, und hunderte von stellenlosen wärts bekannt geben, weil wir bestimmte fordert hat, da das Gebäude sehr winklig gebaut ist und nur Mitgliedern suchen unsern to stenlosen Arbeitsnachweis Gründe hierfür haben, so senden wir Ihnen Muster zwei schmale Ausgänge besitzt. Für den Inhalt der Juferate übernimmt die Nedaktion dem Publikum Alexanderplatz- Theater. Urania So wird gelacht! Heute S Uhr. Zum 68. Male: Anstalt für volksthümliche gegenüber keinerlei Verantwortung Die kleinen Lämmer. Theater. Sonntag, 22. Dezember. Volks Vorstellung( NationalTheater). Nachmittags 8 Uhr: Der G'wissenswurm. Von Anzengruber. Deutsches Theater. Die Jüdin von Toledo. Naturkunde. 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Ich überlasse es meinen Herren Fachgenossen, über diesen Vor- daß die russischen Arbeiter zugelassen werden. Wir haben schlag nachzudenken; er wird ihnen vielleicht etwas kühn, aber allgemeines Stimmrecht bei den Wahlen! dennoch beachtenswerth erscheinen. Etwas muß gethan werden, Mögen wir also darauf bedacht sein, uns in einem sonst bleiben wir schließlich ohne Arbeitskräfte. Bitte dabei zu guten Arbeiterstand, von allen anderen Vortheilen abgesehen, beachten, daß ich durchaus nicht beabsichtige, falifornische Zu- auch Stimmenträger zu erziehen." stände nach Europa zu verpflanzen; dies ist nicht zu befürchten, schon deshalb, weil Europa kein Kalifornien ist, feine Goldgruben befigt. Ohne Einladung werden also die Stulis fern von uns bleiben; ich wünsche sie überhaupt nur so lange, bis unsere heimischen Arbeiter zu besserem Verstande kommen." " " So schreibt ein Beamter, nicht ein Rittergutsbesitzer; ersterer hat offenbar doch noch etwas menschliches Mitgefühl mit den armen Teufeln von Landarbeitern, obwohl auch er ihnen Preisdrücker auf den Hals heßen will, die Strafgefangenen und Arbeitslosen der Städte. Aber er fügt hinzu: Ja, ja, die Angst vor dem Erwachen des Volkes ist groß! Man würde den Landarbeitern ganz gern die Kulis auf den Hals hehen und so zu der Rechtlosigkeit, welche die GesindeOrdnung schafft, noch die ökonomische Rechtlosigkeit für die Landarbeiter hinzufügen, wenn man sich nicht vor ihnen als Stimmenträger" fürchtete! Wir wollen dafür sorgen, daß diese Furcht nicht unbegründet bleibt. " Versammlungen. Daß diese Gefahr aber näher ist als viele glauben, dafür liefert die Deutsche Landwirthschaftliche Presse" Da haben wir wieder eines jener Elemente, welche bewußt einen vollgiltigen Beweis. In ihrer Nr. 87 vom 30. Oft. jammert oder verblendet die Vernichtung vieltausendjähriger Kultur er ein Rittergutsbesitzer Dr. W. L. in der Provinz Posen über den fireben". Um die deutschen Landarbeiter noch besser aussaugen angeblichen Arbeitermangel; die Arbeiter zögen von Osten nach zu können, um sie noch mehr zu schinden, sollen chinesische Westen und würden dadurch demoralisirt und kontraktbrüchig und Kulis als Preisdrücker aus Afien geholt werden und zwar ist die Schuld viel weniger auf die Arbeiter selbst als auf der Staat soll dazu seine Beamten in China in Thätigkeit setzen. Berliner Gewerkschaftskommission. In der Versamm Die Arbeitgeber zurückzuführen", weil diese, besonders im Westen, Aehnliches ist schon vor einem Jahr von agrarischer Seite ge- lung am Freitag berichtete Weißgerber Arend über den Streik Die Arbeiter durch höhere Löhne vom Often fortlockten. Der fordert worden. in der Lederfabrik von E. Meier. Nach nun fünfPosen'sche Agrarier versichert noch, wir sollen unsere Arbeiter Diesmal ist es selbst einigen Fachgenossen des ostelbischen wöchiger Dauer des Streits beträgt die Zahl der Streifenden 75; christlich und liebevoll behandeln, ihr Vertrauen durch redliche Kulifreundes zu arg gewesen. In No. 90 der Deutschen Land- es ist ihnen nicht möglich, in anderen Fabriken Arbeit zu beBehandlung und Versorgung im Unglücksfall gewinnen", und echt wirthschaftlichen Presse" vom 9. Nov. d. J. schreibt ein Beamter tommen, weil die Unternehmer aus Solidarität gegen einander fennzeichnend für oftelbisches Agrarier- Christenthum er betont, auf größeren Rübenwirthschaften der Provinz Sachsen, daß die am Streit betheiligten Arbeiter zurückweisen. 14 Gewerkdaß, dies nicht nur vom christlichen, sondern auch ebensowohl vom er die Arbeiter in Schuh nehmen müsse, wenn sie sich durch schaften haben den Weißgerbern Unterstützungsgelder gesandt, faufmännischen praktischen Standpunkte aus" empfehlenswerth höhere Löhne bestimmen lassen, nach dem Westen zu wandern." auch von Außerhalb find solche eingelaufen, so daß die Streifenden sei. Auch der Staat entziehe dem Lande viel Arbeitskräfte, die Die Arbeiter feien sehr willig und arbeitsam, wenn ihnen der bisher ausreichend unterstützt werden konnten. Da aber er er zu Wegebauten u. dergl. verwende, so daß die Gutsbesitzer sich versprochene 2ohn richtig ausgezahlt würde. Leider giebt es fahrungsmäßig zwischen Weihnachten und Neujahr nur wenig nicht mehr einen festen Arbeiterstamm erhalten fönnen. Und aber eine große Zahl von Besitzern, welche die Unkenntniß Geld einzugehen pflegt, so ersuchte Redner die Gewerkschafts nachdem er so seinem gepreßten Herzen Luft gemacht hat, fommt der fremden Arbeiter auszunützen versuchen und ihnen fommission für diese Zeit um Unterstützung. Die Lage des er zu folgenden Vorschlägen, die es uns begreiflich machen, daß die in jeder Weise Abzüge machen, welche sich die Leute ge Streits sei so günstig und die Konjunktur im Gewerbe so gut, mit Herrn Knackfuß befreundeten Kreise eine von Asien her für Europas fallen lassen müssen, weil sie größtentheils in Sprache und daß er hoffe, der Streik werde bei der nächsten Versammlung Kultur drohende Gefahr erblicken. Der ostelbische Rittergutsbesitzer Schrift sehr unbeholfen sind." der Gewerkschaftskommission bestimmt beendet sein. fchreibt:„ Ich glaube nun, daß es für Staat und Landwirthschaft vorHierauf berichtete Pörsch über den Sattlerstreit bei theilhafter wäre, wenn eine solche schädliche Konkurrenz nicht geScholz Nachf. in Schöneberg. Neues ist über diesen schaffen würde, vielmehr die vielen Arbeitskräfte, welche Streit, der bereits 11 Wochen dauert, nicht zu berichten. Die unnüß das ganze Jahr hindurch in den Gefänguiffen gefüttert Streifenden hoffen ihn ebenfalls bald nach Neujahr zu ihren werden, zu dergleichen Werken verwendet würden. Gegen die Gunsten beenden zu können. Da die Fabrik ihre Arbeiten so ungefunden Arbeiterzustände auf dem Lande dürften nur radi= Damit will ich nur gesagt haben, daß wir in unserem lange hat hinausschieben können, glauben die betheiligten Artale Mittel wirksam sein, und erblicke ich vorläufig ein Deutschen Vaterlande Menschenmaterial genug haben, um die beiter, die Militärbehörden hätten der Firma die Lieferfristen folches in der Einführung chinesischer Arbeiter. Dieser Vor- chinesischen Kulis entbehren zu können, und daß ich durch für ihre Aufträge verlängert. Auf eine dahingehende Anfrage schlag, welcher gar nicht neu ist, scheint mir sehr zweckentsprechend aus nicht die Ueberzeugung gewinnen faun, daß deren Heran- der Sattler beim Kriegsministerium ist der Bescheid erfolgt, die zu sein, und zwar sowohl aus praktischen, wie aus ziehung die Lage unserer Arbeiterverhältnisse auf dem Lande betreffende Eingabe sei dem Bekleidungsamt zur Erledigung übermoralischen Gründen. Die praktischen Gründe sind ein- bessern könnte. Im Gegentheil, ich meine wir würden uns da- wiesen. leuchtend; ist uns doch von altersher der Fleiß und die durch nur verschlechtern." Geschicklichkeit des chinesischen Kulis bekannt, ebensowohl Noch ein anderer Landwirth aus der Provinz Sachsen geht feine mehrjährige Ausdauer bei derselben Beschäftigung; wir mit dem ostelbischen Rittergutsbesizer ins Gericht: haben also einen rührigen und geschickten Arbeiter zur Hand, welcher ,, Es giebt Güter, die keine guten Sachsengänger mehr bekommen. uns nicht eher zu verlassen gedenkt, als bis er die projektirte Er- Auf das Weshalb mögen sich die einzelnen Besitzer selbst die sparniß gesammelt hat was immerhin einige Jahre andauert. Antwort geben.(!) Solche Wirthschaften möchten dann freilich Die moralischen Gründe liegen in der unzweifel- bie russische Grenze geöffnet, ja aus China Arbeitskräfte haften Rückwirkung auf unsere beimischen geholt fehen". Landarbeiter; so wie sich dieselben überzeugen, daß wir nicht von ihren Launen abhängig sind und nach Wunsch Ersaz finden können, werden sie sofort auf bessere Gedanken kommen und weniger von einer Freizügig teit Gebrauch machen, welche für sie verderblich ist; es fann ja nur für beide Seiten segensreich ausfallen, wenn die jeßt gelöften, freundschaftlichen Beziehungen wieder hergestellt werden. Selbstverständlich würde hier jede Einzelbestrebung scheitern, und könnte die erste bahnbrechende Unternehmung dieser Art nur als Rollektivunternehmung gelingen, und dies noch unter besonderer Beihilfe des Staates. Den Konsulaten sollte es überwiesen werden, die Möglichkeit, Zweckmäßigkeit und Bedingungen eines Anwerbens von Kulis nach Europa gründlich zu studiren und bei einer eventuellen Ausführung den Landwirthen behilflich zu sein. Sonntagsplauderei. Sehr richtig! Und dabei hat er noch die Sozialdemokraten vergessen, die den 2andarbeitern erzählen werden, welches Loos ihnen bevorsteht, wenn die ostelbischen Agrarier die politische Gewalt erst unumschränkt ausüben tönnen. Der Landwirth D. H. in der Provinz Sachsen denkt auch an die Wirkung, welche solche Aeußerungen auf die Wahlen ausüben können, und gewiß mit einem inneren Seufzer schreibt er: " Ju betreff des beendeten Streits der Steinbildhauer theilte Winkler mit, daß es den vom Streit her noch Arbeitslosen ganz unmöglich ist, in Berlin Arbeit zu finden, da die Unternehmer schwarze Listen führen und die am Streit betheiligt geweſenen unter feinen Umständen einzustellen beschlossen hätten. Dies ist den Unternehmern um so leichter möglich, als sich genug Arbeiter von auswärts, namentlich Italiener gefunden haben. Einige der letzteren haben sich jedoch Der Herr D. H. in der Provinz Sachsen giebt zu, daß ihn der hiesigen Organisation angeschlossen. zu seiner Abwehr auch eine gewisse Furcht treibt. Gerade wir Es wurde hierauf über die Angelegenheit von Landwirthe, schreibt er, müssen national sein; wenn wir Maurer u. Dimmick verhandelt, die dem Ausschuß überfolche Forderungen wie Dr. L. erheben, dann geben wir dem wiesen war. Millarg führte aus, die Organisation der Freisinn geradezu die Waffen in die Hand, um den Land- Buchdrucker habe diese Angelegenheit erledigt; es liege also für wirth zu bekämpfen und verächtlich zu machen". den Ausschuß keine Veranlassung vor, sich damit zu befaffen. Buchdrucker Massini berichtete nun, wie die Streitigkeiten zwischen der Firma Maurer u. Dimmick und ihren Arbeitern beigelegt worden sind. Danach hat sich die Firma verpflichtet, die neunstündige Arbeitszeit bestehen zu lassen und die Ursachen der Klagen über den Geschäftsführer zu beseitigen; auch sollen die Ausständigen wieder eingestellt werden, soweit sie nicht selber darauf verzichten. Man müsse nun abwarten, erklärte Maffini, ob die Versprechungen gehalten würden. Buchbinder Jo ft Vom nationalen Standpunkt aus ist schon zu verurtheilen, meinte, Massini fasse die Sache zu harmlos auf. Maurer u. Dimmick Sonntag! Es liegt eine Bosheit darin. Für wen be- die Leute in Verschlafenheit erhalten, als sie zur Wahrheit deutet dieser Sonntag den goldführenden Strom? Immer aufzurütteln. Wieder ist es ein sozialdemokratischer Zeitungs mehr verjagen die Großen die kleineren Mitbewerber, die schreiber, der nicht verschwieg, was ihn gepeinigt. Vorsorglich Den zart empfindsamen Schönrednern steht ein schweres gleichfalls aus dem goldenen Strome schöpfen möchten! und soweit nur ein einzelner gewissenhaft vorgehen kann, Stück Arbeit bevor. Wären sie es nicht gewöhnt, ich wüßte Auch hier, wie in der Großindustrie erweitern sich die auf- ging er zu Werke, ehe er seine Anklage gegen Brauweiler nicht, wie sie es bewältigen sollten. Sie sollen von der saugenden Bassins ins Ungemessene. Man hat erst neulich erhob, die in der Kulturwelt Aufsehen erregte. Wo bliebe weihnachtlichen Stille sprechen und die Welt um sie herum gelesen, daß am vorigen filbernen Sonntag ein stadt- heute unter uns die gewichtigste Aufgabe der Presse, die ist aufgeregt von innerer Unruhe. Sie sollen mit süßen bekannter Großbazar die Rieseneinnahme von einer Viertel- Aufdeckung öffentlicher Schäden, wenn die sozialdemokratische Gesängen einlullen und die Gemüther derer, über die sie million Mark gemacht habe. Und wenn man ein Weilchen Presse nicht wäre? Wohin wollten heute die Bedrängten Gewalt haben, sind ängstlich und bekümmert. Sie sollen in der Oranienstraße etwa das sinnverwirrende Treiben flüchten, wohin die Mißhandelten sich wenden, wenn nicht Trost verkünden und Hoffnung und die Friedenssehnsucht in einem solchen Großbazar betrachtet, so erscheinen zu ihr? Noch ist, indeß ich diese zeilen niederschreibe, der stillen und ringsum in den Landen lauert die Gier; im solche Summen, trotzdem daß zumeist billige Massenartikel Urtheilsspruch über den tapferen Zeitungsschreiber Often Europ'as, westwärts vom Atlantischen Ozean in diesen Kaufhäusern aufgestapelt sind, glaublich. Wie Hofrichter nicht gefallen. Wie immer er lauten möge, ist dunkles Gewölfe gelagert; im Innern schreitet das ein- und ausfluthet, in unterbrochenem Andrang, ob Hofrichter in die Maschen verzwickter Beleidigungsdie Rückwärtserei ihren dumpfen, bedrohlichen Gang; unausgesetzt. Hier mag man Anschauungsunterricht über paragraphen geräth, ob nicht, was hat das zu bedeuten? und dazwischen hinein, in all die starte Spannung, großkapitalistisches Wesen gewinnen; und man kann die Welche kleinlich- advokatische Welt steht da dem überwälti flingt ein heller befreiender Ton, den der dahingeschiedene armen Tröpfe beklagen, die da wähnen, durch papierne genden öffentlichen Urtheil gegenüber. Das Philisterium, Dichter Jacoby für sein Proletariat in die Alarmworte ge- Stüßen den kleinen Mann kräftigen und den Zustrom zu das den Zeitungsschreiber, den lästigen Raisonneur in ehrfaßt hat: Wacht auf, wacht auf! Ihr habt zweitausend den großkapitalistischen Sammelbecken künstlich ableiten zu lichstem Hasse haßt, wie ist es auf den Kopf geschlagen! Jahre geschlafen. Das ist lange genug. Wacht auf! Seht! können. Hier häuft der Sonntag vor Weihnachten Gold auf Seit langem habe ich nicht solch rechtschaffene Wollust erlebt, Es will lichter Morgen werden! Gold, hier hat er seinen Namen erhalten. Und einen Vor als diesmal über den muthigen Kollegen und wackeren Da trifft es die Märchenerzähler diesmal doppelt hart. wurf auch birgt noch der goldene Sonntag in fich. Draufgänger zu Köln. Wie verstummten die Leute, Die Welt ist mit kriegerischen Klängen erfüllt, die Luft voll Demi einzelnen schüttet er vollgehäufte Schäße zu, die man welche für den sozialistischen Journalisten stets das von elektrischer Spannung; um wie viel eifriger muß die von der proletarischen Masse in Hast erbeutete. Der Klassisch gewordene Schimpfwort Schmierfint" bereit haben. Kraft der Lüge geübt werden, bis der süßliche Nebel Proletarier, der ohne Unterbrechung ans gleichförmige Tage- Das war eine drastische Antwort und komisch war die sich über die Sinne der Weichmüthigen senkt und um wie werk gespannt ist, hat nicht Muße genug noch Gelegenheit, spießbürgerliche Verlegenheit darob. Also kaun ein einviel mehr muß der Menschenwitz angestrengt werden, wenn die fargen Weihnachtsbedürfnisse für seine Familie, wenn facher Schmierfint ein Stück verstäubten Mittelalters aufer dem troftbedürftigen Bürger, der nun einmal zur er sie überhaupt befriedigen kann, an den Wochentagen zu decken und der Humanität im höchsten Wortsinn einen Jahreswende gern liebliche Runde vernimmt, die Versiche- decken. Da drängt sich denn die Masse an den letzten nothwendigen Dienst erweisen? Vorsichtig nur darf man rung leisten soll: Es geht vorwärts mit dir, trotz alledem Sonntagen zusammen, ruhelos schiebt einer den anderen die Empfindungen andeuten, die jeden Menschen von und alledem! Dies Trotz alledem! Wie ist es typisch ge- vorwärts; kaum bleibt annähernd Zeit, zu besehen, ordent moderner Gefittung tiefinnerlich bewegen mußten, wenn er worden für den Stil der weihnächtlichen Betrachtungen! lich zu prüfen und zu wählen; und so wird in von den Vorgängen in der berühmt gewordenen Gachotte Es soll die Beklemmungen zerstreuen und rosenfarbene rasendem Tempo der Beutezug beendet. Am nächsten zu Brauweiler erfuhr. Ob es erlaubt ist, Kommentare zu Stimmung vorgaukeln. Wer tanzen will, dem wird Tage kann man dann gedruckt in der Zeitung lesen, dem Leben der Aermsten der Armen zu schreiben, derer, die, Teicht gepfiffen sein und wer illusionsbedürftig ist, der wird wie herrlich sich der goldene Sonntag angelassen hätte und unsere Gesellschaft brutal vernachlässigt hat, ob nicht: auch der plumpen Täuschung gern sich hingeben und vor der bis zu welchen imponirenden Ziffern die Summe des Ge- der Prozeß von Brauweiler spricht an sich beredt genug herben Wahrheit wird er fliehen. sammterlöses in dem oder jenem Waarenhause ange- in seinem brennenden Kolorit. Was wollten sie auch mit der Erkenntniß der Wahr schwollen sei. Ein Vorkommniß von minder wesentlicher Bedeutung heit beginnen? Leopold Jacoby, der heute von schweren Die reklamebeflissenen, dienstwilligen Zeitungsschreiber, zu Brauweiler weckt zugleich eine Weihnachtserinnerung Leiden erlöst ist, hat vor Jahren schon die Bourgeoisie also die wohlabgerichteten Pudel der Gewaltherren von heute, sie besonderer Art. Wie man die Strafen der Korrigenden apostrophirt: Was nüßt ein Riegel vor morschen Thoren? haben es jedenfalls bequem. Sie lieben das üppige, be- zu Brauweiler, um sie empfindlicher zu gestalten, gerne Und ein Spiegel dem, der die Augen verloren? queme Brod und ehrbegierig sind sie nicht im mindesten. auf die Feiertage verlegte, so meinte während der Am ehesten werden sich die Leutchen noch in sanfte Sie haben kein Streben, Wachhunde der Civilisation zu sein, Bismarck'schen Sozialistenhay die Gewalt im großen Täuschungen wiegen lassen, die im weihnächtlichen Geschäft wie die Ehrenbezeichnung für den Zeitungsschreiber guten Stils Stil besonders schreckhaft auftreten zu müssen. Das war ihren reichen Schnitt gethan haben. Wenn die Bazen im lautet. Sie empfinden es nicht als Dual, die Wahrheit die Zeit, da die Ausweisungsbefehle zu Weihnachten Säckel flingen, da wird der fromme Staatsbürger leicht zu wissen und sie nicht aus vollen Lungen heraus- ergingen. Im Kleinen, wie im Hochpolitischen offenbart feiertäglich gerührt. Feuchter Schimmer blitt auf in seinen schreien zu dürfen, weil dem freien Hermann des Jour- sich da ein verwandter Geist. Augen und seine Seele, meint man, würde in Weich- nalismus die Mundbinde, wie man schönrednerisch zu Brau- Jetzt ist von neuem der Sozialdemokratie kein Raum muth schwelgen. Goldener Sonntag! Der Berlinische weiler den Maulkorb nennt, enger und enger angelegt zu weihnächtlicher Beschaulichkeit gegönnt. Ihr gelten keine Volksmund soll diese Bezeichnung für den letzten Sonn- wird. Sie vertuschen, sie malen in rosa und sind beliebt fanften Melodien. Sie muß rührig Wache halten und tag vor Weihnachten geschaffen haben. Ich glaube nicht bei den Hohen und den Ruhigen.„ Quieta non movere", streitbar erscheinen im Dienste der Menschlichkeit. Wo recht an die Echtheit dieser Volksweise. Viel eher glaube das Ruhige nicht anrühren, dieser Satz aus Bismarck's immer ein Brauweiler sich zeigt, im besonderen wie im allich, daß willfährige Zeitungsschreiber im Dienste des hoch- Spruchweisheit ist auch ihr Lieblingsgrundsah, und sie gemeinen, da muß sie hinleuchten mit hellaufleuchtender beglückenden Handels und der hochmögenden Herren fassen ihn so, daß bei ihnen Ruhe und Fäulniß gleich Fackel unbekümmert um Schmähredner und Verfolger. Juserenten dies Schlagwort geprägt haben. Goldener bedeutend wird. Nur nichts Unbequemes erörtern, lieber Alpha. Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 22. Dezember 1895, große VerRein über„ Robert Blum's Leben und Kämpfen". Nachdem geselliges Beifammlung bei H. Hoffmann, Alexanderstr. 27 c, Vortrag des Genossen Joh. fammensein und Tanz. Anfang 6½ Uhr abends. Freitag, den 3. Weihnachtsfeiertag, nachm. 5 Uhr, bet Zubeil, Lindenstr. 106. 3 Arbeiter Sängerbund Berlins und mgegend. 1. Borsigender Alle Aenderungen im Bereinstalender afel der Maler, Annenstr. 6, bei Ehrenberg. 8utunft I, Steglts, Bieber. Feindt. hätten schon seit Jahren versprochen, die Mißstände in ihrem I Millarg forderte die Vertreter der Gewerkschaften auf, I dem Zohnsatz von 1 M. und 25 v. H. von den Tageseinnahme Geschäft abzustellen, ohne diese Versprechungen zu halten. Man die statistischen Fragebogen bald abzuliefern, weil das festzuhalten. Zur Abwehr von Lohndrückungen" haben fie müsse mit solchen Geschäften gänzlich brechen. Der Vor- durch diese gesammelte Material in dem im Januar erscheinenden einen Verband gegründet, der besonders bezweckt, bei figende ersuchte, über diese Angelegenheit nicht eine lange Halbjahresbericht veröffentlicht werden soll. Hierauf wurde die Einzelausständen dem Betroffenen für jeden außer Fahrt fomDebatte herbeizuführen, da sie bereits erledigt sei und noch vieles Bersammlung geschlossen. Die während der Verhandlung verlesene menden Tarameterwagen täglich 3 M. Bergütung zu gewähren. andere auf der Tagesordnung stehe. Nachdem noch einige Präsenzliste ergab das Fehlen der Deligirten der Bauarbeiter Kein Kutscher soll eher in einen anderen Dienst angenommen Redner gesprochen hatten, ohne etwas neues zu dieser Sache vor-( 2), Bilderrahmenmacher, Brauereihilfsarbeiter, Bureauarbeiter, werden, bis die Betriebseinstellung beendet ist. Die Innehaltung zubringen, wurde die Diskussion geschlossen. Konditoren, Dachdecker, Drechsler, Handelshilfsarbeiter, öche, dieser Vereinbarung wurde vertragsgemäß mit hohen Kon Es folgte der Bericht der Kellner und Musiker, Lithographen, Buchdruckereihilfsarbeiter, Portefuillearbeter, ventionalstrafen begründet. Dem Lohnverband traten sofort der eine sehr lange Debatte hervorries. Musiker Schonert Schneider( 2), Schäftearbeiter, Stockarbeiter, Töpfer. und Kellner Drosse beklagten sich darüber, daß die Be119 Besizer mit 887 Tarameterdroschken bei, die als Obmann Herrn E. Graßnid, NW. Alt- Moabit 19, einstimmig erwählten. strebungen ihrer Organisationen von den organisirten Arbeitern Eine öffentliche Versammlung der Droschkeukutscher ungenügend unterstützt würden. Die Musiker und Kellner berieth am 20. d. M. im Keller'schen Saale in der Koppenstraße gesellschaft. Heute Bahltag: Ackerfir. 123 bei Marten und Oranienstr. 23a Sterbekaffe von Arbeitern der Berliner Maschinenbau- Aktienhätten durch den Bierboykott sehr gelitten und könnten über die Lohnfrage im ayameter Droschten bei Butow. daher wohl mehr Berücksichtigung ihrer Organisation gewerbe. In der Versammlung, die am 22. d. M. in der erwarten. Die Arbeiterorganisationen sollten streng darauf Norddeutschen Brauerei getagt hatte, war der Vorstand des achten, daß bei ihren Festlichkeiten nur organisirte Musiker und Vereins Berliner Droschkentutscher beauftragt worden, zur Kellner beschäftigt werden. Leider sei das nicht immer Regelung der Lohnfrage im Tayameter Droschkenbetriebe die Verein deutscher Schuhmacher.( Filiale Berlin 3.) Versammlung am der Fall; zweidrittel aller auf der Lokalliste stehen- nöthigen Schritte zu unternehmen. Der Vorstand hat sich dem Im Anschluß gemüthliches Beisammensein und Tanz. den Wirthe entnähmen ihr Personal nicht dem Arbeits: zufolge mit den Vorständen der in Frage kommenden Arbeiter- Bildungsschule. Sonntag fein Unterricht. Die Leseräume nachweis der Organisation. Massini hielt den Wunsch Droschkenbesitzer- Vereinigungen in Verbindung gesetzt und sind von 10-12 Uhr vormittags geöffnet. der Kellner und Musiker zwar für berechtigt, meinte in einer gemeinsamen Konferenz am 17. diefes Monats auf Deffentliche Gesundheitspflege. Unterricht am Montag: Südost Schule, Waldemarstr. 14: Nord- Schule, Müllerstr. 179 a: aber, sie hätten selber Schuld, wenn ihre Organisation nicht den grund der ihm von der Versammlung gegebenen Direktive den Nationalökonomie. Beginn abends 9 Uhr, Schluß 10% Uhr. Die Schulräume gewünschten günstigen Stand hätte, weil sie zuviel Politik in die Fuhrherren zunächst den Vorschlag gemacht, die Lohnfrage derart find zur Benutzung der Bibliothek und des reichhaltigen Zeitschriftenmaterials Gewerkschaftsbewegung trügen. Obwohl er wünsche, daß jeder zu regeln, daß den Kutschern ein fester Tageslohnsatz von 2 M. Schon von 8 Uhr an geöffnet. Arbeiter Sozialdemokrat sei, solle doch die Gewerkschaft nicht und 25 pCt. der Tageseinnahme gewährt werden möchten. Dieser av. Neumann, Basewalterstr. 3. den Stempel der Sozialdemokratie tragen. Für die Musiker sei Vorschlag ist, wie nütter, der Vorsitzende des Vereins find zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Montag, dies um so weniger angebracht, als sie nicht vom Arbeiterpublikum Berliner Droschenkutscher berichtete, von den Fuhrherren rund: Abends 9-11, lebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. teberallein leben tönnten, sondern mehr auf die bürgerlichen Kretfe weg abgelehnt worden. Ein weiterer Vorschlag, welcher dahin Ahornsir.15a, Schelhose's Gambrinus.- Arbeiter- Gesangver. Borwärt III, angewiesen seien. Er halte den Deutschen Musiker- Verband in ging, 1,50 M. fefter Lohn und 25 pet. der Tageseinnahme, beträgt sichtenberg- Friedrichsfelde, Prinzen Allee& bei Karl Schulz. dieser Hinsicht für beffer, als die Vereinigung der Zivil- Berufs- diefe aber 10 M. oder darüber, dann 2 M. festen Tagelohn weig, Waidmannsluft, Berlinerſtraße bei Berbe.-& iebesfreiheit ll, musiker. Von anderen Rednern wurde den Musikern vorgehalten, zu langen Strausberg, Rosenstraße 1 bei Brammbach. Glodenrein( gem. dieser Vorschlag hat ebenfalls nicht den Schönhauser Allee 46 bet Söhne.- Arbeiter- Gesangverein der Enter bten, daß die von ihrem Arbeitsnachweis gestellten Kräfte oft schlechte jatt der Fuhrherren gefunden. Größeres Entgegenkommen Swinemünderfir. 49. Hoffnung II, Deutsch- Wilmersdorf, Günzelitr. 39. Musik gemacht hätten, auch arbeiteten sie bei anderen Leuten fand dagegen der dritte Vorschlag, welcher dahin ging, 1.50 M. Tenblüte, zeughofſtr. 8, Reftaur. Behlendorf.- Gefangverein& iberte: billiger, als bei den Arbeiterfestlichkeiten. Für manches M. festen Tagelohn und 25 pCt. der Tageseinnahme, bei 10 M. bei Ad. Neumann. Wrangelfir. 84 bei Redanz. Männerchor Sangeslust II, Bajewalterftr. 3 Gesangverein Freiheit 3, gemischter Chor, Bernau, glied sei die Bezeichnung Zivil- Berufsmusiker nicht zutreffend, Tageseimahme 30 pet. Allerdings konnten die Vertreter der suffitenstraße," Elysium". Harmonie 2", Weinstr. 11, Restaurant denn viele trieben die Musik nur als Nebenberuf. Alle diese| Juhrherren diesem Vorschlage nicht endgiltig zustimmen, da erst ,, inigteit 3", Groß- Lichterfelde, Amalie nftr. bei E. Senger. Umstände trügen dazu bei, daß die Arbeiter ihren Bedarf an die Mitglieder befragt werden müßten. Die heutige Versamm Doppelquartett, Neu- Weißenfee, Langhansstraße bei Ww. Busch. bei Tomatscheck. Hilaria, Blumenstr. 46 lingmüller'sches Musikern nicht ausschließlich durch deren Vereinigung decken. lung d. Kutscher konnte demzufolge auch keinen bindenden Be- Sub On 11, Faltensteinstr. 7 bet Trittelwiß. Auch sei es häufig sehr schwer, ja fast unmöglich, Wirthe, die schluß fassen, sondern es muß erst das Resaltat der Fuhrhe ren- mischter Chor, Reinickendorferfir. 7 bet Erdmann. eine Haustapelle haben, zum Engagement von organisirten Versammlung abgewartet werden, welche gleichzeitig bei Dräsel Wulle. Dranienfir. 109 bei Greiser." Freya 2"( gemisch. Chor), Urbanstr. 61 bet Msikern für Arbeiterfeste zu bewegen. Ebenso verhalte es sich tagte. Die nächste öffentliche Versammlung wird berufen sein, Gesangverein Edelweis IV, Rummetsburg, Kant- und Göthestraßen- Ecke mit den Wirthen, die ein ständiges Personal von nichtorganisirten Stellung zu den Vorschlägen der Fuhrherren zu nehmen. bet Mertens.- Gefangverein Kornblume, Große Frankfurterftr. 133 Kellnern haben. Die Arbeiter wären nicht im stande, durch Gegen den letzteren Vorschlag machte sich in der folgenden ihre geschäftlichen Aufträge die Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend Kellner und Musiker Diskussion eine nicht unerhebliche Opposition geltend, wobei der( Alle Buſchriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend, find zu Organisation auf die gewünschte Höhe zu bringen; daß man Wunsch nach sofortigem Handeln verschiedentlich zu tage trat. richten an B. Gent, Dresdenerfir. 107/108) Montag: Vergnügungssie so viel als möglich unterstützen müsse, sei selbstverständlich. Schließlich wurde jedoch mit großer Mehrheit folgende Resolution verein Geselligfeit", Adlershof, Oppenfir. 1( Restaurant). Die Vertreter der Musiker führten dagegen aus, daß nicht sie angenommen: Arbeiter- Raucherbund Berlins und Umgegens. Aenderungen im Vereinskalender sind zu richten an Karl Pflug, Breslauerstraße 9, Reller. ihrer Gewerkschaft den Stempel der Sozialdemokratie aufgedrückt Die am 20. Dezember in Keller's Je sälen versammelten Montag, abends von 9-11 Uhr: klub- Abend und Aufnahme neuer Mithätten, sondern daß die gegnerische Presse ihre Organisation als Droschkenkutscher Berlins und der Umgegend haben davon Kenntniß glieder. Morgenroth, Landsberger Allee 44 bet Rohland. G: fang-, Turn- und gesellige Preine. Montag: Privat- Theater eine sozialdemokratische bezeichnet habe. Daß sie nur bei Arbeiter genommen, daß am selbigen Tage die in dieser Sache interessirten geselschaft Satur" abends 49 Uhr, bet Specht, Markgrafenftr. 83. festen ihren Tarif aufrecht erhielten und für andere Auftraggeber Fuhrherrn- Vereinigungen ebenfalls versammelt sind, um in der Theatergesellschaft Immer& uftig jeden Sonntag Abends 5 Uhr, bei Muhl billiger arbeiteten, sei ihnen nicht bekannt. Solche Mitglieder, die Lohnfrage der Tarameter- Droschtenkutscher endgiltigen Beschluß zu Minerva. Andree, Chorinerstr. 53: Sigung mit Damen. Privat- Theatergesellschaft Alle Montag Busammenkunft Maibach- Ufer 3 bet Schmock. die Musik nur nebenbei treiben, hätte die Organisation fassen. Die Versammlung hat ferner davon Kenntniß genommen, Privat- Theater- und Vergnügungsverein Morgenstern. Gigung jeden nicht, wohl aber gelernte Musiker, die, weil sie als daß am 17. Dezember die fraglichen Vereinsvorstände zur Rege Sonntag 5 Uhr; alle vierzehn Tage Fidelitas im Markthallen- Restaurant, folche nicht ausreichende Beschäftigung hätten, einen Nebenerwerb lung der Lohnfrage in Verhandlung getreten find. In Er- weiße Rofe jeden Montag 9 Uhr Sigung bei Pommer, ReichenbergerWörtherstraße 45, bei F. Tarey. Theater und Bergnügungsverein fuchen müßten. Das günstige Urtheil Massini's über den Deut- wägung, daß es den betreffenden Vereinsvorständen nicht möglich straße 19. Privat- Theaterverein Freiheits Soffnung jeden Sonn schen Musiker- Verband sei unzutreffend. Folgender Antrag war, über die Köpfe der Mitglieder hinweg bestimmte Zusagen tag 5 Uhr nachmittags Sigung mit Damen bei Schmidt, Lychenerstr. 2/3, nachher Faber's wurde angenommen:" Die Gewerkschafts- Kommission zu machen, es aber nothwendig ist, die Lohufrage in türzester bet Herrn Pauts, Schlesischestr. 38.- Rauchtlub Pfeifentopf, Sigung Uhr Fidelitas. Rauchtlub Brüderlichkeit jeden Montag 9 bis 11 Uhr beschließt, ihre früheren Beschlüsse aufrecht zu erhalten, resp. Beit zur Erledigung zu bringen, beauftragt die heutige bei Wolff, Friedrichsbergerstr. 24. Gäste willkommen.- Arbeiter- Stenographieerneuern, welche besagen: daß bei Gewerkschaftsfest- Versammlung den Vorstand des Vereins Berliner Droschken- Verein Eintracht", Unterricht und Uebungsstunde Montag abends s½ lbr lichkeiten, Versammlungen organisirte Gastwirths- futscher, die interessirten Fuhrherrn zur schleunigen bindenden Er- hoffnung. Sigung mit Damen jeden Sonntag um 6 Uhr nachmittags bet Privat- Theaterverein Fretheite gehilfen und Musiker beschäftigt werden." Börner erklärung aufzufordern. Sie ist der Meinung, daß die Fuhrherren Baumann, Lychnerfir. 2-3.- Klub Freya. Jeden Sonntag von 5 hr, nachflärte hierzu noch, der letzte Saz dieſes Antrages Beit und Gelegenheit zur Reg.lung der Angelegenheit genug mittags an Sigung mit Fidelitas im Saale des Restaurants Kiefelbahn, decke sich nicht mit den früheren Beschlüssen; deshalb hätte er gehabt haben und sieht jedes weitere Hinausschieben einer 5-6 Uhr nachm. Sigung. Nachdem Fidelitas im Rest. Zum Kulmbacherhof", Dresdenerstr. 68. Vergnügungsverein Fiducia. Jeden Sonntag von dagegen gestimmt. bindenden Erklärung als eine absichtliche Verschleppung der An- Gr. Frankfurterstr. 42. Vergnügungsverein Flora. Jeden Sonntag 4% Uhr, Schlächter Reßlinke beantragte dann unter ausführlicher gelegenheit an und ist fest erschlossen, in einer innerhalb acht Sigung, nachdem Fidelitas im Restaurant Miethe, Mendelssohnſtr. 9. Begründung, seiner Gewerkschaft zum Zweck der Agitation Tagen stattzuhabenden Versammlung ihren fonfequenten Stand- Stattlub Bruder Heinrich. Gizung Montag abends 9 Uhr bei Wernau, Rosenthalerstr. 57. Turnverein Fichte. Jeden Sonntag von 3 Uhr an 50 M. zu überiveisen. Börner sprach dagegen. Millarg punkt in dieser Angelegenheit zur Durchführung zu bringen." voltsthümliches Turnen in Lichtenberg, Weißenseeer Weg bei Asche. Ber war mit dem Wunsche des Antragstellers einverstanden, hielt Bis dahin follen Arbeitseinstellungen gnügungsklub Adler. Jeden Sonntag, abends 6 Uhr, Englischer Hof, Neue Jugend- Athleten aber den Antrag in der vorliegenden Form für unannehmbar. unterbleiben. Noßitr. 3: Sigung und Tanz. Gäste sehr willkommen. flub Junge Kraft jeden Montag und Freitag abends 8-10 Uhr bei Der Antrag wurde zurückgezogen und dem Ausschuß zur Berück Die Tarameterdroschten Besiter haben am Fickert, Stauschreiberftr. 19. sichtigung überwiesen. Freitag, wie der" Fuhrhalter" mittheilt, den Beschluß gefaßt, an 2C. bei Gold. Alpenveilchen, ge= Solidarität, Wacht auf II, Ertner, Restaurant Seebad am Dämerigfee. -bet Nothes, Buttmannstraße 17. Ernst Berlin Privat * Verein deutscher Schuhmacher. Serren- Hüte 75 VfRohtabak NO., Kaiserstr. 30. ( Musterfachen) Mittwoch, den 25. Dezember cr.( 1. Feiertag), nachmittags 3 Uhr: Qualitäten, giebt zu enorm billigen Besuch der Volks- Vorstellung im National- Theater. Sonntag, den 5. Januar 1896, vormittags 10 hr: Besuch der Urania. 167/17 Bu beiden Vorstellungen sind noch Billets zu haben bei den Mitgliedern G. Schrul, Langestr. 95, H. I. des Vergnügungskomitees. Gründel's Festsäle, Brunnenstr. 188. Mittwoch, den 25. Dezember( 1. Feiertag), mittags 112 Uhr: Grosse Matinée, arrangirt von der Agitationskommission der Konditoren unter Mitwirkung des Gesangvereins Freya I( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes). Fest- Prolog. Auftreten des arabischen Schnellmalers Ben Ali Bey in seinen unübertroffenen Leistungen auf dem Gebiete der volksthümlichen Kunst. Neu! Eugen Richter's Zukunftsbilder. Neu! ( Das Erwachen einer Welt.) Eine Mordgeschichte aus dem 19. Jahrhundert. Bum Schluß: Ausgewiesen. Drama in i Att von Lehmann mit Schlußtableau: Die Zukunft. Anfang 111/2 Uhr. Achtung! 1887b Eintritt 25 Pf. Achtung! Cöpenick. Klein's Hotel( Stadt- Theater) Mittwoch, den 25. Dezember( 1. Weihnachts- Feiertag): Großes Vokal- u. Instrumental- Konzert mit Theater- Aufführung, arrangirt vom Gesangverein ,, Heimathklänge", unter gütiger Mitwirkung der Gesangvereine Morgenroth" und der Glasarbeiter"( Mitglieder des Arbeiter- Sängerbundes Berlins u. Umgegend). Anfang 7 Uhr. " Gäste haben Zutritt. 66,7 Entree: Herren 50 Pfennig, Damen 25 Pfennig. Um recht zahlreichen Besuch bittet Das Komitee. Die Arbeiterschaft Cöpenicks wird hierauf ganz besonders aufmerksam gemacht. Damen- u. Mädchen- Mäntel- Fabrik vow a. Rosenthal. Thor. Nur neueste Façons, extra prima Preisen ab Die Fabrik im Comptoir im Comptoir Grüner Weg 2, I. Roppenstr. 56, I. Geöffnet bis abends 9, auch Sonntags. Pelzwaren Einzelverkauf nur zu wirklichen Fabrikpreisen bei V. Burdzik, O., Holzmarktstr. 60. Honigkuchen. R Christbaum- Sonfett, Marzipan u. Gakes zu billigsten Breisen. Hoher Rabatt. 3 in Stiftchen à 2.50, 8.-, 3.50, paffend Große Ausstellung von Honigfuchen Ferner versende Christbaum- Konfekt zum Wiederverkauf, geg. Nachn. 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Außerdem habe| Sie heute danach gefragt werden sollten, so sind Sie ermächtigt, er von verschiedenen Leuten gehört, daß ein Aufseher den Häus- in meinem Namen eine solche Erklärung abzueines Arbeitshauses. ling Malzkorn so furchtbar mit einem Besen geschlagen geben.- Landesrath Brandts bekundet noch: Er habe vor habe, daß letzterer den ganzen Rücken mit rothen einiger Zeit die verschiedensten Außenkommandos revidirt, habe Siebenter Verhandlungstag.- Vormittagssigung. Striemen bedeckt hatte. Er habe diesen letzten Fall nicht die Wäsche, die Kleidung, die Arbeitsräume, die Betten, das Köln, den 20. Dezember 1895. ſelbſt gesehen, Malzforn Malzkorn habe ihm ihm aber den ver Essen u. f. w. aufs Genaueste untersucht, letzteres fogar gekostet, Gestern Abend wurde noch zuschläger Pu Is vernommen. wundeten, vollständig blutrünstigen Rücken gezeigt. Infolge und feinerlei Anlaß zu irgend einer Ausstellung gefunden. Difei auf Außenarbeit mit Ofeneinsetzen beschäftigt gewesen. dieser Vorgänge habe er( Beuge) sich veranlaßt gefühlt, seine Auf Befragen des Vertheidiger 3 bemerkt Direttor Schell Diese Arbeit sei eine so schwere gewesen, daß freie Arbeiter Stellung zu kündigen, da er befürchtete, obwohl er fein mann: Nach dem Fall Wodtke feien eingehende Untersuchungen fich weigerten, diefelbe auszuführen. Er habe bei 40 Grad Häusling war, auch einmal geschlagen zu werden. angestellt worden. Bei dieser Gelegenheit habe er ein Schreiben Hize arbeiten müssen, und hatte die Arbeit auch nicht leisten Der Vertheidiger hebt hervor: Landesrath Klausner habe seiner Vorgängers Müller vom 17. Juli 1873 vorgefunden, tönnen, wenn er nicht ein so robuster Mann wäre. Ihm sei das bekundet, der verstorbene Häusling Lipken habe absichtlich worin dieser der Verwaltung der Strafanstalt zu Aachen mitZeugniß eines sehr fleißigen Manne 3 gegeben worden. sein Bett verunreinigt. Der Zeuge Heller habe aber diese Ab- tbeilte: er fönne das verlangte Mundbinde- Modell nicht überDennoch habe Aufseher Eich einmal zu ihm geäußert: Wenn er sichtlichkeit in Abrede gestellt und deponirt: Er habe die Ueber- senden, da die Anlegung der Mundbinde laut Ministerialreskript jemanden als faul melde, dann werde dieser bestraft und wenn zeugung, daß diese Verunreinigung unabfichtlich, infolge einer verboten sei. Vordem habe er( Schellmann) von dem Verbot er noch so fleißig sei. Ein Häusling, der in Brauweiler M a st darm- Krankheit geschehen sei; außerdem ist be teine Kenntniß gehabt als Koch beschäftigt wurde, sei von dem Aufseher Eich einmal fundet worden, daß Lipken worden, daß Lipken deshalb doch mehr als dessen Bereidigung ausgesetzt war, vereidigt. Der Präsident erwegen eines ganz geringfügigen Versehens derartig mißhandelt einige Schläge von dem Ausseher Saal erhalten habe; klärt danach die Beweisaufnahme für geschlossen und vertagt die worden, daß der Mißhandelte ausrief: Ich wünschte, ich bekanntlich ist er ja auch kurze Zeit nach er Sigung bis 4 Uhr nachmittags, zu welcher Zeit die Plaidoyers wäre im Zuchthause anstatt in Brauweiler. folgter 3üchtigung gestorben. Kann Herr Landes- beginnen werden. Außerdem habe er( Beuge) zwei andere Häuslinge von Aufsehern rath Klausner diese Widersprüche aufklären? Landesrath Nachmittagssigung. mißhandeln sehen. Klausner: Die Sache ist acht Jahre her, ich kann mich inDer frühere Häusling Walter berichtet ebenfalls über ihm folge dessen des Falles nicht mehr genau erinnern. Das ObSchellmann, das Muster eines Anstaltsdirektors. in Brauweiler zugefügte Mißhandlungen. buftions- Protokoll ergiebt aber, daß Lipken nicht infolge der Als gegen 41/4 Nachmittags die Sihung wieder eröffnet wird, Direktor Schellmann gab dem Puls das Zeugniß erhaltenen Züchtigung gestorben ist.- Auf Anregung des ist der Zuhörerraum wieder Kopf an Kopf gefüllt. Es erhält soeines ordentlichen und sehr fleißigen Mannes. Staatsanwalts und des Vertreters des Nebenklägers, techts- gleich das Wort zur Begründung der Anklage Staatsanwalt anwalts Gammersbach, bemerkt noch Direktor Schellmann: Macke: Am 1. März d. J. waren der Anstaltsarzt Dr. Bodet Gegen 914 Uhr vormittags eröffnet der Präsident, Land- Er habe, als ihm über die ungenügende Erwärmung und der Direktor der Arbeitsanstalt Brauweiler, Schellmann, vor gerichtsdirektor Reichensperger wiederum die Sigung und beginnt des Websaales berichtet worden, sofort alles gethan, um derfelben Strafkammer angeklagt: die fahrlässige Tödtung der mit der Vernehmung des Direktors Schellmann. Dieser be- denselben ordentlich erwärmen zu lassen. Die Ober Auf Korrigendin Wodike durch die derselben angelegte Mundmerkt, daß er sich über alle Einzelheiten nicht äußern könne, da seherin sei auf das strengste angewiesen gewesen, vor Anlegung binde verschuldet zu haben. Die Verhandlung ergab je er sich innerhalb der kurzen Zeit nicht informiren konnte. Auf der Mundbinde, die gleich der Zwangsjacke, lediglich ein doch die Schuldlosigkeit der damaligen Angeklagten den gestern von Lander erzählten Vorgang, wonach Bändigungsmittel war, seine Genehmigung einzuholen. und es erfolgte deren Freisprechung. An diese Gerichtsder Aufseher Rorte nebst einem Kehrmann auf einem Bis vielleicht auf einen Fall, der ihm nach geschehener An- verhandlung schloß sich ein Artikel der Rheinischen Zeitung" Häusling gekniet haben, erinnere er sich. Er habe legung gemeldet wurde, sei seine vorherige Genehmigung stets vom 6. März d. J., der jetzt zur Anklage steht. Es wurde in die Angelegenheit untersucht und festgestellt, daß dieser eingeholt worden. Vor Anlegung der Zwangsjacke sei wohl diesem Artikel ein Brief abgedruckt, von dem behauptet wurde, Vorgang durch eine Prügelei zwischen dem Korrigenden nicht immer eine ärztliche Untersuchung vorgenommen, daß er schon lange vor dem 1. März der Redaktion vorgelegen und dem Kehrmann, auch einem Häusling, entstanden sei, und aber stets ein Gutachten des Anstaltsarztes eingeholt worden. habe. Verantwortlich für diesen Artikel ist der Angeklagte Hofdaß Aufseher Korte nur bemüht war, die Prügelnden ausein- Auf grund der allerhöchsten Kabinet ordre von 1825 und einer richter. In dem Artikel wird dem Direktor Schellmann vorgeworfen, anderzubringen. Jedenfalls habe den Aufseher keine Schuld Verfügung der föniglichen Regierung zu Köln habe er sich zur die Infassen des Arbeitshauses in rohester, unmenschlichster getroffen. Der Häusling Wendland, dem laut Bekundung des Ausübung des Züchtigungsrechts gegen schulpflichtige Häuslinge Weise behandelt zu haben. Es heißt wörtlich in dem Artikel: Lander die Zwangsjacke angelegt worden, sei ein Seitenstück zu für berechtigt gehalten. Bertheidiger: Die Kabinets: Alte Leute über 60 Jahre werden durch Schläge, Arrest, Lander gewesen, d. h. er war ein ebensolcher Faulenzer ordre fagt aber ausdrücklich, daß sich das Büchtigungsrecht nur Roftentziehung, Anlegung der Mundbinde, Zwangsjacke u. f. w. wie dieser. Pastor Peiner deponirt auf Befragen: auf die Schuldisziplin bezieht. Schellmann: Ich zur Arbeit angetrieben. Es kommen täglich etwa sechshundert Menschen auf seine bin der Meinung, daß mir das Büchtigungsrecht auch über die mann ferner vorgeworfen, daß er durch seine unmenschliche Schreibstube. Diese legen in den meisten Fällen eine derartige Schulzucht hinaus zusteht.- Der Vertheidiger protestirt Behandlung die Leute langsam zu Tode heye. Dir. Schellmann, Unbolmäßigkeit an den Tag, daß er oftmals gesagt habe: Er dagegen, daß der Zeuge hier ein Gutachten abgiebt. Der so wird in dem Artikel bemerkt, habe eine große Anzahl unglückwolle lieber Schweine hüten, als hier Geistlich er sein. Staatsanwalt und der Vertreter der Nebenkläger erklären, daß licher Menschen auf dem Gewissen und weiter: Schellmann be Es sei selbstverständlich, daß er solchen Leuten ernsthafte Vor der Zeuge wohl berechtigt sei, zu erklären, in welcher Weise er handle seine Beamten ebenfalls in hartherziger Weise, so daß, stellungen gemacht habe, er erinnere sich aber nicht, fich für berechtigt halte, das ihm zugestandene Büchtigungsrecht wenn diefelben eine Miene verziehen, sie sich schon nach anderer daß er gegen jemanden thätlich geworden sei. Präs.: Haben anzuwenden. Der Gerichtshof schließt sich dieser Auffassung Arbeit umsehen können. Dadurch hat sich der Angeklagte im Sie Leuten Vorhaltungen gemacht, weil sie nicht in vorschrifts- an, worauf Schellmann feine Bemerkung wiederholt. Auf Sinne des§ 186 des Straf Gesetzbuchs schuldig gemacht, mäßiger Weise Weihwasser genommen haben?- 3euge: Befragen des Vertreters der Nebentläger, Rechtsanwalts Gammers- denn dieser Artikel ist zweifellos geeignet, den Direktor in der öffentJawohl, das ist wohl in einigen Fällen geschehen. bach, deponirt Landesrath Klausner: Der Provinzial- Ver- Schellmann verächtlich zu machen und Präsident: Haben Sie bei Haben Sie bei dieser Gelegenheit die waltung sei das Vorhandensein der Mundbinde bekannt ge- lichen Meinung herabzuwürdigen. Der Angeklagte hat gewiß Leute geschlagen? 3euge: Es ist möglich, daß ich weſen. 3euge: Es ist möglich, daß ich wesen. Die Provinzial- Verwaltung habe die Anlegung der nichts unversucht gelassen, den Beweis der Wahrheit zu einigen Jugendlichen auch eins verseht habe.-Präs.: Mundbinde als Bändigungsmittel wenn auch nicht ausführen. Seitens des Gerichts ist seinen Anträgen sowohl im Erinnern Sie sich, daß Sie diese Züchtigung auch auf Leute aus- drücklich, so doch stillschweigend genehmigt. Landesrath Ermittelungsverfahren als auch in der Hauptverhandlung im gedehnt haben, die schon die Grenzen der Jugendlichkeit Brandts befundet auf Befragen des Rechtsanwalts Gammersbach: weitesten Maße entsprochen worden; es sind selbst Zeugen zu überschritten hatten? 3euge: Das ist mir nicht erinner- Ihm sei die Züchtigung der jugendlichen Häuslinge nicht blos gelassen worden, von denen gar nicht angegeben war, was die lich. Der folgende Zeuge ist der Tagelöhner Maaßen, der bekannt gewesen, sondern er habe mit den Oberbeamten in Brau selben bekunden sollen. Aber auch seitens der Staatsanwaltschaft gestern wegen Betrunkenheit nicht vernommen werden konnte. weiler auch ausdrücklich darüber gesprochen und stets betont, daß ist nichts unversucht geblieben, um zur Ermittelung der Wahrheit Dieser war schon im Jahre 1887 Korrigend in Brauweiler und das Büchtigungsrecht nicht bloß in der Schule, sondern überhaupt beizutragen. Beim Eingehen der Beweiswürdigung wird selbst= befindet sich jetzt noch als Landarmer daselbst. Er deponirt: gegen jugendliche Häuslinge anzuwenden und jedenfalls unverständlich in erster Reihe das zu prüfen sein, was dem Direktor Daß Direktor Schellmann Im Jahre 1888 sei er in Brauweiler über die Mauer gesprungen entbehrlich sei. Auf Befragen des Vertheidigers bemerkt Schellmann zur Last zu legen fei. und entwichen, da er dort furchtbar geschlagen und mit Landesrath Brandts: Er sei der Ueberzeugung, daß dies eine große Strenge beobachtet hat, ist selbstverständlich. Es wird Rostentziehung bestraft worden sei. Er sei einige Zeit auch die Ansicht der Provinzial- Landesverwal- jedem einleuchten, daß ohne Strenge die Disziplin und Ordnung darauf wieder aufgegriffen und nach Brauweiler gebracht worden; tung sei. Landesrath Klausner erklärt: Der Landes- in einer solchen Anstalt nicht aufrecht zu erhalten ist. Daß die dort sei er wiederum von dem Aufseher Jung mißhandelt direktor Klein habe ihm heute Morgen gesagt: Er halte das Korrigenden zur Arbeit anzuhalten find, ist ebenfalls selbstworden. Er habe dies dem Direktor Schellmann mitgetheilt und 3 üchtigungsrecht in den Arbeitshäusern für unentverständlich. Nun wird in dem inkriminirten Artikel behauptet: diefer habe ihm bemerkt, daß er den Aufseher bestrafen werde. behrlich. Wenn dies nicht mehr gestattet sein sollte, Die Korrigenden wurden durch die großen Arbeitspensa überDer Gerichtshof beschließt, den Zeugen, in Berücksichtigung seines dann sei es besser, die Arbeitshäuser aufzuheben, mäßig angestrengt und waren nicht im stande, diefelben Geisteszustandes, nicht zu vereidigen. Ein weiterer Zeuge ist denn alsdann fei die Ordnung und Disziplin in den zu bewältigen. Ein Beweis hierfür ist jedoch nicht erbracht der Tagelöhner Hansen. Er sei in Brauweiler als Bieh- Arbeitshäusern nicht mehr aufrecht zu erhalten. worden. Es ist im Gegentheil festgestellt worden, daß die Arbeitswärter engagirt gewesen. Er habe einmal ein furchtbares Geschrei Auf Befragen des Vertheidigers, ob dies ein Privatgespräch oder pensa nicht größer waren, als in den töniglichen Strafanstalten. aus dem Biehstall kommend, gehört. Er habe darauf die Stall- eine offizielle Erklärung des Landesdirektors sei, bemerkt Landes- Wäre die Arbeit eine so übermäßig große gewesen, dann hätte Die hier vernommenen thür geöffnet und einen Häusling am Boden liegen sehen, den rath Klausner: Der Landesdirektor habe ihm gesagt: Wenn die Anstalt einen Ueberschuß erzielt. Lieutenant unsere Schmiersinken- Arbeit verrichten? Rönnte er sink mehr? Ziehe ich mit einem glücklichen Schuß ordentlich deutsch schreiben, einen Leitartikel verbrechen, eine Rede meine Schmierfinken Natur aus und bin ich plötzlich ein halten, mit Geduld Gefängnißstrafe für seine Thätigkeit erleiden, Mann, vor dem der Herr Kriegsminister wegen eines glück( Von einem nicht beleidigten ,, Schmierfint".) die gesellschaftliche Vervehmung mit Anstand ertragen? Ich lichen Schusses, den ich ihm verseht habe, den Hut abzieht? Alle frage mich nur, eine endgiltige Antwort kann ich nicht geben, diese Betrachtungen zeigen mir, daß mein Ehrgefühl, so ich überdie Offiziers Der preußische Kriegsminister hat beliebt, uns sozialdemo- da ich die geistigen Qualitäten unserer Herren Offiziere zu wenig haupt eines habe, nicht heranreicht an fratischen Schriftsteller Schmierfinken zu nennen, deren Federn in tenne, um mir ein Urtheil zu erlauben. Der Herr Kriegsminister ehre, die einen firirenden Blick, welchen die Deffentdie Gosse getaucht seien. Das ist eigentlich vom Herrn Kriegs- dagegen wird im stande sein, den Unterschied in der geistigen lichkeit Sie ist eine auffangen fönnte, nicht verträgt. minister eine Beleidigung, und ivenn die sozialdemo- Bedeutung zwischen uns Echmierfinken und seinen Offizieren Art von honos eventualis( Eventual- Ghre.) Daß wir fratischen Schriftsteller eine in sich geschlossene Mehr- festzustellen. uns gesellschaftlich nicht mit einem Lieutenant messen heit bilden und Strafantrag stellen würden, so wäre Aber wir sind auch außer Stande, gewisse Erscheinungen können, das sieht jedes Bourgeoistöchterchen schon mit 15 Jahren Herr Bronsart von Schellendorff nach§ 185 des deutschen Straf mitzumachen, die einzelnen Offizieren gewiß nicht der Ge- ein. Die schöne Uniform, den fecken Schnurrbart, dies charakte gesetzbuches auf alle Fälle wegen formaler Ehrverlegung zu be- sammtheit, aber immerhin einem nennenswerthen Bruchtheil, sehr ristische Gesicht, den selbstbewußten Blick, das befehlshaberische strajen sein. Nun, wir flagen nicht, schon weil wir uns oder geläufig zu sein scheinen. So fönnen wir nicht, wie der Auftreten haben wir leider nicht; darum bekommen wir auch wenigstens ich mich von den Ausdrücken des Kriegsministers nicht Hannoveraner Spielprozeß gelehrt hat, die Gesellschaft teine Millionenbräute aus Schöneberg und feine Töchter der Seemann beleidigt fühlte. Gattinnen. und Meyerint frequentiren, wir können reicher jüdischer Bankiers au Wir gestehen Gewiß das Wort von den Schmierfinken ging nicht spurlos nicht, wenn wir in den Stand der Ghe treten, unseren gern zu, daß wir im Salon wie auf dem Parquett an mir vorüber. Ganz im Gegentheil: ich hielt mit mir Schwiegerpapa's Bedingungen stellen: entweder Du garantirst die Palme dem Lieutenant überlassen müssen, auch schon deshalb, Generalkritik ab und weil bei einer wirksamen Kritik immer bezug mir soviel Mitgift oder Kaution oder aber ich hetrathe weil wir Schmierfinken garnicht die nöthige Zeit, noch weniger auf irgend einen Mustertypus genommen zu werden pflegt, so Deine Tochter nicht. Wir sind auch nicht fähig, auf offener aber das nöthige Geld haben, die Feste der Gesellschaft mit verglich ich mich und meine Thätigkeit mit einem Offizier. Be Straße einen Menschen, der uns beleidigt, mit dem ESäbel machen zu können. scheiden wie wir alle sind, nahm ich einen Lieutenant mir zum zu traktiren, ganz einfach schon deswegen, weil wir feinen So stehen wir allerdings ziemlich dem Lieutenant gegenüber Muster. Was bin ich, was ist er aber das war die Frage und haben; wir stechen nicht einmal mit unseren in Hinterband. Vielleicht aber ändert sich noch das Urtheil, wenn von der Antwort derselben hing es ab, ob ich die harten Worte in die Gosse getauchten getauchten Federn, sondern überlassen wir die Nüglichkeit unserer Beschäftigung mit derjenigen des Offiziers soweit wir uns unferes Kriegsministers mir zu Herzen nehmen dürfe oder nicht. den Beleidiger, nicht in Noth vergleichen. Der Offizier ist nöthig, um Rekruten für die BaterDie Vorbildung des Schmierfinken ist meist eine akademische, wehr desselben zu erwehren haben, dem Urtheil der landsvertheidigung zu schulen und zu drillen. Wir wollen dem die des Lieutenants schließt viel früher, sagen wir mit der Prima Deffentlichkeit. Ganz unfähig aber bin ich, einen Belei Volfe einen bestimmten politischen Willen beibringen und sind des Gymnasiums ab. Daraus für den Schmierfinken einen diger vor den Säbel und die Pistole zu fordern und zu sogar so frech, daß wir das ganze System der VaterlandsverVorzug ableiten zu wollen, wäre ungerecht; aber daß durch das glauben, daß, wenn mich einer einen Hund genannt hat, ich theidigung scharf angreifen und selbst den Herrn Kriegsminister akademische Studium die Kräfte der Intelligenz ausgebildet diese Beschimpfung wieder von mir abwaschen, wenn ich den mit unserer Kritik nicht schonen. Der Offizier bezweckt und geübt werden, dürfte auch der Kriegsminister nicht Beleidiger oder der Beleidiger mich in ein besseres Jenseits durch seine Thätigkeit, die wehrtüchtige Masse des Volkes bestreiten. Die geistige Qualität der Schmierfinten ist also jeden befördert. Ich nehme einmal an, der Herr Kriegsminister hielte zu friegstüchtigen Soldaten auszubilden, d. h. sie fähig zu falls nicht unter dem Niveau der Offiziersintelligenz. noch Schmierfinken für satisfaktionsfähig. Herr Bronsart machen, im Falle des Krieges möglichst viele Menschen todtAber vielleicht liegt in der Thätigkeit des Schriftstellers etwas von Schellendorff wird nun auf seinen Ausdruck hin von zuschießen. Darin können wir wieder nicht mit ihm konkurriren, Minderwerthiges. Der Lieutenant kommandirt, lehrt ererziren, mir auf Pistolen gefordert; wir schießen uns. Na, ich will denn wir sind Gegner des Krieges und schreiben mit unseren Griffe machen, Paradeschritt- das ist der Inhalt des nicht ehrgeizig sein, sondern dem Herrn Kriegsminister seine Ueber- in die Goffe getauchten Federn für den Frieden; wir zeigen, wie ewigen Einerlei des Dienstes, deffen tägliche Dauer legenheit im Waffengebrauch von vornherein zugestehen. Ich werde der Friede kommt, wie er tommen muß; der Lieutenant ich nicht genau angeben kann: der sozialdemokratische also erschossen oder doch kampsunfähig gemacht. Ist nun die Be- lehrt, wie man möglichst rasch viel Menschen nach Walhalla wie Der muß schimpfung ausgelöscht? Bin ich nun, nachdem ich zusammen mitnehmen Schmierfint hat es nicht ganz so einfach: er Herr Kriegsminister fich ausdrückte. erstens etwas tönnen, stets lernen und seine Thätigkeit geschossen bin, in den Augen des Herrn Kriegsministers fein elegant heidnisch Wir müssen es dem Urtheil immer den jeweiligen Aufgaben des Tages anbequemen. Ja, wenn Schmierfint mehr; ändert der Schuß die Ansicht der Oeffentlich der Leser überlassen, wessen Thätigkeit mehr im Sinne der wir Schmierfinken Lieutenants wären, ich glaube, der Herr Kriegs- feit oder des Beleidigers über meine moralische Qualifikation? menschlichen Kultur liegt, das Friedens- oder das Kriegsminister würde bald mit uns zufrieden sein: Denn meine Noch weiter: soll ich dafür, daß ich beleidigt bin, mich auch noch handwerk. Genug, ich habe Schmierfint und Lieutenant verglichen Wenigkeit traut sich zu, das Können und Wissen eines Lieute- durch Schüsse oder Biebe verwunden lassen von eben dem Manne, der nants bald begriffen zu haben und zur Anwendung mich beleidigt hat und der vor mir vielleicht nichts anderes voraus und verzeihe Herrn Bronsart von Schellendorff großmüthig dann Freilich fehlen uns bringen zu können. wieder hat, als daß er gut mit der Waffe umgehen fann? seine Beschimpfung der sozialdemokratischen Schriftsteller. Oder aber der Zufall will, daß ich Herrn Bronsart von Ich bitte alle meine Kollegen, dem Herrn Kriegsminister Generaleine Menge Eigenschaften, welche der moderne Offizier braucht und die uns Schmierfinken leider Gottes gänzlich abgehen; diese Schellendorf anschieße; der Himmel behüte mich davor, ihn aus pardon zu ertheilen, ihn nach achttägiger Anfeindung zu be= find moralischer und gesellschaftlicher Natur, weswegen ich hier Berfehen todtzuschießen. Bin ich nun, weil ich den Beleidiger gnadigen, denn Herr Bronfart v. Schellendorff hat gesprochen, der Kugel getroffen habe, plöglich tein Schmier wie er als Offizier sprechen mußte. nicht davon spreche. Ich frage mich nun auch, wie fönnte ein mit Lieutenant und Schmierfink. fann V Pessimus. Gerichts- Beitung. Die Kündigung von Miethsverträgen muß da, wo eine dreimonatliche Frist vereinbart ist, spätestens am 31. Dezember 1895, wo eine Frist von 3 Monaten und drei Tagen vereinbart ist, spätestens am 28. Dezember 1895 dem Gegner zugegangen ( nicht blos an ihn abgesendet) sein. Landesräthe haben aber bekundet, daß die Anstalt von der Pro- 1 diese geschehen sind, einmal gegen die obersten Beamten der Pro- nach dem Kläger 75 pet. zugebilligt waren, wieder her. Im vinzialverwaltung eines erheblichen Zuschusses bedurfte. Die vinz und zweitens gegen einen Mann, der auf eine langjährige Rekurse gegen das Urtheil machte der Vertreter der GenossenBehauptung, daß die Korrigenden, ehe sie ihr Pensum nicht er ehrenvolle Beamtenlaufbahn zurückblicken kann. Es wird ferner schaft geltend, daß Jurczyk die an ihn gesandte Abfindungs ledigt hatten, fein Mittagessen bekamen, ist lediglich von dem zu erwägen sein, daß der Artikel erschienen ist in einer Beitung, fumme, 806,40 M., ohne Vorbehalt angenommen und sich Engländer Pollit bekundet worden. Im übrigen hat die zumeist in den Kreisen der ärmeren Bevölkerung damit des Rechts auf gerichtlichen Austrag der Angelegenheit Die Beweisaufnahme ergeben, ergeben, daß, wenn ein Ror- gelesen wird und daß mithin durch diesen Artikel eine große begeben hätte. Der Gerichtsreferent verlas hierauf eine zu rigend das Pensum nicht leistete, Direktor Schellmann& r bitterung gegen die Arbeitsanstalt hervorgerufen, bezw. Protokoll gegebene Erklärung des Klägers und Rekursbeklagten, zunächst eine Untersuchung vornahm, ob der betreffende diese Erbitterung, wo sie etwa schon vorhanden, vergrößert daß er weder deutsch lesen noch schreiben tönne und nicht geKorrigend das Pensum nicht leisten konnte. Erst wenn die Unter- wird. Es wird dadurch dem 3 wecke, den der Staat bei Er wußt habe, was es zu bedeuten hatte, als eine so hohe Summe suchung ergab, daß die Nichtleistung des Penfums auf Faulheit richtung von Arbeitshäusern im Auge hat, direkt entgegen bei ihm eintraf. Der Rekurs der Genossenschaft wurde mit zurückzuführen war, kamen die Strafmittel zur Anwendung. gearbeitet. Ob dem Angeklagten ein solches Motiv bei folgender Begründung zurückgewiesen: daß Kläger während des Es ist behauptet worden, die Bändigungsmittel feien Aufnahme des Artikels zu grunde gelegen hat, will ich Verfahrens das Geld angenommen habe, sei wegen seiner Unauch als Strafmittel in Anwendung gekommen. Ein Beweis unerörtert lassen. Mit Rücksicht aller dieser Erwägungen be- fenntniß und seiner mangelhaften Sprachkenntniß kein Grund hierfür ist nicht erbracht worden. Ich komme nun zu antrage ich eine Gefängnißstrafe von acht Monaten. für die Annahme, daß er sich seines Rechtes begab. Was die Höhe der dem Hauptkapitel in diesem Prozesse, zu der Frage: Sind Bertreter der Nebenkläger, Rechtsanwalt Gammersbach: demselben zugedachten Abfindung betreffe, so tönne nicht einfach bei der in Brauweiler Korrigenden geschlagen worden? Ich nehme Der Herr Staatsanwalt hat in so eingehender Weise sine ira et Anwendung des Gesetzes vom 6. Juli 1884 der dreifache Betrag feinen Anstand, dies zuzugeben. Es ist von dem Aufsichtspersonal studio die Anklage begründet, daß ich mich in allen Punkten ihm der Jahresrente als maßgebend erachtet werden, welchen ein mehrfach geschlagen worden, ganz besonders ist erwiesen nur anschließen kann. Ich sehe daher für jetzt von einer längern später geschaffenes Unfallversicherungsgesetz, wie das Bau- Unfallworden, daß in den Eachottes geschlagen wurde. Der verstorbene Ausführung ab und behalte mir vor, nach der Rede des Herrn versicherungsgeset, für sein Geltungsgebiet als den maßgebenden Justizminister Dr. v. Friedberg sagte einmal: Die Zucht Vertheidigers auf einige sachliche Punkte einzugehen. nenne. Der§ 67 des Unfallversicherungsgesetzes von 1884 spreche haus Insassen sind distinguirte Leute gegen Vertheidiger Rechtsanwalt De streich: Als die gegen nur von einer Kapitalszahlung schlechtweg und lasse somit die die Insassen eines Arbeitshauses". Zweifellos wärtige Anklage erhoben wurde, ahnte man nicht, Frage der Bemessung offen. Sie sei danach in jedem einzelnen ist das Material derjenigen Leute, die das Arbeitshaus be- welchen Umfang und Bedeutung die Sache annehmen würde. Falle entsprechend den obwaltenden Verhältnissen zu entscheiden, völkern, das denkbar schlechteste. Die Leute, die ins Aus diesem Grunde habe ich dem Angeklagten nicht wider und hier genüge nach Ansicht des Gerichts nicht der dreiArbeitshaus kommen, find rohe, moralisch gerathen, das gesammte Beweismaterial der Staatsanwaltschaft zu fache Betrag, und zwar deshalb nicht, weil dem Jurczyk funtene, arbeitsscheue Individuen. Aber auch übermitteln. Ich muß mir daher den Vorwurf machen, daß ich bei der Schwere seiner Verlegungen und seinem noch nicht hohen mit sehr wenigen Ausnahmen besteht das dem Angeklagten einen schlechten Nath gegeben habe, denn Lebensalter im Falle des weiteren Rentenbezuges ein weit Aufsichtspersonal eines Arbeitshauses naturgemäß aus dadurch ist die Staatsanwaltschaft in der Lage gewefen, ein höheres Einkommen aus den Mitteln der Genossenschaft gesichert dem schlechtesten Material. Die Aufsichtsbeamten rekru- noch größeres Gegenbeweis- Material zur Stelle wäre. Welche Abfindung angemessen sei, könne das tiren sich in in den meisten Fällen aus zivilversorgungs- zu fchaffen. Infolge dessen ist aber eine Berwischung der Sach- Reichs- Versicherungsamt nicht entscheiden; wolle die Berufsberechtigten Leuten. Der Dienst der Aufsichtsbeamten ist lage bewirkt worden. Allein dadurch hat der Angeklagte genossenschaft von ihrem Abfindungsrecht Gebrauch machen, dann ungemein anstrengend und schwierig. Es ist daher erklär- andererseits den Beweis geliefert, daß es ihm nicht darum müsse sie darüber befinden und einen neuen Bescheid erlassen, lich, daß das befte Material der Bivilversorgungsberechtigten zu thun war, einen Sensationsartikel zu schreiben, der wiederum im Berufungs- und Returswege anfechtbar sei. Um fich um Anstellungen bewirbt, wo der Dienst ein angenehmerer fondern öffentliche Mißstände nicht nur zur öffentlichen, sondern Langwierigkeiten zu vermeiden, wäre das beste ein Vergleich ist und daß das schlechteste Material der Zivilversorgungs- auch zur behördlichen Kenntniß zu bringen. Ich bemerke der Parteien. berechtigten in den Arbeitshäusern Verwendung findet. Wenn zunächst, daß ich die Ueberzeugung habe, daß der Beweis der man diese Umstände in betracht zieht, dann wird es niemanden Wahrheit in vollem Umfange geführt ist und daß der Ange wundern, wenn in einem solchen Arbeitshause Mißhand- flagte freigesprochen werden muß. Allein mit Rücksicht Iungen vorgekommen sind. Kommen doch selbst, troß der auf das von dem Herrn Staatsanwalt beantragte hohe Straf strengsten Vorschriften, Mißhandlungen im maß will ich mich zunächst mit einigen Worten über dieses verHeere und in den Schulen vor. In keiner Weise breiten. Der Angeklagte hat zweifellos in gutem Glauben ist aber der Beweis erbracht worden, daß die Mißhandlungen mit gehandelt und lediglich beabsichtigt, die ihm zu Ohren Wissen und Willen des Direttors Schellmann gekommenen Mißstände zu rügen. Der Angeklagte vorgenommen wurden. Es ist im Gegentheil der Beweis geführt hat sich daher im Interesse der Menschheit und worden, daß Direktor Schellmann das Schlagen auf's strengste Humanität ein großes Verdienst erworben. Der Anspruch auf Juvalidenrente erlischt mit dem untersagt und wo dies zu seiner Kenntniß gekommen, die Man kann ja über den Nugen der Arbeitshäuser verschiedener 31. Dezember 1895 für alle Versicherten, für welche seit dem betreffenden Aufsichtsbeamten entweder zur Anzeige gebracht oder Meinung sein. Ich will es dahingestellt sein lassen, ob es nicht 1. Januar 1892 bis 31. Dezember 1895 nicht mindestens 47 Beidisziplinarisch bestraft hat. Wenn man nun erwägt, daß in den besser wäre, das Geld, das zur Errichtung und Unterhaltung von träge geleistet sind. Das Erlöschen kann der Arbeiter dadurch lezten Jahren 20-30 Mißhandlungen vorgekommen find, Arbeitshäusern verwendet wird, für Beschaffung von Arbeit in hindern, daß er die fehlende Anzahl Marken durch freiwillige so wird man, angesichts der gesammten Umstände, etwas Abder Freiheit zu verwenden. Allein wir haben es hier Versicherung ergänzt. Er muß dann als ergänzende Beitragssonderliches nicht darin erblicken können. Der mit einer lex lata( mit einem zu Recht bestehenden marken Marken der Lohntlasse II( 20 Pfennig- Marken) nebst Zeuge Bürvenich vermochte seine bei dem Untersuchungsrichter Gesetze) zu thun, und da ist es doch doch zweifellos, einer Zusagmarte( von 8 Pf.) entrichten. abgegebene Erklärung: Direktor Schellmann habe ihm daß durch den inkriminirten Artikel und diese Verhandlung Durch Kopfniden zu verstehen gegeben, daß Ein Seitenstück zu dem Prozeß Sanke sollte gestern das er schreiende Mißstände öffentlich zur Sprache gebracht mit den Mißhandlungen einverstanden sei, in der Haupt- find, die wohl auch zur Abstellung kommen dürften und daß auch Schwurgericht vor dem Landgericht Berlin I beschäftigen. verhandlung nicht aufrecht zu erhalten. Das Büch die Schuldigen, die zum theil durch das Verdienst des An- Es handelte sich um einen Revolver- Anschlag, den der 40jährige tigungsrecht des schulpflichtigen Korrigenden stand dem Direktor geklagten schon bestraft, zum theil in Untersuchung sich Brunnenmacher Hermann Freitag am 28. August gegen seine Schellmann zweifellos zu. Ich persönlich stehe auf dem Stand- befinden, sämmtlich von der Staatsanwaltschaft zur Werant frühere Geliebte, die unverehelichte Auguste Angermann in der punkte, daß das durch die allerhöchste Rabinetsordre gewährte wortung gezogen werden. Daß die Mundbinde und Koppenstraße verübt hat. Letztere hatte sich von dem Angeklagten Büchtigungsrecht nicht willkürlich über das schulpflichtige Alter, die Zwangsjacke mittelalterliche Marteriverkzeuge find, getrennt und in der Koppenstraße ein Obstgeschäft aufgemacht. das heißt über das vierzehnte Lebensjahr hinaus ausgedehnt die unserer heutigen Kultur Hohn sprechen, ist von Am 28. August betrat der Angeklagte das Kellerlokal der A., werden dürfe. Allein wenn diese Altersgrenze einige Male dem Rechtsanwalt Dr. Löwenstein in der in Berlin feuerte auf diese zwei Schüsse ab und richtete dann den Revolver so ist das Bewußtsein der Rechts- scheinenden Kritit" bewiesen worden und dürfte wohl von gegen sich selbst. Die A. blieb unverlegt, er selbst erhielt aber widrigkeit in dieser Beziehung keineswegs erwiesen. Nun niemandem bestritten werden. Der Angeklagte hat keineswegs burch vier Sugeln schwere Verlegungen, so daß er sofort zusammen hat Schellmann zugegeben, daß er in zwei bis drei beabsichtigt, eine Erbitterung gegen die Arbeitshäuser hervor brach und in ein Krankenhaus befördert werden mußte. Er ist Fällen das Büchtigungsrecht an Erwachsenen hat zurufen, sondern durch seine Kritik eine Abstellung der in dem 21/2 Monate schwer frant gewesen und macht auch heute noch vornehmen Taffen. Allein die Verhandlung hat er Arbeitshause Brauweiler bestehenden Uebelstände zu beseitigen. einen bedauernswerthen Eindruck. Durch eine Kugel, die in den geben, daß die betreffenden Korrigenden die Beamten Auf Ersuchen des Präsidenten bricht der Vertheidiger Hals gedrungen, ist die Möglichkeit zu sprechen bei ihm stark bedroht haben; die Korrigenden waren in anderer Weise nicht beeinträchtigt. Wie die Sanke, so behauptet auch er, daß es nur zu bändigen und von Angriffen abzuhalten. Es lag mithin in Der Präsident vertagt die weitere Verhandlung auf Sonn- seine Absicht gewesen sei, sich vor den Augen der St. zu er diesen Fällen ein Att der Nothwehr vor, in welchem die abend Nachmittag 4 Uhr. schießen. Der Angeklagte betrat weinend die Anklagebant, er Anwendung des Büchtigungsrechts gestattet war. Geheimer fonnte jedoch nicht vernommen werden, da sein Vertheidiger Rath Dr. Krone hat uns gesagt: Ein Angriff ist auch schon durch Krankheit am Erscheinen verhindert war. Der Vorsitzende dann anzunehmen, wenn der Korrigende sich weigert, einen Landgerichtsrath Boisly begab sich selbst in das Anwaltzimmer, waffenartigen Gegenstand aus der Hand zu legen. Der um einen anderen Vertheidiger zu finden, da dies aber nicht Fall Wernisti ist nicht nur zur Illustration angeführt worden, mit zahlungsperiode der nur auf Trinkgelder an bei der Wichtigkeit der Sache nicht für angemessen hielt, so Gewerbegericht. Die Frage, welcher Zeitraum als 2ohnmöglich war und der Vorsitzende die Bestellung eines Referendars Der vorliegenden Angelegenheit hat derselbe jedenfalls nicht das gewiesenen Babediener anzusehen ist, hatte das Gericht wurde die Verhandlung bis zur nächsten Schwurgerichtssession anbei Die Beweisaufnahme hat nun ergeben, daß sowohl die die Juhaberin einer Badeanstalt führte. Die Beklagte hatte in einem Prozeß zu entscheiden, welchen der Badediener M. gegen vertagt. 3wangsjacke als auch die Mundbinde nur als Bändigungs- versäumt, fich den Theil der Beiträge zur Krankenversicherung Zwei Majestätsbeleidigungs- Prozesse beschäftigten am mittel angewendet wurden. Es ist ferner erwiesen worden, vom Kläger allwöchentlich erstatten zu lassen, welchen dieser zu Freitag die 2. Strafkammer am Landgericht II. In dem einen daß sowohl die Zwangsjacke, als auch die Mundbinde in vor- leisten verpflichtet war, und machte nun einen bezüglichen Fall handelte es sich um den wegen Landstreichens und Bettelus, fchriftsmäßiger Weise zur Anwendung kommen. Es ist Rompensationsanspruch geltend; sie beanspruchte, daß im Falle Röperverlegung 2c. 18 Mal vorbestraften Nagelschmied Hermann gerichtlich festgestellt worden, daß selbst in dem Falle Wodtke ihrer Verurtheilung die fraglichen Beträge für eine ganze Reihe Bötting, der bereits im 55. Lebensjahre steht. Er hatte auf den Direktor Schellmann und auch den Dr. Bodet feine Schuld von Monaten von der Forderung des Klägers in Abzug ge- dem Polizeibureau in Bernau, wohin er abermals wegen Bettelns trifft. Die Mundbinde ist in zahlreichen Fällen ohne nach bracht würden.§ 53 des Krankenversicherungs- Gesetzes vom gebracht war, einen Wachtmeister und dann Wilhelm II. beleidigt. theiligen Folgen angewendet worden. fonnte daher nicht voraussehen, Direktor Schellmann 15. Juni 1883( 10. April 1892) bestimmt nun, daß die Ver- Wegen der Beamtenbeleidigung hatte Bötting in einer früheren daß in dieſem einen sicherten verpflichtet sind, die Eintrittsgelder und Beiträge, Verhandlung schon 4 Monate Gefängniß erhalten; die Majestätsein folcher Unglücksfall fich ereignen werde. lettere nach Abzug des auf den Arbeitgeber faflenten Drittels, beleidigung bestrafte das Gericht mit 6 Monaten Gefängniß. Die Anlegung der Hand und Fußschellen war eben bei den Lohnzahlungen sich einbehalten zu lassen. Ferner In der zweiten Anklagesache handelte es sich um den Schloffer falls auf grund der Hausordnung zulässig. Es ist ferner erwiesen worden, daß das Essen in Brauweiler gut und Lohnzahlungs. Periode eine Bendekat, der sich hatte verleiten lassen, der Sedanfeier beiSind Abzüge für unterblieben, so dürfen sie nur zuwohnen. Während ein Pastor redete, pfiff er die Marseillaise ausreichend war, ja, es ist erwiesen worden, daß Schellmann noch bei der Lohnzahlung für die nächstfolgende Lohnzahlungs- und später stieß er Beleidigungen gegen Wilhelm II. aus. bemüht war, das Ossen durch einen Antrag bei dem Landes- periode nachgeholt werden." Obwohl dieser Wortlaut dafür noch junge Angeklagte, der seine Tollheiten offenbar im unzus direktorium, einen größeren Fettzusatz zu bewilligen, schmackhafter spricht, daß nur bei der nächstfolgenden Lohnzahlung die einmal rechnungsfähigen Zustande begangen haben muß, erklärte vor zu machen. Das Effen im Lazareth ist allgemein als gut be- unterlassene Unrechnung des Beitrags auf den Lohn erfolgen Gericht, daß er Sozialdemokrat sei. Der Gerichtsvorsitzende zeichnet worden. Es ist ferner erwiesen worden, daß die Heizung, darf, hat das Gewerbegericht doch daraus entnehmen zu müssen nahm bezug darauf, daß der Angeklagte verführt worden sei Schlafräume und Kleidung vollständig ausreichend waren. Daß geglaubt, daß auch eine spätere Unrechnung oder Berrechnung( von wein D. R.) und erkannte deshalb gegen ihn auf die in Brauweiler Leute zu Tode gekommen sind, ich erinnere an zulässig fei, jedoch nur der Beträge für zwei aufeinander folgende" milde" Strafe von 6 Monaten Gefängniß. den Fall Widdor, ift dem Direktor Schellmann in feiner Weise ohnzahlungsperioden. Hieran hielt das Gericht auch im obigen Von der deutschen Prügelpädagogik. zur Laft zu legen. Daß in einem Arbeitshause Selbstmorde vorFalle fest. kommen, finde ich für keine Absonderlichkeit. Warum sollen stand", wie der technische Ausdruck ist, also eine Lohn- 1895 vom Landgericht Neuburg a. D. von der gegen ihn er Da indessen der Kläger nur auf Trinkgelder H. 3immermann in Nördlingen wurde am 26. August nicht in einem Arbeitshause ebenso gut Selbstmorde pafsiren, wie außerhalb eines solchen!!! Es ist somit in keiner ahlungsperiode nicht klar ersichtlich war, mußte man eine solche hobenen Anklage wegen Bergehens im Amte nach§ 340 fonstruiren. Der Gerichtshof machte sich dahin schlüssig, daß Str.-G.-B. in 6 Fällen Weise erwiesen, daß Direktor Schellmann irgendwie auch nur eine fittive Lohnzahlungsperiode von einem Monat an Büchtigungsrechtes freigesprochen. Zimmermann, der von Körperverlegung bei Ausführung des der Vorwurf der Vernachlässigung seiner Amtspflichten zunehmen sei. Und zwar lehnte er sich an den einmal festgestellten seinen Vorgesetzten das Zeugniß eines strengen, aber tüchtigen trifft. Es ist im Gegentheil der Beweis erbracht und in vielen Fällen beachteten Grundsatz an, daß Kellnern, bei Mannes bekommt, unterrichtete Fortbildungsschüler und hat worden, daß Direktor Schellmann eine geradezu väter deren Engagement über die Frage der Lohnzahlung überhaupt diefe in verschiedenen Fällen mit Rohrstockhieben, sowie mit liche Fürsorge für die Korrigenden an den Tag gelegt nichts gesprochen wurde, als Lohn für den Monat ein Maulfchellen traftirt. Das letztere ist durch eine Regierungshat. Dieselbe Fürsorge hat Schellmann seinen Beamten Bauschquantum von 15 M. zustehe. Das„ Uebereinstimmende" in verordnung für den Kreis Schwaben und Neuburg zwar ver gegenüber bewiesen. Er war in geradezu väterlicher Weise der Art der Entlohnung von Kellnern und Badedienern( Bade- boten, es wurde jedoch dem Angeklagten nicht angerechnet, da er für das wirthschaftliche Wohl derselben bedacht. Der Angeklagte meistern") hat das Gericht zu seinem salomonischen Spruch seiner Angabe nach davon keine Kenntniß hatte und sich nicht hat sich mithin im Sinne des§ 186 des Strafgesetzbuchs bewegt. schuldig gemacht. Es entsteht nun die Frage: Steht dem bewußt war, daß er rechtswidrig handle. Auf die Revision Mindeste zu thun. Falle hier ab. fagt aber Boziale Rechtspflege. der Paragraph: " er= Der Der Lehrer Angeklagten der§ 193 des Strafgesetzbuchs zur Seite. Zunächst Bezüglich der Abfindung von Ausländern, welche zum der Staatsanwaltschaft gegen das Urtheil wurde letzteres vom bemerke ich, daß laut Reichsgerichts- Entscheidung der Preffe Bezuge einer Unfallrente berechtigt sind, hat das Rekursgericht Reichsgericht aufgehoben und die Sache an die Borinstanz, fein größeres Recht als jedem Privatmann zusteht. Wohin eine erwähnenswerthe Entscheidung gefällt. Der Arbeiter Jurczyt und zwar an das Landgericht Augsburg zurückverwiesen. sollte es auch führen, wenn die Presse berechtigt wäre, war am 10. November 1893 im Steinbruchsbetriebe seines unter dem Schutze des§ 193 die Ehre Anderer öffent- Arbeitgebers verunglückt und hatte so arge Verlegungen davon lich herabzusetzen. Daß der Angeklagte ein persönliches getragen, daß nach beendetem Heilverfahren seine Erwerbsfähig= Interesse an der Brauweiler Arbeitsanstalt hat, ist nicht feit nur noch 25 pet. der normalen betrug. Die SteinbruchsBriefkasten der Redaktion. einmal behauptet worden. Wenn man aber selbst annehmen Berufsgenossenschaft bewilligte ihm zunächst 75 pt. der wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchfiaben oder eine Bahn wollte, dem Angeklagten stehe der§ 193 zur Seite, so geht Rente für völlige Erwerbsunfähigkeit, theilte ihm aber zugleich mit, anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. zweifellos aus der Form die Absicht der Beleidigung hervor. Es daß sie gemäß§ 67 des Unfallversicherungsgesetzes von 1884 seine Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Dienstag, heißt in dem Artikel: Kein Zuchthäusler hat soviel Menschen- Entschädigungsberechtigung durch einmalige Kapitalsabfindung Freitag und Sonnabend, abends von 6-7 Uhr, statt. glück auf feinem Gewissen als Direktor Schellmann." Es sollte ablösen wolle. Der Verlegte hatte nämlich mittlerweile seinen wohl heißen Menschenunglück". Geburtsort im Auslande aufgesucht. Er selbst, wie auch die P. St. 25. Kommen Sie schleunigst um Stundung ein. Durch diesen Satz sind zweifellos die Grenzen des§ 193 Behörde seiner Heimath protestirten gegen die Abfindung, und Eventuell 2 Jahre. P. S. 36. Sehen Sie der Klage ent weit überschritten. Eine nicht geringere Beleidigung wird in als die Steinbruchs- Berufsgenossenschaft durch einen weiteren gegen und wenden dann ein, daß Sie in der geschilderten Weise C. H. F. Schwerlich. G. K. A. 1. Beide. dem Artikel gegen den Landesdirektor Klein geschleudert. Bescheid dem Verunglückten als Abfindungssumme den drei- betrogen sind. Diesem wird Mangel an Aufsicht und ferner vorgeworfen, fachen Betrag seiner Jahresrente aus eigener Machtvoll- 2. Keine Strafe, wohl aber kann auf Entschädigung wegen daß er seine eidliche Aussage so eingerichtet hat, um den tommenheit zusprach, legte J. beim Schiedsgericht dagegen mangelnder Aufsicht geklagt werden. Der Ausgang des Prozesses Direktor Schellmann zu entlaften. Die Verhandlung hat ergeben, Berufung ein. Der Kläger berief sich darauf, daß ist zweifelhaft.- K., Tiefenfurt. Dienstboten sind leider nicht daß Landesdirektor Klein es an der erforderlichen Aufsicht nicht er bei seinem Alter und bei der frankenversicherungspflichtig. er war erst 32 Jahre alt Der Abzug ist berechtigt. im geringsten hat fehlen lassen. Daß Landesdirektor Klein voraussichtlich dauernden Beschränkung seiner Erwerbsfähigkeit G. Gloefer. Das Unfallversicherungs- Gesez bezieht sich auf die in Strafanstalten sich ereignen, leider noch zur Stellung des Strafantrages berechtigt war, dürfte keinem noch lange im Genuß der Rente bleiben könnte, daß die gedachte Unfälle, Zweifel unterliegen. Bei der Strafzumessung dürfte einmal die Abfindung also durchaus teine gerechte wäre. Das Schieds: nicht. Ihrem Wunsch vermögen wir nicht nachzukommen Schwere der Beleidigungen und ferner zu berücksichtigen sein, daß ericht stellte den ersten Bescheid der Berufsgenossenschaft, wo- Achtung! Varteigenossen! Brauerei Friedrichshain Freitag, den 27. Dezember( 3. Weihnachts- Feiertag): Grosses Vokal- Konzert, ausgeführt von den Gesangvereinen Nordwacht", Olympia", Norddeutliche Schleife" „ Freya" » Glockenrein." Freundestreue", und„ Alpenveilchen" ( M. d. A.-S.-B.) ca. 200 Personen, Dirigent R. Blobel. Auf vielseitigen Wunsch dritte Aufführung von Columbus von Julius Becker. Deklamation, gesprochen von Julius Türk. Nach dem Konzert: 1 Ball. Entree 30 Pf. Anfang 8% Uhr. 8% Uhr. Billets sind bei Rasche, Steichenbergerstr. 160; Nagel, Verband aller im Handels- u. Transportgewerbe beschäftigten Hilfsarbeiter. ( 1. Weihnachts- Feiertag) mittwoch, den 25. Dezember 1895 Großes Familien- Fest in Keller's Festsälen, Stoppenstraße 29. Konzert. Gesang. Theater. Grokes Feltspiel . ( Arbeit, Kunft und Wissenschaft) in drei Abtheilungen, dargestellt vom Auftreten des Jongleurs, Malabaristen u. Stuhlbalanceurs Mr. Henry Wilson. Verein für volksthümliche Kunst. Nach dem Konzert und den Vorstellungen in allen Sälen: Eröffnung 3 Uhr. Ball. 1 75/15 Große Verloofung werthvoller Gegenstände zum Besten der Agitation. Anfang 4 Uhr. Entree inkl. Tanz 50 Pf. Offene Rasse findet nicht statt. E Billets sind bei allen Vorstandsmitgliedern und in allen Zahlstellen zu haben. Hierzu ladet freundlichst ein Der Vorstand. Fachv.d. Musikinstrumenten- Arbeiter. Bigarrengeschäft, am Königsthor; Wernau, Rosenthaler- Sonnabend, den 28. 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Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 22. Dezember, abends 6 Uhr, Grosse Versammlung im Lokal des Herrn Hoffmann, Alexanderstraße 27c( großer Saal): Bortrag des Genossen Joh. Rein über: 93 Robert Blum's Leben und Kämpfe". Nachdem: Geselliges Beisammensein und Tany. Gäste, Damen und Herren, herzlich willkommen. Nach dem Vortrag erhalten nur noch Mitglieder Zutritt. Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Achtung! Achtung! Musikinstrumenten- Arbeiter. Achtung! Große öffentliche Versammlung am Freitag, den 27. Dezember 1895, vormittags 10 Uhr, im Lokal ,, Süd- Ost", Waldemarstraße Nr. 78. Tages- Ordnung: 1. Wie stellen sich die Musikinstrumenten- Arbeiter zu dem im nächsten Jahre stattfindenden Kongreß der Ge werkschaften Deutschlands. 2. Stellungnahme zur Beschickung des internationalen Gewerkschafts- Kongresses. 3. Ver ſchiedenes. Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen ist das Erscheinen sämmtlicher Kollegen nothwendig. Der Vertrauensmann. 143/4 Bilderbücher, Jugendschriften, Märchenbücher, Klassiker und sonstige Geschenk- Literatur empfiehlt in grosser Auswahl= Th. Mayhofer Nachf., Buchhandlung, #nweit 1888b Berlin N., Weinbergsweg 15b, Rosenthalerthor. Adfung! Weberstr. 16 u. 3931 An die Arbeiterschaft Berlins! Die unterzeichnete Organisation richtet an Sie die dringende Bitte, daß bei Abmachung von Festlichkeiten und Versammlungen der fostenlose Arbeitsnachweis berücksichtigt wird. Es dürfte dies beim bevorstehenden Feste die beste Gelegenheit hierzu sein. Mit solidarischem Gruß 263/16 Die organisirten Gastwirths- Gehilfen, Jüdenstr. 36, part. Große öffentliche Versammlung sämmtlicher Droschken- Kutscher Berlins und Umgegend Montag, den 23. Dezember, abends 9 hr, im Englischen Garten, Alexanderstraße 27c. Tagesordnung: 1. Die Antwort der Fuhrherren und weitere Beschlußfassung. 2. Diskussion. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Tagameter- Rutschers, in dieser Versammlung zu erscheinen. 52/4 Achtung. Der Einberufer: H. Schreiber, Stephanfir. 61/62. Uhr, Achtung. Donnerstag, 26. Dez.,( 2. Feiertag), abends 5 bei Herrn Buske( gr. Saal), Grenadierstr. 33: Große öffentliche Versammlung. 1. Vortrag des Herrn Waldeck Manasse über: Friede auf Erden. 2. Diskussion. Nach der Versammlung: arrangirt vom Gemüthliches Beifammenfein mit Tanz Verein zur Wahrung der Intereffen der Maurer Berlins und Umgegend. Entree- Billets à 25 Pf. inkl. Tang. Billets sind bei folgenden Herren zu haben: Karl Knöpchen, Tilsiterfir. 16 part.; Otto Mede, Büschingstr. 8 v. 3 Tr.; A. Matul, Barnimstr. 35 v. 3 Tr.; W. Pfister, Friedrichsfelderitr. 9 v. 4 Tr. bei Horn; Karl Bittner, Swinemünderstr. 49 part.; H. 3öllner, Alte Schönhauferstraße 43/44, H. 4 Tr.; Karl Schulz, Arndtstraße 42, g. 4 Tr.; Neumann, Sorauerstr. 3, 4 Tr. Außerdem sind noch Billets zu haben in den bekannten Zahlstellen des Vereins. 129/11 Ich bitte nun die Kollegen und Genossen die Billets vorher an den bekannt gegebenen Stellen zu faufen, ba eine öffentliche Kasse nicht stattfinden darf, weil die Polizei dieses nicht erlaubt. freundlichst ein Gerichtsstr. 31. Backbuffer à Pfd. 80 u. 90 Pf. #. Tafelbutter à Pfd. M. 1, Cigarren ut 100-50-25 Stück in allen PreisTagen. Bei Abnahme von 100 Stück 10 pCt. Rabatt. W. Lindemann, Heimstr. 24. Parteigenossen empfehle meine SchankH. Fernitz' Liqueurfabrik u. Weingrosshandlung Berlin SO., Falkensteinstr. 19[ 4000L* empfiehlt zum Fefte: Ingber- Magenweinliqueur. H. Fernitz'sche Magentropfen, das Beste für Berdauungs beförderung. Feine Jamaica- Rums, Cognac u. Arac, nur Original- Waare. Ferner: Grogk, Glühwein und diverse Punsch- Extracte nur eigener Fabrik Cöpenick. Gasthof zum goldenen Hirsch“ 3334L* empfiehlt sein Weiß- und Bairisch Bierlokal Friedrichshagenerstr. Nr. 1, A. Dalbritz. 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Meber die Frauenarbeit Die Fürsten Pleß, Fürst Hohenlohe, Herzog der jungfräulichen" Gottesmutter, auf das äußerste getrieben von Ujest, Graf Matuschka und der berühmte" wird, in Oberschlesien verlieren die Mädchen auf den Gruben in den oberschlesischen Gruben Bentrumsführer Graf Ballestrem sind die Re- und Hütten sehr bald ihre Jungfrauschaft. Thatsache ist, daß im präsentanten des Grubentapitals in Ober- Bergrevier Oberschlesiens, in der Damäne des frommen",„ hoch und Hütten schlesien. Wie, wird mancher fragen, die Leuchten des sittlichen" Bentrums, die Geburt eines unehelichen Kindes zu den bringt die Gleichheit" in ihrer legten Nummer einen außer- Bentrums, die Grafen Matuschta und Ballestrem, die Alltagserscheinungen gehört. Denn nicht nur die Aufseher mißordentlich lehrreichen Artikel. Durch eine furz nach dem so oft gegen die Zerstörung der Ehe" durch die Sozialdemokratie brauchen die jungen Mädchen, sondern auch die jungen Burschen. Breslauer Parteitage veröffentlichte Schilderung eines west- gedonnert, fie laffen auf ihren Gruben eine schmachvolle Die Mädchen wollen gern von ihrer widerwärtigen Arbeit erlöst deutschen Genossen haben unsere Leser bereits einen Einblick in Frauenausbeutung bestehen? Gewiß, und wer sich das Jahr fein und geben sich daher den jungen Männern hin in der Hoff die traurige Lage der oberschlesischen Proletarier thun tönnen buch des oberschlesischen berg und hütten- nung auf die sich ergebende Heirath. und das damals entworfene Bild wird hier durch charakteristische männischen Vereins für 1892 ansehen will, der findet Niederdrückend wirkt der Gedanke, daß die im grenzenlosen Einzelheiten ergänzt: dort, daß gerade in den Betrieben dieser Herren eine materiellen, geistigen und sittlichen Glend vegetirenden Frauen Nach der amtlichen Statistit, so heißt es in dem Artikel, schlechtere Bezahlung der Frauen üblich ist. Löhne die Mütter der heranwachsenden Jugend sind, daß ihr verkommender betrug die Zahl der im Steintohlen Bergbau( Durchschnitt) von 70, 74, 78, 80 bis 88 Pf. bezahlen gerade Organismus Kindern das Leben giebt, die schon mit dem Keim des Oberschlesiens beschäftigten Arbeitskräfte 1894: 52 300; die frommen Grafen und Fürsten, der Fiskus versteigt sich törperlichen Verfalls behaftet sind und die unter den denkbar undavon sind zirka 5400 Frauen und Mädchen. In den doch wenigstens bis zu Tagesverdiensten von 90 Pf. bis 1 M. günstigsten Einflüssen heranwachsen. Die gräflichen und fürstlichen anderen Bergrevieren kennt man die Frauenarbeit auf den Gruben Auch Damen der höchsten Gesellschaft", so die Gräfin Grubenbesitzer gehören nicht zu der Rotte von Menschen, die und Hütten fast gar nicht; im Bezirk Dortmund gar nicht. v. Saurma Jeltsch, Gräfin Schafgotsch u. a. m. nicht werth sind, den Namen Deutsche zu tragen. Ihr PatrioFür den Sozialpolitiker genügt die Thatsache, daß in Ober- tragen ihr Theil zur Auspowerung ihrer Schwestern" bei. tismus gilt als waschecht und sie selbst erklären fich als die schlesien die weibliche Arbeitskraft in den Gruben und Hütten Wie oft hat nicht frommer Zentrumsmund den Standpunkt berufenen Zierden und Stüßen des Vaterlandes. In der That verwendet wird, um aus ihr auf die wirthschaftlichen Verhält- vertreten: Die Frau gehört ausschließlich und unter allen Um aber versündigen sie sich durch den schmachvollen Raubbau nisse der oberschlesischen Grubenarbeiter zu schließen. Es ist ständen ins Haus. Dort ist ihr eigentliches Wirkungsfeld, die mit Arbeiterinnenfraft in schwerster Weise am Vaterlande. hinlänglich bekannt, daß dort, wo die Frauenarbeit zur Ver- Industrie ist unweiblich." Die Sozialdemokratie theilt bekannt. Sie berauben es seines größten Reichthums: einer förpera wendung gelangt, die Erwerbsverhältnisse relativ wie lich diesen Standpunkt nicht. Wohl aber fordert sie im lich, geistig und sittlich gesunden, fräftigen Jugend. Die auch absolut schlechter find als in solchen Gegenden, Interesse der Frau, der proletarischen Kinder und Ausbeutung der oberschlesischen Grubenarbeiterinnen ist ein licht. in denen die weiche Arbeitskraft nicht ausgebeutet wird. Die der gefammten Arbeiterklasse einen Schutz voller Beweis dafür, daß das Kapital gefeßlichen ganz gleich ob es einschlägigen oberschlesischen Verhältnisse bestätigen diese alte der Frauenarbeit. Insbesondere gegen die Ausbeutung der bürgerlich oder adelig, männlich oder weiblich, christlich oder Wahrheit. Frauen bei Beschäftigungen, welche nachgewiesenermaßen den jüdisch ist strupellos alle Rücksichten auf Menschenwohl und weiblichen Organismus besonders schädlich beeinflussen. Die Gemeinwohl unter die Füße stampft, sobald der geheiligte Profit Frauenarbeit auf Gruben und Hüttenwerken, welche oberschle- in Frage kommt. fischen Zechenbaronen und frominen Zentrumsleuchten so ein träglich ist, will deshalb die Sozialdemokratie vollständig beseitigt wissen. Denn wenn irgend eine Beschäftigung gesundheitsschädlich, wenn sie unweiblich" ist, so ist es die betreffende Arbeit der Frauen. Laut der amtlichen Statistik verdiente ein Bergmann im Jahresdurchschnitt pro 1893 im Bezirk Dortmund " U 946 M. ·. 925 • 13 729 " 661 " Saarbrücken Niederschlesien Oberschlesien Diese Zahlen find noch interessanter, wenn man gleichzeitig die Länge der Arbeitszeit in den einzelnen Revieren tennt. Sie betrug im Revier Dortmund.. 81/2 Stunden, " " " Saarbrücken. 9 Niederschlesien. 10 Oberschlesien. 12 " Also die längste Arbeitszeit und den niedrigsten Lohn für Bergleute finden wir für Preußen in Oberfalesien. 97 Gerichts- Beifung. Nach einem Urtheil des Reichsgerichts, 3. Straffenat, muß die Mittagspause in der Beschäftigung der Arbeiter und Arbeiterinnen, welche ein Fabrikbefizer der Behörde angezeigt Eine willkürliche hat, regelmäßig innegehalten werden. erlegung oder gar Kürzung der festgesetzten Mittagspause, wenn auch nur für einen Theil des Arbeitspersonals, ist strafbar. Wie auf den Gruben, so arbeiten auch auf den Koakswerken und Eisenhütten zahlreiche Frauen. Tiefes Mitleid erfaßte uns, ala wir fahen, wie schwache Frauen aufs äußerste angestrengt vor den glühenden Defen hantirten, oder in Karren das Erz im Gewicht bis zu 150 Pfund transportirten. Diese Karren waren dabei noch so unpraktisch gebaut, daß das ganze Gewicht des Inhalts in den Armen der Fahrenden hing. Der gekrümmte Ein schwerer Unglücksfall beschäftigte gestern die 187. Ab. Rücken und die gebeugte Haltung der Arbeiterinnen läßt ertheilung des Schöffengerichts. Der Lithograph Rensch, welcher Die traurigen Erwerbsverhältnisse der männlichen Gruben- tennen, welche Folgen die unmenschliche Ausnutzung zeitigt. bei dem Druckereibesizer Hugo Schäfer, Beuthstr. 9, beschäftigt arbeiter werden verständlich, wenn man bedenkt, daß die Frauen Es ist selbstverständlich, daß das tiefe Elend der ober: war, verließ am 19. Februar ds. Js. den im 4. Stockwerk ges und Mädchen auf den Gruben und Hütten Oberschlesiens pro Tag fchlesischen Gruben und Hüttenarbeiterinnen auch auf die legenen Fabrikraum, irrte sich in der nach den unteren Räumen fage und schreibe 78 bis 86 Pf. verdienen, und zwar bei 11stündiger geistige und fittliche Entwicklung derselben zurückwirkt. So führenden Thür und stürzte den Fahrstuhlschacht hinab. Er er. ununterbrochener Arbeit! Im Bericht der Berginspektion für 1893 ftumpfe, blöde Gefichter, so ausdruckslofe, erloschene ftiere Blicke, bielt so schwere Verlegungen, daß er voraussichtlich Zeitlebens finden wir mehrmals bei Besprechung oberschlesischer Bergwerks- wie sie uns an den Lohnittavinnen der Rechenbarone auffielen, arbeitsunfähig bleiben wird. Für diesen Unglücksfall wurden verhältnisse den Eat: die Frauenarbeit und die Anstellung der faben wir noch nirgends. Uebermäßig anstrengende, ja völlig der Druckereibefizer Schäfer und der Eigenthümer des Hauses, der jugendlichen Arbeiter ist im Abnehmen begriffen. Wohl wurde aufreibende Arbeit, schlechteste Ernährung, elende Wohnungs Fabrikant Salo Radlauer, verantwortlich gemacht, der erstere, uns bei unserem Besuch an der russischen Grenze von Bergleuten verhältnisse, eine rückständige geistige Entwicklung; alles wirkt weil auf dem Flure eine mangelhafte Beleuchtung herrschte versichert, daß das gerade Gegentheil der Fall sei, doch liegt kein zusammen, um die meisten der hart frohndenden Arbeiterinnen und weil die Thür zum Schacht nicht vorschriftsmäßig ver ziffernmäßiger Beweis für diese Behauptung voc. Aber wie dem geistiger und sittlicher Stumpfheit anheimfallen zu lassen, nicht schlossen gehalten war, der lettere, weil er eine ihm von der auch sei: der oberschlesische Grubenbaron hat heutzutage nicht wenige auch dem Schnapsteufel zu überliefern. Auch nach Polizei vorgeschriebene Aenderung der Fahrstuhl Einrichtung mehr besonders nöthig, die Frauenarbeit in ausgedehntem Maße anderer Richtung hin zeitigen die namenlos jammerhaften nicht hatte bewirken lassen. Der Angeklagte Radlauer, der nicht zu verwenden. Durch die bisherige umfangreiche Verwendung wirthschaftlichen Verhältnisse der Grubenarbeiterinnen Zustände, in dem betreffenden Hause wohnte, erhielt auf grund einer in der Frauen ist es ihm gelungen, die Löhne der Männer- oben die in nichts dem Ideal frommer Sittlichkeitsvereinler ent- Januar 1894 erfolgten Revision die Aufgabe, die nicht angezeigt- auf ein schmählich niedriges Niveau herabzudrücken... sprechen. Es liegt in der Hand des Aufsehers, einzelnen Frauen funttionirende Zeigervorrichtung zu repariren und im ErdBon Interesse ist es, die Namen der Besitzer dieser Werke und Mädchen Erleichterung bei der Arbeit und besseren Lohn zu geschoß anbringen zu lassen, sowie ferner eine Steuerzu kennen, die zu wahren Hungerlöhnen die Arbeitskraft ihrer verschaffen. Welches Aequivalent der Aufseher für seine vorrichtung herzustellen. Es wurde dem Angeklagten eine Frist Mitmenschen ausnüßen: es find die hervorragend sten Begünstigungen verlangt, braucht nicht gesagt zu werden. bis zum 15. Wai 1895 gegeben, im übrigen aber die fernere Stühen unseres christlichen Ordnungsstaates. In Oberschlesien, wo der Marienkultus, die Verehrung Benutzung des Fahrstuhls nicht untersagt. Troßdem hatte Rad" Literarisches. Deutscher Postbote", Zeitschrift für die Berufsinteressen der deutschen Poftunterbeamten. Nr. 1. Berlin, 1. Dezember 1895. Mit dem 1. Dezember d. J. ist ein neues Blatt erschienen, bas sich: Deutscher Postbote, Zeitschrift für die Berufsinteressen der deutschen Postunterbeamten" nennt. " 1 Ein Organ, das sich die spezielle Vertretung von Post: unter teamten- Intereffen zur Aufgabe macht, fehlte schon längst und ist daher freudig zu begrüßen. ganz aus 9 Kunst und Wissenschaft. " " Russischen Zustände" als Materialiensammlung auch ohne den vermocht hätte. Die„ Nussischen Zustände" bleiben nach wie gerechten Born gegen die Machthaber des großen Landes gefallen vor in bezug auf die Absichten und Zwecke der Redaktion ein X. affen. Etwas ganz Unentbehrliches fehlt aber offenbar Ueber ihre publizistische Befähigung und ihre Sachkenntniß de Leitern des neuen Unternehmens: die genügenden Gachtennt hat aber die Redaktion selbst in Gestalt der ersten Nummer niffe und der richtige Taft. Als Haupttrumpf der ersten Nummer das allerungünstigste Beugniß abgelegt. Kläglich in diesem erscheint der Auffaß:„ Das Studium der Staatswissenschaften im Worte können wir unser Urtheil über diese Nummer zusammenmodernen Rußland"." Der Verfasser dieses Auffages ist, wie in faffen. Ein russischer Jurist. der redaktionellen Fußnote mitgetheilt wird, ein russischer ge-( Die zweite Nummer, die uns jetzt vorliegt, kann obiges lehrter Jurist". Mit der Gelehrsamkeit dieses Juristen ist es Urtheil nicht umstoßen. Red. d.„ V.") aber sehr schlecht bestellt. Der Aufsatz wimmelt von Fehlern, Ob das neue Organ diese Interessen auch energisch verder Verfasser bringt einen ganzen Haufen von richtigen und treten wird, das erscheint fraglich. Ein großer Theil der Post- erfundenen thatsächlichen Mittheilungen zusammen, ist aber feinen Stoff richtig zu ordnen unterbeamten entstammt doch dem städtischen Proletariat und gar nicht im ftande, verliert sich förmlich und leber Gerhart Hauptmann's jüngste, der Aufführung im in den Einzelnheiten, die bringt daher die Anschauungen des aufgeklärten Theils desselben dazu, wie gesagt, zum guten Theile erfunden sind. In dem lauer Morgen- Zeitung" aus Berlin geschrieben:" Was wird uns Deutschen Theater" harrende Bühnendichtung wird der res in den Postdienst mit! Zezteres trøg aller polizeilichen„ Wohlverhaltungs- Atteste" ungefähr 6 Spalten enthaltenden Auffaße sind mehr als zwei der" Florian Geyer" bringen? Eine Wiederholung des namen die vor der Annahme zur Beschäftigung bei der Postbehörde bei der Stellung der Professoren des Kirchenrechtes an den russischen losen Erfolges, den die„ Weber" hatten? Wer kann Theatergebracht werden müffen! Das neue Organ will sich angeblich Universitäten gewidmet. Diese Schilderung ist erfolge voraus berechnen? Ich erinnere mich, es war das erste Die Behauptung, der Luft gegriffen. daß nach unbeeinflußt von rechts und links" halten!- Wie in den letzten Universitätestatut vom dem er saß bei seinem Verleger, es Mal, daß ich Hauptmann sah Jahre 1863 im Gegensatz zu dem Jahren durch die unteren Klassen unseres ganzen Volkes, ja der war furz vor der ersten Weber"-Aufführung:„ eine große ganzen Kulturwelt ein immer stärferer Bug nach lints" geht, so auch vom Jahre 1884 keine Lehrkanzeln Sache wird es, glaub' ich nicht", sagte der Dichter, eine Mitteldes Kirchenrechts bestanden haben, wirst ein ganz die Herren Postgewaltigen sorgen schon dafür, daß immer weitere Anefboten, welche an Stelle der ernsten Analyse der betreffenden dienfivollen Brahm, vorlas, litt er unter der Anstrengung, in den unteren Klaffen im Reiche des Herrn v. Stephan! Denn sonderbares Licht auf die Sachkenntniß des Verfaffers. Wit fache vielleicht". Es ist anders gekommen. Als er den„ Florian Geyer" beim Direktor des Deutschen Theaters", dem ver. Kreise der Postunterbeamten zu Klaffenbewußtsein erwachen! Verhältnisse treten, sollte man doch weniger vornehm thun. Der einen so gewaltigen Stoff mit feinen fünfzig Personen recitirend Durch ihr ganzes Verhalten in der Frage der Hebung Vorwärts" wird aber in den Russischen Zuständen" wegen bewältigen, derart, daß er seine Nerven angegriffen fühlte. der petuniären Lage der Post Unterbeamten stoßen der angeblichen unrichtigen Nachrichten über Rußland und wegen wird es auf der Bühne auch so wirken? Das ursprünglich für fie ja diese geradezu mit der Nase darauf, welcher Seite" ihre Interessen vertheidigt und verfochten Bebel's" Frau" in einer geradezu pöbelhaften Weise angegriffen. awei Abende gedachte Drama ist auf einen Abend zufammenwerden! Sind doch alle auch noch so kleinen Verbesserungen ihrer Wenn auch in der Berichterstattung des„ Vorwärts" über Ruß- gezogen worden und die wenigen Striche, die gemacht worden Lage nur durch die thatkräftige Initiative der sozialdemokratischen land, über welches und aus welchem es den westeuropäischen Geyer" glücklich durchgelassen. An einer Stelle, wo Geyer zu find, stammen von der Polizei. Die Polizei hat den„ Florian und fortschrittlichen Reichstags- Abgeordneten und Zeitungen, Blättern überhaupt so schwer fällt, zuverlässige Nach also von links- möglich geworden, und ebenso thatfräftig richten zu erlangen, Fehler mitunter vorgekommen sind, so muß einem Mädchen sagt:" Dein Haar ist weicher, als das der allervon rechts( und die Herren Stephan, Fischer u. f. w. stehen hat die Polizei den Rothstift angesetzt. man doch bedenken, daß der Vorwärts" keine Beit doch sehr rechts), betämpft worden! auch hier schrift für russische Zustände ift!" Aber die Ruffifchen So harmlos mögen auch die übrigen Striche fein, denen leider wird der D. P." kaum die Mitte halten können, denn die Zustände" sollten trotzdem mehr Aufmerksamkeit den Wiit- auch einige Schönheiten zum Opfer fielen. Doch das wird sich Postgewaltigen werden ihm bald genug den Weg versperren, und theilungen des„ Vorwärts" über Rußland schenken. Warum ia alles zeigen. " bleiben könnte. -Also " reaktionären Statut " " feligsten Jungfrau" " " wenn er dann sein Ziel im Auge behält, so wird ihm weiter haben sie ihren Lesern das höchstwichtige vom Vorwärts" Die Photographie der Sprache und ihre praktische nichts übrig bleiben, als- nach links auszuweichen! Es soll damit nicht gefagt sein, daß sich der„ D. P." auf( D. 15. September d. J.) erst bekanntgegebene Schreiben des Verwerthung- so lautete das Thema, über welches Dr. Gutzsoll damit nicht gesagt sein, daß sich der" D. P." auf Ministers Durnowo an Pobedonoszew nicht mitgetheilt Dieſe mann in der letzten Sigung der Berliner medizinischen GesellDen Boden des politischen Klassentampfes ftellen solle, aber man sollte meinen, daß aus den oben angeführten Gründen einzige Mittheilung des Vorwärts" über Rußland ist intereffanter schaft sprach. Ausgehend von älteren Versuchen, wie sie beals der ganze Juhalt der Oftober- Nummer der Ruff. Bu sonders der französische Physiologe, Prof. Marrey, wenn auch in das Gerede von Batriotismus und Parteilosigkeit besser unter- stände". Was die russische Uebersetzung von Bebel's" Frau" unvollkommenerer Weise, angestellt hat, hat Dr. Guzmann den In einem anderen Artikel feiner ersten Nummer betrifft, so sind die geschmacklofen Auzapfungen des Vorwärts" Verfuch gemacht, mit Hilfe des Momentphotographen die ver= sagt der D. P.": Was fann uns eine Presse nüßen, die in den„ Rusi. Zuständen" ganz unberechtigt. Ich glaube, es fällt fchiedenen Bewegungen des Unterkiefers, der Lippen, der Wangen der Lage der Unterbeamten nur in so weit ihre Spalten außerhalb des Rahmens des Vorwärts", über in russischer und des Mundbodens bei den einzelnen Lauten bildlich dar öffnet, als es Vorgänge betrifft, die sich als Beispiele Sprache erscheinende Bücher Besprechungen zu bringen. Da aber zustellen. E3 ift ihm tenn auch gelungen, eine zur Bekämpfung der bestehenden Staatsordnung und zur die„ Russischen Zustände" die erwähnte Uebersetzung zur Sprache ganze Reihe photographischer Lauttypen herzustellen, welche, Untergrabung der staatlichen Autorität verwerthen lassen." gebracht haben, so muß auch an dieser Stelle in Uebereinstimmung im Schnellseher ferienweise angeordnet, die natur Dhue uns auf dieses Umsturz"-Gerede weiter einzulassen, muß mit den Russischen Zuständen" zugegeben und zur Warnung der getreue Zusammenstellung aller möglichen Worte ers doch gesagt werden, daß diese Presse" die Deffentlichkeit auf ruffischen Leser des„ Vorwärts" auf das nachdrücklichste betont möglichen. Ein solches Verfahren ist begreiflicher Weise besonders die doch ein Stand wie die Unterbeamten hauptsächlich an- werden, daß die angeblich in London erschienene Ueber- für die Fälle von außerordentlicher Bedeutung, wo es sich darum gewiesen ist, da ihnen die winzigen Freiheiten", die das übrige fegung von Bebel's" Frau" unter jeder Kritik steht. handelt, jemandem die Worte vom Munde abzulesen, d. h. für Proletariat besiẞt( so das Koalitionsrecht), gänzlich fehlen, Der Auffaz„ Etwas über die polnische Intrigue"( von den modernen Taubstummen Unterricht, wie er z. B. bei uns in einem grünen Jungen) ist ein klarer Beweis dafür, daß der Deutschland geübt wird. Es werden bei Benutzung derartiger richtige Takt den Herren Fritz Hand! und Konf. völlig abgeht. charatteristischer Lauttypen gewisse Fehlerquellen vermieden, die Ueberdies ist der Auffah sehr langweilig. beim Vorsprechen seitens des Taubstummenlehrers unvermeidlich Die Schreibweise der Ruff. Zustände", die Wizeleien zc. sein dürften. Zahlreiche an Taubstummen angestellte Versuche fönnen an Geschmacklosigkeit faum faum übertroffen werden. mit der Guzmann'schen Methode haben zu recht günstigen auf die elende Lage der unteren Postbeamten zuerst und immer wieder aufmerksam gemacht hat wofür diefer Presse" und ihrer Partei die Postunterbeamtenschaft stets" Dant wissen wird. Russische Zustände". Unparteiische Monats- Revue. Nr. 1. ( Oftober 1895.) Erscheint in Zürich. " Diese unparteiische" Revue trägt bas Motto: sine Die Dürftigkeit des Inbaltes steht in feinem Verhältniß zu den Resultaten geführt, wobei allerdings zu berücksichtigen ist, daß ira et studio. Aber ist es denn möglich, unparteiisch" Anmaßungen der Redaktion. Wir wollen dieselbe nicht ver- auch hier Uebung und natürliche Fähigkeit im Ablesen solcher die russischen Zustände zu besprechen, sine die dächtigen, aber die erste Nummer hat auf uns keineswegs den Momentserien von Belang ist. Immerhin dürfte diese Methode Die Antwort Eindruck gemacht, daß die Redaktion durch ihr Auftreten für den Unterricht taubftummer Kinder großen praktischen Werth Unterdrückung und Willkür zu bekämpfen? ergiebt sich selbst. Ich würde mir jedoch die irgendwie ben gegen sie vorgebrachten Verdacht abzuschwächen haben. ira" Tauer fämmtlichen Miethern die Benußung des Fahrstuhls unter| Nießbrauch und Verwaltung des Vermögens Jhrer Ehefrau ver.| belaften.( Er soll aber nicht berechtigt sein, Berfügungen unter fagt. Da dem Angeklagten Hadlauer diefer Nachweis gelang, zichten, ihr das ausdrückliche Recht, für sich selbst zu erwerben Lebenden oder von Todeswegen zu treffen, die die Substauz des sprach das Gericht ihn frei, der Angeklagte Schäfer wurde da einräumen und anerkennen, was zur Zeit Ihrer Ehefrau gehört. Vermögens verringern.) Schreitet der Ueberlebende zu einer gegen zu einer Geldstrafe von 400 m. verurtheilt. Der Ver. 2. Haben Sie weniger zu zahlen als begehrt ist, so brauchen Sie anderweiten Ghe, so hat er nach der gefeßlichen Erbfolge Erbletzte, der als Nebenkläger auftrat, verlangte einen Schadenersatz nur das wirklich Schuldige zu zahlen und können es wegen des theilung mit unseren Kindern vorzunehmen." Das Testament muß von 12 000 M. Der Gerichtshof verwies ihn auf den Weg der Rechts auf eine Klage ankommen lassen. Zahlen Sie die ge- von Beiden unterschrieben und beim Amtsgericht niedergelegt werden. Ziviltlage. fammte Forderung ohne schriftlichen Vorbehalt, so nust G. B. 88. 1. Die Ehefrau, deren Sachen wegen Schulden eine fpätere Klage Jhrerfeits auf Rückzahlung nichts. ihres Mannes versiegelt werden, soll schleunigft beim Gericht Chriftiania. Sie thun gut, mit Ihrer Ehehälfte ein gegen- Interventionstlage erheben und die gerichtliche Anordnung erfeitiges Teftament zu machen, in dem Sie sich gegenseitig und wirken, daß einstweilen die Sachen in der Wohnung verbleiben. Ihre Kinder einsehen. Solch Testament lautet etwa:" Wir 2. Defters. 3. Dem Nicht- Kaufmann gegenüber ist nur eine Mamen) feßen zu Erben unseres dereinstigen Nachlaffes ein: fchriftliche Binsvereinbarung giltig. 4. Darüber besteht 1. uns gegenseitig, 2. unfere Kinder( Namen, Geburtszeit), 3. die feine Borschrift. 5. Nein. R. V. Der Briefkasten ist nicht Kinder, die uns etwa noch geboren werden. Der Ueberlebende für Drückeberger da. Haben Sie der betreffenden beigewohnt, A. 100. 1. Gin Antrag, durch den Sie Gütergemeinschaft ein- von uns Ehegatten bleibt in dem vollen und ungestörten Befiz so ist es ruppig, ihr allein die Pflicht zur Ernährung des Kindes führen wollen, muß vor dem Amtsgericht geschlossen werden. unseres beiderseitigen Vermögens bis an sein Lebensende. Er zu überlassen. Zweckmäßiger dürfte ein Vertrag sein( der gleichfalls vor dem soll befugt sein, über das Vermögen frei zu schalten, ForAmtsgericht verlautbart werden müßte, durch welchen Sie auf derungen einzuziehen und auch Grundstücke zu verkaufen oder zu Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Dienstag, Freitag und Sonnabend, abends von 6-7 Uhr, statt. Geschäftshaus S. Heine, Berlin N., Chaussee- Strasse 14. Wichtig für Weihnachten! Neuheiten in Kleiderstoffen für die Frühjahrs- Saison 1896, Meter 60 Pf., 75 Pf., 90 Pf., 1 M. u. s. w. bis zu den feinsten Qualitäten. Berühmte Spezialität der Firma: Die schönsten Kinderkleider für Mädchen jeden Alters, sowie große Auswahl von Tauf- und Jahreskleidchen, Trag- und Laufmänteln. Grosser Ausverkauf von Lagerbeständen in allen Abtheilungen des Etablissements für die Hälfte des bisherigen Preises! Kleiderstoffe, Leinen- und Baumwollwaaren aller Art. 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