es en B en Len tto 21 int ein Der Des Den die lle Den eft für en Det er, Abendausgabe Nr. 518 15. Jahrgang 190 258 Böchentlich 853 monatli 3,60 m. tm voraus zahlbar, Boftbezug 4,32 m. einschl. Bestellgeld, Auslandsabonne ment 6,-. pro Monat, * Der„ Borwarts" erfcheint mochentags lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der bend", Illustrierte Beilagen Bolt und Zeit" und„ Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Biffen"," Frauen. Stimme"," Technif"," Blid in die Bücherwelt" und Jugend- Borwärts" Vorwärts Berliner Boltsblatt Donnerstag 1. November 1928 10 Pfennig Die einipaltige Nonpareillegeile 80 Pfennig. Reklamezeile 5.- Reichs mart. Kleine Anzeigen" das fettge brudte Wort 25 Pfennig zulässig zmet fettgedruckte Borte), jedes weitere Bort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Bort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben sählen für zwei Worte. Arbeitsmartt Beile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen annahme im Hauptgeschäft Linden Straße 3, wochentägl. von 8 bis 17 Uhr, Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Donhoff 292-297. Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Bostschedkonto: Berlin 87536. Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstr. 8 om dy Be der hnt ert der ng Brin ter art Rit cht, itel ! ffag Cales 7. terel Riesenkampf an der Ruhr. Wie ,, Zeppelin" landete. Die offene Auflehnung. Die Unternehmer haben gestern die bürgerliche Bresse zusammenberufen, um ihren Standpunkt zu verteidigen. Die Schwerindustriellen wollen eine Feststellungsflage beim Reichsarbeitsgericht anhängig machen auf ungültig feitserklärung des Schiedsspruches. Der Schiedsspruch sei Der Schiedsspruch sei aus formellen wie aus materiellen Gründen nichtig. Er sei entgegen den Bestimmungen der Schlichtungsverordnung vom 10. Oftober 1923 lediglich vom Schlichter, nicht mit einer Kammermehrheit gefällt worden. Er greife sodann in bestehende Bestimmungen des noch laufenden Rahmentarifs ein. Die Berbindlichkeitserklärung sei daher gesetzlich unzulässig und konnte feinen rechtsgültigen Tarifvertrag schaffen. Damit geben die Unternehmer in Wirklichkeit im selben Augenblid, wo sie es abzuleugnen suchen, offen zu, daß ihr Borgehen eine Auflehnung gegen die Staatsautorität und zugleich ein Rechtsbruch ist. Die Unternehmer und ihre Syndici wiffen sehr wohl, daß die Mehrheit der Schiedssprüche vom Schlichter allein gefällt werden. Sie wissen sehr wohl, daß dies gesetzlich zulässig ist und zwar auf Grund des§ 21, Absatz 5 der. Ausführungsverordnung zur Schlichtungsverordnung. Es ist geradezu eine Heraus forderung der öffentlichen Meinung, mit einem derartigen Argument zu operieren. Noch schlechter steht es mit dem materiellen Einwand. Seit vier Jahren ist in der Schwerindustrie genau so verfahren worden wie diesmal. Neben dem Rahmentarifvertrag sind im Lohntarif die Zulagen vorgesehen. Auch diesmal ist so verfahren worden. Wenn es sich aber wirklich, wie die Unternehmer glauben zu machen versuchen, um eine Rechtsfrage allein handelte, wenn es sich nur darum handeln würde, festzu stellen, ob es rechtlich zulässig ist, daß die Akkord- und Prämienarbeiter eine weitere Zulage von 2 Pfennig erhalten sollen oder nicht, so bedurfte es dazu feiner Aussperrung. Die Unternehmer brauchten nur eine innerhalb einer Woche zur Entscheidung fommende Klage beim Arbeitsgericht einzureichen. Sie fonnten sich auch weigern, die im Schiedsspruch festgelegte Lohnerhöhung zu zahlen und es auf eine Klage der Gemertschaften vor den Arbeitsgerichten anfommen lassen. Um diese Rechtsfrage zu entscheiden, brauchten die Unternehmer feineswegs 213 000 Arbeiter aussperren, die Produktion stillegen und im weiteren Verlauf das gesamte Wirtschaftsleben einer schweren Erschütterung auszusetzen. Nein! Darum geht es nicht. Wenn auch die Rechtslage ganz tlar zu ungunsten der Unternehmer ist, wenn die Unternehmer auch ganz offenbar sich einer Gesegesverletzung huldig gemacht haben und durch die Aussperrung Tarifbruch begehen, so ist diese Aussperrung weit mehr als das. Sie ist eine offene Auflehnung gegen den Staat, sie ist ein Versuch, das Schlichtungswefen in die Luft zu sprengen, fie ist darüber hinaus der Berjuch, dem Staat den Willen der fleinen Gruppe von Unternehmern aufzuzwingen. Diese Tatsachen versuchen die Unternehmer vergebens mit baltlosen Argumenten zu verschleiern. Die Durchführung der Aussperrung. Die Altion der Gewerkschaffen. Effen, 1. November.( Eigenbericht.) Auf Anweisung des Arbeitgeberverbandes der nordwestlichen Metallindustrie ist die Aussperrung im gesamten Tarifgebiet durchgeführt worden. Die Arbeiterschaft ist entlassen und nur werden ausgeführt. Insgesamt die of standsarbeiten erden 213 000 Arbeiter von der Aussperrung betroffen. Heute bormittag ist der Hauptvorstand des Deutschen Metallarbeiterverbandes in Effen zusammengetreten, um die notwendigen Maßnahmen Führung des Kampfes zu treffen. Der Kampf wird ge( Fortjeßung auf der 2. Seite.) Bu " Die große von beispielloser Anteilnahme Ser ganzen Welt begleitete Amerikareise des Luftschiffes Graf Zeppelin", Sin- und Rückfahrt zum erstenmal mit Passagieren, gehört der Geschichte an. Nach 71stündigem Flug ist das Luftschiff heute früh 7 Uhr 5 Minuten vor der Luftschiffhalle in seinem Heimathafen am Bodensee glatt ge landet. Eine vieltausendköpfige Menge hielt trok der frühen Morgenstunde den Plak vor der Halle besett. Der Verlauf der Landung. play hinaus. Die Autos fonnten sich durch das Menschengewühl nur schwer einen Weg bahnen. Am Außentor schon mußten sie anhalten, weil die Werft Störungen befürchtete, wenn der Autoverfehr sich bis auf den Plaz erstrecken würde. Schußpolizei und Militär sorgten für Absperrungen, die in der Dunkelheit nicht gerade leicht durchzuführen sind. Ein seltsames Gefühl, als plößlich die altbea fannte Stimme der Motoren zu hören ist, als sich bald darauf gegen den Nachthimmel der Riesenleib des Schiffes ab hebt und die erleuchtete Gondel die kleine Welt zeigte, die in diesen Nächten und Tagen über den weiten Ozean zurückgefunden hat. Aus dem vorderen Teil der Gondel wurden Zeichen gegeben und im selben Augenblick setzte Glockengeläut ein. Wieder verschwand das Luftschiff, um dann nochmals über der inneren Stadt zu kreisen und fich bald darauf für längere Zeit in der Richtung Bodensee wieder zu Menschenmasse umfäumt, wie er sie wohl noch nie gesehen hat, und entfernen. Inzwischen ist jetzt der weite Blaz an der Werft von einer immer neue Massen strömen herbei. Genau eine Stunde nach seinem ersten Eintreffen über Friedrichshafen, nämlich um 5.35 Uhr erscheint das Luftschiff über der Werft. Auch jetzt wiederholen sich die Szenen wilden Jubels. Als großer dunkler Schatten steht das Schiff gegen den Himmel, Begrüßung in der Halle. treuzt war, und es zum erstenmal furz vor 47 Uhr so ausgesehen Rachdem das Luftschiff mehrfach über dem Landungsplatze gebatte, als ab die Landung fofort erfolgen würde, zog sich die endgültige Landung doch noch längere Zeit hin. Edener wartete offen bar, ab, bis es ganz hell gemorden war. Kurz vor 7 Uhr wurde das Luftschiff wieder sichtbar und näherte sich mit abgestellten Motoren dem Landeplatz. Der Bug neigt sich ziemlich ſtart. Kurz nach 7 Uhr wurde vom Bug die erste Landeleine heruntergeworfen. Dann wurden die Positionslaternen und auch die Lichter der Kabinen gelöscht. Unmittelbar danach fiel auch die hintere Landeleine, so daß Ueber dem Landeplatz herrschte fast völlige Windstille, für die Eindas Luftschiff um 7.05 Uhr 10 Meter über dem Boden stand. Damit bringung des Luftschiffes in die Halle, das idealste Better. Nachdem war die Landung vollzogen. Im Augenblick der Landung stürmte die Lauffagen befestigt waren, gleitet das Schiff mit dem Bug zuerst die Menge auf den Zeppelin zu, der in wenigen Augen- langsam durch das weit geöffnete Tor in den von strahlenden Bogenbliden von einer Menschenmenge umgeben war. Absperrungsmann lampen hell erleuchteten Innenraum. Der württembergische schaften waren zwar gestellt worden, ein ernsthafter Versuch, die Staatspräsident und Vertreter der württember Menge zurückzuhalten, wurde aber gar nicht erst gemacht, da dies gischen Regierung, der amerikanische Generaltondoch zwecklos gewesen wäre. Die Menge tobte förmlich vor Begeiste- ul und die Angehörigen der Besagung sowie eine kleinere Anzahl rung und schrie zeitweilig so start, daß der auf dem Platz befindliche Gäste hatten in der Halle Aufstellung genommen und ließen den Rundfunksprecher nicht mehr zu verstehen war. Die Menge begrüßte filbernen Rumpf des Luftriefen an sich vorüberziehen. Um 7.40 Uhr Edener mit nicht endenwollenden Hoch- und Hurrarufen. Böller- lag das Schiff in seiner ganzen majestätischen Größe in der Halle. schüsse ertönten und der Blaz rings um den Zeppelin schien zeitweilig Ein ungeheurer Jubel erfüllte den weiten Raum. Alle Gerüste und weiß vor winkenden Taschentüchern. Leitern waren mit Zuschauern dicht besät, die begeistert das Deutschlanplied anstimmten. Als erste begaben sich 3wei Zollbeamte Nacht hinter sich, und die Unruhe erreicht ihren Höhepunkt, als um Das sonst jo ruhige Friedrichshafen hat eine unruhige 4 Uhr Böllerschüffe und Sirenengeheul einen furchtbaren Lärm machen und die ganze Stadt alarmieren. Bald darauf schon strömte in die Passagiergondel, worauf die Menge fautes Gelächter an ganz Friedrichshafen in hellen Scharen zum Flugftimmte. Schon zwei Minuten später verließen die ersten Paffagiere Vorbereitung für die Landung. POCHEN VERSATEN Ein Fesselballon verläßt die Halle, um zur Beobachtung aufzusteigen, mit ihr« himdköfferchen di« Gondel und wurden von ihren An- gehörigen und allen Anwesenden herzlichst begruht. An den Fenstern der Gondel zeigten sich die vergnügten Gesichter der Besatzung. Hinter Frau Dr. Eckener betrat der amerikanische Generalkonsul das Luftschiff, und überreichte dem blinden Passagier, der sich bis dahin in der Küche aufgehalten hatte, einen großen weißen Bogen, den er mit Aufmerksamkeit durchlas. Wahrscheinlich handelte es sich um seine Papiere, die für das Betreten deutschen Bodens notwendig wavn. Inzwischen hatte sich auch der württembergische Staatspräsident in die Gondel begeben, in deren großen Ausenthaltsraum sich herzliche Begrüßungsszenen abspielten. Immer noch tobte die Menge in der Halle vor Begeisterung. Wie aus einem Bahnhof hatten sich Gepäckträger eingefunden, die das schwere Hand- gepäck aus dem Lustschiff holten. Die Zollsormalitälcn nahmen nur zehn Zllinuten in Anspruch und als die beiden Beamten hinter Ministerialdirigent Brandenburg das Luftschiff wieder verließen, wurden auch sie von der Menge bejubelt. Der Generaldirektor des Luftschiffbaues Zeppelin, der sich ebenfalls an Bord des Schiffes begeben hatte, erklärte mit einigen Worten, daß die Gäste von der langen Fahrt' immerhin ermüdet wären und bat Passagiere und Ehrengäste sich um sechs Uhr abends zu einer Wiedersehensfeier ein- zufinden. Der Funker an Bord des Luftschiffes sprach am Mikrophon einige Worte und erklärte, daß die Fahrt ziemlich st ürmisch gewesen, daß er aber im Augenblick zu milde sei. um in allen Einzelheiten zu berichten. Er godenke jedoch in den nächsten Tagen einen kleinen Vortrag über den Fahrtverlaus zu holten. Inzwischen hatten alle Passagiere das Lustschiff verlassen. Um der Neugier der Zuschauer zu entgehen, hatte man den blinden Passagier heimlich und unbemerkt aus dem Luftschiff und der Halle geführt. Als letzter, bescheiden wie immer, zeigte sich nun auch Dr. Eckener än dem großen Fenster der Führergondel. Wieder ein Anlaß für die Menge in Jubel auszubrechen und den Führer mit einem dreifachen Hoch zu ehren. Or. Sckener über die Fahrt. Kurz nach Verlassen des Schiffes hatte der Sonderberichterstatter des WTB. eine Unterredung mit Dr. Eckener, in der dieser erklärte: Wir haben eine schwere Nebelfahrt hinter uns. Der letzte Teil der Fahrt führte durch schwere Nebel, so daß die Navigation nicht ganz leicht war. Ich habe infolgedessen die ganze Nacht kein Auge zugetan. Schon b«i Brest fuhren wir in die ersten Nebelfetzen hinein. Aus diesem starken Nebel erklärt sich, daß wir verschiedene Positionsmeldungen von Land erbaten. Genau so haben uns auf See auchdieDampferinderNavigationunterstützt. Allerdings haben wir auf dies« Weise auch widersprechende Nach- richten bekommen, aber im ganzen hat auch die Navigation gut funktioniert. Da? Schiff hat sich glänzend bewährt und wir können als praktisches Hauptergebnis dieser Ozcanreise feststellen, daß der Beweis für die Möglichkeit eines Ozcanverkehrs erbracht ist. Natür- lich brachten die Beschädigungen aus der Hinfahrt für die Führung ein« schwierige Lage mit sich, aber gerade die Tatsache, daß wir trotz- dem ohne fremde Hilfe weiterfahren und die erste Reparatur in der Luft ausführen konnten, ist ja der beste Beweis für die Sicherheit de» Schiffes. Offenbar haben Leute, die das Schiff ein bißchen schlingern sahen, unzutreffende Schlüsse gezogen. Sie hätten aber einmal sehen sollen, wie bei diesem Wind und diesem Seegang die Dampfer rollten.> Auch die Maybach-Motoren haben sich glänzend bewährt. Wir haben aus der ganzen Fahrt nicht die leise sie Störung an den Maschinen gehabt. Zum Schluß erklärte Dr. Eckener, er sei müde und müsse sich erst einmal aus- schlafen. Auch die Besatzung brauche zunächst Ruhe und während- dessen werde das Schiff überholt werden. Unter diesen Umständen lasse sich über den Zeitpunkt der Berliner Reise noch gar nicht? sagen. Natürlich wurde er von allen Seiten beim Verlassen des Schiffes bestürmt, bis er sich in sein Arbeitszimmer retten konnte. Oie passügiere erzählen. Die Passagiere äußern sich alle begeistert über die Eindrücke während der Fahrt. Die einzige Frau an Bord sogt, daß sie diese Fahrt mit dem Schiff durchaus nicht als eine Heldental ansehe, denn sie seit mit allen nur erdenklichen Bequemlichkeiten gereist. Merdings sei sie jetzt ziemlich erschöpft und müsse sich zunächst ausruhen. Ein anderer amerikanischer Fahrgast erzählte, einer der schönsten Eindrücke der ganzen Reise sei der Blick aus das erleuchtete Friedrichshofen gewesen. Die amerikanischen Fahrgäste seien so begeistert von dem Schiff und der Fahrt gewesen, daß sie heute nacht überhaupt nicht zu Bett gegangen seien, um möglichst die Eindrücke auszukosten. Großes Interesse habe die Uebersliegung von Diso» gefunden, das Schiff fei aber sehr hoch gewesen, so daß man nur das Lichtmeer erkennen konnte. Be- sondere Bewandtnis hat es mit dem Fahrgast William U l l m a n n, der sich kurz vor dem Aufstieg unter den Zuschauern befand und halb im Scherz eine Prämie von 4000 Mark über den Fahrpreis anbot, für den Fall, daß er mitfahren könne. Zu seinem Staunen wurde dieses Angebot angenommen und so begab sich Ullmann ohne Paß und Reisegepäck an Bord. Es liegt aber bereits eine behördliche Anweisung aus Amerika vor, daß der Generalkonsul in Stuttgart Ullmann sosort die nötigen Papiere besorgt. Ein Reklametrick! Die Hugenberg-Presse war es. die am Tage des Zeppelin- abfluges in Riesenaufmachung die Meldung über den„blinden Passa- gier" bracht«, der sich in das Luftschiff eingeschmuggelt haben sollt«. Die ganze Geschichte stellt sich jetzt als ganz gewöhnlicher Reklame- und Reportertrick heraus. Die Ullstein-Presse, die sich mit Hugenberg in das deutsche Nachrichtenmonopol über die Zeppelinsahrt teilt, enthüllt, offenbar aus Aerger darüber, daß man sie an der Sensation nicht genügend hat partizipieren lassen, den ganzen Bluff. Allerdings wird behauptet, daß es di« a m e r i t a n i f ch e h e a r st- Presse sei. von der der Plan ausging und die„Einschmuggelung* durchgeführt wurde. Man habe auf dies« Weise der Fahrt das für die amertkanische Press« unerläßliche„menschliche Interesse"(!) ob- gewinnen wollen. Damit der„blinde" Passagier mitfahren konnte, fei die Lady Hay von der Fahrt zurückgetreten.— Uns scheint nach der Art der Aufmachung, daß in dieser Sache zwischen Hearst und Hugenberg gewiss« Fäden bestanden haben. So ist also der junge Mann aus Amerika gar nicht blind ge- fahren! Man wird sogar annehmen dürfen, daß sein« Mitfahrt ganz besonders noch von den Pressemanagern bezahlt werden wird. Dos dunkle Kapitel der Pressemonopole und Presseberichterstattung um die Zeppelinfahrt findet mit dem blinden Passagier von Presse- Monopols Gnaden«inen Abschluß, der zu den v i« l en Peinlich- leiten dieser Angelegenheit ein« besonders groß« hinzufügt. Zur Förderung einer ernsten wirtschaftlichen und technischen Betrachtungsweise der Zeppelinsahrten werden solche Mätzchen sicher nicht beitragen. Ais Nifchninowgorod und Jerusalem Die Ankunft des Zeppelins wurde heute nwrgen durch Rundfunk übertragen. 34 Stationen, darunter alle deut- Die Revolte der Ruhrmagnaten. Gewerkschaftliche Disziplin gegen kommunistische putschabfichten. (Fortsetzung von der 1. Seit«.) m e i n s a m geführt mit d«« Organisationen der christlichen und der HIrsch-Dunckerschen Metallarbeiter. Ueber die Frage, ob die Ar- beiler Anspruch aus Arbeitsloseaunterstützung haben. weil die Aussperrung eine widerrechtliche ist. liegt noch keine«nd- gültige Entscheidung vor. Ausdehnung des Kampfes. Bochum, l. November.(Eigenbericht.) Die Situation im Hagener Bezirk hat sich insolge der neuerlichen Drohungen der Unternehmer erheblich verschärft. Dle Metall- arbeiteroerbände de» Hagener Reviers hoben das L o h n a b- kommen gekündigt. Der Arbeitgeberverband nimmt die Kündigung des Lohnabkommen» zum Anlaß, am Gegen- maßnahmen in den Randgebieten durchzusühren. Angesichts der Haltung der Unternehmer ist damit zu rechnen, daß es auch hier unter Umständen zu Aussperrungen kommt. Die Antwort des Reichsarbettsmintsiers. Das Reichsarbeitsministerium erwidert den Schwerindustriellen in einer längeren Darstellung, daß der Schiedsspruch nicht da» Lohn- system für die Akkordorbeiter regele, sondern ihre Zulagen. Das gleiche aber ist auch in der nordwestlichen Großelsenindustrie wiederholt mit Zustimmung beider Parteien geschehen und von den Unternehmern beim vorigen Tarisabschluß in einer Protokoll- notlz ausdrücklich anerkannt worden. Dem zweiten juristrschcn Unternehmcrmätzchen hielt das Reichs- arbeitsmimsterium entgegen, daß da» Verfahren in der Schlichtungs- ovdnung begründet ist, seit Ottober 1923 hundert« Mal« geübt wurde, ohne daß die Unternehmer dagegen protestiert hätten. Das Reichsorbeitsministcrium betont, daß die W i r t s ch a f t s- tage der Industrie bei d«r Perbindlichkeitserklärung aus das genaueste beachtet worden ist und daß das Reichsarbeits- Ministerium darüber in ständigem Kontakt mit dem Reichs- wirtschastsministerium gestanden Hab«. Wenn auch augenblicklich der Geschäftsgang etwas ungünstiger sei, so bedeutet dos nur eine Annäherung d«r noch nicht dagewesenen Massen- konjunktur der letzten Jahr« an normale Verhältnisse. Von einer Krise kann jedoch noch längst nicht die Rede sein. Insolge des großen Erzstreiks in Schlesien hatte die Eisen- industrie Rohstoff« aus Indien und Kanada beziehen müssen. Der fchlefifche Streit ist aber vorbei, das fchlefisch« Erz wird wieder zum alten Preis geliefert, und wenn auch längere Abschlüsse aus indische und kanadische Erz« abgeschlossen werden mußten, so tritt doch die Erleichterung alsbald vollkommen wieder«in. Der Schiedsspruch läuft beinah« IM Jahr«, wodurch die Möglich- kell der festen Kalkulation gegeben ist. Dazu kommt die Ratio- n a l i s i« r u n g besonders in den Martinwerken, deren Frücht« jetzt bei den Unternehmern zu reifen beginnen. Di« L ö h n e in der Eisenindustrie des Ruhrgebiets sind erheb- l i ch n i e d ri g e r als in den anderen Gebieten. B«I dem Uebergang vom Zwei- zum Dreischichtensystem im Januar 4927 ist nur eine Lohnerhöhung von zwei Pfennigen erfolgt, in den anderen Gebieten dagegen bis zu s i e b e n Pfennigen. Der Zeitlohn beträgt heute im Ruhrgebi«t 60 Pf. für die ungelernten und 78 Pf. für die Fach- arbeiter. Bei diesem niedrigen Lohnniveau mußte eine Lohn, erhöhung als unumgänglich anerkannt werden. Sie beträgt nur zwischen 3 und 4 Proz. Die Lage im Ruhrgebiet. Bochum, 1. November.(Eigenbericht.) Im ganzen Bezirk ist es insolge der besonnenen Haltung und der gewerkschaftlichen Disziplin der Arbeiterschaft nirgends zu Ruhe- störungen gekommen. Die kommunistische Hetz- und Putschagitation hat verschärft eingesetzt, sie findet jedoch kein Gehör bei den Streikenden. Im Bereich der nordwestlichen Gruppe der Metallindustrie wurde mitgeteilt, daß bisher kein An- laß vorlieg«, besondere Sicherheitsmaßnahmen durch Verstärkung der Polizeimannschaften usw. zu treffen. In den meisten Betrieben sind von den Unternehmern Maßnahmen durchgeführt worden, um etwaigen Sabotageakten vorzubeugen. Sowohl in Unternehmer- al» auch in Gewerkschastskreifen be- steht die Auffassung, daß sich durch die Stillegung der rheinifch-west. fälifchen Eisen- und Stahlindustrie ein Vorgang ähnlich des britischen Bergarbeiterstreiks anbahne. Es handelt sich um«inen Kampf auf biegen oder brechen. Nach aller Lorousficht sind di« Arbeitgeber fest entschlossen,„reinen Tisch zu machen" und„die so- zialpol'itischen Berhältnisfe für längere Zeit zu konsolidieren". Aus diesem Grund« ist mit ein«in langwierigen Wirtschaft- lichen Kampf zu rechnen. Die Gewerkschaften sind ent- schlössen, in dem ihnen ausgezwungenen Abwehrkampf auszu- harren. In fast allen Städten des rheinlsch-ivestfälischcn Industriegebiets werden die sozialdemokratischen und kommunistischen Stadtverord-- netenfraktionen di« Einberufung der Stadtverordnetenversammlung beantragen, die die U n t« r st ü tz u n g s m a ß n a h m en für die ausgesperrten Metallarbeiter bewilligen soll. Was die presse sagt. Die Schwcrindustriellen werden, wenn sie sich bi» gestern über die rechtlichen, politischen und wirtschaftlichen Folgen ihrer Auf- lehnung gegen den Staat noch nicht klar geworden sein sollten. beute beim Durchblättern der Zeitungen di« Ueberzeugung ae- Winnen, daß sie ohne Freunde dastehen. Von der im Besitz der j Schwerindustrie befindlichen Rechtspresse abgesehen, die ent- 1 weder kommentarlos die Argumente der Unternehmer abdruckt oder diese Argument« zu rechtfertigen sucht, finden die Schwerindustriellen keinen einzigen Verteidiger. Die„Deutsch« Allgemeine I Zeitung", das einzige Unternehmcrorgan, das mit eigenen Argu- J menten die Unternehmer zu rechtfertigen versucht: schreibt: „Nun mag der Einwand laut werden, daß die F o r t f ü b- I runci des Arbeitstampfes trotz eines verbindlichen Schiedsspruches einen Verstoß gegen die Autor i-I tät der Gesetze und des Staates bedeute. Dazu mutz klar und deutlich ausgesprochen werden, daß diese Frontentstellung in keiner Weise zutrifft. Wohl ha, der Reichsarbcllsminister einen Verwaltungsakt vorgenommen, jedoch lediglich als ein Organ des Schlichtungswesens und nicht als Reichsminister, dessen Entscheidung etwa die Regierung bindet." Die„DAZ." weiß natürlich, daß es sich n i ch t um die F o r t- führung eines Arbeitskampfes handelt, was übrigens rechtlich unerheblich wäre. Der„Derwoltungsakt" des Reichsarbeits- Ministers als Schlichtungsorgan schafft eben einen legalen Zu- stand. Das Vorgehen der Unternehmer ist ein R e ch t» b r u ch. Die„Germania" schreibt u. a.: „Aus dem bisherigen Verlous d«z Konflikts geht jedoch ein. deutig h«rvor, daß es sich um«in« ausgesprochen« Kampf- Maßnahme handelt. Nicht so Nar ist jedoch di« Rechtslage, so- weit es sich um den Bruch d«r Verbindlichkeit handelt. Eine Aus- fpcrrung trotz vorliegender Derbindlichkeitserklärung des Tarifs läßt die Arbeitgeber als t a r i f b r ü ch i g erschein«« und wirft die Frag« der Schadcnshastung auf." Eine klare Darstellung der Sachlage bringt die„Bossifche Zei- tung": „In Wahrheit ist es nicht nur«in Lohnkampf, sondern«m Kampf um das Schlichtungswesen, der hier ausgcfoch- tcn werden soll... � Zum zweiten Male holen die Schwenndustriellen zum Schlag« au» Vorigen Winter bereit» unternahmen sie einen Großangriff, ai» in d«n gesundheitsschädlichsten Betrieben der Eisen- und Stahl- industrie das Dreischichtensystem«ingeführt werden sollt«.....Die»- mal scheinen es di« Unternehmer der Ei!«n- und Stahlindustrie am einen Großkamps ankommen lassen zu wollen. Der Form nach in alles verlaufen wie sonst auch in hundert ander«« Arbettsstreitig- k«it«n. Da die Partei«« nicht einig werden konnten, hat der ftaat-' licht Schiedsrichter einaegriffcn. Auf den Widerspruch der einen Partei— in diesem Falle der Arbeitgeber— hat d«r Reichsarbeitsminister als oberste Schlichtungsinstanz den Schiedsspruch für ver- bindlich erklärt. Wer nun noch gegen die neuen festgesetzten Lohn«! sich auflehnt, setzt sich außer Recht. Er ist gegenüber der an- deren Partei t a r i s b r ü ch i g und auch im Sinne des Bürgerlichen Gesetzes regreßpflichtig für alle Schäden, die der anderen! Seite daraus erwachsen." schen, und die von Oesterreich und der Schweiz, waren an das Mikrophon angeschlossen. Wer sich heute morgen um 5 Uhr«in- schaltete, dem tönte zwar zunächst einmal Tauber» mächtiger Tenor ins Ohr— dann ergab sich aber, daß Frankfurt Schallplattenmusik verbreitete, um den Hörern die Zeit zu vertreiben. Dann schaltete sich Stuttgart al» Sender ein— diesmal wurde zum Zeilver- treib viermal bis zehn gezählt— dann kam endlich Friedrichshafen selber. Drei Rundfunkleute standen vor der Halle, schilderten den Mondschein, in dem der Zeppelin nicht zu sehen war, weil er über den Bodensee seine Kreise zog, um vor Tagesanbruch nicht landen zu brauchen. Schließlich übernahm das Publikum die Rolle des Ansagers. Das Mikrophon stand vor der Flughalle, eingeteilt in eine Menschenmenge, die die Ansoger nicht zu Worte kommen ließ. Hinz und Kunz sandte ihre Grüße an Muttern bi» Nischninowgorod und Jerusalem, die wohin die deutschen Stationen zu hören sind, wie offiziös gesagt wurde. Erst al» die Rundfuntleitung in die Halle gelegt war, tonnten ungestört von dem Gedränge die An- soger ihre Arbeit verrichten. Die Landung wurde kurz beschrieben, di« Darstellung der Einzelheiten war ober viel zu farblos und unpersönlich, al, daß sie hätte fesseln können. Schwerer VauunfaN. In die Tiefe gestür,t und getötet. An der Eisenbohnüberführung in der Nahe der Schleuseninsel im Tiergarten ereignete sich heut« vormittag gegen MIO Uhr«in schwerer Unfall. Auf der Eisenbahn- Überführung werden zurzeit Ausbesserungsorbeiten vorgenommen, die der Siemens Bauunion übertragen wurden Eine größere Kolonne von Arbeitern war in den Vormittagsstnilden mit der Errichtung eine» Gerüstes beschöstigt. Plößlich stürzte eine schwere Stützbohle in die Tiefe und tras den �lsährigen Zimmerpolier Ernst Gornz au» der Lippehner Straße 3 5 so unglücklich, daß er schwer verletzt zusammenbrach. Gornz wurde zur naheliegenden Rettungsstelle 32 gebracht, wo der Aerzt jedoch nur noch den inzwischen eingetretenen Tod feststelle» konnte. Ein doppelter Schädelbruch war die Ursache. Die Leiche wurde ins Schauhaus gebracht. Eine polizeiliche Untersuchung über die Schuld frag« ist inzwischen eingeleitet worden. Oos Vettlergeheimnis. Am Tage auf Krücken, abends mit Lackschuhen. Das seltsame Doppelleben eines Bettler» ist durch einen Zufall aufgedeckt worden. Auf dem Askanischen Platz, vor dem Eingang zum A n> Halter Bahnhof, saß seit geraumer Zeit ein Mann in mittlere» Jahren, der nur ein Bein hatte und sich mit Hilf« einer K r ü ck< sortbewegte. Sein körperliches Gebrechen brachte ihm bei dem rege» Verkehr, der an jener Stelle herrscht, zahlreiche Spenden ein. Eines Tages ging nun der Hausmeister eines Berliner Hospizes zufällig vorüber und glaubt« seinen Augen nicht trauen zu dürfen. De» Bettler glich aufs Haar einem Manne, der im Juli dieses Jahre« in dem Hospiz gewohnt hatte. Dort wurde damals, angeblich vs» einem Lehrerverein, durch den Fernsprecher angerufen und ui» Quartier für einen Schwerkriegsbeschädigten Lehrer aus der Provini gebeten. Man räumte dem angekündigten Gast, der denn auch e»' schien, das Zimmer eines verreisten Hausinfassen ein. Unerwart� aber verschwand der Gast und nun stellte sich heraus, daß er dei* eigentlichen Zimmerinhaber sämtliche Kleidungsstücke unk Wäsche gestohlen hatte. In dem Bettler vom Anhalter Bah»' hos hatte der Hausmeister den diebischen Gast wiedererkannt ui� machte die Kriminalpolizei auf ihn aufmerksam. Als man ihn nai dem Polizeipräsidium und zum Erkennungsdienst bringen wollte, b� er, vorher den Waschraum des Bahnhofes aussuchen zu dürsen. H� gab es für den begleitenden Kriminalbeamten eine Ueberrafchung Der Bettler hielt dort einen tadellosen Mantel, ein ebenso a»' ständiges Oberhemd, einen Anzug, Lackschuhe und ein' werloolle Prothese versteckt, mtt deren Hilse er sich att bald in einen einwandfreien Gentleman verwandelte. Aus der Taslh seines Bcltlerrockes ober schöpfte er zwei gehäuft« Hände Groschen, Fünfpsennigstücke und verschiedene„Fünfziger, ein W weis, daß er„eine gute Ecke" erwischt hatte. Der Erkennungsdienst entlarvt« den angeblichen Schulz alsbo� als einen 34 Jahre alten aus Lübeck gebürtigen Max Stummes der in einem Hotel im Zentrum Wohnung genommen hatte. H? galt er für einen gutsituierten Kaufmann aus der Provinz, der i» Trinkgeldern nicht sparte und sich daher eines ungeschmälerten Ä' sehens erfreute. h u« k«! 8c di, ha ei, S. las Sc Äs Uy sei Oft Ii st де n де Ff, Bs uf ft as t 21 54 me en T י Sachverständige statt Beamte! amte! Bor der Reparationseinigung. Der Präsidentenkampf in Amerifa Paris, 1. November.( Eigenbericht.) Die franzöfifche Regierung hält morgen noch einmal eine Kabinettsfihung ab, um sich über die beiden deutschen Demarchen bei Briand und Poincaré schlüssig zu werden und ihre Antwort darauf festzulegen. Zwar sind die durch diese Demarchen aufgeworfenen Probleme schon eiftig besprochen worden, aber angesichts der drohenden Regierungstrije im Streit um die Laiengesetzgebung fonnte eine Stellungnahme noch nicht herbeigeführt werden. Die Pariser Presse weiß feinerlei Andeutungen zu geben, in welchem Sinne die französische Antwort ausfallen mag, ihr recht optimi. stischer Ton aber läßt die Schlußfolgerung zu, daß die Differenzen zwischen Frankreich und Deutschland nicht schwerwiegend und nicht prinzipieller Natur sein können. Vor allem haben die überaus scharfen Proteste gegen die Bildung einer unabhängigen Sachverständigenfommission überhaupt aufgehört. Man versichert auch in gutunterrichteten Kreisen, daß namentlich das deutsche Argument, die Amerikfaner fönnten an einer derart unabhängigen Kommission teilnehmen, seine Wirkung nicht verfehlt habe. Havas berichtet, daß der Generalagent für die Reparationszahlungen, Parker Gilbert, der gestern von Berlin in Paris eingetroffen ift, heute eine Unterredung mit Ministerpräsident Poincaré gehabt hat. Will Husmann auswandern? Entscheidung über die Revision- eine Woche. Um zu verhindern, daß Husmann vor der Entscheidung der Staatsanwaltschaft über die Revision seines Prozesses Deutschland verläßt, ist angeordnet worden, daß bei einer Beantragung von Auslandspässen von der zuständigen Polizeibehörde die Genehmigung. der Staatsanwaltschaft eingeholt wird. Erst, wenn es feststeht, ob das Urteil angefochten wird oder nicht, werden einer Reise Karl Husmanns feine Hindernisse in den Weg gelegt. Wie jetzt bekannt wird, ist die Revision im HusmannProzeß von der Staatsanwaltschaft bisher nur vorforglich eingelegt worden, um die gesetzmäßige Antragsfrist innerhalb von acht Tagen nicht zu verfäumen. Das Urteil mit seiner Begründung wird jedoch, wie wir erfahren, erst am 15. November fertig gestellt sein und dann Husmann ebenso wie der Staatsanwaltschaft überreicht werden. Wenn die ausführliche Begründung durch das Gericht vorliegt, kann sich die Staatsanwaltschaft erst entscheiden, ob man aus juristischen Gründen die Revision beim Reichsgericht be antragen soll oder nicht. Frühestens ist also die endgültige Ent scheidung der Staatsanwaltschaft in drei bis pier Wochen zu erwarten. Monteur von 3000: Boltsfrom getötet. Die Ursachen der Potsdamer Lichtstörung. Naß oder trocken? Seit Monaten tobt in den Vereinigten Staaten von Nordamerita der Bahlkampf. Nur selten wird er durch irgendein sen fationelles Ereignis für kurze Zeit aus dem Tagesintereffe der Amerikaner sogar für einige Tage die Wahlen vergessen, die am Deffentlichkeit verdrängt. Ueber den Zeppelinbesuch haben die Deffentlichkeit verdrängt. Ueber den Zeppelinbesuch haben die 6. November bevorstehen. Es ist vielleicht gut, wenn man angesichts 6. November bevorstehen. Es ist vielleicht gut, wenn man angesichts des amerikanischen Zeppelintaumels wenigstens in einem Nebensaz des amerikanischen Zeppelintaumels wenigstens in einem Nebenfaz immer wieder darauf hinweist, daß man in Deutschland diese amerikanische Begeisterung lieber nicht überschätzen sollte. Das über und über mit Fahnen geschmückte ArlingtonHotel in Hot Springs, Arkansas, mit den riesengroßen Proträts des demokratischen Kandidaten Al Smith. Die Sensation wird auch nicht lange anhalten, sondern bald von einer neuen abgelöst werden. Inzwischen aber fehrt Amerika in seinen Wahlkampf zurüd. Man steckt wieder Fähnchen mit den Aufschriften Smith oder Hoover an seine Automobile, man wird mieder riesengroße Porträts, die ganze Hausfassaden verdecken, an die Wolkenkratzer heften. Die beiden Kandidaten werden wieder die seltsamsten Scherze treiben, um sich populär zu machen. Der eine wird mit den Farmern spazieren gehen, um das Gerücht zu zerstreuen, daß er agrarfeindlich sei, der andere wird sich mit einer Schar reizender Kinder photographieren und filmen lassen, um neue Kolpack muß tanzen." Helmuth Unger im Theater am 300. Helmuth Unger hat über 20 Dramen gedichtet. Sein Talent ist Das heißt: er breitet so viel romantische Güte aus, daß wir volltommen erschlagen werden... Das heißt: er breitet so viel romantische Güte aus, daß wir voll Der von uns in der Morgenausgabe mitgeteilten Lichttrogbem noch im Lehrlingsstadium. Unger ist ein Gesinnungsprog. störung in Potsdam lag ein bedauerlicher Unglücksfall zugrunde. In dem Elektrizitätswert Potsdam werden von Arbeitern der AEG. die Schaltanlagen umgebaut. Daher entstand Mittwoch abend auf noch nicht geklärte Weise eine Spannung Don 3000 Volt. Der Monteur Ernst Pörsel aus der Sidingenstraße tam ihr zu nahe und wurde auf der Stelle getötet. Tur unter großen Schwierigteiten war es möglich, die Leiche zu bergen. Zu diesem Zwede mußte der Strom für das ganze Stadtgebiet ausgeschaltet werden. Die Stadt und die Wohnungen lagen vollständig im Dunkeln, die Straßenbahn stand still. Nach einer halben Stunde fonnte ein Teil des Stromes und etwas später der ganze Strom wieder eingeschaltet werden. Set Ein Gewerkschaftsjubilar. Heute ist es ein Bierteljahrhundert, seit Genosse Willi rahl in die Redaktion des„ Korrespondent für Deutschlands n Buchdrucker und Schriftgießer" berufen wurde. Krahl war bis zum Jahre 1903 in Magdeburg Orts- und Bezirksvorsitzender der en Buchdrucker. Schon während dieser Zeit war er Mitarbeiter des Verbandsorgans, bis er nach dem Tode Härtels, des Gründers des Buchdruckerverbandes, deffen Nachfolger als Redakteur wurde. Seit Jahren ist Genosse Krahl leitender Redakteur des Rorrespondent" und als solcher der geistige Führer der deutschen Buchdrucker. In allen Kämpfen der Gewerkschaften hat er stets geschickt und folgerichtig die wirtschaftlichen Ziele der Arbeiterschaft berfochten. Er hat an seinem Teil dazu beigetragen, daß die all Buchdrucker in vielen gewerkschaftlichen Fragen bahnbrechend gewesen sind. Der„ Korrespondent" gilt als eines der bestredigierten Gewerkschaftsblätter. Neben seiner redaktionellen Tätigkeit hat Genoffe Krahl in zäher, unermüdlicher Arbeit auch die Geschichte des Deutschen Buchdruckerverbandes verfaßt. Wir wünschen, daß es dem Jubilar vergönnt sein möge, noch recht lange in förperlicher und geistiger Frische für die Organisation der Buchdrucker zu wirken. n' ren gen lig Der Tes Don um in er artet Dem und hn ad ba Die ung an in als Do 23 ba el Sie m Ein stiller Mann. In unserer Ausgabe vom 16. Oftober brachten wir eine Notiz, monach sich Max Hölz zurzeit in einer Villa in Todtmoos im Schwarzwald aufhalte. Sein Gastgeber Hendt sei ein ausgewachsener Kapitalist und Nuznießer der Schwarzwälder Heim industrie. Wir haben diese Mitteilung wiedergegeben, da sie von einer Seite kam, die uns sonst als gut unterrichtet bekannt ist. Bir erfahren jetzt aber, daß die Verhältnisse doch anders liegen. Hendt ist kein Kapitalist, sondern er verdient seinen Lebensunterhalt durch seine Arbeit als Wasserbauingenieur. Er gehört feiner politischen Partei an, gewährt aber Opfern des politischen Kampfes Gastfreundschaft in seiner Befizung in Todtmoos. Und diese Besizung ist keine Billa, sondern nur ein einfaches Bauernhaus. Was Mar Hölz selbst betrifft, so wird uns mitgeteilt, daß er ein stiller Mann geworden ist, der sich vorläufig von jeder politischen Betätigung zurückgezogen hat. Wenn man sich nach seiner Entlassung mit ihm beschäftigen mußte, so war das die Schuld der kommunistischen Partei, die sich seiner zuerst zur Reflame für ihre Agitation bediente. Hölz wird sicher noch einige Zeit brauchen, um sich wieder in dem freien Leben zurechtzufinden. Vielleicht geht jeine Entwicklung dahin, daß er sich fünftig überhaupt nicht mehr am politischen Kampfe beteiligt. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend( Nachdr. verb.). Kühl und meist trübe mit Niederschlags. neigung. Für Deutschland: Nach Osten fortschreitende Regenfälle in weiter Berbreitung Niemand hat noch getan und gelitten, was Kolpad tat und litt. Kolpad wird ins Irrenhaus gestedt. 3wangsjade und Prügel. tind. Das Kind lacht im Delirium des Todes und hat den Namen Warum das? Weil ein Kind überfahren wurde, ein Proletarier Barelli. Barelli- das hört Kolpad, der Betteipianist aus gutem Hause, den seine Familie verstieß. Dieses Wort Barelli ist Kolpads Glüd und Ende. Parelli, den Clown, den will das sterbende Kind noch einmal sehen. Aber ach, der Clown ist ein elender Spaß macher, nur versessen auf Geld. Eine ganze Berlentette verlangt er, um vor dem sterbenden Kind zu tanzen. Stolpad, der gute Mensch, tiehlt die Kette vom Hals der Lebedame, doch er kann nur einige Perlen behalten. Also tann er den Clown nicht bezahlen. Also stiehlt er selbst ein Clownkostüm. Also tanzt er selbst vor dem Kind. Doch das Kind ist schon tot. Es kann dem herrlichen Tänzer und Menschenfreund nicht mehr danken. Rolpad wird jezt nur noch mißhandelt, gefaßt, zum Staatsanwalt geführt. Ein Glück, daß sie ihn nicht ins Zuchthaus, sondern nur ins Irrenhaus stecken. Dieses Glück wird im letzten Att verspottet, denn der große Menschenkenner, der die Irrfinnigen heilen soll, entpuppt sich als ein widerwärtiger Schwätzer und Narr. Die Dichterlosung ist: Kolpad ist ferngesund. Alle anderen, der Seelenarzt, der Lebemann, die Lebedame, der Irrenwärter, der Clown, der Chauffeur, der Zigarettenjunge, die Jazzbandmusikanten, die Zirkusreiterin usw. usw. sind verfaultes Gesindel. Die Stüßen der Gesellschaft fallen ein. Gut gemeint, misferabel gemacht. Hundert Motive aufgepict, zweihundert zerstört. Kein Maß, darum Dilettantismus, Hem mungslosigkeit der Produktion, die so häufig ist bei frisch- frommfröhlichen Nachtretern auf ausgelaufenen Kunstwegen. Baul Günther spielt den Kolpad innerhalb einer Truppe, die sich ernst nimmt, aber nicht ernst genommen werden kann, weil sie sich allzu unbefangen an dem Halbbesten und dem Gröbsten der Komödiantenwirtschaft erfreut. M. H. Bildhauer A. Bartholomé gestorben. und anBeweise für seine Popularität zu bringen. Wir haben in Europa wohl taum ein hinreichendes Berständnis für die Raffiniertheit und Raivität, mit der gleichzeitig ein solcher Wahlkampf in Amerika halb begreifen, weil wir nicht einmal recht verstehen, welche geführt wird, und wir würden einen Kampf auch schon kaum despolitischen Gegensätze hier miteinander fämpfen. Das Programin der beiden Kandidaten und der beiden Parteien sucht so sehr jeglichen Interessen der einzelnen Berufe und Stände gerecht zu werden, daß faum irgendein Unterschied zwischen beiden Programmen entstehen fann. Einen einzigen Nachteil hat Smith bei dieser Programmaufstellung, und dieser Nachteil ist nicht ganz unbeachtlich. Die Alkoholschmuggler müssen gegen diesen Präsidenten sein, der zwar nicht offen, aber doch ziemlich verständlich erklärt, daß er das Prohibitionsgesetz in der jezigen Form nicht aufrechterhalten werde. Das würde aber das Ende des Alkoholschmuggels bedeuten, d. h. eins der besten oder wahrscheinlich überhaupt das beste Geschäft in den Bereinigten Staaten. Das Geschäft des Alkoholschmuggels würde auf diese Weise lahmgelegt werden. Die Alkoholschmuggler werden also all ihren Einfluß und der ist nicht gering all ihre finanziellen Mittel und die sind noch erheblicher wenden, um dem Kandidaten zum Siege zu helfen, der mit der Aufrechterhaltung des Prohibitionsgesetzes gegen die Fortführung ihres Schmuggelgeschäftes garantiert. Die Alkoholschmuggler find für Herrn Hoover, und wenn das auf der einen Seite ein Minus für Smith ist, so bietet es doch auf der anderen Seite ein gutes Agitationsmittel zur moralischen Diskreditierung des republikanischen Kandidaten. Smith selber hütet fich übrigens wohl, sich mit einer Bistyflasche abbilden zu lassen, er würde sich in diesem Fall die Sympathie aller Anhänger der Prohibition verscherzen, und ganz fann man auf deren Stimmen doch nicht verzichten. Deshalb bestellt Smith den Photographen, wenn er gerade ein Glas Milch trinkt, und dieses Photo dient dann als Beweisdokument dafür, daß Smith felber ein Gegner des Alkohols sei, daß er nur die Methode seiner Bekämpfung durch das Prohibitionsgefeß für falsch halte. So tobt der Kampf hin und her, und die Tage sind gekommen, in denen die Wettbureaus Wetten auf den einen oder anderen annehmen. Die republikanischen Zeitungen melden, daß die Wetten bald 30:10 für Hoover stehen, und die demokratischen Zeitungen antworten, daß im Gegenteil Smith mit 50: 10 gewettet werde. Amerikas Präsidententampf ist auf dem Höhepunkt angelangt. Wenige Tage noch sind bis zur Entscheidung, die für Amerika diesmal eine Schicksalsfrage bedeutet, als es um die Frage der Lockerung des Alkoholverbots, um„ Naß oder Trocken" geht. Carmen Carmen." Reuinszenierung in der Republifoper zugrunde richtet. Früher und eigentlich war es die Geschichte der oder die Geschichte vom Soldaten, den eine Dirne Dirne, die von ihrem verlassenen Geliebten umgebracht wird. Nicht durch die stärkere Rolle, sondern durch das gewichtigere Schicksal die Opernhandlung beherrschen zu laffen den Bersuch hat in Berlin zum erstenmal und mit überraschendem Gelingen die Moskauer Musikalische Bühne" gemacht. Dem russischen Beispiel folgt, nicht bewußt vielleicht doch mit innerster Berechtigung die Republikoper. Carmen, Zugftüd des bürgerlichen Operntheaters, war von je Domäne der intereffanten Sängerin"; auf sie, die Trägerin der Titelrolle, war die Oper gestellt. Nun also ist der Sergeant Don José Held geworden ein höchst unheldischer Held" freilich, und mehr Refrut als Feldwebel, dem Soldaten Strawinstys wesens- und Schicksalsverwandt, schuldlos verstricktes Opfer. Noch fein José hat das so überzeugend glaubhaft gemacht wie gestern Hans Fidesser: Held und Mittelpunkt, übrigens auch als Sänger, dessen Anlagen sich immer schöner entfalten. Seine Carmen, nur Gegenspielerin also, nicht mehr zentrale Gestalt, ist Rose Pauly Dreesen, Mädchen aus dem Zigeunervolt, naturhaft start, elementar, dabei fesselnd im Detail. So ist, durchaus im Geist Bizets, die ganze Aufführung; Frig 3 weig gibt ihr straff gespannte Dramatik und hat doch Ohr und Hand für alle Subſtilität dieser unvergleichlichen Meisterpartitur. Durch Caspar Mehers Bühnenbilder fie find ungewöhnlich in ihrer malerischen Wirkung gewinnt das Spiel, das sich vor und in ihnen erfüllt, außerordentlich an Eindringlichkeit. Der Regisseur Ernst Legal leitet es; die Lebendigkeit der Chorszenen bleibt immerhin ein wenig fonventionell. Um so glücklicher der Regieeinfall, zum Schluß die Bühne, nun ohne die Berlegenheit des hereinströmenden Boltes, allein dem unglücklichen Helden des Dramas zu überlassen, dem an Carmens Leiche zusammenbrechenden Soldaten José. k. p. Weib in der Wüste." Tauenhien- Palaft. Ein englisches Soldatenlager mitten in der Wüste. Dauernd rieselt der Sand, die ewige Hize wirkt lähmend und aufmühlend zugleich, immer der gleiche Dienst: Stumpfsinn und Stagnation. Der Hauptmann Magwell hat seine junge Frau Lady Diana mit Albert Bartholomé, der französische Bildhauer, ift in Paris gestorben; berühmt war er vor allem auch in Deutschland durch sein großes Totenmonument in Paris. In der Gestalt einer engen Pforte, zu deren Deffnung fich die totgeweihte Menschheit schaudernd hindrängt, symbolisiert er unser Gefühl gegenüber Leben und Tod etwas sentimental und nicht ohne Pathos, aber doch voll echter Empfindung. Bartholomé, der am 29. August 1848 in Thiverval geboren war und somit 80 Jahre alt geworden ist, kam von der Rechtswissenschaft zunächst zur Malerei, die er im wesentlichen autodidaktisch erlernte. Sein Gebiet war das impressionistisch behandelte Sittenstück. Erst als er 1886 ſeine Gattin verlor, zog er sich zurück, Gerichtsverhandlung. Lebenslängliche Festungshaft für Trent. ins Fort gebracht, alle blicken begehrend auf sie. Leutnant Kellog will sich an sie ranmachen, der brutale Hauptmann merkt es und schickt ihn auf Posten in die Wüste. Aber er wird gerettet durch einen Jugendfreund, der aus London frisch als Ersatz ankommt. Leutnant Trent umschwärmt in tnabenhafter Liebe Lady Diana. Auch er muß die Ausbrüche des beginnenden Tropentollers von seinem Hauptmann erleiden. Trent und Diana fliehen während einer Abwesenheit des Hauptmanns, tehren aber zurück und werden von dem Freunde Trents beobachtet. Um die Frau vor den Denunziationen des durch die Tropenhize und schlechte Behandlung bereits vertierten Kellog zu bewahren, erschießt Trent seinen Freund. Man freut sich der träftigen Tendenz gegen militärische Roheit und die menschenmörderische Isolierung in den Tropen, zumal menn sie von einer Frau tommt, die hier das höhere menschheitliche Prin Hige werden in ihren Wirkungen lebendig. Der Regisseur Michael zip darstellt. Die Bildwirkung ist sehr fräftig; die Wüste und die Kertesz hat von seinen Borbildern vieles gelernt, nur der Schluß enttäuscht. um Bildhauer zu werden und der Gestorbenen ein Grabmal zu er= richten. Dies Entstehungsmotiv der Pietät hat später sehr viel zu dem Ruhme feiner Werte beigetragen. Nach Bollendung des Grabmals, das zu Füßen eines Getreuzigten Gestalten der Toten und des weinenden Gatten zeigte, machte er sich an das große Werk feines Lebens, das dem Andenken aller geliebten Toten gewidmet sein sollte. 1895 war das Modell vollendet, 1899 wurde es in Marmor auf dem Friedhof Père la Chaise aufgestellt. In Deutschland wurde es vornehmlich durch die Große Dresdener Ausstellung 1903 populär, wo ein Abguß besser und wirkungsvoller war als das Original. Bartholomé schuf dann noch viele Aftgestalten und Porträtbüsten, die zum Teil auch in deutschen Museen tamen ( Dresden, Düsseldorf). Seine Kunst kommt von dem Naturalismus Rodins her, ist aber fonventioneller und weniger leidenschaftlich als jener und steht für unser Gefühl nicht weit entfernt von Reinhold Berlin. Berlag: Bormärts Berlag 6. m. 6. 5., Berlin. Drud: Vorwärts Buch Begas, P. F. S. prachtvollem Mute zur Wahrheit. Sie verniedlicht und verkitscht Irene Rich verförpert die Frau, um die sich alles dreht, mit nichts, fie zeigt nicht nur Gemüt und Gefühl, sondern hat auch die Geste der Anflage. Die Männerrollen sind alle überdurchschnittlich besetzt. D. Berantwortlich für die Redaktion: Eugen Brager, Berlin: Anzeigen: Th. Glode, bruderei und Berlagsanstalt Baul Ginger& Co., Berlin GW 68. Lindenstraße 3. Siezas 1 Beilage. Preiswerte Angebote! Große Auswahl in fertigen Pelzbesätzen für Mantelkragen und Manschetten in der DamenKonfektionsabteilung 1. Stock Neu! Im Paterre Photomaton" das neue kunstlerische Porträt verschiedene Aufnahmen 1⁰⁰ Wir sind gerüstet mit allen ModeNeuheiten für Herbst und Winter! Allergrößte Auswahl bei billigsten Preisen! Relche Auswahl auch für starke Damen in unserer großen Abtellung Damen- Konfektion Ottomane- Mtl. marine oder schwarz m. Biesen u.Tressengarnierung, reich mit Pelz- Imitat. besetzt 19.75 Ein HerbstMantel aus Fantasie- Stoffen, Kragen- und Manschetten- Garnierung 24.50 Crêpe de ChineKleid reiche Spitzengarnierung, die neue Form, in vielen Farb. 36.50 Herbst- Mantel in modern karierten Stoffen, englische Art, mit aparten breiten Pelzrevers 89.00 Kleiderstoffe Sammetflanell für Blusen und Kleider Mtr. 1.451.10 0.85 Ratiné für Morgenröcke, glatt und gestreift • Mtr. 1.40 Travers Neuheiten in großer Ausmusterung. 2.95 1.95 1.35 Popeline reine Wolle, in großem Sortiment. 2.95 1.95 Crêpe- Caid das moderne Gewebe, in modernen Farben.. 3.95 Mantel- Ottomane ca. 130 cm breit, in erprobten Qualitäten.... 11.90 10.50 Seidenstoffe Crêpe Marocain- Drucks Baumwolle mit Kunstseide, 2.65 neueste Muster Mtr. Crêpe de Chine reine Seide 3.90 ca. 98 cm breit.. Mtr. 3.25 Veloutine Wolle mit Seide schwarz und farbig, ca. 96 cm breit. Mr. 6.50 4.90 7.90 Crêpe Satin reine Seide, eleg. Kleiderware, 98 cm br., Mtr. bedruckt, neueste Kleidermuster 2.25 Mir. 3.50 Waschsamt 11.90 10.50 6.90 70 cm breit Putz Moderne Kappe aus Duventine, in ein- und zweifarbig. Filzglocke mit Ripsbandgarnitur und Einfaẞ Frauenhut aus la Filz, 2.85 • Copersamt florfeste Ware, schwarz und farbig 4.40 70 cm breit Mtr. 6.50 Damenstrümpfe 4.90 Dam- Strümpfe Caschmir, reine 1.95 2 Formen, in schwarz u. marine..5.90 Bus Cylinderplüsch, in schwarz 4.90 marine, braun 5.90. Filzglocke moderne Form, mit Bintaß und Garnitur. Filzhut hinten aufgeschlagen, mit farbiger Bandgarnitur 7.75 8.75 Wolle, orig. engl. mod. Farben 2.10 Damen- Strümpfe Caschmir, 2.95 reine Wolle, mit Doppelsohle. Dan, Seidenflor, Herbstqualitat..1.95 Wolle mit Seide, moderne Farben 3.50 Waschseide, 2. Sortier., gute Qualität Damen- Strümpfe künstliche Extra billige Morgenröcke Sonderangebot! 2 aus Flausch 1.95 in vielen Farben..395 295 Joseph.lo Neukolln Berlinerstr.51-55 Trabrennen Mariender G. u. F. Schüler, Restaurant Stempelfabrik Treff Freitag, d. 2. November nadm. 2 Uhr Volksbühne Th. am Schiffbauerdamm Täglich 8 Uhr vorm. Alb. Bietz Heiligegeisisir.52, Breitestr.27, Neue Promenade 4 Warschauer Straße 55( Edie Revaler Straße) Gut gepflegte Biere. Erstkl. Weißbier Werner& Schade Berlin N, Kastanienallee 43 Buchdruckerei der organis. Arbeiterschaft A. Ridder Berlin- Pankow Fernsprechanschluß Humboldt 1011-101 Mühleneck, Mühlenstraße 45 liefert B. 55 Kautschuk- und Metallstempel prompt 2 Verbandskegelbahnen Max Kühn G.F.3] Bln.- Oberschöneweide Rathausstr. 50 Telephon: Ob. 3266 Den Organisationen weitgehendst entgegenkommend.( G. F.219 at the end of Willi Busse Willi Busse& Co. Fritz Wilkens Möbel- Kamerling Casino- Festsäle Theater am Balowplatz Die Drei- Groschen8 Uhr Der lebende Leichnam Theater am Schiffbauerdamm 8 Uhr Die Drei- GroschenOper Oper Paulsen, Valetti, Ander, Gerron, Schaufuß, Kühl, Lenja, Telephon: Norden 1141.281 Kammerspiele Norden 12310 81 U. Ende nach 10 „ Ehen werden im Thalia- Theater Himmel geschlossen!" 8 Uhr: Schneider Wibbels Auferstehung Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr Ein besserer Herr Deutsches Theater Norden 12 310 Vorverkauf auch im Pavillon d. Reinhardtbühnen, Komödie von Walter Hasenclever Die Komödie Bismarck 2414/7516 8 Ende 11, Uhr Eltern und Kinder Komödie von Bernard Shaw R ose- Theater Gr.Frankfurter St.132 84 Uhr: D.Verschwender Jeden Freitag Kurfürstendamm, frisch geschlachtete Ecke Uhlandstraße zarte, junge, fette Bismarck 448 u. 449. Großdcsillation Weinhandlung, Likörfabrik Turmstraße 62 Restaurations- und Fleischereibetriebe Gotzkowskystraße 23 Huttenstraße 2-3 Deutscher Hof Arthur Kromrey a. Moritzpl.Untergrundbahn Luckauer Straße 15 Telephon: Moritzplatz 9571 F Festsäle von 20-1000 Personen für Hochzetten, Diners und Vereinsfestlichkeiten. IR.23 Sämtliche Hotelzimmer fliehend Wasser warm und kalt. Paul Zillen GmbH. Elektrischer Bedarf Schiffbauerdamm 13 Sämtl. Elektromaterial Spezialität: Heizöfen und Bügeleisen BU, End Gänse 1.15 Großdestillationen Herm. Raband 8 Uhr, gegen Die Verbrecher 10 bis 15 Pfd. schwer Wegner, BerlinSO. Schauspiel von Mariannenstraße 34 Ferdinand Bruckner im Gänsekeller. Auf Teilzahlung Messingzuglampe für Gas u. Elektrisch m. 60 cm Seidenschirm. Anzahlung 4.90, Rest in 10 Monatsraten. à M. 3.90. A. Dworack, Brunnenstr.36 Holz- und Kohlenhandlung Wilhelm Schneider Friedrichshagen Wilhelmstraße 39.[ R. 27 Lieferant sämtlicher Brennmaterialien. Elsässer Straße 16, Ecke Bergstraße, Elsässer Straße 11, Ecke Ackerstraße, Linienstraße 222, Ecke Alte Schönhauser Str. Rügener Straße 14, Ecke Swinemünder Str. Bindfaden Kordel, Packstricke, Zwirne, Jutegewebe, Pack- und Seidenpapiere. Billigste Bezugsquelle: Julius Manasse NO 43, Neue Königstrasse 70 Telephon: Alexander 527 u. 529 Großdestillation 1B. 57 Hackepeter Eigene Thür. Wurstfabrikation Adolf Schrepel[ G.F.192 Grünthaler Str. 13. Ecke Bellermannstr. [ B. 9 Vorzüglichen Köpenick, Landjägerstr. 4 Bau- u.Möbelfischlerei Tel.: Köp. 1538 Groß- Destillation ,, Rittereck" Rittersir.95 Ecke Brandenburgstr. Inh.: Paul Männling Gut gepflegte Biere Kaltes und warmes Büfett. Bettfedern- Krause [ B. 22 Gustav Krause Berlin- Reinickendorf- Ost Justusstr. 32, verlängerte Soldiner Str. Fernruf: Reinickendorf 281 Elektr. Beitfedern- Reinigung tägi. Freie Abholung und Zusendung. Neumann's Bierstuben- Pankow Mendelstr. 17. Tel.: Pankow 3107 Verkehrslokal der Partei und des Reichsbanners[ G. F. 205 Vereinshaus Vineta Vinctaplatz 7 Verkehrslokal der SPD. und Gewerkschaften. ( G. F. 176 Weißkäse Restaurant Taube in jeder Menge zu billigen Preisen empfiehlt zu schnellster Lieferung Neuköllner Oelmühle Bruno Mollnau[ G.F.119 Müllerstraße 62 a G. Paul Lehmann& Co., Neukölln Verkehrslokal der organisierten Arbeiter Teupitzer Str. 104. G.F.63 Schaft. Geschäfiszimmer des Kleingarten- Bezirksverbandes Wedding". Fernsprecher: Neukölln F 2 0685/8149 Sturmecke Föhrer- Ecke Fehmarnstraße gegenüber Virchow- Krankenhaus. Verkehrsinkal der SPD. IGF.174 Swinemünder Gesellschaftshaus Neuer Inhaber, neu renoviert Säle frei! Kastanienallee 56 Ged. Speisez., eleg. Schlafz., vorn. gerrenz., apart. Büchen, Bolflet Pappelallee 15 Flur, Rorb- und Лugbaummöbel. Säle bis 500 Personen Riefenausw., Spottpr., Rahlungserleichter. LUSTIGE 7 1911 Stempel 9 D S 31 u di G fü 译 er in fü 0 191 G ja គ ៩ A Ni G an be Be ra mi Ge Kr das zu Pa , 0 füh der fön m fat im Vereinszimmer[ G.F.194 fu Gerte Kuche, Hausschlächterei. Billige Preise ipe Abzeichen Carl Lossow Banner K. Rößler Gr.Frankfurter Straße 15 gegenüber Rosetheater. Schönhauser Festsäle Schönhauser Allee 129 ( Nähe Bahnhof Nordring) Fernsprecher Vin ta 2457 Säle für Vereine( GF46 und Familienfestlichkeiten Stettiner Fleischund ( G.F.66 Wurstzentrale Invalidenstraße 130 E. BYTOMSKI Zigarren, Zigaretten und Tabake[ G. F.71 Zahlstelle der Volksbühne u. Z. d, A. 23 Engelufer 23 Sport- Restaurant 92 Oskar Schulz G.F. Köpenick, Bahnhofstr. 34 Verkehrslokal des Reichsbanners. SW 29, Bergmannstraße 56 Speziallieferant für Großbetriebe in Puddingpulver, Eispulver, Suppenartikel, Gewürze etc. B.4. Bier- Quelle a Gi „ N fa ein Τα Ab me Di Wilhelm Mahnkopf Carmen- Sylva- Straße 123 ch Verkehrslokal der organisierten Arbeiterschaft ( Ecke Greifenhagener Straße) Tapeten Linoleum Hermann Hussack Inh. W. Hussack IN [ R. 9 ber DOI fäh 10 gef So mel gär tu die NO, Wörther Str. 30 Brot- u. Feinbäckerei von K. Petersohn Die Rügener Str. 16 pol empfiehlt sein vorzügliches bea Brol-, Weiß- u.Feingebäck fin unj Zur Sturmecke Butter A. Daweritz Butte Ba Krüger, Hussitenstr.34 Oderberger Str. 53, Eckhaus der Kastanienallee; Schivelbeiner ( Ecke Scheringstr.) Straße 17, Ecke der Driesener Verkehrslokal der Partel, Reichsbanner Straße; Bornholmer Str. 80, und Gewerkschaften ( G. F. 166 B.19] an der Driesener Straße. Beilage Donnerstag, 1. November 1928. Was geht in Sowjetrußland vor? Der Abend Es spukt im Kreml. Spalausgabe des Vorwärts ,, Abweichungen" rechts und links.- Die ,, Flüsterer". Die Wirtschaftskrise spitzt sich zu. Die gegenwärtige Bage in Rußland fann am besten mit dem französischen Wort malaise( Unbehagen) bezeichnet werden. Eine Krise? Gewiß: Stagnation und Rückgang der verstaatlichten Industrie in Mai Juli, Zerrüttung der Landwirtschaft, Mißernte und Hunger in der Ukraine, der Kornkammer Rußlands, Teuerung und Produktenmangel in der Stadt, Warenmangel auf dem flachen Lande, zunehmende Arbeitslosigkeit, Zerrüttung der Arbeitsdisziplin, Depression bei den Spezialisten nach dem Schachty- Prozeß, allgemeine unzufriedenheit. Aber der Begriff Krise trifft in diesem Falle nicht ganz zu. Denn Krise bedeutet einen akuten, aber vorübergehenden Zustand. In Sowjetrußland ist es nicht nur eine Krise, sondern vielmehr eine Sadgasse. Dasselbe malaise ergreift auch die herrschende Parteiwer's glaubt! Denn die gegenwärtige Wirtschaftsfrise, die unvermeidlich zur sozialen und politischen Gärung führt, ist eine Kon iunkturkrise. Es ist keine leber produktions-, sondern eine unter produktionsfrise. Die Wirtschaftstrise von heute ist Hauptsächlich dadurch veranlaßt, daß die neue ökonomische Politik" sich erschöpft hat. Noch vor kurzem fonnte man glauben, daß die Birt. schaftskrise nur durch den demagogischen Linksturs verursacht wurde und daß sie mit der Aufhebung der außerordentlichen Maßnahmen" bei der Getreidebereitstellung bald überwunden sein werde. Aber immer deutlicher stellt es sich heraus, daß der Linkskurs die Wirtschaftskrise nicht erzeugt, sondern nur verschärft hatte. Die außerordentlichen Maßregeln" wurden durch das Dekret vom 19. Juli aufgehoben, die Krise aber ist geblieben, ja jogar ver: tiest und verallgemeinert worden. Der enge Rahmen der Nep" reichte, um die Boltswirtschaft auf das regierung wenigstens die Brotversorgung der Industriearbeiter zu sichern, um Unruhen in den politischen Zentren zu vereiteln. Bergebens fucht die Stalinsche Führung den Ausweg aus der Sadgasse in den Auslandskrediten und Konzeffionen zu finden. Es ist eine Utopie zu glauben, daß das angeblich ,, sozialistische" Wirtschaftssystem mit Hilfe des internationalen Rapitals zu retten fei. Es ist eine Utopie zu glauben, daß Entwicklung der Landwirtschaft und Kapitalanhäufung auf dem flachen Lande stattfinden tönnen, während ein Bernichtungskampf gegen die bemittelten Bauern fortgesetzt wird. Es ist eine Utopie zu glauben, daß ohne die Aufhebung des Systems der Rechtlosigkeit und des Terrors die Gesundung der russischen Volkswirtschaft möglich sei. Es fputt im Kreml Ringsum Gefahren und Gegner, bon unten bis oben. Der Fraktionstampf blieb bis Die ,, Nep" versagte aber, als es sich um die technische Umrüstung Gegner und Gefahren. Im Lande wächst das Unbehagen. Oben zur letzten Stunde aus; denn die Troßtisten waren grausam unterdrückt, und die Rechten" wollten nicht gleich den Trozkisten in die ,, Unterwelt" verdrängt werden. Sie lauerten lieber auf ihre Stunde", in der sie Stalin ebenso erledigen würden wie Trokki von Stalin erledigt wurde. Aber die„ Atempause" dauerte nicht lange. Die Birtschaftstrije führte unvermeidlich zur neuen Parteifrise. Der Frattionsgeist ist wieder aufgewacht. Sogar die Stalinfche Presse kann das Wiedererwachen der oppofitionellen Stimmungen und ,, Abweichungen" in der Partei nicht mehr verheimlichen. Auch innerhalb der fühlenden Clique der Kreml- Bewohner verschärfen sich die unüberbrüdbaren Gegenjähe von Tag zu un Tag. Es sputt im Kreml. Man hat die Richtung ver loren. Man weiß nicht mehr, wohin zu steuern. Selbst Stalin, der Mann mit der eisernen Faust", ist ermattet. Sein fast magischer Einfluß scheint ziemlich gesunken zu sein. Zwischen ihm und Rytow tobt im„ Polbureau" ein dumpfer Kampf. Alle anderen Führer" tommen nicht in Betracht. Es sind lauter Richtigkeiten und Mameluten. Sie hängen in Wirklichkeit nicht an Stalin, sondern an der Macht. Sie folgen Stalin nur solange er am Ruder ist. Esiputt im Krem Der ängstlich gewordene Diftator verteilt- feine Hiebe blindlings bald nach links, bald nach rechts. Gestern noch galt der Troztismus als Hauptfeind. Heute ist es die ,, rechte", opportunistische", fleinbürgerliche" Richtung, die zur radikalen, Revision des Parteiturses im Sinne einer Aussöhnung mit der Mittel- und Großbauernschaft drängt. Und siehe: die ,, rechte Gefahr" hat sich ganz in der Nähe, wörtlich vor den Toren des Kremis, in der Moskauer Parteiorganisation, eingenistet! Jetzt greift das Staliniche Zentralfomitee ein, um die rechte Gefahr im Reime zu ersticken. In einem offenen Brief an die Mitglieder der Moskauer Parteiorganisation brandmarkt das beunruhigte Zentralfomitee die opportunistische" Abweichung in der bisherigen Moskauer Parteiführung als ein„ Schlupfloch für die bürgerlich- demokratischen Tendenzen" und billigt den Abbau einer Reihe von führenden Persönlichkeiten der Mostauer Organisation wie Moros, Rütin und Mandelstamm Esiputtim Kremt. Die allgemeine Berlegenheit und Zerfahrenheit erzeugt Furcht. Man fürchtet alles. Die Machthaber n im Kremi jehen überall Gefahren wirtliche underfundene, von rechts und von links. Sie sehen ringsum GeSpenster, weil sie selbst fast schon Gespenster geworden sind. 94 23 el Aber noch gefährlicher scheint den beunruhigten Macht habern im Kreml eine besondere Feindegattung- die Scheptuny", die Flüfferer. und Erweiterung der Industrie und der Landwirtschaft handelte. Die offiziellen statistischen Kurven gehen in die Höhe, der Wohlstand der Bevölkerung in Stabt wie im Lande sinkt aber immer tiefer. Sogar das tägliche Brot wird wie in der Zeit des Kriegskommunismus wiederum ein Privilegium der Wenigen. Da die Brotversorgung der Stäble Da die Brotversorgung ber Städte troß des Ausbleibens des Getreideerports in diesem Jahre bedroht ist, versucht die Sowjet topflose Führung", unten elementare, reflegartige, einsta weilen passive Resistenz der Bauernschaft. Dazwischen steht die desorientierte und desorganisierte Arbeiterklasse, die unter der Wirtschaftsweise am meisten zu leiden hat, deren politischer Wille aber einstweilen völlig gelähmt ist. Und dabei schicken sich die Bankerotteure vom Kreml an, die Wegweiser der internationalen Arbeitera bewegung zu spielen und als Generalstab der Weltrevolution aufs Peter Garmŋ. zutreten! Was der ,, Trud" berichtet. masser. In den Bergwerken gibt es feine Räume, in denen sich die Arbeiter erwärmen und erholen können. Der Bruch der Kollektiv. verträge wirft sich auch auf die Arbeitslöhne aus. Die Trusts sezen in weitem Maße die Löhne herunter." Moskau lacht. Es ist nachgerade fein Geheimnis mehr, daß Somjet| Schmutz häuft sich vor den Wohnungstüren. Es fehlt an Trint rußland die Arbeiterfasse nicht in die verheißene beffere Zukunft führen konnte, daß es sich bei den so hoch gepriesenen ,, Errungenschaften" um Dinge handelt, die der westeuropäischen Arbeiterschaft längst selbstverständlich geworden sind, daß der Arbeiter nach wie vor der Ausgebeutete ist, dem Wohlgemerkt: Alles das meldet nicht etwa ein antibolsche statt des Zarismus heute die Sowjetbureautratie auf dem Nacken wistisches Blatt, sondern das Organ der russischen Gewerfa sigt. Wer ein wirkliches Bild von dem Leben der Arbeiterschaften. Wie muß es da in Rußland erst in Wirklichkeit aus tlaffe in Rußland gewinnen will, der hält sich am besten an die fehen offizielle Zeitschrift der räterrifischen Zentralverwaltung der Gewerkschaften ,, Trud". Dort steht zu lesen, wie den Arbeitern und Angestellten oft der Arbeitslohn nicht ausgezahlt wird, wie die Gefeße über den Arbeitsschuß nicht beobachtet werden, wie die Arbeiter bis zu 12 Stunden an der Maschine stehen usw. Aber lassen wir Zitate aus dem Trud" selbst sprechen. In Nr. 184 des„ Trud" heißt es: Bei einem Brüdenbau in Samartand find nicht einmal die elementarsten Gefeße des Arbeitsschutzes beobachtet worden. 3wei Arbeiter murden bei den Sprengarbeiten schwer verstümmelt. Aus Mangel an Reparaturen stürzte eine Wohnbarade ein und begrub drei festgestellt worden, über welche die Bermattung sich ausgefchwiegen Arbeiter unter ihren Trümmern. Außerdem find 12 llnglücksfälle hat. Ferner wurde fonstatiert, daß im vergangenen Winter von der Verwaltung vier Arbeiter ungefeßlich entlassen murden. Sie mußten mitten in der Nacht, in Unterwäsche, die Baraden verlassen. Drei Arbeiter sind spurios verschwunden, der vierte wurde mit erfrorenen Händen und Füßen aufgefunden. PR Die Lage der Arbeiter iff schredlich: der Arbeitslohn wird nur mit großer Berspätung ausgezahlt, so etwa nach 2 bis 3 Monaten; in den Baraden wimmelt es von Ungeziefer; für 200 Menschen ist nur ein Geschirr zum Mundspülen vorhanden; es ist nichts da, um Waffer zu tochen." In Nr. 210 des Trud lesen wir über Unglüdsfälle im Uraler Industriegebiet folgendes: Die Zahl der Unglüdsfälle in den Uraler Industrieunternehmungen ist von 25 000 in den Jahren 1925/26 auf 37,000 in den Jahren 1926/27 angewachsen. Diese Zunahme der Unglücksfälle erklärt sich nur dadurch, daß die Betriebe die Verträge über die Anbringung von Schutzvorrichtungen, trotz der ihnen hierfür überwiesenen Geldmittel, nicht erfüllen. Sowjet Paradies. Eine Arbeiterdelegation aus Schweden Tommt nach Sowjetrußland. Große Empfangsfeierlichkeiten in Moskau. Eine Reihe sozialer Einrichtungen werden in der Kremlstadt besichtigt, dann fährt man nach Petrograd. Der Delegation gehören meist. Kommu misten an, aber auch ein Sozialdemokrat war dabei. Von Petrograd schönem weißen Sand. aus fährt die Delegation ans Meer. Dort ist ein Badestrand mit Da sagt ein schwedischer Kommunist zu seinem sozialdemokratischen Landsmann: „ Schau dir odch mal diesen herrlichen, weichen Sand an Go schön haben wir ihn am Badestrand in Stockholm nicht!" " Und wenn shon," meint der Sozialdemokrat, der Sand war unter dem Zarismus hier schon genau so schön. Darauf der Kommunist voller Entrüstung: ,, So etwas fann nur ein sozialdemokratischer Arbeiterverräter behaupten!" Eine famose Währung. Kurz nach der Stabilisierung der Sowjet- Währung durch Ein führung des Tscherwonez unterhält man sich in Moskau über Währungsfragen. Man spricht vom Dollar, vom englischen Pfund, von der deutschen Mark und streitet darüber, welche Währung wohl die sicherste sei. Da mischt sich Karl Radet in die Unterhaltung und erklärt: „ Die bestfimdierteste Währung ist doch unser sowjetrussischer Ticherwoney; sie ist nämlich gedeckt durch das ganze Stapital von Rarl Marg...." Die Moskauer Parole. Sie sind überall- und nirgends. Je ummerklicher, desto schädlicher. Nicht in den Parteiversammlungen denn es wäre dort gefährlich, sondern zwischen vier Wänden, bei der Taffe Tee oder einem Glas Wodka verbreiten, die Flüsterer allerlei Undinge und Fabeln über die Gegensäge in dem Zentralfomitee, über die rechten Abweichungen in der Parteiführung usw." Aber je mehr diese Klatschgeschichten" widerlegt werden, desto stärker wird die allge- Arbeitsverhältnisse mitgeteilt: Die Rommiffion der Gewerkschafts Aufenthalts in Berlin 1927/28 zu einer Silvefterfeier eingeladen. meine Ueberzeugung, daß fie der Wirklichkeit doch entsprechen. Die Flüsterer" erfüllen nur die Funktion der unterdrückten öffentLichen Meinung. Wo es teine Pressefreiheit gibt, dort gedeihen die Klatschgeschichten" als Ersatz für eine unabhängige Information. Esiputt im Kreml. Man wird immer ängstlicher. Angst bor mem? Gewiß nicht so sehr vor den innerparteilichen Feinden" aller Schattierungen, als vor der dunklen und gefahr bergenden Bauernhölle. Die inneren Feinde von links und von rechts find nicht an sich für die Alleinherrschaft Stalins gefährlich, sondern nur insoweit sie der Niederschlag der erwachenden jozialen Kräfte find. In Nr. 208 des Trud" wird folgendes über russische organisation stellte in der Naphthaindustrie von Uzbek außerordentlich schwierige Arbeitsverhältnisse jest. Die Arbeiter leben dort in fleinen engen Zimmern, Berheiratete und Unverheiratete zusammen. Die Lebensmittelversorgung ist nicht geregelt. In den genossenschaftlichen Berkaufsstellen der Betriebe wird für die Arbeiter schlechtes, mit Malariabazillen durchsetztes Fleisch verkauft. Die Ambulanz ist nicht in Orammg. Die chirur gischen Instrumente liegen verstaubt auf dem Fensterbrett. Obgleich die Mittel schon bezahlt worden sind, ist bis jetzt mit dem Krankenhausbau noch nicht begonnen worden... Aus einzelnen Gebieten werden Beschwerden laut, daß das Bezirks. Exekutivkomitee in großem Maße die Arbeitslöhne zurüd hält, und zwar besonders für das Sanitätspersonal und für die Lehrer. In mehreren Gebieten ist der Arbeitslohn schon seit zwei Monaten nicht ausgezahlt worden." In Nr. 207 des„ Trud" ist folgendes zu lesen:„ In allen Bucharin selbst hat vor kurzem( Brawda" Nr. 228) feft gestellt, daß die Krise der Getreidebereitstellung der Sowjetmacht große Gefahren" in fich berge. Die Wirtschaftsfrise merde von wichtigen sozialen Erscheinungen begleitet. Im Lande gären zweifelsohne die uns gegnerischen Kräfte: das„ Kulaten tum" auf dem flachen Lande, die Reste der alten Bourgeoisie und die neuen bürgerlichen Gruppierungen in der Stadt." Bergwerksunternehmungen des Ural ist eine Durchbrech Die Ideologen der klein- und Mittelbourgeoisie versuchen unsere der Kollektivverträge zu beobachten. Wie sich das bei 16 politische Linie allmählich zu unterwühlen". Auch unter den Sowjet- ben Arbeitern auswirkt, zeigt folgendes: Die Bohnungen hes beamten gibt es viele, die heute bereit sind, einen beliebigen ultra- ber Arbeiter befinden sich linken Induſtrialiſierungsplan auszuarbeiten und übermorgen mit unferen Gegnern zu pattieren". in efelerregendem Zustand. Bucharin versichert freilich seine beunruhigte Herde, daß die In den Gemeinschaftsräumen herrscht Unsauberkeit, die Arbeiter Barteiführung Serbe, minden find mit Ungeziefer bebedt. Die Sjoftum eit, die Arbeiter er er er SQ, und alle spre Widersacher nieberschmetters werde. Glüdlich, Aborte befinden sich in höchst unhygienischem Zustand, Der Frau Lunartscharsti, die Gattin des Boltskommissars mit ihrem Mann gelegentlich ihres Ein junger Mann mar von ihrer Schönheit so begeistert, daß er einen etwas undiplomatischen, tastenden Annäherungsversuch wagte. Die so stürmisch Attadierte mies den Angriff ab, indem sie dem liebesentflammten Jüngling die kommunistische Parole zurief: Hände weg von Sowjetrußland!" Sozialisierung. Am Vormarsch der Roten Armee nach der Krim gegen die weißgardistischen Truppen des Generals Wrangel nahm auch Stalin teil. Später erzählte er Radek, wie glänzend sich die Revolutionstruppen geschlagen hätten: Wir drangen so überraschend vor, daß wir das Hauptquartier im Sturm einnehmen konnten... Was wir da alles fanden...! Diesen Offizierslugus! Das kannst du dir gar nicht ausdenken! Auch ein sehr vornehmes Bordell war da.... Was hast du damit getan....?" Ich habe das Kartensystem eingeführt.....!" Stalin oder Trokki. Während des Kampfes der sowjetrussischen Opposition gegen den Stalin- Kurs wurde in einem Moskauer Arbeiterklub dieses Gespräch belauscht: Wer wird denn siegen, Genosse...?" .Selbstverständlich unsere „ Na, wer sind denn unsere?" „ Diejenigen, die siegen werden. Ein Rennfahrer-Roman von Andr� Reute. Oberset*» von F. A. Angermayer Copyright byBödtergilde"� Gufenberg, Berlin (31. Fortsetzung.) Eins stand jetzt schon bei ihm fest: Im nächsten cherbstsalon wollte er einige Gemälde ausstellen, die seine Kollegen und Bekannten ziemlich überraschen sollten. Wenn schön seine Clowns und Akrobaten seinerzeit sensationell gewirkt hatten, wieviel mehr erst würden seine Rennfghrerbilder die Leute packen. Diese Bilder hatte er in langen Tagen und Nächten, auf eisigen Gletschergipfeln und im Brand der Mittagssonn« miterlebt und mit- erlitten. Jetzt überflog er mit großer Neugierde den letzten Artikel Ro- oenelles, der in einem Aufsatz die Rundfahrt vom pharm«, zeutischen Standpunkt untersucht«. Ravenelle erklärte seinen Lesern, welch« Medikamente die Fahrer unterwegs angewandt hatten, vom Harm- losen Kola bis zum gefährlichen Koffein, von der einfachsten Salbe bis zu den schädlichen Dopingpillen. Er schilderte die körperliche Ver- fassung der„Ueberlebenden", die blutlos und abgemagert die letzten Etappen fast mechanisch zurllckgelgt hatten. Er erzählte, wie all« Fahrer den Sattel vier bis fünf Zentimeter niedriger gestellt hätten. um tiefer zu sitzen, und berichtete, wie ihre Zehen, obwohl sie mit kleinen Leinenlappen umwickelt waren, durch die chunderttausend« kleiner Stöße gegen die Fußhaken bereits schwarze Nägel bekommen hätten, die in einem Monat abfallen würden. Er sprach von den qualvollen Sitzbeschwerden, die etwa zehn bis zwölf Fahrer, die buchstäblich auf Furunkeln sahen, auehalten mußten, und schilderte, wie Demoulder deswegen die letzten 360 Kilometer, von Gex nach Stroßdurg, fast nur in den Pedalen stehend zurückgelegt hatte. „Sie nehmen sich aber wirklich kein Blatt vor den Mund," sagte Mainguy. „Warum soll ich die Wahrheit entstellen?" entgegnete Raoenell«. „Meine Kollegen von der Sportpresse können nicht alles sagen, was sie gesehen haben, da ihre Blätter von den Anzeigen der Fahrrald- fabriken sehr abhängig sind. Ich schreibe für eine große politische Tageszeitung, die auf diese Inserate verzichten kann! Darum sag« ich auch die volle Wahrheit!" Ravenelle schrieb weiter. Mainguy nahm nun das„Sportblatt" zur Hand. Dil? Artikel L« Toasters, die von weitem an die Ilms erinnerten, amüsierten ihn. Gestern hatte er seinen Bericht folgender- maßen überschrieben l „Der französische Bizeps hat in der Rundfahrt noch nicht sein letztes Wort gesprochen!" „Wie lach« ich," schrieb Herr Le Toaster,„über jene Pessimisten, die zu Beginn der Rundfahrt den Triumph der belgischen und italienischen Crocks hinausposaunten und mitleidig auf unsere sran- zösischen Fahrer herabblickten! Welch wunderbares Schauspiel er- leben wir seit dreißig Tagen!... Welch grandiose sportliche Moni- sestotion?... Welche heißen, fast klassisch edlen Kämpfe! Ach, laßt uns jene Intellektuellen von ganzem Herzen bedauern, die zwischen ihren Büchern ersticken und unwissend gegen den Sport wettern!... Sie werden uns nie verstehen!... Weit entfernt, die Leistungen der großen Stratzentenöre des Auslandes herabzusetzen, weit entfernt, etwa gegen die Pedolgiaanten ArgeMero, Gambardella oder Drogoni zu sein, muß ich nichtsdestoweniger aus meinem sportlich freien Ge- wissen heraus feststellen, daß sie eben nun einmal die Partie ver- loren hatten!... Wenn ich mich auch vor Leuten wie Samba- Takorä, Gerardot und Croussc tief oerneig«, die schließlich trotz aller Energie das Rennen aufgeben mußten, kann ich nicht umhin, ihnen zu sagen, daß sie letzten Endes eben ohne Kopf gefahren sind und RenMaktik vermissen ließen! Wie unbegrenzt ist ober, inz Gegensatz, meine Bewunderung für jene Uebermenscheir, für jene Ritter ohne Furcht und Tadel, die jetzt— wo sie Raum und Zeit überwunden haben— endlich ans Ziel kommen sollen! Nicht genug kann ich die Bedeutung eines Borbist, eines De- moulder oder eines Mirrales hervorheben, die— obwohl sie jenseits unserer Grenzen wohnen— fast französischen Heldenmut bewiesen haben! Wen, ober oerdanken wir, wenn wir ehrlich sein wollen, seit einem Monat die gewaltige Sportbegeisterung?... Wer hat die Spitzengruppe am öftesten zu sprengen vermocht und die Fahrer aller Nationen durcheinandergeschüttelt?... Wer hat uns in den Pyrenäen erschüttert und dabei einen so klassisch reinen Fahrftil bewiesen, daß man ihn mit einem korinthischen Tempel oder mit der besten Szen« Shakespeares oergleichen könnte?... Wer sonst, als jene drei geschmeidigen, gewaltigen und unwiderstehUchen Musketiere, wer sonst als jene drei echt französischen Helden, die m,s«r liebes und sportbegeistertes Rundfahrtpublikum immer wieder jubelnd bei ihren glorreichen Namen rief: Blanc-Mesnil, Cheoillard und Tampierl Noch ist die große Jagd nicht aus!... Die ruhmbedeckte Unsicher- heit des Sports könnte in letzter Minute noch«inen Vorbist, ja sogar einen Mirrales als ersten durchs Ziel führen, und wir würden uns auch vor diesem Ausgang bewundernd oerneigen. Der beste Mann soll Sieger sein!... Das war immer unsere Devise!... Aber das begeisterte und großzügige Publikum der Prinzenpartbahn pflegt sich nie zu täuschen und wird in jedem Fall den drei moralischen Siegern des Rennens, jenen Helden, die unser« Landesfarben über die riesige Strecke trugen, gebührende Anerkennung zollen! Zunächst aber ist noch alles möglich, und der französische Bizeps hat noch keineswegs das legte Wort gesprochen!" „R. r. r. r. r. r. rt!" machte der Maler und imitierte eine Trommel. „Na, Tampier, haben Sie das gelesen?" Der französische Champion zuckte die Achseln: „Wenn er mir nur auch seinen Hintern leihen wollte, damit ich bis Paris aushalte!" Ravenelle lachte laut auf. Nachdem die Fahrer in dreizehn Etappen, die über öi)l)0 Kilo- meter führten, ihre Kräfte genügend verbraucht hatten, stand ihnen jetzt als vorletzt« Vorstellung der Tournee die 433 Kilometer lange Strecke von Metz nach Dünkirchen bevor. Dies« zweitlängste Etappe der ganzen Rundfahrt war bei den Fahrern wegen ihrer grauenhaft schlechten Straßen keineswegs be- liebt. Stundenlanges Knüppelpflaster war nicht dazu angetan, die schmerzenden Glieder zu erfrischen. Dabei war diese Strecke von unzähligen Autoausflüglern befahren, sa daß die Rennfahrer fast im Staub erstickten. Seit Cheoillard dos gelbe Trikot trug, bildeten die vier übrigen .,Britlant"'Fahrer eine Art Schutzestorte, um ihm jedes Unglück fernzuhalten. Der Kleine fuhr, durch die Hoffnung auf seinen Sieg beflügelt, eigentlich ohne allzu große Anstrengung sein Rennen weiter und hatte nur«ine Sorge, die sieben Minuten Borsprung, die er jetzt vor Borbist hatte, möglichst noch auszudehnen Laboureur lag mit zwanzig Minuten Rückstand an dritter Stell« und hoffte noch immer auf irgendeinen Zwischenfall, der ihn weiter nach vorne bringen würde. Als Cheoillard einnrnl wegen eines Reifenschadens anhalten mußt«, ging Borbist wie die Schnellpost ab, um' gegen ihn aufzu- holen. Lag aber Borbist einmal zurück, dann inszenierten die anderen ein« Jagd auf Biegen und Brechen, und die im geheimen von „Brillant" gekauften Fahrer Majott«, Grimpart und einig« andere zogen Cheoillard immer wieder mühelos ans Feld heran. Der nur ungenügend unterstützt« Belgier erschöpft« sich aber bei solchen Aus- reißvcrfuchen immer mehr. Der alt« Laboureur, der beide Parteien Lili neuer Reiten für die Weiterfahrt. überwachte, erwischte stets das richtige Hinterrad, verteidigte seinen dritten Platz mit Löwenmut und zwang selbst seinen Gegnern ehr- liche Bewunderung ab. Jetzt waren die Landstraßen von trostlos ein- heitlichen Ziegelhäusern, die all« blaugrau oder schmutziggelb ange- strichen waren, eingesäumt Die Wirtshäuser hießen in dieser Gegend „Estominets" und priesen auf ihren Schildern belgische Schnäpse an. Di« Bäume waren hier ziemlich selten, und nur ab und zu säumten Pappeln«inen langen Kanal ein. Don den Autos wurde Köhlen- staub aufgewirbelt. Wenn einmal das Kopffteinpflofler von gestampftem Lehmboden unterbrochen wurde, atmeten die Fahrer auf. Dann fuhren sie— in langer Karawane— im Gänseschritt und waren froh, wenigstens «ine Zeillang dem gräßlichen Staub entronnen zu sein. War der gute Weg zu Ende, klapperten die Räder wieder über Knüppel- Pflaster, und die Gesichter der Fahrer oerzogen sich zu schmerzlichen Grimassen. Bor allen Häufern standen haufenwesie Zuschauer. Manche Autos warfen Reklamezettel ab. Kinder stürzten sich darauf wie Geflügel auf frisches Futter. Di« Chauffeure der Begleilwagen mußten olle Bremsen anziehen, um ein Unglück zu verhüten. Dann wurde geflucht und geschimpft, und die Fahrer, die jeden Augenblick in Gefahr waren, umgestoßen zu werden, konnten sich nur mit äußerster Vorsicht in diesem Getöse einen Durchschlupf schaffen. Zwischen Meteren und Fletre tat Laboureur plötzlich auf dem Kopf- steinpflasier, das die Fahrer den Schlackenwegen vorzogen, einen Sturz. Er hatte Gabelbruch. Im blau«n Dunst der Autos stand er da, mit blutendem Kmn, und hob verzweifelt beide Arm«. Keiner oerstand, was er wollte Phoiographen umstanden ihn und zielten auf seinen Kopf, als wollten sie ihm den Gnadenstoß geben. Dann sprangen sie wieder ins Auto und jagten weiter. Zwischen zwei Wagen stand nun der alte Champion allein am der Straße. Im«rsten Auto saß sein Manager Robardeau und in, zweiten Ravenelle. Schnell eilten Neugierige herbei. „Ist hier irgendwo ein Fahrradfritze?" keuchte er. Aber es war nur«in Schmied in dieser Gegend. Laboureur rannte nun ächzend, sein gebrochenes Rad mit sich schleppend, zur Schmiede. Draußen oersammelte sich eine ganze Horde von Gafsern. „Die Gabel ist weg!... Schnell, ich muß reparierenl..." Kopfschüttelnd betrachtet« er dos herumliegende Werkzeug. „Ich helfe dir!" sagte der Schmied. „So siehst du aus!... Dos ist doch laut Rennordnung ver- boten, Mann!" Ohne eine Mniute zu verlieren, mochte er sich an die Arbeit. „Aber wie soll ich denn bloß die Vorftecklöcher allein fertig- kriegen?" sagte er plötzlich und wischte sich mit seiner schwarzen Hand den Schweiß von der Stirn.„Dreh' mir mal die Bohr- maschin«!" „Mein armer Stephan," sagte nun der alte Auzias sichtlich betrübt,„ich bin leider gezwungen, dich mit zehn Minuten Slros- rückstond zu bestrafen! Es tut mir selber weh. aber es ist Vor- schrift. Du weiht, wie ich dich schätz«, und du kannst mir glauben. daß mein Herz dabei blutet, aber..." „Ich weiß. Herr Auzias." erwidert« der Champion.„Aus zehn Minuten mehr oder weniger kommt's jetzt schon gar nicht m«hr an. Mein dritter Platz ist futsch, von meiner Hoffmmg, vielleicht gar zweiter zu werden, ganz zu schweigen... Aber Sie werden selbst zugeben, wie bitter es ist, wenn ein Fahrer, der Unglück hat, noch bestraft wird." „Hätten Sie sich doch wenigstens mit Ihren Kollegen besprochen, ehe Sie einfach aus dem Rennen liefen." sagte nun sein Manager Robardeau. Da kochte aber die ganze Wut des alten Meisters g«gen seinen„Betreuer" über, und ohne mit der Arbeit aufzuhören, schrie er:. i .Lossen Sie uns bloß zufrieden!... Wenn die Fabriken, für die wir mit Einsatz unserer Gesundheit Reklame machen, wenigstens die Gewissenhaftigkeit hätten, uns anständige Räder zu geben, hätte ich jetzt nicht alle Früchie meiner wochenlangen Schinderei eingc- büßt!... Soll das vielleicht guter Stahl sein?... Das ist Ramsch. verehrter Herr, und ich habe noch Glück gehabt, daß ich mir aus diesem Pflaster nicht das Genick gebrochen habe!... Ja, wenn ich mir noch den Hals gebrochen hätte, dann hätten sie wenigstens Ge- legenhett zu einer schönen Grabrede g«habt: der große Champion Laboureur. das Vorbild der Willenskrast. der Mann, der niemals aufgab und dem Nachwuchs als Beispiel dienen sollte! Ei. da hätte man dem Toten Rotz um die Backe geschmiert, indem man gleich- zeitig für sein Rad Reklame gemacht hätte!... Da ich aber Gabel-! bruch hatte, wird man schön schweigen!... Darüber wird kein Wort gesagt!...(Fortsetzung folgt.). WAS DER TAG BRINGT. HinuiwnKimiiiiuiituiiüiuiiiumu!RiiniiiMuiZch gehe, euch eineStätte zu bereiten." 1 5 e 5 ge me er 21, D. en ift n eit en ie b, e.1 ift Der bel Das er Den gtt 音 ber des en Ein ther nn ~ Sportund Spiel~ Lehrgänge der Bundesschule Das Wort: Wissen ist Macht! gilt auch für den Arbeitersport. Als die ersten Arbeiterturnvereine in den neunziger Jahren ins Leben traten, mußte zunächst das turnerische Programm der Deutschen Turnerschaft" übernommen werden. Der Träger der Bewegung war allein der sozialistische Gedanke: Loslösung der Arbeiterschaft von den byzantinischen und reaktionären Tendenzen des bürgerlichen Sports. Sobald der Bund aber erst einmal fest auf den Beinen stand. wurde ein Bundesturnwart angestellt, später auch Sportlehrträfte für die einzelnen Sparten. Der Arbeiter Turn- und Sportbund hat jetzt fünf Sportlehrer angestellt, und zwar einen Bundesschulleiter, Turn- und Sportwart, Bassersportwart, Fußballfpielwart, Turnspielwart. Dazu tommen noch verschiedene angestellte bzw. ehrenamtlich tätige Hilfskräfte. Der Bund hat ein eigenes Lurn- und Sportprogramm, eine große Anzahl wertvoller Lehrbücher, eigene Spielregeln ufm. Die Zentrale für sportliche Ausbildung ist die Bundes= schule in Leipzig. Das Bundeshaus hat für diesen Zwed nicht nur eine bundeseigene Doppelturnhalle, sondern auch eine Schwimmhalle, einen fleinen Sportplay und alle sanft benötigten Borrichtungen. Aber das ist erst der Anfang! Die Krönung des Ganzen soll der jegt im Bau befindliche Bundessportplag werden, dessen Her richtung etwa 200 000 m. foften wird, und als Abschluß eine Bundessporthalle, die rund 300 000 m. erfordern dürfte. Außer den Lehrgängen an der Bundesschule in Leipzig fanden noch 91 auswärtige Lehrgänge statt, an denen 2070 männliche, 386 weibliche, zusammen 2456 Kursisten teilnahmen. Ferner bestehen 4 Kreisschulen und 12 Bezirksschulen. 1927 hatte die Bundesschule eine Einnahme von 152 671 m.( darunter Organi fationsbeitrag 86 216 M., Zuwendungen von Staat, Gemeinden 32 627 m.), eine Ausgabe von 215 800 m., mithin ein Minus von 63 128 M. Für 1928 sind die Einnahmen mit 147 600 M., die Ausgaben mit 228 800 m. veranschlagt, so daß ein Fehlbetrag von 81 260 m. verbleibt. An Reich, Staaten und Gemeinden wird die Aufforderung gerichtet, finanziell zur Deckung der Unkosten für diese wichtige Lehranstalt beizutragen. Für das Jahr 1929 ist eine fleine Erweiterung des Lehrplans vorgesehen. Da das Programm weitere Kreife interessieren dürfte, geben wir nachstehend die Reihenfolge der Lehrgänge be tannt: 7.- 12. Januar: Bezirks- Wintersportwarte, 4.- 9. März: Bezirks- Männerturnwarte, 4.- 16. März: Vereins- Schwimmwarte, 11.- 23. März: Frauenturnen, weibliche Vereinstechniker, 18.- 23. März: Bereins- Handballtechniker( Bezirk Bernburg), 8.- 13. April: Geschäftliche Leiter( Doppelturfus, 60 Teilnehmer), 15.- 27. April: Rudern und Paddeln( Bereinstechniker), 15.- 27. April: Bereins- Männerturnwarte, 29. April- 11. Mai: Sozialistische Arbeiterjugend, 13.- 18. Mai: Bezirks- Handballspiel- Techniker, 27. Mai- 1. Juni: Bezirks- Fußballtechniker, 27. Mai- 1. Juni: Bezirks- Sportwarte, 3.- 8. Juni: Bezirks- Schwimmwarte, 3.- 15. Juni: Arbeiter- Athleten, 10.- 15. Juni: Bezirks- Frauenturnwarte, 17.- 29. Juni: Bereins- Fußballtechniker, 17.- 29. Juni: Vereins- Sportwarte, 12.- 24. August: Frauenturnen, männliche Bereinstechniker, 12.- 24. Auguft: Bereins- Handballspieltechniker, 26.- 31. August: Bezirks- Kinderturnwarte, 1.- 14. September: Arbeiter- Athleten( 60 Teilnehmer), 16.- 28. September: Knabenturnen, Vereinstechniker, 16.- 28. September: Mädchenturnen, Bereinstechniker, 30. September- 5. Oftober: Geschäftliche Leiterinnen, 30. September- 5. Oftober: Bezirts- Jugendleiter. Zum ersten Male fand in diesem Jahre im Auguft ein internationaler Turn- und Gymnastitlehrgang an der Bundesschule statt. Die erste Anregung hierzu wurde bereits auf der Arbeiter- Olympiade 1925 in Frankfurt gegeben durch den veranstalteten System Wettstreit, bei dem das deutsche System großes Interesse fand. Bertreten waren 19 Teilnehmer aus 10 Ländern, und zwar: Belgien 2, Finnland 1, Litauen 1, Lettland 1, ElsaßLothringen 2, Polen 1, Desterreich 1, Schweiz 2, Tschechoslowakei 3, Deutschland 5. Zur Grundlage für den Kursus dient das deutsche System in Geräteturnen und Gymnastit, von der Schweiz wurde Geräteturnen, Seftionsturnen, und von Belgien des schwedische Turnen gezeigt. Wissenschaftliche Demonstrationsvorträge über den Wert der Uebungen und internationale Organisationsfragen ergänzten den Lehrplan. Im Jahre 1930 soll der nächste Lehrgang zur besseren Borbereitung der 2. Arbeiter- Olympiade stattfinden. Das vorstehend gezeigte Arbeitsprogramm berechtigt zu den größten Hoffnungen für die Zukunft. Möge es gelingen, auch die 4. 9. Februar: Kreis- Frauenturnparte, 18.- 23. Februar: Berichterstatter( Doppeltursus, 60 Teilnehmer), Finanzfrage in günſtigem Sinne zu lösen! Die Hallen- Radsaison. Deutschland- Ausland im Sportpalast. An den Eröffnungsradrennen im Berliner Sportpalast am tommenden Sonntagabend nehmen sechs ausländische Fahrer teil, und zwar die Belgier Gebr. Standaert und Goris, der Holländer Jan van Kempen, der Franzose Rouyer und der Amerikaner Horan. Die drei schnellsten dieser Ausländer bestreiten zu Beginn der Veranstaltung einen Fliegertampf„ Ausland gegen Deutschland", und zwar 3. pan Kempen, Rouner und Horan gegen Lorenz, Schrage und Mar Hahn. Das Rennen sieht zuerst einen Borlauf der Deutschen und einen solchen der Ausländer, und dann drei Endläufe in Zweierläufen por. Nach zwei Einzelpunktefahren über je 50 Runden, die von je neun Fahrern bestritten werden, tommt als Clou ein Zweistundenmannschaftsfahren mit 16 Wertungen zum Austrag. Hieran nehmen zwölf Baare teil, von denen bisher folgende acht als Starter feststehen: Gebr. Standaert, Goris- J. v. Kempen, Lorenz Horan, Bauer Rouyer, Hahn- Longardt, Behrendt- Manthen, Feder Meyer, Dobe- Dahms. Das Kölner Sechstagefeld komplett. Zur Teilnahme am ersten Sechstagerennen in der Rheinlandhalle", das am Freitag, 2. November, 22 Uhr, feinen Anfang nimmt, sind zwölf Baare verpflichtet worden. Sechs deute schen Mannschaften treten fünf ausländische Paare entgegen, dazu fommt die einzige gemischte" Mannschaft Mouton- Steger. Die Belegung des Rennens ist die folgende: Rausch- Hürtgen, Buschen. hagen- Frankenstein, Dizmella- Schorn, Dewolf- Aleg. Maes, RiegerKnappe, Gooßens- Stocelynd, Richli- Blattmann, Louet- Boucheron, Tonani- Bestetti, Dorn- Maczinsky, Mouton- Steger, Goebel- Bragard. An jedem Tage finden vier Wertungen statt, die wie folgt eingeteilt sind: Abends 10 Uhr sechs Spurts; nachts 2 1hr zehn Spurts; nachmittags 3 Uhr und 4% Uhr je fünf Spurts. Für alle Spurts geleten die gleichen Bedingungen, auch in der 145. Stunde werden gemäß den neuen Bestimmungen teine erhöhten Bunttzahlen gegeben. Rekordleistungen im Gewichtheben. Bei einer in Paris durchgeführten Beranstaltung im Ge. wichtheben wurden neben verschiedenen Landesrekorden nicht meniger als vier neue Welthöchstleistungen aufgeftellt, und zwar je zwei für Professionals und Amateure. Zunächst kom der vielfache Beltrekordmann Charles Rigoulot auf die Matte. Der Berufs athlet verbesserte seine eigenen Weltrekords in beibarmig Reißen auf 141 Kilogramm( bisher 139,5 Kilogramm) und im beidarmig Stoßen auf 180,5 Kilogramm( bisher 179,5 Stilogramm). Danach stellte in den gleichen Uebungen auch der Amateur Host in neue Belthöchstleistungen für die Halbschwergewichtsklaffe auf. Hoftin berbefferte feine Weltreforde im Reißen auf 114 Rilogramm( bis her 112,5 Kilogramm) und im Stoßen auf 145,5 Kilogramm( bis. her 142 Kilogramm). Kegelsport. In einem Städtekampf, den sich Berlin und Magbe burg fürzlich lieferten und der über je 50 Rugeln auf Bohle und Asphalt ging, fiegte die repräsentative Mannschaft des Freien Reglerbundes Berlin mit 3148 zu 3121 Holz. Die besten Beistungen auf Asphalt zeigten folgende Berliner Sportfegler: Beter 275, Barras 270, Bauer 264 Holz. Auf Bohle: Beter 378, Karras 371 de Holz. Die Magdeburger stellten folgende Spigenteute: Beitert 271, Schletter 269 Holz auf Asphalt, 375 und 359 Holz auf Bohle. Dem Stampf wohnte eine große Zuschauermenge bei. tet: F. St. Die Untreue der Russen. Finnland gibt die Beziehungen zu Moskau auf! Auf eine Einladung des Finnischen Arbeiter- Sportbundes( TUL) hin, spielten russische Fußballspieler aus Moskau mit der vereinbarten finnischen Mannschaft. Die Russen verblieben aber weiter in Helsingfors und spielten, entgegen den Abmachungen, mit den wegen des Besuchs der Sportafiade ausgeschlossenen Fußballern. Darauf hat der finnische Bundesvorstand die sportlichen Beziehungen mit den Russen abge= brochen. Die Finnländer gehörten zu den wenigen Arbeitersportlern, die sich von der Untreue der Russen noch nicht recht überzeugt glaubten. Nunmehr haben die Russen ihnen eine greifbare Demonstration geliefert. Zu der Angelegenheit erfahren wir, daß der Führer der ruffifchen Mannschaft, Kaplan, Sekretär der Roten Sport- Internationale, eine Woche vor dem zweiten Spiel erklärte, die russische Mannschaft trage in Helsingfors nur ein Solofpiel aus. Beranstalter des zweiten Spieles war die fommunistische Oppofitionssportzeitung„ Työväen Urheilu- ethi". Die Ruffen waren Gäste des finnischen Arbeitersportbundes, der ihnen Wohnung, Verpflegung, Fahrgeld und Reiseauslagen in Finnland stellte. Die Sekretär der RSI. trat als Heuchler auf. Gastfreundschaft wurde von den Russen schnöde verlegt und der Seine Heuchlerrolle überrascht nicht. War er es doch, der auf dem Kongreß der RSI. im August d. 3. in seinem Bericht die taktische Umstellung der RSI. forderte und sagte: Wir fordern mun die Zusammenrufung einer Konferenz mit Delegierten der unteren(?) proletarischen Sportorgani sationen. Früher veranstalteten wir gemeinsame Wettkämpfe nur nach Vereinbarung mit den besonderen Sektionen und ihren Führern. Nun gibt es eine Anzahl von Sektionen, die diese Wettkämpfe gegen den Willen ihrer Führer veranstalten wollen und wir müssen solche Wettkämpfe organifieren, trop des Willens der reformistischen Häupter." Die Einheitsfront auf dem Papier, die Spaltung in der Praxis, das ist die Methode der REI. Reinliche Scheidung tut not! Arbeiterschach. Heute, Donnerstag, findet eine Versammlung aller bundestreuen Arbeiterschachspieler Charlottenburgs im Bereinslokal, Sophie Charlotte- Straße 88, statt. Als neue Abteilung tommt hinzu: Bestend", Charlottenburg, Sophie- Charlotte- Straße 88, Donnerstags ab 20 Uhr. Die Freie Arbeiter Schach vereinigung BroВ= Berlin unterhält folgende Abteilungen: Kreuzberg: Planufer 75/76 bei Krepp, Donnerstags ab 20 Uhr. Treptow: Elsen. Ede Beermannstraße, Donnerstags ab 20 Uhr. Schöneberg: Gustav- Müller- Plag 1 bei Seidel, Dienstags ab 20 Uhr. Mitte: Zionstirchplay 5 bei Aurzrod, Freitags ab 20 Uhr. Grünau: Gemeinschaftshaus Gutshof Faltenberg, Donnerstags ab 20 Uhr. Siemensstadt: Siemensstr. 34 bei Heffe, Donnerstags ab 20 Uhr. Norden: Pantstr. 80 bei Stein, Dienstags ab 20 Uhr. 2. Kreis( Tiergarten). Zur Bildung eines Bezirtstartells entfenben alle Bereine und Abteilungen, die die Beschlüsse der Zentral tommiffion anerkennen, zwei Bertreter zur tonstituierenden Ber fammlung Montag, 12. november, 20 Uhr, bei Schmidt, Wiclef ftraße 17. Befreundete Organisationen, wie SAJ., Gewertschaftsjugend, 362. Jugend, Anglerbund find ebenfalls eingeladen. ARBEITER FUSSBALL Unlauterer Wettbewerb" oder was sonst? Betrachtet man die kommunistische Presse in Berlin und den Arbeiter Fußball"( das Organ der sich immer noch Mitglied des Arbeiter- Turn- und Sportbundes" nennenden Märkischen Spielvereinigung!), so fönnte man glauben, es gäbe innerhalb des 1. Kreises mur Kommunisten und Sympathisierende". Wie sieht es nun in Wirklichkeit aus? Auf dem Familientag" im Berliner Rathaus waren allein 150 Vertreter der Fußballer anwesend. Allerdings nicht aus jedem Berein einer, sondern gleich drei bis vier Delegierte", um ja mit großen Zahlen operieren zu können. Wie es nun mit der organisatorischen Frage auf diesem Kreistag" aussah, ist hinlänglich befannt. Trotzdem schreibt die„ KPD."- Presse und der ArbeiterFußball" von einem einmütigen Kampf gegen die Bundesaristokratie". " Die Gründung der neuen Spielvereinigung im 1. Kreis" wurde anfänglich verschwiegen. Erst auf dringende Anfragen der Mitglieder faselte die Märkische Spielvereinigung im ArbeiterFußball" von dem Bäckerdugend, das im Holzarbeiterverbandshaus zusammengekommen sei. Man konnte taum eine Mannschaft aufstellen". Mit welcher Berlegenheit dann die Abmeldungen der Bereine und des gesamten Bezirks Luckenwalde registriert wurden, erhellt am besten ein Artikel im Arbeiter- Fußball". Hier heißt es, daß es nicht einmal gelungen wäre, den sonst so bundestreuen Luckenwalder Bezirk von der Notwendigkeit der Gründung einer neuen Vereinigung zu überzeugen. In derselben Nummer meldet dann die Leitung des Südwestens, daß der Luckenwalder Bezirk sämtliche Vereine und Mannschaften vom Betrieb zurückzieht. Hier folgt also die Wahrheit der Lüge auf dem Fuß. Waren es zuerst noch höhnische Bemerkungen, die die Leute um Hutmann für die neue Bewegung hatten, so steigerte sich die ut über die gute Entwicklung der SV. von Woche zu. Woche. Auf den Plätzen der bundestreuen Vereine sammelte sich eine Horde halbwüchsiger Revolutionäre", die ihr eirgepauftes Sprüchlein her. fagen mußten. Dann schrie man, daß ein Verein( Lichtenberg I) durch unlauteren Wettbewerb, wie Führung des Namens eines MSV.- Vereins, die Deffentlichkeit irreführen will. Nicht allein die Führung des Namens liegt den MSB.- Lichtenbergern im Magen, sondern daß der erst acht Tage bestehende Verein schon Kleidung und Bälle besitzt, das kennzeichnet die Gemeinheit der bundestreuen Vereine. Die Hutmamm und Konsorten haben allerdings die Berechtigung, fich über" unlauteren Wettbewerb" zu ärgern: Trotzdem sie schon vier Monate aus dem Bund ausgeschlossen sind, führen fie immer noch den Namen des von ihnen gehaßten Arbeiter- Turn- und Sportbundes". Das am Sonntag stattfindende Städtefpiel Ludenwalde gegen Berlin gibt der MSB. Veranlassung, gegen die bundestreuen Mitglieder zu hetzen. Da man streng nach den Weisungen Lenins handelt, hat die MSB. es verstanden, durch Lüge und Verleumdung den Sportplag in der Kynaststraße zu besetzen. Allerdings erst von 4 Uhr ab. Vorher findet trotzdem die Beranstaltung der Spielvereinigung im 1. Kreis" statt. Ab 9 Uhr vormittags finden die Handballspieler Gelegenheit, für ihren Sport zu werben. Um 13.15 Uhr treten sich dann die beiden Städtemannschaften gegenüber, und zwar in folgender Aufstellung. 2udenwalbe: Wendtland ( Lud. I) Sennig Krüger ( 2ud. 1) Spielhagen ( Lud. III) ( Eudenwalbe I) Janide Siehe ( Lud. II) ( Hertha) Otterstädt Lehmann ( Frisch- Auf) Gläfer ( 2ud. V) Saate ( Lud. III) Fischer Weidauer Jülich Fechenbach ( Lichtenberg 1) Engler ( Lichtbg. 1) ( Union) Baruth ( Brandenbg.) Wuffow ( Lichtenbg. 1) Heinrich ( Brandenbg.) Schimkat ( Brandenburg) Berlin: " 1319 Schulze ( Woltersdorf) Weibland ( Neukölln)( Brandenbg.) Thomas ( Moabit) Als Schiedsrichter fungiert Baltin( Rathenow). FUNK RUNDAM Donnerstag, 1. November. Berlin. ABEND 16.00 Lothar Brieger: ,, Meisterwerke als Spiegel der Volkskultur." III.: Rembrandt und Holland. 16.30 Konzert. 1. Saint Saëns: Sonate c- moll: Allegro Andante tranquillo e sostenuto Allegro moderato( Ewel Stegman, Cello, und Bruno SeidlerWinkler, Klavier). 2. Deutsche Volkslieder- Duette: a) In einem kühlen Grunde( bearb. von Seidler- Winkler); b) Kein Feuer, keine Kohle( bearb. von Jadassohn); c) Die Auserwählte( bearb. von Seidler- Winkler); d) Hans und Liesel; e) Du, du liegst mir im Herzen; f) Schwewelhölzle ( bearb. von Berger)( Martha und Karl Mirus). 3. a) Haydn: Andante; b) Granados: Danzas Espanolas; c) Valensin: Menuett( Ewel Stegman; am Flügel: Bruno Seidler- Winkler). 17.30,, Die Sage von St. Julian, dem Gastfreien" von Gustav Flaubert.( Ge lesen von Alexander Granach.) 18.30 Wirtschaftsgeograph Hoffer- Reichenau, Athen: Wirtschaftsgeographie als Volkswissenschaft. 19.00 Prof. Dr.- Ing. H. Hanemann: ,, Metalle im Dienst der menschlichen Kultur." I.: Eisen und Stahl in alter und neuer Zeit. 19.30 Hans- Bredow- Schule, Abtlg. Geschichte. Geh. Reg.- Rat Prof. Dr. Hans Delbrück: Bilder aus der deutschen Vergangenheit( V). 20.00 Uebertragung der Unterhaltungsmusik aus dem Hotel Kaiserhof, ausgeführt von der Kapelle Géza Komor. 20.30 Das Lied von der Erde". Eine Sinfonie von Gustav Mahler. Das Trinklied vom Jammer der Erde. Der Einsame im Herbst. der Jugend. Von der Schönheit. Der Trunkene im Frühling. Abschied.( Mitwirkende: Tenor: Jacques Urlus; Alt: Maria von Basilides; Berliner Funkorchester, Dirigent Jascha Horenstein.) 21.30 Der Journalist spricht. Am Mikrophon: Fred Hildenbrandt. Anschließend: Presse- Umschau des Drahtlosen Dienstes. Von Der Anschließend bis 00.30: Tanzmusik( Kapelle Kermbach; Leitung: Kapellmeister Otto Kermbach). Königswusterhausen. 16.00 Frau Ob.- Reg.- Rat Dr. Gaebel: Berufsberatung. Die an- und ungelernte Arbeiterin( 1). 16.30 Uebertragung des Nachmittagskonzertes Berlin. 17.30 Landgerichtsdir. Dr. Lehmann: Brennende Réchtsfragen: Die Laienrichter. 18.00 Dr. Joh. Günther: Einführung in das Verständnis des Dramas( Arbeitsgemeinschaft). 18.30 Gertrud van Eyseren, Cesar Mario Alfieri: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55 Rittergutsbesitzer Schurig: Verwendungsmöglichkeiten der deutschen Ernte. 19.20 Dipl.- Hdl. Dr. Hans Wieg: Kartothek und Statistik im Dienst der kaufmännischen Unternehmung( I). Ab 20.00 Uebertragung von Berlin. beseitigt üblen Mundgeruch u Bahnbelag Chlorodontbölich gefärbten Rebelog Geschäfts- Anzeigero Bezirk Norden- Often. Unsere Manchesteranzüge sind eine gediegene, haltbare Berufs- und Wanderkleidung. Wir führen sie seit Jahren in guten Qualitäten und kräftigen Farben: blau, braun, oliv, grau, grün Neue Schönhauser Straße 8, nahe Bahnhof Börse Wilhelm Vanselow Fahrräder, Nähmaschinen, Sprechmaschinen, Musikinstrumente, Spielwaren, Kinderwagen, Möbel, Gr. Lager elektrischer Artikel aller Art R. 18] Landsgemeindehaus G. m. b. H. Teilzahlung: Kleine Anzahlung, bequeme Raten Reparatur- Werkstätte Tankstelle Berlin Tegel, Berliner Straße 88 = Tel. Amt Tegel 188 Leske& Slupecki, Schönhauser Mille 70c Ede Stargarder Straße Herren und Knabenbekleidung fertig und nach Maß Winter Paletots/ Ulster/ Anzüge/ Joppen Berufsbekleidung für jedes Gewerk Märkischer Fleischkonsum Hermann Pohle | G. F. 6 Pallisadenstr. 29 Strausberger Str. 34 Apotheker E. Sichting& Ernst Rauch G.m.b.H. BIER- GROSSVERTRIEB Fabrik alkoholfreier Getränke Bln. N 58, Lychener Straße 181 Fernruf: D 4, Vineta 1403 Fleisch billig Bln. SW 68, Neuenburger Straße 28 Fernruf: A 7, Dönhoff 1276 Willy Hanka Brunnenstraße 121-122 Wurst [ G. F. 35 gut Opel- Fahrräder kleinste Raten billigste Preise[ G.F.184 OPEL- Verkaufszentrale Wilmersdorf, Uhlandstr. 79 Julius Ehl Aufzüge Reparaturen[ B 56 Neulieferungen Bin- Wilmersdorf, Tübinger Str.2/ Tel.: Pfalzburg 1433 Trikotagen- Weißwäsche Gute Qualitäten. Solide Preise. 3 Rohr TKD Lautsprecher- Anlage M. 66.- komplett Wochenrate M. 2.30% zu billig!- Keine Hauswerber! st, Spar- Radio Invalidenstraße 116 Nur Hof rechts( Nicht Keller) Optiker Ziem Schönhauser Tor 1-2 IR.1 Richard Löwi Stoffe/ Seiden Aussteuerartikel Reinickendorfer Str. 33. Oremz Baffee [ R.22 Hermann Lorenz Invalidenstraße 161[ 73 Kaffee:: Tee:: Kakao Eigene Rösterei seit 1879 Höchste Beleihung jeder Wertsache sowie Garderobe im Leihhaus Hermann Joël Markgrafenstraße 22, II. Kolonialwaren und Butter am billigsten bei Max Schatz Kösliner Str. 10 Müllerstr. 28 Utrechter Str. 25 Müllerstr. 165 Billigste Bezugsquelle für Ernst Pompert, Berlin N, Photoapparate Kopenhagener Straße 3. Der Norden kauft nur Kohler- Brote Das große Landbrot Das gute M.- K.- Vitaminbrot [ B. 24 vom Berliner Bioch. Verein/ Tel.: Weißensee 100 Ich offeriere: Ia frischeste Vollmilch [ B. 26 in bester, fettreichster Qualität, die auf dem schnellsten Wege vom Erzeuger zum Verbraucher ohne Lagerung und Stapelung( dadurch 1-3 Tage älter) gebracht wird. Außerdem offeriere: Ia ff. Meiereibutter( keine Mischware), sowie Ia Buttermilch und weißen Käse. Achten Sie bitte beim Einkauf auf meine Firma. Inhaber: R21] Meierei Friedrichshagen, Adam Schower. Marken- Kameras stets Gelegenheit Photo Schlesinger Gr. Frankfurter Str. 77[ B.29 Hochschulbrauerei Heinrich Schrader, Amrumerstr 11 am Virchow- Krankenhaus Telephon: Moabit 8156, Hansa 3234. für 30, 50, 100 und 300 Personen für Hochzeiten, Eisbeinessen, und Vereinsbälle Säle Neu! frei Neu! Hochschulbier in Siphons [ G.F.190 5 Liter 3,50 M. Lieferung frei ins Haus. Jeden Donnerstag: Militär- Freikonzert Die Schallplatten des Arbeitersängerbundes nur auf Gomocord- Electro Überall erhältlich! HOMOCORD ELECTRO Bezugsquellen weist nach: elektrisch aufgenommen Gomophon- Company G. M. B. H. Berlin SW68 Alexandrinenstr. 108. G.F.391 Küchen zu Fabrikpreisen von 59.- Mark an Spottbillige Naturküchen Zahlungserleichterung! Küchen- Mescha Schwedenstr. 1 Biochemischer Verein >> Groß- Berlin< Geschäftsstelle: Berlin C 2, Neue Promenade 2 Fernsprecher: D 1 Norden 382 ( Mitglied des Biochemischen Bundes Deutschlands, Reichsbund der Vereine für Mineralstofflehre E. V., gemeinnütz. Verb. zur Hebung der Volkswohlfahrt) 17000 Mitglieder! Aufnahmegebühr M. 1.-, Monatsbeitrag M. 0.70 einschl. Todesfall- Unterstützung 70 Beratungsstellen in Groß- Berlin Institut für Licht- und physikalische Behandlung, Höhensonne, Massage usw. Auskunft erteilt die Geschäftsslelle. Fritz Muth Buttergroßhandlung Filialen in allen Stadtteilen[ R. 25 Robert Berger Berlin 017, Fruchtstraße 69 Telephon: Königstadt 1257 [ R. 48 Technisches Geschäft für die neuesten Dampfdichtungen, Stopfbüchsen- Packungen, Maschinen-, Zylinder- und Motoren- Oele, Bergerit und Klingerit. VOLKS FEUERBESTATTUNGS- VEREIN KA6 vormals Volks 1913 -Verein Grad- Sarin UNTER REICHSAUFSICHT Nach dreimonatiger Mitgliedschaft unbedingten Rechtsanspruch auf kostenlose, pietätvolle Bestattung Kein Kirchenaustritt erforderlich [ G. F. 34 Man verlange kostenfreie Zusendung eines Prospekts oder Vertreterbesuch Haupt- Geschäftsstelle: Berlin N. 4, Invalidenstr. 110 Fernruf Norden 38 85-88, 50 44 Kaufhaus Adolf Hirsch Gegr. 1901 Weißensee, Berliner Allee 36 Tel.: 243 Manufaktur-, Woll-, Weiß- und Kurzwaren Herrenartikel, Arbeitergarderobe[ R.19 Seifen- Haus Heinrich Hamel Berlin O. 17, Koppenstr. 71 Parfümerien/ Geschenkartikel Billige Preise! Beste Qualitäten! Pharussäle und Bierhallen N 65, Müllerstr. 142[ B. 7] Hansa 645 Säle für Versammlungen und Vereine his 1500 Personen fassend In den Bierhallen jeden Abend Unterhaltungsmusik 5 Verbandskegelbahnen vollständ. renoviert Emma Weiß, Cöpenick Schloßstraße 7 Großes Lager in sämtlichen Trikotagen-, Woll- und Strickwaren Steter Eingang von Partie waren aller Art GEORG WORBS[ R.40 Vollkommen gratis und franko Spezialwerkstatt für Elektro- Motore erhalten Grammophonbesitzer ein Päckchen la Nadeln für Schallplatten gegen Einsendung oder Vorzeigung dieser Annonce Volksgemeinschaft der Musikfreunde, Verlagsgesellschaft m.b.H. ,, Vw." Brandenburgstr. 42 Berlin S42 [ B. 3 Ankerwickelei und Prüfstation für Motore An- und Verkauf von neuen u. gebrauchten Motoren SW 61, Gitschinerstr. 5 Tel. Mpl. 15172 Köpenicker Ratskeller Großer Mittags- und Abendtisch Schultheiß- Patzenhofer Pils. Urquell Münchener Spaten Sonnabends und Sonntags Künstlerkonzert Theodor Seibel Gemeinnützige Druckerei Daab Dach- und Schieferdeckermeister Leiterberüstungen Fernspr.: Südring 1312 IR.49 Berlin SO 16, Adalbertstraße 65 Tel.: F7, Jannowitz 6281, Gewerkschaftshaus Bln.- Mariendorf, Prühßstr. 26 Genossenschaftl.- Flugblätter, Programme, VerUnternehmen einsdrucksachen, Zeitschriften Maschinenfabrik Oskar Völkel, Berlin SW68 Alte Jakobstr. 129- Tel. Dönhoff 189 empfiehlt sich [ R. 42 zur Ausführung von Patenten und Ideen Bruchbänder Leibbinden, Gummistrümpfe und PlattfußEinlagen, Stützkorsetts, Apparate und künstliche Glieder. Eigene Werkstatt im Hause. Bandagist Pollmann, Berlin N 54, Lothringer Str. 60. Lieferant für Krankenkassen und Behörden. Stimmungl sozialistisches PhotoArtikel Apparate Arbeiten Rathaus- Drogerie Gebr. Brühn [ G. F. 172 Schloßstr. 16 KOPENICK Schloßstr. 16 B 47 G Klischees Galvanoplastische Werkstätten TWO K.-G. Baum& Co. Glasreinigung, Fußbodenpflege Fenster- und Gebäude- ReinigungsGesellschaft m. b. H., SO 16, Michael. kirchpl. 4. Tel.: F 7, Jannowitz 4514 Tee- Matte( m S B) Qualitätsmarke d. brasilianischen Folia Maté erhältlich u. a. in allen Verkaufsstellen der Konsum- Genossenschaft " RESTAURANT MUNZHOF" [ B. 48 Münzstr. Ecke Dragonerstr. Warme Küche Gut gepflegte Biere Ab 1 Uhr mittags Konzert Humorl SW.68, Alte Jakobstraße 144 Telephon: Dönhoff 890-891 Alle Musikinstrumente Pianos, Platten TEILZAHLUNG kleine Wochenraten MUSIK- THIEL Pflügerstr. 1 Ecke Kottb. Damm Deutsche[ B. 21 Dampffischereigesellschaft ,, Nordsee" Brunnenstraße 62 Reinickendorfer Str. 47 Humb. 9927/28 Moabit 8764 Täglich frische Seefische Räucherwaren, Fischkonserven Lebende Aale und Flußfische Beste Ware Billigste Preise