Abendausgabe πr. 522 B 260 45.Jahrgang Böchentlich 85 Bf monatlich 3,60 R. im voraus zahlbar, Boftbezug 4.32 m. einschl. Bestellgeld, Auslandsabonne ment 6,- M. pro Monat * Der Borwärts erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abenbausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend, Illustrierte Beilagen Bolk und Zeit und„ Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Bissen"," Frauen ftimme"," Technit", Blid in die Bücherwelt und Jugend- Vorwärts" Vorwärts Berliner Bolksblatt Sonnabend 3. November 1928 10 Pfennig Die etnipattige Nonpareillegeile 80 Pfennig. Retiamezeile 5.- Reichs mart. Kleine Anzeigen" das fettge drudte Mort 25 Pfennig( aufäffig zwet fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erfte Wort 15 Pfennig, jebes weitere Bort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben sählen für zwei Worte. Arbeitsmartt Beile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen annahme im Hauptgeschäft Linden. traße 3, wochentagl. von 8 bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Bartei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin S 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297 Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts: Verlag G. m. b. H. Bostschecktonto: Berlin 37 536. Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstr. S Vermittlungsaktion an der Ruhr? Deutschnationale„ Sozialpolitik" unter Hugenbergs Führung. DEN Die stillgelegten Hochöfen der Rheinischen Stahlwerke in Duisburg. Stegerwald will vermitteln. Bochum, 3. November.( Eigenbericht.) Wie wir erfahren, ist Stegerwald im Aussperrungsgebiet eingetroffen. Wie verlautet, beabsichtigt Stegerwald, im Revier in Fühlungnahme mit den der Zentrumspartei nahestehenden Großindustriellen zu treten, um eine Vermittlungsaktion einzu teiten. Auf Anfrage in Unternehmertreisen wurde unserem Mitarbeiter mitgeteilt, daß aus begreiflichen Gründen zurzeit feine Stellungnahme zu der Mission Stegerwalds genommen werden tönne. In diesem Zusammenhang murde darauf hingewiesen, daß auf Arbeitgeberjeite noch bis in die letzte Zeit hinein offiziell und ständig die Bereitschaft zur Wiederaufnahme von Berhandlungen mit den Gewerkschaften betont worden ist und daß auf Unternehmerfeite diese Stellung auch jezt noh eingenommen würde. * dann Eine recht merkwürdige Art der Berhandlungsbereitschaft, erst Hunderttausende aufs Pflaster zu werfen und ihnen dam feine Bereitschaft zu Berhandlungen zu erklären! Den Eisengewaltigen ist es offenbar recht unbehaglich geworden, nachdem ihre Scharfmacher das Porzellan zerschlagen haben. Erklären die Unterneh mer sich zur Anerkennung des verbindlich erklärten Schiedsspruches Schiedsbereit, dann bedarf es keinerlei Verhandlungen. Diesen Siebs ipruch auch noch zu verschlechtern mas lediglich Sinn und Zwed weiterer Berhandlungen sein könnte, das kann ber Metallarbeiterschaft von vernünftig denkenden Menschen nicht zugemutet werden. Echt deutschnational! Arbeiter verlassen eine Massenversammlung im Saalbau in Essen. Das ist echt deutschnational! Das ist der neue sozial politische Kurs, den die Deutschnationale Partei unter der Führung Hugenbergs eingeschlagen hat!. Ben mill es wundern, daß dem so ist? Sugenberg selbst war jahrelang in der Leitung der Krupp- Werte, die jezt an der Aussperrung beteiligt sind. Der jezige Leiter der Deutschnationalen Partei hat seinen Zeitungskonzern vornehmlich mit schwerindustriellem Gelde aufgebaut. Und da nach einem alten Sprichwort eine Hand die andere mäscht, so ist es natürlich, daß die Hugenberg Bresse, daß die deutschnationalen Blätter fich jetzt vorbehaltlos auf die Seite der Schmerindustriellen stellen. Um die Unterstützungsfrage. Der Vorstand der Reichsanstalt für Arbeits lojen vermittlung und Arbeitslosenversicherung tritt am Mon tag zusammen, um sich mit den Fragen zu beschäftigen, die aus de Aussperrung für die Reichsanstalt aufgetaucht sind. Ueber die Frage, ob den infolge der Stillegung im Ruhrgebie arbeitslos gewordenen Metallarbeitern Arbeitslosenunterstützung ge zahlt werden soll, wird der Spruchsenat der Reichsanstalt eni fcheiden, sobald ihm Klagen über Verweigerung der Arbeitslojen unterstützung vorliegen. Bochum, 3. November.( Eigenbericht.) Die Bochumer Stadtverordnetenversammlung hat beschlossen, di bedürftigen Ausgesperrten nach Maßgabe der reichs geseglichen Bestimmungen zu unterstützen, unter weitest gehender Uebernahme der fälligen Mietbeträge. Oberbürger meister Ruer teilte mit, daß sich die Städte auf erheblich Was aber fagen jene Arbeiter dazu, die noch heute Leser der deutschnationalen Bresse sind, was der Teil der christlichen Gewerkschaften, der sich bisher noch von den Deutschnationalen ins Schlepptau nehmen ließ? Der Deutsche", das Hauptorgan der christlichen Gewerkschaften, hat in anerkennenswerter Weise gegen die brutalen Methoden der Eisenmagnaten scharf Stellung genommen und dabei festgestellt, daß es sich bei ihnen nicht um die Wahrnehmung von Interessen der Gesamtwirtschaft handle, sondern lediglich um ihre eigenen höchst persönlichen Profitintereffen. Und ziemlich deutlich ist bort auch gefagt worden, Einsturz eines Theaterneubaues in Paris daß die Rolle des Privatunternehmers in der Schwerindustrie ausHermann Jäckel gestorben. Fünf Stockwerfe Betonbau brechen zusammen. Paris, 3. November. Das Zeppelin- Programm für Berlin. 20.40 2hr, ein eubau, der nach seiner Fertigstellung ei Berichte 2. und 3. Seite. Als Hugenberg an die Spitze der Deutschnationalen Partei fam, fragte eine der Lambach Gruppe nahestehende gemertschaftliche Korrespondenz ängstlich danach, was nunmehr aus der Sozialpolitik in der Deutschnationalen Partei werde. Die Aus. Sozialpolitik in der Deutschnationalen Partei werde. Die Ausperrung der Viertelmillion im Westen, die sich unter dem Bei fall der deutschnationalen presse vollzieht, ist die Antwort auf gespielt fei, daß die Aussperrung jenen Recht gäbe, die die lleber. Eine Tatsache vor allem muß aus dem Kampfe, den die Eisen- nahme der Schlüffelindustrien in die Nutznießung der Allgemeinheit fordern. arbeiter im Westen gegen die Brutalität der Scharfmacher führen, festgehalten werden. Das ist die arbeiter und gemert. Ichaftsfeindliche Hetze, die in der Deutschnatio. nalen Bartei und ihrer Presse getrieben wird. Kaum waren der Schiedsspruch und die Berbindlichkeitserklärung heraus, da be. dann dort ein schamloser Berleumbungsfeldzug gegen die Organisationen der Arbeiterschaft. Die armen Unternehmer müßten zugrunde gehen, so ungefähr tonnte man es in den deutschnationalen Blättern lesen, wenn die Arbeiter die paar Bfennige Lohn mehr erhalten würden, die ihnen Der Schiedsspruch zugeftanben hat. Die Gewerkschaften, so hieß es ha meiter, feien nur deshalb für die Erhöhung der Löhne, weil bei ber Staffelung der Mitgliedsbeiträge mehr Geld in ihre Staffen hineinfäme. Die Auslafjungen der Unternehmer wurden ohne jede Einschränkung abgebrudt, dagegen unterschlug man um jo mehr von ben, was die Gemertschaften zu dem Kampfe zu sagen hatten, diese Frage. | In der Nähe der Champs Elysees stürzte am Freitag abend Theater aufnehmen sollte, mit donnerähnlichem Krachen zu sammen. Das neue Haus hatte fünf Stodwerfe und wurd in Beton ausgeführt. In wenigen Minuten war de 15 Meter hohe Bau verschwunden und ungeheur Steinblöde rollten über die Straße gegen die gegenüberliegend Häuferwand. Menschenleben find, soweit fich im Laufe de Aufräumungsarbeiten feststellen ließ, nicht zu beklagen. Di beiden Nachtwächter befanden sich im Augenblid des Zusammen oruchs an einem anderen Teil des Hauses, konnten jedoch vor Aus regung taum fprechen und feine Schilderung des Unglücks geben Die angrenzenden Straßen waren wegen der vorgeschrittenen Tages zeit von Menschen wenig begangen. Die Feuerwehr richtete eine umfangreichen Ordnungsdienst ein, während die Gerichtsbehörden a die Untersuchung des Unfalls gingen. Drei Jahre in Sowjetrußland. Am Montag beginnen wir mit dem Abdruck der Erlebnisse des Arbeiters Fr. Pakosch in Rußland. usmirtungen der Ausfperrungsattion auf die Gemeindefinanzen gefaßt machen. Durch die Reichsgesetzgebung seien die Richtlinien für die Wohlfahrtspflege Dorgezeichnet, die die individuelle Prüfung der Notlage vorschlagen. Feierschichten der Bergarbeiter. Weil die Metallarbeiter ausgesperrt sind. Bochum, 3. November.( Eigenbericht.) Infolge der Auswirkungen, die sich durch die Stillegung der Eijen. und Stahlindustrie auf den Ruhrbergbau ergeben, murden am Sonnabend bei sämtlichen Schächten der Vereinigten Stahlwerte 2.-G. Feieriichten eingelegt. Auch andere Konzerne haben infolge der durch die Stillegung der Eisenindustrie bewirkten Abfahfiodungen Feierschichten angeordnet. Die Bergarbeiter werden wohl nicht versäumen, den Lohnaus jall, der ihnen durch die Feierschichten infolge der Aussperrung der Eisenindustriellen erwächst, von den Aussperrern im Wege der Schadenersagtlage durch ihre Organisationen zurückzufordern. Keine Verhandlungen. Effen, 3. November.( WTB) Entgegen anderslautenden Zeitungsnachrichten stellten mir durch Nachfrage bei allen in Frage tommenden Stellen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer fest, daß von direkten Verhandlungen im Eisenfonflitt nichts bekannt ist. Ebensowenig ist etwas davon bekannt, daß solche Verhandlungen angebahnt werden. Die allgemeine Lage ift ruhig. Der große" Thälmann. Von Wilhelm Dittmann. Mordversuch in Berlin NO. Die frühere Geliebte niedergeschossen. es gelang dem Täter aber, in der ersten Berwirrung zu flüchten. Die Kriminalpolizei hat seine Verfolgung aufgenommen. Die schmerverlegte Frau wurde in das Krankenhaus am Friedrichs= hain übergeführt; an ihrem Auftommen wird gezweifelt. Die Aerzte stellten außer den Kopfverletzungen einen schweren Bruft- und Cungenschuß feſt. Eine blutige Eifersuchtstragödie fpielie fich heute früh im Haufe Waßmannftr. 34 ab. Dott wurde die 33jährige Kriegerwitme Elife M. von ihrem früheren Geliebten durch zwei Revolverschüsse lebensgefährlich verleht. Außerdem schlug der Täter auf die bewußtlos am Boden liegende Frau mit einem Beil ein und brachte ihr mehrere flaffende Wunden am Kopf bei. Frau M., die finderlos ist, bewohnt im vierten Stockwerf eine geräumige Rochstube. Sie unterhielt zuletzt Beziehungen zu einem Arbeiter aus Weißensee. Heute früh gegen 7 ihr, furze Zeit nachdem sich der Mann aus dem Zimmer der Frau M. entfernt hatte, um sich an seine Arbeitsstelle zu begeben, erschien vor der Tür ein früherer Geliebter und begehrte Einlaß. Frau M. weigerte fich trotz aller Drohungen zu öffnen. Da fchlug er mit einem mitge. brachten Beil furzerhand die Türfüllung ein und stürzte ins Zimmer. Es tam zu einem turzen heftigen Wortwechsel. Plöglich zog der Mann eine Pistole hervor und feuerte mehrere Schüsse ab.| Bon zwei Kugeln getroffen brach Frau M. blutüberströmt zu sammen. Jetzt hieb der Büterich noch mit dem Beil auf die Wehrloje ein. Auf die Hilferufe der Ueberfallenen eilten Hausbewohner hinzu; ,, Der dummste Arbeiter ist der beste", war stets die Devise der oftelbischen Junter, wenn Leute ,, ohne Ar und Halm" die Schulverhältnisse der landwirtschaftlichen Arbeiter für verbesserungsbedürftig erklärten. Ein Mensch, der von Gott bestimmt sei, sein Leben lang Pferdefnecht zu sein oder Kühe zu pflegen, merde durch Lesen und Schreiben und den ganzen Bildungsschwifidel nur unzufrieden und unglücklich gemacht. Selig sind, die geistig arm sind, denn das Himmelreich ist ihr," pflichteten die Landpastoren den Gutsherren bei. " * Eine weitere Eifersuchtstat ereignete sich gleichfalls heute früh und zwar in Spandau. Eine Frau Anna 3., deren Mann zurzeit in Untersuchungshaft figt, fchenfie unterdessen ihre Gunst einem 25 Jahre alten Josef G., der sich ohne Wohnung in Spandau aufhält. In der vergangenen Nacht zechte das Paar mit mehreren anderen Leuten, darunter einem gewissen Sch. Dieser begleitete beide gegen 4 Uhr nach der Wohnung der Frau in der Schönwalder Straße. Unterwegs erregte er die Eifersucht G's. Es tam zu Streit und Tätlichkeiten. Plöglich zog G. sein Messer, stieß es Frau 3. zweimal in den Rüden und dem Rivalen ins Rinn. Die verletzte Frau mußte nach dem Krankenhaus gebracht werden. Der Stich, den Sch. erhielt, erwies sich als weniger erheblich. Der Täter murde perhaftet. Zeppelin- Programm für Berlin. Ehrung der Zeppelin- Besatzung. De erma it er E ampi m S r T fämp 369 Die Abfahrt von Staaten findet am Dienstag in den frühen Morgenstunden statt. llent nd n RG qu m 2 nd G uch d Das Reichsverkehrsministerium teilt mit, daß| 1.30 Uhr nachmittags geben Reichsverkehrsminister v. Guérard und Dr. Edener mit der Befagung des 2 meritafluges Frau v. Guérard ein Frühstück in den Gesellschaftsräumen des im Luftschiff„ Graf Zeppelin" am Montag der Reichshauptstadt Reichsverkehrsministeriums, an welchem der Reichskanzler, die feinen Besuch machen wird. Es ist, wenn die Wetterverhältniffe Reichsminister, preußischen Staatsminister, der Reichstags- und der die planmäßige Durchführung des Fluges geftatten, ein umfang- Landtagspräsident, führende Barlamentarier, der amerikanische Botreiches Programm vorgefehen, in dem als besonders sympathisch die schafter und Männer der Luftfahrt, Wirtschaft, Wissenschaft und Ehrung der waderen Zeppelinbejagung durch den Reichs- Presse teilnehmen. präsidenten und durch die Stadt Berlin auffällt. Am Montag miffag um 1 Uhr findet der Empfang beim Reichs. präsidenten statt und um 7 Uhr abends wird die Stadt Berlin der Zeppelinbejahung cine Festvorstellung in der Städtischen Oper Charlottenburg geben, und zwar voraussichtlich„ Figaros Hochzeit von Mozart. Im Anschluß an die Festvorstellung plant die Stadt Berlin einen Empfang der Gäfte in den Räumen der Oper. Gegen diese Konservierung der Dummheit in den Köpfen des ländlichen Proletariats hat die Sozialdemokratie jahr zehntelang vor dem Kriege bereits einen leidenschaftlichen Rampf geführt. Bildung macht frei!" und Wissen ist Macht!" predigte sie den Arbeitern. Und der Arbeiter tlasse erstanden aus ihren eigenen Reihen Führer, die sich an felbsterarbeitetem Wissen und an Bildung des Geistes und des Herzens durchaus mit den akademisch Gebildeten des Bürgertums messen tonnten. Der Gescheiteste, der Klügste und geistig Regfamste wurde in den Arbeiterorganisationen von seinen Kollegen und Genossen in den Bordergrund, in die führenden Stellen geschoben; Mißgriffe im Einzelfall fonnten nur die Regel bestätigen. Jemanden gerade deshalb zum Führer zu wählen, weil geistige Beschränktheit ihn von ber Klasse unterschied, fonnte Arbeitern unter sozialdemofratischer Führung niemals in den Sinn kommen. Dostau hat auch in dieser Hinsicht eine ,, Umwertung aller Werte" gebracht. Menschen von Intelligenz und Charakter taugen nicht zum blinden Werkzeug, fie denken und wollen selbständig handeln, wollen wirklich führen. Das aber ist in Mostaus Augen ein Verbrechen. Es braucht blindergebene Wertzeuge, Papageien, die fritiflos nachplappern, mas ihnen vorgesagt wird. Wenn sie nur mie die Hunde nach den Augen ihres Herrn sehen und bebingungslos gehorchen, dann können sie ruhig, wie der Hamburger fagt, een beeten mall fin", was ungefähr dem Dooffein" der Berliner entspricht. Das Gesamtprogramm wird sich wie folgt gestalten: Das Luftschiff trifft zwischen 8 und 9 Uhr morgens über Berlin ein und wird über der Stadt freuzen. Um 9 Uhr vormittags wird das Luftschiff in Staaten Die landen und am Anfermast festgelegt werden. Landung gilt als eine Veranstaltung des Luftschiffbaus Zeppelin, welcher für weitestgehenden Besuch gegen geringes Eintrittsgeld Vorsorge trifft. Das Luftschiff wird in Staaten durch den Reichsverkehrsminister D. Guérard, den preußischen Handelsminister Dr. Schreiber und den Oberbürgermeister Böß begrüßt werden. Im Anschluß an die Landung findet der Einzug durch eerstraße, Raiserdamm, Charlottenburger Chaussee, Brandenburger Tor, Unter den Linden, Wilhelmstraße statt. Die 3 eppelinmannschaft wird im Hotel ,, Der Kaiserhof" als Gast der Reichsregierung für den Tag Wohnung nehmen. In der Nacht werden sich alle Teile der Bejagung auf dem Schiff befinden. Ulm 12.30 Uhr findet der bereits erwähnte Empfang der Besatzung beim Reichspräsidenten statt. Ilm Wie das Luftschiff am Untermast befestigt wird Die für Montag vorgesehene Landung des Graf Zeppelin" in Staaten beansprucht auch vom technischen Standpunkt aus be= sonderes Interesse, meil es sich um die erste in Deutschland erfolgende Beranterung eines Luftschiffes am Untermast handeln wird. In Amerika hat man auf diesem Gebiete bereits seit einer ganzen Reihe non Jahren Erfahrungen gefammelt, während man in Deutschland bisher nur die Unterbringung der Luftschiffe in Hallen, aber nicht die Verwendung von Untermaften fannte. Immerhin ist der größte Teil der Zeppelin- Bejagung schon auf die neuartige Methode von Landungsmanövern eingeübt. In Staaten handelt es sich bekanntlich nicht darum, den Anfermast direkt anzusteuern. Vielmehr wird der Graf Zeppelin" ganz normal auf dem Felde landen und wird dann von der Haltemannschaft an den niedrigen Untermast herangeschleppt. Das Luftschiff trägt an feiner Spige das sogenannte Maft feffelgeschirr, mit dem es am Maft befestigt wird. Diese Berankerung hat sich in Amerita auch bei schlechtem, windigem Wetter als durchaus zuverlässig erwiesen. Für den Fall, daß alle Anzeichen auf einen heranziehenden Sturm deuten, der es ratsamer erscheinen lassen würde, das Luftschiff nicht auf dem Erdboden zu lassen, fönnen in kürzester Zeit die Riegel gelöst werden und der Aufstieg des Schiffes fann ohne weiteres erfolgen. über Weltpolitik statt von den englischen Dominiens" ( Herrschaftsgebieten) von den englischen ,, Dominos" sprach und immer wieder trotz aller Zurufe bei den ,, Dominos" blieb. Nun märe es gewiß falsch, ihm daraus persönlich einen Borwurf zu machen, daß Mutter Natur ihn geistig so stief mütterlich bedacht hat. Sagt doch Rückert mit Recht: ,, Jedem Menschen für sein Leben Ist ein Maß von Kraft gegeben, Das er nicht erweitern fann." abrer ere Stresemann wieder im Amt. Reichsaußenminister Dr. Stresemann ist heute morgen wieder in Berlin eingetroffen. Er übernimmt nach monatelanger Krankheit am Montag wieder die Amtsgeschäfte. Drei Autobanditen festgenommen. mäh e R mid iter eit 1 tbeite @gs en on 1 ini me mpir B om S fen, gitati rimm leich ir O ie b Jäd er Be ache in urch rbeite Di tei emert ute onsta achei usich innt eina den jene meid wur Der lleberfall auf der großen Berlin- Hamburger Chaussee bei der Ortschaft Dyroß hat erfreulicherweise eine Es wäre deshalb Unrecht, von Teddy etwas zu fordern, schnelle Ermittlung der Täter gebracht, mas im Intereffe des sehr was ihm über die Kraft" geht. Es gibt sehr viele Menschen, starten Berfehrs, der auf dieser Strede herrscht, nur begrüßt werden deren Begabung unter dem Durchschnitt bleibt und die doch in fann. Den Landjägern in Dyros ist es gelungen, drei Täter ämlic ihrem Wirkungsfreise brauchbare und tüchtige Leute sind. bisher festzustellen, und zwar die Brüder Kleinom aus Rauen Würde Teddy Thälmann sich nicht von Moskau dazu und einen Mann namens Schulz aus Kremmen. Alle drei mißbrauchen lassen, Führer des deutschen Proletariats" zu find auf dem Flugplaz Döberig beschäftigt. Als sie von spielen, läge gar fein Anlaß vor, sein ,, Licht" auf den Scheffel der Polizei in ihrer Wohnung festgenommen und zum Verhör ge zu stellen. Aber allmählich fängt Teddy doch an, in feiner bracht wurden, leugneten sie zunächst jede Schuld und versuchten, i hr gottähnlichen" Beschränktheit großes unheil anzu Alibi nachzuweisen, was ihnen jedoch nicht gelang. Als dann die richten, wie bei dem jezt von ihm geschürten und zum Beamten in der Wohnung des Schulz einen großen schweren Schaden der betroffenen Arbeiter und Gewerkschaften schmäh- Schraubenschlüssel fanden, so wie bei Bahnarbeiten benutt lich zusammengebrochenen wilden fommunistischen Hafen wird, gestanden die drei Festgenommenen, behaupteten aber, fie arbeiterstreit in Hamburg. Da wird es doch Pflicht, hätten sich lediglich einen It" machen wollen, da sie start dem deutschen Proletariat zu zeigen, wes Geistes Kind der angetrunken gewesen wären. Diese Behauptung ist jedoch durch den große" Führer von Moskaus Gnaden ist, damit er sich vor Bahnbeamten inzwischen ebenfalls widerlegt worden. Die Staatssolchem Freunde" schützen kann. anwaltschaft III Berlin hat das Berfahren gegen die Brüder Kleinow und Schulz eingeleitet. Und eine solche Berle ist der biedere Teddy Thäl mann, von Mostaus Gnaden Führer der Kommunistischen Bartei Deutschlands, Vorsitzender des Rotfrontkämpfer bundes und Präsidentschaftskandidat der KPD. bei der letzten Reichspräsidentenwahl. Schulkollegen von ihm befunden, daß er in seinen Jugendjahren allgemein als een beeten mall", als geistig beschränkt galt, meswegen er auch aus der 4. Klasse der Boltsschule tonfirmiert wurde; die Hamburger Boltsschulen galten damals schon als muftergültig. Später, wie Teddy Hafenarbeiter und Mitglied des Transportarbeiterverbandes geworden war, hat er fich zur Opposition seines Verbandes geschlagen. Als ihn aber die Opposition zum Verbandsvorsitzenden porschlagen wollte, wehrte er damals noch gutmütigehrlich selber ab, denn dor bün ick to dumm too". Erft als Teddy nach Moskau geschickt wurde, um dort die KBD zu vertreten, wurde sein ,, Genie" als Führer entdeckt. Der grobschlächtige Teddy Teddy mit jeiner primitiven Denfungsweise und fritiklofen Bewunderung der boliche mistischen Gewaltmethoden erschien den Moskauer Demagogen als der richtige Mann zur Führung" der BD. Wenn ihm von Moskau gesagt wird: Teddy, das ist schwarz". fo fagt er: Jawohl, das ist schwarz, und ich haue jedem die Knochen faputt, der das bestreitet!" Sagt Mostau ihm aber morgen: Mein Teddy, das ist weiß, To sagt Teddy wieder mit derselben Selbstverständlichkeit und Ueberzeugung: Jawohl, das ist weiß. Wehe dem, der das nicht glaubt!" Deshalb ist er in den Augen der Mostauer der geborene Führer" des deutschen Proletariats, und was das schlimmste ist, Teddy fängt allmählich an, das felber zu glauben. Seine ursprünglich dopfe" Gutmütigkeit wandelt sich immer mehr in lächerlichen Größenmahn, in dem er nach Mostauer Muster zu befehlen sucht und sein mangelndes Wissen durch Brutalität ersetzt. Wenn ihn die Zentrale der, KPD. aus Anlaß des Hamburger Korruptionsfalles Wittorf faltzustellen suchte, so geschah das aus der Empfindung heraus, daß er als Parteiführer eine unmögliche Figur sei. Polen gegen Uffrainer. Reue Krawalle in Lemberg. Warschau, 3. November. Zwischen die Puffer geraten. mar Ion Dist Ba bei un jolar Mein 3 bafter Sie effent r bie em e biebt rupp nirage, icht e Sicher Severing und der Deutschlandfender. Auf unfere marum der Deutschlandlender die Berliner Rundfunfrede Severings zum 9. November nicht überträgt, wird mitgeteilt, doß das beshalb gerii nicht geschehe, weil bereits die wichtigsten deutschen Sender- Leip zig, Breslau, Hamburg, Frankfurt, Köln- Langenberg pie Repo lutionsfeier pon Berlin übernommen haben. Heiligenstadt, 3. November. Auf dem hiesigen Hauptbahnhof geriet in der vergangenen Nacht beim Rangieren des Personenzuges Heiligenstadt- Eschwege der In Lemberg kam es gestern abend zu Zusammenstößen zwischen Bagenmeister Benert aus Eschwege zwischen die Buffer polnischen nationalistischen Studenten und Ukrainern. Die polder Lokomotive und des Badwagens. Der Bedauernswerte, nischen Studenten riffen den ukrainischen Studenten die Müzen Bater von zwölf Kindern, war jofort tot. vom Kopfe, da sie sich durch deren Farben provoziert fühlten. Dann begaben sie sich in die Ruthenische Straße und schlugen Die Artifel, die unter seinem Namen in der fom den Gebäuden der ukrainischen Unternehmungen Broswit- Duister munistischen Bresse erschienen find, find von anderen ge- und der Zeitung Dilo" en sterscheiben ein. Eine andere Ichrieben, weil es bei Leddy dazu nicht reicht. Benn er auf Gruppe polnischer Nationalisten drang in die Redaktion der die Reichstagstribüne steigt, um eine von anderen ukrainischen Wochenschrift Nowni Bzas" ein und zertrüm aufgelegte Rede zu verlesen, beren Stil ihm ganz fremò ift, merte die Einrichtung. Eme weitere Gruppe warf in den dann zittern die Wissenden in feiner Frattion in ständiger Räumen der ukrainischen Genossenschaft und. im ukrainischen Angit vor der Blamage, die dieser Führer" seiner Partei Rationalheim die Scheiben ein. Außerdem wurden auch einige durch die souveräne Mißachtung der Sprache und der ge jüdische Geschäfte demoliert. Um zehn Uhr abends verfamm: eiten given politischen Begriffe jeden Augenblid bereitet. fich die Gruppen der Nationalisten vor dem Mickiewicz Denmal, iche, fich immer wiederholende Heiterfeit, erregte um dort das bekannte polnisch- nationalistische Heglied Rota" 3 doh einmal im Reichstage, als er aus einem ihm auf fingen. Hierauf lösten sich die Demonstrantenzüge auf. In den gajezien, aber von ihm geistig nicht verbauten Manuftriptoftgalizischen Brovingstädten herrscht Ruhe. " Serrät emotr st ebung Berweis der Komintern für Brandler. Der Bollzugsausschus der Romintern hat befchloffen, bem ehemaligen Mitglied des Bentralfomitees Der Kommunistischen Brandler, einen ftrengen Bermeis dafür zu ezieilen, bag er Partei Deutjond, mölt ohne Genehmigung der Komintern Moskau verlassen habe. Brandier hat entgegen den Anordnungen der Komintern als deutscher Staats angehöriger Mostou verlassen. ambe F h t H r 1 1 = 3 r Hermann Jäckel Der Berbandsporfitzende des Deutschen Tertilarbeiter- Berbandes, ermann Jädel, ist am Freitag einer tüdischen Krebstrantit erlegen. die ihn lange ans Krantenlager gefeffelt hatte. Schon Erinnerungsfeier an die Crimmitschauer Kampftage, seine ampitage, in denen er sich die Sporen verdiente, mußte er auf m Krantenlager erleben und der weit größere Kampf, der jetzt Tertilarbeiterschaft bevorsteht, muß ohne ihren Führer durch fämpft werden. Jädel ist ein Crimmitschauer Kind. Er war am 20. Januar 369 geboren, hätte alfo in wenigen Wochen sein 60. Lebensjahr lentet. Der junge Beber und Spinner durchmanderie Deutsch nd nach allen Richtungen und arbeitete in Göppingen, in Aachen Neumünster. Nach seiner Heimat zurückgekehrt, trat er 1885 im Arbeiterverein bei, und bald spielte er in der örtlichen Parteind Gewerkschaftsbenregung eine führende Rolle. Dabei zog er sich ach das Wohlwollen" der Unternehmer zu, so daß er sich in den 3 Ein Schauspiel um§ 218. Theater in der Königgräßer Straße:„ Der Frauenarzt". eines aus der Bahn geworfenen Menschen und Arztes fand bei Rudolf Forster vollendeten Ausdrud. Großartig, wenn er aus der Alkohollethargie erwacht und sich besinnt, daß er etwas leisten fann. Die verfallenen Züge straffen sich, der Ton verliert seine Müdigkeit, der unsichere Gang wird fest und bestimmt. Den Zuhälter spielt Baul Gräß. hälter spielt Baul Gräz. Wenn diefe Hintertreppenrolle Schuft in Westentaschenformat etwas Menschliches bekommt, so ist es nur der Gestaltungskraft dieses Darstellers anzurechnen. Der Beifall mar laut und solide. Er steht im umgekehrten Ver. hältnis zum Wert des Schauspiels. Ernst Degner. Das Kabarett der Komifer. In Hans J. Rehfischs Schauspiel Der Frauenarzt" dreht| noch durch den jachte dahinplätschernden Dialog. Die Haltlosigkeit es sich um den unseligen Abtreibungsparagraphen, der unendliches unheil angerichtet hat und noch weiter anrichten wird. Der Autor scheint nichts meiter zu wollen, als eine nügliche Diskussion über die Frage einzuleiten. Das kann man mit einem Zeitungsauffag, mit einem Film oder auch mit einem Theaterstück ma hen. Die an spruchvollste Form ist die dramatische. Sie muß deshalb auch die durchgearbeitetste sein. Da mangelt es aber bei Rehfisch; er tompli. ziert die einfache Idee, indem er die Hauptfigur, den Frauenarzt, zu einem Ausnahmemenschen von erheblicher Broblematik stempelt. deren, der medizinischen Fakultät, allabendlich in einem üblen Café, Da sigt dieser Dr. Fechner, ein Kollege Crampton von der an trinft aus Weltschmerz Whisky und führt fluge Reden voll abgrundtiefer Lebensverachtung. Im Café verfehrt auch ein Zuhälter mit feinem Liebchen. Die beiden haben einen unstillbaren Drang nach oben, während es Dr. Fechners Ideal ist, sein Leben einmal im Nichtstun und im Mülltasten zu beenden. Wie das so bei den Medizinern von heute gang und gäbe ist. Plöglich tritt eine geschiedene Frau in dies sonderbare Leben, verliebt sich Knall und Fall in ihn und richtet ihm eine noble Pragis ein. Dr. Fechner hat schon ein Bankkonto, da fommt Lottchen aus dem Café Zentrum mit der Bitte, fie von einer unermünschten Leibesfrucht zu be. freien. Unter Anrufung vieler ethischer Gründe sträubt sich Dr. Fechner zunächst, vor allem aber, meil er schon mal megen so einer Sache gesessen hat. Den Fall bringt der Zuhälter an den Tag und betätigt sich in seiner Sehnsuht nach den Höhen des Lebens als Expreffer, mit dem Erfolg, daß Dr. Fechner Praxis Praris sein läßt und fich mieder im Café Zentrum mit Whiskytrinken und Weltverachtung beschäftigt. abren 1897 bis 1902 als Angestellter des Konsum ereins betätigte. Im Jahre 1900 war er als Stadtverordneter wählt worden, mußte dieses Amt jedoch aufgeben, als er 1902 in e Redaktion des„ Sächsischen Boltsblattes" in midau eintrat. Er wurde dann Rendant der Ortstrantentaije Martneutirchen und im Jahre 1905 murde er zum Gauter des Deutschen Tertilarbeiter- Verbandes in Hannover gewählt. eit 1906 ist er Mitglied des Hauptvorstandes des Deutschen Textiltbeiter- Berbandes. Bon 1912 bis 1918 vertrat er den Reichs. agswahlkreis Blauen- Delsnig, von 1918 bis 1924 en Bahlkreis Chemniz- 3widau. Bom Juli 1923 bis 1928 mar er Mitglied des Bundesvorstandes, R 1921 bis Frühjahr 1922 finden wir ihn als Arbeits3inister im Freistaat Sachsen. Dem Staatsgerichtshof Im Schuß der Republit gehörte er als Mitglied an. Ueberall, mo mirtte, war er mit Erfolg tätig. t I T E d C i t e Bevor der große Crimmitschauer Kampf ausbrach, wurde Jäckel om Hauptvorstand des Berbandes zur Leitung der Bewegung be ufen, die er systematisch vorbereitete. Er wurde Vorsitzender des gitationsfomitees des Tertilarbeiter- Berbandes für den Bezirk rimmitschau, der das Bogtland und Westsachsen umfaßte und zu leich ir Crimmitschau. Sowohl die Leitung der gewerkschaftlichen ne der politischen Agitation durch die Barteipresse lag also Jädels Händen. Er war der Führer des Crimmitschauer Kampfes, Berfasser der Streifflugblätter und auch poetisch suchte er der ache feiner kämpfenden Kollegen und Kolleginnen zu dienen, durch in Weihnachtslied der Ausgesperrten" und zwei Jahre später urch sein„ Behnstundenlied", Kampflied der Crimmitschauer Textilrbeiter aus dem Jahre 1900. " Ein Tentenzstüd, gut gemeint, aber nicht gefonnt. Wie der Autor zu dem Abtreibungsparagraphen steht, verrät er im Brogrammheft. Aus feinem Stüd geht nicht hervor, ob er fich für oder wider die unzeitgemäße Bestimmung des Strafgesezes einsetzt. Ein Tendenzdrama braucht durchaus nicht unfünstlerisch zu sein. Rebfisch hat hier einen Stoff aufgegriffen, aus dem bei einiger Ber tiefung in das Thema eine flammende Anklage gegen überalterte Anschauungen hätte merden können. Der Autor redet aber um die flare Idee unbestimmt und matt herum und führt die Tendenz durch seine Unentschlossenheit langsam und sicher in ein wesenloses Nichts. Aus billiger Konversation und konstruierter Bsy hologie ist da nichts zu machen. Keulenschläge müssen fallen. Jeder sachliche Gerichtsbericht wühlt tiefer auf als dieses rückgratschwache Geschwafel. Die Borstellung unter Bittor Barnomstys Regie stand unter dem Eindruck des Unfertigen. unter dem Eindrud des Unfertigen. Man schwamm eben gerade " Das gottlose Mädchen." Capitol. Der Name des Regisseurs Cecil B. De mitte ist für alle Zeiten nicht aus der Geschichte des Films hinmegzustreichen, denn der Künstler schuf Standardmerke, die man freilich in vielen Ländern nicht restlos verstehen konnte, weil sie zu typisch amerikanisch sind. Diesmal ist Cecil B. De Mille noch dazu bewußt amerikanisch, denn er fommt mit einer Tendenz. Er wendet sich gegen die ameritanischen Zwangserziehungsmethoden. Ein modernes, lebendiges Kabarett in Berlin zu erhalten, ist feine fleine Sache. Viele Anläufe sind schon im Nichts zerronnen. Die Gründung von Robitschef und Morgan, die bereits eine Be mährungsfrist bestanden hat, erfreut sich jedenfalls des schönsten Raumes in dem Rundtempel mit den weiten Umgängen, den Erich Mendelsohn am Lehniner Platz gebaut hat. Lobenswert ist auch Mangel an Reppbetrieb. Aber wie ist das Programm? Neutral, menn auch fünstlerisch frei; tein republikanisches Kabarett, wenn auch gemiß nicht antirepublikanisch. Im übrigen versucht man Altes und Neues, spielt Theater, tanzt und fingt, mie das so üblich ist. ( Die Zeit der„, 11 Scharfrichter", die in München neue Wege gingen, ein aftuelles Puppentheater und wunderbare Schattenspiele hatten, scheint nie wiederzukehren.) Buchen wir also einen wijzigen Conférencier( Paul Nikolaus), einen Kartenkünstler( Carter), der verblüfft und entzückt, die bereits bekannten und immer scharmanten Lilly und Emmy Schwarz und den Troubadour der mondänen Frau Mar Hansen, dessen Stimme wie ein Schmelzbonbon eingeht. Für den richtigen Berliner Ton sorgen Lotte Wertmeister und Oscar Sabo. Ihr Berliner Weekend", die große Meckerei, ist zum quietschen. Als Haupttreffer des Abends schlagen ein: Tschechoms erprobté Groteste ,, Der Bär", in dem Jakob Tiedtte einen vollsaftigen und urtomischen Kerl auf die Beine stellt, und„ Die Himmels fahrt der Galgentoni" von E. C. Kisch. Diese moderné Legende, zu der Fehling und Trier einen wundervoll fünstlerischen Rahmen geschaffen haben, ist nicht bloß feß. Rosa Baletti ge staltet aus der alten Dirne mit dem schlagkräftigen Maul ein Stüd erschütternden Menschenschicksals, und Baul Morgan und Kurt Gerron find ihre gleichwertigen Mitspieler. Schüler und Schülerinnen der Obertlassen zerfallen in zwei Parteien, in die Gläubigen und in die Gottlosen! Bei einer Riesen feilerei bricht plöglich das Treppengeländer; ein Mädchen stürzt in die Tiefe und stirbt. Die Rädelsführer werden zu fünf Jahren 3mangserziehung verurteilt. Und nun wird in gewellt traffe: Weise geschildert, wie man diese jungen Menschen quält und schifaniert, wie man immer neue Leiden für sie erfinnt. Durch solche Behandlung müssen sie die erbitterten Feinde der Gesellschaft werden. Aber es geht den Amerikanern vorzeitig die Buste aus, fie tenner nicht die durchgeführte niederschmetternde Antlage, fie fennen nur den überzuderten Bornsurf mit mehreren Lebens: rettungen und zwei glücklichen Liebespaaren zum Schluß. Die Bearbeiter taten alles, um das Wert für deutsche Begriffe filmmirtjam Schauspielerisch enthält der Film mur Höchstleistungen. Man verspürt es förmlich, die Darsteller wollten sich der Jugend annehmen, fie wollten etwas gegen Gesetzesunrecht und unangebrachte Härte tun. Die Aufnahme bei der Premiere war sehr verschieden. Es murbe Beifall geflatscht und gepfiffen. Das Publikum, das den Film mur als leichte Amüsierkunst gelten läßt, sieht in diesem Tens denzstück weiter nichts, als eine Häufung von Brutalitäten. Dagegen gilt es, den Film in Schuß zu nehmen. Die deutsche Arbeiterbewegung hat in Hermann Jäckel den Ber: it eines maderen und fähigen Mitkämpfers zu beklagen, die frei mertschaftliche Tertilarbeiterschaft aber ihren Führer. Möge das te Beispiel, das Jädel durch seine rastlose Tätigkeit im Emangipas onstampf der Arbeiterklasse gegeben hat, volle Würdigung durch zu machen. acheiferung finden. Wie sag ich's meinem Mitglied? Daß es Berföhnler gibt! Bor eine schwierige Aufgabe sieht sich die„ ,, Rote Fabne" gestellt, ämlich endlich ihrem Lesertreis etwas über Eristenz und Wesen der sschlußreifen„ Bersöhnler" gruppe mitzuteilen. Höchst verlegen beinnt die Auseinandersezung: Die Massen der Parteimitglieder haben erst durch die Auswurden e. b. D. Keine Schularbeiten über Sonntag. Ein braunschweigischer Erlaß, der in ganz Deutschland durchgeführt werden sollte. Der braunschweigische Minister für Bolfsbildung hat einen Erlaß herausgegeben. der vorbildlich ist und deshalb pon allen deutschen Unterrichtsbehörden jo schnell wie möglich auch in ihrem Berso waltungsgebiet zur Anwendung gebracht werden sollte. Jener eine fichtige Minister erkannte richtig, daß die Schularbeiten, die vom Sonnabend zum Montag gegeben werden, eigentlich das Wochenende für den Schüler illusorisch machen. Wenn der Schüler am Sonnabend mittag nach Hause kommt und dann, wie es früher allgemein üblich war, gerade über Sonntag besonders viel Aufgaben befam, so ging wohl der Sonnabendnachmittag und ein guter Teil des Sonntags drauf, bis alle diese Aufgaben mehr oder minder forgfältig angefertigt waren. Gerade aber die beiden Tage sind doch nicht nur für den erwachsenen Menschen, sondern auch für den heranwachsenden als Freizeit und Entspannungsperiode äußerst wichtig. Das moderne Leben mit seinen großen Anforderungen an die Nerpen der Menschen macht durchaus nicht bei den Berufstätigen und Erwachsenen halt, sondern die Kinder und Schüler werden heute unbedingt auch schon mit hineingezogen in diefes fräfteverbrauchende Treiben. Dazu tommt, daß eine Erholungspause besonders in den Uebergangsjahren nötig ist, mo der Mensch förperlich von Woche zu Woche wächst, mo auch immer neue Anforderungen und Schwierig feiten fich ihm auf allen Gebieten entgegenstellen. Wenn aber dann der Schulbetrieb mit seinem ewigen Einerlei von Schulstunden und Hausaufgaben nur durch die Ferienzeiten unterbrochen wird, so ist es fein Wunder, wenn entweder der Schüler darunter leidet oder der Erfolg der ganzen Schulerziehung. einandersetzungen der letzten Wochen erfahren, daß es in den leitenEin sozialistisches Preisausschreiben. den Körperschaften unserer Partei eine politische Gruppe gibt, die jene verjohnlerische Strömung gegenüber den rechten Ab Der Sozialistische Kulturbund erläßt ein Preisausschreiben für meichungen verkörpert, die vom 6. Weltkongreß verurteilt zwei Orchesterwerfte, die sich als einleitende Mufifftüde Die Parteimitgliedschaft stellt mit Recht die Frage, für Arbeiterkonzerte besonders eignen, und zwar eine Arbeiter odrum die Partei von diesen Reinigungsverschiedenheiten nicht Sinfonie und eine Ouvertüre. Der Preis für die beste ichon früher unterrichtet, warum sie nicht durch eine offene, breite Sinfonie beträgt 3000 M., für die Ouvertüre 1000 m. Legter Distuffion geklärt wurden. Dazu ist zu sagen, daß eine Termin für die Einreichung ist der 30. April 1929. Die Brüfung jede Meinungsverschieden. der Manuskripte erfolgt durch einen Brüfungsausschuß, der folgender. beit in ihrem Schoße ber Barteiöffentlichte it maßen zufammengefekt iſt: Profeffor Dr. Georg Schünemann( aus unterbreiten fann, sondern daß die Meinung der Mehrheit mann), Dr. Alfred Einstein, Professor Paul Hindemith, jolange einheitlich nach außen vertreten merden muß, als die Bringsheim und Hermann Scherchen. Die preisgekrönten Berte follen bis spätestens 1. Januar 1930 öffentlich aufgeführt und allen Meinungsverschiedenheiten nicht ein gewisses Maß überschreiten. in Betracht kommenden Arbeiterorganisationen zur Aufführung Zu deutsch: die Meinungsstreitigkeiten in den leitenden Körper empfohlen werden. Die näheren Bedingungen für das Preisaus: Sie werden in streng geheimen Konventiteln unter Ausschluß der baften der PD. gehen die Mitgliedschaft zunächst gar nichts an. fare ben find durch den Sozialistischen Kulturbund, Berlin S. 68, Lindenstraße 3, unentgeltlich zu erhalten. tefientlid, feit ausgefochten. Erst menn eine der ftreitenden Gruppen 2, S 9 B ここ er * urch bas Blacet Mostaus fich so start fühlt, daß sie die anderen bie Band brüden tann, erst dann wird der Mitgliedschaft pon Schulfeiern zum 100. Todestage Franz Schuberts. Am 19. Nopember 1928 werben 100 Jahre feit dem Tode Franz merrungenen Sieg Kenntnis gegeben. Die Information ge Echuberts vergangen sein. Dieses größten deutschen Liebermeisters bieht dann in der Beise( wie auch jetzt), daß an der unterlegenen of an feinem Tage durch Beranstaltung von Feiern an den ruppe, der natürlich das Wort zur Entgegnung in der RBD. Breffe Schulen in würdigster Beise gedacht werden. Soweit es die Berhält. icht erteilt wird, fein gutes Haar mehr gelaffen pird. Auf Grund cher Artikel dari dann die Mitgliedschaft beschließen, daß die verbunden werden. Die Deutsche Belle wird am 19. November egerische Führegruppe im Recht ist, und daß die Unterlegenen 10% bis 12 Uhr für Schulen erräter und Schweinehunde find. Was man in der KPD. Bartei ftalten. Nach einem einführenden Bortrag von Prof. Mojer foll motratie" nennt. " ebung.( Nachdr. verb.) Zeitweise nebelig, fonft troden und heiter, Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Um m Tage ziemlich mild. emölti, Für Deutschland: Im Nordwesten starter sonst überall nebelig bis heiter, am Tage ziemlich mild. 609.- Budbruder, 11. Bezirk( Nachtarbeiter). Margen, Sonntag, eine unbe bor ber Bezirksperfammlung, im Klubhaus, Ohmftr. 2, wichtige Be mg. Bolahliges Erscheinen erwartet Der Grattisupor Schubertsche Instrumental- und Botalmufit dargeboten werden. Die Schulen, die mit Rundfunkempfangsgerät ausgerüstet sind, werden die Feier der Deutschen Belle für die Schulfeier benugen fönnen. Die Herbitousstellung der Deutschen Kunstgemeinschaft bat in deu eriten wei Bochen einen außerordentlichen Verfausserjola zu verzeichnen. Es find 38 Berte im Gesamtwert von rund 22000 9. nerfauft worden. Der neu eingerichtete Saben Unter ben Linden 47, Ede Friedrigftrage, iſt exöffnet worden. Es ist bert ftonbig eine fleine, gewählte Ausstellung guter Runfiserie ohne Raufameng a heftigex. Entweder reibt sich der Schüler in dieser andauernden Jnanspruchnahme auf und ist mit seinen Kräften schon nahezu zu Ende, menn er erst beginnen sollte, oder er vernachlässigt die Schule, pird flüchtig, leichtsinnig und unaufmerksam. Schlimmer vielleicht als die Nichteinhaltung des vorgeschriebenen Schulpensums ist aber noch die geradezu fyftematische Erziehung zu Unehrlichkeit und Lügenhaftig. feit, zu Oberflächlichkeit und Arbeitsunluft. Wer tennt nicht aus feiner Schulzeit die Montagmorgenstunden, wo unter der Banf geschwind nachgeholt wurde, was am Sonntag nicht erledigt werden fonnte. Auf solche Weise ging dann eigentlich auch noch der halbe Montag verloren und die ohnehin schon windschiefe Autorität der Schule wurde gerade durch solche Dinge nur immer mehr erschüttert. Es ist also um ja erfreulicher, daß nun wenigstens eine Schulbehörde in Deutschland eingesehen hat, daß hier Abhilfe geschaffen werden muß. Man freut sich, zu sehen, daß hier endlich einmal gebrochen wird mit dem vollkommen aller Bädagogik widersprechenden Standpunft, daß nur möglichst viel Arbeitsstoff bewältigt werden soll ohne Rückficht darauf, auf welche Weise das geschieht und welche Schädi gungen das beim Schüler hervorruft. Man darf sogar hoffen, daß vielleicht dieser erste Schritt ein Anfang ist zur Revision des gesamten Schullehrplans, der zweifellos mit ungeheuer viel unnötigen und wenig lebenswichtigen Dingen überlastet ist. Das wichtigste ist doch, daß die Schüler lebensfähig merden und nicht, daß sie ein bestimmtes Quantum Lehrstoff schlecht und recht durchgelaut haben. Die Moderne Galerie Wertheim zeigt in den nächsten zwei Wochen Blätter aus dem graphischen Wert von Mag Glebogt. Gleichzeitig veranstaltet bie Abteilung Alte Graphit" eine Sonderausstellung„ It. Berlin. " Die Ausstellung des Bereins Kopierender Sänftler und technische Sonber abteilung der Gesellschaft für rationelle Malverfahren, im Neuen Schöneberger Rathaus ist bis 11. Rovember verlängert. Museumsführungen. Sonntag. 10 Uhr, fbrechen im Neuen Museum Dr. Beicher über Graphit des franzöfifchen Impreffionismus", im Kaiser. Friedrich Museum Direftor Demmler über Solbein und im Museum für Bölferfunde II Dr. Jenny über:.Der Mensch des Eiszeitalters". Die Berliner Märchenspiele unter Mitwirkung des Mary Bimmer mannen Stinberballet, beginnen am 3. 11. ihre Spielzeit mit dem Märchen Der gektefelte Reter. Berlin an der Havel. Der Magiftrat will Reu- Cladow doch kaufen. Der geplante Anfauf des Ritterguts Neu- Cladow an der Havel Durch die Stadt Berlin schien infolge der in Spandau zwischen Bezirksamt und Bezirksversammlung entstandenen Meinungsverschie denheiten in Frage gestellt. Der Berliner Magistrat hat aber an dem Plan festgehalten, und er beantragt jetzt bei den Stadt verordneten die Zustimmung zu dem Anfauf in einer aus. führlich begründeten Borlage. Das Rittergut hat rund 466 Hettar Gesamtfläche, bestehend aus 268 Heftar Acer, 176 Heftar Wald, 1 Heftar Wiesen, 20 Heftar Part, 1 Heftar Hofraum. Der Preis soll 2,75 M. pro Quadratmeter betragen, so daß die ganze Kaufsumme sich auf 12,8 Millionen Mark stellt. Die Borlage betont, daß die Stadt Berlin mit Neu- Cladom und dem angrenzenden Rittergut Carolinenhöhe, das ihr bereits gehört, westlich der Havel einen Besiz von zusammen 1240 Heftar( annähernd 5000 Morgen) haben würde und dann dort eine großzügige Städte, Boden- und Baupolitit" treiben tönne. Es müsse verhindert werden, daß die landschaftlich reizvollen Gebiete mestlich der Havel durch wahl- und ziellose Einzelverkäufe des Be figers verschandelt werden und eine zielbewußte Städtebaupolitit ausgeschaltet wird. Berlin will an dieser Stelle einen neuen Stadtteil entstehen lassen, für den der Bebauungsplan den städtischen Behörden baldigst vorgelegt werden wird. Waldshulen, Kindertagesheime, Erholungsheime sollen in diesem von Licht und Luft durchfluteten Stadtteil angelegt mer den Aus dem inneren Berlin fönnten mit Autobus die Schulkinder zum Tagesaufenthalt dorthin gebracht werden. Das Gelände eignet fich auch zur Anlegung von Sportplägen, besonders zur Pflege des Wassersports. Todesnot als Schauobjekt. Bedauerlicher Mißgriff auf einer Geflügelausstellung. Eine unbegreifliche und unentschuldbare Schaustellung der Todesnot lebender Tiere muß man mit großem Bedauern auf der 31. Allgemeinen Geflügelschau der Fortuna", Berein Berliner Geflügelzüchter, auf dem Mager viehhof in Friedrichsfelde feststellen. Man gewinnt es auf dieser Ausstellung über sich, vor den Augen des Publikums lebenden Versuchsratten ein Gift zu geben und nun das Publikum Zeuge sein zu lassen, wie sich die hungrigen Tiere in Qualen und Tod hineinfressen. Rattenvertilgung muß sein, das ist eine Selbstverständlichkeit, daß man kein Wort darüber zu verlieren braucht. Aber die jammervolle Todesnot der Tiere ist fein geeignetes öffent liches Ausstellungsobjekt. Der Stand der ausstellenden Firma follte polizetlich sofort geschlossen und der Aussteller zur Berantwortung gezogen werden. Im übrigen ist diese 31. Geflügelschau, die gleichzeitig die 5. Junggeflügelschau des Vereins ist, sehr gut be= schidt und außerordentlich lehrreich. Bahre Brachteremplare findet man unter den Puten, den Gänsen, den Enten und den Tauben. Ebenso find unter den Hühnern alle 3uchtrichtungen vertreten und man sieht sowohl die schwersten Hühner, die heute gezogen werden, wie auch die kleinsten. Die Hauptvertreter der Nugrassen sind die vollendete 3mederfüllung, fie legen große Eier, haben viel Fleisch am eigenen Körper und zudem beachtenswert schöne Federn. Bei Den 3mergraffen soll die große Rasse haargenau in fleiner Form tapiert werden. Das ist bei vielen Rassen auch vollends gelungen. Einige dieser fleinen Hühner sind fleißige Leger, andere hingegen fehen nur noch schön aus, fie find zu 3ter vögein geworden. Begrüßenswert ist auf jeden Fall die Ausstellung von Leistungstieren, von denen man 4--5 Generationen hindurch die Leistungsnachweise hat. Die Ausstellung bleibt bis Montag geöffnet. Wenn ein Menschlein geboren wird." Das Gesundheitsamt Lichtenberg teilt uns zu dem Artikel, den mir unter dieser Ueberschrift gestern brachten, folgendes mit: Es fst den Schwangeren meist mehrere Monate vorher bekannt, an melchem Tage etwa die Niederkunft erfolgen wird. Sie haben deshalb ausreichend Zeit, sich durch die in jedem Stadtbezirk be= findliche Schwangeren Fürsorgestelle nicht nur in ärztSonnab., d. 11. Sonnab., d. 3. 11. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 127 18 Uhr Städtische Oper Bismarckstr. 20 Uhr Metropol- Theater Täglich 8, Uhr Madame Friederike Walküre Butterfly Staats- Oper Am Pl.d. Republ. A.-V. 76 20 Uhr Staat!. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt A.-V. 192 20 Uhr Freischütz Egmont Staatl. Schiller- Theater, Charitbg. 20 Uhr Flachsmann als Erzieher SCALA 8 Uhr B 5. Barbarossa 9256 Jack Hylton, der unumstrittene Jazz- König Europas, mit seinen 18 Solisten und weitere zum ersten Male in Berlin auftretende internationale Stars. Sonnabends u. Sonntags je 2 Vorstellungen 3.30 u. 8 Uhr. 3.30 zu ermäßigt. Preisen das ganze Programm. Renaissance- Theater 8 Heute 84 Ton in des Töpfers Hand von Theodore Dreiser. 1 Deutsch von Paul Eger. Regie: Gust. Hartung. Musik von Franz Lehar Käthe Dorich Richard Tauber Hilde Borner Bespermann Arnftaebt Starnburg Dora Reg Limburg Raiser- Tit Die Kaffe ift ben ganzen Tag geöffnet. Telephon: Zentrum 378 u. 9393 Winter Garten Tägl. 8 Uhr Internat. Varieté Sonnabend und Sonntag je 2 Vorstellungen 3.30 und 8 Ubr 3.30 kleine Preise Rauchen gestattet 8 Uhr CASINO- THEATER& ¹.Ubi Lothringer Straße 37. Neu! Neu! Stöpsel ficher und wirtschaftlicher Hinsicht, sondern auch im Hinblick auf die Unterbringung in eine Entbindungsanstalt beraten zu lassen. Es fehlt, wie hinreichend bekannt ist, zurzeit noch an Betten für Gebärende. Aus diesem Grunde wird ja gerade die Lichtenberger Anstalt bedeutend an Bettenzahl erweitert. Die neue Anstalt, die voraussichtlich am 1. Januar 1930 eröffnet wird, wird menigstens im Often dem Bedürfnis der Bevölkerung ausreichend Rechnung tragen fönnen. Die jetzige Anstalt ist stets überfüllt, so daß täglich zahlreiche Abweisungen erfolgen müssen. Nur Fälle, die in Lebensgefahr Befindliche betreffen, tönnen durch Inanspruchnahme eines Rotbettes Aufnahme finden. Ein solcher Fall lag aber hier nicht vor, da die Gebärende noch 60 Stunden Zeit bis zur Geburt des Kindes hatte. Es ist auch falsch, daß der Aufnahmebeamte die Schwangere an die Charité verwiesen haben soll. Die Lichtenberger Entbin dungsanstalt ist eine städtische Anstalt, während die Charité ein staatliches Institut ist. Der Beamte hat lediglich die Aufnahme in eine andere städtische Anstalt empfohlen. Es stand daher dem Beschwerdeführer frei, sich telephonisch an das Rettungsamt, Abt. Bettennachweis, zu wenden. Hier hätte er unschwer ein freies Bett in einem städtischen Krankenhaus nachgewiesen erhalten, da die einzelnen Berliner Krantenanstalten unter dem Gesichtspunkt GroßBerlins nicht nur den bezirklichen, sondern auch den allgemeinen Bedürfnissen dienen. Die Desterreichische Kolonie in Berlin feiert den zehnjährigen Bestand der Republit Desterreich am Sonntag, dem 11. November, mittags 12 Uhr, im Festsaale des Herrenhauses, Leipziger Straße 3. Die Festrede hält der Gesandte Dr. Felix Frant. Neuerwerbungen des Aquariums. Das Berliner Aquarium genießt nicht nur seinen ausgezeich neten Ruf in Berlin, sondern weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Es wird, was die Reichhaltigkeit der Belegung anbetrifft, nur von London übertroffen. In den letzten Wochen sind nun wieder umfangreiche Transporte aus der Nordsee eingetroffen, so von der Biologischen Anstalt auf Helgoland, und wie alljährlich, wenn der Winter vor der Tür steht, von der 30010 gischen Station aus Büsum. Ebenso famen neue Mittelmeerbewohner zu uns. In Zukunft werden noch mehr als schon jetzt üblich nach Berlin wandern, denn es ist ein dementsprechendes Abkommen mit dem Ozeanographischen Museum und Aquarium in Gartschalze Mahlsdorf Sud Der gestreifte Kofferfisch. Monaco getroffen. Als in Deutschland noch nie lebend gezeigte Raubfische aus dem Mittelmeer beanspruchen die beiden hier ein getroffenen Schweinsfische die größte Aufmerksamkeit. Aeußerst interessant ist auch der geftreifte Kofferfiich, der von der warmen Küste des Atlantischen Ozeans als Geschent des Deutsch amerikaners Dorn, des Vorsitzenden des New- Yorfer Aquarium vereins, zu uns gekommen ist. Ferner bevölkern gegenwärtig in beträchtlicher Bahl die bei den Berlinern so beliebten Seepferd= chen, die sonst nur im Mittelmeer anzutreffen sind, die Aquarium becken. Trap größter Mühe halten sie sich in der Gefangenschaft nicht allzu lange. Der schwierigste Bursche in der ganzen FischHering. Er, den man in Sauer gehaltung ist aber wohl der legt, mit 3wiebel und Pfeffer und Lorbeerblatt für 10 Bř. bekommt, ist für ein Aquarium ein sehr teuerer Fisch, weil von einem großen Transport immer nur ein paar leberlebende ankommen, die meistens bald eingehen. Komische Oper James- Klein- Revue: Tausend nackte Frauen!! Die große Revue der ..Freien Liebe" Sonntag 3 Uhr Vollständige Vorstellung zu kleinen Preisen Parkett nur 4,50 Mk. Großes Schauspielhaus 8 CASANOVA A mit Michael Bohnen. Regie: Charell. Sonntag 3 U.: Nachmittags- Vorstell z. halb. Preis.( ungekürzte Vorstell.) Kleines Theater Theater des Westens Täglich 8 Uhr Max Adalbert in Heute 7 Uhr: Premiere Bitte einsteigen" Der Dickkopf Revue in 2+ Bildern sandrock, Landa, mit Josephine Baker Sterler, Sikla. Custspielhaus Täglich 8, Uhr Arm wie eine Dazu ein erstklassiger bunter Tell. Kirchenmaus Für unsere Leser Gutschein für 1-4 Pers Fauteuil nur 1.15 M., Sessel 1.65 M. Sonstige Preise: Parkett. Rang 0.80 M. R. v. Thallman, J. Riemann, Musik v. Holländer R ose- Theater Gr.Frankfurter St.132 4 Uhr Aschenbrodel 8 Uhr: Reichshallen Theater Abends 8 Sonnt. nchm. 3 Steffiner Sänger Neu! Neu! Hamlet im Heringsladen Burleske v. Meysel Hachm, halbe Preise, volles Proar. Donhot brett': Varieté Konzert Tanz. Theater a. KottbusserTor Kottbusser Str. 6 Tel: Mpl. 16077 Täglich 8 Uhr, auch Sonntag nachm 3 Uhr( ermäß. Preise) Elite- Sänger mit ,, Dietrich, beherrsebe Dich!" Waldeinsamkeit Stammtisch ,, Hutlos" Volkspreise: Mk 0.50 b. 2.00, Logen 2.50 Volksbühne Th. am Schiffbauerdamm Täglich 8 Uhr Eine Trauerversammlung der Berliner Gruppe des Bun ( Allgemeiner Jüdischer Arbeiterbund) anläßlich des Hinscheidens Genossen Isbisty Michalemitich findet heute, Go Son abend, 8% Uhr abends, Kleiststraße 9, in den Räumen des Klu Schalom- Aleichem" statt. Es sprechen die Genossen Abramowit Budin, Rossowsky, Lestschinsky u. a. Gäste haben Zutritt. Theater der Woche. Bom 4. bis 12. November. Bolksbühne. Theater am Bülowplah: 4., 5., 6., 7., 9., 10., 11. Der leber Leichnam. 8., 12. U- Boot S. 4. Theater am Schiffbauerdamm: Die Dreigroschenoper. Thalia- Theater: Schneider Wibbels Auferstehung. Staatstheater. für d Oper Unter den Linden: 4. Die Macht des Schicksals. 5. in B füre. 6. Carmen. 7. Rigoletto. 8. Tosca. 9. Sinfonie- Mitta feiner fonzert; 8 Uhr: 2. Sinfoniekonzert. 10. Ein Mastenball. 11. Aeg in pe in B tische Helena. 12. Boheme. Oper am Platz der Republif: 4., 7., 11. Carmen. 5. Fidel die a 6., 10. Der Freischüß. 8. Dedipus Rex. Geschichte vom Soldat 9. Die heimliche Ehe. 12. Cardillac. Städtische Oper Charlottenburg: 4., 11. Tannhäuser. 5. Hochzeit des Figaro. 6. Pique- Dame. 7. Der Prophet. 8. luftigen Weiber von Windsor. 9. Tosca. 10. Troubadour. 12. schloffene Vorstellung. Arbei im Ford C Klaff Leber Mod Ratic bejon die bieter Tran Schauspielhaus am Gendarmenmarkt: 4., 5., 6., 8., 9., 10., Egmont. 7., 12. Gespenster. Schiller- Theater Charlottenburg: 4. Flachsmann als Erzieh 5. Ein besserer Herr. 6., 8., 9., 10., 11. Der Londoner verlor Sohn. 7. Gas. 12. Die Weber. Theater mit feftem Spielplan: Deutsches Theater: Die Berbrecher. Kammerspiele: Kammerspiele: Gschäd werden im Himmel geschlossen. Die komödie: Eltern und Kind Theater am Nollendorfplatz: Schwarzwaldmädel. Komödienha der Königgräher Straße: Der Frauenarzt. Berlenkomödie. Großes Schauspielhaus: Casanova. Theater in Theater des Westens: Bitte einsteigen! Behrenstraße 53/54. Mado. Komische Oper: Tausend na Deutsches Künstler- Theater: Die Herzogin von Chico Frauen!! Luftspielhaus: Arm wie eine Kirchenmaus. Leffing- Thea Herr Lamberthier. Trianon- Theater: Standal um Dun. Tribüne: X. V. 3. Theater in der Stadt, Kommandantenstr. Spiel im Schloß. Metropol- Theater: Friederike. Ber Theater Unfa Welt 1855 Aus Gefa in 2 richtu Klein ſtellu mirtt die y für in G eröff beutu fester Don Ende Theater: Der Dickopf. Wallner- Theater: Das Absteigequartier. Renaiffance- Theater: Ton in des Töpfers Hand. 4.. vorm. 11% Morgenfeier der jüdischen Altershilfe. Roje- Theater: Der schwender. Kafino- Theater: Stöpsel. Schloßpart- Theater S lih: Der Prozeß Mary Dugan. Theater in der Lühowstra Runzendorf auf Belle 0,5. Theater im Admiralspalaft: S und Schick. Wintergarten und Scala: Internationales Varieté Reichshallen- Theater: Stettiner Sänger. Theater am Koftbu Tor: Elite- Sänger. Nachmittagsvorstellungen. Bolfsbühne. Theater am Bülowplah: 4. U- Boot S. 4. 11. ihr wollt. Thalia Theater: 4., 11. Schneider Wibbels Auferstehu Schauspielhaus am Gendarmenmarff: 4. Minna von Barnhe 11. Charlens Tante. Schiller- Theater Charlottenburg: 4., 7., 11. Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Theater am Nollendo plah: 4., 11. Die Fledermaus. Theater in der Königgrößer Stro 4. Der rote General. Komödienhaus: 4. Mein Vater hat Re gehabt. Theater Großes Schauspielhaus: 4., 11. Casanova. der Behrenstr. 53/54: 4., 11. Hänsel und Gretel. Cuffipielha 11. Jugendfreunde. Trianon- Theater: 4., 10., 11. Schneemeind und Rosenrot. Aleines Theater: 4., 7. Der geftiefelte Kater. Wallner- Theater: 4. Die Puppenfee. Renaiffance- Theat 10. Dornröschen. Rose- Theater: 7. Der Verschwender. 10., Aschenbrödel. Schloßpark- Theater Steglitz: 10. Christind 11. Drei arme fleine Mädels. Thater in Märchenbuch. Cühowstraße: 4., 11. Rungendorf auf Welle 0.5. 10. Wie Kle Huckepack zum Waldkönia tam. Theater im Admiralsvalaft: 4., Schön und Schid. Wintergarten und Scala: 4., 10., 11. In nationales Varieté. Reichshallen- Theater: 4., 11. Stettin Sänger. Theater am Koffbuffer Tor: 4., 11. Elite- Sänger. Erstaufführungen der Woche. Dienstag. Schiller Theater: Der Londoner verlor Theater in der Klosterstraße: Datterich. Sohn. Berantwortlich für die Rebaftion: Eugen Prager, Berlin: Anzeigen: Th. Gl Berlin. Berlag: Vorwärts Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts bruderei und Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin E 68, Lindenstraß Sierzu Beilage. Deutsches Theater HALLER- REVUE HALLER- REVUE Norden 12310 Vorverkauf auch im Pavillon d Reinhardtbühnen, Kurfürstendamm, Ecke Uhlandstraße Bismarck 448 u. 449. 8 Uhr, Ende gegen 11 Die Verbrecher Schauspiel von Ferdinand Bruckner Barnowsky- Bühnen Schön und Theater in der Stadt Kammandantenstr. 57 schick" Dönh. 919. 8% Uhr Täglich Th. im Admiralspalast 81 Uhr Sonntag 2 vorstellungen 3 Uhr 0.8 Uhr. Nachmittags die ganz? Vorstella. zu halben Preisen Th. Königgrätz. st. Planetarium am Zoo Täglich 8, Uhr Der Frauenarzt Schauspiel von Hans J. Rehfisch Stg. nachm. 31/, Uhr Kleine Preise Der rote General Komodienhaus Tgl. 8%, Ende 10 Perlenkomödie Theater am Blowplatz Die Brei- Groschen- Stg nach 31, 8 Uhr Was Ihr wollt Theater am Schiffbauerdamm 8 Uhr Oper Paulsen, Valetti Ander, Gerron, Verlang. Joachimsthaler Straß Noll. 1578 16 Uhr: Der Sternhimmel im Winter 18 Uhr Erde und Weltenraum. 20 Uhr Trianon- Th Täglich 8, U Skandal um0 Erika Glass Heinz Saline Ueber 500 Mal: Spiel im Schloß Rundfunk ho Anekdote von Franz Molnar, Regie Eugen Robert Agnes Esterhazy, Artbur Schröder, Licho, Zesch- Ballot, Thiem, Marx Sonntag nachm.3%, Uhr Sonntag 4 Schneeweiße Kurf. 9209. zu kleinen Preisen Tgl. 8, Sonnt von 50 Pfg. bis 3 Mk. Spiel im Schloss L. M. Lom Saltenparg- Bühnen in: halbe Preis Sonnabend un und geger Bile und Rosenre ihrer mur Th. in der Lutzov jez Erfe fichtl Runxend fei auf Welle 0,6 bind Rundfunk ho halbe Preis Sonnabend 4 fleid in d merd Der Die Antr Arbe flatte ichm gibt Sonne u.Sterne Dts. Künstler- Th. Klein Huckepa Volksglaube und 8 Uhr: Wissenschaft) Die Herzogin von Bruno Frank L. Preise Mein Vater hat Recht gehabt Theater am Nollendorfplatz Schaufuß, Kühl, Thalia- Theater Lenja. Telephon: Marden 1141.281 Täglich 8 Uhr von Chicago Oper. von Emmerich Ralman Lessing- Theater 8 Uhr Schwarzwald- Alb. Bassermann, Dresdener Str. 72-73 > Uhr mädel Operette in 3 Akten Die Drei- Groschen Kammerspiele Sehneider Wibbels Sonntag 14 Uhr Oper Thalia- Theater 8 Uhr: Schneider Wibbels Auferstehung Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr Flachsmann 2. Wailer, Marioni, Baris Der Verschwender als Erzieher Norden 12310 Auferstehung 31, U. Ende nach 10 Henckels. Grodtczinski. ..Ehen werden im Himmel geschlossen!" Komödie von Walter Hasenclever Die Komödie Bismarck 2414/7516 8 Ende 11, Uhr Eltern und Kinder Komödie Ivon Bernard Shaw Die Fledermaus. Lucie Mannheim Herr Lamberthier" Drama von Louis Verneuil. TRAURINGE Preisliste gratis! Wospeist m eni n.billis Nur Groß- Ber Alexanderola Krause- Pial die f zur Miet balte W50, Ansbachers Ring Dukatengold( 900 gest.) zum Reklamepreis von Gediegen und modern pielf trage Spli Stau Mk. 18. Mk. 22. leide Mk. 28. burd Schwere Ausführung 1 Ring( 585 gest.) Schwere Ausführung Gediegen und modern Mk. 12. Mk. 15. Bin Läffig hier eine Fäll 8 karat. Ringe v. Mk. 4.- bis 7.- p. Stück Gravieren gratis zum Mitnehmen. Ges. geschützt Hermann Wiese, Berlin W, Passauer Str. N 24, Artilleriestr. Ständig ca. 3000 fugenlose Trauringe am Lager. 10 au 00 in d e 1 0 a kp t 训 Del at h un => Iu it er Beilage Sonnabend, 3. November 1928. Der Abend Spalausgabe des Vorwärts Arbeiterschutz im Museum. Jubiläum der Ausstellung für Arbeiterwohlfahrt. An den Maschinen sollen die Schuhvorrichtungen im all gemeinen so sein, daß sie nicht univirtsam gemacht werden können, während die Maschine in Tätigkeit ist. So ist eine Zentrifuge so fonstruiert, daß sie sich nicht öffnen läßt, solange der Motor angeschaltet ist, also das in rasender Umdrehung befindliche Gefäß nicht einen hineingreifenden Arm mitreißen kann. Soll der Arbeiter gezwungen werden, von einer gefährlichen Stelle die Hand fortzunehmen, so wird die Maschine möglichst so konstruiert, daß er beide Hände braucht, um sie in Gang zu setzen, also unmöglich eine Hand an der bedrohten Stelle lassen kann. Andere Schutzvorrichtungen schalten eine Maschine aus, sobald ein Körperteil mit ihnen in Berührung fommt. Das Maschinenzeitalter brachte eine Fülle von neuen Gefahren| vorrichtung für die versprizten Reste muß ebenfalls inner tadellos für den arbeitenden Menschen mit sich. Nicht nur durch ungesicherte, in Ordnung sein. Für alles gibt die Ausstellung Hinweise und in Bewegung befindliche Maschinenteile war der Fabrikarbeiter in Beispiele. feiner Gesundheit bedroht, sondern auch durch Staub, Gase, Gifte in verschiedenen Formen, mit denen er häufig unbewußt andauernd in Berührung fam. Die Notwendigkeit, eine Stelle zu schaffen, die alle Erfahrungen auf dem Gebiet der Unfallverhütung Arbeitern und Unternehmern zugänglich macht, wurde bald erfannt. Am flersten formulierte 1852 der Engländer Twinning die Forderung zur Gründung eines Museums für die arbeitenden Klassen. Dort sollte alles gezeigt werden, was geeignet sei, das Leben der Arbeiter leichter und gesunder zu gestalten. Neben Modellen von Arbeiterwohnungen und praktischem Hausgerät sollten Ratschläge zur richtigen Ernährung gegeben werden, während eine besondere Abteilung Erfindungen und Vorrichtungen zeigen sollte, die die häufigen Unfälle verhüten und gesundheitlichen Schutz bieten fönnten. I winning machte auf die Notwendigkeit besserer Transportmittel, auf den Schutz gegen Kälte, Feuchtigkeit, Staub, schädliche Insekten aufmertiam, jomie auf die Wichtigkeit der Bereitstellung von Rettungsmitteln bei Feuer und Unfällen. Seiner Tätigkeit ist es mit zuzuschreiben, daß auf den Beltausstellungen von Baris, Brüssel und Wien in den Jahren 1855/57 Sondergruppen für Sozialökonomie entstanden. Allmählich schufen die meisten Kulturstaaten dauernde Ausstellungen, die zeigen sollten, wie man die Arbeiter vor Gefahren schüßen kann. Seit der Hygieneausstellung im Jahre 1883 in Berlin wurde der Versuch gemacht, die gezeigten Schutzvor: richtungen und Modelle auch hier zu einer solchen beständigen Ausstellung zu vereinen. Es dauerte noch 20 Jahre, che der Plan verwirklicht werden konnte. Erst 1900 wurden in den Reichshaushalt die Mittel für die Schaffung einer Ständigen Ausstellung für Arbeiterwohlfahrt" eingestellt, die im Jahre 1903 in Charlottenburg auf dem Gelände an der Frauenhoferstraße eröffnet werden konnte. Die Arbeiter erkannten bald, welche Bebeutung diese Ausstellung für sie hat. Bereits im Eröffnungsjahre fegten Arbeiterreisen von auswärts zu der Ausstellung ein, und bon Jahr zu Jahr stieg das Interesse an ihr. Mit Kriegsausbruch wurde die Ausstellung geschlossen. Ende 1915 wurde in einem Teil ihrer Räume die Versuchsstelle Uch platze Th die feit verschlossen 0 schrie die Kaffeeflasche, auf dem heißen Ofen stand e 56 und die Berkstätten für Erfahglieder eingerichtet. Die Ausstellungs gegenstände verfielen, die Gebäude litten durch den Mangel jeder Pflege schweren Schaden. Erst 1922 fonnte die Ausstellung wieder ihrer eigentlichen Bestimmung übergeben werden. Im Jahre 1923 murden über 100 000 Besucher gezählt. Böllig instand ge jezt fegt wurde die Ausstellung erst in diesem Jahre wieder. In der Erkenntnis ihrer Wichtigkeit hat man sie hell, geräumig und über fichtlich ausgestaltet. In dem großen Maschinenausstellungssaal fällt es auf, daß feine Transmiffionen mehr zu sehen find. Riemenver bindungen, soweit sie notwenidg sind, werden mit Schußtästen verfleidet, damit nicht durch eine unvorsichtige Berührung der Arbeiter in das Räderwert hineingezogen wird. Auch die Wellenleitungen werden so gesichert. Bie notwendig das ist, zeigt 3. B. ein Unfall, ber sich im Regierungsbezirk Frankfurt in diesem Jahre ereignete. Die Böpfe einer Textilarbeiterin löften, fich und gerieten in die Antriebswelle des Stuhles, die sie blißschnell aufwidelte und der Arbeiterin fast die ganze Kopfhaut abriß. Ebenso leicht fann ein flatternder Zipfel der Kleidung gefaßt werden und es dadurch zu schweren Berletzungen der Gliedmaßen tommen. In vielen Fällen gibt es hier nur einen Schutz: richtige Arbeitstleidung, bie fest am Körper anliegt. Ein Kopftuch muß das Haar zurüd Immer wiederkehrende Unfälle zeigen, daß die Arbeiter auch bielfach dort, wo es dringend nötig ist, feine Schußbrille tragen. Ein Sprizer von Säure oder flüffigem Metall, ein spiger Splitter fönnen zur Erblindung führen, feiner giftiger oder scharfer zu gefährlichen Augenerkrankungen. Die Atmungsorgane leiben ebenfalls oft schwer darunter. Das moderne Spritverfahren, burch das Farben und Lade auf den Gegenstand nicht mehr mittels Binsel aufgetragen, sondern aufgespritzt werden, zerstäubt z. B. unab läffig feinste, oft giftige Farbteilchen in die Luft. Es ist bei den hier gewöhnlich recht hohen Temperaturen zwar häufig fehr läftig, einen Atmungs- und Augenschutz zu tragen, aber in den meisten Fällen zur Sicherung der Gesundheit unerfäßlich. Die Abjaug. halten. Staub Arbeiter aller Berufe tönnen sich in dieser Ausstellung Belehrung holen, und, menn es nötig ist, durch eine Beschwerde bei den Gewerbeaufsichtsbehörden darauf hinwirken, daß auch in ihren Betrieben die notwendigen Schutzvorrichtungen an den Maschinen angebracht werden. Aber auch, was jeder einzelne zu seiner eigenen und seiner Mitmenschen Sicherheit in seinem Beruf wie im täglichen Leben tun fann, zeigt ihm diese Ausstellung. ,, Undichte Stellen an der Gasleitung nicht mit Streichholz ableuchten, sondern mit Seifenlösung bestreichen", belehri ein Plakat. Der Druck des ausströmenden Gases formt die bekannten runden Seifenblasen, wie sie die Kinder aus Tonpfeifen aufsteigen lassen. Man wird daran deutlich die undichte Stelle erkennen. Bei Explosionen zertrümmerte Delflaschen, zerrissene Stahl mäntel von Gasbehältern, die von Gewerbeunfällen herrühren, zeigen, welche Folgen Fahrlässigkeit haben kann. Denn alle diese Unfälle hatten schwere, oft tödliche Folgen. Ein Lehrbergwert und eine hygieneausstellung, die von dem Gebiet der Gemerbehygiene in das der allgemeinen Hygiene führt, ergänzen die Ausstellung. Schriften über Unfallverhütung und die Festschrift 25 Jahre Deutsches Arbeitsschutzmuseum" geben dem Besucher ausführliche Belehrung über das Arbeitsgebiet des Museums. Es ist täglich von 10 bis 13, Sonnabends und Sonntags von 10 bis 15 Uhr geöffnet. Der Eintritts preis beträgt 20 Bf., bei Gruppenbesuch 10 Pf. pro Person. Man sollte das Museum menigstens Arbeitslosen an einem Wochen tag unentgeltlich zugänglich machen. Das fünfundzwanzigjährige Bestehen des Deut. schen Arbeitsschuhmuseums wurde im Museumsgebäude in Char lottenburg, Frauenhoferstraße 11/12, durch eine kleine Feier bes gangen. Der Einladung des Reichsarbeitsministers waren Vertreter der Regierungen des Reichs und der Länder, der Parlamente, der WASCHE DIE HANDE BEVOR DU ISST L VERHUTE KRANKHEIT Organisationen und der Unternehmer und zahlreiche andere Soziala politiker gefolgt. Der Staatssekretär des Reichsarbeitsministeriums Dr. Geib gab in einer Ansprache einen furzen lleberblick über die Aufgaben und die Entwicklung des Museums, das heute bei seiner Jubelfeier im neuen Gewande dasteht. Menschen ohne Heimat. I. In einer der schmutzigsten und verrufendsten Gassen im Norden Berlins befindet sich eine kleine Buchhandlung. Der Besizer ist ein fleiner schwächlicher Mensch, der fünfzig schmere Jahre hinter sich hat. Dieser durchaus intelligente Mensch hat eine reizlose und zänkische Frau und vier vernachlässigte Kinder, die dieser kleine mit religiösen Büchern angefüllte Laden ernähren muß. Der Laden ist eng und verwahrlost, und hat einen fleinen Nebenraum, in dem faum drei Menschen stehen und sich aufhalten können. Dieser Laden, den ich schon seit mehr als zwanzig Jahre lenne, hat sich taum etwas geändert. Nur vom Nebenraum erschienen im Laufe der Jahre der eine oder andere Entwurzelte, Verkrüppelte und Ausgestoßene, und einen von diesen möchte ich jetzt vorstellen. Im Jahre 1924 war ich Redakteur einer außerhalb Berlins erscheinenden Zeitung. Als ich einmal in diesem Laden meilte, wurde von dem Besizer aus dem erwähnten Nebenraum ein Merch herausgerufen und mir vorgestellt. Dieser Mensch war eine förperlich verwelkte, auf der linken Hand gelähmte, dreißigjährige häßliche Dame, die eben aus Paris fam und nun in Berlin ihr Glüd versuchen wollte. Sie wollte Schriftstellerin werden und legte mir verschiedene Manuskripte vor, die ich sogleich lesen mußte, die ich ihr aber auch sofort zurückgab, weil dieje gar kein Talent ver rieten. Es waren nur Schimpfereien auf diese Welt, und als ich ihr erklärte, daß schließlich jeder weiß, daß diese Welt nichts taugt, bekam ich zu hören, mas für ein gräßliches Individuum ich sei und wie wenig ich eigentlich von Literatur verstehe. Schließlich, nach dem ich erfahren hatte, daß sie bereits alle europäischen und außereuropäischen Hauptstädte besucht hat, daß sie Russin ist und sich länger als vier Wochen nirgends aufgehalten hat, weil sie das nicht gefunden was sie suchte, begann sie folgenden Monolog: Wissen Sie, die größten und eigenartigsten dichterischen Schöpfungen werden niemals gedruckt werden. Aber sagen Sie, kennen Sie Belgrad? Nein? Wenn es wahr ist, was ich über Sie gehört habe, daß auch Sie so ein Zigeuner sind, würden Sie vielleicht Luft haben, mit mir nach Belgrad jetzt mitzureisen? Belgrad, die einzige Hauptstadt der Welt, die ich noch nicht fenne... Ah, Sie lächeln, das heißt, Sie wollen nicht? Nun, ja! Im Grunde sind Sie auch so ein Spießer und ich dachte, wie schön es wäre, wenn wir beide nach Belgrad fahren würden. Uebrigens, tönnen Sie mir nicht drei .? Ich gebe sie Ihnen bestimmt in den nächsten Mart pumpen . • Tagen wieder..1" H Was noch über diese Entwurzelte zu sagen wäre, ist, daß sie gleich nachher megfuhr und nach einigen Bochen wiederfam, und jetzt im Begriff ist, ein Buch gegen die Männer zu schreiben, die nur auf förperliche Schönheit reagieren und sich mit einer gelähm. ten dreißigjährigen, vereinsamten Frau nicht vereinen wollen, frogdem sie über die besten geistigen und seelischen Qualitäten verfügt und fähig wäre, einen Menschen glücklich zu machen. II. Eines Nachts jaß ich in einem östlichen Wartesaal, mo sich viele verschlafene, verwahrlofte Auswanderer befanden. In diesem Saal brannte eine trübe Hängelampe; ein Geruch von Dunst, Schmeiß. Zigarettenrauch mar zerstreut und verursachte ein Gefühl von Niedergeschlagenheit über die Bergeudung von so viel Energie und über die 3wedlosigkeit diejes ewigen Wanderns. D, | närrische Menschen, das Entwurzeltsein und feine Heimatlosigkeit Das ewige Suchen, Hoffen schleppt man doch immer mit sich. und Träumen ist doch nur ein Stück unseres Lebens Ich habe vielleicht zwei Stunden so gesessen, um diesem Leben vor mir zuzu schauen, als plötzlich jemand meinen Rücken berührte. Ein sechsund. zwanzigjähriges verwelfies Fräulein mit Spuren einstiger Schönheit stand vor mir und sprach sehr leise und schüchtern, so daß ich fein Wort verstand. Ich bat fie, sich zu mir zu setzen und noch einmal ihre Wünsche zu wiederholen. Wieder sprach sie halblaut und verlegen und zeigte mir ihr Portemonnaie, und dieses Mal habe ich verstanden, daß sie ihr Portemonnaie verkaufen wollte. Ich sollte ihr dafür 60 Pfennig geben, trotzdem es vier Mark gekostet hatte sie hatte noch nichts gegessen Eine halbe Stunde wußte ich vieles mehr. Ich will mich bea genügen, dieses Mal über dieses verpfuschte Leben zu schweigen. Wozu soll ich fremde Menschen mit irgendeinem Schidjal aufhalten? Jeder trägt seines und man gewöhnt sich so darin, daß man es vergißt... und das ist ja auch das Schöne dabei.. Nachdem ich mit ihr ein Nachtmahl gegessen hatte, wurde fie lebendiger und bestürmte mich mit Fragen. Ob ich ein Auswanderer jei? Wohin ich fahre und ob ich sie nicht mitnehmen will?. Sie würde gern mitfahren, fein Unterschied wohin! Nur fort von hier! Sie war Näherin, seit Wochen arbeitslos und vor einigen Tagen hatte sie ihr Zimmer räumen müssen... sie hatte keine Berwandten auf dieser Welt. Als ich ihr erflären mußte, daß ich nirgends hin fahre, in Berlin wohne und nur so studienhalber" ein bißchen hierher fam, Bielleicht dachte sie auch so ein flacher Tempomenfch, tommt war sie ganz enttäuscht und blieb dann still in Gedanken fizen. hierher, das Auswandererleben zu studieren. Als ob man vom menschlichen Weh etwas wissen fönnte, menn man Plöglich sagte sie: eigenen Leibe erfahren hat." " Wissen Sie, mein Herr, ich glaube Ihnen das mit dem es nicht am Studieren" nicht! Sie sehen nicht so fatt und gesichert aus, tro ihres schönen Anzuges und neuen Ueberziehers. Sie wollen nur ihr Elend vertuschen. Nun ja, ich kenne das. Noch vor kurzem wollte ich es ja selbst. Wie wäre es, wenn wir beide einen Schutzund Truzbund schließen? Gegen alle gesicherte Existenzen diefer Welt und gegen die Hartherzigkeit und Nüchternheit dieser erbarmungslosen Stadt? Sie lächeln? Num ja, gewiß ist es lächerlich, einem fremden Menschen dies zu sagen! Entschuldigen Sie, ich muß schon etwas betrunken sein. Uebrigens, jehen Sie, es graut schon der Morgen draußen, bald wird ein Zug kommen und diese Auswanderer irgendwohin mitnehmen... die Lampe wird man auslöschen und es werden dann neue Menschen erscheinen. Vielleicht gar tüchtige Reifende und Bichhändler. Was sollen wir dann hier noch tun? An diesem kalten Herbstmorgen möchte ich nicht allein sein. Ich habe zwar fein Zimmer, daß ich Ihnen anbieten fann, aber im Tiergarten gibt es einen stillen und einsamen Winkel. Wollen Sie jezt mitgehen? Uebrigens, vor einigen Tagen an einem frühen nebligen Morgen, habe ich dort Geld gefunden. Es waren zwei Perlmutterknöpfe und ein Fünfmarfftüd. Vielleicht werden wir auch heute dort Geld finden! Wer fann das wiffen!" Salamon Dembitzer, Ein Rennfahr«r-Roman von Andre Reuze. Obersetzf von F. A Angermayer (33. Fortsetzung und Schluß.) Und es sah wirklich aus, als hätte sie das Volk mit der woll- lustigen Grausamkeit eines leidenschaftlichen Weibes im Flug um- armt und verschlungen. Jetzt tauchten so viele Wagen auf, daß sich das Radrennen in ein Autorennnen verwandelt zu haben schien. Ein endloser Korso hüllte die Massen in seinen Pestdunst ein und oerbreitete überall den Geruch von Gummi, Benzin und Oel. Plötzlich ertönte ein Schrei. Ein Fahrer war von einem der Beiwagen umgestoßen worden. Mit einem Ruck stand der Wagen- korso. Autos fuhren sich dutzendweise an. Arme erhoben sich, Flüche wurden laut, und ohne zu wissen, was eigentlich vorgefallen war, warf nian aus dem Publikum Kotklumpen und Steine auf die Chauffeure. Zwischen den Trümmern seines Rades lag der Fahrer. „Wer ist es denn?... Wer?... Wer?" „Ein„Tourist"!... So kurz vorm Ziel!... Ob da» mcht Pech ist!" „Meuchelmörder!" brüllten Hunderte von Stimmen. Man hob den Fahrer auf, der, noch ganz benommen von feinem Sturz, mit glasigen Augen und zitternden Beinen, immer wieder sagte: „Ich hob' den ganzen Monat zweihundertsechzig Franken ver- dient!... Ich Hab' den ganzen Monat zweihundertsechzig Franken..." Ein Kreis Neugieriger umschloß ihn. Als die Wagenkolonne sich wieder in Bewegung setzte, gellt« es aus abertausend Kehlen: „Meuchelmörder!.. Meuchelmörder!" Ravenelle und Mainguy waren oorgefahren, um auf der Prinzenparkbahn zu sein, ehe die Fahrer eintrafen. Rur durch Brüllen, denn auf Hupensignale hört« kein Mensch mehr, konnte Baust freie Bahn bekommen. Versailles mit semen breiten Baumftraßen wurde durchfahren. Dann ging's durch Saint-Cloud, wo das Menschenmeer immer gewaltiger anwuchs. „Die kommen doch nie im Leben hier durch!" sagt« Maiguy besorgt. „So unwahrscheinlich es auch aussteht, die Fahrer kommen durch!" sagte Baust. In seiner Beiiallswut johlte das Dolk den Begleitern zu und rief laut die Namen der Zeitungen aus, die es auf den Fähnchen der Wagen entziffern konnte. „Wer liegt in der Spitze?" „Wer führt?" Mainguy war schon heiser und konnte nicht mehr antworten. Jetzt fuhren sie in die Rennbahn. Plötzlich war der Staub wie weggezaubert, und auch die Meeschen wurden durch Barrieren im Schach gehalten.�________ .�tHestiger Bimbam!" rief Baust und sprang auf den fassen. „Das war wieder mal eine Biechsarbeit!" In der Nähe des Ziels standen die sonntäglich aufgeputzten Familien der Rennfahrer. Aengstlich sahen die Mütter auf den kleinen Spalt in der Schranke, aus dem sie auftauchen nmßten. Junge Frauen lächelten, um ihre Ergriffenheit zu verbergen. Ernst und erstaunt standen die Kinder schweigsam herum. Vor der Zieltribüne lagen die riesigen Blumensträuße und Kränze, von denen die Fahrer seit dem Start geträumt hatten. Die Begleitautos stellten sich in longer Reihe aus, und die sonn» oerdrannten Mitfahrer reckten alle Glieder und schüttelten freudig ihren zahlreichen Bekonnten die Hand. Ballu erklärte schon an Hand von Daren und Zahlen die Hauptvorgänge des Rennens, und Bartholin lachte stolz über den Erfolg seiner Mannschaft. Rffsin, der trotz aller Machinationen Vordist nur auf den zweiten und Mirrales auf den dritten Platz führen konnte, würgte feine Wut mit überlegener Haltung hinunter. Mainguy freute sich riesig, als er unter den staubigen Auto- mobilisten das lachende Gesicht von Erousse entdeckte, der eigens herbeigeeilt war, um feinen Kameraden die Hand zu drücken. Nicht weniger freute er sich, als er auch Samba-Takore in Zivtl«nweckte, eine riesige falsche Perle im blutroten Schlips und einen grauen Zylinder auf dem gutmütigen Wollschädel. Di« Meng« wurde schon ungeduldig und begann mit den Füßen zu trampeln. Bei der geringsten Kleinigkeit tönten Lachsalven über die Arena oder gellten von der Kurventribüne. „Der Radsport!.... Extraausgabe!.... Orangen!.... Pfefferminz!... Kaugummi!... Der Radsport... Wer hat noch kein Programm?... Bier gefällig?... Der Radsport!" Es war ein« Symphonie der Verlockung. Plötzlich schrillte außerhalb der Radrennbahn«in Klingelzeichen. Ein einziger Mastenschrei durchzitterte die Luft, und alle Blicke starrten wie von' einem Magneten angezogen nach dem Eingang. Und nun kamen die Helden wie Gladiatoren in die Arena. In dem Riesenoval waren sie ganz winzig, und es schien un- glaublich, daß sie mit diefen dünnen Beinen dreißig Tage lang ge- treten und die Rundfahrt um Frankreich gemacht haben sollten. Doch je näher sie herankamen desto größer wurden sie. Jetzt tonnte man ihre hohlen Wangen, ihre willensstarken Muskeln sehen. Sie sahen wirklich wie Sieger aus und waren schön! Als sie um die Bahn sausten, wuchsen die Beisallsschreie. Hüte flogen in die Luft, Hände klatschten wie besessen, Münder schrien wie im Rausch: „Chevillard!... Chevillard!... Laboureur!" Das Feld raste um die Bahn, verschwand für Sekunden hinter dem Grün des Jnnenraums, nahm die zweite Kurve vor dem Ziel- band und begann zu spurten. Das Orchester dröhnte. Ein Heer ocln Photographen stand geduckt am Ziel, um den Endspurt zu knipsen. Reue Schreie stiegen durch die Lust. Länger und tiefer war diesmal der Beffall, tosend, wie Gewittersturm. Wieder waren die Fohrer vor den Tribünen. Ein blaues Trikot lag neben einem roten an der Spitze, aber links löste sich unwiderstehlich ein« gelbe Jacke aus der saufenden Gruppe und ging mühelos an den anderen vorbei. „Chevillard!" Schon richtet« er sich auf. bremst«, hielt neben dem Rasen an der Zielkurve und schwankte vor Glück. Er hatte nicht nur die Rundfahrt durch Frankreich, sondern auch, vor den Augen der Pariser, die letzte Etappe gewonnen. Man rannte auf ihn zu und umringte ihn. Einer nahm sein Rad, ein zweiter fest« Reifen und«in dritter feinen L rotsack. Ein athletffcher Masseur nahm ihn wie ein Kind auf den Arm und schwang ihn auf sein« Schultern. Jetzt sah«r so knabenhaft jung aus und lächelte so beglückt, daß die gellenden Jubelrufe der Frauen sekundenlang den Beifallssturm der Masse übertönten. Als er endlich auf dem Zementboden der Bahn stand, von Photographen umringt und halb erdrückt von gratulierenden Freunden, sah er, wie die anderen Fahrer Frauen und Kinder um- armten. Da stellte er sich auf seine Zehenspitzen und überschaut« das wogende Meer der Tribünen. Sie war ja da. Er suchte nichts als ein blaues Kleid und einen Blondkopf. Wahrscheinlich konnte sie noch nicht das Gewühl durchschreiten. „Ehrenrunde!... Ehrenrunde!" brüllt« die Menge. Man hob ihn aus ein Rad und drückte ihm ein großes Blumen- Ein kameradschaftlicher Kuß dem Sieger. bukett in die Hand. Aufreizend schmetterten die Blechinstrument« die„Marseillaise" in die Luft. Nun ging er, elastisch und nach allen Seiten freundlich lächelt�», auf seine Ehrenrund«. Jetzt mußte auch sie ihn sehen!... Bald würde er sie in seine Arme schtießen, ihren süßen heiß- geliebten Namen aussprechen und ihr den Siegeskuß geben. Als er endlich vom Rad stieg, wurde er von Fourcade und Bartholin erwartet. „Mach' schnell," sagte der Masseur,„sofort ins Bad!" Di« Generaldirektoren von„BrillaM". Erwin und Kurt, drückten ihm rasch die Hand. Sie besprachen gerade mit Le Goaster die Reklame im„Sportblatt". Die Musik spielte die„Brabamionne", da eben Vorbist, von den übrigen gefolgt, die Ehrenrunde fuhr. Chevillard warf noch einen legten Blick auf das wogende Menschen- meer, das seinen Sieg miterlebt hotte, und ließ sich dann in seine Kabine führen. Ravenelle und Moinguy gingen mit ihm und waren über seine Freude stolz und glücklich. Copyright by Büchergilde Cutenberg, Berlik In einer Art Waschküche dampften bereits ein halbes Dutzeiä Badewannen. Steher, mit Sturzhelmen auf dem Kopf und Bade mäntel um die Schultern geworfen, eskimodicke Schrittmacher uni Flieger in Seidentrikots standen am Eingang, um ihn zu beglück' wünschen. „Ist mein Anzug schon da?" fragte er. „Selbstverständlich! Zieh dich doch endlich aus!" Doch damit hatte es noch gute Welle, denn schon war er auck von Journalisten und Kurbelmännern umringt und sollte jede>s gleichzeitig Antwort geben.„Laßt ihn doch endlich null in Ruh«!' sagte Fourcade.„Der Junge hat doch fast 6000 Kilometer in de» Beinen!" Blanc-Mesnil und Tampier traten herein. Er umarmt« sie w« Brüder, weil er nur zu gut wußte, was et' ihnen verdankte. Er liebte sie tief. Er liebt« überhaupt alle Menschen und war unsagbar glücklich. „Hoben Sie nicht zufällig Jeanine gesehen Herr Ravenelle?" fragte er.„Ein sehr hübsches blondes Mädchen in blauem Kleid?" „Nein! Doch ich kann mich ja einmal nach ihr umsehen!". z „Nicht nötig!" sagte Fourcade leise. „Wie?" Mit verstörtem Blick hatte sich Chevillard aufgerichtet. Da klopfte ihm der Masseur väterlich aus� die Schultern: '„Sie heißt nicht Ieanine... sondern..> Viktoria... der Sieg!... Man hat dich reingelegt, mein Junge, sonst hättest du längst aufgegeben... Di« Briese... Hat dir! alle Frau Bartholin geschrieben..." Chevillard war auf einem Sessel zu- jammengesunken. Er sagte kein Wort, doch seine Lippen bebten. „So was habt ihr fertig gekriegt?" rül Tanipier und suchte nach Worten. Dann fügte er mit dumpfer Stimm« hinzu: „Das ist ein« ungeheure Feigheit!..>! Das ist«in gemeiner Verrat!... Das ist so schmutzig... so...' „Wieso denn?" mischt« sich nun Bartholin drein.„Da muß ich aber protestieren!... nur eine Kriegslist, um den Kleinen durch-! Weiber gibt's genug!... Aber die Rund-! all« Tage!... Aljo.j doch Das war zukriegen! fahrt um Frankreich gewinnt man nicht Jean, fei nicht kindisch, jetzt, wo du ein berühmter Mann geworden bist und..." Als er die Blicke der anderen sah, sprach er nicht mehr weiter. Das allgemeine Schweigen wurde von lautem Schluchzen unter- brachen. Chevillard hielt seinen Kopf zwischen den Händen und schic" ganz klein. Seine Blumen waren auf den Boden gefallen und lagen neben einem schmutzigen Handtuch. Tampier bückt« sich zu ihm und drückt« ihn an sich. „Nicht weinen, Kleiner, nicht weinen, hörst du?... Schließ' lich host du ja doch das größte Straßenrennen der Welt ge' wonnen..." Auf der Rennbahn war die Musik verftmnmt. und man hört« nur noch das freudige Gewoge der Menge. Rätsel-Ecke des„Abend". Kreuzwortsilbenrätsel in 3 Richtungen. agerecht; 1 Romanschriftstellerin; 3. Verkehrsmittel; 5. reichen: 7. zittern; 8. Zustimmungswort: 9. von Ungeziefer säubern; 11. magyarischer weiblicher Vorname: 13. Scheunendiele; 14. Baum im Orient.— Senkrecht: 1. Welle; 2. ägyptische Ruinenstätte: 3. Nebenfluß der Seine; 4. rasen; 9. pfeifen; 19. Huhn; 11. Pflanze; 12. Rahmen.— Diagonal in den hervorgehobenen Fächern: 6. alstestamentlicher männlicher Name; 7. beipflichten. Silbenrätsel. Aus den Silben a an at di di do e ei end eu fer for pa go kom hör ffs im in ips kof köpf land lauf lo ma ma men mu nand nat nat nau ner ner ni on pa pe pri rah r« ril ten ter ter tern ti tich tur wich wo zi sind 18 Wörter zu bilden, deren Endbuchstaben von oben nach unten gelesen den Anfang eines Turnerliedes ergeben.— Die Wörter bedeuten: 1. männlicher� Vor- name; 2. Wiederherstellung des biblffchen Christentums; 3. Stray- ßenart; 4. englischer Hafenort: 5. kleine Zigarre; 6. Erlaubnis zum Druck: 7. zur Ermittlung der besten Läufer: 8. weiblicher Vorname: 9. Muse; 19. Schlangenart; 11. russischer Meteorologe; 12 Schrift» steller; 13. Empfangsgeräte; 14. Fluß in Deutsckstand: 15- Zwerg» Holunder; 16. Entenhakeu; 17. Bewohner Amerikas; 18. Pflanz«. £. K. FMrätsel. Di« Buchstaben azdeeessl! i I 1 I m o r r s u w sind so in die leeren Felder einzusetzen, daß die wag«' rechten Reihen folgendes ergeben: 1. Attacke: 2. Landhaus der Euro- päer in Indien; 3. Pr. Generalfeldmar- schall; 4. Mischung: 6. Kein Eingang. 2 3 4 5 6 9 2 6 8 1 19 II 12 13 14 9 19 16 8 1 8 13 8 1 5 17 18 14 13 13 11 9 11 15 14 11 5 1 14 9 16 II 6 11 11 17 18 4 6 6 Zahlenrätsel. 4 17 8 1 5 15 15 11 14 5 2 II 5 11 9 11 9 II 12 13 13 3 8 7 4 11 12 Wissenschaft' Scherflein Baum Griech. Sänger und Dichter Sozial. Führer f Vogel Weiblicher Vorname Spruch Teil eines Segelschiffes F'sch Deutscher Dichter f (Auflösung der Rätsel nächsten Mittwoch.) Auflösungen der Rätsel aus voriger Nummer. Kreuzworträtsel: Wagerecht: 1. Admirok; 6. Oedem: 8. Ahe; 19. Tiv: 12. Oma: 14. Ukas; 13. Ries; 16. Abt; 18. und: 29. Lee; 21. Anode; 22. Unftrut.— Senkrecht: 2. Don;». idew: 5 9Lmt: �"lus: 7. Apostel; 9. Haken; 11. Irene; 12. Osa: 13. Art; 17 Boot; 19. Dan; 29. Leu. Silbenrätsel:!. Aristoteles; 2. Nobel; 3. Dürer; 4. Euler: 5. Neaumur: 6. Shakespeare; 7. Erasmus; 8. Newton.— Andersen. Schieberätsel: I. Atz; 2. Blank: 3. Million; 4. Bum«- rang: o Jerusalem; 6. Laden.— Bibel. Talmud. Koran. Rösselsprung: „Jeder ist sich selbst der Nächste" Heißt des Eigennutzes Spruch. Lieb' den Nächsten wie dich sekber, Und du bfft dir noch genug. Charade: Tank. Kant. De LL d ன்| BELE er te 1 9 4 14 1 0 4 1 D は は Nr. 522 45. Jahrgang Technik Sonnabend 3. November 1928 Berlin- Potsdam mit Dampf. Ein Berliner Eisenbahnjubiläum. Die ersten Anregungen zum Bau der Berlin- Potsdamer Eisenbahn tamen aus den Kreisen Privater in den Jahren 1833 und 1834 an die Staatsregierung. Am 9. April 1833 mandte fich Dr. Stubbe in Berlin an das Ministerium des Innern mit einer Eingabe, in der er um Unterstützung seines Vorhabens bat, ein Privilegium für die Einrichtung einer Dampfwagenfahrt auszuwirken". Nach dem Entwurf des Privilegiums handelte es fich um das Recht, einen Fahrweg von Naumburg über Halle, Merseburg, Delitzsch, Wittenberg, Potsdam, Berlin, Frankfurt( Oder) bis Breslau zu bauen und mit Dampfwagen zu befahren"; es jollte ihm erlaubt werden, Waren und Menschen auf diesem Wege zu befördern und das nötige Geld zur Einrichtung diefer Dampfwagenfahrt durch Aktien zufammenzubringen". Der Staat sollte die ihm gehörigen Ländereien, durch die der Weg geht, unentgeltlich überlassen, die Privatgrundstüde dagegen sollten nach landesgefeglicher Abschätzung fäuflich erworben werden. Der Weg für die Dampfwagenfahrt sollte, um das Postregal nicht zu beeinträchtigen, wenig ftens 1000 Fuß entfernt von dem damaligen Postwege liegen, nicht durch Städte gehen, und bei Kreuzung anderer Fuhrwege mittels„ Brücken oder Unterdurchgänge" so geführt werden, daß die bestehende Kommunikation unverletzt" bleibe. Der Antragsteller sollte verpflichtet sein, täglich einen Dampfwagen von Raumburg, Berlin und Breslau abzusenden und Briefe der Regierung sowie zwei Beamte unentgeltlich mitzunehmen. Der Bescheid des Ministeriums vom 19. April 1833 lautete da hin, daß die Zusicherung des Privilegiums nicht cher erteilt werden könne, als bis man eine„ volltommene Ueberzeugung von der allgemeinen Nüßlichkeit des beabsichtigten Unternehmens gewonnen" habe.„ Eine solche Gemeinnüßigkeit ist aber," so heißt es wörtlich, nur dann anzunehmen, wenn durch das Unternehmen der Waren- und Personentransport nicht nur leichter und bequemer, sondern auch mit geringeren Kosten als auf den bisher gewöhnlichen Wegen bewerkstelligt wird, und daß dies bei dem zur Anlage erforderlichen Kapital bon gewiß fünf Millionen Taler bloß für die Bahn möglich zu machen sei, muß bezweifelt werden"). Dem Antragsteller wird aufgegeben, einen genauen Plan unter Beifügung einer eingehenden Berechnung der erforderlichen Anlagekosten einzureichen. Im folgenden Jahre, am 27. Januar 1834, wandte sich der Justizkommissar J. C. Robert, zusammen mit das Ministerium des Innern, um für eine zwischen Berlin und Leipzig geplante Eisenbahn die staatliche Genehmigung und die Gewährung gewisser Garantien zum Schuße der vorberei tenden Schritte zu erbitten. Es sollte auf mindestens zwei Jahre jede Konkurrenz für die Vorarbeiten ausgeschlossen werden und der zu bildenden Aktiengesellschaft das Privilegium verliehen werden, den Grunderwerb nach den gesetzlichen Bestimmungen über Heer straßen zu bewirken und die Benutzung der Bahnen einer staatlich beaufsichtigten Besteuerung zu unterwerfen. Nachdem auch in diesem Falle den Antragstellern aufgegeben worden, zunächst den Bauentwurf und den Plan zur Errichtung der Aktiengesellschaft einzureichen, erweiterten diese bei der Vorlage des allgemeinen Entwurfs im März 1834 ihren Konzessionsantrag auf den Plan einer Eisenbahnverbindung Berlin- Leipzig- MagdeburgDie Antwort lautete, daß die Erteilung einer förmlichen Konzellion nicht eher Allerhöchsten Orts" befürwortet werden könne, als bis die Antragsteller nachgewiesen, daß sie im Besize der Mittel feien, eine so wichtige Unternehmung anzutreten. Für Aufstellung eines Bauplans hatte Robert den Geheimen Oberbaurat Crelle in Berlin, Mitglied der Oberbaudeputation, gewonnen, der die Pläne unter vollständiger Geheimhaltung ausarbeitete. Bereits am 4. Mai 1835 tonnte Robert einen Bauplan mit ausführlichen Erläuterungen. Ertrags- und Kostenberechnungen Hamburg. zu einer " dem Bantier L. Eisenbahn zwischen Betlin und Potsdam Arons an borlegen. Hiernach war der Entwurf als eingleisige Schienenbahn bon der Schafbrüde( der jezigen Potsdamer Brüde) zu Berlin in ziemlich gerader Richtung bis in die Gegend der langen Brüde bei Potsdam gedacht. Die Bahn sollte täglich sechsmal von je zwei zu bestimmten Stunden abgehenden Dampfwagen befahren, die ganze dreieinhalb Meilen lange Strede durchschnittlich in einer Stunde zurückgelegt werden; dabei sollen Passagiere in Bahnfutschen", Frachtgüter in Bahnfrachtwagen und auch gewöhnliche Fuhrmerte mit Bersonen belegt, vorkommendenfalls auch mit ihren Pferden, auf Bahntarren" befördert werden. Die Reifenden, Frachtgüter und Wagen sollten durch die Bahnunternehmer von der Schafbrücke bis zu den verschiedenen bestimmten Blägen im Mittelpunkt Berlins gebracht und von da abgeholt werden; dabei sollten die vorher festgestellten und veröffentlichten Transportpreise in jedem Falle bebeutend geringer sein, als zurzeit üblich. Das Anlagefapital sollte aus dem Einkommen der Bahn getilgt, und die Bahn nebst Zubehör nach Ablauf einer angemessenen Reihe von Jahren dem Staate als Eigentum unentgeltlich abgetreten werden. Der bare Gelbgewinn ous dem Unternehmen wurde auf jährlich 40 000 bis 50 000 Taler angeschlagen. Der Antragsteller bittet um die Erlaubnis, die neue Eisenbahnschienenstraße Friedrich Wilhelms. Bahn zu nennen, nicht ganz würde entlang sehen können". Die Bahn joll 50 Ruthen| Berlin- Potsdam eröffnet werden. Die Abbildung auf Seite 142 ( 188,3 meter) von der Chaussee entfernt bleiben, damit, falls Dampf fraft verwendet werde, feine Gefahr für den Verkehr auf der Chaussee durch Scheuen der Pferde entstehen könne. Als besonderer Vorteil" wird es hingestellt, daß die von der Bahn zu schneidenden Landstraßen mit dieser in gleicher Höhe liegen, eine Anschauung, deren Durchführung bei der späteren Entwidlung der Eisenbahnen bekanntlich zu erheblichen Mißständen geführt und zahlreiche, äußerst tostspielige Umbauten notwendig gemacht hat). Wenn auch einst weilen nur ein Gleis gelegt werde, so sei doch der Bahnförper jeden falls von vornherein für eine doppelgleifige Anlage einzurichten. An den Rändern der Dammkrone sollen Obstbäume, z. B. Kirsch bäume, gepflanzt werden, deren Ertrag nicht nur die Pflanzungs Der Potsdamer Bahnhof vor 90 Jahren. tosten decken, sondern noch eine Einnahme gewähren werde. Falls mit Pferden gefahren wird, soll der Raum zwischen den Schienen mit Kies ausgeftampft werden, während bei Dampfbetrieb nur eine Ausfüllung mit Erde, ben geebnet, notwendig fei. Ferner wird vorgeschlagen, die Schienen statt durch Steine oder eine chauffierte Unterlage( Bettung) durch eichene, eingerammte Bjähle von 5 Fuß Länge und 6 bis 8 Zoll Dice zu unterstügen, deren Köpfe etwa 3 Fuß tief unter dem Terrain bleiben müßten, damit der Pfahl länger dauere; auf dem Pfahlkopfe würde der eiserne Schienenstuhl sehr gut befestigt werden können und müßte dann danach eingerichtet werden". Ausweiche stellen sollten bei Annahme von Dampfbetrieb eine etwa auf jede halbe Meile, bei Anwendung von Pferdebetrieb eine auf je 160 Ruten( rund 600 Meter) angelegt werden. Der Kostenüberschlag für die Bahnanlage schließt ab; im Falle des Dampfbetriebes für die Bahnanlage schließt ab; im Falle des Dampfbetriebes mit 419 408 Zaler oder 125 820 Taler auf die Meile( rund 50 300 m. für das Kilometer) und im Falle des ausschließlichen Pferdebetriebes; mit 389 655 Taler oder 116 896 Taler auf die Meile(- rund 46 800 m. für das Kilometer). Der Bert des Geländes für den Bahnhof am Endpunkte der Bahn bei Berlin wird auf 10 Taler 30 Mart für die Quadratrute, der Eisenpreis für die Schienen mit 300 m. für 1 Tonne veranschlagt. Die Kosten der Dampflokomotiven, die aus England bezogen werden sollten, waren auf 18 000 m., die der für den Eisenbahntransport eingerichteten Stutschen zu 12 Personen mit je 1800 und bei zierlicherer und bequemerer Bauart mit 2100 m. in Ansatz gebracht. Eisenbahnfrachtwagen von 2650 bis 2700 Kilogramm Tragfähigkeit mit eifernen Rädern, Achsen und Druckfedern sollten 1200 M., die gewöhnlichen Bahnfarren" zur Aufnahme Straßenfuhrwerten 600 M. toften. Der Entwurf spricht sich dafür Straßenfuhrwerten 600 M. foften. Der Entwurf spricht sich dafür aus, daß bei den örtlichen Verhältnissen die Anwendung der Dampf. traft von vornherein zu empfehlen fei, unter allen Umständen müsse die Bahn jo hergestellt werden, daß der späteren Einführung der Dampftraft nichts im Wege stehe. " von Die Sagungen der Gesellschaft wurden in der Hauptversammt lung vom 23. August 1837 genehmigt. Diese hatten sich außerdem noch ausdrücklich der Verpflichtung unterworfen, allen Bestimmungen nachzukommen, die über die Verhältnisse zum Staat und zum Publikum für die Eisenbahnunternehmungen im allgemeinen oder für die in Rede stehende Unternehmung insbesondere, später etwa ergehen würden. Durch Kabinettsordre vom 23. Sep. tember 1837 murden die Statuten bestätigt, die Baupläne im allgeminen genehmigt und der Gesellschaft Storporationsrechte und das Enteignumgsrecht für die erforderlichen Grundftüde verliehen. Das Gesuch der Gesellschaft, sich Friedrich- Wilhelms- EisenbahnGesellschaft nennen zu dürfen, wurde durch Kabinettsordre vom 25. September abgelehnt, meil sonst ähnliche Anträge von anderen Gesellschaften erwartet werden müßten. Die Erbarbeiten hatten auf den freihändig erworbenen Grunditüden bereits am 10. August 1837 begonnen. In der Stephensonichen Fabrit in Newcastle maren jechs „ Dampfwagen beffer Qualität" Aus der Beschreibung geht hervor, daß die Linie etme an der Stelle der heutigen Botsdamer Brücke in Berlin anfangen und ziem lich gleichgerichtet mit der Landstraße nach Zehlendorf und von hier nahezu geradlinig über Kohlhajenbrüd und Romames bis in die Teltower Borstadt von Potsdam geführt werden sollte; das Gefälle jollte nirgends stärker sein als einen halben Zoll auf die Rute, das ist 1: 288. Unterhalb der Schafbrüde auf dem linken Ufer des Schafe grabens sollten die Abfertigungsgebäude für die Bahn, Kohlen schuppen, Werkstätten, Schmiede und Pferdeställe Blaz finden. Die unmittelbare geradlinige Berbindung wird wegen des jumpfigen und niedrigen Geländes zwischen Bilmersdorf und Schöneberg vermieden um so mehr, da aus der Abweichung von der geraden Linie nicht einmal ein Berlust an Schönheit und Ansehen"(!) entſtehe, Nach einer Bauzeit von 14 Monaten tommte der Beweil man die Linie non Zehlendorf zur Schafbrüde wegen der ba trieb am 22. September 1838 auf der Strede Zehlendorf- Botebom milchen liegenden Anhöhen bei Schöneberg umb Dahlen benodhumb am 29. Ditobee besfelben Salyces auf bez gorges Gerede zum Preise von 42 000 Mart das Stüd bestellt worden. Auch die Muster zu den Transportwagen waren anfangs aus England bezogen morben; späterhin wurde die Zusammenlegung der Unter und Obergestelle im Inlande bemirtt, mährend man nur noch die Räder und Uchsen, die Federn und die Achslager von England tommen ließ. gibt eine Ansicht des Potsdamer Bahnhofs aus jener Zeit wieder und einen ungefähren Begriff von dem Aussehen der damaligen Betriebsmittel. Der Bahnhof lag in der Richtung der jetzigen Barallelstraße öftlich des gegenwärtigen Empfangsgebäudes ungefähr da, wo heute der Droschtenhalteplag der Ankunftsseite liegt. Die Zufahrt erfolgte vom Blag vor dem Potsdamer Tore aus meftlich des alten Kirchhofs; östlich von diesem war nur ein ,, Blattenweg für Fußgänger" nad) dem Empfangshause hergestellt. Dieses bestand aus einer bedeckten Unterfahrt, von der man in die Worte räume und zur Kasse gelangte. Bor den Warteräumen lag die Bahnwagenhalle, die ein Gleis und nur einen Seitenbahnsteig enthielt; dieser mar für die Plattform, wie es damals hieß die einzelnen Klassen, den anstoßenden Warteräumen entsprechend, abgeteilt. Das Bahnsteiggleis war nördlich durch die Wagenhalle hindurch verlängert und hier mit den benachbarten Gleisen durch Drehscheiben um Stande der Dampfwagen" verbunden. Hieran schloß sich eine kleine Abfertigungsanlage für den Güterverkehr, bestehend aus einem Wiege- und Abladeplatz und einem Bureau; dann folgte ein Kohlenschuppen, eine Deltammer und ein Schuppen für den Tender, der beim Stande der Dampfwagen jedesmal von diesem abgetrennt werden mußte. Süd-. lich vom Empfangshause lag ebenfalls westlich von den Hauptgleisen das Verwaltungsgebäude, das eine Wohnung für den Bahningenieur enthielt. In füdlicher Richtung folgten dann noch in größe rem Abstande, durch Drehscheiben zugänglich, je eine Remise für die Dampf- und für die Personenwagen und ein Stall für 45 Pferde; der Landwehrgraben wurde nur mit einem einzigen Gleise gefreuzt, der Bahnhof endigte noch etwa 140 Meter. nördlich von der Grabenbrüde. Die Berliner strömten dem neuartigen Trans portunternehmen massenweise zu. In der Erfennt nis, daß die vorhandenen Betriebsmittel in den Sommermonaten tünftig völlig unzureichend sein würden, schritt man sofort zu einer Bermehrung des rollenden Materials. Die Kosten hierfür somie für den den Anschlag bedeutend überschreitenden Grunderwerb wurden durch Erhöhung des Attientapitals um 1 Million Taler im Jahre 1838 und um 400000 Taler im Jahre 1839 gededt. Seit dem Jahre 1840 wurden alle mit Segeltuch gedeckten Wagen dritter Klasse nach und nach mit festem Berded versehen, um die Reisenden besser gegen die Unbilden der Witterung zu schüßen. Die Form offener Personenwagen, die auch auf der Berlin- Anhalter Bahn anfangs verwendet wurden, dürfte seitdem im Eisenbahnbetriebe der Hauptbahnen bei uns allmählich verschwunden sein. Auch erkannte man bereits damals die Notwendigkeit, alle Personenwagen mit Stoßbuffern) auszurüsten, und schritt zur Durchführung dieser Maßregel. Im Jahre 1844 wurde die Berlin- Potsdamer Eisenbahngesellschaft infolge ihrer Bereinigung mit der BotsdamMagdeburger Eisenbahngesellschaft aufgelöft. Anmertungen: 1) Hiernach waren die Anlagekosten für die rund 545 Kilometer lange Strecke auf nur 15 Millionen Mart, das find 27 500 Mart für das Kilometer, geschäßt. 2) Der Merkwürdigkeit halber jei das in der Erläuterung hier. über angeführte nachstehend wörtlich wiedergegeben: ,, Außer der Hauptbedingung für Eisenbahnen: derjenigen möglicht schwacher Gefälle, gibt es noch zwei andere, deren eine nie verlegt werden darf, während die andere nur mit bedeutenden Rosten und Schwierigkeiten vernachlässigt wird, nämlich: daß die Bahn da, wo Biegungen stattfinden, deren Halbmesser dann, besonders menn mit Dampfkraft gefahren wird, möglichst groß jein muß, durchaus ganz horizontal, und daß sie da, wo sie Chauffeen und andere Straßen schneidet, mit denselben in gleicher Höhe liegen muß. 3) Ursprünglich als„ Stoßtiffen" bezeichnet. Das Großtraftwerk Klingnau an der Aare. Im Schweizerischen Bundeshause fand fürzlich eine Besprechung über die Errichtung des Großtraftwertes Klingnau an der Aare statt. Dieses Straftwert will der Kanton Aargau zusammen mit den Rheinisch Westfälischen Elettrizitätswerten erstellen; die Rheinisch- Westfälischen Elektrizitätswerte wollen auch den gesamten Strom abnehmen. Hiergegen hat sich in der Schweiz, namentlich in Kreisen der Elettrizitätsindustrie und der Verbraucher lebhafter Brotest erhoben. Bon verschiedenen Elektrizitätsunternehmungen wird eine Beteiligung am Großfraftwerk Ringnau beabsichtigt, um so den ausländischen Einfluß zurückzubämmen. Eine Berlautbarung über die letzten Besprechungen besagt nun, daß alle mit der Angelegenheit zujammenhängenden Fragen besprochen worden seien. Geſtügt auf einen Beschluß des Bundesrats hätten die drei Bundesräte erklärt, daß die Regierung bereit jei, die Erstellung des Wasserwertes Klingnau tunlichst zu ermöglichen und zu diesem Zwecke unter Wahrung der Landesinteressen die Bewilligung für die Ausfuhr elektrischer Energie zu erteilen. Die giftigen Auspuffgafe. Die Auspuffgafe der Automobil motoren find nur dann für den menschlichen Organismus ungefähr lich, menn fie Abzug in die freie Luft haben. Läßt men dagegen Automotoren in geschloffenen Räumen laufen, fo fammelx fi die Gase an, die den Tod eines Menschen herbeiführen fönnen. Bücher der Technik. 25 Jahre AEG- Dampfturbinen, 191 Abbildungen, 182 Seiten. Broschiert 5 Mart. B. d. 3.- Berlag G. m. b. H., Berlin N. 7. Eine Festschrift, die der B. d. 3.- Berlag anläßlich des Jubiläums des AEG- Turbinenbaus herausgegeben hat. Das Wert gibt außer einem historischen Ueberblick über das Merden der Turbine eine ausreichende Uebersicht über den Stand des heutigen Turbinenbaus. Uebersichtlich, andaulich, burch gutes Biomaterial ens seidet ร Faltboottechnik in Lappland Der Paddelsport, der in den letzten Jahren einen geradezu überwältigenden Aufschwung genommen hat, eignet sich nicht nur für die mehr oder minder harmlosen Gewässer unserer Heimat. Besonders gilt das für das Faltboot, das sich, auseinandergenommen und zufammengelegt, bequem über weite Landstrecken transportieren läßt und in aufgebautem Zustande infolge seiner Elastizität auch auf flippenreichen Gewässern brauchbar ist, auf denen sich manches Holz boot in Kleinholz verwandeln würde. Auf der Suche nach neuen Paddelgebieten sind schon viele Paddler nach Finnland gekommen, das mit seinen mehr als fünfunddreißigtausend Seen, die meist miteinander verbunden sind, sich als wahres Paddlerparadies erwiesen hat. Verhältnismäßig wenige Wassersportler aber haben Lappland zum Paddelgebiet erwählt. Landungsfreuden an der Steinküste. Hier kommt überhaupt nur das Faltboot in Frage; der Transport eines Holzbootes wäre zu langwierig und kostspielig, da man vom Endpunkt der Eisenbahn bis zu dem großen Inarisee mit dem Postauto nicht weniger als dreihundert Kilometer zurückzulegen hat. Außerdem find Reparaturen fernab von den menschlichen Siedlungen bei einem Holzboot eine sehr problematische Sache, während das Faltboot mit Gummistoff und Gummilösung auch bei ernsteren Havarien leicht wieder instand gesetzt ist. Wer mit dem Faltboot ein Gewässer wie den Jnarisee bereisen will, muß alles mitnehmen, was er für wochenlangen Aufenthalt in der Wildnis braucht. Ein Zelt mit Gummiboden ist unumgänglich notwendig, schon wegen der furchtbaren Moskifoplage, die dort im Sommer herrscht und ein Schlafen im Freien unmöglich macht. Leute, die schwer einschlafen, müssen darin noch ein schwarzes Innenzelt aufhängen, denn in den Monaten, wo die Sonne überhaupt nicht untergeht, leidet man leicht an Schlaflosigkeit durch die ewige Helligfeit. Der Gummiboden ist wegen des sumpfigen Untergrundes notwendig, und die meist nur kurzen, aber häufigen und schweren Regengüsse verlangen absolute Wasserdichtigkeit des Zeltes. Ich benutzte ein Klepperhauszelt aus Duinstoff, das auch nach tagelangem Trommelregen nicht eine Spur von Feuchtigkeit durchschlagen läßt. Nur selten kann man darauf rechnen, hin und wieder in einer fogenannten Krunuuntupa, einer„ Staatsffube", zu übernachten; die Krumuntupas find rohe Blockhäuser, die von der Regierung in 3mischenräumen von zirka 40 Kilometern auf einzelnen Felfeninseln errichtet wurden, um Jägern und Fischern bei Stürmen und anderem Unwetter eine Zuflucht zu bieten. Das Uebernachten in den wenigen Lappenhütten an den Ufern des Inarisees kommt noch weniger in Frage, da nicht jeder sich mit den mehr als primitiven Lebensgewohnheiten dieser Leute befreunden kann und selbst Tierfreunde wenig Wert darauf legen, sich eine Reinkultur von Kleiderläufen anzulegen. Die Notwendigkeit, genügend Gerät und Lebensmittel mitzunehmen, beengt den Raum in einem Zweierboot außerordentlich. Der Idealfall ist das Zweierboot, in dem nur ein Mann hinten sitzt, während der vordere Teil für das Gepäck reserviert Die Fahrt wird dadurch natürlich langsamer, aber auf Schnelligkeitsrekorde kommt es ja bei langen Wanderungen nicht an. Schwierig sind die Landungen. Mit Ausnahme der wenigen Stellen am Festland, wo größere oder kleinere Flüffe in den See münden, ist alles geröllerfüllte Felsenküste. Der einzelne, der hier sein Boot an Land bringen will, fann es unmöglich in beladenem Zustande über die Felsbrocken schleppen, ohne die Haut schwer zu beschädigen. Ich habe es mit bestem Erfolge stets so gemacht, daß ich meine hüfthohen amerikanischen Gummistiefel anzog, am Ufer ins Wasser stieg, das Boot entlud, es dann über die Schulter legte und aufs bleibt. Ein schöner Kampfabend. Bischoff schlägt Stief nach Punkten. U Der gestrige Kampfabend in der Neuen Welt" nahm bei sehr gutem Besuch einen äußerst interessanten Verlauf. Gleich in dem einleitenden Qualifikationskampf gab es einen Niederschlag. Prawit Köln( 71,2 Kilo) streckte in der ersten Runde Quarndt Berlin( 71 Kilo) durch einen genauen Rechten auf die Halsschlagader zu Boden. Quarndt wurde noch ganz benommen aus den Ring getragen. Der zweite Kampf brachte Walter Funke( 72 Kilo) und Hermann Scherle Dortmund ( 74,1 Kilo) in den Ring. Funke siegte klar nach Bunkten. Der Dortmunder Schwergewichtler Hans Bischoff( 88 Stilo) hatte den Königsberger Sud)( 87,7 Kilo) als Gegner. Bischoff brachte Such mehrmals an den Rand des k. o.; in der fünften Runde brach dann Ringrichter Griese den Kampf wegen Verteidigungsunfähigkeit Suchs zugunsten des Dortmunders ab. Diese Entscheidung löste im Bublifum einen ganz unberechtigten Lärm aus. Im Ausscheidungsfampf zur Deutschen Schwergewichtsmeisterschaft zwischen Dr. Ba ch Heidelberg und Egon Stief Berlin verschenkte der Berliner in der zweiten Runde durch Unaufmerksamkeit eine flare f. o.- Chance. Im weiteren Verlauf des Treffens sammelte Dr. Bach soviel Punkte, daß es noch zu einem fnappen Siege langte. Das sehr stürmisch begonnene Treffen zwischen Schladenhaufen, dem Mittelgewichtsmeister des Elsaß, und Boja Dortmund endete bereits nach zwei Runden, da der Elsässer megen mehrmaligen Schla gens nach dem infolge Sturzes am Boden befindlichen Boja disquali fiziert werden mußte. Nochmals ,, Kanufahrer auf der Havel!" Land trug. Man darf es nicht einfach im Wasser liegen lassen und festmachen, denn sehr plötzlich brechen dort Stürme aus, und das Boot wird dann gegen die Klippen geworfen und beschädigt. An den seltenen sandigen Ufern fällte ich einen Baum, trieb sein zuge spiztes Ende in genügender Entfernung vom Ufer tief in den Sand und band das Boot daran fest. War die Sprizdecke gut überge30gen, dann konnte es nach Belieben stürmen und regnen. Entleeri man das Boot bei Wind oder gar bei Sturm, muß man breit und fest dastehen; einmal warfen mich bei solcher Gelegenheit die Wellen um und rissen mich ein Stück mit, und so etwas ist eine sehr peinliche Sache, wenn dabei die letzten Patronen naß werden. 6 Tage in Köln! Ein lebhafter Anfang, doch schwacher Besuch. In der Kölner Rheinlandhalle nahm am Freitag das erste Sechstagerennen der rheinischen Domstadt seinen Anfang Der prachtvolle Bau sah in den Abendstunden ziemlich leer und un gemütlich aus, füllte sich auch im Verlaufe der Nacht nur halb. Im Anschluß an einleitende Wettbewerbe erschienen die Sechstagemänner auf der Bahn. Pünktlich um 10 Uhr knallte ein Schuß, das erste Kölner Sechstagerennen hatte seinen Anfang genommen. Unter Führung von Gooßens wurden die ersten Runden zurückgelegt Schon nach fünfzehn Minuten gab es den Sturz, Rausch tat sich aber Als Schlafgelegenheit für Sommer und Herbſt genügt ein Schlaf- Luckenwalde- Berlin fad mit zwei wollenen Decken. Als Kleidung wählt man Wolle, die auch bei schweren Durchnässungen bedeutend schneller trocknet, als der baumwollene Manchestersamt. An Geräten genügt ein Militärspaten aus Stahl, dessen eine Seite scharf wie eine Art geschliffen ist. Gekocht wird mit Holzfeuer im Militärkochgeschirr; Spiritus gibt es ohnehin nicht und die paar hunderttausend Quadratkilometer Urwald haben genug trockene este selbst für die ausgedehntesten Kaffeeorgien. Größte Sorgfalt ist beim Verstauen des Gepäcks zu beobachten; immer muß der Schwerpunkt unter dem Unterstügungspunkt liegen, sonst ist bei den zahlreichen böenartigen Stürmen die Kentergefahr zu groß. Ich benutze für meine Fahrten ein Klepperboot, das schon die dritte Saison seinen Dienſt tat und selbst bei hohem Seegang das Gefühl absoluter Sicherheit gab. Einmal geriet ich beim Lachsfischen in einen sehr ärgerlichen Sturm, wurde von der Nacht überrascht und trieb bis zum Morgengrauen durch eine unbekannte Welt von Inseln und Klippen. Mehrmals prallte ich in der Finsternis gegen Felsen, das Boot schnurrte laut über Unterwassersteine, und ich glaubte jeden Augenblick abzufaden. Als ich mir am nächsten Tage den Schaden besah, war nur an mehreren Stellen der Gummibelag abgeschabt, die Stofflagen waren vollkommen intakt. Hat man nicht ein Boot befter konstruktion, so ist die Lebensgefahr zu groß, denn man ist oft gezwungen, viele Stunden lang selbst bei hohem Seegang zu fahren. In der Erwartung solcher Möglichkeiten muß man sorgfältig geftaut haben und sich tief ins Boot ducken. Ob man einen langen Schlag tut oder kurz paddelt, hängt allein von der nächsten Welle ab, die auf einen zurollt; hier hilft allein Geistesgegenwart. Wenn man es sich zum Prinzip macht, nie vorderlastig zu fahren, rollen selbst unangenehme Brecher elegant unter den Bug durch. Man muß sich nur die Nervosität abgewöhnen und sicher sein, daß die beiden Gummiluftfäde an Bug und Hed, die auf geblafenen Sitzkissen auch nach dem Kentern die ganze Bescherung Fischerlappengehöft am Inarisee. heißt das Arbeiter- Fußballspiel der repräsentativen Mannschaften dieser Städte, das am Sonntag, dem 4. November, auf dem Platz in der Kynaststraße ( Bahnhof Stralau- Rummelsburg) ausgetragen wird. Beginn 13.15 Uhr. Ab 9 Uhr Handballspiele. Parteigenossen, werktätige Bevölkerung! Unterstützt bundesireue Arbeitersportier! ebensowenig wie gleich hinterher Maczinsky. Noch vor Beginn der ersten Wertung stiftete der deutsche Schwergewichtsbogmeister Hay mann eine Prämie, die an, Schorn fiel. Während der Wertung gab es die erste Jagd, die Stockelynd Gooßens angezettelt hatten, die aber im Sande verlief. Nach Ablauf der ersten Stunde waren 41,800 Kilometer zurüd gelegt. Bald nach 11 Uhr gab es die erste größere Jagd von Rousd Hürtgen eingeleitet, es blieb aber alles beim alten. Gleich danach stießen die Belgier Gooßens- Stocelynd vor. Gooßens hatte im Handumdrehen einen größere Vorsprung gewonnen, sein Partner vergrößerte ihn auf eine halbe Runde, und nicht lange dauerte es da waren alle anderen überrundet und Gooßens- Stocelynd allein an der Spitze. Damit gaben sich die anderen elf Baare jedoch nicht zufrieden. Die Ruhe war noch nicht einmal wieder hergestellt, da gingen Richli- Blattmann und Frankenstein- Buschenhagen mit Rausch- Hürtgen im Fahrwasser davon. Die Jagd dauerte fast eine halbe Stunde. Zunächst wurden die belgischen Spitzenreiter wieder cingeholt, darüber hinaus gelang es den ausgezeichnet fahrenden Frankenstein- Buschenhagen allen anderen eine Runde abzunehmen. Bei dieser Jagd verloren Demolfa 2. Maes und Tonani- Bestotti sogar zwei Runden. Letzterer fuhr sehr schwach, Lonani war oft auf sich allein angewiesen. Nach fieben Stunden waren von der Spitze 266,130 Kilometer zurückgelegt. Der Stand des Rennens: Buschenhagen- Frankenstein 24 B.1 eine Runde zurück: Bouet- Boucheron 32, Rausch- Hürtgen 22, Rieger- Knappe 21, Dorn- Maczinsky 19, Blaffmann- Richli 12, Gooßens- Stockelynd 11, Mouton- Steger 11, Dizmella- Schorn 8, Goebel- Bragardt 1; zwei Runden zurück: Tonani- Bestotti 8, Dewolf- A. Maes 7 Punkte. Morgen ist Schwimmfest bei den Freien Schwimmern GroßBerlin! Das große Hallenschwimmfest der Freien Schwimmer Groß- Berlin" findet morgen, Sonntag, um 3 Uhr, in der Städtischen Badeanstalt, Neukölln, Ganghoferstraße, statt. Berlins arbeitende Bevölkerung hat hier Gelegenheit, wahren Boltsschwimmsport zu sehen. Bundesreue Vereine teilen mit: Kartell für Arbeitersport und Körperpflege, Bezirk Neukölln. Montag November, 20 Uhr, Kartellbelegiertenfigung bei Frant, Restaurant Bur Badeanstalt", Ganghoferstr. 1. FIGB., Sportbezirk Ostring". Am Sonntag Hockenspiel der 2. Mannschaft gegen Bezirk Treptow auf dem Normannenplag von 15% bis 17 Uhr. Treff über Waffer halten. Patronen, Reservewäsche und Films gehören in einen Gummisac, der Photoapparat felbst ruht in einem Aluminiumfochtopf mit Bügelverschluß und Gummidichtung. Manch- punkt zum Waldlauf in Köpenick um 8 Uhr Bahnhof Stralau- Rummelsburg. mal tommt man in die Lage, nichts zu effen zu haben. Für diesen Fall nimmt man eine Schleppangel mit, die, ohne das Paddeln zu behindern, dreißig Meter hinter dem Boot im Wasser liegt. Wenn es nicht gar zu stürmisch ist, hat man in furzer Zeit einen oder zwei Lachse an Bord. Fahrten in solch einem wilden Gewässer, weitab von den Wohnsitzen der Menschen, sind nicht allemal eine Luftfahrt, aber sie find immer schön, auch in schwierigen Situationen, sie geben Selbstvertrauen und stärken den Charafter mehr als ein ganzer Koffer von Tabletten zur Kräftigung des Nervensystems. Curt Biging. RUNDFUNK AM ABEND Sonnabend, 3. November. Berlin. 16.30 Paul Nicolaus: Heitere Rezitationen. 17.00 Unterhaltungsmusik, ausgeführt von Dr. Becce's Terra- Sinfonikern. 18.30 Dr. G. Frey, Direktor im Reichsgesundheitsamt: Die Psychopathie int der deutschen Jugend. 19.00 Wolfgang Schwarz:..Problème der Friedenssicherung". III.: Krieg und Friede im Kapitalismus. meiner Zuschrift nicht enthalten. Dadurch fällt gewissermaßen auf die Kanuabteilung ein schlechtes Licht. Den Saz: daß die Paddelabteilung start kommunistisch durchsetzt ist, wie im Freitag: ,, Abend" steht, weise ich zurüd, da von den politisch organisierten Mitgliedern der größte Teil in der Sozialdemokratischen Partei organisiert ist, der ich ebenfalls angehöre. Die Paddelabteilung ist am Aufbau 20.00 Felix Hollaender: Einleitung zu dem nachfolgenden Sendespiel„ Seeder Berliner Arbeitersportbewegung start beteiligt. Willi Tausendfreund." Nachschrift der Redaktion: Es ist interessant zu hören, daß die ,, Welt am Abend" die Vereine von sich aus festlegt, wo sie hingehören. Das gehört offenbar zum Aktionsprogramm der fommunistischen Sportarbeit. Wir hätten aber gern gesehen, daß Genoffe Tausendfreund mitgeteilt hätte, daß er gegen die Welt am Abend" etwas unternommen hat. Berlin und die tägliche Turnstunde. 19.30 Armin T.Wegner: ,, Auf der Völkerbrücke"( Landschaften und Städte im Kaukasus). I.: Tiflis, das Tor des Südens. schlacht", Tragödie von Reinhard Goering. Regie: Alfred Braun. Anschließend bis 00-30: Tanzmusik( Kapelle Gerhard Hoffmann.) Königswusterhausen. 16.00 Aus dem Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht. 16.30 Uebertragung des Nachmittagskonzertes Hamburg. 17.30 David Stetter: Die Aufgaben der in den Gemeinden tätigen Beamten. 18.00 Max Bartel: Streifzug durch die moderne Großstadt. 18.30 Gertrud van Eyseren, Cesar Mario Alfieri: Spanisch für Anfänger. 18.55 Dr. Konrad Eilers: Zum Hubertustage: Deutsche Weid gerechtigkeit im Wandel der Zeiten. Ab 20.00 Uebertragung von Berlin. Sonntag, 4. November. Berlin. geführt von Dajos Béla mit seinem Orchester. 14.30-15.25 Für den Landwirt. 15.30 Verkehrswachtstunde für die Jugend. Unter Mitwirkung von Rektor Walter Hauer. In verschiedenen Berwaltungsbezirken Berlins find in den letzten beiden Jahren neue Schulgebäude mit Doppelturnhallen errichtet 11.30 Uebertragung aus dem Großen Schauspielhaus. Vormittagskonzert, ausworden. In einigen Bezirken hat man auch Aufstockungen der Turnhallen vorgenommen. Damit nun die Bezirke der Einführung der täglichen Turnstunde an diesen Anstalten näher treten, haben die Deputationen für das Schulmesen und für Leibesübungen beschlossen, in allen Fällen, in denen eine Bermehrung der Turnhallen erfolgt, die Bezirke zur Stellungnahme aufzufordern, ob an diesen Anstalten die Einführung der täglichen Turnstunde möglich ist. Dieser 19.30 Dr. Kleo Pleyer: Die Bedeutung des Sudetendeutschtums für das Reich. Beschluß ist sehr zu begrüßen, da durch ihn die Bezirke immer wieder auf die tägliche Turnstunde hingewiesen werden und sich mit. ihrer Einführung beschäftigen müssen. Zu unseren Feſtſtellungen unter dieſer Epigmarte im geftrigen Bei den Kindern der FTGB! Abend" erhalten mir folgende Zuschrift: „ Die Welt am Abend" hat von mir finngemäß denselben Artikel erhalten wie„ Der Abend". Die Welt am Abend". hat den Artikel vollfommen umgestellt und ist der Sag: Die Abteilung, die mit ihrer starten Oppofition gezwungenermaßen... usw." in 11 16.00 Dr. Rudolf Pechel: Die Siebenjahrhundert- Feier der mecklenburgischen 16.30 Unterhaltungsmusik des Salonquartetts Hans Raue. Stadt Güstrow. 19.00 Theodor Kappstein: Das Land der Edda. III.: Das Weltbild der Edda 20.00 Abendunterhaltung. Musikalische Welterfolge. I. Gassenhauer.( Mitwirkende: Robert Koppel, Bariton: Rudolph Senger, Einführung. Berliner Funk- Orchester. Dirigent: Artur Guttmann.) 21.00 Kunterbunt aus Sachsen.( Gesprochen von Hans Reimann.) 21.30 Konzert für Horn und Orchester, op. 28, von Kurt Atterberg: Allegro pathetico Adagio Allegro molto( Prof. Paul Rembt, Horn. Berliner Funk- Orchester, Dirigent: Bruno Seidler- Winkler). Anschließend bis 00.30 Tanzmusik( Kapelle Marek Weber). KönigswusterhausenET.GR Sonntag, 4. November 1928, 15 Uhr 08.55, 09.00, 11.30, 14.30. 14.45, 15.30, 16.00, 16.30 Ueberirgungen von Berlin. Städt. Turnhalle, Prinzenstr. 70a( unweit Moritzplatz) Gymnastik Turnen- Spiel 18.00 Prof. Wilhelm Weber: Theodor Mommsen zum 25. Todestag. 18.30 Paul Huldermann: Amerikanische Präsidentenwahl. 19.00 Dr. Collin Roß: Das Interessanteste von meinen Reisen. Hallenöffnung 14.30 Uhr Unkostenbeitrag 30 Pf. Ab 20.00 Uebertragung von Berlin, ft fo D D 2112320 J It bi 3 n £ b b ft 20 je d 3 1 d m 3 d e a D