Morgenausgabe Hr. 523, A 263 45<3fl�r9QnQ Wöchentlich 85 9U monatlich 3,80 9t tm voraus zahlbar. Postbezug 4L2 M. «inschl. Bestellgelb. Auslandsabonne» ment 6.— M. pro Monat. De?.vorwärts� erscheint Wochentag« kich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel.Der Abend". Illustrierte Beilagen.Volk und Zeit" und..Kinderfreund". Ferner .Unterhaltung und Wissen",.Frauen« »mm«"..Technik"..Blick in die Büchenvelt" und.Iugend-BorwärtA" NerUner SoUSVlatt Sonniag 4. November 1928 Groß-Äerlin 15 pf. Auswärts 20 ps. Die e l n s p o! t t g e Nonp-ireillezeil» So Pfennig. Reklame' eile ö.— Reichs« mark...kleine Anzeigen' das ettge« druckte Wort 2b Pfennig(zuläffig zwe> »ett�edruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Steuengefuche das erste Wort l5 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Wone. Arbeitsmarkt Zeile SO Pfennig. Familienonzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Linden- Vrahe 2,«vchentägl. von 8Vz bis 17 Uhr, Jentratorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 �iiniprech«: Dönhoft WZ— A? lelegramm-Zldr.: Sozialdemokrat Berit» Vorwäris-Verlag G.m.b.H. Bostlcheckkonto: Berlin 81 536.— Baakkonto: Bank der Arbeiter, Angestellt«» und Beamten Wallftr. SS. Ditkonto-Selellschaft, Deposttenkasie Lindenstr. 8 Der Umschwung in Rumänien. Konzentrationsregierung unter bauernparteilicher Kührung angestrebt. B u k a r e st. 3. Itovember. Die Regierung ist zurückgetreten. Es wird erklärt, daß der Regentschastsrat eine Soazenlralioasregierung zu bilden beabsichtigt, doch sind die Aussichten für ihr Zustandekommen sehr gering. Allen Anzeichen nach wird der Bauernsührer Rt a n t u mit der Kabinettsbildung betraut werden. Zn dieser Regierung würde Titulescu ein Portefeuille übernehmen. Bis zur Rückkehr Titulescus aus London dürste das Portefeuille de» Auswärtigen interimistisch von wajda-Vojvodo als Innenminister verwallet tperdcn. Der Regentschastsrat hat Verhandlungen mit den Parteiführern begonnen und nachmittags Averescu und Professor Jorg« empfangen. AI a u i u ist für morgen mittag eingeladen worden. Allgemein hat man den Eindruck, daß RIaniu mit der Regierungs- bildung beauftragt wird. Eine Erklärung Diniila Rratianus. Bukarest. 3. November. Di« Kanzlei des Ministerpräsidenten verössentlichte folgendes Komnumique: Da die Verhandlungen über die<5 t a b i l i s i c- r u ng vor ihrem Abschluß stehen, meinte Ministerpräsident Dintila Bratianu. e« sei notwendig, um die Durchjührung sowie die Fort- setzung der Politik der finanziellen Festigung zu sichern, die Bildung eiller Regierung der nationalen Solidarität und E j n l r a ch t zu»mpjehlen Da er aber zu dtesem Ergebnis nicht kommen konnte und dadurch in die Unmöglichkeit versetzt worden war, seine Aufgabe mit Erfolg fortzusetzen, hat Dintila Bratianu heut« vor- Wittag dem Regentschastsrat den Rücktritt des Kabinetts erklärt. Mamus Ministerliste schon vorgelegt. Zum Rücktritt des Kabinetts Bratianu erfährt TU.: Die Forde- Hingen Brattanus. ihm die Neubildung der Regierung zu über- tragen, wurde vom Regentschottsrat abgelehnt. Der Regentschast»- rat erklärt«, daß er zwar nicht abgeneigt sei. Bratianu» pro- grammatische Borschlägc zu erwägen, aber darauf bestehen müsse, daß Fürst Stirb e y oder General P re sa» die Regicrungs- bildung übernehme, unter Umständen auch T i t u l e s c u. Die gegenwärtige Regierung solle nur noch die Auslandsanleihe unter- Zeichne« und die Stabilisierungsgesetze durchführen. Dies« Er- klärungen des Regentschaftsrates wurden durch Indiskretionen in der Oefsentlichkeit bekannt und erregten größtes Aussehen, da sie ein« Ablehnung aller wichtigen-Forderungen Bra- tia n u s gleichkommen. Daher der Rücktritt. M a n i u ließ durch einen Vertrauensmann der Regentschast sein« Mini st erliste unterbreiten. Die Besetzung des Kriegs- Ministeriums soll der Regentschaft überlassen bleiben. Der Sturz der„liberalen" Regierung in Rumänien muß nicht nur alle demokratisch, sondern alle anständig ge- sinnten Menschen freuen. Dieses Regime war seit Jahr- zehnten, mochten auch die Namen seiner Träger wechseln, der Inbegriff von Gewaltherrschaft, Rechtsbruch und Korruption. Amtlicher Wahlterror und Wahlschwindel standen in höchster Blüte. Wer von den feierlich verkündeten Ber- fassungsrechten im oppositionellen Sinn Gebrauch machte, war seiner Freiheit keinen Tag mehr sicher, der Presse war längst das würgende Zensurhalsband aufgezwungen, die berüch- tigten Kerker für Politische jederzeit überfüllt. Kriegsgerichte urteilten über Meinungs- und Koalitionsdelitte. Die Min- derheitsoölker wurden schamlos unterdrückt und ihre Klagen verhöhnte noch in der Kammersitzung vom 31. Oktober der „Liberale" D a n d e a mit den Worten, in Rumänien existiere überhaupt kein Minderheitenpro- b l e m und deshalb fei auch«in Minderheitenstatut u n- nötig! Von einem Regime der vereinigten Bauern- und Na- tionalportei wird mau zunächst nach ihren Versprechungen «in freiheitliches und xeformerifches Regieren zu erwarten hoben, hoffentlich nicht nur eine Verkleinerung des un- geheuren Grundbesitzes der Bojaren zugunsten der Klein- dauern, so brennend nötig diese auch ist. Die Zensur aufgehoben? Bereits seit der großen Bauern-Demonftration war die Schaffung einer Konzentrationsrcgierung angestrebt., Als erste Wirkung der Demission Bratianus ist die Vorzensur gegen die Presse aufgehoben worden, so daß man zum erstenmal seit langer Zeit die nicht von oben geregelte Stimme der öffentlichen Meinung hören wird. Reichstag und Aussperrung. Dienstag Aeltestenrat. Der Reichstagspräsident Genosse Paul Löbe Hot den Aeltestenrat des Reichstags zu einer Sitzung am Vormittag des Dienstag. 6. November, einberufen. In dieser Sitzung soll darüber entschieden werden, ob der Reichstag, der be- kanntlich am 13. November seine Arbeit wieder aufnehmen will, nicht wegen der großen Aussperrung im Westen schon ZU einem früheren Zeitpunkt einberufen werden soll. Aovemberiagung des Landtags. Der Aeltestenrat des Landtags ist für Montogmittag zu einer Sitzung zusammenberufen worden, um vor Beginn der Vollverhandlung die Geschäftslage zu besprechen. Das Plenum wird voraussichtlich im November nur v o n M o n t a g b i s D o n n e r s- tag dieser Woche«inen Sitzungsabschnitt abhalten, um m der Hauptsache Uranträg« und Große Anfragen, soweit sie ver handln ngs- reis geworden sind, zu beraten. Der Aeltestenrat w.rd dann über «inen Dorschlag zu entscheiden haben, im Dezember vom Ii. b i s z u m 2 0. noch weitere Vollsitzungen abzuhalten. Der Ursprung. kich« Dorschlag, schon vorher im Dezember zusammenzutreten, wird wohl mtt Rücksicht auf den Reichsparteitag des Zentrums, für den die Tage vom 7. bis zum 9. Dezember in Aussicht genommen sind, sollen gelassen werden. In den letzten drei Togen wird das Plenum, bevor es in die Deihnachtsferien eintritt, noch den Haushalt, der am Dezember gemeinsam mit dem Gutachten des Staatsrots ein- Sehen wird, dem Hauptausschuß überweisen. Neue Besprechungen in Paris. Keine unüberbrückbare K ust. Part«» S. November.(Cigenfaerldst.) Poiacarä empfing am Sonnabend den Generologenten für Aeparati-mszahlungei» Parker Gilbert und den italievischen �achverktändiae» Pirelli. Daran schlössen sich Besprechungen Mit den Bertrdrni der a» Zustandekommen der Sachverständigen. konferenz interessierten Mächte, die der Ministerpräsident über den Inhalt seiner Unterredung mit Parker Gilbert unterrichtete. Man nimmt an. daß die zurzeit hier sehr aktiv geführten Verhandlungen bald zum Ziele führen werden. Es kann festgeftelll werden, daß zwischen der deutschen Auf- fossung— zu deren Vertretung der Agent keineswegs, wie einige Blätter behaupten, eigens nach Paris gekommen ist— und den Auffassungen de? anderen Mächte, insbesondere Frankreich, durchaus nicht eine so tiefe Kluft besteht, wie man nach der von einem Teil der Po- riser Presse geführten Polemik annehmen könnte. Was besonders die als so heftig umstritten geschilderte Frage der.Unabhängig- keit" der Sachverständigenkommission anbetrifft, so weiß man auch auf der deutschen Seite sehr gut, daß es, wie Briand betont hat, keine„unabhängigen" internationalen Sachverständigen gibt, und daß ebensowenig den Regierungen das letzte Wort vor- enthalten werden könnte. Andererseits verschließt man sich auch in hiesigen politischen Kreisen kaum der Einsicht, daß das Komitee, um fruchtbar arbeiten zu können, nicht aus Beamten zusammengesetzt sein kann, die mit gebundener Marschroute zusammentreten. Aufbegehren gegen poincar�. Die Ftnanzkommiision rebelliert gegen Diktatur. Parts, 3. November.(Eigenbericht.) Der Ministerpräsident PoincarZ ist heute nacht mit der Finanz- kommission in einen schweren Koystikt geraten. Die Kommission hotte Pdincar« zu einem Vortrag gebeten, um mit ihm' zu beraten, wie man notwendige Steuererleichterungen durchführen und durch Ersparnisse wieder einbrinaen könnt«. Poincare zeigte sich vor der Kommission vollkommen unzugänglich Er erklärte, von Steuer- «rleichterungen über da« von ihm selbst vorgeschlagen« Maß wolle er nichts wissen. Er würde gegen jeden derartigen Antrag die Per- ttauensfroge stellen. Wenn ober das Budget bis zum 31. Dezember nicht erledigt sei oder wenn es ein Defizit aufweise, dann werde er sich unweigerlich von seinem Amte zurückziehen. Die Cr- klijrunqen Poincare» machten aus die Kommission einen so schlechten Eindruck, daß diese ihr« sämtlichen Adänderungsanträge noch heute nacht annahm. Allerdingo trug sie dabei Sorg«, si, soweit zu reduzieren, daß kein Defizit i« Budget entsteht. Aus Anttag Aurisl» wurde eine Entschließung gefaßt, worin auf da» energischste gegen da« verhalten Poinearäs protestiert wird. Kampf um den Staat. Oer Wirtschastsputfch zehn Lahre nach der Revolution. Vor zehn Jahren brach das Kaisertum in Deutschland zusammen, mit ihm der Obriakeitsstaat, in dem die Arbeiter- schaft von der staatlichen Willensbildung ausgeschlossen war. Die deutschen Arbeiter blicken zurück auf zehn Jahre Kampf um Befestigung und Ausbau der Republik, auf zehn Jahre gewerkschaftlicher Arbeit unter den veränderten Bedingungen des demokratischen Staates. Nach der unvermeidlichen Ver- wirrung der ersten nachreoolutionären Jahre, in denen eine klare Erkenntnis der Möglichkeiten sich erst durchsetzen mußte. haben sich breiteste Massen der deutschen Arbeiter in den gewerkschaftlichen Organisationen zu ruhigem, aber wuchtigem zielbewußten Gleichschritt zusammengeschlossen, zu ge- schlosienem Marsch nach nächsten erreichbaren Zielen. Vor- marsch in der Demokratie mit der Demokratie! Die klare Er- kenntnis der neuen Bedingungen des Kampfes der Arbeiter- schaft, die Herausarbeitung der nächsten erreichbaren Ziele, das zähe Festhalten am Errungenen— das ist die beste Feier der zehnjährigen Wiederkehr des Revolutionstages. Die Unternehmer feiern den zehnten Jahrestag der deutschen Revolution mit einer Rebellion gegen den Staat und das Recht, das aus der Revolution hervorgegangen ist. Die große Aussperrung im Westen ist der Versuch, die Po- sstionen zu brechen, die die Arbeiterschaft in der Revolution und nach der Revolution errungen und befestigt hat, sie ist ein Ansturm auf die Autorität des Rechts des demokratischen Staates und auf feinen sozialen Inhalt. » Warum geht es in diesem Kampfe? Ein Lohnkonflikt zwischen Unternehmerorganisation und Arbeiterorganisatio- nen ist auf Grund des geltenden Rechtes von der staatlichen Schlichtungsinstanz durch eine gültige Entscheidung beigelegt worden, durch einen Spruch, der die Unternehmer ver- pflichtet, die in dieser staatlichen Entscheidung festgesetzten Löhne zu zahlen, der den Arbeitern ein einklagbares Recht auf diese Löhne gibt, sie aber gleichzeitig auch an diesen Spruch bindet. Das ist der Ausgangspunkt des Konflikts. Hier tritt der große Fortschritt der letzten zehn Jahre hervor. Vor zehn Iahren wäre ein Lohnkonflikt entschieden morden lediglich durch den sozialen Kampf, durch die Stärke der nurgewerkschaftlichen Kampfmittel Vor zehn Iahren hätten die Arbeiterorganisationen keinerlei Schutz gefunden beim Staat und seinen Organen— sie hätten lediglich die bittere Erfahrung machen müssen, daß bei einem so gewal- tigen Konflikt die Staatsmacht an der Seite der organisier- ten Unternehmermacht stand. Der Machtwille der herrschen- den Klassen stand der Selbsthilfe der Arbeiterschaft gegen- über, und der Staat war ein Teil dieses Machtwillens. Heute ist der Staat Garant des kollektiven Arbeitsver- träges. Die großen sozialen Auseinandersetzungen werden nicht nur entschieden durch die nurgewerkschaftlichen Kampf- mittel, sondern zugleich durch die Stärke des politischen Ein- slusses, den die Arbeiterschaft im Staate besitzt. Vor zehn Iahren war der Lohn nurgewerkschaftlicher Lohn— heute ist er gewerkschaftlicher und politischer Lohn. Vor zehn Jahren kämpfte die Arbeiterschaft lediglich durch die Macht ihres gewerkschaftlichen Zusammenschlusses, durch die Opfer schwerer Arbeitskämpfe ihre gerechten Forderungen durch— heute schafft sie durch den Stimmzettel wirksame Macht und Recht. * Die Metallindustriellen der westlichen Gruppe revoltie- ren gegen den Rechtsspruch des Staates, der den Lohn her Metallarbeiter im Westen verbindlich festgesetzt hat. Sie stehen im Kampf gegen die Arbeiterschaft und den Staat. Die Unternehmer gegen den Staat— die Ar- beiter für den Staat: diese Kampffront ist das zweite Kennzeichen der gewaltigen Wandlung, die sich in den zehn Jahren von 1918 bis 1S28 vollzogen hat. Der Schlichter als Organ des Staates ist nicht nur als ehrlicher Mittler zwischen die Kämpfenden getreten, er hat um des Gemein- wohles willen eine Entscheidung gefällt, die nach den Vorschriften des geltenden Rechts für beide Teile rechtsverbindlich geworden ist. Diese staatliche Entscheidung ist keine ideale Entschei- dung. Nach der Ueberzeugung der Ardeiter bleibt sie hinter billigen und berechtigten Arbeiterforderungen zurück. Die Schlichtung von Arbeitstämvfen noch dem Recht des demo- kratischen Staates vollzieht sich innerhalb der kapitalistischen Wirtschaftsordnung, ihr Spruch bildet nicht gerechten Lohn, sondern möglichen Lohn. Der Spruch des Schlichters ist das Ergebnis aus einer Fülle von Erwägungen, die ein ander durchkreuzen: Rücksicht auf das allgemeine Lohnniveau. Rücksicht auf die Konjunktur, Rücksicht auf die spezielle Lage der betroffenen Industrie, Rücksicht auf die psnchologstchen Spannungen bei Unternehmern und Ar- beitcrn. Der Spruch des Schlichters wird niemals in idealem Sinne sozial gerecht sein. Die soziale Gerechtigkeit kann durch kein« Instanz" gesetzt werden. Der Schiedsspruch, der zur Rebellion der Unternehmer gegen das Recht geführt hat, hat sehr behutsam die Behaup- l M 4} 1! !> ' i'i | > ü! « i., J i tungen der Unternehmer über das gewogen, was sie selbst� für wirtschaftlich möglich halten. Die Zurückhaltung dieses Schiedsspruchs, die Absicht, einen billigen Spruch, nicht ein Diktat zu fällen, ist vor dem offenen Ausbruch des Konfliktes selbst von großen Organen aus dem Unternehmerlager fest- gestellt worden. Die Unternehmer antworten auf diesen Spruch mit einem Generalangriff auf das Recht, das diesem Spruch zu- gründe liegt. Das Kompromißhafte, das jedem solchen Spruch anhaftet, wollen sie beseitigen, indem sie das Schlich- tungswesen selbst, den vom Staat garantierten kollektiven Arbeitsvertrag angreifen. Sie rebellieren gegen den sozialen InHast des demokratischen Staates, gegen zehn Jahre nach-" revolutionärer Entwicklung. * Die Arbeiterschaft, die an vielen Schiedssprüchen sehr be« rechtigte Kritik geübt hat, steht in einheitlicher Em- p ö r u n a über den Rechtsbruch der Unternehmer ander Seite des Sch lichters und des Staates. Sie weiß und sie fühlt, daß dieser Kamvf einer der wichtigsten Positionen gilt, die sie sich in der Demokratie erobert hat, nicht einer reinen Machtposition, sondern einer Rechts- Position. Sie empört stch nicht nur über den brutalen Machtwillen der Scharfmacher und über die soziale Amora- lität, die sie drücken will, sondern über die Verleßung des Rechts. Sie stellt mit Recht die Frage, ob die Rechts- Verbindlichkeit staatlicher Entscheidungen über kollektive Ar- beitsverträge nur für Arbeiter und nicht für Unternehmer gist, oder für beide. Sie fordert, daß das gel- tende Recht seine Macht erprobt auch gegen- über den wirtschaftlich Mächtigen. Sie sieht in diesem Kampf eine grundsätzliche Entscheidung über die Be- deutung der Rechtspositionen im demokratischen Staat. die Sicherung gewähren sollen gegen den Mißbrauch monopolistischer Wirtschaftsmacht. Dieser Kampf ist eine Probe auf das, was in zehnjähriger Arbeit in der demokratischen Republik an sozialem Ausbau geleistet worden ist. -1- Aus den Reihen der Gewerkschaften ist das Wort ge- fallen, dieser Vorstoß der Unternehmer käme fast einem Staatsstreich gleich. Es ist in der Tat«in Angriff auf das Recht, ein Angriff auf die Autorität des Staates, ein Der- such, das Rad der Geschichte um zehn Jahre zurückzudrehen. Di« Arbeiterschaft weiß, daß die Errungenschaften der letzten zehn Jahre nur in schweren Kämpfen durchgesetzt worden sind, und daß sie sie auch fernerhin in schweren Kämpfen wird verteidigen müssen. Aber sie wird in diesen Kämpfen fest mit beiden Füßen auf dem Boden des Rechts des demo- kratischen Staates stehen— den Rechtsbruch und die Staats- streichgelüste überläßt sie den Scharfmachern. Der Angriff der Unternehmer auf das Recht lehrt ihr, daß es eine wirk- fame Waffe für sie ist, Die politisch-rechtlichen Bindungen der wirtschaftlich Mächtigen zu zerreißen, den Einfluß des Staates auf die großen Wirtschaftskämpfe auszuschalten, ist das Ziel der Äirtschastsputschiften. Das Recht zu brechen, um die Ar- beiterschaft zur Verzweiflung am Recht zu treiben, sie der politischen Waffe der demokratischen Entscheidung zu ent- fremden, um sie auf das Kampffeld des rein wirtschaftlich- imrgewerkschaftlichen Machtkampfes zu locken, ist der Sinn des.Unternehmervorstoßes. Er richtet sich gegen die Er- r u n g e nsch a fte n, aber auch gegen den Fortschritt der Arbeiterschaft in den letzten zehn Jahren. « D-e Unternehmer führen die Worte„staatsbürgerlich" und„Staatsautorität" im Munde Der Staat fordert von ihnen Achtung seiner Autontät und des Rechts. In diesem Augenblick fallen die Masken und der Absolutismus de» Scharfmachertums trist hervor. Frech leugnen sie. daß „dieser Staat" überhaupt Autorität besitze. Sie kennen nur eine Staatsautorität— die Scharfmacherautorität gegen den Aufstiegswillen der Arbeiterschaft, nur e i n Staats- bürgertum— das Bürgertum des Großbefitzes im Unter- nehmerstaat. Sie pfeifen auf das Recht des demokratischen Staates, wenn es für die Arbeiterschaft geltend gemacht wird, weil Ihr Ideal der Klassenstaot der Zeit vor 1918 ist. In diesem Kampfe darf es kein Kompromiß geben, sondern nur nolle Wahrung der Staatsautorität und der Höhest des Rechts. Der Versuch, im Jahre 1928 das Rad der Geschichte mst wirtschaftlichen Machtmitteln um zehn Jahre zurückzu- drehen, muß ebenso niedergerungen werden wie alle ver, gangenen Versuche mit den Mitteln des politischen Putsche». Die Unternehmer gegen den Staat— die Arbester an der Seite des Staates auf dem Boden des Rechts gegen den Rechtsbruch— das ist die Situation im November 1928, zehn Jahre»zach der Revolution. Wir wollen sie nicht rückwärts- revidieren lasten! Oer lachende Dritte. Sind die Sisenherrea etwa überrascht? Unter dieser Ueberschrift bringt die„Deutsche Bergwerks- .zettung" in fetter Ueberschrift folgende Meldung: Amsterdam, 2. November.(Drohtbericht.) Am Tage des Beginns des Lohnkampfes in der rheinisch-westfälischen Metallindustrie hat in den Niederlanden eine außerordentlich starke Aktivität der englischen Industrievertreter eingesetzt. Die Ratter- dainer Hotels haben einen starten Justrom vo» englischen Kaui- leuten erhalten. Der„Nieume Rotterdamsche Eourant' schreibt: In England wird man sür den Lohntampf in der westdentschen Industrie dasselbe Interesse zeigen, das man seinerzeit in Deutsch. land bei der Stillegung des englischen Bergbaues infolge des Bergarbciterstreits für die Absatzgebiet« der englischen Kohle ausbrachte. Die englischen Industriellen sehen in den schweren sozialen Kämpfen in Deutschland eine ersehnte Gelegenkeit,»m sich neue Absatzmöglichkeiten zu schassen. Sie werden van den Schwierigkeiten profitieren, unter denen ihr gefürchteter Kon- kurrent leidet. .Sicher ist diese Meldung den deutschen Eiscnhmen unwillkommen. Aber waren sie so kurzsichtig, daß sie nicht einmal da» vorm,»gesehen haben?__ 3n Königsberg begannen gestern neue p o l n i sch- li t a u i sche Berhandlungcn. Hanptunterhäildler find Zalcskj und W o l de m a r o». Ob sie erfolgreicher sein werden als die früheren. die bekanntlich völlig gescheitert sind, muß leider bezweiselt werden. Die likauischc Zensur schämt sich: sie hat verboten, ihre Stretchun- gen durch weißc Flecke oder eingeschobene Inserate kenntlich zu machen. Die volktbundzeilschrist..Oesterreich-Deukschland'(Kronprinzen. user IS) feiert den zehniährigen Bestand Deutschosterreich- in vor- trefstiche» Aufsätzen»«rl Renner» u«tz P«ul gäbe»,,„ polnisch-sozialistischer Parteitag. Einmütige Ablehnung einer Schwenkung zu pilsudsti. Sosnowize. 3. November.(Eigenbericht.) Di« PPS. hat diesmal Sosnowize als Tagungsost gewählt. �«eil die Stadt seit«inigen Jahren«ine sozialistische B«r> waltung hat. Bürgermeister Genosse L I e n s, ein ehemaliger Lohnarbeiter, schildest« den auswärtigen Gästen die Schwierig- keilen, mü denen die Stadtverwaltung zu kämpfen hat. Industrie und Bergbau gehören sranzöflschen Kapitalisten. Es ist außerordentlich schwer, vo« diesen die notwendigen Steuern einzutreiben, da die polnische Regierung da« fremde Kapital in seder weise schütz». Di« Steuerkmst der schlecht gelohnten Arbeiterschaft ist äußerst schwach. Trotzdem hat di« sozialistisch« Stadtverwaltung tu den letzten Jahren anerkennenswerte Aufbauarbeit geleistet, wo? hostent- lich bei der Neuwahl auch Anerkennung finden wird. Die Eröffnung des Pasteitoges ging in der benachbaste« Schwesterstadt Dombrowa vor sich. Dombrowa macht einen noch armseligeren Eindruck als Sosnowize. Trotzdem ist es hier der Arbeiterschaft gelungen,«>n große» Kulturwerk zu schassen. Di» Gewerkschaften, besonders der Vergarbeiterverband und die Pastei, haben«in großes Arbeiterheim errichtet: zur Einweihung diente die Parteitogseröffnung. Unter dieser schlecht bezahlten Arbeiterschaft haben die Kommunisten einen günstigen vadeu für ihre Agitation. Um Störungen der Cröfsnungsseier durch di« Kommunisten zu oermeiden, war eine stärker« Abteilung der Rkiliz der PPS. aufgeboten worden, di« in ihrer schmucken Uniform und strammen staltung sehr guten Eindruck macht«. Di« Kommunisten hotten vor- gezogen, der Eröffnung fernzubleiben. Den Parteitag eröffnete Genosi« stermann Diamond. Dieser alte Vorkämpfer wies auf die Schwierigkeiten hin. in denen sich augenblicklich di« Pastei befind«, und begrüßte dann di« zahlreich erschienenen fremden Gäste. Als Vertreter der Internationale ertZärte Fstedstch Adler. daß die polnische Frage der Internationale immer am sterzen ge- legen habe. Er sei glücklich, im unabhängigen Polen den Kongreß der Sozialisten begrüßen zu können. Adler«rinnest« unter anderem an einen Borkriegspasteitag der deutschen Sozialdemokratie, als Joseph Pilsudsti im Namen der PPS.«stlärte, daß. ebenso wie die zweite Internationale sür Polen gekämpft habe. Polen sür die Sache der zweiten International« kämpfen werde Dieser Kamps sei jedoch, so schloß Adler, nunmehr ausschließlich den Sozialisten Polens zugefallen. Zu den abgesplitterten Pilsudfkianern sind von den 73 sozio» listischen Abgeordneten im Sejm und im Senat nur zehn über- getreten. Diese Gruppe hält jetzt eine Tagung im benachbarten K a t t o w i tz ab. Der ehemalig« Arbeitsminister Genosse Barl ick l betont« in Sosnowize als Referent über die politisch« Lage, daß die sozialistische Arbeiterschaft seinerzeit beim Maiumsturz nicht deshalb Pilsudsti unterstützt habe, damit er sich heute nach bürgerlichem Willen als Diktator und Cäsar aufspiele. Immer wieder betouten die Dele- rssten, daß heute einzig und allein die PPS. den Gedanken der e m ok r a t i« hochhält. Der Gedanke einer Versöhnung mit der abgefpliltesten Zaworowsti-Gruppe fand bei den meisten Rednern entschieden« Ablehnung, die Delegierten stimmten diesen 2lusfühntngen. immer besonders lebhast zu.- In einem längeren Referat schilderte Genosse P u c a t die organische Tätigkeit der Partei und kam dabei auch auf die Pastei- spalter zu sprechen. Der Weg zur Rückkehr für die verführten Arbeiter sei offen. Die sechs Sejmabgeordneten, die sich der Sezession angeschlossen haben, müßten Ihr« Mandate der Panel zurück- geben. In ähnlicher Weis« äußerte sich auch der sozialistisch« Bürgermeister von Lodz, Genosse Sjemjencki, den die Regiarungs- presse bereits triumphierend in dem— Kattowitzer Lager sah. Der Weg, den Iaworowski eingeschlagen hat, konnte in dem Augenblick nicht der mein« sein, so führte der Redner aus, als er gegen die Partekdifziplin verstieß und ein eigener Kongreß nach Kattowitz einberufen wurde. Dos Referat Pucaks brachte erfreuliche Daten über die Forlschrille der Partei, besonders aus dem Lande und innerhalb der schwer zu erfassenden Frauen und Kinder. Genosse Marek, der Dorsitzende der Sejmfrattion. legt« die schwierig« Situation der Fraktion dar, die auch auf di« g« o- graphisch« Lage Polens Rücksicht nehmen müßte. Di« Auf- gaben, die vor fernem Parlament stehen, sind: Erhaltung der sozialen Errungenfchaften, Kampf um die Altersversicherung, staat- lich« Regelung der Arbeitslöhne, ferner auf politischem Gebiet Wahrung der demokratischen Reckst« und auf außenpolitischem Gebiet Sicherung des Friedens. Genosse Njedsjalkowski führte in seinem Referat au». daß die Erlangung der Unabhängigkeit des polnischen Staate» leichter gewesen sei als ihr« Erhaltung. Die polnischen Sozialisten bilden die Garantie für die Friedenspolitik Polens Das Genfer Protokoll muh bindende Krofl erhalten. Der Redner betonte die Notwendigkeit der Lösung der Minderheitenfroge in Polen. welche Worte durch die blutigen Lemberger Ereignisse eine besonder« aktuelle Illustration erhalten. Polen werde sich, so schloß Njedzjal kowski, als unabhängiger Staat nicht halten können, wenn es der Demokratie den Rücken kehren werde. Thälmann-Krife in Moskau? AvcharinsStelwng gefährdet.— Die Leiden der Äerbannteu Di« Rehabilitierung Thälmann» hat nach«wer Meldung des Reichsorgans des Lenin-Bundes au» Moskau eine schwer« Krise in d«r Gjakutbe ausgelöst, deren Folgen noch nicht zu übersehen sein fallen. Stalin Hab« über seinen Schützling Thäl» mann, obwohl«r von seiner Mitschuld in der Affär« Wittorf wie in anderen Affären überzeugt sei. deshalb di« stand gebreitet, well Thälmann in den Komintern Stalin» stärkst« Säule darstell«. Mit aller Schärf« hob» sich Stalin für Thälmanns Verbleiben sowohl an der Spitze der KPD. wie in der Exekutiv« eingesetzt. Bei diesem Rehabilitierungsbestreben sei Stalin jedoch aus entschiedenen Widerstand g«stoß«n. So habe Tamsky energisch den Versuch bekämpst. ein» Korruption zu verschleiern. die nicht mehr zu verschleiern sei. Towsky halt« Thälmann sür mitschuldig und voll verontwortlich. Aber auch Vuchorin sei(zum ersten Mole) deutlich von Thälmann und damit von Stalin abgerückt. Aucharin habe an der Exekutivsitzung selbst nicht teilgenommen. Er weilt« zur Erholung in einem Ost de» Kaukasus und soll von dost in einem Telegramm an Stalin gegen die Reha- bilitierung Thälmonns protestiert haben. Diele» Telegramm werd« noch Nachwirkungen haben, da sich mit ihm«in Teil der ..Prawdo'-Nedaktion solidarisiert Hab«. Besonder, di« Schaxster Lenins Ulsanow habe Thälmann? Rehabilitierung offen als ein« Schande für die Komintern bezeichne,. Nunmehr wolle Stalin gegen die„Prawda'-Redaktion vorgehen. Luchastne Stellung als Chefredakteur gelte als«rschüttest. St«lln spiele mit dem Gedanken, Sinowjew als Chefredakteur de» Zen- tra lorganz zu berufen. Thälmann» Protektor such« bereit» sür s«inen Entscheidungskampf mit Rytow neu« Bundesgenossen. Er glaubt« sie durch verschärft« Drongsalierungen unter den Verbannten gewinnen zu können. Troßki in Lebensgefahr. Nach weiteren Nachrichten de».Voltswillen" schweben Trotzki, Rädel, Smilga in unmittelbarer Lebensgesahr. Sie sind durch Krankheit und Unterernöh- rung derart entkräftet, daß sie nicht den kärglichsten Ledensunter- halt verdienen tonnen. Stolin habe Anweisung gegeben, di« Bewachung der Verbannten, vor allem Trotzkis, zu verschärfen, um «inen„zweiten Fall Joffe zu verhindern". Teddys Siegeszug. Ketzergericht auch in Hannover. Hannover, 3. November.(Eigenbericht.) In der hannoverschen KPD. hat jetzt di« Richtung Thäl- mann«bensall,„gesiegt". Unter Leitung von Remmele wurde in der Bezirksleitung«in scharfes Strafgericht mit den „Versöhnlern" und den„Rechten" vorgenommen, bei dem c» hoch herging und eine Schlägerei nur mit Mühe verhindert werden tonnt« Das Ergebnis war die Annahme einer Entschließung, ig der es heißt. daß die Bezirksleitung Niedersochjen vorbehaltlos den Beschluß de»„Ekkl" vom 6. Oktober und des Zentralkomitees der KPD- vom lg. Oktober billigt. Den Gegnern Thälmanns wurde in einer Eni- schlleßung attestiert, daß st« ihre geistigen Waffen au» dein Arsenal der schlimmsten Feinde der kommunistischen Bewegung entnehmen. Au» dieser Aufsasiung zogen die Thälmänner sofort di« Kons«- quenzen, indem sie die Redakteure des hannoverschen Kommunisten- organ» Glückauf u>»d Wold ihrer Aemter enthoben. Der Sekretär Ebeling wurde ebenfalls abgejagt. Polizei und Fall Husmanu. Eine Replik. Genosse Ländsberg, dar Berfaff« d«« Ausia»«„Dos Recht des'Angeschuldigten,«ine Lfchr« de? Prozesses stusntonn": sendet uns das solgende Schreiben als Antwort auf die im gestrigen Morqenblatt veröffentlichte Entgegnung dez Ministerialdirektor« Dr. S l a u s e n e r: Ich nehm« mit Befriedigung davon Kentunis, daß die Bsr- nehmungsmethodan der Gladbeck« Polizeibeamten entgehend nachgeprüft rnecden, und hoffe, daß die Untersuchung in den ständen von Männern lieg», denen ihre piychologisch« Schulung gestattet. zu erkennen, daß eine Aeußerung wi« di«„Karlchen, jetzt gilt es. Sühn« zu leisten für Helmuts Blut" nicht wohl erfunden sein kann. Die Entgegnung de» Herrn Mmistestallüeettor» Dr. Klau jener belehrt mich darüber, daß die Vernehmungen, an deren Art ich Kritik geübt hob«, nicht stattgefunden haben, während stusmann in polizeilicher Verwahrung war, sondern in der Zeit zwischen seiner ersten Entlassung und seiner Wiedersestnahme durch die Polizei. Diese Berichtigung beruhst den Kern mein«; Aufsatzes, nämlich d« Forderung, daß festgenommene Personen spätestens am Tage da- nach dem Richter vorzuführen sind, und daß ihnen von Anbogt rrn des gerichtlichen Ermittlungsverfahren« an die Gotrnrttie des Beistandes eines Verteidiger» zu gewähren ist, in keiner Weife. Die Polemik des Herrn Ministerialdirektors gegen meiiur Auslegung der§5 127, 128 Rcichs-Strasprazeßordnung geht völlig fehl. Ich Hab« selbst mitgeteilt, daß mein« Auffassung von der Praxis nicht anerkannt wird. Der stinwei» auf den Standpunkt de» Kammergerichis war also überflüssig. Mit der Ansicht, daß die Rechtsprechung dieses Gericht» sowohl dem Wortlaut wie dem Sinn« der Lorschrif«» der Straiprozcßordnung widerspricht, steh« ich aber nicht allein da. Ein Blick in den anerkamtt vorzüglichen Gesetze»- kommentar van Löwe-Rofenberg(Note 3 zu§ 128 in der 17. Auflage von 1027) wird Herrn Dr. Klausener erkennen lassen, daß noch der Anschauung des Verfassers Neses Werkes, eines ausgezeichneten Juristen, der eine Zierde des Reichsgerichts war, di« einschlägigen Dorschristen nicht anders ausgelegt werden können, als ich es g-:an Hab«. Löwe-Rofenberg stellen ausdrücklich fest, daß di« Praxis des Kammergcrichts mit dem Geiste der Strafprozeßordnung in Wider- spruch steht. Herr Dr. Klausener wird in diesem Werke übrigens auch Beispiele dafür, zitiert finden, daß man von einer Ueb ung der Polizeibehörden, zum Schaden des Festgenommenen seine. Ab licferung an das Gericht..hinauszuschieben, sehr wohl sprechen daif. Novelle zum Branniweinmonopolgeseh. Im Zieichsfinanzmirnsterium ferstggestettt. Im Reichssinanzministerium ist der Entwurf einer.N o v« l l e zum Branntweinmonopolgesetz fertiggestellt worden, die in allernächster Zeit den gesetzgebenden Körperschaften zugeleitet werden wird. Entgegen der Erwartung, daß' der dem vorigen Meichsiog bereits vorgelegte Gesetzentwurf eines neuen Spiritus- monopolgesetzes von der jetzigen Reichsrcgieruiig wieder aufgegriffen werden würde, um die nochmalige Behandlung im R'eichsrät und Reichswirtschaftsrot zu ersparen, hat man sick. in dieser Novelle auf einige besonders wichtige Punkte beschränkt, um eine schnell« Verabschiedung zu ermöglichen. Neben der Absicht, der Reichstasse erhöhte Einnahmen zu verschaffen, soll vor allem der in den letzten Iahren in sehr betoochilichem Umfange sestgestelltcn Abgobenhjnterziehung durch die Novelle ein stärkerer Riegel vorgeschoben«erden. Fr. 52345. Jahrgang TO ว لاليه 13 1. Beilage des Vorwärts M 3. des Herbstes Vom 30 Segen des ( Sonntag, 4. November 1928 nicht über die paar Läpperpfennige leicht hinweggehen, denn bei den Einkäufen, die die Hausfrau an Obft, Gemüse und Fleisch macht, bleibt allein fast ein Stundenlohn mehr gegenüber den Ber hältnissen im Borjahre hängen wohlgemerft, an einem Tage! Freilich, man behilft sich dann eben so, daß man das nicht unbedingt Notwendige, also zum Beispiel das Obst, von der Speisefarte streicht. Dagegen fönnen die besten Werbeplakate nicht an. Benn man aber in den Wochenendannoncen der großen Warenhäuser sieht, mit melcher erheblichen Preisdifferenz hier das Gemüse angeboten wird, dann möchte man doch etwas an der Berechtigung der sonst geforderten hohen Preise zmeifeln, besonders menn man meiß, daß der Produzent nicht mehr als höchstens 4 Pi. für das Pfund Kohl erzielt. Mit dem Ost ist es ganz dieselbe Geschichte, und wenn Berlin auf seinen Gütern schon leider fein L. Es ist wahrhaftig eine Freude, jetzt durch einen unserer großen Bochenmärkte zu gehen. Auf allen Tischen häuft sich der Segen des Herbstes, goldgelhe, leuchtend rotgeflammte Aepfel, grüne, jaftige Birnen ringen mit den blau überreiften bosnischen Bflaumen und den letzten samtzarten Pfirsichen um den Schönheitspreis. Und die fleinen Händler haben den großen im Laufe her Zeit allerlei abgegudt. Das Dost wird zumeist nicht mehr lieblas in einem großen Haufen aufgeschüttet, sondern Stüd für Etüd liebevoll arrangiert, der Schlächter stellt seine Bürste zu einem verlockenden Stilleben zusammen; es soll und muß einfach jedem das Wasser im Munde zusammenlaufen, wenn er all diese Herrlichkeiten sieht. Die Geschichte hat nur einen Halen, nämlich den, daß der Lebenshaltungsinder feit dem vorigen September von 147,1 auf 152,3 gestiegen ist. Was heißt das? Nun, das, bedeutet, daß, wenn man den Vorkriegslohn mit 100 Einheiten bemertet, die Teuerung seit dem vorigen Herbst über fünf Punkte gestiegen ist. Das klingt noch immer reichlich trocken. Aber dieser Statistik tönnte ein geschickter Photoreporter leicht Leben einhauchen. Er brauchte nur einmal zu den Haupteinkaufsstunden durch die Geschäftsstraßen unserer Arbeiterpiertel gehen und das Bild der Brauen einfangen, wie sie, die Hände ängstlich um das ach so magere Bortemonnaie geframpft, an den nerfodendsten Angeboten norbeischieben. Ihre versorgten Stirnen, ihre refignierenden Blicke nerraten deutlich, daß sie an den angebotenen Herrlichkeiten nur cines auszusetzen haben: Sie sind alle, alle viel zu teuer. Fleischpreise unverändert. So steht über den Notierungen der Kleinhandelspreise in der Bentralmarkthalle. Das bedeutet, daß die Teuerung, die hier seit Suni eingefegt hat, wenigstens vorläufig teine meiteren Fortschritte gemacht hat. Borläufig. Denn es ist ja eine uns allen bekannte Tatsache, daß die Preise von Anfang Dezember an bis zum Fest immer neu anziehen, besonders in den besseren Fleischsorten; damit auch die Leute etmas davon abbekommen, die sich zum Feſt einmal etmas anderes leisten wollen als den alljonntäglichen ge Fratenen Schweinebauch. Uebrigens eine Bemerkung, die zu dem Kapitel Statistiken gehört. Der vom Institut für Konjunkturfors jung errechnete und dem Lebenshaltungsinder zugrunde gelegte Durchschnittspreis für Rindfleisch beträgt 2,30 m. für das Ailogramın. Damit ist Rindfleisch mit Knochen, also einfaches Kochfleisch, gemeint. Bei den Schlächtern in meiner Umgebung bekommt man für 1,10 m. pro Pfund nur Querrippe, ein Fleisch, gut zum Gemüsekochen, aber recht fnochenreich. Alle besseren Fleischsorten, Rumsteat wie Fehlrippe usw., sind erheblich teurer, und die Preisstala erreicht dann beim Filet die Höhe von 2,40 M. also toffet bier ein Pfund mehr, als der für den Judex zugrunde gelegte Preis für ein Kilogramm! Natürlich ist Filet eine für den Arbeiterhaus haft viel zu vornehme Eache, aber schließlich fann man doch nicht Derlangen, daß sich der Arbeiter schließlich von„ Spring vom Klotz" 18] --Soldat Suhren. Roman von Georg von der Vring. Copyright 1927 by J. M. Spaeth Verlag. Berlin. Heute, da ich aus dem Fenster liegend auf den sonnenbeschienenen Plaz niedersehe, bildet sich in der Nähe des Waschtroges plötzlich eine johlende Gruppe. Sie bringen Mag Pfeiffer aus dem Garten zum Baiser geschleppt, fünf oder sechs Leute, ich ertenne Pabst und Hahn unter ihnen. Dann fommen viele gelaufen und wollen den Spaß mit ansehen, mie Mag gewaschen wird. Dieser hat sich in den letzten Tagen beständig ums Baschen herumgedrückt. Schon am Morgen hörte ich jemand sagen, daß man ,, die Sache mal in die Hand. nehmen müsse". Sie haben die Sache also in die Hand ge nommen, ziehen sie halb aus und stülpen ihr verschiedene Eimer Wasser über. Pfeiffer hebt seine nackten Arme und verfucht, mit gefchloffenen Augen und total naß zu entfliehen. Er geht wie ein Schlafwandler im Kreis und gibt gurgelnde Laute von fid). Es flingt wie, Ramrad- Kamirab". In diesem Augenblid ertönt der Ruf des Poftens. Man hört Eimer zu Boden flirren und sieht die beluftigte Gruppe im Nu sich zum Lor drehen und Wurzel faffen, die Hände an der Hosennaht. Leutnant Brause betritt den Hof und schreitet grüßend zur Treppe. Plötzlich bleibt er mie nersteinert stehen, denn er hat Pfeiffer erblickt, der immer noch um den Brunnentrog herumgetappt, nun jedoch über einen Gimer gefallen ist und sich auf allen vieren am Boden bewegt. Der Leutnant nähert sich rudartig nund schreit: Wer ist das? Wer ist das?" Schweigen. Pfeiffer hat noch immer nichts gehört und murmelt: Kamrad Kamrad." zusagen ernähren soll, nur dem Inder zu Liebe. Mit dem Schweinefleisch ist es dieselbe Sadhe; das tostet offiziell auch 2,30 M. für das Rilo, aber beim Schlächter ist dafür nur Bauch zu haben, alles andere ist teurer, und die Stala steigt bis zu 2 M. für das Pfund. Nun weiß aber jede Hausfrau, daß das billigste Fleisch für sie nicht etma das preiswerteste ist, und also wird sie fich zumeist entschließen, statt deffen etwas teureres Fleisch zu faufen. Unerschwingliche Bitamine. Was hilft uns die ständige Mahnung:„ Eßt mehr Obst, und fchen Tagelähnern mit dem medlenburgischen Nationalgericht: ihr bleibt gesund!" Ach, es geht uns hier wie den BomuchelstoppRindfleisch un Blummen fin een schön Gericht, Ja, Herr mi tregen se man nich!" Denn die Teuerung dieses Jahres wirkt sich außer auf dem Fleischmarkt vor allem auf dem Obst- und Gemüsemartt aus. Selbst noch den Angaben des Instituts für Konjunkturforschung fostet ein Kilo Beißkohl heute 8 Bf. mehr als vor einem Jahre um die gleiche Seit; in der Bragis macht das 5 Pf. auf das Pfund, das sind bei 4-5 Pfund Kohl, der Mittagsration einer Familie von vier bis fünf Berfonen, schon eine Einlaufsdifferenz von 20 bis 25 Pf., ein Viertel bis ein Fünftel des Stundenlohnes, den das Familienoberhaupt verdient! Wenn man die Sache so betrachtet, wird man Pe Teure Vitamine. Da unten scheint es endlich in einigen Gehirnen zu däm mern. Pabst springt vor, fnallt die Hacken zusammen und meldet eratt: Musketier Pfeiffer wurde von uns gewaschen, meil er es Tag für Tag unterlassen hatte. Er hat Herrn Leutnant nicht fommen jehen. ( Tüchtig, Babst!) Der Leutnant mustert Pabst vom Kopf zum Fuß und findet nichts an ihm auszusehen. Er schreit ihn an: ,, Das ist egal! Mögt ihr mit ihm machen, was ihr wollt! Ich verlange, daß im Hofe stramme Haltung herrscht, wenn ich vorbeigehe. Ich werde den Menschen einsperren laffen!" Er verläßt die Gruppe und geht ins Haus, worauf diese sich verlegen auflöſt, und Pfeiffer mit ſeinem Hemd Gesicht und Hände vom Schmutz fäubert. Abends, als es dämmert, treffe ich ihn im Obstgarten unter den Tannen. Man hat dort aus dürrem Holz ein Feuer angemacht, und Pfeiffer ist auch dabei, neue 3meige herzubringen. Er tut dies langsam, aber mit fichtlichem Bergnügen. Jedesmal, wenn er seinen Armvoll ins Feuer wirft, leuchtet seine Kolbennafe mie Kupfer. Sie haben dich heute gemaschen, Max," jage ich leile. " Komm in'n Kohn," antwortet er und sieht mich an. Bar nicht so übel ist das, gar nicht so übel, Kamrad. Da bleibt man vom Ererzieren fein zu Haus. Das tannst du mir glauben, daß ich da schon gern bin. Hast du' ne 3igarette für mich im Kahn, Kamrad?" Aber ich habe feine Zigarette. " ,, Auch gut," nicht er, ein andermal vielleicht, dent' an Mar Pfeiffer. Doch tomm jest, mir wollen noch ein bißchen fürs Feuer holen. Es liegen da naffe Zweige, das Inadt dann so schön Komm mil, du follft fie tragen. Ich kann fie nicht anfaffen mit meinen Pfoten, bin doch heute ge maschen, wie du sagst. Bir holen das Holz. Aber es ist gut trocken, und das Nachlese der Schätze. marktfähiges Edelobst zieht, so möchte man doch wünschen, daß die Stadt durch direkten Verkauf des auf den Gütern gezogenen Gemüses in den Markthallen einmal preisregulierend eingreifen niöchte. Kinder vor dem Schlaraffenland. Man muß mal hören, wenn die Kinder, mit einem„ bermurtelten" Apfel in der Hand, vor einem Obstparadies stehen und die unerreichbaren Schäße, die Trauben, die Pfirsiche, anschwärmen! Och, du, wenn mein großer Bruder Jugendweihe hat, denn fauft meine Mutter zwei Pfund Weintrauben für die Obstschale, un denn friege ich auch welche ab!"" Ich möchte mal sonen Pfirsich menichstens streicheln können!" Und dann gibt es eine große Beratung, und schließlich zieht die dreiköpfige Gesellschaft zusammen in das Geschäft, um sich für'n Groschen Anstoß" zu kaufen die Birnen und Pfirsiche, die ihre Verderbtheit doch zu deutlich doku mentieren, so daß sie feinem Käufer mehr in die Tüte geschmuggelt merden fonnten. Ganz unternehmungsluftige aber machen fich felbständig, nehmen einen fleinen Sad und ziehen in die Markthallen, besonders in die Zentralmarkthalle, wo immer noch einmal ein Stückchen Anstoß" abfällt, ohne daß der Händler- es gleich berechnet. Und es gibt nichts Traurigeres, als diese tieinen Schmalzftullenindianer bei ihren Beutezügen zu beobachten, wenn sie auf der große Treppe der Markthalle die Prachtstücke aus ihren Tüten und Säcken bewundern. Aleh ich hab'n Firsich is bloß een bisten anjebufft die Frau hat's woll jar nicht jesehn, wie er runterjefallen is!" ,, Un mir hat' ne Schlächterfrau sojar een Wurschtzippel jeschenkt, weil id ihr Petersilie jeholt habe!" Und dann geht es weiter, und die blassen, fleinen Gestalten minden sich wieselflink durch die Karren, die mit Kiepen und Körben beladen sind, Kiepen und Körbe, voll von dem Segen des Herbstes, für die Taschen der anderen. uns, daß es dir gut geht, und daß du noch nicht an der Front bist. Hoffentlich ist der Krieg bald zu Ende." Eines Tages aber bläntern mieder die ledernen Gefäße an den Beinen des Leutnants vor uns. Wir sind angetreten, Regen fällt rings in die Pfützen, und seine Stimme wirft die Worte über uns hin: Meine Kompanie hat wieder mal Schwein gehabt!" Das Wort geht in Erfüllung. Wir verlassen Chérèt beziehen die Batterie de Bruyère, die eine Wegstunde nördlich auf dent Plateau liegt. Es ist ein kleines unmodernes Wert, das zum Fortkreis von Laôn gehört, einsam und total leer. Die ganze Kompanie verwandelt sich in Handwerker, denn alle Hände sind nötig, um das neue Nest wohnlich zu machen. Wie die eifrigen Holzfäller zur Arbeit hinausziehen! Wie die Stimmen und die Hammerschläge in den fühlen Kasematten hallen! Bon Often und Süden drängt sich Wald bis nahe an den Batteriegraben, er liefert das Holz für unsere Betten. In ein paar Tagen sind sie fertig, dann geht es an meitere Aufgaben. Ich schlafe in einem Gestell aus frisch geschnitte nem Birkenholz, das in meine Träume duftet. Und ich träume einen Traum, in dem ich leise ein unendlich zärtliches Wort sage, in dem ich einen Namen erfinde für Lisa, die bei mir ist, einen feierlichen Namen, einen Namen wie Gilber und unaussprechbar. In mein Erwachen sinkt der Duft der Birke, das Drahtnez unter mir flirrt, ich springe froh ins Freie. Auch ich bin Handwerker, das versteht sich, und ich habe meine Werkstatt. Aber wo? Sie liegt auf Baftion IV. Ihre bewachsene Plattform ist nur durch eine eiserne Leiter zu ersteigen. Dichtes Dorngestrüpp verſtedt fic, und niemand in der Kompanie meiß von ihr. Albering habe ich versprochen, daß er einmal meine Werkstatt sehen soll später, nicht heute. Außer ihm wird, mie ich hoffe, nie jemand mich da oben besuchen. Ich brauche es, ein Ainl zu haben, ein Luftschiff, das ganz nahe unter den großen, gligrigen Wolfen dahinschwebt. Man stellt mir nach, ich weiß es, und ich bin vorsichtig wie ein Indianer, der seine Fährte verwischt. Oho, da ist einer, der mir an Der Leutnant trägt grüne Wadenstrümpfe und geht in Wänden folgt, schleichend, unermüdlich. Er hat einmal von Begleitung anderer Offiziere in die Landschaft, die Kamera jenseits des Grabens aus dem Walde heraus beobachtet, daß in der Hand. Da ist der Schloßhof sicher; mir schlendern ich auf Bastion IV stand. Und Bastion IV gilt als unbeherum und warten auf die Poft. Manchmal bringt fie fteigbar. Dieser Schatten, der sich an meine Fersen heftet, etwas manchmal nicht. Bin ich der Glücklichste? Sch ist ein roter Schatten, ein Schatten mit roten Haaren, Don habe schon zwölf Briefe von Lisa. Auch meine Mutter schreibt Entdeckerehrgeiz besessen, Eisenbolz genannt. Eisenbolz, du einen Brief mit tieinen, unruhigen Buchstaben: Wir freuen i bift erkannt, und ich bin auf der Hut!( Fortjezung folgt.) Der Leutnant brüllt wie ein Stier: Mensch, find Sie bejoffen? Wer ist das? Wie heißen Feuer flammt hell auf. Sie, Menich?" " Pfeiffer, Herr Leutnant," sagt jemand. " Der Pfeiffer! Natürlich! 3ft er verrückt oder besoffen? Steh auf, Mensch, sage ich!" Seine Stimme überschlägt sich, er freischt wie ein Tobfüchtiger. Pfeiffer steht auf und versucht stramm zu stehen, Gesicht and Hände noll Schmug. Baffion IV. Raubmord Gerichtstraße aufgeklärt. Der Entel ermordete die Großmutter. Das Verbrechen an der 81 Jahre alten Witwe Auguste Gebhardt aus der Gerichtstraße 43 founte am Sonnabend abend durch die Mordkommiffion vollständig aufgeklärt werden. Der Mörder wurde in der Person des Enkels der Greifin, dem 20% Jahre alten Elektrotechniker Werner Geb. hardt, ermittelt und jest genommen. Er ist geständig. Als das Verbrechen am Montag, dem 29. Oktober, entdeckt worden war, verfolgten die Kommissare verschiedene Spuren. Bon besonderer Wichtigkeit war der Fingerzeig eines Mannes, der einen Mann die Wohnung der Frau Gebhardt eilig hatte verlassen sehen. Bald schon fiel der Verdacht auf den Enkel Werner Gebhardt Am Sonnabend, also einen Tag nach der Tat, tauchte Gebhardt ganz neu eingefleidet in einem Tanzsalon am Dranienburger Tor auf und machte in Gesellschaft von Mädchen eine größere Seftzeche. Auch am Sonntag spielte er den, Kavalier". Am Montag ging feine Spur verloren, er hatte offenbar die Zeitungsnotiz über die Be schreibung des verdächtigen Mannes gelesen und Berlin schleunigst verlassen. Da bekannt war, daß Gebhardt früher einmal in einer Fürsorgeanstalt in Pommern gewesen war, so lag die Bermutung nahe, daß er sich wieder in jene Gegend gewandt habe. Kriminal kommissar Nebe machte sich mit mehreren Beamten auf die Suche. Es ergab sich, daß ein junger Mann, auf den die Beschreibung Geb hardts paßte, in Belgard eine Fahrkarte nach Bublik gelöst hatte und von dort aus weiter nach Priddargen gefahren war. Mitten in der Nacht trafen die Beamten dort ein und nahmen mit unter Stügung der Ortspolizei und des Amisvorstehers den Mörder in feiner Schlaftammer überraschend fest. Schon auf dem Wege nach Berlin legte er ein Teilgeftändnis ab. Nach der Ankunft murde er von der Mordkommission einem eingehenden Berhör unterzogen. Gebhardt gab an, daß er, aller Barmittel entblößẞt, am Freitag nachmittag feine Großmutter aufgesucht habe, um von ihr, im gufen oder bösen, Geld zu bekommen. Als die alte Frau sich meigerte, ihm, der sie schon öfter angeborgt hatte, wieder etwas zu geben, ergriff er eine fieine hölzerne Fußbanf und schlug fie nieder. Kaum war sie zu Boden gestürzt, erdrosselte er die Greifin mit einem bunten Taschentuch. Mit Feuerzange und Schere hrach er den Kommodenfasten auf und raubte über 200 Mart. Seine blutbesudelten Sachen schenfte er einem Lumpenhändler, löfte seinen verletzten Anzug ein und brachte den Rest des Blutgeldes in Teichtfertiger Gesellschaft durch. Ein milder Staatsanwalt. Und ein höhnischer Angeklagter. Rechtsrabitale por Gericht: Hatte sich da wegen öffentlicher Beleidigung des Polizeivizepräsidenten Dr. Betz der Schriftleiter einer meiteften reisen unbekannten völkischen Rabau Ichrift vor dem Schöffengericht zu verantworten. Der Anflage lag eine Golfe zugrunde, in der sich der Berfaffer unter Pfeudonym mit dem Vorfall beschäftigte, bei dem der Polizeipizepräsident von den Polizeibeamten verfannt und mit dem Gummitnüppel geschlagen war. In dem Artikel murde ausgeführt, daß man alles getan babe, um die Schupo zu berbilden". So heißt es: Der einfache Mann aus dem Boile, angetan mit dem Gummifuüppel, habe nichts als seine Bitterung dafür: der ist ein ordentlicher Kerl, dieser ist eine Galgenphyfiognomie! Diefen mußt du in die& resse schlagen, jenen fannst du anständig behandeln. Als der Polizeipräsident Beiß in dem Getümmel auftauchte, herridhte bei der Polizei tein Zweifel: das ist eine jener unerfreulichen Existenzen, die fchon immer, alfo: auf ihn. Und so tam eine hohe Behörde zu einer unerwarteten Anertennnung ihres Charakters. Staatsanwaltschaftsrat Ebel, der die Anklage vertrat, erflärte, daß die an und für fich berechtigte Rritit öffentlicher Ein richtungen nicht die strafgefeßlichen Grenzen überschreiten burie, was aber in dem Artikel der Fall sei. Er beantrage an Stelle einer eigentlich verwirkten Gefängnisstrafe eine Geldstrafe DON fage und schreibe 300 m. Der Angeklagte aber beantragte überraschenderweise gegen fich felbft eine Gefängnis. ftrafe und begründete diesen Antrag mit dem Hinweis, daß nach feiner„ deutsch- rechtlichen Auffaffung der Staat gefügt merben folle. Nur der Buchstabe des Gesetzes faffe eine fo milde Strafe zu, wie sie der Staatsanwalt beantragt hatte. Das Gericht verurteilte ihn dennoch zu nur 300 m. Geldstrafe. Der Staatsanwalt darf sich nicht wundern, wenn sich der vältische Herr über ihn geradezu luftig macht. Wäre der Mann auch dann über den Vertreter des Staates in diesem motanten und belehrenden Ton hergefallen, menn Herr Dr. Abel die Be. leibigung eines hohen Beamten, er müsse für etne jener unerfreulichen Eriftenzen gehalten werden, benen man in die Freffe schlagen müsse", nicht mit der lächerlichen Buße von 300 Mart als gefühnt angesehen haben würbe? Herbst im Freibad Wannsee. Das von der Stadt Berlin betriebene Freibad Bannsee bleibt, worauf mir erneut hinweisen, das ganze Jahr hindurch geöffnet. Im Winter plätschert zwar feiner in den allzu fühlen Fluten des Wannsees umher, aber dafür loden dann Eisbahn und Rodelbahn. Stille Zeit ist sonst der Herbst, doch in diesem Jahr, das uns einen so schönen Herbst gebracht hat, ist bisa her im Freibad Wannsee immer noch Betrieb gewesen. Der Besuch hat sich nicht mur im September, sondern auch im Oktober auf einer für diese Jahreszeit beträchtlichen Höhe gehalten. Biele Berliner schäßen und benußen den Badestrand von Wannsee bis in den Spätherbst hinein als Erholungstätte Selbft an ganz lnentwegten", die noch im November baden wollen, fehlt es da draußen nicht. Autosturz von der Brücke. Ein Laftzug durchbricht das Geländer. Kr Auf der Monumentenbrüde in Schöneberg morden, die auf die Nachricht mit mehreren Spezialfahrzeugen un ereignete fich geffern achmittag ein schmeres Unglüd, das Reihungswagen anrüdie. Die Leichtverletzten erhielten von Feyen ein Todesopfer forderte! Elne 3ugmaschine mit mehriamaritern die erste Hilfe. Schreiter wurde mit furchtbare Anhänger fuhr auf den Fußgängerffeig, durdforach Berlegungen tot aus den Trümmern acborgen. Die Bolizei bott das hölzerne Brückengeländer und stürzte auf die Schienen die Monumentenbrücke fofort für den gesamten Verkehr in beide Richtungen gesperrt. Die Aufräumungsarbeiten dauerten nahe des Anhalter Güterbahnhofen. Der Führer wurde auf der zwei Stunden. An der Unfallstelle, die von einer vielhunder Stelle getötet, drei Begleiter, die auf dem Anhänger föpfigen Schar Neugieriger umlagert mar, traten fofort nach Au faßen und sich durch Abspringen in Sicherheit bringen fonn- nahme des Befundes durch die Polizei Eisenbahnhandwerfer ben ten, erlitten leichte Verlegungen. Tätigkeit und nahmen die Reparaturarbeiten an de ben Brüde nar. Ind Die Zugmaschine, die von dem 23jährigen Otto Schreiter aus der Rihardstr. 1 in Neukölln gesteuert wurde, paffierie turz nach 15 Uhr in Richtung Kreuzbergstraße die Momumenten. brüde, die im Zuge der Monumentenstraße über die Gleise des Anhalter Guterbahnhofes hinwegführt. Auf dem An hänger befanden sich außer dem Mitfahrer Bahr aus Neukölln, Beigandufer 28, nach zmei junge Zimmerleute, der 23jährige Georg Bergel aus der Richardstr. 11 und der 21jährige Wilhelm Geu aus der Kopfstraße 12 in Neukölln. Schreiter fuhr in normalem Tempo; etwa auf der Mitte der Brüde geriet die Zugmafdrine steig und fuhr mit großer Bucht gegen das hölzerne Brüden pläglich aus noch völlig ungeklärter Urfache auf den Fußgänger. geländer. Das Geländer hielt dem heitigen Anprall nicht stand und brach in einer Länge von 6 Metern weg. Die Zugmaschine und der Anhänger stürzten aus fieben bis acht Metern Höhe auf die Gleie hinab. Der ganze Barfall hatte sich so schnell abgespielt, daß es dem Führer nicht mehr gelang, fin zu retten. Er wurde mit in bie Tiefe gerissen. Die drei Begleiter hatten die furchtbare Gefahr, in der sie schmebten, fofort bemerkt und waren abgelprungen Hierbei zogen sie sich leichte Hautabschürfungen und Berstauchungen zu. Bon Bassanten war fofort die Feuerwehr alarmiert Der Kampf um die Ehre. Zu Unrecht des Diebstahls beschuldigt und verurteilt. Einen Kampf um feine Ehre führte der Berfmeister& oppen. burger, der von dem Arbeiter Urban befchuldigt worden war, ihn zu einem Diebstahl angestiftet zu haben, und ber auch darauf hin vom Amtsgericht Charlottenburg zu 4 Monaten Gefängnis perurteilt worden war. Bei dem Umbau des Wellenbades im Buna parf waren aus einer Baubude mehrere Behälter mit Firnis und Farben entwendet worden. An denselben Abend wurde der große Treibriemen gestohlen, und es erfolgte versteckten Farben, und es ergab sich auch, daß der bei dem Bau ein Alarm. Bei der Durdfuchung entdeckte man die unter Brettern beschäftigte Arbeiter Urban diesen Diebstahl ausgeführt hatte. Er hatie bereits einen Freund bestellt, um die Behälter wegschaffen 34 lassen und war nur an der Arbeit durch das Auftauchen der Polizei gestört morden. Urban batte den Diebstahl zugege ben, aber behauptet, daß er es für feinen Meister getan ha be, der seine Stüdye anftreichen wollte. Während Urban die fiber ihn verhängte Straje von 3 Monaten Gefängnis annahm, legte der Bertmeister, der inumar seine Unschuld betoni hatte, Berufung ein. Jetzt beschäftigte fich die Straffammer des Bandgerichts III nochmals mit diesem Fall. Der Verteidiger mar in der Lage, durch Zeugen zu bemeisen, daß Urban den Diebstahl allein aus geführt habe. Auf eindringliches Befragen mußte der jetzt als Beuge auftretende Urban, der seine Beschuldigungen weiter aufrecht erhint, zugeben, daß er schon vorbem auf eigene Fauft auf dem Baugelände andere fleine Diebstähle ausgeführt hatte. Schließlich mußie er auch zur allgemeinen leberraschung eingestehen, daß er seine eigene Laube anftreichen wollte. Die Straffammer sprach daraufhin Roppenburger frei. Neue Berufsberatungsstelle. De Brü blef fa Der verunglückte Laftwagenzug gehört der Baumaterialienfirm Neufommer in Neukölln. Borläufig besteht die Annahme, da der Laftzug entweder von hinten angefahren morden beru Fahrtrichtung gebracht hat, oder daß die Zugmas time au lai und dabei der nach vorn gebrüdie Anhänger den Traftor aus de befte dem durch den Nebel feucht gewordenen und außerdem noch holpr gen Bohlenbelag der Bride ins Schleudern geraten ist her daß der Führer die Gewalt über die Steuerung perlor. Traftor war erst nor furzem ganz neu überholt, der hänger mar überhaupt neu Der verunglückte Führer Schreli war gelernter Chauffeur und fuhr den Kraftor fe 1½ Jahren zur vollen Zufriedenheit seines Arbeitgebers, der Um das beste Zeugnis ausftellte. Glücklicherweile mazen die Kraft wagen auf ein nur felten benuttes Reben gleis des Anbal.c Güterbahnhofes gestürzt. Wenige Meter weiter, und der Baftzu märe auf das Gleispaar der 3 offener Borartftrede gefallen auf der wenige Minuten später ein 3ug beranbraufte Der bund fturz hätte also leicht auch zu einem schweren Eisenbahn erste unatud führen und auf diese Weise unabsehbare Folgen habe liche fönnen. inst Län ame Das Unglüd, das vierte in furzer Zeit, gibt erneut zu ber o derung Beranlassung, die baufällige Brüde endlich durch einen in Reubau zu ersetzen. " effanten Bortrag über das Thema: Barum meltliche Schule?" Außerdem findet am Sonntag, dem 11. November, vormittags 10 Uhr, eine Führung durch die meltliche Schule des Genoffen in der Gotenburger Straße 2( Wedding) statt( Fahrverbindungen Straßenbahnen Nr. 23, 24, 45, 199; Omnibus Nr. 29.) Am 8. nember, abends 8 Uhr, hält Genoffe Lehrer Faust einen Lichtbi vertrag in Cornis eftfälen, Gartenstr. 6, der anschaulich die c und die neue Schule zeichnet. in in in treis Wer bis jetzt die Anmeldung zur neuen Schule verfäumt bat fende fie nunmehr fofort an die Geschäftsstelle ber Freien Schuerze gemeinde Berlin- Mitte: Neumann, Berlin SD. 36, Gröbenufer Eine Boftfarte mit Angabe der Adreffe genügt. 9 duzi fie f Don bab fam idha Glet Rittergut Schöneiche als Riefelland. llaber die beim Berliner Magiftrat bestehende Abfidit, bie majjerbeseitigung Berlins burch Einführung eines Kärnerfahrens umzugestalten, wurde in Bormärts" berichtet. Selbstverständligrof wird aber bis zur Ausführung dieser Abficht noch viel Waffer di reid Spree hinablaufen( oder mit Berlaub zu sagen noch pid Jauche zu den Riefelfeldern hinauslaufen) und einstweilen muß zu bem von uns bereits gemelteten Magistratsbeschluk de Erweiterung der Riefelfelder mod fortgelegt werde 1 Rittergut Schöneiche hinter Friedrichshagen anzu taufen, hat jetzt die Stadtverordnetenversammlung das Wor Eine ihr zugegangene Borlage des Magistrats beantragt die 3 ftimmung zu dem Anlauf des 680 Heftar großen Rittergutes das zur Erweiterung der benachbarten Riefelfelder Tasdorf un Münchehofe gebraucht wird Ein netter Vertrauensmann. Bei der Aboag bekleidete ein 34 Jahre alter Hans Jäge aus der Kirchstraße 11 eine ausgesprochene Bertrauensstellung. hotte alle Sayadenersagforderungen, die Fahrgäste aus Unfälle aller Art im Betriebe erhaben, au regeln und auszuzahlen. prüfte alle Fälle auf ihre Berechtigung oder Nichtberechtigung. ar verhandelte mit den Leuten über die Abfurdungssummen Ratschlägeprüfte Ma chentte ihm soviel Vertrauen, daß er nur sehr menig Lontrollian wurde. Das benugte Jager seit einem halben Jahre zu Unte schlagungen. Er erhöhte auf den Quittungen die wirklich aus gezahlten Beträge, fingierte auch ganze Schaden und bfindunge unterschrieb die Quittungen mit er dichteten Namen. Das er Mal nahm er gleich einen größeren Betrag, von da ab fleiner Summen pon 250 m. und mehr. Wieder ist ein Schulenilaffungstermin norüber. Die um die Sufunft, die Berufsausbildung ihrer Kinder besorgten Eltern wenden fich an die Berufsberatungsstellen, wo ihnen unentgeltliche Ratschläge über die Wahl bes zu ergreifenden Berufes erteilt und auf Wunsch auch Lehrstellen vermittelt werden. Um hier den Ratsuchenden unnötige Wege zu ersparen, dürfte es angebracht sein, auf eine dem nächst eintretende Aenderung, die infolge der Reuorganisation der Arbeitsämter notwendig wird, hinzuweisen. Die bisherige Be. rufsberatungsstelle in der Neuen Schönhauser Straße 1, die alle die Personen aufgesucht haben, die in den Berwaltungsbezirken Mitte, Brenzlauer Berg und Weißenfee wohnen, wird nach dem Hause( Stadtfuhrpart) Stralauer Blag 31 perlegt. Es wird hier ein Neubau mit schönen, luftigen Räumen bezogen. Die Lage in unmittelbarer Nähe der Schillingsbrüde und des Schlesischen Bahnhofs ist sehr günstig. Außer der Stadtbahn be Stehen Fahrtverbindungen mit den Straßenbahnlinien 1, 2, 3, 63 und 82 und der Autobuslinie 24. Anruf: Königstadt 5090. Diese neue Berufsberatungsstelle, die mit dem 25. Oftober dieses Jahres eröffnet wird, ist nun außerdem noch zuständig für alle die Rat fuchenden, die in dem westlich der Petersburger und Barschauer Straße gelegenen Teil des Berwaltungsbezirks Friedrichshain aber in dem nördlich der Stalizer Straße, Gitschiner Straße, dem Hallischen Ulfer gelegenen Teile des Verwaltungsbezirts Kreuzberg mohnen. Weltliche Schule im Bezirk Mitte. Die Bewegung für die meltliche Schule ist auch im Bezirk Mitte bas Wesen und die Arbeit der neuen Schule zu geben, hält Benoffe im Gange. Um allen Eltern und Schulfreunden einen Einblid in Reftor Ried am Montag, dem 5. November, abends& Uhr, in der Aula des Köllnischen Gymnasiums. Inselstr. 2/5, einen interIst gustav nagel wirklich tot? Bieber tommt, dieses Mal aus Fararoba in Thüringen, bi Nachricht, daß der bekannte Naturapostel gustav nagel gefforber ift: Auf einer Kirmes foll er vom Schlagfuß getroffe fein. Aber er ist schon öfter totgefagt, Bestätigung bleibt also ab zuwarten. lleber ihn und andere Banderprediger berichteten mi wiederholt. Amüsant war, daß er bei der legten Reichstagswahl freilich ohne Erfolg, eine eigene Partei, die„ fristliche folts partei", gründete, wobei ihn faiser wilhelm in doorn unterstügte Gleich und gleich gefellt sich gern! hifft bei Rheuma, Bichtas, Herenschu Nerven und Ertältungsschmerzen. Karmelitergeift mol it in allen Apotheken und Drogerien erhältlich AMOLEpres Berantwortlich für Talitik: Dr. Curt Genez: Biztschaft: 6. Ringelhöf Gemertschaftsbewegung: z glozn; Feuilleton: a. 8. Discher; Lotal and Sonstiges: Fri Karstädt: Anzeigen: Th. Gløde: fämtlich in Berlin Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin Drud: Vorwärts- Budbruder und Berlagsanftalt Baul Singer u Co., Berlin G 68. Lindenstraße Sierzu 5 Beilagen und Unterhaltuna und Biffen", Bettfedern Graue Federn per Plund 95 Pf. Fertige Betten Seit 1886. 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Er erhieit ben Namen„ Trust Financier de Transports et d'Entreprises Industrielles", furg ,, rufina". Zum 25. November ist nach bo Brüffel, bem Sig dieser Gesellschaft, eine Generalversammlung einiberufen, wo diese foeben gegründete Firma mit der schon seit 1898 det bestehenden Sofina", einer der ältesten Finanzierungsgeselle au aften auf diesem Gebiet, verschmolzen werden, den Namen prufina in Sofina umanbern und ihr Attienkapital, bis ither 100 millionen belgische Franken, verdoppeln soll. Was bedeuten biefe Borgänge? Sie bedeuten den Auftakt für eine 2 zelte fett im Craft al.c ." foftematische Zusammenarbeit des privaten Kapitals zur verstärkten Elektrifizierung der Erde, insbesondere zur verschärften Ausbeutung elektrizitätshungriger ftzu änder allen abe 4 An der Gründung der Trufina waren 58 große Banten und Industriegesellschaften aller großen Industrieländer beteiligt; an herster Stelle stehen jene schon riesengroßen Truste, die einen erheb. lichen Teil des Elektrizitätsausbaues in Europa, Asien und Südamerita finanzieren. Dies sind vor allem Fos le?" Hags arted gen 970 bil cit er in Deutschland: Gesellschaft für elektrische Unternehmungen ( Gesfüren), in der Schweiz: Bant für elettrische Unternehmungen( 3ü richer Elettrobant), in Spanien: ( Chade), Spanisch- Amerikanische Elektrizitäts- Gesellschaft in Belgien: Finanzierungsgesellschaft für Transport- und In. duftrieunternehmungen( Sofina). Jede dieser Gesellschaften hat einen internationalen Intereffenhat treis; es sind reine Finanzierungsgesellschaften; fie du erzeugen, mit Ausnahme der Chade, selbst teinen Strom, fie produzieren nicht elektrotechnische Erzeugnisse. Vielmehr beschränken fie fich darauf, Aufträge für große Elektrizitätsanlagen, für den Bau Don Dampfkraftwerken, Staudämmen, Wassertraftanlagen, Straßenbahnen, elektrische Eisenbahnen, Hochspannungsleitungen usw. zu fammeln, indem fie Attien oder Anleihen entsprechender Gesellschaften übernehmen. In vielen Fällen find fie aber nicht bireft an ren Glettrizitätsmerten beteiligt, vielmehr fontrollieren fie auch eine große Zahl weiterer Finanzierungsgesellschaften, die ihrerseits zahl reiche Kraftgesellschaften, Straßenbahmunternehmungen usw. beherrschen. Alles in allem geht die Zahl der beherrschten oder beeinflugten Gesellschaften in die Hunderte. 2 blid bid ben 84 Bort Bu utes นาย Diese vier Truste, die allesamt Ende vergangenen Jahrhunderts gegründet worden find, arbeiten von jeher ziemlich eng miteinander. Benn jetzt unter Führung der Sofina ein Uebertruit geschaffen worden ist, so wird die gemeinsame Front verstärkt und die zur Berfügung stehende Rapitalfraft vervielfacht. Mit viel größeren Mitteln als bisher werden diese privatkapitalistischen Elemente jetzt an neue Riefenprojekte herantreten fönnen, man spricht von gewaltigen Elektrifizierungsplänen in Südamerika, Aegypten und Indien. Gerade weil offenbar in diesen kapitalistsch noch wenig entwickelten Gebieten große Projekte durchgeführt werden sollen, in Gebieten, die teilweise zum britischen Reich gehören, erklärt sich auch die starte Heran ziehung englischer Bant. und Finanzierungshäuser zu der Neugründung. Anderen Charakter trägt die Beteiligung amerikanischer Gruppen. Die Bereinigten Staaten haben heute weitaus die größte elettrotechnische Produktion der Belt. Die größte elektrotechnische Firma der Vereinigten Staaten und der Welt ist die General Electric Company, die übrigens mit den großen europäischen Elettrofirmen( so in Deutschland mit der AEG.) verschiedene engere Beziehungen besonders Marttaufteilung unterhält. Mie die europäische Elektroindustrie, so ist auch die amerikanische daran inter effiert, daß spezielle Finanzierungsgesellschaften zur Durchführung von Elettrifizierungsplänen existieren. Daher gibt es auch in den Bereinigten Staaten große Unternehmungen, die dort diefelben Aufgaben haben wie in Europa die Gesfürel oder die Sofina, so die International General Electric Company, die Electric Bond and Share Company und die American and Foreign Power Company. Auch diese Gesellschaften arbeiten feinesmegs mur innerhalb der Grenzen der Bereinigten Staaten, haben vielmehr ihre Interessen auch nach Kanada, Merito, Guatemala, Panama, Kuba, Chile, Japan usw. ausgedehnt. Eben diese Gesell schaften find zusammen mit einigen nahestehenden a meritanien Großbanten gleichfalls an der Gründung der Trufina beteiligt. An fich ist zwar eine solche direkte Berknüpfung zwischen diesen europäischen und amerikanischen Finanzierungsgesellschaften nichts Ueberraschendes. Man fann aber doch daraus den Schluß ziehen, daß in Zukunft die Konturenzausschaltung und die fapitali ftische Bearbeitung der Erde viel systematischer als bisher durchgeführt werden tann. Wenn wir die Gebiete auf zählen, wo diese Gesellschaften schon heute über eine starte Bofition verfügen und wo neue Riesenprojekte in Angriff genommen werden, fo fönnen wir nennen: Weft europa, große Teile non Süd, Sonntag, 4. November 1928 Mittel- und Osteuropa, ganz Mittel- und Südamerita, große Teile Nordameritas, Japan, Indien, Aegypten. Fügen wir noch hinzu, daß zwischen der deutschen AEG., der amerikanischen General Electric Company und dem sowjetrussischen Elektrofruft ebenfalls bestimmte Berträge bestehen( wobei man allerdings von einer Beherrschung Rußlands durch diese Gesellschaften noch nicht sprechen fann), fo zeigt sich, wie umfassend der Erdball von den elektrokapitalistischen Mächten bereits umsponnen ist. Wie sieht nun die neue Welteroberin aus? Das Kapital der neuen Sofina wurde zunächst auf 100 Mil= lionen belgische Franken festgesezt, d. h. auf nur 13 Millioner. Mart. Jeboch bejagt dieses kleine Kapital über die tatsächliche Kapitalfrajt gar nichts. Der Wert einer Aktie beträgt ,, nominell" nur 500 belgische Franken, es wird aber von vornherein mit einem Aftienfurs gerechnet, der den Wert dieser Aktie auf mindestens den dreißigfachen Preis hebt. Ein Musterbeispiel für derartig frasse Verhältnisse ist gerade die alte Sofina, die nunmehr in der neugegründeten Gesellschaft aufgehen soll. Auch bei der Sofina hat die Attie einen Wert von 500 belgischen Franken, doch beträgt ihr Preis an der Brüsseler Börse feit einigen Wochen mehr als 90 000 Franken; das ist das Hunderiachtzigfache des Nominalwerts. Auf diese Weise erhält die Sofina eine Kapitalfraft, die man dem Nennwert ihres Attienfapitals nicht anficht. Dies Aktienkapital beläuft sich auf etwas über 33 Millionen belgische Franken, das sind kaum 4 Millionen Mart. Infolge der hohen Kurse beträgt aber der Börsenwert etwa 700 Millionen Mart. Die ersten 100 Millionen belgische Franken wurden an die 58 europäischen und amerikanischen Gründer verteilt, die weiteren 100 Millionen werden den Sofina- Aktionären angeboten und zum einen Teil bazu benutzt, damit die Aktien der neuen Gesellschaft an allen großen Börsenplätzen der Welt eingeführt werden können. Wie wurde fie gemacht? Im Mittelpunkt all dieser Borgänge steht der Chef der Sofixa, ein ehemals deutscher Ingenieur namens Dannie Heineman, einer der Mitbegründer der Sofina. Er reiste in den Sommermonaten dieses Jahres nach Berlin, dann nach New Yort, nach London, nach Baris, wiederum nach Berlin, und überall verhandelte er mit den größten Banten und den Finanzierungsgesellschaften für Elektrizitätsanlagen. Bei der Durchführung der Neugründung fäylägt er brei Fliegen mit einer Klappe. Einmal beseitigt er die Stören friebe innerhalb der eigenen Gesellschaft, die sogenannten Inhaber ber Gründeranteile, die feit Jahr und Tag jede Kapitalerhöhung verhindert und dadurch die Entwicklung der Sofina gelähmt haben. 3weitens war bisher die Sofina neben der Gesfürel, der Chade ufm. eine gleichwertige Gesellschaft. Die neue Sofina aber, die am 25. Rovember aus der Trufina hervorgehen soll, wird eine Spizengesellschaft, ein Uebertruft sein, von größerer Kapitaltraft und ge älle Nu ma Dien nter aus nge erf iner 197 , di be fer ab mi Dahl fs ützte Sub 1.den lich höfe tale in. der Re Lack braun schwarz O 50 Schwarz Rindbox ST Unsere Spitzenleistung Prüfen und vergleichen Sie ohne jeden Kaufzwang die Qualität des Materials, die g te Passform und den billigen Preis Schwarz Boxcalf in Braun und Lack A ohne Kappe Lack Versand durch Zentrale Leiser, Berlin SO16, Schmidstrasse 24/25 Leiser Das größte Schuhspezialhaus Berlins größerem Einfluß als die anderen. Drittens wird es feht möglich, die Bearbeitung der Welt aufzuteilen. Es sollen bearbeiten die Sofina: Westeuropa; die Gesfürel: Osteuropa; die Chade: Südamerika. Tatsächlich bestehen, wie schon erft gejagt, noch eine Anzahl weit größerer Projekte, die von der neuen Sofina durchgeführt werden. Außerdem kontrolliert die Sofina in der belgischen Sidro", eine Gesellschaft, die in Merito starke Elektrizitätsinteressen hat. Schließ lich ist auch zu beachten, daß an der neuen Sofina zwar in bisher noch nicht erlebtem Ausmaß internationale Kapitalfräfte aller Art beteiligt sind, daß aber doch die Aktienmehrheit und die Verwaltung in belgischen Händen liegen wird. Auf diese Weise wird nunmehr Dannie Heineman einer der ganz großen unge frönte Könige der Erde, denen auf die Finger' zu sehen gilt. es Noch mehr freies Geld im Land. Wann kommt die Diskontermäßigung? Vor furzer Zeit haben wir festgestellt, und zwar an Hand der 3wischenbilanzen der deutschen Kreditbanken, daß in Deutschland sehr viel von der Wirtschaft nicht für Produktionszwecke in Anspruch genommenes Geld vorhanden ist. Das gilt für den Zeitpunkt von Ende September. Jetzt liegt der Ausweis der Reichsbank von Ende Oktober vor, und dieser Ausweis zeigt, daß Ende Oktober die freien, von der Wirtschaft nicht in Anspruch genommenen Gelder gegen die Zeit von vor vier Wochen eher gestiegen als gesunken sind. Die deutshen Privatbanken sind so reichlich mit eigenen Geldern versehen, daß sie die Reichsbant faum nennenswert in Anspruch zu nehmen brauchen. → 10 hältnis zum Monatsschluß. Nimmt man den gesamten Papiergeldumlauf der Reichsbank Noten und Rentenbankscheine ergibt sich für Ende Oktober eine Deckung durch Gold und deckungsfähige Devisen von fast 52 Proz. gegenüber rund 39 Proz. Ende Oktober vorigen Jahres. Das ist eine um ein Drittel im Laufe eines Jahres, trotz eines um 100 Millionen erhöhten Papiergeldumlaufs, verbesserte Deckung. Bayerische Motoren macht Autos. Außer mit seinen Flugzeugmotoren, die feineswegs für de Flugverkehr immer eine reine Freude waren, haben die im vorige Jahre mit 14 Proz. Dividende rentablen Bayerischen Motorwert bisher in der Hauptsache für den Kraftverkehr nur Motorräder g liefert. Die Bayerischen Motorwerte werden von jetzt ab abe Wir sind feineswegs blind dafür, daß die Diskontpolitik der auch im großen Maßstabe Kleinautos produzieren. Die Bayerische Reichsbant auch andere als Deckungsverhältnisse zu berücksichtigen Motorwerte haben nämlich von der Gothaer Waggonfabrik A.- 6 hat. Wie hoch man aber auch die übrigen Momente einschätzt, daß die Digi Werte in Eisenach erworben man spricht von einem die Inanspruchnahme der Reichsbant in den letzten Monaten Kaufpreis von 15 Millionen Mark-, um die eigene Fabrikations fontinuierlich sinft, und sicher zum Teil aus konjunkturellen bafis zu erweitern. Die Erweiterung der BMW.- Produktion wir Gründen, daß auf der anderen Seite der Spielraum zur Gebeträchtlich sein, denn die Diri- Werke haben immerhin arbeitstägli währung neuer Kredite immer stärker steigt, daraus müssen die 40 Wagen bergestellt. gebotenen Konsequenzen gezogen werden. Jeder andere Notenbantleiter wäre glücklich, mit so geringen Rifiken wie die Reichs bank durch Diskontermäßigung die Kredite verbilligen und dadurch vermehren zu fönnen und so der Wirtschaft einen Anreiz zu geben, vermehren zu können und so der Wirtschaft einen Anreiz zu geben, ben sie mit Reht erwarten darf. Die Deutsche Reichsbank scheint aber im Gegenteil bemüht zu sein, nur ja die öffentliche Aufmertsamkeit von der Möglichkeit einer Diskontsentung abzulenten. Die Arbeitslosigkeit steigt. Brandenburg meldet 4300 neue Unterstützte. Die Entwicklung der Arbeitsmarktlage im Bereiche des Landesarbeitsamtes Brandenburg stand auch in der Berichtswoche( 22. bis 27. Oftober 1928) wieder ganz im Zeichen der saisonmäßigen Einflüsse. Das Tempo der Verschlechterung hat sich jedoch gegenüber der Vorwoche beschleunigt, so daß in einzelnen Be zirken bereits eine erhebliche Erhöhung der Arbeitslosenziffer eingetreten ist. Zum 31. Oftober hat sich der Wechselbestand der Reichsbant um 384,5 auf 2348,3 Mill. erhöht; das ist mit Ausnahme des Monats Februar die geringste Vermehrung des Wechselbestandes in der Monatsschlußwoche für das ganze Jahr 1928. Die Lombardbestände stiegen um 64,3 auf 95,2 Mill. Wenn man die Zunahme auf diesen beiden Konten zusammenrechnet, ergibt sich für Ende Oktober, da die Vermehrung der Lombarddarlehen Ende Februar beträchtlich höher war, die geringste Inanspruchnahme der Reichsbant zum Monatsschluß in diesem Jahre überhaupt. Sicher ist die Konjunktur zum Oftoberende als weniger äftig zu verans hlagen als zur gleichen Zeit des vorigen Jahres. Aber daß die Wechselbestände um 454 Mill. niedriger find als zu diesem Zeitpunkt, ist ein besonders deutliches Zeichen für das geringe Ausmaß, in dem Banten und Wirtschaft von der Reichsbank Kredite verlangen. Die Kundschaftsgelder auf Giro fonto verringerten sich um 235,4 auf 493,9 Millionen. Der Reichsbanknotenumlauf hat nicht zuletzt durch die starke Senkung der Gelder auf Girokonto um 637,3 auf 4672,0, der Umlauf an Rentenbankscheinen um 44,1 auf 542,7 Mill. zugenom men. Der gesamte Bapierumlauf der Reichsbant beträgt 5215 Mill. gegen 5127 Mill. Ende Oktober vorigen Jahres. Dennoch ist die Dedung der Reichsbantnoten und des Papiergeldumlaufs ins gesamt um rund 30 Proz. besser als vor einem Jahre. Die Goldbestände sind weiter um 22,1 auf 2532,8 Mill. gestiegen, die Bestände an deckungsfähigen Devisen sind mit 163,3 Mill. fast unverändert geblieben. Jedenfalls beträgt die Deckung der Reichs banknoten durch Gold allein 54,2 Proz. durch Gold und deckungsfähige Devisen 57,7 Proz. ein rekordmäßig günstiges Verwoche um weitere 4,76 Broz.( 2,18 Broz) geffiegen. In der Landwirtschaft ist die Nachfrage nach Arbeitsträften sehr zurückgegangen. Die Zahl der im Baugewerbe arbeitslos gewordenen Kräfte ist noch verhältnismäßig gering, da es zum Teil gelungen ist, die zur Entlassung gekommenen Maurer und Zimmerer an anderer Stelle wieder unterzubringen. Der Baumarkt zeigt überhaupt eine für diese Jahreszeit bemerkenswerte widerstandsfähigkeit, die aus der in diesem Jahre besonders späten Herausbringung verschiedener Bauvorhaben, deren Ausführung noch beträchtliche Kräfte in Anspruch nimmt, erklärt wird. Die Lage in der Metallindustrie war weiterhin leicht rückgängig. In der Bekleidungsindustrie war, abgesehen von der Hutindustrie, die Arbeitsmarktlage noch befriedigend. Nach Beendigung der Saison sind die Hutfabriken zu Maffenentlassungen geschritten; im Bezirk Guben meldeten sich in der Berichtswoche gegen 600 Hutarbeiter arbeitslos, im Bezirk Luckenwalde steht in Kürze nach der bereits genehmigten Stillegung von fünf Betrieben die Entlaffung von 400 Hutarbeitern bevor. Verlangen Sie Sonder Angebot Wasch Maschinen eller Systeme Wäsches Rollen A Auch bis zu 18 Monatsraten Raddatz& t! Berlin, Leipziger Str. 122-125 Die Gesamtzahl der Unterstügung beziehenden Personen betrug in der Berichtswoche 95 688( 91 338), davon entfielen 66 161( 62 954) auf männliche und 29 527( 28 384) auf weibliche Hauptunterſtügungsempfänger. Unterstützung aus der Arbeitslosenversicherung bezogen 57 442( 54 228) männliche imd 27 244( 26 156) weibliche, zusammen 84 686( 80 384) Personen. Krisenunterstützung erhielten 8719( 8726) männliche und 2283( 2228) weibliche, zusammen 11 002( 10 954) Personen. Die Gesamtzahl der Unterstützungsempfänger ist demnach in der Berichts Vergleichen und prüfen Sie! Die billigen Preife, Die guten Die Qualitäten, große Auswahl werden Sie zum Kauf bei Janass" veranlassen! Teilzahlung " 1. Anzahlung und 4 Monatsraten, bei Käufen über 100 Mark 1. Anzahlung und 5 Monatstaten. Bei Barzahlung 3% Rabatt Damen- Konfektion Herren- Konfektion Kinder- Konfektion: Damen- Hüte Herren- Hüte 1 Pelze Pullover Strickwaren Motorwerte, die über ihre Flugmotorenerzeugung ja auch von de Neues Kapital scheinen die schwerverdienenden Bayerische Lustsubventionen profitieren, für die Erwerbung der Diri- Werke nicht nötig zu haben. Nachdem sie im Juni dieses Jahres ihr Aktien fapital von 10 auf 16 Millionen Mark erhöht haben und neben de Gewinnen dieses Jahres beträchtliche Reserven zur Verfügun stehen, ist die Produktionsausdehnung aus eigenen Mitteln mögli Papierpreise und Dividenden. Seit einem Jahr schon flagen di Papier und 3ellstoffunternehmer über unzureichend Preise für ihre Erzeugnisse und behalten diese Taktik auch für de allgemeinen Bericht im Oktober bei. Welche Bedeutung diesen un bewiesenen Behauptungen der Papierfabrikanten beizumessen is zeigte schon die Tagung der deutschen Zeitungsverleger gegen die monopolistische Preispolitik der Zeitungsdruckpapier die mit erfreulicher Schärfe auf Grund stichhaltiger Unterlage Fabrikanten Front machten. Auch die Gewinne der einzelnen Papierunternehmen lassen alles andere, nur nicht unzureichenbe Preise erkennen. So hat der Berliner 3ellstoffverein bei erheblichen Gewinnrüdstellungen 10 Proz. Dividende, der west deutsche Papierkonzern, die Reisholz A.-G. fogar 12 Bro Dividende gezahlt, wobei gleichfalls beträchtliche Summen für Ab schreibungen und Reserven zurückgestellt wurden. Jetzt veröffentlicht die Thodesche Papierfabrik A.-G. bei Dresden ihren Abschluß, der einen um 80 Prozent erhöhten Reingewinn ausweis Die in den letzten drei Jahren von vier auf fünf und sechs Prozent gesteigerte Dividende wurde auf 10 Proz. festgesetzt. Der Abjas stellte sich mit 13 119 Tonnen auf das Dreieinhalbfache und den Werte nach auf das Fünffache des Vorkriegsabfazes. S lange die Bapierunternehmer die Deffentlichkeit mit wahrheits wibrigen Mitteilungen abspeisen, brauchen sie sich nicht zu wundern wenn Deffentlichkeit und Belegschaften unbequeme Schlüsse aus den Beröffentlichungen ziehen. Neue Lokomotivbau- Berständigung. Die Beftrebungen f deutschen Lotomotivbau, durch Zusammenschluß und Ber ständigung der einzelnen Werke eine Produktionsbafis zu schaffen, die dem tatsächlichen Lokomotivbedarf entspricht, haben nach längerer Baufe einen weiteren Erfolg zu verzeichnen. So hat die Lokomotiv fabrit Hohenzollern in Düsseldorf( Haniel- Konzern) mit der Maschinenfabrit Humboldt in Köln( Klödner- Konzern) ein Abkommen getroffen, wonach Humboldt gegen Zugeständniffe auf anderen Produktionsgebieten feinen Lokomotivbau zugunsten von Hohenzollern aufgibt. Nach dem Abkommen von Henschelm Wolf- Buckau und dem Personalabkommen Henschel- Maffe stellt der Hohenzollern- Humboldt- Bertrag das dritte Abkommen dieje Art dar. Da allerdings zwischen den größeren Lokomotivfabriten bisher noch keine Verständigung erzielt wurde, ist das Ergebnis, der Einschränkung der Produktionsbasis gemessen, noch als recht mager anzusprechen Warum Schwarz- LackSpangenschuh, aparte Zierstepperei Louis XV. Absatz Tack? Weil immer elegantere For men, ftändig neue Modelle und fchärffte Kalkulation den Kreis unferer Verbraucher täglich erweitern. 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Kanin, 1850 Pelzmanschetten ว 5 550 5 1010 5 5 F. F. 5. 5 USA. wählt. Zunächst die Wahlmänner am 6. Rovember. Gemäß der Berfaffung von 1787, die im Washingtoner Capitol nem golbenen Aitarschrein bewahrt wirb, wählt das Bolt alle Jahre seinen Präsidenten. Doch ist diese Wahl mittelbar, d. h. ählt werden durch das Bolf die electors, die Wahlmänner, wieder zwei Monate später den Präsidenten bestimmen. Die imännerwahl ist am 6. November. Auf der Liste der Wahlher jegt jede Partei eines jeden der 48 Staaten eine Bererzahl, die ihrer Abgeordnetenzahl im Senat und Repräsen enhaus entspricht. Jeder Staat hat ständig zmei Senatoren. Zahl feiner Abgeordneten im Repräsentantenhaus richtet sich feiner Bevölkerungsdichte. Zurzeit fizen im Repräsentanten435 Mitglieder. 435 und 96 ergibt also 531 Bahlmänner jebe Partei. In jebem der 48 Staaten fallen die Zahlen der rliegenden Bartei glatt unter den Tisch und nur die Stimmen fiegreichen Bartei werden dem Gesamtergebnis zugezählt. Eine ichsliste" zur Reststimmenverwertung gibt es nicht. Es ist bar, daß eine Partei in mehreren dünnbevölkerten Staaten Sieg davonträgt, aber doch im Endergebnis unterliegt, da ein bepofferter Staat sich gerade noch in knapper Mehrheit für Gegenfandidaten ausgesprochen hat, diese Mehrheit aber infolge größeren Wahlmännerzahl, aus einer dichteren Bevölkerung orgegangen, genügt, die wenigen anderen Staaten zu übereln. Hier liegt die Ungerechtigkeit des amerikanischen Wahlems. In der jetzigen Präsidentenwahl würde für eine Partei Siege, bei 531 Wahlmännern die Hälfte der Stimmen, also erforderlich fein. Den von seiner Wahlreise zurückgekehrten Präsidentschafts bibaten Smith wurden in New Yort große Kundgebungen gebracht, als er die Stadt in feierlicher Parade im Auto durchSmith wird abends in einer Riefenversammlung sprechen. erbeffent feit ooper seine Reise nach Kalifornien fort. Die llung Hoovers muß nach wie vor als stärker bezeichnet werden. Coolidge fandte an Hoover ein Telegramm, worin der Präsi feinen Barteifreund als die geeignetste Persönlichkeit fürs he Haus bezeichnet. Amtliche Berichte besagen, daß insgesamt Millionen Dollar für die Wahlen ausgegeben feien. Hilfe für die Kriegsgeschädigten. Frischer Wind in der Mobilisierungsfrage. Die Bemühungen des Reichsfinanzministeriums, Reichsfchuldbuchforderungen der Kriegs- und Liquida. Ons geschädigten zu mobilisieren, waren bisher durch die e des deutschen Geldmarktes sehr erschwert. Ein erster Erfolg legt dadurch erzielt worden, daß der Deutsche Spartaffen- und Coverband sich mit der Berwertung dieser Forderungen befaßt. dem Berband angeschlossenen Geldinstitute faufen vornehmlich den nächsten Jahren fällig werdende Schuldbuchforderungen auf Außerdem ist es dem Reichsfinanzministerium gelungen, durch unter Führung der Breußischen Staatsbant( See bling) stehende Bantengruppe zunächst für 3 mischen. bite auf Reichsschuldbuchforderungen, die vom 1. April 1929 berzinst werden, zusammen mit dem Reich eine Summe von Millionen flüffig zu machen. Diese Zwischenkredite sollen ndfählich nur an Gewalt- und Liquidationsgeschädigte gegeben ben, die ein Darlehen zur Erhaltung ihrer gefährdeten wirtlichen Griffenz brauchen. In Rotfällen tönnen Darlehen auch nberen Zweden gewährt werden. Die Darlehen, die bis an 60 Prog. des Rennbetrages der orderungen gegeben merden, sollen nicht mehr als 8000 und in fallen nicht mehr als 3000 Mart betragen. Die Bergebung ber lehen erfolgt durch die Kreditgemeinschaft gemeiniger Selbsthilfeorganisationen Deutschlands G. m. b. H.( Rageja), in R. 24, Monbijouplay 3. Die Auszahlung erfolgt burch Breußische Staatsbant, an die auch die Schuldbuchderungen in der erforderlichen Höhe zu treuen Händen abzuen find. Die Anträge find bis fpätestens 31. März 29 unmittelbar an die genannte Krebitgemeinschaft zu richten, auf Wunsch unentgeltlich Formblätter für die Anträge abgibt. Erfreulicherweise haben sich der Mobilisierungsattion jetzt auch Genossenschaftsabteilungen der Dresdener Bank die Preußenfasse angeschlossen. Auch von diesen beiden appen murbe die Notwendigkeit betont, in erster Linie die einen Forderungen bei der Mobilisierung zu berüd. igen Reitpeitsche gegen Menschen. Bon einem Franzosen gegen Deutsche angewendet. Neustadt a. d. Haardt, 3. November. im 1. November, 10% Uhr, tamen der Arbeiter Friz Bardua der Händler Georg Kercher in angetruntenem Zustande in Wirtschaft in Speyerdorf und unterhielten sich mit vier franichen Sergeanten. 21s der Wirt seine Gäste wegen der PolizeiAnbe ahrend es Kercher gelungen sein soll, zu entkommen. Schwerindustrie und Schlichtungswesen. 00 0080 22 Schlichtungswesen Der Unternehmer: Diese Wippe ist mir zu paritätisch. Ich wollte damit hoch fommen, aber wenn zuweilen auch.. ... Schlichtungs wesen der Arbeiter hochkommt, gefällt mir das nicht. Da jäge ich einfach das Brett entzwei und dann... भ ... Schlichtungs wesen se S wird es schon anders fommen!" Die Reform des Presserechts. Ein Vortragsabend. Der Reichsperband der Deutschen Bresse, Bagirtsverband Ber-| Belagerungszustand müsse der Breffe die Möglichkeit ge lin, hatte au seinem ersten Bortragsabend in diesem Jahre eingeladen. Das Thema mar:„ Die Reform bes Brefferechts." Referenten waren Chefredakteur Paul Baeder. Dr. Ernst Feder und Rechtsanwalt Dr. Baul Bojener. Auf Einladung des Reichsverbandes maren Bertreter der Reichs- und Staatsbehörden, des Kammengerichtspräsidenten und mehrere Rihter erschienen. Ferner waren u. a. anwesend der Reichstagspräsident Lobe. Reichstagsabgeordneter Landsberg für ben Rechtsausschuß des Reichstags, und Bandtagsabgeordneter Rutiner für ben Rechts ausschuß des Breußischen Landtags. aufforderte, das Bokal zu verlassen, wurde Bardua, wahr einlich nach einem vorhergegangenen Wortwechsel, von einem öfifchen Sergeanten in das Gesicht gestoßen, so daß Chefredakteur Bauí Baecker ging zunächst auf die Bedeutung blutete. Der Birt und auch die anderen französischen Ser- der Pressefreiheit für das gesamte politische Leben ein und en verfuchten, die Ruhe wiederherzustellen. Als sich die Be- stellte dabei feft, daß es feine abfolute Freiheiten gäbe, und daß ligten auf der Straße befanden, wurde Bardua von dem Ser- daher auch die Breffefreiheit ihre Grenzen habe. Der Breffefreiheit ten mit der Retipeitsche über den Kopf geschlafeien durch Staatsnotwendigkeiten Schranken auferlegt, ebenso Bardua ist von den Franzosen verhaftet worden, durch die allgemeinen Gefehe zivilrechtlicher und strafrechtlicher Natur. Der Rei hsverband der Deutschen Bresse habe in der Reichs arbeitsgemeinschaft der deutschen Bresse die Bünsche der Bresse in bezug auf das neue Strafgelegbuch ausgearbeitet und den zuständigen Stellen überreicht. Die Reichsarbeitsgemeinschaft Attentatsprozeß in Zentralafien. werde sich noch in diesem Jahre auch mit der Neuregelung des Bresserechts beschäftigen und die Wünsche der deutschen Bresse Reiche Großbauern überfallen einen Sowjetminifter. den maßgebenden Instanzen unterbreiten. Der Redner hält es für Vor dem Sowjetgericht in Chodsheni( Usbekistan) standen notwendig, daß der Strafgefeßentwurf und das neue Breffegeiek gleichzeitig beraten würden, damit die Bestimmungen der beiden tere Bens", wie die reichen Großbauern in den mohammeda- Gejeze in Einklang gebracht würden. Die Borbereitungen für das hen Ländern genannt werden, wegen Mordversuchs. Sie hatten neue Breffegesen feien in dem zuständigen Ministerium schon zieme Regierungsmitglied Achmedow in seinem Hause überfallen lich weit fortgeschritten. Der Redner behandelte u. a. die Frage burch Dolchstiche schwer verwundet. Nur dem Umstande, daß die der einstweiligen Verfügung gegen die Rebatteure, falls entäter ihn bereits für tot hielten und sich entfernten, fi jemand durch eine Beitungsmittellung beleidigt fübit. Er nas bantt er fein Leben. Das Attentat war unternommen worden, zu, daß durch leichtfertige, unsachgemäße Berichterstattung durch die men und Neuerungen in den tonservativen Bolts= Achmedow als Anhänger des Sowjetsystems und der Re- Bresse großer Schaden angerichtet werden fönne, vor allem, bei falsdyen Meldungen durch die Handelspreffe. Er schlägt vor, daß einstweilige Verfügungen erst nach Anhörung des verantwortlichen ichten sehr verhaßt war. Das Gericht perurteilte die an dem Redakteurs erfolgen dürften und daß die Fristen bei dem Gerichtsberfall beteiligten Beys Lair und Kuschatbaje w zum verfahren möglichst abgefürzt werden. Das Schweiger echt des Rebatteurs müsse meiter ausgebaut und dem des Arztes und des Rechtsanwalts angeglichen werden. Nur bei schweren friminellen Angelegenheiten dürfe das Schweigerecht bes Redakteurs aufgehoben werden. Der Redner perlangt auch eine Ausdehnung des gegen wärtigen geseglichen Schweigerechts auf fämtliche Ange= stellten eines Breffeunternehmens, so auch auf das faufmännische Das Schweigeredyt müffe auch auf Disziplinarproseffe Anwendung finden. In dem zu erwartenben Gefek über den 20 obe " Das Urteil ist bereits vollstrect. Kommunistenverhaftungen in Nordfrankreich. Eine Anzahl munistischer Propagandisten, die in die in der Gegend Don lenciennes an Refruten antimilitaristische Schriften erteilten, wurden von der Polizei perhaftet. Es handelt sich Berfonal. um junge Leute im Alter von 18 bis 20 Jahren, geben werden, in einem abgefürsten. Berfahren gegen Eingrifle in die Pressefreiheit Einspruch zu erheben. In bezug auf die vielumftrittene Frage der Wahrnehmung Berechtigter öffent licher intereffen durch die Breffe fest fich der Redner dafür ein, daß dem Rebafteur in Anbetra ht seiner Pflicht, Kritik zu üben, auch zuerfannt werde, daß er öffentliche Intereffen wahrnehme. Eine Menderung des bisherigen Rechtszustandes fei durchaus notmendig. Um Schluß seiner Ausführungen wandte sich der Referent gegen ben ftarten Mißbrauch, der mit der Abgeordneten immunitat getrieben wird. Die. Baitamente müßten in Fällen, wo ein Mißbrauch der Abgeordnetenimmunität vorliege, die Strafverfolgung socher Abgeordneten genehmigen. Als zweiter Referent sprach Dr. Ernst Feder, der barauf binwies, daß die Rechtsprechung auf Grund des veralteten Breffegefeßes von 1874 auf Abwege geraten sei. Er forderte für den Urheber miffentlich falscher Berichtigungen dur die Breffe eine Strafe und außerdem die Tragung der Kosten des Verfahrens. Durch die gefeßlichen Bestimmungen über den Gerichtsstand der Presse werde nicht der Zeitungsverfäufer genügend geschüßt. Auch müsse das Beschlagnahmerecht anders geregelt werden, denn wenn eine Zeitungsnummer auch nur an einem Orf beschlagnahmt würde, lo gelte biefe Maßnahme für das ganze Reich: I bezug auf das Schwelgerecht des Redakteurs geht der Redner wetter als der Borrebner, auch wenn der Journalist, oft Dinge nicht zur Geheimhaltung, sondern zur Veröffentlichung mitgetellt erhalte. Das Shweigerecht müsse gegenüber dem gegenwärtigen Rechtszu stand bedeutend erweitert werden. Auch Dr. Feder wandte fid) dann scharf gegen die Webernahme von verantwortlichen Redakteurftellen durch Abgeordnete, um dadurch ein Blatt vor Strafverfahren zu schüßen. Als dritter Referent sprach Dr. Paul Posener. Er betonte, daß mishen Justiz und Bresse nicht die richtige Fühlung vorhanden fei. Auch er betonte nom juristischen Standpunft aus bie Notmendigkeit der Reform des Bresserechts und wies hauptsächlich auf gewisse, nicht genügend beachtete Möglichkeiten auf dem Gebiet der Bivilprozesse hin. Er sprach sich für den Borschlag aus, bei den Berichten Breffetammern einzurichten, ebenso wie bereits seit In den langem Handelskammern bei den Gerichten beständen. Breffetammern würde eine einheitliche Spruchpraris geschaffen merden. An die Vorträge schloß sich eine längere Ausspra he, an der fich u. a. Landtagsabgeordneter Kuttner. Reichstagspräsident Löbe, Ministerialrat Haengichel und Rechtsanwalt Böttcher beteiligten. Prüfen Sie: HEUTE diese Preise Schlafrock reinwollen. Flanell, wie Abbildung Hausjoppe 36.braun- u.graumeliert. 2550 Flausch, wie Abbild.. KROTONSKI HERRENKLEIDUNG Schlafrock braun und grau, Flauschstoff, mit Verschnürung und Agraffe Hausjoppe mit farbigem Besatz, Agraffen u. 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Di Dröhne fchiff& g 114 117 er te cr at er -1 er b Rr. 523 45. Jahrgang 3. Beilage des Vorwärts Noch keine Feststellungsklage! Die Unternehmer in der Klemme. Bochum, 3. November.( Eigenbericht.) Wie wir erfahren, ist bis zum Sonnabend seitens des Arbeitgeberverbandes Nordwest noch teine Fest stellungsflage beim Reichsarbeitsgericht oder bei den fonftigen in Frage kommenden Arbeitsgerichten in Essen oder Düsseldorf darüber eingereicht worden, ob der Schiedsspruch vom 27. Oktober rechtsgültig ist oder nicht. Die rechtliche Austragung ihres Gewaltattes verursacht den Unternehmern offenbar heftige Betlemmungen. Inzwischen nimmt der Stillegungsprozeß feinen Fortgang. Während die Hochöfen der Hüttenwerte noch nicht ausgeblasen sind, sondern vorläufig unter Dampf ge= halten werden, sind bei den meisten Hüttenwerten inzwischen die Martinsöfen erfaltet und stehen vor dem 3usammenbruch. Der Neuaufbau der Martinsöfen nimmt mindestens sechs Tage in Anspruch. Politischer oder Wirtschaftskampf. Um die Arbeitslosenunterstützung. Düffeldorf, 3. November. Nach einer Mitteilung des Arbeitsamtes hat der Präsident des Landesarbeitsamtes zur Vermeidung unnötiger Belastung der Urbeitsämter durch die sich arbeitslos meldenden ausgesperrten Arbeiter angeordnet, daß unter Berücksichtigung der besonderen Umflände im Falle der Aussperrung die Arbeitslos meldung der Arbeiter nicht praktisch durchgeführt wird. Es foll für jeden ausgesperrten Arbeiter angenommen werden, daß er mit dem ersten Tag der Ausfperrung die Arbeitslosmeldung voll. 30gen hat. Ebenso foll für die Ausgesperrten von einer perfönlichen kontroll meldung beim Arbeitsamt für die Dauer der Aussperrung abgesehen werden. Eine Arbeitslosenunterftühungsgewährung für die Ausgesperrten, auch für die nur mittelbar vom Arbeitskampf Betroffenen, fommt nicht in Frage, da bis auf weiteres nach Weifung des Landesarbeitsamtes angenommen werden muß, daß eine Aussperrung im Sinne des Arbeitslosenversicherungsgefehes vorliegt. Aus der vorstehenden Meldung ergibt sich, daß die Bureaus fratie der Reichsanstalt sich für ihren Teil die Sache sehr ver einfacht. Sie verzichtet darauf, daß der Arbeitslose den Antrag auf Arbeitslosenunterstügung persönlich beim Arbeitsamt stellt, und nimmt diese Antragstellung als vollzogen an. Es wird ferner darauf verzichtet, daß sich die Arbeitslosen regelmäßig beim Arbeitsamt melden, um Arbeit zu erlangen. Damit ist zwar der Fall für die Bureaukratie erledigt, teineswegs jedoch für die Arbeitslosen. Denn in gleichem Atemzug erklärt die Verwaltung der Reichsanstalt, daß ein Anpruch auf Unterstüßßung nicht befteht, weil es fich um eine Aussperrung handelt. Mit dieser Entscheidung können sich die Arbeitslosen nicht abfinden. Da es sich nicht um eine wirt Ichaftliche Kampfmaßnahme im Sinne des§ 94 des Arbeitslosenversicherungsgefeßes handelt, sondern um eine politische Aktion der Unternehmer gegen den Staat in Form einer Massenaussperrung, ist der§ 94 nicht anwend. bar. Aus diesem Grunde haben die Ausgesperrten einen An ipruch auf Arbeitslosenunterstützung. Wenn der Borsigende des Arbeitsamtes den Antrag auf Ar beitslosenunterstützung ablehnt, dann muß gegen diese Ent scheidung des Vorsigenden Einspruch beim Spruchausschuß des Arbeitsamtes erhoben werden. Gegen die Entscheidung des Spruch ausschusses ist Berufung an die Spruchtammer des LandesSonntag, 4. November 1928 sie Mitglieder der freien Konsumgenossenschaften sind, auf Gut scheine bis zur Hälfte der ausgezahlten Unterstügung einen beson deren Rabatt neben der Rüdvergütung von zehn Prozent zu gewähren. Die Hilfsaktion der Gemeinden. Der Staat muß eingreifen. Die Frage der Wohlfahrtspflege und Unterstügung der nicht organisierten Arbeiter wird im ganzen Ruhrrevier einheitlich geregelt werden. Zu diesem Zweck wird in der nächsten Woche eine Versammlung der Oberbürgermeister, der Finanz- und Wohl fahrtsdezernenten stattfinden. Wenn die Aussperrung längere Zeit andauern sollte, werden die städtischen Haushaltspläne Erschüt terungen erfahren; denn nicht nur die Wohlfahrtslasten werden gewaltig steigen, auch der Ausfall an Steuern merde bedeutend sein. Bei den Stadtverwaltungen hört man schon jetzt Befürchtungen äußern, daß durch diese Aussperrung die Städte des Industriegebiets auf Jahre hinaus zurückgeworfen würden. bleibe nichts anderes übrig, als daß Reich und Staat den Städten dieses Gebietes finanziell unter die Arme greife.( Wie wir hören, hat die fozialdemokratische Fraktion im Preußischen Landtag bereits einen entsprechenden Initiativantrag gestellt.) Es arbeitsamtes zulässig. Da es sich hier um eine Auslegung von Die Chriftlichen gegen die Aussperrer. grundläglicher Bedeutung handelt, über die das Reichsperficherungsamt eine grundsägliche Entscheidung seines Spruchfenäts noch nicht veröffentlicht hat, so tann die Spruchtammer des Landesarbeitsamtes die Sache unter Darlegung ihrer Rechtsauffassung an den Spruchsenat des Reichsversicherungsamtes abgeben. Von dieser Möglichkeit muß sofort Gebrauch gemacht werden, damit eine schnelle Entscheidung herbeigeführt wird. Die Auffassung des Landesarbeitsamtes, daß auch die mur mittelbar Betroffenen einen Anspruch auf Arbeitslosenunter ftüßung nicht haben, geht erst recht fehl. Auch diese Arbeitslosen haben einen Anspruch auf Unterstützung. Großzügige Hilfsaktion. Konfumvereine und Gewerkschaft. Bochum, 3. November.( Eigenbericht.) = Wie wir erfahren, wurde am Sonnabend abend in einer gemeinsamen Sigung zwischen den freien Gewerkschaften und den freien Ronfumgenossenschaften im rheinisch westfälischen Industriegebiet die Einleitung einer großzügigen hilfsaftion zu gunsten der Ausgesperrten aus eigenen Mitteln beschlossen. Nach einer zwischen dem Deutschen Metallarbeiterverband und den freien Konsumgenossenschaften abgeschlossenen Bereinbarung erflären fich die Konsumgenossenschaften des gesamten von der Aussperrung betroffenen Gebietes bereit, während der Dauer der Aussperrung an die Mitglieder der freigewerkschaftlichen Organisationen, soweit Gesetzliche Maßnahmen gefordert. Der Gesamtverband der christlichen Gewerkschaften äußert sich in einer Erklärung zum Kampf in der Großeisen= industrie" wie folgt: „ Der Kampf richtet sich gegen das Recht und die staatliche Autorität. Deshalb fordert der Gesamtverband der christlichen Gewerkschaften scharfe Maßnahmen gegen diejenigen, die offen die Sicherheit des voltlichen Lebens bedrohen. Der Gesamtverband der christlichen Gewerkschaften fordert vollen Schadenersatz seitens der Arbeitgeber, die unfer Bertrags. bruch ihre Betriebe stillgelegt haben. Er hält eine beschleunigte Einberufung des Reichstages für notwendig, um erforderlichenfalls durch sofortige gesetzliche Maßnahmen die Staatsautorität und das vergewaltigte Recht sicherzustellen." Gegen die Einmischung der KPD. Ein Aufruf des Metallarbeiterverbandes. Bochum, 3. November.( Eigenbericht.) Angesichts der ständig steigenden Aktivität, die die Kommu nistische Partei anläßlich der Aussperrungen im Ruhrgebiet entwickelt, veröffentlicht der Deutsche Metallarbeiterverband folgenden Aufruf: Un die Hütten- und Metallarbeiter des Ruhrreviers! Wir haben bereits in dem ersten Aufruf an die Metallarbeiter darauf hinge. さ れ Ketzt, Zeit Die grösste Auswahl Schuhe für den Herbst Die besten Qualitäten Die billigsten Preise Die schönsten Modelle aufmerksamste Bedienung! Die Versand durch Zentrale Stiller, Berlin SW 19, Jerusalemer Str.32-35 und Winter zu kaufen. In unerschöpflicher Auswahl bringen wir in allen Preislagen die schönsten Modelle In einer Mannigfaltigkeit, Formschönheit und zu so billigen Preisen, dass alle Erwartungen übertroffen werden. Atlasschuhe schwarz, mit aparter Stikkerei, entzückendes Modell, Louis- XV- Absatz 9,90 Derselbe ohne Besatz... Atlasschuhe schwarz und weiss, hoch. elegante Ausführung, mit Spange, auch Pumps, Louis- XV.- Absatz Abendschuhe schwarz Atlas, mit eleganter SilberlederKreuzspange, entzückendes Modell.... 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Eintrittskarten sind bei allen Parteifunktionären sowie im Bezirkssekretariat zu haben. wiesen, daß dieser Kampf ein Kampf der Arbeiter ist, den sie selbst auszufechten haben. Alle Außenstehenden haben sich von diesem Kampf fernzuhalten, und wir machen besonders darauf aufmerksam, daß Parolen irgendwelcher Art Außenstehender von unseren Kollegen nicht zu befolgen sind, sondern nur die Anweisungen, die die Drganisation selbst her ausgibt. Die Kommunistische Partei Deutschlands hat in den legten Tagen wiederholt perfucht, durch Versammlungen und Demonstrationen die Arbeiterschaft zu unbesonnenen und nur fie felbft schäbigenden Handlungen zu verleiten. Berjamm lungen und Demonftrationen, die nicht von der Organisationsleitung veranstaltet sind, sind von den Mitgliedern des Deutschen Metall arbeiterverbandes und der übrigen freien Gemertschaften entschieden zu meiden. Wir lehnen jede Berantwortung für Schäden, die aus folchen Beranstaltungen entstehen, ab. Deshalb, Metallarbeiter, haltet Disziplin! Die Situation ist nach wie vor außerordentlich ernst. Stärtt nicht durch un besonnene Handlungen die Position des Unternehmertums. Einig feit und Besonnenheit der Arbeiter waren nie so notwendig mte jegt. Die Mitglieder des Deutschen Metallarbeiterverbandes und der übrigen freien Gewerkschaften werden in den bereits feftgelegten Kontrolllofalen täglich über den Stand der Dinge unter richtet. Keine Verhandlungen! schäftigungsart und dauer ab 1. November eine Bulage bis zu 6 Proz. gezahlt wird. Das Gehaltsabkommen läuft bis zum 31. De gember 1929 und der Manteltarif bis zum 30. September 1930. Die Erklärungsfrist läuft am Dienstag, vormittags 10 Uhr, ab. Da die Berhandlungskommission der Spediteure trop der Aufforderung der Organisationsvertreter fid) jeber Stellungnahme zu dem Bergleichsvorschlag enthielten lehnte auch die zu Freitag abend nach dem„ Balais des Zentrums einberufene allgemeine Bersammlung der Speditionsangestellten eine endgültige Beschlußfaliung ab. OF verfammlungsvertreter für 1929 aufgestellt werden, ist es Bflicht aller Kollegen, pünktlich zu erscheinen. Bud druder! Wir veranstalten am Mittwoch, 7. November, 19 Uhr, eine Feftversammlung im Großen Saal des„ Gemertschaftshauses", Engelufer 24 bis 25, file. Neuausgelernte und Lehrlinge. Wir bitten alle Kollegen unsere Jung mannen auf diese Beranstaltung hinzuweisen. Der Lehrlingsausschus. Freie Gewerffchafts- Jugend Groß- Berlin Seute, Sonntag, ab 18 Uhr, folgende Veranstaltungen: Dittreis: Jugendheim Gunterstraße. Solemann fpright unb fingt nach Bunfh Erprobtes und Gelobtes." Süblreis: Jugendheim Tempelhof, Ger. maniaftr. 4-6, Ruffifcher Dichterabend. Nordkreis: Jugendheim Zehdenider Straße 24-25, Bruno Schönlant rezitiert: Dichter der Revolution". Sub freis: 10 Uhr Agitation in Tempelhof, und Neukölln, Morgen, Montag, folgende Beranstaltung: Südkreis: Kreisvorstandssigung im Simmer 72 ber Jugendzentrale, Engelüfer 24-25, Die Funktionäre werden erst am Montag die Belegschaften informieren und in der Funktionärtonferenz am gleichen Tage der Organisation die Stellungnahme der einzelnen Beleg schaften mitteilen. Um 21 1hr ist dann wieder im Balais des Bentrums" eine allgemeine Bersammlung der S ope Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten bitionsangestellten, in der die endgültigen Beschlüffe gefaßt werden. Sollte der Bergleichsvorschlag abgelehnt werden, fo Seute, Conntag, finden folgende Bezanstaltungen statt: Rorbbez rie: bilden, die aber nur über den Manteltarif einen Schiedsspruchheim des Oftens, Große Frankfurter Str. 16, Seimabend ab 18 Uhr. Jugendheim Turiner Ede Geestraße, ab 18 Uhr. Wir beteiligen uns muß der Schlichtungsausschuß eine ordnungsmäßige Rammer hier an den Beranstaltungen des Jugendamts Wedding. Oftbezirke: Jugend Best fällen, den Gehaltsschiedsspruch des Schlichters jedoch nicht ab- beziete: Jugendheim Lehrter Str. 18-19, ab 19 Uhr. Bon froher Fahrt. ändern tann. Was wir fahen und erlebten." Morgen, Montag, finden folgende Ber anstaltungen ftatt: Tegel- Reinidendorf: Jugendheim Reinidendorf.Oft, Line bauer Straße( Barade), Einführungsabend. Webbing: Jugendheim Turines Ede Geestraße, Seimbesprechung, anschließend lesen wir aus Sad Londons Werken. Lichtenberg: Jugendheim Gunterftr. 44, 3immer 3, Gruppen. besprechung. Norden: Jugendheim Kastanienallee 81, Heimbesprechung. Char. Urban: Jugendheim Sobrecht Ede Canderstraße, Bunter Abend, Lottenburg: Jugendheim Rosinenfte; 4, Heimabend, Tempelhof:: Jugendheim Germaniaftr. 4-6, Eingang Gößstraße, Gruppenbesprechung. Berbefferter Reichstarifvertrag. 3n der Rauch und Schnupftabatindustrie.. Der feit Wochen andauernde Tarife und Bohnstreit in der deutschen Rauch und Schnupftabatindustrie ist am Freitag in später Entgegen anderslautenden Zeitungsnachrichten ftellt WIB. Abendstunde in einer Verhandlung vor dem Reichsarbeitsministerium, Vorträge, Bereine und Versammlungen. durch Nachfrage bei allen in Frage kommenden Stellen der Unternehmer und Arbeiter fest, daß von direkten Verhandlungen im Eisenkonflikt nichts betannt ist. Ebenso wenig ist etwas davon bekannt, daß solche Verhandlungen angebahnt werden. Die Lage in den Randgebieten. Hagen, 3. November. Die zusammenfassend als Randgebiet der nordwestlichen Gruppe bezeichneten pier Tarifgebiete der Metallindustrie, Hagen- Schwelm, falen, find von den Aussperrungen in der nordwestlichen Gruppe nicht betroffen. Neben der gemeinschaftlich von allen drei Metall arbeiterverbänden ausgesprochenen Kündigung des Lohntarifs in Hagen- Schwelm sind von den vierzehn im Arnsberger Berbandsbezirk( Gebiet des märkischen Sauerlandes)-in Geltung be: findlichen Lohntarifen vier gekündigt worden, und zwar die für das Bolme- Tal, Letmathe, Menden und Schwerte. Im Tarifgebiet Des Arbeitgebervereins für das südöstliche Westfalen( Neheim Hüften, Meschede Brilon, Warstein) und im Tarifgebiet des Siegerländer Vereins für Gruben und Hütten, der auch ben Dillen burger Erzbergbau umfaßt, find Tariffündigungen bisher nicht erfolgt. Arnsberger Berbanbsbezirt, Siegen- Dillenburg und südöstliches Best die unter dem Vorsitz des Sonderschlichters Dr. Dobberstein ftattfand, zum Abschluß gebracht worden. Die Parteien schlossen einen neuen Reichsmantel- und einen Reichslohntarif ab. Danach wird die bisher zufäffige 54ftündige Wochenarbeitszeit auf 51 Stunden vertürzt. Der Höchstlohn wird nach 22 anstatt wie bisher nach 24 Jahren erreicht. Der tarifliche Stunden- und Affordlohn wird um durchschnittlich 8 Proz. erhöht. Gehaltsbewegung in der Zigarettenindustrie. 99 Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefältstelle: Berlin 8 14. Sebaftianfte, 87/88. Bot 2 Tr. Kreuzberg. Montag, 5. November. Jugend I, 20 Uhr Radioabend int Jugendheim Bordstr. 10-11. Dienstag, 6. Movember, berg. 20 Uhr gemeinsame Bersammlung der Büge 4, 5 und 6 bet Rabe, richte Webbing( Ortsverein). 19% Uhr Blodabenbe in ben belannten 2otalen. Areuzftrage 20. Bericht von der Bundesgeneralversammlung, Mittwoch, 7. Rp. vember. Prenzlauer Berg. 20 Uhr bei Burg, Brenzlauer Allee, ermeiterte Borstandssigung. Kreuzberg. 20 Uhr gemeinsame Bersammlung der Büge 1, 2 und im Schultheis( früher Tivoli), Lichterfelber Str. 10-11. Beridt va der Bundesgeneralversammlung. Zug 8, 20 Uhr Bersammlung bei Adem, Lübbener Str. 30. Wilmersdorf, 20 Uhr im Bittoriagarten, Wilhelursaue, Bersammlung mit Damen und Gästen. Lichtbildervortrag: Ram, Hugo Caha vom Deutschen Alpenverein über:„ Südtiroler Bergfahrten. Schöneweibe. Sohannisthal. Jungbanner, 19% Uhr Versammlung im Jugendheim Nieders Schon seit einigen Jahren besteht für die Angestellten der fchöneweide, Berliner Str. 31. Steglig( Ortsverein). Kameraden, bie bet ben Berliner Zigarettenindustrie weder ein Gehalts- noch ein Mantel Spielleuten mitwirken wollen, werben gebeten met forte Str. 46, 311 der Turnhalle Ringstraße oder bei Ram. Angermüller, Forster melden... tarif. Die natürliche Folge davon ist, daß die Gehälter und ArbeitsWintersport.Abteilung. Dienstag, 6. November. Beginn des G trodenturfus 19% Uhr in der Aula der Bittoriaschule, Steinmegftr. 79 Ede bedingungen von den einzelnen Firmenleitungen ganz willkürlich Kurfürstenstraße. Ericheinen aller gemeldeten Teilnehmer dringend erforderlich. festgesetzt werden. Unter diesen Umständen ist es auch nicht ver Lichtenberg( Ortsverein). Sonnabend, 24, November, Winterfest des Tam chen im allgemeinen um 50 bis 100 Broz. höhere Gehälter beziehen zaben mit Angehörigen find herzlichst eingeladen. wunderlich, daß die faufmännischen Angestellten anderer Bran- bourkorps bei Schonert, am Rummelsburger See, Ammaststr. 19. Alle Rame Lichtenberg, Rameradschaft als die Angestellten der Berliner Zigarettenindustrie. Die Arbeitsumflotten Fahnen, Trestow Ede Balbowallee, bei Rommel aur Beilegung des Karlshorst, Montag, 5. November, 1614 Uhr, antreten in Bundeskleidung mit bedingungen find in vielen Betrieben unter Richtbeachtung der Kameraden Fibr Rameradschaft Guftav Tempel. Montag, 5. Rovember, 20 Uhr, fämtliche Funktionäre bei Baul Werner, Wilhelmfte. 8. Ramerad. gefeßlichen Bestimmungen festgelegt, was insbesondere für die Beschaftsangelegenheiten und Abrechnung. Baffersportabteilung. Montag: grenzung. der Arbeitszeit, die Leistung und Bezahlung der Ueber5. November, 17 Uhr, Beerdigung des Rameraden Fibr auf bem Gemeinde stunden und die Kündigungsfristen gilt. Bon einer einheitlichen oder friedhof Karlshorst. Antreten 16 Uhr in blauem Anzug und blauer Wilge am Bahnhof Karlshorst. Schöneberg- Friebenau. Dienstag, 6. November, gar zeitgemäßen Urlaubsregelung ist überhaupt feine Spur vorSungbanner, 20 Uhr Versammlung im Jugendhelut Saustfte. 15. Tempelhof. monatelang als Aushilfskräfte beschäftigt. und Nachrichtendienst, Ma Li, Mariendorf, Chauffeeftr. 305. Tariffündigung in der Golinger Metallindustrie handen, Angestellte werden entgegen den gefeßlichen Bestimmungen Dienstag, 6 November, 20 Uhr, Sichthilbervortrag her modernen Beilungs. Opladen, 3. November. Die beteiligten Gewerkschaften( deutscher und christlicher Metallarbeiterverband) haben den Rah mentarif, der die Arbeitszeit regelt, fowie das ohnabtommen für die Metallinbuftrie des unteren Streifes Solingen zum 30. November 1928 gefündigt Die Forderungen der Gemartfchaften fallen in den nächsten Tagan überreicht werden. Bergleichsvorschlag im Speditionskonflikt. Im Gehalts. und Manteltariffonflitt der Berliner Spedi. tionsangeftellten war befanntlich am 25. Oftober vom Schlichter für Groß- Berlin ein Schiebsspruch gefällt worden, der eine Erhöhung der Gehälter ab 1. Oftober um 2 Broz. und ab 1. April bis 31. Dezember 1929 um weitere 2 Prog, porlab. Dieser Schiedsspruch war wegen seiner Unzulänglichkeit von den Spedi tionsangestellten einstimmig abgelehnt worden. Der Streit über den Mantellarif war vom Schlichter an den Schlichtungsausschu rüdermiefen worden, der sich damit am Freitag beschäftigte. Mach längeren ergebnistojen Verhandlungen wurde schließlich ein freiwilliges Schiebsgericht gebildet, bas aus pier Gewerkschaftsvertretern, vier Unternehmern und bem Gewerberat Körner als Borfigenden bestand. Es unterbreitete den Bartelen nach mehrstündigen Beratungen einen Bergleichsvoriolag, der im wesentlichen folgendes bejagt: Für die Angestellten, die nicht mittelbar oder unmittelbar in der Expedition beschäftigt find, endet die Arbeitszeit am Sonnabend um 2 Uhr anstatt mie bisher zum üblichen Arbeits fchluß. Die Urlaubsstaffelung wird so geändert, daß der Höchsturlaub por 18 Arbeitstagen nicht erst nach 13 Dienstjahren, fondern bereits nach 8 Dienstjahren gewährt merben muß. Um bier einmal zu versuchen, Wandel zu schaffen, hatte der Zentralverband der Angestellten zu Donnerstag abenb nach dem Balais des Zentrums" eine Versammlung aller Angestellten der Berliner Zigarettenindustrie einberufen, die einen außerordentlich starten Besuch aufmies. In dieser Berlammlung wurden über die tandalölen Gehalts und Arbeitsverhältnisse in vielen Betrieben Berichte gegeben, die man als unglaubwürdig hätte bezeichnen müssen, wenn ihre Richtigkeit nicht von vielen anderen Angestellten bestätigt worden wäre. Der Bertreter des 302. Genoffe Bade, versprach den Bersammelten, daß die Organisation alles versuchen wird, um diese Mißstände zu beseitigen. Achtung, SPD.- Metallarbeiter, 21. Bezir!! Donnerstag, 8. November, 16 Uhr, im Lokal Sachs( Schillerglode) Oberschöneweide, Schiller promenade 2, michtige Sufammenkunft aller SBD Metallarbeiter des Be girls 21. Bartelbuch und Mitgliedsbuch des DMB. find unbedingt mit. zubringen. Bollzähliges Erschienen erwartet ber saltionsvorstand. Achtung, AEG. Treptow! Dienstag, 16 Uhr, Lola Ritschte, Am Treptower Part 25, Frattionisversammlung AEG. Treptow, Sämtliche Barteigenellen und Genoffinnen müffen erfcheinen. Der Fraktionspartanb. Achtung, Eisenbahner! Dienstag, 19% Uhr, im Gewerkschaftshaus, Sigung aller im Cinheitsverband organisierten Varteigenoffen. Edges ordnung: Die Aufgaben unserer Partei in Gegenwart und gutunft. Bünktliches Erscheinen ist Pflicht. Der Borftand der Frattion trifft fich eine Stunde vorher, Partei- und Mitgliedsbuch legitimiert. Der Berbeausschuß der SPD.- Eisenbahner. Deutscher Bekleidungsarbeiter- Berband, Serren., Ruaben- und Burschen. onfettion, Sufchneider und Sufcneiberinnen. Branchenverfammlung am Diens Lehren der legien Lohnbewegung. Referent: Rollege B. Ploog. 2. Dis tag. 6. Stovember, 19% Uhr, in den Resibena- Westfalen, Landsberger Str. 31, fuffion und Berfchiebenes, Mitgliedsbug oder Mitgliebsfarte legitimiert. Branchenangehörige, die nicht Mitglieb find, tönnen eingeführt werden. Achtung! Für alle in der Zebertonfettion Beschäftigten Montag, 5. No. pember, 19 Uhr, Sebaftianftr. 87-38, Querg. pt., Bersammlung. Aussprache über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse in der Branche. Rege Beteiligung erforderlich, Die Filialleitung Der Gehaltsschiedsspruch Buchbender. Der 11, Bezit( Schicht, und Nachtarbeiter) hält heute 10 Uhr des Schlichters wird dahin abgeändert, baß je nach der Be Die Bellegung von Streitigkeiten aus dem Zarif und Arbeitsverhältnis mird nicht mehr einem Schiedsgericht, sondern dem Ar beitsgericht übertragen. im Rlubhause Ohmstraße 2 feine Monatsverfammlung ab. Da bie GeneralPhotogemeinschaft im Touristenverein Die Naturfreunbe". Sugenbheim Ebertnftr. 12. Montag, 5. November, Bortrag mit Lichtbildern: Berspettive, Brennweite, Bilbwinkel. Referent: Sert M. Schiel( Agfa). Gäste milltonner. Gemischter Choz Weißensee.( MDDASB.). Uebungsftunden jeben Dienstag non 20-22 1hr im neuen Soulgaboube bes Engeums, im Gesangssoal, Eine Bastelgenoffen um Unterftigung, inbent funferem Chor betteten nder thra gong Barffttake. Im Intereffe ber Arbeiterfingerbewegung bitten wir ple Frauen, Töchter und Söhne sich ihm zur Berfügung ftellen. Der Chor fre nur unseren Bartelveranstaltungen aur Berfügung. Der Goal ift gut scheiat Gäſte herzlich willkommen! Schugverband ber Schwerhörigen. Donnerstag,&. November, 20 hr, un Dresdener Garten, Dresdener G., Ronatsrefammlung, San.- Rat Dr. Sennhoff( pricht über:„ Gehötletben und Rurpfuschertum" e Schwerhörigen mit ihren Angehörigen und Freunden find eingelaben. Der elettrische Biel. härer ist aufgestellt. Eintritt frei. Freibenter- Boltshochschule, Berlin SB., Astanifches Gymnafium, Ballesche Straße 26, Dienstag, 6, November, 19 Uhr, Bertrag Dr. B. Krische: Neue Ergebniffe der biologischen und fulturellen Entwidlungslehre Reichsbunb ber Ariegsbeschädigten, Ar'easteilnehmer unb Briegerhinter bliebenen, Desirt Sentrum, Montag, 5. Rovember, findet in Rofenthalez Hof. Rofenthaler Str. 11-12, 20 Uhr, ble Manatsversammlung flatt Arbeiter Abstinenten.Bund, Gruppe Weften, Montag, 5. Rovember, 19% Uhr. im Jugenbheim Spreeftr. 59, am Wilhelmales in Charlottenburg, Sufamment funft. Tagesordning: Genoffe Sohetfel foricht über Trintfitten ber Böller. Société de Conversation Française. Montag 20 45, Café Burdhardt. BelleAlliance- Blak 4 Gäfte mitommen Eröffnung des ALA- Filmpalastes. W In Reinidendorf West, Scharnweberstraße 67. hot om geftrigen Freitag der ALA- Filmpalast feine Pforten geöffnet. Weithiri leuchten die farbigen Blinkfeuer ber Lichtretlome und der ganze Stadtteil, dessen Straßenzüge und Häuser hier immer geschmackvoll gebaute Haus faßt 750 Personen, bie hier bei be pärlicher werden, ist in ein feenhaftes Licht getaucht. Das hübsche, quemer Singelegenheit, von einem warm und traulich gebämpften Licht Beleuchtet, ein wahres Riefenprogramm von Bühnenschen und Filmen vorgesetzt erhalten. Die Szenerie rund um den Neubau. wirft fast wie eine gestellte Filmgegend. Ein mächtiger Hous abriß, Balken liegen treuz und quer, Schuttmaffen fürmen fich bod und der erste Gedanke des Beschauers ist: Was ist denn hier SNovemberkaufen! 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Der Kaufmann Majewski hatte eine „ Siedlungs, Spar- und Baugenossenschaft" gegründet, in der zahlreiche tleine Leute ihr mühsam erspartes Geld einbrachten, um bald eine Wohnung zu bekommen. Häuser wurden aber nicht gebaut, Majewifi veruntreute das Geld zufammen mit dem Architekten. Er erhielt drei Jahre Gefängnis und fünf Jahre Ehrverlust, der Architekt betam zehn Monate Gefängnis. Der Hausmakler wurde, da feine schlüssigen Beweise gegen ihn vorlagen, freigesprochen. Jetzt werden sich die Deffentlichkeit und Gerichte in Kürze mit einem neuen Bauskandal zu beschäftigen haben. Es handelt sich dieses Mal um die Baugenossenschaft Bauring e. G. m. b. H." Diese Genossenschaft", eine faule Gründung, hat städtische Gelder in erheblicher Höhe auf eine geradezu unerhörte Art für ihre Gonderinteressen vermandt. Sie hatte in der Stadt einen großen Baublod errichtet, dessen Wert im Sommer 1927 durch einen mit der lleberwachung des Baufortschrittes beauftragten Beamten der Stadt auf über 1 200 000 Mart geschätzt wurde. Eine später erfolgte nach prüfung der Schägung ergab jedoch, daß die genannte Summe um etwa 150 000 Mart zu hoch ge griffen war. Diesen Mehrbetrag hat der Bauring" auf folgende Beise verbraucht: Glatte 30 000 Mart hat der bisherige Ge= Ichäftsführer ohne Wissen und Genehmigung des Vorstandes und des Aufsichtsrates zunächst in seine Tasche fließen lassen. Nach träglich wurden ihm davon 15 000 Mart für seine Dienste zugeprochen; wegen des Restes läuft ein Verfahren bei der Staatsanwaltschaft. Weitere 34 000 Mart find dazu benutzt worden, ein bereits entstandenes Defizit an Wohnungs mieten für die großen und teueren Wohnungen der Genoffen schaft" abzudecken. Eine Summe von 40 000 Mart mußte dazu Lienen, die Grundstüde für einen weiteren Baublod, en man zu errichten beabsichtigte, a nzukaufen Bei dem Reftbetrag von 36 000 mart hat bisher nicht einwand frei feft gestellt werden können, mohin er geflossen ist. Neben den Berfehlungen des Geschäftsführers und der überaus leichtfinnigen Sirt, mit ber hier auch von den übrigen verantwortlichen Berfonen ber Genossenschaft mit öffentlichen Mitteln gearbeitet worden ist, wird zuerst von den zuständigen Stellen die Frage geflärt, inmiemeit das fädtische Bauamt die Grenzen seiner Verantwortlichkeit über chritten hat. Der Magistrat der Stadt hat inzwischen gegen en Bauring", der in Schwierigkeiten fam, das Kontursver fahren beantragt. Diesem Antrage ist stattgegeben worden. Der Geschäftsführer der Genossenschaft ist zusammen mit einem früheren ehrenamtlichen Senator der Stadt nody in eine weitere, mit einem Straßendurchbruch zusammen hängende dunkle Affäre vermidelt, die ebenfalls der Nachprüfung durch die städtischen Kollegien unterliegt noch Diese Borfommnisse lehren im Zusammenhang mit anderen Standalen auf dem Wohnungsbaumarkt eindringlich, daß die öffentlichen Stellen, von denen die Gelder der Allgemein heit vermaltet werden, insbesondere in diesem Falle die Bauänter, itporsichtig genug fein tönnen. Jene Bampire aber, bie aus berat des Bolles Börteile zichen, muß die ganze Strenge des Gefeßes treffen. Der Blinde in der Industrie. Den Sehenden, der sich von der Leistungsfähigkeit der Blinden gemeinhin nur schmer eine richtige Vorstellung machen fann, mird es in Erstaunen versehen, daß die Zusammenstellung der bisher auf gefundenen Arbeitsmöglichkeiten für Blinde 218 Arbeiten auf 21 Arbeitsgebieten der Industrie umfaßt! Während im Jahre 1921 nur 513 Blinde in den Bezirken von 21 Hauptfürsorgestellen als Induftriearbeiter beschäftigt waren, zählt eine Statistik vom Juli 1928 nicht weniger als 1762 im ganzen Reiche. Als neue Arbeiten für Blinde ergaben sich u. a.: das Abhorchen von Kugellagern, Ueberformen in der Porzellanfabrifation, Isolierung von Anferrahmen, Umfleben von Holzwälzchen und Füllen von Trodenfammern in der Textilindustrie. Die Berfuche blieben nicht auf Blinde beschränkt, die sonst als normal zu bezeichnen wären, sie wurden in einzelnen Fällen auch auf Blinde mit anderen Verlegungen ausgedehnt. Bewundernswerte Erfolge murden hier erzielt. Heimarbeit erscheint in solchen Fällen jedoch mehr angezeigt, fo Buchsen und Stanzen von Zeigern, Wiegen von Bestandteilen, Fertigen von Rundbürsten, Abgraten von Blechteilen, Fertigen von Stimmbälgen, Rollen von Stimmröhrchen( Spiel Chlorodont beettigt üblen Mundgeruch u. häglich gefärbten 3ahnbelag Landung in Staaken Montag 10 Uhr vormittags. Schneetreiben im Gefolge haben tann. Scheinbar wird aber die Wetterlage nicht so sein, daß die Fahrt verschoben werden muß. Nur für den Fall, daß der zu erwartende Nordostwind sich so ver stärkt, daß man das Schiff nicht aus der Halle befommen fann, müßte der Start des Luftschiffes verschoben werden. Nach den im Cauf des gestrigen Sonnabends zwischen, einem leichten Nordwind, der unter Umständen auch leichtere Dr. Edener und dem Leiter des Luftschiffhafens Staaten, Direttor Wehner, getroffenen Vereinbarungen soll der Aufstieg des Graf Jeppelin in Friedrichshafen in den Morgenfiunden des Montags fo zeitig erfolgen, daß das Luftschiff etma gegen 9 Uhr vormittags über Berlin eintreffen und hier in einer etwa einffündigen Kreuzfahrt den Berlinern, die nicht nach Staaten fahren föunen, gezeigt werden soll. Die Candung in Staaten soll dann um 10 Uhr erfolgen. Auf der Rüdfahrt von Berlin nach Friedrichshafen wird der Graf Zeppelin", wie jetzt bereits feststeht, in beschränkter Zahl, und zwar etwa bis zu 10 zahlende Paffagiere zu einem Fahrpreis von 1000 Mart mitnehmen. Die Abfahrt erfolgt am Dienstag in den frühen Morgenstunden. Die Flugroute. Zur Begrüßung des„ Graf Zeppelin entfendet die Deutsche Lufthansa am Montag ein Flugzeuggefchmaber, bas in Tempelhof starten und den Beppelin bei seiner Fahrt über die Reichshauptstadt begleiten wird. Am Montag vormittag werden fich Oberbürgermeister B5 B, Stadtverordnetenvorsteher a ß und Stadtrat Behneke mit Bertretern der städtischen Körperschaften nach Staaten begeben, um Dr. Edener, Luftschifführer Flemming und die Besagung des„ Graf Zeppelin im Namen der Stadt Berlin zu begrüßen. Nach dem Der Flug geht, wenn die Wetterverhältnisse meiter so günstig Empfang der Besatzung erfolgt die Einfahrt nach Berlin bleiben, über Ulm, Nürnberg, Hof, Blauen, 3midau, durch Staaten( Königstraße, Berliner Straße) Spandau( Kloster. Chemniz. Dresden und dann in gerader nördlicher Richtung straße, Potsdamer Straße, Martt, Charlottenbrüde, Grunewaldnach Berlin. Die Fahrtteilnehmerliste umfaßt im ganzen 25 Berstraße, Ruhlebener Straße), dann weiter Angerburger Allee, Heerfonen. Darunter befindet sich der Chefkonstrukteur Dr. Dürr, der straße, Bismarckstraße, Knie, Brandenburger Tor, Wilhelmstraße. Erbauer der Luftschiffmotoren Dr. Maybach, der Generaldirektor des Zeppelinbaues Kommerzienrat Dr. Colsmann, der Meteorologe des Luftschiffbaues Dr. Lemperts und die Tochter Dr. Edeners. Bon eingeladenen Gästen befinden sich u. a. der württem bergische Finanzminister Dr. Dehlinger sowie Regierungsrat Bieser, Ingenieur Schirlik von Zeiß und Stadtbaurat Adler- Berlin an Bord. Die Amerikanerin Frau Adams, die die Rückfahrt über den Atlantit nach Europa an Bord des Graf Zeppelin als einziger meiblicher Fahrgast mitgemacht hat, wird ebenfalls am Montag mit dem Luftschiff nach Berlin reisen. Für Montag früh mird ziemlich günstiges Better erwartet. Zurzeit liegt allerdings noch über Norddeutschland ein Tiefdrudgebiet, das aber bereits im Abflauen begriffen ist. Für Montag rechnet man mit warenindustrie), ferner viele Arbeiten aus der Uhrenindustrie. Diese werden besonders als ideale Beschäftigung Blinder angesehen, da fie nicht nur als Quantitäts, sondern auch als Qualitätsarbeit be. fonberen Wert für die Blinden befizen. Dieser Fortschritt ist nicht nur bem machsenden Berständnis und Entgegentommen der Arbeitgeber, ihrer Betriebsleiter und Wertmeister, somie den um das Wohl der Blingen bemühten Fürsorgestellen zu danfen; er märe undenkbar ohne die Willenstraft und die Ausdauer der Blinden, welche die ersten Bersuche machten, damit ihre Leistungsfähigkeit bewiesen und ihren Schicksalsgenossen den Mut gaben, ein Gleiches zu wagen. Nichts ist geeigneter, das Selbstvertrauen des Blinden zu heben, als der geglückte Versuch der Aufnahme einer für ihn passenden Arbeit, durch die er Berte schafft, die auch feinem Arbeit geber das Bertrauen, bas er in die Leistungsfähigkeit des Blinden Jetzte und das Wohlwollen lohnen, das immerhin als Voraussetzung für die Einstellung eines Blinden angesehen werden darf. -OW Unter den rund 35 000 deutschen Blinden sind sehr viele, die zur Arbeit befähigt find, fie aber noch entbehren. 10 Jahre Deutsche Republik! Am Donnerstag, dem 8. November, 20 11hr, neranstaltet das Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold aus Anlaß der zehn jährigen Biederkehr der Geburtsstunde der Republik eine Kundgebung auf dem Gendarmenmartt. Die Rundgebung wird durch Musikvorträge und Rezitationen eröffnet. Sodann sprechen als Bertreter der drei republikanischen Parteien Reftor Keller mann, Reichstagsabgeordneter Chefredakteur Georg Bernhard und Reichstagsabgeordneten Franz Künstler. und Reichstagsabgeordneten Franz Künstler. Da eine außer ordentlich starke Beteiligung an dieser Veranstaltung erwartet wird, werden die Borträge und Reden durch Lautsprecher übertragen. Sechs neue Behelfsschwimmhallen in Berlin. Oberbürgermeister Dr. Böß bittet in einem furzen Aufruf die Berliner Bürgerschaft, aus Anlaß des Besuches des Luftfchiffes Graf 3eppelin" zu flaggen. Die Nachricht, daß der Unterricht in den Berliner Schulen am Montag anläßlich der Ankunft des Zeppelin- Luftschiffes ausfällt, ist unrichtig. Da es sich für die Mehrzahl der Schulkinder nur darum handeln kann, das Luftschiff im Fluge zu fehen, wäre der Schulschluß unnük. Anläßlich der Zeppelin"-Ankunft in Staaten führt die Abo ag am Montag früh ab 7 Uhr Dauervertehr ab Bahnhof 300 und ab Bichelsdorf zum Flugplas Staaten. Fahrpreis ab Bahnhof 300 für Gesellschaftsmagen 1,50 M. pro Fahrt, für Omnibusfe 80 Bf., ab Bichelsdorf 50 f. durch vereinfachte Zweckbauten dem dringenden Bedürfnis nach Schwimmhallen abzuhelfen. Auf diese Weise werden in den Be zirfen Brenzlauer Berg, Schöneberg, Wilmersdorf, Beißensee, Bantom und Reinickendorf derartige vereinfachte Schmimmanstalten entstehen. Eifersuchtsattentat im Konzertsaal. Wien, 3. November. Während der Pause eines Konzerts des Violinvirtuofen Basa Prihoda gab heute abend der Rittmeister a. D. Felig Gartner. auf eine junge Dame drei Schüsse ab, die diese an Kopf und Hals trafen und ihren sofortigen Tod herbeiführten. Der Besucher he mächtigte fich beim Krachen der Schüßße große Erregung und nur dem Konzertdirettor gelang es, das Publikum durch laute Zurufe zu beruhigen. Der Täter bezeichnete die Dame, eine junge Türkin, als feine Braut und gab als Bemeggrund zur Tat Eifers sucht an, da ihn seine Braut hintergangen habe. Nach seiner Aus= fage brady: der Täter schluchzend zusammen. Deutsche Hochschule für Politik Winter 1928/29. Hochschulinstitut in Deutschland, an dem begabte Menschen, Die Deutsche Hochschule für Politik vielleicht das einzige die nur die Bolfsschule besucht haben, neben Abiturienten, auch neben Universitätsabsolventen studieren bietet uns in diesem Semester Veranstaltungen, die über den Kreis ihrer eigentlichen Studierenden hinaus Interesse beanspruchen. Dr. Albert Salomon, der an der Freien Sozialistischen Hochschule die deutsche Reichsverfassung behandelt, lieft über vergleichende Berfaffungstunde( Montags 19-21 Uhr). Dr. Richmand Lennor behandelt die Weltpolitit in der Nachkriegszeit ( Mittwochs 17-19 Uhr); Profeffor Dr. Peters die Verwaltung in Aufbau und Arbeit( vierzehntägig, Donnerstags 19-21 Uhr); Dr. Arnold Wolfers hält eine melt politische Jnformationsstunde ab( Freitags 19-20 11hr). Das heutige Frankreich behandelt Dr. Rohden( Sonnabends 16 bis 18 Uhr), Rusland Geheimrat Cleinom( Sonnabends 18 bis 20 Uhr) und Italien Brofessor Dr. Heller( Mittwochs 17 bis Das Städtische Hauptgefundheitsamt Berlin be absichtigt, an Stelle des Kostenaufwandes von 3 Millionen für eine große Boltsbadeanstalt und Schwimmhalle in der bisherigen Ausstattung etwa sechs Behelfsschmimmhallen für die Dauer von 15 Jahren zu schaffen. Durch diefes verbilligte Schwimmhallenprogramm des Magistrats der Stadt Berlin foll zunächst einer Juwelen- Belmonte kenger St 97-Uhren Reihe von Verwaltungsbezirken die Möglichkeit gegeben werden, Silberwaren. Größte Auswahl. Höchste Qualität. Billigste Preise. 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Fortgefchrittene finner fd en ben Uebungen ge ben Grundfragen des Kapitalismus und des Imperialismus beteiligen, die Profeffor von Schulze Gävernig in der Akademischen Abteilung( Sonnabends 19-20% Uhr) abhält; allgemeinstem Intereffe mird seine Vorlesung über Englands Innenpolitit, Wirtschaftsund Sozialpolitik( Dienstags 17-19 Uhr) begegnen. Ein mar riftischer Arbeitskreis behandelt Die Grundprobleme des historischen Materialismus". Borlesungsverzeichnis und Näheres im Sekretariat, Schinkelplatz 6. Aus den Harzbergen. Allerlei historische Romantit birgt unser Harzgebiet Roßtrappe und Herentangplay, diese beiden mit am meisten besuchten Pläge im Harz, find vorzeitliche Boltsburgen und Heilig tümer. An beiden fann man heute noch die gesamte Wallanlage jehen mit Vorburgen und Riegelmällen. Funde ber Stein, Bronze und Eisenzeit, die innerhalb der Umwallungen gemacht worden find, stehen im Rathaus zu Thale. Auf der Roßtrappe tann man noch beobachten, daß hier ein bedeutendes Heiligtum gewefen ist und auf dem Hexentanzplatz wurde 1901 ein alter Opferstein ausgegraben, der in der Borhalle der Walpurgishalle Aufstellung gefunden hat. Opferschalen und Runen fennzeichnen ihn. In verschiedenen Höhlen des Harzgebietes fund schon in früheren Jahr hunderten reiche Knochenfunde gemacht morden, die durch die Misjenschaft besonders als vom Höhlenbär stammend erkannt wurden. Der Vollsmund hat sie zu Gebeinen des lagenhaften Einhornes gemacht unb fie wurden als Arzneimittel fehr begehrt. In der Einhornhöhle find die Funde durch Birchom besonders untersucht worden. Es hat sich dabei herausgestellt, daß die Höhle schon in der jüngeren Steinzeit berugt worden ist. Feuerstellen mit Resten Don tunstvoll aufgeschlagenen Bärentnochen und Feuersteinmesser haben deutlich Zeugnis hier eingenommener Mahlzeiten gegeben. Auch in der Rübeländer Hermannshöhle find vereinzelte Funde Don, Feuersteinmertzeugen gemacht worden, doch ist dort eher an zunehmen, daß diese vielleicht von Tieren hinein verschleppt murden, denen diese Waffen in Wunden saßen. Revision im Spriiweber Prozeß. Der von der Straffammer des Landgerichts III unter Embe ziehung der Strafe pon einem Jahr neun Monaten Gefängnis im ersten Spritmeber- Brozeß zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren Gefängnis verurteilte Kaufmann Hermann Weber hat durch Rechtsanwalt Friz Kalischer Revision beim Reichsgericht angemeldet. Die Revision erstreckt sich jedoch mur auf die gegen Hermann Weber in dem zweiten Spritprozeß ertannte Zufagftrafe von drei Monaten, da das Urteil des ersten Prozesses durch das Landgericht I bereits im Juli durch die Zurück nahme der Berufung des Angeklagten rechtsträftig gemorden ist. Hermann Beber hat aus beiden Urteilen nur noch knapp 6 Monate Strafe zu verbüßen. Der Deutsche Republikanische Reichsbund hält seine diesjährige her bft tagung am 24. und 25. November im Saal des Demofratischen Klubhauses in Berlin ab. Während die Verhandlungen des 24. November internen Organisationsfragen gewidmet fein werden, stehen die Beratungen am Sonntag unter dem Zeichen ber politischen Fragen. Die Berhandlungen werden mit einer Anbann ein Bericht über den Stand der Einheitsstaat bewe sprache des Reichstagspräsidenten 2öbe eröffnet werden. Es folgt gung, außerdem find Referate vorgesehen über Wahlsystem und Barlamentarismus( Referent: Oberbürgermeister Dr. Luppe Nürnberg) und über linjere Forderungen an den heutigen Staat"( Referent: Ministerialdirektor z. D. Dr. Spieder). Wetterbericht der öffentlichen Wellerdienfiftelle Berlin und Umgegend ( Machbr. verb.). Kortbestand bes heiteren, ziemlich milden Wetters, ohne Niederschläge. Für Deutschland: Im Westen und Süden woltig, in Mittelund Südostdeutschland vielfach Morgennebel, tagsüber heiter, in Ditpreußen veränderlich. Sport. Rennen zu Karlshorff am Sonnabend, dem 3. November. 1. Rennen. 1. Michel( Rittm. Henne), 2. Intrigue( v. Biegeleben 3. Baldmadel( Miele). Toto: 56: 10. Blag: 122, 36, 28: 10. liefen: Christine, Bilddieb, Odenwald, Czaslau, Pisa, Freia, Mpenrose Berajunge. Ferne 2. Rennen. 1. Formosus( Beiß). 2. Lafl( Shar), 3. Lebensm ( Mertel). Zoto: 14:10. Blag: 11, 12, 15: 10. Ferner liefen: Graziel Robredner, Laetitia, Anika. 3. Rennen 1.+ Greif( Schniker). Koto: 8:10. Blak: 12:10 1.+ Birant( b. Borde). Soto: 16:10. Blab: 17: 10. 3. Bimouloug ( b. Go). Zotes Rennen. Ferner lief: Bummler. Dir. 4. A 121 913 5. R fit G Ferne 4. Rennen. 1. Arautjunler( Stutulies), 2. Beluga( Bismar 8. Trutig( W. Schmidt). Zoto: 56: 10 Blaz: 26, 19, 37: 10. liefen: Mariza grobna, Urber, Thermidor, Siga, Certofina, Marcion Rotenstein, Bildfang, Der Zukünftige. St 9. Ar Tat ba be ac 5. Rennen 1. Bandola( b. Borde), 2. Muskateller( b. Reibnit 3. Dorn II( b. Metsch). Zoto: 30: 10. Blat: 16, 17: 10. Ferner liefen Immelmann, Daubenton, Sturmnacht 6. Rennen. 1. Gawan( Haufer), 2. Seeschtalbe( b. Göt), 3. Brell 99 ftein( Derschug). Toto: 76: 10. Blag: 80, 21: 10. Ferner liefen 9. S Honoria, Anton. 10 7. Rennen. 1. Genius( Einfinger), 2. Saute( b. Borde), 3. Mohren le glad( Echnißer). 11. A Zoto: 45 10. Blaz: 18, 17, 20: 10. Ferner liefen Stutas, Beleda, Lelles, geländer, Graphit, Venus IV, Antin. 8. ennen. 1. Abteilung: 1. Berena( Bachmeier), 2. Dindling ( Grabsch), 3. Gafper( Höllein). Zoto: 46: 10. Blaz: 19, 26, 35: 10 Ferner liefen: Rohrpost, Electrola, Balall. Stanzler, Wiesbaden, Sturz 2. Abteilung: 1. Polydor( Kreuz), 2. Elias( Grabl schluß, Soda. 3. Jrmingard( Ludwig). Foto: 60 10. Blaz: 25, 34, 45: 10. Ferne liefen: Angelus, Comptendorf, Don José, Drut, Midgard, Norjan Iller, Funter. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag. 4. November: 8-55: Stundenglockenspiel der Potsdamer Gamisonkirche 9: Margenfeier. 11.00: Vormittagskonzert. 14.30: Für den Landwirt. 15.30: Verkehrswachtstande für die Jugend. 16: Die Siebeniahrhundertfeier der mecklenburgischen Stadt Güstrow. 16-30: Unterhaltungsmusik. 19: Das Weltbild der Edda. 19.30: Die Bedeutung des Sudetendeutschtums für das Reich. 20: Abendunterhaltung 21: Kunterbunt aus Sachsen, 21.30: Konzert für Horn and Orchester. Danach: Tanzmusik. 15.30: Der Arzt als Erzieher in Schule nad Haus. 16s Der Starnhimmel im Monat November, 16.30; Künstlernachwuchs. Konzert. 17.30: Novellen. 18.30: Englisch für Anfänger. 19: Wie wir wachsen. 19.25: Das Verhältnis von Lelb and Seele. 20.30: Uebertragung Staatsoper Unter den Linden: ,, Dic Walküre" von Richard Wagner. Anschließend: Tanzmusik. Es ist mur menigen Harzwanderern befannt, daß auch im Sarz noch ganze Striche urwaldähnlichen Waldes stehen. Abgesehen von den über dreihundertjährigen Fichtenriesen zwischen Hobegeiß und 3orge hat besonders das Gebiet um Broden, Königsberg und Heinrichshöhe vollfommen urwüchsige Wälder, soge nannten Bientermold, ber bis zur Burmbergruppe, Rehbergfuppe Montag, 5. November: und zum Ader und Bruchberg sich bis auf geringe Unterbrechungen fortsetzt. Bemerkenswert ist auch die Flora der oberen Harzgebiete, die durch die niebrige mittlere Jahrestemperahur, die zum Teil unter der des größten Teiles von Norddeutschland liegt, bedingt ist und ihren Ausdrud teilweise schon durch die ausgedehnten Hod moorfiächen hat; auch tritt ausgesprochene fubalpine Bergheide auf. Die Brockenfuppe ist wie eine Insel arftisch- alpiner Inpen, unter benen große botanische Seltenheiten vorkommen. Auf den Gürteln des Harzes, besonders auf den Gips und Ralfbergen, lebt eine ganz besondere Bilanzenwelt, die ausgesprochene pontische aber Steppenflora ift. So fommt hier besonders ein Gras vor, das fid) erst mieber in der ungarischen Steppe findet. Der Brodeu ist erft perhältnismäßig spät in den Ruf eines Herentangplages ge tommen. 1589 findet sich die erste Meldung, daß gegen 8000 alte und junge Beiber oben zusammengekommen seien. Unter den Handelsobjetten, die aus den Harzer Landen hinausgehen, erfreuen sich die Harzer Roller eines ganz besonderen Rufes. In früheren Zeiten züchtete man im Südharz Weinbergschneden, die zur Leipziger Messe gebracht murden. Im Hars befindet sich ciner der ältesten Stauteiche, bie überhaupt befannt sind, ber mitts Tere Pfauenteich bei Clausthal, ber 1268 von Mönchen angelegt murde, um dem Bergbau das nötige Waffer zuführen zu können. Auch der Dderteich im Oberharz murbe erst 1713 angelegt, un für den Andreasberger Bergbau das Wasser herbeizufühen. Der Katteenfimmel. N Es geht nichts über die Liebe des echten Großstodimenschen zur Natur. Man schwärmt für Blumen und verbessert die Naturfarbe von Tulpen und Flieder durch Anilintunten. Man phantasiert von der„ Blume, die mich schmüdt", und stedt einen Tuff fünftlicher Blumen an, von so unnatürlicher Größe, daß das Tote dieses Florafindes auf Straßenbreite sichtbar ist. Aber jekt hat man den Gipfel diefer Unfultur erreicht, indem man tünstliche Rotteen fabriziert und als Zimmerichmud feilbietet. Der Rattus jot zunt Herrenzimmer passen in feinem ftachligen Charafier nielleicht den mürtisch frittlichen Geist des gehegten Faustyrannen fymbolisieren. Benigstens war auf einer Blumenausstellung diefes Sommers ein Herrenzimmer mit dem Schmud ganzer Batterien der stacheligen Ungetüme geschmückt. Die Herstellung der fünft lichen Rafteen enthebt nun die Hausfrau jeglicher Sorge um das Wohlergehen dieser Lieblinge der Neuzeitman hat nur aufzu paffen, daß die Papiergebilbe nicht vom Wasser getroffen oder gar als Ablagerungsstätte brennender Zigarren benugt werden. Der staubfangende Malartstrauß ist seinerzeit von dem verdienten Kunstgelehrten Lichtmarf erledigt worden- hoffentlich wird diesen papiernen Berirrungen der Naturschwärmerei von einer gleich autoritativen Seite ein Ende bereitet. Die Stadtverordneten haben ihre Sigung in dieser Woche am Donnerstag um 16% Uhr. Tod eines Parteiveteranen. Wieder ist einer der Weltesten, die fchon unter dem Sozialistengesets für bie Arbeiterffaffe fämpften, von uns gegangen. Unser Genoffe Wilhelm Richter, der zur 39. Abteilung gehörte und Schöneberger Straße 8 mohnte, ist im 79. Lebensjahre nach furzem Krantenlager gestorben. Noch am 21. Oftober nahm er als einer ber Kämpfer aus der Zeit des Sozialistengefeßes an der großen Parteifundgebung im Lustgarten teil. Ehre seinem Andenken! Das Jeff der Silbernen Hochzeit feierte am Sonnabend der Borwäris- Erpedient in Wilbau Genosse Rudolf Lettom und seine Frau Almine im Streis zahlreicher Freunde und Gratulanten. Dienstag. 6. November: 12.30: Die Viertelstande für den Landwirt. 15.30: Vom Kleistpreis. 16: Stande mit Büchern. 16.30: Unterhaltungsmusik. 18.30: Mineralische Robwaren. 19: Verbrechen and Schicksal. 19.30: Fragen der neuzeitlichen Vererbungslehre. 20; Abendunterhaltung 21: Musik der Gegenwart. 21.30: Die Bodelschwingh- Schule. Mittwoch, 7. November: 15.30: 11: Versteigerung namhafter anständischer Museumskunstwerke, Klub- und Vereinswesen im Leben des Jugendlichen. 16: Schlanke Linie und kranker Magan. 16.30: Jugendbübne. 18.30: Rundschau für Blumen- und Gartenfreande. 19: August Borsig. 19.30: Sozialpolitische Umschau. 20: Abendunterhaltung. 21: Streichquartett. 21.50: Der Journalist spricht... Danach Tanzmusik. Donnerstag, 8. November: 11: Eröffnung der Internationales Automobil- und Motorrad- Ausstellung 1928. 12.30: Die Viertelstande für den Landwirt. 15.30: Dar Babakannte Schillerunkwinkel. In regelmäßigen Abständen stampft die Maschine. Bier Matrofen fiken im Bangerturm eines Kriegsschiffs und erwarten Die Schlacht. Man philosophiert, rührt in den Gesprächen an die ewigen Dinge, mill zur Rebellion putschen und erlebt alle Stodien bleicher Angst und des Pflichtbewußtseins. Reinhard Goerings Seefchlacht ist eine Dichtung von meitefter feelischer Spannweite und es bleibt ein Berdienst bes Rundfunts, daß er das Drama einer unverbienten Bergessenheit entriß. Der Schauplas wechselt nicht und schon barum eignet sidh bas ert für die lebertragung. 20freb Braun tongentriert has Geschehen von sieben auf vier Denschen, er schafft dadurch für den Hörer von vornherein mehr Klarheit in der Stimmführung. Braun stellt aber zuerst feine Bühne ftöhnen und jammern mit fdweren Bausen zwischen den Regie auf zu breite Grumblage. Er läßt realistisch wie auf der Morten und stellenweise mit hohlem Pathos sprechen. Sehr gut übrigens die afuftische Untermarg der Seeschlacht und Günther Hadants pathoslofe stahlharte Darstellung. Und noch eine prinzipielle Bemertung. Die Sendung hätte an einem anderen Tage stattfinden fönnen, ber Sonnabenbabend sollte heiteren Sachen vorbehalten sein Eine Enttäuschung bilben bie feinen humoristischen Stizzen, bie ber Kabarettist Baul Nicolaus nadmittags por trägt. Er ist auch vor dem Mitrophon ein glänzender Blauberer, der ohne Haschen nach Effetten und ohne Magchen mit einem beiimmerhin mitig und grotest gehalten, find im Grunde zu belanglos nahe fachlichen Humor spricht. Doch die selbstverfaßten Stiggen, und schon bagewesen. So originell und impulfio Nicolaus als improvisierender Conférencier ist, so blaß bleibt es, was er hier als Proben feiner schriftstellerischen Tätigkeit bietet. Armin T. Begener spricht über Tiflis und den Kaukasus. Er gestaltet in erster Beziehung ein persönliches Erlebnis. Er liebt feine photographisch treue Beschreibung, sondern die Farbe und das Aroma von Landschaft, Menschen und ihren Beziehungen. Er umspielt das Thema, geht ins Soziale, entwirft Bilder von zwingender Plastit aus dem arbeitenden Kaukasus. Und er ist ein Künstler, der in nervös vibrierender Sprache dem Hörer das Erlebnis zu fuggerieren versteht. F. S. C1 G 13. 19 de re let be 16: Das alte deutsche Handwerk der Glasbläser. 16.30: Konzert 17.30: WI helm Busch. 18.30: Die Leichtmetalle. 19: Bilder aus der deutschen Verganger 15, g heft. 19.30: Orientalische Hauptstädte. S 20: Sendespiele:„ Eine Ballnacht" Operette von Oscar Strauß. Danach Tanzmusik. Freitag, 9. November: 15.30: Komödien und Tragödien der Ehe. 16: Menschliche Hilfsbereitschaft 16.30: Aus..Boetius von Orlamtinde". 17: Unterhaltungsmusik. 18.30: Spa nischer Vortrag. 19: Der Luftverkehr. 19.30: Neue Entwicklungstendenzen in Wirtschaft und Gesellschaft. 20: Zum 9. November. 21: Volkstümliches Orchesterkonzert. Sonnabend, 10. November: 11.15: Zum 100. Todestage Albrecht Thaars. 18.30: Die Verwendung vo Drogen zur Bekämpfung gesundheitsschädlicher Tiere. 16: Medizinisch- hygie nische Plauderei. 16.30: Josef Schwarz auf Grammophon- Platten. Anschließend Unterhaltungsmusik. 18.30; Landschaft und Städte im Kaukasus. 19: Legende und Wirklichkeit in der Geschichte des lapanischen Kaisertums. 20: Uebertra gang Hochschule für Musik: Missa symphonica". Danach Tanzmusik. Königswusterhausen. Sonntag, 4. November: Ab 8.55: Uebertragung aus Berlin. 18: Zam Gedächtnis Theodor Mommsens 18.30: Der Mimus als woltgeschichtliche Erscheinung 19: Dr. Collin Ros vo seinen Reisen. Ab 20: Uabertragung aus Berlin, Montag, 5. November: 16: Englisch( kulturkundlich- literarische Stunde). 16.30; Uebertragung an Berlin. 17.30: Die Nachbilder und ihre Bedeutung 18: Bücherstande. 18.30: Englisch für Anfänger. 18.5: Beurteilung und Bewertung von Silofutter. 19.20 Werkmeisterlehrgang für Facharbeiter. Ab 20: Uebertragung aus Berlin. Dienstag, 6. November: 16: Das dramatische Loben klassischer Bühnenwerke. 16.30: Uebertragun aus Leipzig. 17.30: Der Rundfunk, seine Aufgaben, Ziele und Möglichkeite 18: Gegenwartsdichtung der deutschen Stämme. 18.30: Französisch für A fänger. 18.55: Entstehung und Geschichte des modernen Bürgertams. 19.20: Von Bismarck bis zum Weltkriege. 20: Der deutsche Osten. 20.30: Die Hand schrift im Spiegel des Charakters. Ab 21: Uebertragung aus Breslau, A schließend Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, 7. November: 1:00 16: Julius Caesar im Unterricht. 16.30: Uebertragung aus Hamburg. 17.30 Entschädigengsfragen der Auslandsdeutschen. 18: Der unbekannte Schabert 18.30: Franzosisch für Fortgeschrittene. 18.55: Werkmeisterlehrgang für Fach arbelter. 19-20: Einführung in das Verstehen von Musik. Ab 20: Uebertragun aus Berlin, Donnerstag,& November: 16: Aus der Praxis des Gesamtunterrichts auf der Oberstafa 16.30: Ueber tregung ans Berlin. 17.30: Die Kulturlandschaft der Nordmark. 18: Einführan in die moderne Musik. 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55: Das Molke reibas- und Maschinenwesen. 19.20: Kartothek and Statistik in der kaufmän nischen Unternehmung. Ab 20: Uebertragung aus Berlin. Freitag, 9. November: 16: Aus der Práxis des Gesamtonterrichts auf der Oberstufe. 16.30: Ueber tragung aus Leipzig. 17.30: Arbeiterbildung und Gewerkschaften. 18: Der sh bekannte Schubert. 18.30: Englisch für Fortgeschrittene, 18.55: Werkmeister Johrgang für Facharbeiter. 19.20: Wissenschaftlicher Vortrag für Zahnärzte 20: Sinfoniekonzert. Anschließend Uebertragung aus BerlinSonnabend, 10. November: 16: Kurzschriftdiktate. 16.30: Uebertragung ans Hamburg. 17.30: Staat und Gemeinde 18: Dialog mit einom Elektrizitätsarbeiter. 18.30; Spanisch für A fänger. 1835: Die russische Welt. 19.20: Die Entstehung der Dame AB 20: Uebertragung aus Berlin. Auch zum Winter.... große Auswahl. beste Qualitäten. billigste Preise!! M Freitas STOFFE Molkenmarkt N: 14 h 17. h 18. It fel 10. 12. e 12. 【 拉 乳 29. 36. 102. 11 24.9 30. $ 1. Feftia Erzie AUSVERKAUF DIE PREISE SIND ENORM HERABGESETZT Gr. Posten einfarb. Selde u. Samt, Crêpe de Chine, Georgette, Crêpe Satin, Marocain, Veloutine, Seldene Mantelstoffe Crêpe de Chine Gold- und Silberneue Druckmuster früh. bis M. 12.- jetzt 5.50 Brokate früh. bis M. 24.- jetzt .80 Damenstrümpfe solide Kunstseiden- Qual.. früher M. 3.95.. Jetzt 2.50 SEIDENHAUS HUNNIUS LEIPZIGERSTR.123a IM 1.STOCK BIS ZU 50% UND DARUNTER ien ofc ch பன் 10 ar che ion fem rell cen en Pr. 523 45. Jahrgang 5. Beilage des Vorwärts Groß- Berliner Parteinachrichten. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Montag, 5. November, 19 Uhr, Sigung des Etweiterten Streisvorstandes bei Alug, Danziger Str. 71. Resultate von der Werbewoche find mitzubringen. 5. Recis Friedrichshain. Dienstag, 6. November, 19 Uhr, Kreisverstandsfikung mit fämtlichen Abteilungsleitern in den„ Comeniusfälen", temeler Straße 67. Mittwoch, 7. Sesember, 18 Uhr, Bezirksversammlung im Rathaus, Stadtverordneten Sigungsfaal. Cinlaßtarien ab 18 Uhr beim Gen Fischer, Eing. Spardoner Straße. Regen Befuch erwartet die Graftion. 9. Kreis Wilmersdorf. Mentas, 5. November, 19% Uhz, Beamtenverfamm lung bei Rauen, feisburger Str. 55, Ede Günkelftcake( Stäbe Untergrunb bahnhof Fehrbekiner Biak). Referent Thesbar Rakur, Borstendsmitglied bes gemeinen Deutschen Beamteubundes, spricht über: Stand bez neuacitlichen Beamtengesekgebung und die Farberungen der Beamten an ben Reichstan." Alle Barteigenoffen müßen erscheinen. fem 9. Kreis Bilmersdorf. Dienstag, 6. November, 20 Uhr, bei Schramm, Sohenzollerndamm 2, Sikung des Erweiterten Rreisverstandes. Alle Abteilungs. letter müffen anwesend sein. 11. Areis Echöneberg. Der Vortrag des Gen. Dr. Denede fällt am Montag as und findet am 12. Rovember um 20 Uhr bei Bin, Martin- LutherStraße 69, statt. Dienstag, 6. Revember, 20 Uhr, Giune der Zeitungstommiffion in der Spedition, Belziger Str. 27. Alle Mitglieder der Rommiffion müffen bestimmt anwesend sein. 13. Areis Tempelhof. Montag, 5. November, 19% Uhr, im Lokal Aur Binde", Tempelhof, Friedrich- Karl- Strane, Ede Werberitraße. Rreisvorstandsügung. Mittwood), 7. Sesember, 19% Uhr, im Sefenesiaal ber Gemeinbeschule ( Barade) in Marienberi, Ringleage, reisselegiertenverfammlung mit Den Funktionären. Bortrag:„ Gezialdemokratie und Behessoblem. Refe rentin Mathilde Murm, M. b. R. Erscheinen unbedingt erforderlich. fing 10 1r3 bl 110 aft pa in hes FOR pieend ide fa115. C 1715 30: 20: כה 20: d rt. h e & I 14. Kreis Neukölln. Dienstag, 6. November, 19% Uhr, im 2okal Bereichlokköhe", Rarlsgartenstr. 6-11, Kreismitgliederversammlung. Bortrag: Sezialbemokratie und Bebeproblem." Referent Franz Rünft lez, M. b. R. Sämtliche Genoffinnen und Genoffen des Kreises müßen bestimmt erscheinen. 15. Areis Röpenid. Montag, 5. November, 19% Uhr, Kreisvorstandsfißung in Ripenid an der bekannten Stelle. Tagesordnung:„ Kommunale Angelegen. heiten." 17. Kreis Lichtenberg. Mittwoch, 7. November, 19% Uhr, Rreisvorstandssikung bet Albrecht, Borhacener Str. 62. 18. Recis Meißensee. Dienstes, 6. November, 20 Uhr, bei Gallas, Rzeis. funktionärverfammlung. Erscheinen unbedingt erforderlich. Die Funitie näre der 125, Abteilung werden erfuht, fämtliche Renaufnahmen, soweit dieselben noch nicht abgegeben sind, mitzubringen. Heute, Sonntag, 4. November: 4. Abt. Jubilarfcier im Saal bes Gewerkschaftsbauses, Engelufer Mr. 24/25. Kammermufit, Rezitationen: Bolff Truk vom Staatstheater, Boltsliederquartett, cftrede: Otto Meier, M. b. 2. Eintritt einschl Tauz 1 M. Gaaleröffnung 16 Uhr, Begian 17 Uhr. Anfließend ge felliges Beifammensein. Ade Gensfünnen unb Genosen, Freunde, Gympathiserende und„ Borwärts" Leser find heralishit eingeladen. 10. Abt. Aching! Bezirksführer, die noch nicht im Besik von Eintrittskarten für den 9. November find, haben dieselben umgehend vom Genoffen Reichert abzuholen. 12. Abt. Achtung, Bezirksführer!„ Unser Weg" tann sofort vom Genoffen Benzel, Wiclefit. 29, abgeholt werden. Karien zur Revolutionsfeier fönnen ebenfalls heute, Sonntag, von 9 bis 13 Uhr durch die Bezirksführer und Mitglieder abgeholt werden, ab Montag von 17 bis 19 Uhr. Morgen, Montag, 5. November: 4. Abt. 191 Uhr bei Brandis, Stralauer Str. 10, Funktionärfikung. 12. Abt. 19 Uhr bei Schmidt, Bielefftr. 17, unttionärügung. 24. Abt. 20 Uhr bei Reche. Meker Str. 26, Funktionärfikung. Erscheinen in Pflicht. 36. Mat. Charlottenburg. 20 Uhr Funktionärfikung bei Lierich, Kantstr. 62. 102. Abt Baumschulenweg. 19% Uhr im gofal von has außerordentliche Funktio närigung mit allen Mitarbeitern der Werbewoche. Die Bezirksführer wolien Resultate der Neuwerbung am Montag mitbringen! Dienstag, 6. November: 24. Abt. 19% Uhr Sei Rähler. Schmeiserhäuschen". Greifswalder G. 80b, außerordentliche Funktionärkung. Die Refultate der Berbewoche find mitaubringen. ht. Charlottenburg. 8. Gruppe. 20 Uhr bei Schuk, Balftr. 90, Rahlchend. Filmporführung. Alle Mitglieder müffen erscheinen. 30. ht. Schöneberg, 20 Uhr Funktionärkung bei Gürlich, Begasstr. 1. Ade Aunitionäre müffen erscheinen. 31. Abt. Friebenau. 20 Uhr bei Schönfeldt, Rirchstr. 23, Funktionärägung. Ausgabe des Mitteilungsblattes. 32. Mht. Steglis. Mittmoch. 7, November, 20 Uhr, bei Schelhafe, Ahornstr. 15, große Funktionärversammlung. Alle legitimierten Funktionäre, StimmBezirksführer und Agitationsausschußmitglieder haben unbedingt au erfdeinen. Wichtige Tagesordnung. $ 1., 6. und 7. Abt. Donnerstag, 8. November, 20 Uhr, in den Kolibri Feitfälen" Bersammlung mit Lichtbildervortrag. Thems: Neue Schulen und Erziehung." Referent Zehrer Fauft. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Frauenveranstaltungen. 2. Areis Tiergarten. Eonntag, 11. November 25jährige Gründungsfeier der Frauenabteilung unseres Kreises in den Arminius- Sälen, Bremer Eir, 72, Feftansprache des Genossen Seinig, Md. Außerdem mirten die Arbeiterjugend" und der Gemischte Chor Norden", mit. Sarten find bei allen Abteilungsleiterinnen und bei der Kreisleiterin zu haben. Ein neues Volksbegehren! Bald werden Hunderttausende und Millionen sich an ihm beteiligen. Insbesondere das werktätige Volk in allen seinen Schichten wird sich geschlossen an ihm beteiligen. Jeder Deutsche hat das Recht, sich dafür zu erklären. Und um was wird es gehen? Es wird ein großes allgemeines Volksbegehren nach den Losen der Arbeiterwohlfahrtslotilerie 1928 einsetzen. Denn kein aufgeklärter Arbeiter wird ein Unternehmen der Arbeiterschaft selbst im Stich lassen wollen, wenn es sich an die Einsicht und die Opferwilligkeit des schaffenden Volkes wendet, und keiner wird sich selbst um die Aussicht auf eine der wertvollen Gewinne( bis zu 35 000 Mark im Wert für je einen der Haupttrefier) bringen, wenn er sich diese Aussicht für den geringen Betrag von nur 50 Pfennig für das Los sichern kann. Dieses in jedem Falle erfolgreiche Volksbegehren" wird eine so riesenhafte Beteiligung aufweisen das weiß man aus den Erfahrungen, die bei den früheren Weihnachtslotterien der Arbeiterwohlfahrt gemacht worden sind, daß es schwer halten wird, kurz vor der Ziehung, die um Weihnachten herum stattfindet, noch überhaupt ein Los zu erhalten. Darum handelt jeder klug, sich jetzt schon ein oder mehrere Lose der Lotterie zu erstehen. Wer zuerst kauft, kauft am besten. 12. Areis Steglig. Dienstag, 13. November, 19% Uhr, im Südender Sof", Südende, Lichterfelder Str. 1, Ede Stephanstraße, Werbeveranstaltung der Frauen, Referat der Genoffin Clara Bohm- Schuch, Md., außerdem Rezitationen der Genoffin Maria Schipfmann. Gäfte find herzlich willkommen. 20. Kreis Reinidendorf( Agitation und Arbeiterwohlfahrt). Achtung, Genesfinnen! Die für Dienstag, 6. November, angefekte Besichtigung des Pestalozzi Rinderheims muß verschoben werden. Nähere Mitteilung erfolgt noch. Frauenveranstaltungen am Montag, 5. November: 41. bt. 29 Uhr im Lokal Bader, Jüterboger Str. 7, Frauenabend. Bortrag des Genossen Dr. Baluga über: Frauenkrankheiten und Geburtenregelung". Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. 84. Abt. Lastwig. 20 Uhr bei Lehmann, Lantwis, Raiser- Wilhelmt- Straße 29-31. Heiterer Abend. Vortragender: Genosse Henty Reiff. Gäste herzlich willtommen. 140. bt. Berfigwalde. 19½ Uhr bei Woikach, Ernstste. 1. Seiterer Abend. Bortregender: Gensffe Hans Ramm. Ale Genoffinnen sind hierzu eingeladen. Frauenveranstaltungen am Dienstag, 6. November: 25. Abt. Frauenabend. Lokal und Referat werben am Dienstag, 6. November, im Berwärts" bekanntgegeben. Außer einem Bortrag steht auf der Tages. ordnung: Bahl der zweiten Frauenleiterin. Um rege Beteiligung wird arbeten. 33. Abt. 19% Uhr in der Gemeindeschule Hohenlohestr. 10, Bortrag der Genoffin Margarete Schentaiowsky über: Ehereform". Keine Genoffin darf fehlen. Frauenveranstaltungen am Mittwoch, 7. November: 21. b. 19% Uhr bei Krell, Utredyter Str. 9, Frauenabend. Bericht vom Bezirksfrauentag. Anschließend gemütliches Beisammensein. 105. t. Slezssf. 2 Uhr bei Bogel, Bismardstr. 74. Bortrag des Genossen Adolph Hoffmann über: Eine politische Bibelstunde". Um rege Beteiligung wir gebeten. 134. t. u. 20 Uhr bei Gopfert( am Bahnhof Buch). Vortrag des Genoffen Arthur Redem liber: Cozialistische Erziehung in Familie und Schule". Frauenveranstaltungen am Donnerstag, 8. November: 43. Abt. Charlottenburg. 19% Uhr im Jugendheim Rosinenstr. 4, Bortrag der Genoffin 3rma Fedhenbad über: Erziehung zum Sozialismus". Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird gebeten. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. Selferinnen und Selfer der Arbeiterwohlfahrt und Rursusteilnehmer! Der Rurfus Einführung in die foziele Gerichtshilfe" fällt am Mittwoch, 7. Rovem ber, aus. 6. Kreis Kreuzberg. Montag. 5. Stovember, 191 Uhr, bei Bolff, Graefeftraße, Ausschußigung. Jede Abteilung muß unbedingt vertreten fein," 11. Areis Schöneberg. Donnerstag, 8. November, 20 Uhr, im Rathaus, Schöne berg, Sigung der Selfer und Selferinnen der Arbeiterwohlfahrt fowie der Wohlfahrtspfleger. Erscheinen bringend notwendig. Berteilung ber Lofe. Referat wird noch befaxxigegeben. Jungfozialisten. Suppe Charlottenburg. Montag, 5. Nopember, 20 Uhr, im Jugendbeim, Rosinenftr. 4, Fortegung unferer fommunalpolitischen Arbeit. Bortrag des Gen. Stadtrat Rarrer über: Die Aufgaben bes Arbeitsamtes der Stadt." Gäste miltommen. Bereinigung sozialdemokratischer Studierender. Mitimod, 7. November, pünktlich 19½ Uhr, Preußischer Landtag, Bring Albrecht- Straße 5, Fraktionsfaal der SPD.( Gaal 5). Mitgliederversammlung der BES. Berlin. Tagesordnung. Geschäftsbericht Beratung des Winterprogramms Reumahl Referat über den Etand der Reichsreformbewegung. Referent: Genosse Dr. Hans Simon, Dir. der Hochschule File Politit. Diens tag, 6, November, 20 Uhr, Bund", Albrechtstr. 11: Arbeitsgemeinschaft bez Mediziner". Genoffin Dr. med. Bsinhals, fpricht fiber: Mutterschus in seiner fozialhngienischen Bedeutung". Der sozialistische Hochschul- Ausschuß an der Universität veranstaltet am Montag, bem 5. svember, 20 Uhr, in der Aula ber 4. Berufsschule Georgen. ftrage eine Rundgebung. Referenten: cand. jur. Heinz Krüger: Aufgaben des fozialistischen Hochschul- Ausschusses". Stadtrat Dr. Löwenstein:„ Sozialistische Erziehung". Die Mitglieber der BES. nehmen geschlossen daran teil. Gäfte herzlich willkommen. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Selferschulung. Borläufige Mitteilung, Rundschreiben folgt! Parole: Donnerstag ist belfezichulungstag! Es finden ftatt: a) 6 Helfergruppen- Schu Tungsturse, ax benen grundfäßlich alle Groß- Berliner Helfer teilnehmen. Aurs. Sonntag, 4. November 1928 beginn: Donnerstag, 15. November, 14tägig. b) Spezialfurie über: Naturwissenschaft( Wandertechnik), Cozialhygiene, Basteln, Muft, Licd usw. Kursusbeginn: Donnerstag, 22. November, 14tägig. e) Helferjeminar für die Aurs. leiter und schon geschulte Helfer( Voranmeldung). Beginn: 3. November, 14tägig, Rathaus Neukölln, Zimmer 245. d) Wochenendkurse, davon 1. am 1.- 2. Dezember. Rreisleiter: 9. November! Die Areise schicken je fünf Rote Falken( 13- bis 14jährig, blauer Kittel) zur Abendveranstaltung der Partei im Sportpalast, Totsdamer Straße. Hefferbegleitung! Treffpunkt 19 Uhr rechts vor dem Gebäude. Gruppenwimpel mitbringen. Sonntag. 11. November, gemeinsamer Friedhofsbesuch im Friedrichshain. Treffpunkt aller Jung- und Foten Falken um 11 Uhr Friedrichshain, Sportplay. Jeder Kreis Blumendelegationen, alle Fahnen und Wimpel mitbringen. Kreis Kreuzberg. Selferschulung: Heute, Sonntag, 4. November, vormitttags von 9 bis 12 Uhr, im Jugendheim, Tempelhof, Germaniastraße. Pastelstunde. Bast und Bappe mitbringen. Kreis Kreuzberg. Sonntag, 4. November, 9-12 Uhr, gemeinsames Basteln mit Tempelhof( Gögstraße). Montag, 5. November, 18% Uhr, Jugendheim Bordste, 11, Musikprobe. Dienstag. 6. November, 20 Uhr, Jugendheim BelleAlliance- Blah 1, Areishefferßigung. Donnerstag, 8. November, 17% Uhr, Jugendheim Belle- Alliance- Play 1, Kreisprobe. Kreis Ziergarten. Sunn- und Rote Fallen: Dienstag, 6. Nopember, Tanzabend im Seim, Baldenserstraße. Külen: Mittwoch, 7. November, Diskutier und Leseabend im Seim, Balbenferstraße. Kreis Neukölln. Gruppe Lichttämpfer. Heute, Sonntag, Besuch der Treptower Sternwarte, Treffpunkt: 14% Uhr Serkbergplak. Unkosten 20 Pf. Areis Charlottenburg. Montag, 5. November, Elternversammlung im Heim, Rosinenstr. 4, um 20 Uhr Thema:„ Schwer erziehbare Kinder". Referent: Schulrat Ullrich. Der guten Zusammenarbeit zwischen Eltern und Helfer wegen bitten wir vollzählig zu erscheinen. Kreis Reinidendorf. Areishelfertigung am Montag, 5. November, um 20 Uhr, beim Genossen Findeisen, Serbststr. 20, wichtige Mitteilungen. Jede Abteilung muß vertreten sein. Material ist abzurechnen. Geburtstage, Jubiläen usw. 36. Abt. Unserem lieben Freund und Genofen Eduard 8 amet, Beters burger Str. 6, zu feinem beutigen 70. Geburtstage die herzlichsten Glüdwünsche. 105. Abt. Adlershof. Henie, Sonntag, feiert unsere liebe Genoffin Amalie Reumann ihren 70. Geburtstag. Wir gratulieren herzlichst und wünschen, baß es ihr vergönnt sein möge, noch recht lange unter den Genoffinnen und Genoffen zu verweilen. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 25. Abt. Unser Genosse Emil Säbel ist verstorben. Ehre seinem Andenken! Beerdigung am Montag, 5. November, 14 Uhr, auf dem Gemeindefriedhof Reinidendorf. Sumboldtstraße. Wir bitten um rege Beteiligung. 39. Abt. Am Donnerstagabend verschied unser alter Genosse Wilhelm Richter im 79. Lebensjahr. Wir verlieren mit ihm unseren ältesten Abteilungsgenoffen. Seine Einäfcherung findet am Dienstag, 12 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße, statt. Um rege Beteiligung bittet der Vorstand. 128. unb 130, Abt. Genosse Hermann Knauf, Bankow, Stubnißstr. 1, ist am 2 November verstorben. Ehre seinem Andenken. Einäfcherung Dienstag, 6. Rovember, 20% Uhr, Krematorium Gerichtstraße. Rege Beteiligung wird erwartet. SAJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Einfendungen für diese Rubrif nur an das Jugendfefretariat Perlin S 68, Lindenffraße 3, Die Boltsbühnenfarten zur Jugendvorstellung am Sonntag, den 25. No. vember, fnb eingetroffen. Arbeitsgemeinschaft Räte Kern: Die Frau und der Sozialismus". Nächste Busammenkunft Montag, 5. November, 19% Uhr, im Jugendheim Yordstr. 11. ( Bezirksamt Kreuzberg.) Arbeitsgemeinschaft Abraham. Morgen, Montag, Schule Alte Jakobftr. 127. Heute, Sonntag, 4. November: Lichtenberg- West: Beteiligung an der Werbebezirksveranstaltung. Brig I und: Heimabend im Sathaus Chausseestraße. Instrumente mitbringen, Schönhauser Vorstadt: Probe bei dem Genossen Arndt von 14½- 17 Uhr. 18 Uhr Treffpunkt Bahnhof Schönhauser Alice. Tempelhof: Sport und Spiel auf dem Tempelhofer Feld. Treffpunkt 14 Uhr Bahnhof Tempelhof. Morgen, Montag, Botstandsfizung pünktlich 19½ Uhr im Heim Germaniaftraße. Reukölln I und VIII: Gruppenfahrt fällt aus; wir beteiligen uns am Eprechchor. Berbebezirk Lichtenberg: Heim Gunterstr. 44, 19% Uhr, Vortrag:„ Die Bollsbühne". Werbebezirk Reutöln: 9 Uhr Brobe zur Revolutionsfeier im Eaalbau Bergstraße. Erscheineit für alle Mitglieder Pflicht! Alle Fahrten fallen aus. 19 Uhr Seimabend in der Renner Straße. Bolitisch- fatirischer Abend, Morgen, Montag, Sprechchorprobe im Heim Lahnstr. 13-15. Beteiligt euch zahlreich. Berbebezirk Brenzlauer Berg: Werbebezirksmitgliederversammlung 19 Uhr im Seim Danziger Str. 62. Die Genoffin Mathilde Burm, MR., spricht über den Brüffeler Kongreß". Alle Genossinnen und Genossen müssen restlos erscheinen. Berbebezirk Often: Funktionärversammlung 9 Uhr im Heim Tilsiter Straße 4. Borträge: 1. 10 Jahre Republik" eine Bilanz. Referent: Genoffe B. Leni, Md., 2. Aufbau unserer Bewegung und praktische Arbeit, Referent: Genoffe G. Albrecht. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Turnabende beginnen am Montag, 12, November. Sozialistische Schülergemeinschaft Neukölln: Alle Mitglieder, die an der Revolutionsfeier mitwirken, treffen sich 9 Uhr im Saalbau Bergstraße zur Generalprobe. Morgen, Montag, 5. November, 19% Uhr: Der Gingkreis übt pünktlich 19% Uhr im Heim Lindenstr. 4. Gesundbrunnen: Heim Orthstr. 10, Mitgliederversammlung. Falfplay II: Seim Sonnenburger Str. 20, Bortrag: Cozialistische Erziehung". Arnswolder Slag: Sein Danziger Str. 62, Mitgliederversammlung. Schönhauser Vorstadt: Heim Sonnenburger Str. 20, 18% Uhr Sprechchorprobe, 20 Uhr Mitgliederver fammlung. Frankfurter Biertel: Seim Litauer Str. 18. Borttag: Revolution 1918". Charlottenburg- Rord: Heim Olbersstraße( Städt. Spielplag), Mitgliederversammlung. Lichtenberg- Nord: Heim Gunterstr. 44, Bortrag: Wirtfchaftsdemokratic". IHR HERREN! EUCH WIRD VERKÜNDET: die Cigarette KURMARK SPEZIAL- MACEDONEN- MISCHUNG ist erschienen ,! 18th OARBAR KUR MARK CIGARETTEN Filmower the Fein ist der Tabak, von auserlesener Güle. Sorgsam die Mischung Geniessel und rühmet, ras Euch 5 f gefällt. Wascht woll'ne Sachen mit Persil Deutscher Metallarbeiter- Berband bandshauses, Linienstraße 83/85 8 Uhr, ausgegeben. Dienstag, den 6. November, nachm. bandshauses, Cinienstraße 83/85 Leichtes Stauchen und Drücken in kalter Persillauge sichert sorgsamste Reinigung! • . Näher 5 Uhr. im Sigungsfaal des Ber- den Hauskassierern unseres Berbandes Taillenmäntel, Baletots, Frads, Smo- Gute Möbel! Billige Preise! 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In der Tat mar die Errichlimg des für ihn bestimmten Lehrstuhls für Geschichte der Fr« n z ö- fischen ReooluHon durch die Stadt Parts im Jahre 18«6 ein politischer Akt ersten Ranges. In einem Laude, dessen Verfassung zehn Jahre Minor bewußt auf die erwartete konstitutivnÄle Man- archie zugeschmtten war. stand die Republik keineswegs airf sehr festen Füßen. Di« Mächte der Vergangenheit mühten sich, ihre Grundlagen auszuhöhlen und ihre Stützen durchzunagen, und nicht zuletzt gehört« dazu ein« plannnißige Berleumtmng und Be schmutzung der Großen Revolution, der da» moderne Frankreich seine Fundamente dankte. Zu diesem Ende blendete Taines Werk die Augen, das aus sämtlichen gegenreoolutionären Mülleimern der Revolutionszeit die Belege für die widersinnige These zu« sammenklaudte, daß der Nationalkonvent von 17!)? statt der bis 1789 herrschenden uittodcligcn und ehrenwerten Schichten„die epileptische und strophuläs« Kanaille" ans Ruder gebracht Hab«. Solcher gegen- revolutionären Legende zu Leibe zu gehen und derart nüttelbar die Republik zu befestigen, wurde das neue Katheder geschassem. Es zu besetzen, konnte kein Besserer gefunden werden als Aulcrrd, denn all« Sigensehasten. die den historischen Forscher und Darsteller ausmachen, wissenfchafttichen Eiser, kritische Sorgfalt, Blick für die entscheidenden Zusammenhänge, oereint« er mit heißer Liebe zu dem Gegenstand, dem« galt. Od ihn auch die Gegner des Mangels an Objektioität ziehen, er selbst rühmte sich, statt sie zu verhehlen, seiner seelischen Verbinideicheit mit der Großen Revolution. Mit Recht unterstrich er, daß die hundertprozentige Objektioität bei Schilderung eine» Feuers, dos auch uns noch auf den Nägeln brennt, ein Jdoot jenseits der Wirklichkeit sei. Er betont«, daß noch jade Geschichte der Revolution die politische Färbung ihres Verfassers verraten Hab«. Er berief sich auf Michelet, „der die Republik lehren wollte, indem er die Rcvoiution erzählte", und gestand, er selbst Hab« bei allem Drang zur Ilnparieilichteit und Objektivität in seinem Schaffen durchblicken lassen müssen, baß er begeisterter Anhänger der demokratischen Laien- r e p u b l f k sei. Aulord, Art, Geschichte zu sehen und zu schreiben, war nicht ideologisch in dem blosien und blutleeren Sinn, als seien ihr hie Ereignisse der Revolution nur Folgen und Wirkungen bestimmter Ideen i un Gegenteil«ntwickeltc er gerade in feinem Hauptwert. der auch deutsch erschienenen„Politischen Geschichte der Französischen Revolution", wie die Formeln und Formen der Demokratie und Republik nicht von Ansang an. sei es auch mir in den Köpfen, fix und fertig dawaren, sondern sich erst aus dem Gang der Begebenheiten nach und nah, loslösten. Auf der anderen Seite wehrt« er sich allzu heftig dagegen, daß die Revolution bürgerlich und uicht proletarisch gewesen fei. In der' rntschädigungs- losen Abschaffung aller Feudalrechte durch den Konvent am 17. Iiül 1701 erblickt« er eine der wickhigsten Grund- tatsochen jener umwälzenden Jahr« und sprach„dieser Revolution in der Revolution", die sich zugunsten des Landproletariats vollzogen habe, einen durch Und durch sozialen Charakter zu:„Diese Befreiung des französischen Bauern ist die reoolutwnärsle, die sozialste der damals durchgeführten Neuerungen." Auf di« so lange vernachlässigten ökonomischen Ursachen der Revolution kam er schon al» Vizeprosidei» der Kommission zur Erforschung der Wirtschaftsgeschichte der Französischen Revolution, die, 1903 beim Unterrichtsministerium gegründet. Jean Iaures zum Anreger und Vorsiyendeu hotte. Mit dem unvergeßlichen Führer des französischen Sozialismus, den er auch als bedeutenden, ja, als den unparteiischsten Ge- schichtsschrciber der Revolution schätzte, arbeitet« er in diesem Labaro- ratorium elf Jahre zusammen und lernte dabei„einen von der Oessent- lichkeit nicht gekannte» Iaures"' kennen,„einen Jauräs von lzeiterer Unparteilichkeit, einen Iaures von wissenschaftlicher Objektivität, einen Iäures, der gemeinsame historische Arbeit zu organisieren und aus verletzter Eigenliebe entspringende Unstimmigkeiten auszugleichen vcrftandVAbcr ob Anlard auch bekannte, daß wirtschaftliche Fragen bei der Revolution eine viel größere Rolle gespielt hätten, als� man früher angenommen habe, empfand er doch vor dem h i st o r i s ch« n Materialismus bis zuletzt ein leichtes Grauen: wenn er die ökonomischen und die politischen Strömungen der Revolution getrennt nebeneinander Herlaiifen sah, mußt« ihm im Grunde die marxistische Geichichtsbetrachtuug ewig fremd ge- blieben sein. Allezeit bestrickte ihn eben der Ideengehalt der Großen Revolution, die für ihn längst nicht abgeschlossen war. Undenkbar ein deutscher Hochschullehrer, der die Gedanken von 18-18, weil er selbst von ihnen durchdrungen ist, ein langes Leben hindurch Generationen von Studenten»ininipjt. Aulard alier war ein Mann von 1792: die Erklärung der Menschenrechte sprudelte ihm als lebendiger Quell auch für die Politik der Gegen wart, und was er von Victor Hugo sogt«, galt unverändert auch für ihn:„Die Französische Revalutian ist ihm die große moralische Macht, die die Welt»mwanoell". So trug sein Schassen vielsältige Frucht, da sich um seinen Lehrstuhl nicht nur ein« Schul«, eine ganze misienschostliche Bewegung scharte, sondern ihm sein tiefgründiges Studium auch eine treffliche Rüstung für den Tageskamps schmiedet«. An der bourgeoisen Republik entdeckte er, di« Grundsäge der Graßeu Revolution anlegend, mehr als eine böse Unebenheii; von ihm, der noch unter dem dritten Napoleon als junger Student der Göttin mit der phrygi scheu Mütze gehuldigt hatte, stammte das beißend« Wort:..Wie schön war die Republik unter dem Kaiserreich!" Aber eben deshalb fand man ihn überall dort, wo für eine republitani- schere Republik, für«ine demokratischere Demokratie gesochUii wurde. In der Liga der Menschenrechte war er nicht nur in den Tagen des Dreyfus-Skondals einer der fichtbarsten Rufer im Streit, und statt sein Wissen auf Hörsaal und Studierstube zu deschränken, verkündete «r ins zuletzt in unzähligen Artikeln der linksstehenden Press« seine republikanischen, demakrotischen, airtiklerikalen und hümamtäreu Ueberzeugungen. Aulards Patriotismus entfloß denselben Quellen. Ein« Pater- londsliebe war es. wie sie vor viereinhalb Menschenalieni die Teil- nehmer der Reoolutions» und Konstiturionsfesle beseelt hakte, da sie schwärmend ans Gesundheit, FpeWit und Glück der- ganzen Uni- vcrsums den Becker leerten, ein„Patriotismus weit wie die Welt". Wnm er denn den Weitkrieg als Forssetzung der Rtvolutionskrieg« gegen die feudalen Despotien des Ostens aufsaßle und 1918 glaubt«, daß die Französische Reoolutian durch ihre Ideen und ihre Söhne den deutschen Imperialisrmis besiegt Hab«, so leitete er doch schon. während der Einschlag deutscher Flicoerbomben in Paris die Schei- den seines Arbeitszimmers zittern ließ, aus den Prinzipien der Jahre 1789 bis 1793 die Notwendigkeit eines wahren Völkerbundes ftb und war nachher einer der rüstigste» Wegbereiter der deutsch-sranzösischen Verständigung: mit Freude und Rührung p-räsidlert« er im oergangeven Jahr im Reichstags- sitzungssaal dem Internationalen Kongreß der Döltcrbundsligcn. Daß Victor Hugo in der Verbannung am 11. Juli 1870 im Garten seines Hauses ein« Eichel gepflanzt hotte, der die„Eiche derDerein'igtenStaatenvonEuropo" entkeimen sollte, hotte Aulards Spürsinn geweckt, und Ihm war die Freud« geworden, xu erfahren, daß dieser symbolische Baum zu stolzer Höhe und Kraft gediehen war. Jetzt gehart eine Frucht dieses Baums in die Erde des Batignallesfriedhafs, in der er feit voriger Woche ruht, damit eines Tags eine neue Eiche der Vereinigten Staaten van Europa über sein Grab schattet. Alphanse Aulord Hot es redlich verdicnt! Ordnung. Don Lohn Galsworthy. In fetn«* kr. Xa$tn in itr U.-tvtrftJang sin San Echatit f cfAcinrnicn SoBcIfitiaitt»„ein Sommentor" bringt Ist» ein« ix«U,r trils kutirisch«, teil» rein sachlichrr Schilt* Ol i>g«n au»!*« cnglifchrn Gki«IIschait»I«b«n. di«(im«rschittttrnd« ilnNagr g«gr, all au» Jlonocnlion und Tradition sich«gebend« Unrecht bilde».— Mit Erlaub n!» de» Paul fielnai) Verlage bringen wir die folgend« Novelle: Zwischen den Hoden, grauen Dlouern herrsckit Schweigen. Unter dem Viereck de» Himmels, das durch di« hohen, grauen Gebäude abgegrenzt wird, ist von der Natur nichts werter zu er- blicken als die Gefangenen selbst, die Männer, die die Gefangenen bewachen, und ein« Katze, die die Mäuse Im Gefängnis frißt. Wir kamen aus dem Raum, in dem gekocht wurde, und gingen «nen Gang hinunter. Der alte Aufseher in der dunkelblauen Ulli- form und einer Mütze, deren Schild über sein« aeradcn«isengraueli Brauen ragte, blieb stehen. i.Das da", erklärte er.„ist dos Iuwelenzirnmer." Er nahm eimm Schlüssel, der van feinem Gürtel herabhing, und schloß die eiiern« Tür auf. Ein Sträfling mit grfhem Gesicht, im gelben, mit Virilen gezeichneten Gewand, der in seiner gelben Hand«in Stück gelben Ledere hielt, warf einen Blick auf uns, senkte die Augen, und nüt plötzlicher, schweigsamer, erschütternder Unterwürfigkeit ging er bn uns vorbei und hinaus. Wir standen allein unier den-5u«e- 'en", die er offenbar poliert hotte. .Wir newien es mir zum Spaß dos Iuwelenzimmer." erklärte ber altc Wärter, und ein Lächeln— dos erste an jenem Morgen—- bvlchtc über sein GesiHt. wich jedoch sofort wieder jenem seltsamen, traurigen Ausdruck, der in der Ties« mancher Augen ruht— ein "lusdruck, als hätte der Betreffende, während er all« Aeußerllchkeiten Lebens befolgte, seine Seele verloren. Er nahm eines der --Juwelen" von der Wand und hielt es mir hin. Es war ein glän-- tendes Stahlormbond, da« durch ein« glänzende Etahlkette mit tstirm zmeiton glänzenden Stohlarmband verhunben war. -.Das legt man den Sträflingen heutzutage an, wenn'» nötig wird." Man wag in Sattalkammern Pferdegebisse, Ketten. Steighügel hützern sehen, aber nie noch war eine Sattelkammer so geschmückt. ""■i dieses kleine Zimmer. Die vier Wände schimmerten hell wie 3'.(ima nten bis zur Decke empor von..Juwelen" aller Art: leichte und fchoicrc Armbänder, lange Ketten, kurze, dünne und sehr dicke -Grsenkettcn. .Die hier sind altmodisch," erklärt« der Ausseher,„die ge- brauchen wir heut« nicht mehr." •.Und dos da?" Es stand ganz nahe und mar cms drei hellglänzenden Stahl» Üonnrn gemacht, die an der Spitz« verbunden waren imd unten >neit ouscinanderftanden: m der Mitte wurden sie durch Quer» siangen zusammengeholten. .Da? ist der Triangel," erklärte er ein wemg hastig. ..Wird viel geprügelt?" Er starrte mich an.„Dir kehlt e,— schien er ga sagen— an Taktgefühl." �ehr wenig," errnderte er,„mir wenn e« nötig ist." Und ahn« zu wissen, daß«r so den Geist des System» gekennzeichnet, dem �r diente, den Geist oller Systeme, schlug«r di« Absätz« zusammen. als salutierte er vor der Disziplin. Gegen die große, aufrechte Gestalt des Altan, wie cr so korrekt MOmö. gegen sein ernste«, nicht unsraundliche» Gesicht konnte man 'nnnöglich Abneigung empfinden. In diese» kleine Zimmer aber schienen di« zahllosen Gestalten der Bureaukmt'« zu treten, sich "Ot ihm in«ine Reihe z» stellen und iu Reihen hinter ihn, in einer l'ers wachsenden Pyramide, die in eine Spitze auslies wie der Triangel selbst. Sie standen ausrecht und korrekt da und aus ihrem Mund' kamen di« Worte„Rur wenn ,» nötig ssl." Und wann man sie betrachtete, gewahrte man. wie fepgeformt die Umrisse, wie weich 'md glatt die' Oberfläche und w>« unburchdringllch der Bau der Vyramide war. Ein valltommen symmetrischer Keil, Mann für Mann durch etwas Gemeinsame» in den Seelen oneinairdergefessell. stand diese Phalonr durch die Kraft ihrer eigenen Gestalt wie leb- Ivies Mauerwerk. Stein aus Stein, einer auf dam anderen ruhend, lest und unerschütterlich, in furchtbarem Schweigen. Und aus den Äugen der ganzen Phalanr. aus den blauen, braunen, grauen und traurigen, hoselnuhfarbenen Augen, deren Blick« sich an einem -Punkte trafen, sprach di« gleich« Aufsarderung: ..Zurück, Bitte die Pyramide nicht anzurühren!" Dem Triangel den Rücken kehrend,«rssärt« der alte Aufseher wieder: „Rur wenn es nötig ist." „lind wann ist«s nötig?" ..Das entscheidet die Vorschrift." „Natürlich. Aber wer erteilt die Vorschrift? Tein Löcken verschwand..Do» System." gab«r-piruck. „Und wissen Sie auch, wie das System entstanden ist. Er runzelte die Stirn— welch' eine sonderbar« Frage! Und mit leiser Ungeduld in der Stimme sagt- er:„Es ist nicht wein« Sache, bat zu erklären." Und er warf den Kops zurück, als wollt««x hinzufügen? „Fragen Sie doch den hinter miri".... Unwillkürlich blickt« ich hin. doch es stand niemänd hinter ihm, wir der Triangel, herrlich glänzend Da, mit derselben unheimlichen Schnelligkeit, stieg wieder die Vision jener festgefügten Pyramide von Männern vor mir aus, und ein jeder schien, den Kopf über die Schulter zurückg«wa»dt, zu sagen: „Fragen Sie doch den hinter mir!" Ich bemühte mich angestrengt, die Spitze der Pyramide zu s«h«n. Sie war zu weit entfernt. � ..Wir haben die Ordnung aufrecht zu erhalten." erklärte er plötzlich, als wehr« er einen hinterlistigen Angriff auf seinen©tana- Punkt ah. Natürlich: alles in diesem Zimmer dient wohl diesem Zweck-' „All«»— was in Gebrauch steht.". „Aha! Aber Sie sagten ja. es wären ein paar Sa-h-n x. vi« letzt nicht mehr gebraucht werden?" „Die schweren Eisenketten da und dies« Gewichte hier~ wem fot sie früher den Gefangenen angehängt; das ist ganz veraltel. „Sie sehen wirklich seltsam und barbarisch aus." Er lächelte. »Meine« Sie?" entgegnete er. „Und rönnen Sie mir sagen, weshalb sie außer Gebnmch ge» kommen sind?"... Es schien wieder, als ob er mit dem Kaps nach rückwärts weifen walle, sich jedoch zurückhielt. „Nein." erklärte er„„das kann ich Ihnen nicht sagen. Wahr» schetnlich hat man sie nicht mehr für nötig gehotten." „Als man sie gebrauchte, lzaden die Behörden vermutlich an ihre Notwendigkeit geglaubt?" „Zweifellos," erwiderte er,„sonst hätte man sie nicht gebraucht." „Sic haben sich nicht träumen lassen, daß wir einmal so vor diesen Dingen stehen' und sie barbarisch heißen könnten!" Er starrte auf di« großen Handfesseln. „Man hat sie benützt," erklärt« er.„und sich wahrscheinlich nie Gedanken darüber gemacht." „Man muß sie für die Disziplin al« natwendig erachtet haben." „Ja, gewiß.' „Und stand es damals um die Disziplin hesser al« heute?" „Tanz und gor nicht! Schlechter! Soviel ich weiß, machten einen, damals di« Gsjangenen bedeutend mehr zu schaffen als uns." „Und wenn jemand den Behörden gesagt hätte, daß dies« schweren Dinger da nicht» taugten, hätte man ihn ausgelacht." Er antwortet« lächelnd:„Höchstwahrscheinlich." „Ich möchte nur wissen, ob In ein paar Iahren vielleicht die Leute hier stehen und dasfelb« über diese Triangel und alle die anderen„Juwelen" sagen werden und un« Barbar«, nennen, weil wir(,« benützen. Es wäre interessant, da» zu wissen." Seine Brauen zogen sich zusammen..Kaum anzunehmen," er- klärte er,„ohne die geht es nicht." „Sie glauben, e« wäre unmöglich?" Wieder schien er sich umfeden zu wollen, hielt sich jedoch zurück. „Nein." erwiderte er eigensinnig,„ahne die geht e; nicht." „Wäre es zefahrlich, einen Versuch zu machen?" Er schüttest« den kurzgeschorenen Kopf unter der Schirmmütze. „Den Versuch würde ich nicht gerne sehen. Wir müssen Ord mmg hallen." „Zu der Zeit, da man aufhörte, jene schweren Ketten zu ge- brauchen, muß man doch auch geglaubt haben, dabei Gefahr zu lausen?" Er antlvartel« kühl:„Darüber weiß ich nicht Bescheid." „Der gegenwärtig« Stand der Ding« Ist also endgültig?" Er hängt« die Armbänder an ihren Nagel zurück, und sich ziem- lich hastig umwendend, als fürchte er, von hinten angegriffen zu werden, bemerkte er: „Wir kümmern uns nicht um solche Ding«: wir sind hier, um das System auszuüben, wie es nun einmal ist. Wir gebrauchen dos da nur, wenn es nötig ist." „So bejahen Sic also meine Frage," Er erklärte würdevoll:„Das ist nickst meines Amts," und legi« hie Hand auf den Triangel. Und in dem Augenblick schien wieder die festgefügte Phalanx auszusteigen. Mann an Mann gereiht, alle mit denselben Schulmeisteraugen— eine lebendige Pyrmnidc, die durch die Muckst ihrer eigenen Gestalt zu Stein geworden mar. Und aus ihren Reihen stieg ein Geräusch empor, al» ab sie zustimmten, ober es war nur das Schleifen des Triangels auf dem Baden, wie der alle Aufseher ihn«in wenig weiter nach hinten schob. Er schritt-zur Tür und öfsneie sie: und als ich, dieser Auf-> forderimg folgend, hinausging, blickte ich nach den„Juwelen" zu-! rück. In iadellosem Glänze hingen sie rings»m den Triangel; und- mit derselben plötzlichen, schweigsamen, erschütternden Unterwürfig-> keit kam unerwartet der Mann im gelben Gesicht und dem Stück? gelben Leber» in d« Hand, an un» vorbei und ging in dos Zimmer> zurück. Die eisern« Tür fiel krachend hinter ihm in» Schloß: doch. ehe sie zuschlug, sah ich ihn schon on der Arbeit, wie er die schim-> wem den„Iuwelem* polierte. Seither habe ich ihn in meinen Träumen geschaut, wie er— jj| allein mit diesen Sinnbildern vollkommenster Ordnung— lautlos* an der Arbeit ist. Und auch den alten Wärter s bau« ich in meinen: Träumen, wie er mich fortführt, mit seinem ernsten, regelmäßigen Gesicht und ben Augen, die um etwa» Berta re-ne».zu trauern i scheine«. Am Gaskanal. Bon Paul Zlews. ,, Heute wollen wir einmal den Gastanal besuchen, wo die lange Schlange ist und die Steine schwigen in der Mittagsglut..." ,, Dch hu. Die lange Schlange, das ist die Drahtseilbahn, mannich, wo sie von dem Kohlkopf kömmt und nochsten ihre fchwarzen Broden in den Elvater von die Gasanstalt rinner sputt." ,, Aber, Rudi, dieses Deutsch." ,, Ach, laffen S' ihm man, er spredt ümmer jo!" jagt Helene. ,, Und die Steine schwitzen nich!" sagt Fidi. D aber Menschen schwizen!". ,, Mein Bodder schmigt ud eis! Und neulich, wo meine Murrer bei die feinen Leut gemascht hat, f' ud geschwißt, un der Schwitz lief ihr ümmer pieplings raffer!" ... ,, Au, Rudi, du, das heißt nicht ,, die", es heißt ,, bei den" feinen Leuten!" fällt Lotte ein. ,, Quatsch! die" heißt dat," braust Rudi auf ,,, mein Badder hat neulichft ud gefeggt: die feinen Lüd, die fönn' mich sonst wat! Ja, Auto fahr'n, dat mög'n se!" ,, Aber, Kinder, pfui, was schwabbelt..." ,, Ach, Herr Tiews," piepft Räthchen sein und füß, ein Schmetter fing, ein Schmetterling!... Ein Schmetterling, ein Schmetterling!" hallt der Chorus. Und so tamen wir zum Gastanal. Die Welt wird schön und licht. Es sind nur drei Schritte vom Häufermeer. Links um die Ede geht der Knid. Der Straßenfnid!" meint Irma wichtig. Ein neues Wort, ein neues Wort!" jubelt einer. Holzpantoffeln flappern, Füßchen watscheln flatschend über die glänzend runden Steinköpfe, herrlich schmutzig und nackt! " Sollte es ,, Ruhe!"( dren? Goffte es piglich anförtiffen wie etx Unteroffizier? Das Herz? Was wißt ihr von einem Herzen!. Es bullert, es lutscht, es lutscht, es putscht, es latscht und platscht und flatscht und schmatzt! Ja, so ist das am Gastanal! An unserm herrlichen schmuzigen Gaskanal! ... Und ihre Augen werden endlich fatt. Silber, Gold, roten Rauh, was sie nicht alles trinten fönnen weißen Rauch, braunen Rauch mit ihren Blicken! Nein, es ist fast nicht zum Aushalten, mas es hier draußen alles zu sehen gibt! Und die treuen blauen Guderl huschen umher, wie scheue Mäuschen zuerst, und dann wagen sie sich heraus, hurtig und flint, hierhin und dahin. Das ist ein Geschmause: Feuer, Wasser, Luft und Erdé... hui, das geht! Kleine flinte Propeller find sie geworden, diese Mäuschen, Flieger! Und nun sausen sie dahin, quer durch die Luft hindurch, in alle Winkel und Eden, in die Schlote möchten sie hinabfrieden; aber so leicht geht das nicht... Da ist ja auch die Drahtseilbahn! Sieh, fieh! Shau! Hoch! Wie wütige Schlangenföpfe schwenten ihre Loris heran, links um die Ede, geradeaus, halblinks, rechts um die Ecke und wieder geradeaus, hui, das geht! Schon tommt ein neuer Drachenkopf herangeflogen, und noch einer, und immer wieder einer! Hu, ist das ein Ungeheuer, das Kohlen und Menschen frißt... wenn es sie friegen kann! Luzie ihren Walter hat sie uch gefressen!" Anneliese. Wer?" teri abritt Diefe seranferten Bohnbante beftehen aus einem Stoß sen drei bis fünf quer übereinanderliegenden Bambusschichten, das je nach der Größe primitive Hütten oder größere Holzhäuser trägt för ne Die großen Wohnboote sind geräumig und sauber, besonders die ache Rattits der reichen Chinesen sind oft ganz luguriös ausgestattet, um die jedes Haus läuft eine breite, blumengeschmüdte Veranda, die Räume er u es läßt sich in einem malaiischen Wasserhaus wohnen, in arm find luftig und man hat dabei noch den Vorteil der Freizügigkeit, da der Standplag nach Belieben verändert werden kann, bei Bränden wird einfach der Anter gelichtet, oder man löst die Rotangtaue, um aus ehens der Nähe des brennenden Bootes zu flüchten. Ein traße, Warum haben wir Europäer mit unserem ungeftillten Hunger ngert nach Sonne, Luft und Waffer teine solchen schwimmenden Sommer en häuser? Sie find billig, gesund und bequem, es müßten nur einige beherzte Wafferratten den Anfang machen und die erste Kolonie von malaiischen Raffits auf den Havelseen, in den Rheinwinkeln oder in den Donauauen gründen! Das ganze Leben dieser großen, bunten Sumpfstadt spielt sich auf dem Wasser ab: Schreiende Händler verkaufen auf ihren Booten Dbft, Trinkwasser, Gemüse, Süßigkeiten, Krabben und riesige Austern, die beim Essen in Stücke geschnitten werden, auf schwimmenden Garfüchen schmoren Fische in Del, Barbiere seifen auf ihren Booten die Kundschaft ein, auf seinem Boot hodt ein chinefischer Ohrenpußer neben einem Kuli, der dieses Vergnügen ,, Die Drahtseilschlang," erklärt unbeirrt Anneliese, fie hat ihn mit geschlossenen Augen genießt, Motorboote und Ruderbarken der Dons Gerüst gestoßen." Bom, Anneliese!" reichen Chinesen jagen durch das Gewühl der zahllosen einen Kanus. Im tieferen Wasser des Stromes Ded an Ded die malaiischen Brauen und chinesischen Dschunken, Dampfer und leichte Na ja, vom" vor meineswegen, aber er war dot!" „ Herr Tiews, es sputt hier achtern Kohlenschuppen!" fängt jetzt Segler und zwischen diesem Gewimmel von Wasserfahrzeugen baden Alma an. ,,, wie wird es denn:... Hahaha!" Ja, ein Bubel mit glühnichte Augen!" ,, Ach, Alma, das ist doch Drägers Pudel, der tömmt von Franzens Bies'!" ,, Meine lieben Kinder, meine lieben geliebten Kinder!" braust und murmelt es in der Tiefe, in der Seele da unten irgendwo, es tommt ganz tief herauf und greift mit heißen zarten Händen nach dem Herzen. Ganz weich, aber mächtig start und unaufhaltsam. Da Das Lengholz plätschert, Angler döfen, Tauben flattern, Rauch zittert dieses Herz, dieses sonderbare Ding mit seinem figeligen spinnt, Räder quietschen, Draht flirrt, Träger grunzen, Fuhrleute Röhrersystem und seinen Anodenfäden wie ein teurer Superhetero- schuften, Staub quilt, Sonne brütet, Kinder jauchzen, Stroh dynempfänger und will sich nicht beruhigen. Immer im selben Rhyth schwimmt... Das ist der Gas-, unfer Gastanal! mus schwingt und schlenkert es feinen roten Saft, daß er brennend O, du schöne, geliebte, unermeßliche schöne Natur, wo du auch durch alle Adern strömt: ,, Meine geliebten Kinder! Meine teuren feist, wenn du nur unsere Heimat bist!... geliebten lieben Kinder!". Das ist also die Herrlichkeit, die ich ihnen zeigen werde! Schon glänzt das Wasser über den Straßenbord. Und ihre Augen werden heller, und ihre Wangen glänzen mit, und es ist zur selbigen Stunde ein Tönen in ihnen, und ihre Füßchen tanzen mit den kleinen schmuzigen Wellen dort unten um die Wette. Das ist das Wunder! Ach, wie ist das schön! Wie herrlich, wie hinreißend und überwältigend für fleine Großstadtaugen, für fleine unschuldige Menschen. finderherzen: Sonne, ja, Sonne und Licht! Wie flüffiges Silber liegt jetzt am Kai das Wasser da, lang und fchmal. Wie eine filberne Stange!" erläutert Fidi. 17 ,, Ach, Fidi, das hast du lieb und schön gesagt, ich bin dir ja so dankbar dafür! Wie eine Stange aus Silberpapier!" ,, lind dat Wasser bullert," sagt Lotte. ,, Nein, es lutscht," behauptet Irma. Das malaiische Venedig. Es liegt im Sumpfdelta des Mufistromes, der aus den Urwäldern der Westtüfte Sumatras tommt, hat ungefähr 80 000 Einwohner und ist eine der heißesten, übelriechendsten und dennoch abenteuerlichsten Städte der Welt: 80 000 Menschen wohnen in der Pfahlbaustadt Palembang im Wasser und Sumpf, in einer Birrnis von Pfahlhütten und Pfahl häusern aus Bambus, auf Wohnbooten und Floßhütten, es gibt feine Straßen und Pläge, nur unzählige Flußarme, Kanäle, Kanälchen, schlammige Rinnfale und den breiten Strom. In der Nacht jaugt das Meer, das fast achtzig Kilometer weit entfernt ist, durch den gewaltigen Rächen des Mufideltas die taffeebraunen Waffer mit allem Unrat und Abfällen aus den Kanälen, am Bor. ,, Es lutscht, es schmaßt, es schmaßt.... es nutschert... nein, mittag pumpt die Flut die Kanäle wieder noll, treibt gurgelnd unter nee... doch je, doch... es bullert nee, nich gnursch!" Hurra, ist das ein Leben! Liebe Kinder, liebe geItebte Kinder! poltert das Herz in der Tiefe. hm, es macht wie uns lütt Karl, wenne auße Flasch drinkt," schreit Rudi begeistert. ... ... es den endlosen Pfahlvierteln und schaufelt die Reihen der schwimmen den chinesischen Raufläden, die schwimmenden Magazine und die langen Gassen der Rattits. Schwärme von Kindern, Frauen und Männern in ihren weißen Do entzo heue aparte Sarongs, waschen dabei Wäsche und Geschirr, pußen sich die Zähne Pu und spülen trotz allen Abfällen und Kloaken mit diesem braunen Origin Wasser den Mund. Scharen von nackten Kindern hocken in den moraftigen Tümpeln, suchen Krabben und fischen, von den Veranden und Wohnbooten, aus Ranus und Barten wird mit Negen gefischt, die ganze Stadt duftet nach Fischen, Tang und dem schwarzen ung. Schlamm, der in der Sonnenglut Schwärme von Moskitos ausbrütet. schön Es gibt auch ein vornehmes, europäisches Viertel am linken Ufer des Mufi, aber es ist langweilig und häßlich wie alle Schöpfungen europäischer Architektur in den Tropen, und die alte, malaiische Sumpfstadt mit ihrem Labyrinth von Wasserwegen, fried reine lichen Bambushütten und den stets vergnügten, bescheidenen Malaien warm und höflichen Chinesen ist dagegen ein wenn auch recht übelduftendes Idyll. Bei Nacht wird dieses tropisch- asiatische Benedig trog allen Moraftbänken, Moskitoschwärmen, Miasmen und der feuchten Hize zu einem phantastischen Erlebnis: D Jo schön prakti kleids Dann leuchten zwischen dem Mastengewirr der Brauen und Dichunten die schwimmenden Raufläden mie bunt erhelte Bühnen endlos spiegeln sich die farbigen Bapierlaternen der Wohnboote in schwarzen Sümpfen und Waffertümpeln, halbnadte, mie mit Del gefalbte braune Leiber schimmern auf den Beranden unter rötlichen Petroleumlampen, die chinesischen Teehäuser find taghell von Kerzen und Lampions, vor den vergoldeten Hausaltären schmelen die Rauchopfer, Lachen und Gezirp von Mandolinen tönt herüber. In D Sch den Kanälen tanzen die fleinen Lampen der Boote gespenstisch wie Irrlichter auf und ab, die schwarze, heiße Nacht ist voll Lärm und dennoch geheimnisvoll. Irgendwo schnarrt ein Grammophon. Ein mit a langes Boot taucht aus den Kulissen der Pfahlhütten, erfüllt von dem Kinderlachen der Malaien, von Mufit und Singen: Boltmar Jra Serenata im malaiischen Benedig. Für Herbft u.Winter Herren- Ulster in moderner Ausführung 97-79.67.- 32. 39.00 39.00| Handschuhe für Herren, Nappa.. 6.75 6.25 5.75 Herren- Paletots krag, marengo u. schwarz 59.00 105.- 97.- 87.79-059.00 Handschuhe f. Herren, Nappa, gefütt. 8.90 8.25 7.25 Winter- Joppen ein und zweireihig mit warmem 22.50 Handschuhe für Herren, Trikot. Futter Lodenmäntel Raglan und Bozener Form, marengo 34.00 Sakko- Anzüge blau. 115.95. 89. 69.00 und oliv • 49.Sakko- Anzüge farbig, in allen Preislagen Hosen gestreift... 16.75 13.50 11.75 9.25 6.90 Hosen gestreift, la. 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November 1928, abends 11 Ubr. verschied nach langem, mit sehr großer Geduld gotragenem schweren Leiden mein lieber, guter Mann, unser treusorgender Vater, Bruder, Schwiegervater, Schwager und Onkel, der Verbandsvorsitzende Hermann Jäckel kurz vor der Vollendung des 60. Lebensjahres. Dies zeigt in tiefstem Schmerz im Namen aller Hinterbliebenen an die trauernde Gattin Lina Jäckel geb. Vetterlein. Die Einäscherung findet am Mittwoch, 7. November, 18%, Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Am Fr itag, dem 2 November 1928 vers arb nach längerem schweren Leiden der Vorsitzende des Deutschen TextilarbeiterVerbandes, unser lieber Kollege Hermann Jäckel Wir verlieren in ihm einen Kollegen und Führer von geradezu selbstloser Aufopferung für die Sache der Arbeiterschaft, Seine Treue Pflichterfüllung, auch in den schwersten Tagen seiner Krankheit, war uns ein leuch endes Vorbild. Er war uns alle Zelt ein freundlicher Berater und Helfer, der uns unvergeßlich bleiben wird. Die große Dankesschuld, die abzutragen wir verpflichtet sind, können wir nur einlösen, wenn wir in seinem Sinne wei erarbeiten. Die Angestellten der Hauptverwaltung des Deutschen Textilarbeiter- Verbandes. Dr. Bentan arniete für die„ Bräfubien" von Lisst und die Tannhäuser" Ouvertüre großen Beifall, den er bescheiden an has Orchester abgab, Funfregiffeur Mar Rina hielt eine Begrüßungs ansprache und sprach dann noch allerlei Rettes von Hans Reimann. Der Film:„ Rasputins Liebesabenteuer" beschloß den gelungenen destabend. Sm Staatlichen Schauspielhaus am Gendarmenmarkt finden en folgenden Sonntagen billige Nachmittags- Borstellungen statt, unb amar: am 11. Rovember Charlens Tante", am 18. Rovember fauft, am 9. Dezember Die Beber am 26, Desember Cin befferer Serr Billette su biefen Borstellungen, im Breife von 0.70 bis 3 m.( einschließlich Garberobe), find nur an ber Theatertalle Wertheim und deren Wilialen in allen Stadtteilen erhältlich. Der farten Stachfrage wegen empfiehlt es sich, die Karten rechtzeitig zu entnehmen. Cinen febr vernünftigen Rat erteilt die altbewährte firme Teppich- Burich, Berlin C, 2. Spanbauer Str. 82, allen benen, bie als Beihnachtsgabe preis Unferem lieben Genoffenpaar Anna und Wilhelm Schmidt bie herzlichsten Glüdwaniche aum 25jährigen Ehejubiläum Die 16. Abteilung. Allen Genoffen und Bekannten hier. burch die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unfer lieber guter Bater, Schwieger unb Großvater, der ganze gute Mensch, der Schuhmachermeister Wilhelm Richter im 79 Lebensjahre am 1. November an Darmverichlingung verftorben ist. Im Namen der Hinterbliebenen: Elise Richter Schöneberger Str. 8 Die Einäicherung finbet Dienstag, ben 6. Nopember. mittags 12 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Allen Freunden, Bekannten unb Berwandten zur Nachricht, daß am 3. Movember der Former Otto Venus nach schwerem Leiden entfchlafen tit. Um stille Teilnahme bitten bie Sinterbliebenen Die Einäfcherung findet am Mitt woch, bem 7 November, 20 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße ftatt. Am 2. Nov starb unier langjähriger Raffenrevifor, unfer lieber Genoffe Hermann Knauf Bantow, Stubnigste 1. Wir werden ihm ein ehrendes Anbenken bewahren. Die Cinäfderung findet Dienstag. ricter Teppiche, Decken, Gardinen aus Möbelſtoffe erwerben wollen. Die piens pidurich empfiehlt dringend, foon im Monat November zu laufen. S brange in den Berlaufsräumen, welche Saft, welche Nerpofität! 3m November Beihnachtsmonat, belaubers in ber legten Woche por dem efte, welch Ges bagegen hat der Berläufer die Möglichkeit und die Reit, die Wünsche jebes zu erfüllen; beffer au erfiilen auch schon deshalb, meil im November die Läger in famtlichen Artilein reichhaltiger und vollständiger zu sein pflegen. Darum fol feber, beffen Beit und beffen Mittel es erlauben, den Rat dep Firma Teppich- Bursch befolgen, bez in ben sechs Worten gegeben ift: Edon im Rovember muß man taufen", einzelnen Kunden mit voüfter fachmännischer Gründlichkeit zu erforschen und Es gibt einen herrlicheren Genuß, als der Uebertragung einer Oper eines Schauspiels, eines Orchestertonzertes ober eines interessanten Bortrages em Rabio su laufen. Diefes billige Bergnügen tann fid) jeder Teisten, de men foen für 3 m, wödjentlich bic belanntesten 2 bis 6- Röhren- Apparate Dan Come, Lorenz, Norg, Dr. Buth, Schaub, Sbeal, Telefunken ufm. bei der Sherlod- Gesellschaft m. b. S., Berlin, Sadescher Markt 2-3, Norden 4791-93. erballen Lann. Am Freitag, dem 2 November 1928, verstarb nach langer schwerer Krankheit unser erster Vorsitzender, Kollege Hermann Jäckel Der Deutsche Textilarbeiter- Verband verliert in ihm einen seiner treuesten, besten und fähigsten Berater Der Verlust, der uns trifft, ist unersetzlich Die deutsche Textilarbeiterschaft, die Verbandsmitglieder und Funktionäre hingen an ihm mit großer Liebe Um so schmerzlicher ist es, von diesem treuen Freunde Abschied nehmen zu müssen In der Geschichte unseres Verbandes hat sich der Kollege Jäckel selbst ein Mal gesetzt, das ihm. treuestes Gedenken für immer sichert Wir rufen ihm ein„ Habe Dank für deine Mühe nach. Der Hauptvorstand des Deutschen Textilarbeiter- Verbandes Die Elnäscherung findet am Mittwoch, dem 7 November, 18%, Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Elsu- Bellen, Kinder benen, Stahlmatratzen, günstig a Priv. Rat.2049. Bisenmöbellabrik Suki( Thür.) ben 6 November, 20 Uhr, im Blumenspendentellenangebote matorium Gerichtstraße flatt. Um rege Beteiligung erfucht bie 128. bis 130, Abt. Für die überaus große Tett nahme bei ber Cinäfcherung meines Mannes, unferes guten Baters fprechen wir auf diefem Wege allen Bekannten. Steunben unb Borzeigenoffen unferen herzlichften Dant aus Helene Brehm u, Kinder. ROEDER Blumenspenden Cellenangebote Boersenzack jeber Art tetett pre 6 wer Paul Golletz. borm. Reben Meyer Mariannenstraße 3, Ede Raunanitrate Amt Meritol, 109 08 Krause- Pianos zur Miete WS0. Ansbacherstr. Am 1. November verstarb nach kurzem Krankenlager unser Betriebsleiter, Herr Wilhelm Knupe Wir verlieren in ihm einen pflich getreuen und zuverlässigen Mitarbeiter und werden ihm stats ein treues Gedenken bewahren. Berlin, den à November 1928. Die Inhaber der Firma Otto Baumann Straßen. Tiefbau, Berlin N 20, Badstraße 63 Die Einäscherung findet Montag, den 5. November, abends 7 Uhr, im Krematorium Gerichtstr. statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme belm Hinscheiden meines lieben Mannes, des Gastwirtes Emil Krüger sage ich allen Genossen und Kollegen, insbe sondere den Genossen der 3. Abtig, der SPD., dem Aufsichtsrat und der Direktion der Ganassen schaftsbrauerei, dem Ver older Verband und dem Gastwiris- Verband meinen tiefgefühlten Dank. Ww. Anna Krüger. Die Beisetzung der Asche findet am 7, d. M., nachm 3. Uhr, auf cem Friedhof Gerichtstraße statt. Danksagung. Für die innige Anteilnahme beim Heimgange meines lieben Mannes und guten Vaters sprechen wir hiermit allen Freunden und Bekannten unseren herzlichsten Dank aus. Frau Emma Adamszewski und Sohn. Berlin, im November 1928. Wilhelmshavener Str. 5. 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Dieses entzückende fließende Kleid ist in vielenGrößen und modernen Farben, auch in schwarz Torrätig und kostet 49: Jugendlicher Mantel aus vorzüglichem Rips, ganz auf seidig glänzendem Steppfatter, mit sehr schönem gestreiften Pelskragen, Gürtel mit feinem Verseblus. Ein hervorragender Schmuck für unsere jungen Damen -59Das Haus für grosse Weiten In unserer Vornehmer KÖNIG Modell- Abteilung offomane- Mantel stetiger Eingang der neuesten Modeschöpfungen Die herrlichen Gesellschaftsu. Abendkleider, die entzückenden Abendmäntel, die wundervollen Pelze aus edlem Rauchwerk werden die, Bewunderung jeder Dame erregen. Auch für die stärksten Damen stels Passendes am Lager. Herrlicher Maulwurfmantel jeder die heimliche Sehnsucht Dame, aus prachtvollen Fellen mit großem breiten u. langen Kragen, auf hochelegantem Crêpe de ChineFutter, das in sehr reicher Stickerei einen besonderen Schmuck erhält, in ganz hervorrag.Paßform In diesen kostbar. Mantel gehüllt, wird jede Dame das Ziel bewundernder Blicke bilden. Er kostet in vielen Weiten vorhanden 350mit Gadiel STR.22-26 An unserem Strickwaren- Lager finden Sie riesenhafte Auswahl in Ripsfutter, Strickjacken, Pullover mit zweifarbigem Kunstseiden- Aermelfutter, breiten, angeschnittenen Besätzen, die mit einer feinen Borde abgesetzt sind. Der Mantel ist mit einem sehr schönen Kragen aus echt australischem Opossum ausgestattet und im Rückenteil apart verziert. Dieser wundervolle, äußerst geschmackvolle Mantel, kost., in allen Größen vorrätig.... Bur 110: Bildschönes Stil- Tanzkleid aus wundervollem Taft mit breiten Crêpe- Georgette- Blenden u.Taftunterrock, modern gezogener Taille, mit lang. Doppelzierband, das in einer hübschen Schleifenpartie in d. Taillengegend endigt. Das ganz reizende Kleid ist in vielen Farben vorrätig und kostet Mittwoch, den 7. November 1928 Prächtige Kinder- Kleider 13.unser berühmter Kindertag Stoffen In modernen Farben, Jumperform eder mit Westa..ab 45: hob für Damen u. Herren, Strick- Kleidern, dreltelligen Strick- Komplets in zahlreichen Mustern. auch für die stärksten Damen. Warme Strick- Wesfen, einfarbig, bunt gemustert und mit Bordüren, in vielen Farben und allen Größen.mur Original 12Wiener Strick- Pullover in schönsten Mustern -10Prächtige Braut- u. Hochzeitskleider faden Sie bei uns von einfachsten bis zum feinsten Genre für alle Größen su denkbar billigsten Preisen. Reizende Mädchen- Mäntel 15.aus warmen molligen Stoffen mit pelsartigem Kragen und Aufschlägen in feiner Ausstattung ab Gr.50+ 1