Albendausgabe Nr. 528B 263 45. Jahrgang Böchentlich 851 monotfi 3,50 R. hm voraus zahlbar, Boftbezug 4.32. einil Bestellgeld, Auslandsabonne ment 6,- pro Monat. * Der Bormårts erscheint mochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, bie Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend, Illustrierte Beilagen Bolt und Zeit" und Rinderfreund. Ferner Unterhaltung und Biffen". Frauen ftimme. Technif"," Blid in die Bücherwelt" und Jugend- Borwärts Vorwärts Berliner Bolksblatt MEC Mittwoch 7. November 1928 10 Pfennig Die et nipaltige Ronpareillezetle 80 Bfennig. Reflamezeile 5.- Reichs mart. Aleine Anzeigen" das fettge brudte Wort 25 Pfennig( zulässig zwet fettgebrudte Morte), jedes weitere Bort 12 Pfennig. Stellengefuche das erite. Wort 15 Pfennig, jedes weitere Bort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Arbeitsmartt Selle 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen annahme im Hauptgeschäft Linden Straße 3, wochentagL von 8 bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin S 68, Lindenstraße 3 Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Fernsprecher: Donhoff 292-297 Telegramm- Adr.: Soztaldemokrat Berlin Boftfchedlonto: Berlin 37 536. Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Distonto- Gesellschaft, Depofitentafle Lindenstr. 8 Hoover zum Präsidenten gewählt Großer Sieg der Republikaner über die Demokraten. New York, 7. November. Um 10 Uhr( ME3.) wird befannt, daß die Demo kraten sich lediglich in Alabama, Arkansas, Georgia, Louisiana, Mississippi und den beiden Garolina gehalten haben. Sie buchen insgesamt damit 94 Stimmen. Jn Herbert Hoover. Massachusetts und Tennessee mit insgesamt 26 Stimmen steht die Entscheidung noch aus. Sämtliche restlichen Staaten mit bislang also 411 Stimmen entfallen auf Hoover. New Yort, 7. November. Der Vorsitzende des demokratischen Parteiausschusses bestätigte um 7 Uhr morgens( MEZ.) die Wahl Hoovers zum Präsidenten der Vereinigten Staaten. Die Stimmen mehrheit für Hoover im Liten und im mittleren Westen der Staaten ist ganz außerordentlich. Sie dürfte in New Yort etwa 100 000, in Chio etwa 600 000, in Illinois 400 000, in Massachusetts 100 000, Wisconsin 30 000, Missouri 30 000. Indiania 210 000, Kentucky 150 000 und Pennsylvania 600 000 betragen. Smith beglückwünscht Hoover. New Yort, 7. November. Gouverneur Smith, der die Wahlrefultate im New Borfer Hauptquartier der Demofraten entgegennahm, ohne fich zunächst dazu zu äußern, fandte gegen Mitternacht, als sich das Ergebnis der Wahlen überblicken ließ, folgendes Telegramm an Hoover: Jch beglüdwünsche Sie herzlichst zu Ihrem Sieg und biffe Sie, meine beffen und aufrichtigffen Wünsche für Ihr förperliches und feelisches Wohlergehen und für den Erfolg Ihrer Regierung entgegenzunehmen." Die Schlacht um die Parlamente. New port, 7. November. In Berbindung mit dem Erfolg der Republikaner in der präsidentschaftskampagne haben diese auch in den Senats- und Repräsentantenwahlen entsprechende Erfolge ju verzeichnen. So steht bislang fest, daß 220 Republikaner, 164 Demodene Staaten des Südens verlorengegangen, die in früheren Bahlen ausnahmslos demakratisch gestimmt haben. Auch die Far mer des mittleren Bestens haben anscheinend ihre Stimmen für Hoover abgegeben, obwohl man im demokratischen Lager gerade aus Farmerfreifen eine starte Unterstügung der Kandidatur Smith ermartet hatte. Gestern abend, um 10 1hr, war Hoovers Sieg bereits gesichert. Troß der ungeheuren Wahlbeteiligung blieben störende 3mischenfälle verhältnismäßig gering. 2o fie vorfamen, erklärten fie fich vielfach daraus, daß in vielen Städten, wo feine Stimm Maschine zur Verfügung stand und mit Stimmzetteln ge mählt werden mußte, die Wahllokale derart mit Stimmzetteln über flutet wurden, daß Fässer zu ihrer Aufbewahrung herbeigeschafft werden mußten. Nem Vort, ebenso wie die kleinste Stadt im Lande, bot ein Bild gespanntester Erwartung. Auf den Straßen, in denen fich Kopf an Kopf drängte, in den Restaurants und anderen öffentlidhen Lofalen, ja, selbst ini 3 udthaus Sing- Sing wurden die Wahlergebnisse durch Rundfunt und Lautsprecher bekanntgegeben In den großen und eleganten Hotels, in deren Gesellschaftsräumen fich ungezählte Bäfte für die Bahlnacht eingefunden hatten, hielt man mit ber Begeisterung über den Sieg Hoovers nicht zurüid. traten, ein Farmer und vorausfichtlich auch ein Sosialist in Der neue Präsident von USA... das Repräsentantenhaus gewählt wurden. 49 Mandate ftehen noch offen. Ueber die Verteilung der Senatssitze liegen im Augenblick noch feine genaueren Zahlen vor. Die Börse befriedigt. Mit Lautsprecher und Scheinwerfer. New York, 7. November. Aus dem Berlauf der Präsidentschaftsmahlen, die sich diesmal durch einen Reford der Wahlbeteiligung auszeichneten, ift als be mertensmert hervorzuheben, daß dem demokratischen Kandidaten Smith, dem Gouverneur des Staates Nem Vort, die Wahl. männerftimmen diefes Staates verlorengegangen find, ob. wohl die Stadt New Yort felbst überwiegend demokratisch ge stimmt hat. Weiter sind dem demokratischen Kandidaten vers hic. Durch das Aussperrungsgebiet. Effen- Duisburg- Hamborn- Rheinhausen. Effen, 6. November. vor Weihnachten scheint ihnen doppelt bitter. Wie aber erst, wenn Tot ragen die mächtigen Schornsteine in die Luft. Hier und auch die Thyssenschen Kohlenzechen mit ihren 6000-7000 Arbeitern fa ein vereinzeltes Rauchwölkchen. Bon Essen, der ausgesperrten zu feiern beginnen? Die Halden sind voller Kohlen, schon jetzt ist Fruppichen Hochburg mit etwa 26 000 Arbeitern geht die Fahrt eine Feierschicht eingelegt, die Arbeiter werden nur jeden zweiten jach Duisburg und weiter, an dem größten Binnenhafen der Welt| Tag beschäftigt. Das an und für sich knappe Einkommen der Bergper Autobus nach Hamborn. Zurüd bleiben die nieder- leute wird dadurch noch geschmälert. heinischen Hütten, die Rhein- Stahl- Hütten, Phönig. orbei Biel besser lebt hier in Hamborn auch der Thyssensche MetallIn Hamborn regiert Thyssen. Vor dem Verwaltungsarbeiter nicht. Wie soll z. B. ein Familienvater mit neun Rindern jebäude der Bereinigten Stahlwerke Auguft Thyssen stehen Menschengruppen, ebenso vor dem Lohnbureau. Ueberall auf den Straßen Arbeiter, denen man ansieht, daß fie vorziehen würden, hrem Tagwerk na hzugehen. Vor dem Bolkshause staut sich die Menge. Hier werden die Berbandsmitglieder registriert. Die Stimmung ist überall zuversichtlich. Man weiß sich im Recht, zeiht die Eisenbarone des Rechtsbruches, ist überzeugt, daß sie den fürzeren ziehen werden. Aber die Stimmung der Unorganisierten? Es find ihrer in Hamborn etwa 70 Broz, die restlichen 30 Bro3. stehen in den freien und christlichen Gewerffchaften. Die 70 Broz. hoffen, daß die Entscheidung über die Zahlung der Erwerbslosenunterſtügung für fie günstig ausfallen wird; noch haben sie in den nächsten Tagen den Restlohn für Oktober zu erhalten; felbft nach Abzug der Rohlen und Barvorschüffe dürfte noch soviel übrigbleiben, daß es etwa zehn Tage zum Leben reicht. sta Mit 76 Pfennig Stundenlohn. bei 7.6 Bf. Stundenlohn haushalten? In der Wohnung dieses Mannes schaut es sauber und ordentlich aus; Elend, Not, Hunger sieht man den Leuten rein äußerlich nicht an, die blassen Kindergesichter legen aber beredtes Zeugnis ab. Dem gleichfalls ausgesperrten Nachbar mit vier Kindern geht es nicht viel beffer. Es find die Thyssenschen Wertwohnungen, umgeben von hohen Schloten, die Tag für Tag ihre Rauchschwaden auf diese Häufer ausströmen ganz schwarz ist das einstmals rote Ziegelgemäuer. Ueberall drei bis vier Kinder. Die Aussperrung ist für fie im Augenblid noch sowas wie ein frohes Ereignis: Bater ist jetzt wie ja fonft nur an Sonntagen zu Hause und in bester Stimmung. Weshalb ist Bater ausgesperrt?" frage ich fie. Er will mehr Lohn haben." Anschauungsunterricht im Klassen. tamps! Je mehr Kinder, desto größer das Elend. Ueber Ruhrort zurüd nach Duisburg. Bon dort mit der Elektrischen nach Rheinhausen man fann durch das ganze Ruhrgebiet mit der elektrischen Straßenbahn fahren, es ist wie eine gewaltige Industrieftadt Auf dem Wege zum Rhein liegt die Sieb lung der Stadt Duisburg für Kinderreiche. Ein schmuder Gebäudekomplex, fauber und freundlich anzuschauen. Aber im Innern, ( Fortfegung auf der 2. Seite) Der Handel war bereits eine Boche vor der Aussperrung Stoden geraten. Die Arbeiter wußten, was ihnen drohte: auf s einigermaßen Entbehrli he wurde verzichtet. Die Kaufleute jen feinen Hehl daraus, daß ihre Sympathien nicht den all- bäudekomplex, tigen Eifenmagnaten gehören; die Aussperrung gerade jetzt i AMERICA 8 ONE DOLLAR zeigt starte Aehnlichkeit mit seinem Borgänger. Die New- Porter Gesellschaft hatte die erste Hälfte des Wahlabends in der Metropolitan Oper verbracht, mo Richard Strauß Aegyptische Helena" mit Laubenthal und der Jeriga in den Hauptrollen in einer glänzenden Aufführung zum ersten Male über die Szene ging. Als hier die ersten Nachrichten über den Sieg Hoovers eintrafen, äußerten bekannte Bertreter der Finanzwelt, die wegen der Auswirkung der Präsidentschaftswahl auf die Börse Besorgnis gehegt hatten, größte Befriedigung. Der neue Bizepräsident. New York, 7. November. Charles Curtis Bizepräsident werden. Auf Grund des Wahlfieges der Republikaner wird Senator Obmohl noch nicht alle Resultate vorliegen, ist es wahrscheinlich, daß Frantlin Roosevelt Gouverneur des Staates New York merden wird. V Durch das Ruhrgebiet. (Fortsetzung von der 1. Seit«.) mehr Kmöer, desto größer das Elend. 3000— 4000 Kinder Haufen er. Am Rheinuser sieht man sich plötzlich den Kruppschen Hoch- fen gegenüber, mächtige Gebilde steigen hier loblos schwarz in die ohe. Rechts, in einer Entfernung von etwa Kilometern, die cue Rheinbrücke und hinter ihr die Schlot« der Niederrheinischen riltten. In Rheinhausen das gleich« Bild wie in Hamborn: über- ll kleine Gruppen feiernder Menschen: in der Werksiedlung Kinder nd Erwachsene vor den Häusern wie sonst nur an Feiertagen. lies«„Feiertage" hier aber sind Kampftage. In Essen selbst merkt man im Zentrum der Stadt mhts an dem gigantischen Kampf, der sich hier abspielt. Nur wenige Schritte weiter, und man befindet sich mieten im Kampfgebiet. kilometerweit ziehen sich die Kruppschen Werke hin. unheimliche -tille herrscht, wo sonst Leben wogte. Bor dem Arbeitsamt ein« Nenschenonsammlung: Erwerbslose, m i t t e l b o r von der Aus- perrung betroffene Arbeiter, holen ihre Unterstützung ab. In fflen spielt die Hoffnung der Unorganisierten auf die Erwerbslosen- interstützung ein« noch größer« Rolle als in Hamborn; nicht mehr ck» 47 Proz. der Kruppschen Arbeiter sind organisiert. Die vielen Zugewanderten zeigten bis jetzt kein Berftändnis für die Bedeutung �er Organisation. Sie hoben auch nicht geglaubt, daß d«r Tag nmmen würde, da der Kampf mit eixenc: Kräften ausgefochten »elden müßt«. Wie es im Ledigenheim aussieht. Am best«» lernt man die Stimmung. dieser Unorganisierten in der Kruppschen„Menage" kennen, dem Ledigenheim. Hier wohnen etwa ZOO bis 600 Arberter. Die großen Schlaftüte sind durch Holzwände, die kaum Manneshöhe übersteigen, in kleine Käfige oerwandelt, etwa je ein Meter breit und zwei Meter lang; selbst ein« Schlafzelle im Gefängnis sieht freundlicher au« als solch eine Arbeiterzelle. Wenigstens hat dort jede ein Fenster; hier gibt es mcht wenige vollkommen dunkle. Ein Bett, ein wenig an- sprechender Wandschrank, da« die ganze Ausstattung der Schlaf- rabine: es gibt Leute, die Jahre hindurch bort wohnen. Im Winter ist es kalt, die Luft dick von den Ausdünstungen der vielen Menschen, die Kafseekochgelegenheiten sind ungenügend, die Waschgelegenheiten unzureichend, die Badeanstalt ist geschlossen. Und für all« dies« „Bequemlichkeiten" zahlen die Kruppschen Junggesellen 4chO pro Woche Ein« Werkwohnung kostet nicht viel mehr. Nimmt aber der Kabinenbefitzer hier nicht sein Mittagessen«in, so erhöht sich der Preis um 20 Pf. pro Nacht. Das Mittagessen kostet 82 Pf. und soll das nicht wert sein. Im Gemeinfchastssaal gibt e» Leute aus allen deutschen Ländern: Schlesier, Ostpreußen. Sachsen, Mecklen- burger, Rheinländer, Badenser usw., all« unorganisiert. Sie befinden sich in voller Ungewißheit darüber, was ihrer harrt. sie sind ober überzeugt, daß sie Erwerbslosenunterstützung bekam- men müssen. Erhalten sie sie nicht, dauert die Aussperrung an, treten die Kruppschen Werk« an sie heran mit der Ausforderung, zum früheren Lohn zu arbeiten, wer weiß, was dies« Unorganisier- ten dann tun. Das graue Elend in der.Menage". 'Neben dem jetzigen Ledigenheim befindet sich die früher« „Menage". Die ehemaligen Schlaffäle, in denen die Kruppschen Arbeiter in übeeeinander anfgestackten Betten schliss««, sind jetzt den aus Kruppschen Werkwohimngen exmittierten Familien zur Der» fügun« gestellt: da sie nicht zahlen konnten, mußten sie heraus. Auf Grund des Mieterschutzgesetzes war Krupp gezwungen, ihnen eine ander« Unterkunst zu gewähren. Wenn irgendwo, so herrscht hier graues Elend. E i n großer Raum dient als Küche, Wohn- und Schlafzimmer. Da ist z. B.«in Erwerbsloser mit sieben Kindern, früher Kruppscher Arbeiter: Unterernährung und physische Entartung sieht man den Kindern auf den ersten Blick an. Weniger schlimm scheint es in der Nachbarwohnung: hier sind nur drei Kindermünder zu ernähren.. In der ehemaligen„Menage" gibt es nur wenig Ausgesperrt«. Um so mehr aber im N o r d h o f. Es sind dies Straßmzüg« mit zweistöckigen Holzboracken— auch eine Kruppsche Wohnungssied- lung. Im nahen Hintergründe mächtig« Schornsteine der Krupp- werke: die Treppen zu den Wohnungen direkt von der Straße, die Klosetts unten«den den Häufern. Di« beiden Wohnräume— in einem befindet sich der Küchenherd— bilden zusammen eine ge- ringere Fläche, als das ein« groß« Zimm»r im früheren Ledigen- heim. Der erste Besuch galt einem organisierten Arbei- l« r—«» gibt hi«r deren nicht viel«. Er schickt uns zu einem Nachbar. der fünf Kinder hat,«in sechstes ist vor zwei Tagen gestorben. Der Mann ist seit zwei Iahren erwerbslos. Unaufhaltsam der Redestrom der Frau. Sie erzählt, wie sie oft nichts anderes als Kartoffeln zu Mittag hatten, manchmal fehlten selbst dies«. Fünf Jahre arbeitslos. In einem anderen Wcrkwohnungsblock trifft man«ine Familie an, deren Haupt bereits fünf Jahre arbeitslos ist. Von den sechs Wohnungen gehören vier ausgesperrten Arbeitern. Di« Miete, die etwa 20 Mark monatlich beträgt, wird erhöht, sobald Erwerbslosigkeit eintritt. Selbst bei Abzug der Hauszinssteuer bleibt sie immer noch höher als sonst. Der Stundenlohn der Hilfs- arbeiter ist geringer als der bei den städtischen Notstandsarbeitern. Hier ist er 76 Ps. pro Stunde, dort 62 Pf. Fast in jedem Haus trifft man Bestich an: die Ausgesperrten sprechen einander Mut zu. Guter Mut, eine der Hauptbodin- zungen sür den Kamps, sehlt den Ruhrarbeitern nicht. Sie wissen, daß die gesamte Arbeiterschaft Deutschlands mit angehaltenem Atem ihrem Ringen zuschaut, und daß sie nicht nur zuschaut: sie wird ihr Aeußerstes tun, um den berechtigten Forderungen der Rnhrarbeiter zum Siege zu verhelfen! Die Berliner Verkehrs-A.-G.' Die Magistralsvorlage über die Zufammensassuag der drei städtischen D ert e h r» u n t e r n eh m e n(Schnellbahnen, Straßenbahnen. Omnibus) ist im Ausschuß durchbcralen und mit geringen Aenderungen angenommen worden. Der An». schuß empfiehlt seht der Sladtverordaelenversammlung. die Gründung der Berliner Verkehrs-A.-G. mit einem Kapital von 400 Millionen Mark(so hoch wird der wert der drei Unternehmen geschähk) zu genehmigen. Nach der notwendigen Liquidierung der Berliner Slraßenbahn-Betriebs-G. m. b. h., der hoch, und Unter- grundbahn-Gesellschasl und der Allgemeinen Berliner Omnibus-A.-G. wird die verwallungsorganifatorische Vereinheitlichung durchgeführt. Die bisherigen Aufsichlsratsmitglieder der drei Unternehmen sollen zu Mitgliedern de» Aussichlsrat» der neuen verkehrs.A.-G. gewählt werden. Ein« Verstärkung de» Aussichlsrato über die Zahl von zwölf Mitgliedern hinaus soll nur durch Beschluß. der städtischen Körperschosteu erfolgen können. I Sie preußemegiening zum Ruhrkamps. Scharfe Verurteilung der aussperrenden Schwerindustriellen. Im Preußischen Landtag gab heut« mittag in der fortgesetzten Aussprache über die Mctallarbeiteraussperrung im Ruhrgcbiet im Namen der Staatsregierung Staatssekretär Dr. Deißmann folgende Erklärung ab: Di« Schlichtung von Arbeitsstreitigkeiten gehört materiell zur Zuständigkeit des Reiches. Eine unmittelbare Einwirkung der Länder ist nicht gegeben. Di« Staatsregierung ist daher nicht in der Log«, zu dem Inhalt des Schiedsspruches selbst Stellung zu nehmen. Sie bedauert ober, daß die Arbeiigeberfeite trotz der Verbindlichkeit». erklärung de» Schiedsspruches und ohne die gerichtliche Klarstellung der von ihr aufgeworfenen Rechtsfragen abzuwarten, die Au». sperrung durchgeführt und damit das deutsche Wirtschaft«leben einer ernsten Erschütterung ausgesetzt hat. Die Staatsregierung hat sich mtt der Reichsregierung in Ber» bindung gefetzt, um alle zur Entspannung der Loge geeigneten Schritte zu unterstützen.(Rufe bei den Kommunisten: Unerhört! Also Kuhhondell) Abg. harlmann(Dem.): Ich gebe zu, daß über die suristische Grundlage des Schiedsspruches Meinungsverschiedenheiten unter Juristen entstehen können. Aber e» kommt nicht aus die formal- juristische Seite an, sondern darauf, ob die auegesperrten Arbeiter noch Lebensmöglichkeit haben und ob die deutsch« Lolkswirtschaft die Belastung eines solchen Riesenkompfes«rtragen kann. Der Stoß richtet stch in Wirklichkeit nur gegen den Staat und gegen die Reichsregierung._ Die Zleichsreglenmg soll eingreifen. Rotschrei der Gemeinden. Essen. 7. November.> Oberbürgermeister Bracht in Esten richtete im Austrag« aller beteiligten Gemeinden und Gemcindeverbände an ben Reichskanzler, den Reichswirtschoflsminifter und den Reichsarbeit»minister nachstehendes Telegramm: „kAe heut« in Esten versammelten Verwaltungsleiter der Städte und candkrelse im rheinisch-westfälischen Industriegebiet richten an die Rcichsmgicruug die dringende Bitte, nichts unversucht zu lasten, um eine möglichst baldige Beilegung des gegenwärtig«-« wirlschaftskampse» in der Eisenindustrie herbeizuführen. Für die durch die wirtjchostlichcn Nachwirkungen de» Kriege» und de» Ruhrkampses besonders schwer betroffenen westdeutschen Indnstriegcmeinden ist eine Aortdauer der schweren wirtschaftlichen Erschütterungen angesichts ihrer ohnedies äußerst gespannten Finanzlage verhängnisvoll." Die Gegenklage der Gewertfchasten. Bochum. 7. November.(Eigenbericht) Die Gewerkschaften haben am Dien-lag durch ihre Anwälte die Gegenklage beim Arbeitsgericht ln Essen eingereicht. Die Begründung zur Nichtigkeitsklage der Arbeitgeb« ist den Gewerk- schasten zugegangen und sie find vom Arbeitsgericht aufgefordert worden, fich dazu bis zum 10. Novemb« zu äußern. Die Lage unverändert. Bachum, 7. November.(Eigenbericht.) Di« Loge im Aussperrung-gebiet fft unverändert. Nach wie vor herrscht trotz der kommunistischen Hetze vollkommen« Ruhe im Revier. Di« Metallarbeiter leisten den Weisungen ihrer Organisa- turnen in mustergültiger Weis« Folge. Am Freitag werden die Wetallarbeiter-Berbänd« die ersten Unterst ützungs- gelber an die Ausgesperrten auszahlen. Infolge der Auswir- kungen des Aussperrungsgebietes beherrscht die Sorge vor einer längeren Dauer des schweren Arbeitskampfes und damit emer Ber- schärsung der Loge. Das Verlangen nach einem vermittelnden Eingreifen fft nirgends größer als bei den Kommunen, für die die Unterstützung der durch die Aussperrung in Not geratenen Ar- beiter und ihrer Familien eine außerordentlich schwer« finanzielle Belastung bedeutet. Das ist die Sozialdemokratie! Das Bürgertum schimpft auf seine Parteien... Die„Nationalliberale Correspondeirz", der Pressedienst der Deutschen Botksportei, bespricht m Nr. 106 vom 7. November die Jahrbücher 1027, die von d« Soziatdemokralischen Partei und vom Allgemeinen Deutsche« Gerverkschaftsbund herausgegeben worden sind. Ste gibt einige Zahlen ihrer Mitzliederbewegung und Kasten- iührung wieder und bemerkt dazu: Ob das Bürgertum jemals Zu ähullcheu Leistung«» sür sein« Varteieu sähig ist? Wir b-�weiseln es und find darin tief velsi. mistisch. Es schimpft auf seine Parteien und wird darin von Kreisen und Organisationen unterstützt, die ihre gowohnheits- mäßig« zersetzende Krifik an allem, was bürgerliche« Parteiwcien '' betrifft, noch für' eine besvnders-verdienstliche Natioyal« Arbeit halten! Umgekehrt fühlen sich Gewerkschoften und Partei eins. Der organisiert« Sozialdemokrat schimpft zwar auch aus die Por- tei und die„Parteibonzen", aber in kritischen Augenblicken häll « Disziplin, wie die Abwehr des kommunistischen Volksbegehren» beweist, das für den Bestand der Sozialdemotnatischen Partei unter anderen Umständen hätte gefährlich werden können. So. lange da» Bürgertum hieraus nicht die Konsequenzen sür sein eigenes Verhalten den bürgerlichen Parteien gegenüber zieht, wird es im Kampf gegen die Sozialdemokratie Immer den kürzeren ziehen. Dies« schwermütigen Fesfftellung der„Nationo Liberalen Correspondenz" können wir nur zustimmen, wenn auch mit«ist. gegengefetzten Empfindungen._ Kläglicher Ausgang einer ,�lkiion". Die Oeutschnationalen wollen Badt zu Fall bringen. Di« Deutschnasionalen laufen seit langem Sturm gegen den Ministerialdirektor Dr. B a d t. der ihnen als Sozialdemokrat und entschiedener Republikaner in seiner einflußreichen Stellung als Direktor der Berfastungsabteilung im Ministerium des Innern sehr im Wege ist. In der gestrigen Sitzung des Lerjassungs- a u s s ch u f s e s des Landtags hatten nun die Deutschnationalen den kühnen Antrag gestellt, Badt von seinem Posten abzuberufen und zu entlasten. Der Grund zu dieser Forderung war ihr Aerger NACH ZEHN JAHREN! REVOLIITIONfFEIER AM FREIT AA/ S. NOVEMBER/ IM SPORTPALAST/ * POTSDAMER STRASSE TL> Anfang 19 V« Uhr Eintrittakarten 50 Pfennig Ordiesten PROGRAMM; Einzug der Gäste........ Wagner Einmarsch und Aufstellung d. Fahnengruppen(Jugend, Rote Falken, Sportgruppen) Egmont-Ouveniire........ Beethoven Cnöre mit Begleitung des Orchesters: Das heilige Feuer........ Uthmann Sprcchchor: Ballade..Haht ihr vergessen".... Klabund Chor mit Begleitung des Orchesters»: Das Erntelied(Dehmcl)...... Fried REDE(verstärkt durch Lautsprecher): „Wenn der Gedrückte nirgends Recht kann finden" Wilhelm Dittmann, M. d, R. Orchester: Vorspiel zu„Kampf und Sieg"... Knöchel Chor mit Begleitung des Orchesters: TordFoleson......... Uthmann �prechchor; .'er 9. November 1018— 1028.... Rothenfelder '.emeinsamer Gesang mit Begleitung des Orchesters: Die Internationale:....... Daygeter cintrittskarten sind bei allen BezirksfUhrern und Abteilungskassierern sowie im Bezirkssekretariat zu haben. AN DER ABENDKASSE FINDET EIN KARTENVERKAUF NICHT STATT darüber, daß Badt in dem Rechtsstreit des preußischen Staates mit dem Magistrat der Stadt Potsdam vor dem StaotsgerichtsHof den Standpunkt der Staatsregierung in sehr geschickter Weise vertreten hatte. Die Verhandlung des Derfastungsausschustes aber nahm«inen anderen Derlauf, als es sich die Deutschnationalen erträumt hatten. Staatssekretär Dr. Ab egg hielt den Dattschnationalen.zu- nächst einen außerordentlich lehrreichen Dortvag über die Geschichte der Farben Schwarzrotgold und über die Entstehung des Flaggen zwisies. Im übrigen stallte er fest, daß es etwas völlig Ungewöhn- liches sei, einen einzelnen Beamten zur Verantwortung zu ziehen: die parlamentarische Verantwortung trag« der Minister des Innern, und dieser übernehme sie um so lieb«, als Dr. Badt, der als besonders tüchtiger Beamter bekannt sei, bei seinem Plädoyer vor dem Staatsgerichtshof eine ganz ausgezeich- nete Leistung vollbracht habe. Den Deutschnationalen waren von den Ausführungen Abeggs so betroffen, daß sie nicht einmal den Mut besaßen, auf die Esels- brücke zu treten, die ihnen die Bolkspartei bauen wollte. Es wurde ihnen nämlich vorgeschlagen, nach den Erklärungen Abeggs ihren Antrag doch wenigstens abzuändern oder teilweise zurückzunehmen. So wurde denn, trotzdem Herr Paul Bäcker sich noch«mmal ver- geblich als Rufer im Streit« produziert«, der deuffchnotionole Antrag oiff Abberufung Badts mit großer Mehrheft abgelehnt. Beamienkundgebung des ADV. Zu Dienstagabend hatte der Bezirksausschuß Berlin des ADB. ein« öffentliche Beamtenversammlung in den Mustkersälen anbc- räumt. In dem stark überfüllten großen Saal sprach der Bundes- vorsitzend« Reichstagsabgeordneter Falkenberg ganz allgemein zu den Leamtensragen, während Dr. Balte r vom Bundesvorstand in ausführlicher Weif« die Besoldungsrechtsocrhältniste der Beamten darlegt«. In der dann einsetzenden Diskussion sprach u. o. auch der Reichs- tagsabgeordnete Torgier von der KPD., der in demagogischer Art die Tätigkeit des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes ver- kleinern wollte. Falkenberg und Dr. Völler setzten sich m ihren Schluß- warten in treffender Weise mit den Ausführungen von Torgler auseinander, indem sie seine demagogischen Anzapfungen Nor und entscheidend abwiesen. Bon der Verhandlungsleitung wurde folgende E n t s ch l i e- ß u n g eingebracht und einstimmig angenommen: „Die öfsenüiche Beamtenversammlung am 6. November nahm au» dem Wunde de« Bundcsvorsitzenden des Mgemeinen Deutschen Beamtenbundes, Kollegen Falkenberg, auch von dem Berzweiflungs- kämpf Kenntnis, den die Metallarbeiter im Ruhrgebiet gegen Arbeit. geberwillkür, die auf politische Ziele abgestellt ist, führen. Die Versammlung versichert die um ihr« vitalsten Lebensinter- esten kämpfenden Arbeitsbrüder ihrer wärmsten Sympathien und fordert sie aus, auszuharren bis zum«ndgüttigen Siege, der nicht nur in ihrem Interesse, sondern in dem der gesamten Arbeitnehmer- schast siegt."_ Die Tragödie einer Ehe. Totschlagsprozeß gegen die SchlScdtermeisterSfroa Ttoad. vor dem Schwurgericht III begann heul- d« Totschlaqs- prozeß gegen die Schlächtermefflersfrau pauline N o a ck an» Nauen, die am 25. April d. 3. ihren Ehemann, den Schlächter- meist« Gustav Noack mit einem Schlächlerbeil erseht agen hat. Die Verhandlung entrollte ein Ehebild von seltener Traurigkeit. Frau Noack hatte vor fünf Jahren zum zweiten Mal« geheiratet und ihr Grundstück verkauft, um dos Geld in Njs Geschäft ihre» Mannes zu stecken. Di« Ehe gestaltete sich im höchste".. Vlaße unglücklich. Der Maim war ein Trinker und brachte da» Geschäft herunter. Wie die Angeklagte, ein« bemitleidenswerte, ein-' geschüchterte Frau darstellte, war sie in tiefster Seelen not.] Sie habe diesem Leben ein Ende machen wollen, hätte sich in den Laden geschlichen, da, Schlächlerbeil gehol« und ihren, Manne dam» zwei Schläge üb« den Sops gegeben. Noack war der Schädel zer trümmert, und er ist daran gestorben. Nach der Tot hatte die An-: geklagte däs Beil neben der Leiche hingelegt und zunächst die Tak'k al» einen Akt der Notwehr hingestellt, s Ii n poiucarä kehrt zurück? Gofiimmige Forderung der presse. Paris. 7. November.(Eigenbericht.) vie VeffenMchkeil ist sich bereits ia großen Züge» Aber dl« Lösung der Regierungskrise einig. Es gib» nur ein« Stimme, »nd diese fordert Poincarö al» Nachfolger Poi»ca«ö». Zahlreiche Irattioneu der Kammer find gestern zn Sitznnge» iusummengetreten und alle haben einstimmig wieder Poincarö ans den Schild erhoben. Auch die Kriegsbefchädigtenverbünde hoben Aufrufe und Proklamationen erlassen, worin fie Poincar« znm Beuen Ministerpräsidenten vorschlagen. Die radikalen und die so. !>nlistischen Kammersraktiouea werden erst heute zusammentreten, l>m zu der Lage Stellung zu nehmen. Ein anderer Kandidat al» Poincarö wird von der heutigen Aiorgenprefie überhaupt nicht in» Auge gefaßt. Selbst di« radikale fresse wie das»Oeuvre-, die»Ere Nouvelle- und der»Ouolidlen- kkklören. Poincarö habe nicht den geringsten Ealschuldigungsgruud, lnn sich von seiner Berufung zu seinem eigenen Nochsolger zu drücken. Leon Blum enthüll sich im„Populaire* vorlüusig noch jeder Kritik. Er behauptet, er sehe vorläufig keinen Grund, sich über jtn Sturz Poincarts zu freuen. Der Bruch zwischen der nationalen Union und der radikalen Partei sei heute zwar endgültig, es frage sich, ob dieser Bruch noch rechtzeitig erfolgt sei. '<( Radikalen hallen in der nationalen Union ein« zu ausgedehnte ujammenarbeit geleistet und es fei wahrscheinlich, daß ein großer ihrer Wählerschaft und ihrer Parlamenlsfraktion heut« nur %isehr von nationalem Geist durchtränkt fei. Ader die Sozialisten k>en die letzten, di« jetzt die Radikalen entmutigen wollten. „Gin schändlicher Beschluß." Die Beschützer der Indifferenten. Um eine einheitliche Regelung der Unterstützung der au»- �sperrten unorganisierten Metallarbeiter zu treffen, traten >« Oberbürgermeister und Landrät« des nordwestlichen Aus- Pnrungsgebiets am Dienstag zu einer Konferenz in Esten zu- »nmen. Es wurde festgestellt, daß die Unterstützung nach den Bor- hrjflen der Reichsfürsorgepslichtoerordnung erfolgt. Di« Bestlm- Zungen hierüber besagen, daß der Antragsteller seine chllfsbedürstig- 'it nachweisen und schristtich erklären muß, daß er nicht bereits von nderer Seit« unterstützt wird, in diesem Fall« also von einer Ge- '«rkschast. Die gezahlten Unterstützungen müssen nach Wieder- fefnohme der Arbeit ratenweise zurückgezahlt werden. Die Konferenz erklärte:„Als di« Vertretung der Aus- «sperrten sind nur die Gewerkschaften zustän« >g. Mit Vertretungen, die auf Grund von Versammlungen oder '«monftrationen zustande gekommen sind, ist nicht zu verhandeln. Anderslautende Beschlüsse von Stadtverordnetenversammlungen �rden nicht durchgeführt. Bon einer Einrichtung von Volksküchen n abzusehen.", Dieser Beschluß spricht in seinem ersten Teil'«ine Selbst- �rständlichkeit aus, da die Gewerkschaften als die *rtretung der Arbeiterschaft gelten wüsten und«in« Bertretnng v n Unorganisierten ein Unding ist. selbst dann, wenn KPD. es im Interesse ihrer politischen Spekulationen und Ge- «isle als lohnend erachtet, sich als Bormund und Anwalt «r Unorganisierten aufzuspielen. Doch gerade deshalb ist der KPD. dieser„schändliche Be- 4 1 u ß", der erst infolg« ihrer Quertreibereien im Abwehrkomps Metallarbeiter notwendig wurde, unerwünscht. Di« KPD.-Presse «gt daher, der Umweg über die reformistischen Gewerkschaft». Manzen bedeute ein« ungeheure Benachteiligung der Unorgont- «Nen. Warum und wieso wird nicht gesagt, weil ee nicht wahr ist. «Nachtoiligt fühll sich lediglich die KPD., weil sie jetzt nicht mehr 'n Gemeinden gegenüber als die Vertretung der Unorganisierten, hen die„reformistischen- Gewerkschaften, auftreten kann. Darum "„schändlicher Beschluß*. D i e G e w e r t s cha st s s e i n d s ch o s t der Kommu- 'st e n tritt hier unoerhüllt auf den Plan. Wenn die„Rote Fohn«- 'tt Schluß die„rcnolutionärc- Bemerkung macht:„E» bleibt den 'keil«-,, nicht» übrig, al» sich d!« Unterstützung zu« r k ä m p s e n", ,«'l die Gewerkschasten ganz richtig als Vertretung aller Aus- Iperrien, auch der Unorganisierten, bezeichnet wurden, dann muß 1 schon deutlicher werden und sogen, wie sie sich diese durchaus '•Ilufsige„Erkämpfung- vorstellt. Die Unorganisierten«erden �erstützt. ohne die KPD., und wenn diese etwa Unorganisiert« Jto treiben sollt«, im„revolutionären- Komps« die Gemeirtdekosien '' stürmen, dann würde sie damit den Unorganisierten einen »echten Dienst erweisen. Es dreht sich sür die KPD. aber gor nicht den Unorganisierten, die die KPD. nicht gerufen haben, ' Helsen, sondern darun,. deren Rotlog« sür ihre Partei» Iecke auszuschlachten, die Unorganisierten will» ju'«wchfB Ei» wiederentdeckier Shakespeare. Gchilleriheater:„Oer Londoner verlorene Sohn". Da» Schauspiel oom verlorenen Sohn war schon früher von Lessing und Treck entdeckt worden. Die Philologen stritten sich, ob man das Stück zu den echten oder falschen Shakespeares rechnen müste. Der scharf« Kritiker und der romantische Liebhaber glaubten aber gemeinsam an den Versaster Shakespeare, weil ihnen das Stück «ichzückend, schön und lehrreich, poetisch und auch dramawrgisch meisterhast erschien. Kamnitzer, der heute Gottes bußfertiger und kampffreudiger Sohn ist, glaubt da» nämlich«. Ohne uns aus die schwierige Profestorensrag« einzutasten, ob Shakespeares Löwenllau« ganz oder nur teilweise zu spüren ist. entscheiden wir uns für Lesstng und Tieck und Kamnitzer und darum auch für Shakespeare. Sein« Version vom Londoner verlorenen Sohn bietet ein procht- volle» Schauspiel. So humorvoll, so tiefsinnig, so sprachgewallig, so fromm und gleichzestig so herrlich durch Menschenkenntnis geadelt ist diese» Schauspiel, daß wir es heut« mit höchstem Genuß auf- nehmen, trotzdem die Improvisation am Schluß ins Märchenhaft« und Moralische allzu plötzlich abfällt. Doch das schadet nichts mehr. Aufbau und Entwicklung des Stückes, Sentenzen und Stimmungen, Sarkasmus und Ernst, alles spielt wohltätig auf den Theaternerven. Dazu Erich Engels Regie, der«in dramatisches Märchen märchenhaft inspiriert, zu- kommen mit Robert Reppach, dem Bühnenorchitekten. Einfäll« über Einfälle, doch nicht» zu närrisch ausgeklügelt. Eigentlich di« alte Shakespearebühn«. auf der die improvisierten Kulrflen irgendeinen Schauplatz bedeuten,«ine Wohnung,«in Stelldichein zum Duell, ein« Wildnis,«inen Hochzeitssaal oder«inen Garten. Gerade heut«, wo der Mechanismus der Drehbühne, der lautlos bewegten Scheiben, der elektrischen Reflektoren und au» Luft und Hintergrund herausflatternden und hervorquellenden Vorsatz- stück« von einem Dynamo und elektrischen Knopf reguliert wird, kann sich di« Shakespearebühne prachtvoll erneuern. Erich Engels ist wieder der phantasiereich« Registeur, lustig ohne zu poltern, und warenhausmäßig, ohne grell zu sein. Der Londoner verloren« Sohn ist«in Strick. Er macht sich einen Dreck au, dem Tod des Vaters. Er will nur erben, prasten, spielen, betrügen, Mädchen aus den Rücken legen Er ist für den Galgen reis, da sie ihm beinahe einen Mord, begangen an seinem eigenen Weib, dem süßesten Wesen, nachsagen können. Der Bater ist aber gar nicht tot. Er jagt absichtlich den verlorenen Sohn bis in den tiefsten Sumps, damit der Junge moralisch kuriert und bekehrt wird. Das ist der Sinn des Stückes, das sich streckenweis zum erbau- lichsten Sittenstück auswächst und dann wieder als ausgelosten« Posse vorivätts rodelt. Erich Engels, der famose Regisseur, wählt seine Schauspieler richtig. Er will kein« Temperamente oergewaltigen, wie dos Ießner gern bei seinen Klasstkerinszenierungen tut. Engels sucht mit Findig- keit die passenden Leute, vor ollen», er findet sie. Am großartigsten spielt Albert Steinrück den Vater des verlorenen Sohnes. Er hat Momente einer großartigen, ins Jenseits tastenden Traurigkeit. Er ist trotzdem«in riesiger Muskelkoloß und steht dann verlosten, mit entwurzelten Gliedern, halb kindisch und halb vergreist aus der Bühne, um das Dunkelste und Unlösbare des Schicksals zu durch- dringen. Veit Harlan, zunächst gekleidet wie einer von den Kieler Matrosen, die vor zehn Jahren revolutionierten, ist ein realistischer Spitzbube, halb Strolch, halb Stutzerpuppe, bei allem schlicht und schließlich auch nicht zu süß, wenn er als reuiger Sünder zusammenkippt. Es folgen die anderen Typen, all die Episoden- darsteller, die der Registeur mit irgendeinem Trick, mit irgendeinem Clowntrick ausstattet und geistreich nach ihrem Talent und Temperament in die lustige und listenreiche Morosität einreiht: Hans Leibelt, ein köstlich geschwätziger Kuppelvater und Friedensrichter, Aribert Wäscher, ein unendlich komischer, gutmütiger Knallprotz und Kindskopf, Julius Falken st ein ein verknöcherter Hagestolz und Schmarotzer, Franz Weber, «in lächerlicher Dümmling und verliebter Stutzer. Herr von L e d e- b u r, ein athletischer Bedienter. Grobian und Schürzenjäger usw. usw. Rur die Domen, die dos Stück bevölkern, reichen nicht aus. Drei Naive werden gebraucht. Sind, seitdem Fräulein Mannheim am Staatstheoter fehlt, nur noch allzu schwere, allzu tragisch auf- gelegt« Sentimentale zu finden? dlax klocbäork. sie in Endlich „Aktionen- hineinzutreiben. Da» ist allerdings Die Zweibriickcr verhafteten freigelassen. Die wegen ihrer vstbezichtigung im Zweibrücker Flaggenzwischenfoll durch hie lNzosen seit Mitte Oktober im Militär-Polizeigesängni» fest» Deutschen Fleck und Reinhardt sind au» der Hast ent» worden, Wie starb Malmgreen? vi« Führer des.Krassin" m Berlin. Am Kursürstendamm, in den Auestellungsräumen des „Stur m-, zwischen«xprestionistischen Gemälden, di« an ver- rauschten Sturm und Drang erinnern, werden Kommandant und Offiziere de» Eisbrecher»„firassin', di« die viglieri- und Malm- green-Grupp« der verunglückten.Ltalia->Expedition retteten, durch Herworth Dalben der Berliner Prest« vorgestellt. In kurzer Zeit wird Kapitän L« g st i n auch ösfentlich zu de» Berlmern sprechen. Beinah« ist der»Held" Nobile vergessen. Da» liegt nicht schon alle» zwischen dieser faschistischen Pose und dem gegenwärtigen Augenblick? Häuseretnstürz«. Eisendahnkatastrophen, sensationelle Prozesse, Ozeanüberquerungen im Luftschiff und die Präsidenten- wähl in de» Vereinigten-Staaten- Die Gegrnwart lebt schnell und oergißt auch schnell. Und doch, wenn Legstin, der Maschinist P h i. l i p p o f oder der Elektromonteur L e m a n über die abenteuerliche Fahrt de»„Ärastin' berichten,«in« Fahrt, die bereits wie eine Er- zählung„au« der Fern« längst vergangener Zeiten- klingt, dann tauchen die Umrisi« einer menschlichen Tragödie auf, dann erscheint das bleich« Gesicht des Forschers Malmgreen. der weit draußen, in der Eiswüst«. den Tod fand, gefaßt und ruhig wie ein Nosiischer Heros. Was dies« Russen hauptsächlich schildern— ein Dolmetscher übersetzt—. nämlich di« Fahrt de» Eisbrechers, ist bekannt. Sie sprechen mit einer sachlichen Würde, wollen nie Mittelpunkt sein. lasten allein di« Tatsachen wirken. Aber da« mterestlert weniger, das ist schon historisch geworden, hat Patina angesetzt, man verlangt nach näheren Details über die geheimnisvollen Vorgänge auf dem Eis«, man will au« dem Mund« der Retter wisten, wie Malmgreen starb, wie sich Zappt und Marians bei der Rettung verhielten. Dramatisch belebt baut Leman di« Szene auf. Aus der Eis- scholl«, vor zwei gegeneinander gelehot«» Blöcken, steht Zappi. Als die Rüsten di« Eisscholl« betreten, sinkt ihnen Zappi au» Freud« und Dankbarkeit zu Füßen. Strahlt, al» er den Namen des Eisbrechers „Ärastin" erfährt. Marians liegt etwa» abseits, in Schnee gebettet. er tonn stch kaum bewegen und winkt nur schwach mit der rechten Hand. „Wie waren di« beiden bekleidet?" wird Leman unterbrochen. Zappi trug zwei Änzüge und zwei Paar pelzgefüttert« Stiefel. während Märiano nur mit einem Anzug bekleidet war. Socken trug, di» bi» zur halben Wade reichten und diese bis zum Knie frei liehen. „Wie erklären Sie sich diese sonderbar« Bekleidung?" Nach einer kurzen Pause erwidert der Rüste, daß Mariano. der sich krqnt fühlte, freiwillig auf Malmgreen» Sachen verzichtet hätte. um den gesunden Zappi zu ritten. ..Finden Sie in diesem Fall« nicht Zappi z Verhalten sehr un- kameradschaftlich?" Der Rüste schweigt daraus. „Und wo» erzählte Zappi von Malmgreene Ende?" „(Finen Monat, bevor wir Zopp! fanden, hätten die beiden Italiener bereit» den schwedischen Forscher im Ei» bestoUet. Malm- green» link« Schuller war ausgekugelt, die Füße erfroren. Um di« beiden anderen zu retten, woill« er zurückbleiben. Mit Mester und Beilen wird ein Grob gegraben, dann entkleidet sich Malmgreen und legt sich hinein, um zu sterben vorher hat er Zopp! Kleider. Uhr und Briestosche übergeben." „Ist das die Wahrheit? Hotten Sie da» Empfinden, daß Zappi di« Wahrheil sprach?" Nach einer Paule sagt der Rusie:„So hat er es uns immer erzählt!" Schweigen. Und dies Schwelgen über Malmgreen» Tod wird kaum jemals gehrochen werden.,_— t. „Das deutsche Lied." Titania-palast Das Lixd �7 gaoz gleich, ob es eine seelisch« Lngelegenhett der Einzclpzrson ist oder ob es infolge seiner ursprünglichen volkstüm. lichkeit ait« der Mast« kommt und d>« Mast« wieder«dfaßt— hat ch» Ausdrucksform«in, akustische Wirkung, die' nie und nimmer in» Optische abgebogen werden ton», Darum ist auch di» Verfilmung des deutschen Volksliedes«in Unding: sie kann höchstens di« Wirkung des Festwagens eines Gesangvereins auslösen. Immerhin ließ der Filmbeginn mit der Geschichte von Wälther von der Bogelweide, dank vorzüglicher Landschastsbilder, kleidsamer Kostüme und Handlung, eine einigermaßen gute Lösung unter Karl P i n d l s Regie erwarten. Er verfällt aber gar zu bald— obwohl er die landschaftlich sehr gute Wirkung sich stets sichert— in die Methode von Herz- blöttchens Zeitvertreib. Aber für ein Publikum, das schon in Beifallsraserei gerät. wenn es Studenten in Wichs und bei Trinkgelagen sieht und dos vor Entzücken juchzt, wenn das Kinderlied„Wer will unter die Soldaten" illustriert wird, ist dieser Film„der große Schlager der Saison". Franz Baumann singt, während der Film abrollt, aber die Zellen der Filmansager und der Filmsänger sind vorüber... Die Ausnahmen vom Deutschen Sä ng« r b u n d s« st in Wien hingegen sind eine Filmreportage von bleibendem Wert. __«. b. Tanzabend der palucca. Im Bach-Gaal. An diesem Abend im Bach-Saol haben wir eine neue Palucca kennen gelernt. Bisher waren all« ihr« Tanz« ju- belndes Roch-außen-greifen, kindlich glückliches Ersossen de» Lebens. Jetzt werden Gesten plötzlich nach innen gekehrt. Eine schwere. süße Reise liegt über ihrem Tanz. Bisweilen, wie im„Farbig". schießt noch ihr harmlos wilder Uebermut aus. Sie tollt mit den Tönen herum, wie von der eigenen Beweglichkeit berauscht. Aber die einhellliche Fröhlichkeit ihres Tanzes ist verschwunden.„Bc- herrscht" nennt sie eine Komposition. Als Sieger durchmißt sie den Raum: aber als Sieger nach hartem Kampf, der immer in der Verteidigungsstellung bleiben muß, um nicht Besiegter zu werden. E» gibt in diesem Tanz keine Bewegung der Losgelossenheit. Alle sind von stärkster innerer Spannung zusammengehalten. Klarer noch ist die naiv« Weltgläubigkeit der Palucca ausgelöscht in einer Tanzsulle zu Musik von Dvorak. In wundervollsten, well aue.V holenden, optimtsttschen Dvehschwüngen hebt der Tanz an. Ader gleich dieses erste Motiv wird wie zurückgeschreckt unvermittett ab- gebrochen. Es ist, al« stoße plötzlich die Umwelt hart auf di« Tänzerin zu und biege ihr« Bewegungen nach innen. Wieder klingt im ersten Motiv di« wettgläubig« Heiterkeit aus. Immer stärker scheint sich ein dunkles Schicksal auszubreiten und die Tonzbewegung zu zarter Melancholie zu zwingen, die den ersten Teck der Suite schließlich in eine Geste müder Resignation ousklingen läßt. Aus diesem Entsagen an der Außenwelt wächst im zweiten Teil ein wunderbar zartes Innenleben. In der Gebundenheit der Knie- stelluag schwingen Körper und Glieder in reichen, holden Linien. Dann löst stch die Tänzerin, gleitet in leiser Bewegung über di« Bühne, scheint innner In sich selber hineinzustreben und findet erst wieder in der Kniestellung den festen Ruhepunkt. Das wird ohne süßliche' Sentimentalität, In einer fast herben Weichheit getanzt. Als Abschluß blinkt ein Feuerwerk zorniger Wildheit aus. Hart schnellt der gespannte Körper durch den Raum, als wolle er beweisen, wie rasch ein trotziger Wille dort erobern kann, wo weiches Werben enttäuscht wurde. x Roch nie war ein Tanzabend der Palucca so reich wie dieser. ' Ti-näe E. Schule. Schvdert-Zei«»er vollsdöhoe. Die BelkSbühn«»eranstaltet am Sonn- taz, dem II. November, �»tSUbr. im Theater am Billowplatz,«ine Schubers- Feier, bei der da? Saoemann- Quartett da» Korellenonintett und dos Quartett V-Moll(der Tod und da» Rävchcu) vorragt. NerNnee Theairr. Au?rginn der ZSohItötigkcitS-Äorslellvug von .Romeo und Iulio" mit Eliiabetb Lügner sür die hungernden, Waldenburger Kinder am Domierölag, dem ö. November, im Verliner Theater, spricht Arnold Aiveig einleitende Äorte. 3o der.Lupe spricht am 5. November, 20',', Uhr. im AoUragtsaal de« ,Swrm', ftirtiiirstendaviM 63, W o lt g a n g Bardach-Ben«lng über da» Thetaa„Msred Korr in der Dichtuug und ftttiit von heule". Z« c«Ifiug«uftvm lieft Domiertiag Dr. Robert Hohltaum(Kienl eigene Dichtungen. Auslt aus dem Rokoko spielt Dol'gang Brugger. Eintritt frei. pi«Sauguili-Au»t>«lluog der Galerien Thannbauser bleibt bi»«inichlietzlich Soriviag. den lt. November, geöffnet. Ste busftelluageu.(Stint und Metall' und.Dt« neu« Lüche- s«» Wochentag» von 10 bi» 17 Uhr. Sawtag» mb 11 H» 17 Ui> i' 55352 S i 1 200 Zum Jahrestag der Revolution Flaggen heraus! am 9. November Das Manuskript Whlands. Spirit ftenprozeß um ein Geiffer- Schriftftüd. In dem Rechtsstreit um das Eigentum an dem in einer spiritistischen Sigung aufgetauchten Uhland- manu. stript, der fürzlich vor dem Amtsgericht Berlin- Mitte verhandelt wurde, verkündete Amtsrichter Golzen das urfeil. Es lautete dahin, daß die klage des Schriftstellers Georg auf Herausgabe des bei einem Gerichtsvollzieher hinterlegten Manuftriptes abgewiesen wird. Es wird in dem Urteil festgestellt, daß die Beflagie, das Medium Arnheim, Eigentümerin des Manu striptes ift. Der Kläger wird ferner verurteilt, darin einzumilligen, daß das Manuskript an die Beklagte herausgegeben wird. Die Kosten des Rechtsstreites trägt der Kläger. Das Urteil ist vorläufig vollstrecbar. Indessen wird dem Kläger nachgelassen, die Zwangsvollstreckung durch Sicherheitsleistung von 150 M. abzumenden. In der Begründung dieses Urteils hob Amtsrichter Golzen hervor, daß das Gericht bei seiner Entscheidung davon ausgehen mußte, daß das strittige Manuftript vor der fpiritistischen Sigung herrenlos mar. Wenn es durch die Kraft des Medums herbeigeschafft worden sei, so habe es früher feiner rechtsfähigen Person gehört. Denn rechtsfähig jei nach dem gelfenden Recht nur der lebendige Mensch. Wenn dagegen das Manuskript den Parteien von einer dritten Seite in die Hände gespielt morden fei, so habe der frühere Eigentümer durch sein Berhalten schlüssig auf sein Eigentum perzichtet. Bei einer herrenlosen Sache sei aber derjenige Eigentümer, der sie in seinen Besitz genommen habe. Wer das im vorliegenden Falle gewesen sei, habe nicht mit Genauigkeit festgestellt werden fönnen, um so weniger, als das Zimmer verdunkelt gewesen sei. Auch die Beklagte habe darüber megen ihres Trancezustandes teine genauen Angaben machen fönnen. Die Zeugenvernehmung habe aber ergeben, daß das beklagte Medium in jener Sigung das Manuskript durch Aneignung zum Eigentum erworben habe. Der mchrfache Bechsel in den Aussagen des Klägers darüber, wer das Manuskript in die Hände bekommen habe, lassen es im Zusammen. hang mit den Aussagen der übrigen Zeugen für durchaus unwahr scheinlich erscheinen, daß selbst der Kläger angenommen habe, das Manuskript sei unmittelbar in die Hände des Mediums gespielt morden. Das Kinderfräulein mit Anhang". Frau W. wollte Fräulein R. als Kinderfräulein engagieren. Obgleich das Mädchen gute Zeugnisse vormeisen fonnte, hielt es Frau W. doch für nötig, bei Frau 8.,' mo Fräulein R. norher in Stellung mar, Erfundigungen einzuziehen. Besonders wollte Frau B. wiffen, ob das Mädchen, Anhang" habe, das heißt Beziehungen zu einem Mann. Frau W. erhielt die Auskunft, Fräulein K. habe allerdings Anhang, und zmar einen Maurer. Den habe. sie trog ausdrücklichen Verbots miederholt in Abmefenheit ber herrichaft in deren Bohnung empfangen und währenddessen die Kinder, damit fie nichts verraten fönnten, im Kinderzimmer eingesperrt. Daß jemand ein Mädchen mit solchem Leumundszeugnis nicht als Kinder fräulein einstellen wird, ist begreiflich. Fräulein R. erhielt denn auch die Stellung, die ihr schon zugesagt war, nicht. Deshalb verflagte fie ihren früheren Arbeitgeber G. beim Arbeitsgericht, weil seine Frau ihr durch die besagte Austunit Schaden zugefügt habe. Bor Gericht stellte sich nun heraus, daß es mit dem Anhang" Theater, Lichtspiele usw. Mittwoch, d.7.11. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 131 20 Uhr Mittwoch, d.7.11. Städtische Oper Bismarckstr Turnus III 19 Uhr Der Rigoletto Prophet Staats- Oper Am Pl.d. Republ. R.-S. 156 19 Uhr Staatl. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt A.-V. 195 20 Uhr Volksbühne Die Komödie 8 Uhr Bismarck 2414/7516 Theater am Bülowplatz 8 Ende 11 Uhr Eltern und Der lebende Kinder Leichnam Theater am Komödie von Bernard Shaw Schiffbauerdamm HALLER- REVUEL 8 Uhr Die Drei- GroschenOper Thalia- Theater 8 Uhr. Schneider Wibbels Auferstehung Carmen Gespenster Stati Schiller- TheStaatl. Schiller- Theater, Charitbg. 20 Uhr GAS SCALA 8 Uhr B 5. Barbarossa 9256 Jack Hylton, der unumstrittene Jazz- König Europas, mit seinen 18 Solisten und weitere zum erste Male in Berlin auftretende internationale Stars. 8 Uhr CASINO- THEATER 8, Uhr Lothringer Straße 37. Neu! Neu! Stöpsel Staatl. 8 Uhr GAS Th. am Schiffbauerdamm Täglich 8 Uhr ,, Schön und schick" Th. im Admiralspalast Täglich 8 Uhr. Trianon- Th. Täglich 8, Uhr Skandal um Olly Brika Glassner, Heinz Salfner Rundfunkhōrer halbe Preise Sonnabend und Sonntag 4 Uhr Schneeweißehen und Rosenrot Die Drei- Groschen- Kleines Theater Oper Paulsen, Valetti, Ander, Gerron, Schaufuß, Kühl, Lenja, Telephen: Herden 1141.281 Deutsches Theater Norden 12 310 Vorverkauf auch im Pavillon d Täglich 84 Uhr Max Adalbert in Der Dickkopf Sandrock, Landa, Sterler, Sikla. Saltenourg- Bahnen Dts. Künstler- Th. 8 Uhr: Reinhardtbühnen, Die Herzogin Kurfürstendamm, Ecke Uhlandstraße von Chicago Bismarck 448 u. 449. Jper. von Emmerich Kalman 8 Uhr, Ende gegen 11 Dazu ein erstklassiger bunter Teil. Die Verbrecher Cessing- Theater Für unsere Leser Gutschein für 1-4 Pers. Fauteuil nur 1.15 M., Sessel 1.65 M. Sonstige Preise Parkett u. Rang 0.80 M. Schauspiel von FerdinandBruckner Renaissance Theater Kammerspiele 8. Heute 84 Ton in des Töpfers Hand von Theodore Dreiser - Deutsch von Paul Eger. Regie: Gust. Hartung. Norden 12.310 8 U. Ende nach 10 Fhen werden im Himmel geschlossen!" Komödie von Walter Hasenclever 81% Uhr Alb. Bassermann, Lucie Mannheim Herr Lamberthier Drama von Louis Verneuil. R ose- Theater Gr.Frankfurter St.132 eine ganz harmlose Bewandtnis hat. Der bem Fräulein K. ,, anhängende" Maurer hatte als selbständiger Handwerfer in der G.'schen Wohnung Renovierungsarbeiten ausgeführt und bei dieser Gelegenheit Fräulein R. tennengelernt. 3wischen den Beiden hatte sich dann unter den Augen der G.'schen Familie, die mit dem jungen Maurer befreundet ist, ein Berhältnis entwickelt, an dem selbst der engherzigste Moral philister keinen Anstoß hätte nehmen können. Keiner der Beteiligten fonnte annehmen, daß dem Fräulein K. ihr Anhang" als Hindernis weniger, als die ganze G.'sche Familie sich beim Abgange des beim Stellungsuchen in den Weg geworfen werden würde, um so Mädchens in der herzlichsten Weise von ihm verabschledet hatte. Wie erklärt sich nun die das Mädchen schädigende Auskunft? Fräulein K. sagt, das hat Frau G. aus Rache getan, weil ich von ihr abgegangen bin und sie mich gern behalten hätte. Herr G. behauptet dagegen, die Geschichte von den verbotenen zu fammenfünften und dem Einsperren der Kinder habe er erst nach dem Abgange des Fräulein R. von seinem Hausmädchen und seiner Köchin erfahren. Das Brandunglück in Berlin SW. In der Lankwitzstraße 5 brach gestern abend ein Kellerbrand aus, der durch seine eigenartige Auswirkung zahlreiche Hausbewohner in Lebensgefahr brachte. Unser Bild zeigt den Hof des Hauses nach dem Brande. Metropol- Theater Zäglich 8, Uhr Friederike Mufit von Frang Lebar Käthe Dorsch Richard Sauber Silbe Borner Befpermann. Aruftaedt Starnburg Dore Reg Amburg Raiser- ig Die Raffe ift den ganzen Tag geöffnet. Telephon: Zentrum 378 u. 9393 Großes Schauspielhaus 8 CASANOVA mit Michael Bohnen. Regie: Charell Sonntag 3 1: Nachmittags- Vorstell Die ganze Vorst. zu halben Preisen. Komische Oper s James Klein- Revue: Tausend nackte Frauen!! Die große Revue der ,, Frelen Liebe" Parkett nur 4,50 Mk. Theater a.Kottbusser Tor Kottbusser Str. 6. Tel.: Mpl. 16077 Täglich 8 Uhr, auch Sonntag 1achm 3 Uhr( ermäß. Preise) Elite Sänger mit ,, Dietrich, benerrsene Dich!" Waldeinsamkeit Stammtisch ,, Hutlos" D.Verschwender Volkspreise: Mk 0.50 b. 2.00, Logen 2.50 8 Uhr: 1903 Möbel 25 Jahre Hier stand Behauptung gegen Behauptung. Welche von beiden zutreffend ist, tonnte im Termin nicht festgestellt werden. Die Klage wurde schließlich aus einem formalen Grunde abgewiesen. Fräulein R. hatte Herrn G. als ihren früheren Arbeite geber verflagt. Aber nicht er, sondern seine Frau hat ja die angeblich unwahre Auskunft erteilt. Also könnte nur Frau G. verflagt werden. Die Klage hat aber nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn die Klägerin nachweisen kann, daß fie durch eine wissentlich wahrheitswidrige Angabe der Frau G. geschädigt ist. Dann schon lieber heiraten. Amtsgericht, Abteilung. für Alimentations prozesse. 3mischen dem vorsitzenden Amtsgerichtsrat und dem etwas einfältig dreinschauenden Beklagten entspinnt sich folgender Dialog: Also Sie erkennen an?" ,, Tja, id merd' es woll jewesen sind." Ich frage nochmals: Sie erfennen die Baterschaft an?" ,, Wat anders bleibt mir ja woll nich übrig." " Schön. Dann müssen Sie aber auch zahlen. Bollen Sie freiwillig anerkennen oder soll ich Sie tostenpflichtig verurteilen?" ,, Det is ne Jewiffensfrage. Bat tostet denn die Jeschichte?" ,, Sie sollen monatlich 20 Mart zahlen." 3wanzig Mart? Junge, Junge, det is aba vabammi ville, jehts nicht billjer zu machen, Herr Jerichtshof?" ,, Nein, 20 Mart ist nicht zuviel." ,, Det is ne dumme Sache." Lange Pause. Man merkt es dem Beklagten an, daß er im Begriff ist, einen schwerwiegenden Entschluß zu fassen. Der Bor fizende, der es offenbar eilig hat, drängt den Beklagten: ,, Also wollen Sie anerkennen, 20 Mart monatlich, oder wünschen Sie ein Urteil?" Herr Jerichtshof, 20 Mart im Monat, det tann id nig zahlen. Dann wird schon liebers geheiratet!" Welche Erklärung im Protokoll aufgenommen wurde und womit dieser Fall" seine befriedigende Erledigung gefunden hat. 200 Weltliche Schule mitte- Nord. Der Wunsch der Elternschaft von Berlin- Mitte( Nord) eine meltliche Schule zu schaffen, wird jes Rechnung getragen. Um den Eltern Gelegenheit zu geben, ihre Kinder für die weltliche Schule anzumelden, find folgende Melde stellen eingerichtet: Wolf, Tiedstraße 6; Bärmalde, Schlegelstr. 9 Naufer, Boyenstraße 19; Beirau, Pflugstraße 1; Döll, Bergstraße 71 3fchiefing, Aderstraße 1; Junte, Gartenstraße 115; Dobrohlaw Swinemünder Straße 11; Bener, Schwedter Straße 237; Deblib Schwedter Straße 226. Wer sein Kind noch nicht angemeldet ha der hole das Bersäumte sofort nach. Um den Eltern die Borzüg der neuen Schule zu zeigen und einen Einblick in dieselbe zu geben hält Genosse Lehrer Faust am 8. November, abends 8 1hr, in de Kolibri- Festfälen, Gartenstr. 6, einen Lichtbild- Bortrag über: Reu Schule und Erziehung. Hierzu find Eltern und Freunde herzlic eingeladen. Außerdem findet am Sonntag, dem 11. November, por mittags 10 1hr, eine Führung durch die weltliche Schule in de Botenburger Straße 2( Wedding) ftatt. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Un gegend.( Nachdr. verb.) Beitweise nebelig, fonit troden und ziemli heiter. Nach talter Nacht auch am Tage fühl. Für Deutschland Im Nordosten und Südwesten vielfach regnerisch, im übrige Deutschland zeitweise heiter, vielfach Nachtfröfte. Berantwortlich für bie Rebaftion: Eugen Brager, Berlin: Anzeigen: Th. Glad Berlin. Berlag: Borwärts Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Berwärts Bu bruderei und Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin G 68, Lindenstraße Sierzu 1 Beilage. 1928 Dorn Weinmeisterstraße 9 Anläßlich meines 25jährigen Geschäftsjubiläums gewähre ich bis zum 30.11, 28 10% Sonderrabatt beim Einkauf von Speise-, Schlaf-, Herrenzimmern, Küchen, Polsterwaren und sämtlichen Einzelmöbeln. Teilzahlung ohne Preiserhöhung. Restkaufsumme mit mäßiger Benkverzinsung. Lustspielnaus Täglich 8 Uhr Arm wie eine Kirchenmaus Lucie Englisch, J. Kiemann, Müller, Mattan Berisch Theater des Westens Täglich 8 Uhr: Bitte einsteigen" Barnowsky- Bühnen Königgrätz. st. Revue in 24 Bildern Täglich 8%, Uhr Musik v. Holländer mit Josephine Baker Hal Sherman. Reichshailen- Theater Abends 8 Sonnt. nchm. 3 Der Frauenarzt Schauspiel von Hans J. Rehfisch Stg. nachm. 31%, Ubr Kleine Preise Der rote General Kombuiennau Steffiner Sänger Tgl. 84, Ende 10% Neu! Neu! Perlenkomödie Hamlet im Heringsladen von Bruno Frank Burleske v. Meysėl fachm. halbe Preise. volles Progr. Douho Brett Varieté Konzert- Tanz. Winter Garten Tägi. Uhr Internat. Varieté Rauchen gestattet Stg. nachm. 34, L. kleine Preise Mein Vater hat Recht gehabt Theater In der Stadt Kommandantenstr. 57 Dönh. 919. 8 Uhr Deber 500 Mal: Spiel im Schloß Anekdote von Franz Molnar, Regie Eugen Robert Agnes Esterhazy, Arthur Schröder, Liche, Zesch- Ballot, Thiem, Mars Beleuchtungskörper Messing brünlert mit 60- cmTh. in der Lutzowstr. Seldenschirm M. 35.Kurf. 9209. Tgl.8%, Sonnt. 4 U. L. M. Lommel in: ,, Runxendori auf Welle 0,5" Rundfunk hörer balbe Preise Sonnabend 4 Uhr Klein Huckepack. Theater am Auch bis zu 11 Monatsrates zu günstige Bedingunge Raddatz& Co Berlin, Leipzigerstr. 122-123, Nollendorfplatz Planetarium am Zoo Täglich 8, Uhr Schwarzwaldmädel Operette in 3 Akten Mittwoch u. Sonnab. Terlang. Joachimsthaler Straß Noll. 1578 16 Uhr: Der Sternbimmel im Winter 18 Uhr nac mittags 4 Uhr Erde und Weltenraum. Das neugierige Sternlein Thalia- Theater resdener Str. 72-13 8 Uhr Sehneider Wibbels Auferstehung Henckels. Grodtczinski. 20 Uhr Sonneu.Sterne Volksglaube und Wissenschaft Krause- Pian zur Miete W50, Ansbachers 70 PF ATENBURY PARKA OSMARY 10 MAR Quittungs- Rab Wospelst manu. Reklamemar 201 a.billig? Nur gegen Nachahm gesetzl. gesch Groß- Berlinertigt seit 45 J Alexanderplatz. TRAURINGE als Spezialit Conrad Mul Leipzig- Schke Ring Dukatengold( 900 gest.) zum Reklamepreis von Mk. 18. Gediegen und modern Mk. 22. Schwere Ausführung Mk. 28. 1 Ring( 883 gest.) Gediegen und modern Mk. 12. Preisliste Schwere Ausführung gratis Mk. 15. Skarat. Ringe v. Mk. 4.- bis 7.- p. Stüc Gravieren gratis zum Mitnehmen. Ges geschütz Hermann Wiese, Berlin. Passauer Str. W. Ständig ca. 3000 fugenlose Trauringe am Lager. AA f jSeifage Mittwoch, 7. November 1928. BprftnmD SpnJaulfaäSt 4ia l�fufätA 8« llfl Tor sehn fahren. SblUslichier vom Zusammenbruch, Ein Muschkote erzählt: Im Oktober wurden wir wieder nach Hause verfrachtet. Aber vorher, am 9. Oktober, hatten wir„zur Belohnung" in Charlevitle Parade beim Kronzrinzen. Wir warteten kompanieweise im Stadtpark vor einem Musikpavillon, noch vierjähriger Besetzung eine traurige Ruine. Di« Bäum« ent- laubten sich, die Blätter lagen in Hausen, schmutzig und verklebt in Pfützen. Eine trostlos« Melancholie umhüllt« die Landschaft und uns. Als der Kronprinz erschien, schrien wir„Hurra!" Er schritt die Front ab, nickte und lächelte nichtssagend. Eine elegante Figur, parfümiert und«in bißchen feminin trotz oller Sportallüren. Well Kaiserliche Hoheit ernsthaft mit uns sprechen wollte, mußten all« Journalisten den Part verlassen. Feldpolizei sperrte ihn ob. Heute, zehn Jahre später, vermag ich den Wortlaut seiner Red« nicht mehr zu konstruieren. Aber einige wesentliche Sätze: „Sagt euren Eltern daheim, daß die Lage sehr, sehr ernst ist... Berzweifeln wir nicht, mein großer Ahn Friedrich hat nach der ver- lorenen Schlacht von Kollin auch weitergekämpft... Wir wollen den Frieden und sind bereit, Opfer zu bringen— selbst Elsaß- Lothringen und einige Kolonien abzutreten. Kommt gut heim, Jungens..." Dann verteilte er Zigaretten und fuhr ab. „Alles Aruch! Htm Tfoierisl!" Ein anderer: „Die Batterie war schon angetreten, seder führt« einen riesigen Segeltuchrucksack mit sich, und der blonde dick« Etatsmäßig«, der Wachtmeister, zog sein Buch aus dem Ucberrock und verlas dos Verzeichnis der Gegenständ«:„Eine Feldbinde,«in« Todesmarke, eine eiserne' Ration— daß mir k e e n Aas die etwa unterwegs auffrißt!— Ein Para bellum!" und dann schrie er:„Nu olle mal das Gebetbuch hochhalten, Gnade Goit dem Saukerl, der keins hat!" Dann trat der Hauptmann vor und hielt«in« Ansprache. Plötzlich neben Paule begann einer loszuweinen wie«in kleines Kind, und ihm selbst war«in bißchen duselig vor den Augen: von der Red« hört« er nur so hin und wieder wie: Standgericht— über'n Haufen schießen— christliche Soldaten— für Kaiser und Reich— mit Gott! In einer Gruppe junger Leutnants, die abseits standen, sogt« einer verächtlich:„Alles Bruch! Keen Material, die Leute!" Oic Agonie ist da? Aus einem„Kriegstagebuch": Bei der Infanterie sind die Zer- fetzungserscheinungen noch viel schlimmer. Di« Formationen komme» überhaupt nicht mehr in Ruh«.' Kompanien gehen mit zehn, fünf- zehn Gewehren in den Graben! Hinzu kommen Widersetzlichkeiten — auch der Offiziere— bei Patrouillengängen. Ich war bei einem bayerischen Bataillons st ab als Verbindung. All« diese Offiziere sind völlig verzweifelt, mutlos, körperlich, geistig erschöpft, ein Rittmeister hielt sich nur durch fort- gesetztes Trinken aufrecht. Alles schimpft aufeinander. Manche Kompanien haben gar kein« Offizier« mehr. Hinzu die schlechte Berpflcgung, der Materiolmangel, der miserable Material- ersatz. Sehr„patriotische" Offiziere sind jetzt nicht einmal mehr in Ojfizierskreisen beliebt.» E» herrscht eine allgemein« Stumpfheit— man will nicht mehr... weil man nicht mehr kann. Früh waren wir dann in Bolencienne» und krochen aus den Wagen, standen da wie«in« verflucht« Schar: beschmutzt, besudelt, mit zerrissenen Röcken, grauen, fahlen, übernöchtigten Gesichtern— die ausgelöste Front hatte uns ousgespien. Diel« schrien. All« waren todmüde... Niemand kümmert« sich um uns—«in Feldgendarm brummte:„Wer will d«nn heute noch etwas tun?!" Ich werde das nicht vergessen. Die Agoni« war also offenbar Das tttit kam über Sacht/ ün Melöer bat Sie Sotschast von b inten gebracht. Mir konnten nicht weinen/ wir konnten nicht lache«/ wir hörten kein Schieß« mehr uoS kein Koachen/ Unö sahen nur stumm in uns selber hinein. Kein Hurra/ kein Hoch/ kein Ja unS kein Lein! Vier Jahre haben wir noch See StunSe gebrüllt/ Nun mSlich ist unser Sehnen erstillt— Doch Sa hebt sich kein Helm/ kein Gewehr/ keine HanS wir sinö ausgebrannt l Das.>t dem Potz und einer zweiten Bescheinigung wurde ich nach Äeakchewka, 50 Kilometer von Bochmut entfernt, in«in Hochofen- werk geschickt und mußte angenommen werden. Weil in Sowjet- rußkand Speziolistenpopier« gar keinen Wert haben mußte ich ein Äefellenstüch ablegen, und weil ich Deutscher war, erhielt ick) eine ziemlich schwere Probe. Ich erhielt die 9. Resrat(d. h. die 9. Lohn- klaffe)] Ritdel und 72 Kopeken, die 10. Resrat hatte schon der Borfchldfser. Bei 2� Arbeitstagen belies sich der Monatsoerdienst auf 4K Rubel und 80 Kopeken. Es kamen noch kleine Prozente htn.zu, so daß man auf 5S Rubel monatlich kommen konnte. Nach langem Quartiersuchen wurde ich in das dortig« HÄtengosthou» venpiesen und zahlt« dort 35 Rubel nur für Kost ollein, ohne alle» andere. Dreimal am Tag« gab«» Essen. Frühstück, Mittag und Abendbrott Nn Verhältnis zu dem hohen Kostgeld war des Esten sehr schlecht. An einer 2500.?5.Go»moschine bekam ich ein« Haupt- reparatur auszuführen, einen neuen Kolben«inzusetzen. Dazu wurden mir vier Mann zur Hilf« gegeben. Da sämtliche Exzenter heißliefen, ließ ich si« auseinandernehmen, um sie richtig einzupassen. Hinter mir sah ich zw« Herren, die ich an ihren grünen Mützen und ihrem daran befindlichen Abzeichen, Hammer und Patent- schfüssel, sofort al» Ingenieure erkannte. Der ein« kam zu mir heran und erkundigt« sich, wo» ich an der Maschine mache: da» sei doch alle» gar nicht nötig. Ich gab ihm zu verstehen, er solle sich doch mal die Exzenter ansehen, wie die ausgeschmol�en seien.„Wir haben doch keine Exzenter an dieser Gasmaschine/ Ich kragte, mit wem ich die Ehre habe, zu sprechen.„Ich bin Ingenieur/ sagte er mir. Ich gab ihm eine korrekte Antwort im technischen Stil und bat ihn, sich das Lehrgeld wiedergeben zu lassen. Dann erkundigte ich mich bei meinen Schlossern, wie auf russisch Exzenter benannt wird. Sie sagten mir: auch Exzenter. Später habe ich erfahren, daß diese jungen Ingenieur« zwei bis drei Jahre lernen, alier 300 bis 500 Rubel monatliches Gehalt beziehen. Nach vier- zehn Togen ging ich zum Verwalter Und verlangte Vorschuß. Dieser stellte mir«inen Zettel aus auf 15 Rubel und sagte mir. ich soll damit in die Kooperative(Konsumgenossenschaft) gehen und dort einkaufen. Als ich aber Geld verlangt« und kein Stück Zettel für meine Arbeitsleistung, meinte er, Sowjetrußland habe kein Geld. und die anderen Arbeiter hätten noch von den letzten drei Monaten ihr Geld nicht ausgezahlt bekommen Al» ich nach dreimonatiger j Arbeitszeit gesehen hatte, daß das Arbeiten auf dem Hochofenwerk zwecklos war, da schmiß ich die Arbeit hin und wechselte noch mehrere Mole auf verschiedenen Stellen, aber überoll war«»«in und dasselbe. Wie sehnte ich mich wieder nach Deutichlond zurück. Bon der Arbeitslosenunterstützung, d!« ich früher dezogen hatte, konnte ich dort viel besser leben, als in Sowjetrußland vom Arbeits- iohn. Ich wettzrte und fluchte auf das ganz« Sowjetsystem und wünscht« um Himmel» willen mir ja nicht für Deutschland dies« Diktatur. Sin«inderlandheim in der Krim. Aber ich bin kein Hasenfuß und werfe die Flinte nicht so bald ins Korn. Ich erkundigt« mich, wo man in Sowjetrußland mehr verdienen könne. Man meint«. Ich soll« nach Baku gehen zu den Naphthabohrungen am Kaspischen Meer. Ich macht« mich also auf nach Sewastopol, um von da auf dem nächsten Seeweg nach Baku zu kommen. Auf der Eisenbahn hörte Ich, daß die Regierung für so'che Leute, wie ich es war. Freifahrtscheine an die Gouvernements- itädt« ausgegeben hatte. Daher stieg ich in Simferopol, der Haupt- ftadt in der Krim, ab, um eventttell einen Freifahrtschein zu er- langen. Ich begab mich in das Regierungsgebäub« und erzählt« einem Sekretär mein Barhoben. Dieser Mann, der sehr zuvorkam- mend war, sagt« mir, daß Leute meines Berufes auch in der Krim schön« Stellen bekommen könnten. Er führt« mich in» RKP. und stellte mich vor. Der Borsitzende sagt« mir, wenn ich wollt«, schickten sie mich 12 Kilometer von Simferopol auf ein Saukos(frühare? Rittergut). Sie hätten dort eine Schul« für elternlose Kinder ein- gerichtet, und sämtlich« Maschinen wären noch von der Revolution her kaputt. Ich bekäme dort-10 Rubel monatlich, frei« Kost und Wchnung. Da ich mich damit einverstanden erklärt« und zufällig der Berickfterftotter des Soukos anwesend war. mußt« ich am gleichen Abend noch abfahren Als ich ankam, sah ich ein Schloß und«inen großen vernachlästigten Park zwischen zwei Bergen versteckt, an den Abhängen alles voller Obstbäum«. Der frühere Besitzer,«in Baron, war mit seiner Familie in dem Schlafs« ermordet worden, aber niemand kann sagen, an weicher Stell« sie begraben liegen. weil die Ratur die Spuren verwischt hatte und stch niemand um die Gröber bekümmerte. Die Leut« haben mir erzählt, daß der Baron gegen die Armen sehr schlecht war. deshalb hat ihn auch niemand bedauert. Bei meiner Arbeitsübernahme zog mir der Verwalter des Sauko» von den vereinbarten vierzig Rubeln gleich fünf Rubel ab mit der Begründung, das Saukos könne nickst nwhr zahlen. Ich willigte ein, weil ich wußte, daß meine Stellung auch hier nicht sür die Dauer sein würde. Pom frühen Morgen bi« zum späten Abend arbeitete ich. Di« zwei nach der Revolution zerschlagenen Naphthamotor« bracht« ich in tadellchen Zustand, legte Wasser- leitungen an, r«pori«rt« die zerschlagen«» Feldmaschinen usw. Wir wa.r«n dort zur Hälfte männlich« und weiblich« Personen und b«. kam«n den Tag«in Pfund Brot, da» Mfttagess«n und zum Adelst» kochendes Wasser zur Teebereitung. Zu einem Psnnd Brot und einem Würselchen Zucker trinkt der Russe 15 bis 20 Gläser Tee. ahn« daß er dabei etwas spürt. Schmalhans war dort Küchen- mcistcr. Deshalb kamen van den Kindern immer Belchmerden zu besuchen, trotzdem ich dort eben nicht gern gesehen wurde, well man glaubt«, daß ich vieles hören würde, was ich nicht hören sollte. Obwohl ich noch schiecht russisch sprach, wußte ich doch genau, um was es sich handelte. Im Sommer herrscht in der Krim«in« drückende Hitze. Die Kinder mußten im Freien von morgens bis abends schwor arbeiten. Deshalb verlongten st« mehr Esten. Der Berwaller meinte, er könnte kein bester«» Esten stellen, weil«r nur 21 Kopeken pro Person ausbezahlt erhall«. Eines Tages bekam unser Rittergut Besuch von einer landwirtschaftlichen Kommission. Deren Vorsitzende fragt« den L«rwaller, ob hier ein deutscher Mechaniker in Art«ft stehe. Der Verwalter ließ mich rufen, und der Vorsitzende ließ sich van mir über die Beschaffenheit aller Maschinen, di« wir besaßen, genauen Bericht geben. Der Vorsitzende war ein Ungar und sprach perfekt deutsch Bei dieser Gelegenheft setzte ich ihm auseinander, daß Kinder von 12 bis 18 Iahren mit einem Pfund Brot und dem sonstigen schlechten Essen, das wir hier bekämen. die Arbeit nicht leisten könnten. Er staunte darüber und sagte wir, daß mft 31 Kopeken, wenn das Esten im ganzen gekocht werde, die Kost gut und reichlich sein müste. Unser Verwalter wechselt« die Farbe, denn«r wußte, wa« i«tzt kommen würde. Der Bor- siszend« ließ sich sofort die Bücher vorlegen, und e» stellte sich heraus, daß lOtz Personen sechs Wochen lang um 10 Kopeken den Tag betrogen worden waren. Am selben Abend wurden der Verwalter und der Sekretär noch Simferopol abberufen und kamen nicht mehr wieder. Wir haben dann einen airderen Verwalter bekommen. Nach dieser Assär« sah ich, daß meines Bleibens auf dem Saukos nicht von langer Dauer sein würde, und ich bereitete mich zum Abgang vor. Kurz« Zeit daraus bekam ich vom Parteikomitee aus Simferopol ein kurzes Schreiben, daß ich als Kommunist nicht genügend vorbereitet sei urtb deshalb in die Parte! nicht aufgenom- men werden könne. Nach einem Jahr, al» ich wieder die Krim besucht«, sah ich unseren früheren Verwalter als geheimen Kriminal- agenten in Simseropol wieder. V. Im Wartesaal besiohlen. Ich kündigt«, fuhr noch Sewastopol und segelle über dos Schwarze Mssr nach Odessa. Alle Achtung vor Odessa! Hunderte von kleinen und großen russischen Schiften standen nebeneinander im Hasen still. Was mochte hier in der zaristischen Zeit für ein Weltverkehr gewesen sein! Aber jetzt lag alles wie ausgestorben da. Hin und wieder bewegt« sich ein klein«r«» Schiff, oder die wemgen Sowjetdampfer, die den Personenverkehr zwischen Ddesfa und Bakum oerrnittellen, ließ«» ihre Sirenen ertönen. In Odeffa hatte ich Glück. Di« elektrische Stadtzentral« für Dieselmotoren wollte mich nach einer Prob« mit 100 Rubel nwnat- llchem Verdienst einstellen. Mein« Freud« war groß und ich ge- dacht«, mein Lebz»it in Odessa zu bleiben. Run mußt« ich erst all« vorgeschriebenen Wege machen, zuletzt in die GPU. Die nahm mir mein« Papier« ob und nach zwei Stunden Wartezeit wurde ich mit einem an fünf Stellen versiegellen Bries nach der Haupt-GPU. geschickt. Dort angekommen, haben mich mehrere Personen in ein Verhör genommen. Ich wurde gefragt, ob ich nicht wisse, daß ich mich in Odessa nicht aushalten dürfe. Darauf gab ich zurück, mir sei in Bachmuth gesagt worden, daß ich noch einem Jahr Anwefenheit In Sowjetrußland nach Odessa ziehen könne. Aber es half alles nichts. Das Berhör fand nachmittags< Uhr statt und um 5 Uhr mußte ich schon mft dem nächsten Zug« au« Odessa verschwinden. Ich wurde nach der deutschen Republik an di« WiKgo geschickt. Fünf Tage lang fuhr ich bis Charkow; dort mußt« ich 16 Stunden lang auf den nächsten Zug warten, der mich bis Saratow nach der Wolga bracht«. Müde von der langen Tour legte ich mich im Wartesaal auf dem Boden schlafen. Meinen Koffer, den ich mir in der Krim während meiner neunmonatigen Dienstzeit mft der nötigsten Wäsche angeschafft hatte, stellte ich neben mich. Früh um 4 Uhr wachte ich aus. Mein Koffer hatte inzwischen Bein« bekommen. Sosort weckte ich die neben mir liegend« Frau und fragte, ob sie nicht wüßt», wo mein Koffer geblieben sei. Di« Frau saßt« sich an die Seite und schrie laut auf. Erregt bedeutete sie mir, daß ihr die Ledertasch«, die sie an der Seite getragen hatte, abgeschnitten worden sei. Durch den Lärm wurden die anderen Passagiere wach, und e» stellte sich heraus, daß fünf Passagieren ihre Kofter und der Frau die Ledertasche mit 260 Rubel gestohlen worden waren. Im Wartesaol befand sich Polizei, GPU., Miliz und Dahnpolizei. Ich ging an einen Gendarmen heran und meldete ihm meinen Fall. Der lachte und fragte mich, ob ich nicht wüßte, wohin der Spitzbube ge- lausen sei. Sein Derbrechergesicht gab mir vieles zu verstehen und ich ging von ihm fort. Di« Pasiogiere erzählten mir, daß die Poli- zisten die größten Spitzbuben seien. Lei den Wolgadeutschen. Um 8 Uhr morgens ging mein Zug bis an die Wolga und ich traf dort auch glücklich ein. Die Wolga ist«in großer Strom, der an manchen Stellen über drei Kilometer breft wird. Weil es ein heißer Tag war. badete ich zuerst. Schöne große Passagierdampfer aus der zaristischen Zeit unterhielten den Verkehr zwischen Astrachan und Nischninowgorod. Die Dampfer sind Sommer und Winter voll besetz! An der linken Seit« der Wolga ziehen sich die Dörfer hin, und ihre Hauptstadt Pokrowsk liegt eine halb« Stunde von der Wolga entfernt. Am nächsten Morgen begab ich mich sofort mit den Papieren� die man mir in Odessa ausgestellt hatte, in die Po- krowster GPU. Mir war schon ausgefallen, daß.die Deutschen in Sowjetrußland auf hohen Stühle» sitzen und auf uns«ingewanderte Deuftche nicht gut zu sprechen sind. Als mir ober von Landsleuten, die sich Kommunisten nennen, gesagt wurde:„Wären Sie doch lieber zu Hause geblieben/ da fing ich an zu sprechen. Ich sagte. daß die Delegationen auch hätten zu Haus« bleiben können und nicht aus Deutschland Spezialisten noch Sowjetrußland hätten locken sollen. Sie sollten mich doch fetzt wieder nach Deutschland zurückreisen lassen, und wenn es zu Fuß fei. Ich hätte genug vom sowjet- russischen Paradies. Nun schlugen sie einen anderen Ton an: ober stch erklärte, daß ich unter ihnen nicht bleiben wollt«. Außerdem sei ich kein Landwirt, sondern ein Mafchinemnensch. Zum dritten Male wurden mir mein» russischen Papiere abgenommen und wieder neue ausgestellt. Um die deutsch« Republik an der Wolga einigermaßen kennen zu lernen, unternahm ich«ine 50 Kilometer lange Wanderung bis zu dem kleinen deutschen Städtchen Ekaterinenstodt. Ich hatte dort große aus Holz gearbeitet« Getreidereservoir« gesehen, di«, wie mir die Deutschen erzählten, vor der Reoolutionszest überfüllt waren. Am Markt traf ich eine Meng« Arbeiter, die sich unter Musik sammelten. In ihrer Mitte war eine Rednertribüne aufgestellt und da ich mich in meiner Muttersprach« unterhalten konnte, erfuhr ich, daß jeden Augenblick eine Arbeiterdelegation aus Deutschland«in- treffen solle. Das war für mich von größtem Interesse, und ich war gespannt, Neuigkeiten von meinen Landsleuten aus Deutsch- land zu hören.(Fortsetzung folgt.) Rätsel-Ecke des„Abend", Künfkrevzerötsel. L •« :: S □ LJ Em betrügenscher Äervaiier macht Karriere. Wenn femand in d>« Kommunftttsche Partei aufgeikommen wird. bekömmt er in der Regel mnncr einen belferen Posten und selbst« n-rstäittilich mehr Lohn al« die anderen, di« nicht in der Partei sind. Als ich ei» halbes Jahr dort war. verlangt» Ich, in die Port« aufgenammeri zu werde». Drei Kpnnrmnisten, di» schon fünf Jahr« in der Partei find, müssen sür den neuen Kandidaten unterfchreiben. daß er auch wirtlich..echt' ist. In neuerer Zeit ist di« Sache ge. ändert worden, schon mft zwei Jahren kann man für«inen Kandi- daten bürgen. Der Verwalter der RKP. macht« viel» Einwendungen, 'aß ich doch für die Partei noch nicht oorberettet sei. Jedoch bestand ich darauf, in die Partei ausgenommen zu werden. In der nächsten 'onnnunisrrschen Versammlung unterfchrieben schließlich drei alte Kommunisten für mich, und ich war Kandidat. Von dieser Zeft ab hatte ich de» Recht, die geschlosienen kommunistischen Versammlungen Zunächst sind die obigen vier Kreuze so mft Buchstaben au». zufüllcn, daß man Wörter von folgenüer Bedeutung erhält: Woge- recht: 5. Verhältniswort; 6. Zeitmesser; 7. Meer; 8. englisches Wort für und.— Senkrecht:!. Sturm auf die Kaste; 2. Lebens- bund; 3. ungepslastertt Straße; 4. Nebenfluß des Neckar.— Sodann ist zwischen den vi« Kreuzen durch Zwischensetzung je eine» Buch- stoben«in« Verbindung herzustellen, so daß man nun vier Wörter von je 7 Buchstaben erhält, deren Vedeutung folgende ist: Dago- recht: 5. Export; 7. dänisch« Insel.— Senkrecht: 1. geradezit: 2. Honigmond.— Zum Schluß sind die so«ingesetzten neuen 1 B:ch. stoben durch Dazwischenstellung von übrigens wagerecht und fenk- rech, gleichen Buchstobengruppen zu einem simiten Kreuz auszubauen. dessen magc rechter Balken di« Folg« des lentrechtcn Balkens angibr. Zohlenrötsel 5 9 8 10 Drama von Shakespeare Auszeichnung Südfrucht Weiblicher Bonioine Fluß in Deutschland Zunokräuk. Wunergeilter Funkstation Stadt in Frankreich Volksstamm Mus« der Aftronomi. Waaenart Stadt In Thüringen Magisches Quadrat. Die Buchstaben sind so zu ordnen. daß si« wagerecht und senkrecht ge» lesen. 6 Wort« folgender Bedeutung ergeben: 1. Himmelskörper; 2 griechc- scher Buchstabe: 3. Stadt in Preußen; 4. weiblicher Vorname; 5. Münz«. Geheimschriströtsel. 10 Werden dies« Zahlen durch die betreffenden Buchstaben ersetzt, so ergibt das Ganze ein Zitat aus Dantes.Gott- liche Komödie". HI. 15 16 14 17 2 11 14 18 lAuflülung der Rätsel 7 7 1« folgend« 3 Schlüsselwörter: Karneval 8 Deutsche Stadt 3 Sozialdemokratische Zeitung nächsten Sonnabend) Auflösungen der Rätsel aus voriger Rummer. Kreuzwortlilbenrätsel. Wagerecht: 1. Wothe; 3. Auto: 5. geben: 7 beben; 8 ja; 9. flöhen; 11. Minko; 13. Tenne; 14. Zeder. — Senkrechi; 1. Wog«; 2. Th-be.n; 3. W'be; 4. toben; 9. flöten; 10. Henne; 11. Mieze; 12. Kader.— Diagonal: 6. Benjamin; 7. bejahen. S i 1 6» n r 0 tj« I_: 1. Ferdinand: 2 Sefatmastov; 3. ttmu; 4 Zpswirh; 5. Zigarillo; 6 Zmpriinotur. 7 Endlauf; 8. Hann»: 9. Enterp«: 10. statt««; n woeikvff; 12. Zftiand: 13. Sahmemm- Wunen: 14 Donau; 15. Attich; 16. harpago; 17 Zichtaner. 18. Jlot- Wrnkopf.— Froh und frei, froh und fr«, ziehen wir dahin. Füllrätsel- l. Angrifs; 2. Bangalo: 3. Wränget; 4 Mo- lang«! 6. Ausgang Zohlenrätsel: Sozialismus, Obolus, Zwergtanne, Ibokus, Aa�s� Bebel, Lachtaub«, Ingeborg, Sentenz. Maftbamn. Ukelei. Set dewe Ser hl, inf ing Iga ~ Sportund SpielNaturfreunde bauen Häuser, was den Kommunisten nicht gefällt! bal In letzter Zeit sucht sich die kommunistische M. 3." in der im Raturfreunde bewegung Material für ihre die Arbeiter ten bewegung schädigende Tätigkeit. Am Montag hatte es ihr der hr Ferienheimbau angetan. Wir lasen dort: en. fie. ich hr ent α, er m ich er es 5 r It r It r r r it L 12 e 5 t . ,, Bis zum Jahre 1924 gehörten die Häuser den Ortsgruppen, die Erbauer waren. Die Frankfurter Reichsfonferenz im Oktober 1924 beschloß, daß die Nürnberger Reichsleitung Eigentümer der Häuser wird. Dieser Beschluß wurde teilweise sabotiert, da auch Sozialdemokratische Gruppen wiffen, daß bei einer Webereignung ihres Eigentums fie ebenso der Willkür der Reichsleitung aus gefest find wie die Mitglieder der Deutschen Turnerschaft. Heute find folgende Tendenzen flar zu erkennen. Die Reichsleitung verlangt das Besizrecht, Unterbindung des Baues von Wanderheimen für die wandernde Jugend, Propagierung des Baues von Ferienheimen, Sammlung eines Reichsbaufonds mit dem Zweck der Schaffung von alpinen Häusern, die der Reichsleitung gehören. Alfo: Entrechtung der Mitgliedschaft, Diftatur der Bureaukraten in der Reichsleitung, Auslieferung der Heime an die Bonzotratie! So etwa lautet die Logit der„ revolutionären Fachleute" in der Sportredaktion der M. 3." Dabei weiß der Artikelschreiber genau, daß der Sinn der erwähnten Beschlüsse ein Döllig anderer ist, als man hier zu unterstellen sucht. " Die Entschließungen der verschiedenen Reichsfonferenzen hatten Den eindeutigen 3wed, die Plantofigkeit im feitherigen Hüttenbau aufzuheben zugunsten einer systematischen Ausfüllung des be fehenden Hüttenneges. Die gefeßlichen Rechte der Eigentümer ( Ortsgruppen, Gaue, Reichsleitung) sollten durch die zentrafe Busammenfaffung und die damit erzielte Machtstellung der Gesamtorganisation sichergestellt werden. Schließlich will man unter weitsichtiger, zentraler Leitung die besonders in den Gauen Errichtung von Ferien- und Wanderheimen intensiver betreiben und ihre Wirtschaftlichkeit günstiger geftalten. Entgegen den Behaup tungen der M. 3." wurde besonderes Gewicht auf die Schaf= fung von Jugendherbergen gelegt. Und zum letzten weiß der Berfaffer genau, daß die Errichtung der Schutzhütten und Ferienheime im Alpengebiet ein Stüd Klaffenkampf in den Bergen ist, zu dem das schroffe Berhalten des Deutsch- Defter reichischen Alpenvereins" gegenüber den Arbeitertouristen geführt hat. Unter diesem Gesichtswinkel darf auch nur die bevorstehende Einigung zwischen dem Touristenverein ,, Die Naturfreunde" und der Ferienheimgenossenschaft Thüringen betrachtet werden. " 1 Dem tommunistischen Artikelschreiber scheint es unwesentlich zu jein, ob der Arbeiterwanderer in einem behaglich ausgestatteten Ferienheim fast zum gleichen Preise untergebracht wird, oder ob er in primitiven Hütten mit beengten Verhältnissen Unterschlupf findet. Bir sind in jedem Falle für die Hebung des Lebens. niveaus der Arbeiterschaft und begrüßen deshalb das Streben der Naturfreunde. Hier erstehen aus dem wahren Gefühl von Einheit, Demokratie und Konzentration praktische Lebenswerte. Italien sabotiert! Haymann- Bertazzolo abgesagt! Der mit großen Schwierigkeiten aufgezogene Borkampftag in der Dortmunder Westfalenhalle am 11. November, dessen Hauptnummer Haymann gegen Bertazzolo erst nach vieler Mühe abgeschlossen werden konnte, ist durch den Italienischen Borverband sabotiert worden. Der Manager Bertazzolos, F. Descamps, hat an die Westfalenhalle folgendes Telegramm ge. richtet:„ Berband verbietet Bertazzolo Auslandsstart, erlaubt aber Rampf in Italien. Daher kann Bertazzolo Sonntag nicht boren." Der italienische Verband hat also Auslandsstartverbot über Bertazzolo verhängt, hat aber andererseits nichts dagegen, wenn das Treffen Haymann- Bertazzolo auf italienischem Boden vor sich geht. Sache der Borsportbehörde Deutschlands wird es sein, auf Erfüllung der Kontrafte zu bestehen und jeglichen borsportlichen Verkehr mit Italien so lange zu unterlagen, bis der Bertrag Haymann- Bertazzolo erfüllt ist. Der Kampftag in der Bestfalenhalle ist durch das Entfallen der Hauptnummer natürlich nicht durchführbar. Die Antwort an Italien. Einen hoch anzurechnenden Entschluß hat der deutsche Mittel gewichtsbogmeister Hein Domgörgen gefaßt, indem er der Borsportbehörde offiziell bekanntgab, daß, menn Bertazzolp nicht gegen Haymann antritt, er ebenfalls zum Europameisterschafts fampf gegen Jaconacci in Mailand nicht erscheint. Dieser Entschluß Domgörgens, der auf seinen bereits abgeschloffenen Ber trag und damit auch auf eine hohe Kampfbörse aus tameradschaftlichen Gründen verzichtet, ist die einzige richtige Antwort auf die Machenschaften des italienischen Borverbandes. Andere Länder andere Buchmacher. Einer der großen Londoner Buchmacher hat sich an das englische Bostministerium mit der Bitte gewendet, ihm zu geftatten, auf seine Roften eigene Zelephonlinien nach allen größeren eng. lischen Städten zu errichten. Da alle Städte mit mehr als 70 000 Einwohnern in Frage tommen, wären Verbindungen zwischen London und 68 Städten zu schaffen, was die Kleinigkeit von über 100 000 Pfund Sterling 2 millionen Mart tosten würde. Die deutschen Buchmacher haben beschlossen, vom 16. Dezember, mit Ende der Barifer Hindernisrennen, bis zum Beginn von Nizza, also für die Zeit, in der mur die stets Berluft bringenden Rennen in Marseille und Bau fallen, ihre Geschäfte zu schließen, um ben Angestellten einen längeren Urlaub gewähren zu fönnen der hoffentlich bezahlt wird! Der Wintersportausschuß tagt. Am Festort des 2. Bundes. Binterfportfestes, in Johanngeorgenstadt im Erzgebirge, tagte am 4 November der Wintersportausschuß des Arbeiter- Turn- und Sportbundes. Kursusarbeit soll durch Herausgabe von Merkblättern über Troden und Geländekurse gefördert werden. Für die im Februar 1929 statt findende Sigung des internationalen Fachausschusses für Wintersport wurde ein Programmnorschlag für das Wintersport- Dlympia 1931 ausgearbeitet. Unter der Arbeiterschaft soll mehr als bisher durch Lichtbild und Film für den Arbeiter- Wintersport geworben werden. Bom 7. bis 12. Januar 1929 wird ein Kursus für BezirksWintersportwarte im Riesengebirge stattfinden. 30 Jahre Schulungsarbeit im ATSB. Die Arbeiter- Turn- und Sportschule mar in diesen Tagen feftlich geschmüdt, zu Ehren und zum Gedenken an den ersten Lehrgang des Bundes, der vor 30 Jahren in Gera stattgefunden hat. Der damalige Lehrgang war von großer Bedeutung für die technische Entwicklung des Arbeiter Turn- und Sportbundes. Er legte die Grundlinien feft für die Uebungssprache und für das System der Arbeiterturner. Bald konnte der Bund einheitliche Lehrbücher herausgeben. Die Einheitlichkeit der Uebungssprache hat sich sehr fördernd für die Bewegung erwiesen. Seitdem fanden nahezu 100 Bundeslehrgänge an der Bundeszentrale in Leipzig statt, die alle 6 bis 14 Tage umfaßten. Außerdem wurden mehrere hundert Dreitagelehrgänge in allen Bundesgebieten durch. geführt. Seit 1926 befigt der Bund eine eigene Schule mit Lehrjälen, Uebungshallen, Schwimmbad, Schlafzimmern, eigener Küche, Tagesräumen usw. Der Bund zahlt den Lehrgangteilnehmern das Fahrgeld und übernimmt die volle Berpflegung und stellt freies Quartier zur Verfügung. An der Arbeiter- Turn- und Sportschule. werden nicht nur technische Lehrkräfte ausgebildet, sondern auch Jugendleiter, Berbekräfte und Vereinsleiter. Lehrziel ist nicht die Schulung zur Kanonenleistung, sondern Schulung der Leiter zur richtigen Darbietung der Leibesübungen nach 3wed und Schönheit. Bundeshöchstleistungen der deutschen ArbeiterAthleten. Der Sportler Beer, in Weidenau a. d. Sieg erzielte im Gemichistoßen einarmig rechts mit einem Körpergewicht von 103 Pfund eine Leistung von 120 Bfund. Diese Leistung ist im Fliegengewicht Bundeshöchstleistung. Eugen Deutsch in Friedenheim tonnte im Gewichtstoßen einarmig die bisherige Bundeshöchstleistung im Mittelgewicht von 180 auf 190 Pfund verbessern. Neue Bundeshöchstleistungen im Steinstoßen( 25 Pfund): Desterling( Karlsruhe) 9,93 und 10 Meter. Im Kugelstoßen für Sportlerinnen( 5 Kilogramm): Wüst( Mundenheim) 10,13 Meter. Der Tennisregel- Beratungsausfchuß des AISB. tritt am 14. November in der Arbeiter- Turn- und Sportschule erstmalig zusammen. Die Sigung wird sich mit der Organisierung des ArbeiterTennisspieles und der Herausgabe von Turnierbestimmungen beschäftigen. Die Organisierung der Tennisspiele zum Bundesfest 1929 wird ebenfalls vorgenommen werden. Bundestreue Fußballer in Zehlendorf, Wannsee und Dahlem. Donnerstag, 8. November, 20 Uhr, findet im Restaurant Blaschiczemjti, Zehlendorf, Neue Str. 25, die Gründungsversammlung einer Fußballabteilung statt. Bundestreue Arbeiterfußballer sowie Intereffierte find herzlichst eingeladen. Drei Leipziger Arbeiter- Hockeymannschaften weilen am Sonnabend, 10. und Sonntag, 11. November in Berlin. Zur Unterbringung der bundestreuen Leipziger fehlen noch einige Quartiere. Bundesmitglieder und Freunde des Arbeitersports, die Quartier gewähren fönnen, wollen fich fofort an Willy Tragel, Lichtenberg, Kronprinzenstraße 27-28, menden. Telephon: Andreas 5192. Bundesreue Vereine teilen mit: Tennis- Rot Groß- Berlin( FTGB.). Heute Mittwoch 20 Uhr beginnen die Turn- u. Gnmnastikabende. Turnhalle Friedenstr. 31( Nähe Landsberger Plat). GB. Moabit. Donnerstag 19% Uhr Bierteljahrsversammlung, Pagenhofer, Turmstraße( neben Ufa). U. a.: Rreistagsbericht, Neuwahlen, Beitragserhöhung. Freie Faltbootfahrer Berlin. Donnerstag, 18. November, Schule Weinmeister. Straße, 20 Uhr Bortrag: Was will bie Boltsfürsorge?" Handballer und Gelbstbauer müffen erscheinen. Fahrtenbekanntgabe zum Sonntag. Freier Körperkulturkreis Kreuzberg. Donnerstag, 8. November, 19% Uhr, im Jugendheim Briger Sir. 28, Bunter Abend. Satyren, Schnüreen, Lieder zur Laute, vorgetragen von Sosemann. Eintritt frei. Gonntag, 11. November, Kreisfahrt nach Ertner. Treffpunkt 8 Uhr Schlesischer Bahnhof, Haupteingang. Die Winter- Radrennen. Die Kölner 6 Tage- 100 Kilometer im Sport- Palast. In der vierten Nacht des Kölner Sechstagerennens ging es vor dicht befeztem Hause hoch her, war doch die Zeit von der Nachtwertung bis zur Neutralisation um 6 Uhr morgens eine einzige große Jagd. Den ersten erfolgversprechenden Aus reißverfuch machte Rausch. Sein Partner Hürtgen hatte die Ueber runbung fast vollendet, da tam Rausch zu Fall. Nach etwa 20 Mi nuten erschien er wieder auf der Bahn und nun ging der Tanz von neuem los. Ehe es sich die anderen Paare versahen, hatten Rausch Hürtgen ihren Rundenverlust gutgemacht. Rausch- Hürtgen ließen nicht loder, bis auch Dorn- Maizinsti, die an der letzten Jagd wegen eines Smirzes von Dorn nicht teilgenommen, eine neue Bahnlänge abgetreten hatten. Immer wieder brach ein Fahrer nach dem anderen aus dem Felde hervor, manche Mannschaft tam fampflos zum Rundengeminn, als aber Rausch- Hürtgen abermals unwiber das Rennen 20 Minuten neutralisiert mar, erschienen alle Fahrer wieder auf der Bahn. Goebel- Bragard, Dizmella- Schorn, Tonani Beftetti und Goossens- Stodelnyd famen im Berlaufe der Nacht ziemlich leicht zu einem Rundengewinn. Leztere holten sogar gleich zwei Runden auf, verloren später aber wieder eine. Außer StegerMouton ist auch der Belgier Ma es aus dem Rennen genommen worden, da er gegen die Neutralitätsbestimmungen verstoßen hat. Sein Partner Dewolf bleibt als Ersatzmann im Rennen. Nach 103 Stunden waren 2429,450 Kilometer zurügelegt. Der Stand des Rennens: Rausch- Hürtgen 167 Bunfte; 3 mei Runden zurüd: Frankenstein- Buschenhagen 143; Dorn- Maczinsky 99; drei Runden zurüd: Louet- Boucheron 185; Blattmann- Richli 103; Goossens- Stocelynd 102; vier Runden zurück: DizmellaSchorn 122; Tonani- Bestetti 90; fünf Runden zurüd: Goebe! * ftehlich davonzogen, war es auch um Dorn- Maizinski endgültig ge- Bragard 98 Punkte. Dewolf Ersatzmann. schehen. Die beiden Rheinländer Rausch Hürtgen waren unbedingt die Helden der vierten Nacht und durch ihren Vorsprung von zwei Runden gegenüber Frankenstein- Buschenhagen und Dorn- Maizinski dürfte bereits die Borentscheidung gefallen sein. Nach dem ständigen Durcheinander der vierten Nacht ging es am Dienstag nachmittag verhältnismäßig ruhig zu. Nur bei den Bertungsspurts befam man einige schöne Kämpfe zu sehen. Das große Interesse der rheinischen Rddsportgemeinde wurde in der fünften Nacht nur zum geringen Teil belohnt. Am Stand des Rennens hat sich nur menig geändert, fleine Jagden und Brämienkämpfe füllten die Nacht aus. Gegen 6 Uhr abends wurde die zehn Runden im Rückstand liegende Mannschaft Mouton Steger aus dem Rennen genommen. Als der Gong das Ende des vierten Tages anfündete, waren. von der Spigengruppe 2226,146 Kilometer zurückgelegt. Kurz nach 11 Uhr ereignete fich ein Massensturz, bei dem Lonani und Frankenstein die Hauptleidtragenden waren. Nachdem Die zweite radiportliche Veranstaltung im Sportpalast geht am kommenden Sonntag vor sich. Diesmal steht ein 100 KilometerMannschaftsrennen im Mittelpunkt der Ereignisse, das eine Reihe der besten in- und ausländischen Paare am Ablauf sehen wird. 4 7 Interessant ist die Verpflichtung der Belgier Emile und Jean Aerts, bilden doch hier Onkel und Neffe eine Mannschaft. Weiterhin sind ihre Landsleute Rielens- Duvivier, der unverwüstliche Tona ni mit 2ouet, Rouyer mit Mar Hahn, sowie Ehmer- Kroschel, Ties Kroll und die Sieger des Eröffnungsrennens, Behrendt- Manthen mit von der Partic: Fünf gute Mannschaften fommen noch hinzu. Am Fliegerkampf, der den 100 Kilometern" voraufgeht, nehmen vier deutsche und vier aus ländische Fahrer teil. Die Ausländer find in Tonani, Louet, Emile Aerts und Rouyer bereits bestimmt, ihnen werden u. a. Ehmer und M. Hahn entgegentreten. Die Sporthygiene der Frau. Raum drei Jahrzehnte sind heute seit jener Zeit verflossen, wo es noch für unschicklich galt, daß die Frau ein Fahrrad bestieg und mo fie nur in langen, unpraftischen Röcken Schlittschuh fahren durfte. Wie ist seit jenen Tagen die Bedeutung sportlicher Er. tüchtigung und körperlicher Natur auch für die Frau gewachsen! Der Krieg und das unerbittliche Fortschreiten der Zivilisation haben es mit sich gebracht, daß die Frauen massenhaft in Berufe geströmt find, die bisher dem Manne vorbehalten und feiner förperlichen Eignung angepaßt waren. Das Dasein der Frau hat damit über ihre Bestimmung als Mutter hinaus einen ganz neuen Sinn betommen und ihre Stellung in einem zermürbenden Berufsleben, der Tag für Tag die Kraft eines vollwertigen, widerstandsfähigen Menschen verlangt, zwingt sie daher heute zu fyftematischer Pflege und Ausbildung ihres törperlichen 3ch s. Das berufstätige Mädchen muß schließlich bei den wirtschaftlichen Berhältnissen unserer Zeit damit rechnen, daß es erst in relatio späten Jahren heiraten fann; nur ein lebensfrisch erhaltener, ipann fräftiger Rörper wird aber auch dann noch den Anforderungen der Mutterschaft gewachsen fein, Erscheint schon dadurch Sinn und zwed sportlicher Betätigung für die Frau in einem besonderen Lichte, so kommt dazu, daß für fie gemäß ihrer Wefensart der Sport ein kosmetischer 2nreiz, ist, ein Mittel, um den Schönheitsbegriff der Zeit in Gestalt und Form 34 perwirtlichen. Welche Bege wird daher die Sporthygiene der Frau einschlagen müssen? zu Mädchen und Frauen müssen erst einmal lernen, fich bewußt Eingehend wurde mit der örtlichen Festleitung bas Programm zu jein, mann und durch welche Art von Arbeit ihr Körper miß für das 2. Bundeswintersportfest besprochen und beschlossen neben braucht wird, denn nicht nur in der modernen Industrie, sondern Bettkämpfen in Schnee, Eislauf und Rodeln. auch Schaufahren ebenso in der bäuerlichen Bevölkerung stellen ja Beruf und Mutter und Maffengymnaftit auf Schneeschuhen und Wanderungen durchschaft fraftverzehrende Doppelforderungen. Dieses törperliche Ich zuführen. Das Fest foll am Sonntag 30. Dezember, beginnen und bemußilein, das Rennen bes eigenen Rörpers und die eigene Weber fchließt am 1. Januar mit Schauspringen ab. Die einheitliche legung, mas ihm nag feiner gangen Struttur und Beranlagung am zuträglichsten ist das wird das erste sein müssen, um den Weg zu einer vernünftigen Sporthygiene zu finden! Dazu kommt ein zweites: Mag der Begriff der weiblichen Schönheit sich in dem einen oder andern Jahrzehnt nach dieser oder jener Seife wandeln, mag er, wie heutzutage, in einer gemissen Vermännlichung des Frauenwesens sein Ideal sehen ein Zug wird ihm stets eigen tümlich bleiben: Die natürliche Anmut und Grazie! Diese sind aber nicht etwas nur Körperliches, sondern zugleich ein Stück Seele der Frau. Zu einer vernünftigen Sporthygiene gehört daher vor allem: Wähle den Sport, der dir wirklich Freude macht! Denn nur aus Freude und Fröhlichkeit quillt: jenes erhobene Daseinsgefühl, jener innere Schwung, von dem aus alltäglich die Widerstände des Lebens und alle Weltverdroffenheit spielend ge meiſtert werden. Noch mehr wie für den Sport des Mannes muß allerdings für die Frau die Warnung vor Hebertreibung gelten! keineswegs foll der sportliche Wettkampf damit verworfen werden, es ist nur zu bedenken, daß Erschöpfung und Erzwingung Don Höchstleistungen dem Körper der Frau gesundheitlich und ästhetisch weit nachteiliger sind als dem Manne. Daher sollten nur ganz besonders fräftige und gefunde Naturen nach dieser Richtung hin Sport treiben! Bei maßvoller Ausübung fann jede Sportart auch für die Frau ihr Gutes wirken, mag es etwa das Schwimmen fein, wobei der ganze Körper den wohltuenden Einflüssen von Baffer, Luft und Sonne ausgesetzt und der Stoffwechsel wesentlich gefördert wird, mag es Wandern und Schneeschuhfahren fein, Sportarten, die den naturliebenden Menschen innerlich bereichern, feien es Lauf oder Sprung mit ihrer Erhöhung der Elastizität, oder fei es die Sportart, bei der das spezifisch Weibliche besonders betont erscheint und die für die Frau jedes Lebensalters geeignet ist; die. Gymnaftit, die vorbildliche Erzieherin zur Beherrschung des Körperrhythmus, zu Zweckmäßigkeit und Harmonie aller förperlichen BeDe K. Weitzel. magungen! 1 RUNDFUNK AM ABEND Mittwoch, 7. November. Berlin. 16.00 Dr. Georg Zehden: Schlanke Linie und 16.30 Jugendbühne( Sende- Spiele). Philotas", kranker Magen. ein Trauerspiel von G. E. Lessing. 18.30 Gartendirektor Ludwig Lesser: Rundschau für Blumen- und Gartenfreunde. 19.00 Prof. Franz Pahl: Deutsche Pioniere der Technik. I.; August Borsiz.| 17.30 Dr. Theodor Heuß: Der Stand der Entschädigungsfragen der Anstands der Pionier des deutschen Lokomotivbanes. 19.30 Dr. Wolfgang Pobl: Sozialpolitische Umschau. 20.00 Abendunterhaltung. Mitwirkende: Paul Eipper, Lorenz Hagenbeck. 21.00 Konzert. Streichquartett e- moll, op. 59, Nr. 2 von Ludwig van Beethoven. Allegro Molto Adagio Allegretto Finale( Presto);( Amar- Quartett: Licco Amar, 1. Violine; Walter Caspar, 2. Violine; Prof. Paul Hindemith, Viola; Prof. Maurits Frank, Violoncell. 21.30 Der Journalist spricht...( Am Mikrophon: Dr. Arnold Hahn.) Anschließend: Presse- Umschau des drahtlosen Dienstes. Anschließend bis 00,30: Tanz- Musik( Kapelle Dajos Béla). Königswusterhausen. 16.00 Gymnasialdirektor Menge: Julius Caesar im Unterricht( II). 16.30 Uebertragung des Nachmittagskonzerts Hamburg. deutschen. 18.00 Dr. Münnich: Der unbekannte Schubert( II). 18.30 Lektor Claude Grander, Gertrud van Eyseren: Französisch für Port geschrittene. 18.55 Ob-- Stud.- Dir. Dipl.- Ing. Volk: Werkmeisterlehrgang für Facharbeiter Stoffkunde. 19.20 Prof. Dr. Hans Mersmann: Einführung in das Verstehen von Musik. Ab 20.00 Uebertragung von Berlin. Muſifaufträge übergibt man nur bem Rabweis bes Deutschen Musikerverbandes, Berlin, Rom mandantenstr. 63/64 Dönhoff 3277-78 Sefchäftszeit 9-5, Gonntags 10-2 Uhr Auf Wunsch: Bertreterbefuch. Geschäfts- Anzeiger o Merken Sie sicht bitte: eine Adresse für Ihre Wäsche, es ist die besonders bevorzugte Dampf- Wäscherei Westend Charlottenburg, Wallstraße 22. Telephon: Wilh. 6693 Wir liefern Qualitätsarbeit und sind billig ,, Hawag" Be- und Entwässerungs-, KanalisationsAnlagen:::: Heiztechnische Beratung [ R. 7 NO, Landsberger Str. 92:: Tel.: Alex. 9130/1 Ich offeriere: Ia frischeste Vollmilch in bester, fettreichster Qualität, die auf dem schnellsten Wege vom Erzeuger zum Verbraucher ohne Lagerung und Stapelung( dadurch 1-3 Tage älter) gebracht wird. Außerdem offeriere: Ia ff. Meierelbutter( keine Mischware), sowie Ia Buttermilch und weißen Käse. Achten Sie bitte beim Einkauf auf meine Firma. Inhaber: R21] Meierei Friedrichshagen, Adam Schower. Damenmäntelfabrik Paul Linck, Neukölln Mäntel, Kostüme stets am Lager auch Maßarbeit Spezialität: Für starke Damen Stoffe werden zurVerarbeit. angenommen. Auch Ratenzahl. ohne Aufschlag Tabakwaren- Engros [ B. 36 Alles, was der Händler( Kantine) braucht, liefert Gustav Paulke Berlin C2, Klosterstr. 65/67, Kupfergraben 1749 Ständiges Lager über 2 000 000 Zigarren. an den [ B. 59 Plakate Anschlagsäulen in Groß- Berlin haben stets Erfolge. Ausführung durch die 66 Berliner Anschlag- und Reklamewesen G.m.b. H. ,, Berek" Berlin SW19, Grünstr. 17/20, Fernspr.: E1 Berolina 5991 Spezialgeschäft orthopädischer und normaler Fußbekleidung [ R. 51 Bezirk Süden- Weften. VOLKS . FEUERBESTATTUNGS- VEREIN VVaG vormals Valls- Fo 1913 ein Groß- Bare UNTER REICHSAUFSICHT Nach dreimonatiger Mitgliedschaft unbedingten Rechtsanspruch auf kostenlose, pietätvolle Bestattung Kein Kirchenaustritt erforderlich [ G. F. 54 Man verlange kostenfreie Zusendung eines Prospekts oder Vertreterbesuch Haupt. Geschäftsstelle: Berlin N. 4, Invalidenstr. 110 Fernruf Norden 38 85-88, 5044 Wangrin& Butz Elektr. Licht-, Kraft- und Klingel- Anlagen A Frisier- Salon Für Bruchleiden für Damen u. Herren Gute Bedienung Solide Preise Gustav Scholze G. F. 136] Tel.: Bergmann 4162 Belle Alliance Platz 12( Laden) Mechaniker Gehre Weserstr. 5,[ R.20 am Hermannplatz Qualität, billig und Teilzahlung Reparaturen Ist mit den Augen etwas los MAXIRUSCH Waweldes ges. grach. Ihr nur Bruchband ,, Perfectiv" unübertroffen! Vollständiger Ver schluß der Bruchpforte E. KRAUS Blo. S 14, Kommandantenstr. 55 Fernsprecher: Dönhoff 2911 Lieferant sämtlicher Krankenkassen Geg.Vorzeigung d. Annonce 50, Rabatt The Augenwart! Verbandshaus- Restaurant! Augenu prüft kostenlos Konzessioniert für sämtliche elektrische Werke Max Trusch Staatlich geprüfter Optiker- Meister E3 Bin.- Neukölln E3 Hobrechtstraße 59-60 Telephon: Neukölln 5157 Gebrüder Groh Gegründet 1882 55 eigene Verkaufsstellen in allen Stadtteilen Groß- Berlins [ R 46 10 eigene Dampfmolkereien Paul Heymann Drogen Farben [ R.33 farben Fachmann Foto( 3) Nur: Hermannstr. 43 Größtes SpezialNeetzelli geschäft am Platze Milch Schokolade Anerkannt vorzügliche Qualität Berlin, Dresdener Straße 131 ( Kottbusser Tor) Ich garantiere für völlige Zufriedenheit. Bin Lieferant für alle Krankenkassen. Fritz Muth Buttergroßhandlung Filialen in allen Stadtteilen[ R. 25 Rungestr. 30 [ R. 12 Otto Schilling Verkehrslokal der Partei und des Reichsbanners Zum Feuermelder Restaurant:: Inh. Bruno Wolff Neukölln, Kaiser- Friedrich- Str.178 Verkehrslokal der Partei und Arbeiterspartler Stimmungsmusik Großwäscherei Urania Monteurkittel - Arbeitsblusen Handtücher Bethanienufer 6: Waldemarstr. 27 Telephon: Moritzpl. 11 550 Kauft in den Markthallen! Kaufhaus am Stadtpark Große Auswahl- Wohlfeile Preise Man vergleiche die Angebote an den Anschlagsäulen Deutscher Hof Arthur Kromrey Moritzpl.Untergrundbahn Luckauer Straße 15 Telephon: Moritzplatz 9571 Festsäle von 20-1000 Personen für Hochzeiten, Diners und Vereinsfestlichkeiten. IR. 23 Sämtliche Hotelzimmer fließend Wasser warm und kali. Otto Mewes, Schuhmachermeister Weihnachtsgans auf Ratenzahlung Probiert Lieferant der„ Orthopädischen Versorgungsstelle Berlin" Babe Gutschein zu 1 M. fchon jest Borjahren Zimmermann's la Speiseleinöl Ia Speiseleinöl Berlin S. 14, Kommandantenstr. 55 S. Schüller, Sentral- Martthalle, Reihe 4, Stand 15 WURSTCHEN u. Tafelöle Fernsprecher: Dönhoff 9980.[ G. F. 49 bei: a. 1, St. 63. Grundreelle Firma, besteht zirka 40 Jahre Frisier- Salon Eisenwaren- Werkzeuge für Damen und Herren Gute Bedienung Solide Preise Stadtbad Kreuzberg, Baerwaldstr. 64-65 Liebing- Brot R. 38 Grahambrot nach Vorschrift der Mazdaznalehre. Roggenvollkornbrot( Kommißbrot) In allen Geschäften und Reformhäusern erhältlich. Nur noch kurze Zeit Reklamepreis 25 Mk. Ruso- Dauerwellen SALON ROLLE Platz 7-8 Belle- AllianceIR 4 BI Carl Pietsch Inh.: Gustav Sauer. SW 68, Lindenstr. 107. Tel.: Dönhoff 3070. Verlangen Sie nur diese Marke Braunschweigerua Konserven St& lo Jos Stehr& Cos BERLIN C. 25 Erhältlich in Jedem besseren Lebensmittelgeschäft Wasserfor- Bad G.F. 20 Wassertorstraße 148.27 Lieferant sämtlicher Krankenkassen Fleischwerke Zimmermann Tannhausen[ G. F. 159 Lager Berlin Königgrätzerstr. 48 Columbus" Geflügel- Restaurant Berlin, Kommandantenstr.76 billigste Bezugsquelle für Händler und Wiederverkäufer Neuköllner Oelmühle G. Paul Lehmann& Co. Neukölln, Teupitzer Str. 104. Fernspr. F. 2 Neukölln 0685, 8149 Wild, Geflügel Fische B.34 nur von Erich Kropp Neukölln, Berliner Straße 42 gegenüber vom Ratha is. Bien's Festsäle Kreuzbergstraße 48 an der Katzbachstraße Täglich außer Dienstag und Freitag Inh. Gustav Besser( B. 45 Bln.- Steglitz, Albrechtstr.29 Webereiwaren aller Art in nur bewährten Qualitäten. Wilhelm Schaale Neukölln, Hermannstr. 58 Fleisch- und Wurstwaren bester Qualitäten zu den billigsten Tagespreisen.[ G. F. 175 Groß- Destillaton August Schulz Dresdener Strage 135 IG.F. 18! KOTTBUSSER TOR öbel- Bursian Neukölln[ G F.217 Kaiser- Friedrich- Str.23 24 Monate Kredit Beispiellos billige Preise. Verkehrslokal der Partei Gewerkschaften und des Reichsbanners[ GF.41 Fritz Grommeck Neukölln, Sanderstraße 10 Großes Vereinszimmer noch frei! Groß- Destillation ,, Rittereck" Bittersir.95 Ecke Brandenburgstr. Inh.: Paul Männling Gut gepflegte Biere Kaltes und warmes Bolett Bilder Großer altdeutscher Ballelgemälde und Drucke Rundiänze Zwei Kapellen Ende 3 Uhr [ 106 gerahmt und ungerahmt zu konkurrenzl. Preisen. Kottbusser Str. 13, a. d. Brücke[ G. F.52 G. BRUCKLACHER Höchste Beleihung BERLINS./ ORANIENSTRASSE 43 DAS BEKANNTE SPEZIALHAUS Messer Werkzeuge- Schleiferei für die gesamte Industrie jeder Werisade sowie Garderobe im Leihhaus Hermann Joël Markgrafenstraße 22, 11. 19