Albendausgabe Nr. 530 18264 45.Jahrgang Böchentlich 85 Bt. monetlid 8,60 TR. tm voraus zahlbat, Boftbezug 4,32 m. einschl Beftellgeld, Auslandsabonne ment 6, M. pro Monat, * Der Bormaris erscheint mochentag lich zweimal Sonntags und Montags einmal, die Abenbausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Illuftrierte Beilagen Bolt und Zeit" und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Biffen", Frauen. timme". Technik"," Blid in bie Bücherwelt und Jugend- Borwärts" Jod Vorwärts Berliner Boltsblatt Donnerstag 8. November 1928 10 Pfennig Die etnis altige Ronpareillezetts 80 Bfennig. Rellamezeile 5.- Reids mart. Kleine Anzeigen" das fettges drudte Bort 25 Bfennig( zuläffig ziet fettgebrudte Borte), jebes weitere Bort 12 Bfennig., Stellengesuche das erite Bort 15 Pfennig, jedes mettere Wort 10 Bfennig. Borte über 15 Buchstaben sählen für zwei Morte.. Arbeitsmartt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen annahme im Hauptgeschäft Linden Straße 3, wochentagl. von 8 bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Eelegramm- Abr.: Costaldemokrat Berlin Vorwärts Verlag G. m. b. H. Bostichedkonto: Berlin 37 536. Banffonto: Bank der Arbeiter, Angestellter und Beamten Wallstr. 65. Dislonto- Gesellschaft, Debofitenlaffe Lindenstr. 3 Feststellungsklage am Montag. Verhandlungstermin nach Eingreifen des Arbeitsministers vorverlegt Montag Feststellungsklage. Der Verhandlungstermin vorverlegt. Bochum, 8. November.( Eigenbericht.) Der Termin zur Berhandlung über die vom Arbeitgeberverband Nordwest beim Arbeitsgericht zu Duisburg eingereichte Jeft ftellungsflage über die Rechtsgültigkeit des für verbindlich erflärten Schiedsspruches ist vom 16. auf den 12. November, vormittags 9 Uhr, vor vertagi morden. Auch das ist noch reichlich spät. Immerhin ist die Kritik der Deffentlichkeit nicht ohne Wirkung geblieben. 44 Das Wolff- Bureau meldet: Der Reichsarbeitsminister hat den Parteien des beim Arbeitsgericht in Duisburg schwebenden Jefftellungsfreits über die Gültigkeit des Schiedsspruchs für die nordwestdeutsche Eiseninduftrie am 7. November telegraphisch mitgeteilt, daß er im öffentlichen Intereffe eine Vorverlegung des Termins für erforderlich halte. Voraussehung einer Vermittlung: Anerkennung des Gesetzes. Bodhum, 8. November.( Eigenbericht.) Die Bezirksleitung des Deutschen Metallarbeiternerbandes ver öffentlicht folgende Erklärung zu der Frage einer eventuellen Ber mittlungsattion: ,, In den letzten Tagen werden in der Bresse wiederholt Mit teilungen gebracht, daß der Arbeitgeberverband Nordwest jederzeit verhandlungsbereit jei. In einem Interview hebt Herr Dr. Helmut Boensgen ausdrüdlich hervor, daß, wenn eine Berständigung zu stande tommen soll, der Schiedsspruch eine Acnderung erfahren müffe. Glaubt irgend jemand, daß es einen Gewerkschafter gibt, der bie 2 bjch wäch ung eines ihn unbefriedigenden Schieds spruches, der vom Reichsarbeitsministerium für verbindlich erklärt und damit Gejetz geworden ist, hinnimmt? Er würde genau jo gegen die Staatsautorität rebellieren wie es die Arbeitgeber getan haben. Wenn eine Berständigung zustande kommen soll, so muß vor allen Dingen dem Geset Geltung verfchafft werden. Man spricht viel von Vermittlungen, die angebahnt werden follen. Es besteht gar fein Zweifel, daß diefe von der Reichsregierung, ohne daß die Arbeitgeber zuvor die Gefeßlichkeit des Schiedss spruches an ertennen, faum ausgehen dürfte und eine Bermittlungsaftion in diesem qußerordentlich schweren Kampf muß, menn fie einigermaßen Aussicht auf Erfolg haben soll, eine reale Grundlage haben. Die Wirtschaft wird schwere Schädigungen zu ertragen haben, desgleichen die Kommunen. Die Oberbürgermeister und Landräte des Ruhrgebietes haben dieses bereits in einer Zusammenfunit am 6. d. M. erkannt und ihre Ansicht in einem Telegramm an die Reichsreglerung zwed's Beilegung des Konfliktes und in Richtlinien über die Handhabung der Unterstützung Hilfsbedürftiger zum Ausdruck gebracht. Nachdem der Borstand der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung einen Beschluß getätigt hat, daß die durch die Aussperrung arbeitslos gewordenen Arbeiter fein Anrecht auf Erwerbslosenunterstügung haben, wird wohl fein anderer Weg bleiben, als daß Hilfsbedürftige dem Wohlfahrtsamt zugewiesen werden. Die Einheitsfront. APD. und Aussperrer. Eröffnung der Automobilschau. Blick in eine der großen Ausstellungshallen. SELVE Die große internationale Autoschau in den| schwerster Wirrnisse, und Sorgen, der Berefendung, der vielen TiefAusstellungshallen am Kaiserdamm wurde heute vormiffag, und menigen Höhepunkte... fo als ob das alles nicht die Folge pünktlich um 11 Uhr, mit einem feierlichen Aft eröffnet. Be- des Krieges, sondern der Befreiung des Boltes gewesen wäre! reits eine Stunde vorher trafen die ersten Gäste ein. Bor den Hallen stehen eine Reihe von Masten, die die Fahnen aller befeiligten Staaten zeigen, und in der großen Halle hängt als Hauptschmud ein meterlanges Reichsbanner mit dem Adler. Nachdem die Fanfaren verflungen waren, begrüßte Geheimrat Dr. Almers, der erste Borsigende des Reichsverbandes Deutscher Automobilindustrieller, die Gäfte. Er führte aus, die Ausstellung ist ein flarer Beweis für den aussichtsreichen Aufstieg der deuts hen Industrie wie überhaupt der ganzen Wirtschaft. Der Aufstieg des deutschen Automobilwesens ist nicht zum geringsten Teil auf die technische Gemeinschaftsarbeit zurückzuführen. Ein Forschungsinstitut ist im Werden( der Reichsverband hat 500 000 M. dazu gestiftet), das sich mit der Vereinfachung und Verbilligung der Autoproduftion befaffen soll. Herr Almers ließ sich übrigens im Laufe femer Rede eine Tattlosigkeit zuschulden fommen. Er begann mit dem Hinweis darauf, daß heute der Gedenktag der RevoLution fei; er spricht von dem der Revolution folgenden Jahrzehnt Das ist die„ revolutionäre Einheitsfront", die die KPD. bilden will: die Einheitsfront mit den schlimmsten Scharfmachern. Wenn die KPD. diese Einheitsparole, die sie mit den Unternehmern praftisch im Augenblid des Kampfes verbindet, auch mit scheinbar revolutionären Redensarten verbrämt, so wird die Arbeiterflaffe eben durch dieses Handinhandarbeiten erkennen, in welchem Lager die KPD. unter der glorreichen Führung des Thäl ,, Weg, mit dem verbrecherischen Schlichtungsmann steht: Sage mir, mit wem du umgehst, und ich sage dir, wer system!" Diese Parole ist nicht etwa heute in ber Unter nehmerpreffe nur zu lesen, sondern steht in fetten Buchstaben auf der ersten Seite der Roten Fahne". ,, Setzt alle. Kräfte ein, um das Schlichtungswesen zu Fall zu bringen! Seßt alle Kräfte ein zum Kampf gegen die sozialdemofratische Koalitionsregierung!" Das ist die Barole, die die foge nannte Reichsparteiarbeiterfonferenz der KPD. ausgehedt hat, um die KPD. in diesem Kampfe gegen das Schlichtungswesen und bie jozialdemokratische Koalitionsregierung, ben die Scharfmacher mit Der Aussperrung führen, an die Seite der Aussperrer zu bringen. du bist. In diesem Zusammenhang möchten wir ausdrüdlich davor warnen, auf die von der KPD. und der JAH. herausgegebenen Sammellisten etwas zu zeichnen. Nicht nur weil eine Partei. deren Führer der Dugfreund Wittorfs ist, feinen Anspruch auf Sauberkeit und Vertrauen in Geldangelegenheiten erheben tann, sondern vor allen Dingen deshalb, meil weder die KPD. noch die JAH. von der Arbeiterschaft dazu beauftragt murde oder durch ihre Bergangenheit und Gegenwart als geeignet erfcheint, Gelder der Arbeiterschaft zu verwalten. Oberbürgermeißer Dr. Böß betonte darauf, daß die deutsche Autoindustrie ihren Aufschwung vor allem ihrer Initiative perdante, mit der Unwirtschaftlichkeit rüdfichtslos aufgeräumt zu haben. Vereinheitlichung und Standardisierung haben die achtungswürdigen Resultate erzielt. Deutschland stehe heute nur auf dem zweidegzten Blak unter den großen Staaten, wenn man prozentual die im Be trieb befindlichen Automobile auf den Kopf der Bevölkerung derechnet. Und trotzdem reichen die meisten Straßen für den Verkehr nicht mehr aus. Mancher schöne, stille Winkel wird noch den Anforderungen des Verkehrs fallen müssen. Jedenfalls wird die Stadt Berlin nicht zögern, dem Kraftfahrwesen freie Bahn zu schaffen. Reichsminister Dr. Curtius zeigte, daß durch die Internationalität dieser Ausstellung wertvolle Bergleichsmaßstäbe gewonnen werden. Aber über jede nationale Eigenart hinaus eigen fich überall die gleichen Tendenzen, nämlich die Forderung auf Schnellgiteit, Billigkeit und Sicherheit des Wagens, Die Tnpen ähneln sich immer mehr und in allen Staaten geht man allmählich zur Massenproduktion über. Der vers härfte internationale Bettbewerb schafft Angleichung der Formen, und der erweiterte Absatz ermöglicht die Berbilligung der Produkte. Dann erklärte der Reichsminister die Ausstellung für eröffnet. Mit dem Meistersinger Vorspiel schloß die Feier. Raubüberfall in Moabit. In der Bredomstraße in Moabit murde heute mittag auf den Kaufmann Wessel ein verwegener Raubüberfall perübt. Wessel betreibt im Hause Bredowstraße 22 in einem zweifenstrigen Laden eine Liförgroßhandlung. Gegen 12 Uhr betraten zwei Burschen das Geschäft und forderten zwei Liköre. Als B. ihnen erklärte, daß er nur Flaschenverkauf habe, entfernten sich beide wieder. Knapp fünf Minuten später erschienen die beiden, in deren Begleitung sich jetzt zwei weitere Burschen befanden, abermals im Laden. Während zwei sofort über den Ladeninhaber herfielen und ihn zu Boden schlugen, eilte ein anderer an das Telephon und durchschnitt die Celtung. Der vierte Täter hatte inzwischen die Cadenkasse erbrochen und ihren Inhalt an sich genommen. Als W. um Hilfe rief, wurde er mit einem Beil bedroht. Den Tätern gelang es, unerkannt zu entkommen. Tschechischer Zenfurskandal. ias ein deutsches Blatt gegen den deutschen Justizminifter in Prag nicht fagen darf. Wir veröffentlichten vor einigen Tagen die Abbildung einer immer des Sozialdemokrat", des Zentralorgans der Deutschen zialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakei. Große iße Lüden zierten die erste Seite des Blattes: der Zensor hatte atsgefährliche Stellen gestrichen. Daß er im Auslande mit diesen lizeimethoden Beachtung gefunden hatte, hat ihn zu neuen Heldenten gereizt. Das Jubiläum der Republik wird mit einem Zensurickchen begangen. Die Dienstags- Ausgabe des Sozialdemokrat" thält wieder eine halbe leere Spalte. Es wird das In- und Ausnd interessieren, welche Säge dem tschechoslowakischen Staats zenfor verbrecherisch erschienen sind, daß sie aus der 1. Ausgabe gestrichen urden. Sie lauten: ben, seit derselbe Mayr- Harting, der sich früher mit VorSeit wir einen„ deutschen", christlichsozialen Justizminister be als Wortführer der Oppofition und ihrer demokratischen For rungen aufspielte, das wichtige Justizreffort verwaltet, hat für die utsche Arbeiterbewegung eine Zeit verschärfter, unerträglicher chikanen und Verfolgungen begonnen. Man tonfisziert unsere Beitungen in der rücksichtssesten Weise und mit der durchsichtigen Absicht, uns finanziell zu jädigen, uns für unsere oppofitionelle Haltung mit Geldstrafen von ehntausenden Kronen zu belegen. Diese Konfistationen haben nen Grad erreicht, der das Ausland auf die Pressefreiheit unter em Regime Mayr- Harting aufmerksam macht und zur bildäßigen Wiedergabe unserer verstümmelten Blätter führt. Man verfolgt unsere Organisation in einer Weise, die an die eiten der ärgsten Verfolgungen der Arbeiterbewegung unter der era Taaffe erinnert! Der Prozeß gegen unsere Jugendrganisation ftellt eine unerhörte Berschärfung der politischen Serfefutionspragis dar und gemahnt an die großen Hochverratsrozesse, die das alte Desterreich allerdings im Kriege und unter em Ausnahmezustand gegen die tschechische Freiheitsbewegung szeniert hat. Schon im vorjährigen Gemeindewahlkampf, hat man nsere Agitation durch das Verbot von Plakaten und Fluglättern hemmen wollen und uns durch derartige Amtshandlungen hweren finanziellen Schaden zugefügt. Es gibt westlich der Leitha nd der Weichsel teinen parlamentarisch regierten europäischen Staat, in dem es den staatlichen Behörden einfallen würde, in den Bahlkampf der politischen Parteien durch Berbote von Plakaten inzugreifen. Es gibt im zivilisierten Europa teine 3artei, die zum Schuhe ihrer politischen Interisen an den 3ensor und den Staatsanwalt ppellieren würde. Der Mayr Harting macht en 3ensor zur Hauptstüge in seinem Wahlampf gegen die Sozialdemokratie!" Die Sachlichkeit und Mäßigung dieser Säße ist nicht zu überDer Aetna erwacht.. Zehn eruptive Krater- Die Ausdehnung der Lavaströme. Der Aetna, Siziliens feuerspeiender Berg, entfaltet wieder eine von Tag zu Tag bedrohlicher wer dende Tätigkeit, denn er sendet ungeheure Lavamassen aus, die aus einem Krater hervorbrechen. Die Schreckenschronik des Aetna ist ungeheuer groß, denn es find bisher rund 80 größere Ausbrüche dieses Vulkans geschichtlich verzeichnet worden. Der gewaltigste Ausbruch war der vom Jahre 1693, der mit einem Erdbeben verbunden war. Nicht nur vierzig Städte wurden dabei völlig zerstört, darunter auch Catania, sondern nicht weniger als 100 000 Menschenleben fielen dem Ausbruch zum auch einer der gewaltigsten Ausbrüche, der das Städtchen Nikoloji Opfer. Fünfundzwanzig Jahre vorher, am 10. März 1669, mar völlig zerstörte. Der große Ausbruch im Jahre 1792 hatte ungeheure Folgen für die Gestaltung der Landschaft, denn die ausgeworfene Lavamasse war so groß, daß der Boden um fast einen Meter erhöht wurde. Alles, was im Bereich der Lavamassen gelegen war, wurde hoch bedeckt. Wenn man derartige Borkommnisse hört, dann begreift man, wie seinerzeit Pompeji so von Lavamassen bedeckt wurde, daß die Stadt völlig verschwand. Bekanntlich siedelte sich an der Stelle, an der Pompeji gestanden hatte, neues Leben an, Ortschaften wurden errichtet und der Erdboden bepflanzt, ohne daß iemand viele Jahrhunderte lang eine Ahnung hatte, daß darunter eine ehemals reiche und schöne Stadt sich befand. Das Jahr 1843 brachte bei einem neuen Ausbruch des Bulfans eine eigenartige Ratastrophe. Die glühende Lava, die gegen Bronte herabfloß, gelangte in einen Teich und machte das Wasser so heiß, daß mehr als 50 Menschen in dem Dampf umfamen. Im Jahre 1865 wurde der Gipfelfrater des Aetna durch neue Tätigkeit diefes Bultans völlig verändert, und die Wälder von Ragalbo und Cerrita wurden dabei völlig vernichtet. Die Jahre 1874 und 1879 brachten weitere katastrophen, die sich durch ungeheure Massen glühender Lava auszeichneten. Insbesondere 1879 hatte die Bildung eines neuen Kraterfegels, Monte Umberto, 2250 Meter über dem Meeresspiegel, zur Folge. Einer der am längsten andauernden und größten Ausbrüche begann am 9. Juli 1892 am Monte Gemellaro. Während eines ganzen Monats setzte der Aetna seine Tätigkeit fort und bedrohte fogar Nikoloji und Pedara. Das Jahr 1899 zeichnete sich dadurch aus, daß bei einem Ausbruch dieses Vulkans die Rauchwolfen bis 5000 meter in die Höhe geschleudert wurden. entfaltet, so daß anzunehmen ist, daß das Erdbeben damals nicht mit zember 1908 in der Provinz Messina seltsamerweise teine Tätigkeit Dagegen hat der Aetna bei dem gewaltigen Erdbeben vom 28. Dedem vulkanischen Charakter des Bodens direkt zusammenhing. Die Anzahl der eruptiven Krater, die im Jahre 1902 noch vier dem jüngsten Ausbruch um einen vermehrt worden ist. Unbetrug, ist in den letzten Jahren auf zehn gestiegen, die bei geheuer groß ist die Menge der Lava, die von dem Aetna hin und wieder ausgeworfen wird. Die Schnelligkeiten, mit der die Feuermassen durch das Land strömen, ist gleichfalls ungeheuer groß. Rom, 8. November. Nach den letzten Meldungen aus Catania haben die Lavamassen enigegen den gestrigen Voraussagen die Bahnlinie Catania- Meffina noch nicht erreicht; sie sind jedoch nur wenige hundert Meter von ihr entfernt. Sachverständige rechnen damit, daß die Bahnlinie sowie die Telegraphen- und Telephonlinien im Laufe des heutigen Tages unterbrochen werden. Ein fleiner Strom, der vom Hauptstrom der Lava sich abzweigte, bedroht den Ort Carramba. Die Ausbrüche des Aetna dauern mit unverminderter Heftigkeit an. Heidgers- proletarische Helden? Republikfcier des Reichsbanners eidgers Heute 20 Uhr auf dem Gendarmenmarkt Es sprechen die Reichstagsabgeordneten Franz Künstler für die Sozialdemokratie, Georg Bernhard für die Demokraten und Reffor& ellermann für das Zentrum. Neue Lehren der Wildwest- Partei. ieten. Der Bolizeigeist Metternichs ist in die Behörden der tschecho- Die Deffentlichkeit für die Ruhrarbeiter. irrungen felber als etwas Heldenhaftes, Rühmliches, beinahe Nachlomatischen Republit gefahren, daß sie nicht einmal derart maßvolle Ausführungen zu drucken erlauben. Die Demokraten Europas werden bedauern, daß in einem Staat, an dessen Spize ein Masaryk teht, derartige Ungeheuerlichkeiten vorkommen fönnen. Besonders pitant aber ist, daß diese Zensur gegen die deutsche Sozialdemo. fratie pon einem deutschen Justizminister ausgeht: ein lehrreiches Beispiel für die„ Boltsgemeinschaft", die die nationalen Herren diesseits und jenseits der Grenzen im Munde führen. Sammlung der Linken. Noch niemand mit der provisorischen Regierungsbildung beauftragt. Paris, 8. November.( Eigenbericht.) Poincaré wird immer noch als der Retter aus der Not hingestellt, praktisch aber haben sich seine Erfolgsaussichten wesentlich vermindert. Er wird zwar voraussichtlich als Erster wieder mit der Regierungsbildung beauftragt werden, man glaubt aber ficher zu sein. daß er entweder sofort ablehnt, oder nach einigen Bersuchen, die nationale Union unverändert auf die Beine zu bringen, das Rennen aufgeben wird. Unter den Kammerfrattionen find nämlich am Mittwoch Berhandlungen in Gang gekommen, die die Bilbung der republi. tanischen Ronzentration zum Ziele haben. Die Initia tive dazu ging von der Gruppe der republikanischen Sozialisten ( Briand Painlevé) aus. Die sozialistische Partei, die radikale Bar tei, die Gruppe der radikalen Linken( Loucheur) und die Gruppe der unabhängigen Linken( Le Trouquier) haben sich bereits zur Mitarbeit bereit erklärt. Auch die Gruppe der Linksrepublitaner( Tardieu) wurde zur Mitarbeit aufgefordert, sie stellte aber die Bedingung, daß auch die Gruppe Maginot eingeladen werden müßte. Von Maginot aber wollen weder die Sozialisten noch die Rabitalen etwas wissen. Immerhin müssen die Verhandlungen um diese republikanische Konzentration ziemlich aussichtsreich stehen, denn der Präfident der Republik, Doumergue, hat für heute, Donnerstag, ausschließlich Politiker aus dem Lager der Links parteien zu fiá gerufen. Von den Sozialisten hat er die Abgeord neten Renaudel, Auriol, Paul Faure und den Straßburger Bürgermeister Beirates zu sich geladen. Es scheint, daß die nationale Union durch die republikanische Konzentration abgelöst werden solle. Die beste Lösung wäre, wenn Poincaré die Regierung der republikanischen Konzentration übernehmen würde. Sein Offiziosus Hutin erklärt aber heute im„ Echo de Baris", daß Poincaré fich aus Gründen der Selbst a chtung au teinerlei 3ugeständnissen irgendwelcher Art bereit finden tönne, er müsse daher vorläufig die republikanische Konzen tration ablehnen. Als aussichtsreichste Kombination nimmt man daher an, daß eine Regierung Briand Tardieu, oder Clementel- Briand- Tardieu das Rennen machen würde. Politik und Reichspost. Das Postamt in Bernburg hatte bei Bewerbungen um Einstellung in den Reichspostdienst die zuständigen Polizeiverwaltungen um Erhebungen darüber ersucht, ob der Bewerber unbestraft jowie in politischer Beziehung einwandfrei ist". Auf eine Anfrage der Republikanischen Beschwerdestelle wurde von der Oberpostdirektion Magdeburg geantwortet, das Bernburger Postamt habe sicherstellen lassen,„ daß ungeeignete, rádikale Elemente, deren Bestrebungen sich gegen die Sicherheit der Republif richten, von der Beschäftigung bei der Deutschen Reichspost möglichst ferngehalten werden." Es sei angeordnet worden, daß fünftig für die Anfragen bei der Polizei eine Fassung zu wählen ist, die zu ähnlichen Beanftandungen und Mißdeutungen feinen Anlaß biete. Die isolierten Aussperrer. Aus allen Teilen des Reichs, ja, aus allen Ländern der Welt laufen Sympathieerklärungen ein für die ausgesperrten Ruhrarbeiter. Für heute allein registrieren wir folgende Kundgebungen: Der Borstand des Einheitsverbandes der Eisen bahner Deutschlands hat in seiner Sigung am 7. November 1928 Stellung genommen zu der in frivoler Weise von dem Unternehmertum der Schwerindustrie vorgenommenen Aussperrung in Rheinland- Westfalen. Das Vorgehen der Unternehmer ist offenbar diktiert von größenwahnsinnigem Machthunger und muß in seiner weiteren Auswirkung zur wirtschaftlichen und staatspolitischen Krise führen. Der Vorstand des Eisenbahnerverbandes erhebt entschieden Protest gegen das Verhalten des gegen Gesetz und Recht verstoßenden Unternehmertums. Den ausgesperrten Gewerkschaftskollegen spricht er seine vollste Sympathie aus, und er sichert ihnen nötigenfalls weitestgehende Unterstützung zu. Bon der Staatsgewalt wird erwartet, daß sie die Unternehmer mit allen verfügbaren Mitteln zur Anerkennung der bestehenden Gefeße veranlaßt. Die Arbeitnehmer und ihre Organisationen sind nicht allein zur Beachtung der gesetzlichen Bestimmungen verpflichtet. Daran sind auch die unternehmer gebunden. Beharren die Industriefönige auf ihrem ungefeßlichen Standpunkt, so ist es ein Gebot der Stunde für Regierung und Barlament, zu prüfen, ob nicht die Betriebe der Gesetzesverächter zu öffnen und von Staats wegen zu bewirtschaften find. arbeiterverbandes hat auf seiner letzten Tagung den Der Vorstand des tschechoslowakischen Metall Metallarbeitern im Ruhrgebiet seine Anteilnahme ausgesprochen und versichert sie auch im Bedarfsfalle materieller Hilfe. Die nach dem Bericht des Borfizenden Abgeordneten Hampl über die Wirtschaftslage angenommene Entschließung erklärt, daß die tschechoslowakische Industrie in der Gegenwart bis auf geringe Ausnahmen sich in einem Zustande der Hochkonjunktur befinde, die allerdings auch auf Kosten der Arbeiterlöhne erzielt sei. * In ihrer Dienstagfizung nahm die Stadtverordnetenversamm lung in Frankfurt a. M. eine Entschließung an, die den Ausgesperrten die Sympathie der Stadtverordneten ausspricht und sich mit ihren Forderungen solidarisch erflärt. In der Konferenz der Gau und Bezirtsfeiter für die Brovinz Brandenburg und der Grenzmart am Sonnabend wies Gebert auf den Kampf in Rheinland- Westfalen hin und be= zeichnete diesen Kampf als einen der bedeutungsvollsten in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht, der bis jetzt in Deutschland geführt worden ist. Die Konferenz nahm einstimmig eine Entschließung an, in der es heißt: " Die Konferenz verspricht, sobald feitens der führenden Spizenorganisationen der Aufruf erfolgt, mit allen Mitteln die ausgesperrten organisierten Kollegen in ihrem schweren Rampfe zu unterstüßen und das Solidaritätsgefühl unter der Kollegenschaft der Grenzmark und der Provinz Brandenburg für die Ausgesperrten zum Ausdruck zu bringen." Im weiteren Verlauf der Tagung wurde die Frage der Saisonarbeitslosenunterstügung behandelt und eine Rommission eingesetzt, die mit dem Bezirksausschuß für die Provinz Brandenburg und der Grenzmart gemeinsam einen Protest aus Beurteilung der sogenannten Saisonarbeitslosenunterſtügung. arbeiten soll, um der Reichsanstalt Unterlagen zu geben zur gerechten Wegen Hetzerei gegen die Kroaten beschlagnahmt wurden die Belgrader Blätter Breme" und" Politika", da hierin eine Gefährdung der nationalen Einheit erblickt wurde. Das Verbrechen bedarf der soziologischen Erklärung. Auch der Fall der Massenmörder Heidger ist mit Entrüstungsgeschrei der satten Moral nicht abgetan. Aber es ist ein großer Unterschied, ob man, wie es hier geschah, auf die sozialen Schäden hinweist, die zu graufigen menfchlichen Verirrungen führen, oder ob man diese Ber-. ahmenswertes hinstellt. Zu diesem Standpunkt gelangt nämlich die Kommunistische Partei. Nach früheren ähnlichen Anfägen in einem fommunistischen Boulevardblatt unternimmt es jetzt der ehemalige fommunistische Reichstagsabgeordnete Otto Thomas in der tommunistischen Montagszeitung, die Brüder Heibger als proletarische Helden zu glorifizieren. Wir geben wörtlich einige Säge: ,, Die Gebrüder Heidger, die sich mit der Waffe in der Hand gegen die Polizei verteidigten und eine Reihe ihrer Verfolger niederschossen, sind ihrem Wesen nach keine Verbrecher, während Husmann, der da freigesprochen wurde, seinem Wesen nach ein Verbrecher ist... Die Gebrüder Heidger sind durch die sozialen Verhältnisse auf ihre Laufbahn gedrängt worden. In ihnen ist aber die proletarische Rebellion lebendig, mur ist sie nach der individuellen Seite abgedrängt. Die Gebrüder Heidger, der Posträuber Hein, das find rheinische Rebellen, so wie Schinderhannes ein rheinischer Rebell war, so wie Schiller Kart Mohr zu einem Rebellen, so wie Heinrich v. Kleist den Michael Kohlhaas zu einem Rebellen gestaltet." Michael Kohlhaas und Karl Moor sind nach dem Willen ihrer Dichter Berbrecher im Dienste einer höheren Idee, find Fanaleiseste Spur einer überwertigen Idee, die sie zu ihren Vertiker der Gerechtigkeit. Bei den Heidgers findet man nicht die brechen veranlaßt hätte, am allerwenigsten einer proletarischen Idee. Sie üben auch feine instinktive Solidarität mit den Armen und Gebrüdten wie der Räuber Schinderhannes. Die Todesopfer der Heidgers find samt und sonders Proletarier und fleine Leute. Gewiß haben die Heidgers in erster Linie große Geldinstitute beraubt, aber nur um des höheren Ertrages willen. Ihr nicht der Bankdirettoren. Doch Otto Thomas sieht verbrecherischer Weg ging über die Leichen der Kassenboten, sogar in den Heidgers revolutionäre Lehrmeister: ,, Der Kampf der Gebrüder Heidger mit der Polizei bietet. gewisse Lehren, insbesondere darüber, wie durch eine kleine Anzahl von Menschen, in diesem Falle von Verbrechern, uageheure polizeiliche bzw. militärische Kräfte gebunden werden fönnen. Die Theoretiker des bewaffneten Aufflandes fönnea zweifellos aus dieser Hehjagd in Köln ebensoviel Lehren ziehen wie aus dem Hamburger Aufstand." Nun ist endlich Klarheit über die kommunistische Taktik ge schaffen. Das Rezept findet sich in Heines Buch der Lieder": Den Rinaldo Rinaldini, Schinderhanno, Orlandini Und besonders Carlo Moor Nahm ich mir als Muster vor! Elternrecht und Verfassungsfeier. Bestrafung für Schulversäumnis am Berfassungstage. Gegen einen Schmied in der Gegend von Zoffen war am 11. September d. 3. vom Amtsvorsteher eine Strafverfügung über 5 Mark sowie 0,90 Mark Kosten erlassen worden, weil er seinen beiden Schulpflichtigen Töchtern die Teilnahme an der Ber. faffungsfeier der Schule am 11. Auguft untersagt hatte. In einer Kleinen Anfrage der Kommunistischen Landtagsfraktion wurde dazu bemerkt, diese Anwendung der Polizeiftrafe zur Erzwingung der Teilnahme von Kindern an einer politischen Kundgebung, die der politischen Anschauang ihrer Eltern widerspreche, schlage nicht nur allen pädagogischen Grundsätzen, sondern auch den von der Regierung wiederholt verfündeten Elternrecht ins Gesicht. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst auf Grund der Antwort des Unterrichtsministers mitteilt, gehört die Verfassungsfeier nach§ 7 des Schulpflichtgesetzes vom 15. Dezember 1927 zu den Veranstaltungen der Schule. Bestrafungen wegen Verfäumnis der Berfassungsfeier ohne genügenden Grund sind zu Recht erfolgt. Zum Jahrestag der Revolution Fahnen heraus! am 9. November 3fraeliten waren es meiſt. Kunst/ Sozialismus/ Bezirksamt. nach Hause reisen mußte. Die Zeit der Abrechnung ist gekommen. Die deutschnationale Bresse Märt ihre Leser gründlich darüber auf, wer vor zehn Jahren die Revolution gemacht und warum dieser Umsturz" gefiegt hat. Go berichtet Herr Justizrat Claß von den Alldeutschen in der Deutschen Zeitung" über eine Reise, die er am 8. November im Sheinland unternommen hatte. Es ist damals mit ihm alles gut gegangen, die Züge tamen pünktlich an und gingen pünktlich ab. Surveilen sah er durch das Kupeefenster, wie Truppen vorüber rarschierten. In Köln beobachtete er einen Zug, der Maschinen rwehre bei fich führte: Mir stieg die Hoffnung auf, daß sie be fimmt feien, dort Ordnung zu stiften und auf der Rüd teise tönne ich vielleicht schon das Ergebnis fehen". Es ist feine Ordnung gestiftet worden. Auf der Rückreise füllte sich im Gegenteil der Zug mit Soldaten, die alle glücklich darüber waren, aß der Krieg aus sei und man nun endlich wieder in die Heimat tönne. Herr Claß hat dann noch gehört, daß auf dem Truppenübungsplatz der Wahner Heide ein 3freelit das Ende des Krieges nerfündet habe. In einer Raferne in Koblenz habe gleichfalls ein Siraelit eine Rede desselben Inhalts und mit demselben Schluß ge= Im Festsaal des Realgymnasiums an der Bartaue, nicht weit von der Frankfurter Allee, hat das Bezirksamt Lichtenberg eine Ausstellung„ Soziale Kunst" für vier Wochen aufgemacht. Die besten Namen sozial gesinnter Maler sind mit guten Sachen vertreten: Käte Rollwig, 3ille, Baluschek, W. Krayn, Otto Nagel, Sandkuhl, G. Groß und Schlichter; dazu aber in loserem Zusammenhang tüchtige Malerei aus dem Darstellungsbezirk der Großstadt von Richard Puls, Erwin Freytag, Elle Hoffmann, Bernhard Hasler; feinen und liebenswürdigen maltalenten, deren Schilderungen so etwas wie Ruhepunkte in dem Meer sozialer Feststellungen bedeuten. Von dieser Art ist noch manches da, bis zu den reizenden Halbpitanterien von Otto Schoff. Es wäre grundsäglich zweierlei zu sagen, um der ausgezeichneten Absicht mehr Nachdruck zu verleihen. Lokal und Aufmachung laden nicht unbedingt ein, weder zum Kunstgenuß noch zur Diskussion. Gewiß hat der Lichtenberger Arbeitsausschuß an die werttätige Bevölkerung gedacht, der zirksamt hat zu dem Moment des Sozialen in der Kunst weder Ja noch Mein gesagt. Salb ist es eine Versammlung tüchtiger Berliner Malerei, halb ein Programm im Sinne Baluschets und Nagels. Halbes ist aber schlechter als gar nichts. Entweder muß man schonungslose Offenbarungen des alltäglichen Elends geben und Ernst mit einem sozialen Programm machen oder man veran ftaltet eine erstiloffige Schau von Bildern mit beliebigem Untertitel, was bei einiger Geschicklichkeit bestimmt nicht weniger, sondern mehr Anziehungskraft auf die Bewohner von Lichtenberg oder Steglig befäße. Denn das ist leider auch ein Erfahrungssatz, daß der Mensch in der Kunst die Bestätigung seiner Wünsche sucht, aber nicht feines Alltagsjammers, und daß Ertreme sich anziehen. Dr. Paul F. Schmidt. Was gefällt Ihnen am besten? fuch, das Urteil des Publikums über die Ausstellung und einzelne Die Lichtenberger Ausstellung ,, Soziale, Kunst" macht den BerWerke der Ausstellung zu sammeln. Den Besuchern wird eine Ein1. Was gefällt Ihnen an der Ausstellung Falten. Diese Beobachtung von den Ifraeliten wird der Deuijchen geborenen Lichtenberger das Berliner Zentrum näher und verlockenladung mit der Bitte ausgehändigt, folgende Fragen zu beantworten: Seitung" noch durch eine andere Mitteilung bestätigt, wonach auch in der Kreisstadt Besenberg des früheren russischen Gouvernements Chifand ein Jude die Revolution ausgerufen habe. in erreichbarer Nähe Kunst fürs Bolt zu bieten wäre. Aber avgesehen von der Tatsache, daß sehr wahrscheinlich auch dem einder dünft als eine Schule in der stillen Barkane: die Aula eines folchen unnahbaren Instituts gibt nicht den richtigen Hintergrund ab für eine Kunstschau. Beim besten Willen sind dort Bilder nicht Ueber 3fraeliten fann der General Ligmann allerdings repräsentabel zu stellen, und das Provisorische der Aufmachung nichts aussagen, der im Lokal- Anzeiger" feine Novembererlebnisse schildert. Noch am 8. November 1918 jei er von Wilhelm zum Obersteigert sich bei der diesmal besonders wichtigen Graphik zu unleidDie internationate Ronfurrenz. licher Lieblosigkeit. marum? und was nicht 2. Welches Kunstwert gefällt Ihnen am besten und marum? Die Antworten sind mit Namen, Alter, Beruf und Wohnung: besten und choratteristischsten Antworten werden mit graphischen Runstblättern guter Künstler prämiert. des Verfassers versehen bis zum 20. November abzugeben. Die Wie und wo man es anders machen kann? Erstens meiß man das vielleicht wirklich nicht; es wäre eine Rundfrage am Play, ob Berlins Bezirksämter Kunstausstellungen auch von allerlöblichfterheitliche Geschmacksrichtung vorherrscht. Die Altersstufung und die Tendenz zu veranstalten hätten. Wenn aber ja, dann gewiß eher an Orten, wo jedermann sich leicht einfindet: in Warenhäusern, Rathäusern oder Wohnungsämtern, wo Raum- und Lichtverhältnisse unmöglich weniger geeignet sein fönnen als in einem Gymnasium. Der zweite Punkt betrifft die Auswahl. Lichtenbergs BeDas Resultat wird zeigen, ob unter den Besuchern eine ein, Berufsart werden unter Umständen bemerkenswerte Rückschlüsse zulassen, während die Begründungen dem Psychologen und dem aus übenden Künstler ein interessantes Material geben. Man darf erwarten, daß auch die Deffentlichkeit etwas über das Resultat der Umfrage erfährt. Schieds Spruch Schicksal, nicht Dichtung! Bon Valeska Gert. Am Sonnabend wird Valeska Gert tanzen". Wir geben der Künstlerin das Wort. Sie vermag mehr als die Kritik über das Wesen ihrer Kunst Rechenschaft zu geben. Den künstlerischen Menschen unterscheidet vom anderen, daß er die guten oder bösen Eigenschaften, die im einen wie im anderen ruhen und oft so heftig und quälend merden, daß sie ausgestoßen merden müssen, formt, bevor er sie entläßt. Was er hervorbringt: Gutes, Böses, Gemeines, Graufames, Lasterhaftes alles ist gleich michtig und im höchsten Grade künstlerisch, wenn es durch den reinigenden Prozeß des Rausches gegangen ist. Ohne Rausch Geborenes ist tein Götterfind, nur ein in der Retorte gemachtes Lebewesen. - Der wahre Tänzer hat dieselben inneren Anhäufungen wie Während mein deutscher Kollege fich austobt, werde jeder andere Künstler, die nach Auslösung und eigenem Leben verich Aufträge fammeln gehen." fangen. In beschaulicheren Zeiten mag es dem Betrachtenden genügt haben, wenn er beim Tänzer anmutige Glätte jah; jetzt, in dieser Sprunghaften, brodelnden Zeit, wo alte Wälder mit einem Male abgeschlagen werden, will der sensible Zuschauer- oit, ohne daß er es meiß auch im Tanze etwas von den Erschütterungen der Zeit fühlen. Ihm genügen Tanz gedichte nicht mehr, er will TanzUm das Wesentliche des neuen schid sale sehen und ericben. Lebensgefühls auszudrücken: elementares Gefühl in feinem Extrem unmittelbar in Bewegung umzusehen, genügen die alten Formen des Tanzes nicht mehr, die mehr oder minder erstarrt sind, weil sie die bildende Atmosphäre die bürgerliche Idylle oder die fürstliche Hofhaltung verschwunden ist. Der Tänzer hat es leichter, diese neuen Formen zu bilden, weil er feines fremden Materials bedarf, um sich auszudrücken, aber auch schwerer, weil er jedesmal, wenn er tanzt, neues Leben in die von ihm festgelegten Formen gießen und sich immer wieder von neuem an feinem ersten frucht baren Gefühl berauschen muß. befehlshaber des Heimatschutzes Oft ernannt worden. Er habe sich darüber gefreut, daß er dazu ausersehen worden sei, den Aufruhr zu bekämpfen. Aber es habe leider überall an zuverlässigen Truppen gefehlt. Der Kriegsminister Scheich habe ihn gefragt, ob er nicht mit den sozialdemokratischen Führern verhandeln wollte: Das lehnte ich ab. Nur durch Waffengewalt, nicht durch Verhandlungen tonnte meine Aufgabe erfüllt verben. Der Herr General hat vergeblich auf bessere Nachricht gemartet:„ Ich blieb allein auf mich gestellt und verlebte qualvolle gemariet:„ Ich blieb allein auf mich gestellt und verlebte qualvolle Stunden, weil ich feinen Weg fand, den kaiserlichen Befehl auszuführen". Wäre dieser Befehl doch nur wenige Tage früher ges fommen, als sich noch Hunderte von pflichttreuen, tampfesmutigen Offizieren" bei der Berliner Kommandantur zusammengefunden batten. Bie gern würde ich mich an ihre Spige gestellt haben." Da der Herr General also seinen Kampfesmut nicht betätigen fonnte und alles ,, von lähmender Angst erfüllt war", nahm er fich eine Droschte und fuhr nach Hause, auf seine Klitsche im Ruppiner Kreife. Hier sieht man also noch Heldenbrüfte. Der General und der allbeutsche Juftigrat, beide haben nur darauf gewartet, daß die anderen ,, bie Dronung" wiederherstellen würden. Warum sind sie bamals dem vor Angst schlotternden Bürgertum nicht selbst voran gegangen? Beil allen diesen Führern" das Gebein gewackelt hat. Der oberste Kriegsherr desertierte nach Holland, Ludendorff- Lindström fchte sich die blaue Brille auf und verschwand nach Schweden, die anteren zogen sich in die Heimat zurück und warteten auf besseres Better. Jezt haben sie den aften Mut wiedergefunden. Bor zehn Jahren fahen fie überall weiße Mäuse, heute sehen sie überall Israeliten. Nur das eine sehen sie noch nicht, daß ihre Zeit, die Zeit der obrigkeitlichen Bevormundung, die Zeit des organisierten Bolfsbetruges, für immer vorüber ist. Und daß fein Stanonenfutter mehr da ift, an deffen Spize" fie fich fiellen fönnen. Börsenhauffe um Hoover. Riesige Räufe. Ich will jetzt etwas über den grotesken Tanz sagen: Seine Quellen liegen tiefer, als wohl die meisten denken, und stammen wohl ursprünglich aus dem Gefühl, daß das Leben zu turz und das Lotsein zu lang ist, daß man gar nicht intensiv genug leben kann, daß ein Leben nicht genügt, und daß man in der kurzen Zeit, die uns gegeben ist, viele Leben leben muß. Im Augenblick des Schaffens verdichtet sich der Lebenswille und die Sehnsucht nach dem Niemalsaufhören, nach dem Ewigen. Das Gefühl wird bodenlos und schmerzhaft, ganz gleich, ob man Leid oder Freude darstellt, die Gebärde wird immer länger, möchte unenblich, grenzenlos fein, in dann im nächsten den Himmel fassen fie erscheint verzerrt Moment empfindet man, daß das alles gar nicht so wichtig ist, weder Leben noch Kunst, empfindet es als einen Biz- und ist grotest. Gerade heute, wo alle geschaffenen Werte auseinanderfallen und fast alles, was gesichertes Gefühl und Einsicht schien, wieder pro blematisch wird, ein gemeinsamer Kulturwille aber mit seinen festgelegten und sicheren Formen unser Schaffen nicht mehr zusammen hält, scheint mir der groteste Tanz ein wahrhaftes Symbol unserer Zeit. Zweig und Feuchtwanger. Vorlesung im Berband Deutscher Erzähler. H New York, 8. November. Im Blenarjaal des Herrenhauses lejen Lion Feuchtwanger Die Wahl Hoovers bewirkte in Wallstrect eine neue Rarfe aussebewegung. Mus effen Tellen der und Arnold 8weig aus bisher unveröffentlichten Nomanen. Seclis he Nöte eines jungen Mädchens aus vornehmer Familie, Belt lagen riesige Raufaufträge vor, zu deren Bewälti das ein aufereheliches Kind bekommt, gezeugt in der Aufgewühltheit sung die Börsenfiemen alle verfügbaren Kräfte heran: lehen mußten. Die Kurse stiegen bereits zu Beginn des der ersten Kriegstage, ist das Thema von Arnold Zweigs Junge Börsenverkehrs um bis zu 10 Dollar, dann erfolgte fe Frau von 1914". Nach dem Streit um den Sergeanten Grifcha" je doch teilweise ein Rückschlag, well angesichts der Unffchezieher ein Frauenroman, wie auch in 3meigs erfter, großer Dichtung Rovellen um Claudia" eine Frau im Mittelpunkt steht. Aber alles beit, die dadurch herborgerufen warte, daß der Börsen aejucht Breziöie ist jest verschwunden. Die Menschengestaltung, die der um 40 Minuten in Rückstand geriet, leafi Bahl der Personen und Probleme hat sich, der Beit folgend, ge iationen vorgenommen wurden. wandelt. In den ,, Novellen um Claudia" ein Spezialfall aus einer blutleeren Welt, die Geld und Muße halte, ihre Nerven franthaft zu verfeinern und Fragen zu überspizen. Hier dagegen ein Problem von typischer Bedeutung. In einer Sprache von schwingendem Rhythmus, Bildhaftigkeit und Musikalität werden die Menschen gestaltet, völlig von innen heraus. Zweig vermeidet bloße charaf terifierende Beschreibungen, er läßt seine Menschen sprechen, gibt feine hinzugefligten Analysen. Die Tiroler Candesregierung hat den sozialdemokratischen Um Bug in Innsbrud am Staatsfeiertag verboten und begründet dies amit, daß die Heimwehr schon vorher einen Umzug angemeldet hat und daher Zusammenstöße zu befürchten feien. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und UmSegend. Langsam zunehmende Bewölfung und später auch Regeneigung, aber noch ziemlich fühl. Für Deutschland: Bon Süden had Norden fortschreitende Wetterverschlechterung. Anders Feuchtwanger. Er lieft zwei Rapitel aus einem 1930 erscheinenden Roman Erfolg". Es ist ein Wert, das in der Inflation spielt, Geldentwertung, Großindustrie, völkische Bündelei find die Gegenstände. Feuchtwanger hat also fein auf das Historische gerichtetes Interesse auf die nahe Vergangenheit gelenti. Bon der Komposition erhält man selbstverständlich aus der Vorlesung fein Bild, wohl aber von der sprachlichen Formung. Der Jud Süß", Feuchtwangers großer Erfolg, ist im achtzehnten Jahrhundert angefiedelt, und Feuchtwanger gebraucht das Idiom jener Zeit, und vielleicht liegt darin der artistische Hauptreiz des Werkes, das fast einen chronistischen Charakter erhält. Hler im Erfolg" fehlt diese sprachliche Ruliffe, und man empfindet eine gewisse störende Begrifflichteit, ein zu gelassenes Ueber den Dingen- Stehen. Zweig gestaltet feine Menschen von innen heraus, er entblößt ihre Gedanken und Empfindungen, Feuchtwanger beschreibt dagegen mit fühler Virtuosität. " 1 Beschränkte Kleinbürger mit nationalistischen Aspirationen wer den ironisch gesehen. Doch die Ironie zeigt sich weniger in ihrem Reden und Lun als in ihrer Schilderung. Es wird beispielsweise nicht gestaltet, was diese Herrschaften bei ihren Zusammenfünften sprechen, sondern Feuchtwanger berichtet nur darüber, er betrachtet seine Gestalten als Außenstehender, er gibt eine Reportage, referiert über sie wie ein mit 2Big gefegneter Journalist Feuchtwanger er oft faßt eigentlich nur die Außenseite, die er mit ironijchen Arabesten überzieht. F. S. Meine offizielle Frau." sno Ufa Theater Surfürfiendomm. Der amerikanische Film hat sich sein eigenes Rußland geschaffen, ein Filmrußland, bas feineswegs immer der Wirklichkeit entspricht, aber für Sensationen, Kráßheiten und pinchologische Unmöglichkeiten ungeahnte Möglichkeiten bietet. Besonders beliebt sind die Großfürsten, die bald als graujame Menschenschinder, baid als hocheble Naturen oder auch in einer Mischung von beiden verwendet werden. Auch in diesem Film spielt ein junger Großfürst eine Hauptrolle. Er hat mit fünf Kameraden vom Garderegiment nachts eine junge Dame der Gesellschaft auf der Straße überfallen, verschleppt, und, nachdem sie ihm durch Würfelspiel zugefallen war, vergewaltigt. Die es dort nicht findet, Drohungen gegen den 3aren aus. Sie wird junge Gräfin sucht ihr Recht beim Kriegsgericht und stößt, als fie darauf mit ihrem Vater nach Sibirien verbannt; der junge Großfürst aber, der nun seine Tat bereut, befreit sie und verhilft ihr zur Glucht ins Ausland. Alles weitere fann sich der Zuschauer denken. Die Handlung, die bisher im Stile Sardous verlief, wird nun mit einem Schuß Tolstoi durchsetzt. Der Großfürst trifft die Gräfin in Wien als Sängerin mieder, verliebt sich in fie und veranlaßt fie unerkannt zu einer Scheinheirat unter dem Versprechen, ihr bei der Rache an dem Großfürsten behilflich zu sein. Der Krieg bricht aus, und nun tommt die langerwartete große Szene, da der Lieb haber sich als Großfürst zu erkennen gibt, die Gräfin aber aus Liebe zu ihm den Revolver finfen läßt. Noch vermag sie ihm nicht zu verdeihen, aber als sie ihn nach Kriegsende in Wien als Chauffeur Mag man die Brandinartung des russischen Offiziers noch so sehr wiederfindet, steht dem Happy- end nichts mehr im Wege. gutheißen, so ist doch das ganze Milieu jo verzeichnet, insbesondere das revolutionäre Aufbegehren der jungen Gräfin, und die ganze Weiterentwicklung nur auf Sensationen gestellt, so daß man allzu früh die Absicht durchschaut und verstimmt ist. Anzuerkennen ist, daß man nicht eine der üblichen jüßen Büppchen für die Darstellung der jungen Gräfin genommen hat, sondern die schon mehr frauliche und ausbrud spollere Irene Rich; aber die letzte Erschütterung bleibt auch sie uns schuldig. Man verfolgt ihr Schicksal mehr mit Neugierde als innerer Teilnahme. Auch der junge Großfürst des Conmay Tearles ist keineswegs der übliche schöne Mann, er ist eher unsympathisch, aber auch etwas zu alt. Sehr gut ist in der Maste der alte Großfürft charatterifiert. Die nächtliche Schneelandschaft iſt eine erfreuliche Dase in dem sonst bloß auf Spannung gerichteten Film. T. Eroft Marcus, der Rantforscher und Bhilofoph, ist in Essen im 73. Lebens jabr gestorben. Schauspieler- Nachtvorstellung. Am Sonnabend, dem 10. November, im „ Der Didtopi" mit Mag Adalbert, am Dienstag im Stleinen Theater fahrtskaffen der Bühnengenossenschaft, Karten im Bezirksverband, KeithDeutschen Theater Die Berbrecher". Beide Vorstellungen für die Bohlstraße 11, Zimmer 10. Ernst Friedrich spricht hinfemann" von Ernst Toller am Freitag, dem 9. Nopember, 20 fhr, im Anti- Striegsmuseum, Parochialstraße 29. Berein Berliner Künstler. Sonning 12 Uhr, Bellevuestraße 3, Gröffnung der Herbstausstellung vor geladenem Bublifum. Galerie Wiltjchet, Bellevueftraße 9, bom 12. 9ovember bis 3. Dezember Gemälde und Aquarelle von Zoachim Ringelnak. Um Montag und Dienstag 20% Uhr, Borträge des Dichter's in der Galerie. Einbruch im Polizeipräsidium. Eine geheimnisvolle Affäre. Auf michtige Atien hatten es ohne Zweifel Einbrecher abgesehen, die in der vergangenen Nacht im Polizeipräsidium arbeiteten, mie porweg bemerft sei, ohne Erfolg. 3m 3 immer 217, im ersten Stod, hat Kriminalfomissar Rassom, der den befannten Kriegsanleiheschwindel bearbeitet, seinen Dienstraum. Die Flurtür ist drinen durch ein Attenregal verstellt. Draußen an der Tür, die ständig verschlossen gehalten wird, macht ein Anschlag darauf aufmerksam, daß der Eintritt durch das Nachbarzimmer 216, in dem sich die Beamten des Kommissars aufhalten, zu erfolgen hat. Die unbekannten Verbrecher versuchten jedoch, durch die Tür zu Nr. 217 einzudringen, weil sie nicht gewußt haben, daß sie verstellt ist. Sie öffneten mit einem Nachschlüssel und muchteten dann, als die Tür nicht gleich aufging, so start dagegen, daß das Regal mit allem, was darauf stand, in die Stube hineinfiel. Der Lärm, der dadurch entstand, hat sie sicher neranlaßt, gleich zu entfliehen, chne die Arbeit fortzusetzen. So ist ihnen nichts in die Hände geEine Supoftreife, die nachts die langen beleuchteten Korridore abgeht, fand die Tür geöffnet und schlug gleich Lärm. Die Einbrecher waren aber nicht mehr zu finden. Tintenflaschen, die auf dem Regal standen, waren bei dem Sturz in Scherben gegangen, ihr Inhalt hatte die Formulare über und über beschmutzt. Auch eine elektrische Tischlampe war zertrümmert. Die unbekannten Verbrecher müssen ohne Zweifel an dem Anleiheschwindelund seiner Bertuschung interessiert oder von Interessenten gebungen morden sein. Todesopfer eines Gelbstfahrers. Das wilde Fahren eines Trunkenen hat heute in früher Mor genfrunde wieder schweres Unheil angerichtet. Ein 31 Jahre alter Kaufmann Willy Börner aus der Mommsenstraße in Richterfelde verbrachte die Nacht in Lokalen in der Nähe des 300. Mit einem Mädchen, das er fennengelernt hatte, beschloß B. einen Abstecher nach dem Grunewald zu machen. Seinen Wagen I A Porzellan auch bis zu 12 Monatsraten Raddatz& Co. Berlin, Leipziger Str 122-123 Theater, Lichtspiele usw. Donnst., d.& 11. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 132 20 Uhr Donnst., d. 8. 11. Städtische Oper Bismarckstr. Turnus III 19% Uhr. Tosca Die last. Weiber Staats- Oper An Pl.d. Republ. R.-S. 186 20 Uhr Oedipus Rex Geschichte vom Soldaten von Windsor Staatl. Schauspielh. Am Gandarmenmarkt A.-V. 196 20 Uhr Egmont Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. 20 Uhr Der Londoner verloreng Sohn. SCALA 8 Uhr Volksbilhne Theater am Bülowplatz 8 Uhr U- Boot S4 Theater am Schiffbauerdamm 8 Uhr Die Drei- GroschenOper Thalia- Theater 8 Uhr Schneider Wibbels Auferstehung Staatl. Schiller- Th8, Uhr Der Lon' oner verlorene Sohn Staatsoper am Platz der Republik 8 Uni Oedipus Rex Die Geschichte vom Soldaten Th. am Schiffbanerdamm Täglich 8 Uhr 85. Barbarossa 9256 Die Drei- GroschenJack Hylton, der unumstrittene Jazz- König Europas, mit seinen 18 Solisten und weitere zum ersten Male in Berlin auftretende internationale Stars. Großes Schauspielhaus 8 Oper Paulsen, Valetti, Ander, Gerron, Schaufuß, Kühl, Lenja. Telephon: Nordes 1141.281 CASANOVA Deutsches Theater mit Michael Bohnen. Regie: Charell. Sonntag 31 Nachmittags- Vorstell Die ganze Vorst zu halben Preisen. Komische Oper James- Klein- Revue: Tausend nackte Frauen!! Die große Revue der ,, Freien Liebe" Parkett nur 4,50 Mk. Reichshallen Theater Abends& Sonnt. nchm. 3 L Norden 12 310 Vorverkauf auch im Pavillon d Reinhardtbühnen, Kurfürstendamm, Ecke Uhlandstraße Bismarck 448 u. 449. 8 Uhr, Ende gegen 11 Die Verbrecher Schauspiel von FerdinandBruckner Kammerspiele Norden 12310 314 U. Ende nach 10 Eben werden im Himmel geschlossen!" Komödie von Walter Hasenclever Die Komödie Bismarck 2414/7516 3 Ende 11 Uhr Eltern und Kinder Komödie von Bernard Shaw 44 637 steuerte er selbst. In rasender Fahrt ging es die Königs: Allee hinunter. In der Nähe des Lunapartes, an einer alten Haltestelle, mo der Bürgersteig etwas vorspringt, flog das Auto, das Börner nicht mehr genügend in der Hand hatte, gegen einen Baum und brach ihn in der Höhe von 4 Meter glatt ab. Ein Mann, der gerade des Weges ging, murde von dem Wagen, der auf den Bürgersteig hinaufraste, zu Boden geschleudert und der auf den Bürgersteig hinaufrafte, zu Boden geschleudert und überfahren und blieb tot auf dem Blaze liegen. Er murde festgestellt als ein Kaufmann Theodor Mommsen, der in der Königs- Allee 3, ganz in der Nähe der Unfallstelle, wohnt. Börner, der Schnittmunden im Gesicht und am rechten Arm danontrug, murde, ebenso wie das durch Glassplitter verletzte Mäd Metropol- Theater Täglich 8 Uhr Friederike Musik von Franz Lebar Käthe Dorith Richard Sauber 16 Hilde Worner Bespermann Arnftaedt Storabura Dora Reg Limburg Raiser- Zit Die Raffe ist den ganzen Tag geöffnet. Telephon: Zentrum 378 u. 9393 8Uhr CASINO- THEATER 84, Ubi Lothringer Straße 37. Neu! Neu! Stöpsel Theater des Westens Täglich 8 Uhr: ..Bitte einsteigen" Revue in 24 Bildern Musik v. Holländer mit Josephine Baker Hal Sherman. Theater am Nollendorfplatz Täglich 1, Uhr Schwarzwaldmädel Operette in 3- Akten Sonnabend naco mittags 4 Uhr Das neugierige Sternlein Barnowsky- Bühnen Th. Königgrätz. St. Täglich 8 Uhr Der Frauenarzt Schauspiel von Hans Rehfisch Dazu ein erstklassiger bunter Teil. Stg. nachm. 31/ Uhr Für unsere Leser Gutschein tür 1-4 Pers Fauteuil nur 1.15 M., Sessel 1.65 M. Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M. 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Beilage 1928. lokmo? ut 9 Der Abend Spalausgabe des Vorwärts Der Weg der Revolution. 28.10 Kid Wilhelms haven Koln 7.71. HAMBATS Bremen 6.71 6.17. Hannover 15.11. Lübeck Zil. Magdelis Militärtechnische Bemerkungen zum Novemberaufstand. Stettin 18.77.j Berlin 9.11. 8.77 Leipzig 18570 Frankfurt M 12.71 8.11 Dresden 17.11& Munchen Gerade in den Kreisen des fönigstreuen Offizierforps" hat man sich Jahr für Jahr den Kopf zerbrochen, mie es möglich mar, daß das deutsche Feldheer und die heimatliche Bejagungs truppe im November 1918 feinen Finger rührte, um trog aller Fahneneide und Verpflichtungsscheine den ruhmlosen Abgang des Kaiserreiches hintanzuhalten. Man pflegt das Ber fagen" der faiserlichen Militärgemalt vor der revolutionären Welle auf die Niedertracht bolfchemistischer Verschwörerhorden, die Feig heit der Etappen und Heimattruppen fomie auf die schmähliche Rapitulation der Reichsgemalt in Berlin vor der militärischen Revolte zurückzuführen, ohne sich weiter den Kopf zu zerbrechen über die seelische und moralische Verfassung der damaligen Truppe", die Maßnahmen der Oberften Heeresleitung und der Hellvertretenden tommandierenden Generale, fomie über den mili tärtechnischen Berlauf der ganzen Aufstandsbewegung. Wie die Revolution erstickt werden sollte. Die Oberste Heeresleitung war zmeifellos noch in ben ersten Novembertagen bereit, gegen jeden Umsturzversuch die Militärgemalt in ihrer ganzen Schwere zum Einsatz zu bringen. Am 2. November bereits erbat der preußische Kriegsminister, als Militäroberbefehlshaber der Heimat, von der Obersten Heeresleitung eine zuverlässige Division. Daraufhin wurde die 2. Garde Infantericdipifion nach dem Truppenübungsplay Altengrabors in Marsch gefest. Am 6. November setzte die Oberfte Heeres leitung weiterhin die 52. Reservedivision und eine Reihe von Einzelformationen nach der Heimat in Bewegung. Am 7. November murden sogar drei Armeenbertommandos zur Niederschlagung der Revolution aufgestellt und der Abtransport meiterer Divisionen angeordnet. Ein besonderer Rheinbrüdens du 13" für den Rüdmarsch dieser drei Armeen sollte organisiert und zu nächst ein marschbereites Armeeforps nach Berlin vorges führt werden. Auch die Kommandobehörden der Heimat haben ihrerseits alles getan, um die von Kiel ausgehende militärische Revolte nach Kräften zu erstiden. So befahl der fommandierende General in Altona, der mit der militärischen Operation gegen den repoltierenden Reichstriegshafen beauftragt war, den Vormarsch von zwölf Kompagnien aus Stettin, die Heranziehung einer ge mischten Abteilung aus Hannover, somie die völlige Absperrung der schleswig- Holsteinischen Südgrenze in Richtung Kiel 211e militärischen Gegenmaßnahmen zur Unterdrüdung der Aufstandsbewegung sind jedoch vergeblich gewesen. Ohne einen Schuß gingen die großen Garnisonen zu den Revolutionären über und als die Reichshauptstadt bereits von einem brennenden Ring der Revolte umgeben war, hatte der„ Oberkommandierende in den Marken" lediglich die Berliner Grjagtruppenteile, die als höchst verdächtig galten, sowie das Naumburger Jägerbataillon Nr. 4 als angeblich„ treue Truppe" zu seiner Verfügung. Die drei Jägerbataillone und die zwei Eskadrons, die der preußische Kriegs: minifter bei 3offen zusammengezogen hatte, verbrüderten sich bei der ersten Berührung mit den Bertrauensleuten der Revolution. Der revolutionäre Ring um Berlin. Von Polizeioberst a. D. Schützinger. Lübeck über Hamburg, Magdeburg, Leipzig, Dres= den und schon zeigen sich im Ost en Sturmzeicheit über Danzig und Königsberg. Auf Schilligreede vor Wilhelshaven fing es an. 18. November bereits um Berlin gelegt, von StettinDie Heizer der Thüringen" und der Helgoland" rissen die Feuer unter den Keffeln heraus. Daraufhin wurde das erste und dritte Geschmader als tampfunfähig nach Kiel zurückgeschickt. Dort tam es am 4. November zum offenen Aufstand, zur Besetzung der Schiffe, zur Wahl der Soldatenräte, furz und gut zur Kon= stituierung der Marinerevolution. Bon der Waffertante ins Land. Von Kiel aus dringt sie zunächst gegen die Hansastädte Lübeck, Hamburg und Bremen vor. Am 6. November fällt Altona, Curhaven, Hamburg und Bremen in die Hände der Aufständischen. In Altona spannt die Artillerie die Geschüße aus, die Infanterie übergibt die Kasernen an die Revolutionäre, der fommandierende General nerläßt fluchtertig sein Amt und martet in Lüneburg auf die von der Front zurückgeschickte Felddivision. Von Hamburg und Bremen schlägt die revolutionäre Welle noch am Abend des 6. November nach Hannover über. Am Morgen des 7. wird die Bahnhofswache in Hannover überrannt. Die Truppen des Generalfommandos laufen ohne einen Schuß zu den Matrosen über. Der General Don haenisch, der sich als einziger Komman dierender General" persönlich den Revolutionären entgegenstellt, mird niedergeschlagen und gefangengefeßt. Noch am Abend des 7. November frißt die Revolution sich nach Besten und Süden fort. In Köln merden die Militär gefängnisse gestürmt, die gesamte Garnison von 45 000 Mann schließt fich den Revolutionären an. Am 8. November mechselt die ganze Brovinz Sachsen, Braunschmeig und Magdeburg die Front, Frantfurt a. M., Leipzig, Halle und Dresden fapitulieren. Ganz Mitteldeutschland tritt ohne einen Schuß der Militärrevolte bei. Der revolutionäre Ring hat sich also am Abend des Die rote Fahne über Berlin. Der Oberkommandierende in den Marken", der brane Linsingen, den der Kaiser so rühmt, steht also am Mor gen des 9. November bereits auf einer unhaltbaren Position. Als fich um 10 Uhr vormittags in Berlin die proletarischen Massen gegen das Stadtinnere in Bewegung setzen, gibt er zwar noch den Befehl, die Umzüge zu verhindern und baut sich an den Brücken über die Spree und über den Landwehrkanal eine Verteidigungslinie auf. Die Schußmaffen sollen jedoch nur gebraucht werden, wenn die Truppe angegriffen wird. Um 12 Uhr fommt der Räumungsbefehl des Rommandierenden des Gardeforps. Um 1 11hr tommt die Meldung, daß die Ersazbataillone des Alegan derregiments und des Regiments Franz sowie das be= rühmte Raumburger Jägerbataillon Nr. 4 zu den revolutionären Arbeitern übergegangen sind. Da fapituliert Generaloberst von Linsingen, weil er feine Truppe hat, die schießen will. Ilm 4 1hr flattert die rote Fahne über Berlin. Ein leichter Sieg? Gewiß. Die Opfer dieser Revolution sind nicht allzu groß gewesen der Bankerott der alten Gemalten mar zu fehr in die Augen springend, trotz aller hohlen Phrasen des nach Spaa ausgerückten Soldatentaisers von der Animort, die er der deutschen Revolution mit Maschinengemehren aufs Pflaster schreibt. Größer als die Armee von 5 Millionen Soldaten mor der 3orn der Massen. Der fegte die fommandierenden Generale und ihre Regimenter meg; denn er mar feine Machhe und feine Phrase. Er fam aus den tiefsten Tiefen eines belogenen Boltes zur letzten Abrechnung mit einem fluchbeladenen System. Novembertage an der Front Von Franz Künstler. In feinem foeben erschienenen Buch Gebanten eines Soldaten| Explosion geführt, auch ohne die Ereignisse in Deutschland. In zerstört der ehemalige Chef der Heeresleitung der Reichswehr, Generaloberst on Seedt, die Legende von dem Dolchftoß. leber den Einfah der amerikanischen Streitkräfte an der Westfront schreibt er auf Seite 85: ,, Als es sich zum Eintritt entschloß( Amerika, d. B.), fegte eine überwältigende organisatorische Tätigkeit ein, melche ermöglichte, aus dem unerschöpflichen Reservoir von Menschen und Mitteln eine ganz neue moderne Armee aufzustellen, deren Kraftquellen am Ende des Krieges noch keineswegs erschöpft maren." Mit diesen Worten bestätigt General Seedt nur das, was alle Frontsoldaten im Besten täglich verspürten, daß mit dem Eintritt Amerifas in den Krieg die Niederlage Deutschlands besiegelt mar. Gegen die mit Waffen und Munition aus bestem. Material überreich ausgestatteten Heere der Alliierten konnte die deutsche Armee nicht mehr mit Erfolg an fämpfen. In Ermangelung von Kupfer und Messing verwendete die deutsche Munitions- und Waffenfabrikation vielfach Eisen und Eisenblech. So mangelhaft und ungenügend wie die Bekleidung und Bemaffming mar auch die Berpflegung der deutschen Soldaten Die Offiziere hatten bis zum Infrafttreten des Waffenstillstandes eine meit bessere Verpflegung als die Soldaten. An dieser Tatsache wird auch nicht das geringste geändert, menn hie und da Offiziere mit den Mannschaften die gleichen Bortionen geteilt haben. So entfinne ich mich noch einer Begebenheit am Beihnachtsheiligabend 1917. Das Infanterieregiment 451, dem ich angehörte, wurde in den Tagen des Festes der gesamten Christenheit" in Marsch gesetzt, um bei Cambrai gegen die vorrüdenden Engländer zu kämpfen. Wir waren nicht wenig erstaunt, als wir erfuhren, daß für den Regimentsstab auf Befehl des Kommandeurs Major Hüls mann Brötchen aus feinstem Weizenmehl gebaden maren. Filets und Beefsteaks waren für die Offiziere des Regimentsstabes feine Seltenheit. Hielt der Bursche oder Koch nicht dicht, so murde er abgelöst; als Strafe dafür, daß er seinen Kameraden von der unzureid; enden" Ernährung der Offiziere Mitteilung gemacht habe, wurde er in den Schüßengraben gesteckt. Jeder Frontsoldat tennt die Dinge mehr oder weniger aus cigener Erfahrung, und die Stahlhelmbundführer täten gut daran, ihren Kameraden diese nicht wegzuleugnenden Tatsachen nicht vorzuenthalten, wenn fie vom fameradschaftlichen Geift reden und Die oberste militärische Spitze gab sich eben damals der Täuschreiben. Auf dem Rückmarsch durch Löwen sah ich mit eigenen schung hin, daß man mit irgendwelchen Verbänden des durch Augen, wie ein mit allen Lederbiffen angefülltes Proviantamt von vier Jahre Krieg nerwäfferten" und ausgelaugten" Feldheeres noch Belgiern ausgeräumt wurde. Ganze Lebensmittelzüge fielen in Ganze Lebensmittelzüge fielen in irgendwelche Artionen gegen die Heimat unternehmen die Hände der nachrüdenden Engländer. An der Westfront ging fönnte. Die Zeit der militärischen Operationen gegen das eigene dann auch das Sprichwort vom schlichten Soldatendeutsch um: Bolt war damals längst vorbei. Das Feldheer fowohl wie die Er ,, Gleiche Löhnung und gleiches Essen, jazztruppe in der Heimat war längst teine Prätorianer garde des Kaisers mehr. Dazu war selbst das Truppenoffizier des aftiven sowie des Beurlaubtenstandes durch die mahn wißigen Blutopfer der vier Kriegsjahre feelisch und geistig ent murzelt. Im übrigen trifft die politisch militärische Reichsleitung in Berlin am allerwenigsten eine Schuld an der Kapitulation vor dem„ inneren Feind". Am Morgen des 9. November hatte sich bereits ein revolutionärer Ring um die Reichshauptstadt gelegt, aus dem es für den Schießfreudig sten Blagtommandeur fein Entrinnen mehr gab. Die Revolte war seit dem 4. November von Kiel und den übrigen Hafenstädten aus unaufhaltsam wie ein Lauffeuer durchs Land geflogen. Da half tein Stommando, fein Gewehr, tein Geschütz, teine Bahnsperre, tein Stintatt dann wäre der Krieg schon längst vergessen. Ein besonders tapferer Herr war mein Regimentstommandeur Hülsmam. Bor Arras hatte er hochfieberfranke Soldaten( es war die Zeit der sogenannten spanischen Grippe) nicht in die Aufnahmeftellung oder in das Lazarett bringen lassen, weil nach seiner Anficht die ertranften Soldaten schließlich auch noch die gefunden Mannschaften ansteden fönnten. Er ließ die schwererkrankten Sol daten in der Feuerlinie, obwohl er felbft als Kommandeur fich nicht in den ersten Graben wagte. Auch ihm mar befannigeworden, daß unter den Soldaten Empörung über sein Verhalten herrschte. Im Requirieren mar er ein Genie. Alles, was nicht niet. und nagelfest| und nach seiner Meinung mertvoll mar, ging als Heeresgut nach und nach seiner Meinung mertvoll mar, ging als Heeresgut nach Deutschland. In Douai lud er die Backwagen brechend noll. Die verzweifelte Stimmung der Frontsoldaten infolge der miserablen Behandlung und Ernährung hätte bestimmt zu einer Erlenntnis dieser Sachlage nahm fichy mein Regimentsfommandeur ein Bespiel an feinem obersten Kriegsherrn Wilhelm II. und verließ noch vor Abschluß des Waffenstillstandes fluchtarlig sein Regiment. Als das Regiment auf dem Rückmarsch am 9. November in Cambron- St. Vinent antrat, war der Herr Kommandeur auf und davon. In einem von Franzosen requirierten Dogcart und in Begleitung seiner beiden Burschen fuhr er nach Deutschland. Auf Eintritt in belgische Gastwirtschaften nicht mit„ Herr Major" an der Fahrt bat der Kommandeur seine Burschen, daß man ihm beim reden möge. Fürmahr, ein idealer deutscher Held! In dem erwähnten belgischen Orte setzte nunmehr meine militärische" Karriere cin. As Soldatenrat gewählt, hielt ich Bersammlungen bei den einzelnen Kompagnien ab. Meine Borträge michen ganz ab von den bisher üblichen, die die Herren Offiziere gewählt hatten. Republik und Demokratie, Waffenstillstand und Frieden behandelte ich sehr eingehend vom Standpunkt der Sozial. demokratie. Eines Nadmittags sprach ich bei der vierten Kompagnie. Meine Kameraden sollten um diese Zeit zum Appell antreten. Sie ließen ober Appell Appell sein und hörten aufmerksam meine Ausführungen an. Draußen standen der Herr Bataillonskommandeur und der Kompagnieführer und warteten vergebens auf die Kompagnie. Durch einen Goldaten ließ ich die Herren einladen, an unserer Bersammlung teilzunehmen, um sich über die politischen Ereignisse unterrichten zu laffen. Die Oberste Heeresleitung hatte in Uebereinstimmung mit den Boltsbeauftragten für den 1. Dezember 1918 einen Bertretertag der Soldatenräte des Feldheeres nach Bad Ems cin berufen. Die Chargierten meiner Division, die 234. Infanterie. divifion, wählten u. a. einen Kandidaten der Theologie als Ber treter. Das ging mir wider den Strich, und ich setzte schließlicy durch, daß in einer ordentlichen Versammlung die Wahl nochmals porgenommen wurde. Im Beisein unseres Divisionärs, des Generals Stumpff, wurden von mir und dem Herrn Kan didaten politische und programmatische Reden gehalten. Der Erfolg war auf meiner Seite. Der Herr Kandidat mußte seine Legitimation und seinen Fahrschein für Bad Ems dn den Gefreiten Künstler abgeben. Meine politischen Ausführungen mußten auf der alten General etwas Eindruck gemacht haben. Als meine Wahl vollzogen war stellte er an mich die Frage: Was sind Sie denn eigentlich vor Beruf?" ,, Schlossergeselle." war meine Antwort. ,, So, alfi Arbeiter." Jawohl," gab ich zur Antwort zurück. Darauf de alte General: Dann haben Sie wohl schon früher mit Politik z tun gehabt?" Schon etliche Jahre vor meinem Eintritt in da Heer war ich eifriger Anhänger und Funktionär der Sozialdemo tratie," gab ich zurüd. Damit hatte dieser politische Dialog zwische einem General und einem Gefreiten sein Ende erreicht. Nach Schluß des Kongresses ging ich zu meinem Regimer zurüd, das bereits in a an im Rheinland im Quartier lag. Jef fonnte ich auch einmal Kommandeur spielen und beantragte bein Regiment, daß ein Befehl erlassen werde, wonach zur bestimmte Beit das ganze Regiment sich auf dem Schulhof in Haan zu ve fammeln habe, um den Bericht des Soldatenrats Franz Künſtli entgegenzunehmen. Fast alle Offiziere und Mannschaften ware zur festgesetzten Zeit versammelt. In einer dreiviertelstündig Rede über den Emser Kongreß erijob ich die Forderung nach d Schaffung einer sozialistischen Republif. Als Delegierter der 234. Infanteriedivision nahm ich an de Rongreß aller Arbeiter und Soldatenrä: Deutschlands teil und begann auch sofort wieder meine Täti teit in Berlin für Bartei und Gewerkschaft. 3)rei gahre in Son%elru$tand. Erlebnisse eines deutschen Arbeiters. (3. Fortsetzung.) Eine Arbeiterdelegation kommt. Bald kamen dann auch mehrere Automobils vor die Redner- tribüne gefahren. Die Musik spielte die Internationale. Alles nahm die Mützen ab. Nachher hielt einer der Delegierten, ein gewisser Emil aus Franksurt a. M., mit einem großen Ab- .zeichen dekoriert,«ine Rede über Deutschland. Die Kommunisten unter den deutschen Delegierten hielten es nicht für notig, von der Tribüne herabzusteigen und mit dem Volke sich zu unterhalten, denn sie wußten ja alles ganz gut. Jedoch zwei andere Delegierte stiegen herab und erkundigten sich nach der allgemeinen Lage, hauptsächlich nach dem Verdienst. Zlls die Arbeiter sagten, sie bekämen nur 13 bis 20 Rubel Monatslohn, und sie könnten davon nicht leben, wollten die Delegierten das nicht glauben. Jedoch die Arbeiter zeigten ihnen ihr« Lohnzestel vor. Sobald die russischen Kommu- nisten sahen, daß sich«in Arbeiter mit einem Delegierten unter- hielt, kamen sie sofort angelaufen und schimpften über den Arbeiter oder drohten ihm mit der GPU. Ich selbst wechselt« mit einem der Delegierten ein paar Worte, mußte aber abbrechen, um nicht, wie mir die Arbeiter sagten, am selben Tage verhastet zu werden. Eine halbe Stunde später fuhr die Delegation zur Besichtigung nach der dortigen Fabrik. In der Fabrik herrschte die größte Sauberkeit, weil schon ein paar Tage vorher die Delegation angesagt worden war. Dann wurden Stichproben in den an der Fabrik liegenden Arbeiterwohnungen gemocht. Auch dort wurde bei den noch russi- scher Art lebenden Arbeitern nichts Nachteiliges vorgefunden Vorher war alles in beste Ordnung gebracht worden. Wo ein Tisch und ein Bett gefehlt hotte, war das Fehlende eben hinein- gebracht worden, ja sogar Kuchen wurde gebacken, damit di« De- legation in Deutschland berichten konnte, der russische Arbeiter lebe nicht schlecht. Würden unsere verehrten deutschen Delegierten nicht nur die Arbeiterhäuser an der Fabrik besichtigt hoben, sondern ein paar hundert Häuser weiter unten, dann hätten sie das Elend in seiner unverfälschten Gestalt kennen gelernt. Die Besichtigung ging aber sehr schnell und nur in nächst«? Nähe der Fabrik vor sich. Am anderen Tage fuhren unsere Delegierten nach der Stadt Pokrowsk und von da aus nach Saratow. Ich folgte ihnen nach. Der Russe ist zu oerängstig», als daß er es gewagt hätte, einem Delegierten die wirkliche Lage zu schildern, denn er weiß, was ihm dann blüht. Wie ich hörte, hatte die Arbesterdelegation um 14 Tage Nachurlaub angetragen, weil sie während der vier Wochen nicht genügend be- sichtigen könne. Aus einem deutschen Blatt erfuhr ich später di« Reden der Delegierten und was sie alles den deutschen Arbeitern vorgegaukelt haben. Nur gutes bekam mar» von Sowjetrußland zu hören, und das konnte nicht anders sein, weil di« Delegierten die schlechten aber wichtigsten Dinge gar nicht zu sehen bekommen haben. Maianakrank. Als die deutsche Delegation aus der Wolga-Republik abreiste, fuhr ich nach Orenburg am Ausgange des Uralgebirges und weiter nach Taschkent in Turkestan. Ich bekam dort Arbeit in einer Gerberei', aber ich blieb nur 14 Tage lang, denn die unerträgliche Hitze und der Gestank, an den ich nickst gewöhnt war. trieben mich bald wieder fort. Nun fuhr ich wieder an di« Wolga nach Saratow zurück. Die Stadt ist groß, schön und lustig, besonders unten an der Wolga mit ihren vielen Schifssanlegestellen. Ich hatte Glück gehabt. Don eickem Dampfer wurde ich als zidester Maschinist an- gemustert. Wir fuhren von Saratow nach Astrachan und zurück bis N'schninowgorod. In Astrachan herrscht« starke Malaria und ich wurde nach drei Wochen von ihr so schwer befallen, daß ich glaubte, ich würde gor nicht mehr gesunden. Im Krankenhaus schwankte mein Fieber fünf Tage lang zwischen 39 bis 42 Grad. Die Aerzte selbst mußten später lachen über mein« starke Natur. Trotzdem ich noch trank war. wollte ich schon nach fünf Tagen auf mein Schiff zurück. Kaum auf die Straße gekommen, bekam ich wieder starkes Schüttelfieber, so daß ich gleich ins Krankenhaus zurück mußte. Erst nach drei Wachen wurde ich entlassen. Die Aerzte rieten mir, ein anderes Klima aufzusuchen. Ich bekam eine 14tög>ge Erbolungszeit. VI. Lch darf Rußland nicht verlassen. Astrachan liegt an der Mündung der Wolga ins Kaspische Meer und es ist hier sehr heiß. Ich suhr nun nach Nischninow- gorod. Als wir nach Saratow kamen, war es schon kalt: in Sa- maro wurde es noch schlimmer. In Kasan sing es an zu schneien und in Nischninowgorod herrschte wildes Schneegestöber. Weil ich keinen. Pelz anhatte und mir auch keinen kaufen konnte, mußte ich l zuschauen, daß ich wieder von hier weg kam. Bis Kasan fuhr ich zurück, und da ich einen Erholungsfrcifahrtjchein hatte, reiste ich in eine wärmere Zone bis Baku zu den Naphtabohrungen. Die Häuser sind hier verräuchert von dem vielen Rauch der Naphta- gruben. Ich sah eine groß« Rauchwolke und erkundigte mich bei den Leuten, ob dies immer so wäre. Man«rzählte mir, das Naphia sei böswillig angezündet worden und es mühte jetzt ins Meer hinausgelassen werden. Später sah ich, wie das Meer brannte. Ich ging nach dem Arbeitsnachweis, aber als ich die Mass« Arbeitsloser dort zu sehen bekam, verzichtete ich auf Baku. Ich ging in die dortige GPU. und bat um Erlaubnis, mit einem russischen Danipser nach Persien fahren zu dürfen. Das wurde >nir nicht erlaubt. Da mein Geld weg war. wollte ich zu Fuß bis Tiflis gehen. konnte alier zuerst auf einem Güterzug bis Elisabethpol mit- ihren und ging zu den Deutschen nach der„Concordia". Sie .ßten mir sehr vieles zu erzählen von einst und jetzt. Wo ich nkam. sah ich auf den Bahnhöfen schmutzige und notdürftig ge- U'idotc Gestalten, die Reisenden in den oorbestahrenden Zügen um rochenes Brot bitten. In Tillis bat ich die GPU., mir die Erlaubnis m erteilen, über die persische Grenze zu gehen. Aber auch hier »rr nichts zu machen. Ich bekam vom deutschen Konsulat eine leine Unterstützung und konnte bis Batum fahren. Ich hätte im k Heimen über die Sowjctgrenze gehen können. Ich Hab« es nicht ietan, weil ich von der Sowjetbehörde die Erlaubnis dazu haben 'vllte. Hätte ich damals gewußt, daß man mir soviel Schwierig- «sten beresten und mich noch fast zwei Jahre long in den verlausten 3PU..Gesängnissen hungern lassen würde, so hätte ich damals die Gelegenheit genützt, ohne Erlaubnis aus Sowjetrußlond zu ver- chwinben Ich habe die Rase voll. Bon Latum suhr ich noch Wladitawtos. Rostow, wo ich mich us«in paar Monat« festsetzen wollt«, um wieder zu Geld zu nmiMl. Jedoch auch in Rostow waren zu viel Arbeitslose. Ich wanderte weiter, und da ich unterwegs aus die russischen Bauern angewiesen war, lernte ich schnell die russische Sprach«. Ich kann nicht behaupten, daß unter den russischen Kleinbauern auch nur«in einziger gewesen wäre, der die Sowjetregierung oder das System gelobt hätte. Ja sogar die kleinen Arbeiter, die in den Ariels schuften und früher bei den Rittergutsbesitzern in Arbeit standen, sagten, daß sie früher viel besser gelebt hätten, vor allein aber viel mehr und besser zu essen hatten. Ich machte Gelegenhestsorbest und verdient« mir ein paar Rubel. Mit diesem Geld« fuhr ich nach Brijank am Asowschen Meer und mein Verband verschaffte mir Arbeit als Schlosser für 50 Rubel monallich und Quartier. Es war schon sehr kalt unb ich schlief im Motorboot. Das ollerschlimmst« sst in Sowjetrußland, Quartier zu be> kommen, und bekommt man eins, so muß man es sehr schwer be- zahlen, so daß sich die Arbeit nicht lohnt. Nach«in paar Wochen dankte ich dem Berwaller für das teure Leben, für 50 Rubel und für die Schlafgelegenheit im Motorboot. Ich fuhr ins Donez- gebiet zurück bis Poseska und fing dort wieder als Schlosser im Kesselbetriebe zu arbeiten an. Wenn man Geld verdienen wollr«, mußte man jeden Abend Ueberftunden machen und für Ueberstunden war ich nicht zu haben. An das schmutzige Donezreoier konnte ich mich nicht gewöhnen und habe immer daran gedacht, wie anders doch dagegen das tzthein- und Ruhrgebiet aussieht. Das Leben in Sowjetrußlond war für mich schon zum Ekel geworden. Mit den russischen Kommunisten hatte ich zuerst in der Krim, wo ich neun Monate lang mit Lust und Liebe gearbeitet hatte, sehr schlechte Er- fahrungen gemocht. Neun Monate long auf einer Stelle, der russischen Sprache nicht mächtig, unter Tataren zu leben, war ge- wiß eine lange Zeit. Ich überlegte, ob mein weiteres Verbleiben in Rußland möglich fei. Kann hier von der Herrschaft des Pro- letariats die Rede sein? Ich bin in den zwei Jahren, wo ich in Sowjetrußland lebte, ziemlich herumgekommen. Ich kam nur immer mit Kommunisten zusammen, und ich sah viel Ungerechtigkeit. Niemals habe ich im Volke selbst«in Lob auf das neue System aussprechen gehört. Petersburg. Ich fuhr nun nach Petersburg und hofst«. dort ganz beftimmi mit einem Dampfer wrs Sopyetrußland verschwinden zu können. Ich ging in das Hauptgouoernemeitt und bot um Erlaubnis, nach der Heimat fahren oder auf dem ersten besten Schiff am Bottischen Meere in Arbeit treten zu dürfen. Aber es war wie immer, ich bekam keine Erlaubnis, ja man wollte mich nicht mal hineinlassen und überall mußte man durch Posten mit ausgepflanzten Bajonetten durchgehen Arbeit wollte man mir geben, jedoch nur keine Er- laubnis, nach Deutschland zurückzukehren. Ich spazierte durch Petersburger Straßen und sah ganze Straßenreiheu mit schönen Häusern, wo di« Fensterscheiben zerschlagen waren. Aber ich sah auch, wie di« Sowjetregierung, um der Welt zu zeigen, daß sie am Bauen sei, schöne große Swatshäuser für viele Millionen Rubel errichtet«! aber die kleinen Reparaturen wurden außer acht ge- lassen, weil dort kein Fremder hinkommt. Ich ging in den Sc«- mannsklub. Der Vorsitzende uird der Sekretär waren Deutsche, die während der Hungerjahre nach Sowjetrußland gekommen waren. Es war in der Zeit, wo, wie ich hörte, in Hamburg die Transport- arbeite? und in Petersburg di« Heizer eines deutschen Schisses streikten. Der Kapitän des deutschen Dampfer» wollt« mich mit nehmen. Die Deutschen ließen es aber nicht zu, weil sie befürchteten, ich könnte ein Streikbrecher fein. Da bat ich den Vorsitzenden des Seemannsklubs um Erlaubnis, mich in einem der Zimmer des Klubs schlafen zu lassen. Er erlaubte es mir jedoch nicht. Der deutsche Kapitän sagte mir, ich solle in die Paßabtcilung gehen und um Erlaubnis zur Ausreise bitten. Die Paßabteilung schickte mich wieder zur Wasser-GPU., der ein früherer Reichs- deutscher vorstand. Ich wurde durch Gendarmen zu ihm geführt! er erkannte mich auch sofort als Deuffchen, nahm mir die Papier« ab und wollte wissen, wo ich schon überall in Petersburg gewesen sei. Als ich sagte, ich sei zuletzt im Seemannsklub gewesen, ging er in die Stube, machte die Tür vor mir zu und sprach durchs Tele- phon mit dem Seemonnsklub über mich. Ich hörte„nicht lassen", und das war für mich genug. Der Leiter der GPU. kam mit den Papieren in der Hand zurück und jagte mir offen, er glaube mir, daß ich Reichsdeutscher sei, aber nach Deutschland lasse er mich nicht fahren. Jetzt wußte ich nicht, was anzufangen. Ich bummette ein paar Tage und sah mir Petersburg an. Eines Tages bekam ich wieder die asiatische Malaria, und da ich im Verband war, mußte ich in die Peter- und Paul-Plinik transportiert werden. Dort blieb ich vierzehn Tage. Aus dem Krankenhaus entlassen, fuhr ich über Kanatop nach Moskau. In Kanatop sah ich eine groß« Lokomotiven- Werkstatt. Ich stieg aus und sprach wegen Arbett vor, als Mecha- niker. Ich wurde nach Moskau zur Eisenbahnoerwattung gesch'ckt. Die neuen Schnellzüge, die Moskau— Odessa und Moskau— Kursk fuhren, erhielten Viertaktmolore. auf die ich gut eingearbettet bin, da ich viele selbst aufgestellt hatte. Nach bestandener Probe konnte ich sofort im, nächsten Schnellzug Moskau— Odessa in Dienst treten. Mit dem Lohn ging es auch, das Schlimmste aber war, daß man immer Dienst hatte und niemals richtig zur Ruhe kam. Kaum war der Zug in Moskau angekommen, da hieß es sofort: Reparatur machen. Alles waren zusammengesucht« Stücke, und di« mußten erst richtig bearbeitet und eingepaßt werden. Es verging keine Nacht, in der der Schnellzug nicht ein« Betri«bsstörung gehabt hätte. VN. Sowjetrussische Polizei. Als ich am Abend nach Moskau kam, mußte ich im Wartesaal dritter Klasse übernachten, weil es zu spät war, den Ratscholnik (Dorsteher) von der Telegraphenstation zu sprechen. Ich legte mich neben das Büfett und schlief. Um 12l4 Uhr kam ein GPU.-Gen- darm, rüttelt« mich wach und sagte mir in scharf«m Ton, daß ich da nicht schlafen dürfe. Ich erklärte ihm. ich sei Deutscher und mit dem Abendzug von Kanatop hier nach Moskau geschickt worden für di« Schnellzüge 7 und 8. Ich zeigte ihm den Schiein und die nicht ob- gegebene Fohrkarte. Daraus fragte er mich nach den Papieren, die alle mit einem Zchnrubelschein zusammen in meinem Verbands- buch lag«n. Er nahm die'Papiere in di« Hand, schaut« im Verbands- buch nach und nahm mich mit auf die Wache zu seinem Natschalnik, erstattete Bericht und gab ihm einzelne der Papiere aus dem Buch, zur Durchsicht. Der Natschalnik packte den ganzen Kram in das Buch und gab es mir zurück. Ich konnte wieder nach dem Wartesaal und mich niederlegen.(Fortsetzung folgt.» WAS DER TAG BRINGT, «iiiHiniiiimiiiiiiiiin|inHiiiiiiiiiuiintiiiiiiiiiiiiiuiiiuuNiiuiiimnimiiiiiiiiniinininiiiiimmiiiiMMUiiiumiiiiHiminnmiinnniinnimiiiiiimitiiiiininniiiiinimimHiimiiniimHMua Der Hauptmann als Musiksachverständiger. Im November 1918, kurz vor dem Eirde des Krieges, ereignete sich in der Etappe das folgend« Geschichtchen: Die Kapelle eines Regiments hatte wieder einmal im Osfizierskasino zu spielen. Der Abend hatte gerade begonnen und di« Anwesenden waren bestimmt noch nüchtern. Dennoch fragte der Hauptmann, der Held dieses Geschichtchens, einen der musizierenden Soldaten:„Was spiefen Sie hier?"„Ich spiel« Obligat, Herr Hauptmann!"„Was heißt Obli- gat?"„Soviel wie zw«it« Geige. Herr Hauptmann!" Der Hauptmann räuspert sich,«r rückt« unruhig auf seinem Stuhle hin und her und dann schrie er den zweiten Geiger an:„Aeh, äh, Kerl, mehr üben, damit Sie bald erste Geige spielen können!" » Der Zufall wollte, daß derselbe Hauptmann beim letzten Kon- zert, das diese Kapelle im November 1918 gab, wieder in der Näh« des zweiten Geigers saß. Man spielte irgend eine Ouvertüre und der Komponist hatte sich erlaubt, dem zweiten Geiger größere Pausen vorzuschreiben. Der Hauptmann sah länger« Zeit zu, wie der Mu- sikus nichts tat. Dann fragte er ihn, warum er nicht spiele.„Ich habe Pause, Herr Hauptmann."„Ach was Pause: machen Sie nachher Pause, jetzt haben Sie zu spielen." Der entsetzte Musikus wollte diesem Befehl nicht folgen, aber er sah dem Hauptmann an, daß er es ernst meinte. Also mußte der Musikus die Paus« unter- brechen und den Komponisten unterbrechen. Schön war es niht, aber der Hauptmann lstitte seinen Willen. « Hauptmoim:„Sie mtt dem Schellenbaum, zehn Schritt vor- treten." Musikus:„Das ist kein Schellrnbaum. Herr Hauptmann, das ist«ine Lyra!"---„n Morj'n, Leute!" So reitet der Blamierte davon. Die ältesten Bäume. Der älteste Baum der Welt ist eine Zypresse, die auf dem Friedhof der Stadt Santa Mario del luel in Südamerika steht. Dort wurde der Baum vor mehr als hundert Iahren von A l e x a n- der von Humboldt entdeckt und gemessen. Er hatte damals in 1,20 Meter Höhe über dem Erdboden einen Umfang von vierzig Metern und dürfte jetzt noch mehr haben: denn eine Gedenktafel, die Humboldt damals anbringen ließ, ist bereits zum größten Teil von der Baumrinde überzogen. Bedenkt man, daß maßgebende Botaniker dos Alter des Baumes auf ungefähr sechstausend Jahr« schätzen, so muß man von der noch immer vorhandenen Kraft des Baumes überrascht sein: denn selbst di« berühmten Mammutböum« in Kalifornien und Osotava auf Teneriffa, die auf ein Aller von etwa 5000 Jahren zurückblicken und vielfach für die ältesten Bäume gehallen werden, haben ihr Wachstum längst eingestellt. Desgleichen auch die berühmten Zedern des Libanon zum größten Teil und die acht Oel- bäum« im Garten von Gethsemane, die Zeitgenossen König Salomon» waren. Für den ällesten Baum von Deutschland dürste wohl jene in Neustadt in Württemberg befindlich« uralle Linde gellen, die von 160 Steinstützen geHallen werden muß: denn ihr Aller konnte selbst von den berühmtesten Botanikern bis heute nicht positiv festgestellt werden. Koffein und Muttermilch. Professor Schiff vom Physiologischen Institut der Universität Berlin und canck. ebem. E. Wohinz haben Untersuchungen an- gestellt über das Vorkommen von Koffein in der Muttermilch nach dem Genuß von Kaffee. Sie fanden 1 P r o z. des im Bohnenkaffee enthaltenen Koffeins in der Muttermilch wieder. Das Ergebnis ihrer Untersuchungen veranlaßt sie, zu fordern, daß werdend« und stillende Mütter aus den Genuß von Kaffee verzichten sollten, weil trotz der an sich geringfügigen Gift- menge eine Schädigung des Säuglings denkbar wäre.— Diese Untersuchungen bestätigen also die früheren Ersahrungen, wonach sich die jungen Mütter vom Genuß aller Rauschgifte, wie Alkohol und Nikotin, enthalten sollen, weil dies« Gifte durch die Muttermilch auf den zarten Organismus des Säuglings übertragen werden. Nu» kommt auch noch der Bohnenkaffee hinzu, der aus dem Küchenzettel der jungen Mutter zu verbannen sst. Jungkommunistische Sitten in Sowjetrussland. Die Leu in grader„Prawda" erzählt: Das Kollektiv der Lenin. grader Werkstätten veranstaltete eine Abschiedsfeier zu Ehren ihres [eilenden Iugendgenossen. der zur Aufbesserung seiner Gesundheit eine Urlaubsreis« in ein Sanatorium in der Krim anttat. Das Trinkgelage endete mit einer grandiosen Schießerei, bei der der aekretär des Kollektivs der Partei und der Sekretär des Kollektivs der kommunistischen Jugend verwundet wurden: der letztere erlag seinen Verletzungen. Um die Sache zu vertuschen. wurde ein Protokoll aufgenommen, laut dem von einer Selbst- Verletzung und einem Selbstmord die Red« war. Das Bureau des Bezirtckomitees hat aber sämtliche Helden des Trink- | gelages ihrer Posten enthoben.— Schön« Sitten! Wasser als Brennstoff? Ein brasilianischer Gelehrter will ein Verfahren erfunden haben. das die Verwendung von Wasser als Brennstoff ermöglicht. Das Verfahren beruhe auf der unmittelbaren Befreiung des Wasserstoffes von seiner Verbindung mit dem Oxygen. Der neue Tod. ..Sieh Dir dieses Bild an: wie altmodisch, den Tod mit Hippe und Stundenglas darzustellen!" „Wie willst Du denn, daß man ihn darstelle?" „Als Eisenbahndirektions-Präsident— mit Signalslab und Bejoldungsordnung in der Hand!"(Aus dem„Wljreu Jacob'.) Sport und Spiel Tanz, Musik und Festkultur. Die Ergebnisse richtigen Wanderns. Das rein schwärmerische Erlebnis beim Wandern, das lediglich iche Romantit und eine gewisse Hingabe an die Erlebnisse mittel derlichen Scholarentums fördert, ist in proletarischen Kreisen faft anz überwunden. In der sozialistischen Jugend wie auch in der rbeiterwanderbewegung hielt sich nur, was noch wirkliche Werte ir neue Lebensfultur in sich trug. So haben proletarische Boltstangtreife wieder eine natürliche Tanzgestaltung gezeigt, e nicht Selbstzwed, sondern Begleiterscheinung von Wandererleb tiffen ist. So tam man auch zur Pflege der Hausmusit. Man oline, Gitarre, Laute und Violine wurden in proletarischen Kreisen Inftrumenten musikalischer Betätigung. Hier und dort fanden ich noch Flöte, Cello und Bandonium dazu. Es war weniger die icher merivolle Tätigkeit der Arbeiter- Mandolinisten als vielmehr die einzelner fleiner Jugendkreise, die sich neben ihrer Wandertätigkeit für die Hebung der Musitfultur in Arbeitertreisen einsetzten Musitgemeinschaften wurden in Naturfreundekreisen ge. gründet. Heute gibt es in Deutschland weit über 200 solcher Musik gruppen. Je Nordbayern, in Niedersachsen und in Thüringen fanden die Gaumufifgruppen in der Deffentlichkeit schon starke Anerfennung, hier bei großen Arbeiterveranstaltungen, dort durch das Auftreten im bayerischen Rundfunk. Hier sind neue Formen für unfere Festkultur erstanden. Das festlich- musikalische Erlebnis wird aber in der kommenden Kultur der Arbeiterklasse von besonderer Bedeutung werden. Auf diese Entwicklung hat auch die Arbeiter- Sportbewegung zu achten. Leipziger Hockeyspieler in Berlin. Die Arbeiter- Hockenspieler aus der Meffemetropole im Kampfe mit den Berliner Spielern zu sehen, war stets ein sportlicher Genuß. Allerdings soll nicht verhehlt werden, daß der Hockeysport auf die Massen noch nicht so große Einwirkung hat, wie etwa das Fuckballspiel. Das liegt jedoch im Wesen des Spiels; es ist mit größeren Kosten verknüpft, als das bei anderen volkstümlichen Spielen der Fall ist. Die Hodenspieler aus den Bezirken Nordring" und Dstring" der Freien Turnerschaft Groß- Berlin stellen sich am Sonnabend, 10. und Sonntag, 11 November, den Leipzigern als Gegner, und zwar spielen zwei Männer- und eine Frauenmannschaft in der Zeit Don 12 bis 16 Uhr auf dem Hauptplatz im Lichtenberger Stadion. Eintritt frei. Fahrverbindung: Straßenbahnlinien 68 und 53. 17 Jahre ASC. Der Athletit- Sport Club tann am fommenden Sonnabend auf sein 17jähriges Bestehen zurückblicken. Anläßlich dieses ereignisreichen Tages findet in den gesamten Räumen des Baradiesgartens, Treptow, eine Gründungsfeier statt, zu der alle Sportfreunde recht herzlich eingeladen find. Neben einer guten JazzbandKapelle werden eine wertvolle Tombola und einige geschickt zusammengestellte lleberraschungen mit zum Gelingen des Festes beitragen, so daß alles auf seine Kosten kommt. Der Eintrittspreis beträgt mur 1 M. Beginn: 20 Uhr. 2 ASC. endgültig für das neue Kartell. Vor einem Monat hatte der Athletit- Sport- Club eine Resolution angenommen auch mit den Ausgeschlossenen zu spielen. Die gestern abgehaltene, außerordentlich stark besuchte Mitgliederversammlung revidierte gemäß einem Barschlag des Vereinsvorstandes diese Stellungnahme und beschloß mit 67 gegen 40 Stimmen( bei einer Stimmenthal tung), dem neuen, bundestreuen Kartell beizutreten. Geistige Ausbildung im Sport. Der finnische Arbeitersportbund( TUL) begann mit einer durchgreifenden Tätigkeit zur geistigen Ausbildung in feinen Bereinen. Sein erstes war, Lehrführer für die Vereine heranzu bilden. Zu diesem Zwecke veranstaltete der„ TUL." in Gemeinschaft mit dem finnländischen Arbeiter Bildungsverband in Helfinti einen wöchentlichen Lehrgang. In dem Lehrgang gab man Unterricht durch Borlesungen, Uebungen, Diskussionen und Veranstalten von Musterversammlungen mit folgenden Themen: Lehrtätigkeit, Arbeiter Bildungsarbeit und geistige Ausbildung in den Sportvereinen, bewegung, Esperanto und dessen Erlernung, die Redekunst und deren Lehrkreistätigkeit, Jugendlehrtätigkeit, die Geschichte der Sport Erlernung, internationaler Arbeitersport, die Beziehungen des Arbeitersports zu den anderen Teilen der Arbeiterbewegung, wie zur Gewerkschaft, Partei, Genoffenschaft, Abstinentenbewegung usw. Außerdem wurden verschiedene Arbeiterinstitute besucht. Die Kursus teilnehmer organisieren nun die Lehrtätigkeit in den Bereinen. Kölner ,, Sechstage". Die letzte Nacht. Die Sechstagefahrer sind unberechenbar. Einmal jagen sie vor leeren Tribünen zwei Stunden lang wie besessen um die Bahn, ein andermal, wenn das Haus brechend voll, wie in der vorletzten Nacht vom Dienstag zum Mittwoch, ziehen sie zumeist ruhig ihre Kreise, beteiligen sih mit mehr oder minder großem Interesse an den Prämienfämpfen und treten auch in den Wertungsspurts, nur jelten aus ihrer Reserve heraus. Im Laufe der Morgenstunden fonnten Goebel- Bragand, Dizmella- Schorn, Tonani- Beftetti und die Belgier Goossens- Stocelynd ohne große Anstrengung eine ihrer vielen Verluftrunden gutmachen, und damit waren die Ereignisse der vorlegten Nacht auch so ziemlich erschöpft. mar. Nach Aufhebung der Neutralisation am Mittwochnachmittag wurde der als Erfagmann fahrende Belgier Dewolf aus dem Wennen genommen. Im ersten Teil der Wertung entfesselten Goebel- Bragard und Richli- Blattmann eine Jagd, die aber nur den Erfolg hatte, daß die Mannschaft Oszmella- Schorn eine fünfte Runde einbüßte. Zur legten Nacht war die rheinische Sport gemeinde noch einmal vollzählig erschienen, viele mußten sogar unverrichteter Dinge wieder umfehren, da die Rheinlandhalle überfüllt Auf der Bahn selbst ereignete sich niht viel. Neben den Wertungen um 10 Uhr abends und 2 1hr nachts füllten zahlreiche Prämienfämpfe die Stunden aus. Oszmella- Schorn gelang es, Kurz vor 2 Uhr rutschte Schorn in einer Kurve ab, das Rennen tampflos ihre am Nachmittag verlorene Runde zurückzuerobern. wurde für das Paar Oszmella- Schorn auf eine halbe Stunde neutralifiert. Da Oszmella diese Zeit um einige Minuten überschritt, betam die Mannschaft eine Strafrunde zudiftiert. Die ganze drei Spurts siegreich zu beenden. Außer ihm waren Wertung fuhr Oszmella allein, es gelang ihm sogar, Buschenhagen Frankenstein und Louet Boucheron am erfolgreichsten. Nach 127ftündiger Fahrt hatte die Spize 2924,830 Kilometer hinter sich gebracht. Der Stand des Rennens: RauschHürtgen 179 B. Zwei Runden zurüd: Frankenstein- Buschenhagen 195 P., Dorn- Maczinsfn 107 B. Drei Runden zurüd: Louet Bou heron 253 P, Gooffens- Stocelynd 128 P., Richli- Blattmann 118 P. Bier Runden zurüd: Tonani- Bestetti 117 P. Fünf Runden zurüd: Dizmella- Schorn 165 P., Goebel- Bragard 133 P. Mussolinien und die Touristen. Der in Desterreich bekannte Alpinist Gustav Schmidt ( 2ẞien IV/ 1, Baniglgaffe 17a) beabsichtigt eine Zusammenstellung derjenigen Vorfälle zu machen, die sich in diesem Jahr bei 11eber= schreitungen oder versehentlichen Berührungen der italienischen Grenze durch Bergsteiger von Jugoslawien, Desterreich, der Schweiz und Frankreich aus zugetragen haben und die Behandlungen unangenehmer oder willkürlicher Art durch die italienischen Grenzbeamten zeitigten. Alle jene Bergführer, die davon betroffen wurden, werden gebeten, ihm einen knappen aber durchaus ungeschminkten und wahrheitsgetreuen Bericht darüber zugehen zu lassen und in diesem auch nicht zu unterlassen, aller jener Umstände Erwähnung zu tun, die Ursache dieser Fälle gewesen sind oder gewesen sein fönnen. AvD. und BDR. Zwischen dem Automobilklub von Deutschland und dem Bund Deutscher Radfahrer ist eine Intereffengemein Mitgliedern des Bundes Deutscher Radfahrer die Möglichkeit einer fchaft geschlossen worden, um den automobil- und motorradfahrenden Teilnahme an nationalen und internationalen. Wettbewerben und allen anderen Bergünstigungen zu verschaffen, die der Automobil. flub von Deutschland seinen Mitgliedern bietet. So sah es am 9. November 1918 aus. Das Schlachtfeld von Flandern. Eine Stätte des Grauens und des Elends. Arbeitersportler, erinnert Thr euch noch? Demonstriert am Freitag mit der Partei im Sportpalast. Bringt eure Fahnen mit! An die Kulturorganisationen Berlins: Biffen ist Macht! Bildung macht frei! Das sind die Zwede und Ziele aller Arbeitertulturorganisationen. Je nach ihrem Arbeitsgebiet versuchen sie diese Ideen zu verwirklichen. Leider arbeitet jede Bereinigung für sich, es fehlte in Berlin bis jezt eine Spitenorganisation, die alle Kulturverbände zusammenfaßte. Verschiedene solcher Verbände existierten. Da sie aber nicht alle Bereine umfaßten, sind sie nach längerer oder fürzerer Zeit wieder auseinandergefallen. Ein Teil wurde im alten Arbeitersport und Kulturfartell erfaßt, da man sich aber nur um parteipolitische Fragen stritt, hatte man feine Zeit, sich mit Kulturproblemen zu befaffen. Die wichtige Kulturarbeit wurde vernachläffigt. Es wird dringend notwendig, daß nach 10 Jahren Republik alle diese Verbände zentral erfaßt werden, um Schulungs- und Bildungsarbeit zu erleichtern. Wir rufen deshalb alle KulturFreie Gewerkschaftsjugend, 3d. Jugend, Sänger, Musik-, Theaterorganisationen wie: Arbeiterjugend, Kinderfreunde, Jungjozialisten, verbände, den Rodiobund, die Photographen, monistische und andere Freidenkerverbände, Samariter, den Verband Volksgesundheit, die Abstinenten, Touristen und Angler, Esperanto und Spra henvereine, die Stenographen und die Schachorganisationen auf, zur Zentrali fation Stellung zu nehmen. Adressen und Anfragen an Heinz Wagner, Berlin- Lichtenberg, Auguftastraße 8. Näheres in einer demnächst stattfindenden Versammlung. Aus den Vereinen. Kartell für Arbeitersport und Körperpflege, Bezirk Kreuzberg. Montag, 12. November, 19% Uhr, Bezirkskartellfizung im Kartells müssen vertreten sein. Die im Bezirk tagenden Gruppen Zimmer 38 des Bezirksamts Yordstraße 11. Alle Vereine des neuen der SAJ., der Gewerkschafts- und AfA- Jugend werden ersucht, eben: falls Vertreter zu entfenden. T „ Tennis- Rof", Abteilung Lichtenberg. Jeden Mittwoch und Sonnabend: Tisch Tennis von 18 bis 20 Uhr im Jugendheim, feitsspiele sehr schön verfolgt werden. Für Schachinteressenten Gunterstr. 44. Bon guten Sitzplägen fönnen diese Geschicklichstehen eine Anzahl Bretter zur Verfügung; jeder Besucher kann sich beteiligen. Der Eintritt ist frei. Bei günstigem Wetter Sonntags im Lichtenberger Stadion: Tennis; außerdem Wandern, sowie für Männer Hockey und für Frauen Handball. Dienstag 20. November: Bersammlung bei Wegner, Frankfurter Allee 236. Gäste zu allen Veranstaltungen herzlich willkommen. Neuaufnahmen( Bebingung: Mitglied der Partei oder freien Gewerkschaft) tönnen auf den Trainingsabenden, sowie bei Heinz Wagner, Lichtenberg. Augustaftr. 8, beantragt werden. Bundestreue Vereine teilen mit: Touristenverein Die Naturfreunde", Zentrale Wien. Abteilung Charlottenburg: Der Heimabend fällt aus. Es wird den mit gliedern anheimgegeben, sich an der Revolutionsfeier um 19 Uhr im Sportpalast zu beteiligen. 9. November. Abteilung Treptow: Die Abteilung beteiligt fich an der Beranstaltung im Sportpalast um 19 Uhr. 9. November. Abt. Neukölln: Heimabend fällt aus. Beteiligung an der Feier im Sportpalaft 19% Uhr. 9, November, Photogemeinschaft: Montag, 12. No. vember, 20 Uhr, Eberinftr. 12. Tas Berscheid- Objektiv( Ausstellung Licht unb Schatten). Abt. Brig: Montag, 12. November, 20 Uhr, Chauffeeftr. 48, Ge. fchäftliches. Freie Schwimmer Groß- Berlin. B. Altersriege( mit Frauen). Sonnabend, 10. November, 20 Uhr Bersammlung, Sochbahnrestaurant Warschauer Vlas, Bogen 12. Gruppe Reukölln: Jugendabteilung Bersammlung Donnerstag, 8. November, Jugendheim Böhmische Straße. Frauen und weibliche Jugend, Turnabend Turnhalle Donauftr. 120. Freitag, 9, November, 20 Uhr. Mitglieder, die Intereffe am Schachspiel haben, treffen fich Freitag, 9. November, 19 Uhr. im Commerbad. Gruppe Lichtenberg: Jugendabteilung: Vortrag Jugendheim Gunterstraße, Donnerstag, 8. November, 19 Uhr. Ge famte Gruppe Uebungsabend im Stadtbab Agpodienstraße, Frei tag, 9. November, 20 Uhr. Gruppe Friedrichshain: Jugendabteilung. Liederabend, Jugendheim Ebertnstraße, Donnerstag, 8. November, 19% Uhr. Gesamte Gruppe Uebungsabend Stadtbad Friedrichshain, Freitag, 9. No. pember, 20 Uhr. Gruppe Siemensstabt: Alle Mitglieder beteiligen fich am Schwimmfest der F. S. Charlottenburg, Babeanstalt Krumme Straße, Sonntag, 11. Rovember, 15 Uhr. Eonntag, 11 November, 9 Uhr, Ergänzungssport im Bolksbab Jungfernheide. Gruppe Treptow: Uebungsstunde Montags 20 Uhr Stadtbad Friedrichshain, FEGB., Bezirk Reinidendorf- Weft, Am 9. November fällt der Turnbetrieb für Männer, Frauen- und Rinderabteilung aus. Wir erfuchen unsere Mitalieder, die örtliche Feier an diesem Abend in der Schulaula, Auguste- Bittoria. Allee 37, zu besuchen. FZGB., Bezirk Ablershof. Freitag, 9. November, 19% Uhr Mitglieder verfammlung im neuen Jugendheim. FEGB. Jugendfunktionäre! Sonnabend, 10. November, 19 Uhr, Straßmanne Straße 6. Arbeiter- Rabfahrer- Berein Groß- Berlin. Sonntag, 11. November, 13 Uhr, Spindlersfeld, Restaurant Budach. Etart Waldemarstraße Ede Mariannenplas. Gäfte willkommen. Arbeitersport- und Aulturfartell, Bezirk Rehlendorf. Kartellverfammlung Freitag, 9. November, 20 Uhr, im Reichsadler", Wannsee, Rönigftrake. Turnverein Borwärts", Rehlendorf, betreibt Turnen, Leichtathletik, Hand-. ball und Gymnaſtit. Uebungsstätten: Frauen: Montags 20-22 Uhr Nordschule, Potsdamer Straße Jeden 2. und 3. Donnerstag Mufifturnen im gindenpart Berliner Straße, Männer und Jugend: Freitags 20-22 Uhr Gymnasium Burggrafenstraße. Rinder: Montags 18-20 Uhr Morbichule Botsdamer Straße. keichtathletik und Sandball: Mittwochs 20-22 Uhr Nordschule Potsdamer Straße. FUNK UNDAM ABEND Donnerstag, 8. November. Berlin. 15.30 Dr. Lebede: Der ,, unbekannte" Schiller. 16.00 Hans Georg Albrecht: ,, Das alte deutsche Handwerk der Glasbläser". 16.30 Konzert. 1. a) Franz- Casini: Melodie; b) Dunker: Trinklied; c) Popper: Tarantelle( Gutia Casini, Cello).- 2. a) Scarlatti: Sento ne! core; b) Händel: Care selve; c) Händel: Voglio dire( Elly Sendler, Alt). 3. a) SindingCasini: Gebet; b) Piatti: Saltarello; c) Piatti: Airs Baskyrs( Gutia Casini). 4. a) Gretschaninow: Vor mir die Steppe; b) Gretschaninow: Der Gefangene; c) Rachmaninow: O du wogendes Feld( Elly Sendler), 5. a) Davidoff: Roter Sarafan; b) Cui: Oriental; c) Sarasate- Casini: Zigeunerweisen( Gutia Casini).( Am Flügel: Theo Mackeben.) 17.30 Wilhelm Busch. 1. Der Dichter. 4. Das Klavier. 2. Die Ohrfeige. 3. Von der Enthaltsamkeit. 5. Zahnschmerzen. 6. Der Stern der Liebe. 7. Vorrede zu..Herr und Frau Knopp".( Puggi Muck. Rezitationen.) 18.30 Prof. H. hanemann: Metalle im Dienst der menschlichen Kultur. II. Die Leichtmetalle, eine Erfindung unserer Zeit. 19.00 Hans- Bredow- Schule, Geschichte. Geli. Reg.- Rat Prof. Dr. Hans Delbrick: Bilder aus der deutschen Vergangenheit( VI). 19.30 C. Z. Klötzel: Orientalische Hauptstädte. VII. Kabul. 20.00 Sendespiele:„ Eine Ballnacht", Operette in 3 Teilen von Oscar Strans. Leitung: Cornelis Bronsgeest. Dirigent: Bruno Seidler- Winkler. Anschließend bis 00.30 Tanz- Musik( Kapelle Gerhard- Hoffmann). Königswusterhausen. 16.00 Rektor Spielhagen und Fritz Westermann: Aus der Praxis des Gesamtunterrichts auf der Oberstufe. 16.30 Uebertragung des Nachmittagskonzerts Berlin. 17.30 Jacob Boedewadt: Die Kulturlandschaft der Nordmark. 18.00 Alois Melichar: Einführung in die moderne Musik: Windsperger. 18.30 Gertrud van Eyseren, Cesar Mario Alfieri: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55 Prof. Dr. Lichtenberger: Das Molkereibau- und Maschinenwesen seinem Einfluß auf die wirtschaftliche Gestaltung des Molkereibetriebes. 19.20 Dipl. Hdl. Dr. Hans Wieg: Die Kartothek und Statistik im Dienst der kaufmännischen Unternehmung. Ab 20.00 Uebertragung von Berlin. Chlorodontefigt üblen Mundgerudu gefärbten Jabuheles HOMOCORD ELECTRO elektrisch aufgenommen Geschäfts- Anzeiger Bezirk Norden- Often. Die Schallplatten des Arbeitersängerbundes nur auf Gomocord- Electro Überall erhältlich! Bezugsquellen weist nach: fiomophon Company Berlin SW68 Berliner Ratskeller Alexandrinenstr. 108. Bierabteilung Königstr. 15-18 Weinabteilung HERB UND WÜRZIG Künstlerkonzert Vorzügliche Küche Fleisch billig Heinrich Falkenberg Willy Hanka Brunnenstraße 121-122 Wurst Ein herzhafter Trunk, der thnen Genuß verschafft, Sie erfrischt und belebt je. doch niemals berauscht. [ G. F. 35 GROTER gut Macco- Wäsche ist für jeden Berufstätigen die gesündeste. Kein Kältegefühl beim Schwitzen, daher kein Rheuma und keine Erkältung. Kein Filzen, kein Einlaufen in der Wäsche, kein Aufgehen der Nähte oder Maschen, nach jeder Wäsche immer wieder weich wie im Anfang. 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