CH Ca 50 69 k: B. род Da € chi Ta er. 1. ne ng) bo 90 egri Morgenausgabe Nr. 539 A 273 45.Jahrgang Böchentlich 85, monatic 3,60 im voraus zahlbar, Boftbezug 4.32 2. einschl. Bestellgeld, Auslandsabonne ment 6,- M. pro Monat * Der Borwärts" erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Jllustrierte Beilagen Bolf und Zeit" und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Biffen", Frauen ftimme", Techni?"," Blid in bie Bücherwelt" und Jugend- Borwärts Vorwärts Berliner Boltsblatt Mittwoch 14. November 1928 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Die ein paltige Nonpareillezetle 20 Pfennig. Reflamezeile- Reichs mart. Kleine Anzeigen" das jettges brudte Bort 25 Pfennig( zulässig zwe tettgebrudte sorte), jedes weitere Bort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Bfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Beile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen annahme im Hauptgeschäft Lindene Straße 3, wochentagl, von 81%, bis 17 Uhr, Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Donboff 292-297 Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Panzerschiff Krife? Entscheidung wahrscheinlich schon am Freitag. Nach der Entwicklung der letzten Tage ist auch die sozialdemokratische Reichstagsfraktion der Meinung, daß es unzweckmäßig wäre, erst über die Außenpolitik zu reden, solange nicht die Panzerschiff Frage entschieden ist. Nach Abschluß der Debatte über die große Aussperrung wird also fofort der sozialdemokratische Antrag zur Beratung fommen, den Bau des Panzerschiffes A einzustellen. Gestern vormittag war der Reichskanzler, Genoffe Her mann Müller, beim Reichspräsidenten, mittags hatte er eine Unterredung mit dem Reichswehrminister Groener. Ueber diese beiden Besprechungen hat der Reichskanzler mit einem engen Kreis von Politifern gesprochen, und über das, mus er berichtet hat, ist auch schon in verschiedenen Zeitungen teils Wahres, teils Falsches erzählt worden. Richtig ist, daß fich der Reichspräsident mit sehr großer Entschiedenheit für den Bau des Schiffes eingesezt hat, und daß Herr Groener angekündigt hat, er werde unwiderruflich zurücktreten, falls der sozialdemokratische Antrag eine Mehrheit finde. Falsch mie noch manches andere die Behauptung, der Reichswehrminister habe auf den Reichsfanzler einen Drud auszuüben versucht durch die Drohung, daß er auch dann zurücktreten werde, wenn der Reichskanzler mit seiner Fraktion, also gegen das Panzerschiff stimme. Bielleicht ist dieses Gerücht darauf zurückzuführen, daß man in bürger lichen Parteifreisen eine Krisengefahr sieht, wenn die Kabinettsmitglieder bei der entscheidenden Abstimmung gegeneinander stimmen. ift Vorwärts- Verlag G. m. b. H. schieben will. Diese Entscheidung durch Auflösung und Neuwahlen anzunehmen, ist die Sozialdemokratie jederzeit gerne bereit. Der Sozialdemokratie wird man durch Entfesselung einer Krife ganz gemiß feinen Schaden tun. Ob man dadurch dem Reich Nugen oder das Gegenteil davon bringt, das zu überlegen ist die Sache derer, die mit der Krise spielen. Für die Sozialdemokratie besteht zu Aufgeregtheit fein Grund. Sie tritt in die fommenden Tage, die vielleicht stürmisch werden können, mit Ruhe und Festigkeit ein. Heute vormittag hat das Reichstabinett Sigung. Am Abend nach dem Plenum berät die Sozialdemokratische Reichstagsfraktion. Bostichedkonto: Berlin 37 536. Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstr. 3 BTB. erläßt folgende Erklärung: Zu den Bressemeldungen über die Bergebung der Ara beiten für das Panzerschiff wird folgendes bekannt gegeben: Die durch den Haushalt 1928 verfügbaren Etatsmittel von 9,3 Millionen find im Augenblic bis zur Höhe von 6 Mil lionen verausgabt. Die Genehmigung der ersten Baurate legte der Marineleitung die Verpflichtung auf, über die Bergebung des Ges famtobjekts zu verhandeln und die größeren Teile zu vergeben, wozu fie nach§ 24 der Reichshaushaltsordnung ermächtigt und aus wirtschaftlichen Gründen verpflichtet war. Die hieraus sich er gebenden Bindungen belaufen sich einschließlich der bereits veraus gabten 6 Millionen auf 32,3 millionen, die erst mit Bewilligung der einzelnen Jahresraten in den folgenden Haushaltsjahren fällig werden." Abrechnung mit den Scharfmachern Genosse Brandes spricht über den Ruhrkonflikt. Der Reichstag setzte am Dienstag die Ruhr Aus- tungen zertrümmern, dazu haben sie schon 50- Millionen- Fonds sperrungsdebatte fort. Eingegangen ist mit dem gestrigen Datum der Zehnjahrseier Deutschösterreichs ein Antrag der Demotraten, allen im Reich wohmenden Bürgern Deutschösterreichs das reichsdeutsche Wahlrecht zu gemähren somie der Gesezentwurf des Reichsinnenministers Severing auf Vereinigung Waldeds mit Preußen. Erster Redner des zweiten Tages der Aussperrungsdebatte ist Abg. Brandes( Soz.): Eine gewisse Berichärfung der Lage ist auch durch das Bekanntwerden der Nachricht entstanden, daß de Reichswehrminister bereits Aufträge im Der fommunistische Abg. Florin hat gestern eine solche Fülle Beirage von 32,3 millionen Mart vergeben falfcher Behauptungen gegen die Gewerkschaften, gegen meine Barhat. Der Reichswehrminister rechtfertigt sein Verhalten mit teifreunde und über die ganze Situation ausgesprochen, daß ich dem§ 24 Abs. 2 der Reichshaushaltsordnung. Der besagt: meine Redezeit aufbrauchen würde, wollte ich alle diese Inwahr. Berträge... dürfen endgültig erst abgeschlossen werden, nachheiten miderlegen. Das werden Sie mir nicht zumuten.( Allge dem erstmals die Mittel zur Dedung der aus meine Zustimmung.) Ich würde dadurch auch den Ausgesperrten, ihnen dem Reiche erwachsenden Ausgaben durch Gegenteil!( Sehr richtig.) Die Ausgesperrten werden schließlich selbst um deren Wohl und Behe es geht, feinen Dienst ermeisen, im den Haushaltsplan bewilligt worden sind. zu entscheiden haben, ob es zu verantworten ist, daß in diesem Formaljuristisch mag der Reichswehrminister durch diesen weren Stampf der Gewerkschaften gegen einen fanatischen Gegner Baragraphen gedeckt sein. Bolitisch betrachtet sieht jedoch die Unternehmer unterstützt werden durch das Vorgehen der die Sache anders aus. Die erstmalige Bewilligung der Kommunistischen Partei.( Lebh. Zustimmung 6. d. So Mittel ist in diesem Fall durch einen Reichstag erfolgt, der Unruhe bei den Komm.) Arbeiten Sie( zu den Komm.) nur ruhig nicht mehr eriſtiert, und die größte, im Wahlkampf fiegreiche weiter, dann wird sich der Brozeß fortjeßen, den wir ja fest. stellen tönnen. Sie sind heute schon die Partei der Indiffe Frattion des Reichstags hat einen Versuch unternommen, renten und der Verärgerten und haben bei ernsten diesen Beschluß des alten Reichstags durch den neuen Leuten ausgespielt.( Geschrei der Komm.) Nun zur Sache! wieder aufheben zu lassen. Diesen Versuch wird die Die Erregung über diesen rücksichtslosen Angriff der Unter fozialdemokratische Fraktion entschieden fortsegen, und nehmer erinnert an die Novembertage vor 10 Jahren. Damals fie wird alles tun, was in ihren Kräften steht, um ihn zum hat die Entrechtung und Unterdrückung der Arbeiter zum Aufstand Erfolg zu führen. Die voreilig vergebenen Aufträge fönnen geführt. Es ist unerträglich für einen Rechtsstaat, daß eine Handdabei fein Hindernis sein. Sie müssen eben rückgängig gemacht werden, wenn der Reichstag die Einstellung des Baues beschließt. Wie stehen die Aussichten des sozialdemokratischen Antrags? Seit gestern wird mit hochdruck gearbeitet, um alle bürgerlichen Parteien auf den Standpunkt des Reichspräfidenten und des Reichswehrministers zu bringen. Sollte diese Arbeit Erfolg haben, dann würde die Sozialdemokratie in der Minderheit bleiben. Auf der anderen Seite steht fest, daß auch bei den bürgerlichen Wählern, von den ganz rechts gerichteten Kreisen abgesehen, sich mehr Abneigung gegen als Begeisterung für das Panzerschiff zeigt. Das Panzerschiff ist eine Erbschaft Geßlers und des Bürgerblods. Groener und das Zentrum haben geso voll Leute Hunderttausende, ja Millionen brotlos machen fann nur deswegen, weil der Staat Frieden stiften wollte auf Grund der Gesetze, wobei die Forderungen der Arbeiter nur zu geringem Teil bewilligt worden sind. In dem größten deutschen Industriegebiet herricht deswegen eine Rampfftimmung wie 1923/24. Die Gesamtwirtschaft ist auf das schwerste erschüttert und der Reichstag ift verpflichtet einzugreifen. errichtet. Hunderte Male find Schiedssprüche vom Schlichter allein gefällt worden niemals haben die Unternehmer dagegen protestiert. Die Akkorderhöhungen find früher auf Verlangen der Unternehmer in die Schiedssprüche hineingekommen, jest wollen sie daraus die Rechtsunwirksamkeit ableiten! Dieser Schiedsspruch ist geradezu eine Kopie vieler anderer, gegen die die Unternehmer niemals Einspruch erhoben haben. Das gestrige Urteil des Duisburger Arbeitsgerichts wundert einen nicht, wenn man weiß, daß 55 Prozent aller Schiedsfprüche nicht für verbindlich erklärt werden konnten, weil sie grobe Formfehler enthielten. Warum sind die Unternehmer nicht an das für den Siz ihres Berbandes zuständige Arbeitsgericht in Düsselborf gegangen, sondern nach Duisburg? Vielleicht weil dieser Borsigende in einem Kampf der Binnenschiffer eine extrem gewerlichaftsfeindliche Haltung eingenommen hat? ( hört, hört!) Derselbe Richter hat, nicht in der Verhandlung, aber nachher in der Presse eine Urteilsbegründung gegeben, in der ganze Stellen aus den Darlegungen der Unternehmer enthalten find.( Hört, hört!) Der Richter sagt, es sei gerichtsbekannt, daß der Schiedsspruch nur vom Schlichter allein gefällt worden sei: die Schlichtungsberatung ist doch geheim, jene Behauptung faren das nennt er gerichtsbekannt!( Sehr gut.) nur durch Bruch der Vertraulichkeit entstanden sein und Wir müssen befürchten, daß dieser Richter Tatsachen unrichtig festgestellt hat. In diesem Falle müßten wir das Landesarbeitsgericht anrufen, denn das Reichsarbeitsgericht ist nur Revisionsinstanz; sollten Tatsachen falsch festgestellt sein, so müßten wir auf Beantragung der Sprungrevision verzichten. Die Unternehmer haben den Kampf gewollt, Vorspiele dazu hat es genug gegeben, so in dem bekannten Hagener Fall. Wir find zur Verständigung bereit, aber nur unter Anera fennung des Schiedsspruchs, denn wohin würde es führen, wenn die Arbeiter sehen müßten, daß nur zu ihrem Nachteil SchiedsSprüche mit Erfolg für verbindlich erklärt werden, aber nicht, he use die Unternehmer es verbieten. Die Lohnaufbefferung durch den Schiedsspruch bleibt erheblich zurüd hinter den Forderungen der Gewerkschaften und diese Löhne gelten bis 30. März 1930. Es war nicht leicht für die Gewerkschaften, diesem Schiedsspruch zuzustimmen. Die Unternehmer aber antwor teten, indem sie das Reich durch die Mizachtung der Verbindlich- Rationalisierung, deren Erfolg sich darin ausspricht, daß teitserklärung verhöhnen.( Sehr wahr!) Die Unternehmer mollen das Schlichtungswesen mit allen anderen sozialpolitischen Einrichglaubt, diese Erbschaft übernehmen zu müſſen. Auch für fie Beginn der Vermittlungsaktion zum mindeſten für das Zentrum handelt es sich dabei um eine als läftig empfundene Verpflichtung, und vielleicht gerade deshalb herricht bei ihnen eine gewisse Gereiztheit gegenüber der Sozialdemokratic, die diese Verpflichtung nicht mit übernehmen will. Dabei wird vergessen, daß die andere Seite nur fortfeht, was sie schon begonnen hat, während der Sozialdemokratie die Preisgabe ihres bisherigen Standpunktes zugemutet wird. Diese Zumutung lehnt die Sozialdemokratie ohne Rücksicht auf die sich etwa daraus ergebenden Ron fequenzen ab. Grundsätzliche Bereitschaft der Parteien. Köln, 13. November.( Eigenbericht.) Der Regierungspräsident bon Düsseldorf, Dr. Bergemann. hat heute sowohl die Vertreter der Unternehmer wie der Gewerkschaften zu sich geladen, um festzustellen, ob beide Parteien in dem Kampf in der nordwestlichen Eisenindustrie geneigt sind, einen Vermittlungsversuch des Regierungspräsidenten zu unterstützen. Die Vertreter beider Parteien haben ihre grund jäkliche Verhandlungsbereitschaft erklärt. Nach Klärung der Vorfragen über die Grundlagen der zu führenden Verhandlungen wird der Regierungsbräsident beide Parteien an den gemeinsamen Verhand lungstisch bringen. Ob und wann dies möglich sein wird, hängt davon ab, ob und wann es dem Regierungspräfibenten gelingt, eine Verhandlungsgrundlage zu vereinbaren. Die vernünftigste Lösung aller Schwierigkeiten würde darin bestehen, daß jeder Abgeordnete und Minister einfach etes nach feiner Ueberzeuguna stimmt und daß sich dann alle der Entscheidung des Reichstags fügen. Diese Lösung wäre schon deshalb richtig, weil man eben mit Krisen. Pdrohungen die Sozialdemokratie von ihrer Haltung nicht ab bringen fann. Es ist nicht unsere Sache, uns den Kopf darüber zu zerbrechen, was werden soll, wenn mit diesen Drohungen Ernst gemacht wird. Wenn der Reichswehrminister geht und wenn wie behauptet wird dann das gegen wärtige Kabinett zu Fall gebracht wird. werden die Urheber der Krise für die Neuordnung der Dinge forgen müssen. Man hofft jebody, bas es bereits morgen, Mittwoch, ehr Dann wird fich zeigen, ob man in diesem Reichstag gegen bie a153 Sozialdemokraten regieren fann oder ob man vielleicht möglich fein wirb, ben Zerwis fie ble gemeinsamen Bers dem Bolte felbft bie legie Entscheidung handlungen felizujeten. net! aAuch nach dem Schiedsspruch bleiben die Löhne noch unter denen in zahlreichen anderen deutschen Eisenrevieren. Dazu kommt die immer noch rund 60000 Arbeiter 60 Stunden in der Woche arbeiten, 75 000 noch 57 Stunden, 90 000 noch 54 Stunden, 84 000 noch 56 Stunden und nur 19 000 bloß 48 Stunden in der Woche, jedoch auch diese nur zwei Wochen lang, während in der dritten Woche eine Schicht dazu kommt!( Hört, hört!) Es wäre doch traurig, wenn eine so hoch rationalisierte Industrie diese Bohnerhöhung nicht ertragen fönnte. Was die geringe Erhöhung der Akkordlöhne anbetrifft, so beträgt sie in drei Vierteln aller in Frage kommenden Werte nur 2 Pf., bloß bei einem bescheidenen Teil 6 Pf. Die Lohnsteigerung erhöht die Produktionskosten nur zwischen ½ und 2 Broz, in menigen Fällen um 2% Pro3. Das soll untragbar sein. Als aber der Kampffonds geschaffen wurde und sich dagegen eine gewiffe Opposition zeigte, erklärte Herr Bönsgen den Opponenten, es handle sich doch nur um 2½ Broz, der Lohnfumme! Für Kampfbeiträge ist das Geld da, aber wenn es um den Menschen geht und um seine Kultur, dann find diese 2% Proz. Erhöhung untragbar! ( Hört, hört!) Wir haben keine genauen Unterlagen dafür, wie die Lohnerhöhung auf die Preise wirken würde. Darüber gibt es nur Verhältniszahlen aus verschiedenen Zeiten, die sich schlecht miteinander vergleichen lassen. Unser Vorschlag, e rattes Material darüber einer aus Arbeitern und Unternehmern zusammengesetzten Kommission vorzulegen, ist abgelehnt worden. Es wird absichtlich Verheimlichungs- und Verschleierungstaftit getrieben. Höchste Zeit wird es, daß auch für das Eisen ein Selbstverwaltungsförper geschaffen wird, allerdings ein anderer als der Eisenwirtschaftsbund, der trop feiner Unzulänglichkeit von den Unter nehmern in der heftigsten Weise bekämpft und schließlich auch eint gefargt worden ist. Die Erspreise find längst mieder auf die frühere Höhe heruntergegangen, die Schrottpreise sind erheb fich gefenft, die Fradifteigerung ist demagogisch übertrieben worben. Durch die Rationalisierung ist die Leiftung der Ara beiter gestiegen, beim Robeijen 1925/26 um 18 Broz, im vorigen Jahre un 27 Proz., beim Rohstahl 1925/26 um 40 Broz., im darauffolgenden Jahr um 42 Proa, 1928 aber wird erst die volle Auswirtung der Rationalisierung bringen und dadurch eine weitere Steigerung. Aus allen diefen Gründen haben selbst unternehmerfreundliche Blätter die Stellungnahme der Unternehmer nicht verstehen fönnen, sondern den Schiedsspruch als verständig angesehen und die Verbindlichkeitserklärung burdaus gutgeheißen. Die Unternehmer verweisen auf die ausländische Ronkurrenz bei niedrigeren Löhnen, England und Standinavien, erst recht Amerika zahlen bedeutend höhere Löhne, nur Belgien, Luremburg, Frankreich und einige fleinere Oststaaten niedrigere. Aber diese Industrien müssen Kofs aus Deutschland beziehen, und dadurch ist schon ein Ausgleich geschaffen. Die Verarbeitung von Minette in jenen Industrien erfolgt in Defent bis etwa 250 Tonnen Leistungsfähigkeit, während die Defen in Deutschland eine Leistungsfähigkeit von 700, 800, ja 1000 Tonnen haben. Auch hier ist also der Vergleich gegeben. Vor der letzten Preiserhöhung wurde behauptet, man müsse mehr Arbeiter einstellen und daher die Preise erhöhen. Die Preise sind erhöht, aber mehr Arbeiter nicht eingestellt worden. Die Arbeiterzahl ist fast unverändert, und das in einer Zeit, von der Herr Bögler in Enqueteausschuß erklärt hat, daß sie eine Zeit der besten inländischen Konjunktur gewesen sei, in der man 90 bis 95 Proz. der inländischen Wertstapazität auszunuhen vermochte. Die Unternehmer haben 700 Millionen Ruhrentschädigung er halten, das Reich hat sie gefördert, sie sind bisher immer bevorzugt woorden. Jezt muß das Reich den ausgesperrten Arbeitern helfen und den Betrag von den Unternehmern einziehen, wie das unser Gefeßentwurf fordert. Jest Aenderungen im Schlichtungswefen nach dem Antrag Stegerwald vorzunehmen, hieße den Unternehmern das Spiel erleichtern. Das Schlichtungswesen, soll Tarifabschlüsse fördern und erleichtern, weiter soll es nichts, und darum fönnen wir, tuenigstens jett, den Zentrumsanträgen nicht zustimmen. Den Unternehmern muß eine nachdrückliche Lehre erteilt werden, Daß ähnliche Aussperrungen auf absehbare Zeit vermieden werden. Sit das geschehen, wird es Zeit sein, die Erfahrungen. gefeggeberisch euszunuzen, etwa durch die Errichtung eines Selbstverwaltungsförpers für die Eifenindustrie. Sollten die Unternehmer aber haisffarrig bleiben, so fordern wir von der Regierung die unverzügliche Suspendierung der Eisenzölle.( Lebhafter Beifall links und in der Mitte.) Und schließlich würde auch die Enteignung solcher Unter nehmer zu erwägen sein, die ihr Eigentum übermütig zum Schaden des Volkes und zur Auflehmung negen den Staat mißbrauchen.( Leb. hafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Wir fordern die Wiedergutmachung dieses Rechtsbruches und die Anerkennung der newerkschaftlichen Forderungen.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten) Abg. v. Lindeiner Wildau( Dntl.) Wir bedauern, daß der Arbeitsminister, wenn auch in zurückhaltender Weise, durch seine Ausführungen über die Rechtslage den Die Winterarbeitslosigkeit setzt ein Die ersten Wirkungen der Aussperrung. p Rr Der Beginn der winterlichen Arbeitstofigkeit feitt bis die Eisenindustrie im Besten wieder voll int Gange ist, Dergehen jegt in der Statistik der unterstützten Arbellslofen bereits dentlich in immer noch mindestens brei bis vier Wochen. Erscheinung. In der Zeit vom 15. bis 31. Oftober ist, wie amtlich Allgemein tann festgestellt werden, daß trog des Anstiegs der mitgeteilt wird, die Zahl der Hauptunterfügungs- Arbeitslofenziffer, der sich in den nächsten Wochen in verschärftem empfänger in der Arbeitslosenversicherung von rund Tempo fortfehen wird, von einer ernften Bedrohung der 593 600 auf 671 000, das ist um 77 400 oder um 13 to 3. gestiegen. Wittchaftslage nicht gesprochen werden fann. Das muß Die Zunahme ist bei den männlichen Hauptunterstützungsempfängern mit besonderem Nachbrud gegenüber dem ewigen Gerebe der Untermit 16 Proz. bedeutend stärker als bei den weiblichen( 4,3 Pro3.), nehmerpresse über Gefährdung der Ronjuntiur durch die in der Berichtszeit zum erfienmal feit Ende Juni eine Steigerung bie Lohnbewegungen hervorgehoben werben. Wohl haben stäb zu verzeichnen haben. mir zurzeit 250 000 Unterstützie mehr in der Arbeitslosenversiche Be rung als im Vorjahre, aber diese Zahl besagt sehr wenig für ver den Beschäftigungsgrad, da jeßt die letzten starken Borkriegsjahrgänge ges auf den Arbeitsmartt strömen und die Sterblichkeit nachgelassen hat deze Demgegenüber ist in der krisenunterstützung die Zahl der Hauptunterstühungsempfänger nur unerheblich( von rund 39 700 auf 93 000 oder um 3,6 Proz.) gefliegen. Die Zunahme betrug hier bei den Männern 3,8 Proz., bei den Frauen 2,7 Proz. Sturm auf das Schlichtungswefen. Die Bolfspartei segt einen besonderen Ausschuß ein. Die an fich beachtliche Steigerung der Arbeitslosenziffer hält sich noch durchaus im Rahmen des Borjahres. Sie erklärt fid) in erster Linie durch den Rüdgang der Saisonarbeit, wie aus dem Anstieg der Arbeitslosenziffer in den agrarischen Gebieten deutlich zu erkennen ist. In den vorliegenden Ziffern drückt sich noch nicht die Wirkung der Aussperrung in der Metallindustrie des Westens aus. Erst in diesen Tagen machen sich die Folgen der Aussperrung für den Arbeitsmarkt bemerkbar. So zeigt sich eine auffallende zurückhaltung im Weihnachtsgeschäft und damit ein Stillstand in der Anforderung von Aushilfsfräften, die sonst im November und Dezember immer eine gewiffe Entlastung des Arbeitsmarktes brachte. Wenn die Aussperrung nicht[ ofort beeendet wird, ist das Beihnachtsgeschäft plette; denn| Moldenheuer gewählt. Ein hoher die ga nij B 25 an teb Das Nachrichtenbureau des Vereins Deutscher 3eltungsverleger beri meldet: Die Reichstagsfraktion der Volkspartei beschloß, einen be sonderen Ausschuß einzusehen, der sich mit der Frage der Reform des Schlichtungswesens beschäftigen und bestimmte a Anträge ausarbeiten soll, die die Wiederherstellung des Berantwort beit lichkeitsgefühls der beiden Parteien bezweden, das Schwergewicht in die Einigung legen und die ftärtete Berücksichtigung der wirtschaft lichen Momente bei den Schlichtungsverhandlungen zum Ziele haben. 3um Borfizenden des Ausschusses wurde der Abg. Prof. Dr. KPD. Mörder verurteilt. it à ber zeig den un ba gef ber des Au Be Barteien begonnen, ich habe mich bemüht, zu erfahren, wie sie stehen, habe aber noch feine Mitteilung bekommen. preußischer Beamter hat sich der Aufgabe unterzogen, eine Ber 3 Jahre Buchthaus für den Mörder des Genoffen Paris me ständigung zwischen den Parteien anzustreben. Ich glaube, eine Berständigung ist möglich, unbeschadet der Austragung dieser grundsäglichen Rechtsfrage, die, wenn nicht jet, fo doch bei einem nächsten Fall wieder aufgeworfen werden würde. Es muß festgestellt werden, ob das Kabinett Luther durch einen feiner Minister eine Verordnung erlassen hat, die den Grundfäßen des deutschen Staatsrechts nicht entspricht! Ich glaube, am besten würde es fein, sich über die Wiederaufnahme der Arbeit zu einigen, ohne daß dadurch der endgültigen Entscheidung der Rechtsfrage vor gegriffen würde.( Beifall links und im Zentrum.) Abg. Dr. Moldenhauer( Volkspartei): Zu diesem Konflikt konnte es nur durch das falsche System einer amtlichen Lohnfestlegung kommen, wobei politische Motive die wirtschaftlichen überwiegen. Gerade in der Eisen- und Kohlenindustrie ist dieses System bis zur Ausschaltung der freien Lohnindustrie ist dieses System bis zur Ausschaltung der freien Lohnvereinbarung und zu einer mahren 3 wangswirtschaft gediehen. In seiner Rede zum 10jährigen Bestehen des Arbeitsministe riums hat der Minister selbst ertiärt, daß der Anteil ber Arbeiter an der Wirtschaft nur fteigen tänne, menm ber Ertrag der Wirt ichwierige Konturrenzverhältniffe, daß schon die geltenden Löhne faum zu halten waren. Lobnerhöhungen fonnten umso meniger ertragen werden, als der Sohnanteil an den Produftions: fosten 20 bis 25 Brogent beträgt, nicht wie herr Steger wald behauplate, nur 5 Brogent.( hört, hört! rechts.) Benn in anderen Betrieben mehr gezahlt wird, so find sie eben anders gev lagert. England mit feinen höheren Zöhnen hat eine ständige hobe eine allgemeine neue Ieuerungswelle nach fidh, mie fich be Arbeitslosigkeit. Rohnerhöhung in der Eifenindustrie zieht eine allgemeine neue Teuerungsmeile nach fidh, mie fich be reits in den Randgebieten zeigt. Durch Breissteigerungen, vermin. derten Abfah und schlechtere tonfurrenz müßte aber auch die Ar weiteren Entscheidungen der arbeitsgerichtlichen Instanzen vorgegriffen hai. Die Deutschnationalen wollen mit Rücksicht auf die noch ausstehende letzte Entscheidung weder die eine noch die andere Rampspartei unterstützen. Auch dieser Konflikt ist aus der Wirtjchaftsentwicklung seit der Stabilisierung erwachsen. Die Rentabilität unserer Industrie ist ungünstig, besonders schwere Arbeitsbedin gungen geben den Arbeitern der Eisen- und Kohlenindustrie den Anjpruch auf angemessenen Lohn und staatlichen Schutz der Arbeitsfraft. Bei dem vorigen Tarifabschluß hat der Schlichtet erflärt, diese Industrie werde nach der Arbeitszeitverfürzung weitere Lohnfchaft felbft steigt. Die weftliche Schwerindustrie hat aber lo erhöhungen in der nächsten Zeit nicht ertragen fönnen. Die Forde rung der Arbeiter auf Lohnerhöhung ist beregtigt, aber einen Kampi darum bis zur Bernichtung der Wirtschaft und der Arbeits Kampi darum bis zur Bernichtung der Wirtschaft und der Arbeitsgelegenheit zu führen, würde bedeuten, daß man auf Kosten der Zu funfi lebt. 3ft es richtig, daß die Arbeitgeberorganisation An fang Ottober dem Reichswirtschafts- und dem Reichsarbeitsministe zium ihr gesamtes Preisberednungsmaterial borgelegt hat, deljen Prüfung aber abgelehnt worden ist? Das wäre ein Zeichen von Scheu vor unbequemer Berantwortung gewesen. Im Gegenjah zum Abg. Stegerwald hat der Führer der freien Gewerkschaften Theodor Leipart erklärt, ein Schiedsbeitslosigkeit wieder steigen. spruch fönne nicht als Tarifvertrag mit allen Konsequenzen gelten. Er ftelle nur einen Verwaltungsaft dar, zu dem die Betroffe men Stellung nehmen können. Läßt man den verbindlichen Schiedsspruch als Tarifvertrag gelten, dann bleibt von Koalitions und Streitfreiheit wenig übrig, dann würden die Arbeits- und Lohnbedingungen schließlich nicht mehr vereinbart, sondern bestimmt merden durch eine nicht einmal unpartelische staatliche Stelle, denn das Reichsarbetsministerium wird ja durch eine politische Partei belegt. Eine solche Entpersönlichung des Arbeitsverhält niffes wäre verhängnisvoll. Zu Friede, Freiheit und Brot kommen wir erst, wenn wir Berföhnung nach innen und Klassenkampf nach außen führen, nämlich Klaffenkampf unseres unterdrüdten Landes gegen die Unterdrücker.( Lebhafter Beifall und Händeklatschen bei Den Deutschnationalen.) Reichsarbeitsminister Wissell: Die Frage des Vorredners beantworte ich dahin, daß am 5. Dt. tober die Industriellen dem Reichswirtschaftsminister und mir Ma terial unterbreitet haben, das die schwere Lage ihrer Industrie beweisen sollte. Wir haben dieses Material entgegengenommen, uns zur Entgegennahme weiteren Materials bereit erklärt. Welchen Eindruck das Material der Industriellen auf mich gemacht hat, etfehen Sie daraus, daß ich den Schiedspruch für verbindlich erklärt habe.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Der Vorredner hat mir vorgeworfen, daß ich die Rechtslage hier dargestellt habe. Hätte ich das nicht getan, so wäre mir sicher der Vorwurf gemach worden, daß ich meine Rechtspojition für zu schwach hielte, um sie zu vertreten. Die Deutsche Bergwertszeitung" hat geschrieben:„ Das große Unheil, das durch die unerwartete Berbindlichkeitserklärung des Schiedsspruchs hervorgerufen ist, hat viele zum Nacybenken angeregt." Also die Berbindlichkeitserklärung soll bas große Unheil angerichtet haben. Das war am 9. November. Am Um 10. November jchrieb die Deutsche Allgemeine 3ei Das System ber amtlichen Lohnfejtjekung ist falsch. Im vorliegenden Fall wurden die Unternehmer da burch genötigt, sich entweder einem für falsch gehaltenen Schiedsspruch zu unterwerfen oder sich im Gegensatz zu der häufig falsch geführten öffentlichen Meinung zu stellen. nicht der Arbeitsminister, sondern das System ift fchuld. Die Betriebe fönnen nicht ohne weiteres wieder arbeiten, man fann doch nicht erst den Konturs eines Unternehmens abwarten, um die unerträglichkeit des Schiedsspruchs festzustellen. Bon Rebellion fann man da nicht sprechen. Wenn ich eine lete nicht zahle, verlege ich auch das Gefeh, bin aber deswegen noch fein Rebell. Wir begrüßen ben Düsseldorfer Bermittlungs. versuch. Dem Antrag auf Reichszahlung an die Ausge sperrten tönnen wir nicht zustimmen, und bitten dringend, den Antrag auf Einziehung dieses Befrages von den Unternehmern zurüdzuziehen, denn er würde das Zusammenwirten der Koalitionsparteien, das wegen des Reparationsproblems befonders notwendig wäre, unmöglich machen.( Beifall b. d. Bp.) Abg. Coloffer( W.-P.): Hoffentlich führen die neuen Berhandlungen zu der notwendigen Verständigung. Die Metallindustrie ist sehr start belastet. Bir müffen die Boltsgenossen vor Elend schüßen, aber wir fun etwas zuviel auf diesem Gebiet. Nicht auf die Lohnhöhe tommt es an, fondern auf die auftraft. Die Entscheidung follte nicht der Arbeitsminister allein haben, sondern ein Kollegium unangreifbarer Berfonen, auch das ReichswirtschaftsKollegium unangreifbarer Berfonen, auch das Reichswirtschafts minifterium sollte vertreten sein. In dem vorliegenden Fall war der Wirtschaftsminister nicht mit dem Arbeitsminister einverstanden. Abg. Schneider( Dem.): Die Eisenproduktion beträgt wieder 90 Brozent des Bortriegs. tung", man habe dem sozialdemokratischen Arbeitsminister die Vertretung diejer Sache im Reichstag überlassen, um feine Verantwortung für die Entstehung und 3ufpigung des Konflikts klar und deutschaffende wie für die eifenverarbeitende Industrie. Durch die lich hervortreten zu lassen. hat nun die Berbindlichkeitserklärung den schweren Konflikt und die Zuspigung herbeigeführt oder nicht vielmehr die Aussperrung?( Sehr wahr!) Ob die Verbindlichkeitserklärung gekommen wäre oder nicht, oder ob ich noch eine weitere Frist angeordnet hätte es wäre ausgesperrt worden! ( Lebhaftes: Sehr wahr! links und im Zentrum, Widerspruch rechts.) Die Bergwertszeitung" vom 30. Ottober fagte: Ob die Berbindlichkeitserklärung abgelehnt oder ausgesprochen wird oder eb noch eine weitere Frist gesezt wird, es wird am 1. November nicht weitergearbeitet!( 3uruf rechts: Die 3eitung fann uns doch nicht binden!) Aber sie ist doch das Sprachrohr der Unternehmer! Ich muß jedenfalls ablehnen, die Zuspigung der Situation herbeigeführt zu haben, jie wäre gelommen, wie ich auch entschieden haben würde. Nur eins wäre anders gewesen: Wenn ich die Berbindlichkeitserklärung abgelehnt hätte, dann wären meine wirtschaftlichen Kenntnisse und meine Weisheit von den Herren da drüben bis über das Bohnenlied gelobt worden, während mir jetzt porgeworfen wird, falich geurteilt zu haben. Aus diesen Gründen habe ich die Rechtslage auseinandergefeßt ohne die geringste Absicht einer Einwirkung auf die Rechtsprechung. Heute haben in Düsseldorf Berhandlungen zwischen den standes trotz aller Schwierigkeiten. Die Belastung durch den Schiedsspruch foll 4 bis 5 Prozent betragen sowohl für die eiseneranziehung von Wertangestellten zu Motstands arbeiten infolge der Stillegung find bereits schwere, ja to blithe Unfälle vorgekommen. Die Schädigung des Handels ist schon jetzt enorm. In der sinkenden Konjunktur, von der man immer spricht, noch folgen Stoß zu führen, ift unverantwortlich. Eine Gelegenheitsgefegmacherei zur Aenderung des Schlich tungswesens lehnen wir ab. Wenn die Ausgesperrten unterstügt werden, muß das auch den mittelbar Betroffenen gewährt werden. Solch umfangreiche Fälle follten nicht erst an ein Arbeitsgericht, fondern gleich an das Reichsarbeitsgericht fommen, das Verfahren müßte schneller sein. Nach dem Sieg in der ersten Instanz sollte auch bei den Unternehmern Berhandlungsbereitschaft vorhanden sein. Die Reichsregierung sollte sofort die Initiative ergreifen.( Beifall bei den Dem.) Abg. Schwarzer( Bayer. Bp.): Das Bolf versteht einfach nicht, wie eine fo furchtbare Maßnahme verhängt werden konnte. Die Arbeiter haben in diesem Falle recht. Das Vorgehen der Unternehmer ist ein Schlag gegen die Staatsautorität. Das Schlichtungsverfahren muß so ausgebaut werden, daß Zweifel an den Ergebnissen nicht auftauchen tönnen. Um 6 Uhr abends vertagt das Halls die Welterberatung auf Mittwoch 3 Uhr nachmittags. 3 widau, 13. November.( Eigenbericht.) Der fommunistische Mörder des sozialdemokratisches Stadtverordneten von Glauchau, Paris, bas Mitglied des Roten Frontkämpferbundes Gretsch, wurde am Dienstag wegen gefährlicher Körperverlegung mit töb lichem Ausgang zu 3 Jahren 3uchthaus verurteilt. 5 Monate der Untersuchungshaft wurden angerechnet. übereinstimmenden Zeugenaussagen Die Beweisaufnahme ergab an der Hand von fast durchweg es wurden mehr als ein daß Paris von den kommu → Dugend Augenzeugen vernommen niften start angefeindet wurde und insbesondere der als Ent laftungszeuge anwesende Kommunist Heilmann Paris lange mit feinem Haß Derfolgt hatte. Is die Frontfämpfer fich bem fogia! demokratischen Fadelzug näherten, stürzte Heilmann, Greßfd) und Genoffen mit dem Rufe: hier ist er auf Paris. Es ist ferner als erwiefen zu betrachten, daß der Angetiagte Greisch auf dem Wege zur Stelle des Zusammenstoßes gerufen bats:„ Wer hat ein Meffer bei sich? We diese Tatsachen wurden von dem An geflagten nicht beftritten. Die beiden Entlastungszeugen, die Kommunisten Heilmann un Radtaefchel, zeigten fich als Jammergestalten, bie von nichts miffen. führten Tatsachen fonnten fie jedoch ebenfalls nicht bestreiten. Schlich nichts gefehen und nichts beabsichtigt haben wollten. Die onge fich ließ auch die Berteidigung die ursprüngliche Motivierung der Tat burch ben Angeklagten, er habe einen Schlag mit einer Fadel befommen, fallen. Diese Behauptung wurde von feinem der Zeugen gestützt. Endlich erklärte auch der Angeflagte, er tönne burch bet Flammenschein einer Facet oder durch Ruß, ber ihm von einer Fadel in die Augen flog, fo irritiert worben sein, daß er nach bem Meffer griff. Die Anflagerede bes Staatsanwalts beschränkte sich auf die eft stellung, daß Notwehr nicht vorgelegen habe und die Absich! der Tötung bei dem Angeklagten vorgelegen haben müffe. Er beantragte wegen Totschlag 7 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Chroerluft. Die Berteidigung Sprach zwar von einer fürchterlichen Mörders als Motiv anzuführen. Der Angeklagte fet et Taf", beschränkte fich aber im übrigen darauf, den Jähgorn des Opfer fchlechter Erziehung und sozialer Migftände. Di Berteidigung plädierte auf Annahme einer Rörperverlegung und Gewährung von milbernden Umständen. Bauernregierung in Lettland. Rücktritt der estnischen Rechtsregierung. Riga, 13. November.( Eigenbericht.) Der Versuch der Sozialdemokratie zur Bildung einer Linfe regierung ift gescheitert. Die Verhandlungen zeigten jedo eine starke Binfstenbenz im Parlament, so daß im Lager Ser Sozialisten nach dem Ablauf einer gewiffen Zeit die Bildung eines Bintskabinetts für möglich gehalten wird. Vorläufig hat Ser Bauernbund die Bildung der Regierung übernommen. Die estländische Rechtsregierung ist infolge Differenzen des Bauernbundes mit den Neusiedlern zurüd getreten. Eisenbahnanschlag auf Staatspräsidenten Gemgal Riga, 13. November. Der Zug, mit welchem der Staatspräfibent Gemgal der Barlamentspräsident, der Sozialdemokrat stainin und b Spigen des Offizierstorps von den Feiern des lettischen Kriegsorbens dus Libau zurüdfehrten, wurde gestern bor Milau von Bahn polizisten plöglich angehalten, well in einer Weiche eine r eingezwängt war. Beim Passieren der Weiche wäre der Zud ameifellos entgleift. Es ist noch nicht festgestellt, ob ein An fchlag vorliegt. Gine ſtrenge Untersuchung ist im Gange. Den Blättern aufolge foll eine mit den intsegtremisten in Berbindung ftehende Berfon auf Grund schweren Berdachts verhaftet worden sein. Ameritas moralische Niederlage in Nikaragua. Das endgültige Wahlergebnis der Präsidentenwahlen in Ritaraqua er gab 56 739 liberale und 33 113 fonfervative Stimmen. Damit it Erpedition war zum Schuße der früheren konservativen e General Moncada zum Präsidenten gewählt. Die amerikanisch glerung Diaz unternommen worden. Bei der Innsbruder Heimwehrparabe am Staatsfeiertag un dem gleichzeitigen Arbeiteraufmarid) gab es zufammenftöße, bel benen insgesamt heun Betfonen Stichwunden erlitte haben. lio ref die au rat ( K der aul de mo für der for ba me be 社 23 ha 233 3r tei ei It af fir 211 2 ) jen der 211 Luß er td Rr. 539 45. 3Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Berliner Berkehrs- A.- G.beschlossen nge genommen. B Ein Erfolg sozialdemokratischer Arbeit im Verkehrswesen. Die Magistratsvoriage über die Zusammenfassung, der drei ben städtischen Berkehrsunternehmen in einer einheitlichen Berliner he Bertehrs- M.- G. wurde gestern in der Stadtverordnetenfür versammlung nach den Vorschlägen des Ausschusses anRachdem die Bemühungen des neuen Verkehrsjat dezernenten, des sozialdemokratischen Stadtrats Genosse Reuter, die Tarifeinheit zustande gebracht hatten, folgt jetzt auch die organisatorische Bereinheitlichung. Daß die Kommunisten ihre Zustimmung versagten, weil nicht alle ihre Bünsche erfüllt wurden, sei hier ausdrücklich hervorgehoben. Aber es gelang diesen unentwegten Neinjagern nicht, die Annahme zu verhindern. Unser Genosse Dr. Lohmann stellte fest, daß auch an diesem weiteren Schritt in der Entwicklung des Berliner Berder fehrswesens die Sozialdemokratie einen beroor nte ragenden Anteil gehabt hat. Die Vorteile der Tarifverein heitlichung für die Bevölkerung sind rasch erkannt worden, und längst ist das sinnlose Geschrei der schwarzweißroten Bresse verftummt. Auch der Mugen diefer Berwaltungszusammenfaffung wird sich bald gemug zeigen. ger 100 ort in aft en. Dr. jen Stadtverordneter Dr. Michaelis( Dem.) erstattete Bericht aus dem Ausschuß über die Zusammenlegung der Berliner Berfehrs unternehmungen zu einer Berliner Berkehrs- A.G. Die Schaffung einer solchen Berkehrsoftiengesellschaft ist nottis. mendig geworden, nachdem die drei Bertehrsbetriebe Straßen bahn, Hoch- und Untergrundbahn und Omnibus. gesellschaft in die Hand der Stadt gelangt sind. Dr. Michaelis berichtete u. a., daß alle Anträge auf Aenderung der in der Vorlage des Magistrats vorgeschlagenen Gesellschaftsform abgelehnt und der Ausschuß der Stadtverordnetenverfammlung empfehle, eben die Berkehrs- Aktiengesellschaft mit einem Affientapital von 400 lionen Mart zu beschließen. Die 400 Millionen Mart befinden sich reftlos in Händen der Stadt. In den Aufsichtsrat entienden die Stadtverordneten 8, der Magistrat 4 Mitglieder; auf Beschluß der städtischen Körperschaften fönnen weitere Aufsichtsratsmitglieder hinzugezogen werden. Ueber Die Sozialversorgung ( Arantentaffe, Ruhegeldeinrichtungen) der Angestellten und Arbeiter der neuen Gesellschaft ist im Ausschuß eine Entschließung gefaßt worden, die den Aufsichtsräten empfiehlt, die alten Kaffen usw. aufzulösen und die Mitglieder in die bestehende Betriebstaffe der Stadt überzuführen. Im übrigen ist dem Aufsichtsrat Boll macht erteift. leb 皮 Bb ift. Bet. aseg ein เท ษ Ent mit link unb Her bem ராம் fest ge der del gen Bert Her ent eft 西 re es Die no er es 1. 5, 19 14 Für die Distaffion hatte der Aeltestenrat eine Redezeit für jede Frofiion von 20 Minuten vorgeschlagen, gegen die Stimmen der Kommunisten beschloß auch das Bierum fo. Als erster Redner Sprach Genosse Dr. Lohmann: Senofle De. Lohmann betonte eingangs feiner Ausführungen, daß die Borlage nichts Blögliches und unerwartetes darstelle, viel mehr ein legtes Glied in der Kette der Entwicklung ist. Die Gazial bemokratie ist stolz darauf, daß sie hot helfen dürfen, diese Kette au formen und daß es einer der Ihren war( gemeint ift Stadtrat Genoffe Reuter), der diefes legte Glied geschweißt hat. Bei allen Berdiensten, die sich die sozialdemokratische Fraktion bei den Berhandlungen erworben hot, foll mir eines hervorgehoben werden: Benn die Sozialdemokratie im Roten Haus in den Jahren der Inflation nicht den städtischen Besitz mit Nägeln und Zähnen verfeibigt hätte, auch gegen berühmte, B. M." gezeichnete Artikel in einem Berliner Tageblatt, fabe es heute um die Berliner tädtischen Gesellschaften und auch um die neue Berkehrsaftiengesellschaft anders aus. Doch genug damit, die Zeiten find vorbei! Bir freuen uns, daß heute eine entscheidende Mehrheit unfere damals verfochtenen Gebantengänge anerkennt und fein Gedanken an das, mas einft mar, soll uns diese Freude trüben. Allerdings, die Kommunisten und die Deutschnationalen fönnen es 27] Soldat Suhren. Roman von Georg von der Bring. Copyright 1927 by J. M. Spaeth Verlag, Berlin. Wir gehen in den großen Raum hinüber. In einer Ede baut sich die Kapelle auf. Es ist einer da mit einem schwarzen Schnauzbart, der Klees' Geige stimmt und dabei einen riefigen Brösel raucht. Eisen faßt hinter ihm mit seiner Teufelsgeige Bosto. Er hat sie an diesem Nachmittag hergestellt. Man tönnte sie am ersten mit einem Kontrabaß vergleichen, trok der Margarinetiste, die, auf ein langes Brett genagelt, den Schallförper darstellt. Ein paar Drähte sind über sie gespannt, und am oberen Ende des Brettes flirren Blechplatten aufeinander, wenn das Ding auf den Boden gestampft wird. Als Bogen dient ein schmales Brettchen, dessen Kante gezähnt ist. Lurijebam jetzt den Kamm unter die Brille. Ein vierter hodt am Boden, Ziehharmonika voli Wind. Alles fertig. Die Baare find angetreten. Eisenbolz tlopft Achtung. Mit den ,, Donaumellen" jegt es ein. Der Balzer ertlingt. Zuerst find es nur zehn Baare, dann erheben sich immer mehr aus dem Stroh und drehen sich im Tanz. Die Musik ist toll, stark und füß. Die Geige brodelt und schluchzt. Die Teufelsgeige zirpt, dröhnt und flirrt. Sehnsüchtig bläht fich der Haarfamm. Die Harmonita flutet wie ein Meer. Der erste Tanz ist aus, die Damen werden auf die Plätze geführt, es geht jehr steif zu. Dann fommt ein Schieber und Babst ist mein Tänzer. Jezt gehn wir mal bei Hagenbed Hagenbed. Hagenbed Rhythmus der Beine! Auch diejenigen, welche den ganzen Nachmittag schachmatt auf ihrem Strohlager gelegen haben, eilen in Baaren zum Lanz. Es wird unglaublich eng, zulegt Manche tritt man nur noch auf derfelben Stelle herum. Baare prallen aneinander. Es ist just wie zu Hause: das gepuffte Baar schimpft: fant?" Rönnen Sie Ihre Dame nicht beffer führen, Sie EleDas puffende Baar antwortet fingend: ..Geht aus dem Beg, geht aus dem Beg Beg- aus dem Weg, aus dem nicht verwinden, daß man ohne sie in Reich, Ländern und Gemeinden aufbauende Politik zu treiben vermag. In den Beratungen des Borbereitenden Ausschusses war die Form der neuen Verkehrsgesellschaft umstritten. Für uns Sozial demokraten ist die Form tein Prinzip, sondern eine reine 3 we dmäßigteitsfrage. Niemand wird leugnen, daß sich die städtischen Betriebe in der Gesellschaftsform aufs vorzüglichfte entwidelt haben. Wenn man diese Art der Führung fommunaler Betriebe noch nicht hätte, müßte man fie direkt erfinden. Jedenfalls gibt es augenblicklich kein anderes Mittel, die zum Teil noch in privaten Händen befindlichen Unternehmungen in städtischer Hand zu vereinigen. Mit den kommunistischen Vertretern eines Brinzips um des Brinzips willen" ohne Rücksicht auf die praktischen Folgen ist schlechterdings eine Diskussion unmöglich. Der große Gewinn der Ueberführung der Berkehrsbetriebe in städtischen Besiz ist die Kommunistische Partei ist bereit, den Gauf ihres fleinen Opfer wert, die dabei gebracht werden müssen. Die Brinzips zu Tode zu reiten, um biefe Opfer zu ere weitern. Sie sehen ein, daß fein Brivataftionär seinen Attienbesih preisgibt, wenn er nicht Vorteile davon hat, andererseits wollen die Kommunisten aber die acht Millionen Marf Ablösung für die Amerikaanleihe nublos wegwerfen, um die Bildung einer Attiengesellschaft zu verhindern. Mittwoch, 14. November 1928 retten. Wir erleben doch dasselbe, was mir bei der Etatsberatung erlebt haben, daß diese Parteien zum Schluß alles ablehnen. Sie würden sich selbst aufgeben, wenn sie eingestehen würden, daß diese Borlage, zu der sie selbst feinen Baustein herbeigetragen haben. einen entschiedenen Fortschritt in der Gestaltung des neuen Berlin bedeutet. Mit besonderer Betonung erflärte dann Genosse Dr. Lohmann: Samohl, wir haben Neues und Großes geschaffen, um so mehr haben wir auch ein Recht, die Parteien und ihre Preffe, die fich in Nörgeleien erschöpfen, in ihre Schranken zu weisen. Wir haben das drittgrößte Wirtschaftsunternehmen Deutschlands und das größte fommunale Unternehmen der Welt gefchaffen, wobei mir immer noch der Ansicht sind, daß sich der tommunale Betrieb von dem privaten darin unterscheiden muß, daß er sich einer erhöhten Verantwortung gegenüber den Konfumenten und gegenüber der Arbeiterschaft bewußt ist. Beides wird aber in der neuen Verkehrsaktiengesellschaft Tatsache werden. Wir freuen uns, daß auch für diese Gedanken sich im Roten Haus eine Mehrheit findet. Wenn uns Sozialdemokraten die Berliner Bevölferung nicht Gelegenheit gegeben hat, allein die Berantwortung dafür zu übernehmen, so müssen wir uns eben nach einer Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung umsehen. Wir wissen aber gleichzeitig, daß. wir Sozialdemokraten entscheidenden Einfluß auf die Gestaltung der neuen Berkehrsaktiengesellschaft genommen haben und wir werden diese Einwirkung vor unseren Wählern und vor der Bevölkerung Berlins zu vertreten und zu verantworten wiffent.( Lebhafter Beifall.) Für die Deutschnationalen machte Stadtverordneter Der Motor für die Bildung der neuen Berkehrsaftiengesellschaft Dr. Steiniger, der frühere Zweckverbandsdirektor von Groß- Berlin, mar bhe Abficht der Steuererfparnis, unb es liegt fein feine bei ihm bekannten und durch die Bildung von Einheits- Berlin Grund vor, das zu verheimlichen, weil die Kommunen die Pflicht verständlichen Glossen über Lohmanns Rede. Seine Parteigenossen haben, in der Verantwortung über die Gelder der Steuerzahler und seine fommunistischen Freunde amüsierten sich dabei. Der die Betriebe so zu gestalten, daß die Abgaben den niedrigstn Grad Tenor feiner fritischen Ausführungen war die Mitteilung, daß seine erreichen. Das und nichts anderes haben wir getan. Und wenn wir Fraktion die Vorlage annehmen werde. Der Kommunist Deter dabei zugleich die günstigste Form für die Zusammenfassung des meinte, von einer Einheitlichkeit des Verkehrswesens fönne erst Berliner Verkehrs gefunden haben, fo erfüllt uns das mit besonderer gesprochen werden, wenn das Droichten und Flußschiff= Befriedigung. Kein Wort ist darüber zu reden, daß die Zusammenfahrtsgewerbe und die Stadt- und Ringbahn tomfaffung der Verkehrsgesellschaften in der Hand der Stadt diefer ein munatifiert seien. Der Aufsichtsrat der neuen Geſellſchaft sei Kreditinstrument ersten Ranges gibt, bei ber zufünftigen nicht den Mehrheitsverhältnissen entsprechend zusammengesetzt; das Unterbringung städtischer Anleihen wird sich das sehr schnell be- System der Sachverständigenberufung werde der schwarzroigoldene Bürgerblock im Rathaus" schon in seinem Sinne regeln. Der Redner merkbar machen! forderte eine Zusammensetzung des Direktoriums aus Sozialdemo fraten und Kommunisten und eine öffentliche Festlegung der Direktionsgehälter nach proletarischen Grundsäßen". Ob die Kommunisten die Bildung der Verkehrsaktiengesellschaft zustimmen oder nicht, erfuhr man nicht von Herrn Deter. Alle Erfahrungen von früher find bei der Schaffung der neuen Berkehrsaktiengesellschaft verwertet worden. Die Gebundenheit an die Beschlüsse der städtischen Körperschaften ift größer und weitgehender als bei allen sonstigen städtischen Befellſchaften. Eine Vereinheitlichung von solchem Ausmaß muß fich natürlich auch auf die Arbeiterschaft der Betriebe au s mirten. Dabei tommt es nicht auf Einzelheiten, sondern auf die Gesamtheit der Lohn- und Arbeitsbedingungen und der sozialen Fürsorge an. Die Zentralisation der Sozialpolitif ift eine alte Forderung der Arbeiterschaft, die erst fürzlich der Gewerkschaftsfongreß in Hamburg erneut feststellte. Um so mehr müffen wir erwarten, daß die Arbeiter und Angeftellten in den Berkehrsbetrieben ihre Intereffen durch die freien Gewertschaften vertreten laffen merden.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten. Die, Rommunisten ihmeigen.) Deshalb werden auch die Sozialdemokraten die fommunistischen Berbesserungsanträge" ablehnen und werden fich, wie immer, bagegen verwahren, der Bormund der Gewertschaften zu sein. ( Speftafel bei den Kommunisten.) Wir laffen uns nicht darüber täuschen, daß die Absicht der Kommunisten, die Lohn- und Arbeits. bedingungen der städtischen Arbeiter, Angestellten und Beamten durch die Stadtverordnetenversammlung beschließen zu lassen, in Wirklichkeit gegen die Gemertfchaften gerichtet ist. Eine folche Sozialpolitif" fönnte nur die agitatorische Kräft der Gemertfchaften schwächen. Dagegen wünschen wir aus vollem Herzen, daß die Gewerkschaften aus einer immer stärfer werdenden Machtstellung heraus auch in den städtischen Betrieben den Einfluß gewinnen, der ihnen zusteht. Aber wie liegen denn die Dinge in Wirklichkeit? Den Deutschnationalen und den Kommunisten ist es doch gar nicht darum zu hin, durch die Annahme ihrer Anträge die Vorlage zu ergriffen. Zigarettenenden fliegen herum, irgendwo brennt Stroh, man tritt tanzend das Feuer nieder. Am schönsten ist es ganz nahe vor der Musit. Man tanzt eingehüllt in ein Tönebrausen und sieht sich die Musikanten an. Mit mehr Hingabe wurde feineswegs zu irgendeiner Zeit gespielt. Der Geiger mit dem großen Brösel schmiegt den Kopf ans Inftru er fneift fie ment, seine Augen tränen von Tabafrauch. 3u, wiegt sich in den Hüften und wirft seinen Arm gerade und wieder frumm. Wenn ihm allzu viel Rauch die Augen umwölft, fizen zwischen seinen Brauen drei Falten wie ein Bogelfuß. Und Lurtjebam! Seine Brille glänzt, er steht auf den Zehen, feine Baden find sanft gebläht und zittern bei den garten Stellen, um sich beim Foret stoßweise auszubeulen. Eisens roter Haarschopf wackelt: ,, Hagenbed- Hagenbed- Hagenbed..." Aus der Margarinetiste schaut ein Känguruh heraus, das feinen Beutel öffnet und voll Frohsinn seine Kinder in die Luft schmeißt. 3um wievielten Male schmigen mir eigentlich heute? Diesmal aber freiwillig, und darum: drauf und bran! ,, Bas macht ihr mit dem Känguruh- Känguruh Känguruh?" Mt Hagenbed sein Känguruh..." Damenwahl! Ich schlüpfe in den Nebenraum zu Klees, trotz um ihn aufzufordern. Der gute Junge schläft; er ist frog bes grimmigen Lärms eingeschlafen, immer noch die eine Hand in der Tasche. Mit dem Geficht liegt er auf dem Arm, und sein roter Mund ist ganz schief gebrüdi. Diesen Augenblick fühle ich, daß ich vollkommen erschöpft bin, und daß meine Beine zittern. Ich will an nichts denten, laufe wieder in den Saal zurüd. Bir tanzen bis zehn Uhr. Zum Zapfenstreich erscheint der Gefreite Hoyer im Helm. Doch die Musit läßt sich nicht halten, die Tänzer noch weniger. Eisen verfündigt erneut Damenwahl. Der Gefreite Hoyer wird aufgefordert und muß, ob er auch noch so sehr widerstrebt. ,, Aber Herr Gefreiter sind doch sonst so stramm", flötet feine Dame. Sie werden doch nicht, Herr Gefreiter, das wäre ja Leichenschändung. Der Gefreite tanzt, denkt an seine Braut in Wolfenbüttel und murmelt im Taft des Schiebersy Känguruh Känguruh- Känguruh..." Zulegt bläst er auf dem Ramm des verdugten LurtjeSonst haun wir euch die Naje meg, Ni- na- nase meg!" bam: das Ganze 5- a-- t, wobei das Seidenpapier plagt. Alle fingen, gröhlen das Lied mit, ein Raufch hat uns| Erst nach einer ganzen Weile gelingt es ihm, Ordnung zu | Stadtverordneter Dr. Dove( Dem.) bezeichnete die Bildung der Berkehrsaftiengesellschaft als einen wesentlichen Fortschritt; seine Frattion merde zustimmen. Der Vertreter der Volkspartei, Stadtverordneter Schwarz, warf die Frage auf, ob es an der Güte der Vorlage selbst oder an der Vorbereitung gelegen habe, daß eine so weitgreifende Vorlage eine so große Mehrheit in der Versammlung fand. Schwarz stimmte zu. Der Redner erklärte, daß der für einen feitenden Posten in der neuen Gesellschaft in Aussicht genommene jezige Direttor der Straßenbahn, Cüdffe, nicht dem Stahlhelm an gehöre, wie vielseitig behauptet wird. Lüdtke sei in der Lage, das Gegenteil beweisen zu fönnen. Nach den Stadtverordneten Kinscher ( Wirtschp.) und Lange( 3tr.), von denen der letztere der Vorlage zustimmte, tam man zu ben Abstimmungen. Der tommunistische Antrag auf direkte Kommunalisierung ber Berkehrsbetriebe murde abgelehnt, ebenso die anderen Abänderungsanträge dieser Fraktion. Ein Antrag der Rechtsparteien, der Demofraten fm. auf Erweiterung des Aufsichtsrates auf 14 Personen wurde gegen die Stimmen der Antragsteller ebenfalls abgelehnt. Der Befchluß des Ausschusses auf Gründung der neuen Bertehrs-.- G. wurde daraufhin angenommen. Dafür stimmten alle Barteien, allein die Kommunisten waren gegen die Verkehrsaktiengesellschaft. Um sich vollends zu blamieren, beantragten die Kommunisten dennoch eine dritte Lesung, die aber einmütig abgelehnt wurde. schaffen. Aber auch wir fühlen, daß es genug ist, und werfen uns ins Stroh. Das Licht löscht aus. Albering neben mir sagt leise: ,, Romm mir bloß nicht wieder mit deinen Vergleichen. So eine Sternblume treift seit heute morgen wie irrjinnig por meiner spigen Nase herum. Noch jetzt bin ich schwindlig davon, denn fie freist, als ob sie an meiner Nase festsäße. Ich sage: ,, Dder es tommi vom Tänzchen. Wenn es vom Tänzchen tommt, so ist es eine fröhliche, purpurrote Blume mit gelber Mitte. Ist sie so?" ,, Weiß nicht," murmelt der Kamerad, schon halb im Schlaf ,,, mag sein, weiß aber nicht, bin farbenblind. Dent", was du willst, aber schweige hinfort mit Bergleichen. Gute Nacht." Schweres Atmen und Schnarchen erflingt im ganzen ,, Gute Nacht, Ramerad." Raum. Das Briefmarkenalbum. Im gelben Stroh liegend, den Kopf auf dem Mantel, den Blid zu den Dachbalten hinaufgerichtet, fällt mir das Briefmartenalbum ein, das ich als Junge besaß. Eben erst, als ich mein Effen holte, sah ich den, der es vor vielen Jahren von mir zum Geichent befam. Er heißt Bernhard Raupe, Küchenfoldat unserer Kompanie. Es ist mir jetzt unangenehm, zu denken, daß der Küchenjoldat Raupe mein Briefmarfenalbum befizt. Ein Küchensoldat ist notwendig, aber er ist doch ein wenig Soldat zweiten Ranges. Nicht, als ob er es leichter hätte als der Infanterist, im Gegenteil, er ist in der Frühe der Erste und abends der Lezte. Auch vom heißen Mai bekommt er sein Teil. Jeden Tag sehe ich meinen früheren Schulfameraden halbnackt und schweißübergossen vor seinem Rübel stehen und darin ein langes Brett im Kreise bewegen. Das Essen ist ein glühender Brei, ob es nun Stedrüben, Graupen oder Dörrgemüse heißt. Er seinerseits, Bernhard Raupe, fühlt sich ein wenig höher als die Kameraden, er fühlt sich, fagen wir, als Halbgefreiter, er steht auch auf einem hölzernen Fußgeftell, wenn er an die Soldaten das Effen austeilt. Benn fie die Kochgeschirre nicht schräg genug halten oder saumfelig sind beim Hinantreten an den Kübel, jo ruft er: Schiefer den Bott und fchlaf nicht! oder: Her mit dem Ding, Mensch, glaubst mohl, ich habe meine Zeit gestohlen! ( Fortjehung folgt.) Opfer der Wucherer? Die Mietsunterschlagungen in Ganssouci. In einem nicht alltäglichen Prozeß hatte das Potsdamer Die Geretteten der„ Vestris Schöffengericht unter Vorsitz des Landgerichtsdirettors Dr. Bar- 203 Schiffbrüchige von Dampfern aufgenommen.- Das Schicksa muth zu verhandeln. Die Unterschlagungen bei der Krongutsverwaltung waren Gegenstand dieser Verhandlung. Angeklagt war der 37jährige Amtsgehilfe Albert Rohr aus Potsdam, dem Amtsunterschlagung und Urkundenfälschung zur Last gelegt waren. Rohr, früher Feldwebel in einem Potsdamer Regiment, war nach seiner Verwundung im Felde durch hohe Protektion als Rastellan im Raiser- Friedrich- Mausoleum in Botsdam angestellt worden und seit dem 1. Mai 1918 ständig bei der ehemaligen föniglichen Gartenintendantur in Sanssouci mit einem Gehalt von 200 Mark und Militärrente beschäftigt. Ihm lag die Verwaltung der Miets- und Pächtertasse ob und durch seine Hände gingen Summen bis 200.000 Mart. Die Mieten und Bachtgelder aus den ehemals föniglichen Gebäuden und Ländereien wurden bei dem Angeklagten abgeliefert und hierbei nahm er die Gelegenheit wahr und unterschlug etwa 3000 Mart. In einem anderen Fall fandte die Krongutsverwaltung Berlin dem Angeklagten Gelder zur Auszahlung für die in Sanssouci beschäftigten Handwerker. Auch von diesem Gelde eignete fich Rohr annähernd 2000 m. an. Als man in Berlin feststellte, daß in Sanssouci angeblich verschiedene Mieter mit der Zahlung rüdständig waren, sandte man Mahnzettel durch Rohr, die aber in einigen Fällen nicht abgeliefert wurden. So fonnten sich die Beruntreuungen in Potsdam monatelang hinziehen. Schließlich griff nian ein und entlarvte Rohr. Viele Zeugen waren zu der Verhandlung, geladen, darunter ehemalige of beamte, Rastellane, Amtsräte usw. In bezug auf die Unterschlagungen war der Angeklagte ge ständig. Die Urkundenfälschungen bestritt er ener gisch, ebenso die Vernichtung der Mahnzettel. Durch schwere Erfrankung in der Familie war der Angeklagte Berlimer Wucherern in die Hände gefallen, die bis zu 30 Prozent von ihm als Beamten der Krongutsverwaltung genommen haben. Diese Wuchergeschäfte werden für einige Berliner Lombardhäuser noch unangenehme Folgen haben. Staatsanwaltschaftsrat Stargard beantragte ein Jahr neun Monate Gefängnis und Ehrverlust. Das Gericht nahm nur fortgefekte ein fache Unterschlagung an und verurteilte R. zu 8 Monaten Gefängnis bei teilweiser Bewährungsfrist. Der Selbstmord des Oberprimaners. Aus Angst vor Erblindung. Der Selbstmord des 17jährigen Oberprimoners Ulrich Blagens stellt sich als eine der erschütterndsten Jugendtragödien Der letzten Zeit dar. = Der junge Mensch war Schüler des Friedrich Wil: helm- Gymnasiums in der Kochstraße. Vor einiger Zeit machte sich ein Augenleiden bemerkbar, das sich so verschlimmerte, daß Ulrich P. mehrfach die Befürchtung aussprach, daß er eines Tages erblinden werde. Am Montag abend begab er sich ohne irgendwelche Anzeichen äußerer Erregung in sein 3immer. Als ihn seine Mutter gestern früh weden wollte, fand sie ihn am Bettpfosten erhängt auf. Tobsuchtsanfall Bergmanns. Staatsanwaltschaftsrat Dr. Jacoby legt Berufung ein. Staatsanwaltschaftsrat Dr. Jacoby I hat gegen seine Verurteilung durch das Schöffengericht wegen Beihilfe zum Betruge Berufung eingelegt, so daß der Strafprozeß nochmals vor der Etraffammer aufgerollt werden wird. Der Angeklagte Baul Bergmann, der mit Bestimmtheit damit gerechnet hatte, daß er megen seiner Krankheit sofort aus der Haft entlassen werden würde, erlitt, nachdem er ins Gefängnis wieder zurückgeführt worden war, einen Tobfuchtsanfall und brach in Schrei trämpfe aus. Wegen der Einlegung einer Berufung fonnte der Berteidiger mit Bergmann angesichts seines aufgeregten 3uftandes noch nicht Rüpsprache nehmen. Preiswettkochen am Wedding. Im großen Saal bei Schultheiß- Bazenhofer, Chauffeestraße brodelt und schmort, tocht und bäckt es schon zur frühen Nachmittagsstunde und kulinarische Wohlgerüche verschiedenster Art durchziehen wohlig tihelnd Nase und Gaumen. Da stehen 20 Röchinnen in nagelneuem, schneeweißent Küchendreß an 20 nagelneuen Gasherden, auf denen pyramidenförmig aufgebaut in nagelneuen Nideltüchengeschirren allerlei Wohlschmedendes seiner Bollendung entgegenreift. Die Preisaufgabe, die hier zu erfüllen ift, laufet: In fürzester Zeit mit knappstem Gasverbrauch eine Tagesbeköstigung, bestehend aus Morgenkaffee, einem vollständigen Mittag , effen, Spülmasser und Wasser für den Abendtee zu bereiten und gleichzeitig im ,, Küchenwunder" einen Kuchen zu backen. Ais Preis für die besten Lösungen hatte die Berliner Städtische Gasmerte A.-G., die Veranstalterin der Kochkonkurrenz, Gasherbe, Bratojen, Rocher, Bügeleisen usw. gestiftet. Um 4% Uhr der Saal war bereits überfüllt mit Männern, Frauen und Kindern ertönte der Startschuß. Ratsch, sprang das erste Streichholz an, erste Etappe: Morgenkaffee. Hausfrauenehr geiz, Befangenheit gegenüber so vielen neugierig und streng beobachtenden Augenpaaren trieb den Kochenden allen vorzeitig die Röte " der anderen ungewiß. Die Katastrophe des englischen Passagierdampfers| ,, American Shipper" in Berbindung stehe und daß ein Rettungsfl Bestris", der im Atlantischen Ozean auf der Höhe von der„ Bestris" zwischen beiden Dampfern treibe. Birginia aus noch ungeklärter Ursache sank, läßt sich noch nicht ganz übersehen. Nach den neuesten aus New York vorliegenden Meldungen sind alle Rettungsboote und auch das vermiste Rettungsfloß von anderen Dampfern geborgen. Die genaue Zahl der Geretteten fehlt allerdings noch, da sie sich auf mehrere Dampfer verteilt. Funffprüche der Rettungsdampfer. Nach Funkmeldungen von den Rettungsschiffen sind bisher ins gesamt 203 Schiffbrüchige des gesunkenen Dampfers Beftris" gerettet worden, der bekanntlich 350 Personen an Bord hatte. 21 von ihnen wurden von dem Dampfer Berlin" aufge= nommen. Wie aus Bermuda gemeldet wird, hat der Dampfer fischt. Es ist noch nicht festgestellt, ob das Rettungsboot besetzt war ,, Berlin" gestern früh ein leeres Rettungsboof der Beftris" aufgeund die Insassen ertrunken sind oder ob es unbesetzt durch die Wellen von der Bestris" weggespült wurde. " Ein Funkspruch vom Frachtdampfer ,, American Shipper" besagt, daß dieser Dampfer 33 Fahrgäste und 90 Mann, die zur Bejazzung der„ Beftris“ gehörten, aufgenommen habe. Das Schlacht schiff Wyoming" meldet, daß es die von den Trümmern bedeckte See an der Unglüdsstelle gefreuzt und fünf Personen aufgenommen habe. Die Funkstation South Dartmouth in Massachusetts hat einen Funtspruch des Dampfers Berlin" aufgefangen, wonach die Be sagung dieses Dampfers einen mit einem Rettungsgürtel freibenden Mann der„ Veftris" rettete. Dieser erklärte, daß er eine Frau mit Kind auf dem Meere treibend beobachtet habe. Ein weiterer Funk. spruch teilt mit, daß die„ Wyoming" mit dem Frachtdampfer muß man nun ruhig, unbeirrt von all dem Trara, flint und gut seine Aufgabe lösen. Unter den erfolgreichen Preisratern befand sich sogar ein Mann. Nachdem die hausfrauliche Jury hierauf offiziell abgeschmedt" hatte, erfolgte die Preisverteilung. Die Trägerin des ersten Preises, Siegerin am Kochherd 428 Liter Gasverbrauch in 65 Minuten Rochzeit tritt in der Kreis der bewundernden Menge. Alles applaudiert. Direktor Friedrich von den städtischen Gaswerten überreicht einen Blumenstrauß und im Hintergrund funfelt und blitt der schöne, neue Gasherd. außerdem auch im Reich statt. Die beiden Siegerinnen eines jeden Dieses Wetttochen findet nach und nach in sämtlichen Bezirken, Bezirkes werden im März d. J. in einem für die Stadt Berlin veranstalteten Kochwettbewerb zusammengefaßt und die daraus her vorgehenden Siegerinnen haben sich in einem Reichswettkochen" mit den Siegerinnen anderer Städte zu messen. Dieses Reichswetttochen soll sich anläßlich der Ausstellung ,, Gas und Wasser" im April nächsten Jahres abspielen. Ein neuer Bata- Prozeß. " Der unbekannte Diftator Thomas Bata." Gestern fand vor der 7. Ziviffammer des Landgerichts I Berlin der Termin wegen Einspruchs des Verfassers des Buches" Der unbekannte Diftator Thomas Bata", vertreten durch Dr. Paul Levi, gegen die einstweilige Verfügung dieses Landgerichts statt, traft Dr. Paul Levi übergab dem Gericht 115 Seiten von eides. deren das Buch in Deutschland nicht verbreitet werden darf. stattlichen Ertlärungen, in denen Batas Angestellte und Arbeiter die Richtigkeit der von Philipp ge= machten Angaben bestätigen. Alle diese eidesstattlichen Erklärungen stammen aus den letzten acht Wochen und es befinden fich darunter auch Aussagen von Beamten in gehobener Stellung, Don Direktoren, Kontrolleuren, Verwaltern und Obermeistern. Nah den Plädoyers der beiden Rechtsanwälte, die mehrere Stunden dauerben, verkündete die 7. Zivilfammer, daß sie die Beweisauf naime schließe und den beiden Brozeßparteien im Laufe der nächsten Tage das Urteil schriftlich zustellen werde. Wir kommen auf das Urteil, das für die deutschen Schuharbeiter ebenso wichtig ist, wie für die deutsche Schuhindustrie, zu gegebener Zeit zurüd. Die Todesschiene. Auf dem Bahnhof Halensee ereignete fich gestern nachmittag ein eigenartiger Unfall. Der 45jährige Lokomotivheizer Otto Röschke, aus der Friedrichstraße 19 in Lichtenberg, fam beim Verlassen der Maschine mit einem Feuerhaten, den er in der Hand hielt, mit der elektrischen Stromschiene in Berührung. Er erlitt dabei lebensgefährliche brennungen und mußte durch die Feuerwehr ins Westend Krantenhaus gebracht werden. Beim Fensterpuzen stürzte der 62jährige Fensterpuzer Wilhelm Schmiede aus der Fehrbelliner Straße 82 aus beträchtlicher Höhe von einer Leiter. Sch. wurde mit schweren Kopfperlegungen bewußtlos ins Krantenhaus am Friedrichshain gebracht. in die Wangen und eine ſtellte in der ersten Aufregung gleich den Verbesserungen im Straßenbahn- Ringverkehr. leeren Kessel auf die Flamme. Zweite Etappe: Mittagessen. Alles ist bereits vorgerichtet, nun heißt es hausfrauliche Routine beweisen und die fünf vorgeschriebenen Gerichte, Erbssuppe, Gulasch, Kartoffel, Mohrrüben und Kompott auf dem zweiflammigen Gasherd schnellstens und schmackhaft zubereiten. Bis dicht an die Köchinnen heran sigt das Bublifum und tein Handgriff entgeht ihm; und wenn die am Herd in den Topf guckt, dann gucken all die vielen mit hinein, und man sieht, wie sie würzt, wie sie schmort, man sieht, wie sie dämpft, man sieht eben alles. Und den also Kontrollierten wird es heiß und heißer, erstens vom Dampf und dann auch so und die Musit spielt dazu und das Blitzlicht flammt so und so oft auf, und da Vom 15. November d. I. ab werden die bisherigen Linien 11 und 52 durch Verbindung im Westen über Charlottenburg, Berliner Straße, Tauroggener Straße, Kaiferin- AugustaAllee, Beusselstraße und im Südosten vom Bahnhof Neukölln über Bergstraße und Briz, Rudower Straße bis Buschtrug zu einem Ring zusammengeschlossen. Die neue Linie erhält die Bezeichnung 6, Südring"( die bisherigen Linien 11 und 52 fommen in Fortfall). Vom gleichen Tage an wird die Linie 3, Großer Ring von der Turmstraße statt durch die Beusselstraße über Huttenstraße, Wiebestraße, Kaiserin AugustaPa Beri 2. Der Dampfer ,, Berlin" meldet weiter, er werde, sobald da Better es gestatte, die von dem französischen Tankdampfer aufge 目 nommenen Schiffbrüchigen der„ Beftris" übernehmen und dan nach New York weiterfahren. Der Frachtdampfer America Shipper", der insgesamt 123 Ueberlebende aufgenommen hat, wird bis zum Eintritt der Dunkelheit an der Stelle des Unglücks ver bleiben. Das Schlachtschiff Wyoming" meldet, daß das Reffungsflo der„ Veftris" aufgefischt worden ist. An Bord des Flosses befand fich nur noch ein Toter, der anscheinend der Kälte erlegen ist. Ursache der Katastrophe. London, 13. November. Ueber die Ursache des Unterganges der„ Bestris" liegen vor läufig nur geringe Anhaltspuntte vor. Die Sachver ständigen in New York und London neigen zu der Ansicht, daß die Stahlplatten des Schiffes während des schweren Sturmes am Sonnabend so start beschädigt wurden, daß Wasser in größeren Mengen eindringen fonnte, als die Schiffs pumpen wieder hinauszupumpen vermochten. Die heute in Plymouth eingetroffene Mauretania" bestätigt, daß am Sonnabend ein Sturm von ungeheurer Gewalt über den Atlantik wütete, der zeitweilig eine Stärke von 100 Stundenmeilen erreichte. Das Schicksal von 123 ist unbekannt. Nach der letzten Meldung eines amerikanischen Schiffes find die gesamte Bemannung und die Passagiere des untergegangenen Dampfers„ Beftris" bis auf 123 personen gerettet worden. Die vermißten 35 müffen sich in dem überzähligen Rettungsboot be funden haben. | Allee geführt und die Linie 63 vom Stetiner Bahnhof über Invalidenstraße, Kriminalgericht, Rathenower Straße, Turmstraße bis zur Gotowstnstraße verlängert. 30 Personen erblindet. Nach dem Genuß von giftigem Schaffleisch. Haifa, 13. November. Schwere Folgen hat der Genuß eines von einer giftigen arabischen Dorfes in der Nähe von Safed gehabt. 30 Personen Schlange gebissenen Schafes für die Bevölkerung eines erblindeten nach dem Genuß von rohem Fleisch des getötetén Tieres und erfrankten zum größten Teil lebensgefährlich. Mehrere Ertrantte sind unter furchtbaren Schmerzen ge storben. Die ärztliche Untersuchung des Falles hat das mert würdige Phänomen ergeben, daß diejenigen Personen, die das Fleisch des infizierten Tieres in gefochtem oder gebratenem Zustande ge nossen hatten, von den Vergiftungserscheinungen gänzlich verschont geblieben find. Ein kurzes Vergnügen. Bor dem Landgericht Berlin I wurde die Ehe des DE Benvenuto Hauptmann, des Sohnes von Gerhard Haupta Lippe für nichtig erklärt. mann, mit der früheren Prinzessin Elisabeth von Schaumburg gedauert. Die Ehe hat nur wenige Monate Friedrich Brunte, ein Beteran der Arbeit, begeht heute feinen 80. Geburtstag. Brunte schloß sich der Arbeiterbewegung art rüstige Alte läßt es sich auch heute nicht verdrießen, an allen Para als er 1872 aus dem Kriege gegen Frankreich zurückkehrte. Der teiarbeiten der 6. Abteilung teilzunehmen. ein Radfahrer( Gen. Schultheiß), Flughafenstraße Ede Berliner Zeugen gesucht! Am 13. Oktober, vormittags 7% Uhr, wurde Straße in Tempelhof, von einem Auto überfahren und tödlich verlegt. Zeugen des Vorfalles werden gebeten, ihre Adresse abzu geben bei Frau Schultheiß, Neukölln, Jansastraße 7. Sprechchor für Proletarische Feierstunden. Donnerstag, den 15. November, Uebungsstunde in der Funkstunde Potsdamer Str. 4 4 Treppen, Kinder fommen um 18% Uhr, Erwachsene un 19½ Uhr. Alle Mitglieder müssen bestimmt und pünktlich er fcheinen. Die Forderungen der Verkehswacht Berlin- Brandenburg. Der Direktor beim Landtag hat der Verkehrsmacht Berlin- Brandenburg mitgeteilt, daß die Eingaben der Verkehrswacht Berlin- Brandenburg dem Ausschuß des Landtages für die Verkehrsinteressen überwiesen wurden. Es handelt sich bei diesen Eingaben bekanntlich um das Verbot der Gehäuserichtungsanzeiger, Abschaffung des Sommerweges und Verbot der Neuherstellung von Asphaltstraßen mit glatter Oberfläche. Die Verkehrswacht Berlin- Brandenburg, deren Geschäfts stelle Berlin SW. 61, Planufer 61, bittet, ihr auf obige Eingaben irgendwie bezügliche Mitteilungen, wie Meldung von Unfällen und dergleichen, zukommen zu lassen, damit die Verkehrswacht den Preußischen Landtag mit weiterem Material versorgen kann. An der Reichsunfallverhütungswoche wird sich die Verkehrswacht BerlinBrandenburg aftiv beteiligen. Warum immer HochleistungsKlasse Spezial- SonderTypen? Wählen Sie den Wagen zum Fahren den unvergleichlichen Adler Standard 6 INTERNATION. AUTOMOBIL- AUSSTELLUNG BERLIN 1928, HALLE I, STAND 11. AUSKONETE. PROBEFAHRTEN. UNTERLAGEN BEREITWILLIGS Adlerwerke Filiale BERLIN LALUANCESTR Kennen Sie schon alle Sorten von MAGGI'Suppen? 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Die von der Jugend angefeste Veranstaltung am Freitag, 16, November, in der Schulaula Zwingliftr. 2, fann nicht stattfinden, weil die Genehmigung aus baupolizeilichen Vorschriften nicht gegeben wird. Die Eintrittsfarten werden von denjenigen gegen Rüdgabe des Geldes entgegen. genommen, von dem die Rarten gefauft worden find. 3. Areis Bedding. Freitag, 16. Ravember, 19½ Uhr, im 2okal Bazenhofer, Chauffeeftr. 64, seismitgliederversammlung. Bortrag: Rommunaler Aufbau". Referent: Stadtverordneter Johannes Haß. Alle Mitglieder des Arcises müssen bestimmt erscheinen. 7. Rreis Charlottenburg. Voranzeige! Sonntag, 18. November, Besuch in Rauen, Besichtigung des Stadt- und Rreishauses, des Stadtmuseums und der Stadt. Vorträge, Gemeindepolitik und Aufgaben des Landkreises. Referenten: Stadtoberingenieur Genoffe Memme und Landrat Siering. Abfahrt 8,10 Uhr Bahnhof Jungfernheide. Anmeldungen beim Obmann des Bildungsausschusses Ahlfeld, Krummeftr. 62 mittels 5- Pf.- Karte. 14. Kreis Neukölln. Die Mitgliederversammlung mit dem Genossen Ernst Peuter als Referenten findet am Mittwoch, 28. November, statt. 16. Areis Röpenid. Donnerstag, 15. November, 191 Uhr, wichtige Kreisvor standsfikung in Söpenid an bekannter Stelle. Tagesordnung: Unsere meltliche Schule. Achtung! Die Gigung der Arbeitsgemeinschaft fozialbemokratischer Lehrer fällt aus. Heute, Mittwoch, 14. November. 14. 6. 19 Uhr Zahlabende bei Gottschalt, Butbuffer Str. 24. Bortrag: Rrantentassenmefen". Referent: Genoffe Sube. Start, Butbuffer Str. 11. Bortrag des Genossen Eedelmener über: Arbeitslosenversicherung. Schulz, Graunstr, 41. Bortrag: Rommunalpolitik". Referent: Friz Drews. 20. Abt. 19 Uhr Rahlabende bei Bontte, Echul- Ede Schwebenstraße. Bose, Solonicftr. 15. Rillner, Kolonie Ede Recliner Straße. Referenten: Franz Repinifi( Ruhrkampf), Baslamzed. Boltersdorf. 33. Abt. 19% Uhr Gruppenversammlungen bei Abraham, Bertalla und Soffmann. Interessante Themen. Die neueingetretenen Mitglieder werden befonders eingeführt. 34. Abt. 19 Uhr Bahlabende in den Comeniusfälen, Memeler Str. 67, 20. fal Cadiner Str. 10 und bei Heese, Memeler Str. 63. Bortrag:„ Dic Perolution 1918 in Wien". Meferent: Dr. Mischler. 76. bt. Dahlem. 20 Uhr bei Schilling, Königin- 2uise- Straße 42. Nähe U.Pahnhof Dahlem- Dorf, Mitgliederversamlung und Zahlabend. 82. Wht. Stealig. 20 Uhr Fahlabende in allen Bezirken in den bekannten Lofalen. 5. und 6. Bezirk tagen zufammen. 7. Beziz! Sübende: TagungsTotal: Lichterfelder Straße 1 Ede Stephanftraße. 83. Abt. Lichterfelbe- Eüb. Der Zahlabend für den Südbezirk findet um 20 Uhr bei Brettschneider, Berliner Str. 123b, statt. Bortrag:„ Der Ruhrkampf und feine Folgen". 85. Abt. Tempelhof. 3. und 4. Bezirk. An Stelle des Genossen Burgemeister referiert der Genoffe Geger über: Der Arbeiter und das Buch". 98. Abt. Neukölln, 19% Uhr Mitgliederversammlung bei Teich, nesebedStraße 135. Bortrag: Partei und Arbeitersport". Bormärtsleser und Snmpathifierende find herzlichst eingeladen. 105. Abt. Adlershof. 19% Uhr bei Schmidtbaner, Bismardite. 74, Mitglieder. nerfammlung. Bortrag: Streit im Ruhrrenier". Referent: Ernst Ruben. Alle Genoffinnen und Genoffen müssen erfcheinen. 106. Abt. Johannisthal. 19% Uhr Berbemitgliederversammlung im Solal Rum Einfiebler", Am Sternendamm. Bortrao:„ Die nädsten Aufgeben der Bartei". Referent: Dr. Julius Moles, MDR. Außerdem Filmvorführung: Im Anfang war das Bort". Vorwärtsieser und Sympathifierende find herzlichst eingeladen. 119. Abt. Lichtenberd. 19% Uhr im Gesangsaal des Cecilien- Enzenms, Rathans ftraße 8, Mitgliederversammlung. Portraa: Rommunalpolitit". Referent: Stadtverordneter Franz Räming. Um pünktliches und vollzähliges Et. scheinen wird arbeten. Heinersdorf. Bünftlich 20 Uhr Rahlabend bei Raddaß, Zininsstr. 60. Vortrag: Pas Wehrproblem unb Gozialdemokratie". Referent: Anton Fischer. Alle Mitglieder müffen erscheinen. 155. Abt. Rarom. 20 Uhr Zahlabend im Lokal Alir, Rum Tankgrafen. Citrolde. 20 Uhr Rahlabend der EPD in Restaurant Lindner, Bahnhofstraße. Vortrag des Genoffen Reißner: Rehn Jahre Deutsche Republik". Morgen, Donnerstag, 15. November. 33. Abt. 20 Uhr Versammlung der Bereinigung für Schul- und Erziehungs. fragen im Beichenfael der Schule, Ehrenbergstr. 24. Frau Rettorin Bär spricht über: Die Erzichung des einzigen Rindes". Parteimitglieder und Freunde, besucht die Beranstaltung. 37. Abt. 19 Uhr bei Pfeifer, Hausburgstr. 2, Funktionärkung. 61. Abt. Friebenau. 20 Uhr Mitgliederversammlung im Gesellschaftszimmer des Ratstellers, am Lauterplak. Vortrag: Die neuen Aufgaben des Reichs. tages". Referent: Carl Litte, MDR. Ane Mitglieder werden gebeten, vollzählig zu erscheinen. Frauenveranstaltungen. 3. Kreis Bedding. Donnerstag, 15. Rovember, 20 Uhr, bei Müller, Ufer ftraße 12, Funktionärinnenfißung. Alle Abteilungen müffen vertreten sein. 7. Arcis Charlottenburg. Von den Abteilungen 53 und 57 fehlen noch immer die Fragebogen. Die Kreisleiterin bittet um umgehende Zusendung. Freitag, 16. November, 19 Uhr, Abteilungsleiterinnenßigung im Jugendheim Rofinenstraße 4. 14. Kreis Reuiölln, Freitag, 16. November, 19% Uhr, bei Gimon, Berthels dorfer Str. 9, Funktionärinnenfigung. Begen sehr wichtiger Tagesord nung müssen alle Funktionärinnen erscheinen. 136. Abt. Reinidendorf- Dst. Donnerstag, 15. November, 20 Uhr, in der Barade Frauenabend. Unsere Genoffin Klara Bohm- Schuch, Md. fpricht über: Das Wirtschaftsgelb der Frau". Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen mird gebeten. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 7. Kreis Charlottenburg. Freitag, 16. November, Sigung der Helfer der Arbeiterwohlfahrt um 20 Uhr im Rathaus, Charlottenburg, Berliner Straße, Sigungszimmer 2. Auch die parteigenössischen Wohlfahrtspfleger find hierzu eingeladen. Genoffe Judrian vom Landesarbeitsamt spricht über das Arbeitslofenversicherungsgefez. Vollzähliges Erscheinen der Genoffen wird erwartet. 12. Kreis Steglig. Achtung, Helfer und Helferinnen der Arbeiterwohlfahrt! Freitag, 16. November, um 20 Uhr, im Rathaus Steglig, Gigung. Bortrag des Genoffen Kürschner, Gefängnispfarrer in Tegel über: Die Aufgaben Film- und Vortragsabend mit packendem Programm veranstaltet vom Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt, SW. 68, Lindenstraße 3.- Bezirk Kreuzberg: Donnerstag. den 15. November, 19,30 Uhr( pünktlich), bei Rabe, Fichtestr. 29-1. Rezitation, Margarete Merrbach: Aus der Ballade aus dem Zuchthaus"( Oscar Wilde). 2. Ansprache. Regierungsrat Krebs:„ Das Los der Strafentlassenen". 3.„ Die Ausgestoßenen"( Martin Berger- Film). Eintritt 25 Pfg. Für Inhaber eines Loses der Arbeiterwohlfahrt- Weihnachtslotterie" frei. Eintrittskarten und Lotterielose zu haben an den Abendkassen. der sozialen Gerichtshilfe". Auch die parteigenössischen Wohlfahrtspfleger werden gebeten zu erscheinen. Zahlreiche Beteiligung erwünscht. 20. Kreis Reinidendorf. Freitag, 16. November, 20 Uhr, Sigung aller Funktis. Hauptstr. Werbebezirk Brenzlauer Berg: Sonntag, 18. November, pünktlich 19 Uhr, findet im Heim Danziger Str. 62 der Lichtbilderabend:" Reise durch das Lappland", Genosse Biging, statt. Wir erwarten, daß die Gruppen zu diesem Abend restlos erscheinen. Alle anderen Veranstaltungen fallen aus. Berbebezirk Tiergarten: Unsere Veranstaltung:„ Unter dem Sozia listengeses", Freitag, 16. November, in der Aula der Kirschner- SchuleSwingliftr. 2, muß ausfallen, da die Theaterpolizei den Gaal gesperrt hat. Die bereits gelösten Einlaßtarten werden von allen Funktionären auf den Parteiabenden und unseren Gruppenabenden wieder eingelöst. Sozialistische Schülergemeinschaft, Arbeitsgruppe Reukölln: Bon 19-21 Uhr, Vortrag: Körperkultur". näre der Arbeiterwohlfahrt im Rathaus, Reinidendorf, Saupti. 38, Vorträge, Vereine und Versammlungen. Caal 17. Auch die parteigenössischen amtlichen Wohlfahrtspfleger find hierzu eingeladen. Referent: Stadtrat Secht über:„ Aufbau der kommu nalen Wohlfahrt". Sahlreiche Beteiligung dringend erwünscht. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde: Kreis Kreuzberg. Unsere Sauptprobe ist heute, Mittwoch, 14. Rovember, 17-19 Uhr, Rabes Festfäle, Fichteftraße. Berbebezirk Besten. Donnerstag, 15. November, pünktlich 20 Uhr, im Jugendheim Charlottenburg, Rofinenstr. 4, Borbesprechung zum Selferfurfus. Alle westlichen Arcise müssen vertreten fein. Jungjozialisten. Gruppe Baumschulenweg. Alle Genossen beteiligen sich heute Mittwoch an der Mitgliederversammlung der Partei. Borher um 19% Uhr treffen wir uns im Heim zu einer Besprechung. Pünktlich erscheinen. Geburtstage, Jubiläen usw. 18. Abt. Unserem Genoffen Albert Meißner und feiner lieben Gattis zur Silberhochzeit die herzlichsten Glückwünsche. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei Organisation 29. Abt. Am 11. Ronember verstarb unsere langjährige Genessin guise Bent, geb. Moebit, Stargarder Str. 38, nach schwerem Leiden. Ehre ihrem Andenken. Einäscherung am Donnerstag, 15. November, 17% Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Wir bitten um rege Beteiligung. SAJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Einsendungen für diese Rubrif sur en bas 3agenbfefreieriet Berlin S 68, Lindenffraße 3 Die Monatsprogramme für Dezember müssen umgehend abgegeben werden! Die Berichtsbogen für das 3. Quartal milffen von den Abteilungen Adlers hof, Buch, Buchholz, Reinickendorf- West, Schöneberg I, Sentrum, Spandau, safort abgegeben werden. Heute, Mittwoch, 19% Uhr. Rosenthaler Borstadt: Bibliothelausgabe in der Schule Gipsstr. 23a, von 19-20 Uhr. Weften: Heim Bülowstr. 88. Bortrag: Unsere Jugend organisation". Artonaples: Revolutionsfeier mit anschließender Wimpel meihe. Bedding: Heim Tuziner Ede Seestraße. Bortrag: Revolution oder Evolution?" Sumannplag: Seim Sonnenburger Str. 20. Bortrag: wede und Ziele des Arbeitersports". Reichenberger Biertel: Sein Briger Straße 27-30. Bortrag: Handwerksburschenromantit". Charlottenburg- Nord: Heim Olberstraße( Städt. Spielplas). Bortrag: Der Jugendliche in der Gesellschaft".( I. Teil.) Tempelhof: Seim Lnzeum Germaniaftr. 4-6. Bortrag: Erlebnisse eines Arbeiterrats aus der Revolutionszeit". Reukölln IV: Heim Schierkeftr. 44. Vortrag: GAJ. und Gewerkschaften". Bohnsdorf: Seim Wachtelstr. 1, bei Mohr. Vortrag: Der Böllerbund". Friedrichsfelde: Seim Schloßftraße Ede Alt- Friedrichsfelde. Mitgliederversammlung. Lichten berg- Mitte: Seim Doffeftr. 22. Außerordentliche Mitgliederversammlung. Erfcheinen aller Genossen ist der wichtigen Tagesordnung wegen unbedingt Pflicht. Reu- Lichtenberg: Heim Sauffstraße. Bortrag: Die Errungen schaften der Revolution 1918". Sichtenberg- Weft: Heim Echarnweberstr. 29. Bortrag: Behn Jahre Republik". Berbebezirk Zeltowianal: Wanderleiter. Unser Rurfus findet nicht Ratt. Wir beteiligen uns an den Groß- Berliner Banderl. Beranstaltungen, Räheres durch Rundschreiben. " Sozialistische Schülergemeinschaft Webbing: 17-19% The Aussprache abend. Unsere Arbeit an den Schillern." Alle Genossen und Genoffinnen, die eine höhere Schule des Bezirks Bedding befuchen, find dazu eingeladen. Funkwinkel. Für Junge Dichter" fegte sich Alfred Kerr ein. Mit per sönlicher Begeisterung, aber mit fritischem Zweifel. Schon zu oft hat Jugend im letzten Jahrzehnt enttäuscht. Bird Erich Howe die Erwartungen erfüllen, die Alfred Kerr in ihn fezt? Vielleicht jagte Kerr selber. Homes, Drama der Gegenwart" scheint ihm bedeutend durch den Stoff und die Art, wie dieser dramatisch aufgefaßt ist: ein junger Mensch spaltet sich in seine verschiedenen Bewußtseinsempfindungen, so daß alle verförpert gegeneinanderstehen. Das ist breit ausgesponnen, zu breit und zu kompliziert, als daß es überhaupt die Möglichkeit zu einer Bühnenaufführung in dieser Form böte. Kerr las Bruchstücke, die aber eigentlich wenig von dem Berk erkennen ließen. Man empfand nur, daß es in einer fympathisch einfachen Sprache geschrieben ist. einfachen Sprache geschrieben ist. Unverfünftelte Ausdrudsform zeigten auch die Gedichte von Erich Friese und Hans Jürgen Wille, die Kerr dann sprach. Ein Orchestertonzert wurde im internationalen Programmaustausch aus Prag übertragen. Die ausgezeichnete Kapelle des Radiojournal Prag und Solisten brachten immer mirtungsvolle bodenständige Mufit von Rovat, Doorát und Smetana. Tes. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". 99 Gefchäfts ftelle: Berlin G. 14, Gebastianstr. 37/38, Sof 2 r. Donnerstag, 15. Rovember. Charlottenburg. Turnen in der Turne halle Schillerstr. 26. Rarlshorst. 20 Uhr Monatsversammlung in Rarlshorst, Deutsches Haus. Vortrag: Ramerad Georg Walther. Freitag, 16. Rovember. Steglig( Ortsverein), 20 Uhr allgemeine FunktionärverfammTung bei Gdyulz, Birkbuschyftr. 90. Wichtige Tagesordnung. Baumschulen weg. 20 Uhr Jugendversammlung int Lokal Haß, Baumschulenstraße. Kreis Westen. Die Radfahrer sämtlicher Ortsvereine fahren gemeinschaftlich am Sonntag, 18. November, nach Falkensee. Abfahrt 12 Uhr vom Reichstanzlerplay. Wintersport- Abteilung. 14tägige Weihnachtsfahrt nach Tirol. Gesamtpreis 120 M. Nur noch wenige Bläge frei. Anmeldungen find fofort zu richten an das Ganbureau, Gebastianftr. 37-38. Donnerstag, 15. Rovember. Friedrichs. hain. Rameradschaft Frankfurt. 20 Uhr Rameradschaftssigung bei Bombe, Boigtfiraße 25, Vortrag. Wilmersdorf. Kameradschaft West. 20 Uhr wichtige Bere fammlung bei Sandmann, Westfälische Str. 42. Romames. 20 Uhr Antreten in Bundeskleidung im Restaurant Sur Friedensburg". Freie Sochschule. Donnerstag, 15. November, 20 Uhr, Brinz- Louis- Ferdi. nand- Straße 2, I, Bortragsfaal bes Begetarischen Restaurants. Dr. med. et jur. Rudolf Bußmann: Zungenleiden, neue Betrachtungen und Wege ihrer Be. handlung". Gäfte witfommen. Gesellschaft für Sexualreform Bund für Mutterschuh. Freitag, 16. No. sember, 20 Uhr, im Bürgerfaal des Berliner Rathaufes, Rönigstraße. Dr. Georg Löwenthal spricht über: Gegualverbrechen". Eintritt 70 Pf. Mitglieder 30 31. Reutölner Tierschutzverein E. B. Geschäftsstelle Neukölln, Berliner Str. 58. Mittwoch, 14. November, 20 Uhr, Bürgerfäle Neukölln, Bergstr. 147. Bortrag des Tierarztes Dr. Schömann: Saltung und Pflege der Saustage". Dis. tuffion: Rakenhaltung auf den Laubenkolonien. Eintritt frei. Tierfreunde und Laubenkolonisten willkommen. Wetterbericht der öffentlichen Weilerdienststelle Berlin und Umgegend. ( Rachdr. verb.). Unbeständig mit etwas Regen. Ein wenig fübler. Für Deutschland: Beftostwärts fortschreitende geringe Abkühlung mit etwas Betterbesserung. Weihnachtsausstellung bei Wertheim. An den Schaufenstern der Firma Bertheim, Leipziger Straße, schiebt sich eine schaufustige Menge von groß und flein. Die ganze Front ist jetzt für das Meine Bublifum dekoriert. Da gibt es Jazzbandkapellen, japanische Teehäuser samt Insassen, Russentänzer, eine Landschaftsszenerie mit Wochenendhäuschen und allem Drum und Dran, da gibt es Sport, Spiel und Tanz, kurz, die ganze Welt der Großen ist mit Miniaturmaßen für die Miniaturmenschen zurechtgezimmert worden. Und drinnen im großen Lichthof des Hauses, da tut sich dann erst so richtig die Bunderwelt der Kleinen auf. Eine große, bunte Revue all der lieben Gestalten, die die kindliche Gedankenwelt erfüllen. Zwerge und Riesen sind da, allerlei lustiges Getier und noch luftigere Kasperles, Püppchen in allen möglichen Kostümierungen, Heren, Teufel und Engelein, jedes in der für ihn bestimmten Szenerie. Da flappern Windmühlen, da blüht eine Wiese, alles lebt und blüht, fraucht und hüpft und ruft: Spiel mit mir! Und über all der Herrlichkeit, da steht der gute Weihnachtsmann im Riefenformat mit einem übervollen Sac auf dem Budel. Er ist so groß und er trägt da so viel, daß man meinen muß:„ Da tommt aber doch bestimmt ein Jedes dran!" Es wird halt wieder beim bloßen Bewundern bleiben müssen? Der Alte äußert sich nicht meiter zu dem Fall. Er steht da und läßt sich einfach bestaunen und das gelingt ihm in reichem Maße. NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN Regelmäßige direkte Abfahrten nach CANADA Nähere Auskunft über Einreisebedingungen u. Abfahrten erteilt Berlin: Norddeutscher Lloyd, Agentur Berlin G. m. b. H., Unter den Linden 1( Hotel Adlon). Fernspr. Zentrum 12 230 u. 12 231. F. Montanus, Generalvertretung des Norddeutschen Lloyd, Invalidenstr. 93( zwischen Lehrter und Stettiner Bahnhof), Fernspr. Norden 12 241 u. 7916. Weltreisebureau„ Union", Unter den Linden 22. Potsdam: E. Rössler, Brandenburger Str. 32. ՎՈՂ GARBAT ARBATY 911C CARBATY GARBAT KUR MARK CIGARETTEN Sube IHR HERREN als Beherrscher der Technik! 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November, secitar plöglich und unerwartet in folge Serafchlages unjer treues Ber Barbsmitglied, ber Bugführer a. D. Gottlieb Eichelbaum Einheitsverband her Eisenbahner Deutschlands Detsgruppe Berlin Die Beerdigung findet am Donners tag, dem 15. November 1928, 15 Uhr, out bem Friedhof Marienbor. Ei fenacher Straße, ftatt Danksagung. Für die Beweife herzlichfter Teil nahme beim Heimgange meiner Heben Geitin und Mutter Blumenspenden jeber Art tefect preis meti Paul Golletz. Ssent. Robart Meye Mariannenstraße 3, Gde Raunynfraße At Morinol 109 03 esonders wirksamt sind die KLEINEN ANZEIGEN im Verwärts" und trotzdem Allgemeine Ortskrankenkasse Berlin- Wilmersdorf. Die Bertreter der Arbeitgeber und Berficherten im Ausius merben hiermit gemäß§ 95, bfas 1 bez Sagung zu einer ordentlichen Ausschuß- Sigung am Dienstag, bem 27. November 1928, abends 8 Uhr, im Reftaurant Tübinger Hof", Berlin- Wilmersdorf, Raiferplag 19, mit der Bitte, pünktlich zu erscheinen, ergebenft eingeladen. Tagesordnung: billig Fellfegung des Boranschlages für Sex Sollegen, Freunden und Be fannten bie traurige Nachricht, daß unfere einzige innigftgeliebte Tochter und Schwefter Erna am Sonntag, bem 11. Stavesaber, in blühenden Alter von 19 Jahren aus bem Zeben gefchieben ist. Se tiefften Schmerz Alwin u. Anna Rennau. Willy, als Bruder. Schöneberg, Luitpoldstr. 15. Eindicherung: Freitag, b. 16. Nov., 13( nam. 1) Uhr, im rematorium Wilmersdorf, Beziiner Str. 101, 19,501 326,151 Verkäufe das Jahr 1929. 2. Bahl der Rechnungs Brüfungs Tommiffion für den Rechnungs abschluß des Jahres 1928. 5. Beschlußfaffung über ben evtl. Beitrift zum Abkommen über den Aus fauf freiwilliger Mitglieder. 4. Mendering der Dienstordnung§§ 5, 6, 16. 5. Berschiedenes. BIR.- Wilmersdorf, b. 12. Ston. 1928. R. Engelharbt F. Biemann Borsigender. Schriftflihzer. 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Seit seinem Bestehen zum erstenmal wird der Haushaltsausschuß in der laufenden vierten Wahlperiode in der Belegung von 35 Mitgliedern tagen. Die Bermehrung ven 28 auf 35 Mitglieder ist dadurch notwendig geworden, daß der Rechmingsausfdjug aufgehoben und die Aufgabe der Rechnungsprüfung Dem Haushaltsausschuß übertragen worden ist. Der Ausschuß wandte sich zunächst der Erledigung geschäftlicher Dinge zu, und es fiel allgemein auf, mit welcher Schärfe die Deutfcnationaleh Regelungen widersprachen, die bisher tets anftandslos und unter ihrer vollsten Zustimmning getroffen wor ben waren. Nach längerer Debatte wurden jedoch mit großer Mehrheit alle Borichage des Borsitzenden genehmigt und. a. 3 wei andige Unterausschüsse eingefeßt, von benen der eine als ftändiger Unterausschuß fungieren und alle ihm vom Blenum tes Ausschusses zugewiesenen Angelegenheiten vorberaten soll, während der zweite die Rechnungsprüfung für den Haushalts cusschuß vorzubereiten haben wird. Im weiteren Verlauf der Gihung besprach der Ausschuß in vertraulicher Verhandlung einige ihm von der Reichsregierung zugeleitete Borlagen. Besprochen wurde ferner auf Befürwortung des Außenministers Dr. Stresemann und Dr. Breitscheid( Soz.) die sogenannte Emelia- Angelegenheit. Reichsfinanzminister Dr. Hilferbing legte dar, daß es fich nicht um die Subvention eines notleidenden Unternehmens handelt; die finanzielle Auswirkung sei gering, bedeutend aber die polittiche. Sie molle nerhindern, daß in der Filmindustrie fich ein Monopol herausbilde. Deshalb wünsche die Regierung die Gelegenheit zu benutzen, die ihr die Abwidfung der Phoebus Angelegenheit gewähre, einen bestimmenden Einfluß auf die Emelfa Bu gewinnen. Redner legt bar, wie es jetzt möglich fel, dem Reiche unter Beitritt zu einem Boot eine Beteiligung von etwa 80 Broz. zu sichern mit etwa nur zwei Millionen Reichsmart neuer Aufwenbungen des Reiches. Kulturpolitisch jet das mitig. Gin finanzielles Intereffe liege bei den Herren, mit denen das Reich aufammengeben molle, nicht vor: fie hätten die Möglichkeit, heute chon mit bem Ausland abzuschließen, wenn das Reich sich nicht entfchließe. Abg. Dr. Cremer( D. Bp.) bemerfte, daß das Reich mohl ein staats- und kulturpolitisches Intereffe an dieser Transaktion habe. Er fürchte aber, daß das Reich später weitere Attien überehmen müsse, da bisher nur 47% Broz. des Aktienbefizes Reichs eigentum fei. Abg. Ersing( 3) gab der Befürchtung Ausdruck, bak wegen der mangelnden 3% Broz. an der Mehrheit der Attien bas Reich vielleicht später noch übervorteilt werden könne. Das Reich müsse versuchen 50% Broz zu bekommen, wie beim Radio. An sich sei ein Einfluß des Reiches auf den Film wünschenswert; es muffe eine Sidherung gegen Mißbrauch getroffen werden. MerEin Philosoph. , Da enfrüften sich die Leute über die Aussperrung. Bersteh ich nicht. Ich tu seit Jahren nifcht und fühi mich großartig dabei..." Außenpolitik im Unterhaus. Lloyd George greift an- Baldwin verteidigt sich.- Wortwechsel über die Rheinlandräumung. Condon, 13. Jovember.( Eigenbericht.) Die große Ausjprache über die Bolitit ber fon fervativen Regierung wurde am Dienstag im Unterhaus mit einer Nede Lloyd Georges eröffnet, die den liberalen Expremierminister in seiner besten Form zeigte und eine vernichtende Kritik der jüngstent außen politischen Attionen der Regierung Baldwin darstellte. Blond George bezeichnete eingangs den Flotten paft mit Frankreich als einen bedenklichen Kommentar zu den Locarne Berträgen, deren wirl her Bert lediglich aus ihrer Wirtung auf das Entwaffnungs problemt erkannt werden würde. Seil Cocarno fel die Bewaffnung Frankreichs, Jaliens und Großbritanniens nicht vermindert, fondern vermehrt worden, Lord George triliterie botn die Art und Weife tes Zustandekomments biefes Stompromiffes und stellte insbesondere felt, daß es die Regierung nicht einmal für notwendig gehalten habe. Dartschland com Buffandekommen diefes Sonpromiles au verstän Digen. Gelbst mer das Flottentompromis aufgegeben fel, muffe Abg. Dr. Quae( Drat): Man walle das Filmmesen join the Regierung für ein gut Teil der in der Welt ontstarbenen Miß foaiaftae fieren. Das Laufe auf eine parteipolitische Ausnuzung des Films polemit gegen die Regierung war beimbers mirtingsboll, els er bie barständnisse verantwortlich gemacht werden. Bloyd Georges hinaus, wie die des Radio, für die der Reichsinnenminifter einen Bemets geliefert habe Die Weberitembungsgefahr diefer Aftien in der Frage ber ausgebildeten Refers en beturteilte und von Großbritannien Frankreich gegenüber gemachten Rongeffionen jei bis 1931 ja ausgefchloffen. Er halte einen Befchluß in diefem der Auffaffung Ausdrud verlich, daß diefe Konzeffionen im Gegen Augenblid file unmöglich, er würde eine Unterböhlung des Berta faz zu den feinerzeit in Bersailles abgegebenen Bersicherungen Auf eine Anfrage des Abg. Beicht( Bayer. Bp.) teilte Reichs finanzminifter Dr. Hilferding die Bestimmungen des Vertrages mit dem Konfortium mit, die dem Reiche sein Bestimmungsrecht in dem Aufsichtsrat und in der Leitung fidere. Abg. Dr. Schreis ber( 3.) permißte die Auseinandersetzung der fulturpolitischen Ge fichtspunkte, die für diese Erwerbung maßgebend seien. mentes bedeuten. stehen. Bor Beginn der außenpolitischen Debatte hatte der Abgeordnete der Arbeiterpartei, Kennworthy. die Regierung hinsichtlich der im Rheinland ergangenen friegs. gerichtlichen Urteile wegen Singens von Deutschland über alles" interpelliert. Der Kriegsminister ftellte in feiner Antwort fest, daß ber Bevölkerung von der Britischen Armee feine derartige Beschränkung auferlegt jei. Die bestehenden Rege lungen feien von der interallilerten Rheinlandtommnission vorgenommen und bereits furg nach Schaffung diefer Kommiffion in Strajt gelegt morden. Auf Grund von deutschen Borstellungen feien febody im Jahre 1924 gewisse Erleichterungen eingetreten.( Aber Berurteilungen sind dennoch gerade von Britijden Kriegsgerichten erfolgt, weil in Wiesbadener Bokalen die Nachricht der Bandung des Zeppelins in Latehurst mit dem Deutschland- Lieb begrüßt wurde! Red.) Reichsinnenminister Severing erwiderte auf die Borredner, in der Kriegszeit habe das Reich sich bereits an Filmgesellschaften beteiligt.( 3uruf des Abg. Dr. Quaetz( Dnat.): Haben wir Krieg?) Die fulturelle und staatspolitische Einwirtung ist heute noch mindestens ip notwendig wie in der Kriegszeit, uns so eine Notwehr gegen Privathonsole unb einen gettigen Schuß zur Sicherung der Republif zu verschaffen und versuchen, die Filme auf ein höheres fünstlerisches Niveau zu bringen. Die Filmbarbietungen der legten Jahre sind nicht beffer geworden, In das klagelied der späten Information tönnte ich einstimmen. Die beiden federführenden Refforis find das der Finanz und der Wirtschaft. Ich habe aber gern die Gelegenheit ergriffen, mitzutun, denn das Reichsministerium hat auch die Aufgabe, dafür zu sorgen, daß die Bildungsmöglichkeiten in jeder Beise einmal an das Reich herangebracht werden und die Sicherungen gegen Mißbrauch weit genug gehen. Ich bin auch erst aestern mit der Sache beschäft at worden, aber ich stehe auf dem Standpunkt, baß, wenn der große 3wed erreicht wird, psychische Sicherung der Republit, staatspolitische Sicherung und kulturelle Sicherung, darf antwortete: Wir hatten gewünscht, die Länder mit allgemeiner man nicht bei jedem geschäftlichen Unternehmen nach dem Ur Dienstpflicht zu unserem Standpunkt zu belehren. Es sind forungszeugnis fragen, sondern darauf aufmerksam machen, welchen teine Anzeichen dafür vorhanden, daß uns dies gelingen wird. Bert eine folche Einrichtung hat. Bom Standpunkt meines Refir tönnen feinen Zwang ausüben, wir fönnen es nur durch lleberforts begrüße ich die Borlage, die eine Filmpolitit des redung verfuchen. Frankreich betrachtet die allgemeine Dienstpflicht Reiches ermöglicht. Diese wird feine Sozialisierung fein und als mesentlichen Teil der Demokratie. Ste ist in der Zeit der Revo feine Beeinfluffung zu parteipolitischen Zwecken. Und wenn auf lution entstanden. Das„ Bolt in Waffen" wurde von dem großen meine Rede im Radio angespielt wurde, so möchte ich bemerken, Gozialistenführer in Frankreich, Jaurès. befürwortet. Frankreich ß ich mit dem Reichspoftminister eine politische Funt wehrt sich gegen den Gedanken eines kleinen Berufsheeres nicht stunde verabredet habe. bie fünftig allen Barteien ohne An- nur im Hinblid auf auswärtige Feinde, sondern auch aus griffe auf die anderen Parteien zur Verfügung stehen wird. Besorgnis vor einem Staatsstreich. ( Ruruf bei den Kommunisten: Mit Ausnahme der Kommunisten?) Benn Sie für die Sowjet- Republik Propaganda treiben wollen, wird Ihnen die Filmzenjur das nicht erlauben. Wenn aber das Reichsinnenministerium fünftig durch diesen Vortrag eine Einflußnahme auf die Filmproduktion hat, wird dieser nicht in einFilm auf größere fünstlerische Höhe gebracht werden. Die weitere Ausfprache beschäftigte fich mit den Grenzen, die einer Filmpolitik des Reiches gezogen sind. Nach weiterer teil meifer vertraulicher Aussprache wurde die Fortsetzung der Besprechung und die Beschlußfassung auf Mittwoch vertagt. Glückwunsch des Reichstags. An Deutschöfferreich. Dem Präsidenten des Nationalrates in Wien, illas, ist folgendes Telegramm zugegangen: Aus Anlaß des zehnjährigen Gründungstages der Republik Defterreichs sendet im Gefühl trener Stammesverbundenhelt und in der Gewißheit einer gemeinsamen Zukunft unseres Bolles herzlichen Paul Cobe, Reichstagspräftbent. Gludrunid Baldwin Die ganze Arbeit des Rompromiffes ist umsonst gewefen, und die erreichte Bereinbarung ift jegt fallen gelaffen worden. wir haben alles wieder von vorne Truppen allein würde die Schwierigkeiten vielleicht noch vere mehren. Aber ich glaube, es besteht eine wirtliche hoffnung darauf, daß diese Frage in nicht allzu langer Zeit ge regelt wird. Die Räumung ist nach Ansicht gewiffer Signatarmächte eng verbunden mit der Reparationsregelung. beabsichtigt gewejen, daß die gesamten Reparationsverpflichtungen Lloyd George fagle: Das steht nicht im Verirage. Es ist niemals vor der Räumung des Rheinlandes erfüllt fein follten.( Swifchenruf: Wer hat denn das auch behauptet?) Die einzige Frage ist, ob Deutschland seine Verpflichtungen gemäß dem Friedensvertrag erfüllt. In dem Augenblid, wo wir feffgefiellt haben, daß es sie erfült, waren wir zur Räumung verpflichtet. Baldwin erwiderte. Es ist in Frage gestellt worden, ob DeutschLand feine Berpflichtungen erfüllt. Ich lage nicht, boß wir biefe Auffoffung auch nur einen Augenblid geteilt haben(!?) Jch weise nur berauf hin. Die vorgesehenen Ausfülle follen jeg ernannt werden, und ich glaube, fo meit gehen zu tönnen, au fagen daß im fetzigen erften Stadium ber Berhandlungen zwischen ben Mächten über diese Frage ein Geift und ein Wunsch gezeigt morden ist, eine Regelung zu erreichen, die, wie ich hoffe, das letzte förende Ueberbleibsel her Striegszeit burd die Räumung des Rheins fandes liquidieren wird merita durch das Kompromis entstandene mitrauen. Der Schluß der Rede Baldwins bezog sich auf das in nachdem Präsident Coolidge davon gesprochen hat, daß Europa und den Vereinigten Staaten besteht, scheint es mir richtig. Mangel an gegenseitigem Berständnis zwischen mich darüber zu äußern. Ich glaube, Präsident Coolidge hat recht. Ich bedauer e es tief, aber die Ursache zu nennen ist sehr schwer. Alle europäischen Staatsmänner haben sich daran gewöhnt, in Genf zusammenzufpmmen und dort Aussprachen zu habent, durch die fie ihre gegenseitigen Ansichten erfahren. Die amerikanischen Staatsmänner tennen die europäischen Staatsmänner nicht, und die europäischen Staatsmänner fennen die amerikanischen nicht. Wir verfehren nur auf telegraphischem Wege miteinander. Unter solchen Umständen ist es viel schwerer, zu einer gegenfeitigen Berständigung zu fommen. Die Nobelpreise für Literatur. Bergson und Undset. Die schwedische Akademie der Wissenschaften hat den Nobelpreis für Literatur für das Jahr 1927 dem Mitglied der Academie française enri Louis Bergson und den Literatur- Nobelpreis für 1928 der norwegischen Dichterin Sigrid Undset zuerfannt. Wenn der Franzose Bergson einen Teil des Preises erhielt, so wird durch diese Ehrung nicht ein Mann belohnt, der zu ben phantasievollen Schriftstellern, zu den Lyrifern, Erzählern ober Dramatikern gehört. Doch Bergfon ist ein Psychologe der Phantasie. Obwohl er es leugnete, ist er ganz abhängig von jener fantischen Intuitionslehre, die in dem Denter alle Erfindungstraft ansiedelt und nicht die Realität der gegebenen Welt als die Urmacht anerfennen will, die erst die Gebanten des Menschen befeuert. Die Fragestellung lautet bei Bergfon genau wie bei Rant: Sind bie Gedanken eher als der Denker, ist das Licht eher als das Auge? Dieses logische Problem wird von Bergson vielfach ästhetisch variiert int feinen Werfen Die unmittelbaren Gegebenheiten des Gewiffens" und„ Die schöpferische Evolution". Bergfon ist übrigens Er fam, wie die große Forscherin Madame Curie, aus Warschau nach Paris und wurde dort ansässig und berühmt als ein fehr geistreicher Erzieher der philosophischen Jugend und außerordentlich graziöfer Stilist. anzufangen. Baldwin bestritt, daß die Besprechungen sich gegen tein reinblütiger Franzose. irgendein anderes Land gerichtet hätten. Er erklärte weiter: In der Rheinlandfrage ist die britische Haltung immer die gleiche gewesen und wir wünschen, daß das Rheinland geräumt werde, aber wir können die Räumung nicht erzwingen. Eine Zurückziehung der britischen Mondnacht.1 Uraufführung in der Städtischen Over. Mondnacht", Oper in drei Aflen von Julius Bittner Trog unabweisbaren Einwänden ein bühnenwirksames Wert, wenn auch nicht in allen Tellen gleichwertig. Am zweifellosen Erfolg hat die Wiedergabe entscheidenden Anteil. Zum Schluß zahllose Hervorrufe file den Dichtertomponisten, für Bruno Batter, Martin und alle Hauptdarsteller, voran Fidesser. Bericht folgt, R. P. Die Normegerin Sigrid Undset ist die zweite standinavische Frau, die den literarischen Nobelpreis empfängt. Seitdem Ellen Ren tot ist und auch Selma Lagerlöf nur noch von ihrem alien Ruhme lebt, geriet Sigrid Unblet immer mehr in den Bordergrund. Sie ist heute eine Frau von ungefähr 45 Jahren. Es wird erzähit, daß sie früh die Notwendigkeit fennenlernte, ihr Leben felbft zu ver dienen. Schon als Sekretärin in einem Industrieunternehmen schrieb fie ihre ersten Erzählungen, besonders Kindergeschichten, die viel Beifall fanden. Den größten Erfolg, der auch über die norwegische Grenze hinausging, erwarb fie mit ihrer Romantrilogie Kristin Lavranstochter". Die Begebenheiten spielen zwar im 14. Jahr hundert, doch sind sie mur ein Mittel, um die sozialen Probleme unserer Zeit 3 flären. Die fanatische Frauenrechtlerin Sigrid Undset entwickelte sich immer mehr zur Propagandistin für geruhias Bürgerlichkeit. Sie haben es gewollt! Die Konsequenzen des Ruhrkampfes. Wir wollen hoffen, daß die Vermittlungsattion strieren, daß sie die Herren im Hause sind. Sie wollten das des Düsseldorfer Regierungspräsidenten von Erfolg gekrönt Schlichtungswefen ad absurdum führen und damit den wird und die Unternehmer zu den tarifvertraglich Nachweis liefern, daß der Staat ihnen sonst was fann. Die festgelegten Arbeitsbedingungen wieder die Unternehmer müssen jetzt die Konsequenzen ihrer HerausBetriebe öffnen. Unabhängig davon kann das Rechtsver- forderung tragen. fahren weitergehen, einerseits die Klage der Unternehmer gegen die Rechtsgültigkeit des Schiedsspruchs, andererseits Die Auswirkungen auf die Reichsbahn. die Klage der Gewerkschaften auf Schadenersatz. Ob darüber hinaus auch die Arbeitszeitfrage vorweggenommen wird, ist nicht ausschlaggebend. Jedenfalls sind Borschläge wie der, den die ,, Bossische Zeitung" wiedergibt und der von einem rheinischen Unternehmer der verarbeitenden Eisen industrie ausgeht, wonach der Schiedsspruch einfach als nicht eristierend angesehen, die Lohnerhöhung halbiert wird, nicht diskutabel. Grotest mutet ein zweiter Vorschlag an, der in demselben Blatt veröffentlicht wird, wonach man ,, in beteiligten Kreisen" glaubt, daß die Unternehmer die AusSperrung aufheben, die Gewerkschaften ihre Mitglieder zur Wiederaufnahme der Arbeit auffordern würden, weil durch das Urteil der ersten Instanz ein Streitobjekt zunächst nicht mehr vorhanden ist." Nachdem am Tage vorher der Redner der Kommu nisten gegen das Schlichtungswesen zu Felde gezogen war, hat in der gestrigen Debatte der Redner der Deutschnationalen, dem die Kommunisten in andächtiger Stille zuhörten, für die Streiffreiheit eine Lanze gebrochen. Bielleicht engagiert die KPD. Herrn v. Lindeiner als Redner in den„ oppofitionellen" Versammlungen, wo es gilt, gegen die Gewerkschaften zu Felde zu ziehen. Dieses fommunistisch- deutschnationale Zusammenspiel überrascht schließlich niemand mehr. Daß die Unternehmer auf jeden Fall aussperren wollten, um zu demonstrieren, daß sie allein Herr im Hause find, daß niemand, meder der Staat, noch die Gewerkschaften, noch die Arbeiter als Einzelperson da mit zureden haben, geht ja mit aller Deutlichkeit hervor aus der von dem Reichsarbeitsminister Genossen Wissell zitierten Bergwerks- Zeitung" vom 30. Oftober. Da wurden drei Möglichkeiten erörtert: 1. Es wird die Verbindlichkeitserklärung nicht ausgesprochen. Es würde ein tarifloser Zustand dann eintreten, Effen, 13. November. Abgesehen von der verminderten Personenbeför derung durch die Reichsbahn, leidet der Güterverkehr durh die teilweise oder gänzliche Stillegung großer Werke außerordentlich. Von den 1600 Güterzügen, Sie sonst täglich laufen, fallen jetzt 200, alfo 12% Proz. aus. Der Versand von den sogenannten Hüttenstationen, von denen vorwiegend Produkte der Hütten- und Eisenwerte abtransportiert werden, ist um 50 bis 75 Proz zurüdgegangen. Die Großraumgüterzüge mit den modernen 50 bis 60- Tonnen- Wagen sind zuerst ausgeschaltet worden. Auch die übrigen Wagentransporte haben um 15 Broz. abgenommen, da auf alien Gebieten angesichts der ernsten Lage Einschränkungen vorgenommen werden. Die Geschäftsreisenden arbeiten jetzt zum großen Teil vergeblich. Der Gesamtrüdgang im Versand deläuft sich im ganzen hiesigen Bezirk auf 18 bis 20 Proz. Auch Klöckner hat ausgesperrt. | Rino und Klaffenbewußtsein. Vor dem„ Erzelfior- Kino" in Neukölln stehen zwei alte 3ett verteiler, froh, daß sie endlich wieder einmal Gelegenheit hab ein paar Groschen zu verdienen. Das Theaterpublikum bildeten her Bürger und Proleten. Aber merkwürdig, seitdem jene Zet verteiler vor diesem Lihtspielhaus stehen, besucht kein Arbei mehr das Kino. Man beobachtet, daß der einfach gefleit Mann den zugesteckten Bettel lieft und Kehrt macht, während beffergekleidete„ Bürger" den Bettel wohl durchlieft, ihn aber fortw oder ruhig in die Tasche versenkt, um sich der Theaterkaffe zu wenden. Der kritische Theaterbefucher merkt sofort, daß da etwas ni in Ordnung ist. Und was steht auf diesen Zetteln? In den neueröffneten Lichtspielen Erzeliior", Neuföl Kaiser- Friedrich- Straße 191, sowie in den Lichtspielen Ster Hermannstraße,„ Edenpalast" und Kudud", beide busser Damm, Rolltrug", Hermannplay, und in dem frü ren 1. I." Hasenheide, die sämtlich dem Baum Konze gehören, sind zum Teil noch unorganisierte Mufit beschäftigt. Die Lohn- und Arbeitsverhältnisse sind in diesen trieben in feiner Weise geregelt. Die Direktion weigert sich. Forderung des Deutschen Musikerverbandes anzuerkennen u einen Tarifvertrag abzuschließen. Deutscher Musikerverban D Jezt begreift man: Der Klassengenosse hat noch Stolz im Lei er kann auf das Vergnügen verzichten, wenn es heißt, Farbe b tennen. Die Republif gefällt ihm nicht. Der Inhaber der Firma Baer u. Co.. Krautstraße 4, im Beisein seiner Arbeitnehmer wiederholt erklärt, die Sche männer und die Republik seien daran schuld, daß die Arbeitersch so begehrlich sei. Dieser Arbeitgeber zahlt seinen Mechanikern Löhne von und 70 Pfennig: lleberstunden, wenigstens drei täglich, find fe Seltenheiten. Buschläge werden dafür nicht gezahlt. In den le WIB. meldet aus Düsseldorf: Nach Zeitungsmeldungen Tagen fagte der Herr einem Jungausgelernten, der seine Arbeit soll der Klöckner- Konzern an der Aussperrung nicht beteiligt sein, stelle verlassen wollte:" Früher, in der Zeit der Monarchie, man einem solchen Jungen einfach in die Fresse g da, wie auch der Abg. Stegerwald in seiner Reichstagsrede auf einen 3wischenruf bemerkt hat, feine Werte außerhalb des Ausschlagen in der heutigen Republik darf man derartiges leider nicht mehr tun." Sperrungsgebiets liegen. Außerdem habe der Klöckner- Konzern bei den bekannten Beschlüssen der Unternehmer nicht mitgewirft Diese Meldungen entsprechen nicht den Tatsachen. Die KlöcknerWerte A.-G., Abteilung Eisen- und Drahtindustrie, Düsseldorf, gehört dem Arbeitgeberverband Nordwest an und hat auch ausgesperrt. Die Beschlüsse von Nordwest sind unter 3ustimmung aller dem Verbande angehörenden Werke gefaßt worden, auch mit Zuftinimung des dem Borstande angehörenden Vertreters der Klodner- Werte. Das zuständige Gewerbeaufsichtsamt dürfte sich einm mit dieser Firma beschäftigen, besonders wegen der Arbeitszeit. Zweierlei Maß bei der Firma Ullstein. In Anbetracht der bedeutenden Verschlechterung der wirtscha lichen Lage ist die Firma Ulstein ihrer Arbeiterschaft dur Gewährung einer besonderen Zulage für die nied Entlohnten entgegengetommen. Leider wurde aber b dieser Lohnerhöhung die Belegschaft der Tochtergesellscha Frydrychowicz nicht mit bedacht. In zwei Versammlunge hat sich die Belegschaft von Frydrychowicz mit dieser Angelegenhe Die stiefmütterliche Behandlung der Belegschaft p Frydrychowicz hat nun eine große Unzufriedenheit und Erregun bei den Beteiligten hervorgerufen. Hoffentlich gibt diese Beschwerde der Firma Veranlassung, au den Wünschen der Arbeiterschaft ihrer Tochtergesellschaft entgegen und. ,, es bliebe also nichts anderes übrig, als die Aus- Der Lohnkampf in der Textilindustrie. beschäftigt. fperrung durchzuführen". 2. Der Schiedsspruch würde für verbindlich erklärt, in welchem Falle ,, man also als Folge die Aussperrung jedenfalls unterstellen" müsse. Resultatlofe Berhandlungen im Münsterland. Berantwortlich für Politik: Dr. Curt Geyer; Wirtſchaft: G. Klingelhöfe Für die Münsterländer Tegfilindustrie haben dieser Tage Parteiverhandlungen in Münster stattge= zukommen. 3. Der Reichsarbeitsminister eröffnet ein neues Berfunden. Sie verliefen resultatlos. Es ist daraufhin von fahren, so daß die Aussperrung auch in diesem beiden Parteien der Schlichter angerufen worden. Die Falle am 1. November unvermeidlich wäre". Forderung der Tertilarbeiter besteht im wesentlichen in einer Erhöhung der Zeitlöhne von 60,5 auf 70 Bf. und einer Erhöhung der übrigen Löhne im gleichen Verhältnis. Die Unternehmer wollten auf jeden Fall aussperren, um dem Staate, der Deffentlichkeit und den Arbeitern zu demonWERTHEIM Leipziger Str.( Versand- Abt.) Königstr. Rosenthaler Str. 25000 Moritzplatz Gewerkschaftsbewegung: Fr. Ezkorn; Feuilleton: K. S. Döscher; Lotal and Gonftiges: Frig Karstädt: Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. 5., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdrider und Berlagsanstalt Baul Ginger u Co.. Berlin SW 68 Lindenstraße Hierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Biffen". Billige Bücher Soweit Modernes Antiquariat, Restauflagen, Neuausgaben Vorrat Bände Romane u. Werke der Weltliteratur in Halbleinen mit farbigem Umschlag, teilweise in Leinen gebunden. Borzügliche Geschenkwerke. Über 60 verschiedene Werke namhafter Autoren. Besondere Gelegenheit für Leih- und Volksbibliotheken Alexis, Die Hofen des Herrn von Bredow Amberger. Narrenstücke d'Aurevilly, Die Ceuflischen Balzac, Die Frau von 30 Jahren Blei, Liebesgeschichten des Orients. Cervantes, Don Quichote Cyril- Berger, Der Kamerad Dumas, Halsband der Königin Eichacker, Horft Willmann Ernst, Otto, Ein frohes Farbenspiel Ernst, O., Aus mein. 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Mit einem fritischen Verzeichnis u. Abbildungen fämt licher Radierungen. 1922. 278 Geiten Text, 80 Geiten Abbildungen. 950 Halbleber ftatt 20 M... nur a fi b CEL of in be αυ un D ftr N tec B mo No Br die be br gan M du fch me gat für fon Ro die Gaf u it Nr. 539 45. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Im Zeichen der Hungersgefahr. Ernährungs- und Agrarfrise in Rußland. In der Sowjetwirtschaft besteht teine rise. Es| Brotversorgung der Arbeiter bilden. Der Brotverbrauch müsse bestehen nur Teilschwierigkeiten. In der Industrie daher nicht nur ,, rationalisiert" werden, sondern auch in erster Reihe besteht überhaupt feine Krise. Es gibt wohl Schwierig. auf die Brotversorgung ber Arbeiter eingestellt merden. Es feiten, aber feine Krise in der Landwirtschaft, teine wurde in derselben Plenarsizung darauf hingewiesen, daß nicht Arise in der Getreidewirtschaft... Schon jetzt beginnt in der nur die Brot, sondern auch Sowjetunion die quantitative Steigerung des Nahrungs mitteltonfums in qualitative überzugehen( fbatt Schwarzbrot mehr Beißbrot usw.)." Diese beruhigenden, fast prahlerischen Ausführungen Vargas auf dem vor kurzem stattgefundenen 6. Weltkongreß der Komintern find freilich weniger Wahrheit als reine Dichtung. Sie find offenbar darauf abgestellt, die westeuropäische Arbeiterschaft über die mirtliche Wirtschaftslage in Sowjetrußland zu täuschen. Denn diese offiziell optimistischen Behauptungen fchlagen der Wirklichkeit direkt ins Geficht. Statt der quantitativen und qualitativen Steigerung des Nahrngsmittelfonfums", von der in dem Vortrag Vargas auf dem 6. Weltkongreß die Rede war, ist dagegen eine ,, quantitative und qualitative" Sentung der Boltsernährung festzustellen. Die Ukraine, der Krim und ein beträchtlicher Teil des Nordfaukasus, also die Kornfpeicher Rußlands, find infolge der Mißernte durch die Hungersnot bedroht. Die Nord- und Bestgebiete, wo die Landbevölkerung überwiegend die technische Kulturen( Flachs usm.), die Holzbeschaffung und die Butterproduktion treiben, befürchten gleichfalls schweren Brot mangel für den Winter. Aber am schlimmsten steht es mit der Nahrungsmittelversorgung in den Industriezentren. Das Brot wird dort wie in den Kriegsjahren rationiert und durch die verstaatlichten Genossenschaften nur unter den ,, Werftätigen" perteilt. Dabei wird überall nicht das Schwarzbrot durch das Weiß brot, sondern umgekehrt das Weißbrot durch das Schwarzbrot gänzlich aus dem Konsum verdrängt. Noch mehr nach den dr Maßregeln der betreffenden Staatsorgane wird das Schwarzbrot durch den Zusatz von Mais- und Gerstemehl entschieden der fchlechtert, was große Unzufriedenheit hervorruft. Die Versorgung der Arbeiter mit Nahrungsmitteln wird je meiter desto mehr zu einer der wichtigsten und schwierigsten Aufgaben der Sowjetregierung. Es ist eine besondere ,, Kommission für die Nahrungsmittelversorgung der Arbeiter" bei dem Handels. fommiffariat gegründet. In der jüngsten Plenarsizung dieser gen Stommiffion wurde festgestellt,( Bramba" vom 27. Oftober), daß die„ Eigenschaften" der diesjährigen Ernte eine Bedrohung für die b κα nge The DO Jun aud öfe otal in. der Be die Kartoffelversorgung der Arbeiter ungemein schlecht und unzulänglich organisiert sei. Das Schlange. stehen" in den Morgenstunden führe zur Desorganisierung der Arbeit in den Betrieben. Es wurde gleichfalls darauf hingewiesen, daß nicht nur die Arbeiter der großen Industriezentren, sondern auch die Werttätigen der Meinstädte wie die Bauern und Handwerker in den Flachs, Holz- und Buttergebieten mit Brot und mit anderen Nahrungsmitteln gleichfalls versorgt werden müffen. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß nicht nur Brotmangel, sondern auch Mangel an Butter, Eier, Fleisch, Pflanzenöl, Salz und ins besondere Zuder überall zu merten ist. In der letzten Zeit hat fogar der Mangel an Petroleum und Holz für Rüche und Defen start zugenommen.( Prawda" Nr. 251.) Woher der Nahrungsmittel und vor allem der Broimangel? Nach den offiziellen statistischen Angaben wird die neue Ernte nach wie vor als übermittel geschätzt. Die Schwierigkeiten" bei der Getreidebereitstellung werden durch die somjetistischen Wirtschaftsführer zum Teil auf die ungünstige geographische Verteilung der Ernie, zum Teil aber auf den fpontanen Getreideftreit" ber Bauern, insbesondere berulati zurüdgeführt. Die Ernte wird ungefähr auf 4,5 milliarden Bud( 1 Bud= 16,3 Kilogramm), die Getreidevorräte im ganzen Lande auf airta 500 millionen Bud geschäßt, was insgesamt ungefähr 5 milliarden Bub ausmacht. Troß bem gänzlichen Ausbleiben des Getreibeegportes mind nach den Berechnungen von Jafowiem( Bramba Nr. 252) etwa 100 mil lionen Bud in diesem Jahre fehlen, um die Brotversorgung der Stadtbevölkerung, ber Industriearbeiter und der Roten Armee ( 470 Millionen Bud) wie der Bauern in den Gebieten der technischen Kulturen( 120 Millionen Bud) zu sichern, da die Bauernschaft selbst ungefähr 4% Milliarden Bub verbraucht. Das Fehlen der 100 mil lionen Pud Getreide glaubt Jafowlem auf dem Wege der entsprechenden Steigerung der Industrieprobuftion um etma 100 bis 150 Millionen Rubel zu beschaffen, da auf diese Weise die notMittwoch, 14. November 1928 wendigen 100 Millionen Bud gegen die überschüssigen Industriewaren bereitgestellt werden können. Aber abgesehen davon, inwieweit diese aus der Luft gegriffenen Pläne der Produktionssteigerung um 150 Millionen Rubel über den Wirtschaftsplan bei der schweren Industriekrise und bei dem Rob stoffmangel berechtigt sind, muß darauf hingewiesen werden, daß die Schäßungen der Ernteergebnisse und der Getreidevorräte überhaupt übertrieben sind. Das verlangsamte Tempo im Anwachsen der Anbaufläche ist eine Tatsache, die sogar die sowjetistischen Wirtschaftler nicht ver heimlichen tönnen. Weit bleibt das Wachstum der Anbaufläche hinter dem Wachstum der Benötterung zurüd. Seit dem Jahre 1925 hat die Bevölkerung imm 7 Broz, die Stadtbevölkerung fogar um 14 Proz. zugenommen. Dasselbe gilt für das Vieh. Dabei führt die bolichemistische Nivellierungspolitik auf dem flachen Lande zur fortschreitenden Barzellierung der Bauernwirtschaften und dementsprechend zur Verminderung des für den Markt bestimmten Getreideteils. Die Politik der forcierten Industrialisierung, zum großen Teil auf Kosten der Bauernschaft, führt unvermeidlich zu dem zurüidbleiben und zur Vernachlässigung der Landwirtschaft, obgleich die belschewistischen Bertreter der forcierten Industrialisierung selbst zugeben müssen, daß die Gesamtentwicklung der russischen Boltswirtschaft und der sozialisierten Induftrie von der Entwick Lung der Landwirtschaft abhängt. Inzwischen unterwühlt die Sowjetregierung mit ihrer allgemeinen Wirtschaftspolitik die landwirtschaftliche Grundlage der gesunden Industrialifierung Die boljchemistische Preispolitik vernichtet bei dem Bauer jeben Willen zur Erweiterung und Berbesserung seiner Wirtschaft. Allein durch die berühmte Preisschere" merden nach den offiziellen Angaben( Bramba" Nr. 252) und 400 Millionen Rubel aus den Bauern herausgepreßt. In derselben Richtung wirft die Steuer politit, die die Bauern völlig miniert. Der Rätepräsident Ralinin hat in seiner Rede in der Plenarsizung des Mostaujowjets vom 18. September festgestellt, daß die neue Landwirtschaftssteuer in der Praxis als Bernichtung der bemittelten Bauern aufgefaßt und angewendet wird, was unvermeidlich wenn auch nicht die Gegenrevolution, jo auf jeden Fall die Unzufriedenheit auf dem flachen Cande erzeugt". Dabei hat Kalinin eine Fülle von Fällen angeführt, so z. B. daß bei einem Gesamtertrag einer Bauernwirtschaft von 1350 Rubel die Steuersumme 471 Rubel ausmachte! In vielen Gouvernements werden die Bauern in diesem Jahre nach den Angaben von Ralinin zwei- bis dreis, fogar fünf- bis sechsmal höher befteuert als im vorigen Jahre. Die 3 mangsmaßregeln bei der Getreidebereitstellungs. tampagne wurden zwar im Juli aufgehoben, aber der LinksVIM putzt alles Was VIM putzt, blinkt wie Sonnenschein, was blind u. fleckig EE wird blank und rein. VIM macht nie Schrammen dazu ist es viel zu fein. VIM gibt allen Dingen, Reinheit und Glanz. 20 2 Warum Bewas Vorfihrungs Räume? Immer unentbehrlicher wird für die Hausfrau die Hilfe der Elektrizität in Küche und Haus, immer wichtiger wird für sie eine Stelle, wo sie sich frei von jeder Beeinflussung und ohne das lästige Gefühl des Verpflichtetseins über elektrische Geräte und alle damit zusammenhängenden Fragen unterrichten kann. Diese Stelle darf nicht die Aufgabe haben, elektrische Geräte zu verkaufen, sondern sie muß sich darauf beschränken, diese im Gehrauds vorzuführen und zu erklären. Die BEWAG Vorführungsräume sind eine solche Stelle. Darum: In den BEWAG- Vorführungsräumen am Schiffbaserdamm Ecke Luisenstraße am Anhalter Bahnhof im Europa haus am Zoologischen Garten im Capitolhaus am Hermannplatz Ecke Berliner Straße( ab 1.12.) werktägl. v. 8-8 Uhr kostenlose Vorführung elektrischer Geräte für Küche v. Haus. Kein Verkauf. SEWAG BERLINER STADTISCHE BEWAR ELEKTRIZITATSWERKE AKT..GES. furs in ber Agrarpofitif ist im großen und ganzen befbchaften. Er ist entschieden gegen die individulistischen" Bauernwirtschaften nach roie vor gerichtet und auf die forcierte ,, Rollettivisierung" der 25 Millionen privater Bauernwirtschaften eingestellt. Die Roldhofen"( follettive Wirtschaften) und„ Somchosen"( Staatsgüter) werden energisch begünstigt gegenüber den individuellen Bauernwirtschaften. Derselbe Kalinin, der bekanntlich zu der ,, bauernfreundlichen" rechten Richtung Rytows gehört, bezweifelt starf, ob die Bernachlässigung der individuellen Bauernwirtschaften durch die Kollettiviſierung der Landwirtschaft in absehbarer Zeit ausgeglichen werden fönnte, obgleich er die Notwendigkeit der Rolchosen und Somchofen offiziell anerkennt. 3mar mird nach dem Wirtschaftsplan 1928 bis 1929 etwa 1 Milliarde Rubel gegen 771 Millionen Rubel im Jahre 1927 bis 1928 in der Landwirtschaft investiert, aber die Krise der russischen Landwirtschaft tann nicht nur mit Geldaufwendungen überwunden werden. Die rechte Richtung in der PSU., die die Berderblichkeit der forcierten Industrialisierung und der von oben aufgezwungenen Kollektioisierung der Landwirtschaft anerkannt und die Erweiterung der NEP. besonders auf dem flachen Lande für unvermeidlich hält, wird durch die Stalinsche Richtung als„ fleinbürgerlich" gebrandmarkt und rücksichtslos bekämpft. Aber es ist nicht ausgeschlossen, daß Stalin unter dem Drucke der Wirtschaftstrife, die mit Hunger und Währungssturz droht, eine neue Rechtsschwenfang Dornehmen wird, um den aus einer Bauernbewegung erwachsenden Gefahren zu begegnen. P. G. Die Maschinenindustrie im Oktober. Maschinenbananstalten melden erstmalig Rüdgang der • Beschäftigung. Der Berein Deutscher Maschinenbauanstalten ist schon seit Monaten bemüht gewesen, den Eindrud einer erheblichen Berschlechte rung der Konjunktur in der Maschinenindustrie hervorzurufen. Was man davon zu halten hat, erfieht man aus dem jest peröffentlichten Oftoberbericht, der für den Monat Oftober zum erstenmal auch einen Rüdgang der Beschäftigung feststellt, der allein für die fonjunkturelle Lage eines Industriezweiges maßgebend ist. Wenn seit breiviertel Jahren bereits von berufenen und unberufenen Stellen mit der Bee hauptung von dem ständigen Rüdgang der Konjunktur 3medpolitit betrieben worden ist, so zeigt die Feststellung des BDMA. zum mindesten, daß die Maschinenindustrie im Durchschnitt noch teinen Anlaß hatte, von einem wirklichen Rückgang der Konjunktur zu fprechen. Die in- und ausländischen Anfragen der Käufer der Ma schinenindustrie waren im Oftober noch zahlreicher als im September. Das Auslandsgeschäft brachte fogar eine geringe Zunahme der Aufträge, während für die Inlandsaufträge eine abermalige Sentung festgestellt wird. Der Beschäftigungsgrad in der Maschinenindustrie wird als gedrückt bezeichnet. Werkzeug maschinen-, Dampfmaschinen-, Textilmaschinen-, Landmaschinen-, Bergwerts und Hüttenmaschinenindustrie waren mit dem Auftrags. eingang im Oktober unzufrieden. In der Druckmaschinenindustrie und im Bapierverarbeitungsmaschinenbau war die Lage nicht schlechter. Die Erzeuger von Stridmaschinen, Bumpen und Rom pressoren berichten von befferer oder gleichgebliebener Geschäftslage Daß der Oftoberbericht des BBM. fich wieder im Sinne der Ruhrleute zum Eisentampf äußert, ift nicht ver wunderlich. Selbsttestengestaltung und die Ronjunkturlage im Maschinenbau laffen teine weitere Belastung zu, jo mird behauptet. und die im Oktober zum erstenmal eingetretene Berschlechterung bes Beschäftigungsgrades wird vom BBMA. für die Feststellung in An spruch genommen, daß sie ein Beweis für die Berechtigung seiner Warnungen in lohnpolitischer Hinsicht anzusprechen feien. Hier werden wieder Konjuntturmomente in unzuläffiger Weise vom VBMU. so interpretiert, als ob sie ohne weiteres fohn- ober sozialpolitisch verursacht wären. Wenn die Konjunktur, wie der BBMA. immer behauptet hat, schon sehr lange rückgängig war, so ist die Beschäftigung in der Probuftionsmittelindustrie in erfter Linie zurüdgegangen infolge des fonjuntturellen Abstiegs. nicht aber aus Lohn- oder sozialpolitischen Gründen. Indem der BBM. zu viel bemeisen mill, macht er immer deutlicher, daß seine wirtschaftliche Berichterstattung in der Tat zmedpolitischen Absichten dient. Ein schlechtes Zeugnis für den VDMA., für das aber nicht uns die Verantwortung trifft. Naffiches Mineralasser STAATL FACHINGEN Für die Wer viel hat, dem wird gegeben. Freigabegelder für die Zementindustrie. Aus dem Strom der amerikanischen Freigabegelder find jegt auch der Portland 3ementfabrit Hemmoor in Hannover 1,7 Millionen zugefloffen. Da die Gesellschaft diese Summe nur mit einer Forderung von 500 000 R. in ihre Bilanz eingesetzt hatte, wird sie also weit über eine Million zur freien Berfügung haben. Wie die meisten Zementfabriken, steht auch die Hemmoor- Gesell schaft finanziell glänzend ba, mas aber die Berwaltung nicht hindert, gegen ihre Belegschaft so rigoros wie möglich vorzugehen. In ihrem Geschäftsabschluß für 1927 erzielte diese Gefell schaft bei einem Rapital von 3,7 millionen einen Reingewinn von 1,03 mill. Mart, der einer Dividende von 28 Broz. ontspricht. Da die Gesellschaft sich damit begnügte, ihre Dividende nicht über die schon sehr hohen Vorjahrsdividenden von 15 Broz. zu steiger, fonnte sie und 330 000 m. als Reserven anhäufen. Auch an Betriebsmitteln hatte das Unternehmen Ueberfluß, denn einem Bantguthaben von weit über 2 Millionen standen an laufen den Schulden nur 0,88 Mill Mart gegenüber. Die Gesellschaft, die sozusagen im Gelde fchwimmt, wird jetzt nicht um eine Aufbefferung der miserablen Bage ihrer Belegfhaft herumfommen. Im übrigen würde eine Lohnerhöhung für die Zementarbeiter auch nur teilweise die Opfer ausgleichen, die gerade von den Belegfchoften in diesem Industriezweig in der Rationalisierungszeit gebracht wurden. Entwicklung der Gemeindesteuern. Eine neue Beröffentlichung aus der Reichsfinanzftatiflit. Das Statistische Reichsamt veröffentlicht in Wirtschaft und Statistit" als meiteres vorläufiges Ergebnis der Reichs finanzftatiftit pie Einnahmen und Ausgaben der Gemeinden und Gemeindeverbände in den Rechnungsjahren 1913/14 unb 1925/26. Der foeben im ersten Novemberheft erschienene Teil A behandelt zunächst nur die Steuereinnahmen. Eine Be: urteilung der Einnahmenentmidlung ist natürlich erst möglich, wenn die noch fehlende Beröffentlichung der Ausgabengestaltung erfolgt fein wird, Die Gesamtsteuereinnahmen der Gemeinden und Gemeindeverbände( Kreis und Provinzialverbände) meisen eine Steigerung von 1510,8 Millionen Mart im Rechnungsjahr 1913/14 auf 3176,1 Millionen Marf im Rechnungsjahr 1925/26 auf. Die Steuereinnahmen haben sich also nominell um fast 95 Proz erhöht, was einer Steigerung von 26,80 Mart auf 52,25 Mart je Kopf der Bevölkerung entspricht. An diesen Gesamteinnahmen sind die Gemeinde verbände 1925/26 mit 13,8 gegen 6,1 Proz. im Jahre 1913/14 beteiligt. Die überragende Bedeutung der Großstädte kommt bei der Berteilung der Gesamtsteuereinnahmen zum Ausdrud. Sie maren ichon 1913/14 mit 612,7 millionen Mart Steuereinnahmen zu 43,2 Broz und find 1925/26 mit 1214,8 Millionen Mart zu 44,8 Proz. an den gesamten Steuereinnahmen beteiligt. Betrachtet man die Berteilung des Steuerauffommens der Ge meinden auf die einzelnen Größenflaffen, so ist die auffallendste Erscheinung eine völlige Beränderung der Bedeutung der Cintommensteuer für den Gemeindehaushalt. Während 1913/14 die Einkommensteuer noch 50,7 Broz. der gesamten tommu nalen Steuereinnahmen bedie, waren es 1925/26 nur noch 27,3 Broa Eine ganz andere Entwicklung hat die Grund- und Gebäubesteuer genommen. Diese Steuer ist seit der Reichsfinanzreform non 1919/20 in erheblich höherem Maße als nor dem Kriege non ben 2ändern in Anspruch genommen worden. Sie weist daher bei den Gemeinden nur eine perhältnismäßig geringe Ertragssteigerung auf. Diese Steigerung verteilt sich auf die verschiebenen Größenflaffen der Gemeinden höchst ungleichmäßig. So welfen bie Gemeinden zwischen 5000 und 10 000 Einwohnern, die 1913/14 die ! leinste Einnahme je Kopf hatten, jetzt das stärkste Anwachsen je Kopf der Bevölkerung auf, während die Großstädte die geringste Einnahmesteigerung pro Ropf ihrer Bevölkerung zeigen. Wieder ein anderes Bild zeigt sich bei der Entwicklung der Gewerbesteuer. Sie hat unter sämtlichen Gemeindeſteuern die größte Steigerung erzielt, nämlich von 157,7 Millionen Mart 1913/14 auf 463,3 Millionen Mart im Rechnungsjahr 1925/26. Die größte Steigerung je Kopf der Bevölkerung weisen hier die Gemeinden zwischen 5000 und 50 000 Einwohnern auf. denen die Großstädte an zweiter Stelle folgen, während die Ge meinden zwischen 50 000 und 100 000 Einwohnern die geringste Einnahmevermehrung haben. Eine bemerkenswerte Henderung hat das Steuersystem der Gemeinden durch die Schaffung der Gebäude- Entschuldungs steuer( Hauszinssteuer) erfahren. Diese Steuer dedt mit Gesundheit! ihrem Auftommen von 428,1 Millionen Mart nicht weniger als 15,8 Proz. fämtlicher Steuereinnahmen; sie entspricht aber auch am stärksten einer in der Borkriegszeit unbekannten neuen Fachinger Versandstelle, Berlin SW II Ausgabe der Gemeinden. An ihr sind überwiegend die großen Ge meinden beteiligt von mehr als 25 000 Einwohnern, während die Steuer im übrigen den Kreisverbänden zufiel. Anders wirfte fich Schöneberger Str. 16a. Tel. Lützow 8260-61 Die zweite neue Steuer, die Umfagsfeuer aus, die mit 7,1 Broz am Gejamisteueraufkommen der Gemeinden 1925/26 beteiligt mar. Da ihre Berteilung nach der Zahl der Einwohner vorgenommen wird, verteilt sie sich ziemlich gleichmäßig auf sämtliche Größenflaffen der Kommunen. Zusammenfassend läßt sich feststellen, daß die Einkommen. steuer zusammen mit den Realfteuern, die 1913/14 im Mittelpunkt der kommunalen Steuerwirtschaft aller Größentlassen der Gemeinden stand, diesen Blag 1025/26 nur noch für die Gemeinden unter 5000 Einwohnern behauptet hat. Die entstandene Lücke wird in den größeren Gemeinden in erster Linie durch die Haus zinssteuer ausgefüllt, was zu den bereits erwähnten Strukturänderungen zwischen den einzelnen Größenklassen geführt hat. Die Hauszinssteuer ist nach gefeßlicher Borschrift zum Teil zur Förderung der Bautätigkeit zu verwenden. Die Gemeinden von 25.000 Ginwohnern aufwärts haben 1925/26 10.4 bis 14,9 Prozfür ihrer Gesamtsteuereinnahmen Wohnbau zwede verwendet. An Stelle der fleineren Gemeinden haben die Kreisverbände diese Aufgabe erfüllt, so daß Gemeinden und Gemeindeverbände 1925/26 etma 10,3 Broz, ihrer sämtlichen Steuereinnahmen für Wohnungsbauten verbrauchten. Genaueres über die Bedeutung dieser Steuer für den Gemeindehaushalt wird sich nach Veröffentlichung des zweiten Teils erkennen laffen, in dem die Ausgaben erfaßt sind. dem Krupp Konzern durch Interessengemeinschaft verbundene Große Gewinnsteigerungen im Aussperrungsgebiet. Die mit Westfälische Drahtindustrie A. G. in Hamm zahlt zwar für das abgelaufene Geschäftsjahr 1927/28 nur die Vorjahrsdividende in Höhe von 5 Broz., jedoch übertrifft allein der in der Bilanz au gewiesene Reingewinn mit 626 000 m. ben bes legie: Jahres um rund 33 Praz. Außerdem wurden die Abschreibungea auf die Werksanlagen um 170 000 auf 790 000 M. heraufgefeßt, fo daß der Ertrag der Gesellschaft sich gegenüber dem legten Betriebs jahr um fast 70 Broz erhöht hat. Nach dem Geschäftsberict fonnte die Gesellschaft ihren Umfag auf die Höhe der letzten Bor triegsjahre bringen, mas allerdings in der Hauptfache auf verbands, freies Material entfällt. Der Auslandsabfag ist auch im neuci Geschäftsjahr gut geblieben, während auf dem Inlandsmarkt sich Rüdgangserscheinungen bemerkbar machen. Der Wucher mit Grammophon- Platten. In welchem Maß ber tleine Mann, der sich nach Feierabend bei feinem Grammophon er holen mill, von den internationalen Schallplattentonzernen ausge beutet wird, zeigt der Abschluß der englischen Grammos phon Company. Dieser Konzern, dem auch die Elettrola Gefellihaft in Berlin- Nowawes gehört, formte johou im letzten Jahr feinen Aktionären bereits 40 Broz Dividende zuschanzen. Für das ciht abgelaufene Gefchäftsjahr wird diele enorme Dividende auf 55 Broz.(!!) heraufgefekt. Damt nicht genug, stellt der Konzern mehr als 20 Millionen Gewinne in Reserve, so daß der Reinverdienst in einem Jahr die Höhe des gesamten Aktienkapitals erreicht. ,, Wohnungsbauwirtschaft und Wirtschaftlichkeit im Bauen." Die Reichsforschungsgesellschaft für Wirtschaftlichkeit im Bau- und Woh nungswesen wird mit dem obigen Thema ihre zmeite Jahresver fammlung im März 1929 in Berlin abhalten und bei dieser Gelegenheit der Deffentlichkeit Rechenschaft über ihre bisherige Tätigkeit ablegen. Im Zusammenhang damit soll eine große Tagung aller führenden Verbände ufm. stattfinden, die technisch oder wirt schaftlich mit dem Baumefen zu tun haben, und mobei in mehrtägige Sigungen verfchiedener Seftionen eine gründliche Klärung und Aus iprache über die bisherigen Arbeitsergebnisse und die fünftigen Mui gaben ber einzelnen Fachgebiete herbeigeführt werden soll. Mit bieler sentralen Arbeitstagung wird zugleich eine Rationalisierung des Tagungsmefens erstrebt. Die Getreideffandardisierung auf dem tolen Bunft? Die Ber handlungen zwischen den Spizenorganisationen der Landwirtschaft und des Mühlengewerbes über Festlegung einheitlicher Standards für das deutsche Getreide sind schon felt Rovember 1927 bicht vo bem Abschluß, wobei sich allerdings der Getreibehandel nach wie vo ablehnend verhält. Es hat aber neuerdings den Anschein, als c auch die Spikenorganisationen der Landwirtschaft nicht gang ab fichtslos die Förderung der Getreidestandardbewegung zurückgefe hat. Jedenfalls ist durch das Notprogramm in dieser Frage aud nicht ein einziger Schritt nach vormärts getan worden. BERLIN IM LICHT HERZ dem Kennzeichen der echten ReichelEssenzen. Achten Sie in dieser Woche auf das Schaufenster Ihrer Drogerie. Dort werden Sie sehen, wie Sie für halben Preis Ihre Liköre selbst machen können. Verlangen Sie auch kostenlos Dr. Reichels Rezeptbüchlein. U Preise: Rücksichtslos herabgesetzt!!! te MIV.DW Keine Reklamewaren, nur beste Qualitäten!' 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Sie hstt«» sich gerade erst kennengelernt und lenkten nun die ersten gemeinsamen Schritte M einem jener Lakale, die unmar nreder von jungen Leuten ou-gejucht werden, um im Schutze ihrer Wände, die schon so oft Zeuge jener Torheiten wurden, die wir Lied« nennen, daß sie schon gar kein« Notiz mehr dooon nehmen, den Aruhling des Lebens anzubrechen, der dem jungen Arbeiter zumeist viel zu schnell versliegt. Der Ober kam. Di« beiden sahen sich, so plötzlich den Realitäten des Lebens gegenübergestellt, ein wenig verduzt an. Was trinken wir, fragte er. der tagsüber am Aasienschalter einer Bank das Geld anderer Leute zählte und überlegte in Gedanken, ob sein Geld wohl reichen würde für diesen Abend. Nun, das Mädchen, da- sich ihm anvertraut, schien bescheiden und würde gewist nichts bestellen, das über sein« fträsie ging. Sie überlegte auch nicht lange. Jung wie sie war, glaubte sie wohl auch, daß es allen Guten gut geht, dast Bankbeamte gngchende Millionär« sind und daß«s»in Glück ist, lXUiedt zu sein. Und mit einer Unbetümmertheii. als bestelle sie ein(Sias Blasser und einen Zahnstocher, sagte sie zu dem wartenden Ober: Also, trinken wir Sekt. Der Oder machte ein langes Gesicht und schickte einen Blick van seh» oben herab. Dann klappte er seinen Mund zu und bedauert«. last leider und so weiter... aber wenn die Herrschasten wünschten. tonn« er ja eben ein« Flasche besorgen. Der jung« Liebhaber, der ichon mit Schrecken festgestellt hatte, daß sein Kasienbestand zu einer «liasche Sekt nicht reicht«, atmet« auf und indem er seinem Schicksal dafür dankte, dast es ihn vor einem grasten Kummer bewahrt«, jagte er schnell: Na, wenn sie keinen Sekt haben, dann bringen Sie zwei Spezial Weiß. Es ist dir doch recht, fragt« er dann seine Gefährtin. Die hätte zwar gerne mal Sekt getrunken, aber ein Blick aus ein aushängendes Plakat belehrt« sie, daß ein Glas Spezial Weih r''' Pf. kostete und für 60 Pf. mußte man doch schon etwas sehr Gutes bekommen. Denn dos war ja fast soviel Geld, als zwei L'laschen Bier kosten. So lächelte st« denn nur und war sehr glücklich, obwohl ihr der Wein wirklich ein wenig sauer vorkam. Wieder trafen die beiden sich, um gemeinsam auszugehen. Es war kurz nach dem Monatserften. Der junge Bankbeamte hatte sich einen Teil seines Gehaltes ausgehoben, um seiner Liebsten«ine besondere Freude zu mochen. Er wollt« ein Lokal mit ihr besuchen, >» dem Sekt serviert wurde. Er halte sich alles genau durch den Kopf gehen lassen. Der Abend würde unverantwortlich teuer werden, aber schließlich, er liebte sie und war berett, alles zu tun, was ihre Liebe zu chm befestigen konnte. Schon tänzelte sie ihm entgegen, leichtfüßig hängte sie sich in seinen Arm und buminett« an seiner Seite mit ihm durch den Abend. Sie dachte längst nicht >uehr an den deutschen Sekt, den sie so gern« mal getrunken hätte. Sie dachte nur noch an den Frühling und daran, dast die Liebe so ffist ist. Aber schließlich kann mon nicht einen ganzen Abend ohne Ziel durch die Etrasten lausen, so gerne man es möchte und be- scnders dann nicht, wenn man etwa? vorbereitet hat, zu dem ewem an irgend einem anderen Tag« das Geld fehlen wird. Also drängte pr sie. immer dann, wenn sie in dunkle Straßen dag. stadtwärts und stand bald mtt ihr vor dem Lokal, da» er sür dies«. Abend au»- '-rwählr. Komm, laß uns sine Flasche Sekt trinken, sagte er. Sie drückt« ihm einen dankbaren Kuß aus die Lippen und trat mit chm in dos Licht des hellerleuchteten Eingangs. Garderobe abgeben? Kam«in Boy fragend auf sie zu. Er nickte. Doch plötzlich bog sie ihren Mirnd on sein Ohr und sagt«: Last uns gehen, ich bin nicht angezogen. Es berührte ihn peinlich. sie in diese BerlegenheU gebracht zu haben, aber es war nicht zu andern und so verließen sie beide das prunkvoll« Lokol, ohne es de- treten zu haben. Der Portier blickte ihnen verächtlich nach. So ging der Frühling. Es kam der Sommer. Nie wieder war von Sekt zwischen den beiden gesprochen worden. Sie kannten jetzt sehr gut. und da sie ihm jetzt alles gewährte, was ein« Frau zu gewähren hat, war er an besonderer» Ausgaben nicht mehr interessiert. Sie wieder hatte inzwischen erkannt, daß Bantbeamte alle» andere als angehend« Millionäre sind, sie wicht«, daß sie genau io arm sind wie die. aus deren Knochen Glück und Glanz der Neichen hermrsgepreßt werden, und wenn sie etwa geglaubt haben sollt-, daß der Klopperstorch die Kinder bringt, so hatte sie setzt Gelegenheit, die Wahrheit auch Über diese Angelegenheit des Lebens zu erfahren. Aber Immer noch war sie fröhlich, wie in jenen ersten �agen, wenn auch der Ernst d«, Lebens ihr« Fröhlichkeit über- schattete. So kam der Tag. an dem sie chachzeit hielten. Ein Zimmerchen sür die beiden hatiei, die Eltern«ingeräumt und auch alles andere war vorbereitet. Eben kamen sie vom Standesamt. Zu chause warteten schon die wenigen Gäste, auf die man an einem solchen Tage nicht verzichten tonn. Als sie on einem Delitoteflengeschäft vo.->'>»r kamen, bat er sie. einen Augenblick zu warten. Doch sie. die den Mann, der ihr angetraut worden, nicht sobald wieder loklassen wollt«, hielt seinen Arm. Zusammen traten sie in den Delikates'enloden. Was willst du �enn mitnehmen, sagte sie. wir haben doch alle».,_ Also, wenn du es durchaus schon wissen willst, eine olasche Sekt. Sekt? fragte sie enttäuscht. Für wen? Für dich. � Für mich? Lch Hab« nie in meinem Leben«ekt getrunken und bmuche auch heute keinen Sekt. ?lber du hast doch früher... Nichts Hab' ich früher.. Aber du hast doch selbst Sekt bestellt, als wer das erstemal witeinander ausgingen. La. damals. Damals wolltest du ouch mal mit mir m ein �skllaknl gehen. Weil ich dir einen Gefallen tun mollte, wo du doch gerne mal Sekt spendiert hoben wolltest. Aber wieso wolltest du Überhaupt damals Sekt, wenn du noch nie welchen getrunken hottest? Well ich dir einen Gesollen tun wollte. M i r«inen Gefallen? Nun ja. ich wollt« dir nicht viel Unkosten mochen Du bist gut. Keine Unkosten machen und dann bestellst du �ekt. Ausgerechnet Sekt. � Ich hatle damals gerade ein Inserat gelesen: Trinkt deutschen �ckt. es ist kein Luxus. Aber Frau, Geliebte. Kind. Das ist dach nur«in Sotz.- der den �'n>en di« Augen verkleistern soll, daß sie den Lurus der anderen 'ücht sehen sollen. Für uns ist eine Flasche Bier schon ein Luxus. Da» Hab« ich inzwischen auch schon gemerkt und eben darum wollen wir dos Geld jporen und uns was Nützliches dafür kaufen. Ein Besuch Rilkes bei Tolstoi. Gm bisher unveröffentlichier Brief. Die Bekernntsckwst mit Tolstoi gehört« zu den großen Erleb« nrssen Roiner Maria Rilkes, und so ist die Schilderung dieser Be- gegnung. die im neuesten chest des«Inselschisss' veröffeittlicht wird. ein nicht minder wertvoller Beilrag zur Psychologie de» genialen Lyriker» al» zur Kenntnis Tolstois. Rllke machte di« Reise nach Ruhland mit Lou Andrea»-Salome, di« Tolstoi bereits näher tanni«. Sie kommen im Mai ÜWÜ nach Jasnaja Poljana, und über ihre Crkebnisi« schreibt Rilke au» Tula am A). Mai an Sofija Nitolasewna Schill: Wir jagten mtt atemlosen Glocken bis an den Rand des Hügels heran, auf welchem die armen Hütten von Jasnaja stehen, zu einem Dorfe zusammengetrieben, oder doch ohne Zusammenhang, wie«ine Herde, die traurig aus abgebrauchtem Weideland herumsteht. Gruppen von Weibern und Kindern sind nur rot», sonnige Flecken in dem gleichen Grau, das über Boden, Dächern und Mauern liegt. wie eine sehr üppige Moosart, die seit Jahrhunderten ungestört alle» überwächst. Dann senkt sich die kaum erkennbare, ewig unter leeren Plätzen hinfließende Straße, und ihr grauer Streise» gleitet sonst in«in grüne», von Wipfeln schäumendes Tal. in welchem links zwei runde, mit grünen Kuppeln überdeckt« Türmchen den Eingang be» allen, verwilderten Parke» bezeichnen, in dem vsr- heimlicht das einfache Haus von Jasnaja Poljana liegt. Bor diesem Tore steigen wir ab und gehen leise, wie Pilger, die stille Wald- straße hinauf, bi» da. Hau» immer weißer und länger hervortritt. Ein Diener bringt unsere Karten hinein. Und in einer Weile sehen wir hinter der Tür, im dämmrigen Vorraum des Hauses, die Ge- stall des Grafen. Der älteste Sohn öffnet die Glastür und wir stehen im Flur dem Grafen gegenüber, dem greifen Mann, zu dem man immer wie ein Sohn kommt, selbst wenn man nicht unter der Gewalt seiner Läterlichkeit bleiben will. Er scheint kleiner ge» worden, gebeugter, weißer, und wie unobhüngiz von dem greisen Körper erwartet das schattenlose klare Ange die Fremdlinge und prüft sie mit Absicht und segnet st» unwillkürlich mit irgendeinem unsagbaren Segen. Gr entschuldigt sich und verspricht un», von 2 Uhr ab mit uns zulammen zu sein. Wir hoben es erreicht und beruhigt bleiben wir»n großen Saal in Gesellsckzast des Sohnes zurück, mit ihm durchstreifen wir den wetten wilden Part und kehren nach zwei Stunden in das Haus zurück. Dort, im Borraum, ist di« Gräfin mit dem Einräumen von Büchern beschäftigt. Un, gern, befremdet und ungastlich wendet sie sich einen Augenblick zu uns. und erklärt kurz, der Gros sei unwolst.... Nun ist es ein Glück, daß mir sagen dürfen: Wir haben ihn schon gesehen. Da» entwaffnet die Gräfin einigermaßen. Sie tritt aber nicht mtt un» ein. wirst im Borraum die Bücher umher und ruft irgend jemandem mit böser Stimme zu:„(£be» erst sind wir eingezogen!..." Dan«WA während wir in dem kleinen Zimmer warten, kommt noch eiii! i junge Dam» an; man hört Stimmen, ein heftiges Weinen, b. ii schwichtigende Worte de» alten Grasen, der bei uns eintritt, zcij ij streut und erregt einige Fragen stellt, und uns wieder verläßt. Sie können sich denken, daß wir in mcl Angst, zu unrecht«'jk Stunde gekommen zu sein, in dem kleinen Zimmer zurückbleiben. I Aber nach einer Weile tritt der Graf wieder ein: diesmal voüi;■{ kommen uns zugewondt, aufmerksam, uns mit seinen großen Bücke!'W, umspannend. Denken Sie, er sästägt uns«inen Gang, durch de. jilü Park vor. Statt des gemeinsamen Esseiis, das mir gefürchtet u» i.i! bestenfalls erhofft hatte», gibt er uns die Möglichkeit, mit ihi'j allein zu fein in der schönen Landschast, durch die er die schwereW Gedanken seines großen Lebens trug. Er nimmt au den Malst.zll zetten nicht teil, u.>eil er, feit zwei Tagen wieder leidend, last nicht iff- als Milchkaffee nimmt, und so ist dieses die Stunde, die«r de, � anderen leicht entziehen kann, um sie uns wie«in unerwe.rtete U Geschenk in die Hände zu legen. Wir gehen langsam die engum;!j wachfenen langen Weg« entlang in reichem Gespräch, das vl» Is Grafen Wärme und Bewegung empfängt. Er spricht russisch, um wo der Wind Mir nicht di« Wort« verdeckt, verstelze ich jede Silbe j Gr hat die linke Hand unter seiner Wolljacke in den Gürtel g.':si schoben, die rechte ruht auf der Krücke des Stockes, ohne sich schve«!» aufzustützen, und er bückr sich von Zeit zu Zeit, um mit einer BeM megung, ak» wollte er eine Blume mit dem um sie stehenden einsangen, ein Kraut zu pflücken, ou» der hohlen Hand trinkt eij Z das Aroma und läßt dann im Sprechen die leere Blum« cchiloc I fallen in den vielen Ueberfiuß des wilden Frühlings, der dadurckizll nicht ärmer geworden ist. Das Gespräch geht über alle Dinge! i Aber all« Worte gehen nicht vorn on Ihnen vorüber, an den Acußer- lichfeilen, sie drängen sich hmter den Dingen im Dunkel durch. Unds der tiefe Wert von jedem ist nicht seine Farbe im Licht, sondert«. das Gefühl, daß es aus Dunkelheiten und Geheimnissen tommtZ? au» denen»vir alle leben. Und jedesmal, wenn In dem Klange des Gespräch» da» Nichtgemeinsame bemerkbar»vurde, ging irgendwo! «in Nu»blick auf helle Hintergründe tiefer Einigkeit. Und so war der Weg ein guier Weg. Mguchnial im WhideiH mnchs die Gestalt de» Grase»! der große Bart wehte, aber da? ernste, von der Einsamkeit gezeichnete Gesicht blieb ruhig, wie mi-s' derührt vom Sturm«. Gleich nachdem wir das Hans betraten, nahmen wir Abschied! vom Grafen in dem Gefühl kindlichen Dankes und reich von G-. schenken seine» Wesen«. Wir mochten niemouden mehr sehen ail diesem Tag«. Deräuderlichkeii der Bluigruppen. Reue Forschungen. Em griechischer Arzt. Dr. Dimnantopulos von der illhew» ttnioersuätsklimk, hat festgestellt, daß di« Blutgruppenzugehörigkeit einer Person durch«ine schwere Jnf«ktlon»Irantheit geändert vxrden kann. So meldet eine Presienachricht, die, wenn sie zuverlässig ist, von allergrößter Bedeutung in juristischer Beziehung ist. Man wird sich erinnern, daß vor wenigen Wochen in Ostpreußen«in« grau zu Zuchthau» verurteilt wurde, weil sie einen Mann als den Bater ihr«» Kindes erklärt hatte, der nach seiner Blutgruppenzugehörigkeit niemals der Dater sein konnte. Da» Kind hatte die Blutgruppen- ziigehärigkeit B und die Mutter die Dlutgruppenzugehorigkei: O; der angebliche Latcr A* Au» diesem Grund« mußte ein anderer Mann mit der Blutgruppenzugehörigkeit B der Vater des Kindes sein. Die Aerzte erklärten, daß die Blutgruppenzugehörigkeit unter ollen Umständen vererbt werde, und ein« Aenderung dieser Totsache inner- halb de» menschlichen Körper» nicht möglich ist. Folglich mußte di« Frau, die da» Gegentell beschworen hatte, wegen Meineides bestrast tverden. Nun hat der griechische Arzl Diainantopulos angeblich die Feststellung gemacht, daß im Laus« von Syphilis- oder anderen schweren Infektionserkrankungen die Blutgruppen im Menschen innerhalb weniger Wochen einer Derändcrung unterliegen, so daß z. B.«ine Frau, die noch wenige Wochen vorher zur Blutgruppe O gehörte, fünf Wochen später die Blutgruppe A ausweist. Durch diese Feststellung sind di« Anschauungen der Gelehrten erschüttert. Es ist also durchaus nicht di« Red» von einer Unoer« ändcrlichkeit der Blutgruppen und der Boter. der heui« Blutgruppe O hat, kann demnach ein Kind mit der Blutgriippenzugehörigkett B haben, denn zurzeit, als er das Kind zeugte, kann«r eine ander« Blutgruppe gehabt haben, als heute. Man wird diese Forschungen des griechischen Arzte» vorher in Deutschland aus» genaueste nach. prüfen müssen, bevor man daran denken kann, die bisherigen fest- stehenden wissenschaftlichen Ergebnisse anzutasten oder umzustoßen. Sollte sich die Tatsache ergeben, daß ansteckende Krankheiten die Blutgruppen der Menschen oerändern können, dann wird mon fordern müsien, daß alle Prozesse, di« auf dieser vmstößlichen These ausgebaut worden sind, eine Revision erfahren. Denn ebenso gut, wie eine schwere Erkrankung die Blutgruppenzugehörigkeit ändern kann, ohne daß wir bisher eine Ahnung davon hatten, können ander«, bisher noch unbekannt« Ursachen für ähnliche Erscheinungen geltend gemocht werden. Bisher ist wohl noch niemols«in Mensch von seiner Geburt HI» zum Tode auf sein« Blutgruppenzugehörigkeit dauernd untersucht worden. Es ist darum auch etwa« gewagt, zu behaupten, daß sich niemals die Blutgruppenzugehörigkeit ändert. Der einsame Zorscher in der Taiga. Im Sommer 1008 fiel in der nordsibirischen Taiga ein Metevr, stein nieder. Die primitiven Einwohner erzählten von einem Feuerstein, der vom Himmel gefallen sei, den Wald in Brand ge- steckt und die Tiere verscheucht habe. Die russjsche Akademie der Wiisenschasten schenkte dem Fall damals wenig Ausmerksamkeit. Ein Gelehrlcr, Prof. C Kulik, zurzeit Letter de» Mmeralsgischen Museums in Leningrad, beschloß, an Ort und Stelle Nachsorschungen anzustellen. Der Meteor liegt in einer schwer zugänglichen Gegend, tausend Kilometer von einer Eisenbahnstation entseritt in der Näh« der Siedclung Wonowaro, einem Gebiet, dos von den zahlreichen NebenflSflen her Katanga häufig überschwemmt wird. K»lik erhielt von der Akademie 30» Rubel sür die Organisation seiner Expediliou. Diese©urnrn« reichte selbstoerstöndltch nicht au». Kulik unieriialrii doher ein« Dortragsreise durch ganz Rußland, um auf diese Weise die erforderlichen Geldsummen zusammenzubringen. Im Sommer 1ÜZ7 verließ der Gelehrte mit zwei Gehilsen die sibirische Stobt Krasnojarsk. Die Strapazen der Reis« waren groß. Der Getehne war häusig gezwungen, da« schwer beladen« Boot von einem Fluß über da» wellige Gelände zum andern.zu schleppen, In Begleitung von Tungusen gelangte der Gelehrte endlich an di, Stelle, wo der Meteor gelallen war. Kulik machte«ine genaue Aufnahme per Gegend und kehrte nach Krosnosarsk zurück. In Leningrad stellte sich herauf, daß die Akademie der Wissenschaften nicht in der Lage war,«in» zweite Expedition zu finanzieren. Kulik wandte sich daher an den Rat der Dolkskommissare. der ihm SflOO Rubel bewilligte. Mit den nötigen Instrumenten ansgerültet, begab sich der Gelehrte zum zweitenmal i» die Taiga. Die Mitglieder der Expedition ge- dachten, sich in der Taiga mit Pilzen, Fischen und Beeren zu er- nähren, und hatten deehasd nur ungenügend Konserven bei sich. Sie hotten sich getäuscht. Die furchtbar« Dürr» des vergangenen Sommers hatte die Pilze und Beeren vernichiet. In de» au»pe- trockneten Flußbetten gab es keine Fische. Die Teilnehmer der Expedition kehrten daher nach Wanowara zurück? Kulik selbst wallte unter keinen Umständen sein» Arbeit unterbrechen»nd entschloß sich daher, allein in der Taiga zu bleiben. Der Gelehrte, dem nur»in geringer Dorrat von Lebensmitteln zur Verfügung steht, lebt jetzt vollkommen allein im Urwald und wartet aus die �itlssexpeditlon, die ihm das sibirische Exekutivkomitee versprochen hat, als e» wn der Lage J)e» Gelehrten erfuhr. Altäre aus Menschenknvchen. Menschliche Gebeine sind gewiß ein merkwürdiger Schmuck für ein« Stätte der Gott«»o«rehrung, aber es scheint, daß schon in vor geschichtlichen Zelten die Menschen Knochen vor ihren Allären aus- hausten, die wahrscheinlich von Menschenopfern herrührten, die den Göttern dargebracht wurden. Noch heut« gibt es Erinnerungen an diesen uralten Brauch. So ist die Allerheilsgenkapelle in dem tlchecho- slowakischen Ort Sodletz, der etwa vtl Kilometer östlich von Prag liegt, das Ziel vieler Reisenden, die hier die merkwürdige Aus- schmiickung des Alto res besichtigen. Der Altar dieses aus dem 12. Jahrhundert stammenden Gotteshauses ist mit Totenschädeln geschmückt, und große Mengen von menschlichen Knochen sind hier ausgehäuft, die in ihrer symcirischeii Anordnung deutlich die Ab- ficht verraten, damit«ine Zierde zu schassen. Leidenschaftliche An- denkcnsommler haben der Versuchung nicht widerstchen könne», einig« dieser düsteren Reliquien mitzunehmen, und so ist die Kirche jetzt unter streng« Bewachung gestellt, um einen derartigen Raub zu verKindern. Eine ähnlich« Sehenswürdigkeit ist das Beinhaus" von Roter», dos sich in der Nähe der schweizerischen Stodt Brig an der italienisch-schwetzerischen Grenze befindet. Die Schädel- und Schenkelknochen zahlreicher Toter sind hier sorgfältig aufgeschichtet, «nd manche Schädel sind mit Bändern umwunden, die an der Seite große Schleifen hoben. E» gibt auch noch andere solch« Bein- Häuser in Europa, so z. B. das bei der Kirche von Hallstatt, in dem die Ueberrelt« au» den Gräbern de» alten Kirchhofe» gesammelt sind. Da all dies« Stätten von Rcilendeu viel besucht werden, die sich gern einen gruseligen Eindruck verschassen, so hat mon be- hauptet. daß manche dieser merkwürdigen Anlogen weniger durch uralte Ueberlieferung. als durch den Wunsch, de» Fremdenverkehr zu heben, hervorgerufen morden sind. Weltstadt" gegen Gastwirtsangestellte. Bauer bis in ben grauen Borgen beim Bilsener plaubern Benn §11 als Polizeiffundenersatz. Das Berliner Tageblatt" glaubt, unter dem Signum Gastwirtsangestellte gegen Weltstadt die Intertationale Automobilausstellung zum Anlaß nehmen zu können, um vegen des gewaltigen Fremdenverkehrs" einen Borstoß gegen die 3olizeistunde unternehmen zu müſſen. Es sind oft gehörte Irgumente, die vorgebracht werden, um das gänzliche Fallen er Polizeift unde zu fordern. Die großen Bälle haben ja begonnen," so flagt das Blatt. Große Beranstaltungen in privaten Rreifen folgen ihnen. Da wollen die Teilnehmer, durch die Geselligeit des Abends angeregt, hinterher noch an anderer Stelle, in inderer Luft, in kleinerem Kreise, Gedanken austauschen, neu angesponnene Beziehungen vertiefen." Für die„ Bertiefung der Beziehungen halb oder ganz Betrunener sollen die Gastwirtsangestellten auf jede Beschränkung und Regelung der Arbeitszeit verzichten. Die Gäfte auf Bällen und Diners haben von 6 Uhr abends bis 6 Uhr morgens ausgiebig Ge legenheit,„ Gedanken auszutauschen und Beziehungen zu vertiefen". Der Hinweis darauf, daß die Gastwirtsangestellten durch die Aufhebung der Polizeistunde erhöhte Berdienstmöglichkeiten hätten, ist hinfällig, ganz abgesehen davon, daß eine solche vorübergehende Erhöhung auf Kosten einer dauernden Schädigung der Gesundheit des Angestellten geht. Darüber hinaus ist bekannt, daß die große Mehrheit der Gaststätten nicht einmal die 3- Uhr Polizeiftunde ausnutzt, sondern aus Mangel an Gästen schon vorher schließt. " Erfordernisse der Weltstadt"? Macht eine Weltstadt aus, daß Tag und Nacht alle Kneipen geöffnet sind? Paris, gewiß auch nach Ansicht des Berliner Tageblatts" eine Weltstadt, fannte vor dem Krieg nur die 2- lhr- Bolizeistunde, und in London wird im allgemeinen schon um 12 1hr geschlossen. Billigere Beweisgründe für eine Aufhebung der Polizeistunde, als das„ Tageblatt" fie vorträgt, waren schwerlich anzuführen. Damit das Romische nicht fehlt:„ Im Frieden," so heißt es im ,, Tageblatt". fah man nach den Hofbällen selbst fommandierende Generale im Ordensschmud im damaligen Café Theater, Lichtspiele usw. Mittw., d. 14. 11. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 137 19 Uhr Der ferne Klang Staats- Oper Am Pl.d. Republ. R.-S. 185 20 Uhr Mittw., d. 14. 11. Städtische Oper Bismarckstr. Turnus IV 19% Uhr Die Zauberflöte Staati. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt A.-V. 201 20 Uhr Die heimliche Gespenster Ehe Staatl. Schiller- Theater, Charitbg. 15% Uhr: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. 20 Uhr: Die Weber. SCALA 8 Ubr B 5, Barbarossa 9256 Jack Hylton, der unumstrittene Jazz- König Europas, mit seinen 18 Solisten und weitere zum ersten Maie in Berlin auftretende internationale Stars. Großes Schauspielhaus 8 CASANOVA mit Michael Bohnen. Regie: Charel. Sonntag 3 U.: Nachmittags- Vorstell z. halb. Preisen( ungekürzte Vorst.) Komische Oper 84 James- Klein- Revue: Tausend nackte Frauen!! Die große Revue der „ Freien Liebe" Parkett nur 4,50 Mk. 8 Uhr CASINO- THEATER 8, Uhr Lothringer Straße 37. Nar noch wenige Aufführungen. Stöpsel Volksbühne der Musketier um 9 Uhr abends Zapfenstreich hat, braucht der General für sich den Zapfenstreich nicht auf 9 Uhr morgens anzusetzen. Der Polizeipräsident wird dem Ansuchent des bürgerlichen Blattes nicht stattgeben. Die organisierten Gastwirtsangestellen werden sich gegen eine Aufhebung der Polizeistunde über 3 Uhr nachts hinaus energisch wehren. Nicht aufgehoben, auf eine frühere Stunde müßte die Polizeistunde herabgesetzt werden. Mißstände bei der„ Mitropa." | Leok ber Erhöhung der Fahrpreffe follen alfo die Reifenbew den Schaffner noch mit bezahlen, durch Trinkgeld, das dem Schaffner schon von vornherein bei seinem Lohn in Anrechnung gebracht ist, das also der Schaffner für die Direktion der Mitropa einsammelt. trage von 15 Mart gezahlt. Es wurde den Schaffnern entzogen Seit Jahren wurde den Schaffnern Wendegeld im Be worauf das Arbeitsgericht feststellte, daß es bis Ende November weiterzuzahlen sei. Daraufhin fündigte die Direktion der noblen Mitropa sämtlichen Schaffnern dieſe außertarifliche Zulage. Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter. Versammlung aller auf Amsterdamee Boden stehenden Ortsgruppen- Delegierten des Verbandes am Donnerstag, 15. November, 19% Uhr, im Großen Gaal des Palais des Zentrums, Rofent thaler Str. 36. Butritt haben nur die Geladenen unter Vorzeigung des Brief pinktlich um 19 Uhr zu erscheinen. Man schreibt uns: Die Direktion der Mitropa" entläßt die notwendigsten Arbeitskräfte und stellt dafür um so mehr Kon- umilages ber Labung und bes EPD.- Mitgliedsbuches. Es wird gebeter, trolleure und Aufseher an, die sich um den Nachweis ihrer Existenzberechtigung bemühen, indem sie das Personal schitanieren und sich dabei zum Teil ganz ordinärer Redensarten bedienen. Der Tarifvertrag scheint für den Inspektor Eggler Dom Anhalter Bahnhof nicht zu existieren, sonst fönnte er die Schaffner bei Antunft auf dem Bahnhof, nachdem ihr Dienst be laffen. Auch der Kontrolleur 2uzlaff läßt sich durch den Tarif endet ist, nicht stundenlang auf Abfertigung warten vertrag nicht stören. Bei Ankunft eines Zuges foll sämtliches Geschirr abgewaschen sein. Das ist möglich, wenn der Betrieb im Speisemagen rechtzeitig zuvor eingestellt wird. Allein eine Anordmmg hierzu besteht nicht, wird auch nicht getroffen, trotzdem soll bei Ankunft die Küche in Ordnung sein. schwindigkeit von 90 Stilometern und mit primitiven Mitteln ein Das Speisewagenpersonal hat bei einer Fahrtge. größeres Arbeitspensum zu leisten als in einem Berliner Reſtaurant. Bei einer 10 bis 16ftündigen Arbeitszeit gibt es feine Effenpausen. Ist der Zug start besetzt, muß der Angestellte sein Essen während der Arbeit im Stehen einnehmen. Die Kost bildet einen Teil der Entlohnung. Nimmt ein Angestellter aber die ihm zugeteilten Speisen mit nach Hause, weil er aus Geschäftsinteresse während der Fahrt feine Zeit zum Essen übrig hatte, so wird er fristlos entlaffen. Deshalb find für das gesamte Fahrperfonal feft fte hende Eisenpausen zu fordern. und ziemliche Diensttenntnisse besigen. Ihre Dienstvorschriften bilden Die Schlafwagenfchaffner müssen sprachgewandt sein ein dides Buch und ihr Monatsgehalt beträgt 120 m. Theater am Balowplatz Metropol- Theater 8 Uhr Der lebende Leichnam Theater am Schiffbauerdamm 8 Uhr. Die Drei- GroschenOper Thalia- Theater 8 Uhr: Schneider Wibbels Auferstehung Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr Die Weber Th. am Schiffbanerdamm Täglich 8 Uhr Die Drei- GroschenOper Paulsen, Valetti, Ander, Gerron, Schaufuß, Kühl, Lenja. Terben: Morden 1141-231 Täglich 8, 2hr Friederike Musik von Franz Lehar Käthe Dorsch Richard Tauber $ Hilde Borner Bespermann Arnftaedt Starnburg Dora Rex Limburg Kaiser- Tig Die Kaffe ist ben ganzen Tag geöffnet. Telephon: Zentrum 378 u. 9393 Theater des Westens| Trianon- Th. Täglich 8%, Uhr: Täglich 8, Uhr Josephine Baker Die Ehre mit Hal Sherman. in der neuen Revue Mus. v. Fr.Holländer Rundfunkhörer halbe Preise Heute 4 Uhr Schneeweißehen und Bosenrot ose- Theater Gr.Frankfurter St.132 8 Uhr: Kleines Theater Täglich 8 Uhr Max Adalbert In Der Dickkopf Deutsches Theater Sandrock, Landa, Norden 12 310 Vorverkauf auch im Pavillon d. Reinhardtbühnen Kurfürstendamm, Ecke Uhlandstraße Bismarck 448 u. 449. 8 Uhr, Ende gegen 11 9 Sterler, Sikla. Barnowsky- Bühnen Th. Königgrätz. St. Täglich 8, Uhr Der Frauenarzt Schauspiel von Hans J. Rehfisch R D.Verschwender Theater am Nollendorfplatz Täglich 8, Uhr Wiener Blut Oper v. Joh. Strauß Mittwoch 4 Uhr Das neugierige Sternlein Die Verbrecher Sty. nachm. 3%, Uhr Th. in der Lützowstr. Schauspiel von Kleine Preise Kurf. 9209. FerdinandBruckner Der rote General Tgl. 8, Sonnt. 4 U. Die Komödie Komodienhaus L. M. Lommel Bismarck 2414/7516 7 Uhr Tgl.8%, Ende 10/ in: Perlenkomödie ,, Runxendor! Deutsche Urauffüh- von Bruno Frank rung „ Olympia" von Franz Molnar Regie: Forster Larrinaga. Kammerspiele Norden 12 310 81, U. Ende nach 10 „ Ehen werden im Stg. nachm. 3, U. kleine Preise Mein Vater hat Recht gehabt auf Welle 0,5" Rundiunkhörer halbe Preise Sonnabend 4 Uhr Klein Hockepack. Renaissance- Theater 8% Heute 84 Ton in des Töpfers Hand Deutsch Himmel geschlossen!" von Theodore Dreiser. Komödie vonWalter von Paul Eger. Regie: Gust. Hartung. Hasenclever Reichshailen- Theater HALLER- REVUE Abends „ Schön und schld" Th. im Admiralspalast Täglich 8 Uhr. Thalia- Theater Dazu ein erstklassiger bunter Teil. Dresdener Str. 72-73 Für unsere Leser Gutschein für 1-4 Pers. Fauteuil nur 1.15 M., Sessel 1.65 M. Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M. CIRCUS 8 Uhr 8 Uhr Schneider Wibbels Auferstehung Henckels, Grodiczinski. Saltenburg- Bühnen Dts. Künstler- Th. 8 Uhr: BUSCH Die Herzogin Täglich 8 Uhr Das menschl.Raketengeschoß ein Gratisschauspiel vor dem Circus an die Berliner und das vollkommen neue November Programm. Zum Schluss: Die erste Sportrevue Berlins in 16 grandiosen Bildern. von Chicago Oper. von Emmerich Kalman Lessing- Theater 8 Uhr Alb, Bassermann. Lucie Mannheim Herr Lamberthier" Drama von Louis Verneuil. Sonnt. nchm. 3 Stettiner Sänger Neu! Neu! Hamlet im Heringsladen Burleske v. Meysel Nachm. halbe Preise, volles Progr. Donhoti- Brett'1: Varieté- Konzert- Tanz. Berliner Tik- Trio Neukölln. Lahnstr. 74/751 Winter Garten Tägi. 8 Uh 4 Runaways neueste amerikanische Excentric- Sensation und weitere Varieté. Neuheiten. Rauchen gestattet Achtung, Arbeitsamt Nord! Am Freitag, 16. November, 16% Uhr, im Lebigenheim, Schönstedtstr. 1( Restauranteingang), wichtige Ber fammlung aller SPD.- Genossen. Tagesordnung: 1. Bortrag des Gen. R. Riegmann über:„ Die Rämpfe der Sozialdemokratie in Gegenwart und Zukunft". 2. Reuwahl des Borstandes. Zutritt nur gegen Parteiausweis. Der Fraktionsvorstand. Freie Gewerffchafts- Jugend Groß- Berlin 1 Heute, Mittwoch, 19% Uhr, tagen die Gruppen: Zentrum: Jugendheim Zehdenicker Str. 24-25, Sputgeschichten. Weißensee: Gruppenheim Weißensee, Barfftr. 36, Revolutionsfeier. Baumschulen weg: Gruppen heim Baumschulenweg, Ernststr. 16. Boffswirtschaftliche Blaudereien. Ren föln: Jugendheim Bergftr. 29( Sof). I. Reihenvortrag:" Bas ift Wirtschaft?" Süben, Südwesten: Städt, Jugendheim Nordstr. 11( Fabritgebäude). Liis. rarischer Abend. Jack London. Nordkreis: Beginn des Jugendkursus im Jugendheim Gonuenburger Str. 20. Thema: Jugendpindologie". Referents Dr. Peter Fleischmann. Achtung! Die Jugendberatungsstelle ist heute Don 18%-20 Uhr im Zimmer 7a der Jugendzentrale, Engelufer 24-25, geöffnet. Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten Heute, Mittwoch, finden folgende Beranstaltungen statt: Gesund. brunnen: Jugendheim Schönstedtstr. 1( Ledigenheim). Bortrag:„ Dichter der Revolution". Often: Jugendheim Litauer Str. 18. Bortrag:„ Meine Englandreife". Referent: Weigelt. Stralau: Jugendheim Goßlerstr. 61. Bor. trag: Bursche und Mädel in der Jugendbewegung" Referentin: Marth Südost: Jugendheim Wrangelfir. 128. Suftiges Allerlei. Schie Frenzel. Neukölln: Jugendheint Böhmische Ete, 1-4. Achtung, Achtung! Hier wird gelacht. Spanbau: Jugendheim Lindenufer 1. Bortrag: Moderne E sichungsprobleme". Referentin: Martha Schulze- Frenzel. Sie pohon, Wissen Sie Theater n der Stadi daß dieser feinfarbige Spangenschuh mit geschweiftem od. O Trotteurabsatz uur. feinfarbige Spangenschuh mit Crêpegummisohle ume praktische Ueberschuh 10% kostet? TIETZ Leipziger Str. dorfer Strasse Alexanderplatz Brunnenstrasse Lustspielhaus Friedrichstr.236 Bergmann 2922/23 Jönh, 919. 84 Uhr Täglich 8 Chr Kommandantenstr. 57 Spiel im Schloß Das Zugstück von Berlin Anak dete von Freuz Meinar, Arm wie eine Regie Eugen Rober gens Enterbay, Pan Marz Kirchenmaus Licho, Zasch- Ballet, Tai Planetarium am Zoo an. Joachimsthaler Stra Noll. 157 16 Uhr Der Sternhimme im Winter : 18 Uhr Erde und Weltenraum. 20 Uhr Sonneu.Sterne Frankfurter Allee Kottbuser Damm Belle- Alliance- Str. WilmersAndreasstrasse Chausseestrasse WALHALLATHEATER 815 Varietén. Tanz! Bintritt 50 P1. Theater a. Kottbusser To Kottbusser Str. 6 Tel.: Mpi. 1607 Täglich 8 Uhr, auch Sonnt achm Uhr termäß, Preise Elite- Sänger ..Dietrich, be errsche Dieb Waldeinsamkeit. Stammtisch Hutlos Volkspreise: Mk 0.50 b. 2.00, Logen 2.