Morgeniwssab« Nr. 541.,, � 274-tS.Zahrgang RSöcheaÜich SSPf�««»atkch 2,60 TL tm voraus zahlbar. Postbezug ij& 3S. «m�chl. Bestellgeld. Auslandsobonne- ment 6.— TR, pro Monat. Der„Vorwärts' erschernl Wochentag« l'ch zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel..Der Abend". Illustrierte Beilagen„Bolt und Zeit" und, Kind erfreund". Ferner JInterbaltung und Wissen..Frauen. stimme".„Technr?".„Bl't? in die Bücherwelt" und.Iugend'Dorwöns' Berliner VolkSblatt Vvtmeesias 45. November 1928 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 pf. Sit ftnipoIMflt Nonpüctllltitl?, *0 Pfennig. RetUunt�tilt i.— Reiche morf.„Weint Hnjtlgtn" d»,(ettgt- brudtt fflort 25 Pfennig(julojfig zwt- ttttgtbrudlt Bortf), lebt» rotittrt SBorl 12 Pstnnig. Sttltngtlucht bo» tri« üßott 15 PItnitig,(tbt, mtiltrt TOon 10 Pstnnig. Bortt übtr 15»uchstnbtn zohltn für|Dti DoNt. firbtitsmorri flrnnt 3. wochtnlögl. von&l/i Hb 17 Uhr. Jentvawvgan der SozialdemotvatifOen Partei Deuiswlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 kirnsprechrr: Dönhoff 29S—S91 leltgramm-Sdr.: Cvzialdemotrsi Berli» Vonvaris-Verlag G.m.b.H. Pestscheckfonto: Berlin S7bSK.— BanNonlo: Bant der Arbeiter,«ngestelUen und Bcannen Wallslr. Sü Dikkonto-Gesellschast, Depositenkasie Lindenstr S Heute Panzerschiffdebatte. Morgen Entscheidung.- Kampf um die Abstimmung des Reichs- kanzlers: er stimmt mit feiner Fraktion. Der..Sozialdemokratische Pressedienst" meldet: 3m Lause des Mittwoch war an die sozialdemokratische Reichs- kogssraktion von Vertretern bürgerlicher Parteien die Frage heran- gebracht worden, ob die Minister, insbesondere der Reichs- k o n z l e r. bei der Abstimmung über den sozlaldemotrali- tchen Panzerschifs- Antrag mit ihren Fraktionen stimmen °der der Abstimmung sernbleiben sollten. Am Abend faßte die sozialdemokratische Fraktion nach ganz kurzer Angsprache, in der Keinerlei Meinungsverschiedenheiten zutage traten. chren vcschlnh. Die Stimmabgabe aller Mitglieder wird e i n- orillich und geschlossen erfolgen. Als Rückwirkung des Beschlusses der sozialdemokratischen Fraktion sind die neuesten Vorgänge in der Zentrums- Fraktion zu betrachten, über die das., Nachrichtenbureau" Zeitungsverleger berichtet: Die Zentrumsfroktion des Reichstags beschäitigt« sich am Mitt- *�ch abend mit der Panzerkreuzersrage. Bereits im Lause des •fcges hatte eine Besprechung zwischen Vertretern de» Zentrums und o�r Sozialdemokratie stattgefunden, noch deren Ergebnis man an- �thmen dürste, daß die»och bestehenden Schwierigkeiten "üsgeräumt werden würden. Nachdem ober die sozialdemo- trotischx Reichstogsfroktion beschlossen hatte, daß ihre Mitglieder im Kabinelt, einschließlich des Reichskanzlers Müller, für den Antrag Einstellung des Panzerkreuzerboues stimmen müßten, ist nach Auffassung der Zenlrnmssroktion eine neue Loge eingetreten. Sie �at daraufhin ihre Besprechung abgebrochen. Aus dieser Mitteilung geht hervor, daß es besonders die Oentrumsfraktion war, die die Frage, wie sich der Reichs- fonzlcr verhalten solle, aufgeworfen hat. Für das Fern- bleiben des Kanzlers von der Abstimmung war angeführt worden, daß sich der K a b i n e t t s ch e f, der nach der Ver- jassung die Richtlinien der Politik zu bestimmen habe, nicht w öffentlicher Abstimmung gegen andere Kabinettsmitglieder »ellen dürfe. a, Di« sozialdemokratisch? Reichstagsfraktion hat sich dieser Auffassung, die ihr vom Genossen Hermann Müller dar- Zulegt wurde, nicht anschließen können. Aus der kurzen Aussprache ging hervor, daß sie eine Trennung des Partei- fjursißenden— mag er jetzt auch Reichskanzler sein— von °5r Fraktion für unmöglich hält nicht nur im Interesse der Partei, sondern auch in seinem eigenen Interesse. Müllers fernbleiben von der Abstimmung hätte bedeutet, daß 'r sich selbst als Parteiführer geopfert hätte, um Schwierigkeiten im Kabinett zu vermeiden. Dieses Opfer Jchll die Fraktion nicht bringen, weil sie Müller auch m Zukunft als Vorsitzenden behalten will. Noch ein anderer Gesichtspunkt war— eigentlich als «nter— für die Fraktion entscheidend. Die Massen der Z°rtei haben durch ihr Fernbleiben vom kommunistischen Volksbegehren ein bewundernswertes Beispiel von G e- -? lv s s x n h e i t und Disziplin gegeben. Dieses Be,- ,'V'el soll sein Gegenstück finden in der vollkommenen Ge- '.chlossenheit und Disziplin der sozialdemokratischen Reichstags- Auktion. Geschlossenheit und Disziplin des Ganzen halt die 1» stion für um so notwendiger, als die s o z i a Jen i-��nzeichen im Nordwesten des Reiches, die pv'� e!.ch en im Reichstag zur stärksten Zusammenfassung aller �5 mahnen..„.. Die Situation, die sich heute und morgen im Reichstag .".geben wird, ist allerdings mehr als ungewohn.ich. Par- "-n. die in der Regierung m i t einander arbeiten, werden einer Frage die die Gemüter leidenschaftlich bewegt. �geneinander stehen, und die Entscheidung wird von ?°"'qen Stimmen abhängen. Der Reichswehrmin'ster wird Reichstag auffordern, einen Antrag abzulehnen, der von tn ftärfsten Regierungspartei gestellt ist. Der Reich!-- I?Uzler und die anderen sonaldemokrotischen Minister werden � fgx diesen Antrag stimmen. Das Kabinett wird sich "öffentlicher Abstimmung in zwei oder, wenn es Eni- fWUmgen gibt, in drei Lager teilen.. >!- Sozialdemokratie stützt sich in diesem Kampf aus * Stärke, die ihr der Wahlsieg verliehen hat und auf ? steberzeugung. daß ihr ein neuer Wahlkamvf neuen S>eg r>Ng5—- � lichen Parteien einzuspannen verstanden hat. Sie vertritt mit der allergrößten Entschiedenheit den Standpunkt, daß die Volksvertretung ihre Souveränität nicht preisgeben darf gegenüber militärischen Stellen, die gegen Vernunftgründe ihr Prestige stellen. Sie kämpft für eine sparsame Finanzverwaltung �und sie bekämpft die aus der Kaiserzeit übernommene Schwäche der bürgerlichen Parteien gegenüber den Herren in zweierlei Tuch, die verhängnisvolle Neigung, diesen Herren aus scheinnationalen Gründen, letzten Endes aber zum Unheil der Nation, alle Wünsche, auch die unvernünftigsten, zu er- füllen. Wird es nach hartem Kampf und schwerer Entscheidung möglich sein, die Parteien wieder zu gemeinsamer Arbeit zusammenzubringen? Die sozialdemokratische Reichstags- frattion hält ihre grundsätzliche Bereitschaft zu solcher Arbeit aufrecht. Sie zeigt aber durch ihr gegenwärtiges Verhalten, daß sie in der Gemeinschaftsarbeit mit bürgerlichen Parteien ihr eigenes Wesen aufzugeben nicht gewillt ist, daß sie nicht gewillt ist, eine Marinepolitik zu unterstützen, die nach ihrer Ueberzeugung unnütz, kostspielig und bedenklich ist, daß sie nicht gewillt ist. auf realen Einfluß im Interesse der Arbeiterklasse zu verzichten, um sich eine glänzende Schein- stellung als Regierungspartei zu erhalten. Die Sozialdemokratische Partei ist in ihrer sachlichen Stellung gegenüber der Forderung der Marineleitung voll- kommen einig. Besonders auch der Reichskanzler Gen. Hermann Müller und die anderen sozialdemokratischen Mi- nister werden, indem sie mit der Fraktion stimmen werden, nicht bloß äußerlich Disziplin halten, sondern sie werden da- mit ihrer sachlichen Ueberzeugung folgen. In den ande- ren Parteien sieht es anders aus. Hier ist jene Stimmung weit verbreitet, der einst der Führer der Konservativen, Diederich Hahn, Ausdruck gab,, als er das Wort von der „gräßlichen Flotte" prägte. Für viele bürgerliche Abge- ordnete ist die Haltung der sozialdemokratischen Reichstags- frattion eine unbequeme Gewissensmahnnng. Daraus erklärt sich zum großen Teil ihre unwirsche Stimmung, besonders die des Zentrums. Sollte diese Stimmung zur Krise führen, so würde sich bald herausstellen, daß es neben der Sorge um das Panzer- schiff A wahrhaftig auch noch andere Sorgen gibt. Die Sorge um die Reparationen, um die Räumung des besetzten Gebietes, die Sorge um die soziale Rot, aus der soziale Konflikte entstehen wie der an der Ruhr und hundert andere. Zu beneiden ist in Deutschland keine Regie- rung, am allerwenigsten aber würde d i e Regierung zu be- neiden sein, die die Sozialdemokratie aus der Rolle der mit» arbeitenden, mithelfenden Regierungspartei in die Oppo-i sition zurückdrängte. Hinter der einen Panzerschiff-Frage steht die größere Frage, ob die bürgerliche Mitte mit der Sozialdemokratie eine Politik des Schutzes der Demokratie, des sozialen Fortschritts und der Sparsamkeit treiben oder ob sie nach eigenen Rezepten und auf eigene Faust ihr Glück versuchen will. Von der Beantwortung dieser Frage hängt für das deutsche Volk unendlich viel ab. Die Sozialdemo- kratie als Partei hat von ihr, wie immer sie ausfällt, nichts zu fürchten! Der Reichstag soll kein Panzerschiff bewilligen, er soll nicht Krise und Regierungsbildung spielen, sondern er soll lieber daran denken, wie er den Ausgesperrten an der Ruhr helfen kann! Vormittag Kabinettssitzung. Das Nachrichtonbureau der Zeitungsverlegsr meldet: Das Rcichskatiinett wird sich in seiner Sitzung am Donnerstag vormittag auch mit der Frage einer Zustimmung der sozialdemokratischen Kabinettsmitglieder zu dem gegen den Panzer» treii.zcrbaii gerichteten fozialdeuioknitischen Antrag beschäftigen. Diese Tatsache ist auch bestimmend für den Zentrunisfraktionsbeschluß gewesen, sich am Mittwoch ohne Beschlußfassung zu vertagen, um erst die E n t s ch c i d u ng des Kabinetts abzuwarten. Dazu ist zu bemerken, daß das Verhalten der sozialdemo- kratischen Minister bei der Abstimmung über den sozialdenio- tratischen Antrag keine Frage ist. Nachmittag Reichstag. Die Sitzung des Reichstags, in der der sozialdemokratische Antrag auf Einstellung des Panzerschiffbaus beraten wird, beginnt heute 3 Uhr nachmittag. Ihr äußerer Verlauf wirb von dem Ergebnis der vorangehenden Kabinettsitzung mit- bestimmt werden. Insbesondere wird davon abhängen, ob der Reichskanzler für die Regierung eine Erklärung formalen Inhalts vortragen wird. Reichswehrminister G r o e n e r wird seine Gründe für die Ablehnung des An- trags vorbringen. Für die Sozialdemokratie wird, wie schon gemeldet, Genosse Wels, für die Deutschnationalen wird der Abg. Treviranns sprechen. Ein Kommunist wird die kommunistische Interpellation und den kommunistischen An- trag begründen, die zu dieser Angelegenheit gestellt sind. Von den Parteien der Mitte werden kurze Erklärungen erwartet. Man rechnet daher mit einer verhältnismäßig kurzen Debatte, so daß die Abstimmung am Freitag, viel- leicht schon in den frühen Nachmittagstunden erfolgen wird. Venmttlungsakiion noch nicht gescheitert. Die Aussichten jedoch sehr gering. �S>?ck»ic.riinrn UTID zzr» v»—---------- r-r— i- hell Reich«vche»iuvßer mch da- Gro» der bargtr Köln. 14- November.(Eigenbericht.) Tie Bcrmittlungsaltion des Tüsseldorfer Regierungspräsidenten ist zwar noch nicht als gescheitert zu betrachten, die Schwierigkeiten, die der Regle- rnngspräsident dabei zu überwinden hat, sind jedoch s o groß, daß die Aussichten auf ein Gelingen der Vrr- mittlnngsaktion sehr gering sind. Ter Regierungs- Präsident ist jedoch, wie wir erfahren, entschlosien, den Versuch fortzusetzen, bis die Möglichkeit einer Einigung als endgültig gescheitert betrachtet werden muß. Die Schwierigkeiten waren vorauszusehen. Die Nu- ternehmer haben ausgesperrt, weil ihnen der Schieds- spruch zu weit ging und weil sie demonstrieren wollten, daß sie durch kein SchlZchtungsversakzre« zur Zahlung von Löhnen gezwungen werden könnten. Tie Gewerkschaften bttmfen sich dagegen daraus, daß die Verbind- lichkeit einen gesetzlich geschützten Tarisver» trag geschaffen hat, und daß sie weder in der Lage noch gewillt sind, den Schutz der Ttaatsautorität preiszugeben, indem sie in eine Aendernng des Schiedsspruches einwilligen. Die Unternehmer zeigen wenig Neigung, von ihrem Standpunkt abzugehen. Wiffell im Kampfgebiet. Zur persönlichen Znfonnation. WTB. meldet: Nach Abschluß der PlenorverhondluiiZen des Reichstags über den Aibettskompf m der rheinisch- mestsälifchen Eisern rtmstrie hat sich der Reichsarchei-sminister Wissell heute nacht zu seiner persönlichen Unterrichtung in das Kampsgebiet begeben. Wegen der weiteren Aerhondlungen des Reichstags wird er der.- z am Freitag früh wieder in Berlin fein. Ludwig n. von Bismarck bestochen Aus Bayerns herrlichen Zeiten. München, 14. Ütooember.(Eigenbericht.) Aus einem geschichtlichen Memoirenwerk des Geheimrots von Böhm, früher bayerischer Gesandter in der Schweiz, vor» dem Borstand des geheimen Staatsarchivs, sowie sogenannter Reichsherold der Aronc Bayerns, erfuhr die bayerische Oefsentlich- keit vor sechs Iahren zum erstenmal davon, dag die Privat- fchatulle des Königs Ludwig II. 20 Jahre long, von 1867 an, von Bismarck jährlich mit 300 000 Mark aus dem Welfenfonds gespickt wurde, also aus jenem berüchtigten, 16 Millionen Taler umfassenden Reptilienfonds, gebildet aus dem beschlagnahmten Vermögen des von Bismarck ent- thronten letzten Königs Georg von Hannover, an besten Seite Bayern den Krieg 1866 gegen Preußen verloren hatte, lieb« die Darstellungen Böhms fehlte jeder dokumentarische Nachweis, so daß das Haus Wittelsbach und seine bayerischen patriotischen Anhänger olles daransetzten, damit die den weißblauen Monarchismus so sehr kompromittierende Behauptung einfach als leeres Gerücht ver- schwiegeil wurde. Zur Rettung der geschichtlichen Wahrheit meldet sich jetzt aber im führenden Blatt der Bayerischen Bolkspartei, im„Boye- r i s ch e n Kurier", ein Mann zu Wort, der auf Grund authen- tischfr Angaben die beschämende Tatsache der 20jährigen Subven- lionierung der Wittelsbacher aus dein Welfenfonds mit 6 Millionen Mark einwandfrei bestätigt. Es handelt sich um einen betagten, heute noch als Archivar im Dienste des bayerischen Staates stehen- den Herrn F r i ck. der in den zwei Jahrzehnten um die Jahr- hundertwende der leitende Redakteur des„Bayerischen Kurier" und damit der maßgebende Zentrumsjournalist in München gewesen ist. In dieser Eigenschaft wurde er in der Nacht zum 6. Januar 1892 von dem damaligen Zentrumsführer Grafen von Preysing über die ganze Angelegenheit eingehend informiert. Frick schreibt darüber: ..Die Unterredung, an der zwei Stunden lang auch die Ge- mahlin des Grasen teilnahm, dauerte von abends 8 Uhr bis in der Frühe 4 Uhr. Tief erschüttert verließ ich das Palais des Grafen, in dem ich einen treuen Paladin des Königshauses und einen felsenfesten Royalisten in einer furchtbaren Gemütsstimmung beob- achtel halte. Graf Preysing leireie von weither zum Gegenstand der Mitteilung über, die er sich vorgenommen hatte. Der Graf sprach länger über de bayerischen politischen Persönlichkeiten jener Zeit, über die Lerhältniiie im Königshaus und in der Regierung und blieb dann den ganzen Abend über bei der Zeit König Ludwigs II. und der Königskatostrophe haften, bis er dann das Geheimnis lüftete. Eine derartige Explosion der Verstandes- und Seelenkräfte eines Mannes hob« ich in meinem ganzen Leben nicht erlebt. Bald schritt Graf Preysing im Sturmschritt hin und her, bald stand er still, stampfte mit dem Fuße auf, bald glitt die Rede in ruhigen Worten dahin, bald schleuderte sie in heftigen Worten zornige Entrüstung, Empörung und Verachtung über den Mann aus, welcher den König in diese Situation gebrocht hatte. Er klagte, rang die Hände, weinte über das schwere Ver» hängnis, das Bayern betroffen habe, die unter Schluchzen aus- gestoßene Antwort war immer wieder:„Es ist mein König, es ist mein Königshaus!" Graf Preysing bemerkte unter anderem. daß nach 1566 alsbald„noch dem letzten Kanonenschuß", die Zu- Wendungen aus Preußen an die höchste bayerische Staatsspttze begonnen hätten, was er besonders scharf verurteilte. Bayern and Hannover seien als Ucrtmndctc In den Krieg gezogen und nach dem letzten Kanonenschuß habe man unrechtmäßige Zuwendungen ans dem vermögen des Verbündeten bezogen!" Eine weitere Bestätigung giht Frick durch die Mitteilung eines Gesprächs mit dem Zentrumsführer und späteren Reichskanzler Freiherrn von Hsrtling. woraus«sichtlich ist, daß auch Hert- ling genaue Kenntnis von den aus Bismarcks Reptilienfonds dem Wittelsbocher Königshaus zugeflostenen Korruptionsgeldern hotte. Ebenso wird die Tatsache bestätigt, daß die 300 000 M. vom Ober» stallmeister König Ludwigs II., dem Grafen Holnstein, jährlich in Berlin abgeholl wurden, der als Schweigegeld sür diesen Liebesdienst jeweils 10 Prozent Provision, also 30000 Mark, für sich beholten durste! Eine Präsidentenrede. Dr. Hainisch gegen den Kapitalismus. ' Die Rückwirkung der Aussperrung. Zeierfchichten im Bergbau/ Entlassungen und Stillegungen Lochum, 14. November.(Eigenbericht.) Bon der Aussperrung in d« Metollindustrie Nordwest wird > der Regierungsbezirk Arnsberg besonders stark in Mitleidenschaft gezagen. Die Auswirkungen auf die gesamte In- dustrie dieses für die Allgemeinwirtschast des Reiches außerordent- > lich bedeutungsvollen Industriebezirks lassen sich in ihrem vollen ' Umfang heute noch nicht übersehen. Schon jetzt hat die Stillegung der eisenschosfenden Industrie folgenschwerste 2luswirkungen auf die Lage der w e i t e r v e r a r b e i t e n d e» Industrie. Durch ' die in Auswirkung der Aussperrung erfolgten Stilllegungen an- derer industrieller Werke wurden bisher ungefähr 10 000 Ar- heiter im Bereich des Regierungsbezirks Arnsberg entlassen. Auf Anfrage an zuständiger Stelle in Arnsberg wird mitgeteilt, daß zurzeit beim Regierungspräsidenten König nicht weniger als 70 Stilkegungsan träge vorliegen. Ei» Teil der Antrag. � steller hat seine Werte bereits stillgelegt, während der weitaus größte Teil d« Anträge zurzeit noc!) der Prüfung durch die zuständigen Instanzen unterliegt. Im Regierungsbezirk 1 Düsseldorf liegen zurzeit zirka 10 Stilleg nngsan- a n t r ä ge vor. Essen, 14. November.(Eigenbericht.) Die Auswirkung«» der Stillegung in der Eisen- und Stahl- industrie Nordwest auf den Rnhrbergbau nehmen von Tag :u Tag größere Ausmaße an. Die Johl der durchschnittlichen Feierschichten, die sich im Vormonat auf ungesähr 7000 ar- beltstäglich bcliefen, betragen zurzeit Zl 000 arbeitstäglich. A» zu« I äch l i ch e n Feierschichten ergeben sich also zurzeit 24 000 arbeits- täglich. Die Ziffer der zusätzlichen Feierschichten erstreckt sich nicht gleichmäßig auf den gesamten Ruhrbergban, sondern fast ausschließlich auf die H ii t t e n z e ch e n. Wenn man einen durchschnittlichen täglichen Arbeitsverdienst von 8,7ö M. annimnrt, so ergibt sich im Ruhrbergbou als Auswirkung der Stillegungen der Eisen- und Stahlindustrie ein täglicher Lohnaiisfoll oo» min» bestens 270 000 Mark. Landtagsausschuß für Llnterstühung! Sozialvemokratifcher Antrag zur Aussperrung angenommen Im Handelsa usschuß des Landtags oerhanbelte nwn gestern über die Anträge zum Ruhrkonfliti. In der Abstimmung wurde» die in der Zentrumsinterpellation anfgestellie» Forde- rimgen jimi Antrage erhoben und angenommen. Ferner luurd« mit einigen Abänderungen ein von den Sozlaldemo- traten neu formulierter Antrag angenonnnrn, der das Staats- Ministerium dringend ersuch:, unter Fühlungnahme mit der Reichs- rsgienmg und unter möglichst umfangreicher Bereitstellinq von Reichsmitteln den Gemeindeoerbänden in den durch die 'Aussperrung in der rheinisch-westfälischen Eisenindustrie uiimittelbar I etroffenen Gebieten die erforderlichen Mittel zur Ver- lügung zu stellen, damit der schlimmsten Not gesteuert werden kann: sür die Höhe der Unterstützung sollen mindestens die Sätze der aügeminen Fürsorge zugrunde gelegt werden. Die übrigen Anträge waren durch diese Abstimmung erledigt. Ein neuer Antrag zum Panzerkreuzer. WirtschastSparkei will Klottenprogramm. Die Reichstagsfraktion der Wirtschaftspartei hat, wie das Noch- nchtenbureau des Vereins Deutscher Zeilungsvexleger erfährt, am Mittwoch in einer gemeinsamen Sitzung mit den Vertretern der ver- ichiedenen Landiagsfraktioner» der Wirtschaftspartei beschlossen, zur Panzerkreuzerdebatte am Donnerstag folgenden Antrag«inzu- bringen: Der Reichstag wolle beschließen, die Reichsregiernng zu ersuche», 1. umgehend ein auf längere Sicht abgestelltes Vauprogramm uorzulege», das oll« Deutschland aus dem Verfoiller Vertrag belasse- nsn Rechte für die Ausrüstung der Marine erschöpft. Dieses Pro- gromm soll den Ausbau der Seestreitkräfte in einer Weise vorsehen, die«s ermöglicht, unter Berücksichtigung der modmtften technischen und militortechnischen Grmcdsätze das militärisch werllos« Attschiff- Material, dessen Benutzung leilweis« schon zu einer Gelöhrdung der Besatzung führt, beschloimigt außer Dienst zu stellen: 2. eine» Gesetzentwurf vorzulegen, der die Bereitstellung der Mittel für«in langfristiges B-ruprogramm der Marin« in vor- bezeichnetem Sinne unter Verwerfung der bisher am Ersatzbau A geleisteten Bauarbeiten und der hierfür erteilten Aufträge sicher- stellt, und die Weiterarbeit am Ersotzbau A so lange auszusetzen, bis sichergestellt ist, daß die hinter der Regierung stehenden Parteien der Fertigstellung des Erfatzboues A wie einer gesetzlichen Regelung des Gefamtersatzbauprogramms zustimmen: 3. den ausländischen Regierungen offiziell mitzuteilen, daß all« Maßnahmen der deutschen Regierung, die im Rahmen des Ver- iaiüer Vertrages auf die Erhaltung der Verteidigungsmöglichkeiten Deutschlands hinzielen, eine Neuregelung erfahren, wenn die im Versailler Vertrag vorgesehen« allgemeine Abrnstting durchgeführt wird.' Oer KPO.-Krach. Ausschlüsse und Spaltungen in Harburg-Wilhelmsburg. harburg-wilhelmsburg. 14. November.(Eigenbericht.) Die KPD. hat aus ihrer neun Köpfe starken Stadtverordneten- sraklion vier Mitglieder ihrer Mandate sür verlustig erklärt, weil sie„Verrat am Proletariat verübt und sich in ihren Aemtern persönlich bereichert haben". Gleichzeitig vmrden sie aus der Partei ausgeschlossen. Das gleiche Schicksal hat das geistige Oberl>aupt der Kommunisten in Harburg-Wilhelmsburg, den Senator Wüpperling. unbesoldetes Magistratsmitglied, ereilt. Er wurde aus denselben Gründen an die Lust gesetzt. Die fünf Ausgeschlossenen haben ihre Mandate nicht niedergelegt, sondern als„linke Kommunisten" eine neue„Fraktion" aufgemacht. In der hiesigen Ortsgruppe der KPD. geht seit Wochen alles drunter und drüber. Austritt aus der KpO. Dresden, 14. November. W« dos Dresdener sozialdemokratische Organ nrittellt, hat der Dresdener Stadtrat Lehrer Z i n ck e in einem Schreiben an den Oberbürgermeister und persönlich in der Dienstagsitzung des Gesamt- rotes eine Erklärung abgegeben, daß er wegen der verworrenen Verhältnisse in der Komniunistifchen Partei Deutschlands nicht mehr Mitglied dieser Partei sein könne und deshalb seinen Austritt rttSatt, Se» Stadtmtsmattd« dehütt« vorläufig weiter im«, Am Stootsseiertog des 12. November, dem Gründungstag der Republik, ist in Wien der Grundstein zu dem Gemeinde, Stadion gelegt worden. E« soll dos größte und modernst« in Europa werden. Dabei /prach Bundespräsident Dr. Hainisch. Er sagt« u. o.:..... betreibe ich doch selbst, trotz meiner siebzig Jahre noch körperliche Hebungen genau so wie früher als junger Mensch. Zweifellos spiel: da die Fomilienonlog««ine Rolle. Ist doch mein« Mutter fast neun zig. Aber ich rauch« und trinke auch nicht.(Beifäll.) Auch ich." setzt« Dr. Hainisch fort,„habe seinerzeit Propaganda Für neue Sportplötz« gemacht. Aber wenn ich«inen passenden Platz fand, dann hieß es: Ja. den kann man ja viel besser verwerten. Ein Ingenieur kam, oermaß den Platz,«ine Straße und Zinshäuser wurden gebaut, die oben den kapitalistischen Bedürfnissen besser entsprachen. (Stürmische„Brovo-Hainisch!"-Ruf«.) 3eht wird in begrüßenswerter weise mit dieser rein kapitolisti- schcn Auffassung gebrochen und sür die körperliche Ertüchtigung der Jugend etwas geleistet." (Lebhafter Beifall.) Plan hat jetzt für di« Jugend viel mehr Ber- ftändnis. Ich hoffe daher, daß dos Unternehmen der Gemeinde, zu dem ich den Bürgermeister und den Gemeinderat herzlich beglückwünsche, vollen Erfolg haben wird. Diesen Wunsch spreche ich am Festtage der Republik aus, die, man kann dies schon erklären, von gar niemand mehr bedroht wird, die so fest steht wi« dieser Stein!"(Brausende Braoo-Rus«.) Biirgermeister S e i tz dankte Dr. Hainisch. Hainischs Amtszeit löuff ab. In der Obmännerkonsereuz des Nationolrates verwies Bundes- kanzler Dr. S« i p e l auf das Vertrauen des Volkes zu dem Präsidenten Dr. Hainisch, sowie auf den weitoerbresteten Wunsch Duett statt Debatte. polnischer Parlamentarismus. Warschau. 14. November.(Eigenbericht.) Der Vorsitzende des Regierungsblockes im Parlament, Oberst Stawek, hat m der vergangenen Woche den Vorsitzenden der Fraktion ber Sozialisten. Genossen Dr. Marek, in unerhörter Weis« beleidigt urt» dessen Rode m öffentlicher Sitzung eine Schuster« genannt. Die sozialistische Parlaments svaktian stellte dorwus einstimmig fest, daß Oberst Slawek sich mit diesen Beleidigungen außerhalb des Ehrbegriffs gestellt habe. Dies« Erklärung wurde im Zeittralorgoi: der sozialistischen Partei, dem„Robotnik" oerössentlicht. Gestern hat nun Oberst Sla> wek dem Ehesredakteur des„Rofcotink", Niedzlalkowsk: seine Zeugen geschickt. Niodgialtowski nahm die Forderung an unf> ernannt« Zu feinen Sekmidantcn den Abgeordneten Kwapinski ul»d dm früheren Minister Thugittt.(Mit der Annahm« einer Heraus- forderung zum Zweikampf würde sich N. sehr weit von sozialssti- scheu Anschauungen entfernen. Red. d.'„V.") pilsudskiireue über Ehrenpflicht. Warschau. 14. November.(Eigenbericht) Die Parlamentsfraktion der polnischen Sozialisten hat ihre ehemaligen Mitglieder, die sich der Spaltungsgruppe angeschlossen haben, ousgefordert. ihre Mandatezurück zugeben gemäß einer vor den Wahlen eingegangenen ehrcnwöttlichen Verpflichtung. Im Namen dieser Abgeordneten erklärte Abg. Emulitowski, eine derartige Verpflichtung nicht abgegeben zu haben und nicht gewillt zu sein, die Mandate zurückzugeben. Gerade dem Abg. Smulikowski ist von seinem Wahlkreis nach seinem Zlustritt aus der Partei dos Mißtrauen ausgesprochen worden. Smulikowski«< klärte in der Haushaltsdebatte, die Regierung Pilsudski zu unter- jtugen und[iir das Budget zu stimmen. Damit hat sich die nach einer Bersossungsänderung in dem Sinn«, daß der Bundespräsident direkt vom Volke gewählt werde und daß sein« Befugnisse, namentlich hinsichtlich der Bestellung der Bundesregierung und der Auflösung des Rational- rat« erweitert würden, wobei die Bundesregierung nach wie vor vom Vertrauen des Nationalrats abhängig fein müßt«. Seipel schlug im Einvernehmen mit den Mehrheitsparteien vor. dt« Amts- zett des Bundespräsidenten durch Lersasjungsgeseg um«in? ongc- messen« Zeit zu verlängern, v m inzwischen ein« Ren's ton der Verfassung im angegebenen Sinn« in die Weg« zu leiten. dorm aber, wenn dies« Gesetz geworden sein werde, der veränderten Stellung des Bundespräsidenten entsprechend, sofort zu einer Neu- wohl schreiten zu können. Nomons der Sozialdemokraten erklärte Bürgermeister Stitz. feine Partei sei grundsätzlich gegen di« unmittelbar« Wohl de» Bundespräsidenten durch dos Volk, weil diese erfahrungsgemäß immer ein Mittel cäsarischer Politik und dadurch eine Gefahr für di« Demokratie sei. Die Notwendigkeit einer Erwetterung der Besugnijs« des Bundespräsidenten könne fein« Partei derzeit nicht einsehen. Sie könnte sich«ine Aenderung der Stellung des Bundespräsidenten nur im Rahmen einer auch ander« Teile der Verfassung ändernden Der- sossungsreforin vorstellen. Bezüglich der Verlängerung der Amts- dauer des gegenwärtigen Bundespräsidenten werde er dem Klub d»« Entscheidung überlassen. Dank aus Dien. Präfldent L ö b« hat folgende» Telegramm des Ratio mllrats- prafidenten Mitlas erholten:„Sehr erfreut über Ihr« Mick- wünsche, ine dem Gefühl treuer Stonnmesverbundenheit und der Gewißheit einer gemeinsamen Zukunft unserer Völker Ausdruck verlechen, dank« ich wärmsten» sür di« herzlich sten Glückwünsch« zur Zehnjahrseier der österreichischen Republik. � Spaltungsgruppe, die noch auf ihrem Katto witzer Kongreß di« Fiktion einer Arbeiterpartei aufrechtzuerhatten versuchte, als dok entpuppt, was sie ist: als ein Stoßtrupp der Regierung Pilsudski gegen die polnische Sozialistische Partei. Reparattons-pauama. ssssüttfordermig erschwindrtter Zliefeosubssdien. Keim», 14. November.(Eigenbericht.) Ein nordfranzösischer Fabrikant halte aus Grund falscher Am gaben über seine im Kriege zerstörten Besitzungen vom Staat 7 Willionen Franken herauszuschwindeln gewußt. Er hat:« u. a. nur leicht zerstörte Gebäude ol» völlig vom Erdboden oertssgl angegeben und andere Beschädigungen in seiner Phantasie bedeutend erweitert. An Bindfaden erklärte er z. B. um 77 000 Franken oder 12 000 Mark geschädigt zu sein, und einen P f« r d e st a l! schätzte er auf 102 000 Franken. Er wurde in erster Instanz � einem Jahr Gefängnis, Zahlung von 100.000 Franken und Rückerstattung des erschwindelten Betrages verurteilt und W' Revision eingelegt. Das„humanste" Kriegsgas. Sie neueste Erfindung des englischen Kriegsministerm«� London, 14. November. Die britischen Militärbehörden haben ein neues Kriegsgas«nd deckt, das geschmacklos, geruchlos und unsichtbar Ist und durch all' bisher bekannten Typen oon Gasmasken hin' 'durchgeht. Die Betreffenden werden für sechs Stunden auh«' Gefecht gesetzt, erleiden aber keinen nachhaltigen Schoden. D«' Gas verursacht Schlucken, Husten und Riehen und wird al»«in b« sonders brauchbares Mittel für die nicht fettenen StraFexp«' d'tionen umcrhalb de« britische« Weltreiche« angesehen. Ir. 541* 45. Iahrgong 1. Beilage des Vorwärts Oonnerstag, 15. November 192S Zweimal zum Tode verurteilt. Oer Ausgang des Mordpwzesses Krause. Ifach einte einflünMgtn TJtrofung oerfünbtfc gefittn abend gegen h9 Ahr der Vorsitzende candgerichisdireftor I r e l i tz in Sachen de» Doppelmörders krause solgendes Urteil: Der!ln- getlagt« wird wegen Morde» In zwei Döllen zweimal zum Tode. wegen ncrsuchlen Morde» in einem Falle zu siins Jahren Zuchthaus ncrurteill. * „Ter Zchnops hat mich so weit gebracht," schrieb Krause in feinem Abschiedsbwts an die Mutter. Es hieß darin ferner: »Mama ihr Wunsch war es. wenn ich«uifkopp erst von der Welt märe. Ich scheide. Es ist besser so. Ich wollte gern bei Anna sterben. Gruß Dein Tusikopp." Am Rande des Briese? war hin» zugefügt: Wenn Ihr mich findet, draußen an dem Friedhof von Marienield«, da ist es schon. Der schnaps Hot mich so weit gebracht. Don der Schwester des wegen Dovpelmordcs Angeklagten hörte man verschiedenes über dos Leben Krauses. Im.Kdfege war er nerschüttei worden. Felt�Ienstuntauglich übernahm er eine Kantine: hier gewöhnte er sich das Trinken an. Als er vom Feld« zurück- kam. war er nicht zu halten. Er vertrank olles, was er verdiente, nersprach immer wieder sich zu bessern und trank weiter; i n d e r legten Zeit selbst B r- n» s i r i t u s. Als er selber sein« Mutter bot. ihn in eine Trinkerheilanstalt ju bringen, sagte sie: Das kann ich meinem Jungen nicht antun. Man konnte schließlich nicht unterscheiden, ob er nüchtern oder belrunken war. Der von ihm ermordete Rogowski kannte ihn schon früher, er sagte zu seiner Frau: Der Krause war ein tüchtiger Arbeiter, letzt ist er ganz heruntergekommen. Als er am Morgen des 29. November in der Wirtschaft des Rogowski erschien, kam er der Frau Ro- enrnfki. die ollem im Lokal war. unheimlich vor: sie glaubte schon damals, daß er das Beil unter dem Mantel versteckt dielt; später sagte sie zu ihrem Mann: Der große Olle war da. Er koni mir so komi'ch nor.—..Ach, der ist nicht gefährlich,'' meinte Rogowski.„Es genügt ein Schubbs und er fliegt. Um Uhr fand sie ihren Mann' mit zertrümmertem Schädel in einer Blutlache liegen... Den 30 November hotte Krause in großen Aengsten zu chame verbracht, er Halle den Abschiedsbnes an sein« Mutter geschnieben, jedoch nom Selbstmord abgesehen, als er in der Zeitung nichts über den Mord vorfand. Die 3 Mark, die er sich van seiner Mutter geiiehen hatte, waren bald vertrunken und so erschien er am 30. November mit dein in Papier eingepackten Beil unter dein Arm in Neckows Wohnung. Eine Nochbarstochter sah. nne er sich nach der Tot mit blutigen Häiiden longsam entfernte. Kurz daran, bat er Frau Rogowski, die Frau des von ihm vor zwei Togen Er-- mordeken. um einen Becher Bier. Die Zeugen bestätigen, hgß er sich an beiden INordtagen in stark angetrunkenem Zustand« befunden hat. Die Frage ist. ob der Austand der Trünke, cheit die Zurechnungsiähigkeit des Angeklagten ausschließt. Er behauptet ja, sich der Tat nicht mehr zu entsinnen. Als ober Frau Rogowski ihre Ausfegen, die jeden Zuhörer erschütterten, beendet ha»>e, band der Angeklagte am und lagtc unter Tränen:„Ich b�tte F r a u Ana o m s ki, mir zu verzeihen." Also waren Sie es docki," meiriie der Vorsitzende.„Wenn alle es sogen, muh ich es wohl ge- wesen sein." �..„ Proiessor Strauch und Obermedizinolrot Dr. B u r g e r wnll- teg für den Angeklagten den§ ZI nicht gelten lassen. Während der erste von einer bei Trinkern üblichen Entartung sprach, konstatierte letzterer das Vorhandensein eines durch Alkohol geschädigten Gehirns beim Ange- klggten. Eine verminderte Zurechnungssahigkeit mutzt« angenommen werden. Der Staatsanwalt beantragt, den A�aeklagten wegen Mordes in zwei Fällen rweimol zur �.odcsitra'e und zur Aberkennung der Ehrenrechte auf Lebensdauer, und wegen versuchten Mordes zu fünf Jahre» Zuchthaus zu verurteilen. Rechtsanwalt Dr. Franz T h e in a I, übrigens ein früherer Kriegs- kamerod des Angeklagten, widersprach dem Antrage des Staats- anwalts, verneinte die Ucberlegungssähigkeit und plädierte für Tolschla. » Mag dos Urteil auch dein Dergeltungsbedürsnis ge- wiiser Kreise eine Befriedigung gewähren, e» wird bei dem Tiefer- blickenden ein äußerst peinliches Gefühl auslösen. Nicht allein, weil dieses Todesurteil in einem Augenblick in Berlin gefällt wurde, da die Todesstrafe so gut wie obgeschofst gelten kann, nicht bloß, weil auh rein juristisch genommen die Verurteilung wegen Mordes — trotz der crussührlichen Begründung des Porsitzenden— mehr als zweiielhast erscheint, sondern in erster Linie, weil die B e w e r- t u n g der Alkoholeinflüsse aus den Angeklagten durch Sachverständige und Gericht unbefriedigend gewesen sind. Wem? der Sachverständige, Obennedizinolrat Dr. Bürger, von einer krankhosten Veränderung des Gehirns gesprochen hat, so konnte von einer Ueberlegungsfähigkeit. die den Forderungen der Reichsgerichts- entscheidung entspricht, bei diesen, chronischen« äufer kaum die Rede mehr sein. So hätte das Urteil auf Totschlag laute., müssen. Der Fall Krause ist aber ein Schulbeispiel mehr dafür, wie nötig wir da» Lewahnmg»geseh hoben. Dieser in Freiheit zweifelsohne ge, neingefährliche Mensch dürste sich in einer geschlossenen An st alt als Arbeiter gut bewähre». Besonders trogisch mutet es an, daß Krause selbst wußte, welche Gefahr er bedeute. Ohne Glauben keine Heilung. Prophet Weißenberg vor dem Kommergericht. E» war vorauszusehen, daß der Prophet Weißenberg, der Per- herrlicher von Schworzwerßrot, von dem hier wiederholt die Rede war, die Schlappe, die ihm das Lairdzericht i» dem bekannte» Prozeß Witzke-Weißenberg dvrch ferne Verurteilung zur Erftat, ing der Kurkoste» usw. für die von ihn, behorsdelt« Eheirau zugefügt hotte, durch Berufung an das.Kamm ergericht wieder ausmerzen nxillc. Der Kardinalpunkt der Frage ist: Hat der auf Grund der Kurierfreiheit sein Gewerbe alz Heilnmgnetiseiir ausübende Prophet s a h r lö s s i g gehandelt, als er die Wiederbehand- lung der Frau gegen den Willen des Ehemannes vornoh», und sie durch Emladmrgen wieder zu den so erbaulichen Andachtsübungen berief? Und weiter: Ist ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der geistigen Erkrankung der Frau und dem aus Verzückungen und T r a n c e- R e d e n ausgebaute» R e l i gi o n s s q st e m Weiße»berqs airzu nehmen? Die drei beamtete», Nervenärzte, die im Lai«dgericht?prv-eß ihre von Wl so unangeisehm enw'undencn, aber vergeblich befompftei, Gutachten abgegeben hoben, mußte»»ach ihre» Wahrnehmungen— einer von ihnen hat sich sogar in die so liisildichi abgeschlossenen An- dochtsübungen begebe»— dies« F r a g-c n bc j a h c n. da sie mcht mrr bei Frau W., sondern auch bei anderen mehr oder rreniger nervenschwachen Frauen die gieichen verheerenden„Erfolge" dieses religiöse E»bauung und ongebteche körperliche Heilung so eng mit« einander verknüpfenden, in seinen Aeußerungen nn die schlimmsten Wahnideen des Mittelalters erinnernden Systems des„göttlichen Meisters" beobachten konnten. Wenn demgegenüber das G u i- achten des gerichtsärztlichen Ausschusses, das sich nur auf Aktenkenntnis stützt, zu einer Zurücknahme des ebenfalls schon seit Jahren von der Staatsanwaltschait eingefetteten Strafverfahrens geführt hat, so ist hier wohl die Sorge um das Prinzip der Kurierfreiheit ausschlaggebend gewesen. Zu de- dauern ist, daß weder im Landgerichtsversahren, nah letzt beim Kammergericht die Gutachten zur Verlesung gekommen sind. Das K a m m« r g e r i ch t unter Senatspräsident König hat nun auch nur ans den Akten die Beurteilung des Falles geichop'r. j Zur Frage der Ursächlichkeit hätte vor allem doch leicht festgestellt werden kömien, wie sich denn noch heute die Behandlung der � Leidenden durch den Propheten vollzieht. Wer sich nicht als An-' beter des„göttlichen Meisters", als schivarzweißrotgeiärbter An-| Hänger dessen, was die Trancc-Rcdner von Luther, Bismarck u. a. von sich geben, ofsenbart, wird mit den, Bescheid enttaisen. daß eine Heilung nicht zu erwarten sei. Einer Dame, die auf die Frage nach ihrem Glauben erklärt«: sie se: wegen ihres Leidens und nicht wegen der Religion gekommen, wurde gesagt, daß ohne Glaube» an den Meister keine Heilung eintreten könne. Kann man eine noch engere Ursächlichkeit zwisäzen Krankheit und reiigioirr Beeinflussung sich vorstelle»? Der Senat des Kammergerichts ist nun auf Grund der Kenntnis der Akten und der Vorträge der Anwälte zu der Uebcr, zeugung gr- langt, daß ein iiisächlicher Zusammenhang zwischen Weißenbcrg- Merhode und geistiger Erkrankung der Frau W. nicht besteht. Cr hat deshalb der Berufung Weihenbergs gegen dos Urteil des Landgerichts stattgegeben.— Es wird jetzt Sache des Reichsgerichts sein, diesen Spruch ans seme Richtigkeit-n prüfen. Wegen Beleidigung in Llntersuchungshast. Ein unbegreiflicher Fall. Die Wege der Justiz sind unergründlich und wunderbar! Im Jahre 1920 hat sich der homöopathische Arzt und Facharzt für das Wasjerheilversahrci, der Berliner Krankenkassen, unser Parteifreund Dr. Rudolf Bußmann, über seinen Kreisar,zr be- schwert, und dieser hat Dr. Bußmann wegen Beleidigung ve,- klagt. Bußmgnn war nun im September dieses Jahres für etwa zwei Woche» auf einen, internationalen wissenschastlichen Kongreß in Basel, von dem er bereits am 7. Oktober nach Berlin zurück- kehrte. Am 26. Oktober, also neunzehn Tage nach seiner Rückkehr, wurde er mitten aus der Sprechstunde und der eigenen, polizeilich gemeldeten Wohnung in der Heinrich-Rollcr-straße heraus verhaftet und nach Moabit eingeliesert. Auf den, Haftbefehl stand, daß„flüchtige, Aufenthalt im A u s l a n d e vorliege, um sich böswillig der Stroivcrfolgung wegen Beleidigung zu ent- ziehen". Erst'die zweite Instanz, das Landgericht,' hat den Haftbefehl ausgehoben, weil Fluchtverdacht bei diesem sest angestellten Manne und bei der Geringfügigkeit der Angelegenheit natürlich nicht vorliege Bei einer Beleidigungsklage hätte das wähl auch das Amts- gerich, van vornherein einsehen können! Ob die Justiz bei Beleidigung eines Arbeiters auch so re'ch zu Perhaftungen schreitet? Wir möchten es bezweifeln. Kein Berliner Volksfest im Lahre 1929. Bekanntlich trug sich das Berliner Ausstcllungs-, Messe- und Fremdenverkehrsaint mit dem Gedanken, im Januar ein „Berliner Volksfest 1 929" zu veranstalte». Für die Monate Mai bis Juni sind nun die , den ycqen sosortige Barzahlung ver. abinlgten Losen ist st et? größer als dos Angebot; innerhalb der letzten zwei Jahre konnte die Lotteriedirektian die Anzahl der Lose von 600 000 aus S00 000 erhöhen. Durch welche Augkraft nun gelingt es der Deriuallung, die herrschende Spicllust immer - och mehr heraus�zufordern? Nur dadurch, daß die Freilose ol» Gewinnlose bezeichnet werden und daß demzufolge laut Plan fast jedes zweite Los..gewinnt". Der neue Gewinnplan nennt 800000 Lose mit 330000 Gewinnen: hiervon sind ober nur 7,S Proz.— 26 104 tatsächliche Gewinne und nicht weniger als 02,1 Proz.— 303 806 sind Freilose. Bon einem Gewinn kann man erst sprechen, wenn man mehr Geld ausgezahlt erhält al» eingesetzt wurde: beim Einlösen der Lose entstehen durch Fahr- gelder usw. Auslagen, die dos Freilos nicht zurürk zahlt, die Spieler toerden also um dies« Betrage durch die Spielbeteiligung geschädigt. Daher sind Freilose kein« Gewinn«. Die Lottcriedirektion teilt mir mit. daß die Lotterieeinnehmer mit uns Spielern in engster Füh- lung stehen, diese die Wünsche des Spiclerpublikums am besten(?) kennen und die Einrichtung der Freilose aus Wunsch der Spieler erfolgt ist: in demselben(!) Schreiben wird ober auch sonderbarerweise bestätigt, daß die Freilos« der Grund- pseiler des Klassenlatteriesystems seien, weil sich durch die große Zahl der Freilose das Geiamtgewinnoerhältnis mög- l i ch st günstig gestalten läßt. Di« angeblich gemachten Er. iahrungen seitens der Lotteriedirektian liegen leider viele Jahr- zehnte zurück, so daß dieselben heute hinfällig sind. Bor zirka 20 Jahren, als nur 300 000 Lose ausgespielt wurden, war dos System durch die damals geringere Anzahl von Freilosen befrie- dioend. Heute aber, nachdem von 800 000 Losen 303 806 als Frei- lose und nur 26 104 als wirkliche Gewinn, erscheinen, ist dasselbe mindestens sehlerhost. In der letzten 257. Lotterie„geivann" noch jede 29., In der 2-58., welch« 50 000 Lose als Neuauflage mehr enthält, gewinnt erst sede 36. Nummer. Die» deweift. daß sich da» wirkliche Gewinnoerhältnis verschlechtert, sobald die Loiterle sich vergrößert. Ausgedehnte Spielerkrcise bezeichnen dos System mit den außergewöhnlich vielen Freilosen als Blender, Bluff usw. und fordern folgende»: 1. Umwandlung der Freilos« in wirkliche Gewinn« und Zerlegung der höchsten Ge- winne, einschl. Prämie, in kleinere Gewinne: 2. Ausgab« der Lose in nicht nur zwei Abteilungen i 400 000, sondern vier Abteilungen i 300 000 Losen.(Hierdurch wird die Möglichkell geschaffen, daß jede Nummer früher zum Gewinn ge- wgen«erden kann, weil Im Nummernrod dann nur die Hässte der Nöllchen enthalten sind!) Warum sollte die Zugkraft der Preu- lvischen Klafsenlotteri« nachlassen, wenn aus den Freilosen wirkliche Gewinne entstehen und aus den Höchstgewiirnen, einschl. Prämie, eine größere Anzahl mittlerer Gewinn? geschaisen werden? Jede Nummer kann nicht gewinnen: der Lotterieoerwottung ist«» aber nachweisbar möglich, durch Aenderung des veralteten Systems ein« wirklich günstigere Gewinnchance herzustellen, ohne daß der Staat seinen Neingewinn(22 Millionen jährlich) schmälern muß. Im ollaeweinen berückst ch4igk jedes Unternehmen die Fordeningen der Kundschaft. Es war« deshalb wünschenswert, daß sich die Herren Landtagsabgeyrdneien mit dieser Angelegenheit baldigst beschäftigen, damit das Vertrauen zur Preußischen nicht gemindert wird. Rich. Gallert. Tegel, Steinbergstr. 54. Dir haben dieser Zuschrift ungekürzt Raum gegeben, weil in der Tat die Unzusnedenhell über die gegenwärtige Form der Proußenkotterie im Dachsen ist. Die Lotterie untersteht der Aul- licht des preußischen Finanzministeriums, das vielleicht Anlaß ilMml, ffch'mit den hllr anfgeworfenen Wünschen und Beschwerden zu befassen.» 5lnsere Weihnachtslotterie. Man wird stets geneigt sein, für einen guten Zweck ein paar Groschen zu opfern. Besonders leicht fällt es einem, wenn man dabei mit der Möglichkeit rechnen darf, einen Gewinn einzuheimsen, der unter günstigen Umständen sogar sehr groß sein kann. Dies« erfreuliche Gelegenheit verschafst uns wieder einmal die Arbeiter- w p h l f o h r t- W« i h n a cht s l o t t« r j«. Auf ein Doppellos kann ein H ö chst gewinn von 70 000 Mar? fallen Auch die andersn Gewinne sind recht erklecklich. Im ganzen war der G«- w i n n p l a n der Arbeiterwohlsahrtslotlcrle n o ch n i e so günstig wie in diesem Jahre. Der Kauf eines Loses zum Preise von fünfzig Pfennig fällt wohl jedem leicht. Für einen so geringen Betrag wird jeder gern einmal sein Glück versuchen. Verhängnisvolle Schüsse. leichtfertiges Verhalten eines Sonntagsjägers. Am vergangenen Sonntag war ein 2s Jahre altei' Ehauffeur Otto Wendrich aus Iedickendors mit seinem Arbeitgeber zu dessen Bruder, einen, Gutsbesitzer in Ludwiosaue bei Kremmen, gefahren. In der Morgenfrühe machte er mit dem Gutsinspektor eine Autofahrt. Im Dämmerlicht sahen die beiden aus dem Jagdgelände de» Gutsbesitzer» zwei Männer umher- schleichen, die sie für Wilderer hotten mutzten. Am Groben ein«, Wiesenplanes verlietzcn sie dos Auto und verfolgten zu Futz die beiden Verdächtigen, ohne sahst Schutzwaffen bei sicb zu haben. Einer der Männer wandte sich plötzlich um und schoß seine Flinte ab. Die vollen Schrotladungen trafen den Chausseur in die Kniescheiben, so daß er zusammenbrach. Der Unglücklich« mutzt« noch dem.Krankenhau» in Nauen gebracht werden und wird wahrscheinlich beide Beine verlieren. Kriminalkommissar Büsdorf ist es nun mit seinen Beamten g«. lungen, den Vorgang aufzuklären. Es ergab sich, daß der Schuldige kein Wilderer, sondern ein Sonntagsjäger ist, ein 53 Jahr« alter, in Sommerfeld wohnhafter Brauer G. Di« Nachbarjagd des Gutsbesitzers Hot ein Berliner Schankwirt gepachtet, der Freunden und Gästen Schußscheine ausstellt. Die damit Bedachten -ahren tn der Regel Sonntag» hinaus, um dem Jagdvergnügen ob- zuliegen. Der zunächst sestgcnvmmen« und dein Untersuchungsrichter vergeführt« G. behauptete zuerst, er habe in der Notwehr gehandelt. Al» dies« Ausred« nicht verfing, behauptete er, er habe sich die Verfolger durch Schreckschüsse vom Leibe hatten wollen. Geheimnisvoller Tov im Vorführraum. Was war die Ursache? Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich gestern im Borführraum einer Filmgesellschaft im Haus« Friedrich st raß« 25 0. Ssngestellte. die den Borsührungsraum betraten, fanden neben dem Apparat auf dem Fußboden in einer großen Blutlache den Kiiiooperoteur Erwin Schmidt aus d,r Landsberger Straße lW leblos doliegsn. Der Äopl wies schwer« Verletzungen auf: ein sofort hinzugerufener Arzt konnte nur noch den T o d feststellen. Noch den bisherigen Ermittrungen ist Sch. da» Opfer eines Unglücksfalles geworden. Der Inhalt eines Feuer- löscher» lag Im Zimmer verstreut umher, der Deckel war gewaltsam abgerissen. Es bleibt nur die Annahme übrig, daß der Feuer- löscher«z plädiert ist und Schmidt von dem hcrau-geschle,,. derten Deckel lo schwer am Kopl getroffen wurde, daß er t o t zu Boden sank. Sonderbarerweis« ist der Vorfall von Angestellten, die in ginem Nebenraum weilten, nicht gleich bemerkt worden. Entwicklung des Konsums. 4 proz. Llmsaß-Mckvergüiung für 492I/2S. Am Montag, dem 12. November, fand im Lehrervcrelnshous die diesjährige ordentliche Generalversammlung der Aonsumgenossenschast Berlin und Umgegend statt, in der Gcschästsführcr Schreiber einen Bericht über das am 30. Juni abgeschlossene Geschäftsjahr erstattete. Di« früher bereits «ingehend besprochene günstige Entwicklung der Berliner Verbraucher- arganisaticm beleuchtend, wandte sich anschließend der Redner mit Schärfe gegen die preisverteuernden Bestrebungen der Industrie- und Hondelskartclle, denen als beste Gegenwehr der Ausbau der ge- nosicnschaftlichcn Eigenproduktion entgegenzusetzen sei. Der Kamps des Privathandels gegen die ausblühend« Konsum- veretnsbewegung werde vielfach mit den unsachlichsten Mitteln ge- führt. So werde von jener Seit« häufig die Behauptung ausgestellt, die Genossenichosten erführen in der Gesetzgebung und durch die Behörden Steuerbegünstigungen. Wie unbegründet diese Angriff« sind, zeigt die U e b e r s ch u ß. und D e r l» st r e ch n u n'g der Konsumgenosienschast Berlin für 1927/28, aus der ersichtlich ist. daß die oon der Konsumgenolfenschaft Berlin getragene Steuerlast sich auf 731 000 M.. also annähernd% Millionen Mark belies, wovon auf die Umsatzsteuer 345 000 M., auf die Gewerbesteuer 32 000 M. entfielen. Da» Iahresergebnis gestattet die Gewährung einer Umsotzrückvergütung von 4 Proz.. deren Gesamtbetrag in Höhe von 1 040 000 M. als Ersparn!s der genossenschaftlichen Wirtschaftsführung den Mitgliedern zugute kommt. Die Bilanz vom 30. Juni 1028 weist an Geschästsgnthaben der Mitglieder die Summ« von 2 82004S M. ans, wöbreird sich die Reserven aus 1 687 088 M. dcliefen. Diese beiden Positionen stellen dos Elgcnkapitol der Genossenschaft dar, dos demnach die Summe von m Millionen Mark erreicht hat. D'e sich aus der Bilanz über die Rückocrgütung hinaus ergebende Erübrigung in Höhe von 188 060 M. soll restlos zur weiteren Stärkung der Reserven verwandt werden. Der Redner sprach ollen Mitarbeitern am Genossenschoftswerk den Dank der Derwattung au», dabei betonend, daß jeder in der Kenofsenschasf Beschäftigte seine ganzen Kenntnisse und Fähigkeiten in den Dienst der Genossenschaft zu stellen habe: die Gennsienschast sei ihrerseits bemüht, durch Mehrleistungen dos genosienschostlich« Arbeitsverhältnis möglichst günstig zu gestalten. Paul Lange erstattete dann den Aiifsichtsratsbericht� anschließend entwarf Puchhotz ein Bitld der Tätigkeit der Finanzkommislion. In der Aussprache wurden vcn Kommunisten Aendcningen im Derteilungsplan beantragt. Gegen die Stimmen der kommiinistischen Vertreter wurde indes der Dorschlag der Dsrwaltting mit großer Mebrheit zur Annohme ge- bracht, die Bilanz genehmigt und dem Borstond Entlastung erteilt. Es folgten nun die Wahlen zum Zlussichtsrat für die Amtsperioda 1028/31. Für die Vorschlagsliste der Gruppe..Genossenschastsau' bau" wurden 397 Stimmen abgegeben, auf die kommunistische Vor- schlagslistc entfielen 15Z Stimmen. Demnach erhielt die Gruppe ..Genosscnschasisautbau" 5 Sitze, den Kommunisten sielen 2 Sitze zu. Die Gruppe„Gcnosseiischastsausbau" verfügt nunmehr im Aussichts- rat über 17 Sitze, die Kommunisten sind mit 4 Personen vertreten. Gewählt wurden: Emil Buchholz, Gertrud Lodohl. Walter Wisch, Daniel Börckel, Gustav K u tz n c r oon der Vorschlagsliste„Genosienschastsatisbaii", von der kommunistischen Vorschlagslista Ottilie Pohl und Gustav Osten. Beim nächsten Punkt der Tages- ardvung begründete Geschäftssührcr M i r u s den Antrag der Verwaltung auf Erwerb eines 40 000 Quadratmeter umfassenden Grundstückes in Reinickendorf-West, Woldstraße— Birkenstrah«. Der un- unterbrochen anhaltende starke Ausstieg der konsumgcnosscnschastlichen Organisation läßt es notwendig erscheinen, im Anschluß an den vor- hanbecn Grundbesitz im Osten(Lichtenberg), Süden(Tempelhos) und Westen(Siemeiisstadt) auch im Norden Berlins Gruich und Boden zu erwerben, um gegebenenfalls den noch jeder Richtung hin liegen- den Entwickliingsrnöglichkeiten Rechnung tragen zu können. Der Antrag fand ohne Aussprache einmütige Zustimmung. Es kamen nunmehr zur Verhandlung die Einsprüche von fünf durch Vorstoitt» und Aufsichtsrot wegen genossei�chastsschädigenden Verhaltens ausgeschlosienen Mitgliedern: den Einsprüchen wurde nicht stattgegeben, sondern die Ausschlüsie wurden mit großer Mehr- hcir bestätigt. Zum Schluß hatte sich die Generalversammlung noch mtt einigen von kommunistischen Vertretern eingebrachten Antrögen zu beschäftigen, die durch Uebcrgang zur Tagesordnung ihre Erledi» gung fanden. Dieatl«�, 27. November, 19.30 Uhr, Neue Welt, Hcueaheide RATTENGIFT Ein hniterer Abend der Wanderratten FoIiiUdie Saüre— WohnanjJiamt— Sturm tn Potsdam Darsteller; Charlotte Arno, Friedil Hell, All Vater. Theo Maret Eimritttpre's 40 PI Karten bei den Partelfunkh'onl en, ZIganergeschäft Horseh, Engelitter 24—25. Verband der graph. HiKsarbeitcr. Rltterstr I, in den.Vor«räriK"-SpedItionen ond im Bareau des Beiirk«aussehu«es für sozialistische Bi1dungsarbr.it, Berlin, Lindenstr. t. 2. Ho II. Zimmer 8 Die Vereinigung der Verkehrsuniernehmen. Oer Magifirat stimmt zu. Der Magistrat stimmte in seiner gestriaen Gitzuna den B» schlütsen der Staötuebordneterrversairunluna zu dar Vorlage über die Vereinigung der D« rke h r?u n te r n« h m u n g« n.zu. Eine solch« Beschlußfassung war notwend!«. da die Sdodtverorv- nedenversaimnkimg sowohl an der Satzung wie an der Vorlage Aenderungen vorgenommen hatte. Durch den Beschluß des Magistrats ist die Veralmgung«nd- gültig von den städtischen.Korperichosten varab schiedet. Es werden darausbin sofort die Generatversommlungen zur Durchführung der Liquidation einberufen«erden. Ebenso werden die notwendigen Vorarbeiten firr die Gründung 6er Aktie n« g e s« l 1 s ch a f t in Angriti genvinmen merhen, so daß in eh« gen Wochen die ganze Tronsoktion durchgeführt sei» wird. Flugzeugabsturz in Staaken. In Staaken ereignet« sich gestern ein schwerer Flug- zeugabsturz. Ein« zweimotorige Fokker-Wulsf- M o s ch i n e, die von einem Fluglehrer der Deutschen Verkehrs- fliegerfchul« in Staaken gesteuert wurde, stürzte aus bet rächt- l i ch e r Höhe in die T iefe. Der Apparat wurde völlig zertrümmert. Der Führer, sowie Zwei F(ug schule r erlitten erheblich« Verletzungen. Die Verunglückten wurden in das Städtische Krankenhaus Spandau übergeführt. Noch den bisherigen Ermittlungen ist der Absturz aus da» plötzlich« Aussetzen de, linken Motors zurtickzuführen Die Flug- mgschine verlor dadurch das Gleichaewicht und dem Piloten gelang es nicht' mehr, den Apparat in die nomiale Fluglage zurückzu- bringen. � Bezirksbildung sonsschuß Groß-Berlin. Karten für die Schubert- feier im Archen Dchauspielhou; am Sonntag, 18. November, ll'i Uhr, können zum Preise von 1 M. durch das Bureau des Be- zirksbildunz-ausschusses. Lindenstr. 3, Z. Hof. 2 Trp.. Zimmer 8. bezogen werden. Karten für die Sternwarte Treptow zu bedeutend ermaßigten Preisen sind ebensov» im Bureau de? Bildungsausschusie» zu haben. Proben dänischer Literatur gab Joseph Plaut. Er gehört zu senen Rczitationskünstlern, die auch vor dem Mikro- phon nichts non ihrer Wirkung verlieren. Sein lebendiger, nie übev- nuaneierter Vortrag stellt« Sichtungen von Andersen, Wied und K. Ewald in echter Volkstümlichkeit hin. Ein« freundlich« Welt- onschauung sprach aus ihnen und wurde von Plaut noch mit zart- licheni Verständnis unterstrichen. Wenn für da» Werk de» stillen, seinen Gustav Wied, der sich bei Kriegsausbruch das Leben nahm, durch diesen Abend itsu« Freunde gewonnen worden waren. so dürft« man da» mit besonderer Genugiuuog begrüßen. Dänische Komponisten, vom Berliner Funkorchester unter Bruno Seidler» Winkl«- und dem Konzertmeister Henry Holst zn Gehör gebracht. ergänzten den literarischen Vortrag. Di« feierliche Romantik non Gade»..Nachklängen aus Olsian" und ein wirkungsvolles Viottn- konzert von Nielsen waren ein schöner Ausklqng des abendlichen Ilnterhaliungeprogramms.— Die Jugendunierdattung am Noch- mittag brach!» den Kleineren eine vergnügte halbe Stund«. Ger- t r u d v y n E y s e r« n ist mit ihrer Kinderschor schon ganz heimisch vor dem Mikrophon, und die jugendlichen Mitmirkenden haben nur noch fetten„Mitrophonsieber"— Vros. Dr. Georg Wegener begann einen Vortrag über„Die Polarforschung" mit einem verheißungsvollen Auftakt. Ans dem reichen Material über d'e Anlange der Palariorlchung formte er e'nen fesselnden Bericht. Er schildert« darin die Fahrten in die nördlichen Gegenden, die au» Eni- deckerlust und Gewinnsucht schon non den ästen Normannen mtt Ruderkähnen, ahne schützendes Verdeck, ohne Kompaß, tollkühn unter- nommen wurden. T«. Die Todesopfer des Atlantic. 116 Vermißte der ,Vestris"-Katastrophe. Nachdem nun über die Zahl der von den einzelnen Schiffen aufgenommenen Schiffbrüchigen der„Destris" genau« Angaben vorliegen, ergibt sich, daß noch 116 Passagier« oder Mat rasen fehlen. Don sechs Passagieren weiß man bestimmt, daß sie ertrunken sind, so daß die Zahl der Opfer, wenn keine Vermißten mehr aufgefunden werden sollten, sich aus 1 2 2 belaufen würde. Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Serlio Sw<»dvnq« kür diese Zttfdetk nur c* das 3ua«rMt?re1oH«t Berlin SW 6Ä, finden ftrcfc? J 6ö«tiH4* SenrfnfdiuIaMeulck tuib CrrttavcBftfdtflBt her ftcmfe'fial/*. dia Mitgliedtr der LAI. sind, lreffen sitkz Montag, Sfcwmäfr. 19'-? ITdr, int Sbrtfftt. U. Äimmct 5.(Stfffctaru ist Pflicht. Die MonatsyTaqramm, fite idc»eml»ae ortiien umjtMub ehQtgtbtv iwn*n' Die für bt» H. Cnartol miiffcn non hc» SUrtpr** has, Buch, ÄuchftnlZ, Aemikfendors-Vtst. i�chöneberg I, Aentruvt, Spenhcu, sofort abqoa-btn mrrVn. GyMnaftiktur<«A unh Bew«gu»a«chaT. Heute, �anneestay. im tfcuttewrt«- Emianstr. 121, 19 Ilnr. njx Anfänger,'2<) Udr BOwegnn�echor. Neu» aurnodmen werben stets an�ar.ommcn. heule Donnerslog. Ist'-- Uhr. tznttptatz T: jtUmabfrtb.— MJBlfdnt P«d! Skttn.O't-B",«rs�e Srniitfuritt Gtraftt 18 Bottran:„aikohof und Siletin" 8*d«- iaafc Badtabt: 6»tni connenburntr SttaRf JO.•ragrjpolittfdit Crrinniff«.-#öpfiit»id>»!aa.!Zrakt:»n»tI!dt«r 1»� IlZr im beim.— z»t! Brm«rigrt€tr iT-ün. WortTOR;-Unfft äBanbern*.- eüben: Jx-m Thrrf- flraHr Jl, Nortrag:.ftulfurpoititfibt Äc-MiuBortaniitRobeii".— Sabwls»»: Sxim Cfnicrdt. 4. J-orlroa:.?le Press« im Nantpi der Arbriterschattt tan- sckli-si'nd Batmärlo.Stfn't'.tiRunpl.— Sllnrrtkorf! Beim Silt>«tm»«ur 1«. vortron:.Aunrnd und S»ii>ertls»dlunaj:?it ix d-n rf.trn Siaulfm Ätr ütrdnairr-HUff wnhntndrn iVmilTf« tt'fffn fim i«4>«n greitaq im fr TT ehailfTrrbr Ui iNatliau»).»um L>«imab»nt> der tdruppr Britz tt. »iruisDn VI i Vobrn*n hrr(»ann&offrfttotzr.— Äeiaidfabarf.SBeft: Hcjnr Sfidflflr. 1. vortraa:„?ldriiftun«»trontn". Cetl-eBesM Osten! öämUidfi» Gen allen, bi« an twr z?«'»nadit.-au i.u?! ttitn«hwn(üH-ifit. evana, Sprrthrbor). Irrsten sich bcitt« im Sntol Lns»I. äBemet-r«Str 1,1 um IS1- ttd- ®ri8«8e»l»l XIctRartent Unferr VrranltattunR:„Untre dem i5o»ir>- tist-uaesrtz-. gr-iwa. 18 Stoormhcr. In brr Uuta der Sirid)nrr.€d)utc. SminnUsix», muft aiiafnD'n, da dir Thratrrpolst«! drn Saa! grsprrrt d-zt. Di« tirrrite Rrtdftm SinlaGkartm nwtdrn non allru tZunetionärrn cuf d-n Pnr-riadrndrn und untrrtu Srupoknadrudln»ltd-r ringesost. n 3 a BterbcbriiH StonHÜ-i: S-tzu-a drr Istrup pent«!t«r mit den Wnnd-rtriirrn !m chrim Zlrrpstr ZI Zimmer Id. ft'd» istrupp» muß nftirelon fein. StiorR"". grrUaa.?ra>nn dr»-B--dr"-Rib-«'u-> im?«im Sannrr Stratzr, tpainn?.?�emar ..O-rnnddrRt'str drr Wirttcha'ialrdr«�. PrtrMqt euch recht-ostlreich. Mriftstd und Papirt mitdriuRtn. Sport. Rennen zu Strausberg am Mittwoch, dem 14. November. 1. R r i> n« n. 1..Onifler Silh lGchadi, 2. üodera iKachmRnn). S. Princ« ok Thnle(CftlcrV Zolo: IM: 10.-Plnst: 46, 22. 15: 10. Ferner iiefen: Giaziella,.Heliad«. Gafiel. Spala. Zarnheim, Logarilhmu«, Cinderella, Lalmit. -2. ZI r n n r n. 1. Trixi iMüschrn), 2. Versrverantia lSchwttowSk!), 9.«find(WomI). Tot»: 2H7: 10 Ptad: 60. 17, 122; 10. sterner Ursen steldblum», Allenau. Ter Zulünttige, Poiivhar, Tanna Danila, Fvrtrott» LodeUa. Paraden ia. 3. Rennen. 1. KulaS iSihirlkotvSkt'. 2 Rom lEdler1, 3. Lichllttail lTbirl) Toto: 75: 10. Pia»: 17. 13, 14: 10. strrver Uesen: Tvltor. Monbott. Zreuher,. Sommerflor. Venu» IV. Melitta, Prüm. 4. Zi e n n e n. l. Lall lLcharlsl, 2. Verden jBiSmart), Z. Raut« sHauter). Toto: 143 t 10.� Plah: 32. 15. 23: 10. Ferner liefen: TreU nnd Glauben, güns Uhr, Schwerllille, Mqren, Falter, SScortal, Üebent- mut, Norge. ».Rennen. 1. Kiche l'?astel).»- Perlenpsiber sJallaS). 3 Donner1 ltlag lTerschuq). Tuto: 61:)Ö. Platz: 83, 2l: 10. Ferner Uesen: Durst» Ritornekl, Filsenrofc. 6. Rennen. 1. Rasenprinz(S!8mark>, 2.»radbit(Müschen)- 3. Turned uv lRezlerl. Zolo: 24: 10. Pia»: 12, 16, 13; 10. Fern«« licsen; Main». Hazaro, Nachr. Grand Mousieaux, Poestr. 7. N e n n c n. 1. Iclecla Kränzirin), 2. Siaroltr(Rüschen'. 3. Brünn» (SchwlkoioSN). Toto: Ist: 10. Platz: 14. 15:10. Ferner liefen: Lertosina- Liebcklraum. Sezonie. weiierbei'chl»er»stenUichen wetieidlenststell«»eelin ond tlmgegen»- lRochdr veib.). Vedselnd bewölkt und später wieder Äiederlchlöge, iüi- westUche Winde, mild.— Zür veulichlapd: Im Osten und Lüden zeilweis« vewdllungeabnabm«. in Veit- und Milllldeutschlaiid wieder Uedergang i" regnerisch-trübem Wetter. FÄ • Das ideale 9C%n Ab führ- Konfekt 20 Uhr Fladismann als Erzlelier 8 l'Up B 5. Barbarossa 9256 Jack Hylton, derunumstrittane Jau-Känig Europas, mit seinen ls Solisten und weitere rum erste' �ale in Berlin auitretendc internationale Stars. i OroOes Schauspielhaus I CASANOVA mit Michael Bahnen. Kegde: Chtralt Sonntag 80.: Hachrr Uta q!- Verstell r halh Preisen'ungekürzte Vorst.)| IfiomisdieOpei JJameS'Klein>Rei evue: Tausend nackte Frauenll Ola groSa Revu« der .»Freien Parkett nu Uetoe" 4,60 �hrCASINO-TflEATERsvsOhr Lothringer StreBe 37. ,f»r DocbwenlBeluffOhrflnflen. Stöpsel P*!!! cm ersilflissigef baüier Till. rur unsere Leser Ouachein für 1—4 Pers „ rauteuil nur 1.1S SL, Sessel IAS M. -_2nstlee Preise- Parken u. Rai Rene(Um M. 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U H__ Iben werten im Komödie vonWalter Hasenclever Regie; Forster Larrinaga, Die Komödie Bismarck 2414/7516 8 Vi Uhr, Ende 10'/, Eitern und Kinder Komödie von Bernard Shaw Regie: HeinzHilpert UM-« „MtOn and sAldr fb. in Abnlraispaiisl Täglich 8'/, Uhr 2sonniag Vorstellungen 3 Ohr»■ B1/. IA'- 6»di- aihip Bit tntt Ist Ulli», n hi'biti Preitt» - Theater in der Stadl R»niun4a»tautr. 37 D«nh.m SV. Uhr Spiel im Schlojl tactMe TU Prm Hirinit, Regie Eugen Roben ((HB iikrUi;. Bill Bin. UK /tu- ihlhi. Thina, Tu.hdiU. Ib. in der Lütznwstr. Kurf.«»Q. Tgl. SV., Sonnt 4 U. L. ff. lonunei in; ..Runxendori aar VellB 0,1" Rundtunkhörer UZIlÄC Preise Sonnabend 4 Uhr teNWl-MM h xagtld) ty, SHV Meömke Musik htm Franz LeHar MHe J«M 'Mar» Zauber! Hilde Wotacr»?e|per«a»Q «rnstaebt» Kteznbnzq Kern Rex Lttiibnzg»Aetser»Tl7\ Die flogt ist bea gongen Tag gcBftnrt. Telephon: Zentrum 378 n.O Reichshallen-theatcr Abends im Sonn*, nehm.l H| Stefflncr sanier Neu! Neu! Bannet im Heilniislailtn Burleske v. 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Driibuntslr. 11— 1Z. Nefe- rext Sexesi« HeiOemenx� BellzOhlize» Erscheinen oller Genosstnncn und �ensfien drlnqend erfoederlid Morgen. Areitog. IS. November. 10. Att. is'r Übe im Blauen cool de« Bo8»ii doser. Jurmflt. 35. ätiffllieier. nerfemmiuna. Lorteoo:.Tie Kampfe der caiialbemasratie in Gepenwart und �ulun':*. Nererent- Eduard.fächert, MdL. sämtliche GenasstlUten und Eenmse» miissen erscheinen. 125. UM. Weidenfee. A> Dfjr hei Salla«. Lehrter Straße. Ädteilungevorstand». fikun«. Bünltliibe« und iadireiOie« Erscheinen wird erwariet. IJfc. cht», fieei Schade. 1»U Ude im.Schodenleue". Ztitpliederaerseanslus». »ort«e»!.Deutschleet. 1» Zeder Nepüdlile. Neseeest: fieli, Zechestach. chde cheeesfieees»et cheaajfee semie Penrortflesec S»d Sympetdistereste werde, ftetetee, recht«edlreich»s erichriees. 7.>Kt. 1k«taK, VS. SseanXer. 2» Uhr in Salidri» Zejtfal'e,«artesfir.», Fneuenabend. Sartreg de» Senafien Kan» VorMtd Uder:„Sazialistische Eriuelningepaliti!"—„Ter Kamps UM die weltliche Schule". Um zahlreiche SJebeiligung wird gebeten. Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde: Soaemher.Jfeiet ter«interfreanbe Kreuzte rq, Zreiiaa. 10. No. � trmfitr. I9'i Ufit, O'abe« Zeftfäle, Zirfjteftraße. Alle Genossen, Ge> M> nassinnen, Eltern und Freunde unserer Bewegung laden wir herzlich ei». � Eintritt frei.€ TPfrqfh-üfif.?ichieAbe«H. ÄowenöWtftaft Swnjföfc. 30 UÄr sanunlvvg Aomerodfchaft(�ufian Tempel. 30 Uht tcifcuns ht* und H.-!uges bei Lichler. Dsguer �.� u»r. im„BerNner Ki»»I'. Breite Str. 21, ZeaktianafiAvsp. Bartrag: iSehrprokIem„» Sozialdemakratie". Besereet: Untan Fischer, erscheinen »ringen» eriardeelich. Beteradaae». Tannadend. IT. Sopember. 30 Uhr, im Lokal.Ajm alten Sefiauet", o derer. Saal. Monatsnersammlunz. Zagejwrdnunai Bneieaq de» «Genossen E. Kndrschke. Bernau öder:„Krei?rSiedlungr.Gesellschast UN» Bau» stofswerke". SZile, welche Mitglieder werden wallen, find willkommen! Jrouenveranstoltungen: 12. Kral« Si«Ol!K- Achiuna. Genossinnen! Für die«btrisunz Sieglitz liege» im Lpkgl Schelldase. für di« Adteilnng Lichterseide im Lokgl Quandt, nie »ie Zdteilung Lankwitz i» der Spedition Lankwitz Flugblätter für 6it Srauennerominlung am 30. Satembet zur Berteilung terert. 14 Ktti« SculUa. Freitag, 16. November. 19'� Uhr. bei Simon. Bert bei?. »ort« Str. 9. Funktianärtnnenfitzung. Wegen sehr wichtiger Tagesordnung müssen all» Funktionärinnen erscheinen. «u»»et alten Gallensteinen Sterbetafel der Groß- Berliner Partei» Organisation 52. Abt. etzarlotienbnrg. Unser Genosse S»?ar Scharschen ist verstorben,. Ehre seinem Andenken. Beerdigung heute Tonnerotag. lö. November. 11 Uhr, auf dem Kumboldtrrieddof in Neinickendork, Humboldtfiroße. Wir bitten um rege Beteiligung. 117. Abt. Lichtenberg, Am 13. Nooember verstarb nach schwerein Leiden unser Genosse und Zudilgr. früherer.Freiheit", Spediteur und Abteilung?. kgssseror. Paul Schulze, Wildklwstraß». Ehre seinem Andenken. Au» dem Sozialistengesetz Hervaegegangen. war er ein treue? Mitglied und fiet? bereiter Kämpfer für unsere Idee. Einäscherung am Freitag. 16. November, 177. in,v. i« Krematorium Baumschulenweg, Neue Salle. Wir ersuchen um reqe Beleiligung. Vorträge, Vereine und Versammlungen. ontatnitsng, Lsbsr- Md Magaskranfctiaft Ster» Engel Tee(etw) Reichsbanner„Schwarz Rot Gold". ®ef4Jft«0«IIe: Berlin« 14, Sebafiignstr. 37/38, Hot! 5t. M ®»,«et»tM, 15. 9a*«kr. Zriedrichahai» Kameradschaft Frank, * fürt. 30 Uhr Samergdsätoftvntzung bei Bombe, Boigtshr. 35, Vertrag. — Wikmevobars. Kameradschaft West 20 Udi wichtige Bersamwinng bei Sand heretNab empkatzlen. Z a beben in äee Apatli«Jte»�Jja�»j%- meteriel eretie. ssebrik Veeetablischer Heilmittel, Bad man im. Westen Verband für Freidenkertum und Feuerbestattung E. v. Sonnabend, 17. No» vember. 197. Uhr. t,rt j.tj, des Sophlen-Loirupis. Beinmeisterstr. 10-ül 8. Tiorlrag des Univerfität-pro'eüars Tr. I. Scharel. 20 Uhr Familienabend dci Seipte. Keruzdeng. l. Abrechnung der Siau. Serien. To»ner?tag. 15. November in ich! Freitag). 20 Uhr. bei Krepp. Planufer. Jeder Zug muß verirrten sein.— Lichtenberg. Freitag. 16. November. Kamcrodschoir Friedrich-'elde.:iO Uhr, Monat?versommlu»g bei Schwarz, Eaprioiollee W- Erscheinen ist Pflicht. Ter Weg zur Erholtuna be» Woichegnte? ifi für jede sorgsame Hau?f?an klar»oige.ze'chnet: fie sollte zum Wa'ckev nur gute, reine Seite nehmen,»vir Unterschied von Sei'enpulvern, die Soda oder fchddüche Füllitofse enthalten, Sunlicht-Seife gilt seit Jahrzehnten in der ganze» Welt al? da? pordildlidn Erzeugni? für die große Wäsche: ober auch rür Wolle, Farbige? und feiner: Gewebe ist sie ein außerordentlich zunerlösnäe? Wa''wmittel. Sir smont b: Wäsche und erhält die uisprüitglich« Schönheit der Farben. Berantwartlich kür Politik: Dr. Eurt Geyer-, Wirtschatt: S, Kliogelhöfer: Gewerkschaftsbewegung: Fr. Esskor»: Feuilleton: K. A. Böscher: Lokales and Sonssiae,: Fritz Korftidt: Anzeigen: Uh, Siecke: sämtlich in Berlin. Verlag: Barwärts-Berlag G. m. b. Berlin. Bruck: Larwärts-Buchdruckeret und ZZerlogsonitalt PavI Singer u?o.. Berlin SW 6» Lindcnftraße 4 Sierzn Z Beilage» und.Unterholtung und Wissen». Hm ein Autofahren, das Lei zu schwer ist. we» esexh Leichtmetall Elektron _ istigsfes Gewicht ermöglKht.wie es am vollkommensten erzielt ist beim AdlerSlandaidö INTERNATION. ALTrnMOBIL-AUSSTEUXXa BERLIN 1928, HALLE I. STAND 11 »ieK#nrTt.no>te»HeTceuNTtJUcr«»i«tir»iiiir.»f ! Filiale BERLIN urTva»MLafDO<>i«/ II Ml Warum ms: Alle Verkauft jesdiäfte» Alleren um 7 Ukr«Lenel». Die BEW�AG-Vorfütrungsräume jedeset hielten ki, 8 Ukr akends geöflnet. So kakeaV< BERLINER Lü STÄDTISCHE.yj ELEKTRIZITÄTSWERKE A K T.- G E S. kennen gelernt zu haben. War OkMa Cuarb O�b�iwTBt vr. med. 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Besch' Mer Hetallariielter-VtrlKioil Veraaltungsstell« Berlin TedBaansaig« Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Deiickee lhvsld Wachsmoth |ft> I Dezember ItztS.gvi 13 November S39 gestorben ItL Ehr» seinem Anbrüte»' Die Sin Sscheninz findet am Freitag. dem Ich November, nachmittag» 1 Uhr, im Krematorium Boumfchulenweg. »ieshoizstraße, stotL Neg« Beteiligung wirb erwartet Di» Srtnnerennttnng. Arn Ävntag. dem>2. November. entschl!«' nach ardeitorrichem Leben und schwerem Leiden mein lieber Nlonn. unser treulorgenber Pater Nermsm» Keimer Zn schmerzlicher Trauer arrfrn» Jlciwcr nebst Kindern. Berlin, den l-t Nooeinuec 1923 Paul-Sniger Straße 7:<. Die EinSscheruug eelolgt Freitag. deo>6 d Z». I? Uhr, ku Kregiatorwm Derichtfivaxe. fort« mdiiwnl foshwencbiroai! >♦ Adolph Hoffmanns Erzählunflen4 Ijestmmelte Erinnerungen ■ut Säilalisicngesetzllcher Zeit ml« Anhang 200 Seiten stark auf hotrfr. Papier in Gantleinen gcb-mltTitclpressung 3.— RH. Bes. geeigne; ru Geschenkm-tcken Salbstverlag van Adalph Haftmann Berlin 017, KoppcnstraBe 6 II Bestellungen nehmen alle Vor- wärts-Boiensrauen entgegen Unnungskrankenkoise r Zuvuvg zu Berlin. JÜUf» •ar Hlr Isdiias » 1«!l. Eoil Jli»1.»et; tritt.(KtzmlH tu Ii Inc.- Sil linrt füll»neb st ei tle iliaitutbin ic.t-iim leüi.piM Iii Mtinan. Srtil.«mplo M! IwuhUuklM.»•U.MiMiBilO-Uimt) der Tischler Smladuug zur ordentliche« Ausschuhflhung der Dertreter der Kassenmitglieder und der Znnungsmitglieder am Ntnntna. dem 26. Itoveinber 1926, abend» 8 Uhr. im Hoizarbeiter-Berbsnd?- hau». Nunqrsic. SiJ, Seitenflügel parterre. im Sitzung»soaL Tagesordnung: I. Bericht de» Sorstande». 2. Betchtußtoffung Uder den vom Tor- .chlllß über da? Seiterbestehen ober Autlosung ber.Wer!» Land". Z. Beschluß Ober evtl.Negreßansprtlchegegen einzelne Genosse». 8. Beschluß Über Unfostenumlage. 7. Berlchiebene». Wegen der außerordentlichen Dichtigkeit -Ür jeden einzemen Genossen wird leite»? de» Botftande? delonder? darauf aus- merkiam gemacht, daß die außerordentliche Seneraloersamm!u»z pünltltch er- öffnet wird. Sollte zu dieser Zeit die satzungsgemäße notwendige Anzahl stimmbeeechtigter Ge- nassen nicht anwesend sein, so wird die Bersommlung unverzüglich geschlossen. Alsdann findet genau 30 Minuten Ipätir die Eröfinung einer neuen außerordent- tichen Generalversammlung hall,«eiche ohne Rückfich» an: die Anzahl dee Er. schiene»»» beschlußfähig tIL Bc- sch'Üsse werden ln dieser außerordentlichen Generalversammlung mit Treioiertelmehr heit drr Anwesenden gefaßL Der Boestanb»er..Berk-Lanh". Fleischhackrr. Boedmo. Keinze. stand ausgesiellien Biranichlag tür da? �" IlL39i Jahr Wahl de? Nechnung»au»schusse, zur Prüfung der Zahresrechnung>928. s. Beschlußfassung über die revidierte Kassenlatzung. tiedene« Berschiei Der vorskan». Otto Gronau, Richard Wittinz Borfissender. Schriftführer. �etslldetten 12" kinäerbetf.. Lbsiselonx. 16.— Polst.-Stahlmatr. Sofas,«itiiiu Allgemeine örtsfranfenfaifc für Berlin Skeglih. Bekanntmachung. Die Pertreter der Arbeitgeber unb Per- flcherten im Auetchuß werben hiermlr zu ber am Oicnptag. Hern 22. November 1926. adenb» 8 Uhr. im Kasse nloia! hier- leldss. Kärnirsir h\ ftmifinbinben oedent- lichen Aunlchußfissnng hässichlt e.ugeiaden Taos»orbnu»g: I. Stellungnahme zum Voranschlag tür 19». 2. Berlchiebene». Berlin-Etigliss. den IZ. November 1928 Orr Borflaiib; Finger, K ogll». vorfiti»nb»r. Schrssssührer. mmm OnoftdieilistallaiMtet-Maiiil WU! Bmitungstnitglieöec! Freitag, je Jtoobc., obenb« Z Ahr B*F" Sitzung"WU der Millleren Orksverwallung. Vis Vrtsverivottava. 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Seh«' tel(2 Bäder) 50 Ptg, ei hält ich in Apotheken und Drögerj tif(» Wenn Sie keine Ennäuschungen erleben wollen, senant- Sie ausdrücklich das echte Lebewohl In Blechd«»ea• weisen andere, angeblicb„ebenso gutC Mittel zurücfc ■w»! MM' &■ :«>• ujfc SU» V So'l 17 tt*M -de- i-flff 4H. Pi- y z? üa' tcr v.13 L««' >«»2 nan? cm CW Die neue rumänische Regierung. Gin Erfolg der Oemokraiie. Bukarest, 14. Node«Ser. Auf Borschkag Manius wird der Kriegsmtnister de« �rlagerungszustaud bis auf einen Iv-Kilometer-Ttreifen "u d»r Grenz« aufheben. Heber die neue Regierung schreibt unser Kukaresicr Mitarbeiter: ti Nach langwierigen und komplizierten Verhandlungen ist die ' kgierung M a n i u ans Ruder gekcmmen Die rumänische Demv- "aii« hat damit einen d«beulenden Erfolg errungen. Die nationalzaranistisch« Partei kämpit seit acht Jahren um Macht. Sie Hot sich nie dazu verstanden, mit der liberalen Oligarchie die Macht zu teilen. Jestt genießt st« die Früchte ihrer «estiMkeit. Sie ist durch Kamps zur Macht gelangt, sie hat die '■eralc Regierung gestürzt. Das von ihr übernommene Erb« ist Äußerst schwer. Eine katastrophale Wirtschaftskrise -st das Land an den Abgrund gebracht, auf ollen Gebieten ist »rundlegenbe Reformarbeit nötig. Die Anlerhe ist noch nicht ab- ksfchlostcn und die Bedingungen, unter denen sie von den Liberalen vereinbart werden sollte, sind äußerst drückend. Die Stabilisierung Wjt bevor, große politische Probleme harren ihrer Lösung. E» omnu hinzu, daß die Regierung in ihren cha-ndlungen äußerst vor- sein nmtz. Bureaukratie, Armee, Polizei, kurz olle Machtmittel de, Sloates stehen noch unter dem Einfluß der Liberalen. �ie Regentschaft ist innerlich ebenfalls auf der Seite der abge- l�tenen Machthaber. Vernunft hat sie veranlaßt, dem Drängen der �»lksniasfen nachzugeben. E» ist noch nicht abzusehen, wie sich die '-•'hie schließlich gestalten worden. Die Geiahr liegt natürlich nahe, der anfänglichen Begeisterung im nationalzaranistischeu Lager bald eine gewiss« Enttäuschung folgt, weil mit Rücksicht die tatsächlichen Mochtoerhältnisi« vorerst radikale Maß- "ahmen nicht möglich sind. Die erst« und wesentlichste Aufgabe der Regierung besteht in der Vorbereitung und Durchstthrung der für Anfang Dezember i» Aus- '"hl genommenen Neuwahlen. Es kann nicht der geriivzftc \stneiiel darüber bestehen, daß die Cntscheidunz dos Volkes zu- aunften der Regierung ausfällt und die nationalzaron istisch« Partei '"•i einer überwältigenden Mehrheit in dos Parlament zurückkehrt. Strömung für die Rationolgaranist«» Ist im Lande so Skwaltig, daß" 80 1 Grund de, gegenwärtigen wahlgejehes voraussichtlich sogar «in porlamenl ohne Opposition von recht» zu erwarten !>'• Nein parlamentarisch wird also dos neue Kabinett für die Aukunst i�'t stehen. Aber das Hauptproblem ist and bleibt, wie« unter den �gebenen Verhältnisieu möglich Ist, den erfochten«» Sieg aus- iu nutzen, den Weg zu einor neuen Epoche zu öffnen, den Einfluß der Kamarilla d?s Palastes und der Beherrscher der Zanken auf dt« Regierungsmacht zu brechen und die Dcinokratiz s:«ge zu führen. Di« f a z i a l d e m 0 k r a i i j ch e Part«! hat den Kamps gegen as liberale System Seit« an Seit» mit den Rational- -i 11 ra nisten durchgefochten und ihren Teis zu dessen Sturz bei- getrogen. Sie ist sich oollkomnwn bewußt, daß die Zieattio» noch 'iineswegz endgültig«rledigt ist urch es noch schwerer Kämpfe idarf. um diofen ersten Erfolg der Mafien zu sichern. Infolge- -°litn herrscht ln der snzioldemokvatifchen Partei die Meinung vor. die~r~~~ Sofamwnujcbcü der demokratischen KrSsk« weller hin ausrochl erholte« muß. Gi ist deshalb wicht«tsgchchlofien. daß zwischen '�iaTelruS roten uni» Ratianahzorairisten«in W a h l k a tt« l I �stände kommt. Eine Schicks alssmnd« für das Proletariat fit gekommen. Durch Terror der vligarchischen Regierung in Banden geholten, an 7� Entwicklung seiner Organisation systematisch behindert, hat sich Arbeiterschaft bisher im polstifche» Leben noch nicht mit einer lk>n«r wirtschaftlichen und sozialen Bedeutung entsprechenden Macht "kchsetzsn können. Rur die Demokraü« kann ihm die Möglichkeit geben und darum ist die rumänische Sozialdemokratie fest "Elchlosien/ olles zu W11, um Sie Demokratie zu«r- aWpfen und sichern zu helfe». Hugenbergblati vor Gericht. Seidfirafe für fingierte Anzeigen. München. 14. Oktober.(Eigenbericht.) , In dem Prozeß gegen die Hugenbergsck« ,.N ünchen-Augs- °"rger Abendzeitung' wegen ihre» fingierten Stellen- Erltes im Annoncenteil«nrd» am Mittwoch dos Urteil ge- �"»chen. Di« beiden Angeklagten, der Derlagsdirettor und der An- �'genchef. erhielten wegen fortgesetzter Bergchen des unlauteren �'ttbewerbz Geldstrafen in Höhe von je 5 00 Mark bzw. Togen Haft. In der Urteilsbegründung wird betont, daß durch � Füllinserat« beim Publikum der Anschein eines besoichers ge- ,-iten Insertionsorgans erweckt werden sollte. Ein derartiges Ge- rtn sei sonst im Zeitungsgewerb« fremd und einer ollen an» �kh«n«n Zeitung unwürdig. Kulakenfrieg. Morde und Arandlegnnoen im Eowjetdorf. Moskau. 14. November.(Ost-Expreß.) Ein kommunistisches PaucrndlÄt stellt scst, daß die Zof)I der den Kulakl im laufenden Jahr« ongesiisteten und verübten .."«ntate doppelt so h v ch ist, wie im vorigen Jahre. Samt- R>e Sowjetblätter geben zu, daß sowohl durch Einschüchterung wie durch Gewährung wirtschaftlicher Borteil«, direkte Bestechung �.politisch« S ch n a p s a b e n d e' die Großbauern manchen j�Eteikiuern für sich gewinnen. Auch Brandlegungen gegen sowjet- �Achstch« Bauern werden neben zahlreichen Morden gemeldet. � Sowjetprefi« klagt, daß die Gerichtsurteile in solchen Fällen Milde seien. Doch sind gerade in den letzten Tagen wieder- � Todesurteile gegen Großbauern wegen terroristischer �'«ntotr gefällt worden.— Als sehr aufsallcich muß es bezeichnet ?�«n. daß die �Krestjanskoja Gaseia" auch von einer.s«!i»dl>chen �tivität der Element« der st ä d t i s ch« n Bsurgevisic' Ncmz nimmt. 7>äe allerding» näheres mitzuteilen. Bisher wurden dies«„E'.e- immer als völlig ohnmächtig und politisch überhaupt nicht in kommend geschildert. ... Da, lettische Parlamea» hat einen Amnesticontrag der Sozio» ."sn mit einer Stimme Mehrheit abgelehnt, doch sollen zum Staats- �Uaum am IS. d. M. zahlreichc Gefangene begnadigt werden. Der Klottenpatriot. Ich sag wie mein Kaiser: Gebaut wird er doch! Ende der Aussperrungsdebatte. Genosse Robert Schmidt für Arbeiierrechte. Der Reichstag fand auf seinem Tisch am Mittwoch u. a. eine Handwerksnovelle zur Gewerbeordnung vor. Präsident Löbe teilt mit, daß er dem Nationalrat in Wien den Glückwunsch des Reichstags zum zehnsährigen Bestand der Republik Oesterreich gesandt hat. Abg. Slöcker(Komm.) verlangt Auskunst der Regierung über ihre Stellung zu den Anträgen auf Zahlung von Unter- st ü tz u n g an die Ruhr-Ausgesperrtcn. Der Antrag Stöckers auf Herbeirufung de» Reichskanzlers wird abgelehnt In Fortsetzung der Aussperrungsdebsitc spricht zu» nächst Abg. wogver(Nat.-Soz.). Er erntet Heiterkeit, als er sich als Sprecher einer Arbeiterpartei bezeichnet und als er alle Vorredner bis auf— den Kommunisten tadelt. Das ganz« Elend sei durch den Dawes-Pakt verschuldet, für den Unternehmerperbände und Gewerkschaft« zencemtzzm.«Ingatreten sei« und der durch die er- bärmliche Meuterei de, f>. November Illlfi vorbscettet worden sei. damit hätten jedoch die deutschen Arberter nichts zu tun gehakt. Auch der Ruhrkappi werde mit einer Niederloge des ganzen Volkes enden, denn die Borsonmannöver machten jode Lohnerhöhung zu» nicht«. Hoffentlich werde einmal das ganze deutsch« Volk gemeinsam einen Generalstreik gegen Dawes und sein« Daranten führen. Abg. vöbrich(Ehrisllichnotionale Bauernpartei): Das familiär« Bcrhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist leider verschwunden. Infolgedessen ist das Schlichtungswesen not» wendig, ober es sollte nur von den streitenden Parteien und ohne staatlichen Eingriff ausgeübt werden. Während der Bauer kein Geld hat für ein Glos Bier, länst der Arbeitslose mit der Zigarette im Mund herum.(Erregte Gegenrufe linke, groß« Unruhe.)«Vir lehnen die Antröge zugunsten der Ausgesperrten ab. wir haben dafür kein Verständnis.(Zuruj links: Wir wissen, daß Sie kein Bor- stöndnis haben!) Wir Bauern haben aber auch kein Verständnis für die Riesengehälter der Industrieführer. Abg. lobest Schmidt(Soz.): Wenn»och Verbiudlichkeitserklärung straflos ausgesperrt werden kann, so vcrliert st« ihren Wert und Zweck. Die G c w e r k» f ch a s t e n dürfen sich nicht erlauben, gegen Berbindlichkcitserkläntng zu streiken, da werden sie zu Schadenersatz veruricili. Oftmals ist gegen die Gewerkschaften Vcrbindlichkeitserklörung erfolgt, auch dann, wenn die rechtlichen Doraussetzungcn nicht gegeben waren— das hat gerade der deutschnationole Hondlungsgchilsenverbond in einer Eingabe an den Reichstag in der schärfsten Weise betont. Do- mit vergsciche man die Rede des Dsutschuatlonalen v. Lindeiner- Wildau!(Sehr gut! links.) Man nennt die Verzinsung zu gering. aber 8>V> Millionen Anlagekapstal der Vereinigten Stahlwerke sind doch eine gewaltige Ueberkapitalisterung! Die un- geheure Umgestaltung der Betriebe. Raiionalisiorung. Elektrifizierung usw. ist aus den laufenden Mitteln der Werke erfolgt und bringt immer größere Erträge. Die Roheisenerzeugung ist aus 1 OZö 000 Tonnen gegen 910000 Tonnen im Jahre 1013, die Stadl- er Zeugung von Otil 000 aus 1311 000 Tonnen gestiegen. 60 sieht eine leidend« Industrie nicht aus!(Sehr wahr! links.) Nirgends in Europa ist ein solcher Aufschwung zu verzeichnen. Die internationale Rahstahlgemeinschast hat für das dritte Viertel- jähr die deutsche Quate um 2?, 000 Tonnen erhöht und weitere günstigere Entwicklung steht in Aussicht. lHön. hört!) Wir wollen daneben auch die Arbeiter lebensfähig erlzalten, es kann doch nicht nur der eine Teil die ganzen Lasten tragen. Die deutsche Arbelierschasl erträgt es nicht mehr, daß der wirb schaftlich Stärkere einfach diktieren, sei»an Dillen allein und unumschränkt gelten lasse« will.(Lebh. Zust. links.) Gegenüber einer so ungeheuren Macht, wie sie die Riesenwerke kon- zentrieren, muh derStaat zum Schutz der Beschäftigten cingretfen. Darum gehl doch der Kampf schon seit Jahrzehnten und die Notwendigkeit solchen Eingreifens ist längst weit über die Ar» beiterschast hinaus anerkannt. Dafür müßt« auch im Bürgertum Interesse erwachen. Wenn der Redner der Wirtschastspartei sagt, die Lohnhöhe sei gleichgültig, auf die K a u s k r a s t käme es on.— warum predigen Sie nicht den Kaufleuten usw., daß sie sich mit ge- ringerem Verdienst zufrieden geben sollen, damit die Waren billiger sind und ooii den Arbeitern auch gekauft werden können. (Sehr gut! links.) Gegenüber so gewaltigen Konzernen Ist dos Eingreifen de, Staates unerläßlich. Da schwenkt aber nun auch der Hansabund, der einmal bessere Tendenzen hatte, in die Gesamlsront des Unter» nehrnernim« ein unter der Parole„Freiheit der Wirtschaft', wüh- rend dort nicht von Freiheit die Rede ist, sondern nur vvn Diktatur! Eine Handvolt Leute bringt dag ganze Wirt» s ch a f t s g c t r i« d e willkürlich in Unordnung! In den suhrendeu Jndustriekreisen zeigt sich eine Einkommensentwicklung »»d luxuriöse. Lebensweise, die in einem unvereinbare» Gegensatz zu dem Leben der Arbeitermasjen steht. Muß das nicht Defühl« der Empörung, des Hasses hervorrufen? Sie mahnen die Arbeiter zur Mäßigung in de» Ansprüchen— ich halle gewünscht, daß st« das auch den Andustricführern sagen, die Hunderllaosende Mark als Gehalt beziehen und die nun die Arbeiter brotlos machen, um Ihnen nicht ein paar pfeantge mehr zahlen zu müfien.(Stürmische Zusilmm. links.) Dräuciihast u�r �chön �mj��sähr. oM Rkf dort war. dy? Bild der stillgelegten Werke, um deren bnrtlös gantecht« Arbester sich dt« In- dustrie nicht kümmert und dte auf die paar Groschen Arbeitslosen» Unterstützung ongewieson sind. Die Bergarbeiter haben oft zwei Stunden Weg zur Schicht.—- Walchs Anerkemrung erhallen sie für oll ihre Plage?(Lebhoste Zustimmung' links.) Die deutsch« Arbeiter- klafie wird ihren Komps weikerfüheev. ihre» Komps um die gleich- bcrrchiigi« Stellung im Dlrtschastsleben und um ein« Position, die eines freien Volkes würdig Ist.(Stürmischer Beifall b. d. Soz.) Da» Zentrum bringt einen Antrag ein, den Kausleuten int Aussperrungsgebiei Steuererleichterungen zu geipähren. Abg. Ulbrlchl(Komm.) spricht über den Dowes-Pakt im gleichen Sinn« wie vorher der Hitlerianer und trennt Wisiell einen Unternehmerminister. Der„Borwärte" hat geschrieben, daß der Schieds- spruch den möglichen Lohn bringe- während das sozioldemotrotilche Programm den gerechten Lohn fordert. Od Wisiell und die Gewerk- schosten mit diesem Blatt einverstanden sind, muß ich ihnen über- lasten.(Große Unruhe, Zurufe, die den Redner vergeblich darou» hinweisen, baß der„Vorwärts' doch diesen Lohn nicht als den ge- rechten bezeichnet hat.) Die Itnorggnisierten haben sich unter unseren Fahnen gesämmelt.(Zuruf: Rur die Un- organistertenl) Die Sabotage der Gewerkschaften wird den Ein- heitskampf der Arbeiter nicht hindern, wir werden diese Mafien den Gewerkschaften zuführen. Abg. Ulbricht schimpft zum Schluß aus die Minister, den„Panzerkrcu.zer-Müllcr' und den.„Hundsfott- Groener'. Präsident Löbe ersucht, diese Ausdrücke zu unterlofien, da Ul- bricht trotz des Glockenzeichens weiterspricht, wird er zur Ordnung geruten. Abg. Molloth(Wirischaftsp.) deantragt, den morgigen Gewerbe- stcuerzohlungstermln für dos Aussperrungsgebiei aufzuheben. Damit ist die Beratung beendigt. Gegen die Ucbcrweisung der Anträge on den Saztalpolilischen Ausschuß spricht Abg. Slöcker (Komm.): nach dreitägiger Besprechung müsse man entscheiden. Di« U c b er weis u n g wird mit großer Mehrheit beschloficn. Ein Gesetzentwurf der Kommunisten wird abgelehnt. Die Steuer- anträge de? Zentrums und de? Abg. Mollath werden dem Auslchuß überwiesen. Ein Mißtrauensantrag der Kommunisten gegen die Regierung wegen ihrer Haltung zur Aussperrung wird gegen die Stimmen der Kommunisten und der Nationalsozialisten unter .Heiterkeit abgelehnt. Darauf werden einig« Verträge mit ausländischen Staaten an- genominen, ebenso das Gesetz über die Vereinigung W aide cks mit P r e u ß e n in zwei'Lesungen, in der dritten Lesung muß die Annahme durch Zweidrittelmehrheit erfolgen.' Um Uhr vertagt sich das Haus auf morgen. Donnerstag, 3 Uhr. Tagesordnung: Anträge der Sozialdemokraten und der Kam- munisten gegen den Weiterbau des Panzerkreuzers A. Berufung im kqritzer Cooddundproteß. Am Dienstag hat der Verteidiger im Kp ritz er Landbundprozeß, Rechtsanwalt Sommer- Pritzwalt, für die Angeklagten, die im Kgritzer Ansruhr- und Land- sriedcnsbruchprozeß verurteilt sind, Berufung eingelegt. Wie wir weiter erfahren, hat nunmehr auch die Staaisanwslischast, die zunächst erklärt hotte, keine©erusung einlegen zu wollen, gegen das Urteil des Schöft'engerichis Pritzwalk Berufung cingelegt. Der Vau des neuen Krankenhauses In Lyon wird im Beträte von 26 Millionen Franken durch deutsche Sachlieferung«« hergestellt. .Äervim-SlettSel Tanzhemii Oberhemd liochthemd Selbstbinder Herren-FIlzhui Ddinen-Stlilrra,s'.«Ä™45° Nerven-�leiduns L«ipilger Str., tlexiidcrplati, frsnilurttr f.Dte, BsCa-IliiHce-ttrut«, Wilnaradorfar Stnsw � Anzug in nfuen DesFina, moderne Form...... A aant iiv neue Deerina nnd Parken, gute Venrkeit.,? AvIl&US moderne Form..........................# ö I ÜBaa�Äfla trete ktreparierqoalii.lt, nene Maater, O A®® UidkCr mit üart............................... � I iSa�HP gnt« Stotfe. nene Dessin« nnd Karben. Kfi®® UldlCl elegante Verarbeitung................... WW I neue Karomuater. achSne Farbatell.. tnod. UlSKCr Fssjon. auf eleg. 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