Abendausgabe Jr. 544 B 271 45.Jahrgang Böchentlich 853t, monalfic 3,60. tm voraus zahlbar, Boftbezug 4,32 m. einschl. Bestellgeld, Auslandsabonne ment 6,- M. pro Monat * Der„ Borwärts erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Illustrierte Beilagen Boll und Zeit" und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wissen“,„ Frauen. ftimme". Technif"," Blid in die Bücherwelt" und Jugend- Vorwärts" Vorwärts Berliner Bolksblatt Freitag 16. November 1928 10 Pfennig Die ein paltige Ronparetege 80 Biennig. Reflamezeile& Reichs mart. Kleine Anzeigen" das tetige brudte Bort 25 Pfennig( zuläffig zwei fettgedruckte Borte), jedes weitere Bort 12 Pfennig. Stellengefuche das erste Wort 15 Bfennig, fedes mettere Bort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben Arbeitsmertt sählen für zwei Borte. Seile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen. annahme im Hauptgeschäft Linden, ftraße 3, wochentägl Don 8%, bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Boftschedlonto: Berlin 37 536. Vorwärts: Verlag G. m. b. H. Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstr. 8 Bernsprecher: Donhoff- 292-297 Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Reichstag vor der Entscheidung Heute ruhigere Beurteilung der Lage. Heute vormittag hatten die Führer der au der Regierung beteiligten Parteien, also Sozialdemokratie, Zentrum, Demokraten und Deutsche Volkspartei eine Besprechung, an der auch die Minister aus diesen Parteien teilnahmen. Beschlüsse wurden bei dieser Gelegenheit nicht gefaßt. Die weitere Entwicklung der Dinge dürfte von dem Verlauf der heutigen Aus. sprache über die Panzerkreuzerfrage und von dem Ergebnis der Abstimmung über den sozialdemokra tischen Antrag abhängen. Im Reichstag herrschte heute vormittag eine verhält. nismäßig ruhige Stimmung. Bei den bürgerlichen Parteien scheint man auf eine Entspannung der bolitischen Lage hinzuarbeiten und das Krisengerede zurückzudrängen. Die allgemeine Aufmerksamkeit galt mehr den Verhandlungen im Haushaltsausschus. über deren Verlauf wir an anderer Stelle berichten. Viel besprochen wurde der Gegensat, der zwischen ben demokratischen Blättern und der demo. Tratischen Fraktion entstanden ist. In der Presse Ablehnung des Panzerkreuzers und Angriffe auf Groener, die Fraktion aber beschließt, dem sozialdemo Fratischen Antrag ihre Zustimmung zu versagen! Der rauhe Ton. Zwischen Redekampf und Abstimmung. In den Aeußerungen der heutigen Morgenblätter fommt allgemein die Enttäuschung über die Haltung der sozialdemokratischen Fraktion in der gestrigen Reichstagsfizung zum Ausdrud. Wie batte man fich schon darauf gefreut, daß die Sozialdemokratie über der Panzertreuzerfrage auseinanderfallen würde! Und nun hat es sich gezeigt, daß die Sozialdemokratische Partei so geschlossen dasteht, wie nur je! In allen Parteien, ob man nun nach rechts oder nach links sieht, gärt und brodelt es, herrscht Spaltung und Berwirrung. Die Deutschnationalen mürgen noch immer an den Bissen Lambach und Hugenberg; bei den Kommunisten hauen sich Versöhnler und Zentristen, Liquidatoren und Leninisten; und selbst im 3entrum, das doch Jahrzehnte hindurch als unerschütterlicher Turm galt, werden die Fundamente immer ernstlicher von den sozialen Gegen fazen unterwühlt. Aber die Sozialdemokratische Partei steht und wächst, sie wirkt und fämpft, Geschlossenheit und Einigkeit helfen ihr auch die schwierigsten Aufgaben zu lösen. 1 Wie wenig wissen selbst gescheite Köpfe bei den bürgerlichen Barteien von dem Wesen der großen Partei der deutschen Arbeiter flaffe! Da liest man heute über die„ Demagogie" des sozialdemofratischen Redners, da tabelt man an Bels den rauhen Ton feines Vortrags, da vermißt man bei ihm die großen staatsmännischen Gedanken. Es war in der Tat eine rauhe Rede, die man gestern zu hören befam; weil es die Sprache des arbeitenden Boltes war, das von Banzerfreuzern und ähnlichen Dingen nichts missen will. Da hat in der gestrigen Morgenausgabe des Berliner Tageblatts" der Chefredakteur Theodor Wolff einen sehr schönen Artikel gegen den Reichswehrminister Groener geschrieben. Dort heißt es, daß die ruheliebende Mehrheit des Reiches die Dinge nicht so tragisch nehmen möchte", man merde den Kopf unter die Dede steden", nicht sehen wollen, daß man die Krise durch bequeme Nachgiebigteit verewigt habe. Und heute wird von Ernst Feder in dem gleichen Blatt festgestellt, daß die Rüdtrittsdrohung Groeners und die besonderen Begleit umstände, unter denen sie ausgesprochen wurden, auf die Gegner des Panzerkreuzers in den nicht sozialistischen Parteien stärter gemirtt haben als jede fachliche Agita tion! So lassen sich, nach dem Zeugnis des demokratischen Berliner Tageblatts" die nichtsozialistischen Abgeordneten durch eine leise Drohung des Herrn Groener einschüchtern, besonders menn sie auch den Schatten Hindenburgs zu sehen meinen... Die Sozialdemokratie, um das noch einmal festzustellen, hat in der Panzerkreuzerfrage stets eine einheitliche, flare Linie verfolgt. Auch bei der heutigen Abstimmung im Reichstag wird sich zeigen, daß die gesamte Fraktion der Sozialdemokratie mit der hingebungsnollen Teilnahme der Ueberzeugung fich für die Annahme ihres Antrages einsetzen wird. Nichts von Abfommandierungen, Stimm enthaltungen und ähnlichen Methoden, wie man sie so gerne bei den ( Fortfegung auf der 2. Seite.) Auf dem Wege zum Reichstag. Wels Severing Hilferding Hermann Müller Der sozialdemokratische Redner Reichsinnenminister Reichsfinanzminister Reichskanzler Vestris", ein Totenschiff? Geeuntüchtigkeit des Schiffes durch Zeugen festgestellt. 60 Personen zur Bernehmung vorgeladen. Der deutsche Passagier Rüdert, der noch nicht vernommen worden ist, äußerte in einer Unterredung mit Pressevertretern, daß er bereits am Vortage der Katastrophe infolge des Ueberliegens des Schiffes dreimal die Kabine habe wechseln müssen. Obwohl 70 bis 80 Leute mit den Fluten rangen, feien die Boofe weggerudert. Rüdert ist später nach 1% stündigem Schwimmen von einem anderen Boot aufgenommen worden. An Bord der Rettungsboote befanden sich feinerlei Lebensmittel, so daß die Insassen von Sonntag nacht bis Dienstag früh hungern mußten. Auch Rüdert bezeichnete, wie schon andere Passagiere vor ihm, die Ratastrophe als glatten Mord, da fie sich leicht hätte vermeiden lassen. Am geftrigen erffen Lage der amtlichen Untersuchung der Kata-| Innerhalb einer Stunde ist alles in Ordnung. Bis jetzt find ftrophe des Dampfers„ Beftris wurden sechs Personen vernommen. Den Blättern zufolge haben ihre Aussagen folgende Fest. ftellungen ergeben: 1. daß sich bereits am Sonntag früh zeigte, daß der Dampfer nicht feetüchtig war; 2. daß der drahtlose Hilferuf viel zu spät erfolgte; 3. daß beim Aussehen der Boote große Berwirrung herrschte und daß die für das Aussehen gebrauchte Zeit ungeheuer lang war; 4. daß einige Boote ungenügend ausgerüstet und nicht feetüchtig waren, ferner, daß feines von ihnen imftande war, die 60 Personen aufzunehmen, für die es bestimmt war, und daß einige jogar undicht waren. Alle Zeugen erklärten übereinstimmend, daß vom Sonntag abend ab keine Disziplin mehr an Bord geherrscht habe. Während die amtliche Untersuchung im Gange ift, hat Senator Fletcher in Washington angekündigt, daß er beabsichtige, im Kongres bei dessen Zusammentritt ,, im Interesse der Sicherheit von Menschenleben auf See" eine Untersuchung durch den kongreß zu beanfragen. In der vom Bundesdiftriftsanwalt Tuttle eingeleiteten amtlichen Untersuchung der Bestris"-Katastrophe haben die ersten Bernehmungen stattgefunden. Der Passagier Fred Puppe, dessen Frau und Kind der Ratastrophe zum Opfer gefallen sind, machte Aus fagen, die die Disziplin an Bord zu beleuchten geeignet sind. Er fand, als er sich am Sonnabend an Bord begab, nur den kleinsten Teil seines Handgepäds in der Kabine vor. Den Rest entdeďte er später im Schiffsraum unter dem schweren Gepäd. Als er sich in dieser Angelegenheit mit einem Steward in Berbindung setzte und sich bei ihm über die Bedienung an Bord erfundigte, wurde ihm geantwortet: Der eigentliche Kabinensteward tönne ihn nicht bedienen, meil er betrunten in seiner Koje liege. Als Puppe am Somtag morgen um 6 Uhr erwachte, war die Neigung des Schiffes bereits derartig, daß es unmöglich mar, fich in der Kabine ungehindert zu bewegen. Als er dem Steward gegenüber bemerkte, anscheinend sei etwas nicht in Ordnung, erhielt er zur Antwort: Die Labung hat sich verschoben. Die Mannschaft arbeitet jegt daran. Die Toten der„ Bestris". Bis jetzt sind drei Küstenwachschiffe und verschiedene andere Fahrzeuge mit Toten der Bestris"-Katastrophe in New Yorf eingelaufen. Im ganzen find bis jetzt 22 Leichen geborgen, die zwischen den Schiffstrümmern aufgefischt werden konnten. Da die Toten durch Haifische und durch das Umhertreiben zwischen den Schiffstrümmern sehr verstümmelf find, war nur bei vier Personen die Identifizierung möglich. Darunter befinden sich der japanische konsul Inouye und der Vertreter der Körting A.- G.- Hannover in Megito, Carlos Frante mit seiner Tochter Ingeborg. Boncour tritt zurück. Berzicht auf Frankreichs Vertretung in Genf. Paris, 16. November. Die Agentur Havas gibt offiziell den Rüdtritt Paul Boncours als Vertreter Frankreichs beim Völkerbund bekannt. Bereits am vorigen Dienstag habe er in einem Brief an Briand die Gründe angegeben, aus denen er glaube, seine Mitarbeit einstellen zu müffen. Die Gründe hätten nichts zu tun mit der wegen der Mit arbeit Paul Boncours im Bölferbund innerhalb der Sozialdemokra Marinegutachten und Marinepsychose fifchen Partei entstandenen Meinungsverschiedenheit. Um zu ver Der Tag der Landgemeinden Berichte 2. Seite. meiden, daß der Rücktritt Paul Boncours im Laufe der geffriger Sammerdebatte erwähnt werde, habe er ihn bis heute nicht bekannt gegeben. Lachen rechte... (Fortsetzung von der 1. Seite.) Gegnern der Sozialdemokratie anwendet. Der Abgeordnet« Hof�» mann- Ludwigshafen, der leidend im Krankenhause liegt, hat«inen eintägigen Urlaub genommen, um an der heutigen Abstimmung teil- nehmen zu können.... « Ein Wort noch zur Haltung der Deutschnationalen Partei und ihrer Presse. Der sozialdemokratische Redner hat sich gestern nicht damit begnügt, die Zweckwidrigkeit des Panzerkreuzer- baues nachzuweisen, sondern er hat einen großen Teil seiner Aus- führungen der Schilderung der unsäglichen Not in breiten Massen des deutschen Volkes gewidmet. Denn die Parole heißt nicht so sehr„Panzerkreuzer oder nicht", sondern sie muß heißen„Panzerkreuzer oder Brot!". Es siel schon gestern außer- ordentlich unangenehm auf, daß diese Elendsschilderungen non Abgeordneten der Rechten mit höhnischen Zurufen, mit Lachen und Witzen beantwortet wurden. Das erinnert an einen Vorfall im Reichstag der Vorkriegszeit. Damals hat A u g u st Bebel das Elend einer Arbeiterfamilie geschildert. Ein o st- elbischer Junker, der Graf Arnim-Muskau, ein Vor- fahr der heutigen Deutschnationalen, aber wußte nichts besseres zu tun, als dazwischenzurufen:„Der Vater wird alle» versoffen haben!" Das ist die Stimmung, die auch heute noch bei den Deutsch- nationalen herrscht. Die„Deutsche Zeitung" muß bestätigen, daß „schallende Heiterkeit" die Rede von Wels begleitete. Di« „Deutsche Tageszeitung" spricht von„wohlverdientem Gelächter" und der„Lokal-Anzeiger" von Hugenbergs Gnaden hat in den Aus- führungen«inen„heiseren larmoyanten Ton" gefunden. Schallende Heiterkeit darüber, daß im waldenburger Gebiet Kar- tofseln. Brot, Margarine und Malzkaffe« die Hauptnahrung der Bevölkerung ist? Schallende Heiterkeit darüber, daß noch immer eine entsetzliche Wohnungswot herrscht! Schollende Heiterkeit darüber, daß Hunderttausende von Metall- und Textilarbeitern aus die Straße geworfen werden, weil sie ihre erbärmlichen Löhne um ein paar Pfennige erhöhen wollen! Nein, da wollen wir doch lieber nicht in der Reihe jener Leute sitzen, die sich an der Not und dem Elend der Massen verlustieren. Da halten wir es lieber mit solchen Männern, die die Wahrheit sprechen, selbst wenn sie sich in rauhe Tön« kleidet. Und das Volk wird bei gegebener Gelegenheit entscheiden, wo die Demagogie, wo der Volksbetrug zu finden ist! Was find Marinegutachten wert? Sin Kapitel von der Marinepfy» ose. vor zwei Iahren noch wußten die Mariaesachverständigen, daß eiu Panzerschiss von l0 000 Tonnen eine wertlose militä- rische Spielerei sei. heute verkünden dieselben Sachver- ftöndigen wahre Wunderdinge von dem Werl und der Brauchbarkeit dieses Miniaturschisse,, und die Kommunisten, die da« Itottenspiel- zeug al» den großen Baubau gegen Sowjetruhland benutzen, werden von Herrn Groener wegen ihre» Marinesachverständnisse» liebreich gestreichelt, wer aber an eine so rasche Revolutionierung der Technik nicht glauben will, den bespeit die gesamte Nationalisten- presse als Trottel und bewußten Verräter... Alle» ist schon einmal dagewesen. Auch der llmsall der Marine- sachverständigen. Da» war während de» Weltkriege», al» in richtiger und nüchterner Erkenntnis die Sachverständigen die Erfolglosigkeit de» rücksichtslosen U-Bootkriege» de- rechneten. Damals sehte die gewissenlose st e aller nationalistischen Demagogien ein. Ueberall konnte man wispern hören und tuscheln, daß geheime verrätcrei am Werke sei: die Englandfreundiichkeit de« Reichskanzler», die Rücksicht aus die englische Abstammung des Kaiser» usw. hintertrieben die Einsetzung der wirksamsten wasse gegen das britische Weltreich. An Münchener Biertischen wurde ein„Bund zur raschen Rieder- kämpfung England»" gegründet, deulschnationale Barden schrien sich heiser„U-Boote heraus. Zeppeline heran»!", e, wurde gewühlt. gehetzt— und plötzlich war der Umfall da? Die Marinesachverständigen berechneten aus einmal, daß der rücksichtslose U-Boot-Krieg in drei, spätesten» sechs Monaten England zur Kapitulation zwingen würde. Die amerikanische Gefahr bestände nicht, denn amerikanische Truppentransporte seien nur„eine willkommene Beute für unsere U-Boote". wer warnte, sich auf die früheren Gutachten berief. wurde niedergehehl. war ein Verräter. Der rücksichtslose U-Boot- Krieg brach au» und— trotz vierzehnmonattger Dauer wurde England nicht aus die Knie gezwungen, von den amerikanischen Truppentransporten wurde nicht ein einziger versenkt. Und da» geschah trotz der wunderbarsten papiernen Gutachten der Marinesachver ständigen. Allerding, behauptet eine bös« Fama, e» habe damals auch andere Gulachteu gegeben. vielleicht Interessiert sich einmal ein parlamentarischer Untersuchungs- au»schuß dafür, wo sie geblieben sind! Aür heute ober darf man fragen: Rühren die Gutachten über die hohe Verwendbarkeit des Miniaturpanzerschiffes vielleicht von denselben oder ähnlichen Sachverständigen her. die seiner- zeit die Vernichtung Englands durch den U-Boot-Krieg binnen drei Monaten prophezei« haben?? Gchichauwerst im Reichstag. Vertrauliche Beratung im Haushalteausfchuß. Auch in der Freitagssitzung des Ausschusses für den Reichs- haushall wurde wie am Donnerstag in vertraulicher Vera- : u n g über eine Aktion oerhandelt, die das Reich im Benehmen nit Preußen ln Angelegenheiten der Schichauwerft erneut zu unternehmen beabsichtigt. Die Firma, 18Z7 gegründet, hat ihren Hauptsitz in Eibing, wo ie Maschinen- und Lokomotiobau pflegt und eine Werftanlage und Sieberei unterhält. Außerdem besitzt sie eine umfangreiche Werft- mloge in Danzig. Die Firma hat bisher Taufende von Arbeitern 'eschäftigt. Durch die allgemeine ungünstige wirtschaftliche Lage im )sten sowie durch den Verlust weiter polnisch gewordener Absatz- ebiete ist das Unternehmen in gewisse Schwierigkeiten ge- aten, die die Reichsregierung veranlaßt haben, den Haushaltsaus- huß mit der Frag« zu befassen. Die Angelegenheit wurde in zweitägigen Verhandlungen im leisein der zuständigen Ressortminister nach allen in Betracht kom- 'enden Richtungen erörtert, wobei Vertreter sämtliche? Parteien .iederholt das Wort nahmen, und dann zur Klärung einiger wirt- haftlicher Fragen einem für diesen Zweck besonder» gewähllen ntersusschuß überwiesen. Oer Tag der Landgemeinden.« Luther wirbt für seine Reichserneuerung. Die Hauptoersammlung des Deutschen Landgemeindeiages und des Verbandes der Preußischen Landgemeinden begann heute vor- mittag in der Kroll-Oper. Der Vorsitzende der Versammlung, Bürger- meister Lang aus Weißwasser, wies zunächst auf die Bedeutung der hier zum Vortrag kommenden Themen für die Landgemeinden hin. Er erklärte besonders, daß der Bortrag, den Reichskanzler a. D. Dr. Luther über die Berwaltungsreform halten werde, die eigene Meinung des Referenten sein werde. Der Land- gemeindctag fühle sich groß und stark genug, auch Meinungen zu hören, die von seiner eigenen abwichen. Di« Finanzlage der Ge- meinden fordere eine wesentliche Besserung. Der Deutsche Landtreis- tag vertrete mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung, er sei daher eine Macht, die aus öffentliche Beachtung Anspruch habe. Die Grüße der preußischen Staatsregierung überbrachte Innen- minister Grzesinski. Er ging vor allem auf das Gesetz über die Auf- Hebung derGutsbezirke vom 27. Dezember 1SZ7«in. Diese» Gesetz fordert die Auflösung von 12 000 Gutsbezirken, von denen bisher annähernd 11 500 aufgelöst wurden. Als er erklärte, daß die Durchführung dieses Gesetzes im allgemeinen sachlich und objektiv erfolgt sei, fand er bei einem Teil der Versammelten lebhaften Widerspruch. Grzesinski betonte daraufhin nochmals, daß diese Arbeiten mit völliger Sachlichkeit erfolgt seien, daß aber jetzt erst der schwierigste Teil, nämlich die Auseinandersetzung mit den Gutsbezirken folgen werde. Dazu werden in der nächsten Zeit Richtlinien herausgegeben. Die Frage der Verwaltungs- r e f o r m sei jetzt besonders aktuell, weil sie im Zusammenhang stehe mit der kommunalen Neugliederung im Westen. Diese Frage sei deshalb so besonders schwierig, weil man immer wieder die notwendige Parität zwischen Land und Stadt bewahren müsse. Grzesinski sprach dann über die Frage der„K o m p e t e n z k o m p«- t e n z" ein", die den Landkreisen Ausgaben zuweise, die von den einzelnen leistungsschwächeren Gemeinden nicht gelöst werden können. Das dürfe natürlich nicht dazu führen, das Recht der Selbstverwaltung zu beschränken. Das Eingemein- dungsrecht ist neu geregelt worden. Dabei wurde der Gesichts- punkt des Allgemeininteresses vorangestellt. Dieses Gesetz Hab« zwar nicht die Billigung der Landkreise gefunden, aber er erinnere daran, daß es im wesentlichen der Initiative des Landtages entsprang und daß er, nachdem das Gesetz im Land- tage angenommen wurde, es unbedingt durchführen müsse, auch wenn der Vorstand des Landkreistages ihn ersucht habe, die Aussührung zurückzustellen, bis der Staatsgerichtshof über dieses Gesetz cnt- schieden habe. Der Minister schloß seine Aussührung mit der Er- klärung, die preußische Staotsregierung fei sich trog aller Meinungs- Verschiedenheiten über die Wege, die zu gehen seien, mit den Land- »u cir ! Li iib« °b. s> ligl äli Ülti ei kreistagen im Ziele einig. In diesem Sinne könne sie auch de» Arbeiten des Landgemeindetages hen besten Fortgang wünschen. Der Vorsitzende dankte dem Minister für die Offenheit, mit d«r issb er abweichend« Meinungen zum Ausdruck gebracht hcrb«. Es folgi« dann ein Vortrag des früheren Reichskanzlers Dr. Luther üb« die Verwaltungsreform. Luther ging davon aus, daß Vev waltungsreform nicht in erster Linie«ine technische Angelegenhe!? ist, sondern daß sie gerade jetzt notwendig fei. weil unser Doü„n lernen müsse, ohne einen außenpolitisch starken Staotsrahmen ci»' staatsbewußtes Eigenleben zu sühren. Verwaltringsreform ohne Neuentwicklung der Selbstverwaltungskröft« i» Stadt und Land ist unmöglich. Unsere weltwirtschaftlich« Gesamt läge zwing« dazu, unser Staatswesen so wirkungsvoll wie mögli zu gestalten. Nur so sei es möglich. Ersparnisse zu machen. Li« Derfassungsreform müßte sowohl die Bahn für eine starke Reichsgewalt frei machen, ober auch die Uebertrogung wescnt sicher Teile der öffentlichen Aufgaben an Länder, Provinzen, Städte, Kreise und Gemeinden oder andere Selbftverwaltungskörper«im beschließen. An die Stelle des jetzt geübten sogenannten Aus- Höhlungsprinzips, das eine Ueberzentralisierung mit sich bringe, sollte als Schlußstein eines planmäßigen Reformwerkes eine ver- safsungsmäßige Sicherung gewisser Grundzüige der Zuständigkeit»- abgrenzungen treten. In grundsätzlicher Uebereinftimmung der Pe- schlüsse der Reichsregierung und der Länderkonferenz erstrebe der Bund zur Erneuerung des Reiches«ine Endlösung, die den gco- graphischen und immerhin noch lebensvollen geschichtlichen Wirtlich keilen Rechnung trage. Die Beseitigung des Dualismus des Reiche» Preußen sei die Vovousfetzung für dos Wirksamwerden jeder Reich»- reform. Es folgte sodann ein Vortrog von Staatssekretär Dr. Popitz, der an Stelle des am Erscheinen verhinderten Reichssinanzminister» Dr. H i l f e r d i n g über das Problem des F i n a n z a u s g l« i ch s{"V sprach und hierbei besonders die Notwendigkeit eines Steuerverein- heitlichungsgesetzes betont«. Londrat a. D. Dr. G e r e k e hielt darin seinen Vortrag über die Stellung der Landgemeinden zu den wich- tigsten kommunalen Problemen der Gegenwart. Er forderte Haupt- sächlich die Stärkung und Festigung des kommunalen Selbswerwal- tungsrechtes der Gemeinden und die Dezentralisation. Der Gedanke einer reichsgesetzlichen Regelung de» Gemeindeversassungsrechts sei al» zu schematisch abzulehnen. Aus steuerlichem Gebiete lehnte er die Wiedereinführung eines kommunalen Zuschlogrechts bei der Einkommensteuer bei der jetzigen ungeklärten Wirtschaftslage auf dem Lande ab. Es müsse aber Vorsorge getroffen werden, daß eine etwaige Senkung der Rrichssteuer sich nicht auf Kosten der Gemein- den auswirke. >»> Sll »Nl (i ® 41e iriti ffitc e I hin Bochum, 16. Rovember.(Eigenbericht.) Die Düsseldorfer Verhandlungen haben sich am Donnerstag bis in die späten Abendstunden hingezogen. Auch die gestrigen Besprechungen haben noch keine Aussichten aus«ine Eini- g u n g eröffnet. Die Verhandlungen werden fortgesetzt. Die Besprechungen der Parteien mit dem Regierungspräsidenten sind bisher noch nicht soweit gediehen, daß es dem vermittelnden Regierungspräsidenten Bergemann zweckmäßig erschienen wäre, eine gemeinsame Besprechung anzusetzen. Bisher holten so- wohl die Metallarbeiterverbände al» auch die Ar- beitgeber ihre Bedingungen aufrecht. Obwohl über die Aussprache von den Parteien— in strengster Beachtung des dem Regierungspräsidenten gegebenen Versprechen»— keinerlei Mitteilungen gemacht werden, ist ersrculichcrweise festzustellen, daß bei den Verhandlungen aus beiden Seiten bis jetzt jede Schärfe der Diktion vermieden wurde, die die weilersührung der Vermittlungsaktion gefährden könnte. Diese Feststellung Ist der einzige Dichtblick. Heute Fortsetzung der Verhandlungen. Düsseldorf, 16. November.(TU.) Die Bemühungen des Düsseldorfer Regierungspräsidenten, durch getrennte Verhandlungen mit den Arbeitgebern und den Gewert- schasten eine brauchbare Grundlage für gemeinsame Einigungs- Verhandlungen zu schaffen, werden auch am heutigen Freitag fort- gesetzt. Wenn auch von den Beteiligten nichts über Gegenstand und Aussichten der Besprechungen zu erfahren ist, und irgendwelche Fortschritte nicht festzustellen sind, so läßt die lange Dauer der Aer- Handlungen und ihre ständige Fortführung zumindest aus ernste Verhandlungen und die Hoffnung aller Beteiligten, doch noch zu einer Einigung zu kommen, schließen. Wo bleibt die Lleberlegung? Sin Llnternekmerblatt mahnt die Aussperrer. Das Kündigungs- und Ausjperrungsfieber der Metallindustriellen wird selbst einem Unternehmerorgan, wie der„Kölnischen Zeitung", unheimlich. So knüpft das Blatt an die Kündigungen in der märkischen Eisenindustrie, von der 35 000 Arbeiter betroffen werden, folgende Mahnung: „Man muß es sehr bedauern, wenn es auch in der mäi tischen Kleineisenindustrie, dazu noch kurz vor Weihnachten, zu einem großen und schweren Arbeitskampf kommen würde. Auf den Parteien ruht, ebenso wie seinerzeit in der Gruppe Nordwest, eine große Ver- antwortung, die vor allem auch die Unternehmer sehrernstnehmenmllßten. Wir wiederholen unsere damals ausgesprochene grundsätzliche Mahnung zu eingehender, nüchterner und verantwortungsbewußter Uebcr- l e g u n g, ob es nötig ist, es zum vollständigen Bruch und zum Kampf mit allen seinen Verheerungen und Risiken kommen zu lasten. Dies« Ueberlegung müßte auf seilen der Arbeitgeber noch durch die Erwägung vertieft werden, ob man es wagen dürfe, so unmittelbar nach der Aussperrung in der G: oßeisenindiistri« nochmals die Initia- tive zum Kampf zu ergreifen und damit Unternehmer und Privat- Wirtschaft einer verstärkten Belastungsprobe in der östentlichen Mci- nung auszusetzen. Wenn gekämpft werden muß. sollte man den Gewerkschaften den Vortritt lasten und nicht den ersten Schritt tun. Sie werden dann die volle Verantwortung für den Kampf zu tragen haben." ,0 Oie Verhandlungen an der Ruhr. Roch keine Aussichien aus Erfolg. In der Kündigung»- und Aussperningsmani« haben durchaus die U n t e r n e h m e r den B o r t r i t t. Di« Verantwortung für die Folge», die die„Kölnische Zeitung" gern den Gewerkschaften auf- bürden möchte, müsten die Unternehmer tragen. 300000 arbeitslose Mitglieder — im Allgemeinen Deutschen GewerkschastSbund. Nach den Ermittlungen des ADGB. stellte sichEndeOktober lS28 bei 0852 berichtenden Zwcigvereinen(September 9708) mit 4 105 361(4 075 95l) Mitgliedern die Zahl der Arbeits- losen auf 2 9 8 5 4 8(269 351) oder in Prozenten der Mitglieder- zahl auf 7, 3 P r o z.(6,6) und der Kurzarbeiter auf 260184 (258 389) bzw. 6. 3(6.3) P r o z. Di« höchsten Prozentziffern der Arbeitslosenzahl(in Prozenten der Mitgliederzahl) sind festzustellen bei: 1..Hutarbeitern 30,9 (19,5): 2. Schuhmachern 18,6(17,3); 3. Dachdeckern 15,0 (10); 4. Sattlern, Tapezierern und Porteseuillern 14,2(15,7); 5. Gärtnern 14,1(14,7); 6. Zimmerern 12V(9,7); 7.M a l e r n 11,7(6,6); 8. Tabakarbeitern 10,3(10,1); 9. B e k l e i d u n g s- a r b e: t e r n 10,1(14,3). Bei den Kurzarbeitern erreichen die Höchstziffern: 1.« ch u h m a ch e r mit 44,8(51,7); 2. Textilarbeiter mit 27,1 (27,1); 3. Lederarbeiter mit 21,7(22,5): 4. Hutarbeiter mit 19,6(6,5); 5. Tabakarbeiter mit 11,4(12,2); 6. S a t t l e r, Tapezierer und Portefeuiller mit 10(10,2) Proz. Der Berichtsmonat zeigt ein starkes Anschwellen der Arbeitslosenziffern(um etwa 29 200), währeiid sich die Zahl der Kurzarbeiter nur unwesentlich(um etwa 1800) er- höht hat. Explosion einer Teer-Retorte. Ein Arbeiter getötet, mehrere andere schwer- und leichtverleht Jen Betriebe der Gesellschaft für Teerverevertung in Duisburg ereignet« sich ein schweres Explosionsunglück, da» mehrere Opfer forderte. Während der Prüfung einer neuen, vermutlich undichten Retorte, explodierte diese und brachte eine Mauer zum Einsturz, von den Gesteinsenossen wurde der Meister Hofmeister erschlagen. Zevei weitere Ar- ; beiler wurden sehr schwer und mehrere Personen leicht verieht. Ein Feuerwehrmann verdankt sein Leben einem eigenartigen Zu- fall. Er befand sich, als die Explosion ersolgte, auf einem Schevebe- gerüst über der Rctone. Er wurde durch den geevoltigen Luftdruck hoch in die Luft geschleudert, konnte släz aber beim HeruerterfoU«» an einer Kctie auffangen und unversehrt in Sicherheit bringen. Die Krieninalpolizei ist mit der Ermittlung der Ursachen des Unglücks noch beschäftigt. « In Bocholt bei Bochuin ereignete sich in einem Hause auf deen Mussenberg eine schwere Gasexplosion, deren gewaltiger Luftdruck das Gebäude vollständig zerstörte. Die Entstehung des Un- glück» ist darin zu suchen, daß ein ausgezogener Mieler die Gas- Verschlüsse nicht ordnungsmäßig abdichtete. Als der neue Mieter mit einer brennenden Lampe den Keller betrat, entstand die Explosion, die den Mann schwer oerletzte. Ein Wieder- aufbau de» Hause» ist ausgeschlossen, da sämtlich« Mauem zerrissen sind. Duellmanie in Barschau. Eine Woche Berliner Mufifleben. Politische Methoden des Regierungsblodes. Warschau, 16. November. ie Regierungsfraktion hat eine wahre Duellmanie im ben entfeffelt. Den Ehrenhändeln des Obersten Slawet sind jetzt e gefolgt. Während der gestrigen Debatten in der Agrart deifion fühlte sich der Abg. Przebelsti( Regierungsblod) olg Angriffe des Mitgliedes der Bauernpartei Opolfti beleidigt über überfandte ihm eine Duellforderung. Opoliti lehnte Ber ab, erklärte sich aber zu einem Schiedsgericht bereit. Heute he sich nun der Sozialdemokrat Niedzialkomiti im Barteiorgan Bolotnit" in spöttischen Ausführungen über die Forderungen und eitigkeiten der letzten Tage. Besonders ironisiert er die Berufung phne Setundanten des Obersten Slawek auf den in Polen von altersultigen Ehrenkoder von Boziewicz, da dieser ja alle Bauern, eiter und sonstige Angehörige der sogenannten niederen glich schichten für nicht fatisfattionsfähig erkläre. Da Die siallomiti felbst ebenfalls das Duell ablehnt, so hat nunmehr bomiti, Mitglied der Regierungsfraktion, in einem Brief an den marschall Niedzialkomſti als„ disqualifiziert für den riig im Auswärtigen Ausschuß des Sejms" erklärt. Gejmmarschall Daszinsti ließ diesen Brief in den Umschlag us idlegen und Garbowski zurückschicken, um damit zum Ausdruck ge, bringen, daß er von dem Schreiben feine Kenntnis nehme. Die mte Breffe mit Ausnahme der Regierungsblätter billigt e den Antiduellstandpunkt des Sejmmarschalls und der oben Annten Abgeordneten. ent Pin ber 20: -p Jes 15: 5. rs 15 M= FIT h= t= I= te ei [= 11 C Bomben im Unterhaus. Gefunden in einer Schublade. London, 16. November. Im Unterhaus murden in der Schublade eines Barlamentsmit ebes zmei Bomben gefunden. Sie wurden der Polizei übergeben, eine Untersuchung angestellt hat. Man glaubt, daß es sich um riegsanbenten handelt und daß beide Bomben harmlos find. Konzertrundschau/ Von Klaus Pringsheim. Fünfzig Konzerte. Fünfzig öffentliche Konzerte- so viele mag es in Berlin Woche für Woche geben. Das bedeutet, wenn wir den durchschnittlichen Fassungsraum der in Betracht kommenden Säle mit je 1000 Blägen ansegen- allein Philharmonie, Singakademie, Bachjaal vermögen zusammen fast 5000 Besucher aufzunehmen, daß für 50 000 Hörer Konzertmufit geboten wird. Soviel also tommt bei summarischer Schägung heraus; aber wie viele gehen hinein- nicht danach zu fragen, wie viele es mit gekauften, gar zu vollem Kaufpreis bezahlten Eintrittskarten tun? Jeder 800. Berliner, Gäuglinge, Greise, Kranke nicht ausgenommen, müßte möchentlich ein Konzert besuchen oder, in 30 Wochen, von Mitte September bis Ende April, jeder 27. Aber das sind trügerische Ziffern. Es iſt ja nur ein Bruchteil der Biermillionenbevölkerung, aus dem die Konsumentenschaft der meisten Berliner Konzerte sich rekrutiert, ein wirtschaftlich und gefellschaftlich begrenzter nicht nur, sondern vorgebildet und speziell intereffiert für ein eng umgrenztes Teilgebiet des öffentlichen Kunstlebens. So unabsehbar weit die Kreise, die die Arbeiterschaft als Publikum für ihre Musikveranstaltungen stellt, so bescheiden bleibt boch beren 3ahl im Gesamtbild der großstädtischen Konzertwodje. Die Konzertüberproduktion der bürgerlichen Welt besteht als Tatfache sie besteht, erschreckender von Jahr zu Jahr, als Krise nicht mehr nur, sondern als dringender Appell an alle, die es angeht: so darf, fann und wird es nicht weitergehen. Fünfzig Konzerte in der Woche- mer hätte Lust und Interesse, hinterher von jedem einzelnen zu lesen, wie es gewesen ist? 3um Glück ist es obendrein von der Natur so eingerichtet, daß der Be richterstatter nicht gleichzeitig in sechs Sälen sigen fann. Doch ein für allemal, die Auswahl der Namen, die hier Erwähnung finden, schließt nicht, unausgesprochen, Ablehnung derer in sich, die ungenannt, deren Leistungen unbesprochen bleiben( und, vielleicht, ungehört blieben). Gerechtigkeit", den Konzertgebern gegenüber, ist da nicht zu fordern; die Zeitung ist für die da, die sie lefsen; nicht für die, die drin stehen.„ Kritik" ist keine Angelegenheit zwischen Kritiker und Kritifiertem, Kritik des Mufitlebens wichtiger- und leider notwen Schubert bezeichnete den Superlativ. Steiner hat den Sinn des Wortes, der sich nicht erklären läßt, so unmittelbar, so beispielhaft, sind, so sind in ihm Mufit und Bolt eins geworden; Schubert. rein und natürlich verwirklicht. Aber wie Schubert und Musik eins Feier ist Boltsfeier. Im Hause der Boltsbühne hat es sich überzeugend bestätigt. Das Havemann- Quartett, der Pianist Franz Osborn als Mittler: die Besucher mußten, daß sie von den Darbietungen das Höchste zu erwarten hatten; unabgelenkt, ungeteilt durfte sich die Aufmerksamkeit, hier zu gläubiger Empfänglichkeit vertieft, den aufgeführten Werken hingeben: dem Forellen"-Quintett; vorher dem D- Moll- Quartett" Der Tod und das Mädchen". Die Herkunft aller Schubert Musik vom Lied, alles Mufizierens vom Singen, kann nicht eindrucksvoller dargetan werden als in diesen schönsten Beispielen mufilantischer Kammermufit; hier wie dort ein Liebeinfall, seinem Ursprung nach Melodie, in die Dichterwort sich dem Komponisten umgesetzt, nun als Thema eines Variationenfages verarbeitet, der als Kernstück dem Ganzen Namen, Grundton und Gewicht gibt. Hier aber: frohes Naturempfinden, Lebensfreude, Heiterkeit der Landfchaft, bort: Todesnähe und jenseitige Berkläriheit- welche Spannweite des Gefühls bekundet sich in dem Abstand, der die Welten dieser zwei Lieder trennt. Der ganze Schubert sozusagen liegt da3wischen; doch sein Bild ist darin erfaßt, indem es zugleich davon eingefaßt ist. wwww 0 Goldmilliarden für Wiederaufbau. Diger als von Fall zu Fall die Feststellung, was diefer gut, jener im Feuer heiligster Ueberzeugung. Wie Geist, Herz, Bille des Franfreichs Kriegslaff. Paris, 16. November. Aus einer im parlamentarischen Ausschuß für das Wiederaufaugebiet bekanntgegebenen Statistit ergibt sich, daß von 85 000 mil. ohen Franken angemeldeter Schäden jetzt nur noch etwa 10 Mil zu begleichen seien. Nach dem Bericht wird der Wiederauf au 1930 vollendet sein. arden Neuer Aetna- Krater. Die Lavamaffen zerstören die Weinfulturen. beffer gemacht. Schubert- Feiern. menn Schubert beherrscht die Konzertwoche, die Zahl der Schubert Feiern erreicht in dieser letzten, die uns von der 100. Wiederkehr feines Todestages trennt, eine schöne Refordziffer; schön wir den Anteil der Konjunkturtüchtigen und der Mitmacher davon abziehen. Das Bild ist nicht dasselbe wie vor zwanzig Monaten, als es galt, dem Genie Beethovens zu huldigen; unverkennbar, wie piel unter Schubert ins Bolt gedrungen, wieviel volkstümlicheren Charakter die Beranstaltungen haben, durch die hier ein Großer der Mufit gewissermaßen diese selbst, indes sein Gedächtnis geehrt wird, Ziel und Gegenstand alles Feierns werden läßt. Gäbe es Grade des Unbeschreibbaren, das wir unter" Mufit" verstehen: der Name Karl Hofers Wert. 3m Hauptquartier der Hilfeleistungsmaßnahmen in Giarre erricht große Aufregung. In der Bevölkerung verbreitet sich das Berücht, daß fich am Hang des Aetna, 50 Meter von Лaca entfernt, ei Aiflo ein neuer krater gebildet habe. Bei Anbruch es Morgens lag bereits die Bestätigung der Unheilsbotschaft vor. us dem neuen Krater strömte mit ziemlicher Geschwindigkeit eurigflüssige Cavamasse und vernichtete aus. Reina verschont geblieben waren. Möglicherweise fönnten auch neue gedehnte Weinkulturen, die bisher von der Tätigkeit des große Schau, die die Mannheimer Kunsthalle in seinem Seimatlande Siedlungen, die bisher unversehrt blieben, von den Lavastrom bedroht Berliner Sezession( gemeinschaftlich mit der Galerie Flechtmerden. Ochsenfrösche im Aquarium. Das Berliner Aquarium beherbergt jetzt in einem Glashaufe Der Larchabteilung im zweiten Stockwert eine stattliche Anzahl von riefigen Ochsenfröschen, die zum Teil eine Körperlänge von 20 Zen außeren Erscheinung ähneln sie bis auf die Größe unserm Wasserfrosch, die Beibchen sind stattlicher als die Männchen und an dem etrons fleineren Trommelfell hinter dem Auge gut zu unterscheiden. Curtschelse Mabisdorf Der eigentliche Ochsenfrosch kommt nur in Nordamerika vor, womit night gesagt sein soll, daß nicht auch andere Erdteile ebenso große Frösche auszuweisen haben, die dann von den Europäern fälschlich als Ochsenfrosch bezeichnet werden. Die sehr fräftige, rauhe Stimme der Männchen ist eintönig. In ihrer Heimat wird den mächtigen Gesellen eifrig nachgestellt, denn ihr Fleisch ist sehr geschätzt, so daß sehr große Stücke im Osten der Vereinigten Staaten kaum noch gibt. 05 Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend.( Nachdr. verb.). Anfangs trübe und regnerisch, weiterhin febr mild. Später etwas Besserung. Auffrischende Südwestwinde. Für Deutschland: Ueberall mild, weit verbreitete Regenfälle, im Nordwesten start windig. Am 11. Oktober war Hofer 50 Jahre alt geworden, und die Baden zuerst von seinem Schaffen veranstaltete, ist nun in der heim) aufgestellt. Hundertzehn Gemälde und einige Dutzend Handzeichnungen und graphische Blätter sind aus seinem Wert ausgewählt worden und füllen in schöner, lockerer Anordnung die ganzen Räumlichkeiten an Weltkriege, ist mit acht Bildern mur ganz fparfam angedeutet. Man -Dasselbe Programm, gestreckt durch mittelmäßigen Gesang, am selben Sonntag im Konzert des Guarneri- Quartetts ein an deres Publikum. Und das Besondere dieser ausgezeichneten Künstlervereinigung ist die Klangfultur, dynamische Gestuftheit ihres Zu fammenspiels. Sie haben ihre Gemeinde, der Beethoven faal ist überfüllt. Im Bach faal, fein Wunder, drängen fich die Hörer, als Ludwig Wüllner seinen Schubert- Abend gibt. Und der Jubel, nach jedem Lied, ist unermeßlich. Etwas Priesterlich- Feierliches, doch auch leidenschaftlichste Hingeriffenheit ist in seinem Singen; ein vorbehaltlojes In- der- Sache- Aufgehen und zugleich wissend und weise Darüberstehen. Schubert im Licht reifster Erkenntnis und Siebzigjährigen der Natur trotzen aber noch dies Trozzen ist gütig, überredend, wie er neulich dem Widerstand einer physischen Indisposition Lied um Lied abrang: solches Geschenk fann nur mit tiefer Dankbarkeit empfangen werden. Und noch ein berufener Schubert- Sänger: Josef Degler. Die Lebensalter sollen nicht gegeneinander gestellt werden. Diese jugendlich- männliche Stimme hat seltene Opernqualitäten man weiß es in Berlin, aber in der Intimität des Bechsteinsa als versteht der Liedersänger sich ihrer mit aller Subtilität, die Raum und Aufgabe fordern, zu bedienen. Und wieder gibt er, diesmal in ausgewählten Stücken aus dem„ Schwanengesang" und aus dem Nachlaß, Liedgestaltung von stärkster Intensität; vollendet im musikalischen Aufbau und in der Dramatit des Vortrags den„ Doppelgänger". Eine würdige Schubert- Feier auch dieser Abend. Rhythmisch- gymnastische Aufführung. Die Schule Hellerau Lagenburg wollte an ihrem rhythmisch- gymnastischen Tanzabend im Bach- Saal keine reife, gerundete Kunst vorführen. Sie gab in den Darbietungen nichts anderes als einen Querschnitt durch ihr Unterrichtsprogramm. Es war eine Art Gymnastikvortrag in Bildern, die von wenigen Worten erläutert wurden. Die Zuschauer sollten daraus erkennen, bis zu welchem Grade von Körper und Sinnesbemußtsein jeder Durch schnittsmensch erzogen werden kann. Die Dalcroze- Methode ist von der Lagenburg- Schule dahin abgeändert, daß nicht mehr Mufit der Tiergartenstraße. Die erste Periode feiner Entwicklung, bis zum Rhythmik oder Melodik- unbedingt mit der Körperbemegung zuerkennt an diesen Akten und Bildnissen, daß der 1878 in Karlsruhe Geborene zunächst sich an die heimatliche Tradition der Thoma und Trübner hielt, dann aber von Marées, Cézanne und Greco zu geistiger Idealkomposition angeregt wurde. Man kann hier nicht die Frage aufwerfen, ob das objektiver Betrachtung entspricht; diese Ausstellung ist so reich und anregend, daß es völlig genügt, den Hofer der legten zehn Jahre fennen zu lernen. Sie ist schon für sich betrachtet eine vollkommene Rechtfertigung und Selbständigkeitserklärung der heutigen deutschen Kunst, und sie widerlegt triumphierend alle Versuche, die deutsche Malerei der Gegenwart auf eine zweite Stufe herabzudrücken. Nein! Die deutsche Malerei ist der französischen aus der Gegenwart durchaus ebenbürtig. Neben Hofer, können wir ein Duzend Namen nennen, deren Werke uns ein unbestrittenes Recht auf diese Behauptung geben. Aber man fennt sie nicht außerhalb unserer Grenzen: das ist der einzige Grund, mit Mißachtung von deutscher Kunst zu sprechen. Dies Wert des späten Hofer, zwischen seinem 40. und 50. Jahre entstanden, vereinigt in sich alle Borzüge einer großen europäischen Tradition von guter Malerei mit denen deutscher Innerlichkeit und idealistischer Bildungskraft. Immer wieder entzückt die hohe malerische Kultur, in jahrzehntelangem Ringen in Rom, Baris und Berlin erworben, die Feinheit und Kraft der farbigen Gestaltung. Sie allein schon würden Hofer den Rang eines der ersten Künstler der Gegenwart in Europa sichern. Es kommt aber hinzu, daß er mit diesen großen Mitteln etwas zu sagen hat, was nicht auf der schönen Oberfläche liegt; daß er ein denkender und ein fühlender Mensch ist und die Macht befißt, seine Bisionen in zwingender Form zu gestalten. Das bedeutet in Hofers Fall nicht ein Hinübergreifen ins Visionäre, wie etwa bei Schlemmer oder Paul Klee; mit Ausnahmen wie dem ergreifenden ,, Selbstbildnis mit Dämonen". Aber aus der Natur der lebenden oder toten Dinge zieht er den Ertraft des Wesentlichen und gibt ihm das unverkennbare Gepräge feiner Belt anschauung. Mädchenafte, Syntbolgestalten und Liebespaare, Stillleben, Bildnisse, Alltagsszenen und Landschaften werden zu Offenbarungen eines tiefen, durch Katastrophen geläuterten Erlebens. Und die Kurve dieses Erlebens geht von tieffter Depression des Inflationsdunkels in mannigfachen Schwankungen bis zu einer neuen, schwer errungenen Heiterfeit und Bejahung des Lebens. Bejahung, weil es schön ist, auch in seinem Entsetzen, und weil das Glüd der Sonne und der Farben den echten Rünftler immer wieder überwältigt. Dr. Paul F. Schmidt. Eine Grünewald- Lusitellung zur Erinnerung an das 400. Zobesjahr wird von der Generalbneftion der Staatlichen Museen in Berlin für Dezember vorbereitet. Es wird auch eine Kopie des 3senheimer Altares ausgestelt werden, die der Maler Marc Grünewald in den legten bret sammengeht, sondern daß der Körper aus seinen eigenen Bewegungsgefeßzen heraus die Bewegung erfühlt. Das ist also die Entwicklung eines ganz start ,, tänzerischen" Empfindens, wie man es im allgemeinen nur bei genialen Tanzkünstlern für möglich hält. Hier gelingt der Ausdruck dieses Empfindens natürlich ohne wesentliche tünstlerische Formenden Gymnastifschülerinnen. Die Zusammenhänge zwischen Musikgefühl und Tanz werden wie bei Dalcroze aufgesucht, und es wird gezeigt, wie bald die Musif, bald der Tanz das Primäre sein kann, das die andere Ausdruckform gleichsam herausfordert oder herauslodt. In den rein tänzerischen Darbietungen ließ Anna Maija Begabung für den Bühnentanz erkennen. Les. Die Zehntausend- Dollars- Symphonie. Wie man sich erinnert, hatte die Columbia Grammophon- Company aus Anlaß des hundertsten Todestages Schuberts zehntausend Dollars ausgefeßt, die zunächst für die Bollendung der Unvollendeten" bestimmt waren. Auf die energischen Proteste der Musikwelt hatte man sich endlich dazu verstanden, die zehntausend Dollars als Preis für eine Symphonie zu bestimmen, die im Stile Schuberts gehalten und mert und würdig fein sollte, mit seinem Namen in Zusammenhang gebracht zu werden. Den Preis erhielt der schwedische Musiker Kurt Attenberg für die sechste der von ihm tomponierten Symphonien. Das preisgekrönte Bert wurde fürzlich vom Londoner Symphonieorchester in der Queens Hall zum erstenmal aufgeführt. Nach den Ausführungen der Londoner Kritit enthält das Wert wohl manche anziehenden Züge, steht als Ganzes aber nur in losem Zusammenhang mit dem, was wir als Schubertschen Stil schätzen. Alfred Belerle lieft beute abend 8 Uhr im ehem. Herrenhaus, Leipziger Straße 3, neue deutsche Erzählungen vor. Eintritt 50 Pf. Die Premiere von Franz Molnars Olympia" findet Montag, den 26, Nonember in der Komödie statt. Die zur Premiere gelösten Karten behalten ibre Gültigkeit, bis dahin allabendlich Eltern und Kinder". 9 Schubert- Feiern. Sonntag, um 12 Uhr mittags veranstaltet die 11fa" int Universum am Rehniner Plas eine Schubert Feier. Es mirten mit: Richard Tauber, Feliz Dhd( Klavier), das Deman- Quartett und has 11niversum- Symphonie- Orchester. Im Lessingmuseum finbet Sonntag, 20 Uhr, eine Aufführung der vollständigen Musit zu Rosamunde" mit verbindendent Text, gesprochen von Robert Start statt. Die Schubert- Jentenarjeier der Stadt Wien hat mit einem großen Festfonzert in der Alademie der Bissenschaften ihren Anfang genommen. Van de Velde als Dramatifer. Ban de Belde, der Borkämpfer einer neuen Grofil in der Ehe ist unter die Dramatifer gegangen. Er hat über überfekt worden ist und das den Pflichtenkonflikt des. Arztes gegenüber dem $ 218 zum Gegenstand hat. feine Theorien ein Bühnenwert vollendet, das bereits auch ins Deuliche Für Darwin. Die amerilanische Union für die bürgerliche Freiheit hat beschloffen, eine große Rampagne zugunsten der Lehrfreiheit für den Darwinismus in amerikanischen Schulen zu eröffnen. Dieser Beschluß ist verbietet, die Rebre Darmins in den Schulen zu behandeln. auf die Annahme eines Geleges im Staate Arfanfas zurüdzuführen, das Berantwortlich für die Redaktion: Eugen Brager, Berlin; Anzeigen: Th. Glede. Berlin. Berlag: Bormärts Berlag G. a. b. S., Berlin. Drud: Barwärts Buch Site 1 Belinge „ Bolt und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt Jahren in Colmar von sämtlichen Gemälden des großen Bandelaltares bruderet und Berlagsanstalt Baul Ginger& Ca., Berlin 628 68, Sinden izaße& ber heutigen Bostauflage bei. ausgeführt hat. Kress Theater, Lichtspiele usw. metropol- Theater Freitag, d. 16. 11. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 139 18 Uhr Walküre Staats- Oper Am Pl.d. Republ. R.-S. 203 20 Uhr Die heimliche Ehe Freitag, d. 16. 11. Städtische Oper Bismarckstr. Turnus IV 18 Uhr Tristan u. Isolde Staatl. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt A.-V. 203 20 Uhr Egmont Staatl. Schiller- Theater, Charitbg. 20 Uhr Der Londoner verlorene Sohn. SCALA 8 Uhr B 5. Barbarossa 9256 Jack Hylton, der unumstrittene Jazz- König Europas, mit seinen 18 Solisten und weitere zum ersten Male in Berlin auftretende internationale Stars. Sonnabends u. 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Schiller- Th. 8 Uhr Der Londoner verlorene Sohn Staatsoper am Platz der Republik 8 Uhr Die heimliche Ehe HALLER- REVUE ,, Schön und schick" Tb. im Admiralspalast Täglich 8 Uhr. Sonntag 2 vorstellungen 3 Ubra. 83/4 Uhr. Nachmittags die ganze Vorstellg. zu halben Preisen Th. am Schiffbauerdamm Th. in der Lützowstr. Täglich& Uhr Kurf. 9209. Tgl, 8, Sonnt. 4 U. Die Drei- Groschen- M. Lommel Oper Paulsen, Valetti, Ander, Gerron, Schaufuß, Kühl, Lenja. Telephon: Norden 1141.281 Vorverkauf in: Runxendori auf Welle 0,5" Rundfunkhörer halbe Preise Sonnabend 4 Uhr auch im Pavillon d. Klein Huckepack. Reinhardtbühnen Kurfürstendamm, Ecke Uhlandstraße Bismarck 448 u. 449. Deutsches Theater Norden 12310 8U., Ende nach 10 Zum 25. Male: Die Verbrecher Schauspiel von FerdinandBruckner Regie: HeinzHilpert Barnowsky- Bühnen Th. Königgrätz. St. Täglich 8, Uhr Der Frauenarzt Schauspiel von Hans J. 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Auf der Bühne: Colani, der lustige Matrose Karl Tremo, die guten Ikarier Passage- Lichtspiele Der Anschlag auf den Nord- Neukölln, Bergstraße 151-152 expreß Süden Th. am Moritzplatz Beginn: W. 5, 6.30, 9 Uhr, Stg. ab 4 Uhr. Heimkehr mit Dita Parlo Buffalo Bill jr. Tempelhot Schlüterstr. 17 W. 7.9.15, Stg. ab 4U. Tivoli- Lichtspiele Sein letzter Befehl mit Emil Jannings Der erste KuB mit Werner Pitschau Schöneberg Alhambra Beg. W. 6.30 u. 49 S. ab 3 Uhr Tempelhof, Berliner Str. 97 Anfang: W. 6.30, 8.45 U., S. 4, 6.30, 8.45 U. Don Juan in der Mädchenschule mit Reinhold Schünzel Lotte. das Warenhausmädchen Südosten Die Heilige und ihr Narr mit Wilhelm Dieterle Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt Viktoria- Lichtbild- Th. Frankfurter Allee 48 Woch. 5, ca. 7 u. 8,45, Stg. 3, ca. 5,7 u. 8,45 U. Woch. 5, ca. 7 u. 8.45, Stg. 3, ca. 5,7u. 8,45 U. Die Heilige und ihr Narr mit Wilhelm Dieterle Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt Osten Germania- Palast Frankfurter Allee 314 Die Verschwörer Ausgewähltes Belprogramm Auf der Bühne: Berlins schönste Revue Alles für euch Beginn der ersten Vorstellungen: Die kleine Sklavin Bühneuschau Friedrichsfelde Norden Alhambra Müllerstraße, Ecke Seestraße Die Carmen von St. Pauli Bühne: Ein Spiel zum Film LSP Lichtspiele am Senefelderplatz Die Carmen von St. Pauli Pat und Patachon Chausseestraße 30 Metro- Palast Das Spiel mit der Liebe mit Harry Liedtke Bühne: Claire Waldoff pers. Pharus- Lichtspiele Müllerstr. 142 Brand in Kasan, der große russische Wolga- Film Der Gentleman von Paris mit Adolphe Menjou Gesundbrunnen Kino Busch Beginn täglich ,, Alhambra" 5, 7, 9 Uhr Alt- Friedrichsfelde 3, Ecke Roseni. Str. Eine Frau von Format mit M. Christians Schrecken der Posträuber mit Tom Mix Bühnenschau Nordosten Wochent, ab 6 Uhr, Sonnt ab 3 Uhr 9, Elysium" Schöneberg, Hauptstr. 23 Stephan 1505 Filmeck Beginn W.: 5.30 Uhr Luna- Filmpalast Der geheime Kurier mit Iwan Mosjukin Große Bühnenschau rüher Titania( uta Schöneberg) Hauptstraße 43 6.30, 9, S. 3.15, 5, 7, 9 L Liebe Schwiegermama mit Harald Lloyd Großes Beiprogramm Freitag und Sonnabend 11.15 Uhr gr. Nachtvorstellung: Die Rassen. Schönheit des Weibes, mit Vortrag S.: Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Gr. Frankf. Str. 121 Liebe im Kunstall mit Henny Porten Bühne: Russ. Arlekin Theater Jugendliche haben Zutritt Luisen- Theater Reichenberger Straße 34 Moderne Piraten mit Siegfried Arno Beiprogramm- Bühnenschaul Intern. Bühne Pat u. Patachon, die Filmhelden Revue Schönheit und Humor mit Harry Waldau Bühne: Concordia- Palast Andreasstraße 64 Harald Lloyds liebe Schwieger mama Brand in Kasan Bühnenschau Prenzlauer Allee 58 Der erste Kuß mit Teddy Bill, Anny Onda Bühne: Wiener Bilderbogen revue m. Fritz Spira, Teddy Bill Weißensee Schloßpark Film- Bubne Berliner Allee 205-210 Liebe im Kuhstall mit Henny Porten Auf der Bühne: Revue: Wir lachen alle mit Badstraße 58 Seine stärkste Waffe mit Harry Piel PROGRAMM für die Zeit vom 16. bis 19. November Marienbad- Palast ur Badstraße 35/36 Soldatenleben, das heißt lust sein mit Laura la Plante Die Abenteuer des Lord List Große Bühnenschau , Rialto" Film u. Bühr Reinickendorfer Str. 14 ( am Weddin Seine stärkste Waffe mit Harry Piel Belprogramm und Bühnensch Nordwesten Welt- Kino Alt- Moabit 99 Seine stärkste Waffe mit Harry Piel Sündige Jugend Pankow Palast- Theater Breite Str. 21 a. Beg. 6.30, لما و glau zur daß mu fein bere Gef eine frat geid Bar ent gem gem Beid offe ben als Ma Am Spre prä Bi wir wer ich fich Rei Lai abg gen hat die Alt- Heidelberg Bühne: Ein Abend am Rhei Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 Heiratsfleber Bühne: Lachendes Leben ( Revue der Schönhei') Niederschönhausen Beiprogramm und Bühnenschau Film- Palast Ballschmieder- Lichtsp. Badstraße 15 Heut spielt der Strauß Die Mädchenfarm mit Tom Mix Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt Humboldt- Theater Badstraße 19 Adam u. Eva m. Reinh. Schünzel Durien Eltern heiraten? Große Bühnenschau Kristall- Palast Prinzenallee 1-6 Alt- Heidelberg( Regie: Lubitsch) mit Ramon Novaro und Norma Shearrer Bühnenschay Blankenburger Str. 4 Die Hellige und ihr Narr Zirkus Pat und Patachon Jugendliche haben Zutrit Reinickendorf- Ost Bürgergarten- Lichtsp Hauptstr. 51 u. Lindauer Straße. Beg. 6.30 Revolutionshochzeit mit Fritz Kortner Teufel im Sattel Bühnenschau Reinickendorf- West Ala- Filmpalast Scharnweberstr. 67-68 Wetterleuchten Neu eröffnet! mit John Barrymore Die Schreckensfahrt des Goldexpreß Große Bühnenschau e Uni Bel (Beilage Freitag, 16. November 1928. SprÄbmd SfinJaulfafa xtei Ibutarü Curt Biging: Erztverk am Eismeer, Auf Wanderfahrt durch Lappland, Das klein« Postboat stampft und bäumt sich gegen die griin- lichen fchäumeirden Schlochtreihen. die durch den schnialen Sund van der asienen See hereinrollcn. Mißvergnügt sitzt die Handvoll Passagiere auf Deck stemm, unterm Vorderdeck in dem Loch von Mannschastsramn stocken ein paar jugendliche Individuen, die offen- bar die Mannschaft des bcnzolduttcnden Kastens darstellen sollen, um ein uraltes Grammophon und hören heiseren Walzern aus Großvaters Kindertagen zu. Kahl und trostlos öde find die felsigen Hänge des Nätämöf- jords— ein Renntier, das fern in dem winzig erscheinenden Gebüsch äst, ist schon eine Sensation. Hin und wieder steht«ine Fischerhütte verloren in der steinigen Wüste, erst gegen Kirkcnäs zu tauchen Baulichkeiten auf, die«in wenig wie eine Siedlung ans- sehen.— Eine Wolkenbant kommt von Nordost, sie wälzt sich richtig heran, flutet über die Bergkämme, schwimmt die Flanken herab noch der Küste. In oielleicht hundert Meter Höhe bleibt sie stehen, hinter uns versinkt die Welt im Nebelschleier. Südwärts wendet das Boot. Totes, kahles Ge- birg« starrt uns entgegen. Vor uns die Stapel des Hohwerkes, wie eine Stadt aus Brettern sieht es aus, dann rechts, wäh- rcnd noch«in letztes Mal die Sonn« durchbricht, der Haufen Menschcnwohnun- gen, der auf der Karte als „K i r k« n ä s" verzcichnct steht. Holzhäuser, Kamine, ein kümmerlicher Kai, und grau und drohend den Berg hinauf das Erz- werk. Alles ist aus Holz ge- baut, dos aus dem Hinter« Ladestelle des Erzwerks, lande kommt, denn an der .. � rauhen Küste will nichts wachsen. An windgeschützten Stellen bei der Stadt selbst kommt die Birke schon als Baum vor, aber der Baum ist auch danach: ver- knotet und verkrüppelt dreht und windet er sich nach allen Himmel». richtungen einschließlich Lenith und Nodir.- Man Hot wohl böse En'ahgmngen mit Feuersbrünsten in Nirkenäs hinter sich, denn unter dem Fenster in dem Hotelzimmer hängt an dicken Spirolhoken eine halbzöllige Rettungslein«. Am Montag morgen ist die Stadt bis gegen Mittag tot. Um elf Uhr macht der Barbier seinen Laden au-i. die wenigen Laden- bcsitzer stehen müßig in den Türen---„die einzigen Leute, die hier wirklich arbeiten, sind die Arbeiter/ sagt« mir eine pro- Mincnte Persönlichkeit aus der Stadt. Man kann leicht ousvechnen, wie viele Leute nichts tun, denn der Ort zählt dreitausend Ein- Wohner, von denen in Zeiten guter Konjunktur höchstens tausend bis zwölthundert für das Werk tätig sein können; in Wirklichkeit ist diese Ziffer wohl noch nie erreicht worden. Sechzig Meter vom Kai aufwärts erheben sich die Hallen des Werks. Das Erz wird im Tagebau gewonnen und kommt acht Kilometer von Süden her, große eiserne Loren schleppen es rasselnd heran. Oben auf dem Berge rollt es in ein« riesige Holle, die Wagen öffnen ihren Boden, mit ungeheurem Getös« donnern die Steine in schräge Schächte, hinunter ,n die Steinbrecher aus Zähcstem Manganstahl. Große und kleine Brücken ordnen sich in Reihen, die Mahlmaschinen krachen und knirschen, dicker grauer Staub hängt in der Luft. Die Männer, die mit langen Eisenstangen den Nachschub in den Schächten regulieren, sehen aus wie Teufel aus ewer Nebelhölle. Eine Etage tiefer, eine Etappe niedriger rotieren die Kugel- wühlen, gewaltige Trommeln. In jeder.zermalmen viertausend Stahlkugeln von 170 Millimeter Durchmesser das grau« Gestein. Noch wefter abwärts rollen die Magnete, mißfarbener Schlamm rieselt um ihre Stäb«, es find die Dorseparatoren, die ihre spritzende Brühe in die Rührmühlen hinabsenden, wo Flintsteinkugeln das Fjordlandscbaft bei Klrkeoäs. »geschwemmt« Material zu kleinster Feinheft vermählen Die chlußseparotoren nehmen die endgültige Trennung vor: die Ab- De sinken ins Meer, der lehmieine Erzschlamm sammelt sich in alhohen Bassins und wird getrocknet. So wird dos an sich mircher- errige, ZZprozentige Erz auf VL Proz. angereichert und in ein ertvolles Produkt verwandelt. Mit nur 7 Proz. Wasser wird das Materiat verschifft, das eiste geht nach Deutschland. Für die englischen Hochöfen wird a Schlamm in hauslangen Brannöfen, die mit Seneratorgas arbeiten, unter dreizehnhundert Grad Hitze in feste Briketts ge- preßt. Zweiunddreitzig Aggregate find nebeneinonder, fünf Arbeits- gänge hintereinander geschaltet. Es muß olle Sinne betäuben, wenn diese Maschinenwelt auf einmal.zusammen zu rasen beginnt. Da werden die Nerven zerrissen, zersplittert, zerfasert. Und dabei läßt die Bergwerksleitung monatelang die Belegschaft um einen Tarifvertrag kämpfen! Gegen Abend fahre ich zum Bergwerk hinaus, mft der Bahn, die die leeren Laren zurückführt. Ein„Personenwagen" ist dabei, ein leerer Güterwagen mit zwei langen Pritschen, verstaubt, ver- dreckt. Ueber dos Gleis lausen zwei Renntiere mit weit ausladenden Geweihen-- auch fi« verschmutzt, als hätten sie auf einem Kohlenwogen geschlafen. Langsam fährt die' Bahn, nicht überoll ist der Untergrund zuverlässig. Seen gleiten vorüber, moorig« Talkessel, kahler Fels, dann weiter noch innen Hänge mit der üblichen nordischen Busch- waldvegetotion. Eine hölzerne Stadt taucht aus, man denkt un- willkürlich an die Schilderungen von Goldgröbernestern, aber dos Genossenschostsgedöude ragt hoch und vielftöckig in den Abendhimmel. Dann hält der Zug am Werk selbst, dos nichts anderes ist als ein weites, niedriges, zeris jenes Gebirge. Schienen laufen zwischen Mafchinenhöusern hin und her. über- oll sieht man die eisernen Röhren der Preßlustanlagen. Man ranzt über Schwellen und Gesteinstrümmer.--- Achtung, eine Lokomotive heult vorbei, sie bringt neue Stohlbohrer vor Ort--- ein Tal öffnet sich, der Bauch des Berges liegt frei. Hier hat man Hunderttausende von Zentnern Erzgestein in� die Luft geblasen. Kleine, vcrschlnfsene Hütten,„Dynamit" steht' aus die Tür gemalt, weiter«in Bergsturz——— Leitungsdrähte schwingen sich durch die Lust. Jetzt stehen wir vor dem eisernen Greiser, der mit Brüllen und Fauchen die gesprengten Hänge kahl schobt und die mächtigen Blöcke aus die Loren ladt. Es kracht und rollt, Staubwolken msichen sich mit dem Dampf der Maschin«, wie ein lebendiges Wesen gestikuliert der Greifer den Berg auf und nieder, kratzt wie ein eiserner Saurier die wunden Felsen leer. Wieder mühseliger Rückweg über Geröll und Schwellen, Sirenen heulen in den Abendhinrmel, Warnungsschrei«, es wird gesprengt. Erst sprengt man Löcher, dann Kammern, dorm Schächte, und weim man sich in den Berg tief«ingefressen hat, packt man das tiefsi« Lach voll Dynamit--- sin Druck auf den Knopf der Leitung, der Berg hebt sich langsam in die Luft und sinkt zer- schmettert wieder noch unten. Jetzt kann man den Riesen ganz zersetzen.— Durmps.rumpeln die Schüsse, unwillkürlich ziehe ich den Kopf«in— es klingt wie der Emschlog großer Granaten.— Das Echo der Sprengungen verhallt, die toten Felsen liegen kalt im grünen und roten Schimmer der hellen Eismccrnacht. Ein Pferd lauft durch die hölzerne Stadt, nur wenige Menschen stehen auf den steinigen Wegen herum, die Straßen sein sollen. Ein altes Ford-Auto trägt mich ins verschlafene Kirkenäs zurück. mißvergnügt ruht in der dämmerigen Nacht Ort und Hofen. Man kann nichts tun als ins Bett gehen. Aber morgen werde ich die luftige Gymnastik der verspielten Wale sehen, die im Eismeer wohnen. Oer Giftgüriel. Der Wissenschaft ist es nach langjährigen Bemühungen jetzt cnd- lich gelungen, einen Feind des australischen Wirtschaftslebens, dem man bislang auf keine Weife hatte beikommen können, erfolgreich zu bekämpfen. Bislang hatten die Biehtronsporte nach dem nördlichen Teile des Erdteils unter einer geheimnisvollen Krankheit, van welcher die Tiere in ganz bestimmten scharf abgegrenzten Gegenden befallen wurden, und der regelmäßig etwa 29 Prozent der diese Gebiete passierenden Rinder erlagen. Man nannte diesen Teil des Landes den„Giftgürtcl", ohne indes zu wissen, mit welcher Art Gift man es zu tun Hobe. Schließlich lenkte sich der Verdacht auf zwei hier wachsende Pflanzen, eine Art Beifuß und eine Indigopflanze. Es stellte sich heraus, daß beide außerordentlich giftig sind und sich stark verbreiten. Die Regierung verfügte daraufhin, daß beide Pflanzen längs der Wege auf eine Breite von fünfzig Metern völlig auszu- Ladekran am Berghaag des Erzwerks. Zum Artikel:„Erzwerk am Eismeer". rotten seien und weithin sichtbare Schilder weisen die Diehtreiber an. ihr« Herden nicht außerhalb dieser Streifen gehen zu lasten. Die Zweckmäßigkeit der Maßnahmen stellte sich bald heraus, denn seitdem sind lausende von Rindern ungefährdet durch den Giftgürtel ge- trieben worden. Die Fliegerwaffe am Kriegsende. Heute spricht all« Welt vom Fliegen. Gerade in den letzten Tagen wurde dos Problem der Eroberung der Luft eifrig erörtert. Die zweimalige Ucberquerung des Ozeans durch den Zeppelin war die Sensation dieser Tage. Der Empfang des Lufsichiffes in Deutsch- land und in Berlin beweist, welch gewaltiges Interefle der Megerei entgegengebracht wird. Auch die Ozeanüberquerung durch Flugzeuge, die im letzten Jahre mit mehr oder weniger gutem Erfolg durchgeführt wurden, zeigten, daß sich viele Menschen sür die Beherrschung der Lust be- geistern. Dabei ist recht merkwürdig, daß von der K r i e g S f l i e g e r e i so gut wie nicht mehr gesprochen wird. Warum dieses Schweigen? Es ist doch recht lehrreich, wenn die Nachwelt auch davon etwas erfährt. Es soll hier nicht von den sogenannten Heldentoten mancher Kriegsflieger gesprochen werden, sondern davon, aus welchem tech- nijchen Stand sich die Fliegerei am Ende des Krieges, in den No- vembertagen 1918, befand und welche Aussichten sie und die Heimat bei einer Forldauer des Krieges gehobt hätte. Ich kann aus eigener Erfahrung berichten. Ms wir den„Feld- piloten" gemacht hatten— das war die erst« Prüfung, die zur Er- langung der Fronsilugsähigkeit vorgeschrieben war—, da waren wir ungefähr 19 Jahre alt. Also denkbar jung für die verant- wortungsvolle Tätigkeit eines Flugzeugführers. Aber was sollte geschehen? In der Fliegerei wie in oll den Truppenarten, wurde die Frag« des Mannschaftsersatzcs immer brennender. Wie oft mußten wir erfahren, daß kaum„frontreis" gewordene Kameraden bei ihrem ersten Frontflug von dem«rsahrenen und überlegenen Gegner abgeschasten wurden und ihr junges Leben lasten mußten. Ein« kostspielige und zeitraubend« Flugzeugsührerausbil- dung wurde so sehr schnell ergebnislos. Aber sechst wenn man über diese furchtbaren Opfer hinwegsehen wollte, so muß und darf heut« gesagt werden, daß die Maschinen, die Betriebsstoffe und all« Bor- aussetzungen der Fliegerei des damaligen Gegners bei weitem bester waren als die Deutschlands. Und wie es im letzten Kriegsjahr« bei uns an allem mangelt«, so mangelt« es auch in der Fliegerei am Wichtigsten. » Die Maschinen konnten nicht mehr aus dem besten Material hergestellt werden. Schon bei der heimatlichen Ausbildung der Flugzeugführer gab es in der Luft manches Unglück, das weniger aus die Ungeschicklichkeit des Fliegers zurückzuführen war, als auf die schlechte Bejchajsenheit des Materials, aus dem die Flugzeuge gebaut waren. Diele Flieger sielen dem Mangel an gutem Material zum Opser. Leider gibt es darüber keine Statistik, wie man bei dem niedrigen Wert des Lebens, während des Krieges vieles statistisch festzuhalten vergaß. Man geht aber sicher in der Annahm« nicht fehl, wenn man glaubt, daß mindestens in jeder Woche jede der 14 deusichen Fliegerersatzabteilungen einen schweren Absturz zu verzeichnen hatte, der auf diese Maleriolmängel zurückzuführen war. Das dürfte mindestens auf die letzten beiden Sriegsjohr« zutreften. Wieviele Menschen und Flugzeuge sind Z. B. auch den Ver» gaserbränden zum Opfer gefallen, die nur infolge des Mangel- hasten Betriebsstoffes entstehen kannten. Dos immer schlechter ge- worden« Benzol, dos als Betriebsstoff oerwandt werden mußte, ver- rußte die Zündkerzen derart stark, daß es besonders in den letzten Wochen des Krieges nur noch ein Zufall war, wenn ein Flugzeug ohne Motor- oder Bergaserstörungen aus die Erde zurückkehren konnte. Ich selbst habe beim Start mit dem Flugzeug in Königs- Wusterhausen bei Berlin einen solchen Bergaserbrand gehabt, bei dem ich mich selbst und die Moschine nur mit knapper Not vor dem Der- brennen retten- konnte. So ging es vielen anderen Fliegern auch. die mit weniger Glück rettungslos dem Verbrennen ausgeliefert waren. * Es mar kein Wunder, daß, bei diesem Stand der Dinge der Inspekteur der Fliegertruppen bereits um die Mitte des Oktober 1918 einen Erlaß herausgab, nach dem in der Heimat nur noch die allernötig sie» Flüge gemacht werden dursten und daß nur noch Flugzeugführer weiter ausgebildet werden sollten, die ganz wenige Flüge zu ihrer Frontreise nötig hatten. Diese Tatsach« ist meines Wissens noch nirgends öffentlich erwähnt worden: es muß aber einmal geschehen, um zu zeigen, wie es in jenen Wochen auch um die Fliegerwasie stand. Der Erlaß des Inspekteurs der Fliegertruppen war ei» Beweis, daß die maß- gebenden Stellen erkannt hatten, daß sich das deusiche Volk auch auf dem Gebiete des Flugwesens am Ende feiner Kraft befand. Wenn der Zusammenbruch nicht gekommen wäre, dann hätten Heer und Heimat im Frühjahr 1919 nicht einmal mehr die Flieger- wafs« besesten, denn es mangelt« an Material, an Mannschastserjatz und auf Grund des Erlastes des Inspekteurs der Fliegertruppen sogar an gut ausgebildetem Nachwuchs. Was nach dem 9. November 1918 ohne die Fliegerei geworden wäre bei einem Fortgang des Krieges, wollen wir lieber nicht aus- zumalen versuchen. Wir wollen uns trotz allem freuen, daß dem Morden endlich ein Ziel gesetzt wurde. Die Engländer und Ame- rikaner hotten ihr« Fliegerei gerade damals mchr denn je ausgebaut und st«,-flogen und schwammen", obwohl einer der kaiserlichen Minister erklärt hotte, daß sie das nicht konnten. Heute fliegt auch Deutschland wieder. Wir hassen und wünschen, daß alle Flieger der Welt dem Frieden der Welt dienen. Denn sie sind mehr als all« anderen dazu berufen, die Grenz- pfähl« zwischen den Völkern niederzureißen, die Ensiernungen zu verringern und Mißverständnisse zwischen den Regierungen aller Länder schnell ousklären zu helfen. Wenn wir von der Kriegssliegerei zur wahren Friedensiliegerei kommen, in jene Zeit, in der die Völker ihre Schicksale selbst in die Hände nehmen, dann sind oielleicht auch die Opfer der Kriegs- fliegerei nicht umsonst gewesen. Jpb.. Müller, ehem. Flugzeugführer. Die Blatine Hand ROMAN VON EDGAR WALLACE INS DEUTSCHE OBERTRAGEN ( 1. Fortsetzung.) RAVI RAVENDRO thn scharf. Böglich fah er, daß das gelbe Geficht bes anderen elne Schein dunkler und der Blid der schwarzen Augen hart wurde. " Was bedeutet das?" fragte er scharf. Bas zum Teufel haben Gie Er hielt inne, nahm sich zusammen und lachte. Aber Jins hörte wohl, wie gefünftelt und gequält es Mang. „ Sie sind ein prächtiger Kerl, Steele," sagte er in seinem altan. nachlässigen Ton. Sie sind töricht, sich über diese Dinge den Kopf zu zerbrechen." Er stellte das Schreibheft an den Play zurück, von dem er es genommen hatte, nahm einen anderen Bachtbrief und gab sich den Anschein, eifrig darin zu lesen, aber Jim erkannte genau, daß er nur so tat. „ Es ist alles in Ordnung," sagte Groot schließlich, legte das Aftenstück beiseite und griff zu seinem Zylinder. Bielleicht besuchen Sie mich einmal und essen mit mir zu Abend, Steele. Ich habe ein ganz interessantes Laboratorium, das ich mir an der Rückseite meines Hauses am Grosoneor Square erbaut habe. Der alte Salter nannte mich eben einen Doktor!" Er lachte, als ob das ein großer Scherz sei. Nun gut, wenn Sie zu mir tommen, tann ich Ihnen Er hatte diefe anmaßende Art und war sehr ärgerlich, daß Mr. Groat verschiedenes zeigen, was zum mindesten meinen Titel rechtfertigt." Jim nahm den Zettel, las ihn durch und wollte eben eine Frage| eins feiner Privatbücher genommen hatte. an Mr. Salter stellen, als es an die Tür flopfte und ein Schreiber hereintam. ..Bollen Sie Mr. Digby Groat empfangen, mein Herr?" 2. Mr. Salter schaute mit einem humorvollen Lächeln in den Augen auf. So," sagte er nur furz und mandte sich zu Jim, der schnell das Bureau perfossen wollte. Sie können ruhig hier bleiben, Steele. Mr. Groat schrieb mir, daß er die Akten durchsehen wollte, und wahrscheinlich müssen Sie ihn zur Stahltammer führen." Jim sagte nichts. Der Schreiber öffnete die Tür für einen elegant gekleideten jungen Herrn. Jim tamte ihn schon von früher, aber je öfter er ihn sah, desto meniger tonnte er ihn leiden. Er hätte mit geschlossenen Augen das schmale, wenig freundliche Geficht mit dem furzen, ihwarzen Schnurrbart, die müden Augen, die blasierten Züge, das große, vorstehende Kinn und die etwas abstehenden Ohren malen fönnen, wenn er ein Zeichner gewesen wäre. Und doch machte Digby Groat in mander Beziehung einen guten Einbrud, das fonnte selbst Jim nicht bestreiten. Er mußte einen erstklassigen Kammerdiener haben, denn von seiner tadellos glänzenden Frisur bis zu den blitzblanten Schuhen mar nichts an seiner Erscheinung auszusetzen. Sein Anzug mar nach dem modernsten und besten Gdynitt gearbeitet und stand ihm außerordentlich gut. In dem Zylinder, den er in der Hand trug, hätte man sich spiegeln fönnen, und als er ins Zimmer trat, perbreitete sich ein leiser Duft von Parfüm. Jim verzog die Nase. Er haßte Männer, die sich parfümierten, so dezent sie es auch tun mochten. Digby Groat schaute pon dem Rechtsanwalt zu Steele und in feinen dunklen Augen lag jener nachlässige und doch so unverschämte Ausdruck, den meber der Rechtsanwalt noch sein Sekretär vertrugen. ,, Guten Morgen, Salter," sagte er. Er zog ein feidenes Taschentuch hervor, staubte einen Stuhl damit ab und nahm Plaz, ohne dazu aufgefordert worden zu sein. Seine Hände, die in zitronengelben Handschuhen steckten, rubten auf dem goldenen Knopf eines Ebenholzspazierftodes. Eie tennen meinen Sekretär, Mr. Steele?" Der andere nickte. ,, Ach ja, er war doch früher Offizier und hat das Bittoriakreuz erhalten?" fragte Digby müde. Bermutlich finden Sie es jetzt sehr öde hier, Steele? Ein solcher Platz würde mich zu Tode langmeilen." ,, Das glaube ich auch. Aber wenn Sie sich vier Jahre lang an der Front den Wind um die Nase hätten wehen lassen, dann würde Ihnen die himmlische Ruhe diefes Bureaus sehr gefallen." ..Da mögen Sie recht haben," erwiderte Digby furz. Er fühlte fich peinlich dadurch berührt, daß Jim erwähnte, daß er nicht im Felde gewesen war. ,, Run, Dr. Groat-," aber der elegante junge Mann unterbrach Salter durch seine Geste. Nennen Sie mich bitte nicht Doktor," sagte er mit einem schmerzlichen Ausdruck. Bergessen Sie, daß ich ein medizinisches Studium durchgemacht habe und mein Cramen als Chirurg bestand. Ich tat das nur zu meiner eigenen Befriedigung und es wäre mir sehr unangenehm, irgendwelche Bragis ausüben zu müssen. Ich mürde es nicht aushalten, zu jeder Tages- und Nachtzeit von Patienten gestört zu werden." Für Jim war es eine Neuigkeit, daß dieser Elegant einen medizinischen Grab erworben hatte. Ich bin hierher gekommen, un die Bachtverträge der Befihun gen in Cumberland einzusehen, Salter," fuhr Groat fort. Es ist mir ein Angebot gemacht worden ich sollte eigentlich sagen, es ist meiner Mutter ein Angebot gemacht worden, und zwar von einem Synbifat, das ein großes Hotel dort errichten will. Soviel ich weiß, ist eine Klausel in den Verträgen, die einen solchen Bau verhindert, Wenn es so ist, mar es nieberträchtig gedankenlos von dem alten Danton, solche Ländereien zu erwerben. Mr. Danton tat nichts Gedankenloses und nichts Niederträch tiges," entgegnete Salter ruhig.„ Wenn Sie diese Frage in Ihrem Brief erwähnt hätten, würde ich Ihnen telephonish darüber Aus tunft gegeben haben und Sie hätten sich nicht hierherbemühen müssen. Aber da Sie nun einmal hier sind, wird Sie Steele zur Stahlkammer führen. Dort können Sie die Pachtverträge einsehen." Groat jah argwöhnisch zu Jim hinüber. Versteht er denn etwas von Bachtverträgen?" fragte er.„ Und muß ich denn tatsächlich in Ihren schrecklichen Keller hinuntersteigen, um mich auf den Tod zu erfälten? Können die Akten denn nicht für mich heraufgebracht merden?" Wenn Sie so liebenswürdig sind und in Steeles 3immer geben, fann er sie Ihnen ja dorthin bringen," entgegnete Galter, Der Mr. Groat ebensomenig liebte wie sein Sefretär. Außerdem hatte er den nicht unbegründeten Berdacht, daß sich die Groats in dem Augenblid, in dem sie in den Besiz des Dantoni hen Vermögens tamen, einen anderen Rechtsanwalt zur Verwaltung ibres Eigen tums nehmen würden. Jim nahm die Schlüssel und kehrte bald mit einem Paket Atten wieder zu seinem Chef zurück. Mr. Groat hatte das Bureau Mr. Salters verlassen und saß fchon in Juns eigenem tleinen Zimmer. Ertlären Sie ihm alles, was er über die Bachtbriefe wiffen mill. Wenn Sie mich dazu brauchen, damn rufen Sie nich." Jim fand Digby in seinem Raum. Er blätterte in einem Buch, bas er sich genommen hatte. as bebaudet denn Datinlologie?" fragte er und schaute zu Jim auf, als er eiminat. Das Buch hanbelt über diesen Gegenstand." Interessieren Sie sich denn für dergleichen?" fragte Groat und stellte den Band wieder an seinen Platz zurück. Ein menig. Hier find die gewünschten Vachtbriefe. Ich habe fie eben aberflählich unten in der Stahlkommer durchgesehen. Jdy Ich babe aber feine Klaufel dorin entdeckt, die die Errichtung eines Hotels ausschließen könnte.1 Groat nahm die Dokumente in die Hand und sah sie Seite für Seite durch. „ Nein," jaglte er schließlich, es steht nichts davon da Sie haben recht." Bei diesen Worten legte er das Attenstück auf den Tisch zurüd.„ Sie interessieren sich also für Fingerabdrücke? Jd mußte noch nicht daß sich der alte Salter auch mit Kriminalpro. zeffen abgibt. Was ist denn bas?" Neben Jums Schreibtisch stand ein Bücherbrett, das mit schwar. zen Hesten gefüllt war. „ Das sind meine Privatnotizen," erklärte Jim. Digby wandte sich mit einem molitiösen Lächeln um. " Worüber haben Sie denn Notizen gemacht?" fragte er, und bevor ihn Jim daran hindern konnte, hatte er eins der Hefte in der Hand. Wenn Sie nichts dagegen haben, möchte ich Sie doch bitten, mein Brivateigentum in Ruhe zu lassen," sagte Jim entschieden. ,, Es tut mir leid ich dachte, alle Dinge in Salters Bureau hätten mit seinen Klienten zu tun." * ,, Sie sind aber nicht der einzige Klient," entgegnete Jim. Er fonnte sich im allgemeinen gut beherrschen, aber dieser anmaßende Mensch fiel ihm auf die Nerven. Bozu machen Sie denn das alles?" fragte Groat, als er Seite für Seite umblätterte. Jim ftand Mr. Groot am Schreibtish gegenüber und beobachtete Seine großen, dunkelbraunen Augen waren auf ihn gerichtet, als er in der Tür stand. ,, Nebenbei bemerkt. Mr. Steele- Ihre Brinatstudien führen Sie auf ein gefährliches Gebiet, für das Sie selbst ein zweites Bittoriatreuz faum genügend entschädigen fönnie." Er schloß die Tür behutsam hinter sich. Jim fah ibm stirn runzelnd nach. Bas meint er nur domit?" fragte er. Dann eritierte er sich daran, daß Mr. Groat sein Notizbuch in der Hand gehabt hatte. Wahrscheinlich hatte ihm das zu denfen gegeben. Er nahm das Heft non dem Brett herunter, schlug die erste Seite auf und las:„ Einige Bemerkungen über die Bande der Dreizehn." 3. An demselben Nachmittag nat Jim in Mr. Safters Bureau. Ich gehe jetzt zum Lee," sagte er. Mr. Salter schaute auf die altmodische Uhr an der gegenüber. liegenden Wand. ,, Es ist gut. Sie gehen in legter Zeit immer sehr pünktlich zum Lee, Steele warum werden Sie denn rot? Handelt es sich um ein Mädchen?" ,, Nein, mein Herr," erwiderte Jim unnötig laut. ,, Ich treffe zwar ab und zu eine Dame beim Tee, aber... ,, Machen Sie, daß Sie fortkommen," sagte der alte Mann ärgerlich. ,, Grüßen Sie sie von mir." Jim mußte lachen. Aber er war immer noch sehr rot, als er die Treppe hinunterstieg und auf die Marlborough Street hin austrat. Er beeilte sich, weil es schon etwas spät war. Erleichtert atmete er auf, als er in das stille, ruhige Lokal trai und den Tisch, an dem er gewöhnlich saß, noch unbejezt fand. WAS DER TAG BRINGT. Königliche Hoheiten" von 1928. meit geIm Anzeigenteil der Potsdamer Tageszeitung" machte ein Photograph Shren Königlichen Hoheiten, dem hohen Potsdamer Adel und allen hochverehrten Damien und Herren meiner werten Kundschaft die ganz ergebene Mitteilung", daß er jein Atelier von da nach dort verlegt habe. Man tönnte meinen, diefer ergebenheitsstrogende, gehorsamkeitstriefende Tert sei einer Borkriegsnummer des genannten Blattes entnommen fehlt! Die Anzeige erschien am 3. November 1928, sechs Tage bevor die Republit ihr zehnjähriges Bestehen feiert. Glücklich Ihre Königlichen Hoheiten", glücklich der hohe Potsdamer Adel"! Wenn alles fie vergißt, so wird doch ein untertäniger Hofphotograph noch eine Zeitlang die Erinnerung an sie festhalten. Vom Speisezettel der Fische. Interessante Studien von W. Wunder in der amerikanischen Zeitung ,, Saturdanz Evening Bost" bringen neue Aufschlüsse über die unterschiedliche Art, wie die uns wohlbekannten Fische ihre Nahrung finden. Ganz für sich steht der größte Süßwasserräuber, der Hecht. Die eingefangenen Hechte nehmen im genieinsamen Aquarium mindestens drei Monate fang feine Nahrung zu sich, im Einzelaquarium aber schon etwas früher. Haben sich die Tiere eingelebt, so effen sie ganz normal. Im großen gemeinsamen Aquarium tann man beobachten, daß ein gemisser Brotneid sich einstellt. Die größeren Fische greifen sofort nach der dargebotenen Nahrung: die kleinen warten, bis bie größeren gesättigt oder ganz fertig sind, erst dann suchen sie fich ihr Fressen zusammen. Im Einzelaquarium dagegen zeigen fid) die großen Fische geduldig und greifen erst nach einiger Zeit nach der FUNK UNDAM ABEND Freitag, 16. November. Berlin. 16.00 Dr. Hans Bollmann: Die Sportschau des Monats. 16.30,, Reise in die Vergangenheit", eine Novelle von Kurt Kersten( gelesen vom Autor). 1.; Schiller: La Rabistoj. 17.00 Unterhaltungsmusik der Kapelle Emil Roósz. 18.30 Direktor Julius Glück: Die deutschen klassischen Werke in Esperanto. 19.00 Dr. Herbert Heyde: Vortragsreihe: Der Weltverkehr und seine Mittel. 19.30 Hans- Bredow- Schule. Abt. Betriebswirtschaftslehre: Staatssekretär z. D. Prof. Dr. Julius Hirsch: Neue Entwicklungstendenzen in Wirtschaft und VI.: Der Nachrichtenverkehr. Gesellschaft( VI). Weyer, Fred Drissen, Dr. Erich Fortner und das Schubert- Quartett: be Σ BATECH fu I üb ift G es 10 m ne be fes U ge in fa fd un ge au ชน ne de Do die in der fef Ia 27 die บท me ( Fortfegung folgt.) ich ( L Ri ha pre deu Gd Sa Ju im De rod Be 1. gebotenen Nahrung, die jungen Fische werfen sich mit aller Haft auf die Beute. Welcher Sinn nun kommt beim Hecht bei der Beuteauffindung Die Versuche ergaben, daß, wenn der hauptsächlich in Betracht? Hecht erblindet, er nichts von der Speise spürt, auch wenn sie in aller nächster Nähe, ja sogar direkt am Munde sich befindet. Mithin spielt der Gesichtsfinn die wichtigste Rolle. Der Geschmackssinn und der Geruchssinn sind von feiner Bedeutung Der sehende Hecht findet fofort seine Beute, wenn im Versuch seine Nasenlöcher vollständig verstopft werden. Die Bedeutung der Augen für den Hecht ist ver ständlich, denn er ist ein Helltier und in erster Linie ein Räuber bei Tag. Doch wäre es verfehlt, wollte man glauben, daß der Hedy nur auf die Augen allein angewiesen ist. Ein ganz anderer Simm unterstützt ihn zweifellos, besonders in dunkleren Momenten, beim Beutefang. Der Hecht nimmt nämlich ganz besonders gut die Erschütterungen in dem ihn umgebenden Wasser wahr. Und man weiß, daß diese Wohrnehmung durch die jedermann sichtbare., Seitenlinie geschieht. Erfolgt die Erschütterung nicht in der Nähe seines Kopjes, so bewegt er nur seine Rückenfloffe. Kaum aber entsteht eine Be wegung in der Nähe des Kopfes, so schnappt auch der völlig ge blendete Hecht nach Beute und packt auch blind ein Fischlein, das das Wasser erschütterte. Bei anderen Fischen sind die Augen von geringerer Bedeutung, aber dafür sind andere Sinne besimbers gut ausgebildet. Nehmen wir den Brachs. Ein geblendeter Brachs mit ganz verstopften Nasenlöchern sucht mit den gut ausgebildeten Lippen den Boden auf Nahrung ab, nimmt den Schlamm in ben Mund, behält das nötige, während alles Unnüge ausgefpudt oder durch die Kiemenöffnung entfernt wird. Der Karpfen sucht den Boden mit seinen Barteln ab. Blindheit oder verstopfte Nafe hindern ihn bei dieser Arbeit nicht. Diese wenigen Beispiele zeigen, daß, je nachdem die Fische bei Licht( Hecht) oder im Halbdunkel( der Bradys, Karpfen) ihre Nahrung suchen, die Augen oder aber der Geruchsfinn hauptsächlich benutt werden; zweitens, daß der Hauptfinn für die Nahrungsgewinnung noch durch einen anderen unterstützt wird: die Augen des Hechtes durch den Erschütterungssinn in der Kopfgegend, der Geruchsfinn des Karpfen und des Brachsen durch die Augen. Eine biologisch inter effante Tatsache. Anzüge für Wählerstimmen! Daß die bürgerlichen Barteien in den amerikanischen Ländern sich ihre Wähler im wahrsten Sinne des Wortes schweres Geld foften lassen, ist bekannt. Eine Meldung aus Nicaragua gibt eine niedliche Illustration dieses Zustandes. Das Hauptquartier der fonfervativen Bartei in dem Bezirk Granada schickte für armc tonservative Wähler", 1000 Anzüge nach Nandaime, damit sie bei der bevorstehenden Eintragung und Wahl als reprä sentative Erscheinungen auftreten fönnen". Also meil die Er fcheinung und die zur Schau getragene Ueberzeugung" getaufter Lumpenproletarier in einem gar zu fchreienbau Gegenjas stehen, muß man fogar dazu übergehen fie menigftens für die Zeit der Hoffentlic 20.00 Schubert und sein Werk. Eine Plauderei für alle. Mitwirkende: Hilde Therese Petzko- Schubert, Gertrud Walter- Kurau, Jaga Stein, Lore 31.00 Soziale Weltreisen. 2. Dr. Walter Hagemann: Der Neger als Arbeitsahl als refpeftable Bürger" zu mastieren! Winkler. maschine in Afrika. halten die Anzüge etwas länger als die eigens pesante- Adagio Rondo disturbato( Walter Frey. Flügel. Berliner dazu angeschaffte Ueberzeugung! Der Panzerkreuzer. 21.30 Konzert für Klavier und Orchester, op. 38, von Ernst Toch. Molte Funkorchester. Dirigent: Bruno Seidler- Winkler), Königswusterhausen. 16.00 Rektor Spielbagen: Aus der Praxis des Gesamtunterrichts auf der Oberstufe. Unterrichtsbeispiel. Fortsetzung( III). 16.30 Uebertragung des Nachmittagskonzertes Leipzig. 17.30 Dr. W. Szagunn: Fünf Jahre feste Währung. 18.00 Dr. Münnich: Der unbekannte Schubert( V). 18.30 Studienrat Friebel. Lektor Mann: Englisch für Fortgeschrittene. 18.55 Studieprat Dipl.- Ing. M. R. Müller: Werkmeisterlehrgang für Facharbeiter: Maschinenteile, Hebe- und Fördertechnik( 1). 19.20 Wiesenschaftlicher Vertrag für Aerzte. Das i bie Bebre con ben ingerabbeiden," lagle Ji turs. Ab 20.00 Hebertragung me Belia ,, Die Engländer fönnen mit ihrer ganzen Bangerflotte nicht einen Rosaten aus Ostpreußen heraushalten! Und nirgendwo fönnen Sie den Russen in dem Verhältnis schaden, als diese den Deutschen," Sp faft gra ben St bei Sa We if a Gd fich Re Let ( B 19 3 20 gur zur de 2. Bel 15 Fol Lou Mi den mic Esa Böl beft Tur Fre titund D Spt Wer das sagt? Cromer, nachille bein Haupt Bilhelm II, im Schreiben vom 22. Auguft 1898 an den bamaligen Staatssekretär des Reußeren Bülom. Fre Sg Rüstet zum Wintersport! Der Stisport hat in den letzten Jahren in der Arbeitersport, treten. Sämtliche Resultate sind noch am selben Abend an bewegung Tausende neuer Anhänger gefunden. Bom Arbeiter Wegner( Athletik- Sport- Club), Tel. Lichtenberg 3205, durchzugeben. Zurn und Sportbund sowohl wie vom Touristenverein Anfang Dezember: Schiedsrichtersigung. Jede Mannschaft stellt Die Naturfreunde" werden bereits Stiturse sowie Stilehrer zwei Mann. furse vorbereitet. Insbesondere unsere Jugend sollte sich an diese Organisation halten, um eine sichere und schnelle Einführung in die Technit des Stiwanderns zu bekommen. werden. Eine besondere Forderung aber haben die Arbeitersportkartelle überall an die Jugendämter und Jugendausschüsse zu stellen: das ist die nach Einrichtung einwandfreier Stitrodenturse. Diesen Stellen stehen auch die nötigen Mittel zur Verfügung. Dabei genügt es nicht, daß einfach Stikurse vorbereitet und Skilehrer bestellt Die Jugendämter und Ortsausschüsse für Jugendpflege müffen gehalten sein, auch das nötige Material an lebungsgeräten neben den Räumlichkeiten frei zur Berfügung zu stellen. Wo aber dennoch die Behörde nicht zur Durchführung solcher Aufgaben bereit fees jollie, müssen die Arbeitersportfartelle selbst mit Unterstügung der genannten großen Organisationen an die Arbeit gehen. Wintersport in der FIGB. Der Bundeswintersportausschuß hat in feiner letzten Sitzung das Programm zum Bundeswinter: Sportfest festgelegt. Die Wintersportabteilung der Freien Turner: schaft Groß- Berlin nimmt jetzt die vorbereitende Tätigkeit dazu auf und hat Sonnabend, 17. November, 19% Uhr, in der Vereinsgefchäftsstelle, NO. 18, Lichtenberger Str. 3, eine Versammlung aller Wintersportler. Alle am Wintersport Interessierten werden zu dieser Bersammlung eingeladen. Die Wintersportmeisterschaften. Wo und wann werden sie ausgetragen? Die zahlreichen Veranstaltungen der deutschen Wintersport berbände und vereine finden alljährlich ihre Höhepunkte in den deutschen Meisterschaften. Damit die Bewerber auch gut vorbereitet in den Kampf gehen, sind die Termine frühestens in die zweite Hälfte des Januars gelegt. merden wird. Den Reigen eröffnen die Eisläufer am 12. und 13. Januar in Oppeln mit den deutschen Meisterschaften im Runstlaufen, bei denen Meister und Meisterin im Einzellaufen und im Baarlaufen festgestellt werden. Wenn die Witterung eine Austragung an diesen Tagen nicht erlauben sollte, ist als Verschiebetermin der 26. und 27. Januar vorgesehen. Ebenfalls am 13. Januar wird in Berlin die deutsche Meisterschaft im Eishoden ausgetragen, während Um die deutschen Schnellaufmeisterschaften etwas später - am 26. und 27. Januar in Titisee im Schwarzwald gefämpft Der Deutsche Rodelbund wird die deutsche Meisterschaft im Rodeln auf Naturbahnen am 21. Januar in Oybin ( Lausitz) und auf Kunstbahnen am 27. Januar in Krummhübel im Riefengebirge zur Austragung bringen. Die deutschen Bob fahrer haben neben ihren Meisterschaften noch den Kampf um den Wander: preis des Deutschen Bobverbandes als wichtige Veranstaltung. Die deutsche Meisterschaft im Fünferbob gelangt am 27. Januar in Schierte im Harz zum Austrag, die Zweierbobmeisterschaft in Hahnentlee im Harz. Die Junioren treffen sich zur deutschen Juniorenmeisterschaft im Fünferbob in Garmisch- Partenkirchen und im Zweierbob in Triberg im Scharzwald. Der Wanderpreis des Deutschen Bob- Verbandes wird im tommenden Jahre in Friedrichroda in Thüringen ausgetragen. Die genduen Termine dieser vier Beranstaltungen sind noch nicht bekannt. Die Stiläufer kämpfen um die deutsche Stimeisterschaft vom 1. bis 3. Februar in Klingenthal im Vogtland. Der BDR. im Sportpalast. Schwere Stürze beim 100- Kilometer- Rennen. Die vom Gau Berlin des Bundes Deutscher Radfahrer im Sportpalast veranstalteten Amateurradrennen gingen vor fast ausverkauftem Hause vor sich. Die Hauptnummer des Pro gramms, das 100- Kilometer Mannschaftsfahren, nahm einen sehr bewegten Verlauf und zeichnete sich besonders durch zahlreiche Stürze aus, die nicht immer glimpflich abltefen. Etma in der Mitte des Rennens ereignete sich ein Massensturz, bei dem sich der dänische Olympiafiéger im Straßenfahren, Henri Sansen, eine leichte Gehirnerschütterung zuzog. Er mußte die Weiterfahrt einstellen ebenso wie sein Partner, Weltmeister Willy Fald Hansen, der hier sein letztes Rennen als Amateur bestritt. Schwer zu Fall tam weiterhin noch der Dortmunder Büzfeld, der sich bei dem Sturz ein Schlüsselbein brach. Das 100- KilometerRennen endete schließlich mit dem Siege der Berliner LehmannWissel. Die Ergebnisse: 100- Kilometer- Mannschaftsrennen: 1. Lehmann- Wissel( Berlin) 2:28:00, 27 Bunfte; 2. Fliegel- Donath ( Berlin) 10 Punkte; 3. Käber- Schimming( Berlin) 4 Punkte; 1 Runde zurück: 4. F. Engelmann- Graffunder( Berlin) 14 Punkte; 3 Runden zurück: 5. Köther( Hannover)-Hoffmann( Berlin) 20 Buntte; 6. Buchwald- Bier( Breslau) 17 Buntte; 4 Runden zurück: 7. Bettner- Altenburger( München) 5 Punkte; 7 Runden zurück: 8. Adamek( Leipzig)-W. Engelmann( Berlin), 100- Runden Punktefahren: 1. Wunderlich( Berlin), 13 Bunkte; 2. Boyssen( Berlin), 6 Punkte; 3. Schulz( Berlin), 5 Punkte. T Berliner ,, 15 Meilen" im Sportpalast. über Die Starterliste für das am Sonntag, 18. November, im Sportpalast stattfindende Mannschaftsrennen 15 deutsche Meilen( 112,5 Rilometer) ist nunmehr fomplett. Folgende 12 Baare werden am Ablauf erscheinen: Charlier- Duran, Louet- Lorenz, Nebe- Seiferth, Reinert- Wette, Wauters- Vermandel, Miethe- M. Hahn, Bragard- Göbel, Heyne- Jensen, Rielens- Berschel den, Frankenstein- Buschenhagen, Dahms- Dobe, Kedziersti- Rantoro wicz. Dem Rennen geht ein Fliegerfampf voraus, den Bauters, Duran, Rielens, Charlier, Verschelden und Louet sowie Göbel, Beinert, Lorenz, Frankenstein, Buschenhagen und M. Hahn bestreiten. Arbeiter- Hockeyspiele am Sonntag. In der Schönhauser Allee treffen sich um 13 Uhr die Freie Turnerschaft Groß- Berlin Bantow I und Südost I; um 14.30 Uhr Freie Turnerschaft Groß- Berlin, Bezirk Nordring I und der Athletit- Sport- Club I. Auf dem Tiergartensportplag spielen der Sportverein Moabit I und Freie Turnerschaft Dstring I um 15.30 Uhr und Sportverein Moabit II gegen den Athletik- Sport- Club II um 14 Uhr. Auf dem Sportplay Rummetsburg an der Basterstraße werden um 9 Uhr Freie Turnerschaft Groß- Berlin Tennis Rot II gegen Nordring Sagenb unb um 10.30 Uhr Tennis. Not I. gegen Torbeing II an Naturfreunde als Künstler. Eine Ausstellung der Malgemeinschaft. Die Malgemeinschaft des Touristenvereins ,, Die Naturfreunde" ftellt in den Geschäftsräumen des Vereins, Johannisstraße 15, die Ergebnisse ihres etwa halbjährigen Schaffens aus. Rund 60 Bilder zeugen von der intensiven Arbeit dieser jungen Menschen, die abends, wenn sie aus dem Werksaal nach Hause kommen, sich an die Stoffelei stellen oder Sonntags mit Stizzenblock und Farbentasten hinausziehen in die freie Natur. Landschaftsbilder zumeist. Man sieht es den Bildern an, wieviel Liebe hineingesteckt wurde, zu viel Liebe fast, die in Einzelheiten steckenbleibt und darüber das große klare Motiv verfümmern läßt. Ansätze zu einem eigenen Stil und zu eigener Auffassung zeigen die Bilder von Fehlow, Pinto( stärker in der Stizze als im Aquarell) und III rich, von denen wir hoffentlich bei fünftigen Ausstellungen mehr zu sehen bekommen. Die Bilder von Wintelmann, die zahlen und handwerksmäßig denen der Genannten überlegen sind, lassen schöpferische Arbeit vermissen, vielfach erinnern sie an befannte Vorbilder besserer Maler. Von den übrigen ausstellenden Malern läßt sich nicht viel sagen. Sie beherrschen die Technit der Malkunst noch nicht in dem Maße, daß man über ihre Arbeit ein Urteil abgeben fönnte. Die Räume, in denen die Ausstellung stattfindet, sind für solche 3wede nicht geeignet. Die Bilder hängen gedrängt und verlieren dadurch an Wirkung. Zusammenfassend kann man jedoch sagen, daß die Ausstellung recht saubere Arbeit zeigt und besonders bei jedem Naturfreund( in meitestem Sinne) reichen Anklang finden wird. Sie ist abends von 17 bis 22 Uhr bis einschließlich Sonntag bei freiem Eintritt geöffnet. H. L. ARBEITER FUSSBALL Fussballspiele am Sonntag. Kleiner Sport. Die schwarzweißrote Fahne, die der bürgerliche Ruderverban auf seiner legten Tagung zu führen beschlossen hat, ist ein zu deutliches Symbol der reaktionären Gesinnung des bürgerlichen Sports. Selbst große Zeitungen, die sonst den Sport für ,, neutral" ertlären, zeigen sich über diese Demastierung höchlichst erstaunt... und entrüstet. Die Frankfurter Zeitung" stellt fest, daß eben dieser Ruderverband vor kurzem unter dem jetzt so verabscheuten Schwarzrotgold und einer ganz wesentlichen finanziellen Beihilfe der Republik in Amsterdam gestartet ist. Sie meint, der Ruderverband habe sich mit seinem neuen Verbandswimpel vor dem Inund Ausland lächerlich gemacht. Nicht nur das, der Verband hat sich auch demastiert. * Borer sind aggressive Leut'. Dr. Steinemann, der Führer der schweizerischen Arbeitersportbewegung, hat fürzlich in seiner Zeitung eine das Boren nicht unbedingt bejahende Meinung geäußert, über die auch der ,, Abend" berichtete. In der nächsten Nummer der schweizerischen Arbeitersportzeitung ist ein geharnischter Artikel der ,, Geschäftsleitung der Borkommiffion" enthalten, der Steinemanns Meinung einen von langer Hand vorbereiteten Angriff aus dem Rückhalt", eine verbrecherische, jede Weitsicht völlig entbehrende Aktion" betitelt. Man soll sich nicht mit Bogern in Diskussionen einlassen. es ist immer gefährlich. Ein leztes, abschließendes Wort über die bürgerliche Olympiade in Amsterdam stammt aus völkischem Mund. In der völkischen Monatsschrift: Der Weltkampf" heißt es über die Olympiade:„ So fonnte es tommen, daß Neger als ,, Amerikaner" Sprungreforde aufstellen, daß Juden als deutsche Leichtathleten" auftreten. Go tam es auch, daß die Hauptspieler Uruguays Nigger waren, jo, daß ein Fellache als Schiedsrichter gegen eine europäische Nation auftreten durfte. Hierin lag das Verbrechen der neuen abendländischen Olympiade." Deutsche, blauäugige, blauherzige deutsche Jungen von Niggern fh. geschlagen,... das ist ein erschröcklich schwarzes Kapitel. Mufiftorps FTGB. Uebungsstunde jeden Dienstag, 20% Uhr, bei Sauer, Neukölln, Weserstraße Ecke Bannierstraße. Bläser jedere zeit willkommen. Die Arbeiter- Turn- und Sportschule Berlin ist mit folgenden Klaffen eröffnet: Die Knabentlasse turnt jeden Montag von 18 bis 20 Uhr, die Männer- und Jugendklasse jeden Montag von 20 bis 22 Uhr, die Mädchenklasse jeden Donnerstag von 18 bis 20 Uhr, alle in der Turnhalle Treptow, Bouchéstraße 75. Vom Stadtbahnhof Treptom in 5 Minuten zu erreichen, Straßenbahnen 5, 6, 11, 87, 88, 91, 93. Jeder Verein oder jede Abteilung fann bis zwei Teil nehmer entsenden. In unserem Urtitel„ Die Preffe des Arbeitersports" ist die vom Arbeiter- Turn- und Sportbund herausgegebene Zeitschrift Rus dern und Paddeln" nicht aufgeführt, weshalb wir dies hiermit nachholen. Die Fortsetzung der Fußballspiele am kommenden Sonntag fieht einige intereffante Treffen vor. In Luckenwalde stehen sich die zweite Abteilung der Turnerschaft und Neukölln gegenüber. Die Neutöllner werden dort wenig Aussichten haben. Ein hohes Resultat sollte deshalb sehr möglich sein. Etwas anders sollte es dagegen in Weißenfee aussehen. Die Weißenseer erhalten auf dem Platz am Faulen See" den Besuch von Lichtenberg I. Hier müssen die Lichtenberger alle Register aufziehen, um gegen Weißensee zu gewinnen. Nur wenn sie mit voller Mannschaft antreten, werden sie die Punkte erobern. Das Haupttreffen liegt allerdings in Luckenwalde. Hier stehen sich Hertha und Luckenwalde III gegenüber. Der Sieger dieses Spieles hat große Aussichten auf die Abteilungsmeisterschaft. Luckenwalde I hat in Rarom nicht viel zu schlagen. bei Kroiß, Gasteiner, Ede Solsteinische Straße, eine Kleine Bereinsfeier statt. Db es Germania- Bantow gelingen wird gegen Eisenspalterei zu gewinnen, ist sehr ungewiß. Ebenso ist das Treffen zwischen Ruhlsdorf und Luckenwalde V offen.. In der zweifen Klasse wird man auf das Debut der FTGB.- Pankow gespannt sein dürfen. Die Pantower stehen den eingespielten Reinickendorfern gegenüber. Ob die Kanu- Union gegen Jüterbog die Punkte erobern wird? Die Niederlage gegen Treuenbriegen gibt dazu wenig Hoffnung. Dagegen sollte Treuenbrießen gegen Trebbin fiegreich bleiben. In Korow stehen sich vor dem Spiel der ersten Mannschaften die zweiten von Karom und Wacker- Brizz I gegenüber, während Neuköllns und Lichtenbergs zweite in Weißensee vor dem Spiel der Weißenseer gegen Brandenburg spielen. Weitere Spiele: Butab gegen Hoppegarten in Spandau. Luckenwalde I 2 gegen Woltersdorf 2. Luckenwalde II 2 gegen Luckenwalde V 2. Hertha 2 gegen Luckenwalde III 2. Jüterbog 2 gegen Luckenwalde I- Altjugend. Eisenspalterei. 2 gegen GermaniaBankow 2. Jugend: Luckenwalde V gegen III. Luckenwalde II gegen Ruhlsdorf. Treubenbriegen gegen Trebbin. Hertha gegen Luckenwalde I. Frisch- Auf gegen Löwendorf. Werder gegen Moabit. Brandenburg 2 gegen 3. Bundesreue Vereine teilen mit: Freie Turnerschaft Wilmersdorf. Morgen, Sonnabend, ab 20 Uhr, findet Um 21 Uhr Referat über das Bersicherungswesen der Volksfürsorge". Gäste willkommen. Eintritt frei. Freie Nuberer- Bereinigung 1913, e. B. Sonntag, 18. November, Wanderfahrt. Treffpunkt 10 Uhr Bahnhof Friedrichshagen. Nachzigler 13 ihr Rarolinenhof. Touristenverein Die Naturfreunde", Zentrale Wien. Abt. Charlottenburg: Freitag, 16. November, 20 Uhr, Epreestr. 30, Lichtbildervortrag: Von Salz burg zum Bodensee".( Tellersammlung.) Gonntag, 18, November, Sternfahrt nach Meißnershof. Abfahrt der Abteilung und Jugendgruppe 8.02 Uhr Stett. Borortbhf. nach Lehnig. Genioren- Abt. Treffpunkt Johannisstift, Endhalte. stelle Linie 154, 8% Uhr. Abt. Süboft: Freitag, 16. November, 20 Uhr, Briger Str. 27, Lichtbildervortrag: 1918". Abt. Treptow: Freitag, 16. Rovember, 20 Uhr, Elsenstr. 3:„ Einführung in die Literaturgeschichte"( Reihenvortrag). Abt. Reutölln: Freitag, 16. November, 20 Uhr, Flughafenfit, 68: Pinchologie". Maltunstgemeinschaft: Freitag, 16. November, 20 Uhr, Johannisftr. 15: Gruppierung und Kompofition" Photogemeinschaft: Montag, 19. November, 20 Uhr, Ebertnstr. 12: Bon Gegenlichtaufnahmen". Abt. Brig: Montag, 19. November, 20 Uhr, Chauffeeftr. 48: Mit Sorte und Rompaß". Ortsgruppe Berlin: Mittwoch( Bußtag), 21. November, im Vortragsfaal des Bezirksamts Kreuzberg, Yordstr. 11, Lichtbildervortrag:„ Am Wegesrand"( Referent Genosse Krämer). Expressionistische Landschaftsbilder aus der Mart Brandenburg. Beginn 19 Uhr. Eintrittstarten 50 Pf. in den Abteilungen und in der Geschäftsstelle, Johannisstr. 15. Freie Ranu- Union Groß- Berlin, Handballabt. 18. November, 10% Uhr, Friedenau, Offenbacher Str. 5: FRU. gegen Freie Schwimmer Charlottenburg. Wandern: 21. November, Tiefensee- Strausberg, Treffpunkt 6.50 Uhr Schles. Bhf., Sperre Wriezener Bahnsteig. Badeabend jeden Donnerstag 20 Uhr im Hallenbad, Lichtenberg, Hubertusstraße, und jeden Freitag 19 Uhr im Hallen bad Gerichtstraße. Mitgliederversammlungen: Gruppe Erkner, 16. November, 20 Uhr, Sur Eiche", Neukölln, Kaiser- Friedrich, Ecke Saalestraße. Anschrift: Rurt Schünemann, Berlin- Bris, Parchimer Allee 42. ,, Erste Hilfe" bei Motorpannen! Sollen Sportler hilfsbereit sein? Die Frage ist ohne Zweifel zu bejahen. Und da bekanntlich das| walde an. Der Herr bedankte sich hundertmal und notierte sich Sprichwort: Undant ist der Welt Lohn" noch immer seine Gültig teit hat, will ich hier einige Erfahrungen zum Besten geben. feit hat, will ich hier einige Erfahrungen zum Besten geben. Mein Freund hat ein Motorboot. Natürlich führt er auch die schwarzrotgoldene Flagge. Ungefähr 10 Kilometer von Schild horn entfernt, liegt auf der Havel ein Motorboot. Ein großer, schwerer Kasten. Der Besizer winft uns heran, wir möchten ihn schleppen, er hat Motorenschaden. Bereitwilligst erfüllen wir seinen Wunsch. Unser kleiner Klepper mit dem schwachen Motor ächst und stöhnt und schafft es tatsächlich bis zum Anlegeplatz des Havarierten. Dort werfen wir los. Freundlich lächelnd lüftet der Biedermann feinen Dedel, sagt Dankeschön" und vertäut feinen Dampfer am Steg!!! Eines Sonntags find wir auf dem Wannsee. Inmitten des Sees liegt ein großes Motorboot still. Wir fahren heran. Mehrere gut gekleidete Männer, denen man ihre Unkenntnis vom Wesen des Motors ansah, hantierten da herum. Hilfsbereit, wie wir nun einmal find, fragen wir: Dürfen wir Ihnen vielleicht helfen."„ Nein, mir brauchen Ihre Hilfe nicht," tam es barsch zurück. Bir brehten bei und fuhren davon, um eine Erfahrung reicher. Das Boot lag noch lange fest, mit Bügelfalten fann man teinen motor reparieren! Ich habe ein Kleinauto. Eines Sonntags fomme ich von einem Ausflug zurück. In der Nähe von Mittenwalde hält mich mitten auf der Landstraße der Befizer eines großen, schweren Wagens an und bittet, ihn doch bis Mittenwalde zu schleppen, ihm sei ein Getrieberab gebrochen, er tomme nicht weiter. Ich sage ihm, daß ich mit meinem fleinen Wagen unmöglich seinen großen Wagen, noch dazu über hügeliges Gelände schleppen kann, darunter leide mein Wagen sehr. Darauf gibt er zur Antwort, daß alle Befiger großer, schwerer Bagen seine Bitte abgelehnt hätten. Da es bereits dunkel wurde, ließ ich mich breitschlagen und schob mit dem Ungetüm ab. Es ging bergauf und bergab und ich hatte zu tun, daß ich night felber fteden blieb. Bir famen auch glüdlich in Mitten meine Adresse, er wolle fich revanchieren. Nach ungefähr acht Tagen schickte er mir einen Blumenstrauß im Werte von etwa 2 Mart ins Haus. Der Mann war nämlich Blumenhändler...! Wieder ein andermal hält mich ein Auto an, dicht vor den Toren Berlins. Man fragt nach dem nächsten Weg zum SpreeIch wald. Natürlich hatten die Autler keine Landkarten bei sich. borge ihnen meine eigene. Nach einigen Tagen erhalte ich sie mit vielen Del- und Fettflecken und einem Dantschreiben zurück. Offen bar hatten die lieben Leute die Landkarte der Einfachheit halber nicht selbst benutzt, sondern sie gleich dem Motor anvertraut. Ein großer, schwerer Wagen, von einer Dame gesteuert, tommt mir in langsamer Fahrt entgegen, um dann ganz stehen zu bleiben. Die Dame in weißen Handschuhen, wie sich das für Autofahrer ge hört, entsteigt ihm, hebt die eine Seite der Motorhaube hoch und gudt hinein. Dann entsteigt der Kavalier dem Wagen, brennende 3igarette im Mund und guckt ebenfalls auf den Motor. Beide sehen 3igarette im Mund und gudt ebenfalls auf den Motor. Beide sehen ich ratlos an und heben dann die andere Seite der Haube hoch. Ich bleibe in einiger Entfernung stehen und fehe zu. Blöglich reißt mir die Geduld und ich sage zum Kavalier. Wenn Sie nicht innerhalb einer Minute in die Luft fliegen wollen, gehen Sie mit Ihrer brennenden Zigarette vom Vergaser weg." Der Kapalier wird nervös und wirft den Stummel weg. Dann nimmt er die Andrehturbel und versucht den Motor auf diese Weise anzudrehen, was natürlich mißlingt. Ich sehe eine Weile zu und sage dann zu der Dame: Schalten Sie doch mal das Licht ein." Sie tut es, aber das Licht brennt nicht. Darauf sage ich: Bersuchen Sie einmal zu hupen." Auch das mißlingt. Darauf sage ich: Ihre Batterie ist leer, die Zündkerzen bekommen feinen Strom, so fönnen Sie nichts machen." Darauf in gereiztem, näfelndem Zone der Kavalier: Wir brauchen Ihren Rat nicht, das wissen wir alleine." Und zu der Dame: Gibt mir mal den Hammer." Da habe ich gelacht und bin meitergegangen. Als ob man eine entleerte Batterie Paulchen. mit dem Hammer michet auffaben tönnte. 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