Albendausgabe Jr. 548 B 273 45.Jahrgang Böchentlich 85 31. monatfid 8,60 TR. tm noraus zahlbar, Bostbezug 4,32 m. einfcht Bestellgeld, Auslandsabonne ment 6,- M pro Monat. * Der Borwärts" erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel Der Abend". Illustrierte Beilagen Bolt und Zeit" und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wissen"," Frauen. ftimme". Technit"." Blid in bie Bücherwelt" und Jugend- Borwärts Vorwärts Berliner Boltsblatt Montag 19. November 1928 10 Pfennig Die einipalttge Ronparetezette 80 Bfennig. Reflamezeile 5.- Reichs mart Kleine Anzeigen" das fettge druckte Wort 25 Pfennig( zulässig zwet fettgedrudte Borte), jedes weitere Bort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Bort 15 Pfennig, jedes weitere Bort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben sählen für zwei Borte, Arbeitsmart Seile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeiges annahme im Hauptgeschäft Linden Straße 3, wochentägl. von 8 bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin S 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher Donboft 292-297 Telegramm- Adr.: Soztaldemokrat Berlin Vorwärts: Verlag G. m. b. H. Boftichedtonto: Berlin 87 536. Bankkonto: Bant der Arbetter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65 Distonto- Gesellschaft. Depofitentafle Lindenstr 3 Verständigung im Ruhrgebiet? Verhandlungen mit Aussicht auf Erfolg. Düsseldorf, 19. November.( Eigenbericht.) I Bereinbarungsgemäß traten die Parteien heute vormittag unter dem Borsiz des Regierungspräsidenten Bergemann zufammen. Um die Mittagszeit verhandelten die Berfreter der Gewerkschaften und der Unternehmer noch in einer fleinen Kommission über verschiedene Einzelheiten zur Beseitigung der Differenzen, in der bestimmten Erwartung, zu einer Einigung zu fommen. Kann über das Ergebnis der Verhandlungen auch jeht noch nichts vorausgejagt werden, so darf doch nach deren bisherigem Verlauf erwartet werden, daß es alsbald zu einer Berständigung über die Aufhebung der Aussperrung und die Wiederaufnahme der Arbeit tommt. Am Sonntag Kampfpause. 3n Erwartung e ner Einigung. Bochum, 18. November.( Eigenbericht.) Das Ergebnis der ersten gemeinsamen Aussprache zwischen Ber= tretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer am Sonnabend in Düsseldorf unter Borsiz des Regierungspräsidenten Bergemann scheint Aussichten auf eine Berständigung zu eröffnen. Im Zeichen dieser Entspannung stand auch der Sonntag, für den der Deutsche Metallarbeiterverband feine größeren Beran ftaltungen aufgezogen hatte. Ausschlaggebend hierfür war offenbar der Bunsch, den Sonntag zu einer Atempause zu gestalten, die den Gewerkschaftsführern gestattete, in interner Besprechung die Lage zu prüfen. Obwohl eine Berbreiterung der Verhandlungsbafis erreicht murde, ist bis zu einer endgültigen Einigung immerhin noch ein be trächtlicher Weg zurückzulegen. Bochum, 19. November.( Eigenbericht.) Die Gewerkschaften warnen vor unberechtigtem Optimis: mus hinsichtlich der Erwartungen auf das Ergebnis der Ber: mittlungsaftion des Düsseldorfer Regierungspräsidenten Bergemann. Zur Beilegung des Konfliktes find noch große Schwierigkeiten zu überwinden. Im Interesse eines guten Berlaufs der Berhandlungen, die von ben Kommunisten zum Gegenstand gemeinster Berdächtigungen der Gewertschaftsführer benutzt werden, werden die Ausgesperrten von den Metallarbeiterverbänden gemahnt, nach mie vor Ruhe und Besonnenheit zu bewahren und jeden Versuch, Störungen und Zwischenfälle hervorgerufen, mit Entschiedenheit zurückzuweisen. Wenn der Betrieb wieder in Gang fommi Bochum, 19. November.( Eigenbericht.) Am Montag vormittag wurden in Düsseldorf die Parteiverhandlungen unter Borsiz des Regierungspräsidenten Bergemann wieder aufgenommen. Nach einer Mitteilung des Regierungspräsibenten Bergemann besteht begründete Hoffnung, daß eine Einigung auf der am Samstag gefundenen Grundlage erfolgt. Die in einem Teil der mestdeutschen Bresse hieran geknüpfte Erwartung, daß die Wiederaufnahme der Arbeit schon am Diens. tag erfolgen fönne, ist nach Lage der Dinge unbegründet. Es ist damit zu rechnen, daß im Falle einer Einigung die Borbereitungsarbeiten zur Inganglegung der Betriebe fofort in Angriff genommen werden. Die Wiederanturbelung der Produktion dürfte mehrere Wochen in Anspruch nehmen, so daß die Wiederbe. fchäftigung der vollen Belegschaftsstärte wahrscheinlich faum Dor Ende des Jahres erfolgen fann. 49 Bochum, 19. November.( Eigenbericht.) eute beginnen in Dortmund die Schlichtungsverhandlungen für den Bezirk Hagen- Schwelm. Man rechnet mit längerer Ber handlungsdauer. Die Unterstützung geregelt. Effen, 19. November. Zur Regelung der Unterstützung für die Ausgesperrten murde heute vormittag im Verbandspräsidium des Siedlungsverbandes Ruhrtohlenbezirf, unter dem Borsiz des Wohlfahrtsministers Hirtfiefer zwischen den Bertretern der Zentralbehörden des Reiches und Breußens, des Berbandspräsidenten und der beteiligten Regierungspräsidenten verhandelt. Es wurde im wesentlichen eine Einigung erzielt. Hieran schlossen fich im Rathaus zu Essen mit den beteiligten Kommunalverbänden Berhandlungen an, die um die Mittagszeit noch andauern, Der Weg des Orfans. Furchtbare Verheerungen in Westeuropa. Der Sturm, der feit Freitag über England und die Küstenstriche West- und Südwesteuropas hinweggeweht ist, hat in der Nacht zum Montag zwar nachgelaffen, aber schwere Berheerungen in England, Südschweden, Dänemark, Holland, Belgien und Frankreich angerichtet. Zu gleicher Zeit werden auch schwere Sturmschäden aus dem Binnenlande, und zwar, aus dem Saargebiet und Deutschböhmen, in der Gegend von Prag und Eger, gemeldet. Während schließlich auch aus dem Innern der Bereinigten Staaten Naturfatastrophen mitgeteilt werden, hört man, daß in New Yort Sommertemperatur herrscht und die Menschen in die Seebäder gezogen find. Für Europa fündigt sich von dem Atlantischen Ozean ein neues Zief an. Nach bisherigen Berichten hat der Sturm, der über England mütete, et ma 20 Tobes opfer gefordert. Der britische Dampfer Linarai"( 2014 Tonnen) geriet im Golf von Bis cana in schweren Sturm und verlor seine Schraube. Sein draht loser Hilferuf murde von dem deutschen Schleppdampfer" See: falfe" gehört, der herbeifam und das gefährdete Schiff hundert Meilen südwestlich von Lands End auffand und ins Schlepptau nahm. Nach sechs Stunden riß das Schlepptau und die Schiffe gerieten auseinander. Bei Tagesanbruch gelang es dem deutschen Schleppdampfer indeffen, die Linarai" wieder zu sichten, ins Schlepptau zu nehmen und nach Falmouth einzuschleppen. Ein Schoner mit sechs Mann Besagung wurde durch den Sturm auf die Felsen der Küste von Wales geschleudert. Nur der Schiffsjunge fonnte fich auf einen einsamen Felsen retten, D- Zug bei der Tram. Die Dresdener Straßenbahn hat jetzt Straßenbahnzüge mit drei aneinander gekoppelien D Wagen eingeführt. Das obere Bild zeigt die Außenansicht des Drei- Wagen- Zuges. Das untere Bild einen Blick ins Innere der zwei Wagen hindurch. wo er 36 Stunden in Begleitung eines Hundes ohne jede Nahrung verbrachte, bis er aufgefunden und geborgen wurde. Der heftige Sturm hat auch in Südschweden großen Schaden angerichtet. Beim Fischerdorf Gernahus ging ein Fischer boot unbekannter Nationalität unter. Die See ging so hoch, daß Dom Lande aus der Besatzung feine Hilfe gebracht werden konnte. Im Hafen von Simrishamn haben zahlreiche kleinere Fahrzeuge Zuflucht vor dem Sturm gesucht. pier bis Der Sturm, der am Sonnabend über Dänemart raste, hatte sich gegen Abend soweit gelegt, daß nur noch windstärte gemessen wurde. Nur bei Bornholm fegte auch noch am Abend der Sturm mit unverminderter Stärte. Bie das Meteorologische Institut mitteilt, ist von dem Atlantischen Ozean her jedoch ein weiteres Tiefim Antüden, so daß das Wetter noch weiter unruhig bleiben wird. Auch bei Fünen hat der Sturm schwere Berwüstungen angerichtet. An der holländischen Küste sind dem Sturm verschie bene Fischdampfer zum Opfer gefallen. In der Nähe der Insel Terschelling wurde das Brad des Rutters Noordstern aufgefunden, dessen Insassen, ein Fischer mit feiner Frau und seinen zehn Kindern, bei dem Untergang des Kutters umgekommen sein dürften. Mehrere Fischdampfer, die sich zur Zeit des Sturmes an der Küste der Propinz Friesland befanden, werden vermißt. Bisher sind in Holland 16 Personen ermittelt worden, die durch den Sturm ums Leben gekommen sind. In ganz Belgien find erhebliche Sachschäden verursacht Hauptstraße drei Personen schwer verlegt worden. In worden. In Brüssel sind durch umstürzende Bäume in einer Bilvorde wurden die Dächer von 10 Säusern abgedeckt und dabei zwei Personen verlegt. In Lüttich ist eine Frau von einer umfallenden Reflamesäule und in Gent ein Mann von einem herabstürzenden Schornstein schwer verletzt worden. Aus ganz Frantreich liegen Meldungen über Sturmschäden vor. In Le Havre ist ein steuerlos gewordener Dampfer ans Ufer geworfen worden. Es gelang, ihn wieder flott zu machen und in den Hafen zu schleppen. Der Sturm über Prag und Eger. Auch über Prag wütete in den letzten Tagen ein starter Sturm, der zu einem schweren Unfall führte. Er riß von einem Haus, auf das ein viertes Geschoß aufgestockt wird, einen Teil des Gerüftes ab, das auf den Fahrdamm fiel, wobei die Balfen vier Personen verschütteten. Auch Eger und die umliegenden Ortschaften wurden von einem ungewöhnlich hef= tigen Sturm heimgesucht. Durch die Gewalt des Orfans wurde in Eger die vierstödige Gerüstverschalung des Neubaues der Böhmischen Estont- und Kreditanstalt" in einer Breite von etwa 20 Metern zum Einsturz gebracht. Wäre der Einsturz einige Minuten später erfolgt, so hätte er schwere Folgen nach sich gezogen, da um diese Zeit die Straße mit vom nahegelegenen Lichtspieltheater tommendem Bublifum dicht gefüllt war. 7 Zote und 1000 Obdachlose im Missouri. Bei der Ueberschwemmungstatastrophe in Kansas sind nach den aus Kansas City vorliegenden Nachrichten bisher 7 Berfonen ums Leben gekommen. Etwa 1000 Personen find durch die lleberschwemmungen des Missouri und seiner Neben. flüsse obdachlos geworden. Auf der Insel Jamaika ist durch Stürme sehr bedeutender Schaden an den Bananenpflanzungen angerichtet worden. Mehr als eine Million Bananenbäume find vernichtet morden. In New York und Umgebung herrschte am Sonntag eine so warme Bitterung, wie sie seit vielen Jahrzehnten nicht mehr um diese Zeit beobachtet worden ist. Biele Men schen haben Seebäder genommen. Tragödie eines Vaters. Doppelmord in Thüringer. Berichte 2. Seite. MM. A.M.. MW Jene Mr.öflienjeUe.Bt. Saal Sex. Sana scoöer, Ell. WM ffiet Sozialdemokratie und politische Lage. Stellungnahme des Parteiausschusses. parteiausschuh. Varteivorstand und Konlrollkommissioa beichäs. tiglea sich am Montag mit der gegenwärtige» politischen Si- »uation. Nach einem eialeUenden Referat des Genossen Otto Mets, nachdem in einer ausgiebigen Debatte ein einmütige» Einverständnis mit der Reichslagsrede Otto Met» vom tS. November zum Ausdruck kam, wurde die Haltung der Reichstags- fraktion gutgeheißen. Besondere Beschlüsie wurden nicht gefaßt: dem Varteivorsland wurde ausgegeben, wenn die Verhandlungen über die Umbildung der Regierung In Aluß kommen, den Parteiausschuß wieder zusammen zu berufen._ Stadtverordnetenwahl in Bremerhaven Mandatsgewinn für die Sozialdemokratie. Bremerhaven. 19. November. Bei den S ta d to e r o rd n e t« n wa h l« n am Sonntag übten von 16 221 Stimmberechtigten 11 166 ihr Wahlrecht aus. also 68.1-Z Prozent. Es erhielten Stimmen: Sozial demo- lraten 4463. Zentrum 385, Handel, Handwerk und Gewerbe 1748. Kommunisten 830, Demokraten 1098, Bürgerliche Vereinigung 2560. Die voraussichtliche Verteilung der Mandate wird sein: Sozialdemokraten 15(bisher 14), Zentrum'l(1), Handel, Handwerk und Gewerbe 6(0), Kommunist«n2(2), Demo- kraten 4(4), Bürgerliche Vereinigung 8(15). Die bürgerlich« Rechte hat also«in Mandat an die Sozialdemo- kraten verloren. Zentrum und Personalverschiebung. Vorwürfe und Antworten. Zwischen einigen volksparteilich und deutschnationol gerichteten Blättern und der führenden Zentrumspresse hat sich ein erbau- sicher Streit über die Frage entsponnen, ob das Zentrum bei seinem Bestreben, auf dem Wege der Personalveränderung Ein- sluh in den Aemtern zu gewinnen, auch schon das Aus- wärtige Amt des Herrn Strefemann erobert habe. Die„Germania" zitiert aus den„Hamburger Nachrichten" diesen Satz: „Schon bisher sagi« man einem Beamten des Auswärtigen Amtes ein glänzend« Karriere voraus, wenn er der Zentrunispartei nahestand. Zentrum war läng st Trumpf in: Auswärtigen Amt, und wer den Prä- loten Schreiber hinter sich wußte, übersprang alle Altersgenossen. Es braucht nur daraus hingewiesen zu werden, daß die K u l t u r a b t e i l u n g des Auswärtigen Amtes ziemlich„kegerrein" ist." Begreifticherweise ist das Zentrum über diese Behauptung keineswegs erbaut. Die„Germania" oersichert, daß in der Kultur- abteilung des Auswärtigen Amtes von e l f höheren Beamten nur «in einziger Katholik sei, und daß bei den zwanzig m i t t» leren Beamten das Verhältnis sich noch viel ungünstiger stell«. Der„Artikeldienst der Deutschen Zentrumspartei",«ine osfiziöse Korrespondenz, fühlt sich veranlaßt, mit grobem Geschütz gegen die Andeutungen der Rechtspress« vorzugehen. Sj� behauptet, die Angriffe auf das Zentrum wären„im wesentlichen so sehr über «inen Kamm geschoren, daß man zu der Vermutung b«- rechtigt sei, das Ganze st und« unter zentraler Re- g i e". Das Zentrum besitze im Auswärtigen Amt, obwohl die Partei„ununterbrochen seit der Konstituierung des neuen Staates im Brennpunkt der Verantwortung stehe, tatsächlich einen weit geringeren Einfluß, als ihn gewisse andere Parteien besitzen, die weit weniger lange und weniger selbstlos die Vevant- wortung für die Führung der Staatsgeschäft« zu tragen hatten". Vor noch nicht allzu langer Zeit pflegte das Zentrum seine Propaganda hauptsächlich damit zu betreiben, daß es über mangelnd« Parität klagte und in jedem Amte nachrech- n«te, wie roenis) Katholiken im Vergleich zu Protestanten vor- banden seien. Jetzt hat sich die Sache insofern gedreht, daß nun die Deutschnationalen und Volksparteiler schon über unzulässige Be- oorzugung des Zentrums klagen. � Diese Auseinandersetzung entbehrt nicht einer gewissen Komik, umso mehr, als dieselben Kreise der Sozialdemokratie ..Drang nach der Futterkrippe" vorzuwerfen pflegen. Es ist des- halb nicht abwegig, einmal die Frage auszuwerfen, wieviele von den höheren und mittleren Beamten des Außenministeriums zur Sozialdemokratie gehören, die doch nachweislich seit langem die stärkste Partei in Deutschland ist. Aber dieselbe Frage ist auch an die übrigen R e i ch s m i n i ste r i e n zu richten und durch die weitere zu ergänzen, inwieweit die Regle- rungsänderung vom letzten Sommer sich auf den P e r s o- na lb« stand der Ministerien ausgewirkt hat?! Krawalle in Leipzig. „Revolution" mit Zaunlatten. - Leipzig, 19. November. Im Anschluß an eine Kutidgebuivg des Stahlhelm auf dem Reichsgerichtsplatz zogen gestern mittag die Stahlhelmleute nach dem Vorort Lindenau. Zu gleicher Zeit veranstalteten die Kom- muniftisch« Partei und der Rotfrontkümpferbund eine Gegenkund- gekmng auf dem Augustusplatz, bei der Max LölzalsRedner auftrat. Ein Teil der Demonstranten zog unter Max chölz ebenfalls nach Lindenau, wo dir Zug sich auf dem Marktplatz auflöst«. Kurz darauf traf der Stahlhelmzug unter starker Polizeisicherung «in. Bon den dort noch oersammeven Kommunisten wurde de? Jug mit wüstem(Bejchle empfangen. Nachdem der Stahlhelm.zug den Marktplatz passiert hatte, regelte die Polizei hinter ihm die Straße ab. Hierbei kam es zu anhaltenden Zusammenstößen und Schlägereien mit den K o m m u n i st e n, die die Polizisten mit' Steinen und Latten von einem in der Nähe befindlichen Neubau bewarfen. Die Poli�i mußte mehrmals zum Gummiknüppel greifen. Ein Beamter wurde oerletzt, auch einig« Demonstranten erlitten Verletzungen. Es erfolgten nwhtwre Festnahmen. Die Krawalle setzten sich bis in die Nachmittagsftimden fort. Nachdem siä, der Stahlhelmzug auf dem Aug» �usplatz aufgelöst hatte, kam es bei dem Abrück:n'der einzelnen Abteilungen verschiedentlich zu Reibereien mit Kommunisten: so ereignete sich ein Zusammenstoß am Buchhändlerhaus. Alkoholzensur im Rundfunk. Oer gefährdete Alkoholprofit.— Die Sendung gestört. Stadtarzt Dr. Drucker hielt am 15. November vor dem Berliner Rundfunk einen Vortrag über die Frage?„3 st Trunksucht heilbor?" Der Bortrag, der diese Frage vom medizinischen und volkshygienischen Standpunkt aus bejaht, begann damit, den Kampf gegen die Trunksucht dem Kampf gegen andere Dolkskrank- Helten— wie Tuberkulose— an die Seite zu stellen. Aber die hohe Rundfunkbehörde hatte„Bedenken" und„Angst". Sie ersuchte den Vortragenden,„im Beginn des Vortrogs in irgendeiner Weife derart aufmerksam zu machen, daß sich der Vortrag nur auf Men- schen bezieht, die Alkohol m i ß b r« u ch treiben und daß er nicht als ein« absolute Verdammung mäßigen Alkoholgenusies aufgefaßt werden sollte". Das ist doch eine wahrhaft rührende Fürsorglich- keit, mit der die Zensurbehörde das Alkoholkapital nicht etwa gegen eine Antialkoholpropagonda, sondern sogar gegen„Mißverständ- nisse" von Ausführungen gegen die Trunksucht schützt. Wie lauteten die Sätze, die nicht an das Ohr des Hörers drin- gen durften? Welchen Mißbrauch der verfassungsrechtlich gesicher- ten Redefreiheit hatte der Redner getrieben? Der erste gestrichene Satz besagte, nach einem Hinweis auf die Wirkung der oltohol- freien Atmosphäre der Heilstätte, in der sich die Nerven der Kranken erholen: „hier entdeckt man erstaunt, daß Frohsinn, Lebensfreude, Arbeits- fähigkeit durchaus nicht von dem Genuß alkoholischer Getränke abhängen." Dieser Satz durfte nicht gesprochen werden! Die Rücksicht auf den Profit des Alkoholkopitals verbietet einen öffentlichen Hinweis darauf, daß Lebensfreud« nicht von Alkohol abhängt. Das im Rund- funk nicht sagen zu dürfen, ist um so toller, als für den Alkohol- genuß dort durch Lieder, Trinkszenen usw. indirekt immer- fort Propaganda getrieben wird. Aber weiter. Der Vortrag wies- im Interesse der geheillen Trunksüchtigen auf die Tätigkeit der alkoholgegnerischen Bereine hin, die ihn„in chre Reihen aufnehmen und fürsorglich betreuen". Wer diese Vereine durften beleibe nicht genannt werden! So fielen die Sätze aus: „Da ist der neutrale Guttempler-Orden, das evangelische Blaue Kreuz, der katholische Kreuzbund und der sozialistische Arbeiter- Abstinenten-Bund. Durch ihre aufopferungsvolle Arbeit haben sich diese Organisationen ein großes Verdienst um das Volkswohl erworben." Es dürfen also die Organisationen nicht genannt werden, die den geheilten Trinker vor dem Rückfalle bewahren. Millionen über Millionen geben der Staat und die öffentlichen Krankenkassen aus, um die Trinker zu heilen, der Rundfunkzensor aber verhindert durch sein Verbot, diese Organisationen zu nennen, daß die Angehörigen des Trinkers und er selbst die richtigen Maßnahmen ergreifen, um sich vor dem Rückfalle zu schützen. Wenn auch zur Begründung dieser Streichung vielleicht angeführt werden kann, daß für privare Bereine im Rundfunk nicht Propaganda getrieben werden soll, so verlangt das öffentliche Interesse an der Dauerheilung der Trinker, daß der Rundfunk als öffentliche Einrichtung die Maß. nahmen anderer öffentlicher Einrichtungen unterstützt, statt sie zu sabotieren. Aber die Zensur ging noch weiter. Sie nimmt nicht nur Rück- ficht auf etwa drohende Einsprüche des Alkoholkopitals, mit dem Mantel ihrer Liebe schützt sie sogar die Kurpsuscher, die die Dummheit anderer durch die Anpreisung unbrauchbarer angeblicher Heilmittel ausnützen. Wenn der Zensor auch die Warnung vor diesen Mitteln stehen ließ— auf Kosten der Ausbeuter ihre Mit- menschen durfte nicht einmal ein Scherz gemacht werden. Der Vortrag hatte sagen wollen: „Wenn nun der Schwind«! stets so durchsichtig wäre wie in jenem Fall, wo ein unfehlbares Mittel gegen die„rote Nasc" angepriesen und nach Eingang des Honorars der Rat erteilt wurde:„Trinken Si« weiter, bis Sie blau wird." Sie sind allzu zartfühlend, Herr Zensor? Grundsätzlich aber muß gesagt werden, daß die Funkstunde die Hörer nicht wie die Schul kinder zu betrachten hat, die sich anzuhören haben, was der Lehrer sagt, sondern von dem Grundsatz ausgehen muß, daß jeder ab- hängen kann, wenn er politisch noch so unreif ist, daß er eine andere Meinung nicht vertragen kann. Das schönste an dieser Zensurgeschichte des Berliner Rundfunks aber ist, daß es neben der offiziellen Zensur durch die Funkstunde noch eine heimliche Zensur eines offenbar alkoholfreund- lichen Funtbeamten gegeben hat. Als nämlich der folgende Satz, der die Zensur passiert hatte, vom Bortragenden gesprochen wurde: „Und viele von ihrer Alkoholsucht anscheinend Gehellt« haben schon schwere Rückfälle erlitten, wenn sie..." da wurde die Sendung so schwach, daß Hörer in den verschiedensten Teilen von Berlin, die nachfolgenden Worte nicht mehr hören tonnten: .... bei einem gemütlichen Beisammensein oder einer Festlichkeit entweder freiwillig, um ihr Mannestmn zu beweisen. oder von Freunden gedrängt ein Glas Wein oder auch nur«inen Becher Malzbier tranken." Aber so amüsant diese Geschichte von dem heimlichen Rundfunk- zensor, vermutlich am Sender, auch ist, hier muß disziplinarisch gegen den schuldigen Beamten durchgegriffen werden. Die über-' ä n g st l i ch e Rundfunkzensur aber muß überhaupt eingestellt werden, die Rücksicht auf Interessenten, ober keine Rücksicht auf den „gesellschaftlichen Fortschritt" nimmt, den zu fördern die Berfastung der Republik in ihren Eingangsworten feierlich verkündet hat. Tragödie eines Vaiers. Sieben Kinder vor dem Gastod bewahrt. Die Schreckenslak eines Vaters, der seine sieben Kinbr in den selbstgewähllen Tod mitnehmen wollte, erschüllerle gestern die Bewohner der Weihbachstraße im Bezirk Hermsdorf. In der Weißbach st raße 30 zu Hermsdorf bewohnte seft langer Zeit der 46 Jahre alte Tischler Wilhelm H a r t m a n n zwei Stuben und Küche. Hartmann, in der ganzen Nachbarschaft als nüchterner und fleißiger Handwerker bekannt, war früher mit einer Frau verheiratet, die ihm 10 Kinder schenkte. Bei der Geburt des Jüngsten büßte sie selbst das Leben«in. Trotz der großen Familie war Hartmann stets in der Lage, seine Kinder zu ernähren, doch mußte er, um Ordnung im Hause zu haben, eine zweite Ehe eingehen. Damit begann sein Unglück. Die Frau trennte sich bald von ihm, und Hartmann gab die drei Jüngsten in Pflege. Bei ihm blieben die sieben anderen Kinder im Alter von 6 bis 16 I a h r e n, die zum Teil auch schon etwas verdienen. Wirt- schaftliche Not herrschte auch jetzt nicht. Di« Tatsach«, daß er sich jetzt nicht genügend um seine Kinder kümmern tonnte, ging Hart- mann so zu Herzen, daß er beschloß, aus dem Leben zu gehen und feine Kinder mitzunehmen. Unterwohner hörten ihn in der Nacht zu Sonntag bis gegen 2 Uhr in feinen Stuben rastlos umhergehen, dann wurde alles still. Am Sonntagmorgen erwachte eins der Mädchen und bemerkt« einen Gasgeruch. Sie weckte ihren ältesten Bruder, und beide öffneten alle Fenster. In der Küche fanden die Kinder den Vater tot auf. Er hatte sich auf einen Liegestuhl gelegt und den Gasschlauch des Kochers in den Mund genommen, vorher hatte er sämtliche Gashähne geöffnet. Die RettungderKinder, die alle wohlauf sind und keinen Schaden davongetragen haben, ist wohl darauf zurückzuführen, daß nicht alle Fenster ganz geschlossen waren. Die Kinder«, die sich ebenso wie der Vater allgemeinen Wohlwollens erfreuen, fanden bei Nachbarn Aufnahm«. Sie werden später der städtischen Wohlfahrts- stelle zugeführt werden. Auf dem Tische harte der Verzweifelt« einen Zettel hinterlassen, auf dem er mitteilte, dah er mit den Kindern in den Tod gehe, damit sie nicht in die Hände der Slies. mutler sielen Neuer Ooppelraubmord iu Thüringen. - Uhrmacher-Ehepaar erschlagen vnd beraubt. Ein nene» Doppelverbrecheo in Thüringen de- schästigl auf Veranlassung de» Landeskriminalamts Weimar auch die Berliner Sriminalpotizei. In Gräfenthal bei Saatfeld betrieb der 72 Jahre alt« Uhr- machermeister Richard Frosch ein« Werkstatt und ein Laden- geschäft. Er war zugleich Vorsitzender des dortigen Rabatt- und Vorschußoereins. Mit seiner 65 Jahre alten Frau hatte der betagt« Meister seine Wohnung neben dem Laden. Am Sonnabend abend wurde das Ehepaar um 10 Uhr noch gesehen. Am Sonntag kam es nicht mehr zum Borschein. Als Bekannte es gegen 12 Uhr mittags besuchen wolllen, fand man Mann und Frau tot auf. Leiden war der Schädel zertrümmert und der Hals durch- schnitte«. Geraubt waren einige neu« Uhr«» und einige ältere, die dem Meister zur Ausbesserung übergeben worden waren. Wieviel es im ganzen ssnd, konnte noch nicht sicher fest- gestM werden. Das Verbrechen wird also bald nach 10 Uhr verübt worden sein, bevor sich die Leute schlafen gelegt hatten. Nach dem Befund scheinen zwei Männer die Bluttat verübt zu haben. Ein bestimmter Verdacht besteht aber bisher noch nicht. Vermutet wird. daß man es mit denselben Verbrechern zu tun hat, die in der Nacht zum 6. November in S a a l b u r g den 71 Jahr« alten Forst- meister Grimm und sein« 34 Jahre alte Ehefrau i m S ch l a f e überfielen und beiden die Schädeldecke zertrümmerten. In Berlin nimmt Mitteilungen zur Aufklärung des Verbrechens der Leiter der Mordinspektion, Kriminalrat Gennat, entgegen. Oomela wieder verhastei. Harry vomeia. der Pseudo-Kronpriaz. der sich seit einiger Zeit vorfchrifismählg angemeldet aufderEbernburgbei Münster an, Stein aufgehallen haste, wo er mit der Wfassuag eine» nene» Buches beschäfkgt war. ist auf drahtliche Aufforderung der Berliner Staatsanwaltschaft verhastet und dem zustäadigm Richter vorgeführt worden. Der Gruud zu dieser Maßnahme ist noch nicht betannl._ Oer Tod des Nationalsozialisten. Wahrscheinlich ein Unglücksfall. Der ungeklärte Tod des Nationalsozialisten Kütemeyer nach der Hitler-Aersammlung hält die Abteilung l-V der Kriminalpolizei weiter in Tätigkeit. Es sind mehrer« Personen festge- nommen worden, die sich an der nächtlichen Schlägerei beteiligt hatten. Festgestellt ist weiter, daß Kütemeyer nach dem Zusammen- stoß mit Parteifreunden weiterging und zu diesen über heftige schmerzen im Kopf klagte. Seine Freund« rieten ihm, so schnell wie möglich nach Hause zu gehen und diesem Rat wollte Küte- meyer auch folgen. Kurz vor seinem Sturz in das Wasser wurde er von zioei Zeugen gesehen, einer alten Dame und einem Pförtner, die beide ihre Hunde an die Luft ftchrten. Den Zeugen fiel der schwankende Gang des Mannes auf, sse sahen aber außer ihm keine weitsre Person in der Näh«. Offenbar hat Kütemeyer in einem Zustand halbei- Betäubung, der auf innere Kopfver». l« tz u n g» t, zurückzuführen sein»tag. nicht den Heimweg nech der Lugsburger Straße eingeschlagen, sondern ist in verkehrter Richtung weitergegangen. Dabei hat er das niedrige Rasengitter der Kanal böschung überstiegen und ist dann ine Wasser hinab- gerollt. Die Schlägerei an der Zietenstraße steht offenbar nur insoweit mit dem Tode des Mannes im Zusammenhang, als ste die Veranlassung zu den Verletzungen und dem beftom- menen Zustand gegeben hat. lieber die Art der Verletzungen mird voraussichtlich die Sektion der Leiche Aufschluß geben. Pressestelle des Deuffcheu SlZdlelage». Oberegierungsrat Dr. Otto B e n e ck e ist vom Vorstand des Deutschen und Preußischen Städtetages zum Beigeordneten und zum Leiter der Pressestelle de? Deutschen und Preußiscken Städteioaee gewählt worden uyd wird sein neues Amt am l. Dezember 1928 antreten. Der Vtinister für Wissenschaft. Kunst und Lolksbildung hat dem Ministerialrat Adolf Grimm die Pressestell« de» Ministerium« übertrage». -lo I Schubert-Gedenktag in Berlin. Schubert-Zeier— Voltsfeier. D«r gestrig« Sonntag war den, Gedenken FranzSchuberts gewidmet. Als festlichen Auftakt gab es am Borabend«ine von der Akademie der Künste veranstaltete Feier, der die Anwesen- heit des österreichischen Gesandten, des preußischen Kultusministers und einer Reihe hervorragender Vertreter der offiziellen Musikwelt repräsentativen Charakter verlieh; die künstlerischen Darbietungen gipfelten in der ausgezeichneten Wiedergabe des großen Oktetts(in ?-Dur) durch das Deman-Quartett und die ersten Bläser der Staatskapelle. Gestern vormittag im Großen Schauspielhaus: Schubert-Feier der Stadt Berlin.(Ueber den Verlauf der Veran- staltung, die durch Rundfunk übertrogen wurde, wird an anderer Stelle des Blatte» berichtet.) Für dieselbe Stund« hatte das Voltsbildungsamt Wcdding zu einer Schubert-Feier großen Stils im„Mercedes-Palast"«ingeladen. Ein imposanter Apparat war aufgeboten: die Vereinigten Männerchöre und ge- mischten Chöre des 2. Bezirks de» Deutschen Arbeitersongcrbundes (Gau Berlin); als Solisten die Sängerin Agnes Lenbach; und dos— unter Siegfried Günther» Leitung sehr schön spielende — Berliner Symphonie-Orchester. Die Chöre, von Hans Rohr» dach geleitet, brauchten wohl ein wenig Zeit, um in Form- und Tonstimmung zu kommen.— Es singt sich nicht leicht am Vor- mittag— aber der zweite Teil de? reichen Programms brachte, zu- mal in der Wiedergabe der„Rofamunde�-Musit. die den Schluß bildete, wahrhast gute, des Werks und der Stunde würdige Leistungen. Und abends, in der Singakademie, Schubert-Feier der B e r- liner Liederfreunde. Auch hier also unsere Arbeitersänger- schast am Werk, das Gedächtnis des Meisters zu ehren, der gerade nach dem Männerchor so viel Schönes und Wertvolles geschenkt hat. Soviel jedenfalls, daß wenigsten» bei solcher Gelegenheit, bei der doch zugleich aus dem Gesamtwerk ein kleiner Ausschnitt gezeigt wer- den soll, gewiß bester vermieden worden wäre, Bearbeitungen von fremder Hand ins Programm aufzunehmen. Dieser Einwand gilt freilich auch den beiden Solo-Rummern des vortrefflichen Cellisten Armin Liebermann. Doch wichtiger ist, daß der Chor sich unter der Führung des erfahrenen Chormeisters Alfred Göpel in allerbester Verfassung zeigt« und mit Stücken wie dem„Gondel- fahrer" und dem„Nachtgesang im Walde', hier durch das pracht- volle Hornquartett der Staatsoper unterstützt, der Hörerschaft tiefe Freude bereitet hat. Zum Schluß ein„Trinklied aus dem 14. Jahr- hundert", bravourös vorgetragen, mußte auf stürmisches Verlangen wiederholt werden. Es war der fröhlich« Ausklang eines Tages, der, trotz ernstem Anlaß,«ine Botschaft der Freude von neuem künden sollt«: die Botschaft, die Schubert der Welt zurückgelassen. K.. P, Die Wiener Schubert-Feier. Wien. IS. November. Den Höhepunkt der Schubert-Hundertjahrfeier der Bundes- regierung bildete der im Großen Konzerthaus veranstaltete Festakt zu Ehren Franz Schuberts. An ihm nahmen teil der Bundespräsident, der Bundeskanzler mit mehreren Ministern, die Präsidenten des Nationalrates und des Bundesrates, Bürgermeister Seitz, Polizeipräsident Schober, der Landeshauptmann von Nieder- österreich, das gesamte Diplomatische Korps, die Oberbürgermeister der deutschen Städte und zahlreiche Gäste. Bundesminister Schmitz begrüßte die Ehrengäste, besonders herzlich die Oberbürgermeister aus dem Reich, und würdigte dann Schubert als Liederfürsten. besten Andenken das ganze deutsche Volk und die gesamte Kultur- welt feiere. Bundespräsident Dr. Hainisch, lebhaft begrüßt, gab eineo Ueberblick auf die Wandlungen, die Oesterreich seit hundert Jahren erfahren hat. Er sagte: Bor wenig Jahren ist das große Oesterreih zugrunde gegangen, und was uns besonders schmerzt, es wurden Volksgenosten von uns getrennt, deren Siedlungen dicht geschlossen an die unseren heranreichen. Hierzu kommen die schweren wiri- schaftlichen Hemmungen infolge de» Krieges und her Nachkriegszeit. so daß wir des Lebens nicht froh werden können. So bleibt»nj- nichts anderes übrig, als uns selbst zu prüsen, wer wir sind, und was wir in aller Zeit geleistet haben. Da sind es nicht in letzter Linie die unvergänglichen musikalischen Werke, die inmitten unseres musikalischen Volkes entstanden sind, und besonders aus Schuberl spricht das Herz des deutsch-österreichischen Volkes. Bundeskanzler Dr. S e i p e l. dessen Ausführungen wiederholt von Beifall unterbrochen wurden, betonte, daß die Gedenkfeiern für Beethoven im Vorjahr« und jetzt für Schubert gewissermaßen«ine Mahnung aus dem Jenseits seien, über die Mtagssorg«, die geistigen und künstlerischen Aufgaben nicht zu vergessen� die Oesterreich ho? Vermächtnis der Vorfohren auferlege. Die Bundesregierung begrüße alle, die, soweit die deutsche Zunge klingt, heute Franz Schubert seiern. sowie die Freunde der Musik in allen Notionen, welche Schubert schätzen und lieben. Nach dieser Ansprache würdigte der Rektor der Musikhochschule, Profestor Franz Schmidt, in einem musikhistorischen Vortrag die nationale und übernationale Bedeutung Franz Schuberts. Mir dem Hymnus„Gott in der Natur' schloß die Feier. Im Lause des Nachmittags und Abends fanden unter Teilnahme der deutschen Oberbürgermeister verschiedentlich Schubertfeiern und Konzerte sowie die Enthüllung eines Schubert b, runnens im 9. Bezirk, in dem Schubert geboren wurde, statt. Schubert« Ausstellung der Staatsbibliothek. Die Musikabteilung der Preußischen Staatsbiblio- t h e k bringt zum Schubert-Jubiläum«ine Ausstellung der in ihrem Besitz befindlichen Schubert-Autographe. Die Ausstellung kann vom 19. November bis 1. Dezember einschließlich werktäglich von 11 bis 13 Uhr besichtigt werden. Der EiMritt ist unentgeltlich. Schubert-Oenkmal in Leipzig. Leipzig, 19. November. Im Albertpark wurde gestern mittag der Grundstein zu einem Franz. Schubert-Denkmal gelegt. Der Platz, an dem dos Denkmal seine Stätte finden wird, erhält den Namen Franz- Schubert-Platz. Oer Chor der Enttäuschten. �eutschnntionale und Kommunisten gegen die Ruhrarbeiter Der Ausgang der Verhandlungen über die Unterstützung 'tRuhrarbeiter hat weder den Beifall der Deutschnationalen der Kommunisten gefunden. In der„Ä r e u z-Z e i t u n g* "d schärfstes Mißtrauen gegen die Bestimmung geäußert, daß die 'iußijche Linksregierung Richtlinien für die Zahlungen herausgeben �„Das Ganze läuft auf eine nur unzulänglich ver- Meierte Parteinahme der behördlichen Instanzen für die lbeitnehmer hinaus.' Da war es doch viel schöner, als noch ' Deutjchnationolen in der Reichsregierung saßen. Damals haben die Arbeitnehmer nicht viel gesehen, um so mehr aber wurde Unternehmern gegeben. Das haben die Deutschnationolen frei« � nie als eine Parteinahme bezeichnet. Die.Lreuz-Zeitung' stellt die Frage an die Deutsche Bolls- Ntej, wie sie sich damit Hobe abfinden können. Die„Deutsche �Ziszeitung' richtet ihre Vorwürfe an die Adresse des tichswirtschaftsminister Dr. C u r t i U s. Daß im Reichsarbeits- 'nisterium„wirtschaftliche Ueberlegungen leichterhand beiseitege- iaben werden', könne man ja noch verstehen,„aber um so mehr hätte doch eigenllich der Reichswirtschaftsminister, sich nun mit selben Arbellsfreude und Entschiedenheit den Interessen der Wirt- �st anzunehmen.' Und es sei«in tragikomisches Schicksal, Herrn '■ Curtius„als einen überaus mäßigen Anwalt der deutschen In- �trie beurteilt zu hören'. Wenn von„Wirtschaft' und von »»dustrie' die Rede ist, dann meint die deutschnationale Presse die Hausse in Schubert. Schubert erhielt für seine wunderbarsten Lieder- Kompositionen buchstäblich nur Pfennige als Honorar. .Wie sich em paar Pfennige doch in hundert Lahre« verzinsen!' "ternehmer. Und wenn die„Deutsche Tageszeitung' weiter öh daß die Industrie aus ihrer peinlichen Ueberrajchung über den Schluß des Reichstags zur Unterstützung der Ruhrarbeiter kein "(l gemacht habe, so bestätigt das nur die alle Erfahrung, daß die �tschnationalen nichts für die Arbeiter, um so mehr aber für die �ernehmer zu tun gewillt sind. Zu den Enttäuschten gehört auch die„Rote F a h n e". Es «te für die deutschnational- kommunistische Ablehnungsfront zu ön gewesen, wenn sich im Reichstag keine Mehrheit für die Unter- �ung der Ruhrarbeiter gefunden hätte. Do» Blatt schimpft nun cht kräftig auf die Sozialdemokratie, weil sie die Ruhrarbeiter nicht ' Stiche gelösten, sondern dafür gesorgt hat, daß das Reich pri- >>>«0 die Unterstützung der Ausgesperrten übernahm. Wir hören * schon ein wenig abgedroschenen Redensarten von„erbärmlichem irrat'. von„schamloser Irreführung" und von einem„unerhörten �trug'. Sind die Unternehmer verraten worden, wie die Deutsch. Zonalen, sind die Arbeiter verraten worden, wie die Kommunisten Raupten? Wir denken, daß die Ruhrarbeiter selbst ihr Urteil lftiber fällen werden, wenn sie jetzt die Unterstützungen«chatten krden, die ihnen beide Parteien verweigern wollten. Zu unserem Glück sind aber die Sozialdemokraten nicht die ein- tot. die Verrat geübt haben. In derselben Nummer der„Roten chne' wird eine ganze Seite den„Rechten' und den„Ultralinken' »»idmet. In allen Einzelheiten wird dort dargelegt, wie das Unbewußt« Proletariat auch von diesen Leuten verraten und be- °gin worden ist. Thalheimer und Brandler, den chrern der Rechten, wird zwar sonst nichts geschehen, sie sind ,ur 1 kommunistische Bewegung verloren, wie dos Blatt mitteilt. Um schärfer sollen aber die U l t r a I i n k- n angefaßt werden. Wir Rehmen dem Blatt, daß gegen den verantwortlichen Redakteur *„Volle willen' eine Klage beim Gericht eingereicht worden ist. hl dies« Zeitung Derleumbungen gebracht haben soll. Es handelt wie ergänzend gesagt werden muß. nicht um ein Moskauer Ge- sondern um ein bürgerliches Gericht in Deutschland. 'r dünten also in Kürze das Schauspiel erleben, daß die echten und ! weniger echten Klastenkämpfer in einem Berliner Gerichtssaal * bürqetlichen Richtern ihre schmutzige Wäsche ausbreiten werden. Arbeitergewinn in Australien. London. 19. November.(Eigenbericht.) Dl- irbien ift-ibnng-n über die Neuwahlen in Australien »in dra starken Aufstieg der Arbeiterpartei, dir als die «sie einzeln« parte! in das australische Bundesparlameul du- W wird. Nach der am Sonntag in London eiagetrossenen Atzung dürfte die Arbdterparie! insgesamt 10 Sih« gewon- >» haben und damit ihre Stärke aus etwa 33 Sitze erhShen D.e Vouallstea hoben 30 Sitze, die Landpartei 11 und die Jorftchrtt». r Laadpartei dnf" Sitz erober». Da» endgültige Ergebnis wird fe mc Dirnskag bekimnlgvbe»«ad«. Die Galoschen des Glücks. Sin Ziellamefilm. Ach, nein— der Film heißt nicht so, er wagt es nicht, Andersens schöne« Märchen al, Spielhandlung zu verwenden, er hält sich an die Sache und firmiert:„Kops tall— Füße warm'. Warum eigentlich? Der Reklamesilm, diese nützliche Abart des sich für jeden Zweck darbietenden Mädchens für alles, soll interessieren, die Phantasie anregen und gleichzeitig belehren über die unmittelbare Aufgabe, der er dient, und darüber hinaus. Unser von Franz Seemann redigierter Film, der für die große Helsingborger Gummigaloschenfabrik Tretorn— 5000 Arbeiter und 30 000 Galoschen Tagesproduktion— werben will, vermeidet alle Ausdring- lichkeit, gibt sehr instruktive Bilder über die Gewinnung des Kautschuks und die Fabrikation des Gummischuhes, umkleidet die Trockenheit des Themas— trockene Füße— mit netten kultur- historischen Szenen und zeigt die Mannigsattigkeit und Nützlich- keit seines Probukts. Es wurden bei der Prestevorführung im Ufa-Palast am Zoo weder Galoschen verteist— wie Bata das früher bei Fabrikbesuchen inachte— noch an einem schönen Beinchen in Großaufnahme die Fabrikmarke unter der Galoschensohle gezeigt. Bortresslich! Immerhin: einen Sozialisten hätte es gereizt zu zeigen, wie wenig Menschen, besonders in Deutschland, sich dieses Gesundheit-- schutzes bedienen, und damit für höhere Löhne zu agitieren. Auch die wellwirtschastliche Situation des Kautschuks und der Gummi- schuhe hätte ihn noch mehr gereizt. Früher hatte in Europa Rußland die größten Fabriken dieser Art, jetzt scheint Schweden, das regenreiche, an der Spitze zu stehen. Früher war Südamerika, vor ollem Brasilien, der größte Kautschukproduzent, jetzt macht ihm Indien erhebliche Konkurrenz, obwohl die Gummibäume erst vor einigen Jahrzehnten dahin gelangten. Die Bereinigken Staaten aber sind dabei, ihren Bedarf im eigenen Lande zu decken. Solche und viele andere Perspektiven eröffnet ein einfacher Gebrauch»- gegenständ des täglichen Lebens! Auf dem Heimwege hatte ich nach zehn Minuten nasse Füße. Ich werd« mir schleunigst ein Paar Galoschen anschaffen müssen, um auch die Füße warmzuhalten(für katte Köpfe bin ich nun einmal nicht). Aber das Problem ist viel komplizierter. Die Bazillenkutsche der llntergrund und die falsch- hygienische Lebensweise(ist es der Mangel an Rohkost oder die Bedürfnislosigkeit im Grogkonsum?) können immer noch Beranlassung zu Erkältungskrankheiten geben. Di« Galoschen allein tun'? auch nicht Vielleicht schaff« ich mir doch kein« an. r. Filmfiatt Hollywood. Im„Kapital" wurde gestern mittag ein Film gezeigt, in dem Hollywood nicht nur der Schauplatz, sondern auch— der Held ist. Arnold Höllriegel und Maz Goldschmidt haben chn ge» kurbelt, unh Höllriegel plauderte einleitend üb« das Wesen seines Helden. Die Märchanstadt— zwischen Bergen und der Sa«, zwischen Großstadt und yede voll unendlicher Film-Möglichkellen— rnn unter der kolilanischen Sann« alles zum Photographieren schön aussieht, ist kein„A t h e n", wie einmal«in braver reveravä glaubte; sie ist mtt ihrem bappzt-enä-Straben und ihrer bappy-end< Schmink, allzu nett uafc süß für«in Kunstzeutrum te diesem Sinn«. Aber sie ist doch der Boden, auf dem herrlich« Filmleistungen wachsen, ist vor allem der Heimatboden für Charlie Chap- lin» Kunst. Hollywood einmal nicht als Stafsage, sondern wie ein belauschtes Wild zu sehen, ist um so reizvoller, als sich diese „Amateur-Ausnahmen' getrost mit zünftigen messen können. Di« Stadt selbst und der Filmbetrieb, die Arbeit bei den Proben und Aufführungen, gehen in raschen Bildern über die Leinewand- Nüchterne Hintergründe werden gezeigt. Freilich nicht alle; denn die Not, die es auch im glatten Hollywood gibt, die Not der vielen, die hier vergebens auf Karriere warten, will nicht gesehen sein und zeigt sich nur überschwinkt. Um so besser präsentiert sich das paradiesisch anmutende Leben der Stars. Und reichlich sind die guten Gelegenheiten ausgenützt, Emil Jannings, Conrad Beidt, Charlie Chaplin, Dolores bei Rio und andere in Augenblicken zu zeigen, in denen— vielleicht— sogar sie einmal nicht daran denken, gefilmt zu werden. P. Altdeutsche Kunst in New �ort. Die Galerie Kleinberger in New Park hat jetzt eine große Leihausstellung ottdeutscher Kunst eröffnet, zum Besten des Roten Kreuzez. Die Ausstellung, ein Gegenstück zu der im vorigen Jahr ebendort veranstalleten Ausstellung französischer Primitiver, enthält 75 Gemälde, Holzschnitzereien und Bildwirkereien des 14., 15. und 16. Jahrhunderts, zum großen Teil aus dem Besitz amerika- bischer Museen und Prioatsammlungen. Es ist die größte Schau altdeutscher Kunst, die bisher in den Vereinigten Staaten statt- gefunden hat. Unter den Gemälden sind zwei Holbeins, dabei das Bildnis eines Edelmannes aus dem Jahr 1533, ein köstliches kleines Rundmedaillon, da« der Sammler Julius Buche in New Port besitzt, und dann 14 Cranachs. Ein Bildnis Luthers von der Hand Cranachs hat Karl Mechel geliehen, ein« figurenreiche groß« Kreuzigung stammt aus dem Besitze von Charles A. Worcester in Chikago, und die Verspottung Chrstti bewahrt das Museum in Buftalo. Zu den bedeutendsten Gemälden der Schau zählen dann die zwei Bilder, die MartinSchon gauer zugeschrieben werden, diejenigen des Meisters von Sigmaringen, besonders die tiefeinpfun- den«„Heimsuchung', das große Frauenbildnis des Kölner Renaissancemeistere B a r t« l B r u y n, da» Urteil des Paris von dem Nürnberger Dürer-Schüler Georg Pencz. Des wettere» sind In der Zlusstellung der Meister von Frankfurt, Konrad van Kreuznach, Hans Maler von Ulm und der Augsburger Georg Brei: mtt guten Arbetten vertreten. Hauptwerke der Ausstellung stammen aus den Museen von Chikago, Detroit und St. Louis. Eroßes SchMipieltaa». Am Bußtag, um 8 Uhr abend«, einmalig« öffentlich« Aufführung d«S Hörspiel»„Der Man», de» Gott schlug», von st ritz Rothenselder. Musik von Aeo Mackeben. mtt stritz Karwer. Waller Frank, Lothar Müthel, Albert Floratb; Regie: Alfred Braun. deutsche»aasigem«iaschaft. Mittwoch. Zl. November, mittag» 15 Uhr. in den AuSftellungtraumen Im Schloß Eröffnung der Weihnacht»« auZstellung. verM» Legale« wird durch die Sing-Akadenne am Bußtag wie am Totensonntag ausgeführt. Au,»er»epoblik»er wiffenschasie». B-r Dozent an der Deutschen Hochschul« für Politit tu verim, Genosse Dr. H-tmann Heller, hat eine» Ruf al» planmäßiger a. o. Professor sür öffentliche» Rocht a» her Nntverjitit Serlt»«-halt«» Schubert Feier der Arbeitersänger. Im Gesellschaftshaus Fridrichshagen veranstalteten die Kunstbeputationen Köpenid und Friedrichshagen eine einbrucksvolle Schubert- Gedächtnisfeier unter Mitwirkung des Berliner Symphonieorchesters und des Deutschen Arbeiter= Sängerbundes, 12. Bezirk, unter ihrem Dirigenten Ludwig Belizer. Der große Saal fonnte gar nicht alle fassen, die gekommen waren, die Ehrung des großen Toten mitzufeiern. Feierliche Stimmung lag über all den fefttäglich gekleideten Menschen. Boll lönend, mit schönem Empfinden sangen die starkbefeßten Chöre als Auftakt die Schlußchöre aus ,, Lazarus", dies tief empfundene Werk Dom Werden und Bergehen. Dr. Kurt Singer, stellvertretender Intendant der Berliner Städtischen Oper, hielt hierauf eine eindrucks bolle Gedenkrede. Er sprach von Schubert, den wir nicht bloß als einen Helden seiner Zeit ein Denkmal errichteten, sondern dessen Innerstes Menschentum mit dem unseren innigst verknüpft ward burch das Lied. Im Liede Schuberts ist die deutsche Volkesseele chöpferisch geworden und die Kraft des Empfindens, das Ausströmen schlichten Menschentums ins Gebiet des Unendlichen macht hn uns liebenswert für alle Zeiten. Das Orchester spielte hierauf Jehr schön und sauber die Unvollendete und die Duvertüre zu Rosamunde". Und wie aus düsteren Wolfen endlich die Sonne hervorbricht, so flangen hell und freudig die Männerstimmen im Nachtgesang im Walde" und im Chor der Jäger und Hirten aus Rosamunde". Trauer und Freude erscholl aus dem Munde der Eänger, eines Empfindens mit dem, der für sie alle empfand. Friedrich- Hegar- Chor in der Hafenheide. Der Orkan über England. Mehrheit wiedergewählt während auf den der Amster damer Gewerkschaftsrichtung angehörenden Borsitzenden Bietj 315 Stimmen entfielen, fonnte der kommunistische Gegenfandidat Gabbey nur 90 Stinimen auf sich vereinigen. Zum Schaden ernteten die Kommunisten auch noch den Spott, da sie es verjäum Me hatten, ihre Borschlagsliste einzureichen. Sie mußten erst durch den Vorsitzenden darauf aufmerksam gemacht werden. Die Mißvergnügten. Durch den Reichstagsbeschluß, Mittel zur Unterstügung der Aus gesperrten zur Berfügung zu stellen, hat die Aussperrung der Schwer industriellen nicht nur eine moralische Verurteilung erfahren, aud das Mittel der Aussperrung wird unwirksam gemacht, indem die Unterstützung der Unorganisierten gesichert ist. Vom Wirbelsturm zerstörtes Landhaus. Ein mit 26 Sekundenmeter Geschwindigkeit wütender Sturm hat nicht nur über dem Kanal, sondern auch über den Küstenbezirken Süd- Englands getobt und dort erheb- Für die Kommunisten bedeutet die Entschließung des Reichstags lichen Schaden angerichtet. Alte einen schweren Schlag ins Kontor. Sie schimpfen des halb wie die Rohrspaßen. Zu der Angst, in der sie schweben, der Baumstämme wurden dort wie Ruhrkampf fönne in den nächsten Stunden oder Tagen beigelegt Streichhölzer geknickt, Eisen- werden, gefellt sich die Gefahr", daß jezt die Ausgesperrten vo bahndämme zerstört, Häuser dem Hunger gesichert sind und weder den JAH.- Küchen nachlaufen müssen noch den Barolen der politischen KPD.- Sudelküche. In ihre die abgedeckt und viele Straßen- Rot fordern die Drahtzieher zur Beschleunigung passanten schwer verletzt. Programm stand ganz im Zeichen wehmütig- zarter Herbststimmung Leider tranften die Anfangsgefänge etwas an rhythmischen Un ebenheiten, wodurch auch die Terte schlecht zu verstehen waren. Dagegen fang der Chor Rohrbachs Heldenheimfahrt" mit den Borten Felix Dahns, Herbstfeier" von Schulten und Die Nacht" von Schubert sehr fein und stimmungsvoll. Am besten gefielen wieder Dehmels prächtiges Erntelied"( Mufit von Stübbe) und der Morgenzuruf von Herwegh( in Mufit gefegt vom Dirigenten Rohrbach). Als Einlage gab es das Mozartsche Quintett Es- Dur, Bläser Kammermufifer Bereinigung der ausgeführt von der Städtischen Oper. Dies Kabinettstüd zarter Tonmalerei, von den Musikern feinsinnig interpretiert, fand starken Beifall. Sammlungen auf den JAH.- Liften auf.. Es war überdies höchste Zeit, daß das Hungergefpenft gebann wurde. Denn die Kämpfenden, in diesem Falle die Befämpften drohten alle, in die KPD. einzutreten. Die„ Rote Fahne" stellt dies bereits als vollzogene Tatsache feft. Die Kämpfendentreten in die KPD. e in," überschreibt sie einen Drahtbericht aus Effen monad) in allen Unterbezirken der KPD. über eine ungewöhnliche Steigerung der Mitgliederzahlen berichtet wird. Ueber das Er gebnis verlautet: ,, Eine Uebersicht liegt allerdings bisher nur aus Dortmund vot wo man bis Sonnabend 150 neue Mitglieder registriert hat." Bo mie De laff das bie ber bis der ftel ipt Ja Go geh ihr nid Die Aussperrung müßte also noch geraume Zeit dauern, bis diabe Ausgesperrten in die KPD. eingetreten find. Trotz dem große Apparat der KPD., trotz allem falschen Alarm. Und mitten in dem es steht aber ohne weiteres ge Geschäft muß das Blatt klagen: fest, daß die Unternehmer und Gewerkschaftsführer schon jetzt einer Berständigung kommen. 999 69 Kommunistische Niederlage bei den Handsetzernheitlichen Kindererziehung. Erster Abend: Dienstag, des Am Sonntag vormittag tagte im Orpheum" die Generalversammlung der Berliner Handfegervereinigung, die vor zwei Jahren als Sparte des Buchdruckerverbandes gegründet wurde. Während das erste Jahr ein Jahr des Aufbaues war, fonnte im abgelaufenen Geschäftsjahr bereits erfolgreiche Arbeit zur Sebung der un günftigen materiellen Lage der Handsezer geleistet werden. Die Vereinigung betrachtet es als ihre Aufgabe, neben der Tätigkeit zur mirtschaftlichen Besserstellung der Handsetzer auch die beruflichen Bildungsbestrebungen zu fördern. Jegt zählt die Bereinigung einen festen Bestand von rund 2500 and jegern. Es ist zu erwarten, daß die technische Entwicklung zu weiterem Zusammenschluß der Handfeger führen wird. Die Vorstände der einzelnen Sandfezervereinigungen im Reiche treten im Februar 1929 zu einer Ronferenz in Leipzig zusammen. Diese Ronferenz wird sich auch mit der Frage der Bildung einer Hand. segerzentrale beschäftigen. Bis auf den letzten Platz war der Riefensaal der Neuen Belt", Hasenheide, gefüllt zum großen Herbstfonzert des Friedrich Die Neuwahl des Vorstandes endete mit einer verdienten Nie Hegar- Chores. Und starker, herzlicher Beifall lohnte die Leistungen des wohldisziplinierten Sängerchors unter der Führung seines be-| derlage der Kommunisten. Der bisherige Vorstand währten Dirigenten Studienrat Rohrbach. Das sorgfältig gewählte wurde nach dem vorläufigen Abstimmungsergebnis mit großer Theater, Lichtspiele usw.etropol- Theater Montag., d.19.11. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 142 19 Uhr Fidelio Staats- Oper Am PL.d. Republ. R.-S. 204 19%, Uhr Don Giovanni Montag, d.19.11. Städtische Oper Bismarckstr. Turnus I 20 Uhr Madame Butterfly Staatl. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt R.-S. 73 20 Uhr Gespenster Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. 20 Uhr Die Weber Großes Schauspielhaus 8 Täglich 8, Uhr fowie auch am Bußtag Friederike Musik von Franz Lehar Käthe Dorich Richard Sauber Silbe Borner Bespermann Arnstaedt Starnburg Dora Reg Limburg Kaiser- Tiz Die Raffe ist den ganzen Tag geöffnet. Telephon: Zentrum 378 u. 9393 Renaissance- Theater 8% Heute 8 Ton in des Töpfers Hand von Theodore Dreiser. Deutsch von Paul Eger. Regie: Gust. Hartung. Volksbühne Theater am Bülowplatz 8 Uhr U- Boot S4 Theater am Schiffbauerdamm 8 Uhr Die Drei- GroschenOper Thalia- Theater 8 Uhr CASINO- THEATER SU Thalia- Theater Lothringer Straße 37. Nur noch bis 27. November Stöpsel Mittwoch, 28. Nov. zum ersten Male: CASANOVA August, die Kanone! mit Michael Bohnen. Regie: Charell. Sonntag 8 U.: Nachmittags- Vorstell z. halb Preisen( ungekürzte Vorst.) Komische Oper s James- Klein- Revue: Tausend nackte Frauen!! Die große Revue der ,, Freien Liebe" Parkett nur 4,50 Mk. WALHALLA. THEATER 14 Varieté- Attraktionen und Tanz, abends 8 Uhr. Eintritt 30 P1. Für unsere Leser Gutschein für 1-4 Pers Fauteuil nur 1.15 M., Sessel 1.65 M. Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M REVAILLER 8 Theater im Admirals paiast Schön und Schick Parkett 3, 4, 5 M. Sonnings 3 u. 8 Uhr Vorstella. zu 2 Vorstellun en Nchm.d.ganze halbanPreis. Mittw., 21. Nov( Bußtag), 8 Uhr ROSA VALETTI in: Die fremde Frau. 8 Uhr: Schneider Wibbels Auferstehung Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr Die Weber Staatsoper am Platz der Republik 71 Uhr Theater des Westens räglich 8 Uhr Josephine Baker Barnowsky- Bühnen Kammerspiele Th. Königgrätz. St. Täglich 8, Uh Der Frauenarzt Schauspiel von 9 Hans J. Rehfisch Stg. nachm. 31%, Uhr Kleine Preise Der rote General Komodienhaus Tgl. 8, Ende 10/ Norden 12310 81, U. Ende geg. 10 Eben werden im Himmel geschlossen!" Komödie von Walter Hasenclever Regie: Forster Larrinaga. Bußtag 8 Uhr Ludwig Hardt Perlenkomödie Heine Abend in der neuen Revue von Bruno Frank Mus.v. Fr.Holländer mit Hal Sherman. Bußtag 8 Uhr Die versunkene Glocke Saltenburg- Bühnen Dts. Künstler- Th. 8 Uhr Die Herzogin Stg. nachm. 3%, L. kleine Preise Mein Vater hat Recht gehabt Kleines Theater Täglich 8% Uhr Max Adalbert in von Chicago Der Dickkopf Oper. von Emmerich Kalman Lessing- Theater 8 Uhr Alb. Bassermann. Lucie Mannheim ..Herr Lamberthier" Drama von Louis Verneuil. Th. am Schiffbanerdamm Täglich& Uhi Don Giovanni Die Drei- GroschenOper Paulsen, Valetti, Ander, Gerron, Theater am Nollendorfplatz Schaufuß, Kühl, Täglich 8, Uhr Loovski. Wiener Bintan: Harden 1141.281 Telephon: Heute 3 Uhr Oper v. Joh. Strauß Der Held des Westerlandes Trianon- Th. Täglich 8, Uhr Die Komödie Bismarck 2414/7516 Die Ehre Uhr, Ende 10% Rundiunkhöret talbe Preise HALLER- REVUE ., Schön und schick" Th. im Admiralspalast Berliner Tik- Trio Täglich Neukölln. auch Bußtag Eltern und Kinder Komödie Sandrock, Landa, Sterler, Sikla, .ustspielnaus Friedrichstr.236 Bergmann 2922/23 Täglich 81% Uhr Das Zugstück von Berlin Arm wie eine Kirchenmaus Deutsches Theater Norden 12310 8U., Ende nach 10% Die Verbrecher 2 bis 7 Mk. Theater in der Stadi Kommandantenstr. 57 Dönh. 919. 8 Uhr Ueber 300 Mal: Spiel im Schloß Anekdote von Franz Molnar, Regie Eugen Robert Agnes Esterhazy, Paul Marz. Licho, Zesch- allot, Thiem, Trautscheld. Thalia- Theater Dresdener Str. 72-7. 8 Uhr Schneider Wibbels Auferstehung Henckels, Gredtczinski. Philharmonie 71, Uhr KONZERT d. Philharm. Orch. Dirigent Franz Veit Grotrian- SteinwegSaal, Bellevuestr. 14 Donnerstag, 22. Nov. 1928, abends 8 Uhr Schauspiel von Lieder von FerdinandBruckner Paul Graener Regie: HeinzHilpert Margar. Corazolla Vorverkauf( Sopran), a Flügel: auch im Pavillon d Prof Paul Graener. Reinhardtbühnen, Kart, an d. Kasse d. Kurfürstendamm, Saa es zu 3, 2,1 M. Ecke Uhlandstraße Bellevuestraße 14. Bismarck 448 u 449. auch Bubtag Th. in der Lutzowstr. Kurt. 9209. Planetarium am Zoo Fariano. Joachimsthaler Strai Noll. 157 16 Uhr von Bernard Shaw Tgl. 8, Sonnt 4U Der Sternhimmel Regie: HeinzHilpert L. M. Lommel R ose- Theater Gr.Frankfurter St.132 8 Uhr: Die Ratten 39 in: im Winter 18 Uhr Runxendori Erde und Weltenraum. auf Welle 0,5" Rundtunk hörer halbe Preise 20 Uhr: Ar bef Bo die DO Der die geg der als Die Schwangerenfürsorge des Verbandes der Kranfenfaffen Berlins veranstaltet auf Wunsch vieler werdenden Mütter 4 Aus spracheabende für Männer und Frauen über Fragen der gefund 20. November 1928, abends 8 Uhr( pünktlich): Kan man Kinder zur Gesundheit erziehen?" 3weiter Abend: Dienstag, den 27. November 1928, abends 8 Uhr( pünktlich):„ Die Prügelstrafe." Dritter Abend Dienstag, den 4. Dezember 1928, abends 8 Uhr( pün lich): Körperpflege und Ernährung des Kindes Bierter Abend: Dienstag, den 11. Dezember 1928 fie abends 8 Uhr( pünktlich) Seruelle Erziehung des Kin des." Außerdem wird auf die laufend stattfindenden Kurie der Säuglingspflege( nächster Rurfus: Mittwoch, den 5. D zember 1928, vormittags 10 Uhr) und in der hygiene de Frau" hingewiesen. Alle Kurse finden in den Räumen der Schwangerenfürforg Verbandes des der Krantenfassen Berlins, Ambulatorium Aleganderstr. 39/40, 1. Hof, 2. Aufgang 2 Treppen, un entgeltlich statt. Borherige Anmeldung ist nicht erforderlic Anfragen find an das Bureau( obige Adresse) zu richten. Berantwortlich für die Redaktion: Eugen Brager, Berlin; Anzeigen: Th. Glod Berlin. Berlag: Borwärts Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts Bud bruckerei und Berlagsanstalt Baul Singer& Co.. Berlin SB 68. Lindenstraße Sierzu 1 Beilage. Winter Garten Tägi, Uhr 4 Runaways neueste amerikanische ExcentricSensation und weitere Varieté- Neuheiten. Heute 2 Vorstellungen 3.30 und 8 Uhr 3.30 kleine Preise Rauchen gestattet Reichshallen Theater Abends 8 Sonnt. SCALA 8 Uhr Jack Hylton, der unumstrittene Jazz- König Europas, mit seinen 18 Solisten und weitere zum erste Male in Berlin auftretende inter nationale Stars. B 5. Barbarossa 9256 ent In Di ha fei in 20 Bu 3r 202 ga fä 253 fa J11 er ge fon ird ein Jr Di in I ha 3.30 zu ermäßigt Preisen das ganze Programm. Di fie al Iel De m ih ge Sonnabends u. Sonntags Je 2 Vorstellungen 3.30 u. 8 Uhr. CIRCUS Steffiner Sänger BARUM Neu! Neu Hamlet im Heringsladen Burleske v. Meysel Nachm. halbe Preise volles Progr. orett'E Varieté- Konzert- Tanz. 1 CIRCUS BUSCH Sonnt. 2 Vorstellungen 3 und 8 Uhr. Nachm. bei balben Preisen. Zum 1. Male: Das gr. Märchen- Ausstattungst. ,, Aladin oder die Wunderlampe" in 8 Bildern u. das ungekürzte artist- circens. Abendprogramm Abends 8 Uhr: Zum Schluß: Die erste Sportrevue Berlins in 16 grandio en Bildern. Theater a. Kottbusser Tor Kottbusser Str. 6 Tel.. 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AMOR Jeder zehnte Deutsche ist vorbestraft. Trogdem stellen sich dem| fälligen. Da ist zum Beispiel ein Taschendieb, Ende der zwanziger| Gefangenenfürsorge fich eine Schneiderwerkstatt eingerichtet. Anfangs Borbestraften tausende Hindernisse in den Beg, wenn er, nach Jahre.„ Jetzt mache ich Schluß," sagte er.„ Ich bin bereit, jede gab es mir menig Arbeit. Aber jetzt beschäftigt er bereits drei Ge miedergewonnener Freiheit, ein ,, ordentlicher" Mensch werden will. Arbeit anzunehmen, ganz egal welche, selbst die schwerste." Andere fellen. Vor furzem erklärte er sich bereit, einen Entlassenen an Der neue Entwurf zum Reichsstrafvollzugsgesetz widmet der Ent- wieder erklären in der Gefangenenfürsorge:„ Ich brauche nichts, ich zustellen. laffenenfürsorge eine Anzahl von Paragraphen; so wird nicht allein will nur meine Arbeitsbelohnung haben." Das sind diejenigen, die die Pflit des Staates, dem Entlassenen zu helfen, sondern auch nichts mehr erhoffen. Andere wieder erbitten Arbeit, nehmen sie das Recht des Entlassenen auf die Hilfe des Staates festgelegt. an, auch auf dem Lande, dann aber find fie bald wieder in Berlin Daß die Entlassenenfürsorge Fortschritte macht, daß aber noch und fommen erneut mit den Strafgesetzen in Konflikt. biel mehr geleistet werden müßte, dafür liefert auch der Tätigkeitsbericht der Berliner Gefangenenfürsorge für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 1927 den Beweis. Es ist der dritte Jahresbericht der Berliner Gefangenenfürsorge. 39 311mal wurde die Fürsorgestelle im Laufe der drei Jahre von Rat und Hilfesuchenden in Anpruch genommen. Baren es im Jahre 1925 7694 Besuche und im Jahre 1926 13 954, so machten sie im Jahre 1927 17 682 aus. So hat, rein zahlenmäßig genommen, die Gefangenenfürsorge das gehalten, was sie versprochen. Sie will nicht bureaukratisch arbeiten, ihre Tätigkeit foll Dienst am Entlassenen sein. Sie ist sich die aber deffen bewußt, daß fie noch viel mehr leisten tönnte, wenn sie en nicht mit verschiedenen Schmierigkeiten zu fämpfen hätte. iche Er 10 em 64 jen So erschmert die ungenügende Zahl der Fürsorger eine ein re gehende Bearbeitung jedes einzelnen Falles. Eine Erschwerung der Arbeit ist auch der ,, Unverstand der Maffen". Man scheut sich, Vorbestraften Arbeit zu geben. Auch die Arbeitskollegen sind voller Borurteile Unternehmungen fordern polizeiliche Führungszeugnisse, die nicht zu erlangen sind. Staatliche und städtische Betriebe wollen bon Borbestraften nichts wissen. Berschiedene Berufe sind ihnen verschlossen, wie zum Beispiel der Zeitungshandel. Dagegen sind die städtischen Arbeitsnachweise den Klienten der Gefangenenfürsorge gegenüber äußerst zuvorkommend. Hier hat man begriffen, daß dem Strafgefangenen unter Umständen eher geholfen werden muß als irgend jemand. nd en ter 10 Des et Die Berliner Gefangenenfürsorge ist nach wie vor nur eine Durchgangsstelle. Ihre Aufgabe ist, die eben erst Strafentlassenen in Empfang zu nehmen und sie folange zu betreuen, bis 8. fie in irgendeinem Berliner Bezirk feste Wohnung genommen haben. In Wirklichkeit beschränkt sich ihre Tätigkeit nicht allein darauf. Die helfende Stelle, die dem Entlassenen als erste die Hand geboten hat, bleibt für ihn auch in Zukunft die Stelle, wo er in jeder feiner Nōte Zuflucht und Stütze fucht. Besteht die normale Hülje in Ernährungsgeld, Kleidung, Fahrkarten, Heimunterbringung, Mieteaushilfe, Arbeitsvermittlung usw., so wird sie in der Praxis zur Beratungsstelle überhaupt. So erfüllt sie erst ihren mahren imed, eine moralische Stüge für die fozial menig widerstandsfähigen Menschen zu sein. Ihre Tätigkeit wird erleichtert durch eine mehr oder minder harmonische 3usammenarbeit mit den Gefängnissen, den verschiedenen öffentlichen und privaten Bohlfahrtseinrichtungen und freiwilligen Helfern. d rge Die Psyche der Strafentlassenen. Mannigfaltig find Menschen und Fälle, mit denen die Gefangenenfürsorge zu tun befommt. Berschieden sind zu behandeln jung und alt, Frau und Mann, Gesunde und Krante, und alle erfordern Ruhe und Milde, mur selten Strenge, stets ist aber Aufgeregtheit des Fürsorgers von Schaden. Da sind zum Beispiel die Frauen. Eine frühere Krankenfomefter, Morphinistin, hat überall in den Krankenhäusern das Ber trauen gebrochen, Morphium gestohlen. Das letztemal erhielt fie ein Jahr Gefängnis. Hier hat sie eine Entziehungstur durchgemacht. In einem Krankenhaus fann sie keine Anstellung mehr bekommen. Die Gefangenenfürsorge mietet für sie ein Zimmer, besorgt Arbeit in der Fabrit. Die Fürsorgerin verspricht ihr, falls sie sich ein Jahr gut halten sollte, den Bersuch zu machen, sie in einem Krankenhaus unterzubringen. Eine 29jährige Kontoristin, zweimal wegen Diebstahls vorbestraft. Nach Verbüßung der ersten Strafe beschränkte sie sich darauf, die Arbeitsbelohnung abzuholen, fie glaubte, sich allein durchschlagen zu können. Nach Berbüßung der zweiten Strafe lehnte jie aber nicht mehr die Hilfe der Gefangenenfürforge ab. Man Derhalf ihr hier zu einem Zimmer, verforgte fie mit Kleidern, vermittelte ihr Arbeit auf einer Fabrit und veranlaßte fie, fich mit ihrer Mutter, mit der sie verfeindet war, zu versöhnen. Schwieriger gestaltete sich der Fall einer 33jährigen Warenhausdiebin, einer äußerst schwer zu behandelnden Frau. Jede andere Arbeit als die gewohnte sie ist Binderin von Beruf fchlug fie aus. Kein Bimmer war ihr gut genug. Sie ist schwer hysterisch und machte der Fürsorgerin viel zu schaffen, bis sie schließlich doch eine Stelle fand, die ihr zufagte. Auch für die strafentlassenen Männer ist die Gefangenenfürsorge oft die einzige Stelle, wo sie Hilfe finden. Da ist zum Beispiel ein zwanzigjähriger ungelernter Arbeiter. Der junge Bursche hatte auf seiner Stellung eine Unterschlagung begangen und dafür einen Monat Gefängnis mit Bewährungsfrist erhalten. Das zweite mal entlich er ein Rad und verkaufte es dann; dafür gab es zwei Monate Gefängnis. Zu Hause fann er fich nicht zeigen. Durch die Vermittlung der Gefangenenfürsorge erhält er vom Arbeitsamt eine Anstellung auf dem Lande. Ein 30jähriger Bankbeamter, nach der Stabilisierung der Mart abgebaut, hat etwa fechs Borstrafen für verschiedene Kleinigkeiten erhalten. Dazwischen ernährte er sich als Klavierspieler, Rohlenarbeiter, Rutscher, Landarbeiter. Das legtemal erhielt er als Hofjánger einen Strafbefehl megen Bettelei. Als er, obdachlos, in seinem Elternhause um Unterkunft bat, murde er abgemiesen Durch die Gefangenenfürsorge erhält er Obdach, Ernährungsgeld und Arbeit auf dem Lande. Rüdfällige und Langfristige. Es gibt auch ewig Rüdfällige. Da wurde ein Fürsorgezögling vom Bandesjugendamt eineinhalb Jahre nach der Entlassung an die Gefangenenfürsorge überwiesen. Nirgends hielt er es lange aus. Immer wieder beging er Unterschlagungen. Die guten Rat schläge seiner Zwillingsschwester und feines Freundes halfen auch nichts. Als er in Köpenid im Krankenhause lag, lernte er einen Mann kennen, der sich bereiterklärte, ihn als Schlafburschen auf zunehmen. Das Ende vom Liede war, daß er die Wohnung ausplünderte und verschmand. Aber die Sehnsucht, endlich einmal in geordnete Lebensverhältnisse zu kommen, erfüllt auch meist die RüdPsychologisch besonders intereffant find die Langfristige n. Die haben es nicht leicht, sich wieder an die Freiheit zu gewöhnen. Sie sind besonders unselbständig und hilflos, laffen sich aber gern leiten. In einem Falle war es ein Mann, der megen Landesverrates zu 7 Jahren Gefängnis verurteilt worden war. Die Liga für Menschenrechte hatte sich seiner angenommen, als er noch im Gefängnis faß. Sie besorgte ihm auch eine Stelle als Roch. In einem anderen Falle handelte es sich um einen Mann, der 9 Jahre Gefängnis megen eines gemeinen Berbrechens, begangen aus politischen Beweggründen mährend der Revolutionszeit, zu verbüßen hatte. In einem dritten Falle um einen Entlassenen, der noch als ganz junger Mensch wegen Mordes zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt morden war. Während seiner Gefangenschaft hatte er das Schneiderhandmert erlernt und nach der Entlassung mit Hilfe der Der Tätigkeitsbericht der Berliner Gefangenenfürsorge, der 1. a. von der Genossin Minna Todenhagen als Borsitzende des Ver= maltungsausschusses und Elisabeth Hermes, der Leiterin der Gefangenenfürsorge, unterschrieben ist, macht sich feine Illusionen über das Erreichte und noch zu Erreichende. Er flingt in dem Wunsch aus: Wenn doch der Gefangenenfürsorge ihr eigenes Haus zur Berfügung stände, ein Musterheim, in dem Fürsorgestelle, Lesesaal, Unterkunftsräume, Speiseanstalt, Kleiderkammer und ein Arbeitsheim mit Verkaufsstellen vereinigt wären und den Hilfefuchenden durch Fürsorger, Berufsberater und Psychiater gemeinsam der Beg in ein geordnetes Leben, soweit dies überhaupt möglich märe, gea wiesen würde. Eine Utopie? Bielleicht wird sie einmal Wirklich feit. Daß sie es aber merde, dazu bedarf es sowohl der Durch bringung der Massen mit dem Bewußtsein von der Notwendigkeit einer tätigen Hilfsarbeit an den Strafentlassenen als auch der Auswerfung der erforderlichen Mittel von den Behörden. Leo Rosenthal. Das Untersuchungsgefängnis Alt- Moabit. Ueberflüssige Barrieren. Wenn man das behagliche Zimmer des Oberdirektors vom Unter fuchungsgefängnis Alt- Moabit verläßt, um unter seiner Führung dieses folossale Gefängnis zu besichtigen, das etwa 1400 Unterfuchungsgefangene ständig beherbergt, kommt man zunächst iurch das schmucklose, mit ungleichmäßig antiquierten Möbeln ausgestattete Wartezimmer. Die Sprechzimmer, in denen die Ange: hörigen die Untersuchungsgefangenen- drei Meter durch zwei Barrieren voneinander getrennt sehen und sprechen fönnen, liegen am anderen Ende des Korridors. Sie entsprechen den Bestimmungen des Gesetzes, aber nicht denen der Humanität. Da die Sprechstunden in Gegenwart eines Beamten vor sich gehen, ist nicht einzusehen, warum Barrieren die Angehörigen trennen. Der Beamte fann doch sehr gut kontrollieren, ob der Untersuchungs. gefangene etwas zugestedt erhält oder nicht. Das Untersuchungsgefängnis Alt- Moabit ift ein 3e1fengefängnis. Von einem riesigen Eisenrondell, in dem der Hauptmachtmeister, eine Person mit höchster Berantwortung, feines Amtes waltet, erstrecken sich strahlenförmig die einzelnen Flügel mit Zellen auf beiden Seiten, durch breite Korridore getrennt. Dieses Eisen. rondell gibt die Möglichkeit, sämtliche Einmündungen der verschiede nen Abteilungen dieses Gefängnisses in allen nier. Etagen zu beob achten. Wenn ein Gefangener verhört werden soll, so muß der Hauptwachtmeister dem Bachtmeister der entsprechenden Abteilung die Weisung zurufen. Das ist ein Mißstand, der auch von der Gefängnisleitung empfunden wird. Das Eisenrondell dient auch öfters dem 3med, Gesangs- und Mufifchöre aufzunehmen, und es muß angenommen werden, daß die Gefangenen die Möglichkeit haben, den Melodien bei offenen Türen zu lauschen. Solche musikalischen Darbietungen find für den Untersuchungsgefangenen dringend not wendig. Die Einzelzelle. Wegen der Kollisionsgefahr sind die Untersuchungsgefangenen in Einzelhaft. Die Einrichtung einer Zelle, deren Größe höchstens 22 Kubikmeter Rauminhalt beträgt, besteht aus einem aufflappbaren Bett, richtiger gefagt einer aufflappbaren Holzpritsche mit Bettzeug nach der Bekleidungsordnung. Zur Lagerung gehöri für jeden Gefangenen eine zweiteilige( im Verhältnis von 1: 2 der Länge nach geteilte) Matraße, ein Kopffeillissen, ein Bettlaken, eine wollene Dede, ein Dedenbezug und ein Kissenbezug. In jeder Zelle befinden sich Auszüge aus den Vorschriften, die den Untersuchungsgefangenen über seine Pflichten und Rechte belehren. An einer Stelle ist in die Band eine Holzplatte eingelassen, die als Tisch dient, davor eine Siggelegenheit ohne Lehne. Ein kleines Schränkchen für die notwendigsten Toilettengegenstände, für Bücher und Schreibpapier ist auch vorhanden. In einer Ede befindet sich in jeder Zelle das Klosett. Dieses hat feine eigene Spülung, aber die Ausscheidungen fallen bei der senkrechten Lage des Klosetts in das stehende Wasser, so daß woh! Ausdünstungen vermieden werben tönnen, zumal sich in jeder Belle noch ein Wassereimer befindet. Das beste wäre jedoch, wenn jedes Klosett eigene Basserspülung hätte, wie es im Lazarett der Fall ist. 3m Lazarett. Tritt man in das Lazarett des Untersuchungsgefängnisses ein, so wird bereits auf dem Korridor der Unterschied zu dem obigen Gefängnis augenfällig. In bem ganzen Gefängnis herrscht außer ordentliche Sauberkeit, im Lazarett jedoch Bliksauberfeit. Für die Untersuchungsgefangenen, die nicht gut zu Fuß find, steht ein Fahrstuhl zur Verfügung. Wir begaben uns unter Führung des Arztes in den Gemeinschaftstrantensaal, in dem acht Unterfudymgsgefangene lagen. Das Zimmer entspricht den hygienischen Anforderungen und ist so groß wie jedes berartige Zimmer eines Krankenhauses Die Betten find gefedert. Die Lazarett. gefangenen tönnen fich mit Gesellschaftsspielen usw. beschäftigen. Außerdem steht ihnen, wie überhaupt allen Untersuchungsgefangenen, die verhältnismäßig große Bibliothet von 15 000 Bänden zur Berfügung. Arbeitszwang besteht für keinen Untersuchungsgefangenen; fie fönnen aber auf Wunsch beschäftigt werden, wofür fie leider jedoch - ungerechterweise nur eine geringe Entlohnung erhalten, die auch für Strafgefangene maßgebend ist. In dem Lazarett gibt es auch Einzelzimmer, in denen Schwertrante liegen. Erschütternd war der Anblid eines Mannes, der geistesgestört zu sein schien. In seinen Arm hatte sich der Un 130 glüdliche Nägel eingetrieben, und alle Operationen, bie er durch machte, haiten nur den einen Erfolg, daß er es immer wieder tat. Ich hatte nachher Gelegenheit, in dem mit allen modernen Mitteln ausgef tteten Röntgenzimmer die Röntgenplatte dieses Mannes zu sehen, und ich zählte etwa sieben Nägel, die sich der Mann vor einer Reihe von Jahren in den Unterarm eingetrieben hatte. lich ist, daß die Krankenzimmer wie auch die Untersuchungszellen taum einen Schmuud aufweisen, wenn man nicht die frommen Sprüche, über die man geteilter Meinung sein fann, als Schmud Bedauer bezeichnen will. Hier wäre eine Wandlung am Blaze, die gerade dem Untersuchungsgefangenen manche seelische Erleichterung bringen fönnte. Apotheke. Das Lazarett verfügt außer dem schon genannten Röntgenzimmer über einen Operationsfaal, einen Desinfektionsraum, eine Beitgemäßes und Beraltetes. Bon dem Lazarett begaben mir uns in den fünften Stod des Frauengefängnisses. Hier ist der neue Bortragsfaal fertig. gestellt. In dem Raum stehen etwa 200 dunkle, bequeme Stühle. In der Rüdenfront find die Vorführungsräume für Lichtbilder, vorne Bodium und Kanzel, gleichzeitig für den Gottesdienst, wie es aus räumlichen Gründen nicht anders möglich ist. Die großen geschmadvollen Fenster, die schöne Deckenbeleuchtung machen den besten Einbrud. Neben diefem Saal liegen noch eine Safristei, eine Bibliothek und ein Lehrsaal in ungefähr gleicher Aufmachung. Durch das Frauengefängnis famen mir in das Gefängnis II, in dem sich auch ein Saal mit zwei auffallenden Bildern eines russischen Professors befindet, der auch einmal„ Bast“ dieses Hauses gewesen ist. Dieser Saal mit seinen mittelalterlichen Kästen( die wohl den ursprünglichen Vorschriften entsprechen), in die der Gefangene bei dem Gottesdienst oder bei dem Vortrag hineintreten muß und der 250 Bläge hat, tann man nur fulturwidrig nennen. Die Kästen müssen verschwinden!( Ein Bericht wegen Beseitigung dieser Kästen ist von dem Oberdirektor eingereicht worden.) Ueber den Jungfernsteg gehen wir zu dem Hof, auf dem die Gefangenen täglich ihren Spaziergang machen. Im Winter bietet er ein besonders tristes Bild. Schmale Gänge zeigen dem Beschauer den Weg, den die Untersuchungsgefangenen( 3 bis 5 Schritt voneinander getrennt) täglich machen müffen, ohne miteinander sprechen zu dürfen. Auch hier erscheinen mir Erleichterungen möglich. Das eigene Elektrizitäts, Waffer- und Fernheizwerk( in jeder Belle befindet sich ein Heizkörper) ist interessant, aber am eindrucksnousten ist die Gärtnerei des Untersuchungsgefängnisses mit dem gefangenen Gärtner, der diese Gärtnerei mehr liebt als seine Freiheit; ja, der unglücklich sein würde, müßte er seine Pfleglinge verlassen. Wie freute sich der Mann, uns durch sein Reich führen zu dürfen. In zweieinhalb Stunden fann man eine so große Anstalt nur unvollkommen besichtigen, tönnen sich für den Besucher nur flüchtige Eindrüde ergeben. Ich fasse zusammen: Anerkennenswert ist die Sauberkeit und daß die meisten Beamten die Untersuchungsgefangenen human behandeln. Die Kritik wendet sich hauptsächlich gegen die Belle ohne Schmud, die Enge der Zelle und ihre farge Einrich tung. Man bedenke, daß diese Menschen noch nicht schuldig gesprochen sind, bei vielen schwebt eine Boruntersuchung, und feiner meiß, ob es zur Anflage tommt. Hier müssen andere Möglich feiten geschaffen werden, hier muß eine großzügige Reform einfezen.. Kurt Grossmann. Eine Viertelmillion Personen im Krankendienste. Wie aus einer Beröffentlichung des Reichsgesundheitsamtes hervorgeht, ist das Ergebnis einer Bestandsaufnahme des berufs mäßig im Deutschen Reich tätigen Heil- und Pflegepersonals folgen. des: Am 1. Mai 1927 wurden zusammen 227 665 Bersonen gezählt, die sich dem Krantendienst widmen, davon 109 200 Männer und 118 465 Frauen. Im einzelnen entfielen auf Aerzte 43 583, Jahnärzte 8465, approbierte Apothefer 10 573, Apothekenpersonal 3712, Hebammen 29 348, 3chntechnifer 15 062, Heilgehilfen und Maffeure 8142, Krankenpflegepersonen 88 872, Gäuglingspflegerinnen 2280, Wochenpflegerinnen 1283, Desinfektoren 4584, Laienbehandler 11 761. Eine starte Zunahme meisen die weiblichen Aerzte auf, wo nunmehr auf 24. Aerzte eine Aerztin tommt. VOM EDGAR WALlTACE DEUTSCHE OBERTRAOEIX VON RAVEN DRO (3. FortseAlMH.) 211»(T die Notizen avgeschrieven hatte, ging er zu seinem Sureau zurück, schloß seinen Schreibtisch ab. ging nach Haus« und dachte angestrengt darüber nach, welch« weiteren Nochforschungen er anstellen könnt«. Er hatte ein« klein« Wohnung in einem Häuserblock, von dem au» man Regent» Park übersehen konnte. Don feinen eigenen Zimmern au» hatte man allerding» keinen Llick ins Frei«. Man konnte nur die unangenehmen Rückseiten anderer Mietshäuser sehen >fltd unterhalb führte die Eisenbahn vorbei. Er hätte von seinem Fenster au» ktupsermünKen aus die vorbeifahrenden Wagen werfen können, so dicht lagen die Schienen bei seinem Haus«. Dafür war aber auch die Miete nur halb so hoch wie für ähnlich« Wohnungen in besserer Loge. Er hatte ein kleine» Privateinkommen von zwei bi» drei Pfund wöchentlich, und Venn er sein Gehalt dazu nahm. konnte er verhältnismäßig gut leben. Sein« drei Zimmer waren mit wertvollen alten Möbeln ausgestattet, die er au» dem Zu- sammenbruch seine» väterlichen Vermögens gerettet hatte, denn als fein etwas leichtsinniger Pater starb, konnten von seinem Vor- mögen gerade die zahlreichen Schulden beglichen werden. Jim war im vierten Stock aus dem Lift gestiegen und wollte eben aufschließen, ah er hörte, daß die gegenüberliegende Tür sich öffnet». Er wandte sich um. Di« älter» grau, die heraustrat, trug die Kleidung einer .tirankenschwesirr. Sie nickt« ihm freundlich zu. ..Wie geht«z Ihrer Potieniin?" fragte Jim. ,.E» geht ihr gur. Da» heißt, so gut»s«iner fo tranken Dam« eben gehrn kann. Sie tst Ihnen sehr dankbor für die Bücher, die Sie ihr geschickt haben." ..Di« arm« Fron," nreinr« Jim bedauernd.„Es muß doch schrecklich sei», wenn man nicht mehr ausgehen kann." ..Sicherlich, aber Mr». Fan, scheint es nichts mehr auszu- machen. Man gewöhnt sich daran, wenn man schon sieben Jahr« krank liegt. E? kamen Schritte die Treppe herunter, und sie schaute hinaus. „Der Postbote kommt." sagte sie'..Ich dachte, er wäre schon dogewelen. Biellaicht bringt er im» etwa?." Die vielbelchättigten Briefträger ließen sich ftn Fohrstuhl hl» zum sechsten Stock fahren und teilten dann die Post aus, indem sie di« Treppe zu Fuß himintergingen. ." �Jck, habe nicht, für Sie. mein.Herr." sagte er zu Jim, indem cf da». Paket Briese in seine? Hand durchsah. ..Miß Madgc Benson— da» sind Sie doch, Schwester, nicht wahr?" „Jawohl." entgrgncie die Frau schnell, nahm dein Postboten den Brief au» der Hand, verabschiedete sich durch ein kurze» Kopfnicken von Jim und ging die Treppe hiirumer. Madge Bcnlon! Der Name, den er eben in Salters Tagebuch gelefcn hottet 4. „Du langweilst mich zu Tode, Mutter." sagte Mr. Digdy Grvat, „wenn du mir immer wieder dieselben Geschichten erzählst." Cr goß sich ein Glo» Portwein«in.„Es kann dir doch genügen, wenn ich dir sage, daß ich die junge Dam« al» Sekretärin hier Koben will. Ob du etwa, für si« zu tun hast oder nicht, ist mir gleichgültig. Aber«in, mußt du dir merken: sie darf niemals den Eindruck bekommen, daß sie aus einem anderen Grund engagiert ist, als dein« Brief» zu schreiben oder deine Korrespondenz zu regeln." Dte Frau, die ihm auf dem Sofa gegenübersaß, sah älter au» als sie in Wirklichkeit war. Jan« Groat war über sechzig, aber manche hielten si« für zwanzig Jahr« äli«r. Ihr gelbliches Gesicht war von vielen Runzeln und Falten durchzogen und auf ihren blassen Händen traten die blauen Adern hervor. Diu? ihr« dunkelbraunen Augen machten noch«inen lebendigen Eindruck und in ihrem Blick log Neugierde, beinahe Furcht. Ihr« Gestalt war gebeugt. Ihr Bwiehinen ihrem Sohn gegenüber war soft kriechend. Sie sah ihn» eckckck in die Augen— sie sah überhaupt selten jemand an. „Di« wird hier herumspionieren, si« wird stehlen!" sagte si« mit wemeriicher Stimme. „Nun sei aber ruhig von dem Mädchen," sagt« er böse.„Und da wir uns nun einmal allein sprechen, möchte ich dir etwas sagen." Ihre unsteten Blick« schweiften nach rechts und links, aber sie vermied es ängstlich, seinem Auge zu begegnen. Es lag«in« Drohung in seinen Worten, die sie nur allzugut kannte. „Sieh einmal hierher!" Er hott« einen Gegenstand aus seiner Tasche gezogen, der im Licht der Tischlampe blitzte und glänzt». „Was ist es denn?" fragt« sie kläglich, ohne aufzuschauen. „Ein Diamantenarmband!" rief«r oorwurfsvoll.„Es gehört Lady Waltham. Wir haben das Wochenende auf ihrem Gute zu» gebracht. Sieh her!" Seine Stimme war rauh und schrill, und si« senkt« den Kopf und begann zu weinen. „Ich habe es in d«in«m Zünnter gesunden, du alt« Diebiii," zischte er sie an.„Kannst du dir diese entsetzlichen Manieren nicht abgewöhnen?" JSn sah doch so schön au»." schluchzt« sie und die Tränen ranne» üb« ihr« hageren Wang««,..ich kann der Versuchung nicht wider- stehen, wenn ich schöne Dinge sehe." ,�du weißt doch, daß da« Dienstmädchen von Lady Waltham verhaftet wurde, weil sie in dem lverdacht steht, das Armband ge- stöhlen zu haben. Wenn nichts geschieht, wird si« zu sechs Monaten Gefängnis verur teilt." „Ich konnte der Versuchung einfach nicht widerstehen." wieder» holt« sie mit tränenerstickter Stimme. Er warf da» Armband mit einem Fluch auf den Tisch. „Jetzt kann ich«» der Dam« wteder zurückschicken und muh ihr in einem Brief etwa» vorlügen, daß es au» Versehen in deinen Koffer gekommen ist! Ich tu« es nicht, um dem Dienstmädchen zu ßeffen�[eaheru pm guten Stufe« puQei�* -Jetzt weiß ich, warum du da» Mädchen in» Hau» ndnmft— sie soll mich nur ausspionieren!" Seine Lippen kräuselten sich verächtlich. „Da hätte st« wohl ein« schwere Aufgab«," erwiderte er ironisch und lachte heiser, al» er sich erhob. „Nun hör« gut zu." sagt« er mit harter Stimm«.„Du mußt nnt dieser üblen Angewohnheit, alle Ding« zu stehlen, die dir ge. fallen, unter allen Umständen brechen. Ich will mein« gesellschast- liche Stellung nicht durch eine alt« verrückt« Diebin erschüttert sehen. Wenn in deinem Kopf etwa» nicht ganz in Ordnung ist," fügte er drohend hinzu,„so weißt du, daß ich ein kleines Labor«- torlum habe, wo wir den Schaden reparieren können" Si« zuckte erschreckt zusammen. Smsetzen und Furcht zeigten sich in ihren Zügen. „Du— das wirft du doch nicht tun— mein eigene? Sohn!" stammelte si«..Ich bin vollkommen gesund— e» ist nur.—* Er lächelt« hämisch. „Vielleicht kommt es doch daher, daß du irgendeinen Druck im Gehirn hast," sagte er kalt.„Dergleichen muß durch Operation entfernt werden.—* Sie hatte ihren Stuhl zurückgeschoben und dos Zimmer flucht- artig oerlassen, bevor er zu End« gesprochen hatte. Er nahm dos Armband, sah verächtlich darauf und steckte es wieder in die Tasche. Ihre krankhafte Neigung zu stehlen kannte�er nun schon seit langer Zeit. Er hatte alles versucht, sie davon abzubringen und glaubte auch, daß es ihm gelungen wäre. Um so mehr war er durch dieses letzt« Vorkommnis verbittert. Er ging zur Bibliothek, einem schönen Raum, in dem kostbar« Bücherschränke aus Rosenholz standen. Ein silbernes Güter war vor dem Kamin befestigt und die ganze Ausstattung zeigte den größten Luzu». Er setzte sich nieder und schrieb einen Brief an Lady Wallhom. Er packte das Armband und den Brief sorgfältig in «inen kleinen Kasten und klingelte dann. Ein Mann in mittleren Jahren, mit einem dunklen, abstoßenden Gesicht kam herein. „Jackson, bringen Si« da? sofort zu Lady Wollham. Mein« Mutter geht heut« abend In ein Konzert— wenn sie fort ist. durch- suchen Sie ihre Räume genau." „£«» habe ich schon getan. Mr. Groat,«6* Ich tonnt« finden." Er war im Begriff zu g«hen, als Digby ihn zurückrief. „Haben Sie der Haushälterin gesagt, daß sie sich um Zimmer für Miß Weldon kümmert?" ..Jawohl, mein Herr. Sie wollt« ihr zuerst ei» Zimmer inl obersten Stock geben, wo alle Dienstboten schlafen, aber da» h«�! ich nicht zugelassen." „Sic soll das beste Zimmer im ganzen Haus bekommen. Sottckl Si« dajür, daß der ganze Raum mit Blumen geschmückt ist. Stella' Si« auch noch den Bücherschrank und den chinesilchen Tisch in W Zimmer, die j«tzt bei mir stehen." Der Mann nickte. „Und wie soll das mit dem Schlüssel werden, mein Herr?'| fragt« er zögernd. „Meinen Sie den Schlüssel zu ihrem Zimmer?" fragt« Digiti und schallte auf. Der Mann nickte. „Wünschen Sie, daß man die Tür von innen abschließ«« kam?' fragte er bedeutungsvoll. Mr. Groat» Lippen zogen sich döse zusammen. „Hie sind verrückt," sagte er.„Natürlich will ich. haß man d" Tür von innen verschließen kann. Bringen Sie auch einen Riegö an, wenn keiner vorhanden sein sollte." Jackson schaute erstaunt auf. Zwischen den beiden schien ein«ngere» Verhältnis zu besteht al» gewöhnlich zwischen Herr und Diener. „Ist Ihnen schon jemals ein Mann namens Stoel« begegnet?' fragte Digby plötzlich. Jackson schüttelt« den Kopf. „Wer ist das?" fragt« er. „Der Sekretär eines Rechtsanwaltes. Tun Sie sich«ach ih» um und beobachten Sie ihn gelegentlich, wen» Si» einmal frei» Zell haben— aber nein, lasten Sie die Sache lieber Bronson mache»- Er wohnt ja in Featherdal« Mansions." « Eunice Weldon hatte ihre wenige« Habseligkeiten gepackt, Wagen wartete vor der Tür«. E» tat ihr nicht leid, daß sie di« dumpfe, unordeniliche Wohnung aufgeben mußt«, in der sie»u» die beiden letzten Jahre gewohnt hatte. Der Ablchied von der etwa» nachlässig«« Wirttn siel ihr nicht schwer und si« konnte Jim Steele» Ansicht nicht teilen, der mit ihrer neuen Stellung so unzufrieden war- Sie war noch zu jung, um«inen neuen Posten nicht irgend»" als den Beginn eine» geheimnisvollen Abenteuer» anzusehen, der all« möglichen wunderbaren Ereignisse in sich barg. Sie seufzte, al» s" daran dacht«, daß diese kleinen Gespräch« beim Tee, die eine so on- genehme Unterbrechung ihre» alltäglichen Leben» waren, nun aus' hören mußten. Und doch war si« davon überzeugt, daß Nm oll« Anstrengungen machen würde, si« wiederzusehen. Sie würde Stunden, ja vielleicht ganze halb» Tag« für si'b haben. Aber plötzlich erinnert« si« sich daran, daß sie nicht einmal sein« Adrcsi« hatte! Aber er kannte ja ihren Auf«ntholt»ort. Liest» Gedanke beruhigt« si«, denn si« hätte ihn gar zu gern wiedergekah«"- Sie sehnte sich mehr nach ihm. al» si« jemals geglaubt hatte. Wen? sie die Augen schloß, erschien ihr sein schöne»««ficht und stiM lochenden, blauen Augen sahen si« treuherzig an. Die Bewegun? seiner Schuttern, wenn er ging, der Klang seiner Stimm« beiv Sprech«", all« seine charakteristischen Eigentümlichkeit«« standen klok vor ihrem Gedächtnis.(Fortsetzung folgt'! WAS DE/f TAG BRINGT. wniinimimmmiimimnmminiiiimuwimiiimnBMiwmuiinmimiiinmumiMimmi Das Echo des Kosmos. Unzulänglich und schöbig muten heute die Phan''st«n eine» Jule, Bern« an... wahrhaft phantastisch ist nur die Wirklichkeit. Der„Abend" meldete vor kurzem, daß der Osloer Profestor S t ö r m« r ein wisstnschaftttche» Vollgewicht. Funkzeichen, die sich in einer bestimmten Tonlage bewegten, in die West hinausgesandt und, im verlaus der verschiedenen Experiment«, nach drei bi» zwölf Minuten Echogeräusch« im Empfangsapparvt sestgestellt hat. Dies«« Phänomen ist so zu erklären, daß die elektrischen W«ll«n in 30 bis 100 Millionen Kilometer Entfernung, weit draußen im Weltraum also, auf den Widerstand eines Gestirns gestoßen und von ihm auf die Erde zurückgeworfen worden strch. Welch eine Vorstellung, daß Menschemvort«, Menschenstimmen. die dem elektrischen Funken anvertraut werden, nicht nur von Berlin noch Hamburg, von Deutschland noch Amerika... nein, daß sie auch von d«r Erde in das Universum dringen: 100 Million«» Kilometer hinauf. 100 Kilometer hinauf? Damit wird«» nicht abgetan fein. Wohin dring«» die Wellen, die in solcher Entfernung aus keinen Widerstand treffen? In höher«, in tiefer« Wetten... in die Entfernung von Milliarden Kilometern hinauf, hinab. Vielleicht werden sie erst nach Tagen, nach Iahren, nach Jahrzehnten reflektiert, durchmessen ihr« unvorstellbar« Bahn von neuem, sagen auf die Erde zurück, jagen an ihr vorbei, stoßen am anderen End« des Weltalls auf neuen Widerstand, prallen abermals zurück, durchschwingen den Aether von neuem... Was Profestor Störmer in Oslo nach drei bis zwölf Minuten vom Kosmos zurückgesandt bekam, rast das nicht vielleicht ewigkettenlang durch da» All, schwächer werdend, sich ab> nutzend, aber nicht völlig verlöschend: mit den Apparaten de» nächsten Jahrtausends noch immer wahrnehmbar, noch immer transformierbar auf die ursprüngliche Lautstärke? Es scheint unerhört« Wirtungen hervorzubringen, jedes in da, Mikrophon gesprochene Wort. Der Aether trägt es räumlich in die Unendlichkeit, zettlich in die Ewigkeit, lind vergleichen wir di« sachliche Bedeutung besten, was wir der Luft zu übermitteln haben, mtt d«m Aufheben, das sie davon macht, so könn«n wir nur b«. schämt flüstern: Das verlohnt sich doch wirklich nicht! Hans Lauer. Der Don-Kosakenchor gepfändet. Der berühmte Don-Kosaken-Ehor crhiell kürzlich bei einem Gast- spiel in Bayreuth den Besuch eine» Gerichtsoollziehei,. der die gesamten Einnahmen pfändet«. Anlaß zu dieser Maßnahm« gab ein früherer Manager, der noch Forderungen ausstehen hatte. Das Kindermädchen im Ehebett. Kaum glaubliche Vorfälle wurden in einer Verhandlung vor dem Zlrbettsgericht Görlitz enthüllt. Lei einem dortigen Lauft marri war«in Mädchen angestellt, dem die Obhut über«in Kind der Familie anvertraut war. Das Mädchen war lg Iah« alt und recht schüchtern in seinem Wesen. Ging die Familie am Abend fort. blieb das Mädchen zur Bewachung des Kinde» im Hause, während es sonst bei seinen Eltern schlief. Di« Sechzehnjährig« schlief dann mit im Ehebett. Dabei verging sich der „Diettstherr" mehrere Mal« an dem Mädchen und schwängert« es. Run mußt« das Mädchen di» Stellung aufgeben und beim Arbeit», geeicht auf Schadenersatz Lagen. Di, Frage, plt der Verkehr c "Di toinap- l«r(e hu) fc ■•tö) de 1«u l . 3' "ufftel «n, da figt »o, L iiudjen «irnnoi vi tui Äalhe 'ilant, ab, nmmnireiinenwttiniiiuuniimimi möglich war, wurde dahin beantwortet, daß dte Fr« des Dienst' Herrn schwerhörig ist... Vor Gericht wurde ein Vergleich g eschlosten. Loch da» ist nicht da» Wesentlich«. In dem Vorgang kommt die tiefe Verachtung für einen Dienstbaren Geist" so drastisch zum Ausdruck, daß man an die Zeiten der Leibeigenschaft erinnert wird. Wenn„Dienst- Herren" schon ihr Kindermädchen im Ehebett beherbergen, dann sollten si« für sich selbst«ine andere Stätte als Nachtlage? aussuchen. Theater?— Geschenkt! „Sonntag, 25. November, vormittag» 11% Uhr: Letzte Sondervorstellung bei freiem Eintritt zum dritten und letzten Mole- „Oktobertag". Schauspiel von Georg Kaiser." So lautet«in« ernst- haste Ankündigung des Stralsunder Stodttheater». Ein bitterer Bei- trag zur Not der kleineren Prooinzbühnen. Nur durch die Mit- arbeit starker Volksbühnenorganisation ist«ine Abhilfe möglich. Die Bäume und der Blitz. Wie durch«ine Reihe von Experimenten und Studien sowohl in Europa wie in den Vereinigten Staaten festgestellt ward«» ist, übt unter all«n Bäumen die Eich« di« größte Anziehungskraft auf den Blitz aus. Ihr am nächsten kommen Ficht«, Esche und Pappel- Auch di« Beschaffenheit der Rinde spickt eine Roll« in der Blitz- empfänglichkett: Bäum« mit rauher Rind« sollen eher dem Blitz au»- g«f«dt sein, al» solche mit glotter Rinde. Verständlich ist. daß Bäume mtt weitausgebreiteten A e st« n. die bis tief zu dem feuchten Boden herabhängen, besonders gute Leit«? der Elek- trlzität sind. Zur Gesundheit. Die in den nächsten Tagen erscheinend« Ausgab« de» �kästen» arzt" bringt dieses Gedicht: Sei dankbar. Mensch, und beug dein Kol« vor der Sesundhritsiudvstri«. Die sich um deinen Leib bemüht Und dir zuliebe wächst und blüht. Fabriken springen, klein und groß. Alltäglich an» der Erde Schoß. E» werden unbeschränkt gebor« Fabelt« samt d« Direktor«. Sie alle glühn für dich«ad grübeln Di« sie von schmerzensreich« llebeln. von Krankheit dich und Tod erretten.— Und stampfen egalweg Tabletten, Sie gönnen sich nicht Rast noch Ruh And stampsen immer— immerzu Tablette«, gleich dem Sand am Star rieslge« Tabletteaheer. Die sind dir Helfer i« Gefahr Und in der Dtrkung wunderbar: Ob eine dir von dieser Art. Vau jener dir verordnet«mr. Gleichviel,- steckst du sie l» d« M-nd. wird finge gl«««UM« f«(«ftfc' bas abe gex 455 the ?" en, 11. 19 Arbeiter Sport Wasserball im Lunapark. Die Arbeiterwasserballspieler hielten gestern im Bellenbad| Der Spartenvorsitzende Schulz begann die Tagung mit einer unapart ihre zweite Beranstaltung ab. Bier Wasserball Ehrung der 15 Jubilare, die feit 25 Jahren in der Organisation erienspiele ftanden auf dem Programm, die in äußerst flotter rührig mitarbeiten. Kreisvorsitzender Reichert überbrachte den Bolge abgewickelt wurden. Das Hauptintereffe fonzentrierte sich Jubilaren den Dank der Gesamtorganisation für die aufopfembe auf den Kampf zwischen dem Bundesmeister Weißensee Tätigkeit im Dienfte der Arbeitersportbewegung. Bon den Jubilaren und den Freien Schwimmern Groß- Berlin, Gruppe dankte Müller für die herzliche Ehrung. Im Auftrage des BeReutölln. Der Bundesmeister siegte ganz überlegen mit 5: 0 airtsamtes Neukölln überbrachte Stadtrat Schneider die Wünsche Bum ersten Spiel nahm Luckenwalde gegen Rathenow( B- Klasse) für einen guten Erfolg der Tagung. Hufstellung. Beiden Mannschaften merti man fehlendes Training en, das Spiel ist reichlich zerfahren. Die Rathenomer Mannschaft beigt fich bald als die bessere, und Schuß auf Schuß hagelt auf as Ludenwalder Goal. Rathenom fann bereits drei Torerfolge buchen, während die Luckenwalder das gegnerische Tor noch nicht einmal in Gefahr gebracht haben. Selten hat ein Torsteher so menig zu tun bekommen. Kurz vor dem Abpfiff zum Wechsel fällt für Rathenom ein viertes Tor. Die zweite Hälfte verläuft etmas intereffanter, por allen Dingen liegt mehr Tempo im Spiel. Rathenow it aber weiter überlegen und schießt noch dreimal erfolgreich. Den Gegnern, die einige Chancen ungenügt laffen, bleibt selbst das Ehrentor versagt. Rathenom triumphiert mit 7: 0. Spartenleiter Schulz gab dann den organisatorischen Bericht Er entwarf ein Bild vom Stand der Organisation, nach dem die Reinigung durchgeführt ist. Jetzt ist die persönliche Stänferei aus den Vereinen verschwunden, die Mitglieder leisten ihre Vereinsarbeit wieber freudig und zielbewußt. Die Veranstaltungen der bundestreuen Bereine, die in den letzten Wochen durchgeführt murden, haben gezeigt, daß die Mehrheit der Arbeitersportler hinter den bundestreuen Bereinen steht. Schwimmwart Klein berichtete über die technischen Arbeiten in den Vereinen. Er besprach die Fragen der Neuorganisation der Kampfrichter. Die Opposition hat die Arbeiten gehemmt. Die Schwimmvereine werden am 17. März ein Kreissmimmf eft durchführen und damit zeigen, daß sie ET.G.B. Werbefest 21. Nov. Buẞtag Die Freien Schwimmer Groß- Berlin- Siemensftabt traten gegen Hellas II( B- Klaffe B- Gruppe) an. Das Spiel nimmt einen flotten Anfang. Siemensstadt drückt auf das Hellenentor, ein Freie Turnerschaft Groß- Berlin charfer Schuß geht inapp daneben. Siemensstadt tommt zum Freiwurf und der Ball jagt unhaltbar ins Tor der Hellenen. Hellas brängt zum Ausgleich, aber an der guten Berteidigung und dem ie Torsteher der Gegner scheitern alle Angriffe. Siemensstadt spielt mit viel Bech. Kurz hintereinander wird. der Ball mehrmals gegen bie Torlatte geschossen. Bis zum Wechsel erhöht Siemensstadt seinen Borsprung auf zwei Tore. Die zweite Spielhälfte steht die Hellenen beffer in Form, man merkt endlich, worauf es anfommt, und daß bei der Spielstärke des Gegners nur durch gute Kombination etwas Bu machen ist". Siemensstadt kommt noch einmal erfolgreich zum Schuß, Hellas überwindet den Siemenstorsteher dagegen zweimal. Dit 3: 2 Loren zog sich Siemensstadt so aus der Affäre. Im Anschluß führte die Frauenkreismannschaft unter der Regie ihrer Beiterin Boiter einen famosen und recht vielseitigen Reigen le Dor. Starfer Beifall quittierte für die guten Leistungen. Jest stieg der Hauptfampf des Abends zwischen dem Bundesmeister Beißensee und den Freien Schwimmern GroßBerlin, Gruppe Neukölln( A.Klasse). Bar vielleicht auch mit einem Siege der Weißenseer zu rechnen, so kam die 5: 0.Niederlage für Neukölln doch etwas unerwartet. Auf beiden Seiten mird bart gespielt, der Ball jagt hin und her, bie Zorwächter müssen sehr aufpassen. Weißensee fombiniert gut, tommi vor das Lor der Gegher und jendet unhaltbar ein. Bald darauf fällt für Weißensee im singang das zweite Tor und eine halbe Minute vor Schluß der ersten Runde das dritte Tor. Im zweiten Teil tommt Neukölln mehrmals gut durch, der Torsteher der Weißenseer weiß aber seinen Rasten zu schützen. Weißensee schießt das pierte Tor. Bor dem Beißenseer Tor entsteht bald darauf eine mehr als brenzliche Situation. Vier Neuköllner belagern förmlich das völlig offene Tor; zweimal prallt der Ball gegen die Latte, den dritten Schuß hält der Goalwächter Weißensees durch Herausgehen aus dem Tor. Die Neuköllner haben eben Bech! Schließlich erhöhen die Weißenjeer ihren Torerfolg auf 5. Im letzten Spiel standen sich die Freien Schwimmer GroßBerlin- Lichtenberg und Hellas gegenüber. Mit 2: 1 ging Lichtenberg in die Bause. Ein Freistoß brachte Hellas nach dem Wechsel den Ausgleich. Resultat 2: 2. Den Beschluß bildete wieder ein Bushballspiel der Frauen zwischen Schwarz und Rot, das unentschieden endete. Spartentag der Schwimmer. Verhandlungen im Kameradschaftsgeist. Die im 1. Kreis des Arbeiter- Turn- und Sportbundes zusammengefchloffenen Schwimmbereine hielten am Sonntag im Sigungsfaal des Neuköllner Rathauses ihren Spartentag ab. Die Radrennen. Buschenhagen-Frankenstein siegen in den 15 Meilen". Der dritte Renntag im Sportpalast stand nicht so im Zeichen des Massenbefuchs wie der erste und zweite. Die gebotenen Rämpfe hätten ein volleres Haus verdient. Ein Rundenrekordfahren leitete den Abend ein. Die beste Zeit fuhr der zuletzt startende Mag Hahn mit 10/10 Sekunden, während der zuerst startende Belgier Bauters mit 11/10 Sefunden ber schlechteste Mann blieb. Nach Hahn waren Frankenstein und Louet mit je 10% 10 und Beinert mit 10%/ 10 Sekunden die nächsten. Hauptnummer des Programms bildete ein„ 15. Meilen. Mannschaftsrennen. Zwölf Baare waren zusammengestellt. Bon Beginn an sette das Feld flott um die Bahn. In Rielens be tam das Publikum einen äußerst starten Wühler zu sehen. Nur die zeitweilige Schwäche seines Bariners Berschelden hinderte diesen fleinen und behenden Fahrer daran, ein noch wichtigeres Wort mitBufprechen. Rielens eröffnete jedenfalls den Reigen der Vorstöße, boch ließ das Feld den Ausreißer nicht weit fort. Auch die nächsten Fahrer hatten tein Glüd. Nach der ersten Wertung verschwand Henne, der mit Jensen juhr, von der Bahn. Er war für diesen Wettbewerb nicht geeignet! Goebel versuchte dann den nächsten Borstoß, der ebenfalls verpuffte. Rur Feder- Miethe und Kontorowicz- Redzierski verloren ihre erste Runde. Ernster wurde es, als Rielens losging. Berschelben paßte beffer auf und so tonnten die beiden nicht zuletzt dank der Uneinigkeit des Felbes in ber lebernahme der Führung eine Runde geminnen und somit die Spize allein befeßen. Wohl versuchten einige Mannschaften den Verluft gutzumachen, doch umsonst der Müh'! Die erste Stunde ist mit 41,470 Kilometer burchfahren. Nach ruhigen Runden versuchte Dabe und später Miethe mit Seifert fort Butommen. Rielens jagte start hinterher, stieß zur Spige vor und tafte weiter. Seifert vermochte als einziger dieses Tempo au halten. Doch nun schoben sich Buschenhagen. Frantenstein nach norn. Ein zäher Kampf, dann hatten sie sich zu Rielens- Berschelden geschlagen. Die beiden begnügten sich damit aber noch nicht, sondern fie fegten die Bagb fort, mit dem Erfolge, baß es ihnen schließlich Städt. Turnhalle Prinzenstr. 70a( Nähe Moritzplatz) Hallenöffnun] 14.30. Beginn Punkt 15 Uhr. Unkostenbeitrag 50 Pfg. Musikturnen- Neuzeitliche Gymnastik der Jungmädchen, Frauen, Jugendlichen u. Männer. trog aller Anfeindungen der Kommunisten mustergültige Organi fationen haben, die gute Leistungen in ihrem Sport zeigen. Von beiben Referenten wurde angekündigt, daß eine Reihe organisatori scher Beränderungen in den Sportorganisationen vorgenommen werden müssen. So soll nicht mehr in jedem Monat eine Spartenmitgliederversammlung stattfinden. Der Kassierer Preus gab den Raffenbericht, der ergab, daß die Organisation gut fundiert ist. Die Spartenzeitschrift, der ,, Freie Schwimmer", wird vereinigt mit dem Starken Beifall löste der Bericht der Mandatskommission aus, in neuen Bundesorgan Arbeiter Sport.Wochenschau". dem festgestellt wurde, daß von 50 Delegierten 42 in der Sozialdemofratie politisch, 44 gewertschaftlich organisiert und 47 aus der Kirche ausgetreten sind. Diese 3iffer beweist, daß die Arbeitersportbewegung jetzt in enger Verbindung mit der großen Arbeiterpartei ihre Aufgaben erfüllt. leber die Aufgaben des Arbeiter- Sport- und-Turnbundes referierte der Bundeswassersport wart Biegel- Leipzig. Er gab zunächst ein Bild von der Entwicklung der Arbeitersportorganifation. Die Arbeiterschwimmvereine haben noch ein weites Arbeitsfeld, nur 3 bis 4 Proz. der Bevölkerung ist des Schwimmens fundig. Der Schulunterricht will Abhilfe schaffen, wir müssen aber darauf achten, daß die Lehrer nicht die Jugend in die bürgerlichen Sportvereine schicken. Im Jahre 1929 wird der Bund in Nürnberg ein großes Bundesschwimmfest durchführen. Wichtig für die Arbeit im Arbeitersportverein ist, daß die Sportgenossen vertraut gemacht werden mit den Zielen der allgemeinen Arbeitsbewegung, mit dem Sozialismus. Nach einer äußerst regen Diskussion, in der famerad schaftlich alle Fragen durchgesprochen wurden, gelangte der Statutenentwurf mit fleinen Aenderungen zur Annahme. Einstimmig wurde eine Resolution angenommen, die den Ruhrarbeitern in ihrem Kampf tiefe Sympathie und Soli. darität der Arbeitersportler versichert. Ebenso einstimmig wurden wiedergewählt zum Spartenvorsitzenden Schulz und zum Kaffierer Preuß. glückte, sich allein mit Rundenvorsprung an die Spize zu sehen. Und dabei sollte es bleiben! Erwähnt sei jedoch, daß die tüchtige Mannschaft Beinert Wette das Rennen wegen Materialmangel auf geben mußten. Sie hatten 14 Reifendefekte. Resultat: 15- Meilen- Mannschaftsfahren( 1125 Kilometer): 1. Buschenhagen Frantenstein 2: 39: 45,2. 59 Buntte. Eine Runde zurück: 2. Rielens- Berschelden 46 P.; 3. Bragard- Goebel 32 P.; 4. Wauters- Bermandel 22 P. Zwei Runden zurück: 5. CharlierDuran 48 P.; 6. Louet- Lorenz 47 P.; 7. Nebe- Seiferth 38 Punkte. Arbeiter- Hockey- Resultate. 3m Spiel der Freien Turnerschaft Groß- Berlin, Bezirk Nordring I, gegen den Athletik- Sport- Club tonnie Nerbring das Ergeb nis 2: 1 für fich gestalten, doch litt das Spiel sehr unter dem dauernden Regen und den äußerst schlechten Bodenverhältnissen, so daß ein einwandfreies Spiel nicht zustande kam. Groß- Berlin Ostring I besiegte den Sportverein Moabit 1: 0. Auf einigermaßen gutem Boden fam troß des starten Regens ein leibliches Spiel zustande. Ostring I war technisch besser, was aber Moabit durch große Schnelligkeit auszugleichen trachtete. Erst am Schluß fonnte Oftring seine geringe Ueberlegenheit auch zahlenmäßig durch ein Tor ausdrücken. Groß- Berlin Tennis- Rot I tonnte einen weiteren Erfolg buchen. 4: 3 murde Groß- Berlin Nordring II geschlagen nach Hause geschickt. Bieber war es ber sehr gut zusammen arbeitende Sturm von Tennis- Rot, ber den Ausschlag und Sieg brachte. Bäuferreihe und Verteidigung spielten noch reichlich un erfahren. Norbring II fonnte gar nicht gefallen, der Mannschaft fehlte Zusammenhang. Was auch durch allzu laute Rufe nicht erreicht werden tann. Sportverein Moabit II unterlag gegen den Athletik- SportClub II 0: 3, und Groß- Berlin Tennis Rot II verlor 0: 4 gegen Groß- Berlin Norbrings Jugend, die sehr gut gefallen fonnte. Am Bustag spielen der Ethletit- Sport- Club I gegen Groß Berlin Oftring I um 14,30 Uhr, und die II. Mannschaft bes SportClub gegen Groß- Berlin Norbring II um 13 Uhr in der Normann straße. Sport- Club- Jugend und Groß- Berlin Nordring- Jugend spielen im Lichtenberger Station, ARBEITER FUSSBALL Bußtag: Rückspiel Luckenwalde- Berlin. Das Rückspiel der Städtemannschaften Ludenwalde und Berlin findet am Bußtag in Luckenwalde statt. Das erste Spiel in Berlin stand unter einem ungünstigen Stern: Regen und Matsch! Daß die einzelner Spieler unter folchen Umständen nicht zur vollen Entfaltung ihres Könnens famen, ist erklärlich. Aber noch etwas anderes trat bei diesem Spiel zutage: die Hetze der ausgeschlossenen MSB. gegen die junge bundestreue Organisation. des plages zu hindern. Es blieb allerdings bei dem Bersuch. Burde doch sogar der Versuch gemacht, die Zuschauer am Besuch fürchten. Steht doch der gesamte Ludenwalder Bezirk geschlossen Eine solche Boykottierung ist in Luckenwalde allerdings nicht zu hinter dem Bund. Beranstaltung sind gegeben. hinter dem Bund. Alle Voraussetzungen für ein Gelingen dieser Die Techniker der beiden Bezirke haben dazu ihr übriges getan. Die Luckenwalder Mannschaft ist wesentlich verstärkt worden. Die Hintermannschaft ist aus einem Berein, Ludenwalbe II, ge nommen. Die Luckenwalder haben bei ihrem Spiel gegen Lichtenberg I ihre große Form unter Beweis gestellt. Auch in der Läuferreihe und im Sturm stehen Spieler zur Verfügung, bie in ihrem Berein beträchtliches Rönnen zeigten. Berlins Mannschaft spielt in der gleichen Aufstellung wie in Berlin. Nur der Mittelstürmer ift ausgetauscht. Die Aufstellung ist folgende: 2udenwalbe: Krüger ( Bud. 1) Fischer Berlin: Schloßhauer Rithmeger ( Lud. III) Schöhnfee ( Ludenm. II) ( beide Suderm, II) Siehe Sohl ( 2ud. 1) Sennig ( 2ud. h G. Jähnile Spielhagen Sate Beder ( Sertha) ( Bud. III) ( Bud III ( Rud. II) Beibauer Burba Fechenbach eipland ( alle Lichtenberg 1) Engler ( Lichtbg. D Muffam ( Lichtbg. 1) Baruth ( Brandenbg.) Shimlat ( Brandenburg) ( Stenlölln)( Brandenburg) Tomas ( Moabit) Seinrich ( Brandenburg) Als Ersatz für Berlin fahren: Aue( Lichtenberg. I) und Schipanowsti( Karom) mit. Treffpunkt der Berliner: Bußtag, 12 Uhr, am Anhalter Bahnhof. Der Berliner Rugby- Berband hatte auf dem Breußensport plaß ein Propagandaspiel zwischen einer fombinierten norddeutschen Mannschaft und einer Mannschaft, die sich aus 12 Berlinern und 3 Leipzigern zusammenfeßte, veranstaltet. Die Norddeutschen, eine hannoversche Mannschaft, tonnten trotz der bis nach der Halb seit anhaltenden Führung Berlins mit 7: 6 Bunften den Sieg mit nach Haufe nehmen. Dem Rampf voraus ging ein Freundschafts spiel zwischen Tennis- Borussia und Sportklub Charlottenburg, das Borussia mit 6: 0 gewann. Der Fußballklub Hertha" hatte sich gestern zu einem Freundschaftsspiel den Deutschen Fußballklub Brag zu Gaste geladen. Obmohl während des ganzen Spieles ein ausgewachsener Landregen herniederging, hatten sich doch noch 15 000 Buschauer eingefunden, die mit Intereffe den Sieg des Berliner Meisterflubs mit 5: 2 ( 2: 2) entgegennahmen. Wieder ein deutscher Sechstagefieg in Amerifa! Der Dortnunder Rennfahrer Franz Dülberg hat das Kunststück fertiggebracht, in menigen Wochen zwei amerikanische Sechstagerennen gegen schwerfte internationale Ronkurrenz zu gewinnen, Mit feinem amerikanischen Bartner Jimmy Walthour, mit dem er bes reits in Detroit fiegreich war, gewann er auch das offizielle Sechs tagerennen in Chikago. Weltmeister Kocsis bort in Berlin. Aus Anlaß seines 15jährigen Bestehens hat sich der Boring- Club Berlin 1913 mit dem Weißenseer Fußball- Club verbunden. Sie werden am 22. November im Saalbau Friedrichshain eine große internationale Veranstaltung zur Durchführung bringen. Den Bemühungen ist es gelungen, den verpflichten. Neben Roccfis wird auch der hervorragende Budapester Weltmeister im Fliegengewicht, Kocsis- Ungarn, zu einem Start_zu Mittelgewichtsmeister Sparring starten. Hindenburg- Pokal in Mariendorf. Preis von Reidenburg: 1. Silberpappel( Seckert), 2. Arbija,.3. Nushaga Bon, Toto: 177: 10. Blag: 33, 19, 41:10. Ferner Tiefen: Fatir, Guy de Bal, Rosemarie, Seini Duffy, Bierde, Lug, Satan, Kroschel, Charlie M. Breis non hannover: 1. Raphia( Sauß jt.), 2. Elvira, 3. Quirin. Toto: 28:10. Blag: 16, 18, 24:10. Ferner Tiefen: Mimose, Oberamtmann, Faltenstein, Don Jose. Preis von Kolberg: 1. Sachmustel( Sauß fr.), 2. Maroline, 3. Hellebarde. Toto: 31:10. Blag: 28, 44, 164: 10. Ferner liefen: Rebeltappe, Adresse, Quint. effenz, Meisterstüid, Turandot, Schwarzwaldmädel, Erster Seehofer, Medardus, Frewisch, Baron Gabler, Haga Burton, Siegesadler( o. W.), Kakadu I, Hella Zimoto, Crispa, Nation, Leffing, Halma. Hindenburg- Botal: 1. Karl- Heinz( Ch. Mills), 2. Anita Borthn, 3. Arnim, Toto: 19:10. Blag: 15, 26, 32:10. Ferner liefen: Leyte Liebe, Justinian, Manrico, Natalis, Ehrenberg, Willy A. Breis von Glogau: 1. Solstein( Bes.), 2. Importeur, 3. Heimdhen. Toto: 61:10. Blak: 37, 34, 24:10. Ferner liefen: Gerolsteiner, Drave, Anker I, Linsca Harvefter, Artifer, Gatan, Kartenspieler, Frant, Heider, Abeline, Rinofönigin, Freibeuter Morgensonne, Mia Halle, Kasimir( o, W.), Kohlentönig, Erbpring jr., farmelle. Breis von Tannenberg: 1. Florian( Serm. Schleusener), 2. Heroftratos, 3. Arnulf. Toto: 81:10. Blag: 18, 18, 30:10. Ferner Tiefen: Locung, Johannis täfer, True For, Karneval, Colonel Bosworth. Preis von Renbed: 1. Kapellmeister( Ringius), 2, Rubin, 3. Altgolb. Toto: 41:10. Tlak: 18, 20, 19:10. Ferner liefen: Friebrich Reg, Sphing I, Gawein, Rudi, Berattion, Barmaid, Dentmilnze. Masuren- Rennen: 1. Dele Marion( E. Mis), 2. Gir Caid, 3. Harfen. mädchen. Toto: 105: 10. Blag: 45, 36, 34:10, Ferner liefen: Mentor I( 2. o. W.), Trottel, Diana Magowan, Annie Goudster, Per aspera, Cosimo, Hellina, Rofenfrau, Malteser. Preis von Plek: 1. Hauptmann( Ch. Mills), 2. Rlud, 3. Dichtung. Toto: 55:10, Blag: 30, 49, 47:10. Ferner liefen: Bainsca, Dunajec, Wildtage, Terraria, Beffie, Interffent, Rülraffier, D'Captain Leerberg, Heidepring I, Dies irae, Dolerit, Arnfried, Ingrid Halle. Bundesreue Vereine teilen mit: Rubernerein Borwärts" E. B. Dienstag, 27. November, 19% Uhr, Bor. standsfißung bei Jahnke- Treptow, Riefholaftraße, Sonntag, 2. Dezember, 14½ Uhr, Mitgliederversammlung. Arbeiter Rab- und Kraftfahrer- Bunb Solidarität", Berlin, 10. Abteilung. Bundestreue Mitglieder senden umgehend ihre Adresse an Untenstehenden oder melben fich persönlich dort unter Borlegung des Mitgliedsbuches, täglich pon 18-19 Uhr, außer Sonnabends und Sonntags, fpätestens bis zum 22. Movember. Intereffenten die gewillt find Mitglied der Abteilung au werben, erhalten stets Austunft von 18-19 Uhr bei Karl Barnow, Berlin D. 34, Ropernitusstr. 22, 1. Quergeb. 2 Trp. Freie Faltbootfahrer Berlin. Mittmoch( Buğtag), 21. November, alle Gelbit. bouer, Baradenschule am Leopoldplay, 20 Uhr. Alle weiblichen Mitglieder beteiligen fi am reisfrauentreffen in Strausberg( efenbahler Mühle) fahrt 8,55 hr Schlesischer Bahnhof. Donnerstag, 22 November, Bereins aufammenkunft um 20 Uhr, Schule Beinmeisterfte. 16-17. Gäfte willkommen. Jeben Montag um 20 Uhr Babeabend im Stadtbab Friebrichshain, An der Sailingsbride, Mitgliedsbud mitbringen. Freie Schwimmer Groß- Berlin e. V. Seute, Montag, 19. November, 19 Uhr, Uebungsabend her Rinderabteilung Stabibab Ganghoferstraße. Arbeiter- Schükenbund Deutschlands e. V., Ortsgruppe Berlin. Generalver fammlung heute Montaa 20 Uhr im bekannten Lokal. FTGB., Abteilung Oftring. Treffpunkt zum Waldlauf in Köpenid. Bußtag. morgens 8 Uhr Bahnhof Stralau Rummelsburg, Eingang Sonntagstraße Freis Schwimmer Berlin, 12. Begirl. Unter biefem Ramen haben sich die bundestreuen Schwimmer und Turner des Freien Sportvereins Berlin II su fammengefunden. Der Berein hält feine Uebungsstunden jeben Montag von 30 bis 2 Uhr im Stadthab Stegtig, Bergfte. 90, jeben Donnerstag is ber mimmhalle ber Staafitden Sibungsanfalt i etter he pit ben jeber 22 ab. Turnen Ergänzungsfport finden die Turnstunden Freitag von 19 bis 22 Uhr in der Zurnhalle ber 10. Gemeindefchule in Lighter, feihe.Sib, Berliner Str. es, att belle des Borgenbens for them, Berlin Friebenau, Obenmalbftr. Anschrift Technilers: Alfred Hoffmann, Berlin Bihterfelbe, Ringits. 49. i S Der uneheliche Vater. Wie er sich vor der Alimentenzahlung schützt. Ein junger Mann ist als Vater eines unehelichen Kindes zur Zahlung von Alimenten verurteilt. Solange er in Berlin Arbeit hatte, konnte sich die Mutter des Kindes an den pfändbaren Teil feines Lohnes halten. Das war nicht viel. Nur fünf Martim Monat. Aber selbst diesen geringen Betrag zahlte der Mann nur mit Widerstreben. Später lernte ein Mädchen fennen, dessen Mutter in Pommern ein fleines Landgut er von 13 Morgen Acker. 4 Morgen Wiese, 6 Morgen Weideund Dedland besitzt. Dies Mädchen heiratete der Mann, zog auf das Gut seiner Schwiegermutter und bewirtschaftete es. Die Mutter des unehelichen Kindes erwartete, der Mann, der sich jetzt in einer zwar bescheidenen, aber doch sicheren wirtschaftlichen Lage befand, werde seiner Zahlungspflicht nachkommen. Aber in dieser Erwartung jah sich das Mädchen getäuscht. Der Mann hatte unter Mitwirkung seiner Angehörigen einen Weg gefunden, auf dem er sich vor jeder Alimentenzahlung drücken konnte. Das wurde so gemacht: Der Vater des Alimentenschuldners, ein in Berlin lebender Kleinrentner, faufte das kleine Landgut der Schwiegermutter seines Sohnes. Jedenfalls für einen geringen Betrag, denn das Gütchen ist stark verschuldet. Rechtlich ist nun der Bater Eigentümer des Landgutes in Pommern und der Sohn gilt als Arbeiter seines Vaters. Das Jugendamt nahm sich der Sache des unehelichen Kindes an. Durch Klage beim Arbeitsgericht forderte es von dem Bater des jungen Baters, als dessen Arbeitgeber des Alimentenschuldners, daß er den Betrag von fünf Mart monatlich vom Lohn abziehe und zugunsten des unehelichen Kindes abführe. Aber der beklagte Bater versicherte, daß sein Sohn teinen meiteren Lohn erhalte als den fümmerlichen Lebensunterhalt, den das kleine Landgut einbringe. Das Einkommen des Sohnes bleibe also unter der pfändbaren Lohngrenze, für das uneheliche Rind bleibe nichts übrig, um so weniger, als der Sohn an seine Schwiegermutter ein ausbedimgenes Altenteil von 20 M. monatlich zu zahlen habe. Uebrigens fagte der Vater jei er 3 war Eigentümer des Landgutes, aber nicht Arbeitgeber seines Sohnes. Das Gut werde von der Frau des Sohnes bewirtschaftet. Diese könnte nur als Arbeitgeberin in Anspruch genommen werden. Aber zahlen könne der Sohn nicht. Dabei blieb der alte Herr. Offenbar liegt hier eine Schiebung vor, die feinen anderen Zweck hat, als einen Mann vor der Alimentenzahlung zu schützen. Diese Ansicht sprach auch der Vertreter des Jugendamtes aus. Aber das Gericht schenkte den Angaben des Beklagten Lackleder 1250 schwarz, Doppelsohle 1650 schwarz Glauben und nahm nicht an, daß es fich bei der Eigentumsübertragung des Gutes um einen Scheinvertrag zum Schaden des unehelichen Kindes handele. Auch die Angaben des Beklagten über die dürftigen Eigentumswürdig, so daß der Richter meinte, die Klage würde keine Aussicht verhältnisse des Alimentenschuldners schienen dem Gericht glaubauf Erfolg haben. Der Vertreter des Jugendamis mill bei seiner Behörde anfragen, ob sie durch einen Sachverständigen den Ertrag des Gutes feststellen lassen und weiterflagen oder die Klage als juristisch aussichtslos zurückziehen will. Der Hund im Schatten. Etma 150 Hunde hielten am Sonntag in der Schloßbrauerei Schöneberg für sich und ihresgleichen, die ohne Stammbaum durchs Leben gehen, so eine Art Protestversammlung ab. Die Hunde, denen eine beglaubigte Ahnentafel fehlt, find nämlich auf teiner der hochoffiziellen Hundeausstellungen zugelassen und so veranstaltete man diese Schau, auf der die Promenadenmischlinge unter sich waren. Es wurden wahre Prachterem plare gezeigt und das Auge des Hundeliebhabers brauchte sich ganz bestimmt nicht beleidigt abwenden. Im Gegenteil, die freie Hundeliebe hat sehr oft etwas für sich. Sie sorgt nämlich meistens für intelligente Nachkommen, während bei den hochgezüchteten Hunden der Mensch als bewußter Züchter gar zu leicht nur auf Rassenmerkmale sieht, wobei zuweilen die Hunde langsam verdummen. Unter anderem war auch ein Hund ausgestellt, der Verfuchstier zu Vivisektionszwecken gewesen war. Und wenn man die bei seinem Stand angebrachten schredenerregenden Bilder von der Vivisektion sah, dann freute man sich aufrichtig, daß dieses Tier hilfsbereite Menschen gefunden hatte, die es vor fast unausdentlichen Qualen bewahrten. Den Alten zur Ehr! FUNK RUNDAM ABEND Montag, 19. November. Berlin. 2. Fra 16.00 Ludwig Spitzer: Berliner Originale. 16.30 Kammermusik. 1. Pranz Schubert: Notturno Es- Dur op. 148. Schubert: Trio Es- Dur, Allegro op. 100: Andante con moto Allegro moderato, Scherzando Allegro moderato( Trio- Vereinigun Prof. Dr. Georg Schumann, Flügel; Prof. Willy HeB, Violine; Pro Georg Wille, Cello). 1 17.30 Novellen. Hansjürgen Wille: a) Ein Selbstmörder; b) Eine Mutter c) Zwei Frauen.( Gelesen vom Autor.) 18.30 Hans- Bredow- Schule, Studienrat Friebel und Lektor Mann: Englisch 19.00 Dr. Klaus' Berger: Der Künstler im Alltag. I.: Kunst und Gesellschaft 19.25 Hans- Bredow- Schule, Philosophie. Prof. Dr. Max Dessoir: Einführun Anfänger. 1 in die moderne Psychologie. IV.: Das Experiment in der Psychologic 20.00 Franz Schubert( gest. 19. November 1828). Prof. Dr. Max Priedländer ..Franz Schubert**. Anschließend: Stabat mater von F. G. Klopstock. Für Soli, Chor und Or chester( Dirigent: Prof. Hugo Rüdel. Personen: Sopran: Ingrid Brebeck Tenor: Willy Schmidt; Baß: Wolfgang Rosenthal. Chor und Orcheste der Funk- Stunde Berlin). Anschließend: Lieder. 1. v. Schober: An die Musik.- 2. Goethe: Heide röslein. 3. Müller: Der Lindenbaum. 4. Hölty: Seligkeit. 5. Skott: Ave Maria. 6. Reil: Das Lied im Grünen. 7. Schubert Die Forelle. 8. Seidl: Bei dir( Lotte Leonard, Sopran. Am Flügel Bruno Seidler- Winkler). Anschließend: Sinfonie Nr. 4. c- moll: Adagio molto: Allegro vivace dar Menuetto( Allegro vivace) Allegro( Berliner Funk- Orcheste Dirigent: Bruno Seidler- Winkler). Anschließend bis 00.30 Tanzmusik( Kapelle Gerhard Hoffmann). Königswusterbausen. A 16.00 Prof. Dr. Kandel( Columbia Universität, New York): The meening of american education. 16.30 Uebertragung des Nachmittagskonzerts Berlin. 17.30 Claude Grander: Französischer Zeitgeist in Bildern( IV): Frau Rechis anwalt Bolbec empfängt ihren Mann."( Die Welt der emanzipierte Frau.) 18.00 Dr. Paul Fechter: Schweizer Dichter: Gottfried Keller. 18.30 Stud.- Rat Friebel. Lektor Mann: Englisch für Anfänger. 18.55 Oberforstmeister a. D. Pause: Die mitteldeutsche Fichtenhochwald wirtschaft. Eine erhebende Feier war es, die die 117. Abteilung Lichtenberg ihren 32 Jubilaren, den Veteranen, die der Partei 25 bis 50 Jahre angehörten, in den freundlichen Räumen des Städtischen Flußbades gab. Nachdem der Vortrag unseres Kampf, liedes Lord Foleson" verflungen mar, ergriff Genosse Artur Richter das Wort zu einer Ansprache. Er erinnerte an die Zeit, in der ein besonderer Mut dazu gehörte, für die Ideale des Sozia- 19.20 Min.- Rat Horstmann: Werkmeisterlehrgang für Facharbeiter: Mechanik lismus einzutreten und der ganze Mann gebraucht wurde. Er gedachte der Frauen, die den Männern während des Kampfes treu zur Seite gestanden, und forderte die Jugend, die zahlreich vertreten war, Rezitation bestanden, waren der Feier angepaßt und wurden mit auf, den Alten nachzueifern. Die Darbietungen, die in Prolog, Begeisterung aufgenommen. Die musikalischen Darbietungen hatten unsere Jugendgenossen der SAJ. und vom Reichsbanner übernommen. weise Billigkeit unserer 1250 Lackleder 990 bearod 1290 225 Doppelsohle 14.50 390 890 295 Achtung beim Möbeleinkauf Wenn Sie Wert auf wirklich gute Tischlerarbeit legen, besichtigen Sie vorher meine große Ausstellung kompletter Zimmer, Einzelmöbel und Küchen. 24 Monate Kredit, trotzdem billigste Kassenpreise. 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