Nr. 301. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nuntmer 5. Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage„ Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Poit Zeitungs- Preisliste für 18:& inter Nr. 7277. Vorwärts 12. Jahrg. Snfertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder beren Raum 40 Pf., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 fg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 1hr nachmittags in ber Expedition. abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 the abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: 3mt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: ezialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Weihnacht. Mittwody, den 25. Dezember 1895. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. er aus der verklärtes ein so gewiß haffen, verfolgen und einkerkern würde, wie selbst lebt verborgen unter der fremdartigen, gealterten Hülle die Juden den alten gekreuzigt haben, deren Gerichtssäle noch ein anderes, das nicht gestorben ist und heute noch Wieder ist das christliche Erinnerungsfest der Weih- noch widerhallen vom Geräusch des Essener Meineidsprozesses, die Herzen erzittern macht: die gewaltige Sehnnacht herangezogen, wieder haben, wo es die Noth des Lebens des Sanke- und des Brauweiler Arbeitshausprozesses, wird sucht nach einem Höhern, Reinern, Unbekannten," dem erlaubt, freundliche Elternhände den lieben Kleinen die mit dem Feiertagskleide jetzt wiederum die christliche in die Schmach und Noth der Menschheit, Kerzen an dem Tannenbaum entzündet, mit dichter feier- Gesinnung anziehen, wird als christliche Gemeinde" die Unterdrückung und Gewaltthat, der ewige Kampf gehässig= täglich geputzter Menge erfüllen sich die Kirchen, Orgelton Kirchen füllen und von den staatlich approbirten Ver- niedriger Leidenschaften ausgetilgt ist. Jesus, der Freund und Gesang erbrauft und von der Kanzel richtet der talar- fündigern des Evangeliums sich christlich rühren und er der Armen, ehrt den Menschen in jedem Gewande, und umhüllte Prediger fremdartige Worte an die lauschende Menge. bauen lassen. Menschenliebe ist der Kern seiner Lehre. Dann, wenn am Feiertage die Kirchenthüren sich geöffnet Friede auf Erden und den Menschen ein Wohl- Hoch in den Lüften suchte die Sehnsucht damals ihr haben und der Schwarm hinausströmt, furze gefallen! Wer kann heute in dem verheißungsvollen Weih- Ziel. Sie wollte die Menschen erheben, aber durch die Zeit der Ruhe und des bunten Vergnügungs- nachtsworte, das so fremdartig über die Köpfe dieser Ge- Vernichtung der menschlichen Natur selbst; Treibens, bis das Einerlei der harten lastenden Arbeit, der sellschaft hinwegklingt, noch einen Ausdruck eigener Ueber- Asche des wirklichen Menschen sollte ein Lärm der Fabriken und Werkstätten von neuem anhebt.zeugung wiederfinden, als eben die Feinde, die vaterlands- Wesen, das allen Drang des Jrdischen abgestreift, sich er. Jahr für Jahr immer dasselbe Bild: der dunkle Strom losen und glaubenslosen" Feinde dieser Gesellschaft? Sie stehen heben. Die Sehnsucht war religiös und visionär, das des Alltagslebens unaushaltsami vorüberrollend an der chrift- außerhalb der Kirchenmauern und suchen keinen Reich, das sie erträumte, war nicht von dieser Welt. Sie lichen Weihnachtspredigt, die ihm so wenig wie etwa dem Ruhm darin, alter Glaubenssatzung sich zu beugen. mochte die Herzen der Bedrückten in der verfallenden Sonnenballe Stillstand zu gebieten vermag. Friede auf Aber das Bild einer neuen höheren Lebensordnung, in römischen Welt mit heimlicher Hoffnung erwärmen, und in Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Das lichte, der sie mitten in dem Wirrwarr fapitalistischer Ausbeutung vielen Gemüthern heroijch- gläubigen Opfermuth entzünden, tröstende Wort, das wir in jeder Weihnacht hören, frohen Muthes schaffen, hebt ihren Blick über die engen doch machtlos prallte ihr Zauber am inneren Gefüge des verhallt kraftlos in dem Brausen des Strudels wie leiser, Schranken der Gegenwart hinaus. Sie haben den Glauben Völkerlebens ab. Nicht das Christenthum hat die Gesellaus der Ferne hergewehter Glockenklang. Wunder- und den Muth der Zukunft, und die Weihnachtsbotschaft, schaft, die Gesellschaft hat das Christenthum um bar ist die Macht der Gewohnheit, die immer wieder die in den Kirchen als ein leeres Wort, als ein frommer Gebet- gewandelt, sie hat es zum Herrschaftsmittel ansgestaltet. gerne der alten nie erfüllten Prophezeiung lauscht, wunder- wunsch wirkungslos verhallt, hier in den Herzen der Un- Wie lichtes Gewölk zogen die Träume der Sehnsucht bar ist es, daß nicht den Predigern unter dem ewig er- gläubigen und Vaterlandsfeinde klingt sie mächtig wieder. über die nachterfüllten Tiefen des Lebens dahin. Aber hier neuten Jammer des Lebens endlich die Sprache stockt. Aber freilich, der Sinn, mit dem wir diese Bot- in den Tiefen, wo die Arbeit ausgebeutet um des Lebens Wo hat dichterische Phantasie jemals eine schneidendere schaft uns zu eigen machen, ist mit dem Sinn, den Nothdurft ringt, wird das Wesen des Menschen geschmiedet, Satire, 100 einen gewaltigeren Kontrast zwischen frühere Jahrhunderte mit ihr verbanden, nicht eins. Wie hier in dem Getümmel widerstreitender Interessen wird das Werken und Worten, Wirklichkeit und Träumen etwa der erwachsene Mann, der einem alten in der Kinder- Ziel des täglichen Strebens und der Stempel seiner Dentersonnen, als er hier auf des Lebens Bühne zur Weih- zeit vernommenen Weisheitsspruche nachsinnt, dieselben art ihm eingeprägt. Zu welch übermenschlich- idealen Friedensnachtszeit an unseren Augen vorüberzieht? Was ist Worte anders deutet als der unentwickelte Geist des Kindes, bildern auch die Phantasie in Feierstunden sich aufschwingt, diese Gesellschaft, in der die Völker, gepeitscht durch und wie in dieser veränderten Deutung sich die in dem Kampf, zu welchem täglich Hunger und Begierden mörderischen Konkurrenzkampf, für die phantastische geistige Entwickelungsbahn, die im Lauf der treiben, müssen sie verlöschen. Habsucht des Kapitals frohnden müssen? Diese Gesell- Jahre durchmessen, wiederspiegelt, so wandelt auch im Aber mitten aus dieser Noth der Wirklichkeit, in schaft, deren wirthschaftliche Ordnung den schwelgenden Reich- Wölferleben sich Geist und Meinung alter Worte. welcher der alte Glaube, wenn auch die Lippen ihn thum Weniger und daneben die Armuth der Massen, den Geschwunden ist die wundergläubige Messiashoffnung, noch bekennen, in den Herzen erlischt, ringt sich Jammer der Arbeitslosigkeit, Degeneration, Verbrechen und dahin der weltflüchtig- asketische Sinn, der durch die im Laufe der Jahrhunderte ein neuer hervor, als Ergänzung der Familie die käufliche Massenprostitution Abtödtung des Fleisches himmlische Freuden im Jenseits irdisch menschlicher Glaube, der mit festen, martigen erzeugt; beren staatliche Ordnung, auf waffenstarrende zu erringen hofft, der Glaube an die Erbsünde und die Knochen auf der wohlgegründeten, sicheren Erde" Armeen gestützt, mit Polizei, Staatsanwalt und Erlösung der Menschheit durch Jesu Opfertod hat bei stehend, nicht mehr in ein erträumtes Wunderreich hinüberein Glaube der ernüchterten Wienschheit, mit Arbeitshaus, Gefängniß und Zuchthaus vielen Menschen seine Kraft verloren. Entgöttert, durch eigene späht, und die Verzweiflungsthaten der Armen Gesetze nach Naturnothwendigkeit bewegt, liegt die Welt vor ihres natürlichen Wesens, der Bewegung ihrer Geschichte, ebenso wie den Befreiungskampf der Arbeiterklasse unseren Augen in grenzenloser Unendlichkeit ohne Himmel und in dieser Bewegung des Fortschritts sich bewußt niederzuhalten sucht? Was ist sie christlich gesprochen und Hölle. Die Friedensbotschaft, welche die Engel in geworden. Die echt menschliche, unvergängliche Sehnsucht nach - auders als der fleischgewordene Antichrist? Oder ver- der Weihnacht brachten, war eine Botschaft an die Glän- einem Reiche des Friedens und der Gerechtigkeit hat ihre mag die Phantasie der Gläubigen einen schärferen Gegensat bigen, eine Verheißung des fommenden Gottesreiches, fie religiösen, überschwänglichen Formen abgestreift, sie, die so zu Jeju Barmherzigkeits- und Bruderlehre zu erfinnen? trug die Farbe jener christlichen Gedankenwelt. schwärmerisch, so astetisch, so weltflüchtig im Christenthum Und diese selbe Gesellschaft, die einen neuerstehenden Jesus auftrat, hat nun in dem Getünimel der sozialen Kämpfe fein Drischelschlag erklang, nur aus den Ställen, in welchen Die Senechte den Milchtrog saßen und Strohbänder flochten, tönte ab und zu das zufriedene Brummeln einer Ruth. Crescenz empfand bei dem gleichmäßigen stundenlangen Dahinschreiten nicht die geringste Langweile. Die Sonne schien auf die weite reine Schneefläche, und diese glänzte, funkelte und glizerte, daß ihr die Augen schmerzten. Sie schloß sie zur Hälfte und gab ihren Gedanken Audienz. Und wie Schwalben um ihr Der Angesprochene erhob sich und schob sich, breitbeinig auf Nest, so schwangen sich diese immer wieder zu dem alten Hause tretend wie alle Holzhauer, zur Thür hinaus. Kaum war diese droben am Waldrande zurück. Ob er wohl allein mit den Wildin den federnden Schlußpflock eingeschnappt, wandte sich die Frau lingen fertig werden würde, und was sie den ganzen Tag im Sprimge nach der Bettstelle, an deren Fußende ein bunter anfangen würden ohne sie. Sie sah ihren Kleinsten zum Greifen Vogel prangte, den man mit demselben Recht als Stieglitz und deutlich vor sich, wie er Stirn und Nase ans Fenster drückte und als Specht ansprechen konnte. Sie spuckte in die Hände und immer und immer wieder fragte:" Du, Vater, wo ist denn die mit einem Ruck war die Kugel des Bettpfostens heraus- Mutter? Kommt sie noch nicht bald?" Dann wieder überrechnete gedreht. Die Finger fuhren in die Höhlung, holten sie, was sie wohl lösen würde aus dem, was sie zum Markte ein Dutzend Fünfpfennigstücke hervor und ver- brachte. Um die Kienbüscherin war ihr nicht bange, die hatten schwanden mit ihnen in der Leinentasche, welche die Frau ihren festen Preis, auch für die Ameiseneier" wußte sie einen Abumgebunden unter der Schürze trug. Nach einigen Minuten nehmer. Würde aber der Meßner ihren„ Weihrauch" noch brauchen war die Kugel wieder an ihrer Stelle und die Frau blickte auf- fönnen? Es war spät diesmal, und er hatte sich für die Feier athmend ihrem Mann entgegen, der mit dem derben Naturstock tage gewiß schon versorgt. Nun, sie hatte ja noch das Säckchen in der Hand wieder in die Stube trat. Er half ihr den bepackten mit den getrockneten Schwämmen. Es waren die letzten für Buckelforb auf den Rücken, noch ein Wort zum Abschiede, und dieses Jahr, aber sie waren alle ausgelesen, und nicht ein zerdie Frau schritt, mit dem rechten Fuße zuerst, über die aus- schnittener Stengel war darunter. Sie würde damit in die getretene Holzschwelle. Es war noch früh, die Schleier des Zwie: Häuser gehen, und die Geschichte würde sich schon machen. Und lichts taum niedergesunken. Der erste Blick der Frau galt dem dann Sie fuhr mit der Hand in die Leinentasche und ließ Bayreuther Wetterwinkel. Dort brodelte und quirlte es wie die Fünfpfennigstücke, die sie sich nach und nach vom Munde der Dampf über einem kochenden Kessel. Das gefiel ihr nicht. abgefpart, ohne daß ihr Mann etwas davon wußte, befriedigt Aber sie mußte in die Stadt, und wenn es Spithacken schneien durch die Finger gleiten. Da war ja auch noch etwas! Nein, würde. diesmal würde sie ganz gewiß ihren Buben etwas mitbringen Richter das Elend Aber in dem Friede auf Erden" und in Jesu Lehre Crescenz Heiderer's Weihnacht. [ Nachdruck nicht gestattet.] „ Ich bin fertig, Anton! Die Brotsuppe für Dich und den Buben steht dort auf dem Herd, in dem braunen Henkeltopfe. Aber Deinen Steden mußt b' mir noch borgen. Droben auf'm Boden hinter der Laden hab' ich ihn ehgestern g'sehen. Gelt, Du holst ihn? Aber mach' mir die Buben nicht munter!" Winter- Sonnenwende. Winterwind heulet, Wintersturm brauff, Wüthend den Wald in den Wipfeln er zauff, Reihet hernieder, was morsch und was schwach Hilft den Gezeichneten Weh nicht und Ach! Möget euch fräuben und stemmen und Sperr'n, Mefflein ihr droben ohn' Mark und ohn' Kern! Horch! wie es kniffert dort oben und knarkt! Heft steht der Stamm, wie der Sturm ihn auch packt. Tief steigt die Wurzel ins Erdreich hinab, Wiege des Lebens daraus nur Todten ein Grab. Stamm seid Thr, Völker im West und im Dst, Wild von den Stürmen des Winters umfolt; Wurzel ist„ Arbeit", die Völker erst schafft, Tief aus dem Boden erneut ihre Kraff. Arbeitsgenossen, drum reicht Euch die Hand, Schlinget der Einigkeit brüderlich Band Durch alle Völker in Süd und in Word! Einig fets pranget und grünet Ihr fort. Mag dann der Wintersturm heulen und foben, Mag es dann knacken und krachen hoch oben! Dh auch die Sonne fief niedrig noch steht, Morgen schon höher Thr steigen sie seht. Sonne der Freiheit steigt höher und weiter, Bald Brahlt der Maientag, goldig und heiter, Strahlet für alle mit siegender macht. Auf denn, Ihr Völker! verscheuchet die Macht! Gebet Euch einig zur Arbeit die Hände! die So lang sie konnte, ging fie am Rand des Waldes dahin. fönnen. Das Kleine Fichtenbäumchen, das ihr Mann gestern aus Hier pfiff der Wind nicht so scharf, die jungen Fichten guckten dem Wald geholt, und das gerade so groß sei wie ihr kleiner nur mit den Spizen ihrer Herztriebe hervor und sie sahen aus Hans, würde nicht unbenutzt zu verdorren brauchen. wie die Schneemänner, die ihre drei Buben auf dem kleinen freien Fleck vor ihrem Hause gewälzt. Beinahe mußte fie lachen. Als sie den Wald im Rücken hatte, fam es ihr vor, als sei es doch nicht so falt, wie sie gedacht. Sie schob das Wärmegefühl auf die schweren Waldstiefel ihres Mannes, in denen ihre Füße staken und in welchen es sich gar trocken, aber doch auch etwas unbequem ging. Die Thürme und Dächer der Stadt tauchten vor Grescenz auf, und sie beeilte sich, um noch hinabzukommen, bevor der Markt geschlossen wurde. Auf dem Wege sprach sie beim Vogelhändler und beim Meßner vor und zu ihrer eigenen Ueberraschung machte sie an beiden Stellen ein ganz glattes Geschäft. Dann stellte sie sich auf den Markt zu den anderen Frauen und Mägden, welche mit lauten Worten und zuthunlichen Redensarten Milch, Butter Nun, wenigstens brauchte sie nicht gar so ängstlich auf den und Käse, lebende Hühner und geschlachtete Gänse ausboten. mitunter ganz überwehten Steig zu achten; durch tam fie schon. Crescenz verstand nicht so zu schreien und zu schmeicheln wie So marschirte fie tapfer vorwärts, den langgestreckten kahlen Höhen- jene, aber ihr Kienholz war schier im Handumdrehen verkauft. rücken hinab und dann auf der Ebene weiter, rechts und links Mun ging sie mit ihren gedörrten Schwämmen von Thür zu Thür. an Dörfern vorbei, die unter dem weichen Schneemantel dalagen, In den reichen Häusern wollte es ihr nicht einmal glücken. Die Das ist zur Freiheit die Sonnenwende. als würden sie schlafen. Nur durch ein Dorf kam sie. Auch das Köchinnen hatten mit dem Braten und Backen zu thun, die meiſten 20. Dezember 1895. Jda Altmann. erfchien wie ausgestorben. Es war der Tag vor Weihnacht, wurden gleich grob und schlugen der Holzhanerfrau die Thür selbst die gewaltige Tricbfraft erkannt, die fortwirkend nach 1 monarchische Regierung hätte eine solche Ausstellung von Stan- 1 Tumulte unterbrochen, sodaß die Polizei mehrmals ein inneren Gesetzen endlich das Werk vollenden wird, von dem dalen ausbalten tönnen. Aber die Republit hat dieser Schmutz schreiten mußte, um die Unruhestifter zu entfernen. Der die Edlen aller Zeiten geträumt haben. Nicht wider die Ueberschwemmung getroht, und die Wahlen des Jahres 1893 Sekretär verlas eine Resolution betreffend die Einsehung menschliche Natur, durch sie, aus ihrem eigenen sozialen Ent- baben gezeigt, daß das Volk die Republik nicht für die Un eines Ausschusses zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung würdigkeit der republikanischen Führer verantwortlich macht. Die wickelungsgange, ihren Leidenschaften, aus den Klaſſengegensätzen Jesuiten hofften, daß die Wähler in hellen Haufen für die Mon- gegen den Präsidenten Cleveland. Nachdem der vergebliche Verund Kämpfen der Gesellschaft heraus wird eine beffere Zukunft, archisten stimmen würden, welche die unbefleckte Tugend in ihrer such gemacht worden war, eine Gegenresolution einzubringen, in der des Lebens trüber Jammer schweigt, geboren werden. Person verkörperten. Groß war ihre Enttäuschung: die unver- erklärte der Vorsitzende die erste Resolution für anEine Zukunft, in der die letzte Form der Knechtschaft, das föhnlichsten, die tugendfestesten Monarchisten wurden gefchlagen genommen. Brutnest ewigen Hasses und schlimmster Herabwürdigung, und durch Republikaner und Sozialisten ersetzt. Delahaye selbst überwunden sein wird, in der Brüderlichkeit und Menschen- blieb als Leiche auf dem Wahlschlachtfelde." liebe endlich ihre schönen Blüthen frei werden entfalten tönnen. Das ift der neue Sinn, ber im Erdbereich des Wirklichen tief wurzelnde Glaube, in dem wir, die wir den Kampf gegen die Gesellschaft predigen und alle Leidenschaften dazu aufrütteln, die chriftliche Weihnachtsbotschaft freudig begrüßen. Auch wir glauben an die Zeit, wo Friede auf Erden sein wird und den Menschen ein Wohlgefallen. Aber kein Gott kann diesen Frieden schenken. Nur aus dem Kampfe irdischer Gewalten, der dem Gesetz natürlicher Entwickelung unterworfen ist, wird er der Menschheit einft geboren werden. Eine Jesuitenverfchwörung. Paris, 21. Dezember 1895. Drumont. ES wäre Einer anderen Mittheilung zufolge hat sich der angesehenfie amerikanische Völkerrechtslehrer Profeffor Dieses schmähliche Fiasko brachte die Priesterpartei außer Woolsey in Newhaven folgendermaßen geäußert: Fassung, sind doch ihre einzigen politischen Waffen die Ver Cleveland war übel berathen, als er in seiner Botschaft Beit der Verwirrung hat sie ihren Weg wiedergefunden und die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten. Die Monroeleumdung und Heuchelei. Sie war ganz rathlos. Nach einer erklärte, der Streit zwischen England und Venezuela gefährde räsident Faure, der ihr Kandidat und ihr verwöhntes Doktrin hätte für den vorliegenden Fall als darauf unanund verhätscheltes Kind gewesen, dient ihr jetzt als Zielscheibe: wendbar vollständig beiseite gelassen werden sollen. Der die Jesuiten hatten geglaubt, sich seiner als Werkzeug bedienen Präsident findet, daß sein Antrag auf ein Schiedsgericht abge zu können. Aber Faure ist ein schlauer Geschäftsmann, lehnt wird, und dennoch kündigt er sich als Schiedsrichter an. der auch sein Privatintereffe niemals aus dem Auge ver: Das Wölferrecht fennt jedoch nur eine Art von Schiedsrichtern, liert. Gr verstand sich wohl dazu, den Pfaffen und Bischöfen nämlich die von beiden streitenden Parteien anerkannten. öffentlich Versprechungen zu geben und Liebenswürdigkeiten allein im vorliegenden Falle hat feiner der beiden Streittheile zu sagen; aber das waren für ihn nur reine Höflichkeitsformen, den Präsidenten Cleveland zum Schiedsrichter ernannt, er aber die jeder Krämer gebraucht, um seine Kunden über den Werth verkündet, seine Entscheidung nöthigenfalls mit Gewalt durchs der Waare zu täuschen. Sobald die Jesuiten ihn durchschaut feßen zu wollen. Er ist sohin fein Mediator, sondern ein hatten, befchloffen fie feinen Untergang, und sie stellten gegen ihn Diktator. Der Präfident ging eben auf die Jagd, ohne einen ihre Bedienten ins Feld: Delahaye und den Antisemiten Jagdschein gelöst zu haben. Das in New- Yort erscheinende Blatt World" erhielt Unterstützt und geleitet von den Bischöfen und Jesuiten be- der Kammer und in den Redaktionen der Zeitungen von schwerem bem vorigen englischen Premierminister, mit bezug auf die Seit länger als einem Monat spricht man in den Wandelgängen ferner nachstehendes Kabeltelegramm von Lord Rosebery, kämpfen die Monarchisten seit 25 Jahren unermüdlich die ReBeweismaterial gegen Faure, und ein Royalistenblatt der Provinz publit, obgleich ihre Ränke und Machenschaften seit 25 Jahren fagte Ende November: Wenn Grevy wegen seines Schwieger. Benezuelafrage: erbärmlich scheitern; denn je mehr fie die Republik angreifen, fohnes gezwungen war," das Elysee zu verlassen, wird Faure Ich glaube entschieden nicht an die Möglichkeit eines desto mehr befestigen sie die Republik im Lande. Sie hätten ihren Krieg mit offenem Visir noch lange fortgesetzt, wenn der in ebendiefelbe Nothwendigkeit durch seinen Schwiegervater ver- Rrieges zwischen den Vereinigten Staaten und England aus einem Verbrechen, fetzt." Es wurde dann erzählt, er hätte die Tochter eines derartigen Anlasse. das größte Bapst ihnen nicht eine andere Taktik angerathen hätte." Schließt Bankrotteurs geheirathet, der in Spanien gestorben sei, wohin welches die Geschichte zu verzeichnen hätte, wenn die beiden Euch der Republik an fagte er ihnen schließt Euch selbst dem Sozialismus an so verkleidet werdet Ihr Euch in alle er sich, um dem Bagno zu entgehen, geflüchtet habe; eines feiner mächtigen Nationen angelsächsischen Stammes zur Zeit, wo sie Regierungsstellen einschleichen; seid Ihr Herren der entscheiden- Opfer habe die Geschichte enthüllt. Und das Blatt versicherte, berufen erscheinen, ihren Einfluß über die gesammte Welt den Positionen, dann könnt Ihr den Staatsstreich machen, ohne daß die Mitgift der Tochter des Bankrotteurs die Quelle des bin im Interesse der Christenheit und der Zivilisation es vorziehen würden, sich gegens Gefahr für Eure Haut!" Diese Rathschläge brachten anfangs in Reichthums des Präsidenten geworden sei. Frankreich, so geltend zu machen, den Reihen der Priester- und Monarch istenpartei Zwietracht her: fagen die Jesuiten, und Drumont wiederholt es, tann feitig zu zerfleischen wegen eines Grenzstreites mit einer Ein solcher Borschlag vor, und hätten beinahe zu seinem Bruche geführt. Die Un- nicht von dem Mann der Tochter eines Galeerensträflings fleinen füdamerikanischen Republik. versöhnlichen stellten sich auf die Hinterbeine, nicht weil der vertreten sein, da man ja den Gendarmen, die nur einen ganz braucht nur aufgestellt zu werden, um sich sofort als unsinnig Rath ihnen zu perfid und gemein war, sondern weil er ihrer Un winzigen Theil der Staatsmacht darstellen, nicht gestattet, die zu erweisen. Es ist lediglich nothwendig, daß unsere Regierungen geduld nicht paßte. Indeß nach reiflicher Ueberlegung bekehrten sie sich Tochter eines auch nur zu drei Tagen Gefängniß Verurtheilten den Kopf hoch und fühle Ueberlegung behalten." Was die weitere thatsächliche Entwickelung der Frage doch zu dem politischen Evangelium des Vatikans. Und heute au heirathen. find die Pfaffen, Royalisten und Bonapartisten in„ ehrliche Reffandal wieder ans Licht zieht und die Absicht verkündet, die schen Grenzstreites eingesetzte amerikanische Kommission Aus Angst vor dem Ministerium Bourgeois, das den Panama anbetrifft, so wird sich die zur Untersuchung des venezuelapublikaner" verwandelt, und haben einen inbrünstigeren Glauben an die Republik, als wenn sie ihn mit der Muttermilch ein Regierungs- und Beamtenkreise von allem Schmutze zu fäubern, voraussichtlich nach Madrid und dem Haag begeben, verbündeten sich die Opportunisten mit den Jesuiten unter um die alten Aktenstücke über die spanischen und niederDie pfäffisch- monarchistischen Herren rechneten also: was das Führung eines Re in a ch, Rouvier und anderen Checkmännern. ländischen Ansprüche auf Venezuela, die seiner Zeit auf Sie glauben schon so felsenfest an den Sturz des verhaßten Faure, Königthum und das Kaiserreich in der öffentlichen Meinung zu daß man in den Wandelgängen der Rammer bereits über seinen England übergegangen, einzusehen und zu untersuchen. Grunde gerichtet hat, das find die Fehler und Verbrechen der muthmaßlichen Nachfolger fich unterhält. Die Jesuiten und Ferner liegen folgende Meldungen aus London vor: Menschen, welche Vertreter dieser Regierungsformen waren. London. Sir Augustus Hemming, welcher mehrfach Beschimpfen und befchmußen wir die hervorragenden Persönlich Opportunisien, die selber keinen präsentablen Kandidaten besitzen, feiten der Republik!, schleifen wir sie durch den Koth!, und das batten an Waldeck Rousseau, den Kandidaten der Re- in Spezialmissionen nach Berlin gefendet worden war, ist zum Bolt wird schließlich vor der Republik ebenso tiefen Gtel emfinden, Bertheidiger der Panamisten hat so viel standalöse Geschichten aktionäre bei der letzten Präsidentenwahl, gedacht; allein dieser Gouverneur von Britisch Guyana ernannt worden." Wie die Organe des für Besitz und Bildung schwär auf dem Kerbholz, daß sie seinen Mißerfolg fürchten; und voller Die Aufgabe ward ihnen leicht gemacht. Die Opportunisten, Verzweiflung gestehen sie sich ein, daß sie dann nur für menden Bürgerthums journalistischen Anstand üben, daß denen 1878 die Regierung aufiel, trieben solch schmachvolle Brisson und namentlich für Gavaignac, die einzig fonstatirt unser Magdeburger Parteiblatt an einem drastischen Orgien der Spekulation, benutzten ihren politischen Ein- ernsthaft in betracht kommenden Kandidaten, den Weg geebnet Beispiel. Obwohl nämlich die" Magdeburger Btg." seinerzeit fluß so schamlos den skandalösenten Geldgeschäften, hätten. Und schließlich werden sie nichts anderes erreichen, dem Haus Blum für seine Schmähartikel gegen die deutsche daß sie den Verschworenen ganze Wagenladungen von als daß sie in Cavaignac einem für fie viel gefährlicheren Sozialdemokratie bereitwilligft ihre Spalten zur Verfügung Standalen lieferten, um die Republik und die Republikaner zu Mann als Faure es ist, zur Präsidentschaft verholfen haben. entehren. Um das Glück vollständig zu machen, kam gerade zu stellte und diese höhnend aufforderte, fich den niedergelegener Beit der Zusammenbruch der Panama Gesellschaft Panamaskandale in der Kammer logingen: Alle diese schweigt sie sich jetzt, nachdem der Richter diese AnEin Abgeordneter der Rechten sagte mir 1893, als die schmetternden Anklagen gegenüber zu rechtfertigen, so Abgeordnete, Senatoren, Minister, Journalisten aller Parteien, und Angriffe tommen nur Freimaurer und Pfaffen, Damen der Welt und Damen der der sozialistischen Partet zu gute." Das wird flagen als Lüge und Verleumdung gebrandmarkt hat, über Halbwelt, Entel der Kreuzritter und Emporkömmlinge von diesen Ausgang des Prozesses vollständig aus. Pfui über gestern alle hatten mit vollen Zügen den goldenen Panamatoth auch das Ergebniß der neuen Jesuitenverschwörung fein. diese seige Chrabschneiderei! gefogen hätten. wie früher vor der Monarchie. = " Politische Nebersicht. Gallus. Berlin, 24. Dezember. Die Mundbinde in dem Brauweiler Prozeß bat Professor Dr. Belmann als Sachverständiger über die unter der Mund binde gestorbene Arbeitshäuslerin Wodtke erklärt: Die Todesursache der Wodtke ist noch nicht aufgeklärt. es ist möglich, daß die Mundbinde zu fehr auf die Nase, viel hinuntergeschlungen; Leute der verschiedensten Interessen und Gesellschaftsschichten, von der verschiedensten Erziehung und den entgegengesettesten Bestrebungen, hatten sich brüderlich vereinigt zu gemeinsamer Betheiligung an dem großen Panamaraub. Aber die Versucher arbeiteten auf verschiedene Weise. Während Arton und Souligoug in den Streifen der Republikaner Die Venezuela- Frage. In den Vereinigten Stamen ihre Thätigkeit entfalteten, widmete Cottu sich den monarchi ist der Stimmungsumschwung bereits so stark geworden, leicht auch zu sehr auf den Kehlopf gedrückt hat. Es ist auch noch schen Kreisen. Als die Jesuiten die Ueberzeugung gewonnen daß Cleveland's Gegner in New York es wagen konnten, eine andere Todesursache möglich. Ein Professor der Physio hatten, daß Cottu nicht reden würde, und nachdem sie ihn eine öffentliche Protest versammlung gegen die logie in Bonn, dem ich die Sache erzählte, fagte mir: Ich vorsichtshalber nach Desterreich verbannt hatten, begannen fie ihr Botschaft des Präsidenten Cleveland ein- finde die Sache aus physiologischen Gründen für ganz Wert der Anschwär zung. Der boulangistische und reaktionäre zuberufen, die am 23. Dezember abends stattfand. Der erklärlich. So lassen sich z. B. Experimente, die man mit allen Abgeordnete Delahaye wurde beauftragt, den Schmutzkübel zu Vorsitzende führte einem Wolff'schen Telegramm zufolge anderen Hunden vornehmen kann, niemals mit englischen Bull. leeren. Floquet, Freycinet, Rouvier, Maret, doggen machen. Diese Thiere sind derartig böz Roche und viele andere wurden kompromittirt. Die Haupt: aus, daß die Monroe Lehre ein Verbot zum Stehlen artig, daß solche Experimente gewöhnlich den führer der republikanischen Partei waren unmöglich geworden, für jede andere Nation mit Ausnahme der Vereinigten Tod dieser Thiere herbeiführen. Gine ähnliche entehrt. Gewiß, der neue Schlag war gelungen, die Republit in Staaten sei. Als er fortfuhr, sich bitter gegen den Präsi- Todesursache ist bei der Wodtke, die vielleicht ebenfalls der öffentlichen Meinung verloren! Und in der That: teine denten Cleveland auszusprechen, wurde er durch Bischen und nach Anlegung der Mundbinde sehr erregt war, möglich. " $ vor der Nase zu, und die eine meinte beinahe mitleidig: Nein, stellen. Aber für Deine Buben hab' ich noch immer einen so Zeug mag meine Herrschaft nicht. Wir essen im Winter nur ein- Fünfzigpfenniger übrig. Da, kauf ihnen was dafür!" gelegte Schwämme. Ja, wenn Ihr Trüffel hättet?.." In einer Jezt litt es Crescenz nicht länger. Buerst ging fie zum Villa kam Crescenz zufällig in ein hohes helles Zimmer. Auf Bäcker und erstand ein weißes Brot und einige von jenen einem großen mit blühweißem Leinenzeug gedeckten Tische stand ein schon vollständig behangener und herausgeputzter Weihnachtsbaum, und um ihn thürmten sich Geschenke in ganzen Haufen. Im ersten Augenblick rührte sich etwas wie Neid im Herzen der Arbeiterfrau; als sie aber wieder auf die Straße trat, spuckte fie zornig aus und stieß durch die Zähne: Faulenzer! Dreimal Faulenzer! Sie thun nichts und ihre Weiber heben nicht einmal einen Strohhalm von der Erde auf. Aber Christbäume haben f' bis an den Nußbaum!" Bei den Frauen der Schuster und der kleinen Gewerbsleute, die nicht alle Tage Fleisch kochen fonnten, fand Crescenz mehr Entgegenkommen. Es war knapp nach Mittag, als sie vollständig ausverkauft hatte. Nun wollte sie noch auf einen Sprung zur Zante Anna gehen und dann selbst einkaufen. Die Tante war eine alte Magd, Fattotum in einem Bürgerhause, und sie sagte zu ihr Tante, weil schon ihre Mutter so gesagt hatte, warum, wußte sie nicht. Sie traf das verrunzelte Weiblein in einer falten Vorfammer, wo es ächzend die mit Steinen über und über beschwerte Wäschemangel zog und schob. Alsogleich stellte Crescenz ihren Korb in die Ecke und trat an die Rolle. Als sie mit der Arbeit zu Ende war, brachte die Tante ein Töpfchen mit heißem Kaffee. fand sie ihn. Von einem Fußstapfen feine Spur. Und sie stieg und stieg und es wurde ihr so warm, daß sie das Umschlagetuch um die Brust etwas lockern mußte. Hier oben batte es, während sie in der Stadt war, tüchtig geschneit, feinplumpen Semmeln, die man" Pfälzer" nennt. Dann faufte fie förnigen Kreipelschnee und auch geweht mußte es haben. Wenn ein Pfund Schweinefleisch. Der Schlächter, bem an der Bufalls sie einen Schritt vom Steige tam, fiel fie bis über die Kniee, fundschaft nichts lag, wog ihr ein Stück zu, an dem faft nichts oft auch bis an den Leib hinein. Und jetzt wurden ihr die war, als Echwarte und Speck. Macht nichts," dachte Crescenz, schweren Stiefel zur reinen Qual. Der Schnee schob sich in die das giebt recht viele Brühe". Und dann faufte sie etwas Mehl weiten Schäfte und während ihre vollständig nassen Füße froren, und Salz, ein Loth gebrannten und gemahlenen Kaffee und schoß ihr der Schweiß in hellen Strömen unter dem Kopftuch her einige Päckchen Tabat. Und auf einmal war das ganze Geld vor. In Nase und Mund drang ihr der feine Schneeftaub, mit ausgegeben, mit Ausnahme der Mark, die für den Weihnachts- dem ihr die Luft ganz gesättigt erschien, vor den Augen baum bestimmt war. Lange überlegte sie, was sie dafür kaufen sprangen ihr tausende Punkte und Kreise. Und immer noch stand sollte. Aber als sie sich ein Herz nahm, in den Laden eines der Nebel, und es wurde tälter und kälter. Zuckerbäckers trat und nach dem Preise der weißen Crescenz war jetzt so müde, daß sie nur noch stolperte. Mit Zuckermännchen schüchtern fragte, erschrat sie über die einem Male gab es ihr einen Ruck und sie schoß mit dem Kopf Antwort derart, daß sie sich allsogleich wieder davonmachte. Sie voran in den Schnee. Die glatte Sohle des Stiefels war an taufte einige Aepfel und Nüsse und für jedes Kind ein Pfeffer einer fleinbart gefrorenen Scholle ausgeglitten und hatte sie zu nüffel". Und da war auch schon die Mark dahin, und ihr blieb Falle gebracht. Es dauerte einige Zeit, bis sie wieder auf die nichts als einige Kupferpfennige. Beine fam. Da befiel sie eine schreckliche Angst. Sie riß den Korb herab und durchfühlte mit zitternden Händen den Inhalt. Nein, es fehlte nichts. Das darüber gebundene Tuch hatte das Herausfallen verhindert. Aber ihr Herz war voll Frende, als sie sich wieder heimzu wandte. Und so vollständig war ihre Befriedigung, daß sie es nicht einmal merkte, daß das Wetter umgeschlagen. Erst als von einem Windfoß getroffen die hängengebliebenen Blätter Auffeuchend wollte Crescenz weiterstapfen, da wurde ihr es einer am Wegrande stehenden verkrüppelten Giche aufraschelten, plöglich flar, daß sie die Richtung vollständig verloren hatte. blickte sie auf und erschrat. Wie ein Schleier hing es vor ihren Das trieb ihr den Schweiß aus allen Poren, und jetzt meldete Crescenz fetzte sich auf ein umgestülptes Waschfaß, biß Augen. Im ersten Augenblic glaubte fie, es wolle schon Abend sich auch der Hunger und um die Reble legte es sich wie ein abwechselnd einen Bissen von dem Brote, das sie im Korbe mit werden. Sollte sie fich so lange bei der Tante verspätet haben? Eiſenband. Sie stopfte eine Hand voll Schnee in den Mund gebracht und trant dann einen Schluck Kaffee. Auch einmal Dann erinnerte sie sich, daß es kaum drei Uhr vorüber war, als und versuchte zu laufen. Schon nach kurzer Zeit trieb sie die leerte sie ihre Leinentasche, die sie sich selbst zusammengeflickt, fie am Rathhausthurm vorbeiging. Jegt merkte fie, daß Angft nach einer anderen Seite und gleich darauf wechselte fie in die Schürze und begann eifrig zu zählen und zu rechnen. es ein feiner Nebel war, der herniederriefelte. Sie fuhr abermals die Richtung. Sie wußte nicht mehr, was sich über das Antlig, es fühlte sich feucht an. Als sie zu Ende, erglänzten ihr die Augen vor Freude. Schärfer fie anfangen sollte, alles schien um fich fie สิน Na, langt's?" meinte die Tante. faßte fie den Stock und sie schritt aus mit den Schritten drehen, und die Erde unter ihren Füßen nachzugeben. Und tüchtig auch noch! Ginige fünfzig Pfennig find für eines Mannes. Und je weiter sie tam, desto dichter wurde Wenn sie einen Augenblick stehen blieb, schlug ihr das den Christbaum übrig. Weißt D', im vorigen Jahr hab' ich den der Nebel. Sie wollte nach dem Gebirge hinüberblicken, wo ihre Herz bis zum Halfe herauf. Sie versuchte zu schreien, aber nur Rindern nicht eine Nuß faufen können. Der Anton hat nicht Heimath lag, aber einige Schritte von ihr stand es wie eine ein heiferes Röcheln drang über die gesprungenen Lippen. Schon viel Arbeit gehabt, es war nur ein Holzschlag, und da haben f' graue, himmelhohe Mauer. Noch ballte sich der Schnee unter fing fie auch an die Herrschaft über ihre Glieder zu verlieren; die Leut gleich aus Böhmen und Polen mitbracht. Aber heuer ihren Füßen, aber schon merkte sie, daß es wieder kälter wurde. Die Knie wollten sich nicht mehr strecken, die Füße mit den schlägt's ihnen. Jetzt wird der Hans nicht mehr fragen, ob's Endlich war sie wieder in dem Dorfe, durch das sie am Vor Stiefeln fuhren unsicher, wie tastend, hin und her, den Körper Denn feine Weihnachten mehr giebt." mittage gekommen. Die Lichter in den Häusern glommen wie durchlief ein frampfbaftes Bittern. Nur mit der größten An matte Flecke, Crescens überlegte, ob sie sich nicht irgendwo eine firengung hielt sich Grescens noch aufrecht. Schon einige Laterne geben laffen sollte. Aber dann sagte sie sich wieder, daß Male hatte sie gemeint, jetzt tönne fie teinen Schritt wohl eine längere Zeit vergehen würde, bis sie wieder einmal weiter thun, und sie hatte sich niedersehen wollen, um berabkomme, während die Leute ihre Laternen doch jeden Tag ein wenig auszuschnaufen, hinter einem Hagebuttenstrauch brauchten, und sie unterließ die Bitte. oder auf einen vom Schnee freien Stein, aber der GeWart a mal, Cenz!" Als das alte Weiblein noch einer Weile wiederkam, hatte es ein großes blaues Tuch in der Hand, deffen einer Zipfel eingebunden war. Das war der Tante ihr Geldbeutel und ihre Sparkasse. Nach mancherlei Versuchen gelang es ihr, den Knoten zu lösen. Sie nahm ein Geldstück aus dem Tuche, schob es zwischen die Lippen, und erft, nachdem sie wieder den Knoten geschlungen, reichte sie es ihrer Verwandten. Ich bin selbst nur ein armes Leut, das kannst Du Dir vor Einige tausend Schritte jenseits des Dorfes begann der danke an Mann und Kinder hatte sie immer wieder emporge: Anstieg. Crescenz verließ hier den Weg, dem sie bisher rissen und fortgetrieben. Mehr als einmal waren ihr die und gefolgt suchte nach dem Steige, der in fürzerer Thränen in die Augen getreten, aber sie hatte gekaut und geLinie nach der Eiedelung der Holzhauer führte. Endlich schluckt, bis sie die Werzweiflung wieder niedergerungen. " Dazu wird der Vosfischen Zeitung" von fachverständiger er erst gegen die Türken ist, die ein halbes Jahrtausend| haben die Amerikaner bekanntlich das Dezimalsystem, während Ecite geschrieben:" Daß die Mundbinde gefährlich werden lang bis in die neuere Zeit in allen Kirchengebeten als die Engländer das Duodezimalsystem haben, indem sie den kann, wenn sie zu ſehr auf die Nase oder den Kehlkopf drückt, Scheusale hingestellt wurden. Die englische Orientpolitik Shilling( gleich unserer Mart) in 12 Theile( Bence) eintheilen. ist leicht verständlich; allein ein noch bei weitem wichtigerer ist wesentlich durch diesen christlichen Haß beeinflußt wor- führte, aus fleinlch- nationalen Bedenken den französischen Frank Schade, daß Deutschland, als es die neue Währung einUmstand kommt hier in betracht. Der gesunde Mensch kann sowohl durch den Mund wie auch durch die Nase ausreichend den, den die Russen genau so ausbeuten, wie Bismarck und führte, aus fleinlch- nationalen Bedenken den französischen Frank ( Franc) zurückwies und in der Mark eine Geldeinheit schuf, athmen, so daß sich in der Regel auch der eine seine junkerlichen Großkornwucherer den Haß gegen die die in fein europäisches Geldsystem sich einfügt. Wenn England oder andere dieser Zugänge zu den Athmungsorganen ver- Juden. das Metersystem annimmt, ist vielleicht Gelegenheit zur Gründung eines internationalen Weltgeldes. der " Belgien. Frankreich. schließen läßt, ohne Erstickungsgefahr herbeizuführen. Anders Die zweite Thatsache ist die, allerdings auf jenen Haß aber bei Krankheitszuständen, welche den einen oder anderen sich gründende Thätigkeit des russischen Preßbureaus und dieser Lustwege verlegen. Das andauernde Schließen des Mundes der russischen Agenten, die, je nach Bedarf, griechische, wird, wie jeder beim Schnupfen an sich selbst beobachten kann, macedonische, bulgarische, armenische" Greuel" erfinden und Kirche und Schule. Die seit zwanzig Jahren beunmöglich, sobald die Nase verstopf ist. Menschen, die mit folportiren. In den zwanziger Jahren, bei den Kämpfen Schulen ist wieder in fraft getreten. Jeder Bischof er feitigt gewesene geistliche Beaufsichtigung der Nasenpolypen oder ähnlichen Veränderungen der Nase behaftet sind, wodurch die Gänge derselben verlegt werden, müssen daher in Griechenland, wurden von diesen Agenten zehnmal mehr nennt auf Staatskosten für seine Provinz einen geift nothwendig durch die Anlegung der Mundbinde in Ge- Griechen durch Türken ermordet, als überhaupt damals lichen Haupt inspettor mit 4200 Frants Jahresgehalt und fahr gerathen zu ersticken. Schon aus diesem Grunde gelebt haben. Und ähnlich ist es jetzt mit den Armeniern. für jede Diözese einen geistlichen Inspettor mit 3300 follte die Anwendung der Mundbinde, wenn sie, was Daß es zwischen den verschiedenen Rassen und Nationalis Frants Jahresgehalt. Alle Gemeindeschulen, adoptirten Schulen bestritten werden muß, unentbehrlich werden ollte, täten der Türkei nur zu oft zu wirklichen Kämpfen gekommen und staatlich unterstüßten freien Schulen sind dieser Aufsicht niemals ohne sachverständige Aufsicht er ist, läßt sich nicht leugnen; aber neunzehntel dieser unterstellt. Die protestantischen und israelitischen Konsistorien folgen dürfen, denn von einem Laien läßt sich nicht er- Konflikte sind das Werk der europäischen Mächte – namentlich tönnen auch Schulinspektoren für Schulen und Schüler ihres warten, daß er derartig: Zustände erkennt und in ihrer Rußlands, die Gelegenheit haben wollen sich einzumischen. Staatskasse, sondern beziehen nur für ihre Inspektionsreisen Glaubens ernennen, doch erhalten diese kein Gehalt aus der Bedeutung richtig beurthe.lt. Wenn der Sachverständige Belmann auf die Hunde verweist und der Ansicht ist, daß der Tod Der Hauptfehler der türkischen Regierung-die wir sonst staatliche Tage- und Reisediäten. Die Voltsschule wird somit dieser Thiere bei ähnlichen Experimenten auf die B33 artig sicherlich nicht vertheidigen wollen ist, daß sie durch der Kirche ausgeliefert und das klerikale deal: Fort mit dem keit derselben zurückzuführen sei, so befindet er sich in die fremden Mächte sich einschüchtern läßt. Würden die Staate aus der Schule" erhält einen ernfien Umfang der Vereinem Irrthum. Die Beobachtung ist zwar richtig, die russischen und sonstigen Emissäre und Lockspiel aus dem wirklichung. Die flerifalen Heißsporne wissen sich vor Freude Todesursache bei jenen Thieren jedoch in etwas anderem zu Land gejagt oder gebührend bestraft, so wäre bald Ruhe. über diese neue soziale Reform" gar nicht zu lassen. fuchen. Bindet man nämlich bei Hunden durch Anlegen einer Unter allen Stämmen und Nationalitäten der Türkei sind Sozialdemokratischer Antrag zum Schuße Schnur das Maul zu, wie es bei diesen Thieren zum Zwecke nach dem einstimmigen Zeugniß aller, die der Wahlfreiheit. Die sozialistische Fraktion hat in der näherer Untersuchung oder Behandlung derfelben zuweilen Land und Leute kennen die Türken, aller- Deputirtenfammer einen Gesetzentwurf eingebracht, wonach mit geschieht, so gehen Bulldoggen und Möpse hierbei leicht mit Ausnahme dings an Erstickung zu grunde. und 50 bis 500 Frants Geldstrafe und mit 8 Tagen bis 4 Wochen obersten, durch Bei diesen Rassen zeigt sich nämlich das Nasenbein unvollständig entwickelt, und infolge durch korrumpirtesten Bevölkerungsschichten, weitaus die Soft alle Arbeitgeber, Unternehmer von Arbeiten und Werkdessen findet beim Anlegen einer solchen Schnur leicht ehrenhaftesten und tüchtigsten. Wir berufen uns auf meiſter bestraft werden sollen, die durch vereinzelte oder Gesamniteine Kompreffion der Nasengänge statt. In der Veterinär Fallmereier, David Urquhart, Wambery entlassungen von Arbeitern und Angestellten Repressalien gegen diese wegen Ausübung ihres Stimmrechtes ergreifen. Diese Vorliteratur ist diese Thatsache längst bekannt, und es bedarf u. a. Ein Korrespondent der„ National Zeitung" schreibt lage wurde ohne Widerspruch den Abtheilungen überwiesen. feineswegs der Annahme einer besonderen aus Konstantinopel: Bösartigkeit bei der Wodtke, um den Tod der= Die Türken sind wohl eines der sympathischsten Völker selben zu erklären. Es sei auch auf das Lehrbuch der überhaupt im Orient sicher weitaus das edelste, Die neue Panama Gesellschaft. In Paris linischen Diagnostik der äußeren Krankheiten der Hausthiere sympathischste Volf, während mit wenigen A3 hielt am Sonnabend die„ Compagnie nouvelle du Canal de von Prof. Dr. H. Möller( Stutgart, Ferdinand- Ecke, 3. Aufl. nahmen die in der Türkei lebenden Griechen Panama" eine Generalversammlung ab, der auch der Liquidator S. 10) verwiesen, wo es heißt: Bösartigen Hunden läßt man und Armenier nichts weniger als edel und der alten Gesellschaft, Gantrou, und der Vertreter der Regierung das Maul verbinden, indem eine Schlinge um dasselbe gelegt angenehm sind... von Columbia beiwohnten. Es wurde ein Bericht über die und im Genick zusammengeknotet wird. Bei fatharrhalischen Aber der Sultan eben will keine wirklichen Reformen. Er Bauten verlesen, welche in den 8 Monaten des Bestehens der Affektionen der Nasenschleimhaut achte man jedoch besonders bei kokettirt mit den Mächten, er führt anscheinend Reformen ein, Gesellschaft auf dem Ifthmus von Panama Möpsen auf die Athmung, die hierdurch so behindert werden um die Mächte zu befriedigen. In Wahrheit aber läßt er die zur Ausführung kamen. Die Gesellschaft hat einen Grundkann, daß Erstickung droht." selben nur soweit zur Geltung kommen, als seine persönliche besitz von etwa 15 000 Hektar erworben und außerdem zahlreiche Immobilen, wie Werkstätten, Magazine, GeschäftsFür und gegen Herrn Stöcker ist noch vor Festes- Sicherheit und augenblickliche Ruhe davon abhängen. 2C. Was hier von den Türken gesagt ist, muß auf die lokalitäten, Wohnhäuser angekauft. Ihr Material anfang eine heftige Zeitungsfehve entbrannt, in der die Nordd. Allgem. Zeitung" den angreifenden Theil gespielt Araber ausgedehnt werden, denn die eigentlichen Türken besteht jetzt in 85 Baggermaschinen, 26 Dampfern, 40 Rähnen hat. Stände das ehemalige Bindterblatt nicht in dem sind nur eine Minderheit unter den türkischen Muhamedanern. 88 Bohrmaschinen, 258 Lokomotiven, 6006 Eisenbahnwagen, Geruche ein offiziöses Organ zu sein, so wäre seine An- Die behauptete Feindschaft des Sultans gegen Reformen 500 Kilometer Eisenbahn, 14 Schmalspur- Lokomotiven, 7449 Decauville- Kippwagen, 110 Kilometer Decauville- Bahn, 169 Lotozapfung wahrscheinlich ihrer unsäglichen Albernheit halber mag im vorliegenden Falle zutreffen. Allein, wer ist es mobilen, 268 Krahuen 2c. Zur Hinausführung des Kanals foll gänzlich verpufft. Das Blatt hat es nämlich fertig gebracht, denn, der die Reformen in der Türkei hintertrieben hat? die jezige Panama- Rail- Road- Linie verlegt werden, auch will Herrn Stöcker mit Babeuf zu vergleichen. Wir haben es Im Jahre 1874 wollte Midhat Pascha eine Verfassung man die Durchftechung durch Anlage von mehreren Seen er sofort fädelten die Russen den Krieg ein leichtern. Gegenwärtig sind an dem Kanalbau 2000 Arbeiter nicht nöthig, den kommunistischen Revolutionär Babeuf gegen einführen diesen ebenso herabwürdigenden wie unsinnigen Vergleich zu vers ganz wie 1828, wo sie auch unmittelbar nach den großen beschäftigt. Man hofft, diese Bahl demnächst auf 3000 au theidigen. Kreuz- Zeitung" aber und Volk", sekundirt von der Reformmaßregeln des Sultans Mahmud II. der Türkei den bringen. Die Versammlung hieß den Bericht gut und geGermania", nehmen sich des Hofpredigers a. D.- indem sie Krieg erklärten. Auch jetzt ist die Politik der Russen darauf nehmigte der Panama Rail Road einen Vorschuß von fünf ihm ein Zeugniß für christliche und patriotische Gesinnungs- gerichtet, ernsthafte Reformen der Türkei zu verhindern. tüchtigkeit ausstellen eifrig an, wohl in der Vermuthung, und feine der übrigen Mächte ist für solche Reformen bedaß jener Angriff den Zweck hat, den Hofprediger a. D. aus der geistert. Es ist alles Heuchelei und Komödie. tonservativen Partei herauszubugsiren, damit sie als gänz lich unverfälschte Unternehmer- und Großgrundbesitzer- Partei den Stumm und Kanit jederzeit zu Beutezügen gegen Volkswohlfahrt und Volksfreiheit bereit stehe. An solchen Streichen wäre Herr Stöcker, wie wir ihn kennen, sicher nicht hinderlich gewesen. Er ist nun aber einmal durch seine Bundesgenossenschaft mit den jüngeren Christlich- Sozialen diskreditirt worden für die Stumm und Konsorten. Die offiziöse Attacke auf ihn ist aber wiederum mit einer solchen Plumpheit unternommen worden, daß er vermuthlich nur Vortheil daraus ziehen wird. richten": * Deutsches Reich. " nenen Millionen. - Nach Arton Cornelius Herz! Die französische Regierung thut jetzt ernstliche Schritte, um die Auslieferung des Maunes zu erwirken, der im Mittelpunkt der Panama- Korruption stand, des Cornelius Herz. Dieser hat bisher seine Auslieferung dadurch vereitelt, daß er sich frant stellte und vermittelst ärzt. lichen Beugniffes sich bisher einem gerichtlichen Berhör zu entziehen wußte. Die französische Regierung hat jetzt die englische was dem englischen ersucht, ihn in seiner WohnungGesetz nicht zuwiderläuft- vernehmen zu lassen. Merk würdig, daß man nicht früher auf ein so einfaches Ausfunftsmittel verfiel. - zur Bereinfachung der Arbeiterverfiche ung schreiben die hochoffiziösen„ Berliner Politischen Nach" Wenn auch tiefgehende Aenderungen der Organisation noch nicht spruchreif find, bis zu ihrer befriedigenden Lösung vielmehr noch längere Zeit verfließen dürfte, so liegt es doch nicht in der Absicht, bis dahin alles beim alten zu lassen. Viel Aus Paris wird unterm 24. Dezember telegraphirt: mehr soll das, was auch ohne grundsäßliche Aenderungen der Gesetzgebung auf der Grundlage der bestehenden Einrichtungen persönlich mit Arton wegen Ankaufs von dessen Papieren versich bessern läßt, vorweg gebessert werden. Entsprechende Vor- handelt habe. Dieser hätte sich jedoch nie von seinen Papieren schläge sind im Reichsamt des Innern bereits ausgearbeitet trennen lönnen, weil er die Parlamentarier, welche zu ihm VerZur orientalischen Frage. Das Urtheil des worden. Sie unterliegen zur Zeit der Prüfung und Erwägung trauen hatten, nicht kompromittiven wollte. Andrieur glaubt, Publikums wird ganz abgesehen von dem politischendurch die am meisten an der Sache betheiligten Zentralstellen daß Arton jetzt seine Papiere noch zu seiner Vertheidigung geMoment durch zwei Thatsachen sehr beeinflußt: zu des Reichs und Preußen." brauchen wolle. nächst durch die mittelalterlichen Vorstellungen von den Türken, die in der Phantasie der Massen noch vielfach als grausame, jeder Schandthat fähige Heiden leben, wie sie vor Jahrhunderten der Christenwelt erschienen. Wenn man bedenkt, wie tief in gewissen Bevölkerungs: schichten noch der mittelalterliche Haß gegen die Juden wurzelt, dann kann man annähernd ermessen, wie groß Plößlich kam es ihr vor, als hätte sie ein Licht bligen sehen. Im ersten Augenblick hielt sie es für eine Täuschung ihrer brennenden Augen. Aber dann war es wieder da. Únd mit einem Schrei rannte sie vorwärts. Sie stürzte auf die Kniee und raffte sich wieder auf, arbeitete sich durch Schneewehen und fiel in Löcher und Gräbern, aber nach langen, langen Minuten der tödtlichsten Angst, der höchsten Anstrengung und Freude zugleich stand sie endlich vor ihrem Hause. Mit beiden Fäusten zugleich schlug sie an die Thür. ,, Anton! Anton!" Bon drinnen näherten sich Schritte der Thür, und der Riegel wurde zurückgeschoben. " Ich hab' den Buben was mitgebracht!... Ich hab' was mitgebracht!" fonnte Crescenz Heiderer noch hervorbringen, dann schlug sie mit Stock und Korb, so lang sie war, über die Schwelle, Nicolaus Krauß. " Stenglein contra UIt". Aus Leipzig ist Paris, 24. Dezember. Jufolge der Phosphorskandale be verschiedenen Blättern die seltsame Mittheilung zugegangen, der schloß der Generalgouverneur von Algier, den Direktor der InReichsgerichtsrath Dr. Stenglein habe gegen den verantwortlichen spektion der mineralogischen Dienste in den Regierungsrath zu Redakteur des Wigblattes Ult" Strafantrag wegen Ver- berufen, damit er die nothwendigen Aufschlüsse gebe und unleumbung gestellt. Der Uit" hätte beleidigende Angriffe, welche überlegte Beschlüsse verhindere. der Abg. Bebel im Reichstage gegen Dr. Stenglein richtete, wiederholt. Es handelt sich vermuthlich um ein in Nr. 51 des gestrigen Sitzung beantragte Le Breton, daß die Provenienzen Paris, 24. Dezember. Senat. Im weiteren Verlaufe der uit" abgedrucktes Gedicht unter dem Titel: Der Sang an aus solchen Ländern, in denen ein Goldagio bestehe, mit 8u Stenglein", in dem gewisse Ausführungen, die Herr Stengleinschlag 3zöllen belegt würden. Loubet bekämpfte diesen Zollin seiner in der Zukunft" abgedruckten Arbeit gemacht, humo- aufschlag mit der Behauptung, daß für die nächste Zukunft eine ristisch gloffirt wurden. viel wirksamere Lösung der Währungsfrage. zu erwarten sei. Leuten vom Schlage des Herrn Stenglein ist es von jeher höchst unbequem gewesen, wenn sich jemand unterfing, Wiße auf ihre Kosten zu machen. Die französischen Bimetallisten nehmen wie die deutschen den Mund recht voll, aber dadurch werden ihre prahlerischen Verheißungen um feinen Deut wahrscheinlicher. wurde der Finanzdirektor v. Bennigfen aus Dar- es- Salaam - Deutsche Kulturträger. Nach der Börsenhalle" Herr Bourgeois hat eine Rede gehalten, über die wegen 8 weitampfes mit dem Oberrichter in Ditafrika der Telegraph also zu berichten für nothwendig hält: Eschte vom Kriegsgericht des dritten Korps zu drei Monaten Paris, 23. Dezember. Der Ministerpräsident Bourgeois geftung verurtheilt. Der Raiser bestätigte das Urtheil. hielt auf einem Bankett des Verbandes für Unterrichtswesen eine Finanzdirektor v. Bennigsen trat die Strafe sofort in Wefel an. Rede, in welcher er die Solidarität der Volksklassen hervorhob Heute kommt indeß schon die Nachricht, der„ Rest der Strafe" und ihre gegenseitige Annäherung rühmend anerkannte. Der Minister erklärte, daß er in das nächste Budget den leitenden sei ihm im Gnadenwege erlassen". Das Gebahren jener beiden Duellanten muß den Schwarzen Grundsatz der Beihilfe und Vorsorge einzeichnen werde, denn es gewaltigen Respekt vor deutscher Geseßlichkeit eingeflößt haben. fei durchaus unzulässig, daß in einem demokratischen Staatswesen Altenburg, 21. Dezember. Der 2 andtag nahm ein- ein Menschenleben der nothwendigen Existenzmittel beraubt sei. Etwas dunkel ist der Nede Sinn. stimmig einen Antrag des sozialdemokratischen Kunst und Wissenschaft. Abgeordneten Buchwald an, die Regierung zu ersuchen, dem auch die Hausindustrie zu Das Leffing- Theater meinte gleichfalls mit seiner Weih- Fabritinspettor auch Russische Hände und Rubel in Abessynien. nachtsgabe vorauseilen zu müssen und so brachte es am Montag unterstellen. Der Vorsitzende des polnischen Ausschusses in Italien schreibt noch das neue Lustspiel Comtesse Guckerl" von Franz v. Schön München, 22. Dezember. Der Zentrums- Abgeordnete dem Mailänder Secolo", daß aus Rußland Waffen und Kriegsthan und Koppel- Ilfeld heraus. Der Vorhang geht Dr. Schädler fou ohl wie der liberale Dr. Klemm erklärten vorrath sowie 120 Offiziere nach Abessynien geschickt werden, um auf. Man sieht altväterlichen Hausrath, altväterliche sich im Finanz- Ausschuß für die Anstellung weiblich er die Truppen Mene lik's zu organisiren. Rußland arbeite in Afrika Kostüme und von Goethe wird gesprochen, nicht von Fabrik- Inspektoren. Der Minister des Junern will kräftig den Italienern entgegen. feiner Dichtergröße, sondern von feinen kleinen Mensch aber vorläufig nichts davon wissen; für später könne man die lichkeiten. Die Handlung ereignet sich zu Karlsbad 1818. Das Sache im Auge behalten. war die Ueberraschung, mit der Herr von Schönthan und sein Rompagnon diesmal kamen. " England. Italien. Serbien. Belgrab, 28. Dezember.( Melb. b. Köln. 3tg.") In der Stadt Kladowo wollte der Präfekt den liberalen Gemeinderath Es war aber nur eine leichte Vermummung; sie währte Zur Einführung des metrischen System 3 absetzen. Die Gemeinderäthe leisteten bewaffneten Widernicht lange, Schönthan's längst bekannten Epielereien beginnen hat sich in London eine aus sehr einflußreichen Perfön- ft and; die Bevölkerung fam ihnen zur Hilfe. Es entstand eine und füßvergnüglich wird das Thema: Was sich liebt, das neckt lichkeiten bestehende Kommission gebildet, welche jetzt Paris blutige Schlägerei, bei welcher viele verwundet wurden. fich", drei Afte hindurch fortgesponnen." Comtesse Gudert ist eine besucht, um dort die Vortheile des Metersystems genau fest- Die Gendarmen flohen, so daß das Militär die Dame, die jedermann so treuberzig in die Augen schaut, daß man sie in zustellen. Wir hätten gedacht, daß diese für alle vernünftigen Ordnung wiederherstellen mußte. In der nächsten Umgebung Wien stets Gräfin Guckerl( gucken schauen) nannte. Sie tann Menschen längst festgestellt seien. von Belgrad ist eine Haidukenbande aufgetaucht. auch so vüll liab weanerisch plauschen", daß es eigentlich beBei den Engländern war es blos die Gewohnheit, welche sie Rußland. fremdet, warum die Autoren, sonst so geistvoll, die Gräfin nicht am Ellen- oder Yardmaaß festhalten ließ, dessen Unbequemlichlieber Komteffe Goschert" genannt haben.( Goscherl gleich feiten fie infolge ihrer industriellen und kommerziellen Ueber-- Deutschenheze. Zur Zeit ist, wie der„ Köln. Volks Mündchen.) In diese zuckersüße Wienerin, die von legenheiten und auch weil es in den Vereinigten Staaten herrscht, Beitung" geschrieben wird, eine Deutschenheze in Rußland im Fräulein Jenny Groß zuckersüß gegeben wurde, verlieben sich nicht so sehr fühlten, als sonst der Fall gewesen wäre. An das Schwunge, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt. Alt und Jung, Generäle und Lieutenants. Nach einigem Verfteck- Metersystem. schließt sich das Liter system, überhaupt das Selbst die kleinsten Blätter in den verschiedensten Städten be= und Liebesspiel wird Comtesse Guckerl die Braut des fecken Dezimal system an. Es wäre eine wahre Wohlthat, wenn die schäftigen sich damit, das Auftauchen von Deutschen zu denun Offiziers Neuboff, den Herr Schönfeld spielte. Das Publikum Engländer ihren Abscheu vor dieser Neuerung aufgeben und so die ziren, besonders wenn fie Hausbesiger werden, und beklagen, daß war um in der Sprache Schönthan's zu bleiben, so vull liab", Einführung eines internationalen Maaßes, Gewichts und Geldes er- Karl Karlowitsch"( Spitzname für die Deutschen) immer weiter daß es über die zuckersüßen Schaumschlägereien wie ein unmöglichten. Die Vereinigten Staaten von Amerika, die das englische vordringe. An der Hand dieser Einzelangaben hat nun das mündiges Kind fich freute und Herrn v. Schönthan, der ein so Maaß- und Gewichtfyftem beibehalten haben, würden dem Beis Nab ljudaklj eine Statistik" entworfen, aus der hervorgeht, daß freundlicher, netter Herr ist, mehrfach rief. spiele Englands unzweifelhaft sofort folgen. Für das Geld z. B. in Kowno, einer Grenzstadt und Festung ersten Ranges", Türkei. " Ronstantinopel, 24. Dezember. Die Stellung der Aufständischen von Zeitun ist von zehn Bataillonen und zwei Batterien umzingelt. Die von den Armeniern angebotenen Uebergabe- Bedingungen sind zurückgewiesen worden; von den Unterhändlern wurden fünfzehn als Geiseln zurückbehalten und Elektrizitätswerke die übrigen mit der Forderung bedingungslofer Uebergabe zurückgesandt. Eine Antwort auf diese Forderung ist noch nicht erfolgt. Die Beschießung von Zeitun hat noch nicht begonnen; bis jetzt wurden nur Schreckschüffe abgegeben. Wie türkische Blätter melden, hat ein Frade des Sultans die Mobilifirung vier weiterer Bataillone Redifs im Vilajet Smyrna angeordnet. " Kreta. Die Times" melden aus Athen: Der englische Botschafter in Konstantinopel Gurrie telegraphirte an den englischen Ronful in Kreta Biliotti, der Großvezir habe ihm die Zusicherung gegeben, daß die türkischen Truppen starken Mangel an Kenntniß der auf Kreta teine weiteren Angriffe unterhältnisse. nehmen würden, außer wenn sie herausgefordert oder selbst angegriffen würden. ein Zehntel der Hausbefizer Deutsche seien. In Kiew, der Mutter| Dr. Lux noch vor 3 Jahren sehr despektivlich von den Aktien| lohnung von 1 Mart festem Tagelohn und 25 pet. der Tages der russischen Städte" befänden sich Deutsche erst seit zehn gesellschaften gedacht und geschrieben hat. einnahme festzuhalten. Sollten die Kutscher in einen Streit ein Jahren(?), und doch hätten schon 150 Häuser deutsche Besizer."... Einzelne Wenige schöpfen noch von dem im Innersten treten, so sind die Fuhrherrn gewillt, den festen Lohn ganz fallen In Plozi, Suwalki, Warschau u. f. w. sollen schon viele" Häuser geregelten Produktionsmechanismus, wie er von Beamten und zu lassen und den Kutschern nur 333 pt. der Tageseinnahme deutsche Eigenthümer haben, aber in Lodz, Tomaschen und Arbeitern, von Ingenieuren, Physikern und Chemikern in tausend- als Lohn zu gewähren. Schulz wies darauf hin, daß die FuhrSosnoczwa befänden sich fast alle(??) Häuser in deutschen fach geordneten Wechselbeziehungen geleitet und erhalten wird, unternehmer über eine starke Organisation und über eine noch stärkere Händen. Diese zweifellos übertriebenen Angaben bezwecken mit als Drohnen den Mehrwerth als Honigseim ab, aber das ist Kasse verfügen, aus welcher für jeden Wagen, der durch Streif zum Erfolg, die Maffen gegen die Deutschen aufzureizen; bezeichnend auch ihre ganze Thätigkeit, nichts mehr. Sie könnten sterben, Stillstand kommt, 3 M. Entschädigung gezahlt werden wird. ist, daß die Zensur diese Hezartikel ruhig passiren läßt. verderben, alle ihre bunten Aktienpapierchen tönnten verbrennen Mit diesem Umstande sei zu rechnen. Die Fuhrherrn hätten sich und die zahlreichen Betriebe würden darum auch nicht einen verpflichtet, diesen Beschluß bei 500 M. Geldstrafe hochzuhalten. einzigen Moment still stehen." Indessen sei eine derartige Konventionalstrafe nicht einklagbar. So Lux vor drei Jahren und heut ist aus dem sozialdemo- Gerade jetzt, wo von allen Kanzeln Friede auf Erden" gepredigt fratischen Saulus ein manchesterlicher Paulus geworden, der in werde, erscheine die Handlungsweise der Fuhrherrn den Kutschern feinem Hymnus auf die Aktiengesellschaften die die kühne gegenüber in einem ganz besonderen Lichte. Nicht einmal die Behauptung aufstellt, daß der städtische Betrieb der 50 Pf. Lohnzulage, welche die Kutscher, die den Fuhrherrn doch einen reaktionären Stillstand in tech das Geld verdienen müßten, fordern, wolle man gewähren! nischer und einen ausgesprochenen Rückschritt in finanzieller Allerdings, meinte Schulz, tönnte auch die Kaffe der Fuhrhinsicht bedingen würde. Wir wissen nicht, aus welchen Quellen herren nicht bestehen vor dem festen Willen der Kutscher, Dr. Lux die Ansicht von der Unentbehrlichkeit der Aktiengesell- fofern diefer ein fester ist.( Bravo!) In der lebhaften schaften für die öffentliche Wohlfahrt geschöpft hat. Im be- Debatte, die sich um die Hauptfrage drehte, ob in einen Streit sonderen vermissen wir den Nachweis dafür, daß es im öffent- eingetreten werden solle, rieth niemand vom Streit ab. G lichen Interesse geboten ist, den Bestrebungen, die darauf abzielen, wurde darauf hingewiesen, daß alles versucht worden wäre, die die kapitalistische Ausbeutung städtischen Eigenthums zu beseitigen, Angelegenheit in Güte zu regeln. Wenn dies nicht möglich gehindernd in den Weg zu treten. wesen sei, so wäre dies nicht Schuld der Kutscher. Von allen Was Lux in dieser Hinsicht schreibt, ist theils nicht wahr, Rednern wurde auf die Konsequenzen hingewiesen, die ein theils ungemein übertrieben, und zeugt außerdem von einem Streitbeschluß nach sich ziehen werde, ziehen müsse. Niemand thatsächlichen Ber- verkannte die Opfer, welche gebracht werden müßten. AndererWas soll man 3. B. dazu sagen, wenn seits aber wurde hervorgehoben, daß gerade die bevor Lux als Motiv für die Verewigung des heutigen stehenden Feiertage für einen Streit sehr günstig seien, Zustandes von einer Einnahme von 2-3 Millionen Mark indem durch den Ausfall der Feiertags: Einnahmen die fabelt, welche die Stadt jährlich von den Berliner Elektrizitäts Fuhrherrn am ehesten zum Nachgeben genöthigt werden würden. werken erzielt. Vor uns liegt der Stadthaushalts- Etat pro Unter den Anwesenden herrschte eine sehr entschlossene Stimmung. Die Hungersnoth in Deutschostafrika, die 1. April 1895/96, aus dem wir ersehen, daß die Abgabe der Zur Vorlage gelangten zwei Resolutionen, von denen die erstere in Sommer und Herbst dort wüthete, hat auch den Karawanen- Aktiengesellschaft Berliner Elektrizitätswerke" für das laufende unter Berücksichtigung der bestehenden Verhältnisse fich für eine verkehr fast unmöglich gemacht. Eine Missionsfarawane der Etatsjahr mit 550 000 m. eingesetzt ist. Also nicht 2-3 Mill., Bertagung des Streits bis zur Gewerbe- Ausstellung, die zweite Weißen Väter, die am 5. September Bagamoyo verlassen hatte, sondern 1/2 Mill. Mt. zahlt die Aktiengesellschaft für die Erlaubniß, dagegen sich für eine Arbeitseinstellung vom ersten Weihnachtsmuß, wie der Köln. Voltsztg." berichtet wird, infolge der auf und unter den Straßen Berlins zu wirthschaften. Der Feiertage ab aussprach. Nach reiflicher Erwägung wurde mit Hungersnoth oft vier bis fünf Tage lang marschiren, ohne Uebereifer, mit dem Dr. Lux seinen Befähigungsnachweis als allen gegen eine Stimme folgende Resolution gefaßt: Lebensmittel für die Träger und Esel zu finden. In Mpwapwa Borkämpfer für das in Elektrizitäts Attien investirte Kapital Die heute im Englischen Garten versammelten Tarameterzahlten die Missionare für 30 Liter Mtama( Negerhirfe) liefern will, hat ihn Behauptungen aufstellen laffen, die Droschkentutscher Berlins und der Umgegend beschließen: Da die 15 Rupien 16,50 Mart. Jufolge diefer Hungersnoth," ein bezeichnendes Licht werfen auf die mit der Ver- Droschken- Fuhrherren Berlins und der Umgegend, speziell schreibt P.. Loonus, ein Mitglied der Missionsfarawane, ist unser theidigung und Verherrlichung der Elektrizitätswerte ver die Besitzer von Taxameterdroschken auf die von Weg wieder mit menschlichen Steletten wie befät; fein Tag vergeht bundenen Absichten. Die Lug'sche Schwarzmalerei wird Rutschern gestellten Forderungen Erhöhung des täglichen ohne daß wir einige antreffen. In verschiedenen Distrikten hat es nicht verhindern, daß die Berliner Elektrizitäts Werke" Lohnes von 1 M. auf 1,50 M. und Erhöhung der 25 pt. der die Hungersnoth so gewüthet, daß man dort durch ganze Reihen von der Stadt übernommen werden, denn grade der gegen Tageseinnahme auf 30 pet., sobald diese 10 M. und darüber von Thiersteletten marschirt. Kein Wunder, daß die Träger aus wärtige Moment, in dem die Umwandlung des Pferdebahnbetriebes beträgt eine strikte ablehnende Antwort ertheilt haben, so dem Innern nicht mehr zur Küste kommen, um sich dort anwerben in elektrischen bevorsteht, legt der Stadt die Pflicht auf, Einrich- wird vom 25. d. Mts. an bei allen denjenigen zu laffen, wodurch die Verbindung doppelt erschwert und der tungen zu schaffen, welche die Herstellung der zum Betriebe noth- Drosch fenfuhrherren, welche bis dahin die vor Transport überaus theuer wird." wendigen Kraft unabhängig von fremden Unternehmern machen: genannten Forderungen nicht bewilligt haben, Die sich zu ungeahnter Ausdehnung steigernde Verwendung der die Arbeit eingestellt, d. h. das Fuhrwerk bleibt stehen. elektrischen Straft für industrielle und gewerbliche Betriebe, sowie Jeder Kutscher ist verpflichtet, seinen Fuhrherrn von diesem Befür Beleuchtungs- und Verkehrszwecke macht die Errichtung eigner schlusse in Kenntniß zu sehen. Ferner hat jeder Rutscher, welcher städtischer Werte zu einer gebieterischen Nothwendigkeit und es zu bewilligten Forderungen weiter fährt, täglich 50 Pf. aur wäre von dem Standpunkte einer gesunden, der Gesammtheit Unterstüßung der Streifenden abzuführen." und nicht Einzelinteressen dienenden Wirthschafts- und Finanz- Die näheren Bestimmungen wird ein Flugblatt enthalten, politit der Stadt, nicht zuverstehen, wenn man den Lux, das schleunigst vertheilt werden soll. In einem begeisterten Ho schen Mahnungen folgend, die Elektrizitätswerke in den auf die moderne Arbeiterbewegung tlang die Versammlung hoff Händen des Privatkapitals ließe. Alle Einwendungen, die nungsfroh aus. ur gegen die Uebernahme der Werke macht, sind Wiederholungen von Redenkarten, die wir zum Ueberdruß schon vor Luy aus manchesterlichem Munde gehört haben. Kein angeſtellter Beamter Afrika. - Deutsche an der Delagoa Bai. Von Lourenco Marques tommt die Kunde, daß viele deutsche Privatleute und Bertreter von Syndikaten bemüht seien, alles taufbare Land an der Delagoa- Bai an sich zu bringen. Ende November sollte Rittmeister von Schwerdtner in Delagoa- Bai eintreffen, um als Abgesandter der Chemnitzer Kolonial- Gesellschaft die Einwald'sche Gründung zu untersuchen. Stepniak gestorben. Wir bekommen aus England die er schütternde Nachricht, daß der unter dem Namen Stepnia bekannte russische Emigrant Krawtschinsky gestern von S Behauptung allein verleiht derselben noch keine Beweiskraft. Und nicht einen einzigen Beweis hat Lug dafür angeführt, daß ein in städtischer Regie betriebenes Wert nicht ebenso gut und vortheilhaft funktioniren kann als eine von einem oder mehreren Direktoren preisgebend, der kapitalistischen Aktienwirthschaft das Wort redet, geleitete Aktiengesellschaft. Daß Lux, seine bisherigen Grundsätze tann an unseren gegentheiligen Ueberzeugungen selbstverständlich nichts ändern. Wir haben uns nur mit der Thatsache abzufinden, daß der Kapitalismus über eine Feder mehr verfügt. Partei- Nachrichten. " den Bericht über seine Versammlung:" Von einer Mahnung an die Herr Th. v. Wächter schreibt uns in Beziehung auf den Armen, den Christen, die es ernst mit ihnen meinen, dankbar zu Wie stets betonte ich, daß jede Wohlthätigkeit ein leider vorerst Armen, zu dem ich sie energisch aufforderte, sie selbst zum Sieg noch nothwendiges Uebel sei, bis der Freiheitskampf der Armen, zu dem ich sie energisch aufforderte, sie selbst zum Sieg geführt hätte.- Gine Versorgung der Obdachlosen war nicht geplant und daher auch nicht von Anfang an versprochen. Erst es feien Leute da, die heute Nacht obdachlos bleiben müßten, als im Laufe des späteren Abends dem Bureau mitgetheilt ward, wurde diesen noch möglichste Versorgung versprochen, was aber dann infolge der großen Anzahl nur mit Bertheilung der paar Pfennige erfolgen konnte, die anderen Tages bei mir abgeholt werden mußten, da jede andere Vertheilung unmöglich war. Eine Anzahl fonnte auch noch in Kaffeehäusern unter gebracht werden. Der Rest der Sammlung, der etwa nicht ab geholt werden sollte, wird dem Komitee für das neu zu erbauende Asyl übergeben werden." Arbeiter- Bildungsschule. Die Weihnachtsferien dauern vom 22. Dez. Freitag, den 3. Januar 1896. 1885 bis einschließlich 2. Januar 1896. Wiederbeginn des Unterrichts am einem Eisenbahnzuge überfahren wurde und an den Verlegungen als der Schriftsteller Lux es gethan. Aber die Lebhaftigkeit der sein, war in meinem Vortrag mit keiner Silbe die Rede. gestorben ist. Der Verstorbene war einer der energischsten und muthigsten Borkämpfer gegen den russischen Despotismus. Zu der Zeit des terroristischen Kampfes spielte er eine der bedeutensten Nollen Er war es der fünf Monate nach der Freisprechung der Vera Sassulitsch am 16. August 1878 auf offener Straße in St. Petersburg den Chef des Gendarmenkorps Mesentzeff stödtete und sich darauf angesichts eines zahlreichen Publikums in einer Droschke flüchtete, auf welcher sein Gefinnungsgenoffe als Drofchtenkutscher verkleidet saß. Später, im Auslande als Emigrant lebend, hörte Stepniat niemals auf, für die russische Bewegung thätig zu sein. Bei der Gemeinderathswahl in Stetsch siegte in der Seine von einem Hauche der Poesie durchwehten Schilde- Klasse der Unansässigen der Kandidat der Sozialdemokraten mit rungen des Lebens und Wirkens der russischen Revolutionäre, 37 Stimmen. Der gegnerische Kandidat erhielt 37 Stimmen. wie die Broschüre:„ Das unterirdische Rußland" und der Roman Bei den Wahlen zum Gewerbe Schiedsgericht in „ Die Laufbahn eines Nihilisten"( welcher lettere auch Hirschberg in Schlesien stegte die Liste der vereinigten Geden Lesern des Vorwärts" noch erinnerlich sein dürfte) werkschaften mit großer Majorität über die Liste der Hirschhaben bei vielen ausländischen Lesern die Sympathie für auf ihre Kandidaten vereinigten. Duncker'schen Gewerkvereine, die eine ganz geringe Stimmzah die russischen Revolutionäre erweckt und bei vielen russischen Lesern eine revolutionäre Begeisternng entfacht. Die im De zember 1889 in London gegründete„ Gesellschaft der englischen Freunde der russischen Freiheit" verdankt ihre Entstehung theilweise der der Agitation von Stepniat und im Sommer des Jahres 1891 gründete er mit( 9) vier anderen FlüchtGenosse Franz Schmidt in Neumark in Sachsen, der lingen in London den Fonds der freien russischen zu einer vorher verbotenen Versammlung Plakate angeschlagen Presse. Bis zur letzten Zeit war er schriftstellerisch thätig: aus hatte, war vom Schöffengerichte zu brei Wochen Haft verurtheilt seiner Feder stammt das Vorwort zu Tolstoy's Schrift über die Erfolg, als das Landgericht die Saft in eine Geldstrafe von worden. Er legte dagegen Berufung ein und hatte in so weit Duchoboren Verfolgungen, welche vor kurzer Zeit von dem 30 m. umwandelte, an deren Stelle im Falle des Nichtzahlens Londoner Fonds herausgegeben worden ist. An dem Tage, wo eine Haft von sechs Tagen tritt. das russische Volt, von seiner politischen Knechtschaft befreit, der Männer gedenken wird, welche für seine Freiheit und sein Wohl ihr Leben eingesetzt und die bitterste Noth gelitten haben, wird es auch Stepniat's dankend gedenken! " Aktiengesellschaft oder lädtische Regie? Polizeiliches, Gerichtlchies 2c. Von der Straffammer in Gera wurde der Redakteur der, Reußischen Tribüne", Genosse Seifarth, wegen einer Boykottnotiz mit Hilfe des dolus eventualis zu 25 M. Geldstrafe oder 5 Tage Haft verurtheilt. Das Schöffengericht hatte seiner Zeit auf Freisprechung erkannt. Gewerkschaftliches. Tandemannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, den 25. Dezember 1895( 1. Weihnachts- Feiertag), abends 6 Uhr, Weihnachtsfeier, verbunden mit Kinderbescheerung, Borträge des plattdeutschen Boltshumoristen A. Lüders, Tannenbaum, Tanz in Th. Bolz' Festfälen, Alte Jakobstr. 75. Landsleute, sowie Gäste sind willkommen. Stockarbeiter. Sonntag, den 29. Dezember, vormittags 9% Uhr, Mitglieder- Bersammlung bei Keller, Stoppenfir. 29. Vortrag des Genossen Jahn über die Idee der Menschwerdung". öffentliche Schuhmacher- Bersammlung in Cohn's Festfälen, Beuthstr. 22. Achtung, Schuhmacher! Freitag, den 27. Dezember, vorm. 10 Uhr, Theater- und Vergnügungsverein Tarragona. um ersten Wethnachts- Feiertag Sigung abends 5 Uhr bei Herrn H. Dreßler, Barnimstr. 16. Nachher Fidelitas. Depelthen und lehte Machrichten. Kommission für die Ausstellung von 1900 sprach sich mit allen Paris, 24. Dezember.( W. T. B.) Die parlamentarische gegen eine Stimme im Prinzip für die Ausstellung aus. Belgrad, 24. Dezember.( B. H.) Gestern wurde im Gebäude der Stupfchtina der Vicepräsident derselben, Majovic, von einem jungen Menschen mit dem Stocke angegriffen. Dieser wurde festgenommen. Sämmtliche Mittheilungen von Organisationen, vor allem folche über Washington, 24. Dezember.( W. T. B.) Aus sicherer der Finanz= Ausstände oder Aussperrungen, müssen stets den Stempel der betreffenden Quelle verlautet über die Bestimmungen Organisation tragen. vorlagen des Budget Ausschusses, welche als Der verantwortliche Redakteur des Vorwärts", entsprechende Antwort auf die Botschaft des Präsidenten Genoffe Kunert, hat, trotzdem ihn das Schöffengericht in Cleveland im Repräsentantenhause eingebracht werden sollen, ähnlicher Sache bereits freigesprochen hat, wieder einen daß die erste Vorlage, welche die Vermehrung der Staatsamtsgerichtlichen Strafbefehl erhalten, wonach er 50 M. und die einfünfte zur Vermeidung eines Defizits verfügt und die Noch ehe das Jahr zur Rüste geht hat es dem Kapitalismus often berappen oder 10 Tage hinter eisernen Gardinen ver- bis zum 1. August 1898 in traft bleiben soll, die Belegung einen neuen Helfer geboren. Das jüngste Kind fapitalistischen brgen foll, weil er durch Veröffentlichung einer Bekanntmachung von Wolle und Wollwaaren sowie von Bauholz mit einem Wagemuths nennt sich„ Die Welt am Montag", es ist in die der Sattler Agitationskommission, worin die Sattler ersucht Boll bestimmt, dessen Höhe 60 pCt. der Tariffäße des Form des Zeitungsunternehmens gegossen und giebt sich wurden, bei einer gewissen Firma nicht in Arbeit zu treten, sich Mackinley- Gesetzes beträgt. Ferner verfügt die Vorlage dazu her, speziell das Kapital, welches fich bie groben Unfugs schuldig gemacht habe. Natürlich wird gegen eine Erhöhung der gegenwärtigen Bollfäße für Getreide, industrielle Ausbeutung städtischen Grund und Bodens zur Auf diesen Strafbefehl Widerspruch erhoben werden. Dem Bor Brotstoffe, Bieh, Molkereiprodukte und Geflügel gabe gemacht hat, literarisch zu unterstüßen. Als erste Frucht sißenden der genannten Kommission ist in gleicher Straffache 25 pet., und endlich eine allgemeine 15 prozentige Erhöhung einer im verschwiegenen Gründungsstübchen stattgehabten tapi- derfelbe Strafbefehl zugegangen. der anderen Tarife, welche jedoch keinesfalls die Säße des " " talistisch- wissenschaftlichen Umarmung finden wir einen Artikel, Achtung, Parquetbodenleger! Die Lohndifferenzen bei Mackinley- Tarifs übersteigen foll, mit Ausnahme der Fälle, für das wirthschaftliche Leben der Gemeinde schildert und lichen Bergleich beigelegt. Die Werkstatt- Kontrollkommission des hält. der in glänzenden Farben die Vortheile der Aktiengesellschaften der Firma kamp meyer, Holsteiner User, find durch güt- wo der gegenwärtige Tarif höhere Säge als jener ent= Die zweite Vorlage verfügt die Emission eines im Prophetenton Davor warnt, daß die Berliner deutschen Holzarbeiter- Berbandes( Bahlstelle Berlin). unbeschränkten Betrages 3 prozentiger auf 5 Jahre lautender Elektrizitätswerke" in städtischen Besitz und Regie genommen werden. Schweres Unheil würde nach Ansicht des Verfassers besitzer Job. Jansen in Eupen ließ, wie die Köln. 3tg." Auch eine Weihnachtsbescheerung! Der Lohnweberei Coinbonds zum Schuße der Goldreserve, unter der Bedingung, daß Auch eine Weihnachtsbescheerung! Der Lohnweberei dieselben zur Einlösung des Papiergeldes und nicht zur Deckung über die Stadt hereinbrechen, wenn dieselbe es wagen sollte, in die geheiligten Jagdgründe der Inhaber von Elektrizitätsaftien mittheilt, feinen sämmtlichen a usständigen Webern mit schwebender Defizits verwendet werden. Ferner bestimmt diese einzubrechen, um dort selbst auf Profit zu pürschen. Die Ironie theilen, daß ihre Entlassungspapiere auf dem Polizeiamt bereit weite Borlage die Ausgabe zweiprozentiger Schatzertifikate auf der Defizits. des Schicksals will es, daß der Artikel, welcher dem lägen, und forderte sie auf, ihren rückständigen Lohn in Empfang ein Jahr im Höchstbetrage von 50 Millionen Dollar zur Deckung Trasfesten Manchesterthum huldigt, von einem Manne zu nehmen. Dar- es- Salaam, 23. Dezember.( W. T. B.) Nach der Gefangennahme Hassans bin Omar hat auch der seit Jahren mbotmäßig gewesene Häuptling Matchemba sich unterworfen un nicht nur die Waffen ausgeliefert, sondern auch eine Buße Elfenbein gezahlt. Die friedlichen Zustände find -W In Gent fireifen 2000 Zeptilarbeiterinnen. Versammlungen. an geschrieben ist, der bisher der bisher in den Reihen der Sozialdemokratie gegen die fapitalistische Ausbeutung in jeder Form tämpfte. Mit der allen Neubekehrten eigenen Lebbaftigteit behauptet Dr. H. Lur er ist der jüngste Borkämpfer der Aktiengesellschaft, wenigstens so weit die Elektrizität in Frage Zur Lohnbewegung der Taxameter- Droschkentutscher. zufolge des persönlichen Eingreifens des Gouverneurs im Süden tommt daß die Stadtgemeinde nicht im stande ist, die Am 23. d. M. wurde wieder eine Versammlung der Droschten wie in ganzen Schuhgebiet wieder hergestellt. Auch die FriedensSchwierigkeiten der Betriebsleitung zu überwinden, und daß futscher Berlins und der Umgegend im Englischen Garten ab- verhandlungen mit ahehe, welche seit Monaten von dem eine Stadtverwaltung unter doppelt und dreifach schweren Verhält- gehalten, wo Hermann Schulz berichtete, daß der Beschluß zur früheren Wißmanntruppe gehörigen Kompagnieführer niffen produzirt als eine Aktiengesellschaft. Bielleicht fennt der Fuhrherrnversammlung, die am vorigen Freitag bei Dräfel v. Elpons in geschickter Weise geleitet sind, haben durch Dr. Luy noch das von ihm im Jahre 1892 herausgegebene tagte, nicht zu gunsten der Forderung der Kutscher ausgefallen Unterwerfung des Oberhäuptlings einen endgiltigen und zufriedens „ Sozialpolitische Handbuch", aus welchem zu ersehen ist, daß list. Diese haben bekanntlich beschlossen, an der bisherigen Entstellenden Abschluß gefunden. Verantwortlicher Redakteur: Frih Kunert, Schöneberg- Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen 1. Beilage zum Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 301. Abonnements- Einladung. Mittwoch, den 25. Dezember 1895. 12. Jahrg. Egoismus der Unternehmer immer mehr zu zielbewußten Sozial- mit der Stadtgemeinde die Kosten für die Unterhaltung der demokraten herangebildet werden. Ist daher vom rein mensch- Uhren nachträglich versetzt werden. lichen Standpunkte aus der jezige Rutscherstreik von jedermann Mit dem 1. Januar eröffnen wir ein neues Abonne- gutzuheißen, so verdient derselbe vom Parteistandpunkte aus schau", Dr. Hempel, und dem Redakteur des Beiblatts für Der Bruch zwischen dem Verleger der Täglichen Rund.. ment auf den besondere Sympathie und die Arbeiterschaft wird sicher wissenschaftliche Auffäße, Dr. Lange, ist endgiltig zum Austrag nicht verfehlen, den streikenden Kutschern ihre Solidarität zu gekommen. Dr. Lange hat am Montag dem Orte seiner bis„ Vorwärts" mit der illustrirten Sonntags- Beilage Die Neue Welt". Es ist die Pflicht eines jeden Parteigenossen, für die Weiterverbreitung des Zentralorgans der Partei nach Kräften thätig zu sein. Aber auch für die nicht der Partei Angehörigen, und selbst die ihr feindlich Gesinnten ist es nothwendig, daß sie sich über Wesen und Ziele der stärksten Partei Deutschlands unterrichten, und das erreichen sie am besten durch Lesen des Vorwärts". " " beweisen. Eine sonderbare Darstellung finden wir nach der er folgten Haftentlassung unserer Parteigenoffin Jda Altmann in verschiedenen Blättern. Es heißt da: herigen Thätigkeit Lebewohl gesagt und ist auf Veranlassung des Dr. Hempel aus der genannten Stedaktion ausgeschieden. Borläufig nimmt Herr Dr. Lange in Groß- Lichterfelde seinen ständigen Aufenthalt und wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach als Mitarbeiter ähnlich gefärbter Beitungen seinen Lebensunterda" Altmann, ist heute Vormittag 11/2 Uhr nach zehntägiger halt suchen. " Die Jugendlehrerin der Freireligiösen Gemeinde", Fräulein Haft aus dem Polizeigefängniß am Alexanderplatz entlassen worden. Sie wurde sehr rücksichtsvoll behandelt; man bewilligte Berliner Schuyleute furz vor dem Fest noch bedacht worden. Mit einem großartigen Weihnachtsgeschenk find die ihr Einzelhaft sowie Selbstbeköstigung und Selbstbeschäftigung. Die Spangen der Kriegsdenkmünze, auf denen die Namen der Auch war ihre Belle bis 9 Uhr abends beleuchtet." Es war einfach Pflicht und Schuldigkeit der Behörde, der Schlachten verzeichnet sind, die der Ausgezeichnete mitmachen Verbrecherin" die erwähnten„ Vergünstigungen" während der aus- mußte, sind gestern nämlich den in betracht kommenden Schutzausleuten Daß unser Blatt in bezug auf politische Dinge vor- fteht, zu gewähren. In Preußen Deutschland denkt wahrlich gestandenen Haftstrafe, die in einfacher Freiheitsentziehung be- leuten von der Behörde unentgeltlich geliefert worden. trefflich informirt und häufig in der Lage ist, Nachrichten teine Behörde daran, politische Sünder mit ganz besonderer machung: Bom 10. Januar 1896 ab werden die auf der Bahn, Die hiesige Eisenbahndirektion erläßt folgende Bekannt zu bringen, die keinem anderen Blatte zur Verfügung Rücksicht zu behandeln. auf den Stationen und in den nicht in die Stadtbahnhöfe ein stehen, das ist allseitig anerkannt. Ueber dem politischen Theil wird aber der Unterhaltungssicherung vortrefflichen Verhältniß, das zwischen den Beamten Vorortstrecken zur Aufbewahrung abgeliefert und erst nach AbEin bezauberndes Bild von dem nach offziöser Verlaufenden Bügen aller Berliner Vorortstrecken gefundenen Gegenstände an die Berliner Eisenbahnhöfe der betreffender theil des Vorwärts" keineswegs vernachlässigt. Dem und ihrer vorgesetzten Behörde herrschen soll, erhält man, wenn Feuilleton widmen wir die größte Aufmerksamkeit. Jezt man die Meldungen liest, die über die Weihnachtsgratifitationen auf einer Zeit von acht Tagen dem Fundbureau auf dem veröffentlichen wir einen Original- Roman aus und deren Wirkung einlaufen. Ueberall Enttäuschung. So wird, Schlesischen Bahnhofe hier zur weiteren Aufbewahrung 2c. überder Gegenwart: Clotilde", von H. W. M. berichtet: wiesen. Die im Berliner Vorortverkehr verlorenen oder zurückvon Walthausen, der in einer deutschen Residenz Die Weihnachtsgratifitationen für die Eisenbahnbeamten der gelassenen Gegenstände können daher innerhalb der obigen Frist stadt spielt und tiefe Blicke in das Leben der guten Gesell äußeren Dienststellen( Stationen 2c.) sind in diesem Jahre gegen Endbahnhöfen bezogen werden. Berluftanzeigen sind mithin zu von 8 Tagen nur von den in betracht kommenden Berliner schaft" thun läßt. über den Vorjahren in außergewöhnlich geringer Zahl zur Bertheilung gelangt, derart, daß selbst auf größeren Dienst- nächst an die Fundaufbewahrungsstelle des betreffenden Endftellen mit starkem Personal nur zwei bis drei Beamte damit bahnhofes zu richten. Hinsichtlich des Berliner Stadt und bedacht worden sind. Die große Mehrzahl aller derjenigen Be- Berbindung steht, und des Fernverkehrs bleibt es auch nach dem Ringbahn- sowie Borortverkehrs, welcher mit der Stadtbahn in amten, welche auf diese Weihnachtsfreude zum theil mit Sicher Berbindung steht, und des Fernverkehrs bleibt es auch nach dem heit gehofft hatten, ist daher bitter enttäuscht und über 10. Januar 1896 bei den bisherigen Bestimmungen. die Sparsamfeit" der Eisenbahn Verwaltung auf das Gleich Curtius und Mommsen in der philosophischäußerste verstimmt. Die Höhe der vertheilten Gratifi historischen Klasse hat nun auch Prof. du Bois- Reymond in der fationen beträgt bei den Unterbeamten( Weichenstellern u. s. w.) physikalisch- mathematischen Klasse das Amt eines ständigen 20 M., bei den mittleren Beamten 40 bis 60 M. Ganz leer Sefretärs der Akademie der Wissenschaften niedergelegt. Bei ausgegangen sind wie überhaupt immer die Hilfsbeamten und seinem hohen Alter hat ihn, wie die" Nat.- 3tg." hört, die stets sogenannten Gehilfen( Schalterbeamten u. dgl.). wachsende Laft der Geschäfte dazu bestimmt. Zu seinem Nach folger ist vorbehaltlich der kaiserl. Bestätigung der Anatom Prof. Dr. Wilh. Waldeyer von der Klasse gewählt worden. Den neuen Abonnenten wird der bereits gedruckte Anfang dieses höchst spannenden Romans gratis nachgeliefert. Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, so wie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennige frei ins Hans. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnes ments zum Preise von 3,30 M. für die Monate Januar, Februar und März entgegen.( Eingetragen in der Post- Zeitungsliste für 1896 unter Nummer 7277.) Redaktion und Expedition des ,, Vorwärts". Lokales. = Die Sache liegt bekanntlich so, daß die Unterbeamten bei dem niedrigen Gehalt, das sie beziehen, sehr auf die färgliche Gabe angewiesen sind, die sie bislang zum Fest bezogen haben. Mit welcher Begeisterung mögen diese Leute am Schluß des Jubeljahres den Bersorger Staat loben. " am in den Finger. 0 Dame verursachten in vorletzter Nacht gegen 22 Uhr vor dem Deutsches Heldenthum. Gellende Hilferufe einer jungen Café Friedrichshoi einen großen Auflauf. Die Dame, deren Gin Gatte in einiger Entfernung folgte, wurde an der Koch- und Warnung vor Weihnachtsgratulanten". eigenartiger Schwindel ist in den letzten Tagen in der Chauffee- Friedrich- Straße von einem Soldaten belästigt, und als sie straße und vermuthlich auch anderwärts versucht worden. Leute, sich dieses kurz verbat, von dem Soldaten ins Gesicht ge die sich einen leichten aber unehrlichen Verdienst schaffen wollten, schlagen, worauf sie laut um Hilfe rief. Nun tam schnell gingen dort von Haus zu Haus, von Wohnung zu Wohnung, ein anderer junger Mann hergelaufen, schug ebenfalls ein gaben sich als Schornsteinfeger oder Straßenkehrer 2c. aus und paar Mal auf die Dame mit einem Stock ein und lief Wie im Inferatentheil schon mehrfach bekannt gemacht, gratulirten zu Weihnachten. In vielen Fällen ist dieser mit dem Soldaten in gleicher Richtung nach der Wilhelmfindet am 3. Weihnachtsfeiertag in der Brauerei Fried. Schwindel geglückt. Man sei also vor ähnlichen Schwindlern Straße zu. Ein Droschkentutscher stellte den Zivilisten am Ende richshain" am Königsthor ein großes Botal Sonzert jetzt zu Weihnachten und zu Neujahr auf der Hut und lasse sich der Kochstraße, worauf der rohe Patron zur Wache sistirt wurde, statt. Dasselbe ist von den Männer- Gesangvereinen„ Norddeutsche von diesen Gratulanten stets ihre Legitimation vorzeigen. während der Soldat entkam. Die beinahe bewußtlose Dame, die Schleife"," Nordwacht" und„ Olympia", sowie den gemischten Chören Freia I"," Freundestreue"," Glockenrein" und„ Alpen- Vom Beamtenbeleidigen. Als zu Anfang des Jahr anscheinend erheblich verletzt, wurde von ihrem Gatten in ihre Wohnung gebracht. Der Sistirte ist der Sohn eines Schlosserveilchen" veranstaltet. Aus dem reichhaltigen Programmi sei hunderts das Preußenthum in wohlverdienter Weise zur Naison meisters in der Charlottenstraße. In Rixdorf soll einem besonders die mit so großem Beifall aufgenommene melo- gebracht wurde, da dämmerte auch in dem Könige Friedrich hiesigen Lokalblatt zufolge ebenfalls ein: auf Urlaub befindlicher dramatischen Dichtung„ Columbus" hervorgehoben. Die in Wilhelm III. allmälig die Erkenntniß auf, daß die Staats: Soldat einen argen Grzeß verübt haben. Er belästigte die Arder Dichtung vorkommende Deklamation wird vom Genossen weisheit des Absolutismus, wonach der Unterthan" stets als beiter an einem Neubau durch wüste Zurufe und griff einen Türk ausgeführt. Bei dem billigen Eintrittspreis von 30 Pf. stummer Hund zu kuſchen hat, am Ende ihres Lateins angelangt Gendarmen nicht allein mit der Waffe an, sondern biß ihm auch ist der Besuch des Konzerts sehr zu empfehlen. Das Konzert sei. In der Noth stiegen die Unterthanen" im Kurse, und beginnt nicht wie irrthümlicher Weise angezeigt 81/2 Uhr abends, Se. Majestät wurde liberal. Aus der jämmerlichen Furcht vor dem Ungewitter, das sondern nachmittags 5 Uhr- Kasseneröffnung 4 Uhr. von jenseits des Rheines her Die verlegte Prinzipalsqutorität. Bu einer solennen die ganze preußische Herrlichfeit wie Spreu im Winde Prügelei zwischen Chef und Personal tam es am Sonnabend in Schöneberg. Der bevorstehenden Wahlen zum hiesigen wegzufegen drohte, mag auch ein Erlaß zu verstehen einer Wollwaarenfabrik am Grünen Weg. Der Chef macht Gewerbegericht wegen ist es nöthig, in eine Besprechung hierüber sein, den Friedrich Wilhelm III. 20. Februar 1804 nachmittags Kasse und behauptete plöglich, daß ihm ein Hunderteinzutreten, es findet deshalb am Sonnabend, den 28. d. M., zum besten gab. Der Wests. Auz." hatte damals die Vernach markschein fehle. Er beschuldigte zwei im Romptoir anwesende abends 72 Uhr eine öffentliche Bersammlung statt. Bahlreiches lässigung der Ausbesserung der Ruhrbrücke bei Schwelm gerügt. junge Leute, das Geld entwendet zu haben, was diese energisch beErscheinen ist erforderlich. Im übrigen sei auf die Annonce am Er sollte dafür bestraft werden. Der König aber schrieb an den stritten. Inzwischen gingen die jungen Leute zu Zisch und der Sonnabend aufmerksam gemacht. Staatsminister v. Angern, es fomme alles darauf an, festzustellen, Chef sagte ihnen, als sie zurückfamen, daß er den Hundertmarkschein gefunden habe. Der eine junge Mann ließ darauf die Heute vor einem Jahr wurde Berlin durch die Mitthei- ob die Beschwerde begründet wäre oder nicht: lung von dem bevorstehenden Friedensschluß überrascht, der am„ Es kann nicht jedem zugemuthet werden, in solchen Fällen, Bemerkung fallen, daß es nicht mehr als anständig sei, wenn er Weihnachtsabend unter dem entsprechenden Vorbehalt zwischen die eine Rüge verdienen, sich den Unannehmlichkeiten, womit öffent fich wegen des Verdachts, den er auf die jungen Leute geworfen hatte, dem Genossen Singer als Mitglied der Boykottkommission und liche Denunziationen verbunden sind, auszusehen. Sollte nun entschuldigen würde, da das übrige Personal sicher denke, daß sie Herrn Rich. Röside als Bevollmächtigten des Vereins der auch eine anständige Publizität darüber unterdrückt werden, so die Spitzbuben seien. Der Chef gab ihnen darauf eine zynische Brauereien Berlins angebahnt worden war. Die Erwartung, würde ja kein Mittel übrig bleiben, hinter die Pflichtwidrigkeiten Antwort, worauf die jungen Leute den Chef in gerechter Entdaß mit diesem Einigungsversuch der schwere Kampf, der seit der untergeordneten Beamten zu kommen. die dadurch eine be- rüstung durchprügelten, woran sich das übrige Personal mit Ju dieser Rück- betheiligte. Der Chef wurde so übel zugerichtet, daß er sich dem 12. Mai 1894 von der Arbeiterschaft geführt war, sein Ende denkliche Eigenmacht erhalten würden. anständige Publizität der Regierung und sofort zu einem Arzt begab, doch vorher das sämmtliche Personal erreichen werde, erfüllte sich. Nachdem am Abend des 28. Dezember ficht ist eine anständige Publizität den Unterthanen die sicherste Bürgschaft gegen die entließ. Ob der Chef nach dieser Lektion sich befleißigen wird, ein in 16 Versammlungen mit überwiegender Majorität die Aufe oder den bösen Willen der hebung des Bierbontotts beschlossen war, erließ Nachlässigkeit Beamten gefitteter Mensch zu werden? die Boykottkommission an der Spitze des Vorwärts" vom und verdient auf alle Fälle geschützt und gefördert zu Briefsperre und Volkszählung. Der in der Brunnens 29. Dezember eine entsprechende Bekanntmachung. Nach achtmonat- werden. Ich befehle auch daher, die genannte Kammer hiernach straße 182 wohnende Buchhändler M. Rubenow, über welchen W. Als später das preußische Volt so gutgläubig war, dem verwandter Schriften behufs Ermittelung des etwaigen Verkehrs Versprechen Friedrich Wilhelm III. auf eine Verfaffung 2c. zu trauen der deutschen Freidenker- Vereine" die Briefsperre verhängt und Napoleon aus dem Lande jagen half, da wurde denn auch war," war vom Berliner Magistrat bei der Volkszählung zum bald wieder der„ Liberalismus" zum alten Eiſen geworfen. Distrikts- Bähltommiffar gemacht worden. Als solcher mußte Statt der Verfassung gab es Kerker und Rettenstrafen für die Rubenow, wie das Fremdenblatt" mittheilt, mit den Zähl. Borkämpfer des jungen Deutschlands und unter Friedrich Wilhelm's fommissaren seines ihm zugewiesenen Distrikts Fühlung behalten. des Wortbrüchigen Regierung fam jener Geist wieder auf, der Kurz vor dem Zähltage berief Rubenow seine Amtskollegen noch in biefen Tagen anläßlich des Brauweiler Prozesses her( 3ählkommissare) behufs einer Besprechung zu einer Konferenz topfschüttelnden Welt eine Probe von der preußisch deutsche usammen. Die Einladung versandte er mit den vom Kultur gegeben hat. giftrat vorgedruckten Formularen mit seiner NamensDroschkenkutschers Weihnacht. Unverhoffte Feiertage und Adresse Adresse der Eingeladenen Durch die erhalten eine Anzahl Berliner Droschkengäule durch den Streik Vom Brausewetter. Zum Befinden des Landgerichts- Unterbrift und Diese aber handelte nur laut Instruktion der Tarameter Droschfenfutscher, welcher heute am ersten direttors Brausewetter erfährt die Deutsche Warte", daß Reichspoft. Weihnachts- Feiertage seinen Anfang nimmt. Jedenfalls werden sich der Zustand des Patienten nicht verändert hat, bedent- und überantwortete die Einladungskarten Rubenow's der fie mit ihrem Schickfale nicht ganz unzufrieden sein und lich sei er aber jedenfalls. Zwei Freunde, sowie sein Bruder, Staatsanwaltschaft, von wo sie später den Adressaten zugestellt lieber die Feiertage und vielleicht noch in das neue ein Major a. D., besuchten ihn am Montag Abend und wurden. Als der Distrikts- Zählkommissar Rubenow erfuhr, daß Jahr hinein in Stalle der wohlverdienten Ruhe fuhren später mit ihm in einer Droschke fort. Seine Aufnahme seine Einladungen nicht angekommen waren, wandte er sich in pflegen, als durch das weihnachtliche Berlin zu taxametern. Steht in einer auswärts belegenen Privatheilanstalt erfolgte sehr bald, feiner Amtseigenschaft an den Vorsteher des betreffenden Polizeidoch zu erwarten, daß während der Feiertage" Meister Schmal hans zumal der bei seiner vorgefeyten Behörde erbetene Urlaub be- reviers. Da die Besprechung keine Verzögerung erleiden durfte. so veranlaßte der Reviervorstand, daß die Einladungen des Küchenmeister bei ihnen sein wird und die Fuhrherren fie auf willigt worden ist. halbe Futterration setzen werden nach dem bekannten Grundsaße: Zum Kotze- Kampf für Ordnung, Religion und Sitte wissen Distrikts- Bählkommissars den Herren Zähltommiffaren durch Beamte feines Reviers zugestellt wurden. Ruh' und Raft ist die halbe Mast!" Doch hierin müssen sie sich hiesige Blätter noch zu melden, daß jetzt die Behörden gegen mit den Kutschern trösten. Befinden doch auch sie sich in der wenig eine Anzahl Personen vorgehen, welche als Zeugen und Sach- ist von der Staatsanwaltschaft aufgehoben worden. Das VerDie Postsperre über den Verlagsbuchhändler W. Rubenow angenehmen Lage, den Leibriemen etwas fefter zusammenschnüren verst dige in dem Prozeß ihre Bekundungen gemacht haben. fahren in der Angelegenheit des Freidenkerbundes wurde einzu müffen, um den knurrenden Magen zu beschwichtigen. Unt. anderem haben in Sachen eines Schreibsachverständigen, fahren in der Angelegenheit des Freidenkerbundes wurde einSie hungern aus Prinzip" und derartiges Hungern thut be welch ein widerspruchsvolles Gutachten in dieser Angelegenheit gefiellt. fanntlich minder weh. Sie verlangten eine tägliche Lohnzulage abgegeben hat, Erhebungen stattgefunden. von 50 Pf. Ein Theil der Fuhrherrn hat die Forderung so Unternehmerthum aufgezwungene Kampf einen für uns höchst ehrenvollen Abschluß gefunden. Dieser Ausgang ist einzig der fraftvollen Thätigkeit der Arbeiter Berlins zu danken, ohne deren unermüdliche Arbeit und hingebenden Opfermuth es nicht möglich gewesen wäre, den Boykott so wie geschehen, durchzuführen Die Berliner Arbeiterschaft wird unter allen Umständen auch zu ferneren Rämpfen gerüstet sein- allem Rapitalistengezeter, allen Polizeithaten zum Troß! und zu beenden. fort bewilligt, der größte Theil aber sagte: Wir können es wohl, Modernftes Christenthum. Eine abermalige Aufforderung aber wir wollen nicht! Die Kutscher müssen die eiserne Faust Inschrift erläßt der Evangelische Kirchenbau- Verein. Bei der zum inneren Ausbau der Kirche mit der weggemeißelten Rameel ihrer Herren" im Nacken spüren, sonst werden sie zu übe müthig. So hat der taltherzige Kapitalismus wieder einen Gelegenheit wird bekannt gegeben, daß für das Juftitut bis jetzt allein 3 Millionen Mark ausgegeben sind. Eine passende Trumpf ausgespielt und gerade zu einer Zeit, wo das Fest der Illustration des modernen Kirchenthums gerade zum gegen Barmherzigkeit und Menschenliebe gefeiert, wo Friede auf Erden wärtigen Weihnachtsfeste, wo tausende Proletarierfinder im und den Menschen ein Wohlgefallen" gepredigt wird. Das muß reichen Berlin kein Stückchen Brot zum Satteffen haben! allen denen, die bis jetzt noch geträumt haben, die Augen öffnen und sie erweden zu energischem Handeln. Den Kutschern Die Urania- Uhren sind gestern Nachmittag wieder von de bleibt nur die einzige Waffe der Arbeiter, die Solidarität. Ga Gesellschaft Normalzeit in Betrieb gefeßt worden. Die Gesell steht zu erwarten, daß auch die Droschkentutscher durch den schaft hofft, daß ihr bei Abschluß eines endgiltigen Vertrages Aus elgenthümlichem Anlaß will ein Eisenbahn- Arbeiter die Aktiengesellschaft für automatischen Verkauf verllagen. Die 50 M. Belohnung demjenigen zahle, der einen von den UnfugGesellschaft giebt an den Fahrkarten- Automaten bekannt, daß sie stiftern abfasse, welche die Automaten böswillig beschädigen 2c. Dem Arbeiter war es gelungen, einen achtjährigen Knaben dabei su ertappen, wie er ein Pappstückchen in den Schlitz steckte, um bem Automaten auf betrügerische Weise eine Fahrkarte zu entLocken. Der Knabe wurde sistirt. Die Belohnung wurde dem Arbeiter jedoch vorenthalten, angeblich weil der Thäter noch nicht das strafmündige Alter erreicht hat. Der Arbeiter will das Geld jetzt einklagen. Große Noblese zeigt die Gesellschaft für automatischen Verkauf in diesem Falle wahrlich nicht. " gewesen Zum Verschwinden des Rechtsanwalts Dr. Fritz Fried:| Miethsschuld zum größten Theil öffentlich versteigert worden.- Chargirten angehalten und nach der Urlaubstarte gefragt. Da mann geht uns eine Meldung zu, wonach der Rechtsanwalt sich Der des Wuchers angeklagte bekannte Herr Pariser hat Dr. Fried- sie eine solche nicht vorzeigen fonnten, so wurden sie der nächsten in der vorigen Woche in Paris aufhielt. Dort wurde er von mann für seine fünftige Vertheidigung die ftattliche Summe von Militärwache zugeführt und von dort durch zwei Transporteure zwei Berliner Herren auf dem Boulevard des Italiens gefehen. 6000 M. vorausbezahlt und hat jetzt weder das Geld, noch den mit einer Droschte in das Militär- Arrestgebäude in der LindenDer flüchtige Rechtsanwalt schien nicht gerade von Hunden Vertheidiger. Der Prozeß Polte soll dem Flüchtigen 60000 m., ftraße gebracht. Die kurze Weihnachtsfreude wird für die Leute gehegt, ein verfolgtes Edelwild" zu sein, denn er flanirte Arin der Hannoversche Spielerprozeß 50 000 m. eingebracht haben. jedenfalls einen sehr bitteren Nachgeschmack haben. in Arm mit einer großen schlanken Blondine und einem zweiten Paare die Straße entlang. ES war dies Ein schwerer Unglücksfall, bei dem zwei Arbeiter ihr Polizeibericht. Am 22. d. M., vormittags, stürzte sich ein am vorigen Donnerstag, also zu einer Zeit, wo Dr. Fried- in der Nähe von Grünau ereignet. A13 nämlich der Schlepp- auf den Hof hinab und starb auf der Stelle.. Leben eingebüßt haben, hat sich am Montag früh auf der Dahme Mann aus dem Flurfenster eines Hauses in der Anflamerstraße mann bereits in London gewesen sein sollte. So scheint es, als Am 23. b. M., ob der Flüchtige, der hier seine Frau und Kinder in bedrängter paffirte, freuzte dort ein Handfahn herum, in dem sich drei aus dem Dachgeschoß eines Neubaues in der Beuffelstraße auf dampfer Marie" der Berliner Mörtelwerke das Fahrwasser nachmittags, fiel ein Zimmermann beim Verlegen von Balfen Lage zurückläßt, in Paris seine hochgradige Nervosität", woran Arbeiter der Köriger Dampfsiegelwerke befanden, ohne auf die die Straße hinab und zog sich schwere Verlegungen am Kopfe er ja nach aus„ bester Quelle" stammenden Mittheilungen des Berliner Tageblatt" leiden foll, an der Seite einer lieben3 Warnungssignale des Dampfers zu achten und aus dem Wege zu. Auf dem Stralauerplay gerieth ein Mädchen unter die würdigen Freundin zu heilen sucht. Troz alledem sollen zu fahren. Dem Schiffsführer Mölurg war es nun nicht mög- Räder eines Geschäftswagens und wurde an den Unterschenkein Troß alledem sollen lich, freie Fahrt zu bekommen und so wurde der Kahn über erheblich verlegt. es nicht zerrüttete Vermögensverhältnisse allein - Abends wurde auf dem Heuboden eines sein, die Dr. Friedmann veranlaßt haben, aus Deutsch Arbeiter Heidemann und Walter aus Rummelsburg, die in einen gefunden. In der Nacht zum 24. d. M. fiel ein Schußmann die Dr. Friedmann veranlaßt haben, aus Deutsch- rannt; die Infaffen fielen ins Wasser, zwei von ihnen, die Grundstücks in der Barutherstraße ein Rutscher erhängt vorland zu gehen, und darin bestärkt uns die Meldung, Strudel gerathen waren, fanden ihren Tod in den Wellen, bei der Verfolgung von Dieben, die in der Dorotheenstraße daß der Flüchtige mit einer Dame durchgebrannt sei. während der dritte Arbeiter gerettet werden konnte. Die Zeichen einen Einbruch verübt hatten, hin und verletzte sich schwer am Der eigentliche Grund, weshalb der Rechtsanwalt Berlin ver- der Ertrunkenen sind noch nicht gefunden worden. laffen, wird ja über kurz oder lang klargestellt werden müssen, Fuße. ebenso wird es sich herausstellen, ob Dr. Friedmann vor etwa 3 Wochen von einer hiesigen Bank zur neuerlichen Regulirung seiner Verhältnisse größere Summen erhalten hat oder nicht Schließlich aber wird auch ermittelt werden können, ob Dr. Friedmann bei seiner Abreise von hier erhebliche Kapitalien an sich genommen hat oder mittellos abgedampft ist. Als Kuriosum mag noch erwähnt werden, daß die Akzepte des Verschwundenen, der doch über die koloffale Jahreseinnahme von 140 000 Mart verfügte, feit Jahren bereits fast unanbringbar waren und von Agenten ganz öffentlich mit 50-75 pet. Damno angeboten wurden. Doch gelang es nur den geringsten Theil der Wechsel zu begeben, da jedermann die Vermögens verhältnisse des Mannes tannte. Das Mobiliar des Flüchtigen ist am Montag behufs Deckung seiner recht erheblichen Für den Inhalt der Juferate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Mittwoch, 25. Dezember. Volks Vorstellung( NationalTheater). Nachmittags 3 Uhr: Der G'wissenswurm. Von Anzengruber. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Opernhaus. Ivanhoe. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Freitag: Don Juan. Schauspielhaus. Don Carlos. Donnerstag: Doktor Klaus. Freitag: Halali. Die stille Wache. Kroll's Theater. Der Königs lieutenant. Nachm. 3 Uhr: Hänsel und Gretel. Die Puppenfee. Deutsches Theater. Die Jüdin von Toledo. Nachmittags 21/2 Uhr: Die Weber. Donnerstag: Romeo und Julia. Nachmittags 21/2 Uhr: Die Mütter. Berliner Theater. Faust. Nachmittags 1/23 Uhr: Der Pfarrer von Kirchfeld. Donnerstag: Hasemann's Töchter. Nachmittags 1/23 Uhr: Des Meeres und der Liebe Wellen. Freitag: Fauft. Nachmittags 1/23 Uhr: Hafemann's Töchter. Leffing- Theater. Romtesse Guckerl. Nachmittags 8 Uhr: Der Veilchenfresser. Donnerstag: Romtesse Guckerl. Nachmittags 3 Uhr: Die Venus von Milo. Die Romantischen. Neues Theater. Bruder Martin. Nachmittags: Militärstaat. Donnerstag: Bruder Martin. Nachmittags: Fernande. Freitag: Bruder Martin. Schiller- Theater. Reis- Reiflingen. Nachmittags 8 Uhr: Der Traum ein Leben. Donnerstag: Der Raub der Sabinerinnen. Nachmittags 3 Uhr: Der Traum ein Leben. Residenz- Theater. Hals über Kopf. Vorher: In doppelter Befehrung. Nachmittage 8 Uhr: Der Nabenvater. Donnerstag: Hals über Kopf. Vorher: Jn doppelter Bekehrung. Nachmittags 3 Uhr: Der Nabenpater. Freitag: Hals über Kopf. Adolph Ernst- Theater. Frau Lohengrin. Nachmittags 3 Uhr: Der kleine Lord. Donnerstag: Frau Lohengrin. Nachmittags 3 Uhr: Der fleine Lord. Freitag: Frau Lohengrin. Central- Theater. Eine tolle Nacht. Donnerstag: Dieselbe Borstellung. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Alexanderplatz- Theater. Fortunios Lied. Die kleinen Lämmer. Nachmittags 4 Uhr: Der Weihnachtsmann. Donnerstag: Fortunios Lied. Die fleinen Lämmer. Nachmittags 4 Uhr: Der Weihnachtsmann. Freitag: Fortunios Lied. Die kleinen Lämmer. Nachmittags 4 Uhr: Der Weihnachtsmann. National Theater. Der Hüttenbefizer. Zum Schluß: scheus, das Waldmädchen. Donnerstag: Kean, oder: Leidenschaft und Genie. Nachmittags 3 Uhr: Das Käthchen von Heilbronn. Freitag: Philippine Welser. Theater Unter den Linden. König Chilperich. Nachmittags 3 Uhr: Der Mikado. Donnerstag: König Chilperich. Ein Irrthum ist uns neulich in der Gile bei der Meldung vom Tode Piloty's unterlaufen. Der Denunziant Piloty ist bereits 10 Jahre todt; der fürzlich verstorbene ist ein Bruder desselben. Siemens u. Halste verbrüht wurden, ist am Montag der Arbeiter Von den vier Mann, die am 19. d. M. im Betriebe von Ebeling seinen Verlegungen erlegen. Ueber die Schuld an dem entsetzlichen Vorfall ist noch nichts Näheres festgestellt. Am 23. d. M. fanden vier unbedeutende Feuer statt. Wetter Prognose für Mittwoch, 25. Dezember 1895. Borherrschend wolkiges Wetter mit frischen östlichen Winden, gelindem Frost und leichten Schneefällen. Berliner etterbureau. Briefkasten der Redaktion. Dienstag, Freitag und Sonnabend, abends von Die juristische Sprechstunde findet am Montag, 6-7 Uhr statt. Sich selbst beurlaubt hatte eine Anzahl Soldaten von brandenburgischen Provinzial- Regimentern, die ihre Sehnsucht übermächtig in die Heimath Berlin trieb. Der Empfang jedoch, der ihnen hier zu theil wurde, war nichts weniger als herzlich. Sechs Mann wurden gestern, als sie kaum angelangt waren, von im Briefkasten keine Auskunft geben. 3. F. 100. Ueber so weitläufige Dinge läßt sich doch American- Theater. Spezialitäten| Alexanderplatz- Theater. National- Theater. Apollo- Theater. Spezialitäten- Bor Vorstellung. stellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Mittwoch, 1. Weihnachts- Feiertag, Donnerstag, 2. Weihnachts- Feiertag, Freitag, 3. Weihnachts- Feiertag, nachmittags 4 1hr: Weihn.- Preise: Loge 1 M., Part. 50 Pf. 2c. Schiller- Theater. Der Weihnachtsmann. ( Wallner- Theater.) Mittwoch, nachm. 8 Uhr: Der Traum ein Leben. Weihnachtsposse in 3 Atten. Abends 8 1hr: Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samst. Mittwoch, den 25. Dezember, nachmittags 3 Uhr: Der G'wiffeuswurm. Abends 71/2 Uhr: Der Hüttenbelher. Zum Schluß: 3schens, das Waldmädchen. Apollo Theater Friedrichstr. 218. Dir. J. Glück. Am 1., 2. und 3. Weihnachtsfeiertag: Großes Fel- Programm. Me Duclere Abends 8 Uhr: Reif- Reiflingen. Die kleinen Lämmer. Donnerstag, den 26. Dezember, und 14 hervorragende Donnerstag, nachm. 5 Uhr: Der Traum ein Leben. Abends 8 Uhr: Der Raub der Sabinerinnen. Freitag, nachm. 3 Uhr: Das Käthchen von Heilbronn. Abends 8 Uhr: Reif- Reiflingen. Sonnabend, nachm. 3 Uhr: Die sieben Geislein. Der verwunschene Pring. Abends 8 Uhr: Der Traum ein Leben. Adolph Ernst- Theater. Mittwoch, den 1. Feiertag: Nachmittags 3 Uhr bei halben Kassenpreisen: Der kleine Tord. Abends 71/2 Uhr, zum 4. Male: Frau Lohengrin. Donnerstag, den 2. Feiertag: Nachmittags 8 Uhr bei halben Kassenpreisen: Der kleine Lord. Abends 72 Uhr, zum 5. Male: Frau Lohengrin. Freitag, zum 6. Male: Frau Lohengrin. Central- Theater. Alte Jakobstr. 30. Mittwoch, den 25. Dezember 1895: Emil Thomas a. G. Bum 110. Male: Eine tolle Nacht. Große Posse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund und Wilh. Mannstädt. Mufit von Julius Einödshofer. Anfang 7/2 Uhr. Donnerstag und Freitag: Diefelbe Vorstellung. Feen- Palast Burgstrasse 22. Direktion: Winkler& Fröbel. Am 1., 2., 3. Weihnachtsfeiertag: Groke Kent- Dorftellung. Auftreten des neu engagirten Spezialitäten- Personals dazu das riesengroße brillante Dezember- Programm. Raff eneröffnung 4 Uhr. Anfang 6 Uhr. Am 2. Weihnachtsfeiertag, mittags 12 Uhr: Gr. Fest- Matinée Auftreten des gesammten Personals unter Mitwirkung von Wilhelm Fröbel. ACTIEN- BRAUER SHAIN Aktien- Brauerei Friedrichshain ( Königsthor). Heute, Mittwoch, 1. Feiertag, sowie morgen Vorher: Fortunios Lied. Operette. Sonnabend: Die kleinen Lämmer. Kaufmann's VariétéTheater. Königstraße, Kolonaden. So lacht man! An den 3 Feiertagen: JeffVorstellungen Neues Monstre- Programm. 28 Kapazitäten. Nur komische Nummern mit neuen Einlagen und Wigen! Grosse internationale Artisten- Revue. Coulissen- Geheimnisse. Die urdrollige Burleske. Passage- Panopticum. 42 Mädchen vom andern Ende der Welt ( Samoa). Castan's Panopticum. Friedrichstr. 165. Neu: Theatrum mundi! ( Mechanisches Welttheater.) Im Illusions- Saal: Allerseelen. Kaiser- Panorama ( Passage). In dieser Woche: Zweite Reise: Riesengebirge. Zweite Wanderung: Berner Oberland. Eine Reife 20 Pf., Kinder nur 10 Pf. Abonn., 8 Reifen, un lr. Neuer Circus. Circus Busch( Bahnhof Börse). Am 1., 2. und 3. Weihnachtsfeiertage: Je 2 große Vorstellungen 2. Nachm. 4 Uhr( ermässigte Preise und ein Kind unter 10 Jahren frei). Ein Winternachtstraum. Weihnachtsmärchen in 4 Bildern von Direktor Busch. Außerdem sorgfältig gewähltes Progr. mit d. besten Nummern d. Repertoires. Abends 71 2 Uhr: Donnerstag, 2. Feiertag: sdheus, das Waldmädchen. Militär- Konzert Przywarski. Nachmittags 3 Uhr: Der Obersteiger. Gintritt 20 Pi. Programm unentgeltlich. Reichshallen- Theater. SpezialitätenVorstellung. Plüschgarnitur, Kleidersp., Wäschsp., Bettst. m. Matr., Spiegel, bill. Bankstr. 29. Das Käthchen v. Heilbronn. Abends 71/2 Uhr: Kean, oder Leidenschaft u. Genie. Zum Schluß: Bschens, das Waldmädchen. Freitag, den 27. Dezember, nachmittags 3 Uhr: Der G'wissenswurm. Abends 71/2 Uhr: Philippine Welser. Zum Schluß: 3schens, das Waldmädchen. Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Am Landes Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Concerthaus Sanssouci Rottbuserstraße 4a. An allen 3 WeihnachtsFeiertagen: Soiree der altbeliebten Stettiner Sänger 1 ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader) Anfang 7 Uhr. Entree 50 Pf. Jeden Abend nenes grossartiges Programm! Montag, den 30. Dezember: Wiederbeginn der Soireen in der Viktoria- Brauerei. Berl. Bockbrauerei Tempelhofer Berg. An allen 3 WeihnachtsFeiertagen: Stettiner Sänger. Jeden Abend wechselndes Programm. Anfang: 1. u. 2. Feiertag 61/2 Uhr. Anfang am 5. Feiertag: 7 Uhr. Entree 50 Pf. Am 2. und 8. Feiertag( im Hohenzollern- Sanle): Tanz. Nächste Soiree: 30 Spezialitäten. Kunstkräfte ersten Ranges. Raffeneröffnung 6 Uhr. Anfang der Vorstellung 1/2 Uhr. Alcazar. Variété- u. Spezialitäten- Theater. Dresdenerstr. 52/53, Ammenftr. 42/43 ( City- Passage). Mittags 12 Uhr: Große Matinee. Entree frei. Abends 6 Uhr: Große Extra- Vorstellung. Riesen- Programm. Victor und Magda Plötz- Trio Miss Raymond. Entree 30 fg. 2. Feiertag Entree 50 Pfg. EUR.Winkler. W. Noack's Konzert- und Gesellschafts- Säle, Brunnenstr. 16. Große Aufstellung von Weihnachtsbäumen mit unzähligen bunifarbigen elektrischen Glühlampen. Am 1., 2. u. 3. Weihnachtsfeiertag: Grosses Konzert. TheaterVorstellung. Ball. Ein moderner Nasir- Salon. Vaudeville in einem Aufzuge von L'Arronge. Bascha Rattaschingratata. Operetten Burleste in einem Akt von E. Linderer. Allen Kollegen u. Genossen empfehle mein Weiß- u. Bayrisch- Bier- Lokal, gr. Vereinszimmer, geeignet als Bahlstelle und Arbeitsnachweis, zwei Regelbahnen mit Gasglühlicht, passend 1935b für Klubs. Wilhelm Reichstein, Hussitenstr. 34, Ede. Empfehle Freunden und Bekannten mein neueröffnetes Weiß- u. BairischBier Lokal. E. Reichert, Köpnickerstr. 194, früher Willibald. Alerisstraße. 1955 Moritz Uhle, 32. Kreuzbergstrasse 32. Am 1. und 2. Feiertag: Fricassee von Huhn, sowie Hafen, Gänsebraten, Eisbein mit Sauerkohl( Spec.). 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Dezember, in Cohn's Festsälen, Beuthstraße 20-22: Grosses Weihnachts- Vergnügen, verbunden mit Kinderbescheerung und Tanz. Entree 20 Pfg. Der Vorstand. Anfang 5 Uhr. Billets find zu haben bei H. Gomoll, Reichenbergerstraße 129, 4 Tr.; H. Kollin, Heimstr. 13, Hof 3 Tr. und im Vereinslokal, Naunynstr. 78. Um zahlreichen Besuch bittet Möbl. Schlafft. f. H., sep., Mariannenstraße 28, v. 2 Tr. b. Dabinnus. 19266 straße 40, v. 8 Tr. bei Hage. Möbl. Schlafstelle z. verm. Laufiger 19826 Möbl. Schlafft., sep. Ging., z. verm. Brunnenstr. 6( Rosenthal. Thor), Hof Querg. 1 Tr. b. Schulz. 1983b 148 5 Freundl. Schlafft. f. 2 S. fof., sep., Heffer, Brizerstr. 32, H. 2 Tr. 1929b Arbeitsmarkt. einen tüchtigen Chemische Leder- Leimfabrik sucht Werkmeiffer, Möbl. Schlafft. Naunynftr. 84, 3 Tr. welcher sich in dieser Eigenschaft mit Mwe. Meyer. Zeugnissen ausweisen kann. Offerten sub F. V. 4617 Rudolf Moffe, Berlin, Prinzenstr. 105, v. 4 Tr. bei Emde, Friedrichstr. 66. möbl. Schlafft. f. 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Dezember 1895, vormittags 10% Uhr, im Lokal ,, Süd- Ost", Waldemarstraße Nr. 78. Tages Ordnung: 1. Wie stellen sich die Musikinstrumenten- Arbeiter zu dem im nächsten Jahre stattfindenden Kongreß der Gewerkschaften Deutschlands. 2. Stellungnahme zur Beschickung des internationalen Gewerkschafts- Kongresses. 3. Verfchiedenes.-Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen ist das Erscheinen sämmtlicher Kollegen nothwendig. 148/4 Der Vertrauensmann. 5. Stiftungsfest der Arbeiter- Bildungsschule am Sonnabend, den 11. Januar er., in Keller's Festsälen, Koppenstr. 29: Pestalozzi- Feier Versammlung. zur Grinnerung an die 150. Wiederkehr des Geburtstages von Heinrich Pestalozzi. Vortrag des Genossen Dr. Pinn über: Der soziale Roman." Nach dem Vortrag: Gemüthliches Beisammensein mit Tanz. Eintritt 10 Pf. ein Zu zahlreichem Besuche seitens der Mitglieder nebst Angehörigen ladet 52 Der Vorstand. Gauverein Berliner Bildhauer. Am Freitag, den 27. Dezember( 3. Feiertag): Weihnachts- Felf in Schmiedel's Festsälen, Alte Jakobstraße Nr. 32. Entree inkl. Tanz 30 Pfennig. Anfang 6 Uhr. Achtung! Lederarbeiter. Achtung! Freitag, den 27. Dezember( 3. Feiertag), vormittags 10 Uhr: Oeffentliche Versammlung aller in der Lederfabrikation beschäftigten Arbeiter( als: Weißgerber, Lohgerber, Färber und Berufsgenossen) im Lokal des Herrn Gründel, Brunnenstraße 188. Tages- Ordnung: Prolog. Festvortrag des Schriftstellers Heinrich Schulz: Pestalozzi und seine Bedeutung für die moderne Arbeiterbewegung. Lebende Bilder. Züge aus dem Leben und Wirken Pestalozzi's. 1. Bild: Der jugendliche Pestalozzi als Freund des unterdrückten Voltes. 2. Bild: Der Schriftsteller Pestalozzi unter dem Eindrucke der französischen Revolution. 3. Bild: Pestalozzi als Vater und Erzieher armer Waisenkinder in Stanz. 4. Bild: Szene aus Pestalozzi's Voltsbuch: Lienhard und Gertrud. 5. Bild: Pestalozzi als Lehrer und Reformator des Volksschulwesens in seinem Erziehungsinstitut Iferten. 6. Bild: Schlußbild. Begleitende Musik vom Stapellmeister Wilhelm Klatte. Gesangsvorträge der„, Typographia", Gesangverein Berliner Buchdrucker und Schriftgiesser. Dirigent: W. Bölke. Die Musik wird von Mitgliedern der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmufiter ausgeführt. Nachdem: Ball. Herren, welche am Tanz theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Anfang 8% Uhr. Orts- Krankenkasse Der Gürtler. Den Mitgliedern bringen wir hier mit zur Kenntniß, daß in der Wahl1. Vortrag.( Referent und Thema wird in der Versammlung bekannt versammlung am 24. v. M. zu Bergemacht). 2. Bericht über die Lage des Streifs. 3. Gewerkschaftliches. Zahlreiches Erscheinen erwartet tretern der Raffenmitglieder für die Generalversammlung diejenigen Per107 19 fonen gewählt worden sind, welche in Der Vertrauens mann. der Vorversammlung am 17. v. M. als Kandidaten aufgestellt wurden. Sämmtliche zu Vertretern der Rassenmitglieder und der Arbeitgeber Gewählten werden noch besonders benachrichtigt. Charlottenburg. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Freitag, 27. Dezember( 3. Weihnachts- Feiertag): Versammlung bei Triefethau, Sophie- Charlottenstraße Nr. 94. Tagesordnung: Vortrag: Die Jdee der Menschwerdung." Referent: Genosse Jahu. Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein mit Tanz. Gäste herzlich willkommen. Zahlreichen Besuch erwartet 114/19 Die Ortsverwaltung. Verein deutscher Schuhmacher Filiale Berlin III. Ein Berzeichniß derselben hängt in 1923b unferem Rassenlofal aus. Der Vorstand. G. Kneiff, Vorsitzender. Spandau. Oeffentliche VolksVersammlung am Sonnabend, den 28. d. M., abends 8 Uhr, in der Brauerei Pichelsdorf. Tagesordnung: Entritt 30 Pf. Große öffentliche Versammlung sämmtl. in der Möbelpolirerei besch. Personen am 27. Dezember( 3. Feiertag), vormittags 10 Uhr, bei Wilke, Andreasstraße Nr. 26. Tages Ordnung: 1. Bericht über die Fragebogen. 2. Lohn- oder Aktordarbeit. Referenten Rollegen Weber und Reuter. 146| 12 Um zahlreichen Besuch ersucht Der Vertrauensmann: Max Richter, Berlin O., Grüner Weg 65. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Sonntag, den 29. Dezember 1895, vormittags 10 Uhr, bei Brochnow, Sebastianstraße 39: 1. Polizei und die Sozialdemokratie. Refer.: Paul Jahn. 2. Distusfion. Am 3. Verschiedenes. Freitag, den 27. Dezember( 3. Weihnachts- Feiertag), nachu. 5 Uhr, Refer.: Paul Jahn. 2. Diskussion. Am 167/18 im Lokal des Herrn Zubeil, Lindenstr. 106: Versammlung. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Paul Jahn. Nach der Versammlung: Tanz, Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Zahlreiches Erscheinen, auch der übrigen Filialen, erwünscht. Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung der Schneidermeister in der Mäntelbranche am Freitag, 27. Dezember( 3. Weihnachts- Feiertag) vormittags 10 Uhr, im ,, Englischen Garten", Alexander- Straße Nr. 27c. Zages Ordnung: B 1. Die Forderungen der Arbeiter und Arbeiterinnen der Mäntelbranche und und deren Bedeutung für uns. Referent: Kollege Lamprecht. 2. Diskussion. 3. Eventuelle Wahl einer Kommiffion zur Ausarbeitung der Tarife. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es erforderlich, daß alle Betheiligten zahlreich erscheinen. Namentlich werden diejenigen Schneidermeister aufgefordert, welche keiner Vereinigung angehören. Das Bureau der letzten Versammlung. J. A.: A. 3 ander. 164/8 Holzarbeiter Charlottenburgs! Sonnabend, den 28. Dezember 1895, abends 8 Uhr, bei Leder, Bismarckstr. 74: Oeffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Werth der Gewerbegerichte. Referent: Fr. Zubeil- Berlin. 2. Aufstellung der Kandidaten. 3. Verschiedenes. Charlottenburg! Oeffentliche Versammlung 79/15 der Töpfer u. Berufsgenossen von Charlottenburg u. Umg. am 27. Dezember, abends 5 Uhr, im Lokale ,, Bismarckshöhe", Wilmersdorferstr. 39. Tages Ordnung: 190/4 1. Aufstellung eines Kandidaten zum Gewerbegericht. 2. Neuwahl eines Vertreters zum Gewerkschaftstartell. 8. Gewerkschaftliches. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen aller Töpfer und Berufsgenossen ersucht Der Vertrauensmann. inher R. Kettner, Aushank, Große Restauration, Geg. Schles. 39732 fragen Dresdenerstr. 26( Bigar. Laden). Holzmarktstr. 13, Bereinszimmer mit Thor( Gewerbe- Ausst.) 3. verf. Bu er Piano zu vergeben. Um rege Betheiligung ersucht 1915b Der Vertrauensmann. Der Polizeistunde wegen pünktliche Eröffnung der Versammlung. Krieger's Ballsalon Berlin S., Wasserthorstraße 68. Gesellschaftskunde findet jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag, sowie morgen, den 2. Feiertag, statt. 19276 Festräumlichkeiten für Familien- Feft lichkeiten, Bälle, Kränzchen und Ver fammlungen. Th. Boltz' Festsäle, S., Alte Jakob- Strasse 75. Amt I, 1082. 3613L* 3 Sylvester und Sonntags noch gr. Säle, zu Sonnabends Saal f. 100 bis 120 Berf. m. Bühne zur Verfügung. Empfehle allen Freunden und Be tannten mein Weiß-, Bairisch Bier und gr. 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Varteigenossen! 1976 Brauerei Friedrichshain Freitag, den 27. Dezember( 3. Weihnachts- Feiertag): F Grosses Vokal- Konzert, ausgeführt von den Gesangvereinen Nordwacht", Norddeutliche Schleife", Olympia", „ Freya" ,, Freundestreue", ,, Glockenrein" und„ Alpenveilchen" ( M. d. A.-S.-B.) ca. 200 Personen, Dirigent R. Blobel. Auf vielseitigen Wunsch dritte Aufführung von Columbus von Julius Becker. Deklamation, gesprochen von Julius Türk. Eröffnung Nach dem Konzert: 4 Uhr nachmittags. Ball. Entree 30 Pf Anfang 5 Uhr. Nicht 8½ the, wie bisher irrthümlich Billets sind bei Rasche, Reichenbergerstr. 160; Nagel, Zigarrengeschäft, am Königsthor; Wernau, Rosenthalerstraße 57; Göppner, Fennstr. 1a zu haben. Empf. Freunden und Bekannten mein Weiß- und Bairischbier- Lokal. Versch. Fach- u. Tageszeitungen lieg. aus 27. H. Luhm, Mohrenstr. 37, früher Brandenburgstr. 11.[ 4051* Robert Neumann, Kleine Andreasstraße 15, empfiehlt fein Restaurant nebst Vereinszimmer m. gutem Piano. Freireligiöse Gemeinde. 66/6 1935b Dezember: Weihnachts- Feft( 3. Feiertag), im Englischen Garten, Alexanderstr. 27 c. Anfang 6 Uhr. Einlaßkarten sind bei folgenden Mitgliedern zu haben: uerbach, Waldstr. 50, Hof 2 Tr.; Christens, Mühlenstr. 59, 1 Tr.; Bohne, Brunnenstr. 141, Hof 2 Tr.; Pütter, Gerichtstr. 28, 3 Tr.; Rubenow, Brunnenstr. 134; Mehnert, Diedenhofenerstr. 3; Zuhauer, Blücherstraße 14; Stöpel, Dresdenerstr. 32; Räder, Oderbergerstr. 5; Günther. Frankfurterstr. 74, Hof 2 Tr.; Iste ma, Elisabethitr. 12b, Seitenfl. 3 Tr.; Oriwohe, Ackerstr. 83/84; Peege, Nüdersdorferstr. 48; Börner, Ritterstr. 15; Amelung, Waßmannstr. 12; Heuer, Waldemarstr. 44; Remter, Swinemünde.str. 45. Das Comitee. Verantwortlicher Redakteur: Friz Kunert, Schöneberg- Berlin. Für den Juferatentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 301. Schweizerischer fozialdemokratischer Parteikag. Natur waren. " Mittwoch, den 25. Dezember 1895. mitteln 2c. erreicht werden fann. Er weiche voll 12. Jahrg. Gerichts- Beitung. " 1 " Weidle's dazu BeNationalrathe keine günstige Situation haben würden, so tönnten sie aber doch in verschiedenen Beziehungen erfolgreich wirken. So durch Vertretung unserer Anschauungen und Be- Publikum und Beamte. Wir berichteten fürzlich unter ftrebungen, durch Ausschlaggeben bei Abstimmungen in Fällen, diefer Marke über eine Verhandlung gegen unfern Kollegen wo die bürgerlichen Parteien einander gegenüberstehen, und end- Roland, der wegen Beamtenbeleidigung angeflagt war aus Bern, 22. Dezember. lich auch durch die Möglichkeit, hinter die Roulissen zu blicken Anlaß eines Gerichtsberichtes, worin er das Verhalten einzelner In dem der Arbeiterunion gehörigen Volkshause wurde gestern und dem Wolfe zu zeigen, wie's manchmal gemacht wird. Was Beamten vom Stadtbahnhof Wedding zur Sprache gebracht Abend der sozialdemokratische Parteitag von Fürholz- Solo- das Proportional- Wahlsystem selbst betrifft, so sollen die hatte. Wiederum von dem Berhalten eines Be a inten am thurn namens der Geschäftsleitungs- Kommission eröffnet. Ver- Kantone als Wahlkreise gelten und überdies darüber hinaus eine Stadtbahnhof Wedding handelte eine Anklage, die die treten waren 12 Orte durch 35 Delegirte. Auf der Tagesordnung Anzahl Mandate zum Ausgleich der Stimmen geschaffen werden. Straftammer des Landgerichts I. am 23. cr. beschäftigte. standen 15 Punkte, von denen eine Reihe rein geschäftlicher Für die ganze Schweiz als einem Wahlkreis werde das Bolt Der Töpfer Weidle war im September eines Sonntags Aus dem Rassenberichte war zu entnehmen, nicht zu gewinnen sein. Mit der Unterschriftenfammlung für spät abends mit seiner Frau und zwei anderen Damen daß sich die Einnahmen in Berichtsjahre auf 1044 Frts., ein bezügliches Initiativbegehren sollte im nächsten Frühjahr von Der Beusselstraße nach Wedding gefahren. Die die Ausgaben auf 1010 Frants beliefen, so daß das begonnen werden, damit noch in diesem Jahrhundert der„ Proporz" eine der jungen Damen hatte die Billets vorgezeigt und in der Saldo 34 Frants betrug. Die Geschäftsprüfungs- Rom- erreicht werde. Die Debatte, an der sich Seidel, 3graggen Gile es versäumt, sie sich von dem Toupirenden Beamten zurückmission berichtete eingehend über die Thätigkeit der Geschäfts- und Wettier betheiligten, wurde in meist zustimmendem Sinne geben zu lassen. Herr Weidle wendete sich in Wedding an den leitungs- Kommission und beantragte Ertheilung der Decharge, geführt. 3graggen befürwortete die Schaffung von Fünfer Dienst habenden Stations- Assistenten Schneider mit der welcher Antrag angenommen wurde. Wahlkreisen mit Nebergehung der Kantonsgrenzen, welche Anfrage, was er da zu thun habe. Darüber war es zwischen Sodann wurde die Initiative betreffend Ber- Meinung aber nicht durchdrang. In der Abstimmung wurde Schneider und Weidle zu einer Differens gekommen, und beim staatlichung der Eisenbahnen behandelt. Für holz einmüthig beschlossen, die Initiative für die Proportionalwahl Weggehen hatte Weidle einige Worte gefagt, die zweifellos eine berichtete, daß sich dem betreffenden Komitee Angehörige aller zum Nationalrath zu ergreifen, ferner das System auf die Kan- Beleidigung gegen Schneider enthielten. Parteien angeschlossen haben; die sozialdemokratische Partei habe tone als Wahlkreise aufzubauen und endlich mit den anderen Nach der Aussage des Stations- Assistenten sollen diese Worte darin drei Vertreter. Mit der bisherigen Thätigkeit dieses Parteien in Verbindung zu treten zu gemeinschaftlichem Vor- gelautet haben:" Ich werde morgen wiederkommen und Ihnen Romitees könnten auch wir im großen ganzen zufrieden sein, gehen und Feststellung des Zeitpunktes für den Beginn der Unter- eins in die hauen", während Weidle nur zu seiner jedoch behielten wir uns bezüglich der Formulirung des schriftensammlung. Frau gesagt haben wollte: auf ein solches Benehmen des Initiativbegehrens einige Abänderungen vor. Im Monat leber die Revision des Parteiprogramms Beamten gehörte es sich u. f. iv." Weible war deshalb vom Januar will das Komitee entscheiden, об und wann referirte im Namen der Oberwiler Antragsteller Stephan Schöffengerichte zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt mit der Unterschriftensammlung begonnen werden, oder ob man Gschwind aus Oberwil. Der Antrag erklärt die Wünschbar worden mit der Begründung, daß die Beamten den weiteren Verlauf der von den Bundesbehörden eingeleiteten feit der Verstaatlichung aller Produktionsmittel als unhaltbar bei Ausübung ihres ohnehin schon an Aktion abwarten soll. Das Parteifomitee beantragte dem Partei- und insbesondere den Staatsbetrieb der Landwirthschaft als einen gestrengten und schweren Dienstes vor derartigen tag, die vom Initiativkomitee bisher gethanen Schritte gut zu ökonomischen Rückschritt, weil die auf diesem Gebiete besonders Ausschreitungen des Publitums besonders in heißen und demselben den Entscheid über die weiteren Schritte unentbehrliche Selbstthätigkeit der bäuerlichen Bevölkerung ein Schuß zu nehmen wären." In der Berufungsinstanz zu überlassen. In der Diskussion sprach zuerst Gustav geengt und an ihre Stelle eine foftspielige bureaukratische, fich wurde Weible durch Rechtsanwalt Wolfgang Heine vertheidigt. Müller, der früher Sekretär des eidgenössischen Eisenbahn- nothwendig verhaßt machende Verwaltung gesetzt werden würde. Der Rechtsanwalt führte aus, daß der Angeklagte sich zwar Departements war und seit kurzer Zeit dem Gemeinderath Im besondern möge das neue Programm in seinem wirthschaft zu einigen Worten über Schneider habe hinreißen lassen, die er ( Magistrat) angehört. Aus feinen Ausführungen ist be lichen Theile die Verstaatlichung resp.Kommunalisirungs- Forderung indessen nur zu seiner Frau und gar nicht in der Absicht ge sonders zu erwähnen, daß in die vom Eisenbahn- Departe auf die Gebiete des Verkehrs und des Grund und Bodens( Immobilien) äußert habe, daß Schneider sie hören sollte. Er sei aber durch ment seinerzeit berufene Expertenkommission auch diejenigen oder auch nur auf die Verstaatlichung der Grundrente beschränken. Schneiders Verhalten auf das Aeußerste gereizt worden. Gleich Eisenbahndirektoren und Verwaltungsräthe berufen wurden, Für die übrigen Gebiete der Volkswirthschaft( Landwirthschaft, zu Anfang, als er diesen Beamten wegen der Billets um Rath welche von der Nordoftbahn weggewählt worden waren und die Gewerbe und Industrie) soll die genossenschaftliche Organisation fragte, habe ihm Schneider 111 geradezu höhnischer nun in ihrer Wuth die werthvollsten Mittheilungen machten, im Sinne sozialistischer Prinzipien angestrebt werden und zwar Weise bedeutet, er müßte sich andere Billets lösen; welche den bis dahin angenommenen ungefähren Preis der vier in der Weise, daß auf Grundlage der Konsumgenossenschaften und als als er dann in der Stationsbude gewesen sei, Hauptbahnen um nicht weniger als 200 millionen Franken ver- die produktiven Betriebe demokratisch im Interesse der Kon- habe Schneider ihn armseliger Ker!" geschimpft und minderten. Er beantragte sodann, mit dem Beginn der Unter- sumenten organisirt und verwaltet werden. In längerer Rede ihm gedroht, er werde ihm dermaßen eins hinter schriftensammlung zu warten, bis das Rechnungsgesetz betreffend begründete& fch wind die Anträge. Er legte dar, daß er eben- die Ohren geben, daß er gleich über die Böschung die Eisenbahnen, in der Frühjahrssession des Nationalrathes er falls das Ziel nur durch die Vergesellschaftung der Produktionshinweg in den Graben flöge. Der Beamte Schneider, ledigt ist. Seidel steht auf dem Standpunkte des Partei- mittel, durch Aufhebung des Privateigenthums an Grund und der als Beuge vernommen wurde, bestritt nur theilweise, tomitees, will von Abwarten nichts mehr wissen und beantragte Boden, an Rohstoffen, Werkzeugen, Maschinen, Verkehrs- solche Aeußerungen gethan zu haben. Er wollte wieder durch Schließlich: den ein ungehöriges Verhalten veranlaßt Der Parteitag erklärt sich für die Initiative zur Eisenbahn- im Programm niedergelegten Anschauungen ab in Beziehung auf worden sein, konnte aber nichts Beſtimmtes von verstaatlichung und für baldige Vornahme der Unterschriften den Weg, der zum Ziele führen solle. Nach ihm sollte nicht deutung namhaft machen, außer daß Weidle in ironischem sammlung. Er billigt das Verhalten seiner Vertreter im auf ein Vorgehen zur Verstaatlichung resp. Bergesellschaftung der Tone mit ihm gesprochen hätte. Außerdem gab Schneider Initiativkomitee und giebt ihm auch ferner Vollmacht, dert mit Produktionsmittel 2c. von oben gewartet, sondern von unten vor seiner festen Ueberzeugung Ausdruck, daß Weidle überhaupt keine zuwirken, um den Zeitpunkt der Vornahme der Unterschriften- gegangen werden und zwar durch die organisatorische Zusammen- Billets gehabt habe und seine ganzen Angaben darüber erfunden fammlung zu bestimmen." Nach weiterer Diskussion wurde der fassung der wirthschaftlichen Macht des Bolles, der arbeitenden feien; er wollte dies sogar festgestellt haben. Die Beweis Seidel'sche Antrag mit großer Mehrheit angenommen. Klassen. Das Mittel hierzu sind ihm die Konsumgenossenschaften. aufnahme ergab nun zunächst, daß Weidle seine Billets genau Lebhafte Debatte rief auch der Antrag der Genossen in Die Genossenschaft der organisirten Konsumenten ist dem Ka- in der Art eingebüßt hatte, wie es von ihm angegeben war. Oberwynenthal( Kanton Aargau), betreffend die Demokrati- pitalismus weit überlegen. Von dem Augenblick an, wo die Daß der Stationsassistent Schneider solche Schimpfworte, wie von sirung der Heereseinrichtungen hervor. Der Kundschaft des arbeitenden Boltes in den Händen der Genossen- Weidle behauptet worden und zum theil noch schlimmere gebraucht Antrag hatte in der Hauptsache nur den Sold im Auge fchaft ruht, ist die Macht des Kapitals bezwungen, find hatte, befundeten ebenfalls zwei Zenginnen. Der Beamte und wollte diesen für Soldaten und Offiziere gleicher wir zu feinem Herrn geworden. Der mächtigste Kapitalist Schneider behauptete zwar, man fönnte außerhalb der Stations maßen auf 2 Franks täglich festgesetzt wissen. Moor aus muß fapituliren, ivenn ev niemand mehr findet, der bude nicht hören, was drimmen gesprochen würde, er wurde inBern bekämpfte den Antrag und zwar gerade aus demokratischen ihm seine Waaren abkauft und Mehrwerth darauf bezahlt. deffen schon vom Gerichtstische aus darauf aufmerksam gemacht, Bei 2 Franks täglichem Offizierssold tönnten nur und je mehr Kapitalisten von den Konsumenten mittels der daß diese Buden doch größtentheils Glaswände haben, durch die noch reiche Leute Offiziere werden, woraus nur Aristokratifirung Genossenschaften blockirt werden können, desto leichter wird es man sehr gut hören kann. Der Vertheidiger Rechtsanwalt Heine und nicht Demokratisirung folgen müßte. Dagegen beantragte uns werden, uns in den Besitz der von den Kapitalisten mono- erklärte, wenn das Urtheil erster Justanz bavon spräche, er im Auftrage einer Berner Parteiverfammlung, hinzuwirken polisirten Produktionsmittel zu setzen." Gschwind glaubt auf daß die werden Gschwind glaubt auf daß die Beamten besonders geschützt auf Abschaffung der Ausrüstungs- Entschädigung an die Offiziere, diesem Wege zur Expropriation der Expropriateure, wie Mary fo ſei ea doch an ber Zeit zu betonen, daß die 200 Franks betrage, während die Ausrüstung 400 Frants fagt, zu kommen und die neue Gesellschaft von unten herauf auch das Publikum dringend des Schutzes gegen das ausmacht. Die Ausrüstung soll der Bund liefern, dann hört organisiren zu tönnen, statt sie uns von oben herab anbefehlen" Verhalten einzelner Eisenbahn- Beamten bedürfe. Es möchte sich auch das Gigerlthum in den Offizierskreisen auf. Ferner zu lassen. Er kommt dann zum Schlusse, daß unsere Partei ja manches durch die Ueberarbeitung und die nervös machende beantragte er die Abschaffung der Mundportion an die Offiziere verpflichtet ist, sowohl aus theoretischen wie auch aus prat Art des Dienstes dieser Beamten erklären, dem Publikum aber, in ihrer jetzigen Form. Ein weiterer Antrag geht auf Errichtung von tischen, der Sozialpolitik und Ethik entnommenen Erwägungen das so behandelt werde, müsse es doch auch wieder zu gute geKompagniegerichten. Von anderer Seite( von Frech 3ürich) für das Genossenschaftswesen einzutreten und er bat deshalb um balten werden, wenn es seinerseits nervös werde. Wer viel wurde beantragt, auf Abschaffung des Ordinäre" hinzuwirken, Annahme der gestellten Anträge. reisen müsse, tönne tönne solche Geschichten schon erleben, d. h. auf Wegfall der jetzt dem Soldaten vom Tagessold ge= er Darüber entspann sich eine lebhafte Debatte, an der sich Greulich, wenn im Schnellzuge zweiter Klasse fahre und machten Abzüge. Dr. affilieff beantragte die Erhöhung 3graggen, Sted, Flury, Dr. Brüstlein, Müller, fei zu vermuthen, daß Reisende, die an einem Sonntag des Mannschaftsfoldes von 80 Cts. auf 1 Fris. täglich. Obrecht uginbuhi( Langenthal) und Gschwind betheiligten. Abend auf einem Ringbahnhofe in der dritten Klasse Bern meinte, man sollte auch in der Schweiz den Militarismus Greulich wies den zweiten Theil des Antrages entschieden zurück, ankämen, nicht gerade höflicher behandelt würden. Die Ungehörig so prinzipiell bekämpfen, wie dies die Genossen im Ausland thun; fand aber in dessen übrigem Theil doch manches Beachtenswerthe feit des Stationsassistenten Schneider sei viel größer als die des ferner sollten wir uns der internationalen Friedensliga an- und wünschte daher, daß eine Kommission zur Vorberathung der Angeklagten; er beantrage deshalb, den Angeklagten freizusprechen, schließen. Dagegen wandte sich entschieden Seidel, indem er Programmrevision bestellt und diese selbst auf dem nächsten weil er nur die ihm von dem Beamten zugefügte Beleidigung auf betonte, daß die älteste und einflußreichste Friedensbewegung Parteitag vorgenommen werde. Den gleichen Standpunkt nahmen der Stelle erwidert habe; höchstens sei aber auf eine geringfügige unfere sozialdemokratische Arbeiterbewegung sei. Moor Seidel, Dr. Brüftlein und Dübendorfer ein, während die andern Geldstrafe zu erkennen. Auch der Staatsanwalt beantragte, die Schloß fich dem an; je mehr wir für Ausbreitung Redner dem Antrag des Parteikomitees zugestimmt wissen wollen, Strafe in eine Geldstrafe von 50 M. umzuwandeln, indem er unferer Ideen thätig wären, je mehr würden wir auch für die auf die beantragte Programmrevision nicht einzutreten. Bgraggen die Ungehörigkeit im Verhalten des Assistenten Schneider scharf Friedensbewegung wirken. Beschlossen wurde dann, die An- und Müller meinten, mit dem Gschwind'schen Autrig tame man hervorhob. Das Gericht lehnte es zwar ab, beide Beleidigungen gelegenheit auf die Tagesordnung des nächsten Parteitages zu zurück in die Kindeszeit der Sozialdemokratie, wo salle gegen miteinander aufzurechnen, setzte jedoch die Strafe auf 10 M. herab setzen und die gefallenen Anträge den Genossen als Diskussions Schulze Delitzsch kämpfte. Müller führte noch aus, daß gegen und legte die Hälfte der Kosten der Staatskasse auf. fragen auheimzustellen. die Kapitalisten, Attiengesellschaften, Kartelle, Trusts und Ein in den Annalen der Rechtsprechung gewiß sehr Ueber die Kranken- und Unfallversicherung in Ringe 2c. nicht die Konsumgenossenschaften, sondern die inter- feltener Fall ist das 300 jährige Jubiläum eines ihrem gegenwärtigen Stand referirte Greulich, indem er eine nationale und revolutionäre Sozialdemokratie ins Feld geführt Prozesses. In dieser freilich nicht gerade beneidensUebersicht über die Grundzüge der neuesten Forrer'schen Entwürfe werden müsse. In der Abstimmung wurde beschlossen, das werthen Lage ist in diesem Jahre die Marktgemeinde Burggab und an einzelnen Partien Kritit übte. Die Beseitigung des Parteiprogramm zu revidiren und hierfür eine Kommission zu sinn im bayerischen Regierungsbezirk Unterfranken. Denn cs Instituts der Kaffenärzte aus dem Entwurf durch den Bundesrath bestellen, welche auch die Oberviler Anträge berathen soll. geschah unter dem 21. Juni 1595, daß diese Gemeinde beim und dessen Erfah durch die Freigabe der Aerztewahl nannte er eine Hier wurde Mittagspause gemacht. Bei Wiederaufnahme der Meichs Rammergericht, das damals seinen Sig in Speier hatte, Berschlechterung". Ferner hob er hervor, daß, während die Initiativ. Sigung gelangte ein Antrag 3graggen zur Annahme, auf die gegen die Herren v. Thüngen flagbar wurde, und zwar wegen bewegung des Arbeiterbundes am mitverlangten Tabakmonopol Regelung der Stimmrechts- Verhältnisse( ins- eines herrlichen Eichen- und Buchenwaldes von mehr als 8000 scheiterte, dieses doch nach wie vor als die einzige Quelle von besondere bezüglich der Konfurfiten, denen das Stimmrecht ent- bayerischen Tagwerk, dessen jetziger Werth sich wohl auf 2 Millionen ten Behörden betrachtet werde, woraus der Bundesbeitrag gezogen wird) der Schweizerbürger dur die Mark beziffern mag. Wenn sich auch begreifen läßt, daß bei wonnen werden könne. Damit wurde die erste Sigung nachts Bundesgesetzgebung hinzuwirken. dem hohen Werth des umstrittenen Waldes beide Parteien 112 Uhr geschloffen. Hierauf schlug Präsident Für holz vor, den vo neuen, beharrlich den Besiz erstrebten, so muß man doch Achtung haben In der heutigen Sigung fam zunächst die Umgestaltung verfchärften Verfolgungen heimgesuchten deutschen Partei vor der unerschütterlichen Bähigkeit und dem Muth diefer der Partei Organisation zur Verhandlung. Das Partei- genossen ihre Sympathie aufzudrücken in Form einer Re- Bauern, die auch in der Zeit, da sie als Unterthanen der Herren fomitee legte einen Statutenentwurf vor, der die sozialdemo- solution, worin u. a. Die Ueberzeugung ausgesprochen wird, v. Thüngen diesen nahezu auf Gnade und Ungnade übergeben fratische Partei auf breitere Grundlage stellen soll. Insbesondere daß die von der Reaktion in Deutschland inszenirten Verfolgungen waren, dennoch Jahrhunderte hindurch gegen sie zu prozeſſiven hätte sich die Partei- Organisation aufzubauen auf dem schweize: unserer Partei, der Sozialdemokratie gerade zum Segen gereichen wagten, die troy bitterer Armuth im festen Zusammenhalten rischen Grütliverein, dem schweizerischen Gewerkschaftsbund, auf und zum Siege derselben führen werden. Die Resolution Woche für Woche und Mann für Mann ihren Prozeßsechser" fantonalen und lokalen Organisationen und auf der Zahl der wurde unter Hurrahrufen und Hände- Erheben einstimmig an- zahlten, bis sie vorläufig als Sieger aus dem Streite hervor Einzelmitglieder. Die Beiträge werden danach neu festgesetzt und genommen. gingen und nun als beati possidentes dem Fortgange des zwar von 5 Ets. für die Mitglieder des Grüllivereins und Ge= Als Vorort wurde Bern, als Präsident der Geschäfts: Prozesses in relativer Gemüthsruhe zusehen können. werkschaftsbundes bis 50 Cts. für Einzelniitglieder pro Halbjahr. leitungs- Stommission 3 graggen( Ober- Staatsanwalt) gewählt Donnerstag wurde wieder in dieser Sache verhandelt. Es kam Nach furzer Diskussion wurde dem erweiterten Parteifomitee der und das Parteitomitee bestellt aus Devoignes Steuenburg, schließlich zur Vertagung bis zum 19. Juni f. J. Auftrag ertheilt, einen Organisationsvorschlag auszuarbeiten, Heritier Genf, Lang und Seidel Zürich, Wiesmann- Wegen Beleidigung der Staatsanwaltschaft in Greifs womit sich auch die genannten Verbände und Organisationen be- Binterthur, Tschui Grenchen, Luginbühl- Langenthal, Berger wald ist vom Landgerichte reifswald am 9. Juli unsere Parteischäftigen sollten. Derliton, Furholz- Solothurn und Oswald St. Gallen. genoffin Frau Margarethe Wenge Is zu 2 Wochen Gefängniß verHierauf referirte Brandt aus St. Gallen über die In die Kommission für Programmrevision wurden gewählt: urtheilt worden. Sie hatte am 11. November 1894 in einer sozialProportionalwahlen. Er legte die jetzigen Verhältnisse Sted, Gschwind, Greulich, 3graggen und demokratischen Versammlung in Wolgast eine Rede unter dem Majoritätssystem für den Nationalrath dar, Mettier. Als Ort für Abhaltung des nächstjährigen Partei- über das damals in Aussicht genommene Umsturzgesetz gehalten. bei dem gerade unsere Partei nicht zu ihrem Rechte tommen tages wurde Winterthur beſtimmt. Hierauf schloß Präsident tönne. Sodann ging er der Reihe nach die größeren Fürholz mit warmen Worten den Parteitag. Kantone durch, um nachzuweisen, daß in Bern, Zürich, Während der Mittagssigung hatte sich der geräumige Saal St. Gallen, Baselstadt und Baselland, Neuenburg, Waadt, Genf mit Genossen und Genosfinnen von Bern dicht gefüllt, die mit und Solothurn unsere Partei Vertreter für den Nationalrath gespanntener Aufmerksamkeit einem interessanten Bortrage beim„ Proporz" erhalten würde, was jetzt nicht der Fall ist. Greulich's über die materialistische GeschichtsDie Verhältnisse der bürgerlichen Parteien würden eine Ver- auffassung lauschten. " Gründen. schiebung erfahren, die uns ebenfalls nur von Nugen sein tönnte. Wenn auch eine kleinere Anzahl sozialistischer Vertreter im " müßten, es Am Dabei soll sie sich einer Beleidigung der Staatsanwaltschaft schuldig gemacht haben. Zwar hat unsere Genossin nur von den Staatsanwälten im allgemeinen gesprochen, aber es fonnte nach dem, was heute als echt gilt, jeder einzelne Staatsanwalt in Deutschland sich dadurch beleidigt fühlen und der Staatsanwalt in Greifswald hat ausdrücklich Strafantrag gestellt. In ihrer Revision bestritt die Angeflagte, daß gerade der Staatsanwalt in Greifswald zur Stellung des Strafautrages befugt gewesen sei. Das Reichsgericht verwarf die Revision. Uhr geöffnet bis nach 10 Abends Aufsehen erregend billig u. gut offerire ich ein durch eigenthümliche Veranlassung erstandenes Lager von zirka 80000 Mk. Herren- Garderobe sowie Knaben- Garderobe. Die Waare ist durchweg auf das peinlichte- fauber wie nach Bestellung gearbeitet u. übernehme ich wie bei all' meinen Artikeln für die Güte durch gedruckte Garantiescheine volle Garantie. Die Stoffe bestehen aus deutschen, englischen und franzöfifchen hervorragenden guten Fabrikaten, keine Schundwaare. 14,-, 17,50, 24,- bis 36 M. 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Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Abends bis und 10 hr geöffnet!