Morgenausgabe Nr. 559 A 283 45.Jahrgang Böchentlich 85 B1, morailidh 3,60 M tm voraus zahlbar. Boftbezug 4.32 2. einschl. Beftellgeld, Auslandsabonne ment 6.-M. pro Monat. Der„ Borwärts" erscheint modentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Illustrierte Beilagen Bolt und Zeit“ und„ Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und iffen"," Frauen. Stimme". Technit". Blid in die Bücherwelt" und Jugend- Borwärts Vorwärts Berliner Boltsblatt Dienstag 27. November 1928 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Fi. Dle etnipolttge Ronpareillezetle 40 Pfennig. Retlame eile 3- Reichs mart. Aleine Anzeigeu das lettge brudte Wort 25 Pfennig( zulässig zwe Jettgedruckte Forte), jedes weitere Bort 12 Pfennig. Steüengesuche das erfie Bort 15 Bfennig, jedes weitere Bort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Arbeitsmarkt Seile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen. annahme im Hauptgeschäft Linden. Straße 3, wochentägl, von 8 bis 17 Uhr, Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297 Telegramm- Adr.: Soztaldemokrat Berlin Vorwärts- Verlag G.m. b. H. SUPOP Bostichedkonto: Berlin 37 536. Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstr. 3 Schulreform. Eine Schlußbemerfung zur Diskussion über das nächste Schulprogramm. Von Wilhelm Paulsen. Was will die Volkspartei? Einspruch gegen die Unterstützungsaktion für die Ausgesperrten? im Parlament treiben. Die Volkspartei soll in die Bresche springen, eine Demissionierung der Minister der Volks partei soll die Einstellung der Unterstützung an die Ausgesperrten bewirken. Der Plan ist einfach und klar; die der Volkspartei nahestehende Presse läßt über ihn teine Zweifel. Beim Wiederzufammentritt des Reichstags wird man sehr schnell erfahren, ob mehr da= hinter stedt als nur ein frommer Wunsch des Unternehmertums oder ob in der Tat die Volkspartei Neigung zeigt, die Front der Katastrophenpolititer gegen den Staat, feine Autorität und das Gesetz zu verlängern. Auf meine Ausführungen im ,, Borwärts" antworteten Das Urteil des Duisburger Landesarbeitsgerichts hat das wahre| in Duisburg wollen sie es anscheinend noch bis zum offenen Konflikt Dr. Wuesstng und Frau Dr. Bäumer, beide nach meiner Wesen der Aussperrung in aller Schärfe aufgezeigt. Sie ist ein Meinung im fachlich zustimmenden Sinne. Da es mir in Bruch des Rechts, ein Machtkampf der Scharfmacher gegen den Bruch des Rechts, ein Machtkampf der Scharfmacher gegen den der gegenwärtigen politischen Konstellation notwendig er- Staat und das Gesetz. Bei diesem Machtkampf muß der Staat scheint, über alle Einwendungen hinweg zu einem die Deffent- den längeren Atem haben, sofern seine Organe von dem lichkeit überzeugenden und miteifernden Aktionsprogramm Billen erfüllt sind, die Achtung vor dem Gesez und vor der Auzu kommen, sei es mir gestattet, meine Ansicht noch einmal torität des Staates zu erzwingen. Der Beschluß des Reichstags, den furz zusammenzufassen und Gegensätzliches, hinwegzuräumen. Ausgesperrten Interſtügung zu gewähren, bedeutet in diesem Mach: Ich verwerfe aus fozialen und pädagogischen Gründen fampf einen sehr schwerwiegenden Faktor.. Die Unternehmer jede Schulgliederung, die auf Grund eines einseitigen Ausfürchten diese Unterstützungsaktion, fie versuchen deshalb systematisch Iefe verfahrens durchgeführt wird. Die Schule, als die öffentliche Meinung und die ihnen nahestehenden ParlamentsSammel, Bildungs- und Lebensstätte der Jugend, ist eine frattionen Einheit. Ausleseschulen im heutigen Sinne zerstören diese Einheit und zerreißen die Jugend wie die erwachsene Gesellschaft nach Ständen und Klassen. Gesellschafts- und BildungsPlassen, höhere und niedere Klassen sind innerhalb unseres heutigen Schulsystems scharf ausgeprägt. Sie bleiben be stehen, wenn der Gegensatz zwischen Maffen und Sonder schule nicht aufhört, wenn die Volksschule nicht zu einer Maffeninstitution, zur Boltsbildungsanstalt er hoben wird. gegen die Durchführung des Reichstagsbeschlusses auf Grund der preußischen Richtlinien mobil zu machen. Die der Volkspartei nahestehende Presse veröffentlicht An griffe gegen die Unterstüßungsattion und behauptet, daß die Unterstügung gegen die Reichsgrundfäße zur Fürsorgepflicht verordnung verstoße und deshalb eine Berlegung der Staatsautorität bedeute. Diese Behauptung ist rechtlich so unhaltbar wie jene Unternehmerbehauptung, daß der Schiedsspruch nicht zu Recht gefällt worden sei. Sie soll verschleiern, daß die Unternehmer unter Mizachtung des Rechts den Kampf gegen den Staat fort fehen wollen. Die Unternehmer stehen nun einmal auf dem Stond punkt, daß der Staat mir den Unternehmern helfen darf, niemals aber den Arbeitern. Die Rölnische. 3eitung" fündigt gleichzeitig on, daß ein neuer Schritt der Volkspartei in der Frage der Unterstützung im Eisenstreit bevorstehe. Ich habe die Gefahren jeglicher Art von Ausleseklassen scharf gelennzeichnet. Aufbau und Oberklassen der Bolts schule sind Behelfs- und Noteinrichtungen. Sie stoßen für eine geringe Zahl theoretisch Begabter niederer Boltsschichten ein Bildungstor auf, laffen das Massenbildungsproblem aber ungelöst. Das Bildungselend der Volksschule und mittelbar auch das der höheren Schule, bleibt bestehen. 90 Broz. unjerer Jugend verkümmern nach wie vor in ihrer geistigen Entwicklung. Für die Wirtschaft und Kultur ist die Volksschule fafi ohne Bedeutung. Ihr Niveau muß gehoben werden, Aufbau und Gliederung müssen dem Reich Es ist bekannt, daß die Bolkspartei vor dem Beschluß des Reichs tum und der Mannigfaltigkeit individueller Begabungen tages einer Unterstügungsaktion des Reiches zunächst erheblichen entsprechen. Die Bildungsziele müssen den Bedürfnissen der Widerstand geleistet hat, so daß in dieser Zeit der Krisengerüchte Gesellschaft und der Wirtschaft angepakt werden. Die Bil- und Krisengespräche bereits öffentlich von einer Regierungsfrise über dungswege in die Braris des Lebens münden. Eine Aus- den Eisenkonflikt gesprochen wurde. Die Volkspartei hat schließlich lefe von unten muß erfolgen, nicht von oben. Die Gach der Unterstüßungsaftion zugestimmt. Würde es sich bewahrheiten, gliederung der Schule fordert das können der Jugend her daß fie jest gegen die Durchführung Einspruch zu erheben gedenkt, aus, macht ihre Qualitäten sichtbar, legt innere Berechti o müsse der Eindruck entstehen, daß sie vor dem Stirnrunzeln der gungen" bloß. Je fchlechter das Schulwesen, Scharfmacher ihre beffere Einsicht preigsgibt. An fräftigen Drohundesto höher das Ansehen der Berechtigungen der ausgesprochenen Scharfmacherpreise hat es ja nicht gefehlt. gen, Diplome und Prüfungen. Die Riel und hat doch eine Zeitung mit dürren Borten erklärt, Herr Curtius Ranlosigkeit unseres Bildungswesens hat zur Erfindung der habe sein Amt als Reichswirtschaftsminister nur von der Gnade Intelligensprüfung geführt. Je größer die Ohnmacht und der Industriellen..... das Unvermögen der Schule. Intelligenzen zu wecken und zu formen, desto raffinierter und lückenloser die Tests, dennoch Intelligenz zu entdecken. An anderer Stelle formulierte ich es so:., Je unerbittlicher und härter der Prüfungsmechanismus ift. ie differenzierter die Systeme und Brogramme. je lauter, selbstbewukter, unbefcheidener und tattloser die Methoden werden, geistige Qualitäten zur Aeußerung, zur Entäußerung", au drän gen. desto größer und unheilvoller sind die Mächte der Intelligenzzerstörung. Es gibt nur ein Mittel, unserer geistigen Wirtschaft zu helfen: natürliche Intelligenz bildung nicht zu hindern." Soviel von der grundsäglichen und inneren Seite der Schulreform. Für den organisatorischen Aufbau forderte ich die Einheitlichkeit des Schulmefens bis zum 10. Schuljahr, für die legten vier Jahre mit Beschränkung auf den allgemein bildenden Unterricht. Die fechsjährige Bolfsgrund Ichule, ich muß auf meine früheren Ausführungen zurück berweisen( Borwärts" vom 3. Juni 1928), hat die Aufgabe. die Gesamtkräfte der Jugend zu mobilisieren, sie in Arbeit und Spiel natürlich sich formen und auswirken zu laffen. Unsere Stunden- und Lehrpläne verlagen hierin vollständig, in dilettantischer Weise vermitteln sie dürftigste Gelehrten bildung. Eine Umkehr ist unter der Einwirkung neuester piychologischer und pädagogischer Erkenntnisse bereits er: tennbar. Die vierjährige Boltsmittelschule, obligatorisch in den ersten, fakultativ in den letzten Jahren. fegt bei völlig umzugestaltender Arbeit, unter Verzicht auf den drückenden Stoffzwang und unter Herabjekung der verwirrenden Stunden- und Fächerzahl die allgemeine Bildung fort, gliedert sich aber nach den Hauptbegabungsrichtungen, wie es die Bedürfnisse des Gewerbes, des Handels. der Technik. der Kunst oder der Wissenschaft es erfordern. Die Fach- und Die Gesamtheit Berufsschulen fnüpfen hier organisch an. ihrer Oberstufen bildet die Boltsoberschule, neben der vorläufig, verbunden mit ihr, die höhere Schule bestehen bleibt. uessing bekennt sich zu dieser Gliederung im vollen Umfange, er fordert mit mir die fechsjährige Grundschule und den Ausbau der Boltsschule bis zum zehnten Jahre. Bäumer will in diesem System- ob fachlich mit Recht oder nicht die heutigen Mittel- und Realschulen belassen, Es scheint die Absicht der Führer der Scharfmacher zu sein, ihre Front gegen den Staat zu verlängern bis in den Reichs tag hinein. Nach ihrer Niederlage vor dem Landesarbeitsgericht = Wir glauben, daß es im gegenwärtigen Augenblick fein stärkeres Mittel gibt, um eine Partei, ihre Rechtsauffassung und Staatsgejinnung in den Augen der überwältigenden Mehrheit des Volkes zu diskreditieren, als der Versuch, sich im Eifenkonflikt auf die Seite der Rechtsbrecher gegen die Opfer der Aussperrung zu stellen. Ein Sturm der Empörung im ganzen Botte würde sich gegen den Versuch erheben, den Scharfmachern mit Silfe einer leichtherzig heraufbeschworenen Regierungsfrise zu Hilfe zu kommen. Die parlamentarische Auseinandersetzung über einen derartigen Versuch würde zu einer sehr flaren Trennung der Geister führen. lieber die Stimmung innerhalb der Arbeiterschaft unterrichtet eine Rundgebung der christlichen Metallarbeiter, in der die Reichsregierung aufgefordert wird, ihrer Hoheit und dem Recht Geltung zu verschaffen, erforderlichenfalls durch ein Notgesek, auf Grund dessen die Betriebe wieder geöffnet werden könnten. Diese Kundgebung der christlichen Metallarbeiter wird von der ,, Kölnischen Zeitung" als Katastrophenpolitik bezeichnet. Nun auf einmal Katastrophenpolitik! Vier Wochen lang haben die Scharf. macher an der Ruhr unverantwortliche Katastrophenpolitik getrieben nun auf einmal soll die Forderung an den Staat, daß er dem Recht Geltung verschaffen solle gegenüber den Saboteuren des Rechts, Katastrophenpolitik sein? Es ist allerdings zu wünschen, daß die Notwendigkeit, 230 000 Arbeiter und ihre Angehörigen zu unterstüßen, bald aufhört! Die Betriebe müffen geöffnet werden! Das Reich muß die Arbeiter unterstützen, weil 12 Menschen einen Privatkrieg gegen das Recht des Staates führen. Es wäre beffer, wenn sich die Bolkspartei bemühen würde, die Unternehmer zum Abbruch der rechtswidrigen AusSperrung und zur Anerkennung des Schiedsspruch s zu bewegen, als daß sie einen Schritt gegen die Unterstützung der Opfer des Rechtsbruchs oder auch nur eines Teiles von ihnen anfündigen läßt! Zum Gelingen verurteilt." Blum über die Reparation- für die Räumung. Paris, 26. November.( Eigenbericht.) heute damit rechnen, daß die bevorstehenden Sachverständigenverhandlungen um Gelingen verurteilt sind". Die Reparationsfommiffion ernennt die Sachverständigen. Der Führer der Sozialistischen Partei, Leon Blum, veröffent licht heute im Populaire" einen grundsäglichen Artikel über die Frage der Rheinlandräumung. Leon Blum betont zunächst, daß die Sozialistische Internationale beffen militärische Besetzung, vor allem aber die Rheinlandräumung, die nicht weniger als 15 Jahre dauern follte aufs schärfte verurteilt. Selbst die wildesten Militaristen in Frankreich hätten so fährt Leon Blum fort, der Räumungsforderung Deutschlands nicht ein einziges ftichhaltiges Argument entgegenzusehen. Die Berufung auf den Artikel 431 des Bersailler Bertrages fönne nur zugunsten Deutschlands sprechen. Deutschland habe abgerüstet, es habe den Dames- Plan und den Locarno- Bertrag angenommen und damit Sicherungen anerkannt, diese Frage in ihrer Demarche vom 30. Oktober offengelassen, weil die die Sicherung der Rheinlandbesezung ersetzen. Am Montag vormittag fand im Elysee unter dem Borsiz des Präsidenten der Republik ein Ministerrat statt, der sich wiederum mit den laufenden Reparationsverhandlun= gen befaßte. Innenminister Tardieu erklärte noch Schlüß der Sigung, daß die erwartete Ernennung der Sachverständigen for= mell nicht den alliierten Regierungen, sondern der Repara= tionsfommission obliege. Die deutsche Regierung hatte sie selbst keinerlei Initiative ergreifen wollte. An sich können Es sei klar, daß Deutschland für die Räumung feinen Preis zu gegen die Ernennung durch die Reparationstommiffion grundsäß-zahlen brauche und daß es dies auch nicht tun werde. Deutschland liche Bedenken schon deshalb kaum erhoben werden, weil ihr im werde mit diesem Standpunkt auch unbedingt durchdringen. Es| Friedensvertrag die Mission zugeschrieben wird, von Zeit zu Zeit habe nicht nur das Recht auf seiner Seite, sondern es fönne schon die Zahlungsfähigkeit und die Hilfsquellen Deutschlands zu prüfen. ihre grundfäßlichen Erörterungen sind dieselben. Alle schul- I um das Reichsschulgefeß ich wiederhole es ist der Kampf reformistischen und schulfortschrittlichen Kreise erheben die um eine vernünftige und fachliche Gestaltung unseres Schulgleichen Forderungen. Die Lehrerschaft wird in ihrer er- und Bildungswesens. Konfessioneller Hader verstummt vor brüdenden Mehrheit hinter ihnen stehen. Jugend und Eltern den praktischen Aufgaben des Lebens. Eine Schule der prosehnen sich nach Erlösung. Die schwer fämpfende Wirtschaft duktiven Arbeit, die Schule der schaffenden, werktätigen Beverlangt die neue Bildungsordnung. Die Sozialdemokratische völkerung, wird die Jugend binden über alle weltanschau Partei fieht in ihr die Erfüllung des wichtigsten Stüdes ihres lichen und parteipolitischen Grenzen hinaus. Zugleich wird Kulturprogramms. An uns ist es, die Parlamente an die gerade fie am wenigsten ihre allgemeine humanistische Au gefeggeberische Arbeit zu bringen. Wichtiger als aller Rampf gabe versäumen. Ontnm erfüllte ihir die«chande des Sozialistengesetzes. Aber ge- rade dieser Grimm führte ihn zu verstärkter Wirksamkeit, um die ���inand�Ewaldl Am gestriKen ZS. November wurde FaMnand Twaild ! �52 Jahre alb. Am gleichen Tage hat chn der Tod aus dem ' Lebsn abberufen, nachdem er sät Tagen sein Kommen angekündigt ' J hatte. An dem Altersheim am Wedding, das ihm in den letzten :' Iahren.�eim und Pflege bot, hat Ewald fein arbeita» und kämpf-« reiches Detfein beschlloffe». all an Jahren, aber bis in die allerletzte !) Zeit oon starkem Intxrcffs an allen politischen Dingen beseelt. Der letzt die Augun für ünmer schloß, war ein Berliner Kind. ! I In dem Berlnr des Dchmärz war er geboren, in dem Berlin der - � Entwicklung zuin Kapitalismus wuchs er auf, hier erlebte er die .Gründer�jahre. nachdem er an den drei preußischen Feldzügen ; f teilgenommen, hier fand er den Anschluß an die junge sozialistische ' Arbeiterbewegung, in der er sähst bald hervorragend aktiv werden !' tollte. Als Bergolder lebte er das Leben des Arbäters: mit heißem ! f"' ;| Blößen des Gegners zu erspähen und der unterdrückten Arbeiter- !. ichoft neue Lebensmöglichteiten zu schaffen. Ewalds Name ist mit s dem Wiederauileben und Wiedererstarken der Gewerkschaften, die �Bismarck durch Auflösung vemichtet zu haben glaubte, eng verbunden. ) Auf Ewalds Anregung und unermüdliches Betreiben bildeten sich seit'188.? wieder„Fachveseine� in Berlin, als erste die der Der- . galder und Holzorbeiter. 1883 gab Ewald auch eins„Berliner :' Arbeiterzeitung" heraus, die das Bindeglied zwischen den Part«- s genossen sein sollte. Das Blatt mußte allerdings aus Mangel an !' Mitteln wieder eingehen. Aber als im Herbst 1884 das„Berliner 'Bolksblott" herauskam, der Borläufer des heutigen„Vorwärts", da !'zeichnete Ewald als Verleger des neuen Parteiorgans. Bekannt und unvergeßlich ist die Derjammlungsarbeit Ewalds, besonders fein ;'»nä'!chr?ckenes Auftreten in den Veranstaltungen des antisemitischen ;[ Hofpzrchigcrs Adolf Stoecker. der mit ollen Mitteln frommer Arglist siim fW« Seelen der Berliner Arbeiter warb. Immer wieder mit �HausflßHungen, Verhafwngen, Prozeffen heimgesucht, wurde Ewald um 13. Dezeinber 1884 mit der schärfsten Waffe getroffen: Er er- - hielt den Pesehl, binnen drei Stunden die Stadt Ber- �lin�zu verlassen! Der Bismarck- Posizä, die solche Befehle j erteilte, war es gleichgültig, was aus den Angehörigen des Aus- , gewiesenen wunde— in diesem Falle blieben Frau und fünf �Kinder zurück—. sie mußte ihre kalte Rache nehmen. . Nur mit großer Mühe gelang es. die Abrcisefrist wenigstens j bis zum Abend des Tages auszirdelinen. Dann mußt« der Berliner � Ewald seine Heimat verlassen. Er siedäte nach Brandenburg , über, eröffnete dort ein kleines Zigarvengeschäft. um die Mittel i, zum Leben zu schaffen� aber er war auch am neuen Wohnsitz bald , wieder in der proletarischen Bewegung tätig. Noch unter dem ., Sozialistengesetz übernahtn er die bürgerliche„Brandenburger Zei- ,.z tung". um ste zum Kampfblatt der Part« umzugestalten, das sie heute noch ist. Seit 1895 wohnte Ewald Bliebe r in Berlin. 1900 . würde er wieder in die Stadtverordneten versamnilung gewählt, der er bereits als änsr der erftrn Sozialdemokraten 1883 bis zu seiner r Ausweisung angehört hatta. Noch seiner Rückkehr führte er als Wirt eine kleine Schankwirts chast. später wurde er als Mitbegründer des Verbandes der freien Gast- und Schankwirte Redakteur des Lerbandsblattss. Der Kreis Luckenwalde-Zauch-Belzig, in dem er lange Jahre kandidiert Halle, sandte ihn in einer Nachwahl in den ' Kttchstag, in den er als III.. Sozialdemokrat änzog. ! So sah. er an seinem Lebensabend ein gewalliges Wachstum her Part«, ber er in den schwersten Iahren ihres Wirkens mit unbeirrbarem Mute gedient hrfte. Das besonder« Vertrauen der Part« zu dem unc cm. wichen Kampsgesährten kam auch in semer Wohl in die Kontrolllosimif�ion zum Ausdruck. Als vor zwei Jahres d« Genossen vom Bezirk Wedding dem Achtzigjährigen eine festliche Feierstunde berätst«:, sprach er als den Wunsch seiner letzten Jfchre aus. daß er die Einigung der Arbeiter unter der Fahne der Sozialdemokratie erleben möchte. Cr hat in diesem, seinen: 82. Jahre, noch an dem großen Wahlsieg der Partei sich mit freuen dürfen. Und wenn er setzt auch Abschied oon der Welt und seinen Kampsgenossen nehmen mußte, so werden doch die Ueberlebenden sein Gedenken ehren, indem sie mit gleichem Willen zum Siege für die sozialistische Ideenwelt gegen Gewalt und Uiznerstand weiterwirken. Die Einnahmen des Meiches im Oktober. Oa«e Etat-Soil bisher am 390 Millionen überschritten. Die Einnahmen des Reiches im Oktober betragen bei den Be- sitz- und Derkehrssteuern 817,9 Millionen und bei den Zöllen und ö Verbrauchsabgaben 244,4 Millionen. Wegen den im Oktober fälligen ■i Vorauszahlungen auf die veranlagte Einkommensteuer, Kärper- r ichasts» und Umsatzsteuer läßt sich das Oktoberauskommen nur mit t dem Juli 1928 vergleichen, in den gleichfalls Vorzahlungstermine ielen. Dieser Vergleich ergibt, daß die Einnahmen des Oktober r mir 1062,3 Millionen nur mu 19,8 MULonen hinter den Ergeb- il nissen des Juli zurückbleiben. Zum erstenmal wirtte sich im Ok- 0 tober die Senkung der Lohnsteuer mit einen: Minderertrag oon g 3,4 Millionen aus. j In den ersten sieben Monaten des laufenden Rechnungs- wahres— April bis«»schließlich Oktober 1928— sind im ganzen b 1559,8 Millionen Mark aufgekommen, das sind 390,3 Mil- c lionen Mark mehr als sieben Zwölftel des Jahressolls. Hierbei ist indessen zu berücksichtigen, daß in den abgelaufenen t sieben Monaten drei Monate(April, Juli und Oktober) enthalten h sind, in denen Vorauszahlungen auf die Einkommen-, Körperschaft- i und Umsatzsteuer entrichtet worden sind, wogegen in die restliche,: t-nn- Monate nur noch ein solcher Monat(Januar) füllt r i> KompetenzkonW im Landtag. Darf der vom Muauzminifier vorgelegte Stellenplan abgeändert werde«? Oer Mietenkampf in Wien. Sozialdemokratische Obfiruktionsreden. Di« Mietenaufwertnngsvorlage der lÖMcner Bürgerblock- „egierung, über die wir gelegentlich ihrer Besprechung auf dem sozialdemokratischen Parteitag Mitte September berichtet haben, ist nach der ersten Lesung im Nationalrat dem Sonderausschuß überwiesen worden, der schon seinerzeit an der Obstruktion der Sozialdemokraten gescheitert ist. Da bisher Zusagen der Regierung. die Mieterhöhung zum gemeinnützigen Wohnungsbau zu ver- wenden, nicht gegeben worden sind, hat Abg. Genosse Karl ö e u t h n e r- Wien nun schon die Aueschußsitzungen einer ganzen Tlloche alleinredend ausgefüllt. Der bereits Sechzigjährige spricht ohne merkbare Ermüdung, mit klarer Stimme und in inter- essanier Weise. Am Wochenende hat er angekündigt, von seinen Vorbemerkungen, di« bereits zwanzig Stunden ausgefüllt Kaden, sm Dienstag auf das Sachliche eingehen zu wollen Der König van England. Das gestrige Bulletin spricht von einer unruhig verbrachten Nacht und von der Möglichkeit einer Aus- dehnung der Brustsellentzündung. Dennoch ist bisher der Thron- iolger von seiner Ostasri kareis« nicht abberufen worden. Dar verstärkte Hauptausschuß des Landtages trat am Montag zur Beratung des vom Finanzminister vorgelegten Stellenplanes für 1928 zusammen. Finanzminister Dr. höpker-Aschoff erklärte clnlätend. daß der Landtag oder seine Ausschüsse nicht dos Recht hätten, die Ausführungsbestimmungen und den Stellenplan für 1928 a b- zuändsrn. Die Staatsrsgterung Habs aus Grund der ihr ge- gebcnen Ermächtigungen diese Vorlagen nur vorzulegen und der Landtag und sein« Ausschüsse könnten ihre abweichende Meinung in Entschkießungsanträgen zum Ausdruck bringen. Abg. Simon(Saz.) wies gegenüber diesen Ausführungen des Ministers aus die Beratung der Lusführungsbestimmungen zum BoltsschuIIehrerdiensteinkommensgesetz von 1920 hin. an dem wichtige Aendsrungon vorgenommen wurden. Die Regierung habe in die Aussührungsbestimmungen zum Stellenplan ober Härten hineingebracht, die vom Gesetzgeber nicht beabsichtigt waren. Auch im Stellenplan seien gewisse Beschlüsse, die schon sür 1927 Berücksichtigung finden sollten, auch für 1928 nicht berück- sichtigt worden. Zweifellos müßten Härten, die im Rohmen des Besoldungsgesetzes beseitigt werden können, misgeräunü werden. Ein Zentrumsredner schloß sich diesen Ausführungen an. Er sei über di« Auffassung des Ministers, daß Aenderungen vom Landtag nicht mehr vorgenommen werden könnten, i m höchsten Maße bestürzt. Auch der Redner der Deutschen Volksport«: vertrat die Meinung, daß der Landtag da? Recht haben müsse, den Stellenplan abzuändern. Abg. Hamburger(Soz.) erklärte für seine Fraktion, daß diese dem Ernst der preußischen Finanzlage bei Stellung von Ab- ändern ngsonträgen Rechnung tragen werde. Aber der Stellenplan sei dem Laudlag nicht lediglich zur Kenntnisnahme vorgelegt worden, und er Hobe zweifellos dos Recht, Abänderungen vor- zunehmen. Der kommunistische Redner, Abg. Kasper, bezeichnete die Stellungnahme des Finanzminifters wiederholt als Betrug und wurde dafür vom Vorsitzenden zwämal zur Ordnung gerufen. Nach den Erklärungen des Ministers habe es üb«-Haupt keinen Zweck mehr, einen Unterausschuß einzusetzen. Auch ein Demo trat äußerte gegenüber den Ausführungen des Finanzministers ernste Dedenken. Der Landtag müsse dos Recht der Nachprüfung behalten. Ein deutschnationoler Rodner fordert« eine Erklorung des Finanzministers darüber, ob«r aui dem non ihm eingenommenen Standpunkt b estchen bleibe. Finanzminister Dr. Höpker-Aschoff äußerte sich nunmchr dahin, daß durch die verfassungsrechtlichen Bestimmungen die Volks- Vertretung zweifellos überwiegenden Einfluß auf di« gesetzgeberische Gestaltung der Angelegenheit hob«. Das Parlament Hobe das Recht, im Falle ab weichender Meinung einen Minister oder dem Gesamt- kobinett das Vertrauen zu entziehen. Aber die Rechte von Regierung und Parlament seien genau abgegrenzt und innerhalb dieser Grenzen hob« jede der Körperschaften auch ihr« Kompetenzen. Es sei zu berücksichtigen, baß der Stellenplan kein Nachtrags- etat ist. Der Etat für 1928 sei aber vom Landtag aufgestellt und damit Hobe das Parlament sein Recht erschöpft. Bei dem Stellen- plan könne der Landtag nicht einseitig abändern, sondern müsse Verständigung mil der Regierung suchen. Diese sei durchou? nicht unbelehrbar-, deshalb sei die Mitorbest des Landtagis, des Haupt- ausschusses und des Unterausschusses in vertrauensvoller Zusomn?»»- arbeit und unter Berücksichtigung der schwierigen Finanzlage des Staates durchaus zu wünschen. Der Vorsitzende, Abg. Hirsch, schloß die Debatte mit dem Hin- weis, daß noch dem interessanten akademischen Vortrag des Finanz- Ministers sich dieser der höheren Einsicht des Ausschusses nicht ver- schließen möge. Der Hauptausschuß setzt« sodann zur Borberatung des Stellenplanes einen Unterausschuh von 13 Mitgliedern ein. Für die Sozialdemokraten gehören diesem Unterausschuß die Abgeordneten Simon. Dr. Hamburger. Slelnmeq« und Zachert a« Zum Vorsitzenden wurde der Abg. Simon bestimmt. Der Unter- ausschuß wird unverzüglich seine Beratungen aufnehmen und über das Ergebnis dem verstärkten Hauptausschuß am Montag, dem 2. Dezember. Bericht erstatten. Schluß mit den Jideikommissen. Auslösung bis-193-1. Im Preußlfchen Landtag hat in« sozialdemokratische Fraktion einen 2lbänd«rungsantrag zur Zwangsauilösumgsverovdnung der Fideikommisse und Familiengüter eingebracht, nach dem die Fidä- kommisse spätesten? bis 1931 endgültig aufgelöst werden müssen. Mancher Stadtbewohner erfahrt vielleicht, erst aus diesem Antrag, daß............ bin gihrifommifsc noch immer existieren. daß also der Artikel 155 der istcf(Hsvcrfaff«ng» ö«r klar und einfach sagt:„Die Fideikommisse such auszMsett". nvch immer nicht erfüllt ist, daß noch immer Fideikommiss« pestvhen, ob- wohl von zahlreichen Lgrarpolitikern die vostswirtschaftliche Schad- lichkät dieser Ueberbläbsel aus der Feudolzät einstimmig dargelegt worden ist. Die mit dem Fideikommiß verbundenen Sonderrechte sind tat- sachlich für die Allgemeinheit untragbar. Während im deutschen Westen und Südwesten infolge der dauernd«: CrbteUung zahlreicher landwirtschaftlicher Betriebe die Betriebsgröße inuner weiter sinkt und oft bis zur UnWirtschaftlichkeit sinken muß, nur damit die Bauernsöhne bei ihrem landwirts chaftlichen Beruf bleiben können, find besonders im deutschen Osten riesige Latifundien in den Händen wem'ger Landmognaten zusammengeballt. Nach dem Fidei- tommihrecht dürfen diese Besitzungen beim Tode de» Inhabers nicht geteilt, sondern sie müssen ge- schlössen an einen Erben, vielfach nicht einmal an den Sohn des Inhabers, sondern an einen mehr oder weniger weit ent- sernten Verwandten abgegeben werden. Die Geschwister des Fi- dcitommißerben und die anderen Verwandten erhallen nichts von dieser Erbschaft. Ist bereits diese einseitige Begünstigung des Fideikommißerben eine schreiende Ungerechtigkeit, so ist der volkswirtschaftliche Schaden der Unteilbarkeit der fideikommisse noch viel größer. Die Ansisdlung von Bauernsöhnen aus dem Westen in den Laiisundien des Ostens wird dadurch verhindert. und vielfach werden dazu Fideikommißgüter von ihrem Inhaber schlecht bewirtschaftet, weil dieser während„seiner Regierung?- Periode* bestrebt sein muß, Vermögensteile aus dem Fideikommiß für feine bei seinem Tode m'cht erbberechtigten Kinder herauszuziehen... Enthält dieses Brachiiegen großer landwirtschaftlicher Produktivkräfte in den Fideikommissen für die Ernährungswirtschofi schwere Schädigungen, so hat ein anderer Teil des Fideikommiß- rechts, die Beschränkung der Haftung der Fideikpmnüß- bescher für Schulden, die Sicherheit des Wirtschaftsverkehrs in zahlreichen Fällen gefährdet und zu großen Lerlusten von Gläubigern geführt. So mußten sich zum Beispiel die Gläubiger des Grafen Oppersdorfs, die eine Forderung von einer Million Mark hatten, mit 35 Prozent ihrer Forderung begnügen, da der Fid«- kommißbesch des Schuldners zur Bezahlung der Schulden nicht her, angezogen raerden konnte. Dieser Fall steht' sedach durchaus nicht einzeln da. Ganz besonders benachteiligt such auch die Fidei- k o m m i ß p ö ch t e r. die für Aufwsnwrngen zu Betriebsverbesie. rmigsn während ihr« Pachtzmt in viele» Fällen vom Fideitom mißbesrtzer nach Ablauf der Pacht keine Entschädigung erhallen können. Die'Folge ist. daß Pächter, die«wen Kdeükornmißbetns-' wesentlich verheisert Haben, für dies» im vgflswirtschaftllchen Inter esse nottvendigsn Aufwendungen nag Beendiglmg bar Pacht de straft werden oder, was noch viel häufiger ist, daß Fidaikommisse von untüchtig«: Pächtern bewirtschaftet werden, die ohne Aufwendungen aus dem Betrieb herauszuziehen suchen, soviel sie können Daß die Erträge bei dieser Wirtschaft nicht hoch sein können, ist selbstverständlich. Die migachkeke Reichs nerfasiung. In Anbetracht dieser Zustände war es nur eine Srtbstoerständ lichtest, daß die Reichsverfassung� die Auflösung der Fideikommisse bestimmte. Die Ausführungsverordnungen zu diesem Artikel der Reichsverfassung haben jedoch in Preußen keineswegs die Auflösung der Fideikommisse zur Folge gehabt. Bis 1927 wurden»an den 1347 im Zahre 1919 in Preußen bestehenden Fidelkommissen nur 404 aufgelöst. Bon 216 Millionen Hektar im Zahre ISIS fideikom- missarlsch gebundener Fläche sind jetzt noch 1,7 Millionen Hektar als Fideikommisse vorhanden, nur ein Drittel wurde aufgelöst. Nach den bisherigen preußischen Bestimmungen kann die Auflösung der übrigen Fideikommiss« noch viele Jahrzehnte dauern. Außergem wurden oon der aufgelösten* Fideikommißfläche 79 Proz. in fideikommiß ä h n l i ch e Wald-, Land-, Wein- oder Deichgüter umgewandell. Angesichts dieser skandalösen Auswirtungen der preußischen Auflösungsbestinnnungen kann man den Worten des bekannten Agrarpolstiters Ae reb oe nur zustimmen:„Die sogenannten preußischen Vuflösungsbestinunungen der Fideikommisse sind in Wirklichkeit Auflebungs- oder AuferstehungSbefilmmungen derselben, welche mit dem klaren Wortlaut der Reichsverfassung: „Die Fideikommiss« sind auszulösen", unvereinbar sind. Sie sind sin« völlig unmoralische sophistische Sabotage der Reich snersassung sür einen ganz erheblichen Teil der fidelkommissarisch gebundenen BodenslSche.* Daß die Sozialdemokratie mst dieser volksschädlichen Um- gehung der in der Reichsversassung klar ausgesprochenen Ain- lösungsfarderung durch ihren Antrag im Preußischen Landtag Schluß machen will, ist sehr zu begrüßen. Sie wird im Kampf gegen dies« mittelalterlichen Ueberbleibsel die Unterstützung aller derjenigen finden, die für wirtschaftlichen Fortschritt, gegen die po- lirischen und Wirtschaftlichen Sonderrechte einiger hundert Feudal- Herren eintreten. KPO.-Krach. ' Unterschlagungen eines lAZ-Serttdert. Harburg- wilhelmeburg. 26. November.(Eigenbericht.) Der Krach in der KPD. nimmt hier kein Ende. Nachdem sich di« ohnehin schwache Ortsgruppe mitsamt ihrer Führung in zwei feindliche Lager spallete und auch die Stadtverordnctenfraktion auseinanderfiel, kommt nun das neueste Skandalstückchen ans Licht. Der hiesige Bertreter der IAZ. und Leiter der Orts- gefchäfts stelle der„Norddeutschen Zeitung*, eines Ablegers des Hamburger SP.-Blattes, hat die gesamten in seinem Besitz befindlichen Kassen gelder unterschlagen. Er ist damit über olle Berge gegangen. Es soll sich um einen ziemlich erheblichen Bettag handeln. Die kommunistische Zeitung schweigt das Dorkommnis natürlich tot. Der Kampf zwischen den beiden Richtungen geht im übrigen in aller Oeiientlichkest lustig weiter. Man sagt sich in Flugblättern und Versammlungen die schönsten Liebenswürdigkeiten. Aus einem Artikel der„Norddeutschen Zeitung" geht hervor, daß der frühere Ortsgeschäftsführer des Blattes, einer der ausgeschlossenen Stadt- verordneten, wegen völliger Unfähigkeit enilassen werde« mußte. Der ers� taugte nicht»— der zweit« plündert die Kasse. Ein liebliches Duett! Einjährige Dienstzeit ab-1929. Ein Fortschritt in Frankreich. Pari», 26. November. Der Heereeausschuß der Kammer hat Kriegsmlnlster Palnlrvö mitgeteilt, daß in Anwendung des Gesetzes über di« eistjähriga Dienstzeit die im November 1929 unter die Fahnen zu der?, enden Hefrufen als e r st e nur ein Zahr z» dienen habe« würden. t S P e I d Den Kaiser uns bestellt zur Bocht! Und seine grünen Reifer! Ein Mittelschullehrer jreibt unsi angelijden In unseren Schulen ziehen allmählich die neuen langbücher mit Melodienabbrud ein. Die Gesangbücher mit otenausgabe, bie miz vorliegen, find in diesem Sobre wom erlag( Iromigich u. Sohn, Berlin, Wilhelmstraße 20) geliefert orden. Es find neue Bücher ,,, nadh Bustimmung ber Brovinziot mode nom Bahre 1884 zur Einführung in ber Broving Brandenburg Genehmigung des Evangelischen Konsistorium." Der Stempel ber Rückseite des Titelblattes trägt die Inschrift: gl onfiftorium der Broning Brandenburg in Berlin. Diefent tempel macht bas Gesangbud ale Ehre! Das Inhaltsverzeichnis eift auf Seite XII unter dem Abschnitt Baterland und brigfeit als Erftes zwei Steber für hen„ Ge urtstag des Sandesherrn out, Nr. 506: Mit Frieden bait du( Gott) uns beboet. den Kaiser uns bestellt gir at... Rr. 507: Bater, frône bu mit Segen unfern Ronig und fein Haus.. Nähre du die heil'ge Flamme, die das Herz des Bolts ernetit, daß es unserm Rönigsftamine Liebe bis zum Tode weiht.... linter der eft gebeten ist dann auch ein Gebet für den Beburtstag des Kaifers"( Seite 314):„ Wir bitten dich att) herzlich, walte mit deiner Gnade über dem Raiser, unferm orige und Herrn. Bir banten bir, has bu abermals ein abr feinem Leben und feiner Regierung zuelegt baft... Da wundert's uns nicht mehr, mens 4 ter ben Biebern für krieg und Frieden im Liede Nr. 311 ber 7. Strophe zu lesen ist: Herr Gott, mir banten bir, daß du Land, Rirch' und Häuser, bex frommen Fürstenstamm unb bellen grüne Raiser bisher erhalten hast! Benn die Tatsache, baß Evangelischer Oberkirchenrat und bengelisches Ronfiftorium ber Proping Brandenburg bie often fangbücher immer wieder neu bruden laffert, nicht auch eine lte Seite hätte, tönnte man sie mit einem Bächeln abtun. Sn ber? Bie lange werden foldje Gesangbücher nach Zustimmung der Broninzialfynode mit Genehmigung des Evangelischen Dberfirden ots nom Evangelischen Konsistorium" noch herausgegeben werden? Bie fteht es bamit in den anderen Provinzen? Wer hat perant ortlich gezeichnet? Welches Datum tommt in Frage? Die neuen Bejangbücher schweigen sich über das Jahr ihres Erscheinens aus. Aur die Ausgabe mit Dürerschmud trägt( perfehentlich?) im Titel latt die Jahreszahl 1924 Auf der Rüdseite bes Titelblattes rangt an derfelben Stelle der alte Stempelebbrud: gl. Ronfiftorium der Provinz Brandenburg in Berlin. atr Wahlerfolg in Nordtirol. Rund 3000 fozialdemokratische Stimmen mehr.. Bien, 26. Rovember.( Eigenbericht.) Die Gemein bemohlen in Rothtirol, mit Ausnahme ber oupistat Sansbrud, ergaben füz bie Sozialbemotraten erfreuliche folge, Bor allem ift bie Sozialdemokratife Bartel nunmehr au antlegene Gebirgsbörjar eingedrungen. Insgefont fann gegeraber ben Gemeindewahlen von 1922 bisher einelt 3 s non rund 3000 Stimmen und 50 andaren chen. In den zwei großen Gemeindent bei Innsbrug, Borg und hotting haben die Sozialisten jest die gleiche Stärte wie die Bürger ban. Infolgedessen dürfte bei der Bürgermeistermaht das Los aticheiben. pie Unser Mazedonien. 72 Bombenattentate in Oftoberschlesien. Warschau, 26. November. 1979 Schwerer Damm" bruch! si FEUER 00 00 SOZIETAT Nicht nur an der Nordsee find Dämme gebrochen, sondern auch bei der Feuerfozietät. Direktor Damm wurde dabei ertappt, wie er die Dämme durch stach, durch deren Lücken gewaltige Kreditströme ins Bodenlose rauschten! 30% Hinter den Kulissen der KPD. Lockspigelei- Unterschlagung- Korruption. " Unser Jenaer Parteiblatt ,, Das Bolt veröffentlicht einen folgenden aufschlußreichen Brief. Der breifat ist der politische Rebatteur des fommunistischen Gothaer Bolts blatt", Heinemann, der Briefschreiber heißt Rifolaus Babit, ber 1923 nach Mostau gegangen und erst vor furzer Beit zurüdgelehrt ist. Der Brief lautet: • Jena, den 18. November 1928. Lieber Genoffe Friz! Du schreibst mit, daß ich in der Gothaer Mitgliederverjamum. tung fehr unglüdlich operiert habe. Du mußt mir zugute hatten, bag ich erft feit furzer Zeit wieber in Deutschland bin und deshalb nicht wiffen tann, mas fidy in Thüringen alles nach 1923 abgespielt fich hot. Das Mittel, was bie Rechten in Gotha gegen die Bartet aus fpielen, war mir nicht bekannt. Du mußt mir in jedem Buntt Auf schluß geben. Mit Genoffen 3immermann habe ich schon einige Sachen durchgesprochen. Er sagt, daß feiber alle Behauptungen mahr find. Zimmermann fagt: die Sentrale dicte ben Genoffen Dahnhardt 1924 nach Jena und den Genossen Kohl nach Gotha. Dähnhardt ist von Keller als Polizeispitzet entlaret worden, much foll Dähnhardt an der Unteriolagung der 3000 Mart der Reuen Zeitung beteiligt fein. Robi fam nach Gotha und wurde von der UB.( Unterbezirksleitung) nicht anerkannt. Rohl hat darauf einen Kreis Genossen um sich gesammelt und in der Wohnung bes Genossen Boehm die Genossen aufgefordert, auszuliefern, und zwar nach folgendem Bian: Zum 1. Mai wird eine Demonstration ganacht, die 118 muß an die Spize; Der deutsche Sejmangeordnete rapezoriti aus Oberdejten führte im Haushaltsausschuh u. a. aus, daß unter allen Boijemodschaften Bolens die stelle die meisten Bombie Mitglieder der gesamten 182. der Bolizei enattentate erlebt habe. Die bisher vorgekommenen 72 An läge hätten sich mit wenigen Ausnahmen gegen Deutsche gehtet, einer der legten Bombenanschläge in Antonienhütte gegen zu einem Sommerfest perfommelten Mitglieder des Berandes bearischer Ratholifen! In diesem Falle sei es zum ersten ele gelungen, ben Attentäter zu faffen. Doch habe er für sein Serbrechen nur einige Tage Gefängnis erhalten. Die hörben haben fogar deutschen tulturellen Bereinen Sommer sflüge Derboten und einen Gastwirt mit Bertürzung der cfizeistunde gedroht, wenn er feinen Saat für deutsche Ber ftaltungen bergebe. Der griechisch- türkische Bölkertausch. Unterbrechung der Berhandlungen. Angara, 28. Repember. wenn nun die Demonftration zum Rathaus fommt, geht ein Genoffe sue Polizei und meldet, daß die führenden Genossen bewaffnet find, und einige Genoffen sorgen dafür, daß in den Großkampf im englischen Unterhaus. Um die Rechte der Gemeinden. 3ufammenffößen mit der Polizei die UBC.- Mitglieder erlebigi merden. Die Gothaer Rechte meiß, daß unser Genosse Kohl no Bartel angestellter ist. Wie Du mir mittailft, nerbreiten die rechten Genoffen in Gotha das Gerücht über mich, ich hätte 1923 beim Waffentauf in Suhl 3000 Dollar unterschlagen. Das ist natürlich Schwindel. Ein anderer Genoffe hat bieje Schweinerei begangen. Weiter mirb behauptet, daß der Erfurter Genolle& ellermann bur ownonyme Briefe BartelSellermann hat has 34 senoffen verdächtigt hat, art ber Sentrale mußt Du in Gothe abstreiten, leben gegeben.. Dähnhardts Behauptung über ble 500 000 haupt hast Du in Gotha noch wenig gegen die Rechte durchgebort Deine Angriffe im Bolfsblatt" mulfen gefchidier auegearbeitet werden. Dähnhardt und Stonforten sind die gefähr lichten, fie müssen von den Mitgliedern getrennt werden. Es muß sich doch in Gotha ein Genoffe finden, der behauptet, daß Dähnhardt mit Sozialdemokraten in seiner Wohnung fammenkünfte hat. Ich denke an den Genoffen Meister. Du sagtest mir feßthin, hos Genosse Lindemann Material gegen Dähnharbt hat. Das muß ich unbedingt haben. Deine Ansicht, Kühr nicht mehr als Lotafrebatteur zu behalten, teile ich auch. Auch der Genosse Linde mann vertrat diesen Standpunkt. Doch müssen wir damit noch warten. Erst müssen wir in Gotha die Rechten erledigt haben, dann bauen wir Kühr ab. Ich denke daran, den Genoffen Härzer nach Gotha zu bringen. Deine Eingenommenheit für Selste be greife ich nicht. Selste ist ein ganz gefährlicher Bursche. Da steden wohl Weiberfachen dahinter. Deine Mse ist ja ein hübscher Kerl. Gruß Ridl So sieht es hinter den Kulissen der Thälmann- Bartei aus! Di Modugno habe wohl faum mit der Absicht zu töten den Konful zu sprechen verlangt. Seine Erregung fei begreiflich. da er statt deffen vor den Bize tonful geführt wurde und biefer fein Anliegen abschlug. Im übrigen müsse man bie 3niamic feiner Berfolger in Betracht ziehen. Frau di Modugno sei auf Befehl der italienischen Regierung zu 3 Jahren Depor auf die Insel Bonza, ben ungefündesten Deportationsort, übergeführt worden. Haben die Männer, fragt das Blatt, bie folde Repreffalien anwenden, ein Recht, non zibilifierten Menschen 32 verlangen, daß fie nun noch Etrenge üben? Neuer Revolveranschlag auf Faichistenspitzel. London, 26. November.( Eigenbericht.) Im Unterhaus begann am Montag die zweite Lesung des Gefeßentmurfes zur Refarm ber Botalverwaltung, bertation perurteilt und mit ihrem Kinde von der Insel Lipari greže parlamentarife& ampf smilchen Regierung und Oppofition, der den größeren Teil der gegenwärtigen legten Seffion Die Regierung erläßt in Beantwortung der Beschwerde ber des Bartlements nor den allgemeinen Wahlen ausfüllen wird. Die iechischen Delegation bei der türkisch- griechischen Ronumiffion für Debatte wurde mit einer Rebe des Gesundheitsministers Reville Bälteraustauf eine Ertlärung, in ber die Richtigtelt Chamberlain eröffnet, der in einstündiger Rede die überaus Borgehens der türkischen Delegation bestätigt mitb. Die vermidelten Bestimmungen des Gefeßentwurfs flar zu machen fuchte. rfische Delegation sei der Bewegungsfreiheit beraubt Im Namen der Arbeiterpartei unterbreitete der Abg. Artur Greencorben. Ihr fei jebe Möglichkeit genommen worden, Beschwerden moob einen Antrag, in welchem die Verwerfung des Gefeßentwurfs on türfilmen Bürgern in Griechenland entgegenzunehmen. mit der Begründung gefordert wird, daß der Reformplan die gegen inter biefen Bedingungen sei eine weitere Arbeit der Stommission wärtigen lebel bes Armenrechts nicht behebe, sondern sogar t möglich gewefen. auf eine weniger demokratische Grundlage stelle, die Entwidlung Nach der griechisch- türkischen Krieg haben belde Staaten bieber intalen Gefundheitsfürforge behindere und die geplante Ber. ihrem Gebiet wohnenden Bürger und Rationsgenossen bes an- minderung der lokalen Besteuerung in einer Beise vornehme, die ren Staates in unbeschreiblicher Graufamfeit und Gesinnungs- den feinen Kaufleuten und Haushaltungen neue Loften auferlege, igfelt vertrieben angesiedelt heißt mon des offiziell Es nbelt fich um Sunderttausenbe Griechen in Rieinafien und irten in Beft- Thragien, deren Familien zumeist on hurch viele Benerationen an diefen Stätten lebten. Baren boch bleje Länder it gel Sahrtausende in staatlicher Gemeinschaft: erst in oft. mifcher, bann in türkischer. Genoffe Dittmann schreibt uns au Hermann Müllers Erwide. ung: Darin gehe ich mit tüller völlig fonform, baß Beale els oltsbeauftragter dagegen war, ad hoc erife aur b erteilung einzufegen. Ich fabe aber Im Gegenfas 34 Müller erin fein widerspruchsvolles Berhaften Haases, daß im Falle Liebknecht- Bureinburg eine Untersuchungstom iffion ohne richterliche Befugniffe zur Feststellung es Tatbestandes forderte. # Faschistenprozeß in Paris. Die Ermordung des Bizetonfuls. Paris, 26. November.( Eigenbericht.) Am Montag begann vor dem Schwurgericht bei dicht befesten Tribunen bie Berhandlung gegen ben italienischen Kommunisten Serge bi obugno, der im vorigen Jahre den italieni. fchen izetonfut Graf Rarbint in besten Bureau er hoffen hat. Di Modugns beging die Tat aus Erregung barüber, daß es feiner Frau unmöglich gemacht wurde, zu ihm nach über, daß es feiner Frau unmöglich gemacht wurde, zu ihm nach Paris zu fommen. Der Quotidien" nimmt offen Bartet für den Angeklagten. Gestern abend wurde in Paris ein 42 Jahre alter tallener namens Culaglie von unbefannien Tätern burch drei Revolverfüie niedergestredt. Er murbe in schwer seriegiem zustand ins Stranfenhaus eingeliefert. Man glaubt, daß Tulaglis, der vor 2% Monaten aus Mailand eingetroffen war, faschistischer Agent war und der Rache politischer Gegner zum Opfer gefallen ist. Polen Vermittler? 3wischen Rumänien und Ungarn. Warschau, 26. November.( Eigenbericht.) Der ungarische Außenminister Balto trifft in ben nächsten Tagen in Barschau ein, um, wie es offiziell heißt, einen Glebs: vertrag mit Bolen abzuschließen. Die eigentliche Bedeutung dieser Reise, die in hiesigen politischen Kreisen großes Aufsehen ere regt hat, liegt aber in den Besprechungen hinter ben Ruliffen. Es besteht fein 3meifel, baß bei dem Besuch des ungarischen Außen minifters von polnischer Seite ber Berfuch gemacht werben wird, zwischen Ungarn und Rumänien als Bermittler, vor allem in dem Optantenstreit, aufzutreten. Mit diesem Bersuch tritt Bolen in das langersehnte Stadium der aktiven Balfanpolitif ein. Die Unternehmer manövrieren. Druck auf die Reichsregierung. Eisen, 26. November.( Eigenbericht.) Die drei Metallarbeiterverbände haben am Montag folgendes Schreiben an den Arbeitgeberverband der nordwestlichen Gruppe gerichtet: ,, Wir nehmen Bezug auf das am 24. November verkündete Urteil des Landesarbeitsgerichts Duisburg. Wir fordern nunmehr unter Bezugnahme auf unser Schreiben vom 6. November 1928 den Arbeitgeber berband für den Bezirk der nordwestlichen Gruppe, des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller auf, die borgenommene Aussperrung aufzuheben und die Mitglieder anzuweisen, die Betriebe unverzüglich zu äffnen. Indem wir alle bereits entstandenen Schaden ersazansprüche aufrechterhalten, machen wir Sie auch für alle weiteren Schäden verantwortlich, die aus der Nichtbefolgung dieses Aufforderungsschreibens entstehen." Wiederaufnahme der Vermittlungsaktion. Die Aussichten sehr gering. & öln, 26. november.( Eigenbericht.) Der Regierungspräsident hat heute feine Bermittlungs affion zur Beilegung der Aussperrung wieder aufgenommen. Zunächst hat er beide Parteien getrennt zu fich gebeten, erst die Gewertschaften, fodann die Unternehmer. Die Gewertschaftsvertreter haben erklärt, daß sie an dem Schiedsspruch festhalten. Die Unternehmer dagegen erklärten den Schiedsspruch für unfragbar. Der Regierungspräfident hat nunmehr beide Barfeien zu Dienstag vormittag zu gemeinsamen Berhand. fungen geladen. Die Aussichten für diese Bermittlungsaktion find im gegenwärtigen Stadium allerdings sehr gering. Düsseldorf, 26. November.( Eigenbericht.) Die Eisen und Stahlkönige find entschlossen, genau wie der Berbindlichkeitserklärung des Reichsarbeitsministeriums, so auch einem ihnen nicht genehmen Urteil des Reichs= arbeitsgerichts die Stirne zu bieten. Die Rechtsfrage, die sie an den Haaren herbeigezogen haben, ist für sie nur von jefundärer Bedeutung. Sie rollten sie lediglich deshalb auf, um einen Borwand für die Berlegung des verbindlichen Schiedsspruchs zu haben und eine Chance für dessen Beiseiteschiebung. So schwady ihre Rechtsposition ist, so start ist ihre wirtschaftliche Macht position. Bas fie jetzt durch die Aussperrung verlieren, hoffen sie verzehnjacht pieder hereinzuholen durch eine Berankerung der Löhne auf deren gegenwärtigen niedrigen Bofis. Haben sie einmal in diesem Falle her Regierung den Daumen aufs Auge gedrückt, so versprechen fie sich davon für andere Fälle, in Zoll- und Preisfragen wie auch auf jozialpolitischem Gebiete großen Erfolg. neue preußische Besoldungsgesek die Möglichkeit bietet, burch G mährung ruhegehaltsfähiger Zulagen, bie auch vom preußisch Landtag als berechtigt anerkannten Besoldungswünsche der Kamme mufiter wenigftens annähernd zu befriedigen, und eine solche Reg lung auch in Aussicht gestellt war, ist den Berliner Kammermusifen erft jest, nach einem nollen Jahre geduldigen War tens, eine ganz unzureichende Zulage bewilligt worden. Raffel und Wiesbaden soll diese Zulage fogar mur auf etwa 175 jährlich bemessen werden. autorität und der Gefeßlichkeit ja antworten, daß der Reichstag nicht die Regierung ermächtig hat, Mittel zur Verfügung zu stellen, die nach den Reichsgrundsägen der Fürsorgepflichtverord- prache nung zu verteilen seien. Davon steht in dem Beschluß des Reichstags nicht ein Wort! Die Ruhrindustriellen, die nicht nach der Fürsorgepflichtverord nung gefragt haben, als sie die 715 Millionen bekamen, zitieren weiter einen Erlaß des preußischen Wohlfahrtsministers, in dem gesagt wird, daß die Fürsorge das Ziel habe, den Hilfsbedürftigen in seinem Willen und feiner Kraft so zu stärfen, daß er sich durch eigenes Können, Mühen und Schaffen felbft behaupten tann. Dazu bemerken die Ruhrindustriellen: Daß diesem Streben der einzelnen Personen auch die joli dari the Selbsthilfe, wie sie in den Gewerffchaften verförpert mird, gleich zu stellen ist, muß also ohne weiteres aus den kollektivistischen Grundgedanken des modernen Arbeitsrechts gefolgert werden." Bir tönnen ausnahmsweise einmal mit den Ruhrindustriellen hier einer Meinung sein. Es war deshalb ganz richtig von der preußischen Regierung, feinen Unterschied zwischen Organisierten und Unorganisierten zu machen, damit diese auf die solidarische Selbsthilfe der Gewerkschaften hingewiesen werden und sich gleichfalls organisieren. In einer vom Deutschen Mufiler- Berband veranlaßten Au sprache im preußischen Kultusministerium wurde von den Bertreter des Kultus. und des Finanzministeriums erklärt, daß sie nicht in d Lage seien, den Besoldungswünschen der Kammermusiker meite gehend Rechnung zu tragen. Obwohl bereits jest zahlreiche Stelle in den Staatstheaterfapellen umbejezt und geeignete Bewerber b der gegenwärtigen Besoldung nicht zu finden sind. Da weitere, Aussicht auf eine Berständigung versprechende, Be handlungsmöglichkeiten nicht mehr gegeben find, hat der Deut Mufiler- Verband fich genötigt gesehen, gewerkschaftliche Maßnahm preußischen Staatsopernbetriebe verhängt. N u ergreifen und hat nunmehr die Mufiteriperre über di fehr widerstrebend hat der Verband zu diesem Mittel gegriffen, den er hat natürlich selbst das größte Intereffe an einem mögli reibungslosen Ablauf des fünstlerischen Mufitbetriebes. Aber er ho durch die Sperre eine baldige Bereinigung des Besoldungsstreite und damit eine Sicherstellung des fünstlerischen Hochstandes d preußischen Staatstapellen zu erreichen. Reichstonferenz der Postler. Die Allgemeine Deutsche Boſtgewerkschaft, Mitgliedschaft Deutschen Verkehrsbund, hält vom 26. bis 28. November im Gemer schaftshaus ihre 7. Reichstonferenz ab. Am Montag vormittag öffnete der Borsigende Reichstagsabgeordneter Genoffe Bender Konferenz mit einer Begrüßungsrede, in der er u. a. auch die gro Aussperrung im Nordm eft en unter allgemeiner Zustim mung einer scharfen Kritik unterzog. Bon den französischen O ganisationen des Boft- und Telegraphenpersonals sind die Genoff Die Ruhrindustriellen müssen sich schon abfinden mit der Tat fache, daß ihre Diftatur Grenzen hat. Sie haben da rauf gerechnet, daß der Staat es den Arbeitern überlassen wird, die Staatsautorität zu wahren. Und da die Ruhrindustriellen ganz sicher sein konnten, daß fie finanziell stärker sind als die Arbeiter, hofften sie, daß sie damit auch stärker sein würden als der Staat. Bonhomme und Duta illy erschienen, die in ihren 2 Der Staat hat aber die Arbeiter nicht im Stich gefaffen und fann und wird sie nicht im Stich laffen. Die Ruhrindustriellen begrüßungsansprachen betonten, daß die Arbeiter und Beamten d ginnen jekt einzusehen, daß der Staat der Stärtere ift.franzöfifchen Republik stets davon überzeugt waren, daß sie nur Gemeinschaft mit dem Proletariat der deutschen Republif ihre a Ihre Versuche, die Wiederherstellung der geftörten Staatsautori. wirtschaftliche und soziale Hebung gerichteten Ziele erreichen könne tät dadurch herbeizuführen, daß die Regierung zur Kapitulation wirtschaftliche und soziale Hebung gerichteten Ziele erreichen könne Nach einer weiteren Begrüßungsansprache des Ministerialra gezwungen wird, werden und müssen scheitern. Knöner, der das Reichspoftministerium vertritt, erstattete Bend den Tätigkeitsbericht. Wie zu erwarten war! Much in Hagen- Schwelm lehnen die Unternehmer ab. Hagen( Westfalen), 26. November. Der Märkische Arbeitgeberverband hat beschlossen, den für die märkische Eisenindustrie gefällten Schiedsspruch abzulehnen. 4 Die Gewerkschaften haben den Schiedsspruch angenommen und werden zweifellos die Verbindlichkeitserklärung beantragen. Der Schiedsspruch hält sich in so bescheidenen Grenzen, daß seine Ablehmung durch die Unternehmer nur aus„ grundsätzlichen" Ermägungen zu erflären ist. In zweistündiger Rede ging er auf die gesamte Tätigkeit d Reichsleitung der ADP. während der sich auf drei Jahre erftrede den Berichtsperiode ein. Den Hauptteil feines Berichts nahmen d Ausführungen ein, die sich auf die Lohn und Gehaltsbeme gungen bezogen, wobei der Redner auf die großen Schwieri feiten hinwies, die sich einer Aufbesserung der wirtschaftlichen un sozialen Lage des Personals entgegenstellten. In der nach der Mittagspause einfeßenden Diskussion, die f bis zum Ende der Nachmittagsfißung fortseßte, murde trotz teilwei scharfer Kritif eine mustergültige Sachlichkeit bewahrt. Treue um Treue. Der Betriebsrat und die„ Gubordination". Der Betriebsrat und die„ Subordination". und Bapierverarbeiter veranstaltete am Sonnabend in den Gefam Die Mitropa" gegen das Betriebsrätegeseh. Eine sonderbare Auffassung von den Pflichten des Betriebsrates hat die Direktion der Mitropa" in Altona. Das Betriebsrätegejez macht es den Betriebsräten zur Bilicht, im Interesse des BeDer triebes jede Untorrektheit der Betriebsleitung zu melden. Belegschaft, daß der Jnipettor B. in seinem Haushalt Teppiche Altonaer Betriebsrat der Mitropa erfuhr nun aus den Kreisen der und Wäsche der Gesellschaft verwandt und außerdem auch Hands werfer für seine Brinatarbeiten beschäftigt habe. Durch ein Snipettor erhobenen Borwürfe zum größten Teil auf Wahrheit be ruhen, worauf er die Berliner Direktion auf das Berhalten des Inspettors aufmertjam machte. Mit der Massenaussperrung üben die Nordwestlichen aber nicht imir einen Drud auf die Ausgesperrten und die Metallarbeitergemerfichaften aus. Der indirekte Drud auf das ganze Birtschaftsleben in Rheinland- Westfalen, auf die Gemeindenerwaltungen macht fich tagtäglich stärfer bemerfbar. lind darauf rechnen die Herren. Im Bunde mit ihrer Gefolgschaft, Dem Gesamtverband der Metallindustriellen, der Bereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände und dem dem Reichsverband der Industriellen, laffen sie durch die Fortsegung der Ausgehende Informationen stellte der Betriebsrat fest, daß die gegen den Sperrung, durch Drohungen mit weiteren Aussperrungen, das Birtschaftsleben derart in Bedrängnis bringen, unt durch die Lahmlegung des gesamten Wirtschaftslebens die Regierung zur Rapitulation zu 3mingen. Die Auswirkung der Aussperrung. Seber 200 000 Feierschichten und 100 000 Arbeitslose. Arusberg, 26. November. Die Folge dieser Meldung war, daß nicht etwa der Inspektor, sondern der Betriebsratsporsigende und der Schrift führer fristlos entlassen wurden, weil in der 21 nzeige eines untergebenen gegen seinen Borgesetzten eine schwere Beleidigung liege". Das Arbeitsgericht in Altona belehrte die Direktion aber eines Besseren. Der Generaldirektor der Mitropa, Dr. Rieschte, hatte es sich nicht nehmen lassen, von Berlin nach Aliona zu fommen, um das Ansehen des Inspektors zu retten. Er vertrat die Auffassung, daß sich der Betriebsrat wohl um Un regel: mäßigteiten im Betriebe zu fümmern habe, aber nur dann, wenn es sich nicht um Borgesezte handle. Daß man in einem anderen Falle einen Angestellten wegen der Bereiche rung an einem halben Stüd Seife fristlos entlassen habe, sei ganz in der Ordnung, da dies ein offener Betrug gemejen fei. Die Berfehlungen des Inspektors seien dagegen nur eine Inforrett teit. Die Auswirkungen der Ausfperrung im Regierungsbezirk Arnsberg nehmen von Tag zu Tag an Ausdehnung zu. Bis einfchließlich 21. November wurden nach Mitteilung der Regierung in Arnsberg als Auswirkungen der Aussperrung gezählt: 3m Bezirk Bodjum 110 378 Feierschichten, dadurch betroffene Arbeiter 43 113. Die Gießerei Stodum mit 64 Arbeitern ist stillgelegt. 3m Bezirk Dortmund 77 425 Feierschichten, dadurch betroffene Urbeiter 31 110. Durch Stillegung mittelbar betroffener fleinerer Unternehmungen 3347 Entlassungen. Mit den Feierschichten in den Bezirken Hamm, Lünen und Iserlohn ergibt fich eine Gesamtfumme in Berfolg der Aussperrung Nordweit innerhalb des Regierungsbezirts bis einschließlich 21. november von 203 035 Feierschichten, davon betroffene Arbeiter 83 749. Die Zahl der millelbar und der unmittelbar durch die Aussperrung voll erwerbslos gewordenen Arbeiter innerhalb des Regierungs- Strid drehen fönne. bezirkes beträgt teichfidh 100 000. Die Zahl der Stillegungsaufrage ist in stetem Steigen begriffen. Bisher find unter Berufung auf den Konflikt im Gebiet Nordwest 83 Stillegungsanträge innerhalb des Regierungsbezirks Arnsberg gestellt worden, wodurch ungefähr 15 000 Arbeiter zur Entlaffung fommen bzw. schon entlaffen find. Jm Sieger. länder Wirtschaftsgebiet sind ebenfalls Stillegungsanträge eingereicht worden, die etwa 10 000 Arbeiler betreffen. Sie sollen hungern! Die„ Deutsche Allgemeine Zeitung" veröffentlicht eine Zuschrift ,, aus dem Ruhrgebiet", in der die Wiederherstellung der gestörten Staatsautorität" gefordert mird. Die Ruhrinduftriellen fordern nämlich die Wiederherstellung der Staatsautorität gegenüber den widerrechtlich Ausge= [ perrten! Die Regierung soll gezwungen werden, den gewert schaftlich Organisierten die Unterstügung zu entziehen. Die preußische Regierung foll angeblich die Reichsgrundsätze zur Fürsorgepflichtverordnung verlegt haben. Nun tann man den sonderbaren Berteidigern der StaatsDas Gericht mak aber nicht so mit zweierlei Maß, sondern verurteilte die Mitropa, die beiden Betriebsratsmitglieder wieder einzustellen und sie für die Tage zwischen der Entlaffung und Wiedereinstellung voll zu entschädigen. In der Urteilsbegründung wird ausdrücklich festgestellt, daß der Betriebsratrecht gehandelt habe, wenn er Erfundigungen über den Inspektor eingeholt habe und daß man ihm daraus feinen Gehälter der preußischen Kammermusiker. Mufifersperre über die Staatsoper. Die Besoldung der Kammermusifer an den preußischen Staatsopern in Berlin, Wiesbaden und kasse: miro fchon seit Jahren von den Kammermusikern selbst wie von den deutfchen Orchestermufitern allgemein als vollständig unzulänglich empfunden. Die preußischen Staatsopern find Musterbetriebe ihrer Art und sollten an der Spize aller deutschen Kulturtheater stehen. Da der Nachwuchs mindestens für die Berliner Staatsfapelle doch nur aus anderen Orchestern lommen fann, muß es als ein unmöglicher zustand angesehen werden, wenn die Gehälter der preußischen Kammermufiter weit hinter denen der Mitglieder anderer deutscher Kulturorchester zurücstehen. Vor der im Vorjahre erfolgten allge meinen Neuregelung der Beamtenbesoldung stand z. B. die Besoldung her Berliner Kammermusifer an 16.(!) Stelle in der Statistik der deutschen Orchesterbesoldungen und schon wieder ist die Besoldung der Berliner Staatskapelle durch andere Orchester überflügelt worden. Alle Bemühungen der Kammermusifer wie auch des von ihnen mit Bahrnehmung ihrer Interessen betrauten Deutschen Mufifer Berbandes, eine halbwegs befriedigende Besoldungsregelung herbei. zuführen, haben sich bisher als vergeblich erwiesen. Obwohl das Die Berliner Ortsverwaltung des Berbandes der Buchbinde räumen des Gemertschaftshauses eine Jubilarfeier, die eine glänzenden Verlauf nahm. 186, Mitglieder, darunter 72 meiblic bie dem Berbande 25 Jahre die Treue gehalten haben, hatten ihr Ehrentag. Der Redakteur des Berbandsorgans, Gen. Michaeli mürdigte in seiner Festrede die 25jährige Arbeit für die Organ fation. Die junge Generation ermahnte er, es den alten an Pflich erfüllung und Opferwilligkeit gleich zu tun.. Die Organisation haite feine Mühe gescheut, den Jubilare einige genußreiche Stunden 31 verschaffen Das hochwertig Programm des Abends wurde bestritten von dem Künstlerensemb des Deutschen Musikerverbandes, dem Ebert- Manz- Quartett un dem befannten Vortragstünstler Erik Elfen, die allesamt ihr Beste hergaben, aber auch ein dankbares Publikum fanden. Der amerikanische Gewerkschaftsfongreß. ritanischen Förderation der Gewerbschaften unter dem Bor In New Orleans( 12) tagt zurzeit der Kongreß der am William Greens. Dem Kongreß liegt u. a. eine Resolution vo die die angeschlossenen Gewerkschaften auffordert. bei fünftige Tarifperhandlungen auf die Einfügung einer Klousel bringen, die das Recht der organisierten Mitglieder auf Teil Rongreß über eine Entschließung zu entscheiden haben, die eine Au nahme an Sympathiest reits sichert. Ferner wird d dehnung der Einwanderungsquoten nach Latein amerika einschließlich Merito fordert. Freie Sochschule. Donnerstag, 29. Dezember, 20 Uhr, Brinz- Louis- Ferdinan verberbliche Einfluß der Beamtenstellung auf den Charakter". Straße 2, 1. Begetarisches Speifehaus. Dr. med. jur. Rudolf Bußmann: Berband der Fabrilarbeiter, Berlin GO. 16, Engelufer 24-25. Donne tea. 18 Uhr im Gaal 1 des Gemertschaftshauses, Funktionärkonferenz chemischen Industrie. Tagesordnung: Die Stellung der demischen Industrie her Gesamtwirtschaft. Referent: Rollege Saupt- Hannover. Butritt nur geg Funktionäreusweis und Rigliebsbuch des Fabritarbeiterverbandes. Freie Gewerkschafts- Jugend Groß- Berli Seute, Dienstag, 1915 Uhr, tagen die Gruppen: Landsberger Bla Jugendheim, Dieftelmenerfte, 5, Borttag:" Individualismus und Cozi lismus Frankfurter Allee: Jugenbheim Litauer Str. 18, 3immer, Bortrag: Rinderarbeit und Jugendfchus Lichtenberg: Jugendheim To ftraße 22, Bortrag: Bom Bunftgeselien zum freien Arbeiter". Bumbold Jugendheim Graun Ede Lorgingstraße, Vortrag: Bub und Mädel". Treptow: Gruppenheim, Schule Milbenbruchstr. 53-54( Sortzimmer), Lichthide portrag:„ Sven Bedins Reifen in Tibet". Südoften: Jugendheim bes B Lehtsbundes, Engelufer 24-25. Vortrag: Mit Heinz Barthel durch Berlin". Spanban: Städt. Jugendheim Lindenuser 1, Bortrag: Die Kulturarbeit Bollsbühne".-Eübkreis: Jugendkursus im Jugendheim Briger Str. 27Bettzag: Wirtschaftswefen und Wirtschaftswerben". Beißensee: Jugen furfus im Jugendheim Wilhelmstr, 42. Theme:„ Gewerkschaftliche Jugendarb Gewerkschaftliche Jugendbewegung". Juaendarupve des Zentralverbandes der Angeftellte Seute, Dienstag, finden folgende Beranstaltungen statt: Rorbme Poteba Jugendheim Lehrter Str. 18-19, Boltstänge u. Singspiele. Rowawes: Boitshaus Mühlenberg- Grotte, Auguftaftr. 15. Bortrag mit Lid bildern: Unfer Reichsjugendtag in Frankfurt a. M." Referent: Erich Brebo An diefem Abend fann unfer Buch vom Reichsjugendtag, reich ilustriert, Breise von 1. täuflich erworben werden. Bolkstanzkursus in der Sch Baruther Str. 20 pünktlich 20 Uhr. Berantwortlich für Bolitik: Dr. Curt Geyer: Wirtschaft: 6. Klingelhöf Gewerkschaftsbewegung: Fr. Eglorn; Feuilleton: R. S. Däscher; Lokal and Sonstiges: Fris Rarkäbt: Anzeigen: Th. Glede: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag Gm b S. Berlin Drud: Borwärts- Buchdrude Lindenstrake und Berlaasenftalt Baul Ginger u 6o. Berlin S 68 Sierzu 1 Beilage unb Unterhaltung und Biffen. Wichtige Mitteilung für die deutsche Beamtenschaft! 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