Morgenausgabe Nr. 561 A 264 45.I,chrgang WSchenÄch 85 P?» mp»ÄtN«b Z.6l) V. kn vsrous zahlbar. Postbezug 4�2 V. eini'djl Bestellgeld. Lus.'ondsabonue- ment 6,— M. pro Monat. Dee.Bonvart»* erlch-lnt«acheniäg» lkch zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Äbendousgoden für Berli, und im Handel mit dem Titel„Der Abend". Illustrierte Beilagen„Volk und Zeit" und„Kinderfreund". Ferner „Unterhaltung und Wissen",..Frauen« stimme".„Technik".„Blick in di« Büchenvelt" und„Iugend-LonvStt»" Mittwoch 28. November T928 Berliner voltsblait Groß-Äerlin II ps. Auswäris IS ps. Die e t n f p o l t l g e vionp�eille�eil, TV Pfennig. ReName;eile Reichs- mark.„Alei«e Auzeigen" da» jettge- druckte Wort ZS Pfennig(zulässig zwe� fettgedruckte Worte), jede» weitere Wort lZ Pfennig. Stellengesuche da» erste Wort Zü Pfennig, jedes weitere Dort 1V Pfennig. Worte über 15 Buchstaben sohlen für zwei Worte. Arbeitsmartt 'j'-ile 60 Pfennig. FamlNenanzeige» für Abonnenten Zeile 40 Pfennia. Anzeigen« »«nehme im Hauptgeschost Linden« ltraste 3, wochentagl. von 5'/, di» 17 Uhr, Jenteawvgan der Sozialdemokeattschen hSavtei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 2 Fernsprecher: Dönhofl 232—297. Telegrarnm-Sdr.: Soztaldemokral Berli» Dorwärts-Verlag G.m.b.H. Dostscheckionlo: BerNn ZI 536.— Banftonto: Bank der ilrbetler, Lngestellten und Beamten WoUslr. Sb. DtSkonto-Gelellschast. Depositerikasie Ltndenstr. S Was wollen die Eisenbarone? Zur Verschärfung des RuhrkonfliktS. ■n Die Eisenbarone wollen n i 6? t einlenken. Sie wollen ollem Anschein nach jetzt erst die Entscheidung des Reichsarbeitsgerichts abwarten. Hält das Reichs- orbeitsgericht den Schiedsspruch aufrecht, dann wollen sie Mit der Stillegung operieren. Wird der Schiedsspruch ver- worfen, dann setzen sie ihre Hoffnung auf die Unorgani- nerten. Sie wollen den Konflikt auf Biegen und Vrechen zu ihren Gunsten lösen. Warum? Well es im Ruhrkonflikt um mehr als um einen Schiedsspruch geht. Die «Deutsche A r b e i t g c b e r z e i t u n g" plaudert dos un- vorsichtig aus. Sie schreibt: .Es geht in der Tat um mehr als um eine einfach« �ohnfroge: es geht um den Bestand der deutschen Wirtschalj, "m die Freiheit des Untemehmcrstandes, des Standes, der einst als des Steotes galt. Di« Gewerkschaften erstreben, wie es ein- deutig genug in Hamburg zum Ausdruck gekommen ist, den Ersatz � freien Wirtscbast durch ein? sozialisierte oder, wie es müder be- Zeichnet wird, eine demokratische Wirtschast." Diese große Gefahr werd:, so fügt die Arbeita-berzeitun bahnend hinzu, anscheinend in Unternehmerkreiscn nvi Unterschätzt. Was bedeutet dieses Gereds? Es bedeutet, daß der Scharfmachelflügel den Konflikt vergrößern will. . Wäre es nicht wunderschön, wenn die Ruhraussperrung ähnliche Folgen hätte w i e der große englische gruben kämpf? Herrlich— solch ein Kampf bis zum Zusammenbruch des Kampfgedankens in den Gewerkschaften! �sn England werden die Löhne gekürzt, ohne daß auch nur n Wert, sei es in der Montan-. Textil- oder Stahlindustrie. Utran denkt, d>e Anlagen zu modernisieren und dadurch auf Weltmarkt konkurrenzfähig zu werden. Es geht im oltsn Schlendrian weiter und die Arbeit zlosigkeit steigt. Der englische Arhsiter z»tst. mit sinkendem Lohn und steigender Arbeitszeit die Kosten Könnte man nicht auch in Deutsch- land eine älinlül,? Entwicklung herbeiführen? Könnte man ' cht auch in Deutschland die G'werkscbastsbewegung in einem nngen zermürbenden Kampf so treffen, daß sie aus Jahre ttraus gelähmt ist? Warum nnä) länger warten mit einem Plenen Kampf? Die Z:!t drängt. Wirtschaftsdemokratie. Schlichtungswesen, Wachstum der Gewerkschaften, politischer Vormarsch der Sozialdemokratie— wird es da nicht Zeit, 'Udlich mit einem letzten Lsrsuch das Rad zurückzudrehen? Die Ruhrausiperrung ist der erste Schritt zu einem olchen Versuch. Die Rechnung der Scharfmocker hat nur '>nen Fehler: sie stimmt nicht: denn die deutschen Gewerk- choften sind frei von Ueberhebung. aber auch frei von Furcht. >er ADGB hat bis jetzt in den Eis-nkonflikt noch nicht ein- �griffen. Wer stark ist. kann schweigen. I m E i se n k r i e g isgen die Dinge ganz anders als beim englischen � r u b e n k a in p f. Dort ein Streik, hier eine Aussperrung. >°rt kommunistische Einflüsse, hier Disziplin. Dort ein ge- »agtes General st reikerperiment, dann ein Zu- �»weichen und danach der Versuch zur Organisi-ruizg Wzieller Hilfe durch die gewerkschaftliche Ges. amtorgani- itien— ein unmögliches Beginnen. In Deutschland eine ilbwehrbewegung gegen die Mißachtung ines staatlichen Ä o h e i t s a t t e s. Recht und �oral, der Staat und seine finanzielle Hilfe auf der Seit- er Ausaewerrten. die Gewerkschaften f.nanziell absolut un- «schwächt, diszipliniert und cntichlosten. mit eiserner Kraft, 'den Stoß, der ihre Existenz bedrohen oltte unerbittlich »rückzuschlagen! Beim englstchen Grubenstreik die öffentliche »einung gegen die Arbeiter, be, der Ruhrausiperrung sur ie ArbeiteAebaft Englischer Grubenkamps und Ruhraus- Irrung- zwei total verschieden- Dinge. Eins nur ist ichtia in dem Vergleich: auch d,e deutschen Scharfmacher lochten in irgendeiner Form die Dinge bis zum ll bersten treiben, bis zu einem Zusammenbruch der Gewerk- �Me Scharfmacher werden mit ihren frommen Wünschen >« Glück haben. Ob sie aber das ganze deutschx Unter- 'hmertum vor ihren Karren sp�"�. �"�ist d°ch me� - fraglich. Es ist schon ehr zweifelhaft ob sich die deutschen l a ll industriellen dazu h-rgeoen für d,e E. en- dultrie Nordwest die Kastanien aus dem Feuer zu holen. hl'-ßlich riskieren sie dabei dock all-rha� ö sv: � mtrtWth bete\ts 0 jtcirf 10171, ooß öic »t�e Metallindustrie sich in den Konflikt hineinziehen lassen fdXfHnÄ muß? Wir möchten das vor- � Und de�Vorstoß�gegen die U n t e r st ü tz u n g s a k t i o n - Staatts» Von wem und wie soll die Unterstützungs- m.to iSs«? SB W D-l--- 'rui uhl In Hnmbur» die w!rt. .(te&SlV''ÄS« uÄS! pejri Koalitionsbesprechungen. Grundsähliche Bereiischast zur Großen Koalition. Auf Einladung des Reichskanzlers Müller fand am Dienstagnachmitttog eine Konferenz von Vertretern der an der Regierung beteiligtet, Fraktionen statt. Von der Sozialdemokratie waren die Ab- geordneten B r e i t s ch c i d und Wels erschienen. Zur Behandlung stand die Frage der sogenannten Unter- Mauerung des Kabinetts durch die Schaffung der Großen Koalition. Alle Parteien erklärten sich grundsätzlich mit der Bildung der Großen Koali- t i o n einverstanden. Man war auch darüber einig, daß nicht aufs neue Verhandlungen über ein umfassendes Regierungs- Programm oder über Richtlinien geführt werden sollen. Es handelt sich nicht darum, ein neues Kabinett auf die Beine zu stellen, sondern es soll nur eine Umwandlung des bisherigen durch festere Bindung der Parteien stattfinden. Indessen vertraten insbesondere die Deutsche und die Bayerische Volkspartei den Standpunkt, daß es notwendig sei. über eine Reihe von akuten Fragen eine Einigung oder einen Ausgleich zu erzielen, bevor die Arbeiten der neufunda- mentierten Regierung beginnen könnten. In der nächsten Sitzung, die der Reichskanzler für F r e i- tag, den 3lt. November, einberufen will, sollen diese Vor- aussetzungen der einzelnen Fraktionen näher um, schrieben werden. Wieder keine Einigung! Die Ltnlernehmer fordern Preisgabe des Schiedsspruchs. 'JS m Düsseldorf, 27. November. tWTB) Di« heutigen Einigung»»« rchandlungcn der beiden iDorifparteien beim Düssekbo: fer Negierongspräkdeute« Bergen»«»« sind gegen Uhr nbends abgebrochen worden und werden am Mittwochnachmittag um 3 Uhr fortgesetzt werden. Wahrend der Berhandlvngcn der it�beltgcber- und Arbeitnehmerverbändc der Rordwestgruppe ergaben sich weitere Schwierigkeiten, so daß es nicht ge- lang, sich auf eine 2t ergleich sbasis zu einige«. Die Arbeitgeber drangen auf eine sofortige Einigung, jedoch erklärten die Gewerkschaftsvertreter, an dem Vor- schlag des Regierungspräside>tten Bergeman» vom lS. November und an ihrem Ergänzungsvorschlag hierzu sesthalte» zu müssen. Sic baten die Arbeitgeber, im Laus« des Mittwochs hierzu nochmals Stellung zu nehmen. Tie Gewerkschaften glauben, daß dieser Borschlag die best« Grundlage biet«, um die Einigungsbestrebungen für beide Teile zu einem günstigen Erfolg zu führen. Unternehmer fordern Preisgabe des Schiedsspruchs Bochum, 27. November.(Eigenbericht.) Ueber den Verlauf der am Dienstag unter de« Vor- sitz detz Regierungspräsidenten Bergemann-Düffeldorf wieder aufge»»o»nmenen Parteiverhandlungen erfahren wir. daß bisher keine Annäherung der Par- t e i e« erreicht werden konnte. Nach wie vor beharren die Parteien auf ihrem Sfand- Punkt. Die Unternehmer find zu Zuge st Lud- nissen nicht bereit. J»n'Mittelpunkt der Schwierigkeiten steht die Folgerung der Unternehmer, daß die Gewerkschaften de« zu Recht bestehenden verbindlichen Schiedsspruch preisgebe« sollen. Die Absichien der Llniernehmer. (Von unserem Sondertorrespmrdenten.) nerbände, den rhe/lnsich. westfälischen Unternehmern mit allen geeigneten Mitteln beizustehen, angesichts des bereits entstandenen, unübersehbaren Schodens gar nichts besagen will. Wenn also im Düsseldorfer Regierungsgebäude am Rhein fein Wunder passiert, wird überhaupt nichts passieren, bis das Reicharbeitsgericht sein Urteil gefällt hat. Da» kann unter Umständen bis Zltift« Dezember dauern. Dann ergeben sich zwei Möglichkeiten. Ueber die ein«, die ein günstiges Urteil für die Arbeiter voraussetzt, sprach ich mit einem D« r t r e t« r d« r E i s e n i n d u st r i«. Es ist ein charakteristisches Gespräch, dos in seinen wesentlichen Punkten wiedergegeben zu werden oerdient. E r: Gibt das Gericht den Gewerkschaften Recht, dann werden am anderen Tage aus den Tischen der Regierungspräsidenten in Düsseldorf, Münster und Arnsberg di« S t i l l e g u n g s a n z c i g e n liegen. I ch: Siach der Demobilmachungsoerordnung? E r: Jawohl. I ch: Daraus dürsten sich b e st i m m t Konsequenzen ergeben. Er: Ganz richtig. Dann mag das Zentrum zeigen, ob hinter seinem Duisburger'Beschluß vom Sonntag(Gemeint ist die Slnregung der christlichen Gewerkschaften, durch«in Rotgeseg die Oeffnung der Betriebe zu erzwingen. Red.) etwas steckt! Die zweiie Möglichkeit ergibt sich, wenn das Reichsarbeitsgericht den Schiedsspruch für ungültig erklärt. In diesem Fall ist allein Anschein noch damit zu rechnen, daß die Arbeitgeber sofort die Fa- briteil öffnen. Dann soll der Kampf in seine 5 weile Phase treten und der! Kampf gegen die Gewerkschaften erst beginnen. Düsseldorf, 27. Nooeinber. Am Dienstag morgen sind die Eisenverhandlungen im Düssel- dorser Regierungsgebäudc wieder aufgenommen worden. Im allgemeinen werden die Verhandlungen nicht hossnunggsvoll beurteilt. Die Gewerkschaften sind, nach wie vor, zur Eini- � gung»nd Verständigung bereit. Sie haben einen Vorschlag s gemacht, der die Grenzen des Möglichen darstelll: sie haben sich Man setzt dabei den Widerstand der Auegesperrten voraus und weiter, daß für die dann Streikenden keine Wohlfahrtsmittel usw. mehr ausgebracht werden dürfen. Da nicht alle Ausgesperrten gemsrk- schoftlich organisiert sind, rechnet»ian damit, daß putschistijch« Aktionen die Arbeiterjchast bald zermürben und Hunger und Elend sie zu den alten Bedingungen in die Fabriken treiben werden. Die Arbeiterschaft in Deutschland muß sich darüber klar sein, daß m Rheinland und Westfalen ein grundsätzlichekKamps ausgetrogen wird. Sie darf aber auch die Gewißheit lst»bcn, daß die ausgesperrt« Arbeiterschaft an der Ruhr den Ausgaben geioachsrii ist, die in den nächsten Wochen an sie herantreten können! Die Stellung der christlichen«Sewerkschasten. bereit erklärt, dir Arbeit wieder auszunehmen und da« Urteil des Keichsarbeitsgerichks abzuwarten. Damit machen die Gewerkschasten die Regelung von der e n d- gültigen Klärung des Schiedsspruches abhängig und zeigen zugleich die Möglichkeit, die Fabriken zu öffnen. Dos rechnet man den Gewerkschofien gerade in den Geschäftskreisen Rheinlands und Westfalens sehr hoch an. Auch die Unternehmer wären dem nicht abgeneigt, wenn die Sache mit dem Schiedsspruch nicht wäre. Für die Unternehmer ist di« Derbindltchkeitserklärung eben das Lahndiktat. das man brechen will. Seit der bekannten Erklärung des Reichs- verbände! der Deutschen Industrie und der Arbeitgebervereinigung ist den Eijenbaronen in diesem Punkt das Rückgrat sehr gestärkt suxbea. wen» auch bu Sympachtterllaoulg der beiden Spitz«»- Düsseidors. 27. November. In einer vom chrlstUchen MetaUarbeilerverdand cinberusenen Mitgliederversammlung berichrete Bezirksleiter Zimmermann-Köln über die Loge. In der sich an dieses Referat anschließenden Er- örtening wurde seitens der Mitglieder u. a. zum Ausdruck(�bracht, daß der Rechtsstreit mich dann ausgefochten werden könne, wenn die Betriebe unter den alten Beding»st gen geöffnet würden. Eine Entschließung wurde nicht gefaßt. Vottspartei gegen Llnterstühungsaktion? Der Sozialdemokratische Pressedienst teilt mit: Der Reichswirtschaftsminister will an» Mittwach im Kabinett seine Bedenken gegen die staatlich« Unter- stützungsaktion für die Ruhray«gesperrten zur Sprache bringen. Die vollsporteiliche Kritif an Ittr Unterstützung richtet sich in erster gegen des Wegfall der Bedür�tigkezts- Der Reichswirtschastsrat. Beratung des Geseheuiwurfs im Reichstag. Der Reichstag trat gestern jnrefc« �uwmmci». Der Einspruch bes Wg. Goebbels(Natsoz.) gegen die Ordnungsrufe vom 1.5. d. M. wird gegen die Stimmen der Raiionalsoziokisten und Konmmnisten abgelehnt. Ein deulich-tschechoflowakischer Grenzvertroz geht an den zu- ständigen Äusschuß. Es folgt die Veratung des Gefstzentwurfs zur Ausführung des lSasetzes über den Reichswirtschaftsrat. Reichswirtschafts» minister Dr. Eartta, begründet den Entwurf und bittet um baldige Erlegung. Abg. Tanwv(Soz): Meine Partei begrüstt es. daß nach achtjährigem Promsarium dauerndes Recht geschaffen werden soll. Der Reichswirischaitsrat ist notwendig in unserem demokratischen Staatsleben. Di» bisherig« Tätigkeit des Neichswirtschoftsrots kann nicht den Maßstab dafür geben, was er leisten kann, wenn er von den Beschränkungen der letzten Jahre frei ist. Unsere Volkswirtschaft wandelt sich in raschem Tempo nicht nur an der Oberfläche, sondern auch in der Struktur und in ihrem ganzen Wesen. Der Organisationsgedonke und das Herausgehen aus dem. eigenen Rahmen treten hervor. Der i ü- dioiduell» Unternehmer ist durch Zusammenfassun- gen der Industrie ersetzt. Das freie Spiel der Kräfte ist kein bestimmender Faktor mehr. Der Ruf des Honsabundes noch Frei- hell der Wirtschaft kann daran nichts ändern. Nicht von außen ist die Wirtschaft unfrei geworden, sondern von innen, durch den Willen der Wirtschaftssührcr und durch den Zwang der Entwicklung.(Sehr wahr!) Der Skat von heute ist durch diese Entwicklung in eine viel aktivere Stellung zur Wirtschost gedrängt worden. Sie wird heute von sehr starken topftolistischen Kräfte» gesteuert, die ihr Prositintercsse im Auge haben.(Lebhafte Zustimmung bei den Soz.) Diese Kräfte können die größte Gefahr heraufbeschwören, wenn sie unkontrollie rt wosten.(Sehr richtig!) Sa werden die Wirtschastsfragen immer wichtiger für den Staat, der eigene Ministerien für sie errichtet und in dessen Parlamenten sie immer mehr besprochen werden. Es fragt sich deshalb, ob beson- dere Wirtschaftsparlamente nötig sind. Natürlich muß im demokratischen Staat die Volksvertretung die oberste Gewalt sei«, aber die Heran- Ziehung der Wirtschaft— nnd zwar nicht nnr der Unternehmer— zur Regelung ihrer Angelegenheiten ist geeignet, ihre Verantwortung zu erhöhen. sSehr gut?) Frühtr hat nian Arbeitervertreier überhaupt nicht herangezogen. Um so mehr begrüßen wir die Schaffung eines Wirtschaftspctrlamsnts mit einer allerdings nicht zureichenden Hinzuziehung von Arbeiter- oertretern. Selbstverständlich kann keine Rede von einem efetzgebungsrecht des Wirifchaftsparlaments fein. Der- ortige Gedanken aus der Zelt der Jnflationspsychose sind vorflogen. Der Reichswirtschaftsrot hat ziemlich einstimmig erklärt, nichts anderes als ein Gutachterparlament sein zu können, ein Aufklarungspvsten für die Oeffentlichkeit, ein Neratungsargan für die Rsgierung und das Parlament. WtnN der Reichstag sich Sie Vorarbeiten des Reichswirtschaftergts bei wirtschaftlichen Vorlogen zunutze machen wollte» würde er sicherlich Zeit und Muhe sparen. Außerdem fordern wir auf Grund Art. 6S der Reichsverfaffung em- sprechend« Berücksichtigung der Arbsster und Anzesttllten. Die»er- fasiungsmäßige Rkldung regionaler Wirtschaftsrät» ist bisher unterblieben. Die Bscufskammarn sollten sie erfstzen. In ihrer gegenwärtigen Form sind die Berufskommern aber ver» fassungswidrig. Entweder müssen sie ihren öffentlich-rechtlichen Charakter verlieren oder sie müssen gemäß Art. 65 der Verfassung paritätisch gestaltet werden. Wir wünschen, daß diese Frag« nicht mehr weiter verschleppt wird.(Lebh. Zustimmung bei den Soz.) Tie Millionen Arbeiter und Angestellten, die wir zu vertrete» die hohe Ehre haben, wollen sich mit ihrer frühere» Rolle im Staut nicht«ehr begnüge«, sie forder« volle Temokratisierung der Wirtschaft und ihrrr Verfassung. Wir wollen von der privatkapitalistischen Diktatur zum demokratischen und sozialen Wirt- schafisstaat gelangen. Unter diesen Voraus- setzungen stimmän wir der Vorlag« zu.(Beifall bei den Soz.) Abg. Hergl(Dnat.): Die Vorlage jchasst ein Stückwerk. Wir lehnen diesen ohnmächtigen und einseitigen vorläufigen Reichswirt- schafterat ab. Wir wollen ein Parlament der schaffenden Stände. Es gibt zahllose Persönlichkeiten, die ständig für ihre Mitarbeiter denken und sorgen, diese Persönlichkeiten brauchen wir für den Staat, den sie in Ruhe und Ordnung erhasten werden. (Aha! links.) Zu diesen allkonservaiioen Gedankengängen ist auch die Produttionsgemeinschost gekommen, in der der Arbeiter nicht mehr willenloses Werkzeug ist. sondern Kamerad.(Rufe des Er- stounens links.) Sozialisierung wie der Borredner wollen wir nicht. sondern verantwortliche Teilnahme der Wirtschast am Staat. Stände das Wirtschaftsparlament neben dem politischen Parlament, so wür- den Wirtschaft und Gewerkschaft es nicht mehr notig haben, von der Oeffentlichkeit nicht kontrollierte Einflüsse auszuüben. Die Vertreter der Städte und Londgsmeinden sind im Reichswirtschaftsrat mir Konzessionsschulzen. Im asten Preußischen Herrenhaus war die Selbstverwaltung viel stärker vertreten. Dos System der Allmacht des Parlaments führt notwendig zun, Mißbrauch durch die Parteien auf Kosten der wirtschaftlich tätigen Kräfte und ver- liert darum jedes Vertrauen im Volk. Als Ausgleich gegen die Rosienverirekng braucht man selbständig« Persönlichkeimn, an« sie im asten Preußischen Herrenhaus versammelt waren. Wir wolle» dem Rsichsroi mehr Rechte geben, wie sie«toa der aste Bundesrat gehabt hat. Die Struktur des Reichsrats zeigt erfreu- ltcherweis« noch manche Erinnerung an den Bundesrat, er könnte mit dtm Ständeparlament organisch v«rbunde» werden. Ueberall wird von Berfassungsändecung geredet, von Eiu- beitsstoat, von der Stellung des Reichspräsidenten, von den Miß- trauensvoten, der Stahlhelm kündigt ein Volksbegehren an. der Iungdeutsche Orden legt einen Verfassungsentwurf vor. Der Reichs- tag aber tut und sagt nichts. Nützen wir doch diese Gelegenheft zu dem großen Werke der Berfassungsrevision aus! Wir beantragen daher Ueberwcisung der Vorlage an einen Sonderausschuß. (Beifall rechts.) Mg. Dr. Herm«(Z.) begrüßt den vorliegenden Entwurf- D'» bisherige Tätigkeit des vorläusiyen Reichswirtschastsrats hat keines- wegs enttäuscht, sondern gibt Anloß zu günstigen Doroussagen für die Tätigkeit des kommenden«ndgüstigen Reichswirtschastsrats. Tie Frage des Reichswirtschastsrats darf nicht mit den grossen Fragen der allgemeine« Berfaffungs- refor« verquickt werden. Tas würde nur zu einer bedauerliche» Verzögerung der notwendige» Gin- richtung des endgültigen Reichswirtschastsrats führen. Von einer einseitigen Zusammensetzung des vorgesehenen endgüst-geu i Reichswirtschastsrats kann man nicht sprechen. Auch die Land- Wirtschaft findet darin eine ausreichende Vertretung! im Rahmen der Gesamtwirtschait. Wir behosten uns die Stellung- � nähme zu den Einzelfragen für den Ausschuß vor. Abg. kioenen(Komm.): Durch die Beseitigung oder B-rkleiiu! rung der demokratischen Parlamente will man die diktatorische Zentrolgewalt der Bourgeoisie errichten. Der Reichswlrtschostsren soll dos nur verschleiern. Abg. veykhin(D. Vp.): Der Reichswirtschastsrat kommt nach seiner Zusammensetzung nicht als erste oder zweite Kammer I Frage. Bei dieser Gelegenheit die Berfassungsrevision aufzurolle", ist forciert, ebenso das Schlagwort von der Demotratisiening den Wirtschaft. Di« Parität der Berufskommern lehnen wir ob, di'I SOOOV Handwerksmeister ohne Hilsskraft werden sich nicht untcrl das Diktat der Gesellen beugen lassen. Die Vorlage sieht eine vicj zu starke Vertretung der Konsumvereine vor. Das Arnr stelstcntum wünscht besonders gewürdigt, nicht einfach unter die Ar-� beitnehmer eingereiht zu werden. Abg. Dunkel(Wirtsch.P.) erklärt sich mit der Vorlage vorbchal- lich der Msschußberatung einvcrstanden. Abg. Mayer(Dem.) führt u. a> aus: Di« vom Abg. Hergt so scharf kritisiert«: Vorlage war bereits von jener Regierung eingebracht, ber Hergt angehört hat, unb kein T-evtschnationaler hat damals Widerspruch erhoben.(Hört, hört! und Heiterkeit links.) Eine Lcrfosstmgsrcvision darf ketnesfalls-üu Sinns der Reaktjo» allgefoßt werden � Den Ruhm des«rzreattionären Preußiiche-' Herrenhauses zehn Jahre nach dessen Ends zu verkünden, wie Afc- Hergt es tat. heißt der Vergeßlichkeit des Volkes zuviel zumifter Wir wollen kein vauss.Herrenhaus! Abg. Rauch(Bcnzr. Dp.): Man sollt« die ständige? kMitglied� verringc'rn und die nichtständigen verwahr«,. Die Abgeordnetov mwmnitöt der Mitglieder des Reichswirtschottsräts muß vor Miß brauch durch„immune Sitzredakteure" geschützt werden. Die Er mittlungsausfchüsse des Reichswirtschastsrats sollten a W1 Refchstagsabgoordneten zugänglich f«in, denn d«> Reichstag hat auf Grund solcher Ermittlungen Gesetze zu beschließe'' Abg. Hepp(Rat. Bauernp.): Dia Landwirtschaft soll untk 151 Mitgliedern nur 29 bis 28 Vertreter haben, das sst«ine uns' trägliche Ungerechtigkeit. Hier im Reichstag spielen sachliche Grünt oft«ine viel geringere Rolle als politische, darum brauchen wir d' Wirtschasts Parlament und überhaupt eine Berfassungsrevision. D< Staat von heute ist bauernfeindlich, als Staat der großen städtische Massen kann er gar nichts anderes sein.(Lebh. Zustimmung recht» Damit ist die Debatte beendet. Abg. Simon.Franken(Soz.) beantragt im Gegensatz zum Ak rrag Hergt, die Vorlage den, Voltswirtschaftlichen Au» s ch u ß zu überweisen. Das Haus beschließt mit großer Mehrheit in diesem Sinne Es folgt die Handwerkernovelle zur Gewerbeordnuv» die nach kurzen Erklärungen des Rcichswirtschaftsministers." Eurlius an den Sozialpalltischen Ausschuß geht. Ein Gesetzentwurf über das Verfahren vor dem B U n d« s r für dos Heimotswesen wird in ollen drei Lesungen op Debatte angemunmen. Um 2 Uhr 40 vertagt sick, das Haus auf Mittwoch nochmitt- 3 Uhr.(Verschiedene Regierungsvorlagen, darunter der Sandt fürforg« bei berufsüblichcr Arbeitslosigkeit.) Oer Arbeitsplan des Reichstags. Der Aeltestenrot des Reichstags beschloß gestern, daß" Dannerstag die Interpellation und der Antrag der Deutfchnav nolen zur Technischen R o t h i l f«. am Freitag andere Initigti antrage aus dem Hause und von Montag ab dos l a n d w i k■ I ch a f t l i ch e Natprogramm beraten werden soll, zu dem A' trüge der Deutsche» Volkspartci vorliegen und Anträge des Z» trums in Ausficht stehen. Schankstättengesetz und StrawollzuS geietz sollgp erst nach Erledigung der Anträge aus dem Haus«!' Derotung koinmen. {i rufung. Dos muß um so mehr vermundsrn, als von allem Anfang an von den staar�chen uvd kommunalen Verwaltung s- beamten darauf hingewiesen wurde, daß die Durchführung der Bedürstigkeitsprüsung schon technisch unmöglich ist. Wo h-underttauseick« Unterstüjtzungsbedürftzger in Frage krnnmen, -st«ine Bsdürftigkeitsprüfung nach den Beftimmungsn der Für» -orgepslichtvcrordnung ein Ding der Unmöglichkeit. Die Unter- stützungaaktiyn ist eben nicht mit der normctlen Unterstützung der Wohlfahrtspflege auf eins Stufe zu stellen. Deswegen mußt« ja auch das Reich von vornherein P r e u ß e n bei der Aufstol- lung der Richtlinien freie Hanü» lassen. Die staatlich!! Unterstützung der Ausgcspqrrten sst eins wußergewähnlichs Maßnahm«, die iissalae aussprgewsshnlicher Verhältnisse. notwendig geworden ist. Mit dem FÄssorgepflichtverossdnungsmaßstob sst da nichts anzufangen. Klägliche Stimmungsmache. ktine Verdächtigung des Reichsvrbertsministeriums durch die lluternehmcr. Eine ungetzeuorliche Verd-ächtigung des Reichs arbeits Ministeriums, die die Lorhandlungs- atmofphäre im Etfenkonflikt bestimmt nicht fördert, hat sich die„Kölnische Zeitung'"(in ihrer Nummer 652-,. vom Dienstag, dem 27. November) geleistet. Sie ließ sich aus Duisburg folgende Meldung belegrasthieren: „Es hat in Duisburger Kreisen Aufsehen erregt, baß der. Sonderbearbeiter des westdeutschen Ar- beitskampfes iw Reichs arbeitsministerium. Ober- '.egierungsrat I o h o n se n. nicht nur am Samstag an den Der- Handlungen vor dem Duisburger Landcsarbeitsgericht teilgenommen sondern angeblich vorher mit dem Vorsitzenden des Gerichts Fühlung genommen hat. Es würde nicht un- «esentkich zur Entspannung der Lage beitragen, wemi dos Reichs- arbeitsministerium über den Zweck der Reife des Herrn Iohanstn Auskunft gebe,» und die Vdftauptung zurückweisen könnte, daß das Reichsarbeitsmichsterium den Richter der It. Instanz kurz vor Beginn der Verhandlungen übqr die bekannten Auffassungen an amtlicher Berliner Stelle unterrichtet Hot." Im Reichsarbeitsntinisterium gibt es keinen Ober- rsgierungsrat Iohansen� gemeint ist Oberregierungsrat Joachim. Die Iustizpreffe stelle Düsseldorf hat gegenüber der Verdächtigung Joachims bereits folgende Berichtigung veranlaßt: „Die'Zeitungsnachricht, ibaß angctblich der Vertreter des Reichsarbeitsministeriums, Oberregicrungsrot Joachim, kurz vor'der Bs- rufungsver Handlung über die Feststellungsklage des Arbettgeber- r.crbandes der Gruppe Nordwest mit dem Itarfitzenden des Duisburger Landesarbeitsgerichies Fülilung genommen habe, ist u n- richtig. Richtig ist lediglich, dost Oberregierungsrat Joachim, der der Verhandlung als Zuhörer beiwohnen wollte, sich einige Minuten vor Beginn der Sitzung dem Gerichts Vorsitzenden vorgestellt Hai. Bei dieser kurzen persönlichen Begrüßung hat Oberregierungsrot Joachim in keiner Weife versucht, mit dem Richter Fühlung zu nehmen und ihn über die Auffassung an amtlicherBerliner Stelle zu unter- richten. Es ist vielmehr über die zur Verhandlung stehende Angelegenheit überhaupt nichäs gesprochen worden." Das Reichsarbeitsnünisterillm fügt dieser Richtigstellung hinzu,„daß es den ständigen Sachbearbeiter für Schlichtunas- recht und Arbeftsrechtspflegs, wie auch sonst üblich, als Zu- höret zu den wichtigen Verhandlungen ontfandr hat. In solchen Fällen entspricht es einem seibsinersländlichcnn(SehrJ der.Höflichkeit, das; der zuhörende Veanue sich dem die Der- band tun« leitenden Richter wie dem Chef der Behörde vorher vorstellt. Die„Deutsche Allgemeine Zeitung", die die Berdachti- gung der.Kölnischen Zeitung' weitergibt, fordert„eine genaue Untersuchung unter Vernchmung der Beteiligten". Die llifternehmerpresse wird mit solchen unnerantwort- .,ichen Methoden bestimmt nicht die Sympathie der Be- oölkerung für die Scharfmacher hervorzaubern, die bisher nirgends zu finden ist! Arbeitslos! 20 Prozent Zunahme in den beiden ersten Novemberwochen. Die Arbeitslosenziffern steigen rapide. Tic zunehmende, durch die Jahreszeit bedingte Cin- stellung der Aussenarbcitc» in der Laubwirtschaft, im Baugewerbe und in den anderen Saisongewerben hat, wie amtlich mitgeteilt wird, in der Zeit vom l. bis lS. November zu einer weitereu erhebliche« Steige- rung der Arbeitslosigkeit geführt. Auch die Aus- sperr«ng in der nordweftdeutschen Eisenindustrie hat sich aus dem Arbeitemarkt bereits in gewissem Umfange bemerkbar gemacht. Tie d» es amtzahl der. Hauptunterstübungs« empsänger in der Arbeitslosenversichernng ist in der Verichtszeit von rund«7k 000 auf 805 000 sdavon 630 000 männliche und 175 000 weibliche), das ist um 134 000 oder um 20 Proz. gestiegen. Tie Steigerung betrug bei den Männern 114 000 oder 22,1 Prozent. Die Zahl der unterstützten Frauen, die in den vorhergehenden 14 Tage««ach langer Zeit zum erstenmal wieder gestiegen war, nnd zwar um 4,3 Proz.. hat dies- mal um 20000 oder 12,0 Proz. zugenommen. In der K r i s e n n n t e r st L tz u n g ist die Gesamtzahl der HsuPtnnterstLtzUngsempsanger in der gleichen Zeit van rund 03 000 auf 00 100(83 600 männlich« und 15 500 weibliche) oder um 6,6 Proz. gestiegen. Die Zu- nähme ist hier bei den Männer« und Frauen fast gleich. Gowjeistern und Hakenkreuz. Parole: Für Wahrheit und Aufbau. Einer Korrespondenzmeldung zufolge wird in N e u st a d t a. d. H. 4* L Dezember eine neu« Tageszeitung erscheinen, das .Tageblatt für Reustadt a. d. f). und Umgebung". Es wird v o n d e m Kommunisten Kumps gedruckt werden. Derontwort- t i ch zeichnet der Haken kreuzler Hanck. Aus den bereits ausgegebenen Bcstellkartcn heißt es u. a.: Dos Tageblatt ist bestrebt, der Wahrheit zu dienen und als Kämpfer für den Ausbau Unseres Volkes mitzuarbeiten. Gowjesstern und Hakenkreuz als Kämpfer für die Wa hrhe!t lach««, gor noch für den Aufbau da fachen die Pferde! Moskau und Geeckt. Sin kategorisches Dementi. Dos Woliffche Tclegraphenbureau verbreitet s lügende Erklärung, die sich aus ein« Nachricht bezieht, die in deutschnaiionolen Organen zuerst aufgetaucht ist: Gegenüber der in der Presse aufgetauchten Behauptung,„die Sowsetregierung fordere die Ernennuno des Generalobersten von Seeckt zum Botschafter in Moskau und werd« jeden anderen Bot- tchafter zwar dulden, aber auch nicht mehr als dulden", wird von zuständiger Stelle folgendes festgestellt: l. Beide Behauptunae» sind vollkommen unwahr und frei erfunden. 2. Die Berufung»- Generalobersten von Seeckt auf den Bot- ichofterposten in Moskau ist in keiner wi« immer georteten Weise Gegenstand von Gesprächen. Verhandlungen oder Schriftwechsel zwischen deutschen und russischen Stellen gewesen 3. Damit entfallen olle an die unwahren Behauptungen$ knüpften Kommentar« und Kombinaiionem Es muß ausfallen, daß dieses kategorisch« Denienii erst v" fünf Tagen erfolgt. Wem? an der von der deutschnotiomss „Politischen Wochenschrift" zunächst ausgestellten Behauptung.' von der„Kreuz-Zeitung" am vorigen Freitag ausdrücklich b' ft ä t i g t und zum Anlaß von Porwürsen gegen die Reichsregierv genommen wurde, kein wahres Wort ist. warum hat man mit d Dementi so lange gewartet? Diese sonderbar« Berzögerung mfil eigentlich den Anschein erwecken, als wäre mehrere Tage lang ül die Richtigkeit oder Zweckmäßigkeit einer solchen Entgegnung zmiick Berlin und Moskau hin und her verhandelt uiordem Als deutscher Spion««rurfei« wurde in Kattowitz der ehental Akquisiteur Richard Schnei aus Myslowitz zu drei Jahr Gesänzni' Tlr. 564» 45. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Mittwoch. 25. November 4925 Was ist der Staat? E>z.) aus: Bei der Lektüre des Gesetzentwurfs muß man den Eindruck haben, dost sich die vollkommene Veränderung des Charakters un- leres Staates, den er durch die Umwälzung bekommen hat, bei der Behandlung der politischen Delikt« so gut wie gar nicht bemerkbar macht. Im Obrigkeitsstaat müßten die politischen Delikte anders be- bandelt werden als im Volksstaat. Diese Delikte richten sich gegen den Staat als Träger van choheits.rechten und gegen die Funktionäre des Staats als Berwolter von staatlichen.yohcitsrechlcn. Der Staat, der den Gehorsam des Bürgers gegen die von Gott ein- gefetzte Autorität fordert, wird das Strafrecht anders gestalten als der Volksstaat, der eine unbedingte Gehorsanikeitspflicht nicht ohne weiteres zur Voraussetzung hat. Denn die Herrschaft des Staats hängt lediglich von dem Einfluß der Wählerschaft ab und j.-der politischen Strömung ist im Dolksstaat die Möglichkeit gegeben, die Herrschaft zu erlangen. Der Obrigkeitsstoat will sich so wie er ist, für die Dauer erhalten. Er fürchtet seinen Sturz durch eine Be- wegimg von unten und errichtet deshalb Dämme gegen eine solche Bewegung, vor allem durch dos Strafgesetz. Djm Volks st a a t darf keine Furcht vor irgendeiner Strömung im B o l k e h a b e n. Im Volksstaat ist wegen dieser wesentlichen Ver- schiedenheit vom Obrigkeitsstoat das Bestreben nicht zu begreifen, die politischen Kämpfe zwischen den Parteien im Genchtssaal sortzu- setzen, wo st« münden im Duell zwischen den Vertretern de- Stao-s und den einzelnen, der die Dehor>amspflicht verletzt haben soll. Wir haben nicht da» Bedürfnis, im politischen Kampf den Slaotsauwalt zum Adjutanten zu haben. Wir sichten uns Mann aenua. mit dem politischen Gegner fertig zu werden, wir haben dos teste Vertrauen. daß die Grundloge des Staates unerschütterlich ist, und hoben nicht da« Bedürfnis nach Bestrafung, wenn jemand an den Fundamenten des Staates zu rütteln sucht. Den echten Hoch- und Landesverräter mag man strafen. Esmußaber einRiegelvorgeschobcn werden, daß Menschen als Hoch- und Landesver- räter bestraft werden, die ihrem Land« sogar R u tz en b r i n g- n w o l l t« n. Der Volksstaot muß einen ganz ander-n Begriff des Widerstandes gegen die Staatsgewalt einfuhren als der Obrigkeitsstoat. Auch der Begriff des Landfriedens- b r u ch s muß heute ein ganz anderer fein, als er früher war. Durch- weg müssen die Bestimmungen des Gesetzentwurfs grundlegend um- oestoltet werden, wenn das kommend« Strasgesetz mit dem Charakter des heutigen Staates und einem Volksstaat in Einklang stehen soll. Abo' hergt widerspricht der Ausiassung. daß das deutsche Volk bis zur Revolution in einem Obrigkeitsstoat gelebt habe l Widerspruch bei den Soz.) und findet es komisch, daß er als Deutsch- rationaler den heutiqen Staat in Schutz nehmen und behaupten müsse daß der Staat das Recht Hab«, sich zu schützen. Tatsächlich iei d� Erfüllung der Aufgaben, die der Staat seinen Beamten stelle. außerordentlich schwer. Freibriefe für ungesetzliche Handlungen dürfen nicht gegeben werden,.die Deutschnationalen dienen dem Staat wie er ist, und wir sorgen für den Staai wie«r ist.' lHeiterkeit link».) Auch wir wollen nicht, daß die politischen Kamps« durch die Stoatsamvaklfchast vor Gericht gebrachl werden., Abg. Marx(3.) führte m», daß«in grundsätzlicher Unterschied '.wische» der jetzig«« und frühere,, Gestaltung de» Staates nicht vorhanden je,.(Wderjpruch bei den Sozialdemokraten.) JlaA der«ntfaftw* des Zentrum, ist der Staat ei« wohl- Msewrichw��uß. Besten der Bürger und noch heute der- selbe Staat mir»»r dem Kriege. fAbg.»afenseld: Sagen Se das für das ganze � r"»lba" Marr: Das ganze Zentrum steht auf diesein Stand- .®, r V_ r. V>>*3.**4 fr-, er** lli+v rrti/4* /lllf höM ftClMJn oriA«£.,,lrfe'auf Grund der denkbar freieften Wahlordnung nach Ag« PrMng und unbeeinflußter U-berlegung die Verfassung be- raten und beschlossen hat. Das Strafgesetz ist ein durchaus wirk- sames Mittel, die Staotsautorität zü schützen. Die Sozialdemokratie geht von der irrigen Auisaisiing aus, daß die Menschen besser sind als sie stick, ihre Auffassung hat zur Voraus- l'etzung. daß die Menschen Engel sind.(I) Engel sind sie einstweilen nicht. Es würde ein Riß in unsere ganz« staatliche Ordnung kommen, wenn die Ausführungen des Abg. Landsberg anerkannt würden. Abg. Koehnen(Komm.): Seit der Revolution hat sich nicht da» geringste verändert. Zluch das neu? Strafgesetz will genau wie früher Nur die herrschende Klasse schützen. Abg. Ehlermann(Dem.): Die Ueberbleibsel des Obrigkeits- staates im Strafgesetzentwurf müssen.zugunsten des Valksstoates verschwinden, aber die Autorität des Volkes muß geschützt werden. Besonders notwendig ist eine Umgestaltung der Landes- oerratsbestimmungen. Der frühere Oldenburger INinister lantzen werde jetzt des Landesoerrals bezichtigt, weil er gegen die oldenburgtfche Regierung Stellung genommen Hobe und der Rcichsregiernng Mitteilungen über die finanziell« Lage Oldenburg» gemacht haben sollet Ein Gesetz, daß solch« Beschuldigungen möglich n rächt, müsse ab- geändert werden. Abg. Jörifien(Wirtsch.-P.): Der Staat ist kein« Wohlfahrtsein- richtung, sondern nur zur Aufrechterhaltung der Ord- nung da. Er muß sich auf eine Autorität stützen. Es ist cineswegs�die Aufgabe des Staates, dem einzelnen die Sorg« für sich und die Seinigcn abzunehmen. Damit schließt die Generaldebatte. Di« Spezialdebatte über den Hochoerratsparagraphcn beginnt am Donnerstag. Hochwasserschuh imWarthe'Aehe»Vruch Oer Hauptavsschuß des Landtags stimmt dem Gesetz» entwurf zu. Der H o» p t o u s i ch il ß des Landtags beschäftigt« sich am Dienstag mit dem Entwurf eines Retze-Warthe-Bruch- Gesetzes. Der Entwurf entspricht einer alten und energischen Forderung der sozialdemokratischen Fraktion und will Maßnohmen treffen zur Abwendung der Hochwassergefahren und zur Verbesserung der Vorflut im Netze- Warthe-Bruch. Es handelt sich dabei um die Sicherung eines Laickesteil«, der sich bei einem Flächeninhalt von ungefähr SOOOV Hektar in 90 Kilometer Länge von der Oder bei Küstrin bis zur polnischen Grenze erstreckt und mit seinen zahlreichen Bauerndörfern und 90 000 Einwohnern oft von Hochwasserkatastrophen heimgesucht worden ist. Der Gesetzentwurf stellt für den �weck der Sicherung etwa 4,7 Millionen Mark nicht rückzahlbarer Staatsbeihilsen zur Aer- sügung, wenn die beteiligten Provinzen 3,3 Millionen ebenfalls >ü cht rüchzahlbarer Beihilfen leisten. Der Finanzminister soll die Mittel im Wege des Kredits befchasjen. Nach einer Debatte' wurde der Regierungsentwurf mit der Abänderung a itge.« o m in e. n�daß dt« Deichver bände und der W a s s erb e i rot. bei., Widersprüchen ich der Ausführung der not- wendigen Bauten z u höre« sind. Gegen den Entwurf stimmten nur die Kommunisten. parieinachnchten��fürGroß'Bertin «infead-nzni fflx diese Sabril(lab /f g«t»«a b«a •(«IIa«» SS. S labern brebe{.M-tSwa. 2.«reit XKagartea. Heule MitNoech. 26. XsKrnbec, 1t M>r. in bec SZrelaaJ« Bochumer Str. 8b, wichllge Bechrkooersammlung. Ii. Brei» ZienkiM». Sonacrcta». 2*. Stacabn, IS'i übe. Ha Solei Bevglchlobbobe, Borlcgarttngr. SU, ftreUmiinliekenetlaaiailaaa� Bor. trag;.Srob-Berllaer Periehropobleaie". Bes. Stabtoet Kraft»«ater. Heute, Mittwoch, ZS. November. I. Abt. fSZ»! Uhr tzohlabrudr in den driannlen Lokalen. IK. Bbt. Baamscholeawea. Am lommunolpolitischen Kursus beteiliarn Ilch«II« ISenosllnnen und Genossen um 20 Uhr bei Borgmann, Baumichulensnahe Ecke Birfholzstrahe. Darlrag:„Aufbau und Verwaltung brr Stadl ani der Bechrkr. 1«. an. Zohaeoielbal. Di« sfunllionäee beteiligen sich an bem kommunal- politischen Kursus in Baumschulcnmeg bei Boegmann, Baumschulenstrah« Sit Siefholzstrahe um 20 Uhr. Heute spricht Genosse Bürgermeister Grunoo. Morgen, Donnerstag. 29. November. . an. ChattaHcnburg. 8. Gruppe. 20 Uhr im Lokal Schuh. Wallstr. 90, Zahl- abend. Bortrag. Gruppenangelegenheiten. . an. ÜHederschäaeweide. Achtung! Die Borstandssthung ündet wegen des Kursus am Donnerstag um 20 Uhr Im Lotal Thiele, Berliner Str..V, statt. — Dte Genossen werden«beten, thrr Bindet am«eihnachtslpiel mtl. wirken ,n lassen. Erste Belpre-nnnq nnd Vrob« am Dienstag, 4. Se- »ember. II Uhr im I««ndh«im vberschdneweld«, Laulener Str. 2,«roher Saal. m ■ 1 1 1 n i» f«6. au.«Speuich Iis Übt in Sl-nibealer.«riebrichstr. t. z».-A bilatfciet. sseslrebe Karl Lille. M. b. R. Kanferl, Sesong, Zilmoor. � snhrnng. Zar Deckung der Unkosten«erde« 20 Pf. Eintritt erhöbe». M 3 Arauenveranstallungen: 121. an. fharlshatst Heute Mittwoch, 28. November. 19V. Uhr, im„Deutichen Haus-, Bortrag des Genossen Schicmann sGesundheilsamt der Stadt Ber- Itn) übrr„Seiuallrben in der Ehr". Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrk. ll. Krel» Banlo». Alle Varteigendssen, die noch im Besitz von Lotterielasen find, werden gebeten, diele am Mittwoch, dem 28. November, zum Film. und Vortragsabend Im Lakai Linder, Pankow, Breite Strotze, um 19 Uhr an der Kaste abjiiltefetu. Jungsozialisten. Gruppe Baumschnleuweg. Heute Mittwoch. 1»>4 Uhr, im Jugendheim Ernst. 1b, Fortsetzung des Vortrags über den?>,wes-Vlan.— Gruppe SchSueberq. Äckitung! Mitgllederverfammlung der Gruppe am Freitag, November, 19� Uhr. im Heim Hauptstr. 1Z iEchwabenIandzimmer). Tagesordnung: Neu- wähl der Funktionäre. Anträge zur Generalversammlung. Zöerdearbeit. Achtung, Spielgemeinschaft der Zungsozialisten. Um Mittwach, I. Dezember, Mitaliederoersammlnng. Sagraorbnnng! U» nächsten aufgaben in Nahmen der«erbearbeil»er Berliner BerelaigNAg. Bund, alnechtstr. 11. Geburtstage. Jubiläen usw. ». NU. Uns«» langjährige» Borteinitglieder»«nu» und Vit» Schmidt. Aransvaalstr. 18, hie herzlichsten Glückwünsche zur silberne» Unsere Z» 5». Abt. EHarlottenbnra. Heute feiert safer langjähriger Genosse Hermann Streich, Bastalozzistr. 71, seine» 0«. Geburtstag. Genosse Streich war ei» eifriger Mitkämpfer für be» Sozialismus und bot immer feine Pflicht erfüllt. Wir gratulieren ihm berzlb z» stnde». ■. Wlfa. und boffen. Iba noch lang« I» unseren Neibeu � Sterbetafel der Groß- Derliner Partei» Organisation � 62. an. Ebarlnttenbnrg. lliiser Genosse Karl »erstorben. Ehre seinem Andenken. Einäscherung hrute 18 Uhr im Krematorium Wilmeisdors. Schulz. ute Mi . Tegeler Weg 23, ist ittwoch. 28. November, Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Serlin «B»,'entminen Hr diese Zwbrif nur an da« Zunendiekretackat Berlin«20«. rwtenOmü« 5, Die SintmUnartr» für da, Planetarinm stnh ab heute erhältlich. heute. Mittwoch. lÖMs Uhr. Weitzenser: Heim Parksir. Z0. sZunktionärsttzung..— anvreanplatz! Heim Brummnstr. tt Vortrag:„Geschichte der Arbeiterbewegung". Arbeltzgeni-iu, schalt III.— Reicheubergee Viertel; Heim Br'tzer Str. 27—80. Vortrag:„Sozial. demokratie und Wehrproblem".— SüSrn: Heim Porckstr. II. Beteiligung an der Ritgliederoetlammlung der Parieks— Eborlotjcnbnrg.Nord: Helm S'.ber?. ftratze lstädl. Splelplatzl. Vortrag:„Der SchulenilaiTrne"(III.- Tempel- Sif: Heim German iastr. i— 0. Vortrag:„Boriampler des Sozialismus" Illj.. «n-Lichtenberg: Heim Hauflstratz». Borirag:„Warum und wie wanberu wir?" lAuslprache).— Lichtenberg. Mitte: Beteiligung gm der Werbebezirlsveransta!. kung stn Heim Guntersiratze. WrebeNezirt LichtenUrgt Sleta Bohm�Zchnch über„Sozialistische Lebensführung" Werbebeziel vften: Der Bilduna-k....... sondern Diestelmenerslratz« 5—6. statt. Sozialisnlch« Dchülergemeinschast ber«AZ. Webbing: Uhr im Hr>m Gotenburger Str. Z. Borirag:.Sti» Braun". Sozialistische Schilergemeinschajt Gruppe O. E. Ausspracheabend: „Was will bit 6. S. G.?" 17'!, Uhr Botzowstr. 49. Kl. tt. II. Werbebezirk Peenzlauer Berg: Alle inieresstertrn Genossinnen nnb Gr- nassen nehmen morgen Donnerstag an bem Gnmnalitkkur'us unter Leitung dr» Genossen Gleisner in drr Turnhalle der weltlichen Schule Dauziger Sir. 23 von 19—30 Uhr teil._______ Vorträge, Vereine und Versammlungen. Um Reichsbanner � SchwarzRot-Gold". Geichä'iostelle: Berlin S 14, Eebaliianftr. 97188. Hol 2 kr. Neotdün- Britz. 1. Kameradschali. l. Zug. Mittwoch. 28. November, MS» 2g Uhr, Versammlung bei Grommck. Sandcrstr. 19. Bortrag Lame, rad Kruse:„Dirtfchaftspolitik und Presse". Die.Zugversammlungrn finden jetzt regelmätzig jeden letzten Mittwoch im Monat statt. Denscher Sspeoanto.Bnnft, Srisgrupve Berlin. Freitag, 80. November, 10 Uhr, Konditorei Dobrin, Hackeichcr Markt, . Im Heim Gunierstr. 44, Bortrag der GenossitL Hm-Schnch über»Sozialistische Lebensführung". Werbeoezirk Osten: Der Bildung-kurfu» findet nicht im Heim Ebetttistratze, "Sie SuÄ c�ocl�aiicl� ein urleilserfa�rener Jänner uiÄ oenrijogeii Siri� oJ�rae LmgaWge ErKIanuTgea üterbic JliLSroaJ�L�erTalxxfe� unääerejx >ungen. Scltslsa üter�eugen.) liii \.\ öass iRrOerneueR GügardBje KURMARK 5PEZt AL- MACEDONEN-MISCHUMO eme alle Be3eir]puLRg T*«8? rager eines " ERLESENEN ERZEUGNISSES rDur�e. Sorgfälkgc j �eS Rauuc�erS erstreÜ c�) ank jur�ie A\uJ�e amWerfe..., Vornehmer Fianiel aus hervorragend schönem Ottomane, ganr a«f eleganten) Futter, mit ▼ellera Rabipelzkragen und breiten Pel«• Manschetten, festem Gürtel mit Schnalle. 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EI$a-2S:Bcifen«K: Stahlmatratzen, tOnstld a Pri v. let.fOM k. eiseamBbeiiniiriH tarn(ThOr.) Klein» Tfieater Täglich 8>.', Uhr Al iiiillieri in Der DickkopJ Sandreck, Laads, Ststicr. Sikln. Ren aissance'Theater 8'/. Hernie 8'/, von Theodore Dreiser.— Deutsch von Paul Eeer. Regie: Ocst Härtung. Am 38. November nochmitlogs ist mein Mann, der Phatagrapb Midelm Dietrich unerwartet out dem Lehen geschieden Urioche: Folgen der im Felde er- litte nen Berschitttung. Dies zeigt an Mnrfa Diettlcfa geb. Weib Berkd,»Britz, Zind inner Str. 78. Die Beitattangsieier findet am 1. Dezember, nachmittags 4>/z Uhr. ASM im statt. remaioeium Baum: rnweq Am Montag, dem 88. Noaeaider. «erstarb plötzltch und unerwartet mein innigstgeltedter Mann, unser treusorgender Boter Auguat Flschereit im 54. Lebeusjahr. In tiefer Trauer »ertrnd Flschereit nnd Rinder.! Die Beerdigung iindei am Donneeetag. 80. Naoember. 13 Uhr, von der L-ichendalie de» Lantwitzer«emeinde» iriedhoss au» statt. ÜMillMIMIrtillW! Dahllörperversammlwlgeu der otbclUtofcn!Mtg.1«der. Wahlkörper L chsset*. ZUihnodtz, da» 2«. XsesnsRs». norm. 11 Uhr. im SI%nngsfoaI das Ocrhanbehans«*. Clalmfle. SSM Hobler. Dohrer. s loher. Fräser, Schnittarbeiter. Vrahlarbeiler, Zlulogritschweiher. Eisen-. Melall-, Revolverdreher, Karussell- u.Bohr- werkdreher, Rundschleifer, Schrat,- bendreher u. Automalen-Liurichier. Wahlkörper N. Lsnnaestaa.be» 2S.7lat>en>bar,»ar- mtllaqs 11 Uhr. u»»lh»»gGf»al de, vardaabahamjr», Linlamsfr. S3S3 Eisenformcr. Melallfarmer, Sern- macher. Lau- u. WerkskattNemp»«. Rohrleger. Robricgerhelser. Emaillierer, Wickler, Zeilcnhauer. Wahlkörper lll. Freiing, van 80. Uanansvar. neikSnga 12 Uhr. ins«rdailalosansnnl vre veebaadshausr«. Linlanftrnha 88.«» kpartarrr>: Zudustrieschmiede. Kesselschmiede, Kupferschmied«, Wogen- und hus schmiede, Dauauschläger, Walzwerk ardeiier, ElZeakonslruklioa«-. Auto-. DIaschiuea-, Vau-, Schwarzblech- und Karasserieschlofler. Wahlkörper IV. »onnnban». van 1. vatzaMvar, mittag» 11 Uhr. im«thungnsn»! b*s UarvnndAhnns»», CinianR*- 88/88: Werkzeugmacher, Scharfschlelser, Einrichter, Mechaniker. Uhrmacher, Optiker, Gold- uvd Stlberarbelter. Urbeiterinnen. Gieherei- und hilf»- arbeiter, Schleifer, Galvaniseure. Gürtler. Drücker. Graveure, Zise teure. Elektromonteure. hilssmon- teure. Zigarellenmaschiaenführer und Belrlevshaadwerker. Tagesordnung; l. Beratung der Anträge Ml»enerai- versammln»« am 10. Drzembe: IS28 Z. Wohl der Delegierten Zutritt haben nur dleieniaen Mt otteder, die im Berbandsduch die Berus». ö-zeicknung hadert, für welche dl« Dersamm lungen ausgsrusen find. Ohne Milalledsbuch und Arbeitslosen- farie fein Zutritt. Achw»gi zMMeun«chkmg Beul«. MiNiuach. den 28. Ztovamber, abend» 1»Hr. bei wall s dhla g er, Adalberfsfr. 21 Branchenversammlung der vrahlarbeiler. Tagesordnung; 1. Die Lag« ist der Draht mbustzi«. 2 Disfulstna. 8. Berichiedene». Vi« OrfeuMwaSSnng. BetteaaeefseN Neue! 4.751 13.—. 14L0I Brachtnoll« TT Mi Bauernbetten O,— i Daonist STM! Rinder bellen 1*751 Bettwüschel Inlett»! svnttbillig und gutl Meine Lambarvwaran. Leih- hau». Brunnen strast««7' n 8 Ciul :», 9 stinderwagen, uf»r« Mnimasiebler fpotttnitg. Rinverwagenhan» Drnst« Frantfurt« Strah« 47, gegenüber Mar- kusstrast». c d>.t!lr>ii�ng�;iücitk stb�rheu�w Anoden»JO, Aeeu 3.VI. Svaeröhrt ILO. Apparate Teilzahlung, vrch« ttnudea» 12». SchSnlewMr-st« 2 Wanig________ « MülwnSreu.'U> Fabelhaft billig«, Taillen»! nidi/Bafetots. Frack». Tdw. lemt-n, Preise. chnrpfehl« . choseu. Sport.. /eit-ckäus« in neuer ester Weg lahncnd. », 1 Tzeppe, Nnfen. _ getragen« Sadkttaiuügt. teil» auf Seid«. 18,—, Smoftnaanzaae. Bauch- nuzflg». TailleumSutel. Baletat«. stau. uenk billig,»etegenheiistairf, in neuer rtetob«. Leihhau» Basenthaler ienstrast« 208-«»«. Mt Rasen. tbaserstrast» Rein« Lamvaedwar«__ Ohne Snsabinng. Damen- u. 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L>« von einem Teil't*x d«u.tsch«n Preise verstehen Als solche stellen sich � Inhaber-ipetor Pariser Bestattungsinstitut« dar. die von, �Nsionsministeriu.n mit der Umbctiung umd teilweilen Heim- Förderung de.r in-Nordjrankreich ruheiüden Geiallenen beauftragt "•aren Sic verdieiüen. wie dos Komitee der Vereinigung lriegs- Ersetzter Schriftsteller der Leitung des Fronttämpfervechandes zur Kenntnis brachte, an diesem Seschätt nicht weniger als<0 Milliv- "kn Franken Dabei wandton sie bei der Ausfühnmg der ihnen •»ertraq-nen Arbsite:, zum Toll di« widrigste» S-schSfts- ""•lhödon an. Eine ganze Aizzohl toter Krieger wurdo..ver- oder.vergessen". Reiche Famllien. deren Söhne nicht aus- r waren, erhielten dieKörper fremder Gefallener. . Amanullah sührk Krieg- gegen seine Land-leule die seine achnollreivrmen zur Austilgung des Rat,on°lcharatt,rs mcht wollen. ist nach Iellolabod abgereist, um die Opero ionen gegen den �tamm der«chinwaris zu leiten, der die M.ndl-ttateUea fortsetzen auf die afghanischen Vorposten feuern soll. Di««traße Dakka— >bad bleibt gesperrt..-. „Oer Staat bm ich."«wi, r»i>vz av. vsgseki! Oer Ruhrindustrielle:»Oer Giaat. find Sie noch lange nicht!-' Sogar Dölkerbundbeschlüffe« enigegen. Saarbrücken, 27. Rovember. 3m Haashaltsplan für das Saargebtel erscheinen auch 200l>00 Franken für die Unterbringung de» Saarbahnschohe». Dieser Posten Ist rechtswidrig, denn im Bericht der Saarrrglerung vom IS. Februar 132? an den Völkerbund heißt es ausdrücklich:„Lorch die Organisation und Unterhaltung der Elsevbahnkommisiion und des Bahnjchvhes darf dem Saargebiet keinerlei ftnauzielle Belastung entstehen." Stresemann, Briand, chhamberlain. Scialosa und Vaudervelde erklärten diesen Bericht als Grundlage der Märzrntscheidung 1327. Die Ausführung van 200 000 Frauken für die Bahnschuhtruppe im Haushallsplan des Saargebiet, stell» also «ine Verletzung de» Beschlusses de» Völkerbundes vom März 1927 dar.(Ebenso unrechtmäßig sind 10 000 Frauken für den provisorischen Abstimmongskommissar. es gibt nämlich keinen solch» sür das Saargsblet mehr, vi« rällgkeit des letzleu Kommissar» fand ihr Ende am 2. Februar 1926. Die Bewachung de» Abstimmungearchivs ist setzt den Landrät«« und Bürgermeifieru überkragen, und zwar unter persönlicher has- tung der dazu bestimmten Angestellten. Oer Saarvolkswille. Die Stadwerordnekennersammlung hat einstimmig ein« Ent- schlleßung zugestimmt, in der Treue zum deutschen Vaterland gelob» und die Ausrechterhaltung eines politisch und«irtschastlich auto- nomen Saargeblets infolge der organische« Zugehörigkeit der Soor- Wirtschaft zur deutschen lllirlschast sowie in Anbetracht de» Selbst- bestimmungsrecht» der Bevölkerung als unhaltbar de- zeichnet wird. Die Stadtverordnetenversammlung erwartet von der presse oller Länder die llnterstühor.g dieser Forderung, vom sraazösischen Volk die Bereitwilligkeit zar sriedllchea Ver- skäodiguag üb« di« Saarsrage und vom Völkerbund und seinem Rat baldige Lösung der Saarfroge im Sinne des Willens der Bevölkeruag. Franzöfifch-nationalistische Treibereien. Die Association franco-sarroise berettet für den 6. Dezember in Paris ein« Kundgebung vor, um di« Forderungen der französischen Kriegsverletztenoerbönde darzulegen. Den französischen Kriegs- oerleßtenoerbönden hat man die„Anregung" gegeben, an den, Uebsrschuß aus der französischen Saarausdeutung finonzi e.l l- Beteiligt zu werden Als Hauptredner wird Kommandant Lau- reza« auftreten. Dieser Major a. 1). steht seit Jahren im Dienste der französischen Saarbergwerksdjrektion und ist unter einem unzutreffenden Titel eine Art„wissenschaftlicher- Berater der französischen Propagandaabtellung. Dor Veranstaltung steht auch der Präsident des Heeresausschusie« der Deputiertenkommer, Oberst Fabry, nah«. Zum Tode Ferdinand Ewalds. Beileid des Zteichskaazlers. Reichskanzler Genosse Hermann Müller hat an den Stadtrat Ewald folgendes Beileidstelegramm gerichtet: „Zum Tode Ihres Baters. mit dem wieder einer unserer Alten dahin ging, sag« ich Ihnen in Erinnerung an gemeinsame. Tätigkeit in der sozialistischen Bewegmrg mein herzlichstes Beikeid." Reichsbahn gegen Achistundeniag. Aerwallongstai droht mit ncuer Toriserhöhung. Erst vor wenigen Monaten erhielt die Deutsche Reichsbahn von, Reichsbohngoricht dos Recht zugesprochen, ihre Personen- und Güter- tärise herauszusetzen, obwohl die Begründung der Berwaitung zu dieser neuen Belastung von Wirtschaft und Publikum keines- wegs stichhaltig war. Auch die finanziellen Ergebnisse der Deutschen Reichsbahn vor der Tariferhöhung im Ottober waren über alle Erwartungen gut, da der Güterverkehr, die Haupt- «innahmequell« der Reichsbahn, gegenüber der Glanzzeit vom Bor- jähr« kaum zurückstand. Man sollte also annehmen, daß die lßeichsbahnperwaltung mü dieser Entwicklung zufrieden wäre. Das Gegentell ober ist der Fall. Die Töne, die auf der Sitzung des Aerwaltungsrat» am 26. und 27. Rovember angeschlagen wurden, müssen in der Oessentlichkeit den Anschein erwecken, als ab die Reichsbahn aus dem letzten Loch pfiffe. Der Sitzungsbericht läßt aber keinen Zweifel darüber auskommen, daß diese pessimistisch« Beurteilung der künftige», Ent- Wicklung der Reichsbahn ein« ganz bewußte fozialreattio. >, ärs Tendenz erfolgt. Zu der beabsichtigten Reform der Arbeitszeit der Reichsbeamte,,, die sich auf die Eisenbahner erstrecken würde, erklärt der Berwaltungsrat. daß diese beabsichtigte kürzere Arbeitszeit un- weigerfich ein« entsprechende Bermehrung von Beamten und Ar- bellen, nach sich ziehen müsse. Die durch die Einführung der wöchrnt» •................-�—w— Shakespeare in der Volksbühne „Mokbeth". Eine sorgfältig«, mit Liebe und Fleiß durchgearbeitet« Inszrnie- rung. Grandivst Bühnenbilder, in denen besonders die Massen- izen«, zur Geltung kommen: auf dem Rirndharizont aufleuchtende Projektionen zaubern imposante Bauten hervor. Langds uern der Bestall für Agnes Straub, Heinrich George und den Re- Meur Lrs Rcllß. Dwe. lich Mtündigen Arbeitszeit ensttshend« jährlich« Mehrou»'- gabe fei für di« Reichsbahn auf 250 Millionen zu schätzen. Air Deckung dieser Mehrausgaben kam« als einziges Abhiflsmittel nur eine neue Tariferhöhung in Frage. Der Berwaltungsrat der Deutschen Reichsbahn, der mit seiner bisherigen Personalpolitik die Arbellskrost der Eisenbahner in einer Weise ausgenutzt hat. daß die Betriebssicherhell auf den deutschen Bahnen ernstlich gefährdet erscheint, versucht also von vornherein die Durchführung des Achtstundentages mit der Drohung einer neuen Tariferhöhung zu f a b o t i e r e n. Es ist der Geist der Berwol- tungsratsmitglleder Siemens und Klöckn er, der aus diese», Ausführungen spricht. Jedoch werden sich die verantwortllche», Männer der Deutschen Reichsbahn schwer täuschen, wenn sie an- nehmen, mit dieser Drohpolllit die Reichsregierung etnschÜch- tern zu können. Ohrfeigen im(Sejm. Antwort auf ukrainische Anklagen. Warschau. 27, Rooembe» Im Budgetemsschuß des Sejm kritisiert« der ukrainische Abg Ehr uz kr scharf die Behandlung der Minderheits Völker, wobei er betont«, daß hierdurch dem Ansehen Polens im Auslände Ab- Bruch getan werde. Darüber entspann sich zwischen dem Abg, Dr. Polokjewtcz lPilsudski-Block) und dem Ukrainer ein heftiger Dort- Wechsel, in dessen Verlauf der Ukrainer den Dr. Polaktewtez«inen Gendarmen nannte. In den Wandelgängen van Dr. Polakse- wicz aufgefordert, seinen Anruf zu wiederholen,«klärte Ehruzki. er habe etwas von Gcirdarmen erzählt, als ihm daraufhin Polakjs- wicz erwiderte, er würde ihn ohrfeigen, wenn er ein Pole wäre und er nicht müßte, daß der Empfänger eine solche Handlung zu propagandistischen Zwecken ausnützen würde, bezeichnet« ihn der Ukrainer als einen Narren. Dr. Polakjewiez versetzte darauf dem ukranstchen Abgeordneten zwei Ohrfelgen. Man erwortei ein Nachspiel. Friedens- oder �üstungspoliiik? Vedenkea der Ziagikalen gegen den neuen HeereSeta� pari». 27. November.(Eigenbericht.) Die Radikalen befaßten sich am Dtenstagmorgen mit d» von der Rsgterung geforderten Heerestrediten. Der Führer der Gruppe, Da lad» er. wurde beauftragt, in der allgemeinen Dickussion des Äcicgrbudgeis die Vedenfen der Radtkalf»ztol,n gegen die Kredite im Hinblick auf die Friedenspolitik Frankreichs Das Bäckergewerbe in der Statistik 3I00O Meister ohne Gesellen. Das Böckorgewerbe gehört zu den ryenigcn Berufen, die den famili«nwirlschoftlick>en Betriebscharntter in ausgeprägtester Form erholten kannten,«owostl die amtlichen Ergeb- nijse Der jeweiligen Betriebszählungen, wie auch statistische Er» Hebungen der Arbeiter- und Untcrnchmerarganisationcn bestätigen diese Erscheinung. Bei der gewerblichen Betriebszählung 192,} wurden 104 048 Betriebe mit 375 723 beschäftigte» Personen ermittelt. 92 464 Betriebe oder 88,9 Proz. beschäftigten nur bis zu 5 Personen, insgesamt 258 413 Personen oder 88,8 Proz. oller Beschäftigten. Betriebe mit 6 bis 59 Personen wurden 11 441 odgr 11 Proz., solche mit 51 und mehr Personen nur 143 oder 0,1 Proz. gezählt. Die Brotproduktton wird also in der Hauptsache von den Kleinbetrieben beherrscht. Die Existcnzmaglichkeit dieser Zwergbetriebe wird durch den unmittelbaren Warenabsatz an die Kundschaft begünstigt. Dadurch sind diese wirtschaftlich unrentablen Kleinunternehmungen gegen andere gleichartige Berufe Wirtschaft- lich weit im Vordertressen. Diese Zwergbetriebe brauchen nicht mit fremdem Geld zu arbeiten, da die Ginnahmen aus dem Dagcsumfatz ihnen den Einkauf von Rohprodukten ermöglichen. Es ist auch interessant zu erfahren, daß auf«inen Bäckereibctrieb im Durchschnitt nur 699 Personen als Kundenkreis bei der letzten Zähluog entfielen. Neuerdings veröffentlichte der Zentralverbond Deut- scher Bäckcrinnungen das Ergebnis einer statistischen Er» bebung bei seinen Mitgliedern über die technische Eni- Wicklung, die Zahl der beschäftigten Personen und über die Betriebs- großen der Betriebe. Das Ergebnis ist überaus interessant: denn es erstreckte sich aus 9 1 4 8 9 B ä ck e r ni e i st o r, die dein Innungs- verbände— der größten.Hairdwerkerorganifation— angcschlosicn sind. Von den Inhabern oller Bäckercibctriebe sind nüthin 87, g proz. in 1839 Innungen vereinigt. Die technische Entwicklung verzeichnet bedeutend« Fort- schritte. Im Jahre 1991 waren erst 786 Bäckereien mit Kraftbetrieben der Berufsgenossenschaft angeschlossen, und jetzt wurden 5 4 8 8 2 Kroftbetrieb» ermittelt Der G e m i s ch t b e t r i« b ist mit 34 318 vertreten. Auch diese Tatsache trägt bestimmt zur Eristenz- Möglichkeit der Zwergbetriebe im hervorragenden Maße bei. In den von der Erhebung"erfaßten Betrieben'wurden ermittelt: 66 236 Bäckergehilsen. 3Z86 Konditorgehilfen, 53 849 Le br- l i n g e, 5 970 Verkäuferinnen und 18 604 sonstige chilis- krofte. Während 1914 35 647 Lehrlinge neben 55 345 Gehilfen be- Ichäftigt waren, erhöhte sich die Lchrlingszjsfcr in der Weise, daß nunmehr auf je 100 beschästigke Gehilfen 81,2 Lehrlinge entfallen. Do jehoch in der Gehilfenzohl einige Taufende Bäcker- meisterssnhne mit inbegrifrcn sind, so wirkt sich erst mit aller Deutlichkeit die starte Ucberfüllung des Gewerbes mit Lehrlingen aus, die wohl in erster Linie auf da? Kcstehendc Schutzgesetz, das die Nacht- und Sonntagsarbeit verbietet, zurück- zuführen ist. 20 566 Bäckermeister arbeiten ganz allein und 16 430 nur mit Lehrlingen. Die Länderverordnungen über die Beschränkung der Lchrlin- und West- preußen 1451 zu 1559, Pommern 1699 zu 1801, Schlesien 3133 zu 4149 und Württemberg 1893 zu 2172. Unter diesen Verhältnissen ist es nicht verwunderlich, daß eint hohe Zahl von erwerbsl.osen. Bäckergehilfen die Arbeitsnochweise bevölkert und der Arbeitslafenunterstützung zur Last fällt. Zurzeit sind nach den amtlichen Berichten über die Frequenz auf den Arbeitsnachweisen 24 641 orbellslose Läckcrgehilsen eingetragen. Hinzu kommt noch ein weit größerer Teil gelernter Bäcker, der durch die Uebersüllung des Gewerbes mit Lehrlingen k�ine Befchöi- tigung in seinem Gewerbe finden kann, es vorzieht, in andere Berufe abzuwandern. Das Bäckergewerbe kann den Nach- wuchs, den es heranzieht, längst nicht mehr unterbringen. Trotzdem fordern die Unternehmer in ihrer Organisation die V e r l ä n g«- r u n g der Lehrzeit von drei auf vier Jahre, und in einzelnen Zweigvcrbänden wird stürmisch die Beseitigung der Der- ordnung über die Lehrlingshaltung vet langt. Die Merkmale des familienwirtschaftlichen Berusscharokters kommen in der Uniernehmerstotistit scharf zur Geltung. Rund 37 000 veirlebsinhabcr arbeiten ollein oder nur mit Lehrlingen, aber ohne Gehilsev, 45 489 Betriebe beschäftigen 1 bis 5 Gehilfen, 480 Mittelbetriebe arbeiten mit 6 bis 19 Gehilsen. Di« Betriebsklasie nrit 11 bis 29 Beschäftigten ist nur mit 79 Betrieben und die mit mehr als 21 Gehilsen aar nur mit Ii Betrieben per» treten. Dieser Zusammensetzung der Betriebsgrößen entspricht mich die geistige Einstellung in den Innungen und ihrer Zentrolorgonisation. Sie ist z ü n s t l e r i s ch r ü ck st ä n d i g und nimmt stets bei ihren Maßnabmen Bedacht daraus, den kleinen, wirtschaftlich unrentablen Zwergbetrieben Unterstützung zu leihen. Die Herren sind Gegner der gewerkichaftlichen Arbeiterorganisation, Feinde des Tarifvertrags und' starre Anhänger des Herrn-im-Haus«-Stondpunki«s. Wenn sich trotzdem auch der Tarif- vertrag in dem Gewerbe durchsetzen konnte, so ist dies aus die Macht der freien Gewerkschaften zurückzufahren. Die Unternehmerstatistik muß selbst 3 2 2 Tarife zugeben, davon wurden mit dersreicn Gewerkschaft 28 4 Verträge, die sich auf 33 349 Be- triebe mit 49 719 Personen erstreckten, vereinbart. Auf dem Gebiete der Lohn- und Arbeitsbedingun- a e n ist in die veraltete zllnftlerifchc Anschauungsmeise der kleinen Handwerker tüchtig Bresche geschlagen worden. Immerhin verfügen die Innungen über eine große Macht. In 18 2 In nungsarbeit.s nochweisen haben sie den Einfluß auf und über die Kontrolle über die Arbeitsvermittlung. Auch in wirtschoitlichcr Hinsicht kann nicht behauptet werden, daß es den Unternehmern schlecht geht. Von den 9 1 489 bcsrapten Innungsmeistern wurden 66 435 ol» Hauseigentümer festgestellt. Das sind 7 3,5 Proz. oller Bäckermeister, die über eigen« Häuser verfügen. Im Jahre 1925 betrug das Prozentverhältnis erst 61,5. Also in den Iahren, in denen es Millionen der erwerbs- tätige» Bevölkerung überaus schlecht erging und durch lange Arbeits- losigkeit Elend und Not in vielen Familien zu verzeichnen war, konnte sich die Vermögenslog« der Bäckermeister gut konsolidieren. Die Jnnungsstatistik erbringt den Beweis der großen Macht. über die die Bäckcrnteister in ihrer Organisation verfügen. Es sind fast keine Außenseiter vorhanden. I» diesen Kreisen herrscht Ge- lchlosienheit und Einigkeit in allen wirtschaftlichen Fragen, und die Bäckermeister können mit Stolz auf ihre große, starke Organisation verweiset. Anders sieht es im G e h i l f e n l a g e r aus. Hier ist Hader, Zank und Streit, wodurch die Gehilfen gegenüber den gut vrgani- fierten Unternehmern ohnmächtig sind. Bon gewissen Elementen wird der Gehilfenschaft vorgegaukelt, sie haben die Möglichkeit zum Meisterwerden, und dieser Gedanke wird in schlauer Weise von den Bäckermeistern gefördert, um dadurch zu erreichen, daß sie willige und billig« Arbeitsträste stets haben können. A. L g n k e s. Reichskonferenz der postgewerkschast. Die Personalwirtschast der Ileichspost. Im Mittelpunkt der Reichskonserenz der Allgemeinen Deutschen Postgewerkschast am Dienstagvormittag stand ein Referat des Reichs- tagsabgeordneten Genossen S t e i n k o p s über„Die R a t i a n a l i- fierung.und P e rs o n a l w irts chast der Deutschen Reichspoft". Der Referent stellt zunächst fest, daß sich die All- aemeine Deutsche Postgewerkschaft niemals gegen die Rotionoli- sierungsmaßnechmen der Deutschen Rcichspost gewandt habe, soweit sie eine Vereinfachung und Verbilligung des Betriebes und der Ver- woltung und damit zugleich eine Hebung des Verkehrs und des Allgemeinwohls bezweckt habe. Di« Organisation und ihr« Mitglieder haben diese Bemühungen stets unterstützt und werden das auch in der Zukuitst tun. Dos Personal wendet sich jedoch gegen diejenigen Maß- nahmen und Verfügungen. die mit dem Wesen der Ratio- nalisierung nicht mehr das Geringste zu tun haben und die nicht nur kein« Rücksicht auf das menschliche Arbeitsvermögen des Personals, sondern auch auf die Sicherheit und Zuvor- lässigkeit des Post-, Telegraphen- und Ferusprechverkehrs nehmen. Bei der Bemessung des Personalbedarfs muß auch die Leistungsfähigkeit des Personals in Rechnung gestellt und eine Ueberanstrengung vermieden werden.' Daß in disser Hinsicht eine grundfalsche Rotionoli» sierungspolitik getrieben wird, zeigt die gewaltige Steig«- rung der Krankheitszisfern im Jahre 1927 gegen das Jahr 1926. Diese assensichttichen Mißstände in der Personalpolitit können nicht durch Wohlsahrrsoersügungcn behoben werden. Die beste Wahlsahrtssürsorge zur das gesamte Personal der Reichspost wäre die Wiedereinführung des Acht- stundentages. Es könne auch nicht gutgeheißen werden, daß mähr und mehr Postdienstgeschäste auf Privatpersonen über» tragen werden und die Berussbeamten planmäßig abgebaut werden. Das Hohestsrecht des Reiches auf Einrichtung und AZahr- nehmung des Post-, Telegraphen- und Fernsprechdicnstes muß un- bedingt erhalten und der Charakter der Reichspost als Ressort der Reichsverwoltung gewahrt werden. Notwendig sei, daß oll« dauernd eriordersichen Dienstposten mit Beamten besetzt und eine entsprechend« Zahl von Helfern in das Beamtenverhältnis übergeführt werden. Genosse Steinkops versicherte zum Schluß seines Referats, daß sich die Vertreter des Personals der Deutschen Reichspost im Paria- ment und im Verwaltungsrat für die von ihm vorgetragene» Forde- rungen nachdrücklichst entsetzen werden. Die Diskussion bewies, wie begründet die Kritik des Genossen Stemkops an den Rationnoli- sscrungsmaßnahmen der Reichspost war. Eine Entschließung, in der drie Forderungen der Reichskonserenz kurz umrissen werden, wurde einstimmig angenommen. Der Nachmütag wurde ausgefüllt durch Sitzungen der einzelnen Ausschüsse. Die Aussperrer haben Zeit. Noch kein Antrag beim Neichsarbeitsgericht. Bis Dienstag nachmittag mar beim Reichsarbeitsgcricht der van den Schornnachsrn angekündigt« Revifionsantrag gagen das Urteil des Landesarbeitsgenchts noch nicht eingegangen. Sobald ein diesbezüglicher Antrag mit Begründung eingegangen sein wird und die Akten im Reichsarbeitsgericht vorliegen, darf damit ge- rechnet werden, daß der Termin für allerkürzeste Zeit, und zwar unter Hintonstellung aller sonstigen, dem Reichsorbeitsgericht zur Entscheidmtg vorgelegten Streitfälle angesetzt werden wird. Es ist sehr wohl möglich, daß dieser Termin vor dem 15. Dezember liegen wird. Vereinfachung der Arbeitslosen Meldungen! Man schreibt uns: Durch die Zusammenlegung der Berliner Arbeitsämter sind auch die Adressen der Dienststellen vielfach ver- ändert worden. Das Landesarbeit samt Brandenburg würde den Arbeitslosen einen großen Dienst erweisen, wenn es sämtliche Arbeitsnachweise mit einem genauen Stroßenverzeichnis versehen würde, aus dem hervorgeht, bei welcher Dienststelle der Arbeitslose seinen Unierstützungsan'trag stellen muß. Wieviele unnötige Gänge und Fahrgelder'würden den Arbeitslosen durch diese Erleichterung erspart bleiben! Im Interesse eines glatten Verkehrs mit den Arbeitsämtern liegt es auch, wenn die Arbeitgeber eine genügende Anzahl Ar- beitsbescheinigungen senchaltend Arbeitsdauer, Bruttoverdienst, Krankenkasienzugehörigkeit, Entlassungsgrund) vorrätig halten, damit der Arbeitslose gleich mit richttgen Papieren seinen Antrag stellen kann. Die Formulare können unentgeltlich von allen Arbeits- ämiern bezogen werden.___ 30000 Berliner ZdA-Miiglieder. In der Generaloersammlung des Zentralverbaitdes der Ange- stellten konnte der Vorsitzende Genosse G o t t s u r ch t berichten, daß es nicht nur bei den Arbeiterorganisationen, sondern auch in der frei- gewerkschaftlichen Angeftelltenbewegung vorwärts geht. Das Ziel der Ortsgruppe war, bis zum Jahresschluß den Mitgliederbestand auf 39 999 zu bringen. Am Schluß des dritten Quartals zählte die Or- ganisation bereits 28 447 Mitglieder und am Tage der Generalver- jommlung 39999. Es ist zu erwarten, daß in der letzten Hälfte des vierten Quartals noch mindestens 599 neue Mitglieder gewonnen werden. Jedenfalls dürfte die Berliner Ortsgruppe des ZdA. ihren Mitgliederbestand im Lauf« des Jahres um 6999 erhöhen. Den stärksten Anteil an der Mitgliedersteigerung hat die Fachgruppe der B e h ö r d« n a n g e st« l l t e n. Die gedruckten Statistiken lassen erkennen, welche umfangreich« und von den Ber- bondsmitaliedern meist nicht geahnt« Bureauorheit.ZU erledigen war, um auf allen Gebieten die Interessen der Mitglieder zu wahren. JX ein abschließender Bericht über Sie organisatorischen und tonzlichrt Erfolge der Organisation erst am Jahresschluß gegeben werden kann, saßt« sich Genosse G o t t s u r cht in seinem Geschottsbericht sehr kuq und behandelte dafür eingehender intern« o r ga n i s a t o r t s ch- F ra ge n, die dann auch im Mittelpunkt der Diskussion.standen. Der Kassenbericht iveist für das dritte Quartal eine Mebreiii- nahm« der Lokolkolse von 14 629 M. aus. An dem Geichoitsberiit wurde keine Kritik geübt. Einstimmig angenommen wurde eil« Sympothieentschließung für die Ausgesperrte im Rhein-Ruhr-Gebiet.___ Die Teno geht um! Zwangswerbung bei der AEG.? Uns wird geschrieben:_ Jetzt, da ber Stern der Techniichen Nothtls« Sinken ist, versuchen die llnternchmer diesen Apparat, koste was es wolle, zu retten. Ein anschauliches Beispiel davon gm ein Vorfall, der sich vor kurzem bei der �abspielte j Wie hei anderen Firmen, leisten auch dort Studenten Technischen Hochschule als Praktikanten ihre praktisch« Ausbilduni ob. Bei der betnebskundlichen Aussprach« am 19. November tat derte der Leiter des Praktikantcnousbildungswclens die Anweier den am. der Teno beizutreten. Er fügt« hinzu, daß n» türlich von der.XE<5 kein Druck ausgeübt werde, daß er ab« erwarte, von jedem den ausgefüllten Verpjlichtungsschcin Zt erhalten. Als sich trotzdem nur zwei Studenten meldete» suchte der betreisende Herr bei einer Besichtigung eines AEO-B» triebe, drei Tage daraus weiter Propaganda zu treiben. Sem«« persönlichen„sanften Druck" gelang es schließlich, noch süns ist ,zu diesem Termin erstmalig inst zweimonatiger Kündigungi frift kündbar. Auch in der Frage der Tavifierung der sagenomtten B« ruf? fremden ist«ine Einigung erzielt worden. 2� Ertlärungssrist läuft bis Dienstag, den 4. Dezember. Neue Kündigung in der Textilindustrie. Der Verband der Arbeitgeber im Bergifchen Industriebezil in Elberfeld hat den lautenden Taritöertrag ,zu Ende iß Jahres gekündigt. Er macht den Gewerkschoilen dos„Angebot ihn unverändert bis Ende 1930 unkündbar zu verlärtg-rt Ilt diesem Fasse will man die Forderung aus Lohn ab da her Kottjunkturlähne non l927/'28 zurückstellen. Es wird«rklä« daß die Bormer Textilindustrie seit der Mehrbelastung durch d« Schiedsspruch vom 11. November 1927 einen starken Rückgang Ol allem im Exportgeschäft erfahren habe und auch kein« Aussicht« aus eine Besserung dieser Lage bestehe. Das Schema ist jetzt schon so abgebraucht, daß es bald beifeil gcworien werden könnte. Was die Herren wollen ist: kein» Pfennig Lahnzulag«!__ ,Tragbar� ist nur der Profit. Köln. 27. November.(Eigenbericht.) Di« KölnerFlsischereiarbeiter sind in eineLohv bewegung eingetreten. Sie fordern eine Erhöhung der gege" wäriigen Mi'ndestlöhne um 15 Proz. Die Kölner Großfletscher et klären dagegen, daß«ine Erhöhung der Löhne gegenwärtig für da Gewerbe nicht tragbar sei.__ Polier.. Berk, iib Ma-Hawiftcrbuib. Heule SBilfooifl. IS'-i USr, Mon«t serfa mnlung mit grauen in den Sor-bienfälen.«ophienftr. 17— IS. 1. Betrag:.-JlrbeUjtedu und wirtschafisvalitische Snapsfrag'n. Referent: Rai« wirischaftlet Willi Rang,. 2. Die Pfiichen un feter Ziltglieder am Iadres'chiS Verband»er ibemeinbe. und Ktaataarba tee. Filiale»«»ß.Bertiu, 0.& zirk Wedding. Donnerzfag 1» Uhr. Berlin Vankstr. 17. Schulauw. Be»:rt oerfomir.Iuiig. Taaeeardnung: t. Die Segenmart--. und Zukunftsaufgabcn f freien Gewcrkfckxuten, Referent flallege Reuter, Hauotvarfland.!. Lerean? angeleaenheiten. adrtnim, F»»tti»»äee der chemifche» I»»»ftriet Dann-rotag. 2'. Rovemdc Iftty Uhr. im Eyal 1 de«©emerttdioftiboui««.«anferen, der Jjunttionare t1' Zabritarveiternerbande« tOr die evraifth« Ir.tufirie. Rollege Swipt-fionnoJ referiert übet da« Thema»Die Stelluna der«demisiben Indufkle in ber!de1, Lirbtbltdei vor trog:»-Eübrneft-n im ComM 1928 bei Spiel— Sport und Wandern".— Rordkrei»— Jlntfa»: Zugerdhei Sonnenburger Str. 30, Kursilsreihe: �ugendpsychalagie",— Zugendberalunf siele im Zimmer 7, iZemerkschaftshau«, ffngelufet 24—2"—~ geöffnet. Iuaendqnwpe des Zeniralverbandes der Anqestellt« -X, von 1S>H-20 ll leute. Mitimoch, finden folgende Setanflaltungen statt: ibefuubbennn'1 Zugendheim Schön kiedtstr. 1(Ledigenheim), Baeteag: A'eo Talst� Referent Wilhelm Leminfki.- Osten: Jugendheim Litauer Str. 18, Lortra .Berlin im Lichi". Referent Rudolf Bartef.— Stralau: Jugendheim«nß!' strafte 61, Barirag:„Tie Aufgaben des internationalen Ardeitsamts", ifel tent Walter Sfchback.— Südost: Jugendheim Wrangelstr. 128. Beeufkundli» Arheilsadend. Boeteig:»Der richtige Werdebrief". Leiter Heinz Rann. üeutälu: Jugendheim LShmilche Sit. 1—4. Wir lesen.— Spandau: Zuges heim Lindenufer 1, Boebereitung zum Elternabend. - Berantwrrllich für Valitik: Dr. Eurt Geyer: WirttchaUe S. stliugeIHSst Gewerkschaftsbewegung: str. Sgkar»! steuiUelan: st. H. Cifchce;£a(a> and eanftiac«; steift staestidt: Anzeigen: Td. Glast«: famtliüi in Beelin.. Berlaa: Baewaets-Leriag S m. d. H., Berlin. Deuck: Baewärts-Bncddruitei und Berlage» nstalt Bau! Singer u Da.. Berlin SW 83 Lindenfieafte Hierzu 3 Beilagen uud»Uateehaltueeg usd«iffca*. 2 Eletti Ein: Bor Kap Zwei Dos 5 Borst