or De he ch ein id ine с im 25 gibt de ung for jen no aber tex Be nem ( Do uten mi ühe un Ten er. ben gung beut fäl räge De un ungs Be Di bezir ede ebot gern ba flor de ichte eijeit eine bt.) hn egen rer r da onats Bo Bolts ichiu 3. 98 egirls bands embe re br r G dies rli tbheir Albendausgabe Nr. 562 B 280 45. Jahrgang Böchentlich 85 monetid 8,60 R. bm voraus zahlbat, Bostbezug 4.32 DR. einschl. Beftellgeld, Auslandsabonne ment 6,- m. pro Monat, * Der Borwärts" erscheint mochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Juftrierte Beilagen Bolt und Zeit" und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wiffen", Frauen Stimme" Techni?"" Blid in bie Bücherwelt" und Jugend- Borwärts Vorwärts Berliner Bolksblatt Mittwoch 28. November 1928 10 Pfennig Ole et afaltige Ronpareillezetle 60 Bfennig. Reflamezeile 5.- Reichs mart. Kleine Anzeigen" das fettge. brudte Bort 25 Pfennig( zufäffig gmpet fettgebrudte Morte), jedes weitere Bort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jebes meitere Bort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben sählen für zwei Borte. Arbeitsmart Seile 60 Pfennig. Famillenanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen annahme im Hauptgeschäft Linden. Straße 3, wochentagL von 8 bis 17 Uhr Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Vorwärts: Verlag G. m. b. H. Fernsprecher: Donhoff 292-297. Telegramm- Abr.: Sozialdemokrat Berlin Bostichedlonts: Berlin 37 536.- Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Ballstr. 65. Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkaffe Lindenſtr& Rauferei im Versammlungslokal 3ft das noch politischer Kampf? Bochum, 28. November.( Eigenbericht.) Bei einer Bersammlung der National- Sozialistischen Arbeiter partei im Bochumer Bereinshaus, in der der Abgeordnete Kube ( Berlin) über das Thema„ Die Berdummung des deutschen Bolkes durch die Sozialdemokraten" sprach, tam es bei der Diskussion zu blutigen Zusammenftößen zwischen Nationalsozialisten und Kommu nisten. Blöglich brady ein wüster Tumult los, mit Stühlen, Flaschen und Stöcken schlugen die Gegner aufeinander ein. Im Saal herrschte ungeheure Aufregung. Die Polizei und die Feuerwehr wurden alarmiert, um den Tumult zu unterdrücken. Gegen 30 Personen wurden schwer verlegt. Die meisten haben Kopfwunden davongetragen. Der Saal bietet ein Bild der größten Verwüstung, von Decken und Wänden wurde der Stud abgeschlagen. Auf dem Boden des Saales und in den Gaal eingängen fleben große Blutlachen. Die zerbrochenen Möbel liegen im Saal umher. Eine Ansammlung vor dem Vereinshaus wurde von der Polizei zerstreut. Polizeipräsident Stieler, der persönlich am Tatort weitere Maßnahmen anordnete, erließ im Anschluß an diese Borgänge eine Ber fügung, die für den Stadtbezirk Bochum Umzüge und Bersammlun gen unter freiem Himmel auf Grund des Artikels 123 der Reichs verfassung verbietet. Ausbau der Unfallversicherung. Eine Reihe von Berbesserungen durchgefeht. Bei der weiteren Beratung der Unfallversicherung im Sozialpolitischen Ausschuß des Reichstags gelang es den Sozialdemokraten, eine Reihe von Verbesserungen gegenüber der Vorlage durchzusetzen. So wurden alle im Entwurf vorgesehenen Ausnahmen von der Versicherung abgelehnt, dagegen eingeschlossen das fauf. männische und verwaltende Personal eines an sich versicherten Be triebes, ebenso das Bedienungspersonal in den schon bisher der Ber. ficherung unterliegenden Gast- und Schankwirtschaften. Ferner wurden eingeschlossen die Artisten und durch eine Entschließung ausgesprochen, daß auch ausinfektionen( Ansteckung, Gasvergiftungen usw.) in das neu aufzustellende Verzeichnis der Berufs: frankheiten aufzunehmen seien. Eine Verbesserung wurde erzielt für die von der Versicherungspflicht ausgenommenen Schwestern und Diatonissinnen von Mutterhäusern; ihnen wurden für den Fall des Austritts aus den Mutterhäusern die Versicherungsanfprüche gewährleistet. Eine Debatte entspann sich über den kommunistischen Antrag, der bei dieser lediglich den Kreis und die Organisation der Versicherung regelnden Borlage, eine große Anzahl von Verbesse: rungen der Leistungen durchsehen wollte. Die bürgerlichen Parteien wünschten diesen Antrag ohne weiteres abzulehnen; wäre er beraten worden, so hätte das eine lange Berzögerung des gegenwärtigen Gesezentwurfes bedeutet, auf den seit Monaten zahlreiche, bisher nicht versicherte Arbeitnehmerschichten dringend warten. Durch das Eingreifen des Abg. Karsten( S03.) wurde die Ablehnung verhindert. Der Antrag wurde zunächst bis zur zweiten Lesung zurückgestellt. Die sozialdemokratische Fraktion wird versuchen, die Mehrheit des Reichstages für eine Entschließung zu geminnen, die die Borlage eines entsprechenden Regierungsentwurfs ellte fordert. Di Bo ugen omm tung 02 Inne pIftoi ντέτας Boßle Sef blich 1ŋ. ugen Ihöfe 2otal fin. tuder aße Schiffstragödie auf Gee. Eine ganze Familie im Sturm verfchollen. Die dänische Galeaffe ,, ina" aus Thisted, die vor einer Woche Stettin verließ, ist an der Nordküfte von Laaland untergegangen. Ein Taucher untersuchte das Schiff, fand aber niemand an Bord. Es wird angenommen, daß die Bejagung, die aus dem Rapitän, feiner Frau mit zwei ffeinen Kindern und 8 mei Matrofen bestand, das fintende Schiff im Boot verließ. Das Boot ift feit einer Woche verschollen. Bermutlich find alle an Bord befindlichen Personen im Sturm ums Leben gekommen. Ein Besuch bei Dujardin. Erlebnisse in Sowjetrußland. Berichte 5. Seite. Noch fein Ende der Aussperrung. Düsseldorf, 28. November.( Eigenbericht.) Die Aussichten über eine Berständigung zur Aufhebung der Aus sperrung werden uns von gut unterrichteter Seite als sehr schlecht bezeichnet. Regierungspräsident Bergemann wird heute nachmittag nochmals Besprechungen mit den Gewerkschaftsvertretern haben. Es ift höchst wahrscheinlich, daß heute noch, so oder so, die Entheidung fällt. Führen die heutigen Berhandlungen zu feinem greifbaren Ergebnis, dann werden weitere Berhandlungen gänzlich aussichtslos und damit überflüssig. Die Unternehmer wollen den verbindlich erflärfen Schiedsspruch mit aller Gewalt beiseite fchieben und mufen den Gewerkschaftsführern zu, ihnen dazu die Hand zu bieten. Troh aller Ausreoen bezüglich der Erfüllbarkeit der Lohnbedingungen des neuen Tarifvertrags, der durch die Schiedsfpruchverbindlichkeit geschaffen wurde, ist festzustellen, daß es sich für die Scharfmacher jeht hauptsächlich um eine Preftigefrage handelf. triebe als Sieger wieder aufmachen können. Die Gewerkfchaffen fönnen wirklich faum weiter gehen, um die Aussperrung zu beenden, die die Nordwestlichen widerrechtlich vorgenommen haben. Wilhelm- anrüchig? Eine feltsame Kundgebung seiner Generalverwaltung. Zu den Briefen Wilhelms II.( vergleiche die gestrige Notiz Ferdelbed"). veröffentlicht die Generalverwaltung des vormals regierenden preußischen Königshauses" eine langatmige Erflärung, in der sie sich darüber beschwert, daß diese Briefe aus dem Hausarchip entwendet worden seien, im übrigen die Echtheit der Briefe zugesteht. Un so verwunderlicher ist es, wenn trotzdem die Generalverwaltung von den Briefen behauptet, daß sie aus anrüchiger Quelle stammten und unsauberer Her tun ft" seien. Die Metallarbeitergewerkschaften fallen ihr Ansehen bei der Arbeiterschaft aufs Spiel fehen, damit die Unternehmer ihre Be- felber! Quelle und Herkunft von Briefen, die der ehemalige Kaiser ges schrieben hat, ist doch niemand anders als Wilhelm II Unterstützt der Fleißige den Faulen? Die chriftliche Lebensauffaffung des Reichslandbundpräsidenten. Auf dem Landbundtag von Groß- Berlin und Teltow hat der! Reichslandbundpräsident Hepp eine Rede gehalten, von der ein Teil der Deutschen Tageszeitung" so beachtenswert erscheint, daß fie ihn durch ertragroßen Drud hervorhebt. Auch wir wollen diese Sätze unseren Lesern nicht verschweigen. Sie lauten: Ein goldenes Wort. Y Reichsland bundpräsident Hepp: Es hat mit christlicher Le bensauffassung nichts zu tun, wenn verlangt wird, daß der Fleißige den Faulen unterstützen 00 ollista Sepp hat recht! Es ist unmoralisch, daß der Fleißige den Faulen unterstützt. Ich z. B. fomme sowieso mit meinen 50 Mille Pachteinnahmen fnapp für mich selber aus." Wir wenden uns gegen die überspannte Sozialpolitit. Es ist chriftliche Auffassung, daß der Starfe den Schwachen unterstützt, daß der Gesunde dem Kranken hilft, aber.. es ist ein unerträglicher Zuffand und hat mit chriftlicher Lebensauffaffung nichts mehr zu tun, wenn gefordert wird, daß der Fleißige den Faulen unterstützen soll. Ein solcher Zustand führt notgedrungen zu einem Staatss rentnertum, das jedes staatsbürgerliche Verantwortungsbewußtsein totschlagen muß. Der Grundsaß, daß der Fleißige nicht den Faulen unterſtügen soll, scheint uns überaus beherzigenswert. Rur bezieht Herr Hepp ihn ausschließlich auf ein Gebiet, wo für seine Anwendung ein Raum ist. Uns ist teine einzige fozialpolitische Ge fegesvorschrift bekannt, die eine Unterstützung des Faulen durch den Fleißigen verlangt. Sollte Herr Hepp etwa die Ar beitslojenversicherung gemeint haben, so wird er ja wohl wissen, daß erstens aus dieser Versicherung nur die Arbeiter Unterftügung erlangen, die felber längere Zeit Beiträge entrichtet haben, und daß zweitens die mirtschaftlich Arbeitslosen ebensowenig aus Faulheit feiern, wie etwa zurzeit die Ausgesperrten an der Ruhr. Dagegen fönnen wir Herrn Hepp aus dem fonftigen Leben eine ganze Menge Fälle namhaft machen, wo grundsäglich und dauernd der Faule auf Kosten der Fleißigen lebt. Gerade ihm als Landbundpräsidenten müßten solche Fälle in Hülle und Fülle bekannt sein, beispielsweise Fälle pon Grundbesigern, die ohne jede Arbeit von ihren Bachtzinsen leben, oder die ihrem Inspektor die Berwaltung überlaffen, um als einzige Arbeit" auf dem Gut die Jagd auszuüben! Sicher hat Herr Hepp, dem so sehr Dor einem ,, perantwortungslosen Staatsrentnertum" bange ist, auch beste persönliche Beziehungen zu penfionierten Offizieren, die in bester Mannestraft stehend, von ihrer staatlichen Bension leben. Das Staatsrentnertum der höchstpensionierten Generäle dürfte Herrn Hepp in seinem christlichen Gewissen bisher ebensowemg belastet haben wie die Renten der standesherrlichen Familien und die Abfindungen der ehemaligen Fürstenhäuser. Wie wäre es, Herr Hepp, wenn mit dem Grundsaß, daß der ganzen Linie ernst gemacht wird? Was wird da in Ihnen Fleißige nicht den Faulen unterstützen soll, einmal auf der fiegen? Ihre christliche Lebensauffassung oder Ihr kapitalistisches Wirtschaftsinteresse? Aus der Spihelpartei. Oer geheimnisvotte Kommunistenbrief. Der„Vorwärts" druckte am 27. November unter der lieber- schrift:„Hinter den Kulissen der KPD." einen Brief ab, den der politische Leiter der KPD. in Thüringen, Pfoff. on den Redakteur des kommunistischen Volksblatts" in Gotha Heil- mann geschrieben hat. Dieser Brief hat seine Geschichte: er ging in Abschrift durch eine Kuoertverwechslung dem Genossen Leber, Präsident des Thüringer Landtages, zu. Der Inhalt ist außerordent- tlch kompromittierend für die Kommunisten: Also behauptet die„Rote Fahne": »Sofort angestellte Ermittlungen haben nun folgendes er- geben: Der Genosse P f a s f hat niemals einen derartigen Brief geschrieben, der Genosse Heilmann hat niemals einen sol- chen Brief erhalten und der Genosse Cramer hat niemals eine Korrespondenz mit dem Landtagspräsidenten Leber gehabt, konnte daher auch keine Kuverts verwechseln. Eine in Anwesenheit des sozialdemokratischen Landtagspräsi- denten Leder und seines Bureauoorstehers vorgenommene Gegenüberstellung der Handschrist des Genossen Cramer mit dem Brief ergab, daß der Brief eine ganz plumpe Fälschung ist. Selbst Leber und sein Bureauvorsteher muhten zugeben, doh es sich zweifellos um eine Fälschung handelt." Albert Cramer, Kommunist aus Gräfentonna, Kolporteur der ltPD., ist der Mann, der die Kuverts verwechselt hat. Plumpe Fälschung, sagt die„Rote Fahne". Fragt sich nur, » o n w« m! Die thüringische kommunistische Presse behauptet, ein .Partei fei nd", also ein oppositioneller Kommunist, habe sie be- Morles GH> der torläufige PrüMldenl ton ITlexiko, der am 1.3)easember *ein Ami»n tritt als£rsalamanii des ermordeten Obregon. Cr rrird in lllonale.Triltldeul bleiben um die Craaiawahl für Obregon durchzuführen. angen. Wie dem nun auch �ei— unsere Thüringer Genossen sind er Sache nachgegangen, es ergaben sich Zusammenhänge, die den lbleugnungsoersuch der„Roten Fahne" als Verlegenheitsausrede rscheinen lassen. Genasse Leber, der thüringische Landtagspräsi- «nt, verössentlicht solgende Erklärung: „Die kommunistische„Reue Zeitung" hat in ihrer ZNontags- ummer in einem Schimpfartitel, der die lleberschrist trägt.„Eine Stinkbombe der SPD.", die Behauptung aufgestellt, dah der Brief, c n der Kommuni st Albert Cramer aus Grüsen- onna an den Landtagspräsidenten Leber gerich- et hat, eine Fälschung sei. Obschon die Redaktion der„Reuen eitung" nicht den Mut ausbringt, mir Fälschung zu unterstellen, > schreibt sie aber doch von einer eigentümlichen Haltung des Präfi- enten und behauptet weiter, dah der Präsident den Brief verviel- iltigen und in der Sitzung des Aeltestenrats verteilen ließ. Ob der Kommunist Albert Cramer-Gräsentonna. der in Gotha rbeitet, den Brief verwechselt hat oder ob die Verwechslung > i t Absicht erfolgte, damit ich als Landtagspräfidenl einen Ein- lick in diesen kommunistischen Sumpf bekommen sollte, lasse ich da- ingestellt. Tatsache ist, daß der Brief laut Poststempel in Gotha m ZZ. Rovember zwischen 10 und 11 Ahr zur Post gegeben wurde. -ß es zum Schluß im Begleitschreiben heißt „Mit gleicher Post habe ich einen Brief an den Landtags- präsidenteu geschrieben in Sachen Wohlsahrlsunterstühung. Frage einmal an. ob der Brief angekommen ist," nd daß er unterschrieben ist von Albert Cramer. Gräsentonua. der ach. ans dem Umschlag als Absender angegeben ist. Ich verweise aber besonders daraus, daß heule. Montag, den Z. Rovember. vormiltags U-4 Uhr, der kommunistische andlagsabgeordnele Zimmermann mich aaries nd mir mitteilte, daß er von Cramer einen Brief er- -alten habe, der Wohlfahrtsangelegenheit betrisst, aber mir an»- chändigt werden müßte. 3m gleichen Atemzuge verlangte Zimmermann von mir derr Bpies zurück, den C r a- «er an mich adressiert habe. Der Brief trage die Ueber- hrist„Mein lieber Fritz!" und sei vom Kommunisten psass-3ena n den Kommunisten heilmann-Gotha gerichtet. Was die Vervielfältigung de» Brieses anlangt, so ist derselbe rst vervielfältigt worden, nachdem der Abgeordnete Tenner für sich ine Abschrist verlangt hatte. Daraus beschloß der Aeltestenrat, Uen Fraktionen eine Abschrift zu übermitteln. 3n weitere Diskussionen laste ich mich nicht ein. Hermann Leber, Landtagspräsident." Wenn der Brief gefälscht war. woher wußte dann der k o m m u- istische Landtagsabgeordnete Zimmermann von seiner .xistenz und seiner Fehlleitung? Wieso verlangte er vom Land- igspräsidente» eine„Fälschung" zurück, von deren Existenz dl« !oinmunisten erst nach der Veröffentlichung erfahren haben wollen? E» ist die reinste Detektivkomödie! Fest steht, daß es sich um in« Lriefintrigue von Kommuni st en unterein- »der handelt, um eine der alltäglichen Schweinereien aus der -pitzelpartei. Das bekämpft einander, bespitzelt einander, stiehlt sich «rtrauliche Briefe und spielt sie dem politischen Gegner in die >8nd«!',' Da Hilst kein Ableugnen, kein Geschrei über„geplatzte SPD.- vahlbomben"! Der Inhalt de» Briefes, den die„Rote Fahne" schäm- «st verschweigt, spricht für sich: nur ein absoluter Kenner kann :>n geschrieben haben, seine Echtheit steht außer Frage. fraglich ist nur, wer von den Kommunisten ihn dem so, ialdemokratischen Landtagspräsidenten geschickt hat. Das müssen ie Leute der Thälmann-Partei untereinander ausmachen. Gaskrieg im Reichstag. Vorlage des internationalen Verbotes. Der Reichsaußenminister und der Reichswchrminister legen dem Reichstag gemeinschaftlich das„G c n s e r Protokoll wegen Verbots des Gaskrieges" vor, damit der Reichstag es ratifiziert. Es handelt sich hierbei um das Protokoll der Waffen- Handelskonferenz vom Juni 1028, in dem es heißt: „In der Erwägung, daß die Verwendung von erstickenden, giftigen oder gleichartigen Gasen sowie allen ähnlichen Flüssigkeiten, Swjsen oder�Verfahrensarten im Kriege mit Recht in der allge- Meinen Meinung der zivilisierten Welt verurteilt worden ist, In der Erwägung, daß das Verbot dieser Verwendung in den sFriedens-. D. Red.) Verträgen ausgesprochen worden ist, an denen die meisten Mächte der Well beteiligt sind, In der Absicht, ein« allgemeine Anerkennung dieses Ver. bots, das in gleicher Weise eine Auslage für das Gewissen wie für das Handeln der Völker bildet, als eines Bestandteils des internationalen Rechts zu erreichen, Erklären die unterzeichneten Bevollmächtigten im Namen ihrer Regierungen: Die Hohen Vertragschließenden Parteien erkennen, soweit sie nicht schon Verträge geschlossen haben, die diese Verwendung untersagen, dieses Verbot an. Sie sind damit einverstanden, dah dieses Verbot auch auf die bakteriologischen Kriegs- mittel ausgedehnt wird, und kommen überein, sich untereinander an die Bestimmungen dieser Erklärung gebunden zu betrachten." Dies Verbot ist bisher von 40 Staaten, darunter sämtlichen Großmächten, unterzeichnet worden— aber wenn damit auch die Mehrzahl dem Verbot des Gaskrieges beigetreten sind, so gilt es deswegen ja noch nicht zwischen ihnen. Verbindlich gilt es erst dann, wenn es von den gesetzgebenden Körperschaften bestätigt, ratifiziert worden ist. Mit den Ratifikationen aber steht es recht übel: bisher haben es nur Frankreich, Italien, Sowjetunion, Oesterreich, Liberia, also sechs von sechzig Staaten, es endgültig angenommen, die anderen neun Zehntel sind noch heute frei, Gaskrieg miteinander zu führen, ohne damit ein„Verbrechen" im völkerrechtlichen Sinne zu be- gehen— noch heute dürfen die weitaus meisten Staaten das Gas im Kriege verwenden. Und das Verbot des Gaskrieges gilt auf feiten dieser Staaten, die es nicht nur unterzeichne«, sonder« auch ratifizieren, nur dann, wenn es auch für den Kriegsgegner gilt: es gilt niemals einseitig. Natürlich gilt es auch dann nicht mehr, wenn der eine Gegner«s übertritt; jeder Staat kann, trotz des Ver- botes, sofort den Gaskrieg beginnen, sobald der Gegner das Verbot üt>«rtrat— oder sobald er„glaubt", daß der Gegner sich nicht mehr daran kehrt. So ist es zwar sehr richtig, dah die jetzige Regierung das Der- säumnis früherer Regierungen nachholt und dies Protokoll endlich dem Reichstag vorlegt. Irgendeine hemmende Wirkung gegen die Anwendung der Gaskriegsmittel könnte das Verbot erst haben, wenn es allgemein angenommen und ratijiziert sein würde. Aber selbst dann würde es mehr Illusionen erzeugen als wirkliche Bedeutung haben. Weitaus wichtiger als das Verbot des Gas- krieges im Kriege ist, die Vorbereitung des Gaskriege» im Frieden zu oerhindern: aber davon sind eben die Regierungen weit entfernt: jede außer denen, denen durch die Friedensverträge das verboten worden ist, bereitet heute mit großen jinanziellen Mitteln den Gaskrieg vor; Amerika und die Sowjetunion sind bejonders weit darin. Einen realen Schutz würde nur das streng« Verbot und die strenge internationale Ueberwachung des Der- bots. den Gaskrieg im Frieden vorzubereiten, bieten. Aber bei einem länger dauernden Krieg würde auch das nichts helfen: dann würde eben i m Krieg« wieder, wie das schon im Weltkriege der Fall war. die Vorbereitung des Gaskrieges einsetzen und der Gaskrieg dann wieder losgehen. Jeder Krieg droht doch in den Gaskrieg zu entarten. So wichtig die Verbote der Gasverwendung im Kriege und der Vorbereitung des Gaskrieges im Frieden sind, letzten Endes kommt es darauf an, durch demokratische Organisierung des Friedens den Ausbruch eines neuen Krieges zu verhindern. Nur wenn der Krieg überhaupt nicht ausbricht, wird auch der Gaskrieg nicht ausbrechen. Wer zahlt die Zeche? Die Äelafivng der Gemeinden durch die Aussperrung. Bochum, 28. November.(Eigenbericht.) Die Belastung» die die Finanzen der Kommunen im Aus- sperrungsgebiet durch den Kampf in der Metallindustrie erfahren, erhellt aus Ausführungen des Bürgermeisters Dr. Geycr-Bochum, in denen es heißt, daß zur sachgemäßen Bearbeitung der Anträge auf Unter st ützung, die sich bereits auf 10 000 und mehr in den Großstädten gesteigert haben, eine sehr starke Erweiterung des Verwaltungsapparates erforderlich macht. In den am stärksten betrossenen Gemeinden müßten plötzlich bis 100 Beamte anderen Dienststellen entzogen und den Fürsovgestellen zugeteilt werden. Der Lohnkamps verursacht den betressenden Ge- meinden sehr erheblich« Einnahmenausfölle und Mehrausgaben. Für Dortmund, Essen, Duisburg und Düffel- darf überschreitet der Ausfall an Lohnsteuersummen weit die Summe von je 100 000 Mark monatlich. Selbstverständlich werden auch die Erträge der stillgelegten Werke und der gewerbesteuer- Pflichtigen Betriebe im allgemeinen im Jahr« 1928 durch die Aussperrung einen empfindlichen Rückgang erfahren. Dieser Rückgang wird sich nicht nur in einem vermin- derten Aufkommen an der Ertrags st euer im Rech- nungsjahr 1929 auswirken, sondern er wird auch die Ein- schätzung der Gemeinde- und Stäats steuern des Jahres 1927 nachteilig beeinflussen. Die Aussichten auf höhere An- Weisungen aus den Reichssteuern an die Kommunen verringern sich aber steigend mit der Fortdauer der Krise. Durch die Lohnstreitigkeiten In der Metallindustrie wird das Gleichgewicht der Gemeindehaushalt« für das Rechnungsjahr 1928 stark gefährdet. Zu diesen Steuerausföllen kommen für die Stadt- und Landkreis« als weitere Lasten aus der Aussperrung die Unter- stützungsgelder. Die wöchentlichen Ausgaben an Barunterstützung belausen sich für die Städte schätzungsweise auf 430 000 Mi. Gesamtausgaben in Dortmund, 260 000 M. in Bochum, 350 000 M. in Essen, 350 000 M. in Duisburg und 450 000 M. in Düsseldorf. Zwar hat das Reich nach der Neuregelung 85 Pro z. der Barunter- stützungen übernommen, aber der den Gemeinden verbleibend« Rest von 15 Proz. ist immer noch ein« schwere Belastung. Dazu kommen in zahlreichen Stadt- imd Landkreisen Geld- und Sachlei st ungen bei individueller Notlage aus Grund der Fürsorgepflichtverordnung. Diese Leistungen steigern sich um so mehr, je länger die Arbeitsruhe andauert. Nach Schätzungen des Oberbürgermeisters der Stadt Düsseldorf betrögt die Unterstützungssnmm« für die Aus- gesperrten im ganzen Bezirk wöchentlich etwa 4,3 Mil- l i o n« n Reichsmark. Diese Summe ist ein ernst zu nehmen- der Teilbetrag der Gesamtkosten des Streitversahrens. Deckung?- mittel für diese riesigen unerwarteten Ausgaben sind in den bisher beschlossenen Einnahmen im Haushalt 1928 nicht vorhanden, das für die Industriegemeinden, selbst wenn der Wirtschastifnede unverzüglich wieder hergestellt werden wird,«iir Notjahr werden muß. Groeners„gesunder" Pazifismus. Mehr Geist, Herr Wehrminister? Reichswehrminister G r o e n e r hat in der Deutschen Gesell- schaft über Panzerkreuzer und Wehrfragen gesprochen. Dabei legte er folgendes Bekenntnis ob: „Zum Schluß seiner Aussührungen betonte der Minister nachdrücklich, dah er auf dem Boden eines gesunden Pazifismus stehe, der auf Wehrwillen und Wehrhaftigkeit basiere, während der ungesunde Pazifismus in Unter- werfungswillen und Wehrlosigkeit bestehe: und dieser ungesunde Pazifismus müsse zum ideellen Landes- verrat führen, der in seinen Folgeerscheinungen sehr viel schlimmer sei als der materielle Landesverrat. Ebenso wie vor dem ungesunden Pazifismus müsse er auch vor dem Jllu- s i o n i s m u s warnen, der auf einer Ueberschätzung der ideellen Kräfte beruhe." Die Prägung„ideeller Landesverrat" erinnert stark an das Agitationsgeschrei der Rechten gegen alles, was Pazifismus heißt, sie enthält eine Herabsetzung aller Pazifisten, die sich nicht zu Groeners„gesundem" Pazifismus bekennen. Nun gar die Warnung vor einer Ueberschätzung der ideellen Kräfte! Wei' Völkerverständigung will. muß Vertrauen zu den ideellen Kräften in den Menschen haben. und darf nicht mit der Ueberschätzung militärischer Machtmittel im Geiste der Truppenoffiziere das Geistige beiseite schieben! Moskau und Geeckt. Oer Grund des verspäteten Dementis. Das offizielle Dementi gegen die zuerst in der deutschnationalen Presse aufgestellte Behauptung, Moskau hätte die Ernennung des Generals o. Seeckt zum deutschen Botschafter in Moskau durchzu- setzen versucht, ist in der heutigen Morgenausgabe des„Vorwärts" abgedruckt worden. Dabei wurde die Frage aufgeworfen, ob die auffallende Verzögerung bei der Veröfsentlichung dieses Dementis etwa auf Verhandlungen zwischen Verlin und Moskau zurückzuführen fei. Wie uns Reichsaußenminister Dr. Stresemann, unter noch- maliger Betonung, daß der Name Seeckt bei den Verhandlungen über den Nachsolger Brockdorff-Rantzaus niemals und von keiner Seite genannt wurde, versichert, ist der Grund dieser Verzögerung tatsächlich ein ganz anderer. Eine Entgegnung war zuerst als überflüssig erachtet worden, weil die Behauptung ur- sprünglich in einer kleineren Wochenschrift erschienen war. Erst als inzwischen diese falsche Nachricht in die große Provinzpresse über- ging und zum Gegenstand ernster Leitartikel gemacht wurde, eni- schloß man sich zu einem amtlichen Dementi. Eine mündliche Wider- legung war im übrigen bereits vor einigen Tagen vor einem größeren Kresse von Pressevertretern erfolgt. Die kommunistische Landtagsfraklion hat den Abgeordnete» P. Böttcher in Zusammenhang mit seiner Maßregelung, seines Postens als Fraktionsoorsitzenden enthoben. An seine Stelle wurde der Abgeordnete Renner zum Vorsitzenden der Fraktion gewählt. Wetterbericht der össenllichen Wetterdienststelle Berti« und Um- gegend.(Nachdr. verb.) Stark wolkig oder neblig und noch etwas kühler, meist trocken bei leidsten nördlichen Winden. Für Deulsch- land: Kühles, meist trockenes und vielfach nebliges Wetter, iin Binnenlande leidste Nachtfröste. Das Haus, in dem der Mord geschah. Hinter dem durch ein X bezeichneten Fenster spielte sich die Tragödie ab. * Zu dem Word an Professor kurz wird mitgetcill, daß bisher' ein Anhalt zur Ermittlung des Täters noch nicht gefunden ist. Mit der Selbst bezichtigung, das Verbrechen verübt zu haben hatte sich, wie wir mitteilten, in Charlottenburg ein Chouffeur Ahij« gemeldet. Die Angaben des betrunkenen Mannes erschienen von vornherein schon mehr als zweifelhaft, mußte,, aber dennoch nach- geprüft werden. Jetzt ist festgestellt, dah Ä. nur phantasiert hat. Er wird im Lauf« des heutigen Tages wieder ans freien Fuß gesetzt werden. h ihn oje He, Wie das Unwetter gewütet hat. 00 1. 5 Ein gestrandetes englisches Schiff vor der belgischen Küste. leiben. Theater und Film. Shakespeare: Macbeth. Boltsbühne, Theater am Bülowplay. . Die Volfsbühne bringt wieder eins der großen Werte der Beltliteratur heraus:" Macbeth", von Shakespeare. Eine sorg altige, mit Liebe und Fleiß durchgearbeitete Inszenierung ber nicht mehr. Es fehlt der Funte, der dies Stüd Historie zu inem Erlebnis von heute aufflammen läßt. Das ist ja der Zauber er Bühne, daß längst vergangene Gestalten wieder lebendig werden, wir an ihrem Leid und ihrer Freude teilnehmen. Was wir in der Boltsbühne sehen, ist eine Folge von Greuelaten, von denen die eine die andere nach sich zieht, begangen von nem entmenschten Baar, zu dem wir keine Beziehung gewinnen onnen, deren Machthunger und Gewissensqualen uns gleichgültig Anfäge, uns das Schicksal des blutbefleckten Königs Macbeth hezubringen, find vorhanden. Die berühmten Herenszenen hat der egiffeur Leo Reuß des Gespenstischen und phantastisch unwahr heinlichen entfleidet. In der Boltsbühne geistern nicht sputhafte Besen herum, die der Hölle entsprungen. Der Feldherr Macbeth brt die unheilvollen Prophezeiungen über seinen Aufstieg aus dem Runde zigeunerhafter Gestalten; der Geist des ermordeten Opfers icheint nicht sichtbar. Der Zuschauer fann also an ein Wahnbild Dom bösen Gemiffen gepeinigten Königs glauben. Im Anfang glauben wir auch, daß Macbeth ein Mensch ist b teine Bestie von unwahrscheinlicher Grausamkeit. Heinrich eorge ist schon der rechte Mann, einen Macbeth zu verkörpern. Bie ein Kind freut er sich über seinen Erfolg im Felde, über die höhung feines Ranges und über die Ehren, die ihm sonst noch Bufunft bringen soll. Im Laufe des Abends läßt er aber verlen, daß er zum blinden Werkzeug der machtlüfternen Lady wird. gnes Straub bleibt solange glaubhaft, wie sie sich nicht von em Hang zur Dämonie fortreißen läßt. Das ist teine menschhe Gestalt mehr, die da wie eine Furie handelt und mißtönende reie ausstage, Auch eine Lady Macbeth kann ihre Grausamkeit ausstößt. ter schlangentluger Liebenswürdigkeit verbergen. Die verschieden tigen Szenen des Trauerspiels spielen sich fast in einem einzigen hnenrahmen ab. Nur wenige imposante Bauten sind errichtet. rojektionsbilder schaffen die Illusion grandioser Paläste und in Unendlichkeit strebender Weiten. Wolfgang Sellers einudsstarke Bühnenmusik überbrückt die Baufen. Die Massenszenen d von grandioser Bucht. Erst am Schluß ertönte lauter Beifail. it n. je 117 B ,, Alles für die Mama!" Theater in der Behrenstraße. Dgr. Man muß es Louis Berneuille, der neuerdings Groß ferant der Berliner Theater zu werden scheint, laffen: es fällt ihm mer wieder etwas ein. Sein ,, Herr Lamberthier", dem die Ehren Leffing- Theaters zuteil geworden sind, ist allerdings nichts als te Mache und Berechnung, wenn auch hier technische Bravour ht zu verkennen ist. Das erotische Luftspiel liegt ihm besser; hier er die fomische Situation zuspißen, den anzüglichen Wizz steigen en und die Figuren, mit denen er das Spiel macht, nach Beben ausstaffieren, vor allem aber in der leichten Konversation llieren. Das Genre ist natürlich immer dasselbe, das französische Deater ist nun einmal das fonservativste der Welt. Immer noch es die vornehme Gesellschaft, der ihre kleinen Liebesgeschichten ein Lebensinhalt geben. te Mama hat nach vielfachen Fehlschlägen endlich einen Liebhaber, sie heiraten will, einen ältlichen und bereits etwas trotteligen Comte. Indeffen eine auf dessen Vermögen spekulierende Baronin ihn ihr im legten Augenblic abspenstig machen. Was tut der Sohn, der zwei Väter zählt und seine Mama endlich in geBelten Berhältnissen sehen möchte? Er opfert sich, erobert die ronin und stellt das Glück der Mutter wieder her. Die Komit Situation, zu der die Eifersucht der jungen Frau des Sohnes fiteren Stoff liefert, wird weidlich ausgenutzt. Marietta Beber ist die immer Berliebte und immer rogene, die Angst, vor Toresschluß noch in die Ehe zu kommen, ht sie rührend. Den gutmütigen trotteligen Liebhaber, der immer tut, was ihm die anderen raten, gestaltet Ralph Arthur berts mit bewundernswerter Hilflosigkeit. Den zärtlichen sfreund, das Mädchen für alles, stattet Bittor Schwannede ber bei ihm gewohnten Bonhomie aus. Egon v. Jordan die frisch lede Anni Mewes repräsentieren das junge Es wurde viel gelacht und Beifall geklatscht. or. r. Balucca und Gruppe bestreiten das Programm ber 3. diesjährigen matinee der Boltsbühne E. B. Sie findet am Sonntag, 2. Dezember, Uhr, im Theater am Bülowplak statt. Am Flügel Herbert Trantom, ben. Einlagfarten für Boltsbühnenmitglieder 1,30 Wt. Cieder und Blaudereien zur Laute wird Käthe Span den Witgliedern Steinben ber Bollsbühne C. B. am Freitag, bent 30. November, 20 th, Burgersaal des Rathauses, Eingang Königstraße, vortragen. Eintritts. 0,70 R. Die tolle Komteß. Alhambra- Titania Palaft. Sturm am Tyne- Fluß in England. Dina Grolla tanzt als holder, spitbübischer Wildfang durch das Leben, und wenn sie auch fed ihren Bubitopf redt, ihre tolle Romteß ist nichts meiter als die typische Naive, die sich seit Kotzebues Zeiten in das deutsche Gemüt eingenistet hat. Genau so ausgelaffen, unternehmungsluftig und listenreich benahm sich das Herzblättchen bei Moser Schönthan oder Kadelburg, das sogenannte fachliche Zeitalter hat nur die blauäugige Verträumtheit ausgewischt. Mar Ehrlich richtet die Operette ,, Die tolle Komteß" für den Film zurecht mit einer glücklichen Hand, die auch der Regisseur Richard Löwenbein sein eigen nennen darf. Durch Big und Laune erhalten Szenen, die zu dem eisernen Lustspielbestand und Laune erhalten Szenen, die zu dem eisernen Lustspielbestand gehören, neuen Hochglanz, und allein am Anfang dauert es zu lange, bis man sich auf die eigentliche Handlung besinnt. Diese Geschichte von der Achtzehnjährigen, die sich aus Rücksicht auf die Heiratsabfichten ihrer Mutter auf dreizehn stilisieren muß, ist nun äußerst harmlos und riecht eingemottet, doch die Spielfreudigkeit der Darsteller, die Einfälle des Regisseurs trösten darüber hinweg. Der Partner Dina Grallas, Berner Fuetterer, hat außer seinem sonnigen Lächeln diesmal überhaupt keine darftellerischen Eigenschaften, und die Rolle bietet ihm dazu auch kaum Gelegenheit. Brachtvoll Roberts und Hörbiger und Tilla Garden, manchmal zu sehr in die eigene Großaufnahme verliebt, zeigt Talent für humoristische Rollen, und abends- ins Marim. U.-T. Kurfürstendamm. F. S. Dieser lockenden Aufforderung famen die Premierenbesucher nicht nach, im Gegenteil, sie verließen bereits in beträchtlicher Anzahl während der Vorstellung das Theater. Und die geduldig Ausharren den waren völlig einig in der Ablehnung des Films. Je nach Temperament und Gemütsverfassung schüttelten sie entweder die Röpfe, seufzten oder pfiffen. So wiglos ist selten eine Doppelrolle ausgenutzt worden. Der Nachtportier von Marim ist zugleich Schloßherr, daraus ergeben sich alle Berwickelungen. Natürlich heiratet seine Tochter einen schwerreichen Adeligen und im Maigm feiert man zum Abschluß so etwas ähnliches wie eine allgemeine Berföhnungsfeier. I und dafür die Borstellung des mit ihm verbundenen Wellenvorganges Stahloß. Der Film stand unter Alexandre Ramentas Regie nach einem Bühnenluftspiel. Kamenta bringt es fertig, ein Luftspiel herauszubringen, bei dem man todernst bleibt. Nicht eine Szene ist leichtbeschwingt, alles mutet gequält, übertrieben oder gestellt an. Ein eigener Einfall wurde nicht verwendet, alles wurde abgegudt und noch dazu sehr schlecht. Zudem laffen Beleuchtung und Photographie viel zu wünschen übrig. Nicht mal bei den Bildern aus dem Nachtleben, entfaltet der Photograph ein klein wenig Liebenswürdigkeit. Sie erwecken den Eindruck, als ob ein vergnügungs. und photographierfüchtiger Ontel aus der Broving fie bei den gerade vorhandenen Lichtquellen aufgenommen hätte. In schauspielerischer Hinsicht stößt man auf teine Leistung von Bedeutung. So herausgestellt und so geschminkt, können die Dar. ſteller auch unsern Anforderungen feinesfalls genügen. Es wurde die Meinung laut, daß der ganze Film überhaupt nicht unter die Rubrik Kritit, sondern unter die der täglichen Unglücksfälle gehöre. e. b. Neue Wege der Physik. T In einer Festsitzung der Heinrich Herz- Gesellschaft zur Förderung des Funkwesens hielt der Professor für theoretische Physik, Erwin Schrödinger, einen bedeutsamen Vortrag ,, Neue Wege der Physik", in welchem er den Zuhörern anschaulich die Wandlungen schilderte, die sich in den Vorstellungen über das Wesen der Strahlung und damit zusammenhängend des Atoms seit etwa 20 Jahren vollzogen haben und noch dauernd vollziehen. Die Lichtstrahlen hielt man für eine Wellenbewegung, die Kathodenstrahlen dagegen für eine Korpustularstrahlung, in welcher Rathodenstrahlen dagegen für eine Korpustularstrahlung, in welcher fleine Körperchen, sogenannte Korpuskeln, mit ungeheurer Geschwindigkeit dahinfliegen. Zahlreich haben sich aber die Beob achtungen vermehrt, welche beim Licht auch für das Vorhandensein von Korpusfeln sprechen, so daß man hier einer Doppelnatur gegenübersteht. Seit zwei bis drei Jahren hat aber auch die Borstellung Raum gewonnen, daß fliegende Korpusteln stets von einer Wellenbewegung begleitet sein müssen. So ist es erst ganz fürzlich gelungen, bei Kathodenstrahlen Interferenz- und Beugungserscheinungen festzuftellen, also Erscheinungen, die beim Licht stets als Nachweis für die Wellennatur gegolten haben. Noch etwas anderes kommt hinzu: das bekannte Atommodell, welches im Atom gewissermaßen ein Planetensystem im fleinen sieht, worin Elektronen um einen elektrisch pofitiv geladenen Kern treisen, führt zu Schwierigkeiten, die fast restlos verschwinden, wenn man die Vorstellung des punktförmigen freijenden Elektron fallen läßt Diese zwiespältigen Borstellungen zu einer einheitlichen Auffaffung zu vereinigen und dadurch zu einem einfachen physikalischen Weltbild zu gelangen, ist vorläufig noch nicht gelungen. Vielleicht liegt das daran, daß wir verlangen, unsere Beobachtungen sollen zu dem räumlich zeitlichen Anschauungsschema passen, an das wir gewöhnt sind und daß dies grundsätzlich gar nicht möglich ist. Hierüber Klarheit zu schaffen, ist augenblicklich das Bemühen einer ganzen Anzahl emsiger Forscher. B- t. Ringelnatz und Arnold. Ausstellungen bei Wiltscheck und Wertheim. Bei Wiltscheck in der Bellevuestraße sieht man eine Kollektion von Ringelnaßschen Bildern und überm Leipziger Platz, in der Kunſtabteilung bei Wertheim, het B Karl Arnold mit einem ganzen Schwarm seiner Federzeichnungen eingenistet. Beide gehören nicht zu der Gide er tabernften Maler, die in der Kunstgeschichte vornean stehen. Sie wälzen teine technischen Probleme, fie haben nicht den Ehrgeiz, eine neue Kunstepoche pon fich aus zu datieren. Sie wollen sich und uns schlechthin Spaß machen. Und das ist viel inmitten der deutschen Ernsthaftigkeit. Karl Arnold ist reiner Illustrator. Seine Umrißzeichnungen, bisweilen mit Farben geistvoll ausgefüllt, find für Bigblätter oder Buchillustration bestimmt, häufig mit prägnanten Unterz. schriften versehen. Der Wertbundgebante maridhiert". 3. B., das steht unter einem schrecklich spießigen Interieur, mit den dazu gehörigen aufgedonnerten Insassen. Manchmal sind es ganze Serien aus demselben Milieu von Bürgerparadiesen, wie dem Strandleben in Westerland, dem Münchener Oktoberfest oder einem ganz richtigen Schlaraffenland, vollgestopft mit den ergöglichsten Erfindungen und ultigen( aber eigentlich tief traurig machenden) Typen der herrschenden Klasse bis zum Sergeanten hinab. Man ist versucht, dem Deutschen, wie er hier wahrheitsgetreu und ein wenig biffig porträtiert wird, für Varianten einer einzigen Spezies zu halten, der des Unteroffiziers,„ den uns niemand nachmacht". Joachim Ringelnaz ist thematisch harmloser, er will durchaus teine Bürgertypen auf seine Maitäfernadel spießen, er malt mur, weil es ihm Freude macht und ihm so vieles einfällt, was er nicht in Kabarettreimen sagen kann. Nur den Reichtum an guten Erfindungen und Situationen hat er mit Arnold gemeinsam. Aber Ringelnatz ist der größere Dichter in jedem Fall und ein weiser dazu, der so viel zu sagen hat, daß man nicht entscheiden kann, ob er als Maler oder als Kabarettier und Verseschmied am tiefsten unser Herz berührt. Das befte Teil unserer deutschen Kunst ist in ihm zu wunderbarer Blüte gereift; der agitatorische Bezirk des Bäntelsängers, der ebenso in Dürer und Hans Sachs und Goethe wie in Rethel, Bert Brecht und Schubert zu finden ist, der den " Simpliziffimus" an die Seite der Meistersinger" rückt und Kubin zu nationaler Größe erhebt. Schimpf und Ernst mischen sich darin zu einer föstlichen Einheit. Seine Bildchen, flein im Format, aber bis zum Rande gefüllt mit erstaunlichen Erlebniffen, geben den reichsten Begriff von sinnlich faßbaren Einfall; erschütternd bis zur schwarzen Verzweiflung und dann wieder ganz und gar voller Seligkeit des zartesten Lebensgefühls. Ein Dorf, das von der Sturmflut verschlungen wird, die grauenhafte Wirklichkeit eines arktischen Sturmes oder einer Feuersbrunst ist mit gleicher Wahrhaftigkeit empfunden und gemalt wie das füße Himmelsblau eines Maientages oder die schämige Idyllit eines beschaulichen WC. Die ganze unfaßbare Spannweite des Daseins zwischen den Polen jeder Art, vom Flugzeug gefehen oder vom Bett des Cholerafranken, padt uns mit Erlebnisstärke aus erster Hand. Der Einfall eines Malerdichters, der in unserer Zeit lebt mit allen Rerven, gewinnt metaphysische Bedeutung. Ein großer und welfer Mensch lehrt uns das Leben erkennen und lieben in jeder Gestalt, furchtbar und lieblich zugleich. Dr. Paul F. Schmidt. Führung durch die Slevogl- Ausstellung. Direktor Dr. Waldmann von der stunsthalle in Bremen wird für die Mitglieder des Deutschen KunstAusstellung in der Akademie der Seinte, ble an diesem Tage geichloffent bereins am Freitag, dem 30. November, abeubs 8 Uhr, in der Slevogt wird, einen Vortrag balten, dem ich eine en bu die Musstellung anichließt. Gäste haben gegen Zahlung eines antotenbeitrages von 1 M. Zutritt. Berliner Bewegungschor. Unter diesem Namen hat sich eine Gruppe Sprech- und Gesangschören pflegen wollen. Für die fünstlerische und pådajunger Menschen zusammengeschlossen, die den chorischen Laientanz neben gogische Leitung ist Martin Gleigner gewonnen worden, dem von den Thüringer Bewegungschören ein guter Ruf vorangeht. ( Schluß des redaktionellen Teils.) Steigender Mitglieberzugang und wachsende Umfäße zwingen die KonsumGenossenschaft Berlin, ihr Abgabestellennes im Norden Berlins beträchtlich zu und zwar: Dannerstag, den 29. Rovember, in der Badstraße 40-41, und Frei erweitern. wei neue Abgabestellen gelangen in nächster Zeit zur Eröffnung, tag, 7. Dezember, in ber Oberberger Straße 19. Die Warenvermittlung durch die RGB, erfolgt unter Beachtung der bewährten tonfumgenossenschaftlichen Grundsäße: Gerechter Preis, volles Maß und Gewicht, Unverfälschtheit der Waren. Die Konsum- Genossenschaft Berlin as eigene wirtschaftliche Unternehmen ihrer Mitglieder: die Erträgniffe flieben Den Ritgliedern in Form der Rückvergütung zu, bie im vorigen left un 2 Sellionen Mart betrug. Berantwortlich für die Rebaltion: Engen se Beelia: Inzeigen: Tb. Glode, Berlin. Berlag: Borwärts Berlag 6. m. 6. Dy Bella, Deud: Berpätte Buch druckerei und Verlagsanstalt Baul Ginger& Co., Sn e 68, Sinbenenge& Sierau 1 Beilage. Theater, Lichtspiele usw. Mittw., d. 28. 11. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 151 19 Uhr Mittw., d. 28. 11. Städtische Oper Bismarckstr. Turnus II 20 Uhr Die Macht des Tosca Schicksals Staats- Oper Am Pl.d. Republ. R.-S. 190 20 Uhr Staatl. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt A.-V. 213 19 Uhr Zum 1. Male: Fidelio Die PetroleumInseln Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. 20 Uhr Der Londoner verlorene Sohn SCALA 8 Uhr B 5. Barbarossa 9256 Jack Hylton, der unumstrittene Jazz- König Europas, mit seinen 18 Solisten und weitere zum ersten Male in Berlin auftretende internationale Stars. Großes Schauspielhaus 8 CASANOVA mit Michael Bohnen. Regie: Charell. Sonntag 3 U. Nachmittag- Vorstellg. z. halb. Preisen( ungekürzte Vorst.) Parkett 30 Pf. im Walhalla- Theater- Varieté! 81/ Uhr CASINO- THEATER 81/ Ubi Lothringer Straße 37. Renaissance Theater Kammerspiele Barnowsky- Bühnen 8 Heute 814 Ton in des Töpfers Hand von Theodore Dreiser. Deutsch Norden 12310 81, U. Ende geg. 10 Zum 50. Male: „ Eben werden im Th. Königgrätz. St. Täglich 8 Uhr Der Frauenarzt Schauspiel von Himmel geschlossen!" Hans J. Rehfisch von Paul Eger. Regie: Gust. Hartung. Komödie von Walter Metropol- Theater Täglich 8 Uhr Friederike Musik von Franz Lehar Käthe Dorith Richard Tauber Hilde Borner The Vespermann Arustaedt Starnburg Dora Reg Limburg Die Kaffe ist den ganzen Tag geöffnet. Telephon: Zentrum 378 u. 9393 Reichshallen Theater Abends 8 Sonnt. nchm. 3 Steffiner Sänger Neu! Neu! Hamlet im Heringsladen Burleske v. Meysel Nachm. halbe Preise, volles Progr. Donhor Brett': Varieté Konzert- Tanz. CIRCUS BARUM Massiver Winterbau m. Dampfheizung Bln.- Neukölln, Rütli-, Ede Weserstr, Tägl. 8 Uhr abds.: Ein Programm wie es der Berliner sehen will. Theater a. Kottbusser Tor Kottbusser Str. 6 Tel.: Mpl. 16077 Täglich 8 Uhr, auch Sonntag nachm. 3 Uhr( ermäß. Preise) Elite- Sänger mit ,, Dietrich, beherrsche Dich!" Stammtisch ,, Hutlos" für die d. 3. Dez. Das große Weihnachtsprogramm! Der neue Posse- Schlager! Montag Benefiz Mitglieder August, die Kanone! Dazu ein erstklassiger bunter Tell. Für unsere Leser Gutschein für 1-4 Pers. 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Die Komödie Komödienhaus Tgl. 8, Ende 10% Perlenkomödie von Bruno Frank Bismarck 2414/7516 Th. in der Lutzowstr. 814 Uhr, Ende 10% Kurf. 9209. „ Olympia" Täglich 8 Uhr von Franz Molnar Sonntag auch 4 Uhr L.M. Lommel Regie: Forster Larinaga. in: Runxendori HALLER- REVUE auf Welle 0,5* ,, Schön und schick" Th. im Admiralspalast Täglich 8 Uhr. H.ute 34 Uhr Frau Holle Märchenspiel, kl. Preise Thalia- Theater Dresdener Str. 72-73 Schneider Wibbels 8 Uhr Auferstehung Henckels, Grodtczinski. Theater in der Stadt Kommandantenstr. 57 Dönh. 919. 8 Uhr Ueber 500 Mal: Spiel im Schloß Anekdote von Franz Molnar, Regie Eugen Robert Agnes Esterhazy, Paul Marz. Licho, Zescb- 3allot, Thiem, Trauischold, Saltenburg- Bahnen Dts. Künstler- Th. 8 Uhr Die Herzogin von Chicago Oper. von Emmerich Kalman Lessing- Theater 8 Uhr Alb. Bassermann, Lucie Mannheim Herr Lamberthier" Drama von Rundfunk hörer halbe Preise Lustspielhaus Friedrichstr.236 Bergmann 2922/23 Täglich 82 Uhr Das Zugstück von Berlin Arm wie eine Kirchenmaus Theater des Westens Täglich 8 Uhr: Josephine Baker Mus. v. Fr.Holländer in der neuen Revue mit Hal Sherman. R ose- Theater Gr.Frankfurter St.132 8 Uhr: Die Ratten Kleines Theater Täglich 81 Uhr Max Adalbert Der Dickkopf in Sandrock, Landa, Sterler, Sikla. Planetarium am Zoo Varidag. Joachimsthaler Straß Noll. 1578 16 Uhr: Der Sternhimmel im Winter 18 Uhr: Erde and Weltenraum. 20 Uhr: Louis Vernenil. Sonneu.Sterne Unbedingt qut KONSUM GENOSSENSCHAFT BERLIN U. UMGEGEND E. G. M. B. H. Im Norden Berlins eröffnet die Konsum- Genossenschaft Berlin und Umgegend 2 neue LebensmittelAbgabestellen Donnerstag, 29. November: Berlin N., Badstraße 40-41 Freitag, den 7. Dezember: Berlin N., Oderberger Str. 19 Die Abgabestelle in der Badstraße ist in ihrem räumlichen Ausmaß die größte aller konsumgenossenschaftlichen Abgabestellen in Groß- Berlin. Durch die neuen Abgabestellen ist der Verbraucherschaft des Berliner Nordens vermehrte Gelegenheit gegeben, auf bequeme Weise ihren Bedarf durch die konsumgenossenschaftliche Warenvermittlung zu decken.. Die Abgabe der Waren erfolgt in der KonsumGenossenschaft Berlin und Umgegend nur an Mitglieder. Die Mitgliedschaft kann von jedermann erworben werden. Möbel- Tischleret Kliems Festsäle K G B BEI TISCH Aufnahmegebühr 50 Pfennig Mitglieder- Aufnahmen Willy Maass. Hasenheide 13-15 BEI DER ARBEIT Brunnenstraße 35. Kein Laden! 6565 3 Säle u. Vereinszimmer zu kulanten Bedingungen. Verkauf nur im Fabrikgebäude Groß- Destillation Regie: Heinz Hilpert Süßwaren- Großhandlung Theater am Nollendorfplatz P. Feldbusch Täglich 8%, Uhr Neukölln, Hermannstraße 14. Trianon- Th. 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Aber vor einigen Tagen ist die Wiederaufnahme vermorfen worden. Bleibt noch die Beschwerde beim Oberlandesgerichl. Am l. April 1929 geht vujardlns Urlaub zu Ende. Wird er ins Zuchthaus zurück mästen? wie mag es solch einem Mensche» zu Mute sein? Wie mag er stch unter seinen Mitmensche« zurechtfinden? So er- schien ich eine» Abends in Trier bei der greisen Mutter des beurlaubten Lebenslänglichen. Auch Paul Dujardin war zugegen. Die 73jöhrige noch rüstige Frau trögt tapfer ihr Leid. Sie Hot keinen Augenblick an der Unschuld ihres Sohnes gezweiielt, war fest davon überzeugt, daß sie den Lebenslänglichen wiedersehen würde, si« Hot ihr ganzes Vermögen hingegeben, um ihn und die Familie von der Schande des Mordverdachts zu befreien. Jetzt DÄbß ste das chaus verlosten, das einstmals ihr gehörte. Sie Hot es verkauft, weil sie Geld brauchte für Verteidiger und Detektiv. Neun �iahre lang hatte st« ihren Sohn nicht gesehen. Als die Franzosen 'hn im Jahre 1919 nicht ins Ruhrgebiet hineinließen, kehrte er noch Ostpreußen zurück und nahm hier die Stellung eines chilfsgendarmen . in Klein-Kulischke an.„Anfangs schrieb er regelmäßig nett« Briefe/ erzählt die Mutter:„er sparte, weil er heiroten wollte. Der Vater harte für ihn eine gewisse Summe bestimmt, damit er, von Haus aus Konditor, selbständig werden konnte. Ein halbes Jahr war ich ohne Nachricht. Ich dachte mir nichts Schlimmes. Meine Tochter meinte: wenn die Jungens nicht schreiben, so geht's ihnen gut. Eines Tages aber stürmte mein« Tochter plötzlich ins Zimmer, ein Tele- aramm in der chand. Mutter, was ist mit Paul geschehen'? Im Telegramm stand: Ihr Sohn Paul ist gestern vom Jnfterburger •Schwurgericht z u lebenslänglichem Zuchthaus ver- urteilt. Wenn ich nicht sofort 1500 Mark erholte, übernehme ich in der Sache keine weiteren Schritte. Das war roh, sehr roh. daß mir der Anwalt aus diese Weise die Mitteilung mochte. Ich schickte ihm sofort die 1S00 Mark. Er hat aber nichts weiter gemacht. Die Renisiansklage hat Paul selbst geschrieben. Zwei Tage später kam ein Brief von Paul.„Glaubt nicht, daß ich es bin. ich bin unschuldig," schrieb er. Alles war draufgegangen, Im Frühjahr 1920 nahmen sich dann der Rechtsanwall Dr. Echönfeld in Tilsit und der Detektiv Liodgc der Sache meines Sohnes an. Ich brauchte Geld. Ich verkaufte das choüs für 30s>00 Mark. Meine anderen Söhne waren damit einverstanden. ZClf Die Mark war aber nicht mehr vollwertig. Alles ist draufgegangen. So stehe ich jetzt als Bettlerin da. Wenn ich nicht von einer gewissen Seite Unterstützung bekäme, hätte ich überhaupt nichts. wovon zu leben. Ein Sohn ist arbeitslos, der andere liegt im Krankenhaus. Meine Tochter Hot sich seit dem Tage, da dos Un- glück über uns hereinbrach, von ihrem Nerven,;usommenbruch nicht Mehr erholt Als Paul nach chause zurückkehrte, war es als käme neues Leben in sie. Dann aber ging es schnell bergab. Und jetzt ist keine chofsnung mehr. Und in all den Jahren stand ich allein. Ich konnte mich doch niemand anvertrauen. Selbst memem«chwagcr durste ich nicht die Wahrheit sagen. Ich wußte aber, daß Paul wiederkommt. End- Mär, erhielt ich Nachricht, daß Paul zu Ostern Zu.Hause sein würde, und dann kam er. Er war ein ganz oicherer ««worden. N e u n I a h r e Z u ch t h a u s. Wie nervös und reiz bar er ist Und die gpnze Zeit mit sich allein. Immer schweigsam und wenig mitteilsam. Was muß er alles durchgemocht hoben?" Was muß die Mutter alles durchgemacht haben wahrend der langen einsamen Tage und Nächte, da sie ihren Sohn unschuldig im jernen ostprcußischen Zuchthause wußte? Oojardin beteuert seine Unschuld. Paul Dujardin saß die ganze Zeit dabei. Nur selten siel er nfl mit einer Bemerkung ins Wort. Er wohnt n.cht be. der Mutter. 92 Die sollte er ihr auch zur Last fallen, da sie genug Muhe mu der kranken Schwester Hot. Ich verabschiede m.ch von der alten Frau. sage ihr einige Worte zum Trost und bin nun m.t Paul Duiard.n allein. Bei einer Taste Kaffee löst sich allmählich seine Zunge.„Wie sich.» j.«Ä melde ich mich eines Tages ins Zuchthaus zurück. Wovon soll.ch leben, twnn ich kein- Arbeit habe?"„Man konnte fast glauben, daß Sie es im Zuchthaus« bester hatten als.eftt m der Frechem Du- jorbin siebt mich groß an.„Wenn«.e m.r wußten, w.« schr-cfl.ch stationsjahre Monatelang allein.n der Zelle, n.emals satt zu «ssen. immer halb verfroren.-�em-m D-rek or dem �n wenig rmAfflöcn kann,©cnn Nlcht die Hoffnung gewesen Ich„Tr aber unschuldig. Als man nur vor der Verhandlung "ch�egte.-inen Verteidig» zu nehm-n wte � n.in.ch werde doch kein Geld hinauswersen, wem, ich nichts getan habe. Alle Anträge auf Wiederaufnahme verworfen. IV« Urteil traf mich wie ein Donnerschlag. Die Nacht daraus IchlleftZ. � r a?�- nuhts Passiert. Ich glaubte nicht, daß dies vT;'7 7�' ftUrirfii» lein könnte. Dann wurde meine R«. "!!' rr Ä pe «2.. •aSe 1* •ech* atr 71 ;r A se Se Xtllfl tfl 9V lagt ieni( Vr 6 lagte mir mag es gehen, wie es geht. Ich paßte mich meinen 2!-i-'n„ y.r tgemeinlchastshast an, arbeitete mein Pensum °w.7I.Ä» d.m.. �«twas wie ein neuer Geist-m,0g. Der neu. Direktor war gut tu mir und ilöß.e nur chossn.mg«in. Mem»»te.d.�r Rechts °nwalr Dr. Schönfeld, ließ nicht ab. Vom Jabre I92„ bis zum Jahre 1926 waren vier Jahre verstrichen- Dr Schonseld wandte sich «n Dr. Kopp. Dieser arbeitete sein« Denkschrift au». Da iM» bei [B-3 sehl'i preußische Justizministerium nahm sich meiner an. Ich wurde be- urlaubt. Ich war frei und doch Zuchthäusler. Mit wenigen Mark ver- ließ ich das Zuchthaus in Wartenberg. Dr. Schönfeld gab mir etwas Geld. So war für die erste Zeil für mich gesorgt. Was ich zu Hause vorfand, wissen Sie. Jetzt war für mich die Hauptsache— Arbeit. Ich brauchte Wäsche. Kleidung. Bei einem Konditor hielt ich es nicht lange aus. 12, 14, 16 Stunden wurde gearbeitet. Wo sollte ich alter Zuchthäusler die Kräfte dazu hernehmen'? Wo ich anklopfte, erhiest ich abschlägigen Bescheid. Dann kam ich auf Not- standsarbeit. Mit meinem vom Kriege her verkrüppelten Arm mußte ich Erdarbesten machen. Und doch tat ich's gern. Jetzt Hab« ich auch diese Beschäftigung verloren. Ich bin abgebaut. Ich sage Ihnen, wenn ich keine Arbeit finde, melde ich mich ins Zuchthaus zurück." Neon Jahre ohne weibliche Gesellschaft. ,-Haben Sie denn gor keinen Menschen, mit dem Sie verkehren? Kein Mädchen, mit dem Sie Beziehungen angeknüpft haben?" „Wo soll ich die Menschen hernehmen? Ich kann ihnen doch nicht sagen, daß ich Zuchthäusler bin. Und ich bin es doch noch. Wie soll ich mich da einem Mädchen nähern? Was kann ich ihr sagen? Und dann wissen Sie. neun Jahre ohne weibliche Gesell- schaft— da findet man einfach nicht mehr so leicht den Weg... Wenn Sie wüßten, in welcher Stimmung ich mich besinde..." Ich spreche Paul Dujardin Mut zu. Er müsse in erster Linie einige Menschen um sich haben. Er solle sich irgendeiner Vereini- gung anschließen. Er spiele z. B. gern Schach. Es gebe ja auch noch Leute, die vorurteilslos sind. Er dürfe nicht immer allein sein mit seinen Gedanken. Die Hauptsache sei. daß er sich selbst gegenüber eine ander« Einstellung finde, sich nicht als Zuchthäusler betrachte. sondern als das. was er ist—«in durch unglückliche Verkettung von Umständen für eine Zeit aus dem Leben Herausgerissener und nun dem Leben Wiedergcgebcner. Dann würde sich schon alles finden. Auch mit der Arbeit könne es nicht so schlimm sein. „Ja, ich bin zu jeder Arbeit bereit, ganz egal wo," sagt Paul Dujardin.„Hatte ich welche, mir wäre fast schon geholfen." Ich ver- spreche ihm. dos meinige zu tun, damit Hilfe werde. Bei mir denke ich: sollte sich denn wirklich kein Mensch rinden, der diesem Manne, der unschuldig neun Jahre im Zuchthaus verbracht hat. Arbeit geben wollte? Sollte es wirklich so weit kommen, daß er seine Drohung 'wahr mache und sich zur weiteren Verbüßung der Strafe meldete? Nur. weil seine Mitmenschen in der Freiheit für ihn keine Arbeit haben? Ein unmöglicher Gedanke. Paul Dujardin wird auch nach dem letzten Beschluß des Land- gerichts von Insterburg seinen Kamps nicht ausgeben. Die Furcht. die aus seinen Augen schaute, daß er je ins Zuchthaus zurückkehren müßt«, ist unbegründet. Das preußischeJustizministcriuin wird ihn nicht dahin zurückbringen. Wenn auch Be- gnodigung keine Wiedergutmachung ist— das Recht, einen Lebens- länglichen selbst nach neun Jahren zu begnadigen, kann niemand dein Ministerium verwehren. L. R- ■.1 Wie es mir in Sowjetrußland erging S. K. kam als russischer Kriegsgefangener noch Deutschland, heiratete nach Kriegsende und blieb hier, vor 1 Jahren fuhr er mit seiner Familie nach Sowjet- rußland, von wo er kürzlich zurückkehrte. Er erzählt hier, was er in der Sowjetunion erlebt hat.'Aus naheliegenden Gründen können wir den Namen de» Wanne» in der Oesscntllchkeit nicht nennen. Die Redaktion. Im Jahre 1915 geriet ich in Kriegsgefangenschaft, nach dem Umsturz blieb ich in Deutschland. Als Landorbeiter war ich in der Morl Brandenburg beschäftigt und habe im Jahre 1921 eine deutsche Frau geheiratet. Sie wyr Hausmädchen auf einem Gut. Wir sind dann bald in die Stadt gezogen und ich habe als Fabrikarbeiter in der Woche 45 bis 50 Mark verdient. Seit 1923 gehörte ich dem Rötfrontkämpfer-Bund an. Dort hörte ich immer, daß in Sowjet- rußland die Arbeiter nicht mehr ausgebeutet würden und daß dort überhaupt olles bester märe. So HM ich mich dann entschlossen, mit Frau und Kind nach Gowjeiraßland ZU fahren. Der Junge war damals sechseinhalb Jahre all. Im Mai 1927 hatte ich olle nötigen Papiere und bekam vom Der- liner Wohlfahrtsamt die Reise bis zur deutschen Grenze ermöglicht. In Riga konnte ich dann die Kosten für dos Gepäck nicht bezahlen und bekam schließlich vom russischen Konsulat 15 Rubel, die ich später wieder zurückzahlen mußte. An der russischen Grenze hatte ich große Schwierigkeiten. Man wollte meine Sachen, soweit sie neu waren, nicht hinüber lasten. Erst nach langen Verhandlungen wurden die Sachen, die bereits beschlagnahmt waren, wieder frei- gegeben. Ich hotte Freisahrtschein noch W 0 l h y n i e n bekommen, weil dort in einem Dorf mein Vater als kleiner Bauer lebt. Weil wir ober acht Tage auf der Eisenbahn herumgcrüttell wurden, reichte das Geld nicht für die Verpflegung, meine Frau und ich mußten unterwegs unsere Taschenuhren verkaufen, damit wir uns etwas zum Esten kaufen konnten. Als wir endlich noch unserer langen, beschwerlichen Reise zu meinem Vater kamen, der mit meinem Bruder zusammen seine kleine Bauernstclle bewirtschaftet, da merkten wir bald, daß wir da nicht bleiben können. Mein Bruder hat Frau und drei Kinder und das bißchen Acker bringt nicht soviel, daß auch nur diese sechs Personen davon leben können. Im Sommer reichts notdürftig, aber im Winter muß mein Vater und mein Bruder in di« Stadt. um dort nach ein paar Kopeken zu verdienen. Und das hält oft schwer genug. Eigenes Land tonnten wir auch nicht bekommen und so sind wir nach sechs Wochen wieder fortgegangen, um in Kiew vielleicht Arbeit zu finden. Ohne Arbeit und ohne Bett. In Kiew gab es sehr viel Arbeitslose und für mich war wenig Aussicht, eine Beschäftigung zu finden. Zuerst mußten wir aus dem Bahnhof im Wartesaal übernachten. Die Polizei wollte uns jeden Abend hinausweisen, ließ sich dann aber immer wieder überreden und so kampierten wir acht Tage long auf dem Vahnhos. Arbeit konnte ich nicht finden. Das Geld, daß ich von verkauften Sachen erlöst hatte, war auch zu Ende und ich bekam schließlich von einer Sowjetbehörde eine kleine Gcldunterstützung, um vor- läufig das Allernötigfte zum Leben zu haben. Endlich nach acht Tagen tonnte ich eine kleine Kammer zum Wohnen bekommen. Aber wir hatten keinerlei Möbel, kein Bett, keinen Strohsack. Ich ging deshalb zum Ortssowjet und bat um ein kleines Darlehen, um wenigstens ein Bett anschassen zu können. Wenn ich später Arbeit finde, wollte ich alles gerne zurückbezohlen. Aber man sagte uns, daß dafür kein Geld zur Verfügung sei:„Im Kriege h a- b«n Sie ja auch auf der Erde geschlafen. Sie müsten sich eben behelfen. Wir können Ihnen nicht» geben!" Daß wir ein Kind hatten, dos mit uns auf dem blanken Fuß- boden schlafen mußte, änderte nichts an diesem Bescheid. Schließ- lich gab man mir eisten Brief an eine andere Sowjetbehörde. Den Brief gab ich dort ab, aber Geld bekam ich auch nicht. Erst nach weiteren vierzehn Tagen gelang es mir. da ich doch russischer Staatsangehöriger bin, die Arbeitslosenunter st ü tz u n g zu erlangen. Das waren ober nur 8 Rubel(16 Mk.) monatlich. Eine Nachbarin, die es nicht mit ansehen konnte, daß wir mit dem sechsjährigen Jungen aus dem Fußboden schlafen mußten, lieh uns dann eine Kinderbettstelle, so daß wenigstens das Kind richtig schlafen konnte. Schließlich verkauften wir von dem wenigen, was uns noch geblieben, ein Paar Stiefel und einen Mantel und kauften uns dafür einen Strohsock und etwas Stroh. Das war nun unser Nachtlager für mich und meine Frau. Wir hatten 3 Rubel(sechs Mark) dafür bezahlen müssen. Den Rest des erlösten Geldes brauchten wir für Lebensmittel. Unsere beiden Rcisekörbe ver- traten inzwischen die Stelle von Stuhl und Tisch. Bei der Polizei eingestellt. So veg«ti«rten wir einige Monate. Alle Versuche, Arbeit zu bekommen, biebcn vergeblich, bi» wir schließlich von der Sowjet- b-hörde nach auswärts geschickt wurden, in eine Stadt mit 20 000 Einwohnern. Dort wurde ich bei der Polizei(Miliz) eingestellt. Aber es gab mir 36 Rubel Monatsgehalt(72 Mark). Wie wenig da» bedeutet, versteht man erst, wenn man weiß, wie teuer das Leben in Sowjetrußland ist. Ich bekam eine Stube, die ich ober mit noch einer Familie teilen mußte. Das war ein Bater mit drei Töchtern im Alter von 16 bis 24 Iahren. Die schliefen aus dem Osen und auf der Bank daneben. Weil ich jetzt ctivas Geld verdiente, konnte ich mir e i n Bett anschassen. Wir legten unseren Strohsack hinein, hatten noch«in paar Kopfkisten und zwei Wolldecken und mußten alle drei in dem einen Bett schlafen. Einen Tisch bekamen wir geliehen, eine Bank nagelte ich mir selbst zu- recht. Das war die ganze Wohnungseinrichtung. Die Kleider mußten wir an di« Wand hängen. Einen Schrank hatten wir nicht. Acht Monate lang hausten wir so, bis dann die andere Familie auszog. Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel. Nun hasten wir die klein« Stube für uns allein, alier Möbel konnten wir nicht anschaffen, dazu reichte mein Verdienst nicht, weil van meinen 36 Rubeln kaum das übrig blieb, was mir zum Leben brauchten, wenn wir Miete, Feuerung und anderes bezahlt hatten. Da waren solgende Ausgaben: Für Miete.... Für Feuerung... Für Verbandsbeitrag Für Wiederaufbau. 10 Rubel 3. l, 5. (20 Mark) (6.) ( 2„) (10„) Monatliche Ausgaben 19 Rubel(38 Mark) Das ging also von vornherciü von meinen 36 Rubeln ab, so daß noch 17 Rubel(34 Mark) für den ganzen Monat zum Leben blieben. Mit den 5 Rubeln für„Wiederaufbau" hat es folgende Bewandtnis. Entsprechend dem Einkommen wurden von Zeit zu Zeit größere Beiträge für diesen Zweck durch die Sowjetbehördc von denen erhoben, die ein regelmäßiges Einkommen hatten. Es waren meist 15 bis 25 Rubel, die man in monatlichen Raten von 5 Rubeln bezahlen konnte. Dafür'bekam man einen Schein, der inner- halb 10 Iahren wieder eingelöst werden soll.(Es handelt sich also offenbar um ein« Art Zwangsanleihe. Die Redaktion.) Hotte man seine 25 Rubel bezahlt, dann wurde wieder irgendetwas Neues gebckut, und es wurden wieder 2-5 Rubel fällig, so daß die Abzüge von 5 Rubel nie aushörten. Das war eine unerträgliche Belastung, zumal alle», was zum Leben nötig ist, sehr teuer bezahlt werden muß. In den großen Städten ist es noch schlimmer. Bei der Miliz mußte ich mich selbst oerpflegen. Unser Speisezettel war recht ein- tönig. In der Früh gab» Suppe und Brot, mittags Sauerampfer- suppe mit Kartoffeln und Brot und abends wieder Brot und Kartoffeln, zuweilen einmal einen Hering. Den Sauerampfer holte meine Frau auf der Wiese. Am Sonntag hatten wir auch ein kleine» Stückchen Fleisch im Topf, und aus Kartoffeln konnte man ja auch allerlei machen, Kartoffelpuffer(in Oel gebacken) oder Klöße. Mein« 17 Rubel, die mir zum Leben blieben, reichten eben hinten und vorne nicht: es war z>Zm Leben zu wenig und zum Sterben zu viel. Mit schwerer Mühe brachten wir endlich das Geld auf, um uns einen Paß nach Deutschland zu besorgen. Zu diesem Zweck mußten wir olles verkausen, was wir noch besaßen. Im Oktober 1928 fuhren wir wieder zurück. Als wir noch Rußland kamen, hatten wir zwei große Reisekärbe voll Wäsche. Kleider, Stiefel usw. Als wir aber auf der Rückreise die deutsche Grenze wieder überschritten. besaßen wir nichts mehr von allem. Wir hatten nur noch, was wir auf dem Leib« trugen. Nur um eines waten wir reicher geworden, nämlich um die Erfahrung, wie armselig m-' in Sowjetrußland lebt. COMAN EDGAR WALLTACE DEUTSCHE O BE RTRAOE.rM W VON* RAS/1 RANGEN DRO (10. Fortsetzung) -Iis sie zusammen in den Raum iraten, entdeckt« sie nichts Schreckliches. Das Laboratorium war weiß und sauber, alle Geräte und Gegenstände waren ordentlich ausgestellt, i&ewundernb gingen ifeM Blick« üb«r dl« latma Reiben von Medizinjlajchen und Medi- kamenten aus den Wandbrettern. Er zeiejte ihr die kleinen Glos- röhren, die geheimnisvollen Instruinente und Apparat«. Er hütete sich aber wohl, den«inen Schrank zu öfsnen, der in der hintersten Ecke des Raumes stand, und so blieben ihr die Zeu«n seiner schreckliche» und grausamen Operationen verborgen, die er hier schon ousgesityrt hatte. St« freute sich nun, daß sie dos Laboratorium gesehen hatte, aber trotzdem suhlte sie sich erleichtert, als sie wieder zum Wohnzimmer zurückgehen konnte. Digby ging um neun Uhr aus. Sie blieb allein und konnte lesen oder sich sonstwie den Abend vertreiben. Auf dem Weg zu ihrem Zimmer sprach sie in dem Krankenzimmer von Mrs. Groat vor und erfuhr von der Schwester, daß die alte Frau aus dem Wege der Besserung sei. „Ich Hofs«, daß sie morgen oder übermorgen wieder ganz her- gestellt ist." Auch das war eine Erleichterung für Eunice. Die Krankheit von Mrs. Groat hatte sie bedrückt. Es war so traurig, zu sehen, wie die einst so schöne Frau nun verfallen, alt und krank aussah und«ine hilflose Greisin war, die nicht mehr Herr ihres Körpers und ihrer Gedanken war. Sie hatte ihr Zimmer, das schon so schön war, als sie hierherkam, noch hübscher gemocht, indem sie einige Kleinigkeiten änderte, und ein paar Möbel umstellte. Sie hatte einige der Bücher gelesen, die Digby Groat zu ihrer Unterhaltung ausgewählt hatte, manche hatte sie auch nur durchblättert und war dann zu einem ablehnenden Urteil gekommen. Als sie ihr Taschentuch aus ihrer Handtasche nahm, berührten ihre Finger die kleine, grau« Kart«, di« sie damals auf ihrem Nachttisch gesunden hatte. Sie nahm sie wieder heraus und zerbrach sich auss neue den Kopf darüber, wer sie ihr wohl zugesandt hatte unh welchen Zweck er damit verfolgte. Roch mehr wunderte sie sich üb«r das Zeichen der blauen Hand. Sie hätte gar zu gern gewußt, wa» sie bedeutete. Irgendeine geheimnisvoll« Geschichte muhte hinter der ganzen Sache stecken. Sie legt« ihr Buch einen Augenblick fort, erhob sich, drehte die Schreibtischlampe an und b«sah sich noch einmal genau die .Handschrift und das blaue Zeichen. Es mußte wohl mit einem Gummistempel aufgedrückt sein. Das Bild einer offenen Hand war schön und klar gezeichnet. Wer mochte wohl ihr geheimnisvoller Freund oder ihre Freundin sein? Nachdenklich schüttelt« sie den Kopf. Jim konnte es nicht sein, und doch— es war ihr unangenehm. in diesem Zusammenhang an Jim zu denken. Aber wer es auch immer gewesen sein mochte, der sie warnte, er hatte unrecht gehabt. Sie hatte das Haus nicht oerlassen und doch war ihr nichts passiert. Sie fühlte sich sicher und stolz bei dem Gedanken, daß der geheim- nisvolle Bote nichts von Jim wissen konnte, der sie so treu de- schützte. Sie hörte Schritte auf dem Gang, und gleich daraus klopfte Digby Groat an ihre Tür, der scheinbar gerade nach Hause gekommen war. „Ich sah, daß Sie noch Licht hatten, und wollte Ihnen noch etwas geben, das ich vom Ambassador-Club mitgebracht habe." Er überreichte ihr eine große, viereckige Schachtel, die mit einer fliederfarbenen Seidenschleise zugebunden war. „Dies ist für mich?" fragte sie erstaunt. „Da» wurde unter die Gäste verteilt," sagt« er,„und ich dachte mir, daß Sie vielleicht Prolinen gern essen. Es sind die besten, die in England hergestellt werden."'' Sie dankte ihm lachend. Er mochte keinen Versuch, die Unter- Haltung fortzusetzen, sondern verabschiedet« sich durch ein höfliches Kopfnicken und oerließ ihr Zimmer. Sie hörte, wie sich seine eigene Zimmertür öffnete und schloß. Fünf Minuten später kam«r wieder auf den Gang hinaus, aber seine Schritte entfernten sich immer mehr. Er geht setzt zu seinem Laboratorium, dachte sie für sich. Ts überlief sie«in Schauer, als ihr der Gedanke kam, daß er zu dieser späten Nachtzeit vielleicht Experiment« vornehmen würde. Sie hatte die Schachtel auf den Tisch gestellt und hatte sie b«i ihrer Lektüre ganz vergessen. Erst als sie wieder zu Bett ging, er- innert« sie sich daran, zog die Schleife auf und öffnete den Karton, so daß sie den schöngeordneten Inhalt sehen konnte. ..Wirklich hübsch arrangiert," sagte sie und nahm ein Stück i» die Hand.— Bum! Sie drehte sich schnell um und das Stückchen Schokolade ent» siel ihr. Sie hörte irgendeine» Laut vom Fenster her. Es klang j«, als ob jemand mit der Faust dagegen geschlagen hätte. Sie eilte hin, zog die seidenen Vorhänge zurück, zögert« nervös«inen Augen- blick, bevor sie hinausschaute. Zuerst sah sie nichts und glaubte schon, daß Kinder von der Straße au» einen Ball gegen das Fenster geworfen hätten. Der Balkon war leer. Sie öffnete das Fenster, trat hinaus und sucht« den Boden ab, um den Gegenstand zu fischen, der gegen das Fenster geschleudert worden war, aber sie konnte nicht»«ntdecken. Langsam ging sie zu ihrem Zimmer zurück und schloß die Fenstertür wieder, als plötzlich ihre Blicke auf di« Scheibe sielen. Sie war atemlos vor Schrecken, denn sie sah auf dem Glas den lebensgroßen Abdruck einer menschlichen Hand in blauer Farbe! Wieder diese geheimnisvolle Warnung! Kapitel 12. Eunice starrte auf da» Zeichen, aber ihre Neugierde war doch größer als ihre Angst. Sie öffnete das Fenster wieder und be- tastete den Abdruck. Die Farbe war noch frisch. Sie trat auf den Balkon hinaus und ging an d«r Fassade außen entlang, bis sie zu der Balkontüre kam, die sich über dem Haustor befand. Sie ver- suchte, sie zu öffnen, aber sie war verschlossen. Sie lehnte sich über das Geländer und überschaute den Platz. Sie sah einen Herrn und ein« Dame zusammen vorübergehen, die miteinander sprachen. An der Ecke des Platzes ging eben«in Schutzmann an einer Straßenlaterne vorbei. Sein Helm blitzte in dem Licht auf. Sie überlegte, daß er gerade an dem Haus vorbei- gekommen sein mußte, als der blaue Abdruck auf die Fensterscheibe »t wurde. Eben wollte sie sich wieder zurückziehen, als sie ein« Frau die Treppe des Hauses hinuntersteigen sah. Wer mochte sie fein? Eunice kannte bereits alle Dienstboten und wußte bestimmt, daß sie eine Fremde war. Dielleicht war es eine Bekannte Digby Groats, vielleicht auch eine Freundin der Krankenschwester. Aber ihre De- wegungen waren so ungewöhnlich, daß Eunice bestimmt wußte, daß sie die geheimnisvolle Persönlichkeit sein mußte, die den Handabdruck auf der Fensterscheibe gemacht hatte. Die fremde Dame ging auf «ine große Limousine zu, die auf der anderen Seite des Platzes scheinbar auf sie wartete. Ohne dem Chauffeur einen Auftrag zu geben, stieg sie ein, und der Wagen fuhr sofort davon. Eunice ging in ihr Zimmer zurück, setzte sich und ocrsuchte, ihrer Aufregung Herr zu werden. Dieser Abdruck der blauen Hand sollte eine Warnung sein, dessen war sie ganz sicher. Sie wußte nun auch, welchen Weg die Fremde genommen hatte. Sie mußte durch die vordere Tür ins Haus gekommen sein und nachdem sie die Treppe emporgestiegen war, mußte sie die Tür benützt haben, die von dem Treppenpodest auf den Balkon führte. Auf ihrem Rück- weg hatte sie dies« Tür wieder abgeschlossen. Eunice war mehr auf- geregt als erschrocken. Aber es lag eine gewisse Beruhigung in dem Gefühl, daß sich jemand um sie sorgte. Rein gefühlsmäßig wußte sie, daß die Frau, die die blaue Hand auf die Fensterscheibe gedrückt hatte, ihr wolstwollte und ihre Freundin war. Sollte sie nach unten gehen und Digby Groat alles erzählen? Nein, sie wollte dieses Geheimnis für Jim aufsparen. Mit einem Staubtuch wischte sie die blaue Farbe von der Fensterscheibe, setzte sich dann aus die Bettkante und dachte über ihr merkwürdiges Erlebnis nach. Warum hatte die Frau diese Art und Weise gewählt, sie zu warnen? Warum hatte sie ihr nicht, wie es sonst üblich war, einen Brief geschrieben? Zweimal hatte sie nun schon eine große Gefahr auf sich genommen, um Eunice zu warnen, und sie hätte doch den- selben Zweck erreicht, wenn sie es durch die Post getan hätte. Eunice runzelte die Stirn. Sie überlegte sich, daß ein anonymer Brief kaum Eindruck auf sie gemacht hätte. Wahr- scheinlich hätte sie ihn zerrissen und in den Papierkorb> geworfen. Diese mitternächtlichen Besuche sollten bei ihr den Eindruck hervor- rufen, daß sie in unmittelbarer Gefahr schwebte und daß die unbc> kannte Warnerin sich um sie sorgte. Trotzdem war es noch nicht ganz sicher, daß die Frau, die sie eben aus dem Hause hatte herauskommen sehen, ihre geheimnisvolle Freundin war. Eunice hotte sich nicht die Mühe gemocht, Digby Groats Charakter zu erforschen, sie kannte auch keinen seiner Freunde. Möglicherweise war die Dome in Schwarz eine seiner Bekannten und wenn sie ihm von ihren Beobachtungen erzählte, hätte es leicht zu Unstimmigkeiten kommen können. Sie legte sich zu Bett, aber es dauerte lange, bis sie einschlafen konnte. Sie verfiel in einen leichten Halbschiummer und wachte dann wieder aus. Da» wiederholte sich mehrere Male, bis sie sich schließlich entschied, auszustehen. Sie zog die Vorhänge zurück und das grau« Morgenlicht flutete ins Zimmer. Der Berkehr auf der Straße setzte schon ein. Di« frische, kühle Morgenlust kam herein und Eunice zitterte bei dem offenen Fenster. Sie war hungrig, so hungrig, wie nur ein gesundes, junges Mädchen in. frischer Morgen- luft' sein kann. Sie besann sich aus die Prolinen, die Digby ihr gestern abend gebracht hatte. Sie packte ein Stück aus der Staniol- hülle und hatte es schon zwischen den Zähnen, als sie sich plötzlich an die Warnung erinnerte, die sie gestern abend in dem Augenblick erhielt, als sie ein Praline essen wollte. Sie legte die Schokolade nachdenklich wieder aus den Tisch und legte sich noch einmal hin. Sie wollte lieber warten, bis die Dienstboten im Hause aufgestanden waren und ihr etwas zu essen bringen konnten. Jim Steele war an demselben Morgen eben im Begriff, seine kleine Wohnung zu verlosten, als ihm ein Eilbote«in großes Paket und einen Brief brachte. Er erkannte sofort die Handschrist ran Eunice und trug dos Paket in sein Arbeitszimmer. Der Brief war in aller Eile geschrieben und sie entschuldigte sich deswegen. Sie be- richtete ihm, so kurz es nur möglich war, die Ereignist« der letzten Nacht. „Ich kann mir nicht denken, daß die Warnung etwas mit dem Konfekt zu tun hatte, aber irgendwie geht Ihr Borurteil gegen Digby auf mich über. Ich hatte bis jetzt keinen Grund, ihn zu ver- döchtigen oder anzunehmen, daß er mir gegenüber schlecht« Ab- sichten haben könnte. Wenn ich Ihnen diese Bonbonniere schicke, er- fülle ich damit Ihren Wunsch, Sie von allen außergewöhnlich«» Dingen zu benachrichtigen, die hier vorgehen. Ich bin doch sicher ein gehorsames Mädchen. Würden Sie so lieb sein. Jim, mich heute abend zum Esten abzuholen? Es ist mein freier Abend und ich möchte Sie gerne sprechen. Ich brenne darauf, Ihnen von der blauen Hand zu erzählen. Ist die ganze Sache nicht schrecklich geheimnisvoll? Ich werde heute nachmittag den versäumten Schlaf nachholen, damit ich abends frisch und munter bin."(Sie hotte in ihrem Uebermut noch die Wort«„und schön" geschrieben, hatte sie ober wieder ausgestrichen.)(Fortsetzung folgt.) Rätsel-Ecke des„Abend". Kreuzworträtsel. Wage recht: 1. Gewichtseinheit, 4. Borname eines berühmten Seefahrers, 7. schwungvolle» lyrisches Gedicht, 8. olttestamentl. männl. Persönlichkeit, 9. Gebäck, 10. großer, starker Mann, 11. päpstl. Krone, 12. dem Wind abgewandt« Schiffsseite, 13. Teil des süd- afrikanischen Bundes, 1(5. Aufwickelvorrichtung für Garn, 19. Be- Mittwodi, 28. November. Berlin. 16.00 Ocli. Rat Prot. Or. Th. Oluck: Die experimentelle und kliniache Cr- iortchung allgemeiner organischer Crsatzprobleme(II). Jugendbühnc. Szenen aus Schillers Werken. Auf dem Wege znr neuen Schule(V.). Mraistcrialrat Richert: Die stattlichen Bildungsanstalten In PreuBen. Hnm-Bredow-Schule, Abteilung Geographie. Prof; Dr. Georg Wegener: ..Die Polarlorschung". II. Die nordwestliche und nordöstliche Durch» iajirt. Konrad Ferdinand Meyer(zum 30. Todestag). I. Einleitende Worte: Otto Stoflregen-Stauffen.— 2. Ans den Werken(gelesen von Lothar Müthel). Sendespiele.„Die Perleniischer". Oper von Georges BIrei. Leitung: Cornelis Bronsgeest. Dirigent: Selmar Meyrowltr. Anschließend bis 00.30 Tanzmusik(Kapelle Marek Weder). / a Königs Wusterhausen 16.fO Rektor Wille: Helmatpilege und Schule(II). 16.30 Uebertragung von Mamburg. 17.30 Prot. Dr. Prion: Das Problem der langfristigen Induslriekreditc. 18.00 Dr. Münnich: Der unbekannte Schubert(VN). Lektor Claude Gründer, Gertrud van Eyseren: Französisch(dr Fortgeschrittene. v Ing. Outtwein: Werkineisterlebrgang iür Facharbeiter: Arbeilslehre(II). Prof. Dr. Hans Mersmann; Einführung in das Verstehen von Musik. 18.30 19.00 19.30 20.00 18.30 18.55 19.20 Ab 20.00 Uebertragung von Berlin. leuchtungstörper, 22. griechisch« Insel an der tleinasiattschen Küste, 25. Bonschlag, �S. Wundrest, 27. Bewohner eines südostasiatischen Landes, 28. französ Romanschriftsteller, 29. neutestamentt. weibl. Gestalt, 39. Scherzname für Nordamerikaner, 31. Klosterinsassin, 32. Nam« eines Schuhputzmittels.— Senkrecht: 1. weiblich« deutsche Sagengestalt, 2. Bezeichnung aus dem Kirchenjahr, 3. Muster, 4. Verwandtschaftsgrad, S. hochfpriftendes Master oder Teil des Lichtes, 6. Berggottheit der Alten, 14. Schwiegersohn Mohammeds, 15. Wehruf. 17. deutsche Heldenmutter, 18. männlicher Bornome, 19. europäische Hauptstadt, 29. Oper von Bizet, 21. Borte an der Uniform, 22. Sprechvrgan, 23. europäische Hauptstadt, 24. Sultans- palaft. (£r und sie— ein Gcherzrätsel. Die F. und der F.— ein komisches Paar, Nein, wirklich, dos geht nicht und ist auch nicht wahr Ganz offen: ich führe euch hinter dos Licht: Ein Paar soll sich gleichen, die beiden tun'» nicht. »ie ist ein Quälgeist, eine Plage und Last, Ein nichtsnutziges Ding, überall verhaßt. Er strebt empor mit mächtigem Drang. Zu himmlischen Höhen, unter innerem Zasong.* Schon kennt ihr das komische Pärchen genau, Nun bist' ich recht schön, verkneift euch ein.Au' —»b. Besuchskartenrätsel. Was ißt Herr Fett gern? (Auflösung der Rätsel nächsten Sonnabend.) Auflösungen der Rätsel aus voriger Nummer. Kreuzwortsilbenrätsel. Wagerecht: 3. Liga: 5. Baku: 9. Theodor Körner: 11. beschauen: 12. Ausländer: 13. Aladin: 14. JDungjuhre: 16. Apothekerwistenschaft.— Senkrecht: 1. Agathe: 2. Thebauer: 4. Kondor: 7. Oberengadin: 8. Körperausbildunq: 9. Salbe; 19. Köder: 13. Adria: 15. Regentschaft. Silbenrätsel: 1. Arrak: 2. Loval: 3. Largo; 4. Effektiv: 5. Sama»: 6. Famo; 7. Uechttand; 8. Reichenboch: 9. Diktatur: 19. Aormt: 11. Samland; 12. Bimmelt»; 13, Orange; 14. Legal; 15. Kartoffel: 16. Ugaicho: 17. Neumond..Alle» für das Volk und alle» durch dos Volk." Auszählaufgab«:„Ks ist wichtiger, daß iemond sich über eine Rosenbluete freut, al» daß er ihre Wurzel unter da» Mikroskop bringt."(Oskar Wilde.)— Di« Buchstabengruppen waren mit 11 auszuzahlen. Wortneubildungsrätes: Akte, Linse, Lach». Erde, Rind, aber, Rone(9. Ton), seist, Atem, Natter, Gera, Iman(mohain. Glaube), Star, Talor, Steak, Chile, Hirn, Wiek(kleine Meere»- bucht), Eid, Rose.—'Aller Anfang ist schwer. Wortotisschneiderätsel: Wie du mir, so Ich dir. auf zu nen fahr denein ahr fen. vor: mbe = fte Dolle igby iner iner hite, ajen achte fich und der rein 3, fo gen ihr iol zlich blid lade hin. den eine afet Don mar be: sten dem egen ver Abs er chen cher eute ich der tlich hlaf atte atte ifte, chen eibl. ffin, iche ſter, des eds, me, der ans 5. afu; bin; the; ng; ~ Sportund Spiel~ Die Amateurfrage im bürgerlichen Sport. Fast alle Sporttreibenden sind Amateure, d. h. fie betreiben die sportliche Tätigkeit als Liebhaberei, es macht ihnen Freude, ihre eigene Körperkraft zu erkennen, durch llebung zu steigern und mit anderen Sportanfängern in Konkurrenzfampf zu treten. Berufsmäßige Sportler, sogenannte Professionals, find eigentlich nur diejenigen, die gegen Entgelt öffentlich auftreten, um ihren Lebensunterhalt damit zu verdienen. Zwischen diesen beiden Extremen haben sich aber diverse Mittelstufen herausgebildet. Der systematisch betriebene Sport foftet Geld: Kleidung, andauerndes Training, Spiel- und Sportgeräte, Reisen zu den Wettkämpfen, und diese Unkosten können aus den Beiträgen allein nicht gedeckt werden. Die bürgerlichen Sportorganisationen haben sich daher auf sensationelle Wettkämpfe verlegt, bei denen monatelang dressierte Ligamannschaften und erste Sportliche Kanonen zur Schau gestellt werden. Die Vereine kaufen sich gegenseitig diese Kanonen ab. Das Publikum sieht gern Sensation! Hier liegt eine Quelle zum Gelderwerb, denn wenn 20 000 Menschen zum Wettkampf sportlicher Gladiatoren erscheinen, sind sämtliche Unfosten, auch für die nächste Zukunft, gedeckt. Die bürgerliche„ Amateurkrise" ist daher nicht eine individuelle Frage der einzelnen Sportler, sondern hat ihre Ur= fache im System des bürgerlichen Sports! Die bür gerlichen Verbände und Vereine machen aus dem Sport ein Geschäft! Shre Veranstaltungen zeigen nicht die Maffenausbildung beim Sport, sondern die gut dressierte Leistung einzelner. Diese Kanonenzüchte rei liegt auf dem halben Wege zum Berufssport. Herr Dr. Wagner- Danzig hat jeẞt ein Amateur Grundgefeg ausgearbeitet und dem Deutschen Reichsausschuß für Leibesübungen unterbreitet. Typisch für die Betrachtungsweise des Herrn Dr. Wagner ist, daß sich alle acht Strafbestimmungen seines Grundgefeßzes nur gegen die Sportler als Einzelperson richten, aber nicht eine einzige gegen Verbände bzw. Vereine, die Bergehen gegen das Amateurgesetz dulden oder direkt verursachen. Es ist dem Ama= teur z. B. verboten: 1. geldliche Zuwendungen anläßlich der Beteiligung an einem Wettkampf anzunehmen; 2. einen Vereinswechsel aus anderen als sportlichen, moralischen oder Berufsgründen vorzunehmen; 3. seine Leistungen in den Dienst der wirtschaftlichen Reklame ader Propaganda zu stellen. Wer dies gegen Entgelt tut, verliert seine Amateureigenschaft. Zum Wintersport. Das Fest in Johanngeorgenstadt. Benn auch augenblicklich keine Aussicht besteht, daß es noch Winter werden wird, lassen die Arbeiterwintersportler doch nicht die Hoffnung sinken und treffen alle Vorbereitungen für die Winterarbeit. Der Arbeiterwintersportausschuß hat auf seiner legten Sigung die Ausschreibung zum Bundeswintersportfest am 30. und 31. Dezember 1928 und 1. Januar 1928 in Johann georgenstadt im Erzgebirge festgefeßt. Das Programm fieht por: Sonntag, 30. Dezember, 12- Kilometer- Langlauf für Sportler über 18 Jahre, 8- Kilometer- Langlauf für Jugend 16 bis 18 Jahren, 5- Kilometer- Langlauf für Jugend 14 bis 16 Jahren, 4- KilometerLanglauf für Sportlerinnen, Eislauf( Pflicht und Kürfigurenlaufen, 500 Meter Schnellaufen auf der Rundbahn), abends Begrüßungsfeier im Ratskeller. Am Montag, 31. Dezember: 20- Kilometer- Langlauf für Sportler über 18 Jahre, 8- Kilometer- Langlauf für den zusammengesetzten Lauf, 5- Kilometer- Mannschaftslauf für Jugend bis 18 Jahre, 4- Kilometer- Langlauf für Schüler 12 bis 14 Jahre, Gymnastik auf Schneeschuhen, Schaufahren, Rodelrennen für Ein- und Zweifizer aller Klaffen, Springen für den zusammengefeßten Lauf, Schau springen und schließlich einen Fackelzug zum Jahreswechsel. Dienstag, 1. Januar: 8- Kilometer- Mannschaftslauf für Sportler über 18 Jahre, Springen der Schüler, 1- Kilometer- Hindernislauf für Sportler, und Hauptspringen für alle Klaffen. Dienstag, 2. Januar: Stiwanderung nach Oberwiesenthal. Auch im Berlin- Brandenburger Kreis des Arbeiter- Turn- und Sportbundes find viele Mitglieder und Berttätige, die den Winter sport pflegen. Nach dem Ausschluß der Arbeiter- Wintersport- Intereffengemeinschaft" aus dem Bund bestand in der letzten Zeit keine Stelle, die die Wintersportler zusammenfaßte. Viele Bereine waren allmählich dazu übergegangen, Wintersportabteilungen zu gründen. Um alle zusammen zu haben und einen Kreiswintersportwart zu wählen, fand am vergangenen Montag eine Sigung statt, die sehr gut besucht war. In einer recht ergiebigen Aussprache wurde die Arbeit innerhalb des Kreises besprochen und beschloffen, die Lehrarbeit nur gentral zu erledigen, um die Kräfte in den Vereinen nicht zu zerzetteln. Als Wintersportwart wurde Walter Biese, Berlin gefegt werden, damit recht schnell Kurse für Schneeschuh und Eislauf veranstaltet werden können. Die Vereine werden aufgefordert, Wintersportler, die sich in ihren Reihen befinden, dem Obmann zu melden. Ber an dem Wintersportfest teilnehmen will, gleich, ob als attiver Sportler oder als Festbummler, melde fich ebenfalls sofort bei Walter Biese. # Terminverlängerung. Der für den 5. Dezember vorgesehene Termin zur Meldung der Wettkämpfer und sonstigen Teilnehmer tib: am 2. Arbeiter- Bundes Wintersportfest in Johann- Georgenstadt ist auf den 15. Dezember verschoben worden. tur; gal; Bolt fich das pen ind, am. ress Wintersportabteilung der Freien Turnerschaft Groß- Berlin. Die Abteilung, die vor einer Woche von Wintersportlern gegründet murde, ift eifrig bei der Arbeit. Sie wählte in die Leitung: Als Obmann Kurt Stolp, NO 55, Marienburger Straße 16, als Technifer für Schneelauf Baul Bospischel, für Eislauf Heinz Schmidt. Am Sonnabend, 1. Dezember, foll eine zweite Bersammlung stattfinden, die sich mit dem Ausbau der Abteilung und der Pachtung eines Eisplazes beschäftigt. Die Sigung findet um 19% Uhr im Botal Zur Friedensquelle", Werneuchener Ede Barbelebenstraße, am Friedrichshain statt. Alle Interessenten erscheinen zu dieser Berjammlung oder geben ihre Adresse dem Obmann bekannt. es Ferner soll teine Meisterschaft, fein Botal oder dergleichen zwischen Amateuren und Professionals ausgetragen werden sei denn, daß die zuständigen Verbände dies aus besonderen Gründen genehmigen. Am einfachsten wäre es natürlich, alle Verbände und Vereine auf vorstehende Bestimmungen zu verpflichten, denn dann fönnte man durch Bestrafung bzw. Ausschluß der Organisationen sehr schnell das eigene Lager säubern. Aber jetzt wird die Sache figlig! Im Sommer hat in Berlin ein großer Reflamelauf für die Firma Hackebeil stattgefunden. Was tun? Soll man die beteiligten Bereine ausschließen? In Köln verlangten zwei Radfahrer vom Bau Köln je 1000 m., in Bonn 800 m., und mit der Firma Opel hatten sie einen Vertrag, bei ihren Starts nur die Fabrikate der Firma Opel( natürlich gegen Geldentschädigung) zu benutzen. Als den beiden Radfahrern darauf die Amateureigenschaft aberfannt wurde, hat der Ehrenvorsigende des Bundes Deutscher Radfahrer öffentlich erklärt, der Bund Deutscher Radfahrer habe damit eine große Dummheit gemacht und auf die Amateur" qualitäten anderer großer Meister hin gewiesen. Aber auch der Deutsche Reichsausschuß für Leibesübungen nimmt offenbar geldliche und sonstige Zumendungen sehr gern an. In seinen amtlichen Bekanntmachungen ist zu lesen: Lewald verweist auf ein von der Firma Richter dem= nächst erscheinendes Buch über die olympischen Spiele, das als Stiftung der Firma Reemts ma unentgeltlich allen Berbänden zugehen soll. Bewald erwähnt bei diesem Anlaß mit Dant die weiteren Spenden der Gesellschaft. Wenn zwei Radfahrer ausgeschlossen werden, weil sie Reflame für Opel fahren, müßte das gleiche eigentlich auch mit dem Deutschen Reichsausschuß geschehen, der Reklame für Zigarettenfabriken macht. Aber das würde wohl zu weit führen? Es bleibt dabei: Non olet! Wenn die Organisationen Reklame laufen, bleiben sie„ Amateur". Wenn zwei Radfahrer für Opel fahren, find sie damit„ Professional"! Der Deutsche Fußballbund hat auf seiner letzten Tagung die Amateurrage sehr diplomatisch gelöst. Er beschloß zuerst: Die Sperre gegen Berufsspieler bleibt bestehen! Und hinter: her: Spiele mit Berufsspielern sind gestattet! Bei einer solchen Regelung kann sich jeder das Beste aussuchen. Damit ist dann auch die Amateurfrage zur Zufriedenheit aller Beteiligten, gelöst. Und Freude herrscht in Trojas Hallen! Sport des Tages. Ein neuer Sportfilm. Am Sonnabend fand im Tauenzien- Balast die Uraufführung eines Sportfilms: Der neue Mensch, ein Film von deutscher Körpertultur" statt. Veranstalter war der Deutsche Reichsausschuß für Leibesübungen, der diesen Film mit der ihm auch sonst eigenen Ueberheblichkeit in die Deffentlichkeit bringt. Statt eines neue Wege meisenden Körperkulturfilms jah man faum mehr als die schon hundertmal gezeigte Aneinanderreihung der einzelnen Sportdisziplinen. Nur sehr wenige Bilder hielten Niveau. Da hat der Arbeitersport mit weit geringeren Mitteln ( und weit geringerer Reflame) erheblich beffere Filme hergestellt. Abermals Bundesrennen im Sportpalaft. Zu seinem am Frei tag, 30. November, im Sportpalast stattfindenden zweiten Renntag hat der Bund Deutscher Radfahrer wiederum die beiden hervorragenden Dänen Henry Hansen und Willy Fald- Hansen zur Bestreitung eines 3 weistunden Mannschaftsfahrens eingeladen. Die Auswahl der eingeladenen deutschen Paare ist befonders forgfältig erfolgt. Arbeiterfußballbörse, heute, Mittwoch, 20 Uhr, bei Engel, Eminemünder Straße 65, direkt am Bahnhof Gesundbrunnen. Alle neu hinzugekommenen Vereine entsenden ihren Vertreter zur Vermittlung von Spielen. Nicht abgestempelte Bässe sowie Mitgliederliften mitbringen. Arbeiterschach! Donnerstag, den 29. November, findet die Gründung der Abt. Prenzlauer Berg bei Wilhelm Burg, Prenzlauer Allee 189, statt. Sozialdemokraten, Werftätige, Arbeiterschachspieler und solche, die es werden wollen, sind herzlichst eingeladen. Anfragen an G. Werwinski, Berlin S. 59, Planuser 91. Freie Turnerschaft Groß- Berlin E. B. Heute, 19 Uhr, Bereinsversammlung im Gewerkschaftshaus, großer Eaal. Bericht vom Kreistag und Aufnahme der neuen Bezirke. Meisterschaft Kündig- Seifried. Morgen, Donnerstag, hat der ständige Borring in der ,, Neuen Welt" zu Berlin seinen großen Tag, gelangt doch zwischen Eugen Kündig Hamburg und Hans Seifried Bochum die deutsche Weltergewichtsmeisterschaft zur Entscheidung. Um den Titelkampf gegen jede Eventualität zu sichern, hat sich der Königsberger Helmut Schulz als Erfagmann bereit zu halten. Erscheinen beide Kandidaten im Ring, so fämpft H. Schulz mit dem Hamburger F. Kracht. Beiterhin stehen die Begegnungen Jaspers- Henry Fröhner und Heinisch- Schumacher auf dem Programm. Sechs- Stundenrennen im Sportpalast. Als Auftakt des 25- Stunden- Rennens, das bekanntlich vom 8. bis 9. Dezember vor sich gehen soll, tommt nächsten Sonntag auf der populären Holzbahn in der Potsdamer Straße ein internationales 6- Stunden- Mannschaftsrennen zum Austrag, das um 6 Uhr nachmittags seinen Anfang nimmt. Das Rennen wird eine hervorragende Besetzung aufweisen, die wir nach Vervollständigung der Teilnehmerliste mitteilen werden. Die ideale Auto- Rekordbahn gefunden. Nach Der englische Automobilrennfahrer Kapt. Malcolm Campbell hat mit dem Flugzeug ganz Afrika durchquert, um einen geeigneten Platz für seine beabsichtigten neuen Angriffe auf den Automobilgeschwindigkeitsweltrefort ausfindig zu machen. einem belegraphischen Bericht Campbells scheint er jetzt ein Terrain entdeckt zu haben, das als das idealste für Refordversuche anzusprechen ist. Dieses Terrain, 400 Meilen von Kapstadt entfernt, in der Nähe der Orangefluffes gelegen, ist 32 Kilometer lang und 16 Kilometer breit. Die Oberfläche besteht aus Schlamm, der aber von der Sonnenglut so ausgetrocknet ist, daß er vollkommen erhärtet ist. Die ganze Fläche ist dabei so glatt und eben, daß man ohne die Hände am Steuer zu haben, eine Geschwindigkeit von 120 Stundenfilometer fahren kann. Nach Ansicht vieler Fachleute ist selbst der meilenweit ebene Strand von Dayton an der Küste von Florida für Automobilrekordversuche nicht so geeignet wie dieser von Campbell entdeckte Platz im Innern Afrikas. Volkstanz Jugendtanz. Am Freitag, 30. November, veranstaltet die Arbeitsgemeinschaft proletarischer Volkstanzkreise im großen Saal Neue Welt", Hafenheibe 108/114, ab 20 Uhr, Einlaß 19 Uhr, ein Boltstanzfest. Es soll neue Freunde für den Volkstanz werben. Der Volkstanz wird in der Großstadt fast nur noch von den Volkstanzvereinen gepflegt und in den Jugendorganisationen verbreitet: Die heurige moderne Jugend" fennt den Boltstanz faft gar nicht. Der moderne Tanz verdrängt immer mehr mit seinen ausländischen Tanzformen und Schlagergesängen die figurenreichen Volkstänze. Doch die Jugend hat es sich zur Aufgabe gemacht, die alten Tänze neu zit beleben, mit der Abweichung, die Trachten mit farbenprächtiger Für den Mitwirkenden sowohl als Festkleidung zu vertauschen. auch für den Zuschauer wird das Fest ein Erlebnis werden. Festfarten sind am Saaleingang zum Preise von 1 M. zu haben. Der Reinertrag wird zu Jugendpflegezwecken benutzt. Bundesreue Vereine teilen mit: Halle bekommt eine Radrennbahn. In die Reihe der mitteldeutschen Städte Leipzig, Dresden, Chemniz, Magdeburg, Nord- 20 Uhr, Bant, Ede Wiesenstraße: Unterhaltungsabend. hausen und Erfurt, die über offene Radrennbahnen verfügen, wird nun auch bald alle eintreten. Dort ist ein Verein„ Radrennbahn Halle" gegründet worden, der am Böllberger Berg eine Sommerbahn errichten will. Mit den Bauarbeiten soll bereits in den nächsten Tagen begonnen werden, die Fertigstellung der Anlage ist für den Sommer nächsten Jahres vorgesehen. Fußball in Schöneberg. Freitag, 30. November, 21 11hr, Gründungsversammlung einer bundestreuen Fußballvereinigung in bundestreuen Fußballvereinigung in Schöneberg bei Koschenz, Apostel Paulus- Straße 27. Touristenverein„ Die Naturfreunde", Zentrale Bien. Abt. Prenzlauer Berg: Donnerstag, 29. November, 20 Uhr, Altersheim Danziger Str. 62, Barade 2: Fünfminutenreferate. Abt. Gesundbrunnen: Donnerstag, 29. November, Abt. Tiergarten: Donnerstag, 29. November, 20 Uhr, Lehrter Str. 18-19: Radtfultur". Abt. Gübweft: Donnerstag, 29. November, 20 Uhr, Yordstr. 11: Musikalischer Abend. Abt. Spandau: Dannerstag, 29. November, 20 Uhr, Lindenufer 1: Mufifund Liederabend, Naturwissenschaftliche Abt.: Donnerstag, 29. November, 20 Uhr, Johannisstr. 15: Geschäftliches. Abt. Schöneberg: Donnerstag, Abt. 29. November, 20 Uhr, Sauptstr. 15: Phototritit. Bilder mitbringen. Rorben: Gonnabend, 1. Dezember, Bunter Abend in der Schulaula Gleim straße 49. Mufit, Rezitationen, Schund und Schmöker. Beginn 19% Uhr. Einlaßkarten zu 50 Pf. an der Abendkasse. Arbeiter- Rad- und Kraftfahrerbund„ Golibarität", Ortsgruppe Friedrichsfelde. greitag, 30. Rovember, 20 Uhr, Monatsversammlung im Gesellschaftshaus, Friedrichsfelde, Wilhelmstr. 38. Bundestreue Rad- und Motorradfahrer als Gäste angenehm. Das Wintertraining des Leichtathleten! Der Leichtathlet hat nun schon geraume Zeit sein Freilufi| den Uebungsformen der Gymnastik zur Ausführung fommen. Der möglich ist, ausgeübt werden. training beenbet, es hat bei ihm die Arbeit begonnen, die man Massenunterricht in der Halle soll der freien Entwicklung der Kräfte turz Hallen- oder Wintertraining zu nennen pflegt. Die Gymnastik die Bahn ebnen. Die Grunbrichtung des gymnastischen Winternimmt in der Vorbereitung des Leichtathleten den breitesten Raum trainings, das ungefähr von Oktober bis Weihnachten zwei Drittel follte eigentlich nicht nur an jedem Trainingstag, sondern im verübungen mit den Armen, dem Rumpf und den Beinen, ausein. Sie ist ausschlaggebend für den Erfolg. Diese Borbereitung der Uebungsabende ausmachen soll, find Dehnungs- und Streckungs leinerten Umfang täglich, was jedem eine Biertelstunde lang sicher gesprochene Kraftübungen, Widerstandsübungen, Bodenübungen und einige vorbereitende Geräteübungen. Diese llebungen müssen gegenseitig abwechseln, damit der Körper durchgearbeitet, gelockert und geschmeidig wird. Von Januar bis Anfang März stehe das Hallentraining im Zeichen der Waldläufe. Durch die in dieser Zeit besonders reine Luft verschaffen sie Frische und Stärke, Ausdauer und Spannkraft. Anschließend an den Waldlauf ist es unbedingt geraten, nur Lockerungsübungen und Massage zu betreiben. Erst im April, bei völliger Erwärmung der Luft, beginne man mit der leichten Arbeit auf der Bahn. Das Wintertraining bestehe in der Hauptsache aus der Gym aftit, der Massage( die ja gegenfeitig fehr leicht ausgeübt werden kann), den Uebungen an der Sproffenwand, den Waldläufen und erst in legter Linie aus den sommerlichen Bettkampfübungen selbst. Ich nenne die Sommerarbeit ganz bewußt zuletzt, da die Muskeln auf eine ganz andere Tätigkeit ein gestellt werden müssen, damit die Muskelpartien, die im Sommer so viel zu leisten hatten, jezt ausruhen und wachsen. Das Muskelwachstum ist das große Geheimnis des Wintertrainings. Die Forderungen, die ein trainierter Rörper stellt, find Muskelzuwachs, eine Lockerung dieser Muskeln und vor allen Dingen enthaltsam leben. Was nügt dem Sportler das beste Training, wenn seine Lebensweise vom Genuß dittiert wird? Noch einen Gesichtspunkt beim ausüben der eigentlichen Wettkampfübungen muß sich der Leichtathlet fest einprägen: Die fauberfte Technif im Training ift die Seele der Leistungsfteigerung! Das höchstmögliche Maß an körperlicher Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer durch das Wintertraining leicht und spielend zu erringen, ist nur möglich, wenn in harmonischer Folge die viel feitigen Bewegungen des Laufens, Springens, Werfens usw., in Zu frühes Ueben bringt leicht Muskelrisse. Noch einige Worte über die Massage. Massage ist das Bearbeiten durch Kneien, Streichen und Schütteln. Für das Bintertraining tommt nur die Vorbereitungsmassage und die Massage nach der Arbeit zur Beseitigung der Ermüdungsstoffe in Betracht. Jeder Sportler müßte die Selbstmassage in Kursen erlernen, denn sie ist das beste Mittel, zum Wettkampf frisch und locker zu sein. Zum Schluß noch: Im Training, in der Vorbereitung nie überanstrengen, sondern lediglich versuchen, die Form zu behalten. Dem Streben nach höchstleistung ist die allgemeine Durchbildung des Körpers vorauszusetzen. K. R. Geschäfts- Anzeiger Bauhütte G.m. Berlin S. H. b. Gesellschaft für Bauausführungen aller Art Berlin SW 48, Wilhelmstr. 106 Fernsprecher: Zentrum 3205-3207, 3284[ 23 Dachdeckerei Bezirk Süden- Weften. Wittling& Güldner Karl Wende BAUAUSFÜHRUNGEN Bauschlosserei- Kunstschmiede HOCHBAU TIEFBAU Bln.- Wilmersdorf HELMSTEDTER STR. 3 TEL. AMT UHLAND 962/63 Friedrichshagener IG. F. 117 E.G. 4 Baugenossenschaft M.B.H. 0.112, Frankfurter Allee 313 Dachdeckungs- Geschäft Hermann Obst Dachdeckermeister Alt- Glienicke Tel. Adlershof 171, Hoch- u. Tiefbau Treppengeländer Scholten& Co.( G. F. 109 Fernruf: Friedrichshagen 524 und 1138 Schöneberg Tel Stephan 8634 Urnen und Potsdam Tel. Potsdam 1741-42 Grabdenkmäler Genossen! Unterffügt Eure eigenen Betriebe! Dedt Euren Bedarf an urnen u. Grabdentmälern nur in de Steinmehhütte, Gemeinnütige G.m.b.6. 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