Nr. 302. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beileg:„ Neue Welt" 10 Bfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Pretstifte für 1896 unter Nr. 7277. = Vorwärts 12. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder beren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Abonnements- Einladung. „ Vorwärts" mit der illustrirten Sonntags- Beilage Die Neue Welt". Sonnabend, den 28. Dezember 1895. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3: Es ist die Pflicht eines jeden Parteigenossen, für die Weiterverbreitung des Zentralorgans der Partei nach Kräften thätig zu sein. Daß unser Blatt in bezug auf politische Dinge vortrefflich informirt und häufig in der Lage ist, Nachrichten zu bringen, die feinem anderen Blatte zur Verfügung stehen, das ist allseitig anerkannt. enthält. " Wolfsernährung. Der Margarine- Geleentwurf. Margarine höchstens 3,5 pet. Butter fett( aus der Milch) Seit 1887 das Gesetz betr. den Verkehr mit Ersagmitteln Ueber den Werth des gewonnenen Produkts sagt die Mit dem 1. Januar eröffnen wir ein neues Abonne- für Butter erlassen wurde, agitiren die Agrarier ohne Unterlaß Dentschrift des kaiserlichen Gesundheitsamts: ment auf den dafür, daß an stelle dieses, ihnen nicht weit genug reichenden Da bei der Margarinedarstellung der größte Theil des in Gesezes ein solches fomme, das ohne Rücksicht auf das Volks- dem Rindertalge enthaltenen schwer verdaulichen wohl die Margarinefabrikation vernichtet, weil sie dann höhere Stearins abgeschieden wird und daneben nur leicht ver. Preise für Butter zu erzielen hoffen. Um die Regierung und die dauliche Dele verwendet werden, so ist vorauszusehen, daß öffentliche Wieinung für ein solches Gesetz zu gewinnen, erklärten sie auch die fertige, gewissenhaft hergestellte Margarine ein gut die Margarine als ein ganz minderwerthiges, ekelhaftes Produkt, verdauliches Nahrungsmittel ist. Eine der vor dem fie, die guten Agrarier, das Volk schützen wollen. Da wichtigsten Aufgaben der Volksgesundheitspflege neben wetterten sie mit heiligem Zorn gegen die Verfälschungen Sorge für die Gute und reichs und Betrügereien, die durch Verkauf von Mischbutter( Margarine liche Nahrung erhöht die Leistungsfähigkeit und die Wider. und Butter) ausgeübt würden. standskraft des Voltes. Soll ein gutes Nahrungsmittel möglichst Nun ist es gewiß unzweifelhaft, daß Butter mit Margarine weiten Kreisen Nutzen bringen, so muß es auch zu einem Preise gemischt fälschlich als reine Butter verkauft wird und sicherlich in den Verkehr gebracht werden, der die Herstellungskosten nicht liegt es im allgemeinen Interesse, gegen diesen Betrug vor allzusehr überschreitet und von den minder bemittelten Ueber dem politischen und wirthschaftlichen zugehen, weil durch ihn der Käufer unter Vorspiegelung falscher Klassen noch bezahlt werden kann. Theil werden aber die lokalen Vorkommnisse Berlins Thatsachen zu höheren Ausgaben verleitet wird. Aber Die aus reinen Fetten mit der nöthigen Sorgfalt hergestellte teineswegs vernachlässigt. Die Besprechungen unsrer kom- diese Täuschung ist das, was zu bekämpfen Margarine muß als ein gutes Nahrungsmittel munalen Angelegenheiten sowie die ausführlichen Berichte wäre; denn eine Schädigung des Käufers durch Lieferung anerkannt werden, das im stande ist, den weniger bemittelten minderwerthigen Materials tritt nicht ein. über die Verhandlungen der Stadtverordneten- Versammlung stätigen die Motive und das dem Gesetzentwurf beigefügte Gut butter zu dienen. Vom sanitären Standpunkte Das be- Klaffen der Bevölkerung als Ersagmittel für die Naturbringen den Leser in die Lage, die Erscheinungen auf diesem achten des kaiserlichen Gesundheitsamts, das in fireng wiffen ist gegen Margarine, welche aus reinen und guten Stoffen her wichtigen Gebiet des öffentlichen Lebens genau zu verfolgen. fchaftlicher, objektiver Weise auf agrarische Profitwünsche teine geftellt wird, Bedenken nicht zu erheben. Thatsächlich find Der lokale Theil des Vorwärts" verzeichnet alle Be- Rücksicht nimmt. auch in den 20 Jahren, während welcher nunmehr die gebenheiten des Tages und giebt ein getrenes Bild des Margarine als Speise- und Kochfett allgemeinere Verbreitung Vereins- und Versammlungslebens, welches gesunden hat, Fälle von Gesundheitsschädigungen in Berlin besonders starke Wellen schlägt. infolge des Genusses von Margarine nicht bekannt geworden." " Ebenso widmen wir dem Feuilleton die größte Aufmerksamkeit. Jetzt veröffentlichen wir einen OriginalRoman aus der Gegenwart: Clotilde", von H. W. M. von Walthausen, der in einer deutschen Residenzstadt spielt und tiefe Blicke in das Leben der guten Gesellschaft" thun läßt. Den neuen Abonnenten wird der bereits gedruckte Anfang dieses höchst spannenden Romans gratis nachgeliefert. Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, sowie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennige frei ins Haus. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements zum Preise von 3,30 M. für die Monate Jannar, Februar und März nur Da die Herstellung der Margarine gerade die Arbeiterkreise intereffiren wird sind sie es doch, deren Lohn eben nur hinreicht, um sich Margarine anstatt Butter zu kaufen, fo fei bier die Fabrikation nach den Angaben der Denkschrift furz ffizzirt. es: V " Ueber den Margarinetäse, der aus Magermilch unter Rindertalg wird möglichst schnell nach dem Schlachten der Zusatz von Margarinefett hergestellt wird, in Deutschland bes Thiere gewaschen, zerkleinert, mit Dampf bei 50 Grad Celsius sonders seit 1890, schreibt die Deutschrift: Bom Standpunkte gefd molzen, durch Stehenlaffen von den Häuten und anderen der Boltsernährung läßt sich das von manchen Seiten festen Bestandtheilen getrennt und nochmals mit Salzwasser ge- gewünschte gänzliche Verbot der Herstellung des Margarinewaschen. Das so gewonnene Fett ist der sogenannte„ premier fäses nicht rechtfertigen." Und über die Kunstjus"( premjeh schüh, französisch, erstes Fett). Dieses Fett läßt Speisefette heißt Kunst Speisefette, welche man 1-2 Tage bei 27 Grad Celsius stehen; in dieser Zeit die falbenartig fyftallifirt der schwer schmelzbare Theil des Kinderfetts, das Stearin schmalzes haben, enthalten weiche des Beschaffenheit Schweine nicht mehr Stearin als und Palmitin zum theil aus, während der leichter schmelzbare Theil, das das Schweine schmalz selbst und werden daher wahr. Olein, flüffig bleibt. Dieser flüssige Theil wird durch starkes scheinlich etwa gleich gut wie dieses vom mensch Pressen von den Stearintinstallen getrennt, letztere werden zu lichen Organismus aufgenommen." Kerzen verarbeitet oder als Preßtalg zum Kunstfelt verwendet. Diese, von namhaften Physiologen und Chemikern getheilten Das beim Pressen abfließende Del ist das Oleomargarin, Anschauungen werfen also das von den Agrariern fünstlich das eigentliche Rohmaterial der Margarinefabrikation. Dieses genährte Vorurtheil gegen die Margarine über den Haufen. wird mit Neutral 2ard( ein gereinigtes Schweineschmalz), Allerdings bleibt dann noch der Einwurf, daß eben Baumwollfamen Del( Cottonöl), Sesamöl oder nicht alle Margarine aus gutem Fett in der oben Erdnuß öl gemischt und dann mit Butterfarbe und Milch geschilderten Weise hergestellt wird. Eine Anzahl Molkereien innig gemengt. Die dickflüssige Mischung fließt in eine Rinne, wo haben dem Reichstage eine Dentschrift überreicht, in der be fie unter die eistalten Wasserstrablen einer Brause gelangt, wobei hauptet wird, die jetzt hergestellte Margarine sei schwer oder entgegen.( Eingetragen in der Post- Zeitungsliste für 1896 fie sich in eine lockere Fettmasse verwandelt. Nun wird sie mit nicht vert aulich, weil sie nicht nach dem ursprünglichen, 1869 unter Nummer 7277.) Salz gemengt, gefnetet und geformt. Echon das Gesetz von 1887 von dem Franzosen Mège Mourius erfundenen Verfahren bestimmte, daß höchstens 100 Gewichtstheile Milch auf hergestellt werde, wobei fast fämmtliches Stearin ab= 100 Gewichtstheile Fett zugesetzt werden dürften, so daß die geschieden wurde, indem bei niederer Temperatur als Redaktion und Expedition des ,, Vorwärts". Sergius Stepniak kodk. London, den 24. Dezember 1895. In der Blüthe feiner Jahre, in voller Mannestraft ist gestern Vormittag ein Mann plöglich vom Tod ereilt worden, der im Kampf für die politische Freiheit Rußlands in vorderster Linie gestanden. Sergius Michailowitsch Krawtschinsky Stepniat war nur ein angenommener Name ist durch einen gräßlichen Unfall der Mission entriffen worden, der er sich hier im Auslande geweiht: der Vermittelung zwischen den Freiheitsbestrebungen in Rußland und den Freunden des politischen Fortschritts in Westeuropa. " " = den letzten Jahren, Zeugniß ab von einer Annäherung desselben politisch- sozialen Zustände, sei es über die Literatur seines und der von ihm vertretenen Richtung an die russischen Liberalen. Heimathlandes. Er schrieb in viele Revuen und verkehrte, wie Es proflamirt oder konstatirt eine Art ungezwungener gesagt, mit Vertretern aller Parteien, ohne indeß einen Augens Kooperation zwischen diesen und den sozialistischen Revolutionären. blick seine sozialistische Gesinnung zu verleugnen. Er hat auch bei der " Ihr Programm", heißt es dort von Rußlands Liberalen, ist Maidemonstrationen im Hyde Park gesprochen, und erst vorige nicht das unfere, aber wir wünschen ihm besten Erfolg, weil es Woche war er Theilnehmer an einem intimeren Banket der Mits gerade die gleiche Linie einhält wie das unfere und nur das arbeiter des Keir Hardie'schen Labour Leadur". Lange Jahre Biel etwas weiter zurücksteckt." Das Daily Chronicle", dem ich gehörte er auch zu dem Kreise der Gäste unseres Friedrich Engels, diefes Bitat entnehme, erblickt in dem Buch u. A. die Frucht der und niemand, der ihn vor vier Monaten bei dessen LeichenRückwirkung entschiedener Einflüsse, unter anderem der englischen begängniß sab, hätte geahnt, daß der erst 42 jährige Vertreter der Sympathien auf die Ansichten Stepnial's hinsichtlich der Kampf- russischen Sozialisten so bald dem Veteranen der modernen Sozial methoden." demokratie folgen würde. In der großen Kampfepoche des Endes der siebziger Jahre Stepniat war äußerst fräftig gebaut, so daß seine ohnehin war Stepniat Krawischinsky einer der kühnsten und energischsten große Figur dadurch noch höher erschien. Auf breiten Schultern ruhte Er hatte von seinem in Turnham Green, im äußersten Männer der That. Gin Stück aus seinem damaligen Leben ein mächtiger Kopf, den man nicht so leicht vergaß. Er vereinigte Westen Londons, gelegenen Hause nach Shepherds Bush eben bildet den Grundstock feines den Lesern des Vorwärts" be- in sich eine nicht gewöhnliche Kraft des Geistes, eine glänzende falls ein Vorort im Westen Londons gehen wollen, fannten Romans Die Laufbahn eines Nibiliften".) literarische Begabung mit einer außerordentlichen Kraft der um dort mit russischen Gesinnungsgenossen zufammenzutreffen, Jahrelang führte er das Leben eines" Illegalen", Muskeln legteres zum theil die Frucht der Willenss als er, in Gedanken vertieit, beim Ueberschreiten eines Bahn- jahrelang stand er im Mittelpunkt der Bewegung, als Organi- stärke Stepniat's. Denn als die Verhältnisse Rußlands töpers von einem gerade daher kommenden Eisenbahnzug erfaßt fator u Anführer in den gefahrvollsten Unternehmungen, den Revolutionären der siebziger Jahre den Uebergang und sofort getödtet wurde. Wohl hatte der Lokomotiviührer ihn jeden Aug.nblick gewärtig, den Tod von Hentershand zu erleiden zum äußersten Widerstand zu gebieten schienen, stählte bemerkt und durch die Nothpfeife zu warnen versucht; aber oder in ewige Gefangenschaft nach Sibirien abgeführt zu werden. Stepniat seinen Körper durch unermüdliche Uebung plan. Stepniat muß dies überhört haben, und ebenso erwies fich der Es bleibe indeß seinen Kampfgenossen aus damaliger Zeit vor- mäßig dazu, allen Anstrengungen zu entsprechen, welche die neue Versuch, den Zug durch Bremsen rechtzeitig zum Halten zu behalten, im einzelnen zu schildern, was Stepniat- Krawtschinsty Thätigkeit erfordern mochte. Er war überhaupt ein Mann, der bringen, als vergeblich. Ehe noch der Lokomotivführer die als Mann der r.' ntionären Aktion geleistet, die Eingeweihten reiflich zu überlegen, dann aber auch fonsequent zu handeln Maschine zum Stillstand bringen konnte, war der Stifter und verbinden seinen men mit den sensationellsten Thaten, welche pflegte, und wenn die Haltung, die er in letzter Zeit eingenommen, geistige Mittelpunkt von Frei- Rußland" schon eine entsetzlich in jener Zeit zur Ausführung gelangten. von manchen seiner früheren Genossen nicht durchgängig gebilligt verstümmelte Leiche. Als er endlich so kompromittirt war, daß er in Rußland wurde, so ward doch nie bestritten, daß sie die Fruut ehrlicher Der Schreiber dieses hatte noch am Abend vorher Stepniat seinen Genossen nicht mehr von Nutzen fein fonnte, suchte und auf gewissenhafter Ueberlegung beruhender Ueberzeugung in dessen Hause gesprochen. Gine Gesellschaft von Freunden der Stepniat das Ausland auf. Hier wandte er sich bald der war. An seinem Sarge werden, neben der hingebenden Ges russischen Freiheitsbewegung tam dort am Sonntag Abend Schriftstellerei zu und veröffentlichte anfangs der siebziger Jahre fährtin feines Lebens, alle Fraktionen der kämpfenden sozias zu zwangsloser Unterhaltung zusammen. Es waren zumeist sein Unterirdisches Rußland"- ein Buch, deffen feuilletonistischer liftischen Bewegung Rußlands Leid tragen. Engländer, Angehörige der verschiedensten Parteien Tories, Charafter den weiter links stehenden Genossen des Veriaffers nicht sehr Die Leiche Stepniak's wird nächsten Sonnabend durch Ver. Liberale, Radikale, Sozialisten die ich Sonntag dort traf, behagte, das aber in weiten Kreisen des ausländischen Publikums brennung in Asche verwandelt werden, und unter denen, die bei wie ja auch die Free Russia" Engländer aller Parteirichtungen Sympathien für die dort geschilderte Partei und ihre Kämpfer dieser Gelegenheit dem Andenken des Verstorbenen einige Abs zu Mitgliedern zählt. Stepniat schien in bester Gesundheit und erweckte. Es hat jedenfalls dazu beigetragen, die" Free Russia"-schiedsworte widmen werden, wird auch die deutsche Sozialbester Laune, weniger als sonst geneigt, zeitweilig fich in Ge- Gesellschaft zu stande zu bringen, die sich schon in mancher Hin- demokratie vertreten sein. Unsere Partei, für die Stepniak stets danken zu verlieren. Er hat vor kurzem ein Buch vollendet, das sicht der Befreiungsbewegung in Rußland von Nuzen erwiesen die größte Sympathie und Achtung befundet hat, kämpft in soeben die Presse verlassen:„ König Klotz und König Storch, eine hat. Seit etwa 12 Jahren lebte Stepniak in England, dessen anderer Weise, als es die Sozialisten Rußlands zeitweise zu thun Studie über das moderne Rußland", aber wir famen nicht dazu, Sprache er sich f. u eigen gemacht hatte, daß er nicht nur als gezwungen waren. Aber sie fämpft für dasselbe Biel wie jene, darüber zu sprechen, das Thema des Tages, der amerikanisch- Redner sondern ch als Schriftsteller mit Sicherheit auftreten und sie wird das Andenken derer hochhalten, die bei sich im englische Konflikt, nahm auch hier das Gespräch völlig in Anspruch. fonnte. Er hat unzählige Vorträge gebeten, sei es über die eigenen Lande und gegen das eigene Land ihre Pflicht gethau. Von dem genannten Buch kann ich daher nur soviel sagen, daß Das aber gilt im bohen Grade von Sergius Michailowitsch es Rußlands Zustände unter Alexander III. und die Probleme*) außer fenem Roman ist noch von größeren Arbeiten Krawtschinsky. Man kann auf ihn mit recht in leichter Variante und Alternativen schildert, vor welche die Regierung Nikolaus II. Stepniat's dessen bemerkenswerthe Studie über den russischen mit dem Dichter sagen: Wer den Besten seines Voltes genug ge= sich gestellt sieht. Es legt, wie die ganze Thätigkeit Stepniats in Bauer in deutscher Sprache erschienen( Stuttgart, J. H. W. Diet). than, der hat gelebt für alle Völker. zu -Jetzt üblich das Abpressen vor fich ging. Das füffigere Forderung, durch welche der Kleinhandel mit Margarine Tahm- 1 allgemeinen Reptilienweisheit. Der Vorschlag past trefflich Oleomargarin, das man damals erhielt, habe auch gelegt wurde, fallen; die Agrarier haben bereits angekündigt, in eine Zeit hinein, in der die Wortführer der Reaktion stets Teinen Zusatz von Delen gebraucht; es sei demnach durch daß sie diesen Antrag wieder einbringen. Auch das Verbot der und ständig die blutige Gewalt auch als politisches HeilGesez zu verbieten, daß Oleomargarin verwendet werde, welches Herstellung von Margarinekäse bringt der Entwurf, zum Aerger mittel predigen. Um diesen neuesten Vorschlag recht bei einer höheren Temperatur als 45 Gr. E. abgeschmolzen der Agrarier, nicht. Und gegen die von jenen geforderte man würdigen, muß bedenken, wurde. Die Deutschrift des kaiserlichen Gesundheitsamts giebt Färbung der Margarine mit blauer oder rother oder brauner daß es sich zu, daß zu billigeren Sorten Margarine billigere Fette, b. b. Farbe wendet er sich mit aller Entschiedenheit als eine ungerechte nicht um Verbrecher handelt, die mit jenen Strafen solche mit viel Stearingehalt verwendet werden und dann, um Forderung, deren Erfüllung der ärmeren Bevölkerung den bedacht werden sollen, sondern um Unglückliche, dieselben zu verflüssigen, mehr Del zugesetzt wird. Eine Gesund- Margarinegenuß verekeln würde. die durch Arbeitslosigkeit und und sonstiges Mißgeschick beitsschädigung ist aber auch bei solchem Gemisch nicht zu be- Fm allgemeinen ist also der Entwurf nicht nach den zum theil ihre Arbeitskraft, zum theil sogar ihren fürchten, es sei denn der Konsument sei ohnehin schon magenfrant. Wünschen der Agrarier; diese wollen die Margarine verboten Verstand verloren haben. Solche Leute bedürfen zu ihrer Wenn er aber arm ist, wird er sich troh seiner Magenerkrankung haben oder Mittel erhalten, um die unbequemen Konkurrenten Leitung eine zwar strenge aber menschliche Behandlung. nicht Butter kaufen, sondern Schweineschmalz, das ebenso schwer so zu chikaniren, daß sie das Feld behaupten und dann möglichst Was das Reptilienblatt empfiehlt, ist die Schreckensherrschaft verdaulich ist, oder Kunstspeisefett. Daß für einen Magenkranken hohe Preise erzielen tönnen. das leicht verdaulichste, von Stearin ganz freie Fett das Doch beeinträchtigt der Entwurf auch jetzt schon den freien über Sklaven, verschärft durch Folterqualen. beste ist, wird niemand bestreiten. Die Agrarier sorgen Verkehr mit Margarine und stellt ihn unter Ausnahme- Jm Venezuela- Zwift wird sogar durch Freunde des aber doch wahrlich nicht dafür, daß die großen Schaaren bestimmungen, denen andere Waaren nicht unterliegen. Aufgabe Präsidenten Cleveland bereits abgewiegelt. Der Senator von Arbeitern, welche magenleidend find, höhere Söhne er einer ausgleichenden Gerechtigkeit", von der unsere Staats- Gray, ein sehr intimer Freund Cleveland's, erklärte telehalten? Und geben etwa die Gute befizer ihren Arbeitern Butter? sekretäre so gern reden, würde es daher sein, auch alle daß die Botschaft Ist es nicht Thatsache und in einer landwirthschaftlichen anderen Waaren, insbesondere den nächsten Nachbar der graphischen Nachrichten zufolge, überall letteren mißverstanden worden Zeitung als sehr verftändig gepriesen sei. daß die Butter ver Margarine, die Butter, unter sorgfältigte Staatsfauft und für das Gesinde Margarine ge kauft wird? aufsicht zu stellen. Es ist für die Verdaulichkeit Amerika wolle England absolut nichts vorschreiben. Daß nicht efelhafte Fette von gefallenen Thieren verwendet der Butter wie ihren Werth auch von größter Bedeutung, ob sie Die ernannte Kommission habe lediglich die Aufwerden dürfen, ist selbstverständlich; wir glauben auch nicht, daß von Weidevieh oder bei Stallfütterung gewonnen wurde und ob gabe, die amerikanische Regierung und das Volk zu infolche Anwendung finden, da ihr übler Geruch sie in der Heu oder auch Rüben, Rübenschnitzel oder gar Kartoffelpülpe formiren. Niemand verlange, daß die Kommissionsarbeiten Margarine verrathen verrathen würde. Der Gefeßentwurf fordert( Rückstände der Stärkefabrikation) oder Leinkuchen zur Fütterung für England bindend seien. die Revision der Margarinefabriken; dagegen läßt der Kühe verwendet würden. Eine Kontrolle der Milchwirth- Mit einer solchen Erklärung könnte, falls sie auch durch sich nur einwenden, daß zu befürchten ist, sie werde nicht fach- fchaften und Molkereien würde sicherlich mehr belastendes Material die berufenen Organe der Vereinigten Staaten erfolgte, verständig genug ausgeführt werden, weil sie der Polizei über zu tage fördern als die Kontrolle der Margarinefabriken! Aber tragen werden soll. Zwar hat diese laut Entwurf das Recht, daß unsere Regierung die Agrarier mit solcher Beaufsichtigung sich auch England zunächst zufrieden geben. Denn die EinSachverständige damit zu beauftragen; richtiger aber wäre es, in Berlegenheit bringt, brauchen sie nicht zu fürchten! Junker holung von Informationen in Venezuela wird man den man bringt die Polizei nicht erst in Verlegenheit, sich nicht bleibt Trumpf! Vereinigten Staaten ebenso wenig wie einem anderen Staate für sachverständig zu halten, sondern überträgt die verwehren wollen. Revision denjenigen Organen, bei denen man größere Borbildung für diese Aufgabe voraussehen kann: besonderen Sanitätsbehörden. Politische Mebersicht. Berlin, 27. Dezember. des In Venezuela selbst geht indeß der Entrüftungssturm noch hoch einher. Nach einer Depesche der„ New- York World" aus Caracas hat am Mittwoch dort eine große Rundgebung gegen die Engländer stattgefunden. Der Minister des Innern hielt eine Rede, in der er betonte, Venezuela würde sich nur einem Schiedsgerichte unterwerfen oder, falls ein solches nicht bewilligt würde, zu den Waffen sagen über die Weiterentwickelung der Bollrevision: Der Entwurf verlangt auch, daß die Fabrikanten auf Er- Zur Aktion gegen die Berliner Sozialdemokratie. fordern Auskunft über das Verfahren bei Herstellung Die Erhebungen wegen der vom Gericht bestätigten vor der Erzeugnisse und über die zur Verarbeitung gelangenden Rohläufigen Schließung der sozialdemokratischen Wahlvereine in ftoffe, insbesondere noch über deren Menge und Herkunft geben follen. Die Margarinefabrikanten laufen gegen diese Bestimmung Berlin sowie des Parteivorstandes werden fleißig fortgesetzt. Sturm: sie befürchten Berrath ihrer Fabrikations. Auf den 30. bezw. 31. Dezember sind die Mitglieder des greifen. geheimnisse. Wir aber sehen in diesem Puntte nicht so als Verein erklärten Parteivorstandes vorgeladen, um als schwarz und halten eine solche Kontrolle für sehr angebracht. Beschuldigte in der Straffache Auer und Genossen ver- Die Vereinigten Staaten von Amerika machen Bom Standpunkt des Allgemeinwohls aber ist zu fordern, nommen zu werden. Die Genossen Auer, Liebknecht und Ernst mit dem Zolltrieg gegen Deutschland. Der Zoll auf daß nicht nur die Margarinefabrikation einer solch ständigen Singer die außerdem noch geladenen Genossen Bebel verschiedene Waaren, insbesondere auf Wolle und WollBeaufsichtigung unterliege, sondern alle Betriebe, in denen und Gerisch sind nicht in Berlin anwesend haben dem waaren soll bedeutend erhöht werden. Das ist die Antwort Nahrungsmittel hergestellt werden, besonders die Bäckereien und die Wurstfabriken und nicht zum wenigsten die Landgericht I mitgetheilt, daß sie der Vorladung keine auf die chikanöse Aussperrung amerikanischer Fleischwaaren Moltereien! Welche Unsauberkeit in manchen Bauern Folge leisten werden, weil sie sich für verpflichtet und sonstiger Lebensmittel aus Gefälligkeit für unsere wirthschaften herrscht, ist bekannt. Gerade diese Unfauberkeit erachten, die ihnen als Mitglieder des Reichstages auf Junker, welche dem Volk keine billigen Nahrungsmittel zuund der Umstand, daß alter, faurer Rahm verwendet wird, grund des Art. 31 der Reichsverfassung zustehenden Rechte tommen lassen wollen. So muß die deutsche Industrie verursacht ja, daß die Bauernbutter weniger haltbar und gesund nicht preiszugeben. Der Art. 31 der Verfassung bestimmt, für die Begehrlichkeit unserer Funker büßen. ist und schlechter schmeckt, als gute Margarine. Das spricht auch daß kein Mitglied des Reichstages während der Dauer der Die telegraphischen Mittheilungen aus Washington die Denkschrift des faiserlichen Gesundheitsamts offen aus; fie Session ohne Genehmigung des Reichstages in Untersuchung erwähnt, daß nach Untersuchungen von Lafür in 1 Gramm Der Bericht der Budget- Kommission über Cleveland's FinanzNaturbutter 10-20 Millionen Keime von Bakterien sich fanden, gezogen werden darf. Unter Berufung auf diese Verin einem Falle sogar 47 Millionen Reime, während in 1 Gramm fassungsbestimmung haben die vorgeladenen Genossen dem botschaft wurde dem Repräsentantenhause am 26. Dezember vorgelegt. Der Bericht bezeichnet die unzulänglichen StaatsMargarine nur 750 000, nach anderen Untersuchungen 4 bis Gericht anheimgegeben, die Genehmigung des Reichstages einfünfte als Hauptursache der gegenwärtigen Schwierig6 Millionen Keime enthalten waren. zur Führung der gegen sie beabsichtigten Strafverfolgung feiten. Während der ersten Hälfte des laufenden Finanzjahres Aber nicht nur unsaubere und ungesunde Butter kommt auf einzuholen. würde das Defizit ungefähr 20 Millionen Dollars betragen. Die den Markt, sondern in gröbster Weise verfälschte und zwar von Mehrheit der Kommission spricht die Hoffnung aus, daß der Selbst den Brauweiler- Prozeß sucht die Reaktion Bolltarif für das Etatsjahr 1897/98 einer Revision im Sinne den Produzenten und ohne Margarine verfälschte. In de bäuerlichen Milchwirthschaften wird, wie die Deutsch ft 3 ihren Zwecken auszunuzen. zu Während fast in von Schutzöllen unterzogen würde. Dies sei aber augenganz richtig sagt, die Butter in fahrlässiger, oft auch in ge der gesammten Bresse von der Rechten bis zur blicklich unmöglich. Infolge dessen schlage sie eine 3olls winnsüchtiger Weise mit Wasser verfälscht uno mit Linken die Zustände in dem Arbeitshause zu Brau- erhöhung und einige andere Aenderungen in der WilsonSalz; in den Gutsmoltereien geschieht das gleiche. Butter foll weiler als unverträglich mit den gesetzlichen Bestimmungen Bill vor. Die Zollerhöhung wird danach 8 Millionen Dollars nicht mehr als 15-16 Prozent Waffer, nicht mehr als 2,5-3 Prozent und mit der Menschlichkeit gebrandmarkt werden und dem und die Wollzölle 25 Millionen Dollars ergeben. Die Salz und nicht weniger als 80 Prozent Fett enthalten. Die Redakteur Hofrichter Dank gezollt wird für sein mannhaftes Kommission empfiehlt einen Zoll von 6,6 Cents pro Pfund Denkschrift theilt mit, daß Butter mit mehr als 20 Prozent Auftreten, versucht die„ Nordd. Allg. Ztg." daraus die ungewaschener Wolle, von 32 pt. auf Teppichwolle und von Basser nicht selten ist und Butter mit 50 Prozent Nothwendigkeit einer Strafverschärfung in Arbeitshäusern bringlich, den Schaßfekretär zur Ausgabe kurzfristiger brei Wasser angetroffen wurde. Das Wasser wird unter Anwendung von Kunstfuiffen eingefnetet, so daß der Käufer zu deduziren: prozentiger Bonds zu ermächtigen, und empfiehlt die Ausgabe nicht merkt, wie er betrogen wurde! Die Frage steht daher nicht so, wie man in schwach von Staatsschuld- Zertifikaten, zahlbar in drei Jahren mit dreiHäufige Ver urtheilungen find bereits erfolgt. Die Denkschrift fügt hinzu: müthiger Humanität jetzt verkündet, daß unmenschliche" prozentiger Berzinsung im Höchstbetrage von 50 Millionen der Brauweiler " Die früher umfangreiche Butter- Ausfuhr von Strafen in Anstalt offiziell angewandt Dollars, um die gegenwärtigen Fehlbeträge zu decken. Das Haus Deutschland nach England ist nach dem Urtheile Sach wären, sondern so, daß das Gefeß die Anwendung nahm mit 205 gegen 81 Stimmen die Tarifreform Bill an. verständiger hauptsächlich wegen der schlechten Beder Disziplinarmittel verbietet, welche bis in die höheren Stellen Danach zahlt die jetzt freie Rohwolle der Klassen 1 und 2 60 pCt. fchaffenheit, welche die dorthin ausgeführte Waare längere herauf die Verwaltungsorgane nicht entbehren zu können erklären der Säße des Mac Kinley- Tarifs von 1890 und Wolle der Wollenwaaren zahlen Zeit hindurch hatte, in den letzten Jahren erheblich zurück- und daß das untere Personal bann contra legem( gegen das Klasse 3 den vollen Satz von 1890. gegangen." In den Motiven zum Gefeßentwurf wird diese Gesetz) thut, was es cum lege( mit dem Gesetz) nicht thun also Zuschlag zum jeßigen Zoll 60 pCt. der spezifischen fann. Man hätte glauben sollen, wenn sollen, daß, Angabe wiederholt und als hauptsächliche Verfälschung der Gewichts oder Flächenmaßzölle des Mac Kinley Tarifs. Nur hohe Wassergehalt angeführt! Preffe den Fall Brauweiler" behandeln wollte, sie sich auch all- Teppiche und ähnliche Wolfabrikate zahlen als Buschlag den Trogdem giebt der Gefeßentwurf keine bestimmte Grenze für gemein mit dieser Seite der Sache befaßt hätte, stati unter Berufung vollen Flächenmaßsatz des Mac Kinley Tarifs. Das jetzt freie den Wasser und Salzgehalt der Butter an, sondern ermächtigt auf humane Gefühle das Mitleid für die armen Gezüchtigten wach Holz und Holzwaaren zahlen 60 p& t. der Mac Kinley- Säße, alle nur den Bundesrath, Vorschriften zu erlassen. Es wird Aufgabe zurufen, d. h. für Leute, die sich selbst aus der Gesellschaft aus übrigen zollpflichtigen Waaren außer Bucker sind mit einem Zoll. des Reichstages fein, mindestens für einen recht raschen Grlaß geschlossen haben. Viel näher hätte es gelegen zu untersuchen, ob nicht zuschlag von 15 pet. der gegenwärtigen Bollsäge belegt. solcher Vorschriften zu sorgen, damit den Butterfälschern, die gerade dieser Fall" erweise, daß die gefittete Welt zum Schutze Der füdafrikanischen Republik oder dem Trans. ohne Margarinezusatz betrügen, das Handwerk gelegt wird. gegen moralisch gesunkene, verkommene und arbeitsscheue Individuen Die übrigen Vorschriften des Entwurfs treffen Bestiminungen auch solcher Buchtmittel nicht entbehren fann, die allerdings va al, wie sie auch genannt wird, drohen durch die engüber Aufbewahrung und Verkauf von Margarine. Die Agrarier in den Kodex einer überspannten Humanität nicht passen wollen." lischen Einwanderer, die das Goldfieber ins Land gezogen wollen, daß Butter und Margarine in gemeinsamen Räumen Also: Mundbinde, Zwangsjacke, Cachotte und Prügel- hat, arge Unannehmlichkeiten. Telegraphisch wird aus weder hergestellt, aufbewahrt, verpadt noch verkauft werden strafe sollen fünftig gefeßlich für die Arbeitshäuser ein- ohannesburg unter dem 26. d. M. gemeldet: dürfen. Der Entwurf läßt die lettere, ganz unvernünftige geführt werden- das ist der letzte Schluß dieser norddeutschEin Manifest der Nationalen englischen Bereinigung" an 16 Clotilde. H. W. M. von Walthausen. die 11. = das Blätterdach empor in den reinen Himmel, der den ( Nachdruck verboten.) ersten Stern zeigte. Ist es nicht", fuhr sie fort, als schicke Was aber hatte Georgine vor? Sie betrat einen SeitenRoman aus der Gegenwart von die Nacht, wie eine Königin ihre Dienerin, die Dämmerung weg, der in den Park führte und ging direkt auf das im grauen Gewande, voraus, um die Zeit der Ruhe, das Schloß zu. Sie wollte ihre Freundin Blanka von Boheimb Nahen der gewaltigen Herrscherin zu verkünden?" aufsuchen.„ Clotilde, wir wollen zu Blanka gehen, bitte So ist es," versette ihr Begleiter, ebenfalls zum sie doch darum, daß sie Dir das Album ihrer Ahnen Himmel aufblickend. Die Natur ist groß und schön, doch zeigt inftruirte Georgine ihre Tochter auf dem Wege schöner noch ist es, wenn ein reines Gemüth ihre Wunder bahin. uns poetisch schildert. Clotilde war nicht besonders erbaut von dieser ErGeorgine ging still und schweigend neben den beiden. öffnung. Es war ihr, als würde sie aus schönen, erIn ihrem Innern sprach es um so lauter. Auch sie hebenden Träumen in eine häßliche Wirklichkeit herabathmete auf, als könne sie in der Ruhe und Stille, die sie gezogen. Georgine ging ins Haus, tam aber sehr schnell in Mantel und Hut zurück, beides auch Clotilden mitbringend. Niemand sah und ahnte, daß sie ein unscheinbares Packet auf ihrem Busen trug. Was wollte sie damit? Brambach empfahl sich ehrerbietig beim Bürgermeister und dieser geleitete Georgine und Clotilde noch bis zur Allee, wo der Weg nach dem Schloßpart abbog. Welch töstliche Luft!" sagte Clotilde tief aufathmend. hier umgab, Beruhigung einathmen. Etwas ruhiger war Blauka hatte ihr nur zu oft schon etwas angehängt, Der Abend des schönen Septembertages begann herein- fie schon. Der Major war todt. und ihre kindliche Unerfahrenheit als Dummheit gebrandmarkt. zudämmern. Tiefe Stille herrschte ringsum. Die mächtigen Mit furchtbaren Gewissensbissen hatte sie bei Tafel Vorzüglich hatte es ihre zarten Mädchenanschauungen vers Bäume zu beiden Seiten hatten ihre Zweige ineinander gesessen. Das Gefühl der Menschlichkeit hatte sich in legt, daß Blanka sich immer dem Dr. Langenberg io verschlungen und die schnurgerade Allee bildete ein Laub- ihr geregt, sie machte sich Vorwürfe, daß sie den Major aufgedrängt hatte; die war doch viel zu alt für ihn und gewölbe, aus dem Duft und Kühle herniederwogte. so unbarmherzig seinem Schicksale überlassen. Er hatte legte nicht einmal die Hochachtung an den Tag für einen Clotilde fühlte sich überglücklich, von dem ungewohnten gewiß elend gejammert, gelitten, ohne daß eine hilfreiche so gescheidten Mann, den Clotilde gerade zu verehren Tafellärm in ein Zauberland der Poesie versetzt zu sein und Hand seine Qual gemildert. Aber gerade dies beruhigte mußte. jubelte mit übersprudelnder Freude hervor:" D, wie bin ich sie etwas, fie athmete auf. Sie hatte gezittert vor der zu Blanka war sehr erfreut, als ihr Besuch eintrat. Das froh, dem langen Stillefigen entrückt zu sein!" frühen Entdeckung, der verrätherischen Anklage des Majors ist schön, daß Du kommft, Georgine! Du bringst mir bewillkommnete Blanka ihre Da haben Sie Recht, Fräulein," antwortete ihr der selbst, vor dem Mißlingen ihrer Unthat. Jetzt war der gewiß viel Neuigkeiten," Bürgermeister zärtlich:" Man athmet hier in vollen Zügen Hauptmitwisser stumm, sie fonnte jetzt unbefangener und Freundin. frische, heilsame Luft." Er fühlte wirklich das Bedürfniß, dreister auftreten. Und sie that dies, indem sie begann: Georgine schien hier wie zu Hause zu sein, sie warf in der freien Natur die ihn erhitzende Weingluth sozu- Auch ich bin Ihnen, Herr Bürgermeister, sehr dank- sich in einen der verschnörkelten Stühle, der in der Nähe jagen abdampfen zu lassen. Er athmete lang und hör- bar, daß Sie mir einen Gang ins Freie gerathen. Hier eines Wandspiegels stand. bar auf. habe ich ein wenig Kraft und Ruhe eingesogen, um dem Das ganze, reiche Meublement des großen, hohen Daß er, wie so viele Männer in dieser Verfassung, unendlich traurigen Anblick, der meiner im Hause wartet, Bimmers war im barofften Rokokostil gehalten. An den die Vorzüge des starken Geschlechts ganz besonders glänzend etwas gefaßter entgegen zu gehen." Wänden hingen lebensgroße Delgemälde in geschnitten zeigte, in der großen Liebenswürdigkeit den Damen gegen- Er soll Dir erspart werden, dachte für fich der An- Rahmen. Es waren die Bilder der Ahnen derer von über, dies bewies eben, daß er ein kompletter Gentleman gerebete, laut sagte er bann: Ergehen Sie sich noch eine Boheimb. Die Decken und Bezüge der Ottomanen und war, der sich beim Wein Damen gegenüber nie etwas er Beit lang außer dem Hause, ich muß jezt fort, da mich Stühle waren von rothgelbem Damast. Auf Konsolen und laubt. die Pflicht ruft, gewisse Anordnungen und Anstalten zu kleinen Tischchen standen alterthümliche Basen, Geräthe und treffen." Nippsachen. Das ganze Zinimer glich einem Schmucka tästchen, alles sauber und wohlgeordnet. " Ja, ja, Fräulein, ich habe doch Ihren geheimen Wunsch errathen und erfüllt, indem ich Sie hinaus, hierher in die crquickende Abendfühle führte." Mit großer Höflichkeit verabschiedete sich der erste Mann der Stadt von den beiden Damen und ging eilig ,, Ach ja," nickte Clotilde still zufrieden, und blickte durch den entgegengesetzten Weg zurück, Blanka war eben dabei, einem zierlichen Kästchen einige niedliche Statuetten zu entnehmen, und die Aufstellung der / das Volk von Transvaal fokdttt die Errlchtunz einer wahren konstitutionellen Republik niit Freiheit und gerechter Ver- rretung, mit Gleichstellung der holländischen und englischen Sprache, unabhängigen Gerichten und Freihandel für afrikanische Produkte. Einflußreiche Einwohner bemühen sich die öffentliche Meinung zu beruhigen gegenüber Gerüchten über den Plan einer Erhebnng der Fremden im Transvaal. George Albu hielt eine Ansprache, in welcher er zugab, daß eine Reform der Regie- rung nöthig sei, jedoch die Anwendung von Gewalt bekämpfte; diese würde nur Blutvergießen und Plünderung des Eigenthums der Einheimischen und Fremden durch die verbrecherischen Klaffen Johannesburgs herbeiführen. Redner appellirte an den gesunden Sinn der Fremden, sie möchten die schrecklichen Folgen einer Revolution erwägen, bevor sie handelten. Die Rede wurde mit großem Beifall aufgenommen.— Ter Interessengegensatz, der sich im Transvaal heraus- gebildet hat, ist: die ältere bäuerliche Bevölkerung hol- ländischen Ursprungs(mit starker Beiinischung oberdeutschen und französischen Hugenotteu-Blutcs), die Buren, wie sie sich selber nennen, und die englischen Einwanderer, die nicht als eigentliche Ansiedler, sondern als Händler und neuerdings hatiptsächlich als(Soldsucher ins Land gekommen sind. Auf diese Leute suchte sich die englische Regierung vor zwölf Jalren bei ihrem verunglückten Annexionsvcrsuch zu stutzen. Die letzten Jahre haben die Zahl der englischen Einwanderer erheblich anschwellen lassen, und da die Engländer nicht sind wie die geduldigen Deutschen, denen durch biireaukratische Bevormundung das wahre nationale Selbstgefühl, das mit dem auch bei uns heimischen Chau- vinismus nicht verwechselt werden darf, völlig ausgetrieben ist, so beanspruchen sie die nationale Gleichberechtigung im Transvaal. Da die Engländer durch Einwanderung sich stetig vermehren, werden die Buren ihnen schwerlich lange Widerstand leisten können, und dann ist Transvaal that- sächlich, wenn auch nicht dem Namen nach, englische Kolonie.— Chronik der Majeftätsbeleidigungs- Prozesse. In Rudolstadt wurde an, 21. Dezember unter Ausschluß der Oeffentlichkeit von der Strafkammer der Redakteur des „Saalselder Volksblatt", Genosse Karl Wagemann, wegen Majestätsbeleidigung zu drei Mo naten Gefängniß verurtheilt. Der Maler Christian Lorenz aus Saarlonis warf an, Sedantag in angeheiterter Stimmung in der Wirth- schaft„Zum Schiff" in Mannheim die Büsten des Kaiserpaares, die der Tapetendrucker Kurz vor sich auf einen Wirthstisch gestellt hatte, mit einem Auswischlappen zur Erde, so daß sie in Trümmer gingen, wobei er bemerkte, ein richtiger Arbeiter kaufe nicht solche Büsten, sondern Büsten von Marx und Lassalle. Er that noch weitere Sleußcrungen, die sich nicht wiedergebe» lassen. Lorenz wurde von der S t r a f k a m m e r in Mannheim zu d rei Monaten Gefängniß verurtheilt. Ju der vom Staatsanwalt erhobenen Anklage gegen Pastor P f a n u k u ch e in Wunstorf ist vom Landgericht Hannover und dem Oberlandesgericht Celle entschieden worden, die Klage sei abzuweisen, da in den Worten, die am 27. Januar 1391 in der Konfirmanden- stunde gefallen sein sollten, eine Majeftätsbeleidignng nicht geseheyroerden könnte.�— Deutsches Reich. — Die Entziehung des Wahlrechts wegen A r m e n» n t e r st ü tz u n g wird in Deutschland sehr ver- schiedentlich gehandhabt. Aus dem Bericht von Dr. Berthold über das Ergebmß einer Umfrage bei einer größeren Anzahl von Armenverwaltnngen geht hervor, daß in bezug auf das Reichs-Wahlrecht die Verschiedenheiten jedes sichtbare» inneren Grundes ermangeln. Beispielsweise begründet vorübergehende Unterstützung in Preußen den Verlust des Landtags- Wahlrechts, in Württemberg, Baden und Hessen nicht(oder nicht immer); dennoch ist für die R e i ch s mahlen vielfach gerade in Preußen eine mildere, in Süddeutschland eine strengere Auf- fassung maßgebend geworden. Die Wahlprüfungs-Kommission des Reichstages hat im Jahre 1874 sich dahin ausgesprochen, daß Lehrmittel-Freiheit nickt den Wahlausschluß begründet, ohne daß jedoch dieser Meinungs-Aeußerung autoritative Geltung beigelegt worden wäre. Frankfurt a. M. hat eine ortsftatularische Regelung versucht. Wie wir der„Sozialen Praxis" entnehme», hat nun der Landgerichtsrath Dr. Aschrotl dem„Deutschen Verein für Wohl- thätigkeit und Armenpflege" über diese Angelegenheit einen Bericht erstattet, in dem er zwar eine reichsgcsetzliche Beseitigung der bestehenden Willkür für nothwendig erklärt, aber nicht im selben auf den fast überladenen Pfeilertisch bekundete ihren guten Geschmack. „So," sagte sie,„ist das nicht nett? Ich setze mich nun zu Dir und nun erzähle," und schon hatte sie an Gcorginen's Seite Platz genommen. „Der König war also heute bei Brambach's?" „Bitte, bei Kommerzienrath Brambach," verbesserte Georgine. „Wie? Er ist— da bist ja auch Du--" „Frau Komnierzienräthin," sagte stolz Georgine.„Aber noch mehr." „Noch mehr?" „Ja, mein Mann hat einen Orden bekommen und noch mehr." „Noch mehr?" „Auch eine Subvention aus der Staatskasse für das Regierungsblatt bekommt mein Mann, Dir darf ich es vertrauen. Du sprichst nicht davon." O wir vom Hofe wissen Staatsgeheimnisse zu bewahren, sagte Blanka mit einem Seiteublick auf Clotilde. Clotilde hatte im Spiegel diesen Blick gesehen und wandte ihre Augen den Zlhnenbildern zu. Da fiel ihr der Auftrag der Mutter ein, und da sie merkte, daß sie den beiden Erzählerinnen eine unbequeme ZuHörerin war, drängte es sie, sich mit etwas zu beschäftigen. „O die wundervollen Bilder!" begann sie,„Tantchen, darf ich Sie bitten, mir das Album zu zeigen, das die Bildnisse Ihrer Ahnen enthält." „Sehr gern", sagte anfstcheud Blanka,„aber das eine möchte ich Dir sagen, daß ich mir den Namen„Tautchen" verbitte. Erstens bin ich nicht alt genug dazu, zweitens erwarte ich auch von Dir, daß Du mich meinem Range und Stande nach„gnädiges Fräulein" titulirst. Du bist zwar noch ein Kind, aber Du wirst immer größer und es wird Zeit, daß Du seinen Takt und guten Ton Dir aneignest." „Du mußt der Tochter des jüngsten Kommerzienrathes noch etwas Nachsicht schenken, daß sie in der Hosetiquelte zurück ist," sagte Georgine nicht ohne Schärfe. Blanka war indessen an die Seitcnwaud des Zimmers getreten. Was wollte sie dort? Mau sah nur die kahle Tapete an dieser Stelle.(Fortsetzung folgt.) Sinne einer Äbschassung b» bestehende« Beschränkung. Gr beschränkt sich darauf, gewiffe Arten von Unterstützung von der Wirkung des Wahlrechts- Verlustes auszunehmen und schlägt dem Verein folgende Resolution vor: Der Deutsche Verein für Armenpflege und Wohlthätigkeit erachtet den Erlaß eines Reichsgesetzes für erwünscht, welches die Bestimmungen im§ 3 Nr. 3 des Reichstags-Wahlgesetzes vom 3j. Mai 1363 wie folgt deklarirt: 1. Für den Verlust des Wahlrechts kommt nur diejenige Armenunterstützung in betrach», welche dem Unterstützten selbst oder einem alimentationsberechtigten Familicngliede desselben gewährt ist. 2. Die einem alimentationsberechtigten Familiengliede ge- währte Unterstützung wird jedoch dem Familienhaupte dann nicht angerechnet, a) wenn das Familienglied sich bereits in that- sächlich selbständiger Stellung außerhalb des Familienhaushalts befindet, b) wenn das Familienglied sich infolge von Krankheit oder Gebrechen in voraussichtlich dauernder Verpflegung in einer Anstalt befindet. 3. Für den Verlust des Wahlrechts kommen diejenigen Unterstützungen nicht in betracht, welche lediglich gewährt werde», a) zu Erziehungszwecken, b) in der Form freier ärzt- licher Behandlung, freier Verabreichung von Arzeneien und Heilmitteln. 4. Der Verlust des Wahlrechts tritt dann nicht ein. wenn die gewährte Unterstützung vor Auslegung der Wählerliste zurückgezahlt worden ist. Im übrigen sollen die bestehen bleibenden Härten dadurch gemildert werben, daß die Armenverwaltungen nach Möglichkeit aus Stiftungs- und privaten Mitteln Fonds bilden, um in ge- eigneten Fällen aus ihnen, statt aus öffentlichen Mitteln die Unterstützung zu gewähren. So weit Dr. Aschrott. Enthalten seine Vorschläge auch eine Milderung der bestehenden Härten, so genügen sie doch nicht. Nur die völlige Umwandlung der heutigen Armenunterstützung aus einer Gnade in ein Recht auf Unterhalt kann die bestehenden Mißstände beseitigen und gleichzeitig der Gefahr einer Wahl- beeinflnssnng der Armen durch die Uiiterfti'itzungsspender vor- beugen.— — UeberdieVorgänge innerhalb der konfer- vativen Partei, bei denen es sich um Herrn Stöcker handelt, berichtet die„Köln. Volkszcitung":„Die konservative Partei des Abgeordnetenhauses wird alsbald nach dem Zusammentritt des Landtages Stellung zu nehmen haben zu der Frage, ob der Abg. Stöcker noch länger Mitglied der konservativen Partei bleiben solle. In dem Elfer-Ausschuß hatte, wie man jetzt erst erfährt, Graf S ch l i e b e n(Sanditten) den Antrag gestellt, Stöcker solle freiwillig ausscheiden, um der konservativen Sache erhalten zu bleiben. Gras Mirbach als Vorsitzender wies den Antrag aber mit der Begründung zurück, daß der Ausschuß mit der Annahme desselben seine Zuständigkeit überschreiten würde; Stöcker sei von dem Parteirath der Berliner Konser- vativen in den Parteivorstand und von diesem in den Elfer- Ausschuß gewählt worden. Der Oberstkämmerer und Reichstags- Abgeordnete Prinz Hohenlohe(Oehringcn), welcher mir der Abfassung einer Denkschrift über den Fall Slöcker für den Kaiser beauftragt war, bestand nun darauf, die Frage wegen Aus- schließung Slöcker's aus der konservativen Partei vor die Reichs- tagsfraklion zu bringen, welche denn auch am 12. Dezember über die Angelegenheit verhandelte. Dabei wurde die Zeitung„Volk" arg mitgenommen und namentlich deren vielfach erwähnter abfälliger Nekrolog auf den Minister v. Köller scharf verurtheilt, die kurz zuvor erschienene Erklärung Stöcker's. daß ihm eine direkte Einwirkung auf„DaS Voll" nicht zustehe, als durchaus ungenügend be- zeichnet. Der„Fall" selbst wurde zur endgiltigen Entscheidung an die Landtags-Fraktion verwiesen, welcher Stöcker angehört, während er bekanntlich nicht Mitglied des Reichs- tages ist." Ans alledem geht hervor. daß höfisch-gouvernementale Ein- flüsse auf die Beseitigung des Herrn s-löcker hinarbeiten. Und der Mann paßt doch so trefflich in das höflsch-gouvernemeutale Jntriguenspiel hinein!— — Zur Handwerksgesetzgeb�tng wird der„Köln. Volkszeilung" geschrieben: „Im preußischen Handelsminifiernim wird eifrig an der Herstellung des Entwurfs, betreffend die Organisation des Hand- werks gearbeitet; täglich finden mehrstündige Konferenzen zwischen Beamten des Handelsministerinnis und des Reichsamts des Innern statt, n»d was darin nicht erledigt wird, fällt den einzelne» Referenten als Hausarbeit zu. Es versteht sich von selbst, daß der Entivurf auf einer Grundlage ausgearbeitet wird, von welcher man annimmt, daß sie der Mehrheit des Reichs- tages genehm ist. Die Frage ist, welches Schicksal der Entwurf im Bundesrath haben wird, selbst wenn die preußische Regierung, wie zu erwarten ist, für denselben eintritt. Bei der Berathnng der Handwerkskammer- Vorlage machte der Minister von Bölticher schon darauf auf- merksam, daß die Meinungen unter den verbündete» Regierungen über die Organisationsfrage voraussichtlich nicht von vornherein übereinstinime» werden, und er nahm daher für die Berathnng im Bundesrath cine Mindestdauer von vier Wochen in Anschlag. Einzelne größere Regierungen werden schon jetzt als Gegner einer Zwangsorganisation genannt; indeß müßte es doch merkwürdig zugehe», wenn die preußische Regierung nicht die Mehrheit im Buudesralh finde» sollte." Die„Norddeutscke Allgemeine Zeitung" scheint durch den Abdruck vorstehender Notiz ihre Richtigkeit bestätigen zu wolle».— — Bildung neuer Stadtkreise in Preußen. Die KreiLordnung giebt Städten mit mehr als 25 000 Ein- wohnern(nur i» der Rheinprovinz ist die Grenze 40 000, i» Westsale» 30 000 Einwohner) das Recht, eine» eigenen Stadt- kreis zu bilden. Die Ergebniffe der jüngste» Volkszählung be- rechtigen nun mehrere preußische Städte, aus dem Kreisveroaude auszulrete». Die Stadt Solingen hatte schon vor einigen Monaten Verhandlungen wegen ihres Austritles eingeleitet, und diese waren bereits, ehe die Vollszählung die Bestälignng der dazu erforderlichen Einwohnerzahl brachte, so weit ge- diehen, daß die Slusscheidung aus dem landrälh- lichen Kreise und die Bildung eines eigenen Stadtkreises zum 1. April k. I. beschlossen wurde. Wenn der Austritt erfolgt ist, wird der Regierungsbezirk Düsseldorf nicht weniger als 9 Stadtkreise neben 16 durck Landrälhe verwalteten Kreisen umfassen, nämlick Barmen, Ersfeld, Düsseldorf, Duisburg, Elber- feld, Essen, M.-Gladbach, Remscheid und Solingen. Die Stadt Gelse» kirchen in Westfalen hat die Zahl von 30 000 Ein- wohnern überschritten. Magistrat und Stadtverordnete haben so- fort beschloffen, den Antrag auf Aussckeiden aus dem Land- kreise und Bildung eines eigenen Stadtkreises zu stellen. Gelsenkirchen ist noch eine sehr junge Stadt; im Jahre 1852 zählte das Dorf G. nur 844 Einwohner, 1874 wies die kurz vorher zur Stadt erhobene Gemeinde 7576 Einwohner auf, und heute sind es deren 31 635. Im Stadtgebiete liegt die Zeche Hibernia, die in den 50er Jahren von den Engländern angelegt wurde; ihr ist die scknelle Entwicklung des Ortes hauptsächlich zu danken. Im Regierungsbezirk Arnsberg, zu dem Gelsen- kirchen gehört, giedt es zur Zeil drei Stadtkreise, Bochum. Dort- mund und Hagen. Inden Ostprovinzen hoben Forst, die be- kannte Industriestadt der Lausitz, jetzt zum Kreise Sora» gehörig, und Stargard in Pommern die Berechtigung zum Austritt aus den Landkreisen erlangt. — Prenzlau, 26. Dezember. Landgerichtsrath Alisch, Mitglied des Abgeordnetenhauses für den Wahlkreis Prenzlau- Augermllnde, ist gestern an Herzlähmung plötzlich gestorben.— — In Thüringen ist in einer ganzen Reihe von Städten in letzter Zeit die Steuer sür Wanderlager und Wanderauktionen wesentlich erhöht worden.— Ein Kauf« mann in K o b u r g hatte in Gera ein Geschäft eröffnet, aber schon nach wenigen Tagen erfolgte eine Ausverkaufs-An- kündigung wegen angeblicher Aufgabe des Geschäfts. Das Landrathsamt sah dieses unter solchen Umständen als Wander- lager an und zog es in'.enlsprechender Weise zur Besteuerung heran Der Bezirksausschuß schloß sich der Auffassung de? Laitdraths" amtes an und verwarf die Berufung des Kaufmanns.— — Vereine in Anhalt. Die„Deutsche Tageszeitung' beklagt sich darüber, daß wir die ungestört« Vereinsthätigkeit des„landivirthschaftlichen Zentralvereins für Anhalt" der Aktion gegen die sozialdemokratischen Vereine und Komitees in Berlin gegenübergestellt haben. Das Blatt sagt:„Der„Vorwärts" ver- schweigt hier, daß die Auflösung der sozialdemokratischen Vereine in Berlin auf grund des preußischen Vereinsrechtes erfolgt. Was soll also die Heranziehung eines a n h a l t i s ch e n Vereins?" Die Thatsache» um die es sich hier handelt, haben wir garnicht zu„verschweigen". Wir können bei unseren Lesern vor- aussetzen, sowohl daß sie wissen, daß Berlin nicht im Herzog- thum Anhalt liegt, wie daß das Herzogthum Anhalt nicht zu Preußen gehört. Die Mittheilung war unserem Anhalter Partei- organ entnommen, das gleichfalls mit der nämlichen selbstver- ständlichen Voraussetzung rechnen kann. Im ganzen Deutschen Reiche aber ist die Behandlung, die der Sozialdemokratie von dm Behörden zu theil wird, eine andere, als man sie den anderen Parteien angedeihen läßt. Deshalb lohnt es sich allerdings, auch auf die Uugestörtheit eines bürgerlichen Vereins in Anhalt hinzuweisen. Zum Verständniß der„Deutschen Tageszeitung" wollen wir unsere Mittheilnugen durch den Hinwels darauf ergänzen, daH das anhaltische Vereinsgesetz der Landespolizeibehörde das Recht giebt,„ans Gründen der öffentliche» Sicherheit und Ordnung jede Verbindung" von Vereinen„durch Komilee's, Ausschüsse, Zentralorgane oder ähnliche Einrichtungen zu verbieten". Ent- scheidend in dieser Sache ist nun, daß die anhalter Landes- Polizeibehörde es'ni cht für nöthig gefunden hat, der Organi» sation der Grundbesitz- Interessenten solche Hemmnisse in den Weg zu legen.— --Leipzig, 24. Dezember. Wie da?„Leipziger Tage« bla tt" meldet, wurde der Reichsanwalt Galli zum R e i ch s- G e r i ch t s r a t h und der Ober- Landcsgerichtsrath Heinemann, bisher Hilfsbeamter der Reichscunvaltschaft, zum Reichsanwalt ernannt.— Altenburg, 21. Dezember. Die meisten thüringischen Staaten haben mit dem Königreich Sachsen Verträge abgeschlossen, wonach sie die königl. Sächsische Landeslotterie in ihren Ländern zulaffen und dafür vom sächsischen Staat eine bci-rpf jährliche Abfindung bekommen, die recht gering ist. Altenburg erhält z. B. 8750 M. jährlich. Im Landtag kam dies zur Sprache, und es wurde nach der„Frankfurter Zeitung" beschlossen, 1. daß der neu abzuschließende Vertrag— der alte läuft am 1. No- vember 1397 ab— dem Landtag zur Genehmigung vorgelegt werde; 2. die herzogl. Staatsregierung solle mit den anderen thüringische» Regierungen Verhandlungen behufs baldmöglichster Gründung einer eigenen Lotterie der thüringischen Staaten einleiten. Man sieht an Eifer für ven Spielteufel wollen es die Klein« staaten den Großstaaten gleich thun.— — Der hessische La irdtag tritt im Januar zu seiner letzten Session zusammen, nach deren Schluß das Mandat von 25 Abgeordnete», die gesetzlich ausscheidende Hälfte, erlischt. Die vorzunehmenden Neuwahlen finden im Herbst 1396 statt. Von den 25 ausscheidende» Abgeordneten entfallen 10 auf die Städte und 15 auf das Land. Die sozialdemokratische Partei ist dabei insoweit engagirt, als unter den ausscheidenden Ab« geordneten die beiden Vertreter für Mainz, die Ge- noffen Ulrich- Offen dach und I ö st- M a i; und der Vertreter von O f f e n b a ch-Land, Genosse Philipp M ü I l e r- A r h e i l g e n sich befinden. Weiter erlöschen die Mandate für die Städte Darmstadt, Worms, Gießen, Friedberg und A l s f el d. Vertreten ist unsere Partei im hessischen Landtag gegenwärtig durch vier Abgeordnete. Bei reger Agitation wird sie nicht nur ihre Sitze behaupten, sondern ihren Besitzstand erweitern können. Die Vorbedingungen dafür sind vorhanden.— Miinchen, 22. Dezember.(Eig. Bericht.) Am vergangenen Freitag hat sich der Landlag bis zum 3. Januar beurlaubt. Ueberblickl man die fast dreimonatliche Thätigkeit der Ab- geordnetenkammer, so erfährt man dabei wieder einmal, wie wenig berechtigt das jammervolle Geschrei der bürgerlichen Presse ist. die Sozialdemokraten hätten Heuer die Arbeit des hohen Hauses mit großen Reden und„überflüssigen Anträgen" un- nöthig verzögert. Die Geschäfte sind nämlich ungefähr gerade so weit erledigt, wie vor zwei Jahren. Berathcn wurden die Etats deS k. Hauses, der Grundgefälle. der Zinsen, der Finanzen der Militärverwaltung und der Eisenbahnen Hierzu kamen die Interpellationen betr. Fuchsmühl, die betr. Epidemien beim Militär, letztere von unsere» Genossen eingebracht, desgl. die betr. der Zuckersteucrgesetznovelle. ferner die Interpellation Schädler betr. Bauarbeiterschutz. Bon Initiativ« antrügen sind zu nennen: Antrag Grillenberger betr. Abänderung des Landtagswahlgesetzes, Antrag Grillenberger, Tadelsvotuin betreffend, Antrag Ehrhart auf Beseitigung der Frachtfreiheit des Hoses. An Gesetzentwürfen wurden vorberathen oder vor- beschieden das Viehversickerungsgesetz, Abänderung des Notariats« gesetzes, Gesetz über Neu- und Erweiterungsbauten bei den StaatSbabnen. Ferner wurden noch an von bürgerlicher Seite eingebrachten Anträgen berathen, die betr. Ab- änderung des Forstgesetzes, Antrag Ratzing« aus Abänderung des Wuchergesetzes und der Maß- und Gewichtsordnung, Antrag Picllcr zur Mobiliarbrand-Versicherungsanstalt mit deni Zusatzantrag des Gen. Ehrhart, Antrag Geiger-Lerno zum Gesetz über Heimath und Verehelickung mit Zusatz- resp. Abänderungs- anträgen Dr. Ratzingers und des Genossen Löwenstein. Schließ- lich noch der famose Antrag Lutz, betr.„unverschämte Besteue- rung" der Großuuternehmungen in Handel und Gewerbe. Bon bcraihenen Petitionen erregten allgemeineres Interesse die zum Forslgcsetz(Rulpoldinger Petition), zur Kiefernspannerkalamität und die wegen des„unsittlichen" Flaschenbierhandels. So viel sich zur Zeil beMtheilen läßt, wird der Landtag in den ersten Tagen des Juni seine Geschäfte erledigt haben können.— ' Freiherr v. Z o l l e r, der Leheusinhaber von Fuchs- m ü h l ist, wie die„Augsb. Post< Zeitung" bestimmt wissen ivill, unter Beförderung zum Laudgerichts-Direktor nach Regensburg versetzt. Das ultramontane Blatt bemerkt dazu: „selbstverständlich kann Zoller als gut qualifizirter Richter(!) nicht zurückgesetzt werden. Allein es hätte sein Avancement in der O b e r p f a l z ausgeschlossen sein müssen. Freilich ist Herr von Zoller in der Oberpfalz(Fuchsmühl) begütert, indeß kann er unmöglich nach den peinlichen Fuchsmiihler Vorgängen verlangen. daß sein Avancement ihn nach der Kreis-Haupt- stadl der Oberpfalz führe. Daß es dennoch geschieht, zeigt eine unglaubliche Verkennung der Verhältnisse im Lande. Für diesen Vorgang ist der I u st i z m i n i st e r verantwortlich; er halte in der Fuchsmiihler Debatte ziemlich gut abgeschnitten (Na, na!), jetzt hat er offenbar den Drang gefühlt, sich der Fuchsmühl« Solidarität mit dem Ministerpräsidenten und Minister des Innern zu versichern. Ist denn diesesRe- gime von allen guten Geistern verlassen"? Dies „von allen guten Geistern verlassene Regime" ist übrigens dasselbe, demgegenüber anläßlich des Grillenbcrger'schen Miß- trauensvotums die politischen Freunde des verwunderten ullramon tauen Blattes in tiesst« Devotion jämmerlichst«starten. Wer Scrvilismus sät, wird eben Fußtritte ernten.— — Für die Findigkeit der P oft. welche servile Reporter in und außerhalb des Stephau'schen MachibcreichS Desterreich. und von = England. " Wenn die spanische Armee nicht verdoppelt werden tann, so ist nicht einmal ein Augenblick erfolg zu erzielen. Und Spanien ist schon am Ende seiner Hilfsmittel angelangt. Partei- Nachrichten. nicht hoch genug anpreifen fönnen, fpricht eine einfache That- 1 Guinesse in Beantwortung einer Anfrage, er bente, daß feinesin ber Provinz Matanzas. In diesem ftetigen fache deutlich: Vorige Woche ging an unfern Genoffen, den neuen Rolonial Expeditionen zu unternehmen Fortschreiten des Aufstandes liegt der springende Punkt. Es Reichstags- Abgeordneten Bueb nach Mülhausen( Langestraße 17) sein würden. ift, wie wenn eine deutsche Voltserhebung, die in Baden beeine Kreuzbandsendung. Prompt tam diefelbe dieser Tage an ihren Absender zurück mit der Angabe: Verzogen, wohin unbe: gonnen hatte, nach 11 Monaten plöglich in der Nähe von Berlin ihre Fahnen entfaltete. Die Aufständischen haben haben durch fannt. Kohler". Den Abgeordneten für Mülhausen zu finden, - Ueber die Entwickelung des Kommunal. eine in den Vereinigten Staaten aufgenommene Anleihe scheint demnach der Post ebenso unmöglich zu sein, wie es der Gewerbebetriebes in England bringt das Labour genügende Mittel erlangt, fte find mit Waffen und Polizei leicht fiel, nach der bekannten Kaiserdepeiche anläßlich der Annual" für 1896 aus der Feder von Sidney Webb, dem Verfasser Munition reichlich versehen, haben eine treffliche leichte Reiterei Schwarz'schen Ermordung Bueb zu finden und hinter die schwedi der kürzlich auch ins Deutsche übersetzten Geschichte der englischen und sogar mehrere Batterien Artillerie. Bei Havannah sollen schen Gardinen zu stecken. Gewerkvereine, eine interessante Abhandlung. Danach besitzen fie mit 12 000 Mann stehen. Die organisirten Gesammt und verwalten die Kommunal- und Grafschafts- Korporationen streitkräfte der Aufständischen werden auf 27 000 Mann geschäßt, an Land, Gebäuden, Werkstätten, Arbeitswerkzeug. furzum an während Martinez Campos 78 000 Mann auf dem Wien, 27. Dezember. Die gestern hier abgehaltenen zwölf Rapitalien aller Art 400 Millionen Pfund Sterling oder Papier zur Verfügung hat. Von diesen ist ein Biertel sozialistischen Voltsversammlungen waren start 8 Milliarden Mart, welche Summe beständig zunimmt. Waffer besucht und nahmen einen ruhigen Verlauf. In den angenom- werke befinden sich im Werthe von 1200 Millionen Mart in im Epital, und 24 000 Mann sind nothwendig in den Garnisonen so bleiben für die aktiven Operationen nur höchstens menen Resolutionen wird ausgeführt, daß die Arbeiterschaft durch den Händen von Gemeinden und zwar von 168 Stadt 40 000 Mann übrig, die gegen die weit beweglicheren Streitkräfte die Haltung des Grafen Badeni gezwungen sei, mit allem Nach500 Diftritt Verwaltungen in England und der Rebellen" natürlich nicht ausreichen. druck die Wahlreform nicht nur für die Reich 3- Wales, während 150 Privat- Gesellschaften den Rest des vertretung, sondern auch für den Landtag und Landes mit Trinkwaffer versorgen. Für Gasanstalten haben den Gemeinderath zu fordern. An ftelle des heute 192 Gemeinden zusammen 480 Mill. Mart angelegt, dagegen hat herrschenden Personenfultus, wie bei den Antiliberalen, müßten bisher nur das Londoner Kirchspiel von St. Pancras( das etwa die Prinzipien der ehrlichen Reformarbeit treten. 1/4 Million Einwohner enthält) den Muth gehabt, seinen BeDiese auf eine liberale Quelle zurückzuführende Herold- wohnern elektrisches Licht zur Verfügung zu stellen und zwar Meldung ist jedenfalls unvollständig, da unsere Wiener Genossen mit einem Erfolg, der andere Kommunen zu baldiger Wieder ficherlich ihre Kritik nicht blos auf die Antisemiten beschränkt bolung des Experiments verlocken dürfte. Das Anlagekapital In Frankfurt a. M. sammelt der Sozialdemokratische haben weiden, sondern auch den Liberalen ihr gebührend Theil für das Werk betrug 2 200 000 m. und es bringt, obwohl es erst Verein Unterschriften zu einer Petition, worin das preußische unzweifelhaft zu theil werden ließen. im dritten Jahre besteht, einen Reingewinn von 35 080 M. Auch Staatsministerium und der preußische Landtag ersucht werden, der Kommunalbetrieb von Trambahnen, in denen etwa 50 Mill. das in Frankfurt a. M. bestehende Gemeindewahlsystem Mart von Gemeinden angelegt wurden, erweist sich überall als im Sinne des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen völlig zufriedenstellend. In Häfen, Piers und Docks stecken Wahlrechts abzuändern. Nach dem jezigen Syftem fann in 800 Mill. Mark Gemeindekapital, zur Anlegung von Märkten Frankfurt a. M. nur wählen, wer mindestens 1200 M. Ginkommen find von Kommunen 140 Mill. Mart verauslagt worden, Bäder und Waschhäuser haben 30 Mill. Mark erfordert, zwei Gehilfen betreibt. verftenert, oder ein Haus besitzt, oder ein Geschäft mit mindestens Krankenhäuser 100 Mill. Mark, Friedhöfe 60 Mill. Mart. Für Zwecke des Unterrichts sind etwa 800 Mill. Mart angelegt worden, während die jährlichen Ausgaben der Gemeinden für Erziehungszwecke sich auf 40 Mill. Mark belaufen. Allmälig sind die Gemeinden, wenn auch zunächst nur versuchsweise, auch au die Anlage von Werkstätten herangetreten. So befißt z. B. der Londoner Grafschaftsrath ein sehr umfassendes Arbeitsdepartement. Die Londoner Kommission für die Abfuhrkanäle befißt eigene Werkstätten zur Herstellung ihrer Wagen, der Pferdegeschirre und der Hufeisen, Birmingham hat einen permanenten Stab von Schlossern, Zimmerleuten, Malern und Bleiarbeitern und baut ohne irgend welchen Mittelsmann mit eigenen Arbeitern seine Wasserwerkei, und hat außerdem den Vom preußischen Schulwesen. In der Nummer 8 der Ausschank geistiger Getränke für seine Leute in eigenem Betrieb. von Dr. Jastrow herausgegebenen sozialen Praxis findet sich ein Auch Manchester hat den Versuch mit eigenem Betrieb gewagt. Unter anderm wird darin gezeigt, daß der gegenwärtige Kultuslesenswerther Aufsatz über Volksschul- Reformen in Preußen. In feinem Falle handelt es sich um ein Unternehmen, das um eines Prinzips willen in Angriff genommen worden ist, in allen minister, Dr. Bosse, zwar ein wohlmeinender und gebildeter Fällen ist man vielmehr ganz unbewußt dem Zuge der Beit Mann ist, welcher den Lehrern gern eine beffere Stellung gefolgt, weil man nach längerer Ueberlegung zu der Einsicht verschaffen möchte und der auch Verständniß für die Aufgekommen war, daß der kommunale Betrieb in manchen Geschäfts- gaben und Bedürfnisse der Volksschule hat, daß aber trotzdem zweigen mehr im Interesse des Steuerzahlers liegt, als die freie gerade während seiner Amtsführung die Reaktion im SchulSchweiz. Konkurrenz. Auch das besondere Interesse der Arbeiter wird bei wesen die größten Fortschritte gemacht hat und noch weiter diesem Betriebe in der Regel besser gewahrt, da dieser die wirth macht. Zürich, 23. Dez.( Gig. Bericht.) Gestern fand eine Neufchaftliche Lage des Arbeiters verbessert und vor allen Dingen wabl sech 3 Mitgliedern des Bezirksichert. gerichts Zürich statt. Unter den Gewählten befindet sich unser Genosse Rechtsanwalt D. ang mit 5420 Stimmen 400 Stimmen über das absolute Mehr. Eine Unternehmer- Rundgebung für die Ausdehnung des Wahlrechts. Eine der wichtigsten Unternehmervereinigungen Desterreichs, der industrielle Klub, hat sich zur Wahlreform in folgender Weise geäußert: " In Erwägung, daß durch die Industrie, direkt oder indirekt, dem Staate die größten Steuerbeträge zufließen; in weiterer Erwägung, daß diese der Industrie auferlegte Bürde nur dann auf die Dauer getragen werden kann, wenn die Leitung der öffentlichen Angelegenheiten in einem die Interessen der Industrie entsprechend berücksichtigenden Geifte geführt wird; in Erwägung schließlich, daß die Induftrie aus Arbeit gebern und Arbeitnehmern besteht, und, unbeschadet einzelner Meinungsunterschiede und Gegensätze, beide Theile, auch die Arbeitnehmer, an dem sicheren, dauernden und von Störungen freien Gange, an der Weiterentwickelung und Befestigung, somit am Gedeihen der Industrie im höchsten Grade be theiligt sind: spricht sich der Industrielle Klub, als nicht politischer Verein, aus wirthschaftlichen Gründen dafür aus, daß den industriellen Arbeitern der verfassungsmäßige Einfluß zur Vertretung und Geltendmachung ihrer Interessen gewährt So wenig wir die vorstehende Begründung für richtig halten, so günstig sticht sie doch von der Haltung des deutschen, so vor allem des sächsischen Unternehmerthums ab. werde." Italien. Aus der afrikanischen Rolonie werden jetzt Die Beerdigung unseres verstorbenen Genoffen Leo durch Vermittelung der offiziösen Agenzia Stefani" nur pold Jacoby fand heute Nachmittag drei Uhr vom rosenrothe Berichte veröffentlicht, die Lage und Stimmung Krankenasyl nach dem Friedhofe statt. Die Begleitung der Italiener soll ausgezeichnet, die der Gegner elend sein. Da war gegen 200 Personen start, überwiegend Partei aber die Spizen beider Heere blos anderthalb Stunden von eingenossen, der Rest bestand aus Studirenden der verschiedenen ander entfernt stehen, dürfte es bald zu einer Entscheidung Nationalitäten und aus einem kleinen Kreis persönlicher Freunde. tommen. Tie italienische Regierung schenft augenscheinlich den Außer dem Bruder des Verstorbenen aus Berlin waren unter von ihr verbreiteten Berichten keinen Glauben, da sie die anderen der Dichter R. Henckell und Professor Dodel im Geleit. Rüftungen energisch weiter betreibt. Im Zuge wurden drei rothe Fahnen, mit Trauerflor umhüllt, getragen: die Fahnen des deutschen Vereins Eintracht, des Bereins der deutschen Sozialisten und der Schreinergeweitschaft. Am Grabe sprachen namens der Freunde des Verstorbenen Gust. Mayer, im Namen der deutschen Sozialdemokraten Bebel, im Namen der schweizerischen Sozialdemokratie Redakteur R. Seidel. Eine große Anzahl Kränze wurden ant Grabe niedergelegt. Frankreich. Bulgarien. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Genosse Lingweiler, Redakteur der Elberfelder Freien Presse", hat am zweiten Weihnachtsfeiertage das Gefängniß nach Verbüßung einer faft einjährigen Strafe ver laffen. Wir wünschen dem erprobten Mitstreiter recht baldige Erholung von den Strapazen des Kerkerlebeus! Soziale Uebersicht. betreffs der Beseitigung der Armenschulen veröffentlicht; die So wurde am 25. Juli 1894 eine Verfügung des Minifters Schulräthe legten dieselben dabin aus, daß man denselben einen anderen Namen, beispielsweise zweite Stadtschule", geben solle, und es ist alles beim alten geblieben. So hat sich der Minister im Mai 1892 im Abgeordnetens hause sehr entschieden gegen die Vorschulen für höhere Lehranstalten und für die Vorbildung aller Kinder in der allgemeinen Volksschule ausgesprochen; trozdem ist die Anzahl der Vor-. schulen mit ganz winziger Schülerzahl( 9-17 Schüler in drei Klaffen) gestiegen. Sehr treffend hat sich der Minister über die Unfähigkeit der Geistlichen für den Schulunterricht ausgesprochen, für welchen eine wesentlich andere als eine theologische Vorbildung nöthig sei; trotzdem räumt er den Geistlichen ohne weiteres ein weit Sofia, 26. Dezember. Sobranje. Bei der Verhandlung gehendes Schulaufsichtsrecht über Reftoren und Lehrer ein. des Arbeitsbudgets tam es zu einer lebhaften Debatte Die Beweise für den wachsenden Einfluß der Geistlichkeit über die Kredite zur Vollendung des Baues des prinzlichen auf die Schule lassen sich noch sehr häufen. Herr Tews, Palais. Raraweloff beschuldigte die Umgebung des der Verfasser des erwähnten Auffages, zieht daraus den Schluß, Prinzen, sich beim Palaisbau zu bereichern. daß es Herrn Bosse an der nöthigen Energie fehlt, seine Meinung Die Sozialisten und Radosloviften warfen der Regierung und feinen Willen anderen Faktoren gegenüber zur Geltung zu Verschwendung vor. Der Ministerpräsident Stoilow und bringen. Wir würden uns vielmehr wundern, wenn es anders wäre. der Kammerpräsident wiesen natürlich die Auschuldigungen der Eine absterbende Epoche muß die Schule verfallen lassen, weil sie in ihr Opposition zurück. Schließlich wurden die Kredite und das Ge- nicht ein Mittel zur Bildung und zum Fortschritt sieht, sondern sammtbudget angenommen. Am 31. Dezember geht die Sobranje eine Einrichtung, durch welche das Ümsichgreifen der neuen in die Ferien. Jdeen möglid ft gehindert werden soll. Daher meinen wir auch Taß die Reaktion im Schulwesen durchaus nach dem Herzen des Herrn Bosse ist; sonst würde er seinen Platz wohl räumen. Serbien. Belgrad, 26. Dezember. Das neuerliche Verbot der Einfuhr serbischen Borstenviehs nach Ungarn Aus London wird telegraphirt: Die dem Parlaments: hat hier große Erregung hervorgerufen. Während die ungarische mitgliede Codrington in Bledburn gehörige Epinnerei, welche Regierung das Verbot damit begründet, daß unter dem serbischen sechshundert Webestühle beschäftigt, bat aus Mangel an AufBorstenvieh die Maul- und Klauensenche in größerem Umfange trägen infolge der indischen Baumwollenzölle den festgestellt worden sei, wird in serbischen amtlichen Berichten Betrieb eingestellt. In Lancashire sollen gegenwärtig 10 000 Webe fonstatirt, daß in Serbien teine Spur dieser Krant- stühle stillstehen. heit vorhanden ist. Herr Bourgeois hat in St. Mondé eine unpolitische Rede( über Schulwesen u. f. m.) gehalten mit recht vielen schön flingenden Allgemeinheiten, die auch zum theil politische Anspielungen find. Eo sagte er z. B.: Unsere Politik ist nicht die der geschlossenen, sondern die der dargereichten Hand." Die gefchloffene Hand hat einen doppelten Sinn: den der zur Faust geballten und den der Gaben verweigernden Hand. Hat Bourgeois mehr in diesem oder in jenem Sinn gesprochenDaß er die Perier- Conftans'sche Politit der geballten Fauft verwirft, das wußte man von vornherein; und darum faßt die Bourgeoisie die Worte in dem anderen Sinn auf, und fühlt fich sehr beunruhigt. Der neue Minister will also Gaben gewähren. Mem? Jedenfalls nicht der Bourgeoisie, denn ihr sind bisher von allen Regierungen Gaben in Hülle und Fülle gereicht worden. Wenn solche Gaben gemeint waren, dann brauchte der Minister es nicht besonders zu sagen. Er hat also offenbar andere gemeint. Und das ist bedenklich. Jeder Groschen, der in andere als Rapitalistentaschen geht, hat seinen Beruf verfehlt, ist ein ist ein Angriff gegen die göttliche Ordnung, ein Verbrechen gegen Religion, Ordnung und Konftantinopel, 24. Dezember. Einer Drahtmeldung des Sitte. Und da phantafiren die erschreckten Herren Bourgeois Kommandanten des fünften Korps zufolge wurden 6000 Drufen schon vom„ Staat als Bettelsuppen- Anstalt, Wittwenstift, Waisen: aus ihrer Stellung in den Ortschaften Mezraa, Sedjek und Medjel haus und Pfründenheim", wie der entsegte Pariser Korrespondent gedrängt; es ist Befehl zu deren weiterer Verfolgung ertheilt der Tante Boß es auszudrücken beliebt. Griechenland. Athen, 23. Dezember. Die Kammer wurde auf den 20. Januar einberufen. Türkei. worden. Paris, 24. Dezember. Deputirtentammer. Nach Die im Vilajet Smyrna mobilifirten vier Redif- Bataillone dem die Kammer in drei Sigungen die Interpellationen betreffend find für Kreta bestimmt, da aus Eyrien nur ein Bataillon nach die Phosphattonzessionen in Algerien berathen Kreta entfendet worden ist. Uebereinstimmende Berichte aus verhat und nachdem mehrere Unregelmäßigfeiten festgestellt worden schiedenen Quellen bezeichnen die Bewegung auf Kreta als eine find, nahm die Kammer heute beinahe einstimmig eine von dem lokale und minder gefährliche. Ministerpräsidenten Bourgeois gebilligte Tagesordnung an, welche gegen die begangenen Unregelmäßigkeiten Einspruch erbebt und die Regierung auffordert, eine Vorlage betreffend die Phosphat Ausbeutung einzubringen. Für die Vilajets Sivas, Bitlis und Erzerum find chriftliche Beigeordnete ernannt worden; ferner find 6 Justizinspektoren und zwar je ein Muhamedaner und ein Chrift für je zwei europäische Vilajets ernannt worden. Konstantinopel, 26. Dezember. Beitun ist von den türkischen Ruba. Senat. Im Laufe der heutigen Berathung protestirte der Finanzminister Toumer lebhaft gegen die von einem Truppen eingenommen worden. Redner der Rechten vorgebrachte Behauptung, daß daß das thatsächliche Defizit des Budgets 250 Millionen betrage. Der Minister versicherte, daß das Budget vollkommen ba= Ianzire und daß die Finanzlage Frankreichs viel günftiger sei, als diejenige zahlreicher fremder Länder. = Gewerkschaftliches. Neber den Ausstand der Berliner Tarameter- Droschfenfutfcher wird berichtet, daß etwa ein Drittel der Fuhrwerts besiger die Forderungen bewilligt habe. Die Die schweizerische Eisenbahnarbeiter Bewegung hat einen großen Erfolg zu verzeichnen. Die Gotthard- Bahn hat die geforderte 25prozentige Lohnerhöhung bewilligt. Direktion der Zentralbahn dagegen hat dieselbe verweigert. Ueber das weitere Vorgehen wird eine auf den 29. d. M. nach Olten einberufene Telegirtenversammlung der schweizerischen Eisenbahnarbeiter Beschluß faffen. Depeliten und lehte Nachrichten. Frankfurt a. M., 27. Dezember.( B.$.) Nach einer Meldung der„ Frankfurter Beitung" aus Bukarest wurden 18 an der mazedonisch- bulgarischen Agitation in der Dobrudscha be= theiligte Personen dem Galatzer Generalprofureur übergeben. Franfturt a. M., 27 Dezember.( B. H.) Wie die Frankf. 3tg." meldet, sollen die ehemaligen Gesandten der Vereinigten Staaten in London, Phelps und Lincoln, zu Mitgliedern der Benezuela Rommission ausersehen sein. Die Nachrichten vom Aufstandsgebiete häufen sich. Und es find Nachrichten, die einander zwar vielfach Wien, 27. Dezember.( B. H.) Der„ Neuen Freien Presse" widersprechen, alle aber darin übereinstimmen, daß eine wichtige geht aus Petersburg die Meldung zu, die Regierung der VerBei der Berathung des Heeres Etats tabelte der Wendung der Dinge sich vorbereitet oder sogar schon vollzogen einigten Staaten habe dortselbst sondirt, welche Stellung Senator Lamarzelle die Art und Weise der Vorbereitung der hat. Wie immer stehen die amerikanischen Nachrichten, Rußland zu dem venezuelanischen Konflitt Madagaskar Expedition, durch welche die außer die aus dem Lager der Aufständischen stammen, im schroffen einnehme. Die Antwort Rußlands habe äußerst günstig gelautet; ordentlich hohe Sterblichkeit verursacht worden sei. Gegensatz zu den Nachrichten von spanischer Seite. es sei der gleichen Ansicht, wie Präsident Cleveland, und habe Der Redner forderte die Regierung auf, festzustellen, wer hierfür Allein in der Hauptsache treffen sie zusammen, nämlich beschloffen, diesen Standpunkt zum mindesten auf diplomatischem verantwortlich sei. Der Kriegsminister Cavaignac erwiderte, darin, daß die Aufständischen in Der Nähe von Wege nachdrücklichst zu unterstützen. das gegenwärtige Rabinet treffe feinerlei Verantwortung. Die Zahl Savannah stehen. Db sie nun dort, wie die Spanier be- Bukarest, 27. Dezember.( B. H.) Hier wurde heute früh der Todten übersteige nicht 3500. Der Minister schloß, indem er haupten, in einem Treffen zurückgeschlagen wurden, oder das gegen 1/24 Uhr ein länger andauerndes Erdbeben wahr die Nothwendigkeit der Schaffung der Kolonialarmee spanische Heer umgangen haben, wie die Amerikaner behaupten genommen. betonte. Hierauf nahm der Senat den Heeres- Etat an und ging das ist von untergeordneter Bedeutung gegenüber der That Paris, 27. Dezember.( W. T. B.) Die" France" beginnt zur Berathung des Marine Etats über. Auf eine Anfrage er sache, daß namhafte Truppentörper der Ausständischen bei mit der Veröffentlichung der Liste der 104 Parama- Ebequewiderte der Marineminister Lockron, die Schiffsbauten Savannah konzentrirt sind. Empfänger und erbietet sich, eventuell vor Gericht den Beweis feien nie so lebhaft im Gange gewesen als Ein Blick auf die Karte zeigt, daß Savannah, die meitaus der Echtheit zu erbringen. Tie Liste weist die Namen Floquet, jezt und diese eifrige Thätigkeit werde im bedeutendste Stadt Kuba's, wo jetzt die beiderseitigen Streitkräfte Boissy d'Anglas, Tony Révillon, Maret, Camille Dreyfuß, Antide it a ch sten Jahre noch andauern. Die Flotte befinde einander gegenüberstehen, im Nordwesten der Jusel liegt. Boyer und andere auf; dieselbe entstammt angeblich einer Auffich in der gleichen Lage wie die Flotten der dem Dreib unde an. Nun brach aber der Aufstand im Februar dieses Jahres im zeichnung von Cornelius Herz, wird aber vielfach für apokryph ans gehörigen Mächte. Schließlich wurde auch das Marinebudget äußersten Often, in der Provinz San Jago, aus, gefeben. Tie in der Liste nambaft gemachten Deputirten gedachten dehnte sich dann weiter aus nach Westen, ergriff die zuerst, die Angelegenheit von der Tribüne der Kammer aus zur angenommen. Paris, 27. Dezember. Senat. Bei der Berathung des angrenzende Provinz Puerto Prinzipe, dann die Pro Sprache zu bringen, standen aber davon ab und beschlossen, Kolonial Budgets erklärte der Minister für Kolonien vinz Santa Clara, und hat jezt festen Fuß gefaßt gegen das Blatt die Klage wegen Verleumdung zu erheben. Verantwortlicher Redakteur: Frik Kunert, Ed, öneberg- Berlin. Für den Inseratentheil, verantwortlich: Th. Glode in Berlin. Lauck und Beilag von Wing Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblat Ur. 302. Tokales. findet Sonnabend, den 28. Dezember 1895. zur denn Die 12. Jahrg. einem Nachdem das Weihnachtsfest beendet ist, zeigen sich allenthalben bereits die Vorboien des herannahenden Jahreswechsels. Seit gestern Morgen sind die fliegenden Händler" für Neujahrskarten etablirt und halten ihre Waren in den Hausfluren feil. Schon am gestrigen Vormittage fanden jedoch polizeiliche Revisionen der ausgestellten Waaren statt und mehrfach sind Beschlags nahmungen von Karten wegen unzüchtigen Inhaltes erfolgt. eines Tages von ihrer im Juli dieses Jahres erst 17 Jahre alt nicht ein einziger Weihnachtsbaum- Brand zu registriren. In gewordenen Tochter Anna eine recht erfreuliche Zu einem Falle aber galt die Allarmirung der Löschzüge Es sei ihr nach vieler Mühe gelungen, endlich Feuer auf der Eisbahn in der Dalldorferstraße, woselbst ein Die Verhandlung gegen den„ Vorwärts" über schrift: die Zustände in der Edel'schen Privat- Frren in dem bekannten Herrn Friedmann einen Advokaten für Vater fleines Restaurationsgebäude in Flammen aufgegangen war. anstalt in Charlottenburg Der Schneefa II am aweiten Weihnachtsfeiertage hat im leider nicht und Mutter zu finden. Geld hatte das Mädchen keines, das sich ftatt. Herr Dr. Edel hat gestern die Klage gegen bis dahin im Holz- und Kohlengeschäft der Eltern, sowie mit Fuhrverkehr so gewaltige Störungen hervorgerufen, wie in den Vorwärts" zurückgezogen, Rechts- Berlin bisher wohl selten beobachtet worden ist. Häufig kamen die so daß uns ein Be- Schneidern, durchaus anständig ernährt haben soll. weis für unsere Behauptungen an Gerichtsstelle unmöglich ge- anwalt Friz Friedmann, von dem wohl in 3weifel steht, ob er Omnibusse nicht vorwärts und mußten nach den Halteplätzen macht wurde. Echon seit Wochen haben Beauftragte des Herrn als Vertheidiger oder als Frauenjäger eines größeren Rufes zurückkehren. Die Pferdebahn Wagen blieben oft stecken und von Erel sich bei uns bemüht, einen Vergleich zu ftande zu bringen. genießt, hielt sich an dem Körper des Mädchens schadlos. Er den Depots mußten die Reservepferde nach den Strecken hinansDie Bemühungen liefen darauf hinaus, wir sollten unserer publi- machte Anna M. zu seiner Maitresse und miethete sie im Hause geschickt werden, um den Ersatz allenthalben zur Hand zu haben. zistischen Pflichten vergessen und die Sache einfach todtschweigen. Schützenstr. 72 ein; als die Eltern nach Beendigung des Pro- In der Schönhauser Allee blieben die Tramways auf dem Berge Der Rechtsanwalt unseres Kollegen lehnte die Zumuthungen von effes aus der Untersuchungshaft entlassen wurden, standen fie im Schnee stecken; bis zum späten Abend fonnten die Störungen vornherein ab, indem er erklärte, daß der Vorwärts" ein her nicht allein vor dem Ruin ihrer Existenz, fie erfuhren auch, daß im Pferdebahn- Betriebe troß reichlichen Salzstreuens nicht be artiges Verfahren mit seinen publizistischen Pflichten nicht verein der Vertheidiger, der sich ihrer Sache angenommen hatte, der feitigt werden. baren tönne. In ganz gleichem Sinne äußerte sich unser Kollege zahlungsfähige Liebhaber ihrer 17jährigen Lochter sei... Schmidt seinem Rechtsvertreter gegenüber. In einem uns heute Frizz Friedmann fühlte nach den bekannten Vorgängen, daß zugegangenen Echreiben aus Plößensee bemerkt Schmidt: daß ihm in Berlin der Boden allmälig zu heiß unter den Füßen es ihm sehr angenehm wäre, wenn in irgend einer Form Herrn werde. Er plante, mit Anna M. die Stadt seines Ruhmes zu Edel in der Presse eine deutliche Absage zu theil würde. verlaffen. Sein Verhältniß zu diesem Mädchen mag an folgender Er schließt mit folgenden Worten:" Ich lege großen Werth Episode eine Beleuchtung finden. Am 9. Dezember drang er in darauf, daß es zur Verhandlung kommt". Dem Roll. Schmidt wie feine Geliebte, sich am selben Abend mit ihm auf dem Anhalter uns lag alles an der Aufhellung der Wahrheit. Herr Edel Bahnhof zur Abreise einzufinden. Als sie Bedenken äußerte, Fromme Schäflein. Von der Weihnachtsbescheerung im scheint von der Aufhellung der in seiner Anstalt herrschenden entgegnete er ihr kategorisch, er werde den Zug( es war ein fatholischen Gesellenverein bringt die„ Germania" einige beZustände keinen Vortheil für sich und sein Institut erwartet D- Bug) kurz vor dem Abgange durchsuchen, finde er sie nicht fatholischen Gesellenverein bringt die" Germania" einige be zu haben. anwesend, so werfe er sich im Augenblick der Abfahrt zeichnende Meldungen. Auf langen Tafeln sollen Teller mit den ,, bescheidenen Gaben" aufgestellt gewefen fein. Zwei Umstände vor die Maschine. Anna saß selbstverständlich Der nengewählte Vertrauensmann des V. Reichstagsrechten Zeit im D- 3uge, und fo ging erhöhten in diesem Jahre die Festesfreude. Einmal die TheilWahlkreises, Genosse Reul, wohnt Höchstestr. 21. Reise über Leipzig zunächst nach Währen und von da nahme Sr. Durchlaucht des Erbpringen Radziwill" an der Die Parteigenossen von Rigdorf werden aufgefordert, weiter nach Genua. Von der Hafenstadt aus sollte die Feier, durch welche die Stimmung der Theilnehmer nach der Aller Wahr- ,, Germania" eine gehobene wurde, und zweitens die Mitfich am Sonntag, den 29. Tezember zahlreich an der Verbreitung Weiterreise nach Amerita angetreten werden. eines Flugblaites zu betheiligen. Treffpunkt früh 72 Uhr bei scheinlichkeit nach ist dieser Reiseplan zur Ausführung gelangt. theilung, daß ein Unbekannter dem Hospiz alljährlich die Summe Thomas. Die Geldsumme, welche Friedmann von hier mitgenommen hat. von 1000 M. spenden wolle. Andächtiger ist, wie das katholische ist nicht groß, sie beträgt etwa 7000 m.; doch soll der Rechts. Blatt schreibt, wohl lange nicht für die verstorbenen Mitglieder Ueber die schriftlichen Arbeiten in den Gemeindeschulen anwalt gehofft haben, von einem in Mähren wohnenden und die Wohlthäter gebetet worden, als am Weihnachtsabend wird in der„ Pad. 3tg." geklagt. Sie feien zu zahlreich und klienten noch einen nennenswerthen Geldbetrag einzukaffiren. dieses Jahres. Ein sehr erbauliches Jdyll. Es wird aber es werde zu viel Werth auf sorgfältige Ausführung gelegt; Bevor die Reise von Berlin angetreten wurde, gab Friedmann nicht lange dauern und der Sturmwind der modernen Zeit macht mancher Rektor wolle mit den Heften bei den öffentlichen seiner Geliebten zwei Gegenstände in Verwahrung, denen er auch diesen frommen Schäflein klar, daß das Mittelalter ein Prüfungen glänzen und eine Schule suche hierin die andere einen ganz besonderen Werth beimaß. Das erste Objekt war eine Traum und nicht einmal ein schöner Traum ist. zu überbieten. Das ist ein ferneres und nicht das unwichtigste Kristallplatte, deren Rand mit Briefmarken eigenartig ausgeklebt Geradezu jämmerliche Pferdebahnwagen find auf einigen Argument gegen die öffentlichen Prüfungen, um deren Beseitigung übrigens der„ Berliner Lehrerverein" eben jetzt auf grund eines war; auf der Mitte der Platte war die Photographie Moppels, Linien, beispielsweise auf der vom Spittelmarkt nach Treptow Beschlusses vom 13. Dezember die Schulbehörden gebeten hat. seines vielgeliebten Hundes zu sehen. Das zweite Werthstück lag führenden in Gebrauch. Es sind die ältesten und deshalb auch in einem Schächtelchen; es war der russische Stanislausorden, unpraktischsten Gefährte des ganzen Fuhrparks. An den äußeren Gegen die Prüfungen in in dem Verein unter anderem an- mit dem Friedmann der besonderen Verdienste halber, die er sich Holztheilen ist von Politur keine Spur mehr zu bemerken; die geführt worden, daß die Vorbereitungen, die der Prüfung vor- um das Zarenreich erworben, ausgezeichnet worden war. Er Schilder, welche die Fahrrichtung angeben, sind verwittert und angehen müssen, die rubige Entwickelung des Unterrichtes stören. war nämlich Syndikus der russischen Konsulate; auf seiner in der Schrift verblaßt; die Eisenwände beim Vorder- und Das gilt aber besonders von den schriftlichen Arbeiten. Diese Visitenkarte prangte auch der Titel Ritter p. p. Hinterperron find vielfach geflickt oder zeigen handgroße Löcher, müssen nämlich, wie in dem Artikel der„ Päd. 3tg." ausgeführt So die Mittheilung, an deren Richtigkeit wir, wie gesagt, an deren scharfen Kanten man sich die Kleider zerreißt; wird, oft in der Schule angefertigt werden, wodurch der übrige zu zweifeln feine Ursache haben. Bei Erwähnung des Falles bei schlechtem Wetter kann man in die Versuchung kommen, im Unterricht geschädigt wird; sie gelten aber natürlich vor dem die Friedmann sei noch iner Legendenbildung gedacht, die wir in Junern der Wagen den Regenschirm aufzuspannen. Von unserer Prüfungen besuchenden Publikum als häusliche Arbeiten. Die finden. Dort wird Friedmann nämlich Pferdebahn ist man derartige Rücksichten" auf das Publikum franzöfifchen Blätte Anfertigung der sogenannten häuslichen Arbeiten in der Schule als Gozialift, als politischer Flüchtling hingestellt. Wir führen schon zum Ueberdruß gewohnt. Die Fremden, die im nächsten wäre an sich, wenn man den Lehrplan entsprechend umgestalten diese Darstellung der Kuriosität halber an; es braucht wahrlich Jahre zu erwarten sind und in solchen elenden Wagen zur Ge= wollte, fein übergroßes Unglück; von manchen Pädagogen wird nicht auseinander gesetzt zu werden, daß Friedmann alles andere, werbe- Ausstellung fahren, können sich dann persönlich überzeugen, fie als das allein Vernünftige gefordert. Aber in dem vornur tein Sozialdemokrat war. weshalb Spree- Athen auf die Bezeichnung Weltstadt" noch immer liegenden Falle greift man zu diesem Ausweg nur deshalb, weil es die häuslichen Verhältnisse vielen Kindern überhaupt Zur Reitpeitschen- Affäre Bodeck- Ezerny theilt uns der nicht Anspruch erheben darf. unmöglich machen, zu Hause noch schriftliche Arbeiten anzu- lettere Herr in einem längeren. Schreiben mit, daß er sich gegen fertigen. Der erwähnte Artikel weist darauf hin, daß Herrn Bodeck erfolgreich mit einem zerbrochenen Revolver gewehrt viele Gemeinde Schulkinder Stellen annehmen müssen, habe und daß er früher schon jeden, den es interessirt, erklärt von denen fie erst abends spät zurückkehren, und die habe, ein Antisemit gewesen zu sein. Mithin habe Bodeck lein Redaktion der Päd. 3tg." fügt hinzu:" Dazu fehlt es bei Recht, ihn Verräther zu nennen. vielen Kindern sehr häufig auch an den nothwendigsten Borbedingungen einer sauberen Arbeit. Man muß es gesehen haben, Um dem ,, planlosen leichtsinnigen Zuzuge Stellung suchender Ein neues Kanalprojekt wird von der Nordbahn gemeldet. wie die Knaben und Mädchen am Fensterbrett, am Küchenstuhl, Personen nach Berlin thunlichst vorzubeugen", warnt der Polizeian der Kochmaschine u. s. w. oft bei der miserabelsten Beleuch- präsident auf grund der hier gemachten Erfahrungen alle Per- Ein Grundbesitzer in Birkenwerder will den Lehnit- See bei tung im Kreise der spielenden kleineren Geschwister ihre Schul- fonen, welche in Berlin oder von hier aus außerhalb Berlins Oranienburg mit der Havel verbinden und hat zu diesem Zweck dem Ver- das ganze Gelände, welches der Kanal durchziehen würde, anarbeiten erledigen, um die abgelieferten Arbeiten recht würdigen in einen Dienst treten wollen, eindringlich vor zu können. Die Kollegen, welche bei der letzten Volkszählung laffen ihres bisherigen Wohnortes, bevor sie nicht eine getauft. Gine fapitalfräftige Gesellschaft wird den Bau ausgenau bestimmte Stellung Gelegenheit hatten, die Wohnungen der Armen zu betreten, ganz in Aussicht haben. führen und damit im nächsten Frühjahr beginnen. Der Kanal werden diese Beobachtung vielfach bestätigen tönnen." Das Namentlich werden die Stellung suchenden darauf hingewiesen, foll solche Tiefe und Breite haben, daß Personendampfer, wie glauben wir auch, aber sie würden damit eben nur bestätigen, Reverse und andere Schriftstücke, wenn überhaupt, so doch sie auf der Oberspree verkehren, von der Havel aus in den was man, sobald es von sozialdemokratischer Seite gesagt würde, nur nach aufmerksamer Prüfung des Inhalts zu unterschreiben. Lehniß- See fahren können. im freifinnigen" wie im völlig reaktionären Lager als Ueber: Dienstbücher und Legitimationspapiere sollten dieser amtlichen Die Herabsehung der Fernsprechgebühren für die Vors treibung zu bezeichnen pflegte. Warnung zufolge überhaupt nicht aus der Hand gegeben und orte ist den Interessenten in einem neuerdings vom Reichsnur den Herrschaften bezw. Arbeitgebern vorgelegt werden. Postamt ergangenen, an den Verein der Berliner Vororte ge richteten Bescheide jetzt abermals abgeschlagen worden. " 9 Der Polizeipräsident mag es sehr gut meinen, helfen wird feine Wahnung aber wenig. Der Zug nach dem Westen läßt sich durch Polizeiwarnungen nicht aufhalten. " In den Wärmehallen am Alexanderplatz hatten sich am Weihnachtsabend schon früh nachmittags über 800 Personen ein. gefunden. Eine gleiche Anzahl Hungernder und Frierender stand an den Pforten, ohne der spärlichen Gaben theilhaft werden zu fönnen, die an diesem Abend unter der üblichen Frömmigkeit dort gespendet wurden. Der Bevölkerungsstand Berlins wird auf grund vor fäufigen Ergebnisses der Zählung vom 2. Tezember, das die Nothwendigkeit einer Erhöhung des üblichen Zuschlages für nicht Ans Groß- Lichterfelde wird uns geschrieben: Jm Interesse der Kinder, welche Berliner Schulen besuchen, hat die Bahngemeldete Abzüge auf 22,164 pCt. bei den männlichen und 16,676 pt. bei den weiblichen Personen ergeben hat, jetzt Die Soldaten der hiesigen Garnison sind, wie das Kleine verwaltung seit furzem die Abfahrt des bislang 7 Uhr 3 Minuten folgendermaßen vom Statistischen Amt angenommen: Zählung Journal" berichtet, auch bei Gelegenheit der Weihnachtsfeier am von Südende abgegangenen Buges auf 7 Uhr 17 Minuten ver von 1890: 1578 794, Gnde 1890: 1579 010, Ende 1891: Dienstag Abend von ihren Kompagniechefs ermahnt werden, ihres legt. Diese Aenderung mag im Intereffe der Schüler liegen, 1 606 810, Ende 1892: 1622 349, Ende 1893: 1 640 522, Ende Fahneneides eingedenk zu sein. dem größten Theil der Passagiere und namentlich den Arbeitern tommt sie jedoch sehr unbequem. Wer um halb acht Uhr an 1894: 1 655 235, Zählung von 1895: 1676 352. Die durch das Die schweren Unfälle, die in letzter Zeit durch das Hinab- seiner Arbeitsstätte zu sein hat, muß jetzt den Zug benußen, der Ergebniß der Zählung von 1895 nothwendig gewordene Korrektur erstreckt sich nicht nur auf die Fortschreibung der Be- fürzen von Personen in Brunnenfessel wiederholt vor gut 6 Uhr abfährt, um dann eine fast einstündige Morgenvölferung für 1890-95, sondern auch auf alle aus der Be- gekommen sind, haben, wie berichtet wird, die Direktion der promenade in Berlin zu machen. Sollte es der Bahnverwaltung völferung berechneten Verhältnißzahlen, alfo Geburtenziffern, Haftpflicht- Versicherungsgesellschaft Berliner Grundbesitzer ver- nicht möglich sein, etwa gegen 7 Uhr noch einen Zug einzulegen? anlaßt, bei dem föniglichen Polizeipräsidium vorstellig zu werden, Heirathsziffern, Sterblichkeitsziffern u. s. w. um durch geeignete Maßnahmen den Eintritt derartiger gemein- Nach der bestehenden älteren Vorschrift haben, wenn Ueber die Flucht des Rechtsanwalts Frih Friedmann gefährlicher Zustände vorzubeugen. Das Polizeipräsidium hat Personenzüge ausnahmsweise ganz oder theilweise außerhalb der bringt die hiesige Presse verschiedene Meldungen, welche den be- nach Inhalt seiner an den Syndifus der Versicherungsgesellschaft Bahnsteige halten und die Reisenden dort die Wagen verlassen fannten Bertheidiger als das Opfer einer weiblichen Umgarnung Rechtsanwalt Dr. Günsburg gerichteten Buschrift vom 18. De- müssen, die Schaffner beim Seffnen der Wagenthüren zu beerfcheinen laffen sollen. Es heißt, daß einer seiner Beauftragten zember cr. bereits das Erforderliche veranlaßt und schon im sonderer Vorsicht aufzufordern und nöthigenfalls beim Absteigen eine Schwester" im Hause Schüßenstraße 72 eingemiethet habe; Oktober d. J. angeordnet, daß die Polizeireviere bei Gelegenheit in zuvorkommender Weise Hilfe zu leisten. Diese Bestimmung es sei dies eine angebliche Schauspielerin gewesen, die aber am der Revisionen auf den hiesigen Grundstücken, namentlich auf ist, wie der Minister der öffentlichen Arbeiten am 10. d. M. an 13 Dezember plötzlich die Wohnung verlassen hätte. Die Person den vor Erlaß der Baupolizei- Ordnung für Berlin vom geordnet hat, dem Fahrpersonal zur genauen Beachtung in Gr. wird als die Tochter eines in seinen Kreisen allbekannten Gin 15. Januar 1887 bebauten, ihr Augenmerk auf die Beschaffenheit innerung zu bringen und das gleiche Verhalten den Stationsbrechers hingestellt, der von dem berühmten Rechtsanwalt erst der Ueberdeckung der Brunnenfessel zu richten und über etwaige beamten aufzugeben. türzlich von einer zehnjährigen Zuchthausstrafe, die ihm der Mängel Anzeige zu erstatten haben. Auch ein Kampf um die Ehre. Es wurde fürzlich in Staatsanwalt zugedacht hätte, befreit worden sei. den Blättern von einer Duellprügelei berichtet, die im GruneEin Stückchen geschäftlicher Unverfrorenheit ist es, Was wahres und falsches an dieser mit viel Reporter. phantasie zurecht gestuzten Geschichte ist, mag aus einer uns wenn 8. B. die Berliner Packetfahrt Aktien: wald am 18. b. M. ftattgefunden haben soll. Ueber die Ursachen burchaus zuverlässig erscheinenden Meldung hervorgehen, die gesellschaft eingefchriebene Briefe an ihrer Annahmestelle dieses Rohheitsvergehens werden uns jetzt eine Reihe Einzelheiten wir am Freitag erhalten haben. Danach liegt der Sachverhalt ruhig entgegennimmt, sie aber anderen Tags dem Absender mit gemeldet, die so bezeichnend sind, daß wir es uns nicht verfagen entwerthetem Werthzeichen als unbestellbar wieder fönnen, durch deren Wiedergabe die Sitten der maßgebenden folgendermaßen: Der Arbeiter M. aus der Langenstraße war vor zehn Jahren wohnt. Vielleicht könnte das Publikum von dem Beamten verstraße beschäftigten Kellnerin ein Verhältniß. Mit der Zeit meinte übermittelt, weil der Adressat außerhalb ihres Bestellbezirkes" Gesellschaftsschicht zu kennzeichnen. Der Edelste und Beste v. G. hatte mit einer in der Friedrichwegen Diebstahls zu zwei Jahren Zuchthaus verurtheilt worden; langen, daß er die Bestellbezirke der Gesellschaft kenne daß lange vorher schon, im Jahre 1862, hatte er als 18jähriger aber für nicht geleistete Bestellung dem Publikum das". G. dahinter gekommen zu sein, daß er nicht der allein Bejunger Mensch im Gefängniß zu Straußberg, wo er wegen Geld abgenommen wird, ist höflich gesagt doch ein bischen start. günftigte fei, und er gab seiner Entrüstung über die verBettelns saß, sich an dem Inspektor mit einem Meffer thätlich Das grenzt schon an die Geschäftspraxis der Pferdebahn- Gesell- meintliche Untreue der Geliebten dann in recht fühlbarer und vergriffen; die That wurde als Mordverfuch angesehen und mit handgreiflicher Weise Ausdruck. Nach solchen bewegten Momenten 15 Jahren Zuchthans bestraft. Seit 1885 hat sich M. teines schaft, die ruhig Abonnements farten ausgiebt, es aber den tam die Kellnerin gewöhnlich mit blauen Flecken um die Augen Abonnenten überläßt, auf gewissen Linien 3. B. SpittelVerstoßes gegen die Gefeße zu schulden kommen lassen; er markt- Kreuzberg fich um die Pläge förmlich zu raufen oder in das Lokal, und wenn Gäste und Kolleginnen sich theilnahmsvoll nach der Ursache ihres Mißgeschicks erkundigten, dann befindet sich seit einigen Jahren wieder wieder im Besize der 10-15 Minuten in Schnee und Regen zu warten, wenn sie es erzählte fie offen und frei, daß es der Geliebte gewesen, der ihr bürgerlichen Ehrenrechte und sucht fich ehrlich durch nicht vorziehen, sich den Schnupfen statt an der Straßenecke auf solches Leid zugefügt habe. Es wird begreiflich erscheinen, daß Arbeit sein Brot zu verdienen. Am 22. Mai dieses Jahres einem Berdeckplatz zu holen. Wie lange wird es noch dauern, ein in der Kneipe anwesender Referendar, der von solcher Rohheit wurde er mit seiner unbescholtenen Ehefrau, der er seit 20 Jahren bis die Verkehrspolizei diesen geradezu skandalösen Zuständen hörte, fich sehr abfällig über diese Thaten aussprach; angetraut ist, in Untersuchungshaft genommen; er sollte in der der Berliner Verkehrsverhältnisse ein Ende macht! Es giebt bekannten Einbrecheraffäre Seibt u. Genossen, die anfangs No Leute, die solche Regelung für wichtiger halten, als die im Frauenprügler nach einigen Augenblicken selber wieder die Stätte der Entrüftete ließ auch nicht ab vom Schelten, als der rember vor dem hiesigen Landgericht I zum gerichtlichen Austrag Interesse der öffentlichen Ordnung jeweilen erlassenen Straßen- Franenprügler nach einigen Augenblicken felber wieder die Stätte betrat, an der die Kellnerin wirkte. Es tam zu einem Wortgebracht wurde, eine Hehlerrolle innegehabt haben. Die Straf wechsel, der bald in Thätlichkeiten ausartete; der Referendar fammer erkannte jedoch, weil alle Beweise mangelten, gegen das Ehepaar M. auf Freisprechung, obgleich der Staatsanwalt gegen Die Weihnachtsfeiertage haben in diesem Jahre einen verlegte schließlich dem v. G. einen Hieb mit dem Spazierstock den Mann zehn Jahre Zuchthaus und gegen die Frau zwei recht ruhigen Verlauf genommen. Zwar wurden die Löschmann- über den Kopf. Nun war die Ursache zu der stattgehabten Jahre Gefängniß beantragt hatte. Zum Bertheidiger hatten die schaften ziemlich häufig an den beiden Festtagen alarmirt, indem Schießerei gegeben, bei welcher dann der Edelste im Arm, der den Eheleute den Rechtsanwalt Friedmann erhalten. ibre Hilfe in 29 Fällen in Anspruch genommen wurde. Es Referendar jedoch im Unterleibe verwundet wurde. Wie uns Während die Eltern im Gefängniß faßen, empfingen sie handelte sich dabei aber nur um ganz fleine Brände; dabei ist noch berichtet wird, soll dieser, der sich hier zur Weihnachtszeit absperrungen. fen hat! " achsweise bei seinen Eltern aufgehalten hat, bereits seiner| Senft fant, von einer vollen Schrotladung in die linke Schläfe| förderungsschein nicht mehr genauer betrachtet habe. Da die erlegen sein. Zur Charakteristik des Liebhabers" diene getroffen, zu Boden und war nach einer Viertelstunde eine Leiche. Bahnverwaltung nun für die 10 Kutscher nicht nur die einfache Fahrt daß dieser noch eine Forderung an einen Mann hat am 23. d. M. dem 23jährigen Zimmerer Stäler aus Alt- Moabit was jedoch von dem Angeklagten verweigert wurde, so war gegen den Einen tödtlichen Ausgang hat der Unfall genommen, der nachträglich bezahlt haben wollte, sondern zur Strafe das Doppelte, Nr. 19 auf einem Neubau in der Beuffelstraße zustieß. Stäler Angeklagten wegen Betruges vorgegangen worden. Die Beweisglitt beim Verlegen der Balken für das Dachgeschoß aus und aufnahme ergab, daß thatsächlich der Bruder des Angeklagten die stürzte kopfüber auf das Straßenpflaster hinab. Im Kranken- hierbei die Rede davon gewesen war, daß die übrigen Kutscher Verhandlungen wegen des Transportes geleitet hatte und daß haufe zu Moabit ist der Verlegte an einem Schädelbruch ge mit auf dem Beförderungsschein aufgeführt werden sollten, damit für die Zuckerraffinerie ein Belag vorhanden sei, " Polizeibericht. Am 24. d. M. nachmittags liefen in der W Witterungsübersicht vom 27. Dezember 1895. 28 etter Temperatur Dersammlungen. en laffen, den er mit seiner Geliebten im Café Bauer geEin Eisenbahnnnfall ereignete sich am Donnerstag Abend Uhr 50 Minuten auf der Stadtbahn zwischen Station Börse and Friedrichstraße. 213 zwei Züge freuzten, wurden an zwei Wagen des nach dem Schlesischen Bahnhof fahrenden Zuges storben. durch ein noch nicht aufgeklärtes Greigniß sämmtliche Fenster Unter das Eis ist am zweiten Feiertag ein unbekannter weil diese die Frachtgelder zurückerstatten mußte und die sertrümmert und zwei Thüren abgerissen. Man ver= muthet, daß irgend ein Gegenstand, der aus dem entgegenfahrenden Mann verschwunden, der in früher Morgenstunde an der Frucht- Fahrkarten doch wieder am Ende der Fahrt zurückgefordert straße über die Spree gehen wollte. Leute, die ihn aus der werden. Der Staatsanwalt wollte zwar aus einigen Punkten Zuge herausgesteckt war, bas Unheil angerichtet hat. Passagiere Ferne sahen, bemerkten, daß er plößlich einbrach und nicht mehr der Zeugenaussagen das Schuldbewußtsein des Angeklagten wurden glücklicherweise nicht verlegt. zum Borschein fam. An der Einbruchstelle wurde ein kleiner heraußerfennen und beantragte 100 M. Geldstrafe, der GerichtsZu dem Unglücksfall im Charlottenburger Betriebe Beutel mit einigen Pfennigen gefunden. Nachforschungen nach hof verwarf jedoch die Berufung und bestätigte somit das freivon Siemens u. Halske wird uns noch in einem eingehenden der Leiche, mit denen sofort begonnen ist, haben bisher keinen fprechende Urtheil, da der Angeklagte aweifellos in gutem Glauben Schreiben dargelegt, daß der betrübende Vorfall, der bereits ein Erfolg gehabt. gehandelt hatte. Menschenleben gefordert hat, nicht hätte geschehen können, wenn Wie der Staat seine Arbeiter bezahlt, zeigt wieder an dem Dampftessel genügende Absperrungsvorrichtungen vorhanden gewesen wären, um den Eintritt des kochenden Waffers Trunkenheit zwei Männer, und zwar einer in der Friedrichstraße einmal recht drastisch eine Verhandlung vor der Straftammer in den Kessel, worin die vier Arbeiter beschäftigt waren, zu ver- und der andere in der Oranienstraße, gegen vorüberkommende des Mainzer Landgerichts. Stand da, so schreibt man hindern. Der verunglückte Arbeiter Ebeling hinterläßt eine Frau Fuhrwerke und wurden durch Ueberfahren schwer verletzt. uns aus Mainz, vor den Gerichtsschranken der einarmige, noch und vier unmündige Kinder. Bezahlt wird die lebensgefährliche Gegen Abend wurde auf dem Bahngelände der Hamburger Eisen- jugendliche Schreibgehilfe Richard Leyendecker aus RostArbeit, bei der vier Arbeiter elend verbrüht wurden, mit dem bahn ein Arbeiter bei der Arbeit durch einen Eisenbahnwagen bei m, angeklagt der Unterschlagung von Staatsgeldern im gegen eine Wand gedrückt und auf der Stelle getödtet. Ein Amte. Der Angeklagte, dem seine Borgesetzten ein günstiges Hungerlohn von 30 bis 35 Pf. per Stunde! Dienstmädchen versuchte sich aus unglücklicher Siebe zu tödten, Beugniß ausstellten, war geständig und behauptete, in Noth geDas Elend in Berlin wird durch die Angaben des indem es eine Phosphor Auflösung trant, die es fich aus handelt zu haben. In der Beweisaufnahme ergab sich, daß er neuesten Jahrgangs des Berliner Statistischen Jahrbuchs" über Streichhölzern zurecht gemacht hatte. Der sofort herbeigeholte feit neun Jahren beim Mainzer Amtsgericht gegen das Gehalt die Frequenz des Polizeigewahr fams wieder recht grell Arzt wendete die erste Gefahr ab.- Abends stürzte sich ein von 33, fage und schreibe dreiunddreißig Mart pro Monat be beleuchtet. Im Jahre 1893 wurden von im ganzen 35 708 Ber- Mann, der schon wiederholt Spuren von Geistesstörung gezeigt fchäftigt war und davon auch seine Mutter, eine bedürftige fonen, die mit dem Polizeigewahrsam Bekanntschaft machen hatte, in dem von seiner Mutter bewohnten Hause yom Treppen- Wittwe, unterstützt hat. Das Gericht ließ für den armen Kerl mußten, 9510 wegen Bettelu, 8595 wegen Obdachlosigkeit, podest des dritten Stockes auf den Flur hinab und blieb sofort mildernde Umstände walten und vernrtheilte ihn zu drei Monaten 13 407 wegen Unfittlichkeit( d. h. Uebertretung fittenpolizeilicher todt. Am 25. d. M. gegen Mittag sprang ein 14 Jahre altes Gefängniß. Vorschriften durch Prostituirte) und der Rest, 4196 Personen, Mädchen aus der in der Cuvrystraße belegenen elterlichen Wohnung wegen anderer Uebertretungen( z. B. 1856 wegen Straßen auf den Hof hinab und erlitt schwere innere und äußere Ver auflauf und Unfug, 136 megen unerlaubten Gewerbebetriebs, legungen.- Nachmittags wurde eine Stickerin in einem Hause in der 101 wegen Trunkenheit u. f. w. eingeliefert. Die Stammgäste" Fürbringerstraße todt im Bette liegend aufgefunden. Nach hinterdes Polizeigewahrsams bildeten also wieder neben den Brosti- faffenem Schreiben hat sie sich infolge unglücklicher Liebe ver- Im fünften Wahlkreis wurde am dritten Feiertag eine tuirten die Bettler und die Obdachlosen. Da ist es giftet. Am 26. d. M. morgens brach ein Mann, welcher an gut besuchte Voltsversammlung abgehalten, wo Genoffe Antrick denn nicht zu verwundern, daß, wie im Jahre 1892, auf die der Fruchtstraße auf dem Eise über die Spree zu gehen versuchte, über die gegenwärtige politische Situation referirte. Er führte falten Monate, in denen ja das Heer der Obdachlosen ein und ertrant. In der Prinzessinnenstraße fiel vormittags ungefähr aus: Unsere heutige politische und wirthschaftliche Lage und Bettelnden jedesmal gewaltig anschwillt, die meisten in eine Frau infolge der Glätte hin und brach ein Bein. In der zeigt überraschende Aehnlichkeit mit der Situation um das Jahr 1878. Tieferungen famen. Gingeliefert wurden pro Tag im Januar Nacht zum 27. 6. M. sprang ein Buchbinder von der Friedrichs- Abg. Kardorff hat bei der Etatsdebatte diesen Vergleich treffend ins 102, Februar 129, März 107, April 110, Mai 92, Juni 102, Juli 89, brücke in die Spree, wurde jedoch noch lebend aus dem Wasser Feld geführt. Wie lagen denn die Dinge 1878? Die ökonomische August 88, September 84, Oftober 87, November 101, Dezember 87. gezogen. Lage war durch die Krise, durch Arbeitslosigkeit und GeschäftsFür die Bettler ist neben der Zahl der zum Bolzeigewahrsam stille gedrückt; Militärausgaben, Belastung durch indirette eingelieferten noch die Zahl der überhaupt aufgegriffenen( von Steuern standen in Aussicht, für die im Reichstage zunächst feine denen in der Regel etwa die Hälfte gleich wieder entlassen wird) Majorität vorhanden war. Selbst die Junker sind damals noch angegeben, und hier tritt denn auch der Einfluß der Jahreszeit gegen die Schutzölle und die indirekte Besteuerung aufgetreten. Fürst in den Monatszahlen mit ungetrübter Deutlichkeit hervor. Im Stationen. Bismarck war daher in Nöthen, seine Politik durchzusehen. ganzen wurden 1893 im Polizeibezirk Berlin 19 986 Bettler aufZwei großartige sozialdemokratische Kundgebungen aus Anlaß der gegriffen, und zwar pro Tag im Januar 75, Februar 96, Beerdigung zweier Parteigenossen trieben der Bourgeoisie die Angst März 64, April 48, Mai 41, Juni 40, Juli 35, August 38, in die Knochen; dazu kamen noch die beiden Attentate September 42, Oftober 48, Oftober 48, November 62, Dezember 70. gegen Kaiser Wilhelm I., und Bismarck begann mit seinem Dafür, daß das Maximum auf auf den fiel, Swinemünde Februar Werte, seine Steuerpläne durchzusehen. Unter dem Eindruck ist wahrscheinlich die Länge der Zeit entscheidend, die seit Hamburg zweiten Attentats vollzog sich die 78 er Wahl, Eintritt des Frostes und der dadurch bewirkten starten Ver- Berlin die Bismarck den gewünschten gefügigen Reichstag brachte. G3 minderung der Arbeitsgelegenheit verflossen ist, und in dieser Wiesbaden fam zunächst das Sozialistengeset und nach ihm der Naubzug auf Hinsicht ist eben der Februar meist der ungünstigste Monat des München die Taschen des arbeitenden Boltes. Nebenbei brach eine Zeit Jahres. Die Frequenz des Polizeigewahrsams würde dann mehr Wien.. der Majestätsbeleidigungs- Prozeffe an. Die freifinnigen Zeitungen nur indirekt durch die Witterung beeinflußt, insofern nämlich, Haparanda. waren an der Hehe hervorragend betheiligt. Dazu tam die als diese bei vielen Arbeitern, namentlich bei den Ungelernten", gesellschaftliche und wirthschaftliche Aechtung der Arbeiter von Einfluß auf den Umfang der Arbeitslosigkeit ist. seitens der Fabrikanten. Mit dem Sozialistengesetz fam über Berlin der Belagerungszustand; 67 Parteigenossen Einen traurigen Weihnachten verlebte die Familie des wurden sofort ausgewiesen, die sozialistische Bresse unterdrückt, Goldwaarenhändlers Asmus in der Neuen Königstr. 83. Am jedwede Fühlung ging verloren, jeder organisatorische ZusammenWeihnachts heiligen Abend begab sich Frau A. nach dem Wohnhang war unterbrochen. Zunächst freilich triumphirte Bismard's zimmer, um hier den Weihnachtstisch zu ordnen und die Geschenke Reaktionspolitit, die indirekte Besteuerung wurde durchgedrückt. für den Gatten sowie für ihr vierjähriges Töchterchen aufzubauen. Aber trotz aller Nachtheile dieses Ausnahmegesetzes ging die SozialFrau A. verblieb jedoch ungewöhnlich lange im Zimmer und die demokratie gestärkt und vermehrt aus dem Kampfe hervor und Zeit rückte heran, da der Baum angezündet werden sollte. BerBismarck blieb Besiegter. Die Stimmen stiegen von 493 288 im geblich pochte Herr A. an die Thür des Zimmers, in welchem Jahre 1877 auf 1427 298 im Jahre 1890. Nun tam der Kampf fich die junge Frau eingeschlossen hatte, vergeblich rief er die mit den sogenannten geistigen Waffen; wir wurden unter das Gattin beim Namen. Im höchsten Grade beunruhigt erbrach Die Frage, ob die Hntfabrikanten, welche zugleich Jn- gemeine Recht gestellt. Aber die geistigen Waffen unserer Gegner nunmehr der Mann die Thur und fand eintretend die Frau haber von Verkaufsläden sind, des Sonntags Arbeiter mit dem haben uns genügt, die Sozialreform mißglückte, die Sozialdemokratie leblos auf dem Fußboden liegend, in der bereits erkalteten Hand Aufbügeln von Hüten beschäftigen dürfen, beschäftigte dieser Tage wurde 1893 die stärkste Partei im Reiche. Das Fiasko der eine Puppe für ihr Kind haltend. Ein sofort hinzugezogener den Straffenat des Kammergericht 3. Der Hofhutmacher Gegner war vollständig. Redner schildert die seit 1893 versuchten Arzt konnte nur den durch Herzschlag erfolgten Tod der Frau A. Miller hatte in einem Kleinen Bimmer neben seinem Laden Bekämpfungsmaßregeln gegen die Sozialdemokratie, insbesondere tonstatiren. des Sonntags gegen 9 Uhr früh Hüte aufbügeln laffen. Die In- das Köller'sche Regiment, die Richtung der Justiz, den allerneuesten Eine ,, nette Bescheerung" wurde der in der Wollant haber offener Butgeschäfte betrachten diese Thätigkeit, da es Septemberfurs, die Auflösung der Organisationen in Berlin infolge firaße 13 wohnenden Kaufmannsfamilie Holzgarten zu theil, deren fich meist um Kunden handelt, als eine zu ihrem einer Gesetzesinterpretation, welche bei konsequenter HandWohnung sich in der zweiten Etage des Hauses befindet, während Handelsgewerbe gehörige. Müller wurde aber wegen der fraghabung schließlich zur Auflösung auch jeder Ghe führen würde. der Geschäftsladen des Herrn H. im Parterre belegen ist. Am lichen Sonntagsarbeit zur Verantwortung gezogen; es wurde Alles nüßt nichts, daher jezt die Scharfmachepläne eines heiligen Abend, nachdem der Aufbau der Geschenke beendet, ihm Verlegung des§ 105 b Abfah 1 der Gewerbe- Ordnung Freiherrn von Stumm, eines Bismard. Diese Leute fühlen begab sich Frau H., um dem Gatten zu helfen, nach dem Laden vorgeworfen, welcher 1. a. auch die Sonn- und Festtags jest wieder ihre Zeit gekommen, um uns zur Verzweiflung und hinunter, wofelbft auch die Kinder des Ehepaares weilten. Als beschäftigung von Arbeitern in Werkstätten untersagt. Das zu tollen Streichen zu treiben. Also das gleiche Spiel wie im nun die Zeit der Bescheerung gekommen, begab sich die Familie Schöffengericht verurtheilte ihn auch zu einer Geldstrafe Jahre 1878. Und wenn die heutige Gesellschaft erklärt, daß die nach der Wohnung zurück und fand die Korridorthür offen von 8 M., die Straftammer sprach ihn jedoch wieder frei, in bisherige Art der Unterdrückungspolitit nichts nüßt, so ist das stehend. Im Wohnzimmer aber stand noch der Tannenbaum, der Annahme, man habe es hier mit einer dem Handelsgewerbe eine Bankrotterklärung dieser Gesellschaft, die das arbeitende jedoch leer und fahl, die darunter aufgebauten Geschenke waren unterfallenden Thätigkeit zu thun. Die Revision der Staats- Bolt durch Wegnahme des politischen Wahlrechts zur Berzweiflung verschwunden. Jedenfalls hatte Frau H., als sie in den Laden anwaltschaft wurde vom Straffenat des Kammergerichts und Gewalt treiben will. Aber die deutsche Sozialdemokratie hinunter ging, vergeffen, die Rorridorthür zu schließen, und ein für begründet erachtet. Gehöre auch die Thätigkeit im wird an dem allgemeinen Wahlrecht nicht rütteln lassen. Den Stromer hatte wohl die Gelegenheit benugt, in die Wohnung ein Saben, das Verkaufen von Hüten unstreitig zum Handelsgeschäft, Gegnern würde ein solcher Verfassungsbruch schlecht zu stehen zubringen, um alle nüßlichen Weihnachtsgaben der Familie. fo sei doch die Reparatur getragener Hüte, und somit auch das kommen. Die deutsche Sozialdemokratie, die mit Bismard und für sich zu verwenden. Der Dieb hatte gründlich aufgeräumt Aufbügeln von solchen, dem Handwerksbetriebe zuzusprechen, Caprivi fertig geworden ist, wird auch mit dem neuesten und und die mehrere Hundert Mark betragenden Geschenke mit- und es dürfe infolge deffen an Sonn- und Festtagen überhaupt allerneuesten Kurse fertig werden. Der Referent schlägt zum tein Arbeiter damit beschäftigt werden. Der Fall wurde in die Schlusse als Vertrauensmann des fünften Wahlkreises den GeVorinstanz zurückgewiesen. noffen Jakob Reul( Höchsteftr. 21) vor, der darauf eingenommen. NNW Barometerstand in mm, d. Meeressp. Windrichtung Windstärke 1204 NATAL( Stala 1-12) nach Celsius ( 5ºC. 4° R.) Î ༑༑ ཏཱཾ ༑ ༽ ཆ hw 766 780 M .. 767 Schnee bedeckt bedeckt -0 -2 des 767 bedeckt 764 MNO 766 NW 2 775 Still Nebel wolkenlos wolkig 760 NO Schnee 767 3 bedeckt 771 NW 764 9.0 bedeckt bedeckt Petersburg Cort Aberdeen. Paris.. Wetter- Prognose für Sonnabend, 28. Dezember 1895. Zeitweise heiteres, vorherrschend wolkiges Frostwetter mit mäßigen nördlichen Winden, ohne erhebliche Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Gerichts- Beifung. einander. Um 50 000 Mart hat jener Walther Oppenheim seine Mutter bestohlen, von dem wir fürzlich berichteten, daß er für Zum Brozeß Sanfe. Gegen das Urtheil des Schwurſtimmig gewählt wird. Von einer Diskussion über das aus10 000 m. bayrische Staatsanleihen in einem hiesigen Bant- gerichts, welches die unverebelichte Glise Sante wegen fahr- gezeichnete Referat nimmt die Versammlung auf Vorschlag Abfahrstand und geht mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie ausgeschäft in der Friedrichstraße umzusetzen suchte, und dann unter läffiger Tödtung zu drei Jahren Gefängniß verurtheilte, ist, wie stand und geht mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie ausZurücklaffung der Papiere nicht wiedergekommen sei. Der Hoff- wir einer Lokalforrespondenz entnehmen, seitens der töniglichen nungsvolle Sohn beging den Diebstahl, um einer Tänzerin, in Staatsanwaltschaft die Revision eingelegt worden. Im Verein der Zimmerer Berlins und Umgegend hielt die er verschoffen war, nachzulanfen. Gegen den Affeffor Wehlan ist ein neuer Verhandlungs. am 22. Dezember Genoffe Obst einen Vortrag über Pflichten und Rechte der Mitglieder, worin er u. a. nachwies, daß nur Vermist wird seit dem 7. d. M. der Schneiderlehrling termin vor der Disziplinarkammer in Potsdam auf den 7. Januar eine kräftige und geschulte Organisation im stande ist, den Kampf Hermann Borchart, der bei Buzte, Prenzlauer Allee 20, in der nächsten Jahres anberaumt worden. gegen den Kapitalismus mit dauerndem Erfolge zu führen. Um Lehre war. Es wird gebeten, Mittheilungen über den Ver- Das Vermögen des Eisenbahnfiskus durch Betrug um so dringlicher sei für den organisirten Arbeiter die Pflicht, der misten entweder an obige Adresse oder an die Eltern, Swine- 29 M. geschädigt zu haben war der Fuhrherr Dito Stuben Organisation unter allen Umständen treu zu bleiben und auch münderstraße 120, Hof 2 Treppen, gelangen zu laffen. beck befchuldigt gewesen, vom Schöffengericht aber freigefprochen finanzielle Opfer nicht zu scheuen, die ihrethalben gebracht Herr P. Guttmann, Staligerstr. 20, sendet uns eine Bu- worden. Die Staatsanwaltschaft legte jedoch Berufung ein, werden müssen. Die Unterstützung der Arbeiterpresse empfahl schrift, in der er darlegt, daß die Berichtigung unrichtig sei, weil sie das Urtheil für unrichtig hielt. Die Verhandlung vor der Redner den Versammelten ebenfalls nachdrücklich. In der welche Herr Jfenheim in Mr. 287 unseres Blattes auf den in der Berufungs- Strastammer ergab folgenden Thatbestand: Der Diskussion über den intereffanten Vortrag äußerte Baesler, Nr. 275 unter der Spitzmarke Was man einer Aufwärterin zu Angeklagte betreibt mit seinem Bruder Paul gemeinsam ein daß die Zimmerer fich in geistiger Beziehung mehr ausbilden bieten wagt" abgedruckten Artikel veröffentlicht hat. Er halte Fuhrgeschäft unter der Firma Gebrüder Stubenbeck". Im sollten; weiter meinte er, daß bei Streits nicht immer die seine Darstellung, die zuerst in der Märkischen Boltsstimme" Jahre 1894 traten diefelben mit der Zuckerraffinerie Oschers Frage, wie viel man Unterstüßung bekomme, in den Vordergrund veröffentlicht worden, aufrecht. leben in Unterhandlung und verpflichteten sich, vom 20. Oftober gerückt werden dürfe, sondern man müffe fich fagen, daß man ab täglich 30 Waggons Baumateralien vom Bahnhofe zu der fich schon aus reinem Klasseninteresse auf Seite der tämpfenden Ans unglücklicher Liebe hat sich am ersten Feiertage nach Baustelle der Raffinerie abzufahren. Hierzu waren 18 Gespanne Kameraden zu stellen hat. Eine Resolution, die sich mit den mittags zwifchen 41/2 und 5 Uhr die 25jährige Stickerin Emma nöthig, die am 18. ftober mittags per Gilgut nach Oschersleben Ausführungen des Referenten im allgemeinen deckte, wurde Edart aus der Fürbringerstraße 4 durch Gift getödtet. Das auf die Bahn gegeben wurden. Dieselben füllten brei Gisenbahn- hierauf einstimmig angenommen. Grab3dorf und Fischer Mädchen war seit anderthalb Jahren mit dem 25jährigen Rauf wagen aus, für jeden von ihnen war ein freier Begleiter erlaubt. fritisirten dann das Verhalten der Generalfommission in Beziehung mann Otto Finger, dem Sohne eines Hausbesizers aus der Als in Wusterwiß zufällig durch Beamten eine Revision statt- auf die Art und Weise der Einberufung des nächstjährigen GemertElisabethkirchstraße verlobt. Die Eltern wollten eine Heirath fand, entdeckte man, daß nicht drei, sondern 13 Leute in die schafts- Kongresses; die General- Kommission habe aus nichtssagenden mit dem armen Mädchen aber nicht zugeben als ihr alle brei Wagen vertheilt waren, es waren dies die Kutscher Gründen die Lokalorganisationen von der Theilnahme am KonHoffnung geschwunden war, nahm Emma Eckart Cyankali für die dreizehn verschickten Gespanne. Zehn derselben greß ausgeschlossen, das sei undemokratisch und verdiene ein au fich. hatten daher обие Fahrkarten die Reife angetreten, Mißtrauensvotum. Lehmann theilte hierzu furz die Meinungen Das Schiekgewehr. Bon einem tragischen Geschick wurden während drei derselben auf dem Beförderungsschein als Begleiter einzelner Gewerkschaftsvertreter mit, die diese in der letzten am Montag in Werder a. H. zwei Familien betroffen. Der aufgeführt waren und keine Fahrkarten brauchten. Der An- Sigung der Gewerkschaftskommission geäußert hatten, und hielt 18jährige Sohn Adolf des Obitzüchters Karl Heinicke hatte geklagte fuhr mit demselben Zuge in einem Abtheil vierter es für unmöglich, daß, wie die Zentralisationen verlangten, die mittags seinen Onkel, den Obstzüchter Ferd. Senft, besucht und Klaffe. Als er zur Rede gestellt wurde, holte er den Beförderungs- Bolitik von den gewerkschaftlichen Organisationen ferngehalten fich dort in den Stall begeben, wo seine 13jährige Koufine schein hervor und schien höchst verwundert, als er auf demselben werden könne. Aus dem weiteren Berlauf der Versammlung sei Martha ein Pferd fütterte. Im Stalle hing ein geladenes Ge- allerdings nur 3 Begleiter aufgeführt fand. Er behauptete, daß noch erwähnt, daß Fischer die auf der Gewerbe- Ausstellung wehr, welches Adolf Heinicke, ohne daß er wußte, daß es ge- fein Bruder Paul die Angelegenheiten mit der Bahnverwaltung beschäftigten Kameraden aufforderte, ihm über die dort herrschen= laden war, von der Wand nahm, scherzweise auf seine Kousine verhandelt und die Fracht die Fracht mit 560. bezahlt habe. den Mißstände zuverlässiges Material recht bald zu übermitteln, anlegte und dabei fragte: Martha, soll ich mal schießen?" In Ihm hätte sein Bruder mitgetheilt, daß fämmtliche Sachen ge- damit er dieses so schnell wie möglich der Deffentlichkeit bekannt demfelben Augenblick frachte auch schon der Schuß und Martha ordnet, alle Fahrgelder bezahlt seien, weswegen er sich den Be- geben tönne. Vermischkes. Auf der Universität Göttingen studiren im gegenwärtigen Winter Halbjahr 31 Damen. Die meisten von ihnen sind bei der philosophischen Fakultät eingeschrieben und studiren Ge schichte, neuere Sprachen, Mathematik und Naturwissenschaften; jezt zum ersten Male befindet sich aber auch eine Medizin studirende Dame unter den dortigen Studentinnen. Aus Ostrowo wird berichtet: Am 24. Dezember d. J., abends gegen 9 Uhr, wurde an einem Bahnüberwege zwischen Kotlin und Witaszyce ein mit leeren Milchkannen beladenes Fuhr wert von einem Güterzuge überfahren und dabei der hinten auf dem Wagen sigende Arbeiter Krycolem aus Wilczu getödtet. Das Gespann und der Nutscher blieben unverletzt. Im Hafen zu Königsberg i. Pr. ist die Seeschifffahrt wegen zu starken Frostes am Freitag eingestellt worden. Auf der Insel Helgoland wohnen nach der neuesten Boltszählung 2240 ortsanwesende Personen, davon 992 männliche und 1174 weibliche Personen und 74 attive Militärs. Das weibliche Geschlecht ist also in der Mehrheit und zwar um 182 Personen im Bivil". Seit der vorlegten Volkszählung ist somit eine Zu nahme der Bevölkerung Helgolands von rund 150 Personen zu verzeichnen. Die Zahl der bewohnten Häuser beträgt 528; außerdem befinden sich auf der Insel 7 Anstalten. " " Unweit des Hafens von Algier stießen am Donnerstag der unter holländischer Flagge fegelnde englische Dampfer, Bellerophon" und der französische Dampfer Emile Héloife" zusammen. Der lettere fant. Behn Personen ertranken, darunter sechs Araber. Aus Yokohama meldet der Telegraph: Der Kreuzer Kwanping", welchen die Japaner den Chinesen im japanisch chinesischen Kriege weggenommen hatten, ist bei den PescadoresInseln am 21. Dezember gescheitert; mehrere Offiziere und etwa 60 Mann werden vermißt. " Nach einer bei Lloyds in London eingegangenen Depesche| Meilen vom Wohnort des Erblaffers wohnt, innerhalb diel aus Vigo( Spanien) langte der Dampfer„ Scot" auf der Fahrt Monaten nach erlangter Kenntniß vom Tode( oder vom Erbvon Southampton nach Kapstadt dort mit start beschädigtem anfall) erfolgen. Giebt der Erbberechtigte innerhalb dieser Frist Schaft an. feine Erklärung dem Gericht ab, so gilt er als„ Erbe mit der Aus Dublin wird berichtet: Gin Rettungsboot, welches Rechtswohlthat des Inventars", b. h. als Erbe, der für die ausgelaufen war, um die in bedrängter Lage befindliche Be: Schulden nur soweit haftet, als Nachlaß vorhanden ist. Ex mannung eines Schiffes in der Bucht von Ringstown zu retten, muß dann aber innerhalb sechs Monaten ein Nachlaß- Inventar schlug um; 16 Personen ertranken. Auf der Höhe von beim Erbschaftsgericht niederlegen. Verabsäumt er dies, fo Dungarvan strandete das Schiff Moresby"; von der Be- haftet er auch mit seinem Vermögen für die Nachlaßschulden. mannung ertranten 17. -K. S., A. G.: Ja.- 20. Nach Ihrer Darlegung leiten Auf dem Bahnhofe von Langendreer entgleifte am Sie, und zwar nicht nur vorübergehend, eine Abtheilung des BeDonnerstag bei der Ausfahrt der mit zwei Lokomotiven bespannte triebes und beziehen nicht Attordlohn, sondern feste Bezüge. Personenzug nach Bochum. Die erste Maschine fiel um und Trifft dies zu, so sind Sie Werkmeister. Da über Kündigungsbegrub den Lokomotivführer sowie den Heizer unter sich. Der frist nichts zwischen Ihnen vereinbart ist, so fann der Vertrag Heizer war sofort todt, der Lokomotivführer wurde erst nach nur zum 1. Januar, 1. April, 1. Juli oder 1. Oktober und nur fechs Stunden unter den Trümmern der Maschine hervorgezogen; nach mindestens sechs Wochen vorher erklärter Auffündigung ge= derselbe ist bereits gestorben. Das Hauptgeleise wurde für löst werden. Die Kündigung muß also, um Giltigkeit auch gegen längere Zeit gesperrt, die Maschine ist völlig zertrümmert. Von den Willen des Gekündigten zu haben, spätestens am 17. Februar den Passagieren ist feiner verletzt. ( im Schaltjahr am 18 Februar), am 19. Mai, am 19. Auguft oder am 19. November dem anderen Theil gegenüber ausgesprochen oder schriftlich zugekommen sein. B. B. Velten. Rechtsanwalt Heine wohnt Rathenowerstraße 1. Piechel. Die Kosten scheinen um etwa 5 M. zu hoch zu sein. Laffen Sie es auf gerichtliche Festsetzung derselben ankommen. Aus dem Kriege. Aus Kopenhagen schreibt man der W. T. 16. Von dem Erzeuger des außerehelichen Kindes Franks. 8tg": Gin hiesiger Kapitän hatte in der letzten Zeit kann die Mutter Niederkunfts- und Tauftosten, ferner sechsan heftigen Kopfschmerzen gelitten und gleichzeitig Anfälle gewöchentliche, dem Stande der Geschwächten angemessene Ber habt, während deren er furchtbare Visionen hatte und völlig tob pflegung, sowie auch andere durch die Schwangerschaft oder durch süchtig wurde. Er wurde zu einem Frrenarzt gebracht, und als bas Wochenbett herbeigeführte unvermeidliche Kosten" fordern. dieser ihn fragte, ob er nicht eine Begebenheit, die er mit seinen Das Kind hat von seinem Erzeuger Unterhalt und VerBiflonen in Verbindung bringen tönne, erlebt habe, erzählte der pflegung bis zum zurückgelegten 14. Lebensjahre zu verlangen. Bei Patient, er habe am deutsch- französischen Kriege 1870 theilgenommen Festfehung der Säge sollen so hohe Alimente gezahlt werden, als und die blutige Schlacht bei Gravelotte mitgemacht( auf welcher für Leute vom Bauern oder gemeinen Bürgerftande zur Erziehung Seite wird nicht gesagt). Während der Schlacht habe er den eines ehelichen Kindes nebst Schul- und Lehrgeld erforderlich sind. Befehl erhalten, eine bestimmte, näher bezeichnete Stellung so Bestimmte Säge kennt das Gesetz nicht. Die Praxis nimmt als schnell als möglich einzunehmen, und um rasch dahin zu kommen, hinreichend monatlich 15 M. bis zum zurückgelegten 4. Lebenseinen Hohlweg zu passiren. Als er daselbst anlangte, fand er jahre, von da an 18 M., manchmal auch weniger an. denselben mit Todten und Verwundeten ganz gefüllt. Die Leichen nahmefällen reicht die Alimentationsverpflichtung über das 14.Lebenslagen in Schichten über einander und die Verwundeten streckten Dörd. 100. Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr jahr hinaus. Diese Bestimmungen gelten für Berlin und überhaupt flehend die Hände gegen ihn aus, daß er mit seinen Kanonen oder Noth von der Polizeibehörde oder deren Stellvertreter zur jür das Gebiet des allgemeinen Landrechts. Anderwärts sind andere nicht über ihre Leiber hinwegfahre. Der junge Offizier, der Hilfe aufgefordert wird und dieser Aufforderung feine Folge Bestimmungen maßgebend.- G. W. M. Schritte wären aussichtslos. noch gegen die Schrecken des Krieges nicht abgehärtet war, mußte leistet, obgleich er der Aufforderung ohne erhebliche eigene Gefahr A. K. 1. Die Anmeldung muß die betreffende sich gefallen jedoch dem Befehle gehorchen die Angstrufe der Verwundeten genügen fonnte, ist mit Geldstrafe bis 150 Mart oder mit lassen. 2. Darf sie nicht. Klagen Sie auf Zahlung Ihres und das Krachen der Gebeine, die unter dem Gewichte der Haftstrafe bis 6 Wochen bedroht. Sonstige Aufforderungen zu Lohnes. Sonstige Aufforderungen zu Lohnes. Giardin, Müller. Nein.- A. 2. 100. 1. Ja. Ranonen zermalmt wurden, machten einen schrecklichen Eindruck Hilfeleistungen sind nicht strafrechtlich geschützt. Ein folcher 2. Aus dem Jahre 1890. Mag 63. 1. Nein. Theilen Sie auf ihn, sein Pferd glitt in einer Blutlache aus und er selbst Schuß ist auch entbehrlich. P. R. Moabit. Sie befinden dem Gericht mit, daß Sie der nochmaligen Eidesleistung widerstürzte zu Boden. Er wurde ins Lazareth geschafft, wo die sich in dem weit verbreiteten Frrthum, die Unfallrente sei wirk sprechen. 2. Nein. 3. Ja. Kielerstr. 15. So viel ersichtlich, Wunde in der Schläfe, die er durch den Sturz vom Pferde lich eine Rente, die das Leben eines Rentiers ermögliche. Sie find Sie invaliditätsrentenberechtigt. Sprechen Sie mit den davongetragen, geheilt wurde. Er fehrte dann nach Dänemark| lassen sich durch den Namen täuschen. Sobald Ihnen Papieren gelegentlich in der juristischen Sprechstunde vor. zurück und batte feit der Zeit mehrmals jährlich die schweren ein definitiver Feststellungsbescheid zugeht, sprechen Sie in der Anfälle nnd Visionen. Als der Arzt dies erfahren hatte, unter juristischen Sprechstunde vor. 2. M. Verjährt in 2 Jahre. suchte er den Patienten von neuem und fand eine fleine Marbe Erbschaft. Eine Aufforderung seitens des Gerichts, sich zu an der linken Schläfe. Er öffnete die Stelle und fand, daß ein erklären, ob man Erbe sein oder entsagen wolle, erfolgt im Neue Welt- Kalender 1896 ist vollständig vera Splitter eines Knochens fich gelöst hatte. Derselbe wurde ent- allgemeinen nicht. Die Erklärung, daß man entfagen wolle, muß griffen, ebenso Neujahrsnummer des Wahren fernt und seitdem ist der Kapitän völlig hergestellt. innerhalb sechs Wochen und wenn der Erbberechtigte über vierzig Jacob". Für den Zuhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonnabend, 28. Dezember. Opernhaus. Margarethe. Schauspielhaus. Das Hungerloos. Kroll's Theater. Nachm. 1,3 Uhr: Hänsel und Gretel. Die Puppenfee. Abends 7 Uhr: Wie die Alten sungen. Deutsches Theater. Wehe dem der Ingt. Serliner Theater. Nachm. 3 Uhr: Prinzeffin Goldhaar. Abends 1/28 Uhr: Hasemann's Töchter. Leffing- Theater. Romteffe Guckerl. Neues Theater. Bruder Martin. Schiller- Theater. Nachm. 3 Uhr: Die fieben Geislein. Der ver wunschene Pring. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Dienstag, Freitag und Sonnabend, abends von 6-7 Uhr statt. F. G., Golyftraße. Ist es Ihnen nicht möglich, mit einem oder einigen der Mädchen zu uns zu kommen? National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samst. Große Doppel- Vorstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen: Der Glödner von Notre- Dame. 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Dezember, von Marken finden sorgfältigste Erledigung. nachmittags 1 Uhr, vom Trauerhause Invalidenstr. 14 aus statt. Dies zeigt hiermit an Die den Wärmehallen im vorigen Winter von menschenfreundlichen Wohlthätern zugewendeten Mittel haben zur Bestreitung der erheblichen Kosten bisher noch ausgereicht, gehen jedoch zur Zeit auf die Neige. Um neue Beiträge wird deshalb dringend gebeten. Dieselben werden von jedem der Unterzeichneten und an der Kasse der Wärmehalle gern entgegengenommen und hierüber öffentlich quittirt. Alte Kleidungsstücke und Sdjnhe find sehr erwünscht. Komitee für die Wärmehallen. Emil Minlos, Unter den Linden 12. Rudolf Mose, Verlagsbuchhändler, Leipziger- Platz 15. Georg Evert, Kalisch, Regierungsrath, Hedemannstr. 1. Stadtverordneter, Matthäikirchstr. 4. Valentin Weisbach, Thiergartenstr. 4. Robert Warschauer, Bautier, Behrenstr. 48. Verlag von Hans Baake Berlin S. 14. 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Verbandsangelegenheiten. Kollegen, agitirt für den Besuch dieser Bersammlung. Keiner darf fehlen! Nichtmitglieder haben Zutritt als Gäfte. 112/8 Der Vorstand. Freie Vereinigung der Bananschläger. Sonntag, den 29. Dezember, vormittags Versammlung. Tagesordnung: 1. Antrag, betr. den Arbeitsnachweis. 2. Bericht des Vergnügungs. Komitee. 3. Verschiedenes. 33/14 NB. Die Mitglieder werden auf§ 9 des Statuts hingewiesen. Der Vorftand. Bauhandwerker- Krankenkasse für Berlin und Umgegend.( Eingeschriebene Hilfskaffe Nr. 118.) Sonntag, den 26. Januar 1896, vormittags 10 Uhr: in Cohn's Festfälen( fl. Saal), Beuthstr. 20-21, 1 Tr.: Ordentliche General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes und Abrechnung des Kassirers. 2. Revisions bericht. 3. Bericht des Ausschusses. 4. Wahl des Vorstandes und Ausschusses. 5. Innere Kaffenangelegenheiten. NB. Die Mitglieder werden noch ganz besonders auf§ 20 Absatz 1 Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Mitgliedsbuch legitimirt. Der Vorfand. J. A.: H. Metzke. offener Nickelclaviatur, 50 starken m. prachtvollem Orgelton, 10 Tasten, des Statuts aufmerksam gemacht. Stimmen, 3fachem 11faltigem Doppel- 261/6 balg, Balgfalten m. vernickelten Stahlblech- Schutzecken, 2 Registern und Doppelbässen zu 5 M. 50 Pf. Dieselbe Harmonika mit 3 Registern und 70 starken Orgelstimmen zu dem billigen Preis von 8 M. Meinen neuen prachtvollen buntillustrirten Katalog versende ich an Jedermann umsonst und postfrei. Eine Schule zum Selbsterlernen mit Tänzen, Märschen und Liedern gebe zur Harmonika gratis. Täglich, auch Sonntags vorm. von 7-9 Uhr: 40412* Verkauf von gekochtem Schöneberg. Sonnabend, den 28. Dezember 1895, abends 7½½ Uhr: Oeffentliche 204/1 Volksversammlung im Lokale des Herrn Obat, Grunewaldstraße 110. Tagesordnung: Stellungnahme zu den bevorstehenden Wahlen zum Gewerbeschiedsgericht. Der Einberufer. Kind- u. Schweinefleisch Achtung! Charlottenburg. Achtung! à 30-40 Pf. per Pfd. Rückenfett à 45 Pf. per Pfd. 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Verantwortlicher Redakteur: Fritz Kunert, Schöneberg- Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 302. Krieges Sonnabend, den 28. Dezember 1895. Gerade jene Reformen haben, 46 Arbeiter, und zwar Männer und Frauen, 12. Jahrg. im Werke sei und Versammlungen. Im Verein Verliner Schirmmader wurde man si in der letzten Zusammenkunft einig, daß in den nächsten Eizungen die neuen Statuten vorgelegt werden sollen. Eine Angelegenheit der Kollegen Baume und Müller( Königsberg) versprach Snappe baldigst zu erledigen. Schlaf, so ents Nachfragen nach dem Stand des Tages ihrer Ausstellung ent-| richtet um Erlaß eines Orts statuts über Vorschriften Chinesische Buffände. halten, sind dazu bestimmt, durch öffentlichen Anschlag zur zum Schuße der Bauarbeiter und zur Verhütung von Hauptmann von Hanneken, der während des ostasischen Kenntniß der stellensuchenden Arbeiter gebracht zu werden, unglücksfällen. Die Stadtverordneten haben die Petition ihren welche dadurch Gelegenheit erhalten, sich an das uächstgelegene Bauausschuß zur Berathung überwiesen. als militärischer Instrukteur in China thätig arbeitsamt um Vermittelung zu wenden." war, hat dieser Tage im Zentralverein für HandelsAus New- York wird uns geschrieben: In der letzten geographie einen Vortrag über die Aussichten der deutschen Ein Schlafraum für 46 Personen. Aus Wien wird Sigung der Zentral- Labor- Federation wurde mit stürmischem Industrie in China gehalten. Herr v. Hanneken kommandirte vom 19. d. Mts. berichtet: Ein slovakischer Arbeiter, Jubel die Nachricht begrüßt, daß die Gründung einer im Kriege eine Beit lang die chinesische Nordflotte, wurde in der Martin Massay, stand heute vor einem Erkenntnißsenate des auf dem Boden der neuzeitlichen Arbeiters Schlacht am Valufluffe mit dem Admiralschiffe in die Luft Landgerichts. Er besorgte während des letzten Sommers und bewegung stehenden nationalen gewerkschafts gesprengt und nach vierstündigem Kampfe mit den Wellen, Herbstes zugleich mit 45 anderen Personen Feldarbeiten auf einer lichen Bentralorganisation währenddem die Japaner unaufhörlich auf ihn und die übrigen, gräflichen Besitzung in Gerhaus. Am 24. Okt. tamen seinem schon 15 fortschrittlich gesonnene lokale Zentrale sowie National die sich durch Schwimmen zu retten suchten, schossen, end- Borgesetzten, dem„ Partieführer" Adam Pollaget, aus seinem Organisationen sich bereit erklärten, dieser beizutreten. Die neue lich geborgen. Da die Ausführungen dieses Kenners Bimmer 50 FI. abhanden. Dieses Gemach stößt an den gemein- Organisation wird den Namen„ Socialistic Labor Alliance of chinesischer Verhältnisse dazu angethan sind, die in Deutschland famen Schlaffaal der Arbeiter. In der Nacht nahm man nun the United States and Canada" führen und wahrscheinlich im umlaufenden Vorstellungen von den chinesischen Zuständen viel- wahr, daß Massatz Geld zählte, den Saal verließ und einige Beit Januar ihre erste Generalversammlung abhalten. fach zu ergänzen und zu berichtigen, so geben wir hier nach fern bliebe. Am Morgen des nächsten Tages entdeckte Pollaget den einem Bericht der Boss. 3tg." den wesentlichsten Inhalt von Abgang des Geldes. Die Umgebung des Hauses wurde durchsucht Herrn v. Hanneken's Ausführungen wieder: und nun fand man im Erdreich nächst einer Brücke das gestohlene Wenn man in Europa meine, der Mißerfolg des Krieges Geld vergraben. Massah kam in Verdacht, der Dieb gewesen zu Die Freie Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker nab müsse den Chinesen die Augen geöffnet und europäischem Ein- sein. Der schwerfte der Verdachtsgründe, die gegen ihn vorlagen, in ihrer Bersammlung bei Bubeil am 19. Dezember den Bericht flusse den Weg gebahnt haben, so täusche man sich gründlich. bestand darin, daß er im Schlafzimmer während der Nacht Geld des Arbeitsnachweis- Borstehers entgegen. Danach wurden erledigt Ganz im Gegentheile sei China im Augenblicke entschlossener gezählt hatte. Als dies ihm vorgehalten wurde, antwortete er: im 4. Quartal 98 Mufitaufträge mit einem Gesammtlohn von als je, die namentlich durch Li- Hung- Tschang angebahnten Ich werde doch nicht so dumm sein, vor 45 Personen Geld 2954,70 M., wofür rund 400 Stellen zu besetzen Reformen wieder zu nichte zu machen und sich völlig gegen zu zählen!" Man erfuhr nun, daß nicht weniger als waren. Die Beschwerden über ungenügende Musik hätten das Ausland abzusperren. so meint der orthodoxe Chinese, den Mißerfolg bewirkt. Man in einem Gemnache auf Stroh gebettet schlafen. Bie abgenommen; gerügt ſei worden, daß Musiker bei Feſtlichkeiten müsse dabei bedenken, daß der Krieg, wenn man von den Kämpfen groß ist das Zimmer?" fragte der Präsident, Landgerichts bedeutend zugenommen hätten, würde doch die Aussicht auf bei Wei- Hai- Wei absieht, das eigentliche China gar nicht berührt rath Böhm, den Angeklagten. Kleiner als dieses!" erwiderte genügende Beschäftigung für das einzelne Mitglied immer hat, und daß der Chinese nichts von den Niederlagen Chinas Maffayz, auf das dreifenstrige" Berhandlungszimmer zeigend. geringer, da der Eintritt von Beschäftigungslosen in die weiß, vielmehr nach wie vor der unerschütterlichen Ueberzeugung Dem Angeklagten konnte die Schuld nicht nachgewiesen werden, Bereinigung bedeutender sei als die Steigerung der Aufträge. lebt, es gebe außer China nichts und China sei unter er wurde freigesprochen. Da stellte es sich heraus, daß er nicht zum Vorsteher des Arbeitsnachweises wurde Bräutigam ge allen Umständen zur Weltherrschaft berufen. Bei der Schein- wiffe, wie er heimkommen könne. Er hatte keinen Kreuzer Geld wählt. Er hat die Aufgabe, mufifgeschäftliche Aufträge unter existenz der sogenannten Regierung, der Dezentralisation der bei sich, da seine Verhaftung erfolgt war, noch bevor er seinen Hintansetzung seiner Person anzunehmen und unter den Mits Gewalten und der eigenthümlichen Organisation der chinesischen Lohn hatte entgegennehmen können. gliedern gleichmäßig zu vertheilen; er darf sich auch nicht zur Kriegsmacht befige eigentlich jeder Gouverneur oder jeder höhere Der Fall zeigt wieder, wie wenig man sich in den herrschen- Zeitung von Musikaufführungen seitens der Auftraggeber militärische Gewalthaber eine Art von Privatarmee, und bei der den Klassen um das Wohl und Wehe der Arbeiter kümmert. wünschen" laffen. Die Frage über die gewerblich rechtlose Eifersucht aller jener fleinen Potentaten untereinander sei eine eigentliche chinesische Kriegsmacht gar nicht zur Entfaltung ge- Minister für Industrie und Arbeit hatte vor einiger Zeit an die werden. Fabrikinspektion in Frankreich. Der französische Stellung der Mufiter soll in öffentlicher Versammlung erledigt tommen. Anfangs habe Li- Hung- Tichang den Krieg mit feinen fogenannten ,, Inspecteurs de travail" eine Anweisung gerichtet, Privattruppen geführt. Seine Niederlagen aber hätten feines wegs einen allgemeinen Wetteifer, ihn zu unterstützen, herbei in der er sie aufforderte, in ihrem persönlichen Umgange mit wegs einen allgemeinen Wetteifer, ihn zu unterstützen, herbei den Arbeitern durchleuchten zu lassen, daß es dem Staate mit geführt, wie das doch anderwärts erfolgt wäre. Im Gegentheil dem Arbeiterschutz wirklich ernst sei; in einer weiteren Aufforde hätten sie überall die größte Schadenfreude hervorgerufen. LiHung- Tschang fannte natürlich diese Stimmung. Er hatte des- ung hatte er verlangt, daß die Fabrikinspektoren die Behalb auch von vornherein vermeiden wollen, die Unterstützung ihren Lebensverhältnissen, ihrem Lohne, ihrer Arbeitszeit u. f. f. fragen schwerden der Arbeiter genau prüfen und die Arbeiter selbst nach In einer Mitgliederversammlung des Seutralverbandes feiner persönlichen Gegner in Anspruch zu nehmen, war aber sollten. Durch diese doch wahrlich selbstverständlichen Forderungen hat der Maurer Deutschlands sprach am 22. Dezember Silber dabei der ebenfalls echt chinesischen Untugend, der Unterschäßung sich der Minister den Zorn der Bourgeoisie zugezogen, die ihn fchmidt über das Thema:„ Unsere wirthschaftliche Lage". Ec der Japaner zum Opfer gefallen. Seine Unterbeamten und Generale, an die Vorstellung gewöhnt, daß seine Machtstellung durch ihre berufenen Vertreter im Senat zur Rede stellen ließ; führte u. a. aus, daß die Berliner Maurer vor 10 Jahren, als die Anklage war in die Form einer Interpellation gekleidet und sie in den 1885cr Streit traten, von einem ganz anderen Geit doch nur eine vorübergehende sei, führten seine Befehle nur enthüllte das unzweideutigste Mißvergnügen der Großkapitalisten befeelt waren, als heute. Wenn damals eine Versammlung in widerwillig oder gar nicht aus. So verweigerte die Südflotte über die rollenwidrigen Seitensprünge des Staatsmannes. Nach der Tonhalle oder in Sanssouci angesagt war, so seien die ihre Mitwirkung unter dem Vorwande, sie sei zur Bertheidigung einer energischen Vertheidigung wurde ihm mit Ach und Krach Maurer aus allen Stadttheilen Berlins in solcher Menge aus der Südhäfen unentbehrlich, während doch damals diese ein Wertrauensvotum bewilligt. geströmt, daß es wie eine Völkerwanderung anzusehen gewesen Häfen für die Kriegführung noch gar nicht in betracht tamen. Die Nordflotte wiederum war niemals recht friegs- Ein grausenhaftes Bild kapitalistischer Ausbeutung wäre. Heute dagegen liefen sie abgeftumpft, interesselos herum. Rüttle man fie cinmal aus dem bereit. Der Arsenaldirektor von Port Arthur hatte sein Arsenal entwirft eine russische Wochenschrift. Die Beschreibung bezieht schuldigten sie sich damit, damit, daß ihre Forderungen im vollständig verfallen lassen, so daß die dort vorhandenen sich auf eine russische Zuckerfabrik, wo ungefähr 89er Streit nicht vollständig zur Geltung gekommen seien und Materialien ganz unbrauchbar waren. Er wurde dafür zu 1000 Perfonen arbeiten. Es wird zwölf Stunden den Tag ge das habe alles an der damaligen Führung gelegen. Dem wäre fiebenjähriger Todesstrafe" verurtheilt, das heißt, er kommt arbeitet und die Zahl der Arbeitstage im Monat beträgt entgegenzuhalten, daß damals die Führung zwar nicht die beste Sieben Jahre lang auf die Liste der Todeskandidaten. Diese dreißig, denn Feiertage giebt es nicht. Fast auf der ganzen Liste wird dem Kaifer zweimal im Jahre vorgelegt und der Fabrik herrscht eine ungewöhnlich hohe Temperatur. Es wird gewesen sei, aber dabei habe es sich doch nur um einzelne Pers fonen gehandelt, während die Hälfte der Kollegen, die für den Kaifer berührt dann mit einem rothen Pinsel nach Gutdünken deshalb im nackten Zustande gearbeitet, nur eine Schürze vor Generalstreik gestimmt hatten, gleich den Tag darauf weiters einen oder zwei Namen, an deren Trägern die Strafe durch gebunden und der Kopf mit einer Papiermütze bedeckt. In Köpfen oder Erdroffeln vollstreckt wird. Hat jener das Glück, einigen Abtheilungen, wie beispielsweise in den Kammern, wohin arbeitete, also den Streik brach und dadurch einen größereu Erfolg der Bewegung unmöglich machte. Der Redner schilderte während der sieben Jahre diesem Geschick zu entgehen, so ist die mit Metallformen beladenen Wägelchen gebracht werden, ist dann die üblen Zustände, die jetzt, wie die kürzlich veröffentlichte er frei. ungeheure Hize. Diese Hitze ruft im Organismus der Arbeiter Statistik zeigt, im Berliner Baugewerbe herrschen; die Maurer Bezeichnend für die Anschauungen, die der Chinese eine derartige Veränderung hervor, daß sie in den Rafernen, in Berlins dürften ihnen nicht länger mit gekreuzten Armen zusehen, über den Zweck moderner Verkehrsmittel hat, ist folgende denen sie ihre Wohnstätten haben, eine Temperatur unter Geschichte: Die Telegraphen Linie nach Port Arthur dreißig Grad() nicht ertragen können. Die Arbeit zumal die Konjunktur sich zu bessern beginne. Zum Beweise, daß war fertig und sollte dem Verkehr übergeben werden; in nacktem Zustande ertödtet natürlich jegliches Echamgefühl. Die durch energisches Vorgehen auch heute etwas zu erreichen ist, da traf kurz zuvor ein Telegramm an den Obersänftenträger nackten Männer arbeiten in derselben Abtheilung mit halb führte Silberschmidt an, daß man auf 14 Neubauten im Westen und der Umgegend Berlins, wo bisher 50 Pf. Stundenlohn ges Frauen. Die schweren Arbeiten und die des Direktors ein. Der Direktor war zufällig im Bureau, ebenso bekleideten zahlt worden war, die Forderung nach 55 Pf. Stundenlohn ans der Vortragende. Der Direktor wüthete, daß eine so unter- mit Zuckerstaub angefüllte Luft haben auf den Zucker: standslos bewilligt hat, sodaß die Maurer ihr Ziel ohne Arbeits geordnete Kreatur wie ein Oberfänftenträger mittels des Tele- raffinerien die Entwicklung einer besonderen Krankheit zur graphen bedient werde, und trokrem Herr v. Hanneken ihn zu Folge, die sich in dem Ausbruch großer Geschwäre und einstellung erreichten. Nur auf dem der Strauß'schen Attienüberzeugen suchte, daß der Mann außer Schuld und alles in Wunden äußert. Mit dieser Krankheit belastet, stehen die Armen gesellschaft gehörigen Bau in der Potsdamerstraße sei es zur Arbeitsniederlegung gekommen. Ursache dessen sei aber lediglich Ordnung hergegangen sei, weil die Depesche regelrecht bezahlt in dem heißen Zuckersand, der den ganzen Fußboden bedeckt. das rücksichtslose Auftreten des Poliers Klaus gewesen, denn die und an einer bereits dem Verkehre geöffneten Station aufgegeben Dieser Sand wird ausgefegt und zum Weißmachen des Zuckers Strauß'sche Gesellschaft hätte sich den neu eingestellten Kollegen ent war, so wurden dem bedauernswerthen Adressaten fünfzig Hiebe verwendet! Eine gesundheitliche Aufsicht giebt es nur auf gegenkommend gezeigt und ihnen 55 Pf. Stundenlohn gezahlt. aufgezählt, dem Absender aber, der ebenfalls Oberfänftenträger wenigen Fabriken. Man sollte meinen, schreibt das bürger- An diesen Beispielen zeigte der Redner, daß nur Einmüthigkeit und ein Verwandter des ersteren war, auf telegraphischen Befehl liche deutsche Blatt, dem wir diese Uebersetzung entnehmen, daß und geschicktes Auftreten der auf einem Bau arbeitenden Maurer des Direttors gar hundert. Diese unglaublichen Verhältnisse er den Russen bei solchen Zuständen der Appetit auf den eigenen nöthig ist, um mit Forderungen Erfolg zu haben, und erklärte tlären sich sehr einfach aus der Art des chinesischen Beamten- Sucker verginge! thums, das lediglich aus bureaukratischen Literaten" besteht. Ob die Arbeitsverhältnisse in den Zuckerfabriken Deutsch bierbei, daß man sich soviel wie möglich befleißigen werde, mit der lokalen Richtung Fühlung zu halten, falls G3 giebt nur ein Studium im Reiche der Mitte, das der lands so sehr viel besser sind, daß wir Deutsche das Rechts zu einer Lohnbewegung kommen sollte. Vor allen altchinesischen Literatur und Philosophie. Nur das nach hätten, uns über die Russen hocherhaben zu dünken? Dingen sei es nun Pflicht der Verbandskollegen, daß sie diesem Studium zurückgelegte Examen berechtigt zur Benach Weihnachten, wo fie drei Monate lang TDI amtenlaufbahn, aber auch zu jeder beliebigen und steht den Beiträgen befreit sind, fleißig in die Sammellisten zeichnen; jedem Chinesen offen. Der Literat ist der Abgott seiner Familie die Listen für den Generalfonds der deutschen Maurer dürsten und in seinem Bereiche allmächtig. Er wird in bunter Folge auf keinem Bau fehlen, denn eine Lohnbewegung foste Geld; nacheinander Landrath, Offizier, Steuerbeamter, Diplomat, unter Umständen sei für tausende von Kollegen Unterstützung Technifer, Richter oder was sich sonst gerade bietet. Diese alles nöthig, da dürfe man nicht erst, wenn man schon in die Be beherrschende Klasse ist naturgemäß jedem Fortschritt im eigensten wegung eingetreten sei wie es in Berlin von jeher Sitte gewesen Interesse abhold, und der jetzige mächtigste Mann Chinas wäre mit dem Sammeln beginnen. Das sei dann zu spät. Der Wen- tung- ho, Lehrer und Leiter des Kaisers, ist das Urbild eines Zentralverband habe sich's deshalb zum Prinzip gemacht, dafür zu sorgen, daß vor Beginn einer Lohnbewegung ein leistungsa fähiger Fonds vorhanden ist. Der Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Die Redner in der sehr regen Diskussion sprachen alle im Sinne des Referenten. Es wurde dann eine Resolution angenommen, worin sich die Versammlung entschieden Unter höflicher Bezugnahme auf unser neuliches Rund gegen das Auftreten des auf dem Bau in der Potsdamerstraße schreiben theilen wir Ihnen mit, daß die Arbeiterbewegung in beschäftigten Maurers Klaus wendet und die Meinung ausspricht, unferer Fabrik in eine neue Phase eingetreten ist, indem ein daß der Bund der Maurerpoliere Berlins Remedur zu schaffen Theil der Stepperinnen ordnungsmäßig gekündigt hat. Es hat, er seinen Mitgliedern eine Direktive dahin bleibt uns infolge dessen nichts anderes übrig, als auch andere giebt, daß die Maurer auch Menschen sind und in Arbeiter zu entlassen und da auf diese Weise das Arbeits- jeder Beziehung auch als solche behandelt werden müssen. verhältniß von beiden Seiten ordnungsgemäß gelöst wurde, Einer Anregung, diese Resolution dem Bund der Maurers so heben wir hiermit das in unserem neulichen Birkular aus poliere zu übermitteln, wurde nicht Folge gegeben, weil gesprochene Verlangen( binnen drei Monaten feinem unserer man der Ansicht war, daß durch den Bund doch nichts zu ers Arbeiter Beschäftigung zu gewähren) auf und bitten von der reichen sei, da er nicht einmal in der Lage wäre, seinen Mits eingesandten Liste( unserer Arbeiter) keine weitere Notiz zu gliedern einen einheitlichen Lohn zu verschaffen. Die organisirten nehmen. Poliere würden sich schön hüten, einem ihrer Kollegen für sein schneidiges Auftreten gegen die Gesellen eine Rüge zu ertheilen, Um die Thätigkeit der einzelnen, mit der Vermittlung des Arbeitsn achweises befaßten fommunalen Arbeitsämter, wie sie trotzdem sie ja auch blos mit Hammer und Kelle groß geworden Co das Birkular! Juzwischen hat sich die Firma die Sache seien und der Willkür des Unternehmerthums ebenso ausgefeßt bis jetzt für die Städte Stuttgart, Ulm, Heilbronn, Cannstatt, Eßlingen, Göppingen und Ravensburg bestehen, in Zusaminen aber doch anders überlegt. Als sie nämlich die entschlossene wären wie die Gefellen, z. B. auch alle Tage den Feierabend zu hang zu bringen und dadurch für Arbeitgeber und Arbeiter Haltung ihrer Arbeiter fab, da entließ fie nicht nur keinen Ar- erwarten hätten, wenn sie nicht fortwährend mit dem Spaten. möglichst fruchtbringend zu gestalten, ist neben der Anbahnung beiter, sondern sie beeilte sich, den von ihren Stepperinnen auf- ftiel hinter den Gesellen ständen, um sie anzutreiben. In seinem eines telephonischen Verkehrs unter den Arbeitsämtern Ginleitung gestellten Lohntarif mit unwesentlichen Menderungen anzunehmen, Schlußwort ermahnie der Referent die Kollegen, thatkräftig für den Verband zu agitiren und ihm mehr Mitglieder dahin getroffen worden, daß vom 1. Januar 1896 an Nachweise den sie noch vor wenig Tagen brüst zurückgewiesen hatte. Im Einverständnisse mit dem Arbeiterausschuß zogen daraus zuzuführen als bisher. Auch legte er den Versammelten ans über die bei den einzelnen Arbeitsämtern nicht befriedigten Nachfragen nach Arbeitern am Mittwoch und Sonnabend jeder Woche fämmtliche Arbeiterinnen ihre Kündigung zurück, in einer öffent Serz, wenn es einmal zu einer Lohubewegung kommen sollte, durch eine mit dem städtischen Arbeitsamt zu Stuttgart verbundene lichen Schuhmacherversammlung wurde die vorläufige sich die Leute, die sie mit der Führung des Streits betrauci Zentralstelle an die Gemeindebehörden der Oberamtsstädte, der Beilegung der Differenzen verkündet und die wollen, ja recht genau anzusehen, ob diese auch fähig sind, einen derartigen Posten zu bekleiden; heute, wo das Unter anderen Gemeinden mit mindestens 3000 Einwohnern und solcher Sperre über die Fabrik aufgehoben. Gemeinden, für welche dies noch weiter gewünscht wird, versandt Die Mainzer Bauarbeiter haben an die dortige Bürger- nehmerthum gut organisirt sei und die Rechtsprechung sich verwerden. Diese Nachweise, welche jeweils die nicht gedeckten meisterei und das Stadtverordnetenkollegium eine Petition ge- ländert habe, müßten auch die Maurer mit anderen Verhältnissen reaktionären Literaten. " Auf das Gebiet der politischen Spekulation wollen wir Herrn v. Hanneken nicht folgen. Den deutschen Raufleuten räth er zu Unternehmungen in China. Der Chinese befigt bei allem Nationalhochmuthe und allem Widerstreben gegen Fremdes doch in Geldsachen ein unbegrenztes Vertrauen zum Europäer, und chinesisches Geld werde sich unter europäischer Führung leicht flüssig machen lassen." Bei näherer Bekanntschaft mit curopäischen Geschäftsleuten wird der Chinese diefes, unbegrenzte Bertrauen" wohl bald einbüßen. Boziale Leberlichk. " Ueber die Zentralftelle für Arbeitsnachweis in Württem berg, die vom Vorwärts" schon ausführlich besprochen ist, veröffentlicht das württembergische Ministerium des Inneren folgende Bekanntmachung: Gewerkschaftliches. Sämmtliche Mittheilungen von Organisationen, vor allem solche über Ausstände oder Aussperrungen, müssen stets den Stempel der betreffenden Organisation tragen. Die Schuhfabrik von Eichbaum u. Comp. in Mainz, deren schwarze Liste neulich vom Vorwärts" prompt veröffentlicht und gebührend gekennzeichnet worden ist, hat nunmehr ein zweites Birkular, an die deutschen Schuhfabriken gerichtet, in dem allerdings schon ein ganz anderer Ton herrscht. Es hat folgenden Wortlaut: Schuh fabrit Eichbaum u. Cs. Schuhfabrik P. P. Hochachtungsvoll Mainz. Eichbaum u. Co. % Vogel, zu Beisitzern Grültke, Hübener, Manilowsky, sellschaft selbst ihre Ursache. sei, sondern ste habe in der Organisation der Ge= Die Führer der den Boden. 1 Blaue rechnen als früher und umsomehr auf der Hut sein. Nachdem zu halten habe; jedoch stelle er den Antrag, den Kongreß zu be- Märtisch Kraut", Gisenbahnstr. 7 bet Bauer. Theaterverein noch die Wahl eines siebengliedrigen Vergnügungs- Komitees für schicken. Wolf glaubt, daß durch das Verfahren der General Belgoland", Grüner Weg 20 bei Rudolf. den am Sonnabend, den 21. März in Cohn's Festsälen, Beuth- tommission der Organisationsstreit wieder ausbrechen werde. Vereinstalender sind zu richten an R. Pflug, Breslauerstraße 9, Keller. Arbeiter- Raucherbund Berlins und Umgegend. Nenderungen im straße 22, stattfindenden Maskenball erledigt war, wurde die Nimdorf erscheint die Sache so, daß einzelne Leute, die an der Sonnabend: Unverzagt", Lebuferstraße 13 bet Bogel. Versammlung geschlossen. Spitze der Generalkommission stehen, entweder die Organisationen otte II, Weinstraße 22 bei Steuer. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Sonnabend. Turnverein Der Verein der Einsetzer( Tischler) Berlins und Um- aus einander treiben oder unbedingt die Autorität ausübenih te( Witgl. d. Deutschen Arb.- Turnerb.) turnt: 1. Männer- Abtheilung 3. Männer gegend wählte am 22. Dezember in seiner ordentlichen General- und Knechtung. Es sei„ nicht wahr", daß die elende Lage der Abth. Boedhftr. 31, Mittwood, with boon be connabend von s wollen. Seibt behauptet, die Zentralisation führe zu Diktatur Friedenstr. 37, Mittwoch und Sonnabend von 8-10 Uhr. 2. Lehrversammlung zum ersten Vorsitzenden Fitters, zum zweiten Arbeiter in der privat- kapitalistischen Produktionsweise zu suchen Bereinigung der Turnfreunde turnt Mittwochs und Sonnabends lings- Abth. Staligerfir. 55-56, Mittwoch und 8-10 Uhr. Schubert, zum ersten Kassirer Albert Schulz, zum zweiten von 8-10% Uhr abends Turnhalle Demminerstr. 56-57- Freie Turner= Fischer und Schönau, zu Revisoren A. Hoffmann, schaft Rirdorf Briz, E. Wiersing's Rest., Senesebeckstr. 113.- Gemischter Ge Chor Gleichheit, abds. 9 Uhr, Emdenerstraße, Restaurateur Schirmer. Giersberg und Martin. Die Abrechnung vom Bergnügen werkschaften träten die Freiheit in Blum Bühnenverband Normania, jeden legten Sonnabend im Monat Sigung Privat Theater Gesellschaft ergab eine Einnahme von 130,60 m., die Ausgabe betrug 132,65 m. verliest einen Artikel des Stumm'schen Moniteurs, welcher bei G. Leichniß, Königsbergerstraße 26. Es ist also ein Defizit von 2,05 m. gemacht worden; die noch besagte, daß die Abhaltung des Kongresses in Berlin blos Siller, iGizung abends 9 Uhr bei Linte, Puttbuferfir. 24. Nach der Sigung: Fidelitas. Theaterverein Bavaria, Ackerstr. 17 bei Manfras. ausstehenden Billets in Rechnung gezogen, würde sich immer noch bezwecke, den dortigen schwachen Zentralorganisationen auf die Privattheater: Gesellschaft Toni, abends 9% Uhr bei Buleger, Sivineein Ueberschuß herausstellen. Dem Bergnügungskomitee sprach Beine zu helfen. E3 sprachen noch Mattutat und münderstraße 144. Theaterverein Lustige Brüder II, Sigung abends man für seine diesjährige Thätigkeit ein Lob aus. Außer mehreren tüdinger; letzterer wirft den Zentralisationen vor, daß sie 9 Uhr, bei Reichelt, Hafenbaide Nr. 45/47.-- Theatergesellschaft Immer Lustig, abends 9 Uhr, Sigung bei Nuhl, Chorinerstr. 53. Theaters der Hirsch- Dunckerianer segelten. anderen Vereinsangelegenheiten wurde noch die Aufnahme sowie einigen furzen persönlichen Bemerkungen 2c. wird folgende Brivat- Theater- Gesellschaft& illy, abends 9 Uhr Sigung, Schönh. 2ffee 1tbo Nach verein Bohemia, abends 9 Uhr, Restaurant G. Wizel, Acferftr. 145. die Streichung einer Anzahl Mitglieder erledigt. Resolution angenommen:" Die Versammlung erhebt energisch Bergnügungsflub Ostend, Sigung abends 9 Uhr im Restaurant Rudolf, Krautstraße 6. Geselliger Arbeiter- Berein Proletaria, Gonnabend nach Eine sehr gut besuchte öffentliche Versammlung der Protest gegen den Aufruf der Bentralisten sowohl wie auch dem 1. und 15. jeden Monats, abends 9 Uhr bei Sommer, Grünstr. 21. Musikinstrumenten- Arbeiter tagte am 27. Dezember im Klub- gegen den Ausschluß der lokalorganifirten Arbeiter von Nauchflub Dornröschen, abends 9 Uhr, bei F. Krüger, Fennstraße 5. haus Südost. Der erste Punkt der Tagesordnung: Wie stellen den deutschen Gewerkschaftskongreß. Es bedeutet Blaue Bluse, bei Wuttle, Graudenzerstraße 2. dies Stattlub State flub Revolution, Sigung abends 9 Uhr bei Hauptmann, Wienersich die Musikinstrumenten- Arbeiter zum nächsten Gewerkschafts- eine Verleugnung der Solidarität aller organisirten Ar- ftraße 1-6.- Sfatklub Brüderlichkeit, abends von 9-11 Uhr Sigung tongreßrief eine lebhafte Debatte hervor. Zunächst beiter. Gleichzeitig erblickt die Versammlung in dem bet Wittwe Lehn, Stralsunderstraße 19.- Gtattlu b 50. Jeden Sonnabend verlas der Vorsitzende Blum die Einladung der General Gebahren der Zentralvorstände ein neues Hinderniß, den 8% Uhr bei klein, Wienerstraße 31. Bergnügungsverein Alpen= veilchen, abends 10 Uhr Sitzung bei Ruppin, Blumenstr. 49. tommission zum Kongreß und knüpfte daran die Bemerkung, Kampf gegen Ausbeutung und Knechtschaft erfolgreich zu führen. Bergnügungsverein Bruderfette, Sigung abends 9 Uhr, bei Baris, daß, obwohl der Aufruf an alle organisirten Arbeiter gerichtet In anbetracht dessen verpflichten sich die Musikinstrumenten- Gleditschstraße 23. Gäste willkommen.. Schachklub Springer, abends sei, doch die Zentralisten unter sich sein wollten. Drabnet Arbeiter Berlins, wie bisher so auch fernerhin mit aller Energie Uhr bei Wernau, Rosenthalerstr. 57. Geselliger Verein Sorgenfrei, Sigung bei Streifel, Stalizerstraße Nr. 54 b. Tambourverein Moabit, tritijirte den Aufruf sehr scharf und bemerkte, daß für die Aufrechterhaltung ihrer Lokalorganisation einzutreten." Uebungsstunden Mittwoch und Sonnabend von 9 bis 10 Uhr bei Dittmann, die Zentralverbände gegen das Geld der Lokalvereine Von der Beschickung des Internationalen Holzarbeiter-| Berlebergerstr. 9. Berein ehemaliger Schüler der 7. Real To babe quan bin Generate, ſondern es recht gern nehmen; Kongreſſes, der im Jahre 1896 in Amsterdam abgehalten werden wiffenſchaftlicher Vortrag. Biterarisches.)-- Touriſtentlub, si ui", A so auch die Generalkommission die 200 M. des Fachvereins foll, wurde Abstand genommen, dagegen sollen die vom inter- straße 26 bei Kirchberg. Stuf", der Musikinstrumenten Arbeiter ruhig eingesteckt. Blo3zies nationalen Vertrauensmann der Holzarbeiter versandten Frage- Dansk Forening Freja, Kommandantenstrasse 72( Neues Klubhaus), meinte, die Zentralisationen machten für den wirthschaftlichen bogen ausgefüllt werden. Bloszies referirte dann noch furz Módeaften hver Lördag Kl. 9. Besógende ere velkomne. Danske Aviser findes i Lokalet. Kampf nicht genügend Propaganda, infolgedessen sei bei ihnen über die Maßregelung zweier Kollegen, die am Streik in der German American Club Uncle Sam, 9 o'clock, Wallstr. 57, Topio eine Versumpfung" eingetreten. Man solle gegen jene Art der Fabrik von Lange u. Co. betheiligt waren. Die Versammlung The value of City and Country Life" Guests are welcome. Einberufung energisch Protest erheben. Scholz erklärte, die Aus- beschloß, beide als gemaßregelt anzuerkennen. schließung der Lotalorganisirten sei um so mehr zu verwerfen, als sie zu jeder Zeit ihre Pflicht im vollsten Maße gethan hätten. Im übrigen stehe er und ein großer Theil seiner Kollegen auf dem Standpunkt, daß bei einem solchen Kongreß doch nicht viel für die Arbeiter herauskomme. Redner erinnerte noch daran, daß, als die Musikinstrumenten- Arbeiter sich der Zentralisation anschlossen, sofort die Mitgliederzahl zurückgegangen wäre, während sie bei der jetzigen Organisationsform erheblich gestiegen fei, und beantragte, beim Zusammentritt des Kongresses Protestversammlungen abzuhalten. Kleinlein ist der Meinung, daß die Zentralorganisationen, die doch immer die Koalitionsfreiheit im Munde führten, dieser durch die Art der Einberufung des Kongresses einen Schlag verseht hätten. Er behauptete ferner, die Zentralisation fönne nichts leisten; das habe sich gezeigt, als der Vorsitzende des Tischlerverbandes, Karl Kloß, bei seiner jüngsten Anwesenheit in Berlin die Tischler vor einem Streit mit dem Hinweis auf die Kasse gewarnt hätte. Es ergebe sich daraus, daß die Zentralisationen nur mit großen Geschäftsberichten prahlen wollten und nebenbei einzelnen dicke Bäuche" verschaffen. Redner macht noch darauf aufmerksam, daß jedenfalls der Kongreßsaal auch mit der Inschrift: Broletarier aller Länder, vereinigt Euch!" gefchmückt fein werde, während gerade der Ausschluß der LokalOrganisationen ein Hohn darauf sei. Grundmann bespricht die Verhältnisse in Berlin im allgemeinen und meint, daß für Berlin die Lokalorganisation die beste Form sei, denn eine Zentralorganisation sei durch die ganze Art ihres Arbeitens eine Littatur. Mit dem Ausschluß der Lokalorganisationen entferne sich der Kongreß vom Standpunkte der modernen Arbeiterbewegung. Must row ist der Meinung, daß man zwar immer hübsch an die Generalkommission bezahlen kann, sonst aber ruhig den Mund " 1 MACHT YOU HIS GESCH Arbeiter- Bildungsschule. Die Weihnachtsferien dauern vom 22. Dez. Freitag, den 3. Januar 1896. 1895 bis einschließlich 2. Januar 1896. Wiederbeginn des Unterrichts am Tischler- Verein. Heute Abend 9 Uhr, Melchiorfirfir. 15: Versammlung mit Damen. Bortrag des Herrn Dr. Joel. Glückzu, Pafewalterfir. 3 bei Neumann. Bum neuen Eifelthurm". Weiße Rose II, Meu- Weißensee, Straßburger- und Elsaßstraßen- Ede, 2otal von Hoffmann, Alexanderstr. 27 c. Vortrag des Herrn Dr. Wölfel aus Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 29. Dezember: Versammlung im Braunschweig über: Natur und Mensch sonst und jetzt". Nachdem: Ge= felliges Beisammensein und Tanz. Anfang 7 Uhr. Neumann, Bajewalterstr. 3. Alle Menderungen im Bereinstalender find zu Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Ad. richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Sonnabend, Abends 9-11 Uhr: Uebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Gesangverein Grüne Eiche, Esmeralda, Königsbergerstraße 5 bet Lastowsky. Rigdorf, Hermannstraße 197 bet Babenschneider. 2yrania, Landsberger Allee 156 bei Goebel. Sanges Echo, Naunynftr. 86 bei Zubeil. Männer- Gefangverein giederkranz in Brandenburg a. d. Havel, Mengert's Boltsgarten, Bergstr. 6. Deutsche Eiche II, Brandenburg a. d. Havel, Hauptstraße, Wintel's Salon. Frisch auf 1, Friedrichsberg, Nummelsburgerstr. 69 bei Adam. Sängerluft, Luckenwalde, Beelitzerstr. 34 bet Otto Echulze. Hand in Hand II, Friedrichsberg, Friedrich Karlstr. 11 bet Gmil Heinecke. Männer- Gefangverein Immergrün, Tegel, Span dauerfir. 15 bei G. Rentner. Freie Sänger, Schmargendorf, Wirthshaus Friedrich. Gesangverein Frisch auf II, Schönwalde in der Mart. Treue, Mariannen Ufer 2a, = Restaurant Männer Gesangverein Eintracht 3, Zellow, Restaurant " Schwarzer Adler" am Martt. sonore 314, Cafe du Lion de Belfort. Jeden Sonnabend öffentliche BerDeutscher sozialdemokratisdier geseklub in Paris. Rue St. sammlung; reiche Bibliothek, Zeitungen, französischer Unterricht. London. Der einzige hiesige sozialdemokratische Verein Londons, der alte, von art Marr und Friedrich Engels 1846 mitbegründete kommunistische Arbeiter: Bildungsverein befindet sich nach wie vor 49 Tottenham Street, Tottenham Court Rd., W. London. " eurhof." Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend Alle Buschriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend find zu richten an: P. Gent, Dresdenerstraße 107/108. Sonnabend: Theaterverein Bavaria", Bernauerstr. 40/41 bet Bort. Stauchflub Arbeiter Berlins! Die Fabrikate der ausgesperrten Schuhmacher in Erfurt werden jetzt, außer in den bekannten Verkaufsstellen, in den eigenen Niederlagen Bellealliancestr. 98/99 und Rosenthalerstr. 63| 64 EINIGKEIT GESETZL SCHUHFABRIK ERFUR DEUTSCHE in vorzüglichster Beschaffenheit trot andauernder Leder- Steigerung noch zu den billigen alten Preisen verkauft. Wir bitten uns durch reichliche Einkäufe zu unterstützen. 3138L* Deutsche Schuhfabrik G. Markus& Co. Streng reelle Bedienung. 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Aus dem Inhalt heben wir hervor: Si duo faciunt idem Moral und Politit. Zur Geschichte des poltti= schen Verbrechens. Von Ed. Bernstein. Probleme der Demokratie in England. Von J. R. Macdonald, Mitglied der Independent Labour Party. ( Schluß.) Arbeiterverhältnisse in Argentinien. Von German AvéLallement. Notizen: Von den Ursachen der Todtgeburten im allgemeinen und besonders unter den unehelichen Kindern. Giftigteit des Bleifulfats. Von H. Vogel. Die Attomodation des Fischauges. Feuilleton: Die Armen in Hamburg während des 16., 17. und 18. Jahrhunderts. Bon Gustav Schönfeldt.( Schluß des ersten Theils.) Bon der Gleichheit, Zeitschrift für die Intereffen der Arbeiterinnen( Stutt gart, J. H. W. Die B' Berlag) ist uns soeben die Nr. 26 des 5. Jahrgangs zugegangen. Aus dem Juhalt dieser Nummer heben wir hervor: Der Messias tommt mit Schwerterklang." Der Septemberfurs vor dem Reichstage. Aus der Bewegung. Gleißendes Elend. Das Zahlenverhältniß der erwerbsthätigen Männer und Frauen in Desterreich. Gelehrte Franzöfinnen im 18. Jahrhundert. Feuilleton: Die Hölle. Uebersetzung aus dem Polnischen. Gaffenjunge( Gebicht). Don Ada Negri. Kleine Nachrichten. Die Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pf., durch die Post bezogen( eingetragen in der Neichspoft- Beitungsliste für 1896 unter Nr. 2837) beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Pf.; unter Kreuzband 85 Pf. Inseratenpreis die zweigespaltene Petitzeile 20 Pf. Markthallen- Kalender für 1896. Verlag von A. W. Hayn's Erben, Berlin, Zimmterstr. 29. Staatssozialismus und Anarchismus. Von B. N. Tucker. Deutsch von G. Schumm. Berlin, Berlag von 8ack. Herren- Hüte 75 Bf. ( Mustersachen) 40478* Nur neueste Façons, extra prima Qualitäten, giebt zu enorm billigen Preisen ab Die Fabrik im Comptoir Grüner Weg 2, I, im Comptoir Roppenstr. 56, I, im Comptoir Reichenbergerstraße 166. 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