t 0 er 11 7= 11 D, t ic er 1 11 Abendausgabe Fr. 564 B 281 45. Jahrgang Böchentlich 83 31. monetfi 8,60 m. tm voraus zahlbat. Boftbezug 4.32 22. etnicht Bestellgeld, Auslandsabonne ment 6,- pro Monat. * Der Borwärts erichetnt wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, bie Abenbausgaben für Berlin: und im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Illuftrierte Beilagen Bolf and Zeit und Rinderfreund. Ferner Unterhaltung und Biffen", Frauen timme". Lecnif. Blid ta bie Bücherwelt" und Jugend- Borwärts Vorwärts Berliner Boltsblatt Donnerstag 29. November 1928 10 Pfennig Die enipaltige Ronparetlegesle 80 Bfennig. Reflamezeile 5.- Reichs mart. Kleine Anzeigen" das fetige. druckte Bort 25 Biennig( zuläffig zwei fettgebrudte Borte), jedes weitere Bort 12 Bfennig. Stellengefuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes mettere ort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben adblen für zwei Borte. Arbeitsmart Belle 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen annahme im Hauptgeschäft Linden Straße 3, wochentägl. von 8 bis 17 11br. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands T: it Redaktion und Berlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 er at Fernsprecher: Donhoff 292-297 Telegramm- Adr.: Costaldemokrat Berita Vorwärts: Verlag G. m. b. H. 1= Bostichedlonto: Berlin 37 536. Bankkonto: Bant der Arbetter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65 Diskonto- Sesellschaft. Depofitentafle Lindenftt. 2 Is 11. 1= er, en It, ic t C is en en te Der iat 2111 be rf m es We ( d). 1011 fie in 13. idf. er id= nd. Be. 115im tes en 120: ne fer; cret 3 t e B Diebe im Juwelenladen. 28 Ringe im Wert von 200000 Marf erbeutet. Einer der größten Jumelendiebstähle, die jemals in Berlin verübt wurden, hat sich am geftrigen Mittwoch in einem belannten Juweliergeschäft Unter den Linden ereignet. Dem Geschäft wurden 28 Plafinbrillantringe im Wert von 200 000 2. gestohlen. Bereits am Tage vorher mar demfelben Geschäft ein Ring im Wert von 12 000 m. gestohlen morden. 3mei gutgefleibete Herren, anscheinend Amerikaner, die nur gebrochen Deutsch sprachen, betraten den Laden, und einer von ihnen, der fleinere, gab zu verstehen, daß er etne ram atfernadel zu faufen wünschte. Er nahm am Badentisch Platz und legte seine Handschuhe und einen Stodschirm auf die Platte. Sein Begleiter, der viel größer mar, stand zunächst neben ihm, ent fernte sich dann aber und schien in die Auslagen einer Bitrine vertieft. Diese Bitrine, die genau der Kaffe gegenüber. steht, enthält verschiedene Fächer, in denen Samttabletts mit Schmud ftüden aufbewahrt merden. Jedes Fach wird burch eine Glasflappe gejchloljen. Der Meinere Stunde taufte nach fängerem Wähien eine Kramatheunadel für 26 M. und bezahlte mit einem Tausendmartfchein, wodurch natürlich eine Berzöge rung der Abfertigung durch das Wechseln eintrat. Inzwischen mar der größere nicht non der Bitrine gemichen, an die er sich mit dem. Rüden scheinbar ganz unintereffiert onlehnte. Als nach Abferti gung des Käufers die Angestellte das Tablett mit den Kramattennadeln in die Bitrine zurücklegen mollte, hielt der größere Mann fie danon ab und bemerfte baß er selbst auch eine Nodel aussuchen mollte. Rachbem fein Gefährte bezahlt hatte, verließen beide bas Geschäft, und die Berfäuferin munderte sich noch, daß der andere offenbar feine Kaufabficht aufgegeben hatte. Handschuhe und Stod. fchirm des einen Kunden waren auf dem Ladentisch vergessen morden. Einer der Angestellten lief den Kunden nach, um sie auf die Bergeßlichkeit aufmerksam zu machen. Da tamen die beiden auch schon zurüd und nahmen ihr Eigentum an der Tür in Empfang. Als min die Verkäuferin das Tablett mit den Nadeln in die Bitrine zurüdftelite, fiel ihr das Fehlen eines anderen Tabletts auf, auf dem fich 28 fostbare Ringe befunden hatten. Sie glaubte aber, daß die Platte in der Regiftratur oder einer anderen Stelle des Betriebes sei und sagte zunächst nichts. Erst bei einer späteren Nachfrage stellte es fich heraus, daß der größere der Kunden das ganze Tablett mit den Ringen gestohlen hatte. Der Wert der entwendeten Ringe beträgt annähernd 200 000 M. Allem Anschein nach hat der Amerikaner, der sich mit dem Rücken gegen das Schränkchen lehnte, es ver. standen, unbemerkt die Glasflappe zu öffnen und das Tablett mit dem Inhalt herauszuziehen. Wie geschickt der Dieb, offenbar ein internationaler Fachmann", zu Werke gegangen ist, sieht man schon daraus, daß feiner der nur lose eingesteckten Ringe beim Herausnehmen des Tabletts ins Gleiten fam und herunterfiel. Daß der fleinere der Männer Handschuhe und Schirm liegen ließ, ist ficher auch nur ein Trid gewesen. Die beiden Fremden standen im Anfang der vierziger Jahre. Schon am Tage zuvor, am Dienstag, murde dasselbe Geschäft von einem anderen Ladendieb um einen werf. vollen Ring bestohlen. Hochwasser der Ruhr Der Sturm, der dieser Tage über Norddeutschland wütete, hat die Ruhr über die Ufer treten lassen und die anliegenden Ländereien überschwemmt. Vom Wasser umspülte Häuser bei Essen. Der Kampf um die Arbeitsstatt. Gerüchte im Industriegebiet.- Vermittler der Reichsregierung. Im übrigen ist der Deutsche Metallarbeiter. verband finanziell start genug, um die Bewegung aus eigenen Mitteln zu führen. Er hat also nie daran gedacht, und denkt auch jetzt nicht daran, irgend eine Silfe der anderen Gewerkschaften in Ein rechtsparteiliches Morgenblatt behauptet, Reichsaußenminifter Dr. Stresemann werde die Persönlichkeit von befonderer Autorität fein, die für die Reichsreglerung einen lehten Vermittlungsversuch im Ruhrkampf unternehmen werde. Ein Mittagsblatt nennt dafür den Reichsgerichtspräsidenten Dr. Simons. Beide Meldungen werden von der Reichsregierung als unzutreffend Anspruch zu nehmen. erklärt. Es wird jedoch nicht angegeben, welche perfönlichkeit für diese Affion in Aussicht genommen ift. Unsinnige Gerüchte. Essen, 29. November.( Eigenbericht.) In der Presse werden Gerüchte verbreitet, wonach die Gewerkschaften die Verkündung eines General. it reits planen. Es genügt, darauf hinzuweisen, dan der Deutsche Metallarbeiterverband in Uebereinstim mung mit den anderen am Ruhrlouflift beteiligten Gewerkschaften seine Bereitschaft erklärt hat, den Vor men. Dieser Vorschlag geht bekanntlich darauf hin, die Arbeit sofort zu den alten Bedingungen wieder aufzunehmen, vorbehaltlich der Eut scheidung des Reichsarbeitsgerichts. Es kann also, feine Rede davon sein, das irgendwie eine Streifattion ge plant wäre. Es erschien dort ein Mann, bersih, Martelec nannte und' angab, daß er in ber französischen Botschaft zu erreichen sei. Er sprach mir franzöfifch, legte eine mit Brillanten besezte Blatinherrenuhr auf den Tisch und bat, fie ihm gegen einen gleichwertigen Brillantring umzutauschen. Man legte ihm ein Tablett mit Ringen zufällig dasselbe, daß am Mittwoch dann vor, der Kunde konnte sich aber nicht entgestohlen wurde fchließen, und aus den Geschäft wurde nichts. Obwohl mehrere Anschlag des Regierungspräsidenten Bergemann anzunehgestellte um den Stunden herumftanden, war es ihm doch möglich, mit einem Taschenspielertr id einen der echten Ringe mit einer gut gearbeiteten aber mertlosen französischen Bijouterie zu vertauschen. Der Ring, den er erbeutete, hat einen Stein im Gewicht von 6,12 Karat und ist 12 000 m. mert Der Umtausch" wurde erft enidedt, als der Kunde sich schon entfernt hatte. Ob zwischen den beiden Diebftählen ein Zufammenhang befteht, läßt sich nicht fagen. In der franzöfifchen Botschaft ist von einem Herrn Mar telec" natürlich nichts befannt. Dieser Ladendieb ist sicher auch ein internationaler Gauner. Für die Ermittlung der drei Diebe und die Wiederbeschaffung der gestohlenen Juwelen hat das Geschäft eine Belohnung von 10 000 m. ausgesetzt. Mitteilungen zur Muftlärung erbittet Kriminaltommiflar Albrecht im Polizeipräsidium. Der fingierte Raubüberfall Die ,, Bettelprinzeß" Berichte 2. Seite Die Verhandlungen vom Dienstag. Düffeldorf, 29. November.( Eigenbericht.) Die Berhandlungen haben mit einigen Unterbrechungen bis in die siebente Abendstunde hinein gedauert. Um die Mittagszeit Luden beide Seiten einen größeren Kreis ins Regierungsgebäude ein, damit er in jedem Stadium der Verhandlung mit zur Entscheidung herangezogen werden konnte. Wenn es auch diesmal zu keinem praktischen Ergebnis fam, so hauptsächlich aus folgendem Grunde: Die Unternehmervertreter verlangen über den verbind. lich erflärten Schiedsspruch hinweg ein Definitipum, das heißt ein Lohnabkommen auf möglichst lange Dauer, ganz gleich, wie das Urteil des Reichsarbeitsgerichts über den perbindlichen Schiedsspruch ausfällt. Den verbindlich erklärten Schiedsspruch wollen fie auf irgendeine Weise unter allen Umständen aus der Welt schaffen, angeblich, meil es für fie wirtschaftlich nicht tragbar sei. Daß dieser Bormand selbst durch die immerwährende Wiederholung nicht zur Wahrheit wird, geht schon daraus herpor, daß die gesamte Lohnerhöhung, die der Schiedsspruch bringt, nach ber gewerkschaftlichen Nachrechnung nicht mehr als 12% millionen Mart im Jahr ausmacht, also etwa soviel, wie eines der großen Eisenwerte in feiner Jahresbilanz verstedt. Die Unternehmerver treter bestehen darauf, daß der Lohn auf lange Frist vor der Eröffnung der Betriebe festgesetzt werden müsse. Wie weit die Unternehmer mit ihrem Lohnangebot für das neugeplante Abkommen an die Säße des Schiedsspruches herangehen wollen, ist nicht sicher zu erkennen. Man geht jedoch nicht fehl, wenn man annimmt, daß sich ihr Angebot in den Grenzen ihres Vorschlages von der letzten Woche halten wird, also allerhöchstens 30 Pro3. der Säße des Schiedsspruchs. Auf einen solchen Vorschlag einzugehen ist den Gewerkschaften ganz unmöglich. Die Gewertschaftsvertreter erflärten, daß der Vorschlag des Regierungspräsidenten von lezter Woche nach wie vor für sie die Grundlage der Verständigung bilde. Dieser Borschlag besteht, wie wohl noch erinnerlich sein dürfte, darin: Unerkennung und Durchführung des verbindlich erklärten Schiedsspruchs. Und um ja fein Hindernis für die Wiederaufnahme der Arbeit zu bilden, haben sich die Gewerkschaftsvertreter bereit erklärt, von der Forderung auf Nachzahlung des Sohnes bis zum Tage der Urteilsperkündung durch das Reichsarbeitsgericht abzusehen und besonders die Laufbauer des Schiedsspruchs um ein Jahr, bis auf den 31. März 1929, zu verkürzen. Diefe Rongeffionen fonnten die Gewertschaften nicht noch vermehren, um ihrer an sich schon schlecht entlohnten Kollegen und um des Schlichtungswesens willen. Den Unternehmern ging es auch jetzt noch vor allem um die Beseitigung des Schiedsspruchs. Man tam sich daher nach tagelanger Verhandlung nicht näher als in der vorigen Woche. Dennoch wollten die Gewerkschaftsver treter den Faden, so dünn er auch war, nicht abreißen lassen, weil es ihnen ihr Verantwortungsgefühl verbietet, irgendeine Möglichkeit auszulassen, um diesen für die deutsche Wirtschaft so unheilvollen Konflikt zu beenden. So waren die Gewerkschaftsvertreter auch noch zu weiteren Verhandlungen bereit, obwohl die Aussicht, zu einem Ergebnis zu kommen, verteufelt gering war. Neuer Schiedsspruch für Hagen- Schwelm. Arbeiter nehmen an, Unternehmer lehnen ab! Die Lohnverhandlungen in der Metallindustrie im Hagen Schwelmer Bezirk, die Mittwoch vormittag im Reichsarbeitsministe rimm begonnen haben, sind erst gegen Mitternacht beendet worden. Es ist unter Aufhebung des Schiedsspruches des Schlichters von Westfalen ein neuer Schiedsspruch zustande gekommen, der von den Vertretern der Arbeiter fofort angenommen und dessen Berbindlichteitserklärung beantragt wurde. Die Unternehmervertreter jedoch haben den Schiedsspruch abgelehnt. Dieser Schiedsspruch sieht vor, daß das bisherige Lohnabkommen am 1. Dezember 1928 wieber in Kraft treten, aber sofort eine Erhöhung der Spigen löhne um zwei Pfennig bringen foll, während nach dem ersten Schiebsspruch diese Lohnerhöhung ab 1. April 1929 erfolgen follte. Wie Ill. meldet, hat sich der Arbeitgeberverband für den Fall der Verbindlichteitserttarung des Schiedsspruches ver: pflichtet, dafür sorge zu tragen, daß die von seinen Mitgliedswerken ausgesprochenen Kündigungen zurüdgenommen werden. Der Reichsarbeitsminister hat heute mittag den Schiedsspruch über die Cohntarifftreitigkeiten im Bezirk der märkischen Metallindustrie Hagen- Schwelm für verbindlich erklärt. Der neue Botschafter in Moskau. von Dirdsen ernannt. Der Reichspräsident hat den Ministerialbirettor im Auswärtigen Amt, Dr. v. Dirdfen, zum deutschen Botschafter in Moskau ernannt. Die Bettelprinzeß". Oder„ Der ausgeträumte Hohenzollerntraum". 9 Als ich Mutter nach dem Bater fragte, fagte fie:„ Es geht Dich nichts an"; Stiefvater fchimpfte mich aber immer Beitel prinzeß". ( Martha Barth im Erfurter Brozeß.) Die Bettelprinzeß", das uneheliche Kind des adligen Forst: assessors ber richtige Name ist nicht bekannt geworden-, hat fich ungewollt an der Gesellschaft für das Unrecht, das ihr geschehen, gerächt. Domela war ein nicht wieder gut au machender Schlag für das Ansehen der Hohenzollern, fein meiblicher Kollege bedeutete dies nicht minder. Und beide Male gebührt Erfurt das historische Verdienst, die Hohenzollern- Berchter entlarot und sie in ihrer ganzen Lächerlichkeit gezeigt au haben, Bar das erftemal das feudale Hotel Kossenhaschen Ausgangspunkt der Hohenzollern- Legende, so hat sie diesmal bei der einfältigen Spießerin, der Puhmacherin, ihren Anfang genommen. Der Natürlich mußte der Standal auf das unerläßliche Mindestmaß eingeschränkt werden. Die Suggestion von Doorn und Dels ist immer noch zu groß, um den Gerichtssaal zum Tribunal über die Hohenzollern- Berehrer werden au laffen. So wurden beide Domela Prozesse abgewürgt: In Köln unter dem Borwande, die Geschädigten wohnten zu weit, um sie als Zeugen tommen zu laffen; in Erfurt... Ja, weshalb in Erfurt? Ein Jahr lang faß die Hochstaplerin" in Untersuchungshaft. Untersuchungsrichter schien unermüdlich im Freilegen aller Fäden, die von Martha Barth, alias Prinzessin Margarete von Preußen zu den verschiedensten Leuten führten die Atten tönnten hiervon etwas erzählen. Zwei Jahre dauerte es, bis Martha Barth vor ihren Richtern erschien und was blieb übrig? Sieht man von der gerupften Buhmacherin ab, nichts mehr als eine Lappalie. Ein großer Teil der Geschädigten hat es wohlweislich vorgezogen, im Dunkel feiner Hohenzollern- Berehrung geborgen zu bleiben. Bon ihnen allen blieb nur der befchmißte Burschenschaft. fer, der Arzt, der Kavaller, der von der Prinzessin" betrogen sein wollte, obgleich der Wert der von ihr empfangenen Geschenke feine Darlehen an die Hoheit überwog. Mit wievielen HohenzollernGläubigen mag er die prinzliche Hulb der Martha Barth geteilt haben. Sie hatte ein weites Herz für Männer. " bedingt hinauf Der fingierte Raubüberfall. Brandstiftung zur Verdeckung von Unterschlagungen. Unter großem Andrang des Publikums begann heute früh der Brandstiftungsprozeß gegen die Buchhalterin Helene H. vor dem Schwurgericht III. Die Angeklagte, eine schlanke, unverheiratete Frau im Alter von 29 Jahren, von gutem Aussehen hat bei der Mercedes- Bureaugejell. schaft in der Bismardstraße in den Jahren 1925 bis 1927 Unterschlagungen in Höhe von 12 500 m. begangen und am 30. Dezember 1927 zur Berdeckung ihrer Beruntreuungen nach Geschäftsschluß die Belege aufgehäuft und in Brand gesetzt. Als das Feuer die Möbel ergriff, jo daß das bewohnte Gebäude in Gefahr geriet, stürzte sie auf den Flur, schrie um Hilfe und behauptete, daß sie von Räubern überfallen worden sei. Unterschlagungen zum größten Teil nur für sich verübt zu Die Kajfiererin gab zunächst auch zu, die umfangreichen haben. Später hat sie ihre Geständnisse widerrufen und den Hauptanteil an den unterschlagenen Summen auf Rechnung ihrer im Sommer vorigen Jahres verstorbenen Kollegin Grußt geschoben. Bei dieser Darstellung blieb sie auch heute vor Gericht. Landgerichtsdirektor Friedmann hielt der Angeklagten vor, daß sie wiederholt mit ihren Angaben gewechselt habe und daß es häßlich wäre, wenn sie wahrheitswidrig eine Tote, die sich nicht mehr verteidigen tönne, beschuldigte. Auf Veranlassung von Rechtsanwalt Walter Bahn find zur Begutachtung der Angeklagten eine Reihe von me dizinischen Sachyperständigen geladen. Die Angeklagte behauptete, feine Unterschlagungen begangen, sondern die fehlenden Summen als Borschüsse der Kasse entnommen zu haben. Für sich selbst nur einen fleinen Teil davon. Das übrige Geld habe sie einem inzwischen verstorbenen Fräulein G. gegeben. Regelmäßig habe sie Jettel als Belege für die Borschüsse in die Kasse hineingelegt. Auf die Frage, wie die Unterschlagungen so lange verdeckt werden tonnten, gab die Angeklagte an, daß die Kasse nie revidiert wurde. Sie habe auch Eingänge erst in dem nächsten Monat verbucht und Ausgaben für den folgenden Monat umgefehrt schon im Monat vorher so daß nichts bemerkt wurde. Vorf.: Wie fonnten die„ Borschüsse" die hohe Summe von 12 500 m. annehmen? Angefl.: Ich hoffte immer, daß Fräulein G. alles zurückzahlen werde. Sie hatte es versprochen. Bors.: Wie sollte sie das bei ihrem kleinen Gehalt von 250 M. monatlich machen? Angefl.: Sie hatte das Geld ja nicht fie tein Anrecht auf den Namen? Nirgends fand sie Ruhe. Sie ertlomm eine Stufe der feudalen Rangordnung nach der anderen, immer näher rüdie sie der Quelle des Hohenzollernglanzes, dem faiserlichen Hause selbst. Durch die Gnade der Bukmacherin Herold war ihre Kindheitssehnsucht erfüllt: sie wurde selbst Prin= effin. Traum mar nun Wirklichkeit, Dichtung Wahrheit. Der Wunschtraum der Frau Herold bewegte sich gewissermaßen um den entgegengesetzten Pol wie der Wunschtraum der Martha Barth. Gipfelte er bei dieser im Prinzessinnendasein, so bei jener im Dienen. Sie war die Vertörperung des Untertanen, dieser blinden, gehorsamen, demütigen, untermürfigen, gläubigen Kreatur. Martha Barth, die falsche Hohenzollernprinzessin brachte ihr die Erfüllung des Wunschtraumes ihres Lebens. Man mag für die Martha Barth nicht viel übrig haben. Ihre Schlußworte flangen aber menschlich- schlicht:„ Ich schrieb die Briefe an den Vater meines Kindes," sagte sie, weil ich nicht wollte, daß es in der Welt so herumgestoßen werde wie ich." Wie wäre es, wenn ihre adligen Berwandten sich ihrer erinnert wollten? Es ist ja in fürstlichen Häusern früher einmal üblich gewesen, sich ihrer Bastarde anzunehmen. So wäre ihr und ihrer Mutter, der ehemaligen Geliebten des Herrn von und zu... geholfen. Um miepiel menschlicher ist doch jener einfache Eisenbahnangestellte. Er adoptiert ohne viel zu fragen das Kind des adligen Herrn. Dieser läßt Mutter und Kind im Stich. L. R. Familientragödien. Aus den Familiennachrichten eines bürgerlichen Blattes. I. Bekanntmachung Auguft Prinz zu Hohenlohe- Dehringen, Berlin- Grune malb, Sumboldtstraße 22, ist durch Befchluß des Amts. gerichts Cofel vom 1. 3. 1928- 3. E. 1. 28.- wegen Berschwendung entmündigt. Die für die Rechtswirt famteit von Schuldverbindlichkeiten des Entmündigten erforderliche Zustimmung tann ich nicht erteilen, da Mittel zur Begleichung von solchen in absehbarer Zeit nicht zur Berfügung stehen. Das Urteil ist im Reichsanzeiger Nr. 61 vom 12. März 1928, Seite 4, veröffentlicht worden. Der Vormund Lubbert Graf von Westphalen. Berlin. II. Berichtigung! Die am 18. b. 9. erschienene Todesanzeige der fo plöglich verstorbenen Frau Gertrud St.... aus Beuthen, D.-G., bebarf infofern einer Berichtigung, als ihre Mutter, Frau Bantbirektor Hedwig M. nicht Berlin, Wilhelmstraße, sondern wohnt. Berlin- Charlottenburg, Sybelstraße 18-19, Arthur St.. nebst Töchterchen. Beuthen, D.-S., den 26. November 1928. Beide Anzeigen find wörtlich der Anzeigenrubrik Familien nachrichten" der Boffischen Zeitung" vom 29. November 1928 ent nommen... Millionenstrafen für Spritschieber. Dies die gesellschaftliche Seite des Martha Barth- Prozesses. Und die rein menschliche? Bettelprinzeß" nannte die Bierzehn jährige der Stiefvater. Das war die zweite Dosis Gift; die erste hatte ihr die Tante eingegeben, als fie ihr das Geheimnis ihrer Abstammung offenbarte. Alles Weitere war nur die folge richtige Entwicklung ihrer Minderwertigkeitsgefühle durch die uneheliche Geburt und ihres Geltungstriebes Am 28. Juli 1928 wurde der Inhaber der im Jahre 1927 in zum Abel. Sie, Tochter eines Freiherrn von Preusch Arheiligen bei Darmstadt gegründeten Firma Zimbo u. Co., Arheiligen bei Darmstadt gegründeten Firma Zimbo u. Co., Brandenstein- Näherin?! Rein! Sie gehört in fürstliche G. m. b. 5., der im Kreis Bilna geborene Raufmann Baul Häufer. So wurde sie deren Dienerin. In Wirklichkeit diente fie 3immer, unter dem Berdacht des Bergehens gegen das Branntbloß der figen Jbee ihrer adligen Hertunft. Sie lebte ihren wachen weinmonopolgefeh verhaftet. Der dem Reich hinterzogene Betrag Wunschtraum, so gut fie tonnte: teilte sie nicht den Tisch, so das wird auf 195 056 M. beziffert, mit 3immer jaßen gestern auf Bett ihrer Herrschaft, gebar ihr uneheliche Kinder war sie ja der Anklagebant der Brennermeister Ferdinand Lenz aus felbft ein solches spielte die Dame, machte auf den Namen der Kizingen in Unterfranken. der Kaufmann Hermann Rothen äter ihrer Kinder Einkäufe, und erntete Gefängnisstrafe. Hattest ein aus Frankfurt a. M. und der Brenner Samuel Bolotin für sich gebraucht und sollte es zurückbekommen. Ich möchte aber Näheres nicht angeben, um sie nicht noch mehr zu beloften. Ich müßte jemand anderes sonst hineinziehen. Der würde das alles aber abstreiten und ich stände als Lügnerin da. Die Tote kann ja feine Strafe mehr treffen. Ich habe das Geld herausgegeben und bin dafür verantwortlich. Bors.: Es ist ein erheblicher Unterschied, ob Sie das Geld selbst verbraucht haben, um ein gutes Leben zu führen, oder ob Sie es für andere verwendet haben. Angel.: Ich habe für Fräulein G. 10 200 m. herausgegeben und für mich nur 2300 m. verbraucht. Vors. Bei der ersten polizeilichen Bernehmung haben Sie angegeben, daß auf das Konto von Fräulein G. mur 500 m, fämen, daß Ihr Bruder, der bei der Polizei beschäftigt war und wegen Unregelmäßigfeiten entlassen worden ist, etma 2000 m. bekommen hätte, daß Sie den Rest für Reisen, Kleidung und Anschaffungen verbraucht haben. Als Sie dann in Freiheit waren, haben Sie alles als nicht wahr widerrufen. Sie hätten das alles so aus Angst gefagt und gar tein luguriöses Leben geführt. Ihr Bruber habe nur 700 m. bekommen. AngetL: Nach dem Tode von Fräulein G. erschien ein Herr Rauscher bei mir im Bureau und legte mir Schuldscheine von der Toten vor, über 2500 m. Er verlangte Bezahlung, fonft würde er die Unterschla gungen anzeigen. Ich habe das zuerst nicht gesagt, weil ich Fräulein G. nicht belasten wollte. Borf.: Sie hatten die G. doch schon längst belastet. Dieser Herr Rauscher ist nicht aufzufinden gewesen. Angeft. Ich will darüber nichts Weiteres sagen. Bors.: Sie haben doch selbst zugegeben, daß Sie Geschente gemacht haben, u. a. an einige Männer, mit denen Sie in Be ziehungen standen. Dann haben Sie body auch eine Möbeleinrichtung für 2000 m. getauft? Zu der Hauptanklage der Brandstiftung, zu der auch noch eine Anflage wegen Sachbeschädigung durch 3erschneiden der Telephonleitungen hinzufommt, äußerte sich die Angeklagte, daß sie aus Angst, daß nach dem Tode des Fräulein G. der Fehlbetrag nicht gedeckt werden konnte, auf die Idee gekommen sei, die Belege zu verbrennen. Sie habe die Zettel zusammengehäuft und angezündet. Blöglich sei eine Flamme hochgeschlagen und sie habe den Kopf verloren. Wie sich dann alles mit dem fingierten Raubüberfall entwidelt habe, tönne sie jest gar nicht mehr sagen. Es murde dann in die Beweisaufnahme eingetreten und zunächst die Mutter der Angeflagten pernommen. In Kirchhain. க Der Landrat von Gilfa wurde feines Amtes enthoben, weil er militärische Uebungen bewaffneter Hakenkreuzler begünstigte. EW: Ber unter dem Schirm des Landrats sigt, und unter dem Schatten des Gewaltigen schießet, Der spricht zu diesem Herrn: Meine Zuversicht beim nächsten Putsch bist Du, auf den ich hoffe! ( Frei nach dem 91. Pfalm.) aus Mostau, in Darmstadt wohnhaft. Die Verhandlung dauerte bis in die späten Abendstunden. Das Gericht erkannte gegen Zimmer auf 8 Monate Gefängnis abzüglich) 4 Monaten Untersuchungshaft und eine Geldstrafe von 702 400 m., die im Unvermögensfalle mit 10 Monaten Gefängnis zu verbüßen ist. Gegen Lenz wurden 600 M. Geldstrafe ausgesprochen, evtl. 2 Monate Gefängnis und eine weitere Geldstrafe von 702 400 m., evil, 10 Monate Gefängnis. Rothenstein und Bolotin wurden freigesprochen. Der Antrag des Berteidigers auf Aufhebung des Haftbefehls gegen Zimmer wurde abgelehnt. Ferner wurde auf die Einziehung des Wertes erkannt. Leichenfund am Schiffahrifanal. Mord oder Selbstmord? En verdächtiger Leichenfund rief heute vormittag die Berliner Mordtommiffion nach der Kieler Straße im Norden Berlins. Bassanten entdeckten an der Böschung des Spandauer Schiffahrtsfanals dicht an der Sellerbrüde ten Körper eines Mannes Der Kopf war start mit Blut bejubel. Die Polizei und ein Arzt wurden benachrichtigt, die den Tod des Unbekannten feststellten. Verschiedene Umstände geben zu dem Berdacht Anlaß, daß der Mann, der Chauffeurtleidung trug. einem Berbrechen zum Opfer gefallen sei. Die Morfommiffion murle darauf benachrichtigt, die unter Leitung des Kriminalfommillars Dr. Annuschat, alsbald am Fundort eintrof. Bie jetzt feitgeftelt wurde, hatte der Tote, der als ein 43jähriger Droschlenchauffeur Start Shinita aus der Elsasser Straße 71 ermittelt wurde, eine Karl Schußwunde im Kopf. Der Schußkanal verläuft von der Stirn schräg nach oben. Zuerst lag die Vermutung nahe, daß Sch. felbft Hand an sich gelegt hatte, doch wurde weder bei der Leiche noch in der näheren Umgebung eine Bajje gefunden. Men hin besh an, daß Schinfdyta erschossen worden ist. Die Polizei ist zurzeit mit weiteren Feststellungen beschäftigt. 43 I t Wenn Kriegshelden" sterben.bh:„ Das friegt Mutter, da bezahlt sie das Licht davon." Im " Die Internationale der Generale und Admirale. London, 28. November. Die britische Admiralität hat an die deutsche Marineleitung zum Tode des Admirals Scheer eine Beileidskundgebung gerichtet. ( Meldung einiger Berliner Blätter.) Benn Festungen tapitulieren, pflegt der siegreiche Belagerer em das Kommando führenden Gegner, mag es sich nun, wie im fall Lüttich, um den belgischen General Léman, mag es sich, wie Fall Przemysl, um den f. u. t. Felbzeugmeister Stusmanet han ein, in theatralischer Bose unter Anerfemung der heroischen Bereidigung des auvertrauten Blages den Degen zu belassen und für in ftandesgemäßes Geleit des Geschlagenen in ein standesgemäßes Quartier Sorge zu tragen. Musketiere und Kanoniere, die in der ezwungenen Festung Dienſt taten, werden, soweit sie nicht gefallen red, auf dem üblichen Wege in ein Mannschaftsgefangenenlager ab. führt. Admiral Scheer übrigens ficher nicht der am wenigften ein tepolle wilhelminische Offizier ist gestorben. Er mar Ober. fehlshaber der deutschen Flotte in der Schlacht am Stagerrat, die 31. Mai 1916 zwischen deutschen und englischen Seestreitkräften sgetragen wurde. Die Bilanz ift: 6097 Tote, 510 Verwundete i englischer Seite, 2535 Tote, 494 Verwundete auf deutscher Seite. Bredhaus, Handbuch des Wiffens, schreibt: Die Schlacht war ein Sieg der Deutschen, blieb aber ohne Einwirtung auf bie riegslage und ließ die englische Ueberlegenheit zur See unerührt." Admiral Scheer ist gestorben. Das deutsche Bolf, das in tagtäg cher Arbeit um die Erfämpfung innerer und äußerer Freiheit war zu ringen hat, ward durch diesen Todesfall in feiner über. biegenden Mehrheit wenig oder nicht berührt. Die englische Admiratät aber, deren Admiral Bellicoe damals drüben, auf der anderen Seite, das Kommando führte, kondoliert der deutschen Marineleitung m Tode des Admirals. Die bürgerliche Bresse berichtet es, und deren Leser fagt: Wie tenhaft, wie gentleman- like! Der Gegner beugt sich angesichts er Majestät des Todes vor dem Gegner!" Aber er vergißt dabei: or den neuntausend in der Schlacht am Stagerrat gefallenen Ma Rojen beugte fich fein Gegner! die betroffenen ErEs ist etwas sehr Sonderbares, etwas lenzen werben es übelnehmen- Internationales um Admirale Generale. Die Herren Foch und Ludendorff publizieren ihre giffe in den gleichen ausländischen Zeitungen, ein Brief, den der hef der britischen Admiralität, Lord Fisher, mährend des ieges an Tirpig richtete, beginnt mit den Worten„ My dear Tirps!"( Mein lieber alter Tirpig!), und der russische General bschef Suchomlinoff, den viele wohl nicht zu Unrecht einen Schuldigen am Kriegsausbruch nennen, hospitalisierte nach der fifchen Revolution in Deutschland und bemußte als Organ zur Berfentlichung feiner Meinungen die deutschnationale Deutsche Tages Pitung Dritte, der gar nicht recht mit der Sprache heraus wollte, meinte| Erzgebirge ist das traurige Bild auch nicht viel beffer. Hier arbeiten die Frauen tagsüber in den Fabriken und abends geht es todmüde an die Stichelei. ,, Ach, die Spitzen stinten so furchtbar," meinte die Gönnerin. Da boden bie Leute in einer einzigen fleinen Stube, alle beijammen, und machen womöglich gar nicht das Fenster auf." ,, Bielleicht müffen sie das Heizen sparen." Darauf rief sie:„ Ach, das glaube ich nicht, es ist doch Wald in der Nähe." Und damit schließt sie auch schon ihres Herzens Bentil und eilt gefchäftig zu neuen Besucherinnen, um ihnen all die Kostbarkeiten lobend ans erz zu legen. Mit spizigen Fingern und einem Ah und Dh der Begeisterung wird alles liebevoll betrachtet. Bestellungen gehen ein, einiges ist bereits verfauft. Gottlob, es gibt ja für all die Sachen Räufer." Die Käufer aber sehen nicht das graue Elend, das zwischen all den feinen Stichen, Pünktchen und Fältchen hervorlugt. " 7 Ehrenfosat Cachin. Nur eine Sympathielundgebung. DE. Charkow, 29. Novembe Die Chartower Sowjetpresse bringt eine Erflärung des Kon mandierenden des ukrainischen Wehrkreises, Jafir, welche dr Wahl des französischen Abgeordneten Cachin zum Ehrenkosaken" der roten Kosakendivision und die von der Pariser Presse im Zu sammenhang damit gegen Cachin als ,, Angehörigen einer fremden Armee" eingeleitete Kampagne betrifft. Jafir stellt fest, daß die Wahl Cachins nur als eine spontane Sympathie fundgebung einer Rofafengruppe aufzufassen sei, der feinerlei politische Bedeutung zukommt. Cine Bestätigung der Wahl durch die zuständigen Militärbehörden habe nicht stattgefunden und sei aud nicht beabsichtigt. Die Behauptungen über die„ Zugehörigkeit" Cachins zur Roten Armee entbehrten daher jeder Grundlage. Häusliche Schubert- Feier. Orchester. Schubert: Schallplatten. berichte wieder. Run banken mir der Konjunktur dieses Schubert nächst das Stimmliche entscheidend; prachtvoll die hohe Lage seines Der Name Schubert lehrt in jebem unserer Schallplatten-|( D.). Auch bei Heinrich Schlusnus wird für den Eindruck zu Jahrs eine Reihe zum Teil sehr willkommener Neuaufnahmen, und ebenmäßig schönen Baritons in Atlas"; ungewöhnlich flangpoll Empfehlung wert sind. es ist zugleich an einige frühere Erscheinungen zu erinnern, die der übrigens hier in der Wiedergabe auch der Ton bes begleitenden Flügels( den Franz Rupp mit Mujitalität betreut). Doch in ,, Frühlingsglaube" und ,, An Silvia" ist der Vortrag, einfach und ohne Aeußerlichkeit, durchaus von gewinnender Echtheit des Aus bruds( D. G.). Die Leidenschaft der Berzweiflung, die diesem Sänger nicht aufzubringen: der im übrigen an allererster Stelle genannt im Doppelgänger" fehlt, vermag wohl auch Franz Steiner dafür zu werden verdiene. Bie er ,, Wanderers Nachtlied", An die Mufit" bildlich in der Behandlung des Boris und in der Phrasierung( B.) erlebend gestaltet, das ist so erschöpfend im Gefühlemäßigen wie por Und auf gleich hohem Niveau mit Raucheisen als Partner die Interpretation von Litanei" und Sei mir gegrüßt"( B.). ,, Sei mir gegrüßt" in der Art, wie hier vom Komponisten In guter Ausführung liegen die beiden Sinfonien vor, deren Bedeutung, deren Stellung im Gesamtwert feines erneuten Hinweißes bedarf, die C- Dur und die H- Moll. EL") bringt diese große C.Dur- Sinfonie. Eine große Sache; auch für den Käufer, der den Entschluß faßt, das ganze Wert zu erwerben. Sechs große Blatten zwölfmal breißig Zentimeter Durchmesser trotzdem, und troß einem Strich im Scherzo( in der Wiederholung des Hauptteils) mar der Raum ein wenig fnapp bemessen, mußte, wie es scheint, das Tempo an manchen Stellen gedrängt merden. Dieser Einwand bleibt der einzige; das Londoner Sinfonie- Orchester, von Leo Blech geleitet, spielt und flingt ausgezeichnet. Auch für die Wiedergabe der H.Moll- Sinfonie( D.) find beste Kräfte aufgeboten: die Berliner Staatstapelle unter Franz Schalts, des Biener Operndirettors, Führung. Ein Einmand auch hier: alles Pianissimo- es mag an ber lebertragung liegen ist ein menig fräftig geraten; es gibt, auch bei D., Orchesterplatten, bie in der dynamischen Differenzierung glüdlicher find. Dieselbe Sinfonie übrigens ist auch auf P.- Blatten Dirigent: Schiflings zu hören. Lieder. " " ein einfaches rhythmisch- harmonisches Schema durch alle Strophen fonsequent festgehalten, doch zugleich im Spiel einer unerschöpflichen Phantasie frei abgewandelt wird, ein fleines Wunderwerk auch Lotte Lehmann, der zur Bollkommenheit gewissermaßen nichts fehlt, singt es; und dazu Auf dem Wasser zu singen"( D.). Auf dem Wasser nicht mit Kammerorchester zu singen; der Bersuch, so typische Klavierlieber zu inftrumentieren und warum gerade ,, Kammerorchester"? ist nicht nachahmenswert. Anders immerhin liegt der Fall bei orchestral empfundenen, nämlich erfundenen Stüden wie Memnon" und An Schwager Kronos". Brahms hat fie beibe für Orchester bearbeitet, mm find aus seinem ungebrudten Breitesten Raunn, in der Plattenproduktion wie im Wert Schu- Nachlaß die Partituren auf P.- Platten zum erstenmal zum Klingen Generale und Admirale find, melche Uniform fie auch tragen, berts, nimmt das Lieb ein; Stimmen aller Gattungen, Opern. und berts, nimmt das Lieb ein; Stimmen aller Gattungen, Operne und gebracht; Eduard Erhard, der fachkundige, stilsichere Schubertem sie den Treueid geleistet haben mögen, eine Kumpanei Konzertjänger an Ausmahl fehlt es nicht; und auch nicht an er beutiche Admiral ist der Kamerad des englischen Admirals, der mahrhaft Empfehlenswertem. Unfehlbar im Musikalischen, mit fänger hat das Berdienst dieser ,, Uraufführung". Schubert- Sänger Unfehlbar im Musikalischen, mit der Bassist Merander Kipnis ist es nicht ohne Vorbehalt; Detla-t. u. t. General ist der Kamerad des flarem Ton und natürlicher Empfindung singt Elisabeth Schumation und Longebung verraten die Herkunft von der Bühne, für erlich ruffischen Generals. Er steht dem Kommandeur ber Gegenmann eine Reihe fleinerer Lieder; besonders schön Im Abendrot" mann eine Reihe fleinerer Lieder; besonders schön„ Im Abendrot" die er ohne Zweifel geboren ist. Aber die Sonorität dieſes tier( El.). Auch Loite Schöne bietet durchaus Erfreuliches in den buntelen Organs und die Intensität des Ausdruds, mit dem er Grenzen ihres Ausdrudsgebiets, wie es ihr durch Stimme und Peres zu erfüllen weiß, vereinigen sich in ernsten und düster gefärbten sönlichkeit angewiesen scheint: in ,, Liebesbotschaft" und Forelle"( D.). timbrierten, sicher geführten Alt einzusehen; freilich an Gestaltung gibt sie mir eben das Notwendigste( D. G.). Leo Slezat, der in aller Welt gefeierte Operntenor, überrascht immer wieder als Liederfänger. Nicht, wenn er Rhadames- Töne schmettert; nicht durch gelegentliche Tempowillkür. Aber gerade in Stücken innigen Cha rafters wie„ Bohin“ und„ Der Jüngling an der Quelle"- hat die Zariheit, Schlichtheit, herzliche Wärme seines Singens etwas Dormais vormals e, dem Rollegen Erzellenz, näher als dem eigenen, ihm unter ten Matrofen, als bem eigenen, ihm unterstellten Mustetier. Die Unterschrift des Admirals Scheer tragen zwei furchtre Schriftstüce. Das eine bejagt:„ Die in dem Rechtsgut- Rosette Andan hat für„ Gretchen am Spinnrade" ihren edel Gefängen wie der Wegweiser" zu starter Wirkung( C.). ten geltend gemachten Bedenten ertenne ich an. Ich gelange aber danach bestehenden Zweifeln zu der Auffassung, daß der Gesherr und das Feldtriegsgericht die Bestimmungen des§ 90,6 8. richtig ausgelegt haben... Den 2. Geptember 1917. Heer, Admiral der Hochfeeflotte." Bum zweiten: Bestätigungs. ber. Ich bestätige das Urteil 1. bezüglich der Angeklagten Reich etfch und Robis unverändert... Scheer." Darauf wurden am 5. September 1917 3 mei Matrojen anerkannter rechtlicher Bebenken tot geschossen, und feine mbe Admiralität fondolierte. Elf Jahre später starb der damals tändige Abmiral, und die bürgerliche Preffe darf melden:„ Die tische Admiralität..." Aber es handelt sich ja gar nicht um den toten Admiral Scheer. handelt sich darum, festzustellen, daß diese Art Kameradschaft, ben eigenen Untergebenen eben nur als Untergebenen" tenni, Exzellenz aus dem anderen Bager aber als gesellschaftlich gleich redytigt aeftimiert, ein für allemal der Vergangenheit angehören 8! Henning Duderstadt. Deutsche Spigen- deutsches Elend. Alljährlich um die Weihnachtszeit veranstaltet die Deut iche Spizenschule", Verein zur Förderung deutscher Spißenfunft, Passauer Straße 3, eine Ausstellung ihrer ErJeugniffe. tief Sympathisches und leberzeugendes( D. G.). Richard Tauber versucht mit angenehmem, sehr gepflegtem Tenortiang die Welt der Winterreife zu verniedlichen; fie bleibt ihm verfchloffen ihm, mie feinem, in anderen Aufgaben bewährten, Begleiter Spolianffy Bela; C. Columbia; D. G. Deutsche Gramma Homocorb; D.= Odeon; B. *) Abkürzungen: B. phon; EL. Elecivola; Ho. 12013 Parlophon. Chöre. Die Ausleje an Chorplatten ist nicht beträchtlich. Ho. bringt ein paar neue Aufnahmen der Berliner Liebertafel. Nicht durchaus gleichwertige Leistungen diesmal. Manches immerhin, das gelungen ist; am besten: ,, Die Nacht". Glücklicher ist der Lehrergefang. Derein vertreten; eine D.- G.- Platte. ,, Liebe“ und„ Der Entfernten" zeigt ihn mit tuftiviertem, dynamisch fein nüanziertem Chorflang auf bekannter Höhe. Unsere Arbeiterchäre fehlen diesmal ganz warum? Doch eine freundliche Spezialität endlich: bie Wiener Sängertnaben"( D.); in ihrem reinen, anmutigen Schubertischen Bien lebendig. Singen, in der Erfülltheit ihres frischen Musizierens ist etwas ppm Klaus Pringsheim. Die Petroleuminsel. Der neue Feuchtwanger im Staatstheater. Betroleum ist eine fette und stinkende Wirklichkeit. Der Dra matiter darf da nicht fafeln. Lion Feuchtwanger ist sonst flüger als dieses dumme, verworrene Stick der scheußlich- häßlichen Petroleumkönigin Deborah Gray, die mit ihrer Mordhäßlichkeit einen Napoleonverstand auf die Welt und darum die gesamte Petro. leumproduktion der Erde unter ihre Macht brachte. Natürlich geht es dabei nicht ohne Schutt und Scherben her. Erstes Opfer der effin der Sowjetagent", der bie Betroleummegäre beschläft und durch diese bourgeoise Beschäftigung ein Berräter am Sowjetpetro. leum wird. Zweites Opfer: bie schöne Beruchacho, die auf der Petroleuminsel das Brinzip der schönen Helena präsentiert und die Bergangenheit des Paradieses, da die Petroleuminfulaner noch in Bergangenheit des Paradieses, da die Petroleuminfulaner noch in Unschuld Liebesfefte feierten. Beischlaf mit flechen Milliardärinnen als Finanzfpekulation existierte noch nicht, und da die neue Mode auftommt, muß Peruchacha untergehen. Eine Ueberwelt in der Realitätenwelt des Petroleums, ein leberweib, das bonapartische Größenwahngedanken nach all diesem Getnall der Kolportage äußert, das paßt alles nicht zusammen. Das ist der Dummheit eines sonst lugen Ropjes entsprungen. Und gar das Problem der Weltpolitit und Arbeitspolitit, soweit es von dem Betroleum der Betroleummonarchin umspült wird: Etwas Kindischeres läßt sich gar nicht ausdenken. Das sind alles gar teine Typen, sondern nur Nieten der Gedankenlotterie Lion Feucht Die Schauspieler müssen did, aufgetafelt und geschminkt für das Jupiterlicht spielen. Sie find furios anzusehen. Doch es wird fritisch. fobald fie den Mund auftun. Fräulein Koppenhöfer spielt das Milliardärsmonftrum in solchem Stil und ohne Furcht vor dem Hegengesicht. Sie spricht vorzüglich, hart und schrill, aber was fie fpricht, verpufft ins Zufällige. Es erzielt keinen finnfälligen Sinn. Ihr Widerpart, das erotische Fräulein Peruchacha, geölt, geschniegelt, gefärbt und befiedert wie eine Südfeeinfulanerin, iſt Fräulein Lotte Benja. Diese Stünstlerin zeigt sich zum erstenmal im Staatstehater. Sie scheint eine Naive zu sein, die gut in die Berfonallüde des Staatstheaters einspringen fann. Herr Klopfer als Sowjetagent und Liebhaber der Milliardärsäffin macht glänzend Maske. Er taurrt feine Hochstaplerfäße aus einer Jobber. und Galeerensträflingstehle ganz im Stil des Regisseurs. Doch es padt nichts, alles ist nur Kniff wie das ganze Stück. Und das übrige Personal wurde ebenso aufs Knallige stilisiert, damit die Unwichtigkeit der Ereignisse einigermaßen ins Gedächtnis hineingetrieben wird. Bahre Wunderwerte feinster Handarbeitstunt tet diese Spigenschau. Decken und Deckchen aus feinster Filet Klöppelarbeit, Tischwäsche, Taschentüchter, ganz seine Spizen. gen, altholländische Muster, topiert nach Rembrandt und van in sogenannter attenstiderei, hier wirb bie linte Seite als rechts genommen, so nur die verschwindende Kontur des eigentlichen Muſters zur tung fommt, zierliche Kinderkleidchen in Fältchenarbeit und noch e schöne, zarte Dinge, die das Heim der Reichen mit der wohligen arme des vornehmen Zugus umschmeicheln. All diese Kunstwerte blicher Fingerfertigkeit foften natürlich auch ein schönes Stüd d. Und ein paar hundert Mark für so ein Prachtstück ist nichts onderes. Boll Stolz übernimmt eine der Vorstandsdamen die rung und erklärt: Hier, diese Arbeit, getlöppelter Tüll, ist so lam, daß die Arbeiterin in einer Stunde einen einzigen Benter schafft."„ Das muß aber die Augen furchtbar anstrengen?" ott, die Frauen sind das gewöhnt. Sie müssen es eben machen. ine strengte es allerdings", meinte fie ,,, als ich es einmal zum Und was bekommt die Ar erin für diese Sysiphusarbeit?" B versuchte, ganz schrecklich an." ,, Ganze 20 Pf. die unde." Und die Führerin erzählt so einiges aus ihren Erbungsarbeiten. 3ehn Stunden täglich fizen Frauen Rinder an der Arbeit. Zehn ganze Stunden schuften fie iam gebeugten Rüdens und guden sich ihre armen Augen blind. Rinder arbeiten, von ihrem fünften Lebensjahr angefangen, mit. lärmende und leuchtende Bilderaufbauschung. Caspar Neher baut willkommen. Unfostenbeitrag 50 fg. erhalten 15 Pf. pro Stunde. Von diesem mehr als färglichen bienſt lebt in ben allerärmsten Gegenden ble banerische Oberfoll darin des Erzgebirge noch weit übertreffen wo weber ftrie noch Landwirtschaft ist, wo infolge des rauhen Klimas so mie nichts gedeiht, die ganze Familie. Und sie erzählt meiter: ich in einen fleinen Gudindiemelt fragte, was er sich denn für Berbiente Geld Schönes faufe, da meinte der eine: ,, Ach, an ", und der andere sparie wieder auf ein paar Stiefel und mangers. Rer Regiffeur Fehling hilft: durch ein Regiekino, durch eine und malt da erfindungsreich mit. Methode: Kino für Erotische, ausgeführt mit Lederstrumpfphantafie im Atelier. Immerhin genug, damit die Augen geblufft werden. Aber der Verstand ist durch die Barte nicht zu bluffen. Also braucht der Dramatiker, der seine Idee nicht realistisch bändigen fann, an allen Eden und Enden den Regisseur, und der Szenenmeister muß das Unbändige ausheden, damit die verlorene Betroleuminsel einigermaßen zum geographisch dramatischen Festland wird. Max Hochdorf. Die Lofotfischer", der Roman Jehan Bojers, der auch im Vorwärts" im Jahre 1926 erschien, wird heute von Friedel Siege in ausgewählten Rapiteln im Meistersaal, Röthener Str. 38 zum Bortrag lommen. Balentin Bulaatov, der lekte Selretär von Tolstoi, ist wieder in Berlin! Er spricht am Freitag, dem 30. Rovember 20 Uhr, in dem Raum der Lige für Menschenrechte Berlin R. 24, Monbijouplas 10, I. Hufgang III,( Nähe Bahnhof Börse) über Erlebnisse eines Nussen von 1914-1923." Gäste Das Programm der Palucca- Matinee der Bolfsbühne E. V., die am Sonntag, bem 2. Dezember, 11%, Uhr, im Theater am Bülowplay stattfindet, bringt sowohl Solotänze der Balucca wie Gruppenbarbietungen und ent hält teilweise Neueinftubierungen. Einlaßkarten für Boltsbühnenmitglieder 1,30 M., für Nichtmitglieder 2, 3 und 4 M. für Kunst im Bolizeipräsidium, am Sonntag, dem 1. Dezember, born to thr 3m Kronprinzenpalais wird Dr. Bertholb Daun, Dezernent Bortrag über die Gemälde der Impressionisten und Expreffionisten halten. BALO Geschäfts- Anzeiger Bezirk Norden- Osten. D Unsere Manchesteranzüge sind eine gediegene, haltbare Berufs- und Wanderkleidung. 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Der Reiseverkehr auf größere Strecken ist nicht bedeutend, es ist kaum zu begreisen, wie die EUenbahn existieren kann. Unter prosielndem Regen fährt der Aug aus dem immerhin pompösen Bahnhos, nach einer knappen Biertelstunde leuchtet die Sonne wieder über der grünen Landschaft. Niedrige Wälder aus Birken und Kiefern und Unterholz ioumen die Gleise. Au beiden Sellen begleiten Meile auf Meile hölzerne Gatter den Weg. Finnland ist das Land der Einzäunun' gen. aber diese dienen nicht der Betonung des Eigentumsbegriffes, sondern der Fernhaltung des lieben Biehs. Der Wald ist viel mit Gestein durchsetzt, aus Morästen winkt bunt eine reichhallige Flora. Spärlich nur ist das bestellte Land, tiefe Entwäsierungs- graben halten es einigermaßen trocken; es ist nicht leicht in Finn- land, den Acker zu bebauen. Suomi— Sumpfland— der Name besteht zu Recht, um so mehr, je weiter man nach Norden kommt. Kleinere und größere Ortschaften wechseln in ziemlich großen Zwischenräumen ob, blaue Seen begleiten die Bahn, ganze Inseln von Holzflößen harren am User ihrer Verarbeitung. Bei längerem Aufenthall geht man in das einfache Bahnhofsgebäude und nimmt eine ebenso einfache Mahlzeit ein: süße Milch, saure Milch, Obst- speisen, Butterbrot und belegte Brote sind das Uebliche. Der Speisewagen wird nicht sehr in Anspruch genommen, man trinkt darin höchstens seinen Tee oder Kaffee. Ueberhaupt lebt der Finn- länder außerordentlich bescheiden; er wohnt auch sehr bescheiden — das hängt mit den Preisen für Wohnungsbau zusammen—, nur in der Kleidung legt er Wert auf Sitz und Qualität. Allerdings find beste Stoffe in Finnland auffallend billig. Stunde auf Stund« rollt der Zug immer durch dieselbe Land- fchaft. Sie ändert sich, je weiter man nach Norden kommt, in der Dicht« der Besiedlung, die mll der Länge der Strecken immer kümmerlicher wird. Die Uhr zeigt die einbrechende Nacht, aber es will nicht dunkel werden; man muß die Vorhänge fest zusperren, wenn man schlafen will. In den ersten Wochen hat man in Finn- land im Sommer einen schlechten Schlaf, man kann sich nicht so schnell an die Helligkeit der Nächte gewöhnen, und man vermißt fast überall verdunkelnde Vorhänge, die dem Mitteleuropäer hier den Schlummer möglich machen könnten. Am Morgen ist der Zug >n Oulu, das durch die Stromschnellen des gleichnamigen Flusses berühmt ist. Hin und wieder schimmert die See im Westen, die Bahn fährt über hundert Kilometer an der Küste entlang. . Die letzte Eisenbahnstation. Um die Mittagszett Hält die Lokomotive in Rovaniemi, dem Endpunkt, etwa zweihundert Kilometer nördlich vom nörd- lichsten Strand der Ostsee. Von hieraus geht es nurnoch Mit dem Auto weiter. Ueber 500 Kilometer Chaussee trennen den Reisenden noch vom Eismeer. Rovaniemi am Kemi- fluß ist ein« aufftrebende Ortschaft mit einer verheißungsvollen Zu- kunft. Großer Markt wird hier abgehallen, ein ausgedehntes Hinterland muß von hier aus versorgt rverdui. Unter zehn Einwohnern sind- neun Händler. wird hier wenig »»lüftet, der Zwischenhandel wirft mehr ab. Zwei«utollnien fahren gen Morgen: die Post und die La- pinjuna(der Lapplandzug). Beide führen ausgezeichnete Brockway- Tagen vom Autobustyp ohne Decksitze. Die Federung ist gut. die r» A\'A Kl -Ü suckst m 8;<| u Hafenbild aus Helsingfors, Sitze sind bequem, man übersteht die zwölfstündige Tour bis Ivalo (203 Kilometer) ohne jede Unbehaglichkeit. Die Fahrstraße ist nach dem Maßstab« deutscher Wege nicht hervorragend, ober sie genügt in seder Hinsicht den Anforderungen, die man an eine brauchbare Autostraße durch wenig bebautes Land stellen kann. Niveauunterschiede werden nicht ausgeglichen, man müßte dos halbe Land in die Lust sprengen, um diesen steinigen Untergrund zu ebnen. Aber wo es durch die ausgedehnten Sümpfe geht,»ist der Unterbau durchaus solide; starke Holzbrücken führen über die zahllosen Fluß, und Bachläufe, die größeren Ströme werden auf Fähren überschritten. Unterwegs gibt es genug Berpflegungs- stationen, wo man schlechten, aber reinen Kaffee ohne Zusatz be- kommt, und in Sodankyla gibt es sogar einen Mittagstisch, den üblichen Fisch und hinterher die übliche Fruchtsuppe. Selten nur sind die einzelnen Gehöfte an der Landstraße. jnh« Blockhäuser mit«in wenig Kariaffelland oder einem im Wachs. Httu mest pirüitQfhiifhmen Kornfeld,«schwer muß hier der Bauer um feinen Unterhall ringen, aber deittsches Arbeitstempo ist in Finnland etwas völlig Unbekanntes. Von der Höhe der Kaonispää (.Schöner Kopf'), wo das Auto eine Weile hall, damit die Tou- risteil photographische Aufnahmen machen können, hat man einen weiten Blick über unermeßliche Einöden. Welliges Bergland ober- Volksbaas In Heisingfora. halb der Baumgrenze, Bergreihen hinter Bergreihen, darüber ein Himmel in allen Farben— das kennzeichnende der Gegend südlich vom Inarisee. Am späten Nachmittag langt man in Ivalo an, schläft und ißt in der vorzüglich gelelleten Herberge des filmischen Tauristen- verein? und fährt am nächsten Morgen weiter bis Pittjärvi; der kluge Mann verzichtet hier auf Stärkung, das Essen ist mangelhaft in jeder Beziehung. Jetzt ersetzt das Motorboot den Autobus; stundenlang fährt man über Fluß und See, zwei donnernde Wasser- fälle werden durch eine Bootsschleppe auf dem norwegischen Ufer umgangen. Zwei parallele Straßen von Baumstämmen, die mtt Ketten verbunden und fest verankert sind, weisen dem treibenden Holz den Weg nach dem Unterlauf. Wehe dem kleinen Boot, das in der Zeit, da die Stämme treiben, zwischen sie gerät! In Salmijärvi setzt wieder der Autodienst ein. Wie auf der Strecke zwischen Ivalo und Pitkäjärvi, so ist auch jetzt das Ge- lande erheblich fälliger als zwischen Rovaniemi und Ivalo. Der Führer muß gehörig aufpassen, aber er nimmt die häßlichste Kurve mll der Sicherheit der Chauffeure in den Alpenländcrn, Das Land ist fast menschenleer, selten nur zeigt ein Blockhaus, daß jemand es gewogt hat, der Wildnis und Einsamkeit zu trotzen. Bis dann P e t s a m o kommt, dieser verwahrloste Mittelpunkt orthodoxer Klosterkultur. Mehr Unterstand denn Hütten sind die Buden dieser Skoltlappcn; die Fenster können nicht ge« öffnet werden, die Fugen zwischen Glas und Raun« sind mll Papier verklebt. Allerdings ist hier der Winter bitter kalt; bis zum März rasen furchtbare Orkane, bei denen die Wolken zum Greifen dicht über den Erdboden dahin jagen, wochenlange Schnee» stürme vereinigen sich mit der langen Nacht des Win- t e r s, um die Gemüter zu bedrücken. Alljährlich bekommen ein paar Mann der hiesigen Grcnztruppc� den Palorwinterklaps und müssen fortgeschickt werden. Eine deutsche Meile fjordabwärts liegt Trifona, der »Hafen' von Petsamo. Weiter als bis Trifona können die See- schiffe nicht fahren. Schlickbänke, die bei Ebbe gen Himmel stinken, versperren die Zufahrt. Aber die Reede dicht vor Trifona ist das ganze Jahr eisfrei. Finnisch-Lappland ist selbst im Winter nicht von der See abgeschlossen. Bilder aus dem Bergmannsleben. Fünfundzwanzig Jahre in Ruhrbergwerken. Ein Bergmann zeichnet Bilder aus seinem Leben auf. Er führt die Feder nicht mll besonders leichter Hand, aber er hält mit ihr ehrlich das fest, was in fiinfundzwanzigjähriger Bergarbeit ihm beachtenswert erschien. Das ist vielerlei. Ob man es als bedeutend oder unbedeutend empfindet, hängt davon ab, wie man das Schicksal von Taufenden miterlebt, die in Not und Enge von der Geburt bis zum Tod« ihren Weg ziehen. Der fünfzehnjährige Butzsche steht zum erstenmal im Schacht unter der Erde. „Na, Junge, bist du auch hier? Willst du auch das Totenhemd anziehen?' fragte ihn ein Bekannter, den er in der Dunkelhell der Tieje nur an der Stimm« erkennt. Das Flötz, m dem«r arbeiten soll, ist nur 2 Ii Fuß dick. „Schlecht anbellen, auf den Knien hockend und auf den Sellen liegend, ungesund, viel Kohlenstaub und wetterreich, ist nichts für so junge Lungen. Zwanzig Jahre in einem solch dünnen Flötz, und du bist elli alter Mann.' Das ist die Begrüßung für den Neuling. Der hat den Mut der Jugend. Sollte es wirklich fo schlimm sein? Bisher hat er im Tagbau fünfzehn Stunden täglich für eine Mark geschuftet, unter Vongesetzten, die gern pnügellen. Jetzt soll er für eine Mark und dreißig Pfennige für zehn Stunden Arbeit bekommen.„Nicht schlechter soll es werden. Nicht verzagen. Tu deine Pflicht, gegen Unrecht wehre dich,' spricht er sich selber Mitt zu. „Gegen Unrecht wehre dich!' Es gibt noch keine gewerkfchaft- liche Organisation; aber es gibt bösartige Vorgesetzte und schlechte Kameraden. Gegen sie müssen die Bergleute zusammenhalten. Ein starkes Gemeinschaftsgesühl verbindet sie. Beständig umdroht sie Tod und Gefahr, in jedem Augenblick k.inn einer von ihnen hilflos und ohne das tatkräftige Zugreifen der anderen verloren sein. Stärker als in anderen Berufen wachst in dem des Bergmanns dos Gefühl der Zusammengehörigkell. Der junge Bursche wird von einem Hauer ausgenutzt. Rasch treten ällcre für ihn«in und sorgen für Abhilf«. Sein Tagewerk bleibt schwer genug, auch wenn er nur das vorgeschriebene Pensum leistet. Der Profit triumphiert. Ein alter Mann, der an der Bremse arbeitet, verdient eine Mark sechzig pro Tag. Wenn er nicht pünktlich mit dem Förderkorb herunterkonimt, verliert er einen Tag Anbeit und damit«inen Tag Verdienst. Die Einfahrt ist ganz unzureichend organisiert. Unr zur rechten Zeit heranzukommen, stellen sich die Leute schon mehr als eine Stunde vorher an, ehe die Sellfahrt beginnt. Da die meisten ziemlich entfernt vom Arbeits- platz wohnen, müssen sie bald nach drei Uhr morgens von Hause fortgehen, stundenweit auf holprigen, aufgeweichten, unbeleuchteten Wegen maischieren. Kommen sie, vom Regen durchnäßt, in der Grube an. so müssen die Kleider in der Hitze der Tief« auf dem Körper trocknen, und dann saugen sie sich durch den Schweiß aufs neue mit Feuchtigkell voll. Der Bergmann hat jeden Tag fein Totenhemd an.. Es ist etwa die Zeit des Sozialistengesetzes. Wohl gibt es bergpolizeiliche Be- stimmungen, aber die stehen auf dem Papier und werden möglichst hoch ins Dimkle gehängt, damit niemand sie lesen kann. Menschen- leben, die täglich höchstens zwei bis drei Mark kosten, sind billiger als Sicherheitsvorrichtungen. Im Anfang der achtziger Jahr« wird auf der Zeche„Dstsalio' ein neuer Förderschacht gebrochen. Domtt die Arbeit schneller geht, arbeitet man sich von unten und oben entgegen. Aber als die beiden Enden zusammentreffen sollen, zeigt es sich, daß sie einige Meter auseinanderklaffen.„Um die Kosten eines nochmaligen Abteufens zu sparen, erfand der damalige Direktor ein besondenes Patent. Die paar Meter Differenz wurden mitten im Schacht m einer Schlittenbahn ausgeglichen. Die Förder-< körbe, zwei Etagen mit je zwei Wagen, legten sich hier vollständig auf die Celle und wurden von der, starken Fördermaschine mit aller Kraft durch die Schlittenbahn gezwängt. Das war der Divektor, der den Spruch geprägt hatte:„Wenn der Bergmann vierzig Jahre alt ist und ist nicht bergfertig, dann hat er feine Pflicht nicht getan!' Durch diesen Förderschacht werden die Kohlen- und di« Menschenlasten gequetscht. Im Jahre 1894 stürzt ein Obersteiger Stem mll vier Kohlenwagen von hier in die Tics« und wird zerstückelt als Leiche aus dem Schachtfumpf herausgehott. Die Beleg- schost bekommt danach wegen Schochtreparaturen einige Feier, schichten, und die lebensgefährliche Fahrt geht weiter. Kohle ist in jenen Tagen nicht übermäßig begehrt. Statt de« Schacht gerade zu machen, legt man di« ganze ertragreiche Zeche still, aus der noch am letzten Arbeitstag eine verhältnismäßig klein« Belegschaft in einer Schicht 600 Tonnen Kohl« förderte. Die Berg- behörde, die einst zum Entsetzen aller vernünftigen Menschen ihre Zustimmung zur Benutzung des gefährlichen Förderschachtes gegeben hatte, gibt jetzt auch die Erlaubnis, die Ausbeutung dieses Kohlen- rcichtums einzustellen. Die Bergarbeiter leiden unter Arbeitslosigkeit und schlechter Entlohnung. Langsam, aber sicher bricht sich der gewerkschaftliche Gedanke Bahn. Störenfriede werden energisch, mit oft recht Verkaufabaden in Rovaniemi, der Hauptstadt von Finnisch- Lappland. Zu dem Artikel:„Von der Ostsee zum Eismeer". drastischen Mitteln, zur Ordnung verwiesen. Manche Borglcut« weigern sich bevells, mit Unorganisierten zusammenzuarbeiten. Hier evdet dos Buch des Bergmanns Franz Hoffeld, da« unter dem Titel„Bilder aus dem Bergmannsleben" im Verlag von Gerisch u. Co., Dortmund, erschienen ist(Preis geb. 3,50 M.). Was noch folgt, sind einzelne Episoden. Das Buch ist infolge der zahl- reichen Fachausdruck« nicht immer leicht zu lesen. Bei einer Neu- auflag? sollte dafür ein erläuterndes Verzeichnis angehängt werden. Auch manche Druck- und Interpunktionsfehler wären noch zu bs» richtigen. Aber das find Kleinigkellen, die der Verbreitung des lesenswerten Buches keine Hindernisse fein sollten. Wer bekannt werden will mll den Menschen llr der Tiefe der Berge und mit chrem gefährlichen Beruf, der kam, kaum einen besseren Führer dazu finden als diese„Bilder aus dem Bcrgmannsleben'. Irvä« E. Schuk, VO»M EDGAR WALLTACE INS DEUTSCHE RTRAOE.N VON RAV�NDRO (11. Fortietzung.) Jim Steele psifs vor sich hin. Bis jetzt hatte er die blaue Hand als etwas reit» Zufälliges angesehen, die diese unbekannte Persönlichkeit an Stelle einer Unterschrift gebrauchte. Durch die letzten Ereignisse erhielt sie aber eine neue Bedeutung. Dies Zeichen war mit Porbedaitsi und aus einem bestimmten Grunde gewählt. den einer der Betroffenen kennen mußte. Ob Digby Groat wußte? Jim schüttelte den Kopf. Digby Groat war die blaue Hand ebenso geheimnisvoll wie Eunice und ihm selbst. Er hatte zwar keinen besonderen Grund für diese Annahme, es war nur«in Gedanke. %K>r auf wen konnte sich dieses Zeichen sonst noch beziehen? Er wollt« Mr. Salter heute morgen fragen, ob er vielleicht wüßte, weiche Bedeutung die blaue Hand haben könnt«. Dann erinnert« er sich au die Bonbonniere und untersuchte si« sorgfältig. Die Pralines waren sehr schön verpackt, der Name einer bekannten Firma im Westen Londons stand auf der Rückseite des Kartons. Er nahm einige Stücke heraus, legte sie sorgfältig in einen Briefumschlag und steckte ihn in die Tasche. Schließlich machte er sich auf den Weg zum Bureau. Als er seine Wohnung abschloß, schaute er auf die gegenüberliegende Tür. wo Mrs. Fane und die geheimnisvolle Madge Benson wohnten. Die Türe war angelehnt und er glaubte die Stimme der Frau unten zu hören, während sie mit dem Portier sprach. Als er einige Stufen hinuntergestiegen war, hörte er plötzlich einen lauten Hilferuf aus der Wohnung. Ohne zu zögern stieß er die Tür auf und eilte den Gang entlang. Auf beiden Seiten waren verschiedene Türen, ober nur die letzte aus der rechten Seite stand offen. Dünne Rauchschwaden drangen aus dem Zimmer. Er traf ein, als sich die Frau, die im Bett lag, eben auf die Ellenbogen stützte, als ob sie aufstehen wollte. Er sah, daß die Gardinen brannten, riß sie schnell herunter und trat die Flammen aus. Räch einigen Sekunden war oll« Gefahr vorüber. Slls er den legten Funken gelöscht hatte, blickte er von den schwarzverkohlten Gardinenresten auf dem Boden zu der Frau auf. die ihn mit großen Augen anschaute. Si« mochte zwischen 40 und 45 sein. Ihre schönen, sanften Gesichtszüge machten großen Eindruck auf ihn und er hatte das GefüU, daß er sie schon irgendwo gesehen haben mußte. Es wurde ihm ober auch klar, daß es ein Irrtum war. Di« großen, grauen, leuchtende» Aiugen, das dunkelbraune, ein wenig mit Grau untermischt« Haar, die schönen Hpnd«. die auf der Bettdecke lagen älles hatte er mit einem Blick gesehen. „Ich bin Ihnen zu größtem Dank verpflichtet, Mr. Steele," sagte die Dame leise.„Das ist schon der zweite Unglücksfall, den wir hier haben. Ein Funke von einer vorbeifahrenden Lokomotive muß durchs Fenster geflogen sein.* „Ich muß mich entschuldigen, daß ich hier so unoermittelt ein- gebrochen bin,* erwiderte er lächelnd,„aber ich hörte Ihren Hilferuf. Sicher sind Sie Mrs. Fane." Sie nickte und sah mit einer gewissen Bewunderung auf seine schlanke, sehnige Gestalt. „Ich möchte nicht länger hier verweilen und unter diesen etwas nierkwürdigen Umständen eine lange Unterhaltung anfangen,* meinte er lachend.„Aber ich möchte doch wenigstens zum Ausdruck bringen, daß«» mir sehr leih tut, daß Sie so krank sind, Mrs. Fane. Kann ich Ihnen pielleicht noch ein paar Bücher schick«»?* „Ich danke Ihnen sehr. Sie haben schon soviel für mich getan." Er hörte, wie hie Krankenschwester die Türe schloß. Sie war erst von unten heraufgekommen und wußte nichts von dem Vor- fall- Sie erschrak sehr, al, ihr her Brandgeruch entgegenschlug. Jim trat aus den Korridor und begnete Madge Benson. Mst ein paar Worten erklärte er ihr, warum er in die Wohnung gekommen war und sie brachte ihn in merkwürdiger Eile und etwas unhöflich zur Tür. „Mrs. Fqne darf keine Besuche empfangen— sie regt sich zu sehr darüber auf.*. „Was sehst chr denn?* fragte Jim. der sich darüber amüsierte, daß er hinausgeworfen wurde. „Sie hat Paralyse in beiden Beinen.* Jim drückt« sein Bedauern aus. „Sie müssen nicht denken, daß ich unliebenswllrdig sein will, Mr. Steel«,* sagte die Frau ernst Cr merkte, daß sie sich nicht länger mit ihm unterhalten wollte und mochte deshalb auch keinen weiteren Aerfuch, etwas Nähere» von ihr zu erfahren. Da, war also Mrs. Fan«. Sie war«ine außerordentlich schöne Frau und es war zu schade, daß sie in den Iahren, in denen andere Frauen aus der Höh« ihrer Kraft standen, mit einem so schrecklichen Leiden darnicderlag. AI» er schon halb auf dem Wege zum Bureau war, erinnerte er sich plötzlich daran, daß Mrs. Fane sofort gemußt halt«, wer er war und ihn bei Namen genannt hatte. Wie war es möglich, daß sie ihn tonnte, da sie doch niemals ihr Krankenzimmer oerließ? 15. „Mr. Groat wird nicht zum Frühstück herunterkommen, er hat noch sehr spät gearbeitet." Eunice nickt«. Ihr war es immer noch lieber, sich mit Digby «root zu unterhallen al» mit seinem schlauen Diener, trotzdem es «hr schwer gejallen wäre, genau zu sagen, was sie an Jacksons Aus. tceten beleidigte. Aeußerlich war er sehr respektvoll ihr gegenüber. imd sie konnte kein Wort oder keinen Ausdruck nennen, durch den st, sich hätte verletzt fühlen können- Aber fein unausgesprochenes Selbstbewußtsein, ftin« airmaße nd« Haltung machten sie nervo». „Sie sind heut« morgen sehr früh fortgegangen, mein Fräulein," sagt« Jackson mit schlauem Lächeln, al» er»inen neuen Teller vor sie hinsttzt«. Jhaben Sie etwas dagegen, wenn ich vor dem Frühstück aus- geh«?* fragt« si« ärgerlich. „Durchaus nicht, wein Fräulein,* erwiderte er höflich.„Ich hoffe, haß ich Si« durch mein« Frage nicht irgendwie beleidigt Hab- Ich sah Sie nur zurückkominen." S« Hatto da» Paket und den Brief an Jim zu dem nächsten Postburecru gebracht. Beinahe hätte sie Jackson olles erklärt, ober es war ja kein Grund vorhanden, warum sie sich vor ihm ent- schuldigen sollt«. Jackson ließ sich aber nicht so leicht abweisen, außerdem hatte er ihr noch eine wichtig« Neuigkeit milzuteilen. „Sind Sie gestern abend nicht gestört worden, mein Fräulein?" „Was meinen Sie denn?" fragte Eunice und schaute auf. Cr sah sie durchdringend an, und sie fühlte sich plötzlich be- klommen. „Gestern abend hat stch jemand einen Scherz erlaubt, Mr. Groat war sehr bös«." Sie legte Messer und Gabel hin und lehnt« sich In ihren Stuhl zurück. „Ich verstehe Sie nicht. Jackson," erwiderte sie kühl.„Was für ein Scherz war es denn? Was ist denn passiert?" „Es war jemand im Hause. Es ist merkwürdig, daß Mr. Groat es nicht gehört hat. Aber wahrscheinlich war er zu sehr in seine Arbeiten im Laboratorium vertieft. Ich dachte, Si« hätten gehört, wie er später das ganze Haus durchsuchte." Sie schüttelte den Kopf. Ob die blaue Hand encheckt morden war? „Woher weiß man denn, daß ein Fremder im Haus« war?" fragte sie. „Weil er sein Zeichen zurückgelassen hat," sagte Jackson grimmig. „Sie kennen doch die weiß« Tür, die in das Laboratorium führt?" Sie nickte. „Als Mr. Groat um halb drei heute morgen herauskam, drehte er dos Licht in der Halle an und sah einen Farbslecken aus der Tür. Er ging zurück und erkannte, daß es der Abdruck einer blauen Hand war. Ich habe schon den ganzen Morgen versucht, ihn abzuwischen, aber er hat sich in das Flechtwerk eingefressen, und ich kann ihn nicht wegbringen." „Der Abdruck einer blauen Hand?" wiederholte sie langsam und fühlte, daß sie bloß wurde.„Was hat das zu bedeuten?" „Wen« ich da« nur selbst wüßte! Auch Vbe. Groat hat fÄ» Ahnung. Aber die Zeichnung der Hand war genau und scharf ab» gezirkell. Zuerst dacht« ich, daß es eines der Dienstmädchen getaa hätte, der einen ist nämlich gekündigt worden, und es märe i« möglich gewesen, daß sie es aus Rache gemocht hätte. Aber sie konnte es nicht gewesen sein. Außerdem liegen die Dienstbotenschlas» räuni« im Hinterhaus und die Berbindungstür wird geschlossen ge» hallen.* Diese geheimnisvolle Fremde hatte also nicht nur sie gewarnt, sondern auch Digby Groat! Eunice war beinahe mit dem Frühstück fettig, als Digby in dem Speisezimmer erschien. Er sah müde und abgespannt aus In de? Morgenstunden bot er niemals ein vorteilhaftes Bild. Er iah Eunice verdächtig von der Seite an, als er am Tisch Platz nahm. „Es tut mir leid, daß Sie schon fertig sind. Miß Weldon," sagt- er nur kurz.„Hat Jackson Ihnen gesagt, was in der Rächt passiert ist?" „Ja," erwiderte Eunice ruhig. ,�Haben Sie ein« Ahnung, wo» das bedeuten könnte?" Er schüttelte den Kopf. „Dos bedeutet Unannehmlichkesten für den Täter, wenn ich ihn erwische." Dann erkundigte er stch, wie es seiner Mutter heut» morgen ginge. Eunice fragte immer morgens, wenn sie herunterkam, nach dem Besinden von Mrs. Groat, und so könnt« sie ihm mitteilen, daß es ihr bester ginge und sie ein« sehr gute Nacht gehabt hatte. „Man kann nicht ermatten, daß sie sich sehr schnell wieder erholt," sagte er.„Wie haben Sie geschlafen. Miß Weldon?" „Ausgezeichnet," log sie. „Haben Sie meine Pralines einmal versuiht?" fragte er lächelnd.- Sie nickte. „Sie sind ausgezeichnet." „Esten Sie nur nicht zuviel auf einmal" Bon dem nächtliche« Besuch erwähnte er nichts mehr. Als Eunice später on ihr« Arbeit ging, sah sie Arbellsleut« damit beschäftigt, den blauen Flecken zu entfernen. Da sie ihn ober nicht ganz wegbringen konnten, ließ Digby da» Flechtwerf der Türe ganz mit dunkelblauer Farbe übermalen. Sie wußte daß Digby beunruhigter war als gewöhnlich. AI- sie ihn zufällig an diesem Morgen noch«inmol traf, sah sie, daß er sehr nervös war. Sie brachte ihm eine Rechnung, die sie noch zwischen anderen Papieren gefunden hatte, und war überrascht, als er zu sich selbst sprach. Am Nachmittag war ein Empfang bei Leid Wallham zu Ehren eines hohen Diplomaten, der England einen Besuch abstattete. Digby Groat hiell es für rotsam und vorteilhaft, die Bekonntschast mit dem feinsinnigen Lord Wallham zu pflegen, der einer der fünf großen Finanzleute der City war. Digby hatte in sehr geschickter Weis« ein Syndikat gebildet, da» die großen Güter Dantsns auskaufen sollte, über die er in kurzer Zeit verfügen würde. (Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. Telegramme und Handschrift. Ein oller, viel belächelter Witz fällt uns ein: Ente älter« Dame kommt aufgeregt auf das Postamt. Sie Hab« ein Telegramm er- hallen, das angeblich von ihrem Sahn stamm«,«s müste aber wohl eine Fälschung sein, denn es zeig« nicht dessen Handschrift.— Heute ist dos durchaus nicht mehr so lächerlich. Wie wir erfahren, hat die New-Porker Telegramm-Gcseltschoft zwischen verschiedenett größeren Städten einen Telegramm-BUdfunk eingerichtet. Der Empfänger echält dabei den Text des Telegramm es in der Hand- schrift des Absenders, wofür die eineinhalbfachen Gebühren gewöhnlicher Telegramme zu zahlen sind. Das neu« Verfahren ist besonders gedacht zur Uebertrogung von Dokumenten, Zeitung»- anzeigen, Geldanweisungen und Texten in Sprachen mit besonderen Schriftzeichen wie chinesisch, russisch und hebräisch. Dostojewski-Museum in Moskau. Nun hat auch Dostojewski sein Museum in Moskau erhallen Es befindet sich im untersten Stockwerk des ehemaligen Marien- Krankenhauses: es find zwei dunkle Zimmer mit niedrigen Decken, in denen Dostojewski feine Kindheit verbracht hat. Die Wände hat Donnerstag, 29. diovember. Berlin, !6.0D Ludwig Klienenberger, Wien:„Erinnerungen an Oiacomo Puccini"(gest. 29. November I93d). 16.30 Kinderstunde. 1. Vinceng Lachner: Kindersinfonie(Berliner runkkapells, Leitung: Konzertmeister pr. v. Szpanowski).— 2. a) Die seidenen Döck- chen(Volksmund): b) Marie Harlzer-Slibbe: Maikilerlled: c) Pletsch: Das Hähnchen: d) Talke; Kinderreim; e) Rein ick: Lustiger Rat(August Ludwig; Heda Türk, Sopran; am Pliigei: Oskar Wappenschmilt).— 3, Oskar Wappenscbraitt: Kinderstiicke(Der Komponist).— d. Mann- fred: Kinderlieder-Potpourri(Berliner Punkkapelle). S. a) Dehme!: Das große Karussell: b) Bierbaum: Ich und du: e) Liliencon: Wiegenlied: d) Der Kuokuck ist ein braver Mann(aus des Knaben Wunderhorn); c) Hede Türk; Die Rejse(Dehme!, Erich J. Wolff).— 6. Engelbert Humperdlnck; Fantasie aus der Oper„Mänsel und Oretcl"(Berliner Punkkapella). 17.30 B. Travan:„Das twjge Abenteuer". Einleitende Worte; Hans Tasiemka, Vorlesung aus den Werken: Josef Bunzl. 18.30 Prof. Dr- med. Haberland, Köln:„Verlüngungsprobleme im Liebte der neuesten Porschunt". 19.00 Dipl.-lnz. Erich Lesse r:„Die Speicherung elektrischer Energie". 19.30 Hans-Bredow.Schule. Abt. Nalurwissenschaften: Prof. Dr. Adolf Marcus»: „Astronomie in allgemeiner Darstellung". IL: Die Mechanik des Himmels. 20.00 Uebertragung aus dem Beethovensaal. Kodälv: Duo Ihr Violine und Cello(Prof. Josef Szigeti, Violine, und Gregor Patigoraky, Cello. 20.30 Dialoge dgr Weltliteratur. III. Renaissance. Historische Szenen vom Grafen Goblnean, Bearbeitung und Regie: Karl Hagemann. Anschließend bis 00.30 Tanzmusik(Kapelle Daios B61a). KfiRigswqsterbansen. 16.00 Qb.-Reg.-Rat Dr. Benecke: Aus dem Kultusministerium: Heber die neuen Univerei Utssia toten. 16JÜ Uebertragung das NachmitUgskonzertes Berlin. 17.30 Oipl.'Ins. Gerhard Haebler: Das elektrische Fernsehen. 18.00 Dr. Joh. Günther: Einführung in das Verständnis des Dramas(Arbeitsgemeinschaft). 18.30 Gertrud van Eyseren. Ceaar Mario Alfieri: Spanisch für Portgeschriltene. 18.35 Alma Hartfiel: Der Nutzen praktischer Oarlenbauberatnng. 19.20 Dr. Peter Panoif; Slawische Volksmusik. 19.»3 Prof. Dr. Steinhard: Der Einilnß des slawischen Volksliedes auf Deutsch. land. Ab 20.00 Liederltagung von Berti». man mit de» gleichen Tapeten überzog«», wie si« sie früh«? hatten. Es hängen hier die Photographien der Verwandten und Freunde d-s Dichters, einig« Vitrinen beherbergen handschttftlich« Manuskript« Dostojewskijcher Werke, u. a. auch zwei Briefe, die er aus der Peter- Paul-Festung geschrieben hat. Von früheren Möbel» ist allerdings nichts übrig geblieben. Man si«ht auch die Kinderstube de» Schrift- stellers: ein Teil des mit einer Hol-wand abgetrennten Entree». Der Schmuck der Osmanen. In Konstantlnopel stirb im Laufe der Jahrhunderte wahrhast märchengleiche Schätze, wie si« sonst nur die Erzählungen au»„Tausend und einer Nacht" kennen, aufgehäuft worden. Die reichen Schätz« sind in zwei Klassen eingeteilt, in solch«, die historischen Wert haben, und in„unhistottsche". Der W«rt der historisch?» Schätze steht nicht fest, die anderen Schmucksachen sind auf«twa«ine halbe Milliarde Mark geschätzt worden, und sie sind e«, die verkauft werden sollen. Der Erlös aus diesen Derkäufen soll dazu dienen, die neu« Bank der Türkei zu fundieren. Unter diesen Steinen be- findet sich ein wund;r»ltzj�Smaragd von der Größe ein«? Tennis- balles, ober auch an Diamanten, Brillanten und anderen Edalsteinen ist. kein Mangel. Kostbare Fächer, mit taufend«» von Edelsteineif besetzt, goldene Schnupftabakdosen, massiv golden« Waschbecken, rings mit Diamanten besetzt, Operngläser, Ferngläser, dann der kostbare Kopsputz jedes Sultans, prachtvolle Rüstungen, von oben bis unten förmlich besät mit Edelsteinen nichts fehlt. Ein Prunkstück ist auch ein goldener Thronsessel, von dem Steine in allen Farben das Licht tausendfach brechend zurückwerfen. All« diese Schätze besinden sich in ständig bewachten, schwer zugänglichen Räumen, außerdem ist über die einzelnen Räume selber ein Schwann von Privat- detektioen verteilt. Schutz den ßüffelherden. Einst war der Büsfel in einem Drittel ganz Nordamerika» d-r unbestrittene Herrscher— bi» der Mensch kam! Mit den ersten „Pilgttms", die nach Amerika tom«n, begann auch das Mafien- morden untcr den Büffeln, unter d«ren Hufen«inst der Boden kilometerweit erdröhnte. In Pennsylvania wurde die letzte Büffel- herbe erbarmungslos im Lahre l77g obgeschlachtei, al» sie hilflos in einem surchtbaren Schneesturm der Best!« Mensch überantwortet war. Im Staat« New Norf wurde der letzt« Büffel bereit» im Jahre 1803 getötet. Im Land« östlich de» Mississippi,«inst unbestrittener Weidegrund der Büffel, waren diese 1820 fast völlig ausgerottet, in Wisconsin wurden die letzten Bussel im Jahr« 1830 getötet. Was übrig blieb, zog sich auf einen schmalen Landstreisen zwischen den Rocky Mountains und dem„Vater der Ströme" zurück. Als 1872 die Eisenbahn tu das noch von Busseln bevölkerte Gebiet fuhr, l)atten «s die Jäger bequem. Von Fellhändlern begleitet, suhren sie gerades- wegs in das Jagdgebiet hinein, furchtbares Massenmorden setzte«in. Nicht nur die Weißen trtsst dieser Vorwurf, auch die Halbblutindianer räumten am Red River unter den Büifelbeständen auf. und man schätzt die Zahl der von ihnen bis 1840 getöteten Tier« auf nnn- bestens 830000! Wenn sie zur Jagd aufbrach«», bestand die Jagd gesellschaft meist au» 2000 Personen! Schließlich griff die Regie- rung ein und schuf Naturschutzpark», in denen di« letzten Büffel untergebracht wurden. Dank sorgfältiger Pflege hat sich deren Be- stand wieder stark vermehrt. Im Eanadian Buffalo Park sind«» etwa 3000, im Wood-Busfalo-Park etwa 10 000. In Canado gibt es gegenwärtig etwa 20 000 Büffel. Der Staat Arizona will eine Büsfelherd« käuflich erwerben und jedes Jahr ein« Büfseljagd ab- hallen, bei der zwanzig Jäger ausgclost werden, die das Recht haben, einen einzigen Büffel zur'Strecke zu bringen. ab eton : ja fie Hajge rnt, dem den fah hm. agte acht mas eute ac baj der Auch Nervöse können Sport treiben! Nervosität ist die Zeitkrankheit von heute, die unausbleibliche Begleiterin unserer Zivilisation". Körperliche, geistige uid feelische Funktionen des Menschen können, durch die nervenzerreibende Hast des modernen Berufslebens übermäßig strapaziert, in gleicher Weise bon ihr betroffen werden. Während der körperlich und seelisch widerstandsfähige Mensch den Stößen des Lebens seine ungebrochene Energie entgegenstellt, tämpft der Nervöse fortwährend mit inneren Spannungen und Widerständen und wird durch seine leichte Erreg barkeit und die Unfähigkeit, sich au fonzentrieren, immer wieder um zu den Erfolg gebracht. Das Schlimmste ist, daß auch die Jugend pon dieser Zeitkrankheit nicht mehr frei ist; das nervöse Kind ist leider teine Seltenheit mehr. Im Kampfe gegen die Nervosität hat man große Hoffnungen besonders auf den Sport gesetzt. Freilich haben sie sich nicht allent halben erfüllt. Wieviele Erwachsene, die sich irgendeinem Spart in bie Arme geworfen haben, um ihre Nervosität loszuwerden, haben ihn ihn wieder aufgegeben, als sie fich enttäuscht fahen! Der Grund liegt meist weniger in der betreffenden Sportart an sich, als viel mehr darin, daß der einzelne nicht individuell gewählt oder seinen Sportzweig night individuell betrieben hat. Die Miffion, die der Sport am nervösen Menschen erfüllen soll, ist die: er soll förperliches und seelisches Ausruhen bringen, innere Widerstände lösen, uns zu innerer Sammlung freimachen und ge wissermaßen in den Vollbesig unseres Ichs bringen. Damit scheidet jede Sportart und jeder Sportbetrieb, die auf Rekord hinauslaufen, von vornherein aus. Ebenso scheidet jede Betätigung aus, die die Muskeln zu sehr anstrengt oder gar noch eine besondere Nerven arbeit perlangt. Dahin gehören 3. B. der Autosport, das Fechten und andere kunstvolle Geschicklichkeits- und Aufmerksamkeitsübungen sowie das Geräteturnen. Schließlich verbietet sich die Teilnahme an allen aufregenden Weitspielen und Kämpfen zweier Mannschaften, bie für den einzelnen eine viel zu starte Konzentration erfordert. Das Stichwort für den Nervösen muß Entspannung" heißen! 30 hen ute ber Der Als เ od als ren mit ünf ter tuj ) Bent. Des ple Her 185 erte gen Die Den ден ine uft 11, Se isen eif gs are ent ift 05 en te er uta n 1. et re er in en 2 It 57 1. er Treu zum Bunde! Ueberall Abweisung kommunistischer Störenfriede Der 3. Kreis im Arbeiter Turn- und Sportbund ( Hamburg, Mecklenburg, Schleswig- Holstein) hielt eine Bezirks leitertagung im Hamburger Gewerkschaftshaus ab, die ihr volles Einverständnis mit der Haltung des Bundesvorstandes in Sachen der reinlichen Scheidung" aussprach. Unbeugfam entschloffen, die Reinigung durchzuführen, ist auch die Richtschnur im 3. Kreis, der bisher nur in wenigen Einzelfällen einzugreifen brauchte 1930 soul wieder ein Kreisjest abgehalten werden, wahrscheinlich in Altona. Weiter wird fleißig gearbeitet für die Schaffung eines Kreisheimes und den Ausbau der Kreisschule. Der Kreis hat in diesem Jahre 6 Vereine verloren und 14 gewonnen, die Mitgliederzahl ist rund 28 000. Die Entwicklung in den Bezirken ist gut. ** Auf dem am vergangenen Sonntag abgehaltenen Bezirtstag der Karlsruher Fußballspieler im AISB. wurde nach gewiesen, daß 3 ellenarbeit geleistet worden ist. Bei der Rochenschaftsablegung der Zellenbauer über ihr bundesschädigendes Tun spielten fie eine recht unglückliche Rolle. Man redete auf der einen Seite der Demofratie das Wort und forderte auf der anderen Dittatur. Der Führer der Opposition befannte sich zwar zu den Beschlüssen des Bundestages, hielt aber die Politik des Bundesporstandes für falsch und rechtfertigte damit seine und feiner Helfershelfer Zellenarbeit. Mit der komununistischen ArbeiterBeitung" Mannheim maren unlängst die Beziehungen abgebrochen worden. Ein Antrag, sie wieder aufzunehmen, wurde abgelehnt. Der sich gegen die Zellenarbeit ganz energisch mehrende Bezirks: leiter wurde von über 60 stimmberechtigten Anwesenden gegen drei Stimmen wiedergewählt. * | Wieviel Gutes fännen da schon einfache Atmungsübungen leiften! Wan lege mindestens die Oberkleidung ab, und unter Seitwärts heben der Arme atme man die Brust langsam und ohne jede Anstrengung noll, halte die Luft furze Zeit an und atme wieder aus. Ein etwa zehnmaliges, langsames Wiederholen durchblutet und erfrischt den ganzen Organismus. Wer noch mehr fun will, füge Gymnastik oder leichte turnerische Uebungen hinzu, aber mit Maß und im Tempo eher zu langfam als zu schnell! Gerade der Gerade der Nervöse neigt gern zu allzu baftigen Bewegungen und verdirbt damit den Erfolg. Dann ist es gut, sich einer Gemeinschaft anzuschließen, wo nach Mufit oder Gongfchlag geturnt mird. Die Bindung an den Taft bewahrt vor zu haftiger Ausführung, und das Turnen mit anderen zusammen lenkt den einzelnen von seinen hypochondrischen Gedankengängen oder nervösen Depressionen ab. Es gibt allerdings gerade unter den Nervösen auch Menschen, die völlige Einsamkeit brauchen, um ihrer Nervosität Herr zu werden, und etwa in der Waldesnatur ihre beste Entspannung finden. Falls hier überhaupt eine sportliche Betätigung in Frage fommt, fann es nur der Angelsport sein. Er führt in die Natur hinaus und zwingt zu völligem Ausruhen, erzeugt dabei aber eine Spannung, die immer noch hinreicht, um den Betreffenden abzulenken und vor einem nuglofen Infichselbstperfinten zu bewahren. Bon anderen Sportarten fämen für den Nervösen etwa noch das Golfspiel in Betracht, ferner Tennis, Schwimmen und Laufen natürlich alles in Grenzen! Dauerschwimmen und Wette schwimmen scheiden ebenso aus wie der Kurzstreckenlauf, und stundenlanges Tennisspiel auf sonniger Fläche ist gar nichts für den Nervösen! Niemals darf der Nervose, der ja sowieso viel schneller ermüdet als andere, seinen Sport bis. zu Ermüdungserscheinungen fortsegen. Damit würde die spartliche Betätigung ihren Sinn für ihn verlieren. Weise Beschränkung! Diese allein kann dem Nervösen zu innerer Lebenserneuerung verhelfen! Dr. K. Weitzel. pereinen, die Körperschaften der St. Michaeistirche, Landwirtschaftsund Gartenbaufammer, die Hausbesizer, der Führer der Deutschpöltischen und der Bremer Bund für Leibesübungen mit seinen ihm angeschloffenen Bereinen der Deutschen Turnerschaft und dem bremischen Turnlehrerverein. Das fommunistische Bürgerschaftsmitglied Briemer war auch dabei. Nachher brachte er durch sein Fehlen in der Bürgerschaft die Vorlage beinahe zum Scheitern. O edle Harmonie der Seelen. Man erhob Einspruch gegen den Bau am Doventor und schlug ein anderes Gelände vor, das für Sportpläge der Arbeitersportvereine vorgesehen ist! Internationales. Umschwung im englischen Arbeitersport. Die Leitung der Fußballbewegung im englischen Arbeiter partnerband hatte sich der sozialistischen Arbeiter sportinternationale immer mehr entfremdet, so daß ein Neuaufbau der Bewegung dringend not tat. Es ist ein neuer Arbeitersport. verband gegründet worden, deffen Bestrebungen, das ist das beson: ders Erfreuliche, von der britischen Arbeiterpartei und den Gemertschaften unterstügt werden. In einer öffentlichen Sportverfamm lung im Londoner Kristallpalaft sprach der Führer der Arbeiterpartei Ramsey Macdonald vor einer großen Zuhörerschaft. Der Verband verfügt bereits über eine starke Fußballiga. Nachdem die britische Arbeiterpartei unterstützender Teil der neuen Bewegung geworden ist, dürfte diese mehr und mehr an Um fang gewinnen. Bisher wandte sich die Arbeiterpartei nur ſtreng der politischen Seite zu und überfah, daß die Jugend, die Männer von morgen, die im Sport Befriedigung suchte, nicht nur mit geistigen Mitteln gewonnen werden kann. Der Generalsekretär der englischen Gewerkschaften hat die Verbindung mit der Leitung der fazialistiNach dem Kreistag der Arbeitersportler im 1. Kreis( Branden- schen Abeitersportinternationale aufgenommen und setzt sich für den burg- Berlin) des AIGB. tagte fürzlich der Geschäfts Aufbau einer englischen Arbeitersportbewegung ein. führende Ausschuß des Kreisvorstandes. Beschlossen wurde, Rurfe zu peranstalten, die sich mit organisatorischen Aufgaben beschäftigen und ganz besonders in den Provinzvereinen zur Belebung der Arbeiten beitragen können. So wird ein Kurfus für Vereins tassierer und Vorsitzende laufen. Immer 20 bis 25 Bereine werden ay einer Kurjusgruppe zufammengelegt, die an zentralen Orten Besondere Werbeflugblätter lagen in zusammentrifft. Entwurf nor. Einem Ruderlehrgang in Berlin finanzielle Unterftügung gewährt. Der Kreishandballeiter ist angestellt worden. Es geht norwärts bei den bundestreuen Arbeitersportlern, trotz dem Geschrei der außerhalb des Bundes Stehenden. In Bremen soll in der Gegend am Doventor ein Arbeitsamt gebaut werden. Das Bürgertum will solch ein Gebäude, in denen Arbeitslose verkehren, nicht in diesem Viertel haben und rief in letzter Stunde vor der Beschlußfassung zu einer Protestversamm lung auf. Da marschierten sie auf, die Herrschaften aus den BürgerARBEITER FUSSBALL Spiele am 2. Dezember. Langsom neigt sich die Serie ihrem Ende entgegen. Nur noch wenige Spiele haben die Mannschaften auszutragen. Schon aus diesem Grunde wird jeder Verein bemüht sein, die letzten Spiele zu gewinnen. Gerade die 1. Klaffe, die ja die Kreismeisterschaft aus spielen soll, wird deshalb besonders interessante Stämpfe liefern. In udenwalde stehen sich die 1. Abteilung der dortigen Turnerschaft und Lichtenberg I gegenüber. Die Lichtenberger, die in der Tabelle an der zweiten Stelle stehen, haben einen schweren Stand. Schon am letzten Sonntag bewiesen die Luckenwalder in ihrem Spiel gegen die 2. Abteilung, daß sie von ihrem Können nichts eingebüßt haben. Ruhlsdorf erhält den Besuch von Woltersdorf. Hier sollten die Gäste sichere Sieger sein. follten die Gäste fichere Sieger sein. Offen ist das Treffen zwischen Hertha und Luckenwalde V, das ebenfalls in Luckenwalde stattfindet. Für Berlin liegen die Haupttreffen in Weißensee. Hier stehen fich Moabit und Nowames gegenüber, während anschließend Weißenfee gegen Neukölln spielt. Beide Spiele finden auf dem Stadion am Faulen See" statt, und zwar Moabit um 12.30 Uhr und Weißensee um 2 Uhr. Weitere Spiele: Schöneberg gegen Zehlendorf in Schöneberg, Dominituspiaz. Lichtenberg II gegen Tempelhof in Lichtenberg, Normannenstraße. Sofol gegen Ranu- Union in Charlottenburg, an der Olympia- Radrennbahn. Butab gegen Wacker, Briz in Spandau, Wilhelmstadt. Werder 77 gegen Treuenbrießen in Werder. Potsdam gegen Hoppegarten in Potsdam, am Luftschiffhafen. Neukölln 2 gegen Reinickendorf- Best. Eladom 1 gegen Rathenow 3. Jugend: Cladow gegen Rathenom. Moabit gegen Neukölln. Werder 77 gegen Brandenburg. * Arbeiterfußball am Erer. Am legten Freitag gründete sich auch im Bezirk Prenzlauer Berg eine Abteilung der bundesireuen Fußballspieler. Die erste Bersammlung mies einen guten Besuch auf. Es liegt nun an den Mitgliedern, für das meitere Wachsen der Abteilung zu sorgen. Gerade im Bezirk Prenzlauer Berg dürfte es nicht schmer fallen, eine starte Abteilung aufzubauen. Die nächste Mitgliederversammlung findet Freitag, 30. November, 20 Uhr, im Lokal Cantian Ede Miaftraße statt. Alle auf dem Boden der Bundestagsbeschlüsse stehenden Arbeitersportler werden gebeten, diese Sigung zu besuchen. Wer turnt in Friedrichshagen? Die Freie Turnerschaft GroßBerlin" peranstaltet Freitag, 30. November, 20 Uhr, bei Scholz, Friedrichshagen, Friedrichstr. 81, eine öffentliche Turnerversammlung Turnerschaft." mit der Tagesordnung: 1. Vortrag: Besen und Ziel der Freien Turnerschaft." 2. Gründung einer Abteilung der Freien Turnerschaft in Friedrichshagen. Zu dieser Versammlung sind insbesondere alle diejenigen Freunde des Turnsports eingeladen, die mit dem in der Turn: und Sportvereinigung Friedrichshagen gesteuerten Kurs nicht einverstanden sind und die Turnbewegung nicht zum Spielball politischer Parteien machen wollen. Da sich der Berein für das atte Startell entschieden hat, hat er sich außerhalb des Bundes gestellt. Der Bezirk Mitte der Freien Trunerschaft Groß- Berlin fommt den vielfach geäußerten Wünschen nach und eröffnet eine Sportund eine Fußballabteilung. Die Gründungsversammlung findet Freitag, 30. November, im Lotal Arendt, Schröderstraße 2, statt. Sportlerinnen, Sportler und Fußballspieler, die die Beschliffe des ISB. anerkennen find willkommen. Außerdem unterhält der Bezirk Mitte noch folgende Abteilungen: Männer und Jugendabteilung Montag und Donnerstag, 20 bis 22 Uhr, Gartenfir, 107a; Kinderabteilung Dienstag und Freitag, 18 bis 20 Uhr, Gartenitaße 107a; Jungmädchenabteilung Dienstag und Freitag 20 bis 22 Uhr, Zehdenicker Straße 17/18. Weitere Auskunft erteilt Erich Road, Berlin, 54, Lothringer Straße 71 und Ermin N Schaffler, Berlin, 542, Brandenburgstraße 69. Ein neuer Leichtathletik- Film. Die Filistelle der Bundesschule des Arbeiter- Turn- und Sportbundes hat einen neuen Film„ Die Leichtathleti" herausgebracht. Er bringt in interessanter Folge eine Menge Schau- und Lehrstoff aus dem Gebiete der Leichtathletit. Bilder vom Lauf, Sprung, Wurf und Stoß rollen in vielen Moment und Zeitlupenaufnahmen an dem Auge des Beobachters vorüber und bieten die Möglichkeit, die einzelnen 2blaufmomente der llebungen in Ruhe zu studieren. Der Film dient somit der Werbung und der Aufklärung. Laufdauer etwa 45 Minuten. Bestellung auf Film und Lichtbild richte man zeitig genug an die Arbeiter- Turnund Sportschule, Leipzig S. 3, Fichteftraße 32. Leihgebühr 15 Mark. Balästinas erstreckt sich auf 22 Klubs mit 30 Fußball- und zehn Die Spielbewegung in dem noch jungen Arbeitersportverband Handballmannschaften. Die Fußballmannschaft Hapoel" pon Tel: Amin errang im Wettstreit mit den spielstarten Mannschaften der englischen Bejagungsarmee und des Maccabinerbandes den Titel des Landesmeisters. Die spielstärkste Handballmannschaft weist Jerusa fem auf. Leichtathletik wird in allen Vereinen des Verbandes be trieben. Man ist jetzt dazu gekommen, eine leichtathletische Höchst folgenden Ergänzungssport: Jeden Montag ab 20 Uhr im Stadtbad Friedrichs leistungsliste aufzustellen. Arbeitersportler des Stralauer Biertels. Mittwoch, 5. Dezember, findet bei Hoffmann, Stralauer Allee Ecke Marfgrafendamm, eine Zusammenkunft aller bundestreuen Sportler statt. Da sich der Sportverein Stralau und auch der Turnverein außerhalb des Bundes geftellt haben, ist es dringend notwendig, im Stralauer Viertel wieder einen Verein des Arbeiter- Turn- und Sportbundes ins Leben zu rufen. Beginn der Zusammenkunft 20 Uhr. Alle Reichsbannermitglieder, die gewillt sind, Sport zu treiben, sind ebenfalls eingeladen. Bundesreue Vereine teilen mit: Freie Falthoptfahrer Berlin. Sonntag, 2. Dezember, Banderung Botsdam his Michendorf. Treffpunkt 814 Uhr por bent Bahnhof Botsdam, Bir treiben hain Schwimmen; jeden Dienstag ab 20 Uhr Turnen Ede Müller- und Trift. ftraße. Donnerstag, 6. Dezember, Sigung der Handballabteilung Schule Weins meifterftr. 16-17. Anmeldungen zur Neujahrsfahrt in der Turnhalle oder bei Baul Jungbluth, D. 112, Geumefte. 14. Gleichzeitig angeben, ob Quartier unb Mittagessen gewünscht wird. Arbeiter Rabfahrerverein Groß- Berlin. Sonntag, 2. Dezember, 18 Uhr, Mahlsdarf Gud, Restaurant Dräger. Start Waldemarstraße, Ede Mariannenplak. Gäfte mitommen. Die Soden und Sportabteilung Nordring der Freien Turnerschaft Groß. Berlin hält neben den laufenden Spielen im Hocken und Sandball in Winter allwöchentlich einen Hallentrainingsabend am Freitag jeber Woche in der Sale Greifenhagener Straße ab. Jugendliche jeden Alters, jofern sie Intereffe qu der Ertüchtigung des Körpers durch Gymnastik und Laufen haben, find freund lichst eingeladen. Sodenabteilung: Mittmod, 5, Desember, 20 Uhr, bei Foerster, Dänen, Ede Schönfließer Straße, Monatsfisung. Aufnahme neuer Mitglieder. LOESER& WOLFF ZIGARREN HÖCHSTER FEINHEIT UND ARBEITSKUNST! UNÜBERTREFFLICHE ERZEUGNISSE IN ALLEN PREISLAGEN 11 $ t t HOLL: COLONIE BEWÄHRT SEIT 50 JAHREN 129 RUDO Der treue Fridolin. Mit nichtssagenden Versprechungen„ belohnt". Er war Kellner im Weinrestaurant Traube". Treu und bran tat er seine Arbeit, ergeben dem Unternehmer und zufrieden mit seinem Los. Von der Gewerkschaft wollte er nichts wissen. Die hatte ja auch lange vor dem Kriege im Gastwirtsgewerbe noch feinen ausschlaggebenden Einfluß. So schien es dem biederen Kellner also vorteilhaft, sich in allen Fällen auf die Seite des Unternehmers zu stellen und die Solidarität mit seinen Kollegen zu verleugnen. Nun ja, dauernde Arbeit hatte er. Er wurde auch, wenn das Restaurant in andere Hände überging, von dem neuen Befizer fozusagen als lebendes Inventar mit übernommen und tam auf diese Weise auch unter das Regiment des Herrn Woitchach, der vor Jahren den Betrieb der„ Traube" erworben hatte. Inzwischen war die freie Gewerkschaft der Gastwirtsangestellten so weit erstartt, daß sie mit Erfolg Lohnkämpfe führen fonnte. Als auch das Personal der„ Traube" vor einigen Jahren streifte, stellte sich unser Kellner, wie gewohnt, auf die Seite des Unterneh mers und fiel feinen Kollegen in den Rücken. Er fühlte sich ja wirtschaftlich gesichert. Hatte ihm doch der Unternehmer Woitschach ein Ruhegeld zugesagt. Das hatte er schriftlich in Gestalt eines Arbeitsvertrags. Aber Woitschach hatte inzwischen die " Traube" aufgegeben und das Restaurant Dressel übernommen. Der neue Inhaber der„ Traube" sah fich fürzlich genötigt, den Betrieb einzuschränken und eine Anzahl Kellner zu entlaffen. Unter diesen war auch der treue Fridolin. Was half ihm nun sein Unternehmertuin? 25 Jahre hatte er in der„ Traube" gearbeitet und ist dabei 72 Jahre alt geworden. Ein Kellner in diesem Alter findet natürlich keine neue Stellung. Der Alte liegt also buchstäblich auf der Straße. Doch er hat es ja schriftlich, daß Woitschach ihm monatlich 50 M. Ruhegeld zahlen will. Er ging also mit seinem Schein Stimmung! G. u. F. Schüler, Restaurant vorm. Alb. Bletz Heiligegelststr.52, Breitestr.27, Neue Promenade 4 Warschauer Straße 55( Edie Revaler Straße) Gut gepflegte Biere. Erstki. 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Woitschach erschien, bedauerte mit wehleidiger Miene die Notlage des Klägers, dem er aber nicht helfen könne. Ja, wenn der Betrieb der„ Traube" nicht so zurückgegangen wäre. Da habe früher, obgleich die Preise etwas höher waren als wie bei Kempinski, ein Publitum aus den besten Kreisen verkehrt. Aber die Inflation und noch mehr die Umwälzung habe diese Kreise zahlungsschwach gemacht und sie seien weggeblieben. Boitschach hätte noch hinzufügen können, daß die schwarz weißrote Fahne, die er als Wirt der Traube" bei jeder sich bietenden Gelegenheit heraussteckte und die vom Dache bis zum ersten Stock herabhing, das Publikum, mit dem er Geschäfte zu machen glaubte, nicht angelockt hat. Republikaner sind natürlich unter der schwarzweißroten Fahne erst recht. nicht eingekehrt. Was die Klage des alten Kellners betrifft, so zeigte sich sein Arbeitsvertrag derart mit„ wenn" und aber verklausuliert, daß ihm kein Richter daraufhin einen Rechtsanspruch auf Ruhegeld zubilligen konnte. Auf Anraten des Gerichts zog er deshalb die Klage zurüd. Explosion in der Kindl- Brauerei. Auf dem Grundstüd der Kindl Brauerei in der Jägerstraße 13/16 in Neukölln ereignete sich heute früh eine eigenartige Erplosion. Um 24 Uhr ertönte plößlich eine heftige Detonation. Der Erdboden wurde in einer Länge von etwa 12 Meter- und einer Tiefe von 1½ Meter aufgerissen. Aus dem ,, Krater" schossen Erdreich, Steine und Eisenteile hervor. Durch den gewaltigen Luftdruck wurden zahlreiche Scheiben des Maschinen hauses zertrümmert. Der 39jährige Maschinist Walter Bartsch aus der Delbrückstraße 69 in Neukölln wurde durch umherfliegende Eisenteile erheblich verlegt. Wie die Untersuchung ergab, war ein Buchdruckerei A. Ridder Bln.- Oberschöneweide Rathausstr. 50 Telephon: Ob. 3266 Den Organisationen weitgehendst entgegenkommend.[ G. F.219 Bindfaden Kordel, Packstricke, Zwirne, Jutegewebe, Pack- und Seidenpapiere. 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Besonder Beachtung fand ein großer gestickter Bildteppich von Theda Trümper, der als Thema Dämonen und Drachen in moderner dekorativer Gestaltung verwertete. Berbunden war die Eröffnung mit einer gelungenen Vorstellung von Harro Siegels Berliner Marionetten- Bühne, die ein Stück von Wilhelm von Scholz: ,, Der Doppeltopf" in geistreich- grotester Darstellung mit pracht vollen Figuren und Szenenbildern vorführte und Beifallsstürme errang. Der Vollschor Offen, Gau Berlin, Mitglied des Deutschen Arbeiter Sängerbundes, unter der Leitung des Chormeisters Wilhelm noch el wendet sich hiermit an alle Freunde des Volksgefanges mit der Bitte um Unterstügung in den Bestrebungen der Kulturbewegung des Proletariats. Stimmbegabte Frauen und Männer jeden Alters finden in den lebungs stunden des Chors an jedem Dienstag von 20 bis 22( 8 bis 10) Uhr abends in der Schulaula, Frankfurter Allee 37, freundliche Aufnahme Der Chor veranstaltet am 25. November( Totensonntag) ein größeres wirkung des Stonzertmeisters N. Lambinon. Konzert in den Brachtsälen des Dftens", Frankfurter Allee 48, unter Mit Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend.( Nachdruck verboten.) Nach flarer falter Nacht wieder langjame Cintrübung und Milderung. Für Deutschland: Auch im Nordwesten neue Eintrübung. Im westlichen Küstengebiet später auch Regen, allgemein etwas milder. Berantwortlich für die Redaktion: Eugen Prager, Berlin: Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Verlag: Vorwärts Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts Buch druckerei und Berlaasanftalt Baul Singer& Co.. Berlin EW 68. Lindenstrake 3. Wrostabile Margaring en- flanzenbutter Das Edelerzeugnis Auf Teilzahlung[ B.20 Messingzuglampe für Gas and schirm. Anzahlung 5 50, Rest Elektrisch m. 60 cm Seidenin 10 Monatsraten à M. 4.50. Die organisierte A. 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