Morgenausgabe Nr. 565 A 286 45.Jahrgang Böchentlich 85t, morati 3,60 tm voraus zahlbar, Boitbezug 4,32 2. einschl. Bestellgeld, Auslandsabonne ment 6, D. pro Monat. * Der Bormärts ericheint modentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Juustrierte Beilagen„ Bolf und Zeit" und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wiffen". Frauen ftimme". Technif". Blick in die Bücherwelt" und Jugend- Borwärts Vorwärts Berliner Boltsblatt Freitag 30. November 1928 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Die etnisaftige Ronparel@ egeile 80 Biennig. Reflamezeile- Reidse mart. Aleine Anzeigen" bas jettge brudte Bort 25 Pfennig( zulässig zwe Fettgedruckte sorte), jedes weitere Bort 12 Pfennig. Stelengesuche das erste Bort 15 Bfennig, jedes weitere Bort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Arbeitsmarkt Seile 60 Pfennig. Famillenanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen. annahme im Hauptgeschäft Linden Straße 3, wochentägi, Don 81%, bis 17 Ubr, Bentralorgan der Sozialdemokratischen Bartei Deutschlands I Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Douboff 292-297. Zelegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Borwärts: Berlag G.m.b.. Bostschedkonto: Berlin 37 536,- Banffonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Ballstr. 65. Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstr. S r t 1174 J Einer soll entscheiden! Der Vorschlag der Reichsregierung zur Lösung des Eisenkonflikts. Der Sozialdemokratische Pressedienst" meldet: Die Unterbrechung der Vermittlungsaffion des Regierungspräsidenten Bergemann hat eine neue Situation im Cifenkonflikt geschaffen. Die Reichsregierung hat fich deshalb veranlaßt gesehen, in der Zwischenzeit selbst den Berjach zu machen, eine Berständigung zwischen den Parteien herbeizuführen. Am Freitag werden die Bertreter der Unternehmer und die Berfreter der Arbeiter in getrennten Verhandlungen vom Reichskanzler Müller gehört werden, ob sie bereit sind, fich an einer Bermittlungsattion zu beteiligen, die von. einer beiden. Parfeien genehmen autoritativen Persönlichkeit ausgeht, und ob sie gewillt sind, deren Entscheidung vorbehaltlos anzunehmen. brechern ganz anders verfahren, als es jetzt geschieht und leider geschehen muß, weil eine Reichstagsmehrheit, die zu drakonischen Mitteln greift, noch nicht vorhanden ist. Was aber noch nicht vorhanden ist, das fann noch fommen, und die Unternehmer haben bisher alles getan, um sein Kommen zu beschleunigen. Was sie nun weiter tun wollen, steht bei ihnen. Die Sozialdemokratische Partei ist sich dessen bewußt, daß es in diesem Kampfe um die wichtigste innenpolitische und soziale Entscheidung geht, die seit Jahren gefallen ist, um eine Entscheidung, die noch auf viele Jahre hinaus dem gesamten fozialen Leben der Republit ihr Zeichen aufdrücken wird. Sie ſieht die Zerriffenheit dieses Reichstags: eine kom munistische Partei, die über inneren Fraktionskämpfen und Der Name der Persönlichkeit, die zu diesem schweren tölpelhaften Intrigen gegen Sozialdemokratie und Bewert Amte auserjehen ist, wird offiziell noch nicht genannt. Ausschaften den Kampf für die Arbeiterfache gänzlich vergessen dem Industriegebiet melden bürgerliche Blätter, daß der hat, eine bürgerliche Mitte, die von Aengsten verschiedenster Art hin und hergeworfen wird, und eine Rechte, die, jede Reichsinnenminister Genosse Senering den Parteien nor Maste verichmähend, offen für die brutale Kapitalsdespotie geschlagen werden soll. alch ist, daß die Barteien vor biefer Benennung um ihr Einverständnis befragt worden gegen die Arbeiter Partei ergreift. ch- find. Diese Befragung foll erst im Laufe des heutigen Tages erfolgen. Nicht minder falsch ist die Meldung, daß der in Aussicht genommene Bermittler fich zu den Barieten über den materiellen Inhalt seiner Entscheidung geäußert hätte. Das ift nach der ganzen Konstruktion des neuen Regierungsvor ichlags nollfommen ausgeschloffen. Se te ie de et k Die Parteien werden nicht gefragt, was sie annehmen Soder ablehnen wollen, sondern sie werden gefragt, ob sie einen bestimmten Mann als denjenigen anerkennen wollen, deffen Spruch sie sich vorbehaltlos zu fügen bereit sind. Es gibt also nur eine Einigung über eine bestimmte Person, es gibt aber feine Verhandlungen dieses Mannes mit den Barteien oder der Parteien miteinander. Der auf Ersuchen 76 beider Parteien amtierende Unparteiische würde die Parteien anhören und dann entscheiden. Eine Möglichkeit, diese Entscheidung auf dem Berhandlungswege abzuändern oder fie gar abzulehnen, würde nicht mehr bestehen. 1271 oder nahezu die gleiche Unterstützung erhalten, wie sie im Arbeitsfalle Lohn beziehen würden. Diese Praxis ist finanziell jehr bedenklich, verstößt aber auch gegen die Unparteilichkeit. welche der Staat in allen wirtschaftstämpfen aufrechterhalten muß, und läßt befürchten, daß der Arbeitskampf auf ungemessene Zeit verlängert wird. Die Fraftion nimmt von dem Beschluß der Reichsregierung Kenntnis, eine Kommission in das betroffene Gebiet zur Unterfuchung und Abstellung von Mißbräuchen zu entfenden und erwartet eine beschleunigte Erledigung dieser Frage. Die Fraktion stellt fest, daß der Reichstagsbeschluß vom 17. November feine Mittel für eine Fürsorge im Sinne der Richtlinien des preußischen Wohlfahrtsministeriums zur Verfügung stellt und ersucht die Reichsregierung, teine Auszahlungen auf Grund des Beschluffes vom 17. November zu leisten, bevor nicht die geforderten misstände abgestellt sind. Dazu erfährt der Nachrichtendienst der Zeitungsverleger meiter aus voltsparteilichen Kreisen: tenden Maffen flarer gezeigt hätte, daß von der Stärke Fraktion über die Mißftände bei der Gewährung von UnterNie hat es eine Situation gegeben, in der sich den arbeider Gemertder Sozialdemokratie und haften alles für sie abhängt! Unerhörter Vorstoß der Volkspartei. Das Reich foll nicht zahlen! Die Fraktion der Deutschen Boltspartei hat in ihrer Sigung vom 28. d. M. die Lage im Eisentonflikt behandelt und einstimmig folgende Entschließung gefaßt: Der Reichsregierung ist durch Beschluß des Reichstages vom 17. November d. 3. die Ermächtigung gegeben morden, Mittel zur Berfügung zu stellen, um den Gemeinden des Aussperrungs gebietes in Gemeinschaft mit Preußen eine ausreichende Erfüllung der ihnen obliegenden Fürsorgepflicht zu ermöglichen. Nach dem am 17. November geltenden Recht war in jedem Fürsorge hat jedoch das preußische Wohlfahrtsministerium eine Berfügung getroffen, wonach praktisch jedem ausgesperrten Arbeitnehmer die volle Fürsorgeleistung zu gewähren ist, ohne Rücksicht auf etwaige Beihilfen der Gewerkschaften. Die Vorauslegung der Hilfsbedürftigkeit ist damit im wesentlichen fallengelassen worden. Die Folge ist, daß in vielen Fällen organisierte Ausgesperrte mehr Die Entscheidung, die von den beiden Parteien von vorn4 herein und ohne vorherige Kenntnis ihres Inhalts anzufall die Bedürftigkeit zu prüfen, Am 19. November nehmen wäre, würde gleichbedeutend sein mit einem frei er willig abgefchloffenen Rollettivvertrag; sie würde also automatisch an die Stelle des für verbindlich erklärten Schiedsspruchs treten, und der gerichtliche Streit um seine Rechtstraft wäre damit gegenstandslos. 69 ft 64 Stimmen die Parteien dem Vorschlag der Regierung zu, lo faufen sie, volkstümlich gesprochen, die Katze im Sad. Ob fie diesen Kauf abschließen, hängt ab von ihrem Bertrauen zu dem Mann, der den Sad hält. Go handelt es fich also für die Gewerkschaften um ein schwer zu erfüllendes Verlangen, dem sie nur dann nachkommen fönnten, benn ihr Vertrauen zu dem Mann alle Bedenken überwiegt, bie dem vorgeschlagenen Verfahren an sich entgegengebracht werden können. Bon den Unternehmern ist freilich nicht zu erwarten und Bu verlangen, daß sie dem Sozialdemokraten und Iten Gewerfichafter Severing- wenn dieser wirf. ich der Ausersehene ist ein besonderes Bertrauen entBegenbringen. Aber was ihnen an eigentlichem Vertrauen ehlt, mag vielleicht ersetzt werden durch das Grauen nor em, was fommt, wenn sie den Borschlag der Regierung ab ehnen. Den Unternehmern bietet sich eine letzte Gelegenheit, iner Entwicklung vorzubeugen, die ihnen letzten Endes erhänignisvoll zu werden droht. Lehnen sie ab und bleiben e dabei, auch den Spruch des Reichsarbeitsgerichts, wenn er ihren Ungunsten ausfällt, zu mißachten, so beschwören sie ine Situation herauf, die den sozialen Kampf in Deutschland zu einer bisher noch nicht erlebten Stärke steigert. ann wird es die Sozialdemokratie sein, die diesen ampf Schulter an Schulter mit den Gewerkschaften führen saird, und dieser Kampf wird, politisch gesehen, um einen eichstag gehen, der für das Bestehen einer starten rbeiterregierung den verfassungsmäßigen Boden Die Unternehmer haben das Recht mißachtet, fie haben ter Bruch bes Rechts Hunderttausende aufs Bilafter orfen, um sie durch Hunger mürbe zu machen und zum erzicht auf den rechtmäßigen Lohn zu zwingen. Ein Staat, dem die zum Klassenbewußtsein erwachte werftätige Boltshrheit die Regierung führte, würde mit solchen Rechts. 3. bgibt. Reichsminister a. D. Dr. Scho13 hat bereits am Nachmittag des 28. im einstimmigen Auftrag der volksparteilichen Reichstagsfrattion den Herrn Reichstanzler von den Berhandlungen in der ftügungen an die ausgefperrten Arbeiter Kenntnis gegeben und ihn auf die ernsten politischen Folgen aufmerksam ge. macht, die fid) aus ihr ergeben. Das Berhatten der Volkspartei zeigt, daß sich auch die einsichtigeren Elemente in ihr vor dem Machtwillen der Schwerindustrie gestreckt haben. Aus Angst, die Deutschnationalen fönnten mit ihrer Interpellation gegen die Reichshilfe die Gunst der Eisernen für sich allein geminnen, haben sie sich den Deutschnationalen beigesellt. Es ist wahrhaftig eine starte Zumutung, das Reich folle seine ,, lnparteilichkeit wahren zwischen Unternehmern, die ihre Arbeiter rechtswidrig aushungern, und den Arbeitern, die rechtswidrig ausge= hungert werden follen. Was der Beschluß der Bolkspartei behauptet, ist eine unsinnige lebertreibung. Fälle, in denen die Unterstützungen den Lohn erreichen oder gar übersteigen, fönnen höchstens ganz vereinzelt, bei Familien mit vier oder fünf indern, vorkommen. Wenn der Staat so parteilich" ist, Kinder nicht hungern laffen zu wollen, deren Bäter wider alles Recht auf die Straße geworfen worden sind, so sollte fein anständiger Mensch etwas dagegen zu bemerken haben. Inzwischen hat eine Kommission von Beamten aus drei Reichsministerien und dem preußischen WohlfahrtsminiFrankreichs Rüstungspolitik. Sozialistischer Angriff.- Mehrheit für die Regierung. Paris, 29. November,( Eigenbericht.) Im meiteren Berfauf der Diskussion des Heeres budgets in der Kammer übte im Auftrage der sozialisti. schen Fraktion der Abg. Renaudel scharfe Kritit an der Höhe der vorgesehenen Militärausgaben. Renaudel ging nicht auf den zwischen dem Kriegsminister und seinen Gegnern am Mittwoch entftandenen Streit um 3iffern ein, sondern schnitt jede dies bezügliche Diskussion mit der sehr richtigen Bemerkung ab, die von allen unbestrittene Tatsache, daß das gegenwärtige Militärbudget um mindesten ebenso hoch sei wie vor dem Kriege, genüge vollständig, um auf die Bolilit Frankreichs einen Schaiten zu werfen. Man möchte fich fragen, wie Frankreich angesichts derartiger Anforderungen für militärische Zwede überhaupt noch seine sozialen Aufgaben erfüllen fönne. Auch die sozialistische Gruppe trete für die Landesverteidigung ein, aber man föune nicht vorderungen stellen, die über die Kräfte des Landes gingen. Wenn man diese Rüftungspolitik fortfeße, so könne das geradezu einen Präventivkrieg hervorrufen. Renaudel beantragte schließlich die Weberweisung des Bubgets an eine Spezialtommiffion zur Prüfung ber möglichen Streichungen und forderte eine Unterbrechung ber Sigung, bamit sich die Finanzfommission zu biejem Vorschlag äußern tonne. Dagegen mandte sich der Kriegsminister, während der Finanzminister im Namen der Regierung die Vertrauensfrage stellte. Die Abstimmung ergab eine Mehrheit von 385 gegen 195 Stimmen für die Regierung. Daladier hatte porher im Namen der Radikalen erklärt, fie würden für die leberweisung stimmen, da darin kein Aft des Mißtrauens gegen die Regierung liege. England gegen Reparationskommission. Noch feine Einigung Paris- London. Paris, 29. November.( Eigenbericht.) 3mischen London und Paris scheinen, menn man der Pariser Brefie glauben darf, neue Schwierigkeiten hinsichtlich der Sachverständigungskommiffion zur Revifion des Dawes- Plans aufgetaucht lich die Zustimmung der französischen Regierung nicht gefunden haben, namentlich deshalb nicht, weil sich England weigert, dis 311 sein. Die englische Antwort auf die deutsche Demarche soll nämSachverständigen durch die Reparationstommiffici ernennen zu lassen. Auch Belgien habe sich über die englische Antmort jehr beunruhigt, und deshalb feien, wie der Petit Parifien" " berichtet, Jaspar und Franqui am letzten Dienstag in tiefstem Ge beimnis nach Paris wieder zurückgereift, um sich mit Poincard zu verständigen. ilmum das Zlusjpanmitgs�brat b«rc*ft- Sie mtrb wohl auch zesehea haben, daß es ganz andere.Llcbelstände" gibt, denen abgeholfen werden muß, al» solche auf dem Gebiet des Unter- srützungswesens. Wenn Herr Scholz von„ernsten politischen Folgen' spricht, so sehen wir die auch voraus— am allermeisten dann, wenn sich du Mehrheit dereit fände, nach dem Willen der Rolkspartei zu handeln und zugunsten der Unternehmer parteiisch zu sein. An diesen politischen Folgen gemessen sind alle anderen sehr leicht. Indes wird auf diesem Felde die nächst« Entscheidung "icht fallen. Sie fällt heute mit der Antwort, die die beiden Parteien dem Reichskanzler gehen werden, wenn er ihnen den Borschlag der Reichsregierung unterbreiten wird. Exportkredit-Aktion. Sine Vorlage an den Reichshaoshaltsiausschuß. Dem Ausschutz für den Reichshaushalt ist vom Reichswirtschajts- und �ieichsfinanzministerium eine neue Suboentionsvorlage lugeglwgen, die bereits am Freitag aus der Tagesordnung steht. Die Vorlage besagt u. a.. es sei beabsichtigt, in den Etatscntwurf des 'lieichsmirsichaftsministeriums für 1S29 unter„Einmalige Ausgaben" ken Betrag von 500 000 M. etnzujegen zur„Förderung des deutschen Außenhandels durch Z t n s ve r b i l l i g u n g für Darlehen an deutsche Exporteure". Zur Erläute- rung wird bemerkt, daß im Etatgesetz für 1S28 die Reichsregierung ermächtigt worden fei. für Darlehen an deutsche Exportfirmen Sa- rmstien zu übernehmen. Um den mit der Garantieübernahme ver- ialgten Zweck zu erreichen,«rscheine es notwendig, den Exportfirmen 'ür die von dritter Seite zu gewährenden Darlehen Z i n» e r l« t ch- l e r u n g e n aus Mitteln des Reichs zu bewilligen. Der Betrag von 500 000 TO. stellt im Rahmen der beabsichtigten Mmstverbilligungsokiion den sür das Rechnungsjahr 1V20 erforder- che» ersten Teilbetrag einer auf einen Zeitraum von zehn fahren zu verteilenden Gesomtbewilligung von 2'.� Millionen Mark dar. Zur Durchführung der Akt«» sei erforderlich, mit Geld- gsbern und Geldnehmern langfristige Vereinbarungen zu treffen, die "'•e Bewilligung der in den Haushaltsplänen 19Z0 bis 1938 anzufor- >:rnder> restlichen ktzrei Millionen Mark zur Voraussetzung haben. Roch den allgerm'inrn für die Vergebung der Exportkredite aus- , earbeiteien Grundfä�en werden deutsche Exportfirmen berücksichtigt. die gegenwärtig noch Zhren wirtschaftlichen und finanziellen Verhält- ästen und der Gestavung ihrer Betrieb« in der Lage sind, noch Erhalt der Kredite den Export deutscher Ware» in erhöhtem Matze zu ärdern. Di« Tätigkeit dieser Unternehmungen muh geeignet sein, ie deutschen Auslandsbeziehungen zu stärken, insbesondere die ge- ährdcten Auslandsmärkte sür den deutschen Handel zu erhalten. In ,�ragc kommen nur solche Unternehmungen, die in Deutschland Sitz der Niederlassung haben uad sich in überwiegendem Matze mit dem Export deutscher und solcher Waren befasten. bei deren Her- -'»llung«in möglichst hohes Matz deutscher (rbeitskrSsie aufgewendet ist. Ms Gesamtbetrag für di« zu garantierenden Exporteurkredfte aus dem Haushalt 19Z8 ■fi der Betrag von 30 Millionen Mark in Aussicht genommen.— Venn es im vergangenen Jahre möglich gewesen fei. den Expor- 'euren auch ohne staatliche Zinsoerbilligung Kredit« zu gerade noch < rträglichen Zinsbedingungen einzuräumen, so sei dies lediglich durch ine seitens des Reichsfinanzministerium« gegenüber dee Reichs. 'oeditgefellschaft übernommene Liquiditätsgaranti« möglich gemarden 5o bei der angespannten Finanzkog« de« Reiches die Einräumung in« solchen Garantie für die diesjährigen Kredite nicht«folgen kann. werde ein« für den Exporteur erträgliche Gestaltung der Zinsbebin- aungen nur auf dem in Aussicht genommen«, Weg« der Zinsverhilll» lung erreicht werden können. Di« Loge de» deutschen Exporthandels macht«in« sofortige Inangriffnahme der beobfichtigten Aktion dringend erforderlich. Der Mangel an arbeitendem Kapital erlaubt den Exporteuren nicht, die chnen wirtschaftlich zugewiesenen Aufgaben der Finanzierung der Exportgeschäfte zu erfüllen. Reichswirtschofts- und Reichsfinanzministerium glauben bei dieser Sachlage mit den in Aussicht genommenen Maßnahmen nicht bis -ur Verabschiedung des Haushaltes für 1929 warten zu können. Der Haushaltsausschutz wird daher gebeten, sich grundsätzlich mtt der Maßnahme einverstanden zu erklären, damft die Export- kreiditaftion eingeleitet und durchgeführt werden kam«. Hitler zahlt Schulde«. Wie man Hatenfreuz-Abgevfdaeier wird. £« iKeichsmusikleiter der Hakenkreuzler in Berlin. Hille- brand, ist aus der Hitlerpartei ausgetreten. Er hat ein« Schrift herausgegeben: HeruntermitdesMask«? Darin erzählt«r: „Tags darauf erscheint bei mir Major Buch. Diesem er- klärte ich die Zustände in der Partei und bot ihn als Reichsvor- sitzenden des Reichsuntersuchungsausfchustes, Sitz München, sofort eingreifen zu wollen. Jawohl, versprochen wurden Berg«, gc- halten nichts... Nu» klagt» ich dem Herrn mein Leid über die Geldfrage! Na, da hatte ich de» Nagel auf den Kopf getroffen! Jetzt erzählte man mir unter Zeugen, daß er 21 000 Mark durch Hitler verloren hätte im Jahre 1923. Da Hitler ihm das Geld nicht hätte zurückzahlen können, hat ihn Hitler auf die Reichstagsliste gesetzt, um so durch die Diäten wenigstens eine kleine Rückzahlung zu erhalten!' Herr Major a. D. Walter Buch aus Solln bei München. politisch ein unbeschriebene» Blatt, ist in der Tat Reichslistenabgc- ordnet«? der Hatentreuzler im Reichstag. Ueber die Kandidaten der Hakenkreuzreichsliste bestimmt Herr Hitler als Diktator allein.. �andkreisreform und Llmgemeindungen Vorstandstagung des jfteichsstädtebandes. Der Gesamtvorstand des Reichsstädtebundss tagt an, 13. uni, 14. Dezember in Berlin. Im Mittelpunkt der Verhandlungen steht der preußische Umgemeindungsentwurf sowie die Stellungnahme gegen die Kompetenz-Kompetenz der Landkreise. Weiter stehen zur Beratung: die Finonznot der kleinen Städte, der Polizeilastenaus- ,'ielch. der preußisch» Finanzausgleich und die finanztolle Bedrängnis' der höheren und mittleren Schulen in den Mittel- und Kleinstädten.! Di« Obstruktion der Sozialdemokraten im ZNicteuauvschuh de» l'fberreichischen Nationolrats m Wien soll bloß verhindern, datz die Bürgerblockmehrbeit. die unter der Parol«„Mieterschutz gesichert. wählt Einheitsliste!' gewählt wurde, ihr Mandat zum Mieter-' ichutzabdau mißbraucht! vorher müßte das Volk aufs neue befragt werden. Die landfremde Saarregierung hat»in Lichlfest mir Fackelzug i Me Turne» uud Sportler i, Saarbrücken o» r b o t«». I Einengung derHochverratsprozesse Reratuuge« im Rechtsausschuß des Reich siags. Der Strafgesetzaus schütz des Reichutegs beriet heute dt« Spezialbestimmungen über den Hochverrat. Zu dem Regierungsemwurf liege» die dereit» veröffeutsich» Anträge aller in der Regierung beteiligten Parteien vor. sowie«in komnm« mstischer Antrag, der in erster Linie die Streichung sämtlicher Para- graphen über den Hochverrat verlangt. Abg. Dr. Marx legte als Berich! erstatter die bestehende Rechts- läge dar und erläuttrte die Bedeutung der jetzt vorgeschlagenen De- stimmungen de» Gesetzentwurfs. Abg. Landsbcrg begründete die gemeinsamen Anträge. Er ging davon aus, daß die sozialdemokratische Fraktion nicht«oll«, daß es im Deutschen Reich nur eine Person geben solle, die nicht das Recht der Notwehr haben solle: den Staat. Nach den kommunistischen Anträgen solle jeder da« Recht haben, straflos den Versuch des ge- waltfamen Umsturzes zu machen. Solch« Anträge könne mau nicht ernstnehmen. Damit würde man den Rechtsradikalen dasselbe Recht geben. Auf beiden Flügeln der Partei befänden sich Gruppen, die offen erklärten, die Berwirtlichung ihrer Bestrebungen nicht auf parlamentarischem Wege, sondern durch Gewalt ihr Ziel z« er- reichen. In der Rechtsprechung feien allerdings in der Regel nur Angehörige des linken Flügels bestrast worden. Diese Rechtsprechung sei unhalttiar und müsse aufhören. Es dürfe nicht schon die Gewinnung von Seelen für eine politische Partei strafbar sein. Der vorgelegte Abändcrungsantrog sei ein Versuch zur E i n s ch r ä n- tung der Rechtsprechung des Hochverrats. Es dürfe nicht mehr vorkommen, daß ein Redarteur wegen Vorbereitung eines Hochver« rots bestraft werde, der lediglich ganz allgemcingehaltene Artikel veröffentlicht habe, indem darauf hingewiesen sei, daß der Radikali»- mus nicht durch parlamentarisch« Wahl zu» Siege geführt werden könne, die große Aufgab« sei zu erfüllen, die Arbeiter.zum letzten entscheidenden Kampf zu führen, zum Siege des Weltproletariats. Der habe auch ein Bild gebracht, auf dem die Republik als ein auf den Hinterbeinen gehendes fette« Schweis abgebildet gewesen sei. Dos Reichsgericht habe angenommen, daß durch den Pergleich mit dem Schwein eine Herabsetzung der Republik erfolgt und damit «ine Behauptung d« Umsturzzieles der Kammuniften erfüllt fei. Solche Rechtsprechung fei politisch töricht, besonders angesichts der Mauserung, die sich setzt in der KPD. vollzieht. Schließlich kann man nur eine gewisse Zeit lang sich zur sofortigen Anwendung von Gewalt bekennen. Da» höre von selbst auf, wenn man durch die Tätigkeit im Parlament alltäglich zu praktischer Arbeit genötigt sei. An einen gewaltsamen Umsturz denk« schon kein vernünftiger Kommunist mehr. Di« gegen- wärtige Zersetzung der Partei zeigt, daß die Rechten nicht mehr an einen Gewaltumsturz glauben, und daß der Mitte von den Linken vorgeworfen wurde, daß ihre Betonung der Gewalt nur ein« Phrase sei. Der Umwandlungsprvzetz in der Partei sei di« notwendige Folge'«in» Festigung der wirtschaftlichen und politischen Verhältnissir Dieser Prozeß werde durch die falsch« Rechtsprechung nur aufgehal- ten, die lediglich immer wieder neu» Märtnr» schaffe. Schon der groß« Rechtslehrer Binbing habe gesagt, daß di« Erhitzung der G»- müter durch Wort und Schrift noch nicht unter den Bereich einer strafbaren Borberoining des Hochverrats fall«. Der Antrag der an der Regierung beteiligten Partei« versucht,«ine solch« Vnenqung der Rechtsprechung herbeizuführen. Der sozialdemokratischen Fraktion bereite fed« Generalklausel Pein. Sie habe deshalb schon früher einmal ganz speziell« Best im- mungen, wie sie in einer früheren Reichsratsvvrl-g« enthalten waren. ihrerseits vorgeschlagen. C» mag aber richtig sein, dcch man nicht alle möglichen Fäll« des Hochverrats im voraus sehen könne, und daß deshalb«ine Generalklausel notwendig sei. Deshalb würde sich die sozialdemokratische Fraktion mit einer Generattlaufel absinden, vorausgesetzt allerdings, daß sie genüg«, um die bisherigen Aus- schreitungen der Rechtsprechung unmöglich zu machen. Nur dann könne fl» d« dem gestMts» Antrag stehenbleiben. Der Jsstizmnufte- möge sich dazu äußern, damit Klarheit geschaffen«erde. Die sozial- demokratische Fraktion«alle nicht, daß schon der Versuch für die Gewinnung der Seelen für Vorbereitung eines Hochverrots zur Bestrafung genüge. Erst wenn die oewonnenen Männer gegen den Staat in Aktion gesetzt werden, beginne die Strafbarkeit der Handlung, ilm dies klar zum Ausdruck zu bringe», verlange der Antrag, daß der Cutschlutz.«inen Hochverrat zu be- gehen, durch Handlungen betätigt fein müsse, die seine Ausführung unmittelbar vorbereiten. Abg. Alexaud« behauptet, daß der Wunsch der Sozialdemo- kraten, die Aufrechterhaltung der jetzigen Rechtsprechung des Reichs gerichts unmöglich zu machen, auch noch Annahme der Lbänderungs antrage«in frommer Wunsch bleiben werde. Ohne Gewalt sei keine Umwälzung möglich. Blutige Bürgerkriege würden durch die sich mehrende Bevölkerung hervorgerufen. Eine Umwälzung sei ein geschichtlicher Prozetz, den man mit Strosvörfchriften nicht zu Leibe gehen körnme. Wie man auch die Dorschristen im einzelnen formu- lieren möge, es bestehe immer die Gefahr einer falschen Auslegung durch die Gerichte. Abg. Hergt führt aus, in Deutschland fei der Hochverrot in den letzten zehn Jahren an der Tagesordnung. Dos liege daran, daß der Umsturz nicht das gebracht habe, was viele wollten, und daß andererseits sich viele mit den neuen DerhäUnssfen nicht absinden könnten. Es machten sich Rechts- und Linksbestrebungen geltend für und gegen di« Derfassung. Dazu käme, daß Deutschland an Sowjetrutztaich benachbart und deshalb besonders leicht Stimmungen ausgesetzt sei, die«inen Hochverrat leicht machten. Es liege daher In der Tlolur der Dinge, daß Deutschland leider ein hochvcrralsland geworden fei. Die Kritik der Sozialdemokraten richte sich insbesondere, soweit man sich dabei auf dos Gutachten des Professors Liepmann stütze, mehr gegen die Rechtsprechung als gegen das Gesetz. Die vom Abg. Lands- berg verlangte Einschränkung der Generalklausel könnten die Deutich- nationalen leidet nicht mitmachen. Man könne nicht völlig straflos lassen jede seelisch« Beeinflussung. Er verstehe nicht, daß di« anderen bürgerlichen Partei« den Vorschlag des Abg. Landsberg annehmen konnten. Durch die Hinzufügung der Wort»»unmittelbar" ward- die Strafbarkeit zu weit«ngeschräntt. Reichxfustizminister Soch erklärte, die Bestimmungen te» Gesetzes zum Schutz der Republik müßten in dos Strafgesetz eingearbeitet werden. Dagegen müssen dos Spionage- und da» Sprengstofigeietz herausbleiden: ihre Anpassung an das künftige Recht müsse in das Einführungsgesetz zum Strafgesetz erfolgen. Mit den Anträgen. d!e van den der Regierung nahestehenden Parteien gestellt worden sind, sei di« Reichsregierung«ivver standen. Wenn jetzt von rechts und ünts gegen die neuen Vortchläge Sturm gelaufen werdr. fo müsse betont werden, daß dar Staat ein Notwehmcbt haben müsse. Wenn Hergt die jetzigen Bestimmungen als zu ang bezeichnet habe, so spreche die.Deutsch« Zeitung" davon, daß die Bestimmungen zu weit und geeignet seien, die letzten Rest« der politischen Freiheit zu beseitigen. Er. der Minister, habe den Wunsch nach einer Ein- «ngung der Rechtsprechung de» Reichsgerichts. Dieser Wunsch sei m vorgelegt«! Anträgen zum Ausdruck gekommen. Eine seelische Pt pagändo dürfe mir strafbar sein, wenn fi« zu einem besrünmten En auffordert, z. B-«Auf di« varrikadan". Fäll«, wie in den Buchhänbl»rproz«ss«n wären nach der««uen Fassung un- möglickv Rur dt» Propaganda«we» zum unmiiietbaren Hmhperrirt?-« entschkusse» zur Gewinnung von onderan wurde strafbar sein. weit Gesetze in der Lsg« feien, eine vernünftig« Umgrenzung zu bieten, fei die« setzt geschehen. E» sei Pflicht de« Fufttzminch-r«. sich dauernd um die Rechtsprechung zu kümmern. C« sei da« größte Gewicht darauf zu legen, daß die Oberreichsamvaltschast da» Maß und die Schranken einhält, di« geboten sind. Di« Staatsautvritä! werde geschützt werden können, auch wenn nicht schon jede entfernte Propaganda gegen ihn getroffen werde. Eiwas verrückt... Auflgerechnet der Hansabund Vitt der Zlrbeiterfchast einen neuen«Slaoben bringen. Der Ortsoerband Groß- Berlin des Hanfabundes hatte ein« Versammlung«inberufen, auf der einleitend der Bundespräsident, der demokratische Reichstagsabgeordnet« Dr. Hermann Fischer über den Arbeitstampf in Westdeutschland sprach. Er bezeichnete den Schritt der Unternehmer als einen Akt wirtschaftlich«? Notwehr der Industrie, bereu Mahnungen bisher immer überhört worden feien und verlangt«, daß di« Reichsregierung und der Reichstag di« Angaben der Unternehmer ernstlich ruhig und noch ollen Richtungen hin prüfen möchten. An wessen Adresse dies« recht überflüssige Mohnimg zur Sachlichkeit gerichtet war. zeigten die folgenden Wort«, die eine Polemik gegen die kürzlich von Genossen Tornow im Reichstag gemochten Ausführungen über die Wirtschaftsdemo- kratie darstellten. Fischer bezeichnt« weiter den Gesst, mit dem die öffentlichen Betriebe geführt wurden, als den Beginn der Wirtfchaftskatastrvphs. Nach dem Champion der Lllfstchtsratemandore sprach das Präsidialmitglied des Hanfatnmdes, Dauch, feines Zeichens volk-c, parteilicher Abgeordneter in Hamburg, der sich darüber beklagt«, daß di« Unternehmer seit der Revolution als Staatsbürger minderen Rechtes behandelt wurden! Für den Geist der Versammlung war«» bezeichnend, daß auf ein«„Feststellung" des valkoparteilichen Abgeordnet» Dauch, wonach«2 Proz. der deutschen Bevölkerung trotz der Verarmung der Wirtschaft den Lebensstandard dar Vorkriegszeit ülierschritten haben sollten, der Zuruf„leider" ertönte! Wem, im weiteren der Generalsekretär des Hanfadundes, Herr Dr. Mostch, erklärte, daß sich leider kein Mensch um die Parolen des Hanfadundes kümmere, lo ist diefes Eingeständnis der Schwäche wohl das einzig« vernünftige Wort, das gesprochen wurde. Festhalten muß man die Drohung des Herrn Generalsekretärs Mostch, indem er es als das Ziel des Hanfadundes bezeichnete, eine Volts- und Massenbewegung der deutschen Unternehmerschaft zu entfachen, damit— natürlich aus dem legalen Wege des Volksentscheids— dem Reichstag der Wille der Unternehmer„aufoktro- iert weiden könne. Das S ch ö n st e aber an der ganz«« Versammlung war«ni Ausruf von Herrn Dr. Fischer M. d. R.. künfdutzendfacher Aufstchts- rat und Präsident des Hansadunde«: Das SchlagwortSozia- lismvs zieht nicht mehr in de? Arbeiterschafi. Es ist unsere Aufgabe, diesem hart ringenden Teil des Balles einen neuen Glauben zu bringe»! Wir fürchte», Herr Fischer glaubt, mos er sagt. Kommunistische Gesetzmacherei. Was kommunistische Abgeordnete nicht zu wisse« brauchen. Für die Saliindustri« besteht s«t ISIS«in Schacht abteufverbot, das 1V2S bis Ende 1928 verlängert wurde. In der Kalünduftm sind durch de« Quatenjogd mehrere TOtXLwrN-n nutzlos in Kalischächten angelegt. Bon 229 mit einer Detriligunz ausgestatteten Werken sind 121 dauerrch stillgelegt. Rur 41 Haupt werk« und 19 Nebemverke sind in Betrieb, 48 Werke wurden naöi Einstellung der Förderung als Refervewerk« in Betrieb geoalrtn. Die vorhaiKxnen in Betrieb befindlichen Anlagen reichen mllig an?. den gegenwärtigen und einen noch erheblich gesteigerten Äalibedaft zu deck«». Eo erschien deshalb notwendig, di« Sperrfrist für da? Schachtabteufen zu verlängern. Der oolrswtrtfchaftlich« Au? fchuß des Reichstags stimmte deshalb einer vom Reichsrat verad idhiadeten Verordnung de» ReichswtrtschaftSmmisters zu. Nur d i? Kommunisten stimmten dagegen. Sie bewiesen aber nick, nuk damit, daß sie von der Sache nichts verstehen, sondern auck, daß sie sich nicht einmal die Mühe machen, di« zur Debatte stehend« Materie sich einmal anzufshen. Sie kündigten nämlich im Auslckiß an. daß sie bsi Beratung der Verordnung an Reichstagsplenum swi grürtdtich über die Frag« ausfprechon mürdsn. Dabei kommt die Verordnung gar nicht an den Reichstag, fon dem«langt nach Zustimmung de» Reichsrats und des Reichstags' ausschusses Gesetzestrast. Das brauchen ober die kommmiisniche" Ausschußmitglieder nicht zu wissen! Das Llrieil im Modugno-Prozeß. Starke Gntrüstong in Italien. Das Pariser Schwurgericht Hai am Mmwoch kck Italiener d i M o d u g n o. der den Wzetonsul R a r d i n i erschösse! hatte, well dieser sich weigerte, die Erteilung einer Auerrtfedewi� gung aus Italien für dessen Frau zu befürworten, zu zw« Jahren Gefängnis verurteilt. Dieses Urteil, das in Italien als viel zu milde empsimden wirf hat zunächst einen E>, t r ü st u n g s st u r m der Faschistcnpress hervorgerufen und in der gestrigen Sitzung der Soldat Suhren. von Gxorg von der Vrlng. Copyright 1927 by J. JI. Spaetb Vorlag, Berlin, Er aestt vvran und wir folgen ihm beklommen wie einem Arzt ins Sprechzimmer. Es geht über Höfe und an emem Zelt vorbei, aus dem elegante Ledergamaschen her- ausschauen w.e unbehagliche Instrumente. Jetzt sind wir in einer Stube und dürfen uns fetzen. Der Trainsoldat sagt nocb:, 1h- müßt wissen, Brot haben wir auch nicht übrig, ab-r ich werde schauen, ob noch Linsensuppe da ist. Ihr eßt doch Linsensuppe?" O gewiß, wir aßen Linsensuppe. Vor uns auf der Tischplatte steht eine irdene Schüssel, dl- ruft warmer und guter Linsensuppe gefüllt ist, dazu jrn,"»e,rSo.t UM jU ffm«M.«.«IM««• boo-n an Ellbogen, ohne die kleinen Lmsen zu zahlen und w- �?n uns we�er keine S-dank?n Es ist auch ein Schöpf- F-iei da und wenn man den Teller geleert hat. fulll man V nieder ein. Beim Einfüllen blinzelt Albering mich an. wie wenn er sagen will: Na. du Heuschrecke?! Es ist ein Herd im Zimmer, an dem der Trainsoldat auf seine ruhige Art herumhantiert ohne uns zu beachten. Nur einmal redet er kniend sein Feuerloch an mit den braucht aber nichts übrigzulassen, ihr zwei." Dieser Mahnung bedarf es nicht, denn wir lächeln uns /m forien ,iim dritten- und zum viertenmal die Teller. Da- noch bstt ich satt. Albering nimmt noch einen fünften, den er mit dem Geflüster beendigt: � „So, Sohren, das wäre getan— nun lay sie nur kommen. � � �3 schön bedanken", sage ich leise. Wir stehen auf, und Albering fragt: „Wir wissen nicht, wie man Sie anredet, welchen Rang 016 D?Trcknsl>ldat dreht sich her und lächelt: „Soldat wie ihr, Kameraden. 1. 2ch sage: „Wir hatten sehr Hunger— da haben Sie uns im rechten Augenblick gespeist." Albering drängt: „Gehen wir. der Herr hat zu tun, es warten noch andere Mäuler. Wir sind außerordentlich satt, können nicht mehr, allerbesten Dank." Der Trainsoldat sagt zögernd und ernst: „Wollt ihr gehen? Und habt noch etwas in der Schüssel gelassen? Nehmt den Rest doch mit, ich werde ihn euch in eine Dose füllen." Er tut es. und wir ziehen still mit der gefüllten Dose ab, die ich im Arm trage. Albering. dem der helle Fisch mit der trübselig geneigten Schwanzflosse aus der Tasche sieht, voran. Je werter wir uns von dem Hause entfernen, desto mehr beschleunigt er die Schritte. Bet der Scheune ange- langt, sehen wir. daß sie nur nock aus den vier klobigen Eckbalken besteht. Zwischen denen ein Stück Dach liegt. Die Soldaten sind fort, so schlagen wir den Rückweg zur Brücke ein. Albering oersucht zu laufen, fällt wieder in Schritt, aber drängt zur Eile. Beide sind wir in der herrlichsten Stimmung. „Daß uns das passieren mußte!" schreit der Kamerad, „und das Schönste ist, daß es uns nicht einmal zusteht. Hat einer schon jemals gehört: Linsensuppe, das sogenannte rote Gericht, schon in der Bibel gepriesen— und Teller auf Teller, soviel du lassen kannst!" „Man könnte mich totschlagen." schnaufe ich,«Ich brächte nicht mehr hinunter— so satt bin ich." „Satt wie ein Masroß. kann nicht mal mehr laufen. Laß uns ein wenig stehenbleiben, kannst mir den Pott geben." Er nimmt ihn wie ein kleines Kind an feine Brust, und hinter ihm leuchtet das ungeheure Rot der Mohnfelder zwischen den Bäumen auf. Mir ist, als möchte ich in diesem Land« ewig wohnen. Ein Wind bewegt die Wipfel. Neben uns am Strauch hat sich ein kleiner Zaunkönig wie eine kugelige Frucht aufgehängt und schnellt sich auf und nieder. „Im Ernst," grübelt mein Kamerad,„kannst du nicht mehr? — Ich ouck nicht. Was machen wir mit dem Pott?" „Wir können ihn nicht mit zur Brücke nehmen", meine ich.„Sie schlagen einen tot. Wir wollen ihn hier unter den Busch stell'», da findet ihn niemand. Wenn wir da unten fertig sind, holen wir ihn. Das rote Gericht schmeckt einem auch aufgewärmt. Werden alles allein aufessen, he?" Ich finde es vernünftig. Wir bedecken di« Dose mtt Zweigen und laufen zur Brücke hinunter. Gerade kommen wir noch zurecht, um mit anzupacken, als die Rosa mit Hurra aus dem Sumpf gezogen wird. Die Pferde stehen zitternd da. Die Soldaten zerstreuen sich. Albering geht zurück, die Dose zu holen. Ich bleibe neben der Brücke im Gras liegen— das ist ein schöner Taa. Nach einer Weile kehrt mein Kamerad mit verstörtem Gesicht zurück. Er erzählt, daß die Dose umgekippt ist: er hat sie dort gelassen. „Von selber?" entfährt es mir, und ich stehe auf. „Von selber, du Affe!" höhnt Albering.„Los, wir gehen. Von selber— sagt der Mensch. Der Teufel war es oder vielleicht ein anderer. Oder meinst du, ich habe sie aus- gesoffen? He?" „Unsinn!" „Dann werde ich nämlich grob, Kollege, denn ich bin so satt wie ein Walroß. Außerdem— na und so weiter." Wir schreiten hastig aus, um nach Tuliszoff ins Quartier zu kommen. Mein Kamerad macht ein bissiges Gesicht und schweigt sich aus. Bei der Webstuhlhütte holen wir Pfeifer ein, der seine torkeligen Deine unseren gestreckten anzupassen sucht. Der Himmel ist nun rot wie die Erde. Max, redselig vor Hunger, predigt: „Een elennig Land is dat. Elennig als een Karkhoff. Narns maßt wat. Wenn en denkt, en hett wat, un kickt to, so hett en nix. Een elennig Land, Kamrod. Und wor kümmt dat van?— Ursak? will ick seggen.— Wat is de Ursak?— Dat will ick di seggen. Kamrod, bat is de Kohldamp van oll de Lue. Dar kann sick nümms nich mehr tosamenfaten. Se gaht all densulben Patt. Un de Patt? Wat is mit den Patt?— De is to lang— dat segg ick. Wi sünn to wiet. Up den Patt künn männigeen sie« dusend Zigaretts roken. Un denn is noch nie» Enn. Un wor sünn wi?— In Rußland. Dat is een wies lustig Land, dar geiht männigeen sien Patt nich retur. D« Patt is to lang und dat Aeten kummt nich achternah. Se seggt Geduld un meent Kohldamp. Dat segg.ick. Un denn denk ick jümmer an dat gode Aeten to hus. Elk een Dag arote Bohnen in Melk. Dar kunn ick wiet um lopen un brukt doch man blot in Moders Kok to gahn. Na Moder, wat gifst denn vandag? segg ick. Bohnen, min Jung — seggt se und häd een gleunig Gesich. So— segg ick. Un ick targ ehr un segg: Mit Water?— Nö, dat was nich mit Water, Kamrod, dat was mit Melk." (Fortsetzung folgt.) mehr recht und seine Bemühungen, sen anberer Gelte finanzielle Zuschüsse zu erlangen, schlugen fehl. Aus Verzweiflung über feinen wirtschaftlichen Riedergang hat Schinschte selbst Hand an sich gelegt. Ein Abschiedsbrief an seine Frau, der wenige Stunden nach seiner Auffindung einging, gibt über die Veranlassung zu der Tat volle Aufklärung. Beranta Ein Ehepaar verschwunden. Wahrscheinlich Gelbstmord. Seit Montag ist der 36 Jahre alte Schuhfabrikant Oskar Schulze mit seiner 31 Jahre alten Frau Martha spurlos verschwunden. Das Ehepaar, das seine Privatwohnung am HansaUlfer 3 hatte, betrieb in der Gerichtstraße 12/13 ein Lurus schuhwarengeschäft. Die Ehe, die vor 9 Jahren geschlossen wurde, mar finderlos. Am Montag nachmittag gingen Schulze und Frau ohne Angabe eines Bieles weg. Später fand die Hausangestellte, die schon seit 6 Jahren dort tätig ist, einen Brief, in dem das Ehepaar seinen letten Willen mitteilte und die Haus angestellte zur Univerfalerbin einfeßte. Als Grund für ihr Ver. schwinden gaben sie an, daß das unheilbare Halsleiden des Mannes fie beide des Lebens überdrüssig gemacht habe. Am Dienstag früh ging ein ähnlich lautender Brief im Geschäft ein, der außerdem einige Anweisungen enthielt. Alle Gläubiger sollten abgefunden werden, der verbleibende Rest sollte auch der Hausangestellten zufallen. Die Angehörigen erstatteten alsbald Bermißtenanzeige, doch ist bis zur Stunde noch eine Spur bi der Bermißten gefunden worden. Wieder ein Spritweberskandal. Bordatierte Verträge. Hermann Weber, der durch seine Spritschiebungen und seine Riefenprozesse Jahre lang von fich reben machte, und der unter dem Namen„ Spritmeber" in weitesten Kreisen bekannt ist, hat jetzt eine neue Transaktion" vorgenommen, die für ihn und den Berliner Rechtsanwalt und Notar Kaufmann noch ein böses Nachspiel haben dürfte. Durch die Tätigkeit eines Gerichtsvollziehers Schulz, der in einer Arrest fache gegen Sprit. weber eine Pfändung vorzunehmen hatte, wurde festgestellt, daß Weber zusammen mit dem Notar Kaufmann eine angebliche hypothetarische Belastung von Grundstücken mehrere Tage vornotiert hatte. Es handelt sich um Grundstüdstransaktionen, die wieder auf jenes Spritlager zurückgehen, das Beber bei einer englischen Bersicherung mit 6 Millionen versichert hatte. Als es abbrannte, zahlte die Gesellschaft 3 Millionen Mart an den Beauftragten Webers, Dr. Rantrup, der dann nach Holland ging. Mit einem Rest von 2% Millionen Mart tam er nach Deutschland zurüd. Das Geld wurde vom Fiskus beschlagnahmt, dem Weber aber gleichfalls beschlagnahmte Grundstücke im Wert von 6 Millionen Mart zurückgegeben. Nun versucht die englische Versiche rungsgesellschaft, fich an den Grundstüden schablos zu halten. Weber wieder versucht, die Grundstücke und Häuser für sich zu erhalten. Um fie sicherzustellen, sollen gewiffe Rotariatsatte vordatiert worden sein. Die zuständigen Gerichte sehen in diefer Bordatierung der Berträge einen neuen Bersuch Webers, die ihm gehörigen Werte zu verschieben. Auch die Anwaltskammer Berlin ist mit diesem Fall bereits befaßt. Die Schlägerei bei Borsig. Gestern früh berichteten wir über eine Edlägerei in ben Borfig Werten. Dabei wurde der 36jährige Former Wilhelm Rahmel aus Tegel von einem Arbeitskollegen durch HammerSchläge auf den Kopf schwer verletzt. Rahmel fand im Baul- Ger hardt- Stift Aufnahme, wo er zurzeit noch vernehmungsunfähig, aber nicht hoffnungslos baniederliegt. Die Rote Fahne" mußte bereits gestern früh von dem Tode des Schwerverlegten zu berichten. Das kommunistische Blatt teilte seinen Lesern in fnalliger Ueberschrift von einem Arbeitermord" mit, und ließ den Berlegten einfach sterben. Wir werden von Arbeitskollegen des Unglüdlichen gebeten, dieses richtigzustellen. Malheur, Herr Kloth! Herr Kloth hatte, wie mitgeteilt, gegen den„ Borwärts": Redal teur Genoffen Fritz Karstadt wegen formaler Beleidigung getlagt: er wollte den fattsam betannten Arbeiterver räter" nicht auf sich sißen lassen. Rechtsanwalt Genoffe Dr. Rechtsanwalt Genoffe Dr. Landsberg hatte in der Gerichtsverhandlung die Einstellung des Verfahrens wegen Berjährung beantragt. Das Gericht nahm fich eine Woche Zeit, weil es die komplizierte Materie durcharbeiten wollte. Seine Entscheidung fiel im Sinne der Landsbergschen Erwägungen: das Verfahren wurde wegen Berjährung eingestellt, die laut§ 22 des Pressegesezes nach sechs Monaten eintritt. Lebe dich gesund! Mehr Aufklärung über Gesundheitsfragen tut not. 80e. Der Landesausschuß für hygienische Lehmann und für die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassene Boltsbelehrung in Preußen hatte am Donnerstag Spitzenverbände der Berbandsdirettor Schulte. Daß die Krankenin Berlin eine Tagung. Der große Saal im Mini- fassen schon lange vor dem Kriege auf diesem Gebiet sterium für Bolfswohlfahrt war voll besetzt. Unter den rege gearbeitet haben, stellte Lehmann fest. Hygienische Teilnehmern waren viele Vertreter von Behörden des Volksbelehrung sei geradezu eine Pflichtaufgabe der Krankenkassen, Reiches, des Staates, der Gemeinden und von Vereinen. deren Erfüllung ja auch eine Lebensfrage für die Kassen selber sei. Nach begrüßenden Worten des Vorsitzenden, Ministerialdirektor Die Wichtigkeit hygienischer Boltsbelehrung ist auch von den Geh. Obermedizinalrat Dr. Krohne, sprach Wohlfahrtsminister Bewertschaften erkannt worden. Für sie und im besonderen für den Allgemeinen Deutschen GewerkschaftsHirtfiefer über die Bedeutung der hygienischen Boltsbelehrung bund nahm der Arzt Dr. Meyer- Brodniß das Wort. Früher für die Bolksgesundheit. Die Einsicht, daß ohne hygienische ist das Bolt nur Objett behördlicher Gesundheitspflege gewefen, Belehrung des Bolles eine wirksame Bekämpfung heute aber weiß das Volk selber, daß des Arbeiters höchstes der Krantheiten nicht möglich ist, habe fich in immer Gut und einziges Rapital die Gesundheit ist. Den weiteren Kreiſen durchgerungen. Das Wohlfahrtsministerium werde biefe Bestrebungen auf jede mögliche auf jede mögliche Weise unterſtüßen. Dr. Beder, der Minister für Wissenschaft, Kunst und Boltsbildung, wies in seinem Vortrag über die Schule im Dienste der hygienischen Boltsbelehrung den Lehrern die Aufgabe zu, durch Erziehung der Schulkinder zu gesundheitgemäßem Berhalten mittelbar auch auf die Familien zu wirten. Die Unterrichtsverwaltung muß alles tun, durch Pflege der Leibesübungen und des Jugendwanderns die gesundheitfördernden Bestre bungen der Schule zu unterstützen. Sie legt auch großen Wert auf befondere Ausbildung der Lehrerschaft für diese Aufgabe. Ministerial direktor Geh. Obermedizinalrat Dr. Krohne erörterte 3wed und Ziel der hygienischen Boltsbelehrung, die sich zu wenden habe gegen die erschredende Unwissenheit im Gesundstück der öffentlichen Gesundheitspflege. Die Landtagsabgeordnete heitswesen, gegen das gefährliche Halbwissen, gegen Aber glauben und Kurpfuscherei. Er erwähnte unter anderem die Un fitte, schon Kindern Alkohol zu geben, auch die zunehmende Neigung der Frauen, Tabaf zu rauchen.( Lebhafter Beifall der Männer.) Vorträge, Ausstellungen, Presse, Film, Rundfunt follen im Dienst der hygienischen Voltsbelehrung stehen. Ueber die Mitarbeit der Krantentassen sprachen für den Hauptverband deutscher Krankenkaffen sein geschäftsführender Vorsitzender Hellmut Rafetenwagen startet Sonntag. Die Schwierigkeiten, die fich dem Start des Rafetenwagens des Ingenieurs Kurt Bolt hart entgegenstellten, find nun endlich behoben, und am fommenden Sonntag, dem 2. Dezember, wird die erfte öffentliche Borführung nachmittags um 3 Uhr auf der für den Verkehr gesperrten Nordschleife der Avus vor sich gehen. Der Start findet bei jeder Witterung ftatt. Schutz der Gefundheit des Arbeiters zählen die Gewerkschaften seit langem zu ihren wichtigsten Aufgaben und sie haben auch auf diesem Gebiet erfolgreich gearbeitet. Es ist nur folgerichtig, daß sie die Arbeit des preußischen Landesausschusses für hygienische Volks belehrung unterstützen. Im Namen sozialhygienischer Verbände und ärztlicher Bereinigungen erklärten mehrere Redner, daß die Arbeit des Landesausschusses zu begrüßen sei. Andere Redner sprachen über die Stellung der Schule und der Kirche zur hygienischen Bolksbelehrung. Der Berliner Stadtmedizinalrat Prof. Dr. von Dri galsti hob hervor daß die öffentliche Gesundheitspflege aus der Arbeit der Kommunen nicht mehr wegzudenken ist. Der Schularzt fet faft ganz ein fommunales Geschöpf". In der Fürsorge für Kinder und Jugendliche liege eigentlich das Kerna Frau Dr. Wegscheider forderte, daß die Lehrer selber auch im gesundheitsgemäßen Berhalten ein Bor bild für die Jugend zu sein sich bemühen Sonst werde, fürchtet fie, bei diesen Aufklärungsbestrebungen alle Belehrung durch die Schule erfolglos bleiben. Im Schlußwort faßte Dr. Bornstein, Generalsekretär des preußischen Landesausschusses, den Sinn der Tagung zusammen: Hygiene will nicht gelehrt, sondern gelebt werden." Heute, Freitag, 30. november: 35. Abt. Abrechnung der Weihnachtssammellisten findet um 20 Uhr bei Guz towfti, Schreinerftr. 38, statt. Reukölln. 89. Abt. 20 Uhr wichtige Bersammlung der SPD.- Ronfummitglieder der Berlaufsstelle Habrechtstraße Ede Bannierstraße, bei Grommed, Sanderftraße 10. 93. Abt. Die Bezirksführer werden gebeten, fich mit der Raffierung fo einzurichten( für Dezember ift mitzutaffieren), daß am Conn abend, 15. Dezember, abgerechnet werden kann. Morgen, Sonnabend, 1. Dezember: 7. Abt. Bergnügter Abenb um 20 Uhr in den Colibri- Festfälen, Gartenstr. 6. Eintritt 80 Bf. Chrung der Alten. 26. Abt. Alle Genoffinnen und Genoffen beteiligen fich an dem Binterver gnügen bes Reichsbanners bei Büttner, Schwebter Str. 23. Eintritt 75 937. ( Rameradlo aft Senefelber Plaz.) 38. Abt. 19% Uhr Wagenhofer- Brauerei Landsberger Allee 24-25. Beteiligung aller Barteigenoffen an der Bannerweihe bes Reichsbanners. 79. Abt. Schöneberg. 20 Uhr im 2otal Warth( Sport- Rafino), Hochkirch. Ede Monumentenstraße. Berbe- und Familienabenb mit mujitalischer Unterhaltung. Feftrede Ferdinand Bauhoff. 128, urb 130. Abt. Tantom. Zur Grünbungsfeier ber Freien Zuznerschaft Grok Berlin, Abteilung Bankow, 20 Uhr im Großen Eaal des Bürgerparts, with rege Beteiligung erwartet. Anfoliekend Tanz. Die Abteilungsleitung. 131. bt. Stiebericorbausen. 20 Uhr Funktionärsgung bei Alindt, Friedensplan. 133. bt, Budbala. Alle Mitglieder beteiligen fich an bem 1. Stiftungsfeft baz Freien Turneridaft Groß- Berlin, Abteilung Buchholz, um 20 Uhr im Lotal Gefelliraitshaus, Berliner Ctr. 39. 136. bt. Reinider borf Dit. Die 8. weltliche Schule in Reiniden barf- Dit rez anstaltet am Connaberb um 20 Uhr in der Aula bes Realonmnasiums, Berner Straße, einen fubert- Abend unter Mitwirkung des Männerchors Fichte- Georginia". Eintritt 30 Bf., Kinder 15 Pf. Frauenveranstaltungen. den dauern und wird sich aus vier Abschnitten zusammensetzen. Boraussichtlich wird die ganze Borstellung mur dreiviertel Stun Zuerst hält Ingenieur Bolkhart eine furze Ansprache durch das Sprachrohr, worauf er feinen Wagen am Start besteigt. Der Start findet an der 400 Meter südlich der Nordschleife befindlichen Brücke Tribüne C vorbei bis in die Kurpe, wo Volfhart, der vorher seine statt. Die Fahrt selbst führt anfangs in mäßigem Tempo an der sämtlichen zwölf Rafeten laut polizeilicher Vorschrift abgebrannt haben muß, mit dem legten Schwung wenden wird. Nunmehr wird das Fahrzeug durch ein Auto wieder an den Start gefahren, dort frisch mit Rateten versehen, und mun fährt Bolthart in erheblich größerem Tempo die gleiche Strede noch einmal. Den Abschluß bildet eine kurze, aufklärende Ansprache nach der zweiten Fahrt durch Kurt Bolthart über das Raketenauto, seine Verwendungsmöglichkeit und Zukunft. Benuzt wird ein einfaches Bugatti- Fahrgestell, das nach vorn etwas verlängert wurde, und in welchem der Fahrer dicht hinter der Vorderachse auf dem einzigen vorhandenen Sitz Plaz nimmt. Im Gegensatz zu dem Opelschen System sind hier die Rateten terraffenförmig an geordnet. Bei diesem bereits zum Patent angemeldeten System bewirkt die Einrichtung des Aggregates, daß bei Detonationen die eine Rakete nicht die andere zur Explosion bringt. Die Fahrt geht ganz einfach vor sich. Durch einen Fußhebel werden die Raketen der Reihe nach entzündet und brennen mit starkem Zischen und weißlichem Rauch ab, den Wagen rasch nach vorn treibend. Es ist flar, daß ein mit Pulverrafeten getriebenes Fahrzeug niemals eine Bufunft haben fann. Aber es wird nicht mehr lange dauern, und damn figt im Ratetenwagen statt der Pulverladung ein Flüssigfeits motor, der nach dem gleichen Prinzip der Rüdstoß tag, 6. Dezember, um 6 Uhr morgens auf Bahnhof Friedrichstraße ein. Die wirtung arbeitet. Karten für die Vorführung am Sonntag find zum Preise von 5 bis 2 M. im Bureau des DMB., Kleiftstr. 22, zu haben. Herr Kloth hat Malheur. In der Beleidigungsflage des Parteinachrichten Genossen Breitscheid wurde er zu 1500 Mart verurteilt. Die Beleidigung des Landtagsabgeordneten Ruttner foftete ihm 500 Mart. Jeht find ihm auch noch die Kosten feiner eigenen Beleidigungsflage auferlegt worden. Die Wanderratten. Diese Wanderratten", die unter Theo Mareis Führung von Zeit zu Zeit auch in Berlin auftauchen, find feine folche wilde Schar, wie die in dem Gedicht von Heinrich Heine, sondern eine recht fultivierte Schauspielertruppe. Freilich mögen fie manchem guten Bürger doch als eine„ rabifale Rotte" erscheinen denn diese Wanderratten sehen ihre Aufgabe darin, politische Rabaretttunst fürs Bolt zu bringen. Wir haben schon scharf beißende Satire von ihnen erlebt. An diesem Abend in der Neuen Welt" allerdings streuten sie nicht, wie sie angefündigt hatten, gefährliches Rattengift aus, sondern sie ließen ein viel farbiges, lustig Inallendes Feuerwert über das Publikum hin regnen, bei dem allem Anschein nach beide Teile völlig auf ihre Roften tamen. Im Zuschauerraum wollte das Lachen nicht ver stummen und die Künstler erhielten reichen Beifall. Besonders Iuftig war ein Stetsch Sturm in Potsdam" von Karl Snog, der sich dem bunten Kabaretteil anschloß. Das fleine Spiel schildert in heiterer, schmissiger Form, wie die Potsdamer Hofluft einer feudalen Offiziersfamilie von dem jüdischen Bazillus nerfeucht wird. Friedel Hall, Charlotte Arno, Ari Bater und Theo Maret, bie pier Wanderratten, spielten entzückend. Das fehr vergnügliche Bühnenbild war von Gotthardt Jtting. Man hätte gewünscht, daß ein viel zahlreicheres Bublifum, als es leider der Fall war, zu diesem prächtigen Abend erschienen wäre. Der Raubmord in der Altmart aufgeklärt. Der Raubmord an der Witwe Nahrstedt in Cindtorf ist auf geflärt. Als Täter konnte der Gelegenheitsarbeiter Arnold Bethke in der Nähe feines Geburtsortes Buer festgenommen werden. Er hat die Tat eingestanden Einsendungen für diese Rubrik find Berlin 68, Lindenstraße 8, für Groß: Berlin Stets an bas Bezirksjefretariat 2. Sot, 2 Trep. rechts, zu richten. Die Beerdigung unseres Genoffen Ferdinand Ewald findet am Sonnabend, 1. Dezember, 14% Uhr, auf dem Begräbnisplatz der Freireligiöfen Gemeinde, Pappelallee, statt. 54. Abt. Charlottenburg. Wir beteiligen uns Montag, 3. Dezember, 19% Uhr, am Kreisfrauenabend im Jugendheim Rofinenftr. 4. Vortrag der Genosin Mathilde Wurm, M. d. R., über: Die Etellung der Frau in der Wirt fchaft". 91. st. Renfelln. Seute Freitag, 30. November, 1914 Uhr, bei Lildbecke, Fontane Ede Sarlsgartenstraße, Vortrag des Genossen Adolph Hoffmann. Thema:„ Bibelstunde". Jungfozialisten. Gruppe Süben. Heute Freitag, 20 Uhr im Jugendheim Dordstr. 11, Vor. Gruppenabend aus. Biz beteiligen uns gefchloffen an dem politischen Infor frag:„ Das Behrproblem". Gruppe Webbing- Gesundbrunnen, Heute fällt der mationsabend der Gesamtbewegung in der Juristischen Sprechstunde, Linden ftraße 3. Am Sonntagabend 20 Uhr findet im Heim Orthstr. 10 ein heiterer Abend statt. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Groß- Berlin. Achtung! Die Geschäftsstelle ist heute Freitag nur bis um 191 Uhr geäffnet. Die Vorftandsfkung fällt heute aus. Aytung, Kreisleiter! Der erste Transport der Puhrfinber trifft am Donners Adressen müssen bis spätestens Freitag, 30. November, in der Zentrale sein. Geburtstage, Jubiläen usw. 93. Abt. Reuten. Unseren braven Parteimitaliedern Emilie und Karl Grothaus, Stuttgarter Str. 44, bie herzlichsten Glückwünsche zur Silberhochzeit. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 20. bt. Am 26. Monember verfarb nam langem fdweren Leiden im Alter von 82 Jahren unfer Genoffe Werbinanb Ewalb. Wir verlieren in ihm einen alten Rämpfer, der schon unter dem Gozialistengefet für die Partei gewirkt hat. Ehre feinem Andenken. Beerdigung am Sonnabend, 1. Dezember, 14 Uhr, auf dem Friedhof der Freireligiösen Gemeinde, Papvelallee. Die Genoffen treffen fich zur Beteiligung( don um 13 Uhr im Cotal Tole, Rolonieftr. 15. 43. Abt. Unfer langjähriger Parteigenoffe Seinrich Gietharb ist am Diens tag verstorben. Die Einäfcherung findet am Sonnabend, 1. Dezember, 1715 Uhr, im Krematorium Baumsgulenweg statt. Um rege Beteiligung wird gebeten.. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Funkwinkel.* Ueber den Baumeister Gottfried Semper spricht anläßlich der 125. Wiederkehr feines Geburtstages Dr. Cito Bratistofen. Er gibt eine Biographie Sempers, den Entwicklungsgang des Künstlers, die verschiedenen stilistischen Einflüffe, die auf ihn wirften. Hans Tafiemta behandelt den Erzähler Traven, der sich in mysteriöses Dunkel hüllt und dessen Romane zuerst der„ Borwärts" veröffentlichte. Niemand tennt Traven oder seinen näheren Aufenthaltsort. Man weiß nur, daß er in Merito lebt und in deutscher Sprache schreibt. Ein näheres Eingehen auf die Werke hätte dem Vortrag nichts geschadet. Die Wahl der Kapitel, die Josef Bunzl vorfieft, ist recht glüdlich getroffen. Die Abendveranstaltung beginnt mit einer Uebertragung des Kodalyschen Duos für Violine ured Cello aus dem Beethoven- Saal. Der Klang der Instrumente fommt gefättigt und farbig im Radio zum Ausdruck. Hagemann jetzt dann die Reihe„ Dialoge der Weltliteratur" mit Szenten aus Gobineaus Renaissance" fort. Sehr gut feine einführenden Säge, die das Wesen der Renaissance andeuten sollen. Ganz tnapp skizziert Hagemann die Hauptrichtungen und bemüht sich diesmal auch, feinen Gedanken eine einfachere Form zu geben. Er redet nicht mehr allein zu den Gebildeten. Als Regiffeur findet er den richtigen Mittelweg, um diesen bunten, dramatisch bewegten Szenen den Charakter des Dialoges zu bewahren und ihnen doch alles monoton Rezitierende zu nehmen. f. S. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gerhäftsstelle: Berlin 14. Sebaftianftr 37/38. Sof 2 It Freitag, 30. Rovember. Lichtenberg. Kamerabidaft Mahlsdorf. 20 Uhr bei Anders, Bahnhoffte. 18, Mitgliederversammlung. Bor trag Ramerad Bindelschmidt. Ohne Mitgliedsbuch ein Eintritt. Hermsdorf. 20 Uhr Bersammlung bei Olrint, Bahnhof. Ede Berliner Straße. Bortrag Ramerad von Butttamer Vor zehn Jahren". Sonnabenb, 1. Dezember. renalaver Berg. Kameradschaft Senefelder Blah. 20 Uhr in Bittners eft fälen, Schwebter Str. 23, Bintervergnügen. Eintritt 75 f. 28ilmersdorf. Der Fadelzug findet nicht statt! Steglit( Ortsverein). Der für 19 Uhr antorfekte adelzug findet nicht statt. Beginn der Rundgebung 20 Uhr im Albrechtshof. Genntao, 2. Dezember. Mitte. 17 Uhr bei Schilling, Runge ftraße 30. 3. Samerabfdjaft., Kamerabfchaftsverfammlung mit Damen, ot trag: Alt- Berliner Sumor" Anfchließend gefeliges Reifammenfein. geführte Gäste wiltommen. Jungbanner. Antreten 915 Uhr Anifter Part treten 9 hr in Bundestieidung auf dem Sportplas. Meltere Ramieraden fönnen sich beteiligen. EinSolzarbeiterverbandshars), Bundeskleidung. Lichtenberg. Junamannschaft. Aleinkaliberfügen- Bezeiz Republik e. B., Beefin- Brandenburg. Kreuzberg. Freitag, 30. November, 20 Uhr, im 20la! von Rrepp, Plenufer 76, Vol perfammlung. Menton- Brit. Gonntag, 2. Desember, 9-11 Uhr Schießen int Galgenhaus Reufen. Lichtenberg urb reptow. Gonntag, 2. Dezember. 9-13 Uhr Schießen. Sitte unb Friedrichshain. Fonntan, 2. Dezember, ab 12 Uhr Schießen. Kreis Often. Dienstag, 4. Dezember, 20 Uhr. Giguna bea Gesamtvorstandes bei Schilling. Fungestr. 30. Folzarbeiterverbandshaus, Cämi Hiche Borstände, Auffitsperfonen foule Stammitglieder haben zu erfcheinen. Typographiides Orchester. Dirigent: Grid Girigeit. Borsigender: Johannes Soule, Berlin.Briz, Bintioce 48. Uebunasshunden: Freitags 2014-22% im Sängerheim. Jnbaber: Johannes Laufd, Neukölln, Sermannstr. 199, Names Ronzert: Rum 68. Stiftungsfeft des Perliner Cauvereins i. B. b. D. B.( Funk halle. Eneifefaal: Unterhaltungsmufit ab 11 Uhr abends). Berliner Uthmannchor. Freitag um 18 Uhr im gofal Arfebera, Gericht ftraße 71. Treffen aur Einäfcherung unseres Gefanabenders Gustav Eterde. Berein Sozial'stifer Merate, Ortsgruppe Groß- Berlin. Eikung am Dienstag, dem 4. Dezember, 20 Uhr, im ehemaligen Serrenhaus, Leinginer Str. 3. Dr. E. Joel spricht über Der Arzt und die pharmazeutische Industrie". Dt. 2. Alauber spricht über Aerztekammer und§ 218". ट sid WINDS stribish 091910u 107 aliow i- W 19V Der moderne fesche Velours- Mantel in der geschweiften Modeform, mit Opossum- Plüsch reich verbrämt( hochstehender Rollkragen, hohe Stulpen); ganz auf Damassee 2650 Wir beide sind fein raus! Neuc, totschicke, mollige Winter- Mäntel einen tüchtigen Batzen dabei gespart allerhand Geld übrig für Weihnachten Glücklich!! Sind Sie neidisch? Aber nicht doch! Sie können's doch genau so gut haben GEHEN SIE A Oranienstr.40 Am Oranienplatz. 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September 1928 insgesamt '2 826 unerledigt« Anträge von Beschädigten auf Reu- villigung. Wiedergewödrung und Erhöhung der Rente vor. Aus >«n Fall muß im Rechnmigsjahr 1928 mit einem weit kößeren Zustrom als bisher gerechnet werden, zumal die cht der Abgänge gerode in diesem Jahr« außerordentlich gering - Bar dem Jahre 1930 dürste mit einem Stillstand der Zlufwärts- loegung kaum zu rechnen sein. Die Zahl der versorgungsberechiigten Kapitulanten ist «ichsolls, und zwar wider Erwarten, gestiegen. Es erhielten Der« ■Ri'ng 38917 Kapitulanten im Mai 1928 gegenüber 55 276 im ttober 1926 und 50 422 im Oktober 1924. Der Durchschnittssatz r Minderung der Srwerbssähigkeit betrug im Mai 47 Proz. gegenüber 46L Proz. im Oktober 1926 und 46� Proz. ' Oktober 1924.' Bei den Hinterbliebenen ergibt sich kein einheitliches tld. Die Zahl der Witwen hat leicht abgenommen, während andere >hlen gestiegen sind. Die Zahl der Witwen betrug im Mai 1928 �560 gegenübe? 361 024 im Oktober 1926 und 364 950 im Ol- der 1924. Dt» Zahl der Hinterbliebenen insgesomt betrug im «> 1028 1 430 761 gegenüber 1 514 150 im Oktober 1926 und 597 135 im Oktober 1924. lieber die finanziell« Auswirkung sagt di» Denk- rist. daß die Ersparnisse augenblicklich noch sehr gering sind. Ins- tarnt ergebe sich bei einem Vergleich de» Stande» vom Oktober 76 und vom Mai 1928 bei gleichen Rentensätzen eine Minder» "»zobe van nur rund 10 Millionen Mark. Ein ähnliches Er« t>n>s werde auch für die nächst« Zeit zu erwarten fein. Späterhin 'ftte sich der Betrag zweiiello« erhöhen, und man werde mit einer hrlichen Minderausgab« von rund 30 bi« 35 Millionen Mark hnen können. Das Bild oerschieb« sich sedoch sofort, wenn d!« droussetzungen für di« Gewährung d«r Rente oder dl« Rentensätze ftfi irgendwie geändert werden. So würde z. B.«n» Er- fhung der Bezüge der Kriegsbeschädigten und Hinter- 'ebenen um 10 Proz. im AugeribNck nicht weniger als nrnd ta Millionen Mark jährlich erfordern. Reichstag und Kommunalpolitik. iivsehaag eines freien kommunolpolitifchen Ausschusse«? Im Reichstag fand am Donneretag unter dem Borsitz des kästdenten LLbe«in« Aussprache zwischen Tertretera der kommu' >l«n Spitzonkörperschaftrn und Mitglieder» aller Fraktionen wegen 'r Einsetzung«ine« kommunalpolttlschen Au» buss,» heim Reichstag statt. Die«st« Anregung dazu war bereits auf dem Mag da Uger Städtetag 192? gegeben worden� E» ist immer der tanjch aller kommunalen GpstzenkSrparfchaft« gewesen, die ho- Ederen Interessen der Gemeinden auch in der Reichsgesetzgebung » Geltung zu bringen Da di« Retchsgesetzgebung sich steigenden Umfang ausgedehnt und viel« Gebiste, krühtr van don Länder« geregelt wurden, setzt d» Zuständigkeit '■i Reiches unterstehen, so ist dieser Wunsch verständlich und de» %!gt. Hinzu kommt, daß insbesondere in der sozialen Fürsorg« ' steigendem Umiang die Frage auftaucht, ad die örtlich« oder t« beruflich« Selbstverwaltung W« zweckmäßigst« 'fm s«i. Aus diesen Erwägungen sprach sich die sozialdemokratisch« ätktioi, durch den Genossen Dr. Hertz für die Einsetzung einet �ei«n tommunalpolitischen Ausschusses aus. Sie �nt« jedoch die Bildung eines festen mit Beschlußrecht ausgestatteten fbchstagsausschitsses ob. weil dadurch Nur«in« unangenehme HSu- st"? der Reibungen innerhalb des Reichstags eintreten wurde. fuchdi« übrigen Fraktionen sprachen sich im allgemeinen �stimmend zu der Bildung eines freien Ausfchusie» aus. Die Bcr fiter der deutschnotionalen und der Zentrumssroktivn äußerten �«r Bedenken, doch darf angenommen werden, daß auch ihre«nd- "llige Haltung zustimmend sein wird. Bräsident L ö b e bat die Fraktionen, sich boldigst über ihr- end- Mge Stellungnahme schlüssig ,» werden, damit der A« liest«n- "t schon in kürzester Zeit abschließend entscheiden könne. An Twhkis Krankenlager. Väterchen Zar: �Gag, Väterchen Stalin, warum habt ihr mich eigentlich erfchossen? Wir wollten doch im Grunde genau dasselbe?" Meiterdemonstration gegen die Tscheka. Was die Gowjeipreffe verschweigt. Die Vorgänge in Kirchhain. Eine amtliche Mitteilung. . Lob«? Borgong« im Kreis« Äirchham(Regierungsbezirk Kassel) ftaen einige Morgendlätier vom 29. d. M ein« nicht in ollen Teilen Messende Dorstellung. Wie dem Anülichen Preußischen Presi«.- �"st hierzu aus dem Preußischen Ministerium des Innern mit- r-cilt wird, ist daran ollein richtig, daß in der Tat im Kreis« Kirch- «inig« nationalsozialistisch« Gruvpen im letzten Jahre m t l i- tische U« b u n g e n in geschlossenen Lsrbändt» veronstaltst \ di« nach den bestehenden gesetzlichen Bestimmungen unzu-- 'f ig sind. , Der Land rat des Kreises Kirchhain. Herr von Gilsa, war "ch seine unterstellten Polizeiorgane über biese Vorgänge unter ?'et. Er sah sich nicht veranlaßt, dagegen einzuschreiten, auch ver WOmte er. pflichtgeniah bU zuständig« vorgesetzt« Behörde von �tan Dvrgängen in Kenntnis zu setzen. Infolgedessen hat sich der �Nische Minister des Innern entschlossen, bei der prsuhilchen taatsregierung den A n t r a g z u st« l t« n. den Sandrot von Gilsa "r Disposition zu stellen. Die preußisch» Staatsregierung «d sich voraussichtlich den, Dorschlog« des Innenministers an- Meßen. i Unabhängig oo» den Maßnahmen gegen den leitenden poliii- p'o Beamten des Kreises geht natürlich das«benfall« bereits«in- sseitete Strafversahren gegen dt« für di« Hebungen ver- Norllichen Leiter, die sich durch die Veranstaltung dieser Hebungen �«n die bestehenden Gesetze vergangen haben. Das Reichsorgan de« Sentit- Bundes hat au« Rußland neue Informationen erhalten, denen zusolge die Opposition am 11. Jahres- tag der Revolution in Städten wie Moskau, Leningrad. Charkow, Baku, Stalingrad usw. Vorstoß« unternommen hat. Heberall in den Revolutionegedinkversammlungen der Betrieb« hätte die Opposition zu sprechen versucht. Außerdem wären Resolutionen»ingereicht worden, di« sich g«g«n di« Herabsetzung de» Lebensstandard» dar Industriearbeiterschoft. gegen die Verschlechterung ihrer Lag«, gegen die hohen Getreidopreis« und gegen de» tuläkcn- freundlichen Kur» wandten. Außerdem sei in den Resolutionen Porteidemokratie verlangt worden. Dort, wo«« d«r Oppo sitiem grfungen sei. Redner sprechen zu lassen, wären tag» daraus sämelicheRednerdurchditTschekaoerhaftet worden. In Smmaiaö wären im ganzen 75 Oppositionelle verhaftet, in Kiew sogar über 100. Als in Kiew die Rachrichi von dar Bmchafwng in der Arbeiters chast bekannt gaworden sei. hätte sich des Proletariats«m« große Empörung bemächtigt Stürmisch s« die sofortige Freilassung der verhafteten gefordert worden. Au« der dortigen Schuhfabrik fei ein Teil der Belegschaft .zum Gefängnis der GPU. gezogen. Die Demonstranten wären in das Gefängnis eingedrungen, u. a. wären Reden vom Balkon des Gefängnisses gehalten worden. Um de» Etnoruck dies« Kundgebung zu zerstören und um es so hinzustellen, als ob die gesamte Belegschaft mit der Demonstration nicht einverstanden sei. hätte da» Partei- zellenbureau der betreffenden Fabrik drei Belegschaftsmltgliader als Delegation ernannt. Diese Delegation sei vor dem Kiewer Partei- komitee erschienen und habe erklärt, daß die Belegschaft die Datum- stration«ine»„Teiles" vor dem GPU-Gefängnis verurteil« und mit den Maßnahmen der Staatspolizei gegen die Oppositto««inner standen wäre. Daraufhin hätte sich folgendes«eignet: Als die drei Beauftragt« der Stollnbureaukratt« in den Betrieb zurückkehrten, war«, sie unter dem Jubel der Gesamt- belegschaft verprügelt worden. Es hätte sich spontan«in gewaltiger Demonstrationszug der rund 2000 KSpte zählenden Belegschaft der Kiewer Schuhfabrik gebildet. Der Zug sei vor da» Gebäude des Parteikomitees gezogen. Gawählt« Delegierte hätten im Rainen der Demonstranten die sofortige Freilassung aller Verhafteten oerlangt Die Verhafteten seien inzwischen schon von dar GPU.«ach Moskau verschleppt worden. Baden diese Demonstration und über di» neuen Verhaftungen, den« bereit? wettere Verbannung?» gefolgt seien, schweig» sich die rvfstsche Presse völlig au». . Vlullge Zusmnm-nstöß« In Indien. Wi« ein, indisch, 6n �denz meldet, sind anlohlich eines von de» Anhängern der»i 1.' i 6 ejv, g u n g oeranstolteten Demonstrationszuges____ «in« indisch» Äorre- ' oy- ---irLuv-�llnu ut. w,«i■-... die xischo verfasiungskommtssion 36 Demonstranten in Lucknow h der Polizei f ch««r.»?'«"?«» ward«.»nl°».3U d..ftm Ratstagung in Lugano. 60 000 Franken Mehrkosten. Gens. 29. November. sEigenbertcht.) Am Donnerstag haben sich.zwei höhere Beamte des Völker- bundssokretariots nach Lugano begeben, um die notwendigen Bor> bereitungen für die am 10. Dezember beginnende Ratstagung zu treffen. Es handelt sich u. a. um di« Unterbringung de» Sekte- tariatsstabee von rund 100 Beamten, wozu die Delegationen der Ratsmächt«, wie Pressevertreter usw. koinmen. Die durch die Per- legung entstehenden Kosten dürften rund 60 000 Franken de- tragen. Fürsorge für Oberschlesien. Vrschlüsse des HauptausschusseS des Landtags. Im Hauptausschuß des Preußischen Landtags sind die von der sozialbemokrotischen und der demokratischen Fraktion eingebrachten Anträge für die Provinz Oberschlesien beraten worden. Einstimmig angenommen wurde»in Antrag, wonach im Benehmen mit der Reichsregierung die Mittel für verstärkte Förderung von Not- standsarbetten erhöht werden sollen, damit di» au« der Grenz- ziehung erwachsenen Aufgaben endlich gelöst werden. Ferner sollen die für Meliorationen nicht verbrauchten Betrage der Provinz zur Verwendung in den Sommermonaten zurückerstattet werden. Die Richtlinien für die Durchführung von Notstandsarbeiten sollen dahin gemildert werden, daß auch ausgesteuert« Erwerbsws« zu Notstands- arbeiten zugelassen sind. Auch ein anderer Antrag wurde ein- stimnlig angenominen, wonach die Entschädigung, di» da» Reich von Polen für die Chvrzower Stickstoffwert« erhält, zum Aufbau der oderschlesifchen Wirtschaft verwandt werden soll Die preußisch« Regierung soll ferner dahin wirken, daß eine Stillegung der Donnersmarck-Hütte verhindert und die vom Stahl- werksvcrband diktierte Frachtbestlmmung, wonach die vder- 'chlesifche metallverarbeiteitde Industrie ihre Rohprodutte mit Auf- chlagesrachtdasis Oberhausen selbst von vberschlesischen Werken fit- ziehen muß. ausgehoben wird. Schließtich soll alles versucht werden, um di« bereits stillgelegte weiterverardeitende Meiollmdustrie Ober schlrsiens wieder in Gang zu bringen. den Bedürfnisse« der Bauern gerecht werde. Der Gruppe Rqkow-Äalinin sei e« gelungen, Stalin zu Zugestandnissen zu zwingen. Wie schwach der Einfluß Stalin» auf die Rote Armee sei. gehe daraus hervor, daß zahlreiche Truppenteil» dem Kriegs- kommissar Worvschilow Huldigungstelegramm« zugestellt hätten. in denen«r als ihr alleiniger Führer anerkannt werde. Worofchilow gegen Gialin? Abschwenken zur bauernfreundlichen Gruppe Aalinin-Vykow Nach Moskauer Meldungen, die von der TU. verbreitet werden, wird in gut unterrichteten Kreisen«rtlört, daß S t o l i n im pali- tischen Bureau«ine empfindlich« Niederlag« erlitten habe. Worvschilow sei der politischen Gruppe Kaliutn-Rytow Llugesühnte Vergehen. Gegen russisch« Arbeiterinnen. Das nachstehende Zitat würde zweifellos von der„Raten Fahne"' als„Fälschung" erklärt werden, wenn«« niiht zufällig einem in der„llioien Fahne" selber abgedruckten Leitartikel der „Prawdo" vom 23. November entstammt«. Der Artikel der „Prawdo" behandelt die Zusammensetzung der tommunistisehen Parteimitgliedschaft in Sowjetrußland und betont die Rotwendig- kait, den Prozentsatz der betriebetSttgen Arbeiter in der KPSH. von nur 42 Proz. der Gesamtmitgliedschast auf Mindesten» 50 Pro; zu erhöhen. Heber dieses Ziel wird gesagt: Da» bedeutet, durch die Säuberung unserer Reihen von jeg lichcn untauglichen, entarteten, deklassierten Elementen den Anteil dcr Arbeiter �u erhöhen. Da» bedeutet, di« noch unberührten Reserven der Arbeiter und besonder« der Arbeiterinnen 1« erfassen, die durch die Fehler und Bergehen«tnzel- n« r unserer Genossen, die manchmal nicht wiedergutgemacht werden und unbestraft bleiben, vom Eintritt abgehalten werden. Bergeben gegen Arbeiterinnen? Begangen von kommu- n istischer. Funktionären? Die„manchmal" nicht wieder gutgemacht werden und unbestraft bleiben? Weswegen den Atbeiterinnen di« Luft zum Eintritt in die allein seligmachende KPSU. vergeht?— Dad läßt tief blicken! Kaschistenmethoden in Lugoflawien. Stefan Voditfch' Witwe darf nicht ins Ausland reis«,. Belgrad, 29. November. Wie das Organ der iroa tischen Bauernpartei„Narvdny Pal", meidet, hat es die Agramer Polizei abgelehnt. derWitweStefan Rad Uschs einen Auslandspaß auszustellen. Frau Stefan Radtlsch veröffentlicht dazu«ine Erklärung, ln der st« sich über dies« Freizügigteitsbeschränkung beschwert und sagt, sie hätte nach Paris zu ihrem Sohne reisen wollen. �g�n�'r Polizei'' bot"die' Richtbefolgung der polizeilichen Wai. I betreten, nachdem er' mit'fs'üe��cht� Ken hinsichtlich des für den Semonsirvkivnszug o.rgefchriebenen 1 di« Schkägfertlgttit der Ritte,, Armee d e � Pro/. �...... �............................. h* 1 d«m°tchSngig?in � l �K-ung wegen dieser Soyo'litöi Diu u ch t a n d�'gegemiber Der MH.Cao-ll.h-Mm ist°°w pvlni�-n Die Ruhrarbeiter zum Kampf. Bericht der Bezirksleiter. Bochum, 29. November.( Eigenbericht.) Die am Donnerstag abgehaltene Delegiertenkonferenz der freien Gewerkschaften nahm eine Entschließung an, in der es heißt: handlungen. Im übrigen halten wir es für außerordentlich bedauerlich, daß solche gelegentlichen Aeußerungen in öffent licher Bersammlung fälschlich und einseitig als offizielle Berlaut barungen eines Regierungsvertreters hingestellt werden.) Die Gewerkschaften schlugen dann ein Provisorium bis zur Entscheidung des Reichsarbeitsgerichts über die Rechtsgültigkeit des Schiedssprudes vor. Zunächst verlangten bie Metallarbeiterverbände bei sofortiger Wiederaufnahme der Arbeit unter den alten Lohnbedingungen im Falle der reichse bau ereignen. Dem preußischen Wohlfahrtsminister Hirtfiefer ge bühre für seine tatfräftige fanelle Durchführung der großzügigen Hilfsaktion ber Dank aller Beteiligten. Anmerkung der Redaktion: Es bedarf wohl feines Beweises, daß nicht ein einziger chriftlicher Gewerkschaftsvertreter imr. 5 Reichstag einem folchen Gesetz zustimmen würde, ganz abge sehen von den übrigen Abgeordneten der Fraktionen des Zentrums der Bayerischen und der Deutschen Bolfspartei fowie der Deutsch nationalen und Nationalsozialisten, denen die christlichen Gewerf fchaftsvertreter angehören. Im übrigen weiß Sturth natürlich, das Die die Richtlinien gemeinsam von Hirifiefer und Grzesinsti aus gearbeitet wurden. Gind die Löhne zu hoch? Die Gewerkschaffen haben erklärt, daß die Regelung der Arbeitszeit ohne Kündigung des Arbeitszeitabkommens Gegenstand von Verhandlungen sein kann. Sie nehmen deshalb Abstand von einer Kündigung am 1. Dezember 1928. Weiter haben sich die Gewerkschaften mit der Berkürzung der Laufzeit des Schiedsspruches einverstanden erklärt. Diese Vorschläge haben die Arbeitgeber brüst abgelehnt. Hierdurch fommt deutlich der arbeitsgerichtlichen Feststellung der Rechtsgültigkeit des Schieds der Ruhrindustriellen sowie im allgemeinen überhaupt wahre Kern des Machikampfes der Arbeitgeber zum Ausdrud. Sie wollen den kampf! Sie wollen nicht allein den Schiedsspruch beseifigen, sondern sie wollen jede tarifliche Berbefferung unterbinden. Sie haben die Offensive gegen die Schlichtungsordnung eröffnet unter nichtachtung von Recht und Gesek. Die Gewerkschaften erwarten, daß von der Regierung alle zur Verfügung stehenden stehenden Mittel angewandt werden, um diesem gesetz- und rechtswidrigen Borgehen der Arbeitgeber Einhalt zu gebieten. Die Arbeiterschaft verteidigt ihre Rechte und ihre Eristenz. * Essen, 29. November.( Eigenbericht.) Bon der großen Delegiertenkonferenz der Deutschen Metallarbeiterverbände berichtete Bezirksleiter Wolf- Effen über den Stand der Arbeitskämpfe in Nordmest und über die Düsseldorfer Bermittlungsverhandlungen. Regierungspräsident Bergemann habe aus eigener Initiative die Vermittlungsverhandlungen angeboten. Bergemann habe in fluger taftvoller Weise die Berhandlungen geleitet. Bergemann habe es zunächst den Parteien überlassen, Borschläge zu machen. Die Unternehmer forderten me sent lichen Abbau der in dem Schiedsspruch festgelegten Regelung, Die Arbeiter dagegen. unbedingte Anerkennung des Schiedsspruches. Beil unter diesen Umständen feine Möglichkeit gegeben fchien, hat sich der Reichsarbeitsminister entschioffen, mit einigen Beamten feines Refforts ins Revier zu fommen, unt die Parteien zu einer Aussprache zu laden. Großes Befremden habe es bei den Gemerfschaftsvertretern erregt, daß ein Regierungsvertreter nersuchte, auf die Metallarbeiterverbände dahin einzuwirken, den verbindlich erklärien Schiedsspruch zugunsten der Unternehmer ab zu ändern, unter Hinweis auf die verheerenden Auswirkungen des Wirtschaftskampfes. Diese Art der Beinflussung hatten die Gewerkschaftsvertreter mit Entrüstung abgewiesen.( Anmertung der Redaktion: Nach unferer genauen Kenntnis der Dinge hat einer der ministerialbeamten einen derartigen Borschlag wohl gesprächsweise geäußert, es ist ihm aber sofort von einem anderen Ministerialbeamten widersprochen worden. Rede und Gegen rede ist nicht während der eigentlichen Verhandlungen gefallen, sondern im Laufe eines allgemeinen Gesprächs am Schluß der Berden neuen schiedsgerichtlich festgesetzten Lohnfäßen. Nachdem auf Grund dieses Angebotes fid) teine weiteren Berhandlungsmöglichkeiten ergaben, übernahm Bergemann diesen Vor fchlag als den feinigen mit der Abänderung, daß eine Nachzahlung der Lohndifferenz nicht eintreten folle. Diesem Vorschlage stimmten die Metallarbeiterverbände zu, die Unternehmer lehnten ihn ab. Die weiteren Bemühungen Bergemanns seien trotz der durch das Urteil des Landesarbeitsgerichts zugunsten der Gewerkschaften ver= änderten Rechtslage infolge der Ummachgiebigkeit der Unternehmer, die eine Annullierung des Schiedsspruches verlangt haben, erfolg 10s geblieben. In seinen weiteren Darlegungen wies Bezirksleiter Wolf auf die verheerenden Auswirtungen der Aussperrung auf das Wirt schaftsleben hin. Nach einer Berechnung unter Zugrundelegung der Annahme, daß 15 Broz. aller Metallarbeiter der Nordwestgruppe Lohnarbeiter sind und bei einer durchschnittlich möchentlichen Arbeitszeit von 54 Stunden, würden, wenn sämtliche Arbeiter ohne Altersunterschied die Lohnerhöhung von 6 bzw. 2 Pf. erhalten würden, jährlich 15,2 millionen M, Mehrausgaben für die rheinisch- westfälische Metallindustrie entstehen. Die bisher entstandenen Schäden an Produktionsausfall und die durch die Stillegungen verursachten Sachschäden innerhalb der Betriebe belaufen fich auf ungefähr 100 millionen Mark wöchentlich. Zuchthausgesetz gegen Aussperrer? Bochum, 29. November.( Eigenbericht.) In einer von mehreren Tausenden von Metallarbeitern besuch ten Rundgebung des Christlichen Metallarbeiterver bandes sprach in Bodyum am Donnerstagabend Bezirksleiter Kurth über die augenblickliche Lage in der Metallindustrie Nordwest. Er erinnerte die Unternehmer, die heute gegen die Bereit stellung von 20 Millionen Marf vom Reich zur Unterſtügung der Ausgesperrten Sturm liefen, an die 715 Millionen Mart, die sie als Entschädigung für ihre Ruhrkampfverluste erhalten haben. Er for derte die Verabschiedung eines Notgesetzes im beschleunigten Ber fahren, durch das jeder aussperrende Unternehmer mit 3uchthaus strafe nicht unter fünf Jahren bedroht werde. Denn was fich heute nur in der Metallindustrie abspiele, tönne sich schon morgen auf allen anderen. Arbeitsgebieten, beispielsweise im BergWERTHEIM Leipziger Str. Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz Preise für Freitag und Sonnabend, soweit Vorrat. Fleisch, Fische, Geflügel, Obst und Gemüse werden nicht zugesandt. Frisches Fleisch Rinderkamm u. Brust.... Pfund 0.85 Schmorfleisch u. Roastbeef, m. Knoch. 1.00 Schmorfleisch ohne Knochen.. Pfund 1.25 Querrippe Pid. 0.75 Gulasch Prd. 0.80 Gehacktes Pid. 0.75 Liesen Ptd. 0.92 Kalbskamm u. Brust.... Pfund 0.72 Kalbsnierenbraten...... Pfund 0.85 Kalbskeule ganz und geteilt,. Pfund 0.95 Hammel- Vorderfleisch..Pfund 0.98 Schweinebauch u. Rücken... Pfund 1.05 Schweinekamm. Clatt Pfund 1.10 Schweineschinken...... Pfund 1.15 Kaßler, Speer u. Kamm. Pfund 1.20 Schweinekotelett...... Pfund 1.35 Kalbsschnitzel Suppenfleisch .Pfund 2.20 Pfund 0.65 Prima Gefrierfieisch Rinderkamm u. Brust.... Pfund 0.70 Kuh- Euter Pfd. 0.25 Herzen Pid. 0.50 Dein Preise für Flasche ohne Glas San Antonio spanischer Rotwein 1927 Wöllsteiner flotter Tischwein 1927 Grünstadter Röth suffiger Pfalzwein 1927 Mandeler Rosengarten blum. Nahew. 1922 Chat. La Grolet flotter Bordeaux... 1926 Niersteiner Berg fruchtig, ansprechend 1926 Clüsserather Königsberg rass. Mosel 1924 Chât. Clarke weißer Bordeaux, feinsuf 1926 Rüdesheimer Botter Rheingauer 3 ausgesuchte Marken zum Diner: 1921 Dürkheimer Hochbenn Kelterung Hoch, schwerer Pfalzwein 1922 Zeltinger Sonnenuhr( Korkbrand 1.00 1.10 1.35 150 180 2.00 Obst Amorettenbirnen 25 PL. Eß- u. Kochäpfel 20 PL Tafeläpfel rote, Pid. 28p. Amerikaneräpfel 38 pt. Kranzfeigen Pfund 28 pr. Mandarinen Pfund 35 PL Haselnüsse neue, Pid. 48Pt. Walnüsse neue, Prd. 58PL. Ananas Pfd. von 95 Pf. an Apfelsinen Dr. 60, 80 PL. la Tafeläpfel Edelrot und Champagner- Renetten ca. 46 Ptd. brutto 13.50 Kiste Pfund Was für die Wirtschaft untragbar ist. In den Darlegungen der Unternehmer zur Verteidigung In tü 1 ft Rünfter Bemerti „ 233 wird eit fin Der usmeg immer wieder darauf hingewiesen, daß die Löhne seit 1924 then, ober 1925 weit mehr gestiegen seien als die Preise eife e Ganz abgesehen davon, daß in diesem Zeitpunkt auch di Rationalisierung durchgeführt wurde und damit eine außerordentliche Leistungssteigerung, feineswegs mit den Lohnerhöhungen als abgegolten betrachte werden fann, so geht diese ganze Argumentation bewußt vo rieben einer falschen Basis aus. egun di Ronjunt garan die Mö tulation lim ländifche deutschen Arbeiter auf einem unerträglichen, unmöglicherung an Am Ausgang der Inflation befanden sich die Löhne da ungerniveau. Will man einen Bergleich ziehengan dann muß man ausgehen von den Vorkriegspreisen, de andere Vorkriegsleistung und den Vorkriegslöhnen und in Vergleid stellen zu den Preisen, Löhnen und der Leistung von heuelaufen Gerade die hohe Zahl der dauernd Arbeitslofe beweist, daß zwischen Arbeitsleistung und Arbeitslöhnen heut Kriege war. Der Gewinnanteil des Kapitals, ob er nun fi ein Abst and flafft, der viel größer ist als er vor dem ausdrückt in dem außerordentlich hohen 3insfuß de Leihfapitals, in den Rücklagen und Abschreibungen die gleichfalls heute viel höher find als vor dem Kriege, dieje Geminnanteil ist heute ein ungesund hoher, und er ist e fus der in Wirklichkeit für die Wirtschaft untragbar ist un wesentlich dazu beiträgt, daß wir ein riesiges unproduktive Arbeitslosenheer unterhalten müssen. Während der Inflation find die Löhne ganz ungeheue mittelbar herabgedrückt worden und die Gewinne wurden verfchleu berar Reg Gruppe Bezirk) dortigen oder Ab Die Mus Abfahme deri, entweder an das Ausland durch Schleuder export oder in unproduktive und unrationelle Neu anlagen, die schnell altes Eisen wurden. Man hat sich i die ,, S a ch werte" gestürzt, mit dem Erfolg, daß die deuis Wirtschaft am Ausgang der Inflation eine beispielloje Kri durchzumachen hatte. Man braucht nur an diese Tatsache zu erinnern, um die Unhaltbarkeit und innere unwahrhaftliche der Argumentation der Unternehmer aufzuzeigen. Berantwortlich für Politik: Dr. Curt Gener; Birtschaft: G. Klingelhöfe Gewerkschaftsbewegung: Fr. Egtorn: Feuilleton: K. H. Döfchez; Lotal and Senftiges: Fris Rarstädt: Anzeigen: Th. Glede: fämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Budbruder und Berlaasanfalt Baul Ginger u Co., Berlin SW 68. Lindenstraße Sierzu 3 Beilagen. Stadtbeilage und Unterhaltung und Biffen". Zum Weihnachtsfest: Lebkuchen, Marzipan und Schokolade Geflügel u. Dild Suppenhühner P. frisch geschlacht., Pfd. 95 an Puten. Pfund 1.05 Bratgänse Pfund 1.00 an Fellgänse... Pfund 1.15 Gänse Wartebrucher, Pfund 1.25 Poulets eine 1.25 1.40 Pid. Enten junge 1.25 1.40 Plund Rehragout Pfund 28 PL Hirschblätter Pfund 80rt. Rehblätter. Pfund 1.10 Hasen, Kaninchen gestr., ausgeworf., Pfd. 1.00 1.25 Fische Schellfische Pfund 22 pr. Goldbarse Kopf. 28 PL g. Fische KabeljauIohneKopi, gz. Fische 28pt Fischfilet... Pfund 48 P. Zander gefroren, Pfund 60Pf. Karpfen Pfund v. Karpfen 95 Pt. an Wurstwaren Rot- u.Dampfwurst hannoversche, Pfund 1.10 Leberwurst Hausmacher 1.25 Plund Jagdwurst. Pfund 1.45 Braunschw.. Mellwurst Art, Ptund 1.45 Schinkenpolnische 1.55 Filetwurst... Pfund 1.55 8 PL. Serund 1.55 Gemüse Weißkohl dan. Wirsingkohl non Rotkohl holländ. Möhren gewesch., Pid. 9pt. Rofe Rüben Plund 10pt. PL Bayr. Reffiche st. 10 PL Sellerie.. Pfund 22 pt. Rosenkohl. Pfund 24 PL Schwarzwurzeln 36 PL Kartoffeln Winterrote, Zentner 3.50 Zusendung in Groß- Berlin per Zeniner 50 Pt. Autschlaz Sackpfand 60P1. Kaffee frisch gebrannt, eigene Rosierei Konsum- Misch. Prd.2.40 Haushalt- Misch. ,, 2.60 Sonder- Misch. Pid. 3.00 Olympia-Misch.Pt. 3.40 Berres Erben), Mosch, ok würzig 275 Globus- Misch, Pid. 3.80 1923 Chat. Beychevelle St. Julien, gehaltvoller Bordeaux Feiner Malaga kräftig, sün Wein vom Faß zu Extra- Preisen 1.40 Residenz- Misch. ,, 4.20 Leberwursi feine, Pfd. 1.80 Leberwurst feine, Pfd. 1.80 Pökelfleisch gekocht 1.80 lebende, mager Zervelal u. Salami holsteinische, Pfund 1.75 Speck fett 1.40 Pid. 1.50 Schinkenspeck Pid. 1.80 Nußschinken ca. 2 Pfd. schwer, Pfd, 2.10 Kanigste.. Rosenthaler Str., Moriizal.: Berl. Mellwurst Pfd. 1.20 Bierwurst... Pfund 1.70 Teewurst... Pfund 1.70 Käse u. Fette Camembert volltett, Schachtel 26 Pt 6 Portionen 75 pt. Limburger halbtett,. 45 P. 55 PL vollfelt.. Pfd. 1.10 Holländer halbfett..... Pid. 85 PL. vollfett..Pid. 1.18 Edamer halbfett Pfd. 85 Pt. vollfett.. Pfd. 1.18 Steinbuscher dreiviertelfett, Pfd. 82 Pl. volltett..Pid, 1.12 Schweizer dan, dreiviertelfelt Pid. 98 PI, bay lund von 1.35 Steppenkäse halbfett Pfund 82 Pf. Tilsiter vollfell, Pfd. 1.15 halbfett ohne Rinde, Pfd. 88PL Emmenthaler vollfelf, ohne Rinde Margarine Prd. 52, 58PL Kokosfett Pfd.- Tatel 62 PL Schweineschmalz 74 pt. pr Pfund 1.25 Beste Qualitäten: Tafelbutter. Pfund 2.18 Dänische Buller Prd.2.36 Konfitüren Konsum- Keks Krem- Schokolade ... Pfund 90Pt. $ 2 Tafeln& 100 Gramm 45 PL Vollmilch- Schokolade. Tateln à 50 Gramm 85 pt. Bohnenkaffee 67PL 40% 1.10 Olympia- Blockschokolade .Pfund 1.15 Spezial- Mischung 2000 Konserven Kusiper ekt. 23 anträge In Sigung gemorder fungen Ronferer burdyber liche En angen In Organisa in der benber wird bea des Bef Die im Dien 11 Dose Die Rei megen sefunden einzutret erfolgt 0.75 Dorgenor 0.90 Cin Karotten ganze, in D. 0.60 geschnitten 0.42 Sellerie...... 1.00 Spinat... 0.48 Brechbohnen 0.50 1. Sorte.... 0.75 Haushaltgemüse.. Leipziger Allerlei... Erbsen mittellein 0.78 Gemüseerssen 0.50 Berfo Spargel( Bruch) 3.10( Stangen) extra stark Apfelmus 5 kg 3.60 Dose mittelstark 2.95 0.72 geftellt, Pflaumen ohne 0.82 mit Stein.... 0.65 Stein Mirabellen, Birnen halbe Frucht 1.CO Ananas Hawall, 3 scheiben... 1.05 Sauerkirschen, Süßkirschen 1.05 Aprikosen- Pulp. Senfgurken 5 kg Dose 4.80 5 kg Dose 4.25 Crab meat dem Hummer ähnlich 2.25 4.25 Olsardinen Klubd. 0.35 Klubdose 0.42 Brat- u. Bismarckheringe, Hering in Gelee, Rolimops 90 P Konfitüren 1, Elmer 1Lfr.- Dose Pf. Pflaumen 0.98 Aprikosen 1.10 Orange, Johannisb. 1.15 Erdbeer 1.30 Kirsch 1.35 Bienenhonig 1 kg Glas 1.20 1 kg Glas 2.25 Räucherwaren Fellbücklinge 48 u. 60 Pt. Schellfische Pfund 42PL Kieler Bücklinge 58PL Original Kistchen Sprotten One 58PL Spickaale 2.85 38,45 PL Pfund von Backartikel 1.10 1.18 1.25 Sultaninen 38, 52, 65 PL Rosinen Pt. 45, 60, 68 PL Korinthen Pid. 68, 78PL Orangeat.. Piund 1.20 Zitronat Pfund 1.35 Bourbon- Vanille Pf. Olympia- Mehl 5- Pfund- Beutel Auszug- Mehl 20,22,24Pt. Kartoffelmehl Pid. 22PL Maispuder Pfund 28 Pf. Weizenpuder Pfd. 42 Pt. Blauer Mohn Pid. 44 Pt. Mandeln SUB u. bitter, Pfd. 2.30 2.90 Kokosnus Plund 60Pt Mandelio Pfund 68 Pt. Stange von Beut. 10 an 20PL Vanillinzucker Backpulver 5 Beutel 30PL ge igigen veijes er inr. 565 45. Jahrgang abge rums eutfc emerf 3. Beilage des Vorwärts baDie Entlastungsoffensive geht weiter. i aus Much im Münsterland Kündigung. Bodhum, 29. November.( Eigenbericht.) In Berbindung mit der Kündigung des Lohnabkommens in der ünsterländischen Metallindustrie hat der Verband Münsterländischer Metallindustrieller folgendes Schreiben an die Bemertschaften gerichtet: igung Will die Arbeiterschaft den Weg der Lohntürzung für die Beit finfender und auf dem Tiefstand befindlicher Konjunktur nicht 192 then, dann muß erwogen werden, ob den Betrieben in anderer Beile eine Erleichterung geschaffen werden kann. eife ot zu wird di t eine die cachte ne de glichen Der Berband Münsterländischer Metallindustrieller würde einen usmeg barin eroliden, daß an Stelle einer Lohnherab. egung für die Zeit sinkender und auf dem Tiefstand befindlicher Ronjunktur die jeßige Lohnhöhe auf längere Zeit arantiert würde. Eine solche Garantie ermöglicht den Bestorieben Abschlüsse mit ihrer Kundschaft auf längere Sicht, während ie Möglichkeit vierteljährlich eintretender Lohnänderungen die Kal ulation äußerst erschwert und viele Geschäfte unter Kreditgewähung an die Kundschaft mit langen Lieferfristen unmöglich macht. iehen Um mit den Gewerkschaften zu verhandeln, ob der eine oder andere Beg beschritten werden soll, kündigt der Berband Münsterländischer Metallindustrieller hiermit das am 31. Dezember 1928 heute blaufende Lohnabkommen." , det gleid Dfe heut dem n fid de gen dieje I un Etive eheue leu Folgen der Aussperrung. Ueberall Stillegungen. Bochum, 29. November.( Eigenbericht.) Regierungspräsident& önig- Arnsberg feilt uns mit: Durá the Auswirkungen der Aussperrung innerhalb der nordwestlichen Gruppe wird auch die Industrie des Sauerlandes( Altenaer Bezirf) mittelbar schwer betroffen. Ein großer Teil der dortigen Fabriken und Unternehmungen, auch soweit sie nicht unmittelbar zur Arbeitgebergruppe Nordwest gehören, ist als meiferberarbeitender Industriezweig indirekt durch Anlieferung Deber Ablieferung von der Nordwestgruppe abhängig Die Aussperrung müßte alfo dorf feils Mangel an Rohstoffen, tells Abfahmangel zeitigen, in deffen Gefolge eine mit der Dauer der liusfperrung i steigernde Stillegungsziffer eineht. Bisher haben unfer Berufung auf den Kampf in der nordfache hrheeftlichen Gruppe 15 Befriebe des Kreises Altena Stiflegungsanträge geftellt. Reu Tich i eutja Kri elhäfer Lotal tlin. Reichskonferenz der Postler. ruder In der am Mittwochvormittag um 19 Uhr begonnenen тайс Sigung wurde eine umfangreiche Arbeit erledigt. Das war möglich geworden durch eine sehr gute Borarbeit in den Ausschußhungen, die am Dienstagnachmittag die große Zahl von Anträgen burdyberaten und zu Entschließungen verarbeitet haben, die nun der Ronferenz als Ergebnis der Ausschußberetungen vorlagen. Game iche Entschließungen wurden dem Borschlag der Ausschüsse gemäß angenommen. In der erften Entschließung betreffend Besoldung macht die Organisation fich die Forderungen des AD B. zu eigen, die n der Eingabe an den Reichsminister der Finanzen am 9. No: Dember d. I aufgestellt wurden. Die Reichsleitung der ADP. bird beauftragt, gemeinsam mit dem ADB. eine alsbaldige Revision des Besoldungsgefches anzustreben. Die zweite Entschließung betrifft Entschädigungen für im Dienst entstandene Mehrausgaben und sonstige Vergütungen. Die Reichskonferenz stellt mit Bedauern fest, daß Berhandlungen 2 megen Menderung der Reisekostenverordnung bisher nicht statt88 Sefunden haben, und ersucht die Reichsleitung, mit Nachdrud dafür 75 einzutreten, daß endlich eine gerechte Abgeltung der Mehrausgaben erfolgt und eine erhebliche Erhöhung der sonstigen Bergütungen Dorgenommen wird. 75 90 Eine meitere Entschließung murde angenommen betreffend 50 Berfonalordnung. Darin wird eine Reihe von Forderungen geftellt, die insbesondere darauf ausgehen, die Pofthelfer auf ftändigen Dienstposten ins Beamtenverhältnis zu überführen, die Einstellung von Postlehrlingen möglichst einzuschränken, die Diätare in fürzerer Zeit ins planmäßige Beamtenverhältnis zu übernehmen und die Beförderung der unteren Beamten in die mittleren und gehobenen mittleren Beamtenstellungen zu beSchleunigen. wird gefordert, daß die Beamten des unteren Dienstes fich nach er Die Entschließung 4 betrifft das Prüfungswesen. Es folgter planmäßiger Anstellung zur Ablegung der Assistentenprüfung Meldung zur Prüfung zugelassen werden. melden können und daß sie innerhalb drei Monaten nach erfolgter Meldung zur Prüfung zugelassen werden. wind. Die Entschließung 5 betrifft das Beamtenrecht. Es wird darin gesagt, daß das geltende Reichsbeamtengesetz sowie die Erlasse über Beamtenvertretungen keineswegs dem Wesen des Volksstaates entsprechen. Entschließung 6 betrifft die Arbeitszeit. Es wird verlangt, daß das Höchstleistungsmaß auf 48 Stunden in der Woche feftgefett schließung 8 die Dienstleidung. Weitere Entschließungen beEntschließung 7 betrifft Erholungsurlaub, Ents ziehen sich auf die Fragen der Lohnarbeiter und fordern von der Reichsleitung der ADP., daß sie den Tarifvertrag für die Arbeiter zu dem nächſtzulässigen Termin fündige und bei den tommenden Tarifverhandlungen für eine Reihe von Forderungen eintrete, an deren Spitze die Forderung nach der 48 StundenWoche steht. schlagbar Fabelhaff Find uhrere Preise Qualitäten unsere Auswahl Wir verkaufen auf TEILZAHLUNG und geben Jahre Kredit more ab 32, Modell Preferab65 Seal- Plüsch- Mäntel mit Deiz kragenu Stulpen Backfisch- u Kinder Konfelation igrAuswahl Eleganferkar Herren Viver 65 Noderne Anzügeab48, Herren- Artikel in riesiger Auswahl Mabel- Teppiche Gardinen An- Teilzahlung Jhren Wünschen entsprechend 483ohren SH Freitag, 30. November 1928 Die Konferenz nahm einen außerordentlich zufriedenstellenden Berlauf. Nach der Neuwahl der Reichsleitung, die eina stimmig erfolgte, wurde mit dem Abfingen der Internationale und einem Hoch auf die Allgemeine Deutsche Postgemertschaft und die internationale Arbeiterbewegung die Konferenz geschlossen. Aufstieg der Gewerkschaften. Bei den Lebensmittel und Getränfearbeitern. Vor dem Zusammenschluß der vier Verbände der Bäder, Brauer, Fleischer und Böttcher zu einem einheitlichen Verband der daß die Einheitsorganisation nicht die Werbefraft haben werde wie die einzelnen bisherigen Berufsorganisationen. Diese Befürchtun gen haben sich als gegenstandslos erwiesen. Dies zeigt deutlich der Geschäftsbericht, den der Vorsitzende der Berliner Ortsverwaltung versammlung im Rofenthaler Hof erstattete. Bei der Verschmelzung Hodapp für das 2. und 3. Quartal in der jüngsten General am 1. April zählte die Organisation in Berlin 13 705 Mitglieder, Die Mitgliederzunahme hält auch im 4. Quartal an, in dem der Dr. am Schlusse des 3. Quartals waren es bereits 16 080 Mitglieder ganisation bereits schon wieder 936 neue Mitglieder zugeführt wor ben find. Lohnbewegungen wurden in der Berichtsperiode insge. famt 17 geführt, in 5 Fällen mußte der Streit einfegen. Für die COS 9m Damit ARD Centrale Bosenthalerstr 45 47 ale Millers/ r182 1836ke Seller str Gesunden Schlaf kräftige Nerven verschafft bei längerer Kur Baldravin WZ342687.Man achte auf den ges. gesch. Namen. Zu haben in Apotheken und Drogerien. Wo nicht erhältlich, weisen wirVerkaufsstellen nach Otto Stumpf A.- G.. Chemnitz. 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Genosse Hodapp war zum Schluß seines Berichts selbstverstände lich auch auf den Ruhrkonflikt und das gewertschaftsfeindliche Eingreifen der KPD. in diesen Kampf eingegangen. Seine scharfe Absage an die tommunistischen Freibeuter rief die Opposition natürlich auf den Plan, die sich aber anscheinend in der grotesten Rolle des Fürsprechers der Unorganisierten nicht sehr wohl fühlten. Es gab nur eine Ruhrkampf, aber keine Geschäftsberichtsdebatte. Gegen 13 fommunistische Stimmen wurde eine Sympathie entschließung für die Ruhrarbeiter angenommen. Nach turzer Debatte genehmigte die Delegiertenversammlung das neue Ortsstatut. Für die JAH. ift Geld da. Für Pensionäre, Witwen und Waisen nichts. Wie in allen Reichsbahn- Ausbesserungswerken, besteht auch im Bert Berlin ein Kantinenbetrieb, der nach Vereinbarung mit der Berwaltung als Wohlfahrtseinrichtung" gedacht ist und dessen Ertrag oder lleberschuß nach§ 2 der selbstgeschaffenen Geschäftsordnung für Weihnachtsunterstützungen der Penfionare, Bitwen und Baisen verwendet werden muß. Alljährlich haben so die darbenden Pensionäre, Witwen und Waisen wenigftens einen fleinen Notgroschen erhalten, der auch Zeugnis davon ablegte, daß die noch in Arbeit stehenden Kollegen sich der Not Icidenden annehmen. gezahlt werden tönnen. Andauernde Berringerung der Arbeiter zahl und des Arbeitsverdienstes der in unserem Wert beschäf tigten Arbeiter verringern den Umsatz und nehmen den Verdienst der Kantine; die Zahl der Pensionäre und Witwen dagegen wird immer größer." Dieses Schreiben ist mit Zustimmung des ganz besonders revolutionären" Betriebsrates den notleidenden Arbeitsinvaliden zu gegangen. Sicherlich hat dieses Schreiben so manche leise gehegte Weihnachtshoffnung zerstört. Abgesehen von der sonderbaren fommunistischen" Behandlung einer solchen betrüblichen Angelegenheit könnte, wenn die Verhältnisse wirklich so schlecht sein follten, gegen eine Verminderung oder einen teilweisen Ausfall der Unterstützungsbeträge nichts gesagt werden. Aber dem ist nicht fo; denn der fommunistische Vorsitzende, Franz Schiemenz, hat es fertiggebracht, in seinem fommunistischen Betriebsrat beschließen zu lassen, 300 Mart der„ JAH." zu überweisen, und bereits eine halbe Stunde später hatte das Geld seine Reise zur JAH." schon angetreten. Während man die zur Unterstützung der Pensionäre und Bits men gesammelten Gelder diesen Unterstützungsberechtigten vor. enthält, wird ohne Bedenken ein ganz erheblicher Betrag in den unergründlichen Topf der„ JAH." geworfen. Verwunderlich ist es nur, daß die Belegschaft eines Werfes, das noch immerhin meit über 1000 Mann zählt, sich eine solche Intereffenvertretung gefallen läßt. Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten Heute, Freitag, finden folgende Beranstaltungen statt: Bantom- Rieber schönhausen: Jugendheim Görschstr. 14( Simmer 3), Vortrag: M derne Erziehungsprobleme". Referent Martha Schulze- Frenzel. Obersprec Jugendheim Laufener Straße. Bortrag:„ Berlin vom Riez zur Großstadt Referent Georg Heilbrunn. Südwest: Jugendheim Belle- Alliance- Straß 7-10. Bortrag: Internationale Wirtschaftsprobleme". Referent Erwin Bungel. Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund, Drisausschuß Berlin. Montos 3. Dezember, 19 Uhr, im Clubhaus Ohmstraße 2, Plenarversammlung. Tages ordnung: 1. Die Berliner Wohnungswirtschaft in der Nachkriegszeit. Referent: Genoffe Franz Gutschmidt, 2. Der Borsiz im Ortsausschuß. SAJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Einsendungen für diese Rubrif nur an bas Jugendiefretariat Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Borsigender- Konferenz, Montag, 3. Dezember, pünktlich 19% Uhr in b Aula der Schule Rochstr. 13. SAJ." Heute, Freitag, 30. November, 19% Uhr: Artonaplag: Seim Elisabethkirchstr. 13. Bortrag: 8wed unb Siele bet Rofenthaler Borstabt: Seim Zehdenider Str. 25. Tagespolitifa umidau. Hansa: Heim Bochumer Str. 8b. Vortrag:„ Proletarische Schrift fteller". Moabit I: Seim Waldenfer Str. 21. Glaßbrenner- Abend. Moabit II: Seim Lehrter Str. 18-19. Vortrag: Die Entwidlung der Partei" Selmholzplag: Heim Scherenbergstr. 7. Vortrag:„ Das Wandern". malber Blaz: Heim Faftenburger Ede Wehlauer Straße. Bortrag: Bedeutung Nordosten: Heim Danziger Str. 62. Vortrag: der freien Gewerkschaften". Reichsbanner Proletarische Behr?" Wörther Play: Seim Rastanjen Arts Andreasplas allee 82. Vortrag:„ Nechte und Pflichten eines Lehrlings. Heim Brommnftr. 1. Bortrag: Freie Gewerkschaften und wie". Baltenpla Seim Tilsiter Str. 4-5. Humoristischer Abend. Schöneberg I: Heim Haupt ftraße 15. Fortrag: Bub und Mädel.- Mariendorf: Seim Dorfstr. 7. Bortrag " Demokratie und Dittatur". Briz II( Siedlung): Heim Chauffeefte. 48. Bo trag: Arbeitersport und Politik Baumschulenweg: Seim Ernststr. 16 Freie Gewerkschafts- Jugend Groß- Berlin agepolitische Fragen. Faltenberg und Bohnsdorf: Arbeitsgemeinschaft is Sprechstunde der Jugendzentrale im Gewerkschaftshaus. Engelufer 24 bis 23, Bimmer 7a. Die Theaterkarten der Boltsbühnenvorstellung am 25. November 1928 sind heute von den Gruppenleitern abzurechnen. Seute, Freitag, 19½ Uhr, tagen die Gruppen: Norbring: Jugendheim, Schule Zeppelinplag: Sonnenburger Str. 20. Gruppenfatire in Wort und Schrift. Jugendheim Seeftraße Ede Turiner Straße. Heiterer Abend. Hermannplay: Jugendheim Sanderstr. 11 Ede Sobrechtstraße. Lichtbildervortrag:„ Das mo. derne Bühnenbild". Oftkreis Jugendkursus, in der Schule Scharnweber traße. Thema:" Aus der Arbeiter und Gewertschaftsbewegung". Achtung, Berbeneranstaltung! Jugendabteilung des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes. Lehrlinge, jugendliche Arbeiter und Arbeiterinnen der Metallindustrie! Unsere Werbeveranstaltung findet heute 191 Uhr im Großen Saal unseres Verbands Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen, daß Weihnachtsmertes Fabriken", Berse von Toller, Schönlant, Lersch, Grisar, Sohnheiser hauses, Linienftr. 83-85, pt., statt. Programm: Aufführung des Sprechcor. unterstützungen aus dem Ueberschuß der Kantine nicht mehr und Bröger. Mufil Gefang Ansprache Lieber zur Laute. Bermunderlich erscheint es nun, wenn die Pensionäre und Witwen in diesem Jahre eine Mitteilung erhielten, in der es heißt: DIE STIMME SEINES MERRN Eingetragene Schutzmarken 1 Gemeinschaftshaus( Gutshof). Vortrag: Einführung in die sozialistische Ge bankenwelt"( III). Werbebezirk Wedding( Welterengruppe): Heim Gerichtstr. 12-13. Rurfus „ Entwicklung der Weltwirtschaft". E Werbebezirk Schöneberg: Ausstellung des Arbeiterjugenbverlages im Rahmen der Schöneberger Jugendbuchwoche". Alle Genossen, und Jugendfreunde dürfen den Besuch der Ausstellung, die gute und billige Bücher bietet, nicht verfäumen, Ausstellungsraum: Hohenzollernschule, Belziger Straße. Geöffnet: bis Dienstag, 4. Dezember, von 16--21 Uhr. Werbebesirt Prenzlauer Berg: Die Werbebezirksveranstaltung am Sonntag dem 2: Dezember, mit dem Vortrag:" Internationale und-Kolonialpolitit", mus Teider umständehalber ausfallen. Grammophon rammophon Die Stimme seines Herrn Berühmte Künstler, Virtuosen, Dirigenten, Orchester, Chöre, Tanzkapellen usw.hören Sie auf unseren oder 250 MK 3 00 Mk. elektrischen Neu- Aufnahmen Polyfarf für Bereitwilliges Vorspiel in allen unseren offiziellen Verkaufsstellen Deutsche Grammophon- Aktiengesellschaft „ Grammophon"-Sprechapparate auf 12 gleiche Monatsraten Theater, Lichtspiele usw. metropol- Theater Freitag, d. 30. 11. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 153 19% Uhr Freitag, d. 30. 11. Städtische Oper Bismarckstr. Turnus II 20 Uhr Maskenball Mondnacht Staats- Oper An Pl.d. Republ. R.-S. 216 20 Uhr Salome Staati. Schauspielh. Am jandarmenmarkt A.-V. 215 20 Uhr Die PetroleumInseln Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. 20 Uhr Der Londoner verlorene Sohn SCALA 8 Uhr B5 Barbarossa 9256 Heute zum letzten Male! Jack Hyiton, der unumstrittene Jazz- König Europas, mit seinen 18 Solisten im Rahmen des intern. November- Programm's Sonnabend und Sonntag Das neue Programm Je 2 Vorstellungen 3.30 und 8 Uhr. 3.30 zu er mäßigten Preisen. Großes Schauspielhaus 8 CASANOVA mit Michael Bohnen. Regie Charell.] Sonntag 3 U. Nachmittag- Verstellg. z. halb. Prelsen( ungekürzte Vorst.) CIRCUS Täglich 8, Ahr Friederike Mufit von Franz Lehar Käthe Dorsch Richard Sauber Silbe Borner Vespermann Arnstaedt Starnburg Dora Reg Limburg Die Kaffe ist den ganzen Tag geöffnet. 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Sommandantenstr. 57 Dönh. 919. 84 Uhr Die Komödie Ueber 500 Mal: Bismarck 2414/7516 Spiel im Schloß 84 Uhr, Ende 10%, Anekdote von Franz Meinar, „ Olympia" Regie Eugen Robert von Franz Molnar gaes Esterhary, Paal Mars, Regie: Liche, Zesch- lallet, Thism, Forster Larinaga. Trastscheld, Oper v. Joh. Strauß Sonntag 4 Uhrl Sternlein Komische Oper 8. James- Klein- Revue: Tausend Frauen!! Die große Revue der Freien Liebe" Parkett nur 4,50 Mk. Parkett 30 Pf. im Walhalla- Theater- Varieté! Renaissance- Theater 8 Heute 81% Ton in des Töpfers Hand Das neugierige von Theodore Dreiser. Deutsch von Paul Eder. Regie: Gust. Hartung. Aut Teilzahlung Elegante Trianon- Th. Täglich 81, Uhr Mein Mann filegt in Paris von A. Landsberger mit Brika Glasner Sonnab, u. Sonntag nachmittag Knecht Rupprecht Rundfunk höre halbe Preise Lustspielhaus Friedrichstr.236 Bergmann 2922/23 Täglich 8 Uhr. 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November, m ttags 12 Uhr in: Rematorium Wilmersdorf, Berliner Straße 101 103, statt. Am 26. November starb viöglich und unerwartet im Alter von 31 Jahren unfer Rollege, Schloffer Erwin Busch Sein aufrichtiges und liebene würdiges Bejen bleibt uns unser geßlich. Die Arbeiterschaft der Firm C. Ade, Reinidendorf. Am 27. November verstarb nach kurzem, schwerem Krankenlager der 2. Vorsitzende des Betriebsrats Heinrich Gierhard Seit Jahrzehnt n in der Arbeite bewegun stehend, har bis zum letzten Arbei stage die Interessen seiner Kollegen wahrger mmen. Wir werden ihm ein ehrendes Andenk n bewahren. Be.riebs-, Arbeiter und Angestelltenrat des Bezirksamts Kieuzberg. Ei äscherung Sonnabend, den 1. Dezember, 15.30 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. ellten Rieber Mo sprec 21 ftabt Straße Bunzel. ontag Tages ferent: ZZZZZ lin RK STADI DES VORWARTS T BEILAGE 可 En br e der Titifge Schrift b. artei" Arts utung rtrag: anien splay: mples: Saupt rtrag: Bov 2. 16. aft in e Ge urjus: ge e, t. nntag mus er 3 er aden sel Pront Tanz Tor 16077 inta eise mi ich!" 8" die ieder 1”! ΠΕΡ ID). ahn Aur - De 1 Arbeiterschaft und Ambulatorien. Eine geschichtliche Darstellung. Im Sommer 1923, als der Wert der Mart mit rasender Geschwindigkeit in den Abgrund fant, erließ der Reichstag das sog. Ermächtigungsgesetz. Auf Grund dieses Gesetzes erließ die Reichs. regierung unter dem 30. Oftober 1923 die sog.„ Verordnung über Krantenhilfe bei den Krankenkassen", in deren § 1 es heißt: mit ihrer Behandlung beginnen können, oder ob Kreidestriche auf dem Boden den Behandlungsraum des einen Arztes von anderen abgrenzen oder wie sonst die Tätigkeit geregelt werden sollte, überließ das Schiedsamt den Parteien. Nach einem solchen Schiedsspruch, der so elementar das Wesen und die Bedingungen des Ambulatoriumsbetriebes verkannte, blieb den Kassen zur Rettung ihrer Einrichtungen nichts übrig, als auf die Forderungen der Die für eine Krankenkasse tätigen Aerzte find verpflichtet, eine Aerzteschaft einzugehen, ihre Mitglieder aus den Ambulatorien zu nicht erforderliche Behandlung abzulehnen, die erforderliche Behand verbannen und alle Ambulatoriumsärzte, soweit sie nicht nach lung insbesondere hinsichtlich Art und Umfang der ärztlichen Ver§ 626 BGB. angestellt sind, zum Ablauf ihres Vertrages zu richtungen sowie der Verschreibung von Arznei, Heil- und Stär- fündigen. Andererseits werden die neueintretenden Aerzte nur fungsniitteln auf das notwendigste Maß zu beschränken und bei ein halbes Jahr entweder vormittags von 9-1 lthr oder nach Erfüllung ihrer Verbindlichkeiten alles zu vermeiden, was eine mittags von 5-7 Uhr beschäftigt. Da 1929. die meisten Verunnötige und übermäßige Inanspruchnahme der Krankenhilfe her träge ablaufen, werden fast nur noch 3eitärzte tätig sein. beiführen kann. Sie haben dabei die Richtlinien zu beachten, die Daß dadurch jede fürsorgerische und vorbeugende Tätigkeit, es sei der auf Grund einer besonderen Berordnung über Aerzte und nur an wiederholte Untersuchungen einer Familie bei Feststellung Krankenkassen errichtete Reichsausschuß festsetzt oder die der Kaffen einer offenen Tuberkulose bei einem Angehörigen hingewiesen, vorstand nach Anhörung von Sachverständigen zur Erhaltung der planmäßig untergraben wird, ist selbstverständlich. Aber auch sonst Leistungsfähigkeit der Krankenkasse aufstellt. erwachsen den Kaffenmitgliedern und ihren Angehörigen große Nachteile; es sei mir daran erinnert, daß eine beginnende Lungentuberkulose häufig unter dem Bilde eines einfachen Hustens beginnt. Der freipraktizierende Kaffenarzt gibt dann häufig nur nach oberflächlicher Untersuchung eine Husten medizin, und der Patient foll wiederkommen, wenn die Medizin alle oder der neue Bon fällig ist. Da die Kassenärzte draußen in der Mehrzahl feine Krankengeschichte führen, können sie auch gar nicht beurteilen, ob die Krankheit im Laufe der Zeit Fortschritte machte. Aehnlich ist es z. B. bei der Untersuchung bei Magenbeschwerden, wo häufig ein Magenkrebs die Ursache ist, der, menn er entdeckt wird, nicht mehr operiert merden kann. Ganz wesentlich ift auch der Zeitverlust, den der Patient erleidet, wenn er von einem Kassenarzt zum anderen gehen muß, während in den Ambulatorien die Fachärzte Tür an Tür arbeiten. Der Kassenvorstand ist berechtigt, die Aerzte auf Verstöße gegen die Vorschriften in Absah 1 hinzuweisen und ihnen ohne Rücksicht auf entgegenstehende Vertragsbestimmungen bei gleichwohl wieder holter Verlegung, diefer Verpflichtungen fristlos zu fündigen und bis zur Dauer von zwei Jahren die erneute Zulaffung zur Tätigkeit bei der Kasse zu verjagen. Dem Arzt muß vorher Gelegenheit zur Aeußerung gegeben werden." Diese Berordnung, die Laien solche Rechte in die Hand gab, und das sind in den Augen vieler Aerzte die Kassenvertreter, verstieß, wenn auch nur so eine Aufrechterhaltung der Krankenversiche rung möglich war, gegen die Ehre und Standeswürde der deutschen Aerzteschaft, wie die Stendesvertretung angab. Obwohl noch am 29. November 1923 durch eine Verordnung auf Grund des Ar titels 48. der Verfassung, die durch Bermittlung des Leibarztes des Reichspräsidenten zustande tam, die fristlose Entlassung nur durch cine Entscheidung des Ueberwachungsausschusses ausgesprochen werden kann, bestand der unter deutschnationaler Führung stehende Leipziger Verband auf der fristlosen Kündigung aller mit den Raffen geschlossenen Verträge zum 1. Dezember 1923. Der Einwand prominenter Berliner Aerzteführer, daß dieser Kampf gegen die Reichsregierung mur zu einer Niederlage führen könne, wurde Don Leipzig nach berühmten Vorbildern mit der Erklärung abgetan, die an die Landesverbände hinausgegangenen Aufforderungen zur Kündigung können nicht mehr wegen der Kürze der Zeit zurückgenommen werden. Es muß festgestellt werden, daß der Aerzteftreit nicht wegen zu schlechter Bezahlung der Raiſenärzte- ertiärt wurde. Nach der fristlosen Kündigung behandelten die Aerzte die Raffenmitglieder als Privatpatienten und verlangten von ihnen bei fofortiger Barzahlung Kampftaren, d. h. ein Mehrfaches der in der preußischen Gebührenordnung für die Versicherungsträger norgeschriebenen Mindestsätze. Da die Kassen ihren Mitgliedern die Auslagen nicht voll zurückerstatten fonnten, gab es die schlimmsten Auftritte vor den Schaltern. Der Zweck diefer Kampf togen war, die Kassen finanziell zu ruinieren und ihre Mitglieder aufzuheben, was besonders von kommunistischer Seite durch die Gründung eines Verbandes der Mitglieder der Ortskrantenfassen versucht wurde. Dem fonnte der Kassenverband nicht untätig zusehen, und er mußte zur Selbsthilfe schreiten, d. h. in eigenen Räumen feftbefoldete Aerzte zur Behandlung seiner Mitglieder beschäftigen. So entstanden die Berliner Kassenambulatorien. Inzwischen waren bei den Oberversicherungsämtern und beim Reichsversicherungsamt Schiedsämter gebildet worden, um für die Zutunft einen neuen vertraglosen Zustand zwischen Krantentassen und Aerzten zu vermeiden. Wesentlich ist, daß bei ihren Schiedssprüchen sowohl das Schiedsamt beim Oberversicherungsamt Berlin als auch das Reichsschiedsamt die Ambulatorien als eine feststehende Tatfache betrachteten. Andererseits zeigt aber die jetzige Entscheidung des Reichsschiedsamtes, die den folgenden Ausführungen zugrunde liegt, daß es sich doch nicht über das Wesen der ärztlichen Bersorgung in den Ambulatorien flar ist, denn sonst hätte es nicht den folgenden salomonischen Spruch fällen fönnen: Die Beschäftigung der Aerzte in den Ambulatorien GroßBerlins ist derart zu ordnen, daß allen zur Krankenpratis in GroßBerlin zugelassenen Aerzten die Möglichkeit gegeben wird, in einem bestimmten zeitlichen und persönlichen Wechsel in den Ambulatorien tätig zu werden. Dieser Schiedsspruch gab also den etwa 4000 Kaffenärzten das Recht, in den 38 Ambulatorien zu behandeln. Ob babei an die Aerzte Nummern verteilt werden follten, wann sie itac inet 01.0 hren cens Ber TEUER rma 28.J Ferner wurde im Schiedsspruch festgesetzt, daß die Krankenfassen ab 1. Januar 1929 an die Aerzteorganisation für jedes Mitalied pro Jahr 11 Mart abzuführen haben, d. h. etwa 16% Millionen Goldmark pro Jahr. Auch hier zeigt sich wieder die Kurzfichtigkeit der Aerzteorganisation. Es wird immer geflagt, daß der Bonwert finke. Da aber von den Kassen eine Pauschale gezahlt wird, ist der Wert des Gutscheins abhängig von der Zahl, die in die 16,5 Millionen geteilt wird. Wenn jetzt die vielen tausend Mit alieder weiter in den Ambulatorien behandelt würden, so würden laut Schiedsspruch ab 1. Januar 1928 die dort abgegebenen Bons nicht mehr von der Aerzteorganisation an die Kaffen zurückvergütet werden müffen. Das macht allein für das Jahr 1927 etwa 300 000 Kaffenmitglieder bei einer Frequenz von 737 303 Patienten. Es dürfte damit bewiesen sein, daß die Ambulatoriumsbehandlung den gesundheitlichen Interessen der arbeitenden Bevöiferung gerecht wird. Wir können heute schon mitteilen, daß unser Artikel Dom 30. September 1928 großen Widerhall gefunden hat. Denn die Versicherten haben ein Recht auf Behandlung in den Kaffeneinrichtungen, die von ihren Beiträgen geschaffen find. Sie sind ja schließlich nicht Objekt, fondern Sub, jekt der Sozialversicherung. Dieser Ertenninis wird sich auch mit der Zeit nicht das Versicherungsamt und die Aerztesfchaft verschließen können, denn beide sind ja auch nur der Versicherten willen da und nicht umnefehrt. Da sich in der Sonntagsausgabe vom 30. September ein Druckfehler eingeschlichen hatte, sei nochmals mitgeteilt, daß die Forderungen und die Beschwerden wegen Ablehnung der Behandlung in den Ambulatorien en das Versiches rungsamt der Stadt Berlin, Klosterstraße 65/67, als der Aufsichtsbehörde der Berliner Krankenkassen und im Instanzenweg an das Reichsversicherungsamt weiterzuleiten sind unter Einsendung einer Abschrift der Beschwerde an die zuständige Kasse. Der gefürzte Haushalt. 15. Bezirk Treptow. In der Bezirksversammlung Treptow hatten die Kommunisten beantragt, für die durch Feuer geschädigten Laubenbesitzer der Kolonie Dammece" sofort feste Wohnungen zur Verfügung zu stellen. Nach dem Bericht des Bezirksamts sind die fünf in Frage kommenden Kolonisten Inhaber von festen Wohnungen. Auch dieser KPD.- Antrag hat sich also als leere Demonstration erwiesen. Genosse Neu mann ersucht das Bezirksamt, alles zu unternehmen, damit endlich # die durch die Papierzerreißanlage in der Schmoller. straße entstehenden Schäden und Belästigungen für die Anwohner beseitigt werden. Genosse Beder fritisierte, daß alle als dringlich anzusehenden Projekte von dem Stadttämmerer gestrichen worden sind. Unsere Bertreter werden sich im Stadtparlament mit aller Kraft dafür einsehen, daß wenigstens der bisher so start durch den Magistrat zurüdgesetzte Bezirk Treptow einige der Projekte geneh migt erhält. Auf Antrag unserer Frattion protestierte die Bezirksversammlung dagegen, daß ohne Anhörung des Bezirksamts und der Bezirksversammlung vom Magistrat ein Vertrag über den Berkauf von Baugelände an der Neuen Krugallee und der Köpenider Land straße in Berlin- Treptow abgeschloffen ist. Genoffe Lempert er tlärte, daß die wenigen Rechte, die die Bezirksversammlungen noch haben, auf keinen Fall durch den Magistrat beeinträchtigt werden dürfen. Des weiteren wurde auf Antrag unserer Fraktion der Flächenaustausch in Treptow, Graeßstraße mit der evangelischen Kirchengemeinde Treptow zum Zwecke der Erbauung einer Kirche abgelehnt. Bum Bau von Wohnungen in Baumschulenweg stimmte die Bezirksversammlung dem Verkauf von Baugelände an den Straßen 50, 54, 55, 59 und an der Forsthausallee an den Wohmungsverein„ Ojoreila" zu. Genosse Schneider ersuchte das Bezirksamt, dafür besorgt zu sein, daß auch die Laubenbesiger an gemeilen entschädigt werden. Einem Antrage unserer Frattion auf Befferung der Post verhältniffe in Treptow stimmte die Versammlung zu. Des weiteren wird beschlossen, das Bezirksamt zu beauftragen, auch für großstädtische Postverhältniffe in Johannisthal bemüht zu sein. Dann wurde die Errichtung eines Altersheims in Alt- Glienide beschlossen. Mit der Auflösung der 10. Volksschule in weil die Schülerzahl jo zurückgegangen ist, daß die Aufrechterhaltung Oberschöne weide erklärte fich die Versammlung einverstanden. der Schule nicht gerechtfertigt erscheint. Ein Antrag unserer Fraktion auf Berbesserung der Berkehrsverhältniffe im Bezirk Treptow gab Beranlassung zu einer ausgedehnten Debatte. Drei von den Kommunisten gestellte Agitationsanträge verfielen der Ablehnung. Genoise Be der bewies, daß die kommunisten weit davon entfernt find, ihre Anträge als bare Münze zu betrachten. Der schwerhörige" Medizinalrat. 14 Kreis. Neukölln. Die Bezirksversammlung wählte an Stelle des ausgeschiedenen Borstehers, Landtagsabgeordneten Genossen Heitmann, einstimmig den Stadtverordneten Genossen Großmann. In die Versammlung find neu eingetreten die Genoffen Arndt und Brinkmann. Für die Kreishebammenstelle wurden gewählt die Genoffin Bormann als Vertreterin der Mütter und als Bertreter der Aerzteschaft Genossin Dr. Käthe Frankenthal Die zentrale Finanzverwaltung hat etwa 15 Millionen am Boranschlag des Bezirkshaushalts gestrichen. Dagegen wandten fich die Sprecher aller Frattionen. Die Versammlung erledigte dann in rascher Folge drei 2nträge und eine Anfrage der sozialdemokratischen Fraktion auf die Regu Iterung ber Hafenheibe, fehrsverhältnisse in den Ausfallstraßen und Aufstellung eines Feuermelders im Ortsteil Buckow. Daß die Hasenheide immer noch nicht ausgebaut werden fann, liegt an einem Teil der Hausbefizer, die erst durch Enteignung zur Hergabe des Straßenlandes gezwungen werden müssen. Bis jetzt waren die Verhandlungen der Bersammlung ruhig verlaufen. Das änderte fid) mit einem Schlage, als die Kommunisten ihre Anträge auf Hülfe für die Erwerbslosen und Sozialrentner begründeten. Daß die ganze Geschichte nur Mache war, ergab sich aus den Ausführungen des fommunistischen Redners, der erst noch einen 3ufa gantrag stellen mußte, weil die Fraktion einfach) vergessen hatte, über die Hälfte der Auch mit anderen Unterstügungsbedürftigen mit aufzuführen. falschen Bahlen wurde operiert. Schon seit Tagen waren die Erwerbslosen bearbeitet worden, damit sie vor dem Rathaus demon strierten. Aber trotz schärfster Agitation hatten sich noch keine 100 Erwerbslose eingefunden. Was besonders auffiel, war, daß unter diesen Agitationsopfern nur halbwüchsige Burschen zu sehen waren, die unseren Redner, den Genossen Gehrte, der über die Not der Erwerbslosen sprach, mit den gemeinsten Schimpfworten belegten. Schon jetzt ist die Möglichkeit der Hilfe durch die Wohlfahrtsvorsteher gegeben, aber darum fümmern sich die Kommunisten nicht. Als der Dezernent des Wohlfahrtsamts, Genoffe Schneider, fie darauf aufmerksam machte, daß im Bezirf Tempelhof, wo ihr Parteifreund amtiere, nach der Statistik die niedrigsten Unterstützungen gezahlt werden, da gab es eisiges Schweigen. Unsere Fraftion stimmte den Anträgen zu, bis auf Abja IV. der Erweiterung ber Beiräte bei den Wohlfahrtsänitern um je zwei Vertreter der Erwerbslosen verlangte. Nach Ablehnung dieses Antrages setzte ein ohrenbetäubender Lärm auf den Tribünen ein. Der neugewählte Vorsteher verließ seinen Plaz und vertagte damit bie Durchführung der Straßenuenner Ber SCHUHE SIND NICHT IMMER IMMER GUT SCHUHE S GUTE 191 NICHT IMMER TEUER -82 es festleM major c MERCEDES SCHUHE P SIND SCHÖN GUT UND PREISWERT same t Sizung. Mit bewbernswerter Ruhe hatte Genosse Großmann] immer wieder versucht, die Störenfriede zu befchwichtigen. Es half alles nichts. Sie wollten den neuen Borsteher, den Sozialdemo= fraten, gleich an seinem ersten Sigungstage zu Bolizeimaßnahmen zwingen. Das ist vorbeigelungen, weil er Kinder vor dem Gefängnis bewahren wollte. Nach zehn Minuten fonnte der Vorfteber die Sigung wieder eröffnen. Ein demokratischer Antrag verfangte energische Führung von Verhandlungen, um das Gelände der Schießpläke an der Hafenheide bald als Bolfsparf zu erschließen. Rachdem Genosse Gärtner daran erinnert hatte, daß die fozialdemokratische Frattion schon vor Jahren mehrere ähnliche Anträge geftellt hat, gab Bürgermeister Genosse Scholz die Versicherung ab, daß das Bezirksamt alles tun werde, um diese Forderungen halb erfüllen zu fönnen. Eine eigenartige Rolle spielte der fom munistische Medizinalrat Dr. Saminde bei einer Anfrage unserer Fraktion über den Vorfall in der Badeanstalt Ganghoferstraße, wo am 9. November eine Schülerin in 20ter von neun Jahren ertranf. Genosse Grabe übte Kritik daran, daß es der Stadtrat nicht für nötig befunden habe, die Deputation, die am 13. November tagte, zu unterrichten. Daß in feinem Dezernat noch verschiedenes faul ist, bewies er an einer der Bersammlung vorgelegten Benachrichtigung von einem Todesfall im Pflegeheim. Auf einem gewöhnlichen Blodgettel murde die traurige Nachricht den Angehörigen übermittelt. Der tommmmiftische Medizinalrat, der sonst immer fehr energifch fein fann, wollte dem Bürgermeister Genoffen Scholz, die Beantwortung der Anfrage aufzwingen. Als der aber höflichst dantte, murmelte er zunächst irgend etwas, gab dann eine genaue Darstellung des Borfalls und stellte fest, daß ein Berschulden hes Auffichtspersonals nicht vorliegt. Die Anfrage über den Borfall im Pflegeheim schien er überhört zu haben. Nur die späte Stunde rettete ihn vor ber Beantragung der Besprechung. Hoffen wir, daß der schweigfame Herr bis zur nächsten Sigung die Sprache miedergefunden hat. Regierung sein fann, hat die Brengenregierung gezeigt, die ohne über die Zwirnsfäden der Bedürftigteitsfrage zu stolpern, für die Ausgesperrten gesorgt hat. Gegen den Machtwillen der Unternehmer muß die Staatsautorität eingesetzt werden. Das Reich hat es in der Hand durch Suspensierung der Eisenzölle und wenn das nicht hilft, eventuell durch Enteignung der Schlüsselindustrien Deutschland vor großen wirtschaftlichen Schaden zu retten. Die Sozialdemokratie ist für Mitarbeit in der Regierung, aber mur dann, wenn flare und bestimmte mindest forderungen aufgestellt sind. An das mit großem Beifall aufgenommene Referat schloß sich eine lebendige Aussprache. Ruhrfonflikt, Panzerfreuzer, Reichstag. Mitgliederversammlung in Lichtenberg. leber Ruhrfonflift, Panzerfreuzer und Reichstag sprach Ge noffe Litte, M. d. R., in der Mitgliederversammlung des 17. Kreises. Er ging in seinem Referat cuf die Ursachen des Ruhrtampfes ein und schilderte die einzelnen Etappen dieses Kampfes, der eine Auflehnung gegen die Staatsautorität, ein Klassentampf des Unternehmertums im größten Ausmaße ist. Er kennzeichnet die Forderung der KPD. nach Aufhebung des Schiedsgerichtsverfahrens. Bemerkenswert ist, daß auf Grund der Reichstagsbeschlüffe zum ersten Male Staatsmittel zugunsten der Arbei fer in ihrem Rampfe gegen das Unternehmertum verwendet wer den. Der Redner schilderte dann die im„ Vorwärts" eingehend wiedergegebenen Vorgänge anläßlich der Abstimmung über den Panzerfreuzer, die Bewilligung der zweiten Rate für den Bau des Panzerfreuzers wird natürlich neue Schwierigkeiten bringen. Eine Frage ist es, wie sich Sozialisten als Minister verhalten sollen, wenn der Wehretat zur Beratung steht. Das ist eine Frage, die im Augenblick nicht zu entscheiden ist. Bei der jetzt aktuell gewordenen Umbildung der Regierung werden wir bestimmte Forderungen zu stellen haben. Niemand aber wird fordern können, daß wir jetzt aus der Regierung austreten. Nicht nur bei der Beratung des Entwurfes zum Arbeitslosenversicherungsgesetz werden wir uns vor Die Geschäftsräume des Preußischen Katafteramtes Berfin Wilmersdorf, das die Ortsbezirke Wilmersdorf, Schmargendorf, Grunewald und Grunewald- Forst umfaßt, werden am 1. Dezember dieses Jahres von Berlin- Wilmersdorf, Westfälische Straße 89, nady Berlin W. 35, Potsdamer Straße 108 II, verlegt. Sein 50jähriges Angestellten Jubiläum begeht am 1. Dezember Herr Ostar Gellhorn, Malplaquetfir. 7. In treuer Pflichterfüllung ist er fünfzig Jahre ununterbrochen bei der Firma Dr. Hermann Rohrbed, Pflugftr. 5( 1 Norden 8719), tätig. Gleichzeitig, feiert er an demselben Tage in Gemeinschaft mit feiner Gattin feinen 40jährigen Sochzeitstag. Jubiläum. Am heutigen 30. November begeht der Kontrolleur Herr Uda Stangenberg fcin 25jähriges Dienstjubiläum bei der Firma Georg Stifte, Ber lagsbuchhandlung, Berlin NW. 7, Dorotheenstr. 65. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend ( Nachdr. verb.). Eintrübung und später Stegenfälle. Langsamer Temperatur aniticg. Für Deutschland: Jm Süden woltig bis beiter mit Nachtfröiteit, im Norden Uebergang zu trübem Wetter mit Niederschlägen und ansteigenden Temperaturen. Erweiterungsbau Joseph& Co. Das Neuköllner Kaufhaus Joseph u. Co. ist im letzten Halbjahre um ein ganz beträchtliches Stüd gewachsen. Der nunmehr fertiggeeftifte Erweiterungsbau in der Berfiner Straße, der am gestrigen Tage Vertretern der Bezirksbehörden und der Presse gezeigt wurde, stellt das Bild eines allen neuzeitlichen Anforde rungen entsprechenden Großfaufhauses bar. Durd bedeutende Raumermeiterung in fünf Stofwerfen wurden je 1000 Qadratmeter angebaut erfolgte eine vollständige Neugestaltung der gesamten Innenräume und im modernen Etil gerader, schlichter Linienführung präsentieren sich jetzt die ganz bedeutend vergrößerten Abteilungen. Eiche, Mahegoni und wertvolle erotische Hölzer wurden zur Ausgestaltung der Räume verwandt. Ganz bes fonders fön wirkt die matte Silberdede des neu eingerichteten bedeutend vergrößerten Erfrischungsraumes mit indirefter Dedenbeleuchtung( Kranzbeleuchtung) und der geschmackvoll einges richtete Lichthof in faufafischem Nußbaumholz Bier neue neue Schaufenster eine Reihe sozialpolitischer Probleme gestellt sehen. Der Beschlußschnellfahritühle neben den bereits bestehenden und zwei der Reichsregierung vom 10. Auguſt war gewiß zunächst eine Rolltreppen forgen für ein lebendiges Verkehrstempo. Fünf schwere Belastung für die Partei, die Partei aber hat sie alänzend die ganze Schaufensterfront umfaßt jest überstanden, weil ein einheitlicher Mille vorhanden war. Die Par teigenoffenfchaft ist bei der leberwindung der Krise richtunggebend 26 Fenster bereichern die Ausstellung der Waren um ein beträcht gewesen und ihre Ansicht muß in Zukunft auch bei allen wichtigen fiches. Die Freude der Hausfrauen wird die schmude, neu einFragen maßgebend sein. Nach kurzer Diskussion, an der sich die gerichtete Lebensmittelabteilng bilden. Fleisch und Wurstwaren aus eigener Schlächterei und Wurstfabrit, Badware aus eigenem Kon Genossen Judrian und Ortmann beteiligten, schloß Genosse ditoreibetrieb präsentieren sich dem Kunden. Am laufenden Bande Thurm die ausgezeichnet verlaufene Versammlung. wird die Ware dem Käufer auf schnellstem Wege übermittelt. An technischen Neueinrichtungen sind die in den Kochbetrieben und in der Metzgerei befindlichen von der Städtischen Gaswerfe A.-G. an gelegten Koch-, Back, Wärme- und Räucheranlagen bemerkenswert. Das Verkaufspersonal wurde um 300 Kräfte vermehrt und umfaßt jetzt ungefähr 700 Personen. Bannerweihe im 20. Kreis. Die Sozialdemokratie in der Reichsregierung. Ueber die Aufgaben der Partei in der Reichsregierung sprach Reichstagsabgeordneter Genoffe Aufhäuser in einer außerordent lich gut befuchten Mitgliederversammlung des Vereins Schöneberg, in der Schulaula in der Feurigftraße. Die Sozialdemokratie ist, so führte er aus, zu einer Beit in die Regierung eingetreten, die starte Spannungen zwischen Arbeiter und Kapitalisten zeigte. Die Arbeit der sozialdemokratischen Minister stößt auf starfe Widerstände. Die Boltspartei hat noch nie so deutlich, wie in der letzten Zeit zu erfennen gegeben, daß sie Beschüterin des Großtapitals ift. Die Durchführung sozialer Einrichtungen, die Anerkennung des 11. August als National- Feiertag sind gescheitert an der Einstellung der Realitionsparteien. Die Sozialdemokratie wird im 3u einer recht eindrucksvollen Veranstaltung gestaltete sich die Barlament immer wieder ihre Forderungen er. Kreisbannerweihe des 20. Kreises am 24. November in den heben, die sie im Interesse der Arbeiterschaft und Republik für not. Hubertus- Festfälen in Schönholz. Damit verbunden war die mendig hält. Unser Parteivorsigender Otto Wels hat von der Tri- Ehrung der Barteijubilare. Musikalische Darbietungen und Rampfbüne des Barlaments ausgesprochen, was Millionen Arbeiter denten. lieder des Männerchors Reinickendorf sowie Rezitationen und Er hat eine Rede gehalten, die an die beste Beit der Sozialdemokratie Szenen aus Tollers Hoppia, mir leben" verschönten die Feier. erinnerte. Schärffte Kritik fordern die Reben des Zentrums und Der Präsident des Landesarbeitsamtes, Genosse Paul Brühl, der Demokraten heraus. Lemmer und Birth haben von einer hielt die Weiherede. Delegationen der Reichsbannertameradschaften Arise des Parlamentarismus gesprochen. Wir wollen tein Barlament, und einiger Abteilungen überreichten Fahnennägel. Genosse das fofort, wenn ein Minister mit dem Rücktritt droht, auf eine Meifer ehrte die 103 Jubilare des Kreises, die 25 Jahre und eigene Willensäußerung verzichtet. Das wäre eint belemmerter" darüber, fa einige bereits über 40 Jahre lang treu der Partei Barlamentarismus. Die Sozialdemokratie hat getreu ihren Grund- gedient haben, durch eine zu Herzen gehende Ansprache. Genosse fägen die Behebung des sozialen Elends für weit wichtiger erachtet, eid sprach den Dank der Jubilare aus. Er gehört bereits als die Hergabe von Staatsmitteln für den Bau eines Panzerfreuzers. 43 Jahre der Partei an. Mut, Geist und Disziplin feien weiterhin Sie ist in die Regierung gegangen, weil sie glaubt, dort am besten notwendig, und jederzeit werden unsere Alten mit der Jugend gefür die Arbeiterschaft eintreten zu können. Der Kampf der Ruhr meinjam raten und taten. Genoffe Lorenzen dankte allen ErIndustriellen richtet sich vor allem gegen den fozialdemokratischen Schienenen als Kreisvorsitzender und das gesellige Beifammensein Reichsarbeitsminister, der mit Recht die Forderungen der Arbeitgeber hielt die aus dem weitverbreiteten Kreis zahlreich Erschienenen zurüdwies. Wie wichtig die Mitarbeit der Sozialdemokratie in der noch lange in bester Stimmung zufammen. Billige aber gute " Grammophou" Die Stimme seines Seren". Diese Schallplatten- Muf nahmen aus der Raumton- Serie„ Boinfar" bringen jedem Musikfreund das mas er wünscht. Berühmte Sänger und Sängerinnen, Instrumental- Birtuosen pon Weltruf, weltbekannte Dirigenten und Orchester, Chöre, Tangtapellen, hören Gie in voller beter Wiebergabe auf Grammophon". Mit diesem Repertoire lassen sich die vielseitigsten Unterhaltungsabende im eigenen Seim veranstalten. Das Film Theater Südpalaft", Neukölln, Anefebedfir. 112, fpielt unter neuer Zeitung. Das Theater ift gut geheiat. Den Spielplan finden unfere Leser jeben Dienstag und Freitag in der Rinotafel. 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