Morgenausgabe Nr. 567 A 287 45.Jahrgang öchentlich 851. moreifid 3,60 TL tm voraus zahlbar, Boftbezug 4,32 m einschl. Bestellgeld, Auslandsabonne ment 6 m. pro Monat * Der Borwärts erscheint wochentäg lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, bie benbausgaben für Berlin tind im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Illuftrierte Beilagen Bolt und Zeit" und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wissen", Brauen imme", Lednif". Blid in die Bücherwelt" und Jugend- Berwärts Vorwärts Berliner Boltsblatt Sonnabend 1. Dezember 1928 Groß- Berlin 10 Pt. Auswärts 15 Pf. Die einipeitige onpscetezeits 80 Pfennig. Retiame elle 3. Reichs mort. Aleine Anzeigen das ettge brudte Bort 25 Pfennig( zuläffig zwet Jettgebrudte sorte), jedes weitere Bort 12 Bfennig. Stefiengefuche das erite Wort 15 Bfennig, jebes weitere Bort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben sablen für zwei Borte. Arbeitsmart Seile 60 Pfennig. Familienanzeigen fin bonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen. asnahme im Hauptgeschäft Linden. fraße 3, wodentägl, von 81%, bis 17 Ubr Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Telegramm- dr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts: Verlag G.m. b. H. Bostichedkonto: Berlin 37 536. Banffonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaffe Lindenftr 3 Entscheidung am Sonntag. Amtlich wird mitgeteilt: Verständigung oder Kampf ums Recht? Am Freitag fanden in Berlin zur Beilegung des Arbeitskonflitts im Bezirt Nordwest unter dem Vorfih des Reichskanzlers eingehende Aussprachen zwischen Vertretern der Reichsregierung und den Vertretern beider Parfeien des Bezirks Nordwest statt. Die Arbeitgeber erklärten sich mit dem Vorschlage des Reichsfanzlers einverstanden, die endgültige Entscheidung über Arbeitslohn und Arbeitszeit Herrn Reichsminifter Severing zu überlassen. Sie erklärten ferner, daß fie nach Annahme dieses Vorschlages durch die Arbeitnehmer die Betriebe sofort wieder öffnen werden; Die Bertreter der freien Gewerkschaften erklärten demgegenüber, daß fie die Berantwortung für eine fofortige Entscheidung nicht übernehmen fönnten, und daß sie darauf beharren müßten, vor Abgabe bindender Erklärungen die Revierkonferenz zu hören. Die Berhandlungen wurden darauf unterbrochen. Inzwischen hatte der Reichskanzler eine befondere Besprechung mit den Bertretern der freien Gewerkschaften. Auch diese Besprechung führte, wie verlautet, zu feinem anderen Ergebnis. So blieb in der nachfolgenden Schlußbesprechung nichts weiter übrig, als die Verhandlungen zunächst abzubrechen. Die Gewerkschaften wollen bis Sonntagabend 8 Uhr telegraphisch die Entscheidung der Revierkonferenz nach Berlin mit teilen. 2 nerfennung fämpfen. und Durchführung zu Ende rungsvorschlags eingewendet, daß es leider kein Mittel gebe, Dagegen wird von den Befürwortern des Regies zwingen und daß bei der Zusammenjezung des Reichstags um die Unternehmer zur fofortigen Deffnung der Betriebe zu auch keine Aussicht bestände, solche Mittel zu schaffen. Würde alles auf die gerichtliche Entscheidung gestellt und der Rampf auf unabsehbare Zeit verlängert, jo sei eine Kata. strophe der Wirtschaft mit schweren Leiden besonders auch der Arbeiterklasse unvermeidbar.. Wenn die Unternehmer ihr Schicksal in die Hände eines Sozialdemokraten und Gewerkschaftlers wie Severing legten, so bedeutet das allein schon ihre Unterwe. fung. Bon einem Mann wie: Severing fei auch keine Entscheidung zu befürchten, die für die Gewerkschaften unerträglich sei. Cine Abänderung des Schiedsspruchs, falls sie von ihm vorgenommen werden sollte, brauchte auch noch keine Verschlechterung zu bedeuten. Zu diesem Bericht, für dessen Richtigkeit in den Einzeldie Belegschaffen würden ohne Maßregelungen mit Infraft- heiten wir der genannten Quelle die Berantwortung übertreten dieser Vereinbarung alsbald wieder eingestellt unter laffen müffen, ist zunächst zu bemerken, daß der frei gewerkschaftliche Metallarbeiterverband statuten gemäß Wahrung ihrer alten Rechte aus den früheren Arbeits- gebunden ist, erst seine Funktionäre zu befragen, ehe verträgen; die Einstellung werde nach Maßgabe der betrieber eine Entscheidung von folcher Tragweite fällt. lichen Möglichkeiten erfolgen. Reichsregierung und Arbeit- Zur Sache felbst tann gefagt werden, daß man in auf die boshaften Mißdeutungen hin, die möglich würden, Die Befürworter des Regierungsvorschlags weisen ferner geber waren darüber einig, daß durch die zu treffenden Ber- gewerkschaftlichen Kreifen die guten Absichten der Reichs wenn zwar Unternehmer, Christen und Hirsch. einbarungen die Möglichkeit der Entscheidung der in regierung nicht verfennt und zur Verion des Genossen Dunderiche fich bereit ertiärten, Genering als obersten dem Rechtsstreit aufgeworfenen grundfählichen Fragen Senering alles Bertranen hat. Ein ablehnender Ent- Saiedsmann mit unbegrenzter Vertrouensvollmacht anzudurch das Reichsarbeitsgericht nicht ausgeschaltet schluß stünde jezt schon fest, wenn eine weniger vertrauens nehmen, die freien Gewerkschaften aber sich weigerten, würdige Bersönlichkeit vorgeschlagen worden wäre; die Be das gleiche zu tun. Man hält ihnen entgegen, daß die freien nennung Severings hat den ganzen Vorschlag überhaupt erst Gewerkschaften durch eine klare Stellungnahme, die sich nicht gegen Severing, sondern gegen den Rechtsbruch der Unternehmer richte, gegen solche Misdeutungen hinreichend ges schützt seien. werden soll. Der Reichskanzler erklärte den Arbeitgebern und Arbeitnehmern, daß er unter der Boraussetzung der Annahme des Boschlages der Reichsregierung auch durch die Gewerkschaften dieje Stellungnahme beider Parteien Herrn Reichsminister Severing fofort übermitteln und ihn biffen würde, entsprechend der bereits erfolgten Aussprache im Reichstabinett bei Ausübung seines Auftrages die Wirtschaftlichkeit der Betriebe zu prüfen, die Arbeitszeit einzubeziehen und seine Entscheidung endgültig und langfristig zu machen. Die Vertreter der Gewerkschaften erklärten in der Nachmittagsfißung, daß fie fich die Entscheidung noch bis zu einer am fommenden Sonntag vormittag stattfindenden Situng ihrer Gewerkschaftsinstanzen vorbehalten müßten. Sie sagten die Mitteilung der endgültigen Entfcheidung an die Reichskanzlei bis Sonntag abend zu. Der Gang der Verhandlungen. Ueber den Gang der Verhandlungen meldet das Nach richtenbureau des Bereins deutscher Zeitungsverleger: Die Berhandlungen, die Reichskanzler Müller am Freitag nachmittag mit den Bertretern der drei Gewerkschaftsrichtungen wegen der Beilegung des Arbeitstonflifts im Weffen führte, dauerten den ganzen Nachmittag an. Das Kabinett blieb während der ganzen Zeit versammelt, um dauernd über den Gang der Verhandlungen unterrichtet zu werden. Wie wir hören, legte der Reichstanzler, wie schon vormiffags den Bertretern der Arbeitgeber, auch den Gewerkschaften nahe, den Reichsinnenminifter Severing als Schlichter anzuertennen und sich seinem Spruch bedingungslos zu unterwerfen. Von den drei Gewerkschaftsrichtungen wurden mehr oder weniger Bedeuten gegen diesen Borschlag geltend gemacht. Man wies darauf hin, daß die Autorität des Schlichtungswesens nicht leiden dürfe. Insbesondere von den Vertretern der freien Gewerkschaften wurde erklärt, daß sie zunächst die am Sonntag ftatifindende Revlerfonferenz befragen müßten. Ferner wurde von den Gewerkschaffen der bereits in Düsseldorf gemachte Borschlag wiederholt, die Arbeit sofort zu den alten Bedingungen wieder aufzunehmen, und für den Fall, daß der Schiedssprach durch das Reichsarbeitsgericht bestätigt wird, die neuen Lohnfähe zunächst nur bis zum 31. März 1929 gelten zu laffen. An den Berhandlungen nahmen zeitweise auch Reichsarbeitsminifter Wiffeil und Reichswirijhaftsminister Dr. Curtius teil. 3nzwifchen hielt das Reichstabluett eine Sigung ab, um zu dem Borschlag der Gewerkschaften, die Entscheidung bis zum Sonntag cruszulehen, Stellung zu nehmen. Nach wiederbeginn der gemeinsamen Berhandlungen gaben die Bertreter der christlichen und HirschDunderfchen Gewerkschaften die Erklärung ab, daß sie bereit felen, einem Schiedsspruch des Miniffers Severing bedingungslos zuzuffimmen, menn auch die Bertreter der freien Gewerkschaften ihre Zustimmung erteilten. P Man wird also am Sonntag in Effen den Vorschlag der Reichsregierung nicht von der Gamelle ablehnen, sondern das Für und Wider sorgfältig abmägen. Die Gewerkschaften haben bewiesen, daß sie nicht den Kampf wollen um des Im allgemeinen sind es rein praktische Ermäqungen, die Kampfes willen, sie haben vielmehr schon in den Berhand- zugunsten des Regierungsvorschlags ins Feld geführt werden, lungen mit dem Regierungspräsidenten Bergemann ein während das verlegte Rechtsgefühl, die Heraus weitgehendes Entgegenkommen gezeigt, um den Wirtschaftsforderung durch den Rechtsbruch der Unternehmer als starter frieden wiederherzustellen. Eines haben sie allerdings ab- Fattor gegen ihn wirft. So ist es erklärlich, daß der Vorgelehnt: nämlich die Preisgabe ihres Rechtsstand flag zunächst auf eine schroff ablehnende Stimmung Punkts, und das ist die Frage, um die es sich auch heute, stieß. Ob sich diese Stimmung mittlerweile soweit mildern und morgen handeln wird. wird, daß die Konferenz am Sonntag zum Abschluß des Stampfes führen fönnte, darüber ist zur Stunde feine Prophezeiung möglich. Die Entscheidung liegt nicht bei den politischen Instanzen der Arbeiterbewegung, sondern bei den berufenen gewertschaftlichen Organisationen. Selbstverständ lich wird sich aber die Partei von den Gewerf. fchaften, wie immer ihre Entscheidung ausfallen mag, nicht trennen. Und ebenso selbstverständlich geht, sei es in diejer oder jener Form, der Kampf um ein mirf. liches Arbeiterrecht weiter, das die Arbeiter vor Miütürmaßnahmen der Unternehmer schüßt, der Kampf. unt die Schließung jener Lücken der Gesetzgebung, die bei der Die Gewerkschaften sind der Ueberzeugung, daß sie fich in einer juristisch ganz unanfechtbaren Stellung befinden. Sie haben also den Wunsch, ihre Sache bis in die legte Ronfequenz vor den Gerichten auszufämpfen. Daß die Betriebe geschlossen sind, ist nicht ihre Schuld, sondern die Schuld der Unternehmer. Die Gewerkschaften waren und sind bereit, in dem Augenblick die Parole zur Wiederaufnahme der Arbeit zu geben, in dem die Unternehmer die rechtswidrige Ausperrung rüdgängig machen. Aber sie wollen den Schiedsspruch, den das Landesarbeitsgericht als rechtsgültig bestätigt hat, nicht preisgeben, sondern den Kampf um feine Der Mord im Prager Gerichtssaal Der Täter verhaftet und erkannt. Prag, 30. November. weiter war er in seinen AnDie Beweggründe und Hintermänner des Albaners, der den Nach dem Attentat, bas den Angeklagten Bebi, Mörder des Mörder des albanischen Gesandten tötete. während dieser Mörder albanijden Gesandten Cena Beg, und den italienischen Journalisten vor einem europäischen Gericht stand, find noch nicht bekannt. Der del Vecchio nieberstreckte, stürzte das Publikum aus dem Saal, in Angeklagte hatte erst in der Hauptverhandlung auf eindringliche Fragen des Vorsigenden zugegeben, im Auftrag eines Flüchtlings. dem nur der tote Bebi, der blutüberströmt mit zertrümmertem tomitees und unter Todesbrohung für Verrat gehandelt zu haben. Schädel auf dem Boden lag, der schwerverletzte italienische Journalist, man tönnie danach annehmen, daß er wegen dieser Aussage, also um den sich verschiedene Aerzte bemühten, die Richter und einige wegen des begonnenen Berrats Journalisten zurückblieben. Der Attentäter wurde sofort nach der Int gaben nicht gegangen- erschossen worden ist. Der Umstand jedoch, nach geringem Biderstand verhaftet und ihm die daß der Täter Diener eines albanischen Hauptmanns, nämlich des Waffe abgenommen. Bei dem ersten Verhör weigerte er sich, seinen Bruders des ermordeten Gesandten ist, läßt aber ebensogut die Namen zu nennen. Sogleich nach der Räumung des Schaburgerichts Bermutung zu, daß Bebi der Rache von Anhängern des albanischen Diftators Zogu zum Opfer gefallen ist. Der ermordete Gesandte faales fand sich eine Gerichtskommission ein, die die Eezierung des ermordeten Bebl anordnete. Der Täter wurde auf Grund seiner Cena mar 3ogus. Bruder. Von einer Aufrollung ber albanischen Personalausweise als ter 1901 im Dorse Kossowo bel Tirana ge- Bustände zur Entlastung des Angeklagten mögen die Macythaber in Tirana noch mehr befürchtet haben als etwa nur die Freisprechung borene 3iga Buciterna festgestellt, ber ein Diener des albanischen Hauptmanns Gana Beg, des Bruders des ermordeten land ist nicht selten vorgekommen und es erscheint durchaus möglich, Bebis. Die Freisprechung von Rächern gefnechteter Bölter im AusGesandten ist. Beim Borverhör war aus dem Attentäter fein baß die albanische Reaktion nicht nur ihrer Rache an Bebi sicher Mort herauszubringen. Er wurde auf die Polizeibirektion geschafft. fein wollte, sondern mit gleicher Inbrunft dahin gezielt hat, ihn Während des Borverhörs machte er den Eindrud ziemlicher Beritumm zu machen und den Prozeß in dem europäischen Brag wirrung und Niedergeschlagenheit. Der schwerverletzte rasch zu beenden, ehe das Heer der Gematterten on der Zeugens italienische Journalist wurke in feine Wohnung gebracht. barre aufmarschiert ist... gegenwärtigen großen Auseinandersetzung so deutlich ficht- bar geworden sind. Die schwierige und unklare Situation, in der wir uns befinden, ist die� Folge eines gewissen Gleichgewichts der Klassenkräste. Dieses Gleichgewicht in ein entscheidendes Uebergewicht der Arbeiterklasie zu verwandeln. bleibt Aufgabe der politischen und der gewerkschaftlichen Or» ganisation, Völlige freie Entscheidung Geverings. Keine Festlegung durch die gcstrigea Besprechungen. LmÜich wird mitgeteilt: In verschiedenen Presseäußerungan ist zum Ausdruck gekommen, daß bei den heutigen Besprechungen über die Beilegung des Ruhrtonsliktes neben der Persönlichkeit des Schiedsrichters und der bedingungslosen Annahm« seines Schiedsspruches die Grundlage oder die Grund- züge des Schiedsspruches selber erörtert war- den seien. Gegenüber dies«, Meldungen ist nachdrücklich festzustellen, daß sie jeglicher Grundlag« ent« b ehren. Es ist in keiner Werse irgendwie der Sachentscheidung des Schdedsrichters vorgegriffen, der völlig frei und nach eigen« gründlicher Prüfung der Angelegenheit seinen Spruch über Arbeitszeit und Arbeitslohn fällen soll. Die Oeutschnationalen schreien. Oie Llnternehmer sind ihnen nicht hart genug. Die deutschnationale Presse schrest laut auf gegen den Schlichtungsversuch der Reichsregierung. Zur Stunde, als die Unternehmer bereits erklärt hatten, daß sie die Schlich. tung annehmen, schreit die„Deutsche Tageszeitung" unter der Ueberschrist„Kapitulation der I n d u- st r i e" unter Bezugnahme auf die Ausführungen des '„V orwärts" von gestern morgen: ,Xks ist in der Tat recht unwahrscheinlich, daß die Vertreter der Arbeitgeber das Schicksal der Industrie freiwillig in die Hand des„Sozialdemokraten und alten Gewerkschafters" Seve- ring zu legen bereit wären. Zu diesem selbstmörderischen Schritt wird sie. möchte man annehmen, auch die bombostlsckie Drohung des„Vorwärts" nicht treiben können. In einem Kampf zwischen Unternehmern und Gewerkschaften einen Mann als höchsten Wcht« zu bestellen, den seine Eigenschaft als Reichsmimster weder auf dem Kongreß in Ha-nburg noch gestern im Reichstag daran gehindert hat, vom rein gewerkschaftlichen Kampf- grist ersülkte Reden zu halten, ist an{ich schon ein u n» gc heu etlicher und grotesker Gedanke. D«„Vorwärts" jagt ganz richtig, daß die Parteien, wenn sie dem Vorschlag, der Regierung zustimmen,„die Kotze im Sack kaufen". Mit einem Sack, den Herr Severing in der Hand hält, dürste sich die Industrie, um bei dem Vergleich des„Vorwärts" zu bleiben, schwer belaufen." Di«„D e a t s ch e Zeitung" spricht von einer„R u h r- e n i f ch e i d u n g u n t e r r o t e r D i k t a t u r". von.,P o r- te idiktatur der S o zt a l de m o k r a t i e.i n de r Re- g i e r u n g". und sie mahnt. schließlich die Deutsche Bolkspartei» eine Regierungskrise herbeizuführen: „Nach alledem glauben wir kaum, daß di« Bolkspartei noch lmwex.W. der Hage sein..wird, an der Emjcheidiutg, ob sie dieDtk- PKzur der Sozkakdemokratre endgültig anerkenn«, will, weiter oorbeizulavieren. Die Emscheibungsstund« ist gekommen." Die Deutschnationalen wollten den Ruhrtneg bis zum Weißbluten, noch lieber ein Chans, mn mit.Hilgenberg- Methoden rm trüben zu fischen.- � Koaliiiouskrise in Sachsen? Strett om den Voltsbilpangsmimstee. Dresden, 30. November.(Eigenbericht.) Der Vorschlag der Deutschen Voltspartel, den Bize. Präsidenten des Landtages und Theologen H i ck m a n n an Stelle des zurücktretenden Dr. Kaiser zum sächsischen Boltsbildungs- m i n i st e r zu ernennen, hat zu einer kleinen Krise in der Heidt- Koalition geführt. Die Demokratische Partei hat in aller Form gegen die Ernennung Hickmanns Einspruch erhoben und erklärt, daß dieser Mann für sie als Kultusminister nicht tragbar W- Hickmonn steht in Kulturfragen aus dem äußersten rechten Flügel der Deutschen Bolkspartei. Er spielt in der sachsischen evangelischen Landeskirche«ine groß« Roll«, ist Vtzcprästdent der sächsischen Landessynode und Vorsitzender des Volkskirchlichen Laien. Windes.? n Gegensatz zu dem scheidenden Kultusminister Dr. Kaiser setzt« er sich seinerzeit für den Keudellschen Schulgesetz- «ntwurf ein. Die Demokraten erklären, daß sie sich die Ernennung Hickmanns unter keinen Umständen gefallen lassen würden. In dies«n Zu» sammenhang wird in der bürgerlichen Presse behauptet, daß die Demokraten im gegebenen Falle aus der Koalition ausscheiden und emem etwaigen Auflösungsantrog zustimmen würden. Reinigung. Sil» preußischer Beamter wegeu Beschimpfuag der Reichs« färben mst Oienstentlassullg bestrast. Di« Republikanische Beschwerdestelle Berlin wandt« sich am -l. November 1 9 2 S an den Regierungspräsidenten in Stralsund und tellte mit. daß der staatliche Hegemeister Eugen Müller in Prerow(Darß) sich eine schwere Beschimpfung der Reichsfarben öffentlich hätte zuschulden kommen lassen. Der Regie- rungspräsident teilte om29 März 1926 mit, daß„der Beamte selbst, den ich verantwortlich habe vernehmen lassen, die Beschul- digung mit aller Entschiedenheit zurückweist". Die Republikanische Beschwerdestelle konnte zwei einwandfreie Zeugen namhaft machen und bat den Regierungspräsidenten, gegen den Hegemeister wegen Beschimpfung der Reichsfarben und wegen einer dienstlich- falschen Aussage dos Disziplinarverfahren einzuleben. (Da; Strafverfahren mußte wegen der Hindenburg-Amnestie ein- gestellt werden) Nunmehr hat der Regierungspräsident in Stralsund unter dem 28. November 1928 folgenden abfchüeßenden Bescheid «rteill:„Der Diszlplinarhof für die nichtrichterlichen Beamten in Berlin hat in seiner Sitzung vom Id. Oktober dieses Jahres den Hegemeister Eugen Müller(Regierungsbezirk Stralsund) wegen Be- schinipfung der Reichssarben mit Dienstentlassung bestraft. Sowjet.wehrmiuistcr worofchUow. dessen Absetzung schon mit Bild gemeldet war. ist vom Urlaub zurückgek�rt und hat s«n« Amtogeschäfte wieder übernommen, Das Ziel der Llnternehmer. Sinzheimer über Rückgängigmachung des Schiedsspruchs. Jrankfart. 30. November.(Eigeirbsricht.) Bor Frankfurter Gewerkschaftsfunktionären hielt der bekannte Arbeitsrechtler und erfolgreiche Verteidiger im Metallkonflikt, Prof. Dr. Sinzheim«?,«inen groß angelegten Vortrag, der sich mit den Rechtsfragen im Arbeitskonflikt befaßte und ausklang in einer grundsätzlichen Stellungnahme zu der schwebenden Streitfrage. Nachdem Slnzh ebner bewnt hatte, daß des Landeearbeits» gerichtDuisburgdas Interess« des Staates und der Gesamtheb an diesem Schiedsspruch in den Vordergrund gestellt hat, marf er die Frage aus:. warum haben die Arbeitgeber niemals daraus geantwortet. weshalb eigentlich die Aussperrung erfolgt ist? Der Grund ist nur der. sie wollen sich unter das Recht und unter den Staat nicht beugen. Dieses ganz« Arbeitsrecht paßt ihnen nicht. An. dernfalls hätten die Arbeitgeber ja nach der Sttllegungsver- o r d n u n g stillegen können, wonach die Arbeitnehmer Erwerbs- losenunterstützung erhallen hätten. Es gibt nur eine Erklärung für da« Verhallen der Unternehmer, daß sie den Kampf heraufbeschworen haben, um einen Schiedsspruch, den st« nicht wallten, zu beseitige» Es ist ein stampf gegen das her, des Arbeitsrecht«. gegen das Hohebsrscht, das über den Gruppsninteresse« steht. Es ist ein Kampf für dl« Souoeränbät der Wirtschaftsführ«, die kein« Gosamtinteressen in Form des Staates über sich dulden wollen. Hier ist der Punkt, wo es nicht mehr um die Sache der Arbeiterschaft geht. sondern hier steht das allgemeine Prinzip auf dem Spiele, cm dem wir festhallen, indem wir den Schiedsspruch unter allen Umständen verteidigen. Wird der Schiedespruch rückgängig gemacht, dann gibt es kein Hoheitsrecht de» Staates mehr auf arbellsrechtllchmn Gebiete, auch nicht«ehr gegenüber de» Arsieilnehmer. Dann dürfen sich auch dr« Wirtschaftsführer nicht mehr beschweren, wenn auch die Arbeitnehmer dasselbe tun. nämlich da« Recht mißachten und nur an Macht und Gewalt appellieren. Geben wir den Schiedsspruch preis, so wird unser ungeheurer Verlust nicht in den Geschäftsbüchern verbucht, sondern verbucht in den Herzen und Seelen des gesamten Volkes, und die« wollen wir verteidigen. Der Dortrag wurde mit stürmischem Beifall aufgenommen. Die Rechtsopposition in Rußland Die Briefe Krumkjns und die Antwort Stalins. Zum Unterschied von der kampflustigen Trotzki-Opposition be- nimmt sich die formlose Rechtsopposttion ausweichend und verösfent- licht emstweilen kein« Glaubensbekenntnisse. Ilm so mehr beachtenswert sind zwei Briefe, die«in hoher Sowjetbeamter F r u m k i n. der Wortführer der rechten Richtung, unter den Mitgliedern des Zentralkomitees der KPdSU, verbreitet hat. Stolin hat dies« Briefe in der Plenarsitzung des ZK. zitiert und scharf kritisiert. Im Mitteipirirlt der Ausführungen Frumkins sieht d i e Krise der Landwirtschaft:„Wir können und dürfen nicht in der Presse über die DegradieruNg der Landwirtschaft schreiben(!II), aber Innerhalb der Parte! dürfen wir nicht ver- heimlichen, daß das Zurückbleiben der Landwirtschaft mit ihrer Degradierung gleichdedeutend ist." Die Ursache dieser Degro- dierung, die zur Verallgemeinerung der Wirtschaststrise führt, steht Frumkin darin, daß die Einstellung der Partei zur Agrar- und Bauernfrag« die Massen der Mittelbauern zu einer a u s s i ch t s- losen Lage verurteill und ihnen jeden wirtschaftlichen Anreiz raubt. Die Folge davon sei/ daß J>!« Bauernschaft mit Ausnahme einer geringen Zahl von Dorfarmen gegen uns(lr.h. gegen die Kommunisten) gestimmt ist," Es sei deshalb' notwendig, zu den bauernfreuttdlichen Beschlüssen des XIV. Parteitages per KPdSU, zurückzukehren, die durch den XV. Parteitag«ingileitete Politik der fsröierten Industrialisierung in der Städt und der AwangzkollektwWrüNg' auf dem stächen Land« auszugeben Und endlich'„die Großbauern(„Kulaki") in ihrer wirt- schaftlichen Tätigkeit nicht zu hemmen und nur ihre Ausbeutungs- tendenzen zu bekämpfen". Dies« Brief« haben Stalin in Wut v ersetzt:„Wie würde die Sowjetmacht aussehen"— so führte er u. a. aus—,„wenn sie am 11. Jahrestag ihres Bestehens die Landwirtschaft zur Degra- dierung verurteill hätte! So eine Staatsmacht müßte davovgefagt werden!" Di« Plenarsitzung der ZK. hat dem Wink« Stalins folgend sich mit voller Kraft gegen Frumkin und die gesamte rechte.Llb- weichung" gewandt. Aber gleichzeitig hat die Plenarsitzung die Kampfansage nach rechts mit gewissen Konzessionen an die Forderungen der rechten Opposition vereinigt. Stalin folgt« dabei dem berühmten Vermächtnis Lenins: die Opposition zu vernichten. ihr« Forderungen aber zum Teil sich anzueignen. Sicherlich sind die Konzessionen sehr bescheiden: Förderung der individuellen Bauernwirtschaften(aber Beibehallung der Kollektwisterungspolitit), Auftechterhallung der„revolutionären Gesetzlichkeit" auf dem flachen Land«i«ser Parole hat der Deutsche Landarbeiteroer» band eine Aktion zur Verbesserung der ländlichen Lohnverhäll- Nisse eingeleitet. Diese Aktion ist notwendig und berechtigt. Der Aerband kann sich bei seinem Vorgehen auf das Urteil sehr kompe» lenter Kreis« stutjen. Professor Dr. A er« b o« sagt In seinem Buch„Agrarpolitik" lSeite 5(52/63):„Wer deutsche Nationalpolitit treiben will, der muß nicht nur deutsche Bauernpolitik, sondern auch deutsche Londarbeiterpolitik treiben und darf dabei der An» Näherung der Landarbeiterlöhne an die In- dustriearbeiterlöhne nichts in den Weg legen, muß viel- mehr alles wollen, was die Einkommens- und Lebensverhältnisse bcs Arbciterstandes auf dem Lande günstiger gestalten kann. Dem- Zufolge kann der Londjlucht nur begegnet werden, wenn neben der allgemeinen Verbesserung der Löhn« sowohl größere Aufstiegs- Möglichkeiten geschaffen werden als auch der Inhalt des Land- lebens so reichlich xestallet wird, daß er die Menschen fesselt." Am Schlüsse seiner Betrachtungen sagt Aereboe(Teile 576) zusammen- fassend:„L o h n st ei g e r u n g und Steigerung der Volksbildung im Sinne einer vollkommeneren Volkserziehung müssen also zu- 'ainmenwirten. um das Problem der ländlichen Arbeiterverhältniss« ZU lösen." Professor S e e d o r f- Göttingen schreibt:„Die Landflucht, die auch in anderen Kulturländern besteht, ist die bedrohlichste Er- iheinung unseres Volkslebens nächst dem Geburtenrückgang. Sie muß und wird zum Niedengang führen, wenn es nicht gelingt, der Bewegung Einhalt zu tun. Die seit langer Zeit brennende land- wirtschaftlich« Arbeiterfrage wird aber nur gelöst werden, wenn Land- und Jndustrielöhne miteinander in Einklang gebracht werden." Der Direktor des Albrecht-Thaer-Seminars in Celle. Herr Dr. Biere« schreibt in der„Mecklenburgischen Londwirtschast- lichen Wochenschrist", Amtsblatt der Landwirtschaftskammer, Nr. 36 (1S27) zu dcm Thema: Die Aufwandkosten in den lairdwirtschaft- lichen Betrieben:„Hohe Löhne sind auch im landwirtschaft- lichen Betriebe nicht zu beklagen. Es braucht ein Betrieb mit absolut hohen Löhnen durchaus nicht ein höheres Lohnkonto zu haben als cin gleicher Betrieb mit absolut niedrigen Löhnen. Dauernde Inanspruchnahme der menschlichen Arbeitzkraft während des ganzen Jahres und Fähigkeit des Betriebsleiters im Dispo- nieren und im Umgange mit seiner Arbeiterschaft setzen ihn in den Stand, hohe Löhne zahlen zu können." Im Notprogramm der Landwirtschast, dos die Vertreter- Versammlung des Reichslandbundes aufgestellt hat, war zu lesen:„Die Arbeitersrage auf dem Land« ist zugleich ein« Lohnfrage, deshalb muß die Landwirtschaft in die Lag« ver- setzt werden, ihren Arbeitern einen Lohn zahlen zu können, der den in der Industrie für gleich schwere Arbeit ge- zahlten Löhnen entspricht." Der Vorsitzende des Pommerschsn Landbundes von Rohr- Demmin sagte nach dem Bericht der„Pommerschen Tages- post", Nr. 289, Jahrgang 1927, auf einer Landtagung u. a.: „Immer tiefer sinkt dos Landvolk oller Berufe in Schuldennot. und die Löhn« in der Landwirtschaft haben«inen Abstand von den Löhnen der Industriearbeiter gefunden, der u n« r- t r ä g l i ch ist." Der Schlesische Landbund beschäftigt sich in feinem gleichlautenden Organ Nr. 28. 1928, mit der Eindämmung der Abwanderung vom Lande und kommt zu folgendem Ergebnis: ,T>er zweite Weg, die Abwanderung zu beschränken, der der Selbst- hilse, führt dahin, das Einkommen des schlesische» Landarbeiters dem des Industriearbeiters anzugleiche n." Agrarwissenschaftler und praktisch« Landwirte halten also die Lohnverhältnisse in der Landwirtschaft für unhaltbar. Gibt es«ine bessere Rechtfertigung der Aktion des Deutschen Landarbeiter-Ver- bandes? Das Arbeiiszeiiabkommen gekündigt. Von den Ruhrindufiriellen. Düsseldorf. 30. November. Der Arbeitgeberverband Nordwest Hot heute das vom L De- zcmber ab moaatlich kündbare Arbeitszeitabkommen «>« 15. Dezember 1927 fristgemäß gekündigt. Dieser Schritt soll lediglich die formellen»och bestehenden Hindernisse einer llleichzeitigCn Neuregelung von Lohn und Ar- kteitszeit. mit der sich beide Partei en in den Verhandlungen der letzten Wochen schon cinverfiandea erklärt hatten, aus dem Wege räumen._ Die Auswirkungen. Im Handelskammerbezir? Düsseldorf. Düsseldorf. 36. November. In der Polln« rfommtung der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf erstattete der Geschäftsführer Dr. Wilden den Bericht, den« mir folgendes entnehmen: Di« Zahl der unterstützten Arbeitslosen und Zuschlagsernpfanger ist van 16 534 Anfang Oktober auf 19 969 Ansang November und auf 22 799 am 26. November ge- tiicgen. Dazu toi.mren die Folgen der Betriebssperre. ?in Düsseldorf allein sind von der Sperr« über 34666 Arbeiter betroffen. Da» macht mit Familienangehörigen ein Viertel der Bevölkerung der Stadt. Der Güterverkehr zu Wasser und Zu Lande ist eingeschränkt. D«r Hafenumschlag ist von 175660 Tonnen im Oktober auf 144 006 Tonnen im November zurückgegangen. Die Umsätze des Großhandels sind durchweg stark zurückgegangen. So stellt ein UnternchnBen des Werkzeug» "mschinenhondels einen Rückgang des Auftragsbestandes von 25 Proz., ein anderes, das hauptsächlich Rheinland und Westfalen betrifft,«inen solchen«on 80 proz. fest. Ein merkiiches Nachlassen de» Absatzes weisen auch der Lebensmittel- und Kolonialwarengroßhondel. ber Holz» und Chemikaliengrohhandcl auf, teils sogar bis zu 56 Proz. und 46 Proz. Der Einzelhandel leidet hauptsächlich unter der ver- minderten Aaufkroft eine» Teiles der Bevölkerung. Ein Waren- Haus verzeichnet den Rückgang um 26 Proz. gegen das barige Jahr. Innerhalb der letzten Tage ist der Umsatz der Nahrungsmittel- gefchäfte in den Arbeit« rwohnolerteln um 46 Proz. Zurückgegangen.__ „Los vom Achisiundenia�! Epeditionsgewerbe und Arbeitsschuhgesetz. In einer Eingab« an das Reichsorbeitsmimfterimn fordert die �lrbeiizzsmeinfchaft der Anbeitgeberverbände des deutschen Trans- Port-, Speditions- und Derkehrsgewerbcs die Herausnahme aus dem Geltungsbereich des kommenden Ar- beitsfckiiitzgefetzes. Nach den Behauptungen der Unter- nehmer sollen wirtschaftliche Gründe die Herausnahm« drin- Send erforderlich machen. Diese Behauptungen entsprechen jedoch nicht den Tatfachen. Deshalb sind auch bei den Beratungen im Vorläufigen Reichswirtschaftsrot alle dahingehenden Anträge der Unternehmer abgelehnt worden. Was die Unternehmer des Transport- und Verkehrs- 1» c-r des mit ihrer Ferdernng in Wirklichkeit erreichen wollen, Send eist klar, wenn man"ch«arger Vorgänge erinnert, die sich nach dem Inkrafttreten des Arbeitszeltnotzefetzes im Speditionsge- werbe abgespielt haben. Damals wurde von den Unternehmern des Speditionsgewerbes die Behauptung aufgestellt, daß da» Arbeits- Zeitnvtgcsetz für das Speditionsgcwerbe kein« Gel- fU n g habe. Stuf diele Weile wollte man von den Verpflichtungen 'reikonwen, die den Unternehmern dadurch auferlegt wurden, daß b«r Gesetzgeber für bestimmte Fäll« von Mehrarbeit die Zah- �nz eines bafr.rcheren Mehrarb« ittzuschlage« vorsah. Donk dem energischen Vorgehen des Zentroloerbandes der Ange- stellten ist dieser Versuch mißglückt. Die im Arbeitszeitnatgcsetz getroffen« Regelung soll auch in das Arbeitsschußgesetz übernommen werden. Was liegt da für die Unternehmer näher als die Forderung nach vollständiger Außerkraftsetzung des Arbeitsfchutzgesetzes für dos gesamte Transport- und Wertbhrsgewerb«. Damit würden nicht nur die Dorschristen über die Arbeitszeit, sondern auch die übrigen Schutzbestimmungen, insbesonder« die über den Betriebs» schütz, den besonder«« Schutz für jugendlich« und weidliche Arbeit- .nehmer, die Sonntagsruhe usw. in W< g sal l kanimen. Um aber das gewünscht« Ziel zu erreich««, ist man auch mit einer teil» weisen Außerkraftsetzung des Arbeitsfchutzgesetzes zufrieden. Man will in diesem Falle mindestens erreichen daß die Borschriften über die Arbeitszeit auf das Transport« und Speditiansg«werbe kein« Anwendung finden sollen. Und wenn auch diesem Vorschlag« nicht entsprochen werden sollte, dann bleibt als letzter Ausweg nur noch der, das Transport- und Verkshrsgewerb« in die Dorschristen über„A r b e i t s b e r e i t s ch a s t" eingubeziehen. Mehrarbeit, die auf Grund dieser Dorschristen zu leisten ist, brmicht nicht'besonder» vergütet zu werden. Die Unternehmer wollen möglichst billig vom Achtstundentag loskommen. Das Reichsarbeitsnrimsterinm darf den Unternehmerwünschen auf keinen Fall den Willen tun. Nach Artikel 157 der Reichsverfassung steht die Arbeitskraft unter dem besonderen Schutz des Reiche». Diesen Schutz muß das Arbeiisschntzgesctz auch für die Angestellten im Transport-, Spedition?- und Verkehrsgcwcrb« gewährleisten. Oesterreichs Post in passiver Resistenz. AS Sonntag Mitternacht. Wien, 30. November.(Eigenbericht.) Die Post- und Telegraphenangestelllen haben bereit» vor längerer Zeil Gcholtssorderungen an die Regierung gestellt. Das Kabinett hat ihnen daraufhin eine Erhöhung der 23 e- Züge In der Form angeboten, daß zu Weihnachten und zum Sommerurlanb je 15 proz. eines ZLonatkgehall» ausgezahlt werden sollen. Dieses Zugeständnis war von den Post- und Tele- graphenougestelllcn abgelehnt worden. Trotzdem hat die Re- gierung im Haushaltungsausschuß einen Gesetzentwurf eingebracht. der nicht mehr als dieses Angebot enthält. Daraufhin haben die Organisationen der Post- und Telegraphenangeslelltea aller Rich- lungen beschlossen, ab 2. Dezember, 24 Uhr nachts, passive Resistenz zu üben und jeden postoerkehr einzn- steilen. Der Beschluß gstl für ganz Oesterreich. Gewerkschafter als Kunden erwünscht. Man will aber vom Tarifvertrag nichts wissen. Vom Deutschen Dekleidungsarbeiterverband geht uns folgende Mitteilung zu: Im Anschluß an die Lohnbewegung Im Monat August/Sep- tember in d«r Herrenkonfektion hat sich unser« Organisation bei einer größeren Anzahl van unorganisierten Firmen be- müht, die tariflichen Abmachungen zurAnevtennungzu bringen. Eine Anzahl dieser Firmen weigert sich, tarifliche Abmachungen zu treffen. Mit sophistischem Redeschwall werden die widersinnigsten Argument« ins Fell» geführt, um die tatsächlichen Gründe der Tarifgegnerschaft zu oerdecken: KontTirrenz mit Untertarif» Löhnen ist das Ziel. In fast allen Fällen versucht man, sich hinter die Zwischen- m e i st e r zu verstecken. Erstens wird behauptet, daß die Zwischen« meister keinen Anspruch auf den Tariflohn hätten, trotzdem aus den Bestimmungen des Tarif- und Lohnabkommens das Gegenteil hervorgeht. Zweiten» sollen sich die Zwischenmeister in zahllosen Fällen unter den Tariflöhnen anbieten. Dem stehen die Be- teuerungcn der Zwischemneister und wiederholte Klogen am Arbeitsgericht entgegen. Außerdem ist da? Abhängig- keitsverhöltnis der Zwischenmeister bekannt. Bolksbekleidungshäuser der verscktzedenste» Art, Be- kleidungsgesellschaften für Deutsche Beamte, Angestellt« und Arbeiter sieht man in allen Stadtteilen und nicht selten fehlt nicht der Hin- weis auf diesen oder jenen Wirts chastsbund oder Derein, um auf den Konsumenten im allgemeinen und auf die o r g a n i- fierten Beamten, Ange st eilten und Arbeiter be- sonders einladend zu wirken. Die äußer« Fassade läßt an Gc- schäftstüchtlgkeit nichts zu wünschen übrig. Jeder sozial« Gedanke wird in Geschäftsreklome umgemünzt, aber einer tarif- lichen Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen geht man:N großem Bogen aus dem Weg«. So schreibt uns die Bekleidung»- gesellschast für Deutsch« Beamte A.-G.(Anstalt des Deutsche» Beamten-Wirtschaftsbundes), Berlin, Neue Friedrichstraße 78/7ga. Spitlelmarkt 1/2, auf unser Schreiben zwecks An- erkennung des Tarifvertrages folgendes: „Ihr Schreiben vom 22. November vermag unsere im Schreiben vom 19. November niedergelegte Meinung nicht zu ändern. Würden wir mit Ihrem Verband einen Tarifvertrag abschließen oder den für verbindlich erklärten Tarif aner» kennen, obwohl er formal juristisch noch nicht für uns ver- kindlich ist, so würden wir einen Präzedenzfall schaffen, der sicher- lich bei anderen Verbänden unserer Branche Schule machen würde. Wir müssen infolgedessen auf unserem Standpunkt bestehen." Handelt es sich um Engrosgeschäft«, dann ist je nach der Geschäftsverbindung die Taktik eine andere, ober im Endeffekt läuft alles auf dasselbe hinaus. Nicht selten wird der Hinweis gebraucht, daß man der„verarmten deutschen Bevölkerung" billige Kleidung liefern müsse, vor allem den Beamten, Angestellten und Arbeitern. In den Augen der Abnehmer und der Kundschaft will man als sozial denkender Arbeitgeber und Kaufmann dastehen, weil die Gewerkschafter als Kunden sehr erwünscht sind, ober auf der anderen Seit« den eigenen Arbeitern denTariflohnvor» enthalten. Wollt« wir die von unseren Berufsangehörigen uns gegenüber geinachten Darlegungen hier aufzählen, so würde das Urteil noch ganz anders ausfallen, aber auch ihnen muß gesogt werden, daß die Abneigung der Unternehmer gegen eine Tarifordnung nur ein der- artiges Ausmaß annehmen konnte und haltbar ist, solange die Arbeiter nicht den Weg zur Organisation slnden. Den organisierton Beamten, Angestellten und Arbeitern rufen wir aber zu: Unterstützt uns in unserem Kampf und kauft nur dort, wo die Lohn- und Arbeitsbedingungen tariflich geregelt sind. Die LAH. und die Tabakarbeiter. Ein fiaiutenwidrlger Beschluß. Der Hauptvorstand de» Deutschen Tabakarbeiterverband«» hat sich mit d-r Sammlung für die IAH. befaßt, die. wie wir seinerzeit berichteten, von der Berliner Zahlstelle beschlossen wurde. Diese Sammlung v e r st ö ß t gegen Z 3 Absatz 16 der Dei�midsstatuteii, wonach das Recht, allgemein« Sammlungen einzuleiten, nur der Perbandsleitung unter Zuftnnnmng des Dcrbondsausschusses vorbehalten ist. Diese» Recht kann keiner einzelnen Zahlstelle et». geräumt werden. Es ist daher der Berliner Zahlstellenverwaltung mitgeteilt worden/daß keim Mitglied in B« rl i n a u de n Besch 1» ß gebunden ist, weil die Voraussetzungen für die Sammlungen nicht erfüllt sind. Es darf deshalb auch keinem Mtsglied irgendwelcher Nachteil entstehen, wenn es dem statu- tenwidrigen Beschluß nicht nachkommt. Kein Mitglied ist verpfiichtet, einen Stundenlohn als Beitrag abzuführen. Die Entlastungsoffenflve dauert fort. Auch Mecklenburg in Front. «om Metallbund der beiden Mecklenburg ist das bis zum 31. Dezember 1928 laufende Lohnabkommen ge° kündigt worden. Die Kündigung ist zweifellos auf einen Beschluß des Gefomtverbandes der Metallindustricllcn zurückzuführen: denn die Kündigung des Abkommens fällt zeitlich mit den übrigen Tariitündigungen in anderen Bezirken zusammen. Die Forderung. die die Metallbündler Mecklenburgs an die Arboiterverbönde stellen, läuft daraus hinaus, daß das gegenwärtig bestehende Lohnabkommen vom 1. Januar 1929 ab auf längere« Zeit abgeschlossen worden soll. Die Metallbündler Mecklenburgs glauben, den Ruhrgewaltigen beispringen zu müssen. Di« meckleniburgischen Metallarbeiter sowie die übrigen am Vertrag beteiligten Organisationen haben aber wioderholt bewiesen, daß sie auch vor den schäristen Maßnahmen der Scharfmacher nicht zurückschrecken, um ihre Position zu verteidigen. 210 Güterzüge fallen täglich aus. Die Aussperrung im Gebiet der rheinisch-westsälischen Metall. industri« wirkt sich seit längerer Zeit für den Güterverkehr nach» teilig aus. Wie die Reichsbohndirektlon Essen mitteilt, fallen in ihrem Bezirk täglich 216 Güterzüge aus. belgischer Glaearbeiterstreit. Di« Glashütte narbctter des Jndustrlrreolers von Charleroi haben am Freitagabend In geheimer Abstimmung mit überwältglender Mehrheit bejchloflen. zur Durchsetzung einer Lohnerhöhung von 26 Prozent in den Streit zu treten. Der Beschluß tritt sofort in Kraft. Betroffen sind zunächst 3566 Glas- arberter._ Die französische Grubeaoerwallung des Saargebiels zähst in Er- füllung des seinerzeit den Bergarbeitern gegebenen Versprechens an die Bergleute des Soargebiets eine einmalige Weihnachts- beihilfe gestaffelt aus. Der Höchstbetrog macht 166 Franken aus. Die Pension-ernpfängsr des Saorknap�schast-vereins erhallen ein« einmalig« Weihnachtsbeihilfe. deren Hochstbetrag sich ebenfalls auf 166 Fronken belauft. «cht-»«, vste»% vfte» N. VNe» M. östliche Dowrtr aast«erdostc»! Loiuäea,»54 Uhr, im Lvlai von Scheniil«, Ero Isener Str. Ii, wichtig»»ersammlling aller SPD.�Se, nonen der olien bezeichneten Bezirke. Snmxath.sterend» rönnen«in- geführt werden. Zahlreichen Besuch erwartet: »er Berdeanrschast. ftrsle Gewertstbasts-Lugend Groß«Berltn weritschäit-iuzrnd. Programm:«uffüdrung de, Sprechchorwerlez.Fabritea�. «erse von Saller. Schönlant. Lersch, Srisar. chOhneiser und BrSgrr. Ruflk— stMfe»,—«afamch»—««»»» m»orte. Der Begriff des Hochverrats. Stellungnahme der Parteien im Rechtsausschuß. Der Strafgefegausschuß fegte gestern die Beratung ber Hochverratsparagraphen und ber zu ihm gestellten Abänderungsanträge fort. Abg. Landsberg( Soz.) erklärte, daß er gegen den Antrag der an der Regierung beteiligten Parteien schwere juristische Bedenken habe, aber doch für ihn Stimmen werde. Die Formulierung des Antrags würde in der Braris große Schwierigkeiten hervorrufen. Wenn die Strafbarkeit davon abhängig gemacht werde, daß der Hochperrat unmittel. bar vorbereitet werde, so feit dies feineswegs zeitlich zu perstehen, sondern tlaufal; d. h. daß die Handlung unter Strafe gestellt werden soll, die für den Anfang des Hochperrats die Auslöfung gibt. Das würde in vielen Fällen schon ein strafbarer Bersuch sein. Bedenkliche Urteile des Reichsgerichts würden bei diefer Formulierung nicht mit Sicherheit aus der Welt geschafft werden, da die Schwierigkeiten auf dem Gebiete der Würdigung der Tatsachen liegen. Es sei denkbar, in Bersammlungen dutch bestimmte Borstellungen fyftematisch die Stimmung für ein Hochperratsunternehmen zu lodern. Auch dann, wenn es im Anschluß an solche Borstellungen nicht zu Gewalttätigkeiten fäme, fönnte doch eine unmittelbare und also strafbare hochverräterische Handlung angenommen werden. Abg. Marg( 3.) der Umwälzung 1871 ebenso geschehen, so daß die frenzöfifche Republit fich gezwungen gesehen habe, dieses Privileg aufzuheben. Der Gegensatz zwischen der Aufhebung der Gerichte und der öffentlichen Meinung sei durch fein Gericht so verstärkt worden wie durch das Reichsgericht. Gerade deffen Rechtsprechung habe die ungesteht. beure Stuft gezeigt, die zwischen der Rechtsprechung und dem Bolke Wenn Herr Marg gesagt habe, die Richter hätten fich um die öffentliche Meinung nicht zu fümmern, so zeige er damit nur in feiner eigenen Denkweise die Fehlerquelle, aus der viele Fehlfprüche gefloffen feien. Das erkläre erst, daß das Reichsgericht einmal entschieden habe, daß das Wort Judenrepublit" teine Beschimpfung sei. Die Ausführungen der Abgg. Marr und Wunderlich zu dem Kompromißantrag feien sehr bedauerlich. Wenn das Recht werden follte, was sie als Sinn des Antrags erklärt haben, müsse sich die sozialdemokratische Fraktion überlegen, ob sie bei ihrer Zustimmung bleiben könnte. Alle Agitation, die nicht dazu diene, unmittelbar einen Hochverrat vorzubereiten, muß aus den Klaufeln der straf baren Handlungen ausgeschieden werden. Der Ruf ,, Auf die Barri faden" fönne nur dann strafbar sein, wenn die Barrikaden bereits errichtet oder unmittelbar danach errichtet werden sollten. Legt man ben Kompromißantrag anders aus, dann wäre die ganze Reform nur ein Schein, und das würde sich an den Antragstellern felbst rächen. Abg. Wegmann( 3.) fucht seinen Fraktionsfollegen Marr zu verteidigen, verstieg sich aber bei der Behandlung des Falls Jakubowski zu der den schärfften Widerspruch der Sozialdemokraten hervorrufenden Be merkung, daß trotz der Presseagitation das Urteil feineswegs erschüttert sei. Wenn man die Atmosphäre gegenüber Urteilen des Gerichts vergiftet, werde die Autorität der Gerichte niemals so geschützt werden fönnen, wie es notwendig sei. Abg. Emminger( Bayer. Vp.) erklärt sich trog mancher juristischer Bedenken fi.r den Kompromißantrag. Abg. Hergt hebt hervor, daß wohl noch bei feiner anderen Gelegenheit zwischen den Antragstellern eines und desselben Antrags soviel verschiedene Meinungen vorgekommen feien wie bei diesem. Bei dieser Untlarheit des Kompromißantrags fei seine Annahme undenfbar. protestiert gegen das Herunterziehen der Gerichte in der Deffentlich feit. Rritit an Gerichtsurteilen follte eigentlich auf juristische Beitschriften beschränkt bleiben. Das Herunterreißen in der Breise sei ein schwerer Uebelstand. Auf die Richter übe die öffentliche ritit gar teinen indrud. Die Dictöpfigkeit der Richter würde durch Kritik mur gestärkt. Der Richter habe lediglich sein Gewissen und seine Rechtsüberzeugung zu fragen und sich um die öffentliche Meinung in feiner Weise zu kümmern.( Bebhafter Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Bei solchen Breffetrititen tänden der Preffe allerdings mildernde Umstände zur Berfügung( Heiterkeit bei den Sozialdemokraten), aber auch die Richter feien ein Teil der Staatsautorität, die nicht allzusehr heruntergezogen werden darf. Der Kompromißantrag der an der Regierung beteiligten Parteien rufe lebhafte juri stische Bedenken hervor. Wenn Abg. Landsberg gejagt habe, daß geistige Einwirkungen straflos fein müßten, so mache er ( Redner), das unter feinen Umständen mit. Um die Bedeutung des Erfordernisses der Unmittelbarkeit der Vorbereitung wird viel gegewesen sei, daß teine Bartei, die den Antrag unterschrieben habe, erklärte, daß es eine eigentümliche Erscheinung in der Debatte ftritten werden. Unflare Begriffe solle man vermeiden. Seine Freunde würden später zur Sprache bringen, ob es richtig sei, den so recht für ihn eingetreten sei. Und doch sei der Antrag weder Präsidenten der Republit weniger zu schüßen als früher unflar noch unzureichend. Er würde dahin führen, daß die HochDen Kaiser. Man werde bei der Behandlung des Moropara- verratsprozesse eingeschränkt werden, und das fei der allgemeine graphen zu erörtern haben, ob nicht in solchen Fällen Todes. Wunsch. Auch er halte nach dem Entwurf den Ruf ,, Auf die Barri nur dann für strafbar, wenn man mindestens entschlossen ftra fe geboten sei. Vielleicht sei das auch bei den Präsidenten faden sei, unmittelbar darauf Barrikaden zu bauen. Das Justizministerium der einzelnen Länder notwendig. merde zur nächsten Sigung eine Definierung der jetzt vorgeschlage. nen Bestimmungen vorlegen. Abg. Ehlermann( Dem.) pflichtet dem Borrebner darin bei, dag Die Autorität der Gerichte geschützt werden müsse. Er gehe aber zu melt, wenn er die Stritit an der jenigen Rechtsprechung lediglich in juristischen Zeitschriften wünsche. Die Kritif sei auch in den Tageszeitungen durchaus angebracht. Eine Ueber. fparmung des Hochverratsbegriffes, mie fie oft in Urteilen der Gerichte zum Ausdrud täme, müsse vermieden werden. Nicht jede geistige Beeinflussung tonne straflos fein. Abg. Bell( 3.) verwahrt fich dagegen, mit der Unterschrift unter den Rompromis. antrag zur Beseitigung der freien Meinungsäußerung beizutragen, was von der Rechten behauptet werde. Als Kapp den Umftung versuchte, wurden ganz andere Strafen angedroht, für piele Fälle sogar Todesstrafe, no dazu unter der Androhung der sofortigen Bollstreckung. Der Kritit an der Recht= fprechung müffe er zustimmen. Nach dem Kompromiß antrag follen die eigentlichen Borbereitungshandlungen straflos sein, die von dem Ziel des Hochverrats gegenständlich und zeitlich meit entfernt seien. Er fönne aber nicht so weit gehen, jede Handlung, die darauf abziele, eine dem Hochperrat geneigte Stimmung hervorzurufen, für straflos zu erflären. Abg. Levi( Soz.) Diese mendet sich zunächst gegen die Kommunisten, die jeden Schutz des Staats abgelehnt hätten. Wenn auch die letzten Ziele der Arbeiter. fchaft nicht im Rahmen des gegenwärtigen Staates erreicht werden tönnten, so hat doch die Arbeiterschaft ein großes Interesse daran, die Republit gegen einen Umsturz von rechts zu schützen. Gefahr fei erheblich größer als die Gefahr eines Umsturzes von lints, an den die Komminiften selbst nicht mehr glaubten. Gegen über Herrn Marr müsse betont werden, daß die von ihm mißbilligte öffentliche Krifit an der Rechtsprechung geradezu dazu ge führt habe, daß jekt das Gesetz in bestimmter Richtung geändert werden solle. Herr Marr verfenne die Pflichten des Richterstandes. Nicht nur in Deutschland ist das besondere Privileg bes Richterstandes mißbraucht worden, das sei in Frankreich nach Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeige Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unier Rollege, der Werkzeugmacher Otto Frischwasser geb. 14. April 1872, am 28. Rovember gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Diens tag, bem 4. Dezember, 16 Uhr, im Rrematorium Baumschulenweg statt. Rege Beteiligung wird erwartet Die Ortsverwaltung. Die Einäscherung unseres verstorben n Kollegen Heinrich Gerhard findet heute, Sonnabend, 17.30 Uhr( nicht 15.30) im Krematorium Baumschulenweg statt. Betriebs-, Arbeiter- und Angestel te rat des Bezirksamt Kreuzberg. Dan sagung. Für die uns bet dem Seimgange unferes lteben Baters erwiesene herzliche Teilnahme furechen wir unseren besten Dant aus. Berlin, im Rovember 1928. Die Hinterbliebenen: Gefchwiffee Wenzel. Deutscher Metallarbeiter- Verband Reichsjuftizminister Koch Abg. Marg erflärt in einer persönlichen Bemerkung, nichts ven dem gefagt zu haben, was alle Mitglieder gehört hätten. Hierauf vertagte sich der Ausschuß auf Dienstag, den 4. Dezember. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrif find Berlin 688 68, 2inbeuftrage& für Groß: Berlin ftets en bas Bezirksjekretariat 2. Set, 2 Trep. rechts. zu richten. 7. Kreis Charlottenburg unb Spanbau, Juristische Sprechstunde heute Sonnabend, 1. Dezember, von 17-18 Uhr im Jugendheim Rosinenste. 4. Ge. legenheit zum Kirchenaustritt! 7. Streis Charlottenburg. Heute Connabend, 1915 Uhr, im Jugendheim Rs. finenftr. 4, Gigung der Büchertreis"-Auslieferer vom Bildungsaufchuß. E 9. Kreis Wilmersdorf. Mentag, 3. Dezember, 19% Uhr, Beamten versammlung im Botal Rauen, Pfalzburger Str. 55 Ede Günkelstraße. ( Nähe Untergrundbahnhof Fehrbelliner Plaz.) Genoße Ernst Seilmann, M. b. 2. und bes Beamtenaussaffes spricht. Sympathifierende Gäste Tönnen mitgebracht werden. 11. Kreis Schöneberg- Friebenan. Die Genoffinnen und Genossen werden gebeten, die Ausstellung der Arbeiterjugend im Rahmen der Jugendbuchmoche in der Hohenzollernschule, Belsiger Etraße, in der Zeit von 16-21 Uhr zu befuchen. Seute Sonnabend, 1. Dezember, 19% Uhr, veranstaltet die Cozia listische Arbeiterjugend im Rahmen der Ausstellung einen Bunten Abend. Heute, Sonnabend, 1. Dezember. 1. Abt. Achtung! Die Besichtigung des Großkraftwerks Alingenberg lean em Sonntag, bem 2. Dezember nicht stattfinden. Sie findet erst im April 1929 tatt. Morgen, Sonntag, 2. Dezember. 10. Abt. Alle Rinder( 8-14 Jahre), welche an der Weihnachtsaufführung teilnehmen wollen, treffen fich am Sonntag, 2. Dezember, 10% Uhr bei Gandow, Flensburger Str. 3. 14. und 16. Abt. Sämtliche GBD.- Ronfummitglieder der 116, Abgabestelle treffen fich 10 Uhr bei Gottschalt, Butbuffer Str. 24 zur Aufstellung ber Delegierten zur Generalversammlung. Möbel Webfehlerteppiche. Webfehler, 1X2%, 15,- Webfehler, 2X3, 19,- Webfehler, 2X3, 24: ebfehler, 2X3%, 38; Nur Rehfelb, Badstraße 34. Ankleide. Montag, den 3. Dezember, abends Bebfehler, 3x4, 45,-, Leifer, Bots- fchränke, Eiche, Nußbaum, mit Spiegel Ahr, im Gewerkschaftshaus damerstraße 126. 1'5, 165, Baschtoiletten mit Spie ( Großer Saal), Engelufer 24/25 gel 98,-, 125,-, Nachtt.fche 22,-, 28, rotheten, englische Bettstellen 36, Branchenversammlung Bekleidungsstücke, Wasche.usw 49,-, 55,-, Patentmatragen 14,-. Auf ( mit Die Ortsverwaltung. Verkäufe 57. Abt. Charlottenburg. 18 Uhr Ronzert- und Filmabend zur Ehrung der Genoffen, die 25 Jahre nnb länger zur Partei gehören. Mitwirkende: Streichquartett Anita Mateus- Rocamora Festrede: Stadt. verordneter Sans Boywob und Genaffe Wehner. Am Schluß:„ PanzerIrenzer Potemkin"( unverkürzt). Untoftenbeitrag 75 Pf. Garderobe frei. Eintrittstarten bei allen Abteilungsfunktionären. Jungfozialistische Vereinigung. Sonnabend, 1. Dezember, Arbeitsausschußßigung um 17 Uhr im Bund, albrechtstr. 11. Reutalin. Morgen Gonntag, 2. Dezember, Fahrt. Treffpunkt 7 Uhr RingBahnhof Reutöln. Gesamtveranstaltung mit ben sozialistischen Studenten am Montag, bem 3. Dezember, 19% Uhr, im Roten Saal bes Zentralverbandes ber Angestellten, Belle- Alliance- Straße 7-10. Genoffe Dr. Beigner spricht über Strafvollzugsreform Bergeltungs- oder Erziehungsstrafe". Unkostenbeitrag 20 Pf. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Wilmersdorf. Sonntag, 2. Dezember, im Jugendheim Wilhelmsane 125, 161 Uhr, Eltern nachmittag. Alle Ellern unserer Rinder müssen erscheinen. Eiatrift 20 Bf. Rinber frei. Kreis Kreuzberg. Montag, 3. Dezember, pünktlich 19 Uhr, Rreishelfer fitung. Abrechnung von der Rovemberfeier. Anschließend Besuch der Vollversammlung des Örtsausschuffes für Leibesübungen. Geburtstage, Jubiläen usw. 35. Abt. Unser Genoffe Adolf Benalow ist 25 Jahre Mitglied ber Bartel. Wir gratulieren ihm herzlichft und hoffen, ihn noch recht lange in unferen Reihen zu finden. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 1. Abt. Unfere Genoffin Gertrub Knipp ist verstorben. Ehre ihrem An benken. Beerbigung heute Connabend, 1. Dezember, 14 Uhr, auf dent Städtischen Friedhof in Reinidendorf- Oft, Sumboldtstraße. SEJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Cinfendungen für biefe Rubrit mur an bas Jugenblefretariat Berlin SB 68, Lindenfraße 3 Gemeinsame Beranstaltung, ber Jungsozialistischen Bereinigung Groß- Ber lin und bez Bere nigung sozialdemokratischer Stubierenber, Montag, 8. Desember, 20 Uhr, im oten Gaal des A., Belle- Alliance- Straße 7-10. Refe rent Genoffe Dr. Erich Zeigner. Thema:„ Strafvollzugsreform". Erziehung oder Bergeltung? Heute, Sonnabend, 1. Dezember. Reukolln VII: Uebungsabend zur Feierstunde der Jugend" im Seim RannerStraße. Alle Genossen müssen erscheinen. Schönhauser Borftabt: 16% Uhr Probe Der arme Ronrad" bei E. Eglorn. 19½ Uhr Generalprobe in der Turnhalle. Werbebezirk Müggelfee: Treffpunkt zu der in Altenhof stattfindenden Ausfprache 174 Uhr Stettiner Bahnhof. Berbebezirk Brenzlauer Berg: Fortfehung des Jüngerenturfus in der Barade 7 unb des Aelterenturjus in der Baade 3. Die Genossen zum Aelteren turfus müssen pünktlich 19½ Uhr erscheinen. Werbebezirk Schöneberg: Arbeiterjugend- Abend im Rahmen der Jugendbuchwoche". Programm: 1 Biber Ropf und Philifterei." 2. Mensch im Eisen" mit Lichtbilbern. Alle Freunde ber Jugend find dazu eingelaben, Beginn 19% Uhr. Die Jugendgenoffen finden sich bereits um 1814 Uhr ein. Werbebezirk Kreuzberg: Heim Briger Str. 27, Bortrag: Genossenschafts wefen". Referent Dr. Sarry. Morgen, Sonntag, 2. Dezember. Realla V and VI: 1715 Uhr im Beim Rauner Straße, Webex aur Beih nachtsfeier. Reukölln VII: Fahrt ins Bleue. Treffpunkt 7 Uhr Bahnhof Raiser- Friedrich- Straße. Bei Regenwetter Museumsbesuch. Treffpunkt 9 Uhr Untergundbahn Rathaus". Werbebezirk Webbing: Besuch des Arbeiterschußmuseums. Treffpunkt 10 Uhr Bahnhof Webbing. Berbebes z gidytenberg: 19% Uhr im Seim Gunterfte. 44. Bunter Abend. Werbebezirk Arensberg: Heimabend im Zorheim Belle- Alliance- Blas 1. Am 30. November b. 5. Tann der Prokurist der Firme B. Rabbak u. Co., 3. 8, Leipziger Str. 121, Serr Otto Kratsch auf eine 40jährige Dienstzeit zurüdbliden. Möge er noch redyt lange in feinem alt gewohnten Wirkungs freis in voller Frische zum Wohle des Haufes tätig sein können. Jonas x. Co. am Brenzlauez Xor. Der Stadtteil des ehemaligen alten Edheunenviertels verändert mehr und mehr sein Gesicht. Der Bertehr hat fid in unerwartetem Maße verstärkt; alles erscheint hell, luftig, neuzeitlich, An der Kreuzung der Prenzlauer Allee und der Lothringer Straße erhebt sich jeg: ein stolzer Sochhausbau, die erste Filiale der Jonas u. Co. A.-G. Modernt, schlichte Linienführung, helle, geräumige Bertaufsräume entsprechen den An forderungen eines modernen Geschäftshauses. Bei dem acht Stodmerte hohen Gebäude tamen rund 15 000 Quadratmeter Nußfläche zur Verwendung. Der Neubau ist in allen Tellen massiv auf Eisenbetonbau ausgeführt, die Edau fensterfront ift Bronze, das erste Obergeschoß ist mit Kirchheimer Muschelfalfftein bekleidet; die darüber stehenden Bfeiler erhielten fcharierten, grauen Steinput. Die Solzeinbauten im Innern find in Eiche ausgeführt. Die fchlichte äußere Form zeigt als Schmud lediglich den Rhythmus der Pfeiler, mie fie im Bau gewachsen find. Eine intereffante Neuerung ist die sogenannte Beftfalentreppe, nach ihrem Erfinder so benannt, eine feuersichere Treppe mit einem Gang aus Drahtglas, bie, von allen Stodwerten aus erreichbar. jo angelegt ist, daß bei Feuersgefahr Reuchzufuhr und Berqualmung vollständig ausgefchloffen und somit die Rettung ber Gefährdeten eine ganz einfache iſt. Gehr hübsch und luftig, mit einer fchönen Fernficht über das Weich der Stadt, erhebt sich an der Spige dieses jüngsten Woltenfraters, 31 Met über dem Bürgersteig, ein Daggarten mit anschließendem Erfrischungsraum, der aur Sommerszeit willfommene Frische und Rühlung bieten wird. Der Neubau ift nach den Blänen der Architekten Gustav Bauer und S. Friedländer ausgeführt, die innere Einrichtung nach Entwürfen bes Architekten 2in be mann. Berantwortlich für Politik: Dr. Curt Gener; Wirtschaft: 6. Alingelhöfer: Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner: Feuilleton: K. S. Dölcher; Lokales and Sonstiges: Frik Rarftabt: Anzeigen: Tb. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlag Gm b... Berlin Drud: Vorwärts- Budbruderel und Berlansonftalt Baul Ginaer u Co Berlin SW 68. Linbenftrafe 3 ( Sierzu 2 Beilagen, Unterhaltung und Wiffen und Jugend- Borwärts".) Bahnhot Möbeltänfer merke Arebit und bar Möbelbazar, große Auswahl, leine Breise! Beispiele: Mo dom Kaufgesuche Görs u. Kallmann, Pianofabrik, at grünbet 1877. Das Piano für Gera tionen. Alle Preislagen. Teilzahlung Bermietung Nollendorfplat 7. borf 1507. Berkaufsleiter Mar Pianos 175, 275, gebraucht, große Auswahl in neuen: Tangjährige Garan Schlafzimmer 455, Speifezimmer 345, tie. Serer, Brunnenstraße 191, 1 Treppe, Serrenzimmer 260. Spiegelfchränke 118, Rosenthaler Blah. Teilzahlung. der Werkzeugmacher, Werkzeug- Benig getragene Fradanzüge. Gmo- lagen 19.- 25,-. Anrichtetitchen 75, Kleiberichränke 48, Finganzilge, Gehrodangülge, Jadetthärter und Scharfschleifer. Rur Rehfelb, Badstraße 34. Setzen Solabettstellen 48, Chaiselongues 28, anzilge, Gummimantel. Cutawananaüge, aimmer, breiteilige Bibliothel, Dipls Metallbettstellen 16, Auflegematraßen 13 Tagesordnung Fahrräder Bortrag über: Babardinemäntel, Covertcoatpaletots, für mat mit englischen Sügen, gefchnister Sonstige Möbel entsprechenbe Breife Berufstranfheiten und Gewerkschaften iebe Figur paffend. Spezialität: Bauch- runder Tifch, Schreibfeffel, Stühle mit Teilzahlung auffchlagfret. Bochencaten, Fahrrädez, erfillaffige Markenräder Filmvorführung). 2. Branchen anzüge fpottbillig. Gefellfchaftsansige Rindleder, 293,-, 375,-, 495,- 630,- Donatsraten. Kleine Fahrrabhaus Centrum Anzahlungen. Teilzahlung angelegenheiten. 8. Berschiedenes. werden verliehen. Halpern, Rofenthaler Are. Linienftraße neunzehn, Zahlreiches Erscheinen wird erwartet. ftraße 4. 1. Etage Muz Rehfelb, Babstraße 34. Anrichte. Ralfa- Rabatte bis zehn Prozent Neukölln, Ser. Füchen, weiß, farbig und laflert, in bite bis zwei Sahre. Benig getragene, teils auf Geide ge- bester Ausführung. 115,-, 165,-, 223,- mannplak 7: Stealis. Schloßftraße 107: arbeitete, erftflaffige Jadettanglige, rad. 295 Mark. Belle- Alliance- Straße 95, Untergrinb anzüge, Emotinganzüge, Gehrodanzilge. Ulfter in modernen Formen; Baletots, Speife. Ruz Rehfeld, Babftraße 34. Batentmatragen. Brimiffima"-Metall Ichwarz und marengo: Münzen. Briefmarten tauft Bre Rodpaletots, simmer, wundervolle schwere Büfeits betten. Auflegematraken. Chaifelonques 12 Puppenwagen, 9 Rinderwagen, fchwarz und marengo: Bauchanzüge, und Rrebenzen, großer Ausziehtisch, Balter. Staraarberftrake achtzehn Spe mann Johannisstraße 4 6 Rinderbetten, infolge Minimalfehler für jebe Figur paffend, außerdem hoch- Stühle mit echtem Rindleder, 365, ialaefchäft Rabngebiffe Platinabfälle Bin fpottbillig. Rinderwagenhaus Große elegante neue Garderobe. DON erft. 495,- 585,-, 750,-. Möbellredit bis 24 Monatsraten metalle. Quedfilber Silberiem st Frankfurter Straße 47, gegenüber Mar- laffigen Schneibern gearbeitet, zu ftauNur Rehfeld, Babftrake 34 Pleinfte Anzahlung, Schlafzimmer, Spei. Goldlaimelzerei Chriftionat Räven det tusstraße. nenb billigen Breifen. Befonbers fofas 98, 123 Chaifelongues 29fesimmer, Einseimöbel. Ailden. Metall fraße 39( Saltestelle Adalbertstraße) 12,50 Amerikaner, Frifche, pelse, hochelegante Sachen, im Leibtische, echt dicht, 75, 98, 120tadt, Repeniderftrage 77-78. bis haus Comidi, Bringenstraße 105. eine ausziehtifche 86, 48, 55, Rohr Brüderstraße Dauerbrand( auch für Gäle Treppe Reine Lombardware. 5000 cbin), iransportable Rachelöfen. fible 5.90, 6,75, 7.30. Mabel- Gregers Weihnachtsangebote. Rochherbe, Gas, Rohle- Defen, Ofens Berleik hecheleganter Rur Rebfeld, Babftraße 34, gibt auch reife bedeutend herabgefekt. Anleibe. Vergnügungen Gefellschaftstilren, Ofer- ohe, Baschtejjel, Basch Möbel mit Bahlungserleichterung und fahränke 48,-, Bertilos 35-, rilmeans Leihhaus Lowidi. Brinn nur geringem inszufchlag ab naschinen, bale, afcherou. Analge Sämt 36 Bluffsfa 65,-, aut fche mit Colibr'- Cale. einhlung. Die alte fiche offerierten Gegenstände find in Glastaften 21-, Schlafa'mmet, Speise. Erther.Etraße 69. täglich auf Semmler u. Blenberg, Dresdnerstraße Benig getragene Radettanzüge, teils neuem Ruftand und wird auf alles simmer. Rhen. Rahlungserleiterung. tags und Dienstags στο βου 98-100 auf Ceibe, 18,-. Emotinganalge. Bauch. langiährige Garantie übernommen. Serlin 9. 9afanterallee 45-49. 15, anaige Taillenmäntel, Baletots ftau. Rur Rehfelb. Babftraße 34 Schlaf. bel- Ramera, Paftaninallee 56 19.501 Brachtvolle 27.50! Bauernbetten end billig Gelegenheitsläufe in neuer immer. echt Eiche. 395,-. 573-9auma ommod Leibhaus Rofenthaler 750.-, mit echtem Marmor, guten Prell stellen, Tavnige 37,501 Rinberbetten Herrengarderobe Paditifche 8.751 Bettwäsches Inletts!( pottbillig Tor. Linienftraße 203-204. Ede Rofen auflagen, polierte Schlafzimmer ix uchiolas. Spottpreife Bahlungs und gut! Reine Lombardwaren Leih, haleritrake Reine Lombardware Mahagoni. Rußbaum. Birke. erleichterung. haus. Brunnenstraße 47 Ravalieranzüge, Winterpaletots, Sport- Nur Rehfeld, Badstraße 34. fiefert Lanbparzellen, Quadratmeter nur pelze, Tanganallge, weite Bauchanzilge, bis 100 Rilometer mit eigenem uis 90 Bfennig, fleine Anzahlung, manat Gefellschaftsanallge( auch leihmeije), net frei Saus. Rataloge werben wegen ber Lehrmäbchen für Berlauf Jowie jünger lich 30, Orania Jubuftrie Gefenfiaft, bauft fpottbillig, leganderstraße 28, billigen Breise nicht verfandt, eber, Beginipienos, überaus preiswert. Biano. Kontoriftin und Laufmäben verlang Oranienburg, Berlinerstraße 58. leine Steppe. fuch meines Riefenlagers lohnend. fabrit Sint, Brunnenstraße 85 Lübbedens, Roftraße 5a Defen, etferne, jeder Art und Größe billig: Belafaden, Telamäntel, Sport 39, 45,-, Pilcherschränke, Schreibbetten. Rorbmöbel, Möbelhaus Luifen. Don an, Bettenverkauf! 32.- 1 Neue! 9.75! Straße 103 • Ede efaswah! Musikinstrumente Verschiedene referen 3uarre nebera Arbeitsm Stellenangebote Kummerpflänzchs«. Nachwort zum Erfurter Prozeß. Msie««der mkchl« ms* doch, wie es bi den fttme* der Lchweftern Herold aiisgesehsn Hai, der Exzellenzen �von Oben" und„von Hnien*. ernannt durch Prinzessin Margarete, vienst- «agd a. T>. Ach stelle mir vor: ein Leben im Putzlade«. Das ist ungefähr die Formel. Ach habe die SSision eines kleinen, dunklen und vdll, Kestvpsten Raumes, ich atme Staub, der sich in den Falte« alt» "nidffcher Kapvtthüte verfängt. Sicher kann man sie dort noch kaufen, wie unfare Großmütter sie getrogen haben. Es muffelt und «ufchelt nach verschossenen Samtbändern, nach SpigenmanMen, «ach Mackartsträusien und künstlichen Blumen. Hinter dam Laden ei» kleiner Raum, als„gute Stube" hergerichtet, die nicht benutzt «erden darf. Eine Küche, in der das Esten hergerichtet und ver- zehrt wird, mit blindem Fenster nach einem abrallluftenden Schacht. Dort hat man gelebt von Fünfzehn bis Fünfundsechzig. Fünf- s'? Jahre zu Z6S Togen sind dahin gegangen, das Leben ist vev» flössen, ohne daß man es recht bemerkt hat. Man hat einen Körper besessen, er ist in der dumpfen Luft S'lb ec snrben und zu Nichts eingeschrumpft. Verkümmert! Man ist Weib g?«escn und'hat kurze Träume von Liebe ge- halu. Uber es war einem gesagt worden, daß derlei sündhaft sei und daß man zu warten hätte, bis der Mann käme. Der Mann ist «icht gekommsn und da ist denn, sas an Weiblichkeit vorhanden «ar, frühzeitig vertrocknet zu zwei hutzeligen alten Fräuleins. Dsrlümmert! M-rn hat einen Verstand gehabt, einen schwache« freilich, ab« '«mschi« einen, der bei richtiger Behandlung so gut wie der «»derer Menschen bildungsfähig gewesen wäre. Aber das Geschäft hat einen.so" in Anspruch genommen, und Sonntags hat ma» >n d« Kirche gesessen,— bequem: man brauchte nur zu glauben, »»s der Herr Pfarrer predigtet Da» Nachdenken darüber war bereits sündhoft. To ist denn alle Unierhaltung beschränkt geblie- «e» auf Schwatz beim Milchmann und Gemüsemann über die all- täglichsten Dinge, aus«i« paar eingelernt« wohlklingende Phrasen «egernüber der.besseren" Kundschaft. Verkümmert! Fünfzig Jahre sind dahingeflossen, eins wie das ander«, ' welchen den«w'g gleichen Möbeln, mit ewig gleichen Gesprächen, r« einer ewig gleichen Umgebung. Und doch: Diese Dumpfheit ist -ch im Innerste« ihrer selbst bewußt gewesen. Sie Hot gelebt in der Vorstellung, der demütige Gegenpol eines anderen Lebens zu «ein. der Gegenpol vo« etwas unerhört Glänzendem, Bewegtem, �.stregendem. Mitunter betritt ein« elegante Dame, Abgesandte dieser Götterwelt, den bescheidenen Putzladen. Die Schwestern fiebern vor Aufregung: Wie wird sie sich ausdrücken, was für besten machen, wie die Hände, wie v!« Lippen bewegen, welch« Glinde von jener rätselhaften Oberwelt mitbringen, die sich die kümmerliche» Unterweltsbewohner ebensowenig aus eigenem aus- «aleiz können, wie der Tieffsefisch sich ein V'id der Alpen machen �«»n. Die Dame erwähnt beiläufig:„Meine Schwägerin, die Gräfin Hartenfels,..." Schon spitzen sich die Ohren. Ein neu« -stpengipfel entdeckt!" Und dann gibt es noch die Heft«, die schlichten und doch so �ufregimdnT. chefc mit der lockenden Titelzeichnpng. die alle acht i�oge ein Bote durch den Türschlitz steckt, und für deren Genuß— dsn, einzigen, den ma« sich gönnt man gern- des Opfer ein« Irin«« Extraausgabe trägt■ i „Em Hohnlacht« der schwarzen Gräfin zerschnitt die Lust. - Elende," flüsterte sie heiser der Prinzessin zu, deren Lugäpfel �bleichten, ,chein Geheimnis ist mir kund. Waldemar fit ein �ind der Liebe und fein Erzeug« niemand and«s als dein Stiestmt«— Koffer Emu!" Ja. so—- g«wu so, sieht es in den hohen und höchsten Kreisen vxt. Aufregend! Gräßliche Derbrechen geschehen dort und beinahe ebenso gräßliche Taten des Edelmut». Jede Stunde ist dort ausge- 'Alt mff. Schauer, Spannung und Grusel, so wie jede Stunde o«- hutzelt« Putzmacherinnen vom Emerlei erfüllt Ist. Gegenpol des Asbine! lluh nun denke man sich' in dieses Milieu„Prinzessin Margarete" eintreten, die olles genau so erlebt hat, wie es in den Herten steht, mit morganatischer Ehe, Perstoßung, heimlichen Der» folgern, höfischen Intrigen, die sogar den Kronprinzen als Ge- '«chene« im Turme eines waldeinssmen Schlosses schmachten läßt. „Es hat mir nicht in den Kopf gewollt, daß so etwas nicht «ehr fein konnte!" Hört den Auffchrei der gläubige» Kreamrl Ja, so etwas gibt »s«och, dank Kirche und Lotal-Anze'ger"! Ma« hat nu« Teil am großen Leben. Ganz still, ganz unsicht- �«r. ganz bescheiden wirkt, der Putzmacherladen, Ungeheure» dringt s» die Ferne. Das Hutzelfräulern opf«t ihr bescheidenes Ersparte» für die Befreiung des armen Kronprinzen. Sie kocht ihm Thürin- .Klöße, fein Le'bgericht, und ist in ihrem schlichten Gemüt dank- fc«r, d-es tun zu dürfe», obwohl ihr nicht cinmal gestattet wird, mit- «irrusehen, wie der Angebetet« nebst Gefolge die Klöße verspeist. Gehorsam legt sie auf gzkrltzclten Befehl dem Erlauchten einen Hundartmarkschein unter? Koptkiisen. ohne daß„die hohe Gemahlin" merken darf. Sie hat ihn nicht kommen und nicht gehen sehen, '�er der Hundertmarksckein ist verschwunden— verlangt dos gläubige Herz mehr«n Beweisend! Namen sind Symptome. Der einzige Offizier, der sich am � November für seicken Kais« opferte, hieß Weniger. Dieser �krte auf den Namen Herold. D« Herold darf bei feierlichen släsien vor seinem Herrn herschreiten und in die Posaune stoße«. le? was er ruiei und redet, geschieht in fremdem Namen, zur hich'r.«t Ehre des Erlauchte«. Ohne Herold wäre vieles i« Deutschland unverständlich. Tfinathan. Ei» Deutscher sogen Spionage oerurieilt. Da» Departements- »«icht von Belfort hör den ZSjährizen bcdischen«taatsange» hörige« Georg Steinbrunner, von Beruf Schuhmach«, «us Freiburg im Brersgau,«ezon Spionage zu Z Jahren Ge- f ä n g n i s verurteilt. Steinbrunner war im Mai 1927 verhaftet ««den, als er versucht hatte, französische Relruten zu bewegen, 'um ihr« Militarbücher zu zeigen, woraus«. wie man an- Arnrnt, Angaben üb« die Mobilffierungsdaten entnehmen wollt«. Gr soll außerdem oersucht haben, Dokument« über die Betesti- »ungen an der Ostzrenze, über ein neues Gewehr und üb« ein« �eue Gasmaske zu«langen. Die iisterrelchlschen Großdeulsche« sowie die Londbund- Gruppen haben beschlossen, nur e nem Nichtoollttker Ihre Glimme bei der Wahl de« neuen Präsidenten der Bundesrepublik zu geben. Daher dürste die christlich-sozicle Kandidatur des Vrästdente» �»es Nativnalrates, M i kl» s, mied« zurückzezogen merd«. Dl« Xakslagung wird bestimmt i« Lugano stattfinden, nachdem sich all« befragten Ratstetlnehmer zustimmend zu der deutschen An- Llniernehme? und Teno-Abbau. SSVgsfaf „Max, bleibe bei mir, geh' m'cht von mir, Max!" (Schill«, Wallcnstem« Tod) Schafft endlich Eherechtsreform! Die Ehenst und die Tfai der Ltnehelichen vor dem Reichstag. Der Reichstag beriet a?n Freitag die Anträge der Sozial- demokraten. Demokraten und Kommunisten zur Reform der Ehescheidung, d« Rechtsstellung der Frau und de» unehe- lichen Kinhes. Die Sozialdemokraten habe», eine Novelle zum Bürger- lichen Gesetzbuch eingebracht, die die Heirat von Ehebrechern zulassen und Ehescheidung ermöglichen will bei lies« Z«rülhmz des ehelichen Verhältnisse», bei lief« Abneigung oder b«! Geistes- trankhell. Bisher kann die Zerrüttung der Ehe nur mit„schwerer Berletzüng der durch die Ehe begründeten Pflichten oder durch ehr- loses oder unstttlichc« Verhalten" begründet werden. Und wegen Geisteskrankheit kann nur geschieden werden, wenn die Krankheit während der Che bereits drei Jahre gedauert und einen solchen Grad erreicht hat, daß die geistige Gemeinschott der Gatten aufge- Hobe« ist. Dies« Erschwerungen sollen also snrtsallcn. Außerdem wird beantragt, daß der Anspruch auf Ehescheidung in diese« Fällen nicht wie bisher durch Derzeihiing oder Ablauf einer sechsmonatigen Frist erlischt, seitdem der Gatte von dem Schei- dungsgrund Kenntnis- erlangt hat. Da-bei Zerrüttung oder Ab- neizung nicht von der Schuld eines der Gatten an' der Scheidung gesprochen werden kann, so beantragen die Sozialdemokraten eine neue Bestimmung, wonach tu diesem Falle beide gegeusestig zum Unfethalk noch Maßgabe d« Billigkeit unk« V«ückjü!)tigung der stoben. Verwögensverhältuisse verpilichkek sein sollen. Bisher hat nur der für schuldig erklärte Teil die Unterhaltspflicht. Die Sorge für die Kinder gebührt nach dem geltenden Recht dem unschuldigen Teil, bei Schuld beider Teile gebührt die Sorge für die Söhne unter sechs Jahrs« und für Töchter der Mutter, für Söhne über sechs Jahren dem Bat«. Räch dem Antrage sollen die Ehegatten v e r- cinbaren können, wem die Sorge für die Kinder zusteht. Kommt eine Vereinbarung nicht zustande, so erfolgt die Regelung durch Urteil. Weitere Anträge wollen die Rechtsstellung d« Frau im Fa° m i l i e n r e ch t verbessern. Die Sozialdemokraten«suchen um«Inen Gesetzentwurf gemäß Artikel 119 der Reichsverfassung, also um ein Ausführungsgeietz zur Verfassung, die mir allgemein die Gleichberechtigung der Geschlechter, ausgleichende Fürsorge für kinderreiche Familien, Schutz und Fürsorg« für die Mutterschaft verlangt. Die Sozialdemokraten»«langen ferner beschleunigt einen Gefetzentwurf, der dt» Rechtsstellung des außerehelichen Kindes im Bürgerlichen Gesetzbuch in Einklang mit Artikel 1?l der Reichsverfassunz regelt. Dieser Artikel kündigte ein Gesetz an, dos für die unehelichen Kinder die gleichen Bedingungen für ihr« leibliche, seelisch« und gesellschaftliche Entwicklung schafft wie für die ehelichen. Abg. Toni Pfiilf(Soz.) begründet di« 1 sozialdemokratischen Anträge auf Abänderung der Eyescheidungsbestimmung des BGB., out Sicherung der Rechtsstellung der Frau nach Artikel 119 der Reichsversossung und auf Vorlage eines Gesetzentwurf» über die Sicherung der Rechts- stellung der unehelich geborenen Kinder: Die Reichs- Verfassung ist noch in vielen ihr« Bestimmungen Papier geblieben, weil sie nicht ausgeführt worden sind. So die Reform de» Ehe- scheidungsrechts, die nicht nur von uns, sondern auch von vielen anderen Parteien gefordert wird. Wie haltlos der Wid«stand ge- wiss« rechtsstehender Elemente ist, ersieht man daraus, daß schon 1928 et« höh« evangelisch« Geistlich« die Tlolweiidigtest einer Modernisierung des Eh«ccht, an«kannl und als trnaushallsam bezeichnet hak. Eine Modernisierung der Auslegung de» Schuldbe- gritfs ist unabweislich. Das Eherecht fit Sache des Staates. Bei allem Respekt vor den Beschlüssen d« Fuldaer Bischofstonferenz hat der Reichstag die Pflicht, ausschließlich nach dem Gemein wohl und nicht noch kirchlichem Recht zu entscheiden. (Lebh. Sehr richtig! links) Nur ein Viertel der deutschen Ehen ist katholisch geschlossen. Die Haltung des Zentrum» in dies« Frage ist ebenso bedauerlich wie unberechtigt. Ceqenwärtia noch ist schwere Schuld zur Ehescheidung grsorderlich. Was ist Schuld? Darf man Menschen, die ihr Zusammenleben als Quak empfinden, zwang»- weife zusammenhallen, indem man sie zur scheinbaren Aufrecht- erhallung d« Ehe zwingt, damit die Umwelt glaube, alles fei in Ordnung? D« Ehebruch fit mindestens ebenso oft die Folge einer zerrütteten Eh« als.gr Grund.(Sehr richtig!) Daher muß an die Stelle des Schuldprinzips das Zerrüttungsprinzip trete«. Wie wenig di« Ehescheidung eine„großstädtische Entartung" ist, sehen Sie daran, daß l» dem großstädiearmen Bayern die Zahl d« Ehescheidungen um 150 JJroz. ge,...ge» ist. In meiner 2?!Shr!gen Lehrtätigkeit habe ich genug davon g»- sehen, wie d i« Kinder an einer zerrütteten Eh« leide«. Di« heute noch bestehende Ersch«cr>'nq d« EMih-iduna«idersorickst der hohe« Liffsassunß»»« der Ehe in d« Reichsverfassung. Auch die materiellen Folgen der Ehescheidung sind mit d» ökonomischen Entwicklung gar nicht mehr vereinbar.(Zustimmung links, Gegenrufe rechts.) Mit dem festhalten an dies« Ehegesetzgebung werden Sie nur immer mehr Menschen, darunter sehr wert- volle, van der Eh« abHallen, wir halte» die aollkommene ökonomische Abhängigkeit der Zrau vom Ehemann für eine UtisiltllchWfi Die Rednerin verweist auf die ungleich höhere Sterblichkeit, NSt und Kriminalität der unehelichen Kinder gegenüber den ehelichen. Ein Achtel all« in Deuffchlaud geborene« Kind« werden unehelich geboren. Z» Bayern sogar 15.8 JJroz.(Hört, hört!) Wir haben in Deutschland zwei Millionen mehr Frauen al» Männer, auch diese Frauen wollen nicht Ihrem natürlichen Trieb entsagen, sie brauchen es nicht, und darum muß ihre Rechts stellung und die ihrer Kinder gesichert werden. Da» heutig« Gesetz fft von Männern egoistisch zu ihrem Eigennutz gemacht. W« ob« trägt die Lasten der Mutterschaft und die Verantwortung für das gesund« Heranwachsen dieser Kind«? Die Mutter!(Stürmische Zustimmung links.) Wir bitten Sie, mit uns zu arbeiten, um in hie Gesetzgebung endlich modernes Ehescheidungsrechi, Sicherung her Rechtsstellung der Frau und der uneheliche« Kind« hineinzubringen (Lebhafter Beifall bei den Soz.) Daraus wird üb« die MtßlravenvanlrLge gegen den Relchslnnenmintstep Severins wegen fest»« Stellungnahme zur Technischen Nothilsc olbgesttm«t. lla»mneutlich« Abstimmung wird der deulschnakional« Miß- lnmenrmilrag mit 269 gegen 10 Stimmen der Deutsch naki«malen, d« wirksthastepartei. d« Christfiuhwllionalea und d« Natlonaffszialisleu bei 42 StimmenthaNungeu her Sommunlfkeu. In einfach« Abstimmung der konnnunlstssihe Mißte« uensantrog tch- getehnt. Im weiteren Verlauf der Debatte erklärt ReichsZustizminister Koch-Weser erklärt, zerrüttete Ehen könnten, auch wenn die Schuld««es An trogstellers nicht feststeht, auf die Dauer nicht wid« den Wille« der Beieiiitjten aufrechterhalten bleiben. Die Lösung einer solchen Ehe set aber heute entweder ganz unmöglich oder sie erfolge nur unter Manipulationen, die für die Autorität der Richter entwürdigend seien. Er habe deswegen auf Grund der Beschlüsse des Rechtsmisschusses des vorigen Reichstag? ein« Vorlage ausarbeiten lassen, die bis zur Dollendung gediehen. ab« dem ReichstabineU noch nicht vorgelegt worden fei. Wenn der Reichstag die Ueberweisung der vorliegenden Anträge an den Ausschuß beschließen sollte, würde d« Minist« auch sein Ma terial dem Ausschuß überreichen, damit dieser das gesamte Material bearbeiten könne. Eine Vorlag« wegen Neuordnung der Rechtsstellung des unehelichen Kinde» sei beretis vor länger« Zeit dem Reichsrat zugegangen und dort verabschiedet worden. Sie wird dem Reichstag in den nächsten Tagen zugehen. Die Sicherung der Rechtsstellung der Frau sei nach Anficht de» Minister» am dringendsten auf dem Gebiete des ehelichen Güterrechts. Die Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetz- buches, die bei der Heirat dem Mann zum Verwaltet de» Der mögens fein« Frau machen, sind nach Ansicht des Ministers mn den heutigen Anschauungen nicht mehr»erträglich. Eine Vorläge über die Neuregelung dieser Frag« hoste« in absehbar« Zeit dem Reichstag zugehen lassen zu können. Auch sonst sei die in der 5kr- fassung vorgesehene Gleichstellung der Frau mtt dem Manne nicht in allen Beziehungen erreicht. Verschieden« Gesetzesänderungen feien hierzu noch erforderlich. Der Minister bezeichnet es zmn Schluß als eine der vornehmsten Aufgaben von Re° gierung und Reichstag, die Wort« d« Verfassung sa bald wie möglich in die Tat umzusetzen. Abg. Suhl(D.Lp.): Ein« besond«e Härte und Ungerechtigkeit ist der Ausland, daß die Staatsangehörigkeit der Frau der des Mannes folgt, so daß z. B. eine Deutsche, die einen Ausländer geheiratet hat, wenn dieser ausgewiesen wird, es auch ist. Der Ausschuß hat die Regierung bereits um Vorlage eines Lbhilfegesetzes ersucht. Die Reichsverfassung fordert nicht vollkommen« Gleichstellung von Mann und Frau, unehelichem und ehelichem Kind. D« Rcichslag muß sich endlich enffchließen, diese ganze Gesetzgebung zu v«besi«n. da» lege ich ihm ans herz. Es gibt zweifellos eine schuldlose ob fiktive Ehetrennung, und dem muß das Gesetz Rechnung tragen. Ungeheuer viel Fälle aus d« Wirklichkeit beweisen, daß eine Lücke besteht zwischen Leben und Recht. Die Ehenot steigt und die Kluft zwischen dem Eherecht und dem Leben er- «eitert sich. Das unbeschreiblich« Unglück d« minderjährige« Kinder aus solchen Ehen sollte uns eindringlich mahnen und nicht zuletzt die geradezu schamlos« Schaffung von Ehe jcheidungsgründen. Die Bichl« wissen oft ganz genau, daß ihnen Komödie vorgespielt wird. Die zwangsweise Atffrechkerhaltvng ein« nnhall- baren, zerrütteten Ehe— da» sage ich vor allem den Freunden vom Zentrum— ist unvereinbar mit der heillgkeil d« Eh«. (Lebhafte Zustimmung.)- Abg. Frau Arendsee(Komm.): Die Gleichb«echtigu»g der Fnni wird erst im proletarischen Staat Verwirklichung finden. Die Para- graphen des Bürgersichen Gefitzbuchs find durch da»»ietTiche Leben überholt. Ziehung: 17.- 18. Dezember und 21.- 22. Dezember Weihnachts- Lotterien ArbeiterWohlfahrtsWohlfahrt und Geld- Lotterie 138 506 Gew.u.2Präm.I.W.v. 6867 Geldgewinne o.1 Prämie 500 000 120000 M. M. Höchstgew.a.1Doppelles i.W.v. Höchstgew. bar ohne Abzug 70000 M. 50000. Höchstgew. a. I Einzelles 1.W.v. Hauptgew. bar ohne Abzug 35000 Hauptgewinn 1. W. v. Los25000 50 Pf. los Mk. M. M. 30000, Prämie bar ohne Abzug M. 20000.. Doppel- 1.Losprets Porto u. Liste Porto u.Liste 30 Pf.extra Mk. 3, 40 Pl. extra preis 10 Arbeiterwohlfahrt u.5Wohlfahrts- Geldlose M.20.- Liste empfiehlt und versendet auch unter Nachnahme August Heinz Berlin W 8, Friedrichstr. 83 Staatl. Lotterie- Einnahme( zwlsch. Behrenstr. a. Unter den Linden). Postscheck- Konto: Berlin 40221. Theater, Lichtspiele usw. Volksbilhne Theater am Bülowplatz 8 Uhr: Macbeth Theater am Schiffbauerdamm Täglich 8 Uhr Die Drei- GroschenOper Thalia- Theater 8 Uhr: Schneider Wibbels Auferstehung Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr Der Londoner verlorene Sohn Th. am Schiffbauerdamm Täglich 8 Uhr Beleuchtungs Körper Die Drei- Geschen AUCH BIS ZU 18 MONATSRATEN 七 Raddatz Esto BERLIN LEIPZIGERSTR. 122-23 ZIEHUNG Oper Paulsen, Valetti, Ander, Gerron, Schaufuß, Kühl, Loovski. Teleshen: Norden 1141 w.281 Vorverkauf auch im Pavillon d. Reinhardtbühnen, Kurfürstendamm, Ecke Uhlandstraße Bismarck 448 u. 449. Deutsches Theater Norden 12 310 8U., Ende nach 10% 17. UND 18. Die Verbrecher DEZEMBER Arbeiterwohlfahrt Weihnauftb- Lofe 50P DOPPELLOSE 1.- RM. PORTO UND LISTE 30 Pig. EXTRA 138506 GEWINNE UND 2 PRAMIEN IM GESAMTWERTE VON RM. Schauspiel von FerdinandBruckner Regie: HeinzHilpert Kammerspiele Norden 12310 81% U. Ende geg. 10 „ Ehen werden im Himmel geschlossen!" Komödie vonWalter! Hasenclever Regie: Forster Larrinaga. Die Komödie Bismarck 2414/7516 8% Uhr, Ende 10% " Sonnab., d. 1. 12. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 154 19 Uhr Sonnab., d. 1. 12. Städtische Oper Bismarckstr. 19 Uhr Tosca Tannhäuser Staats- Oper An Pl.d. Republ. R.-S. 211 192 Uhr Staati. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt A.-V. 216 20 Uhr Freischütze Petroleum Insein Staatl. Schiller- Theater, Charitbg. 20 Uhr Der Londoner verlorene Sohn SCALA 8 Uhr B 5 Barbarossa 9256 Amarantira die berühmte spanische Tänzerin Linga Siras la mit seinem neuen Jilusions- Akt Carl Schaefers Liliput- Revue u. weitere Internat.Star- Attraktionen Sonnabends und Sonntags je 2 Vorstellungen 33 und 8 Uhr 330 zu ermäßigten Preisen das ganze Programm. Metropol- Theater Täglich 8, 2hr Friederife Musik von Franz Lehar Käthe Dorich Richard Sauber Silde Borner Befpermann Arnstaedt Starnburg Dora Rex Limburg Die Kaffe ist den ganzen Tag geöffnet. Telephon: Zentrum 378 u. 9393 Olympia" Großes Schauspielhaus 8 von Franz Molnar Regie: Forster Larinaga. 500000 HALLER- REVUE HOCHSTGEWINN AUF EIN DOPPELLOS IM WERTE VON RM. 70000 HOCHSTGEWINN AUF EIN EINZELLOS IM WERTE VON RM. 35000 2 HAUPTGEWINNE IM WERTE VON JE RM. 25000 2 HAUPTGEWINNE IM WERTE VON JE RM. 15000 u. S. W. Glücksbriefe U. S. W, 10 Lesen 5 RM. 20 Losen 10 RM. Sämtliche Gewinne werden auf Wunsch mit 90 Prozent ausgezahlt. Lose sind zu haben in allen Verkaufsstellen der Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend, den Warenhäusern der Firma A. Wertheim, den Filialen der Singer- Nähmaschinen- Aktiengesellschaft, den Vorwärtsspeditionen, den Zahlstellen der Volksbühne und den Lotteriekollekteuren der Firma A. Molling. BREMEN,, Schön und schick" Th. im Admiralspalas! Täglich 8 Uhr Hute 3 Uhr Frau Holle Märchenspiel, kl. Preise Sonntag Vorstellungen 3 Uhr a. 84 Uhr. Hachmittags die ganze Vorstellg. ze halben Preisen Thalia- Theater Dresdener Str. 72-73 8 Uhr Schneider Wibbels Auferstehung Henckels. Grodiczinski. CASANOVA mit Michael Bohnen, Regie: Charell. Sonntag 3 U. Nachmittag- Vorstellg. z. halb. Preisen( ungekürzte Vorst.) Komisdie Oper s James Klein- Revue: Tausend nackte Frauen!! Die große Revue der ,, Freien Liebe" Sonntag 3, Uhr Vollständige Vorstellung zu kleinen Preisen Parkett nur 4,50 Mark. Barnewsky- Bahnen Uhr CASINO- THEATER 81, Ubr Th. Königgrätz. St. Täglich 8, Uhr Der Frauenarzt Schauspiel von Hans J. Rehfisch Komödienhaus Lothringer Straße 37. M ECHT KAU issen Sie schon daß dieser Mantel HUN aus schwerem Ottoman, ganz gefüttert, mit modernem Bubi- Pelzkragen 50 29 kostet? MA NN HETZ Leipziger Strasse Alexanderplatz Frankfurter Allee Belle- Alliance- Str. Wilmersdorfer Str. Brunnenstresse Kottbuser Lamm Andreasstrasse Chausseestrasse Th. in der Lützowstr. Saltenburg- Bühnen Trianon- Th. Dts. Künstler- Th. Uhr Täglich 8, Uhr Kurt. 9209. Täglich 8 Sonntag auch 4 Uhr in: Mein Mann 8 Uhr Theater in der Stadt Kemmandantenstr. 57 Dönh. 919. 84 Uhr Ueber 500 Mal: Theater des Westens Planetarium am 200 Täglich 8, Uhr: farlang. leachimsthaler Straße Noll. 1578 Letzte 5 Versfelungen! 16 Ubr: Josephine Baker Der Sternhimmel in der neuen Revue Rundfunk hörer im Winter 18 Uhr halbe Preise Erde and Weltenraum. Die Herzogin L.M. Lommel Hiegt in Paris von Chicago von A. Landsberger user. Tan Emmerich Kalman Spiel im Schloß Mus.v. Fr.Holländer ,, Runxendorimit Erika Gläsner Der neue Posse- Schlager! auf Welle 0,5" Sonnab. u. Sonntag Lessing- Theater August, die Kanone! Knecht Rupprecht Aib. Bassermann, Dazu ein erstklassiger bunter Tell. Klein Huckepack. halbe Preise Tgl. 8%, Ende 10%. Für unsere Leser Gutschein für 1-4 Pers. Fauteuil nur 1.15 M., Sessel 1.65 M. Perlenkomödie sonstige Preise Parkett u. Rand 0.80 M. von Bruno Frank Parkett 30 F Pf. im Walhalla- Theater- Varieté! SUDAMERIKA Winter Brasilien argentinien und den häfen der Westküste. Gervorragende Reisegelegenheit, beste Verpflegung und Bedienung, NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN Kostenlose Auskunft erteilt: Berlin: Norddeutscher Lloyd, Agentur Bertin Q. m. b. H.. Unter den * Linden 1( Hotel Adion). Fernspr. Zentrum 12 230 a. 12 231. F. Montanus, Generalvertretung des Norddeutschen Lloyd, Invalidenstr. 93( zwischen Lehrter und Stettiner Bahnhof Fernspr. Norden 12241 7916. Weltreisebureau„ Union, Unter den Linden 22. Potsdam: E. Rössler, Brandenburger Str. 32 10 billige Garten Täglich 8 Uhr. Rauchen gestattet Sensation auf Sensation mit Piletto *** Sonnabend und Sonntag je 2 Verstellangen 3.30 und 8 Uhr 3.30 kleine Preise. Rundfunk hörer nachmittag 8 Uhr halbe Preise Sonnabend 4 Uhr Rundfunkhöre Lucie Mannheim ..Herr Lamberthier" Renaissance- Theater 8% Heute 84 Ton in des Töpfers Hand von Theodore Dreiser. Deutsch von Paul Ever. Regie: Gust. Hartung. Reichshailen- Theater Abends& Sonnt. nchm. 3 Sietliner Sänger Zum Schluß: Hamlet im Heringsladen Burleske v. Meysel deckm. halbe Preise, volles Progr. Disho Brett': Varieté Konzert 43 Tanz. Drama von Louis Verneuil. Theater am Nollendorfplatz Täglich 8, Uhr Anekdote van Franz Meinar, Regie Eugen Robert Lowes Esterhazy, Paal Mara. Licas, Zesch- Jallet, Thiam, Traafscheid, Li, Lustspielhaus Friedrichstr.236 Bergmann 2922/23 Täglich 8 Uhr Wiener Blut Das Zugstäck ven Oper v. Joh. Strauß Berlin 20 Uhr Kleines Theater Sonneu.Sterne Täglich 8, Ukr Max Adalbert in 10PF 100 Der Dickkopf Sandrock, Landa, JACHBAR Sterler. Sikla. KARES Quittangs-, Rabattose- Theater u. Reklamemarken Gr.Frankfurter St.132 gegen Nachahmung 4 Uhr gesetzl. gesch. Aschenbrödel fertigt seit 45 Jahr als Spezialität. Sonntag 4 Uhr Arm wie eine Das neugierige Kirchenmaus pie Ratten Leipziz Schkeuditz Sternlein 8 Uhr Conrad Müller Auf Teilzahlung spielend leichte Ratenzahlung Elegante Anzüge 42, so Mark Moderne Mäntel 50, 65 80 Sportanzüge, Trenchcoat- Mäntel, Regen- Mäntel in großer Auswahl Theater a. Kottbusser Tor Damenkleider, Mäntel, Kostüme fabelheft Kottbusser Str. 6 Tel. Mp. 10077 Täglich 8 Uhr, auch Sonntag nachm. 3 Uhr( ermäß. Preise) Elite Sänger mit 1010 Weihnachtsprogramm Das große Ereignis Monte Benefiz Mitgliede d. 3. Dez. Das große Sonderprogramm! Weihnachtstage vom 1.- 10. Dezember Straßen- Anzüge.... 39,- 49,- 59,- 69.Mollige Winter- Mäntel 79.- 89.- 98.- Mk. billig! Große Auswahl in prima Maẞstoffen, erstklassige Verarbeitung, garantiert tadelloser Sitz zu soliden Preisen Einzelmöbel, Küchen, kompl. Wohnungseinrichtungen bis 24 Monatsraten Scherzer& Breh Andreasstraße Boite Breslauer Str., z. Schles. Blf, Auf Wunsch kommt fachmännischer Vertreter ins Haus Telephon: Königstadt 6415 Bitte genau Firma und Hausnummer beschten M. Schulmeister Kottbuser Tor