fu gen eit dau üßt er ord iche Die Der Sehr Der die me Före zelt eigh rete men Dori eau be mit fem tter geb zei. die Es ein iter gen ord acht Dor der acht Um der Im bet Mode Budy Re ster me über 298 KE Co -123 84 11 e n Brei Morgenausgabe Jir. 571 A 289 45.Jahrgang endid 5. mara ang? 3.60 fm aardus zahlber, Baltbezug 4.33 TR einst. Bestelgelb, Muslandsabonne ment 6,- pro onet. Der Baumaris erietat magentag ich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die hendousgaben für Berli und im Handel mit bem Titel Dar Mbend", Sufrierte Beilagen Bait unb Beit und Kinderfreund. Berner Unterhaltung und Biffen.roven. timme, Rechnit Bücherwelt und Jugend- Borwärts" Bid in hie Vorwärts Berliner Boltsblatt Dienstag 4. Dezember 1928 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pi. Vie etats altige Ramp tetegeile 40 Biennig. Relomereile Nerdis mart. Aleine Anzeigen bas tetiger brudte ort 25 Biennig( guläffig zel fettgedrukte sorte), jedes meitere Bort 12 Pfennig. teüengeindhe das erue Bort 15 Biennig, jebes weitere Bort 10 Bfemrig. Barre über 15 Budion zählen für mei Borte. rheitsmert Seile 60 Bennig. Samilienanzeigen für Abonnenten Beile 40 Pfennig. Anzeigen. annabme ist Hauptgeschäft Linden. ürege 3, machentägi, non 8%, his 17 13b. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Bernsprecher: Donboff 292-297 Telegramm- Adr: Sozialdemokrat Berlos Boftshedfonto: Berlin 37536. Borwärts- Verlag G.m.b.H. Chamberlain und Artikel 431. Kein deutsches Recht auf vorzeitige Räumung. in der er sich befindet. Denn sobald er zugeben würde, daß die deutsche Auslegung des Artifels 431 berechtigt ist was nicht nur die Auffassung der Arbeiterpartei, jondern auch die des ehemaligen erften. Delegierten Englands in Bersailles Lloyd George ist so würde er damit zugeben, daß die weitere Belegung des Rheinlandes widerrechtlich ist, daß sich also die englische Politif einer Vertragsverlegung mitschuldig macht. Banffonts; Ban? der Arbeiter, Angeftelten und Beamten Ballstr. 65. Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaffe Pindenstr 3 Die Entscheidung von Essen. Schluß mit der Unternehmer- Dittatur!) J.-S.-J. Effen, 3. Dezember.( Eigenbericht.) Am Sonnabend, als der Hauptvorstand des Deutschen gerungen hatte, zuzustimmen, daß der Rechtsbruch der RuhrMetallarbeiterverbandes sich noch nicht den Entschluß avgeglichen werden soll, als es noch feineswegs feststand, wie industriellen durch einen Richterspruch Severings ausgeglichen werden soll, als es noch feineswegs feilstand, wie der erweiterte Beirat und wie die Bertreter der Ruhrabeiter sich entscheiden werden, da gaben bereits die Schwerindustrieilen die Anordnung heraus, die Arbeiter zur Instandsetzung der: Defen aufzurufen. Die Herren der Schwerindustrie hatten es fast ebenso eilig, die Betriebe zu öffnen, wie, viereinhalb Wochen norher, stillzulegen. 2ondon, 3. Dezember.( Eigenbericht.) Mußenminister Chamberlain wurde am Montag von dem Bergarbeiterführer und Abgeordneten Rennie Smith darüber interpelliert, sb Deutschland nach der Auffassung Englands die ihm durch den Artikel 431 des Friedensvertrages auferlegten Verpflichtungen er füllt habe. Ghe mberlain erwiderte, daß diese Frage von zwei Gesichtspunkten zu betrachten fei. Juristisch gäbe es teine Auslegung dafür, daß Deutschland Dennoch muß aber nach wie vor betont werden, daß das durch die Erfüllung seiner Verpflichtungen aus dem gesamte deutsche Bolt auf dem Standpunkt steht, daß Es ist aber feineswegs die Furcht, daß ihnen ein Ge Friedensvertrage ein echt habe, die zurückziehung Deutschland nicht nur ein moralijdes Recht auf die soser fremben Streitfräfte aus dem Rhein fortige Räumung befiht, sondern daß auch das formale chäft entgehen könnte, die diese Gile diftierte. Der oft Tend vor Ablauf der feitgefesten Fristen zu verlangen. Recht unzmeifelhaft für die deutsche Auslegung des Ar gestellte Vergleich zwischen der Aussperrung und dem engEine noch zu erfüllende Sauptverpflichtung seien die ber tifels 431 spricht. Denn die franzöfliche Lesart. zu der fichischen Bergarbeiterstreit trifft nicht zu. Die deutsche SchwerReparationen. Auf Grund des Artikels 431 fönn Chamberlain bekennt, monach Deutschland seine gesamten industrie unterscheidet sich vom englischen Bergbau vollständig, weil sie im höchsten Maße tonzentriert, entindividualisiert ist ten die vorgesehenen Zugeständnisse nur in Kraft treten, Reparationsverpflichtungen vor Ablauf von 15 Jahren er wenn Deutschland seinen Verpflichtungen restlos nach füllen müßte, um ein Anrecht auf frühere Räumung zu ge- und durch die internationale Kohftahlgemeinschaft den deur gekommen, jei. 1o.com nießen, unterstellt den Autoren des Berjailler Bertrages, daß schen Innenmarkt monopolifiert und den Kampf um die Bom politischen Standpunkt aus so schloßliche Sinnlosigkeit oder einen schlechten Scherz. eine geradezu dem Westen würde bei einer längeren Dauer des Kampfes sie sich durch den Artikel 431 entweder eine volfswirtschaft. Abjazmärkte ausgeschaltet hat. Die Einfuhr von Stahl aus Chamberlain würde die britische Regierung jedoch fadistische Berhöhnung des hestegten Deutschland geleistet den Schwerindustriellen eine hübsche Nebeneinnahme gebracht trok bes juristischen Rechts der früheren alliier haben. Oder gibt es einen Menschen, der 1919 im Ernst ge haben. Es war also nicht die Furcht vor der ausgeschalteten ten Regierung eine baldige Räumung des meint hat, Deutschland würde imstande sein, in weniger Auslandskonkurrenz, die die Ruhrindustriellen zur Eile att Rheinlandes begrüßen. als 15 Jahren seine gesamten Reparationsverpflichtungen trieb, sondern die Absicht, der öffentlichen Meinung zu zeigen, abzutragen? daß sie guten Willens find. Die Schwerindustriellen haben das ganz richtige Gefühl, daß man ihrer Diftatur überbrüssig ist. Deshalb griffen sie mit beiden Händen zu, als ihnen die Reichsregierung den von ihnen gewiß nid geliebten Sozialdemokraten Severing zum obersten Schiedsrichter vorschlug. Diese ebenso bedauerliche wie anfechtbare Erklärung des britischen Außenminifters entspricht wohl weniger feiner juristischen leberzeugung als der politischen Zwangslage, Deshalb zeugt auch vom Standpuntt des geschriebenen Rechtes die gestrige Erklärung Chamberlains von einem Mangel an fair play. Reaktionsniederlage in Böhmen. Klare Mehrheit für die Opposition. In der Debatte vor den Funktionären, der Ruhrerbeiter prägte. Engels Rheinhausen das Wort, daß die Schwer industriellen mit ihrer Aussperrung der Berwirtlichung eder Wirtschaftsdemokratie den größten Dienit geleistet haben. Und Brandes zog in seinem Schlußwort das Fazit der Aussperrung, als er erflärte, die Konsequenz des Kampfes werde sein, daß die Erkenninis fidh Bahn brechen werde: die eisenschaffende Industrie als lebenswichtige Schlüsselindustrie muß in der öffentlichen Hand fein, genau wie die Kraftwerke, wie Eisenbahn und Boit. Es wird hier nur bestätigt, was denfende Arbeiter seit Jahren schon wissen, daß die Kommunisten lieber die Reaffion in den Sattel heben, als mit der sozialdemokratischen Arbeiterschaft zusammen gehen! Prag, 3. Dezember.( Eigenbericht.) beutet aber auch, daß der Arbeiter das einzige Bürgerrecht, das er Die Regierungstoalition hat in Böhmen noch bejizt, das Wahlrecht, freiwillig preisgibt, statt durch die Abgabe eine schwere Riederlage erlitten. Sie dürfte nur feiner Stimme gegen das herrschenbe System zu protestieren. 36 Mandate in der Landesvertretung erhalten gegen 44 Mandate der Opposition. In Mähren Schlesien halten sich Bürgerblock und Cpposition die Wege. De deutschen Sozialdemokraten stärtste deutsche Partei. Sie tschechischen Sozialdemokraten auf dem Vormarsch. Prag, 3. Dezember.( Eigenbericht.) bDie deutsche Sozialdemokratie hat bei den am Sonntag vorgenovinenen andesvertreterwahlen in Böhmen 308 000 Stimmen erhalten gegen 279 000 Stimmen bei den Senatswahlen Im Jahre 1925. Die deutsche Sozialdemokratle ist damit in Böhmen zur ffårfften deutschen Bartel geworden. Sie wird in der Candesvertretung von fchäßungsweise 25 deutschen Mandaten acht Mandate erhalten. Die übrigen Mandate dürften sich wie folgt ver. teilen: 6 Agrarier, 4 kleritele, 3 Deutschnationale, 2 Jiationaljozialiften und 2 Arbeitsgemeinschaft. Die tichechischen Sozialdemokraten gewannen in Prag allein über, 16 000 Stimmen; sie haben damit die Stärke der Fommunistischen Bartel in Prag erreicht. Die fichechischen Katlonaifozialisten( Demokraten) brachten es auf 123 000 Stimmen. Berlust i erlitten in der Hauptstadt vor allem die fichechischen Agrarier, die ichechischen letitalen und Gewerbetreibenden, also die drei Hauptparteien des Bürgerblods Außerdem haben in Der schwerfranke König Georg. Agonie? Befferung? tol.. Ueber Sonntag hatte sich das Befinden des englischen König: beträchtlich verfchiedtert. Eine von den Aerzten zugegebene Abnahme der Herstätigkeit ließ an Sonntag abend allgemein vermuten, daß es mit dem Kranten bald zu Ende gehen würde. Indessen werden seit Montag nachmittag, nachdem man dem König Sauerstoff zugeführt hat, elmas günstigere Bulletins veröffent licht. Smmerhin bleibt das Besinden nach wie vor jehr ernst. Gevering an der Arbeit. 3nformationsreise im Ruhrgebiet. Genoffe Severing, der Montagmorgen in das Ruhrgebiet Hier liegt die geschichtlich wichtige Schlußfolgerung aus der Aussperrung. Eine Schlußfolgerung allerdings, die nicht von heute auf morgen verwirklicht werden kann. Es hätte ja kommen können, daß selbst die gegenwärtige Regierung mit einem Bolksparteiler als Wirtschaftsminister vom Reistog die Ermächtigung hätte verlangen müssen, die eisenschaffende Industrie durch eine staatliche 3wangsmaßnahme in Betrieb zu jezen. Denn die Schwerindustriellen hatten angekündigt, daß sie ihre Betriebe definitiv ft illegen würben, falls das Reichsarbeitsgericht das Urteil des Landesarbeitsgerichts bestätigen würde und die Arbeiter vom Rechte nicht abweichen wollten. Die Regierung und die Arbeiter könnten dann sehen, wo sie blieben. Niemand könne und werde die Unternehmer zwingen, die Betriebe zu anderen als ihren eigenen Bedingungen zu öffnen. Es war noch derselbe Wahnwiz, der die Unternehmer am 30. Oktober, vor der Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruchs, in ihrer Bresse verkünden ließ: Es gibt drei Möglichkeiten: 1. Der Schiedsspruch wird für verbindlich) er flärt, dann sperren mir aus; 2. der Schiedsipruch wird nicht für verbindlich erklärt, dann sperren wir auch aus; 3. es wird ein neues Schlichtungsverfahren eröffnet, dann sperren wir erst recht aus. cat underen Canderteilen hat die fchechische Sozialdemokratie Erfolge abreißte, wird voraussichtlich schon Mittwoch wieder von dort zurud nicht auszusperren, wenn jie nicht die Materialsperre ng zu verzeichnen. Die endgültigen Ergebuiffe find jedoch Snight vor Dienstag 30 erwarten. St 10 Retal gue 吉 折 Das Hauptorgan der fichechischen Sozialdemokratie, Pravo idu, haft die pofition der teatfionären Parteien cuf Grund des Mahlausfalls für erschüttert. Um jeden Preis gegen die Sozialdemokratie. Die Kommunistische Bartei hat bei Beginn des Wahlkampfes Richtlinien für die Funktionäre ausgegeben, in denen fie felbitner Bia tändlich immer wieder betont, daß es notwendig sei, vor allem gegen ble Sozialdemokratie, den Hauptfeind der Kommunisten, 34 fämpfen. Besonders, ist aber die Beijung, die fommunistischen Arräbe heiter follten in jenen Basirfen, in denen die KPD. zu einer selbstän tru digan Kandidatur zu schmach sei und darum feine ifte habe, leere Stimmzettel abgeben. arti zu Es werden also in der Summe immerhin einige tausend Stimmen arer Arbeiterschaft gänglich verloren gehen. Die Abgabe feerer Stimmmzettel kommt, so der Bourgeoisie unmittelbar zugute, fie befehren. Er wird sich vor der Fällung des endgültigen Epruches noch einmal in das Ruhrgebiet begaben. Die Meldung bürgerlicher Blätter, daß der Spruch schon Ende dieser Boche zu ermarien sei, ist nach unserer Unterrichtung folich. Eine Revision gegen den Spruch des Duisburger Landesarbeits gerichts tit von den Unternehmern noch nicht eingereiht. Die riit heirägt zwei Wochen; dann haben die Unternehmer abermals zwei Wochen Zeit, den Revisionsantrag zu begründen. Die An nahme, daß das Reichsarbeitsgericht schon am 13. Dezember ent: fcheiden würde, ruht danach auf schwankenden Borausseßung. Laffen die Unternehmer die Revisionsfrist ablaufen, so wird das Urteil des Landesarbeitsgerichts, das die Rechtsgültigkeit der Ver: bindlichkeitserklärung beftätigt, rechtsfräftig. Derfelbe Gricig fritt ein, wenn das Reichsarbeitsgericht die Rerifim als unbe gündet zurückweist. Materiell ist allerdings die Frage der Rechts giftigkeit nicht mehr von großer Bedeutung. Solchen Terror erträgt fein Land, keine Wirtschaft. Es ist hier im Ruhrgebiet fein Geheimmis, daß viele Unternehmer der nerarbeitenden und der Fertigindustrie und nach der Aussperrung gefürchtet hätten. Und diefe Furcht ist nicht mir im Ruhrgebiet zu Hause. Die Frankfurter Zeitung" veröffentlichte noch vor wenigen Lagen einen Bericht aus Hamburg, monach der Streif auf den Seeschiffs= werften längs beigelegt wäre, menn die Werftbesitzer nicht die Materialsperre fürchteten. Niemand wird behaupten mallen. das es fich bei den Seefchiffswerften um fleine oder um besonders fnziel denkende Unternehmer handelt. Das Motiv der Tariffündigungen, die in den letzten Wochen in der Metallindustrie nur so hogelten, war das gleiche: Nordmest hat es befohlen! Aber die Ruhrindustriellen botten über das Ziel hinausgeschossen. Hätten die Ruhrindustriellen die Bermittlungsattion der Regierung abgelehnt und ihre tollen Stillegungsplante verwirklicht, dann wären Zwangsmaßnahmen nicht zu umgeben gewesen. Kein Reichstag hätte sich dann offen auf Die Seite der Ruhrindustriellen zu stellen gewagt. Es ist mehr als ein symbolischer Att, daß die gestern noch auf stolzen Rossen sigenden Ruhrindustriellen heute herzlich froh find, sich dem Schiedsspruch des Metallarbeiters und Sozialdemokraten Ssvering unterwerfen zu dürfen. Es wäre ein Göttergeschenk für die Schwer- industriellen gewesen, wenn die Metallarbeiter Scvertng ab- gÄehnt hätten und die Ruhrindustriellen der Oeffentlichkeit gegenüber sich als die Friedensbereiten hätten hinstellen koimen. ..Sollen die Ruhrarbeiter denn immer die Kosten zahlen?", rief gestern einer der Delegierten unter allgemeiner Zustimmung aus. Es herrschte das Gefühl: Wieder haben die Ruhrarbeiter einen Kampf ausgefochtsn für dos verletzte Recht, und dieses Recht ist auch diesmal nicht wiederhergestellt. fondern umgebogen worden. War aber deshalb der Kampf vergebens? Ebensowenig wie der Widerstand mäh- reich der Ruhrbesetzung. Einer der Delegierten, der selbst gegen die Annahme des Regierungsvorschlages war. jagte zu mir auf dem Heimweg:„Eine solche Aussperrung erlebe ich nicht wieder, und wenn ich 100 Jahre alt werdel" In das Gefühl der Bitterkeit mischte sich die Ueberzeuzung. daß die Ruhrindustriellen eine Schlacht verloren haben. Diese lieber- zeugung herrscht zweifellos bei den Ruhrindustriellen selbst. Daher die bedingungslose Zustimmung, sich einem Schieds- fpruch Severings zu unterwerfen. Daher die eilige Wiedereröffnung der Betriebe und die kleinlaute Haltung de? Unter- nehmerpresse. Die Schwerindustriellen haben jetzt das Be- dürfnis. sich einstweilen in Bergesienheit zu bringen. Auch sie müssen wissen, daß die geschichtliche Lehre aus der Aus- fperrung nicht anders lauten kann als Schluß mit der DtktaturderS ch w erindustriellen! U• 9 In einer porteigonMschcn Korrespondenz oeröffentticht Genosse Äufhäuser«wen Aussatz, in dem ausgeführt wird: »Durfte der Deutsche Metallorbeiterverbanb nach der von sinnen Mitgliedern bisher gewahrten ausgezeichneten Haltung und einer überaus günstigen Kampfstellung durch das Reichskabinett in dies« furchtbare Situation gebracht werden? Es ist selbstoerständlich daß die Reicheregierung bei der nach dem Duisburger Berufungsurteil noch anhaltenden Aussperrung nicht passiv bleiben tonnt«. Man hätte aber erwarten dürfen, daß die Staatsgemalt von ihren Mitteln Gebrauch macht, um die Rebellen im Ruhryrbiet endlich zur Wiederautnahme der Produktion zu«ran- lassen. Glaubte indes das Reichskabinett noch einen letzten Berständi- gung-versuch unternehmen zu müssen, dann hätte der Vorschlag auf Einsetzung eines Oberschiedsrichters doch nur unter der eindeutigen Voraussetzung erfolgen dürfen, daß die Vermittlungsformel de» materiellen Inhalt des als verbindlich erklärten Schiedsspruches in keiner Weise berührt. Denn nur um die Sabotage dieses Aktes der Staatshoheit, der Verbind- lichleit. hatten die Unternehmer diesen Kampf geführt. In Wirklich- kell wird jetzt der als verbindlich erklärte Schudsspmch durch die Vermittlungsaktio» des Reichskabinstts rcchtsunwirffam und nichtig. Die kommend« Entscheidung des Reichsarbeitsgerichts hat für den vorliegenden Fall nur noch praliisch« Bedeutung, soweit es sich um die Tragung dar Prozeßtosten handelt. Die Richtigkeit». erklärung eines Staatsaktes(des verbindlich erklärten Schieds- spruches), die das Landcsarbeitsgerichr in Duisburg mit größter Sorgfalt und größtem Nachdruck gerade verhindern wollte, ist jetzt durch die Staatgewalt selbst verwirklicht worden. Die Unternehmer konnten dem Vorschlag der Reichsregierung zustimmen, well er ihr Ziel, die Aufhebung des Schiedsspruches, in sich schließt. Sie haben aber auch insofern nicht bedingungs- los zugestimmt, als die..Berücksichtigung der Wirt- f ch a f t s l a g e" nach den amtlichen Veröffentlichungen zugesagt worden ist. Damit ist leider das gegen die Lohnsätze im Schieds- fpruch stets vorgebrachte Argument der Unternehme? zu einem Bestandteil der Vermittlungsformel geworden. Di« bedingungslose Zustimmung der Arbeiter dagegen ist für diese also auch materiell um so ungünstiger, ganz abgesehen van der prinzipiellen Preisgabe de? Vsrbindlichkeitse?klo?img. Die Unternehme? sind im Anschluß an eine wochenlang« ge- «iffenlose Aussperrung nun durch ihre Doneiffchaftserklärmig nicht nur vom Schiedsspruch, sondern auch von dem Vorwurf befreit worden, als kämpften sie gegen den Volksstaat. Die Schuldsrage, die bisherigen Ergebnisse dWKampfes und die Wirkungen der Recht- sprechung, die alle zuungunsten der Eisenindi'strie sprachen, sind ver- wischt. Die Entschlossenheit, mit der sich C a rl Sevrring zur Ver- ifigung gestellt»nd den Kopf in die Schlinge gesteckt hat. soll nicht verkannt werden. Verhängnisvoll aber bleibt die Tatsache, daß wenige Monat« nach dem lv. August, an dem die eigenmächtige Entscheidung des Kabmetts in der Panzerfrag« so viele poll- tische Gefahren hervorgerufen hatte, nun im Eisenkonflikt wiederum der wichtigst« Akt ohne vorherige Füh- lung mit Fraktion und Gewerkschaft erfolgt ist. Eine Verantwortungsfreudigkeit eines sozialdemokratische» Reichskanzlers. die in entscheidenden Augenblicken einer Isolierung von de? politisch und gewerkschaftlich organisierten Arbeiterschaft gleichkommt, ist bedenklich. Ob sich die vom Reichsarbellsminister in Uebereinstimmur.g mit der sozialdemokratischen Fnaktirn zum Schlichtungswesen bisher ein- genommen« Stellung, daß jetzt ein« Aendcrung des Gesetzes unter- bleiben soll, noch ausrechterhalten läßt, ist nun mehr als zweifelhast. Die Diskussion über eine etwaig« Aenderung der Schlich- tungsordnung aber ist wesentlich schwieriger geworden, weil die Praxis im Eisenkonflikt den endgültigen Charakter eines verbindlich erklärten Schiedsspruches ver- neint. Die innerhalb der Arbeiterschaft bestehenden Widerstände gegen das staatliche Schlichtungswesen haben Nahrung bekommen. Wie immer auch die Nachwirkungen sein mögen, so wäre es für Arbeiter und Angestellte in Zukunft untragbar, baß ihnen durch staatliche Hoheitsokte Bindungen auferlegt werden, von denen sich die Unternehmer durch Wirtschostsputsch zu befreien suchen, ohne auch nur zur Ordnung gerufen zu werden.— So stehen wir am Ende des Ruhrkonflittes und am Ansang einer nicht unbedenklichen Nechtsunsicherheit, verursacht durch«in verfehltes Eingreifen der Staatsgewalt."__._ Die Mrkschaftoportei Hot nach dem Vorbild« der Deutsch- nationalen im Reichstage eine Interpellation gegen die Durchführung der Unterstützungsaktion an der Ruhr eingebracht, in der sie von ungesetzmäß'gem Vorgehen spricht. Der durch die Aussperrung schwer betroffene Mittelstand im Kampf- gebiet wird der Wirtschaftsparlei für diele Solidansierung mit den Sc�irßxrochern sicher Dank wissen! Nachwahl für Lokanowski. Bei dem zweiten Wahlgang zur R«nü«s<:WZng des durch den Tod des Handelsministers Bokanowsli üeigewordcncn Abgeordnetcnmandats wurde In Asni-nes bei Paris der Koirdidot der republikanischen Konzentration, Blacque-Lelair, mit 8837 Stimmen gewählt. Der tonununistischc Kandidat erhielt 5510 Stimmen, der radikale 338. Hoesch wieder bei Briand. Pariser Optimismus trotz Memuugsverfchiedenheiten mit England. Jftaig, S. Dezember.(Eigenbericht.) Der d- rutsche Botschafter v. Hoesch lzette am Wontag mit Außenminister Brian d ein« länger« Unterredung, um. wie mitgeteilt wird, aqch mit ihm die am Sonnabend mit PrnncarS erörterten Frctge» bezüglich des Sachverständigcnkowitees zu bespreche d- Lriand empfing dann noch den belgischen Bot- schafter. In den chiefigen diplomatischen Kreisen zeigt mau sich bezüglich des Auqgaagß der laufenden Verhandlungen nach wie vor optimistisch. De?»Intransigeant" glaubt sogar schon mitteilen zu köniH». daß die Antwort aus d-e deutsch« Demarche m Berlin etwa in �wei bis d«i Tagen überreicht werden könne. Man ver» hehlt sich dabei fräuch nicht hie immer noch zwischen Paris und London bcfstehendan Differenzen, die übrigens am Montag in einer Londoner Hanas-Meldung ausdrücklich unterstrichen wurden. Frankreich wünsch« nach wie vor lediglich«ine Fesffetzung der b«uffchen Gesamt schuld und der Zahkungsmodakitöten. während man in London mehr zu einer vorherigen neuen Prüfung der deutschen Zahlungsfähigkeit neig«. Auch erheb, das englisch« Tstiswärtige Amt Einwand gegen die Ernernumg der SachoerstäiOigen durch die Reparationskommission. Es bestehr jedoch die Hoffnung, daß trotz ollem eine Einigung erzielt werde. Oer beutfiche Siandpuukt: Keine Festlegung der GachverstSndigeu. Zu der neuen Unterredung Briand-Hosfch«riährt die Tele» gvaphen- Union von unterrichteter Seite, daß es sich bei den Unter» rKurnge, im wcheiMchen um bis gleichen immer noch strittigen Punkte Handel« 1. Das Mandat der Sachverständi- g« n, d. h. ihr Aufgabenkreis und 2. der Zeitpunkt der Einschaltung der Reparotionskommission in die Verhandlungen. Was Punkt 1 anbelangt, so sst die deutsche Regierung der Auffassung, daß das Mandat der Sachverständigen durch den Beschluß der sechs Mächt« vom 16. September in Genf ausreichend festgelegt fei. mit anderen Worte», daß den Sachverständigen völlig« Freiheit der Be- ratungen gewährt werden soll, und daß die sechs Regierungen di« Sachverständigen selbst zu ernennen haben. Was den zweiten Streitpunkt, den der Einschaltung der Reparattavskommission an- belangt, so ist man auf deutscher Seite der Anschauung, daß selbst- verständlich die ReparaLonskommission«ingeschaltet werden muß. Dvch handelt es sich, wie oben erwähnt, wir um den Zeitpunkt der Einschaltung, d. h. um eine formalrechtliche Frage. England gegen Streit um Formalitäten. London, S. Dezember.(Eigenbericht.) Die Frage, obdieCrnennungderSachoerständigen für den zu bildenden Reparationsausschuß durch die Repa- rätionskommtssion oder durch die alliierten Regie- rungen selbst erfolgen soll, wird in amtlichen englischen Kreisen als mehr oder minder„prakti ichbedeutungslos" bezeichnet. Man verweist daraus, daß in jedem Lande einige wenige mit der Materie»all vertraute Persönlichkeiten vorhanden wären, so daß die Auswahl automatisch auf die gleichen Personen sollen würde, unabhängig davon, von wem die Sachverständigen auzxc- wählt würden. Ferner wird daraus verwiesen, daß die Reparation-- kommission sich der Zustimmung dar betreffenden Regierungen per- sichern wird, ehe sie die endgültige Entscheidung über die Personen vornimmt. Spastungsende in Bulgarien. Gchwierigkeiie« überwunden.- Zusammenschluß Mitte Dezember. Sofia. 3. Dezember.(Eigenbericht.) ver sozialistische»Ztarod" meldet, daß Vertreter der Sozial. demokraüschen Partei, der Sozialistischen Föderation und der Gruppe »Rom Pol"(Neuer weg— ehemalige Kommunisten um Sakaro«) iu den letzten Tagen verschiedene Besprechungen über die Sammlung und den Zosammeujchluß der iozialtstifche» Ar. beiterträste geführt haben. Wie«tr hierzu trau zuständiger Seite erfahren, stehen der Vereinigung crn st hafte Schwierigkeiten nicht mehr im Wege, ver Zusammenschluß dürfte bi» Mitte Dezember voll- zogen sein. Oer Ziegierungsterror ans dem Laude. Sofia, 3. Dezember.(Eigenbericht.) Der Vorsitzend« der sozialistischen Sobranssfraktion P a st u ch o w wendet sich im„Narod" unter der Ueberichriit»Gibt es üb er- ha-upt noch eine Verfassung und ein Gesetz im Lande?" in heftigen Ausführungen gegen den zunehmenden Terror der Regierung. Während es«n Sofia noch einigermaßen manierlich zugeht— schreibt Pcrstuchaw—, richtet die Bevöllernng täglich Beschwerden an die Abgeordneten der Opposition, in der Kammer gegen die unerträglich gewordenen Gewalttätigkeiten der Rsgienmgsckjgue so zu protestieren. »daß di« Wände der Sobranse zittern". Vor ollem indenDör- fern werden d« zu den Linksparteien zählenden Bauern durch Strafmandat« biszum Weißbluten schikaniert. In der Ortschaft Gorno Peschten« stellt Pastuchw» fest, daß innerhalb eines Jahres gegen ein« Million Lewa Strafen ver- hängt worden find. Eine Wahloerfanunlung. die er im gleichen Dorf««inberufen hatte, tonnt« nicht stattfinden, da die oppofitio- nellev Bauern abends di« Häufer— schon seit den gesetzgeberischen Wahlen im Mai 1927 nicht verlassen dürfen. Ein junger Sozialdemokrat, der chn begleitete, wurde nach seiner Abreise blutig mißhandelt, wobei ihm die Haubknochen zer- brachen wurden. Die Wahlagitation der Oppositionzparteien sei überhaupt mft den größten Schwierigkeiten und Gefahren verbunden. Unverantwortliche Gesellen unter der Führung van Rcgicrungs- ogenten und administrativen Beamten schüchterten die Dauern, sobald sich«in oppositioneller Agitator zeig«, durch vorf die aus gesc ern. milde Schießereien ..Was sollen wir für diese Leute tun. die für uns leiden/ schließt Pastuchow wörtlich...Wir sind nicht einmal in der Locze. ihnen zu helfen. Bringen wir di« vielen Fälle vor di« Oeffentlichke-it. so setzen wir sie erst recht den Schandtaten dieser wüld gewordenen Horden aus... Reichsbahn und Achtstundentag. Die Oeutschnationoln, nehmen den Ball auf. Die Reichsbahn hat kürzlich mit einer neuen Tarif- erhöh ung gedroht für den Fall, daß die wöchentlich äLstündige Arbeitszeit eingeführt werde. Die deuifchnationale Reichstagsfraktion unterstützt diese Aktion gegen den Acht- stundentag durch folgende Lnterpcllation: »1. Was sst der Reichsregierung von den in dem Bericht des Verwaltungsrats erwähnten Absichten auf Minderung der Arbeitszeit bekannt. Z. Billigt die Raichsregierung diese Absichten? 3. Welche Stellung nimmt di« Reichsregisrung zu den von der Reichsbahn für ihren Betrieb errechneten finanziellen Mehrbelastungen und den dadurch notwendig werdenden weiteren Tariferhöhun- gen ein? 4. Ist es richtig, daß die Reichspost, wie aus Zeitungsnachrichten hervorgeht, eine gewisse Minderung der Arbeitszeit bereits ein- geführt hat. wodurch«ine Vermehrung der Postbediensteten um mehrere Taufend und eine Jahresbclastung um viele Millionen Reichsmark eingetreten sein soll?" Der Berwaltungsrat der Deutschen Reichsbahngesellschafi und die deutschnationale Reichstagsfrattion betreiben gemeinsam ein reaktionäres Spiel, wobei einer dem anderen den Ball zuwirft. Elaß gegen Hmdenburg. Eine neue Attacke. Der Lorfitzende des Alldeutschen Verbandes, Herr Elaß. fft ein politischer Monomane. Ex fft zunächst dem Traum vom legalen Putsch mit Hilf« des Reichspräsidenten und des Artikels 48 nach- gelaufen. Dieser Traum fft ausgeträumt, und nun sucht Herr Elaß nach dem Schuldigen. Er hat ihn gefunden, er klammert sich mit der Zähigkeit de» Monomanen an ihm fest und schreit ihm unou'hörlich nach:»Du bist schuld!" Der Schuldig« ist für Herrn Elaß der Reichspräsident o. Hin- denburg. meU tr nicht so wollte, wie Herr Elaß. Mo hat im September Herr Claß auf einer Tagung des Alldeutschen Verbandes Hmdenburg Fehde angesagt: Der Kampf gegen den Staat müsse sich auch gegen das Zleichsoberhaupt richten, das sein« Ausgabe nicht erfüllt Habs. Seit dem Tags, an dam Hmdenburg sein Amt übernommen Hab«, habe sich in Deuffchland alles zum üblen gewandt, und man inüsss die Frage offen lassen, ob dos Derlag«» Hardenburgs auf Mangel an staatsmänniichsr Einsicht oder Mangel an politischem Willen oder aus beides zurückzuführen sin. Diese kleicherungen find damals viel beachtet worden, well sie sowohl di« subversiven Tendenzen des Alldeutschen Verbandes als auch hie uueffchütrerlich verfassungsmäßige Stellung des Reichspräside» icn zeigten.>. Elaß hält es für nötig, diese Aeußerung von Zeit zu Zeit H zu wiederholen. Er hat auf einer Tagung der H a u p t l« i tu n g äsjes Alldeutsche» Verbandes am 2. Dezember feierlich erklArt. di« vornehmst- Pflicht der nationalen Politik sei es, H i n d e n b UH»r, die Wahrheit zu saoen. der?llldeiUsch« Verband habe A>i- Genugtuung, daß best« und bewährteste deutsch« Männer, die y|fm Reichspräsidenten nach Herkunft. Ueberlieferung und WÄwnschwui-ng tausendmal näher standen als ferne heutigen angeblichen Verehrer jen« Plauener Feststellung für unbedingt notwendig und oetdienftlii erklärt hätten. Da zwischen Herrn Claß und Herrn Hugen berg. dem neuen Führer der Dcuffchnationalen. ein sehr enge, Einvernehmen besieht, so kennzeichnet diele Bekräftigung der Elaß scheu Angriff« auf Hindenburg zugleich di« Stellung Hugenbergs un seiner Anhänger gegenüber dem Reichspräsidenten. Escherich ist wieder da! Gründang eims„Vundes bayer.fcher Heimafschuh". München. 3. Dezembet Auf dem diesjährigen hier cchgehalienen Heimattag des W Verbandes Isen g au erklärte dessen Führer. Amtsrichter Dr. Ess es für notwendig, im Interesse der bayerischen Heimat der bayerist Stoatsregierung in ihrem Kampfe um die Erhaltung der S ständigkeit Bayerns alle Kräfte zur Tersügung zu slll damit nicht mit papiernen Protesten, sondern mit dem Eins der Person für diese Schicksalsfrage des bayerischen Volkes kämpft werden könne. Foeftrat E s ch e r i ch fordert« zur Griurdr eines„Bundes bayerischer Heimatschutz" aus. 1 Bayern müßten sich wie seinerzeit in den Einwohnerwehren wieder» zusammenschließen, um unbeschadst ihr«? sonstig«, parteipokitsich � Einstellung unbedmqt und geschlossen fest zur Regierung zu stehe W Der Führer des Chiemgaues. Major Breitung. erklärt« bierai"' namens de» Deutsch«, FroittkSmpserbundes und Bezirksführ« � Rauh namens der vereinigten voterlondifchen Verbände ihren An■ fchluh an den neuen Bund. Einstimmig wurde Forstrai E s ch e r« ch o-' als Führ«? bestimmt. Auch de? Führer des Schwabenbanners gab die Erklärung ab. daß sich dieses Forstrat Escherkch unterstellt� i München, 3, Dezember. Wc die Blätter melden, wird am Sonnlag, dem 9. Dezembers in München ein« große Massenkundgebung unter freieiI Himmel veranstaltet, in der g e g c n die Bestrebungen jür Schaffur eines Einheitsstaates protasticit werden soll. .-s« I I Dienstag i. Dezember 1928 ng Unterhaltung unö ÄVissen Deilage des Vorwärts «r. Der Jubiläums-Schmaus. Bon K. Groschikow(Moskau). Einer meiner Bekannten, ein feuriger Liebhaber des Altertums, ! verfiel neulich auf die Kateridee, einen Abend zur Erinnerung an Hungerjahre der Revolution zu veranstalten. Dos Programm des Abends sollt« aus zwei Teilen bestehen: aus einem Jubiläumsesien und aus Erinnerungen von Leidensgefährten und Augenzeugen der Hungerjahre. Die Gäste mit einem wirklich guten Abendessen nebst Cham- I'agner zu bewirten— erschien meinem Freunde allzu konventionell sär solch eine historische Gedenkfeier. Daher beschloß er. die Speisen- >alge ausschließlich aus- den zur damaligen Hungerzeit üblichen Nahrungsmitteln zusammenzustellen und überhaupt den ganzen �edächtnisaberid im Stil und Geist jener Zeit zu begehen. Und so entwarf er denn folgendes historische Menü. Zum ersten: eine Hirsesuppe nach dem Rezept„Fürwahr, das Huhn ist wirklich blind, wenn's hier einmal ein Körnchen sind't!"— fine Brühe von milchig trüber Färbung mit den blassen Ringeln �incr Heringslake statt Butter. Alsdann zwei richtige Gänge: ein Fleischgericht— Delikateßkotelelts aus Kartofselschalen mit Wallach- 'leisch �ein Viertel Pfund aus die Pscrdefleischkarte für Erwachsene und ein Achtel Pfund auf eben dieselbe für Kinder), am Grill ge- braten auf Rizinusöl: ein Fischgericht— gebratenes Rotauge(Sorte Zwei braune Augen...") nebst einem Hering mit„Wildgcschmack' 'drei Viertel Pfund aus die Akadcmiker-Lebensnnttelkarte) in Linsen- tunke. Als süße Nachspeis«: ein Glos Kohlrübentee mit Saccharin und Hafermehlkuchen mit Fruchtnusfüllung(ein Viertel Pfund auf �rankenkarte für Kinder). Zum Essen, natürlich. Wein. Für die Damen— Housmacher- Weingeist oder Eou de Cologne triple. Für die Männerwelt etwas Herzhafteres: Rohspiritus, Benzol und Polierlack. Zu den beiden letzten Weinforten eine Moosbeerenbrause als vollkommenster .-Whisky mit Soda"-Erlatz. Soweit— die Speisenfolge. Doch ein historisches Gastmahl verlangt naturgemäß ein« e»I- lprechendc dekorative Ausmachung. Auch diese war nnt auserlesenem üeingeiühl für Stil und Geschmack entworfen. Und zwar: alle Gerichte sollten dampfend heiß direkt von einem eisernen Ofen serviert werden, dessen Kohlenglut durch ein Paar zanc Stuhlbeine und ein entbehrliches Brett des Büchergestells erzeugt war. Die elektrische Beleuchtung tritt außer Funktion. Der Speisesaal erstrahlt im Glanz einer Leuchte aus den ersten Revolu- "onstagen— einer Zündschnur in einer mit Schmieröl gefüllten Konservenbüchse. 'Die Zimmertemperatur hat sich zwischen 4 bis 5 Grad Celsius W bewegen, damit die Gäste nicht erst, bevor sie sich zu Tisch setzen. ihre' Mäntel und Handschuhe abzulegen brauchen. -Nach dem Essen dürfen sich die Raucher an waldsrischen Stum- l'en(Deckblatt„Marke Erlkönig") oder an heimattreuem Pfeifen- l'aüi laben. Den Damen ist eine besonder« Näscherei zugedacht: .suckersirup mit Magermilch und ein Stück Leinölkuchen. Die vorschriftsmäßig« Gefellschoktskleidung hat ebenfalls streng iHstorisch ZÜ sein. Die Damen— in Jubiläumskleidern aus grün- lchnn oder gelblichem Möbelplüsch: die Herren— in Tolstoi-Hem- den aus Sockleinen. Schuhwerk— Stoffschuh« eigener Handarbeit vber hohe Filzstiefel mit dito Filzsohlen. Erwünscht ist— zur Verstärkung der historischen Illusion— daß sämtliche Kavaliere mit Rucksäcken erscheinen, und die Damen nüt Hamstertaschen(für den Fall nämlich, daß es unverhofft irgend- wo unterwegs gefrorene Kartoffeln zu„erstehen" gibt). „Nun und"— fragt der von Neugier gemarterte Leser—„hat dieses feinerfonnene Jubelgaftmohl wirklich bei Ihrem Bekannten stattgefunden?" „Nein. Denkt Euch, es Hot nicht stattgesunden! Mein Freund und ich sind durch ganz Moskau gelaufen, wir haben unsere Be- kannten heimgesucht— dennoch ist es uns nicht gelungen, all die uorsintslutkichen Herrlichkesten für unseren Iubiläumsschmaus auf- zutreiben." „Schade, schade," grunzt der Skeptiker. Raubtiere, die keine sind. In Asaka sind zwei Raubtiere heiniifch, deren Lebensweise nach den Ergebnissen der jüngsten Forschungen Prof. Derscheids jedoch durchaus der Raubtiernalur widerspricht. Das ist um so merk- würdiger, als das eine dieser beiden Tiere, der sogenannt« Ohrhund, Ju der gleichen Familie zählt, zu der auch die sehr raublustigcn wilden Hunde gehören, und das ander«, der Erdwolf,«in Ver- Wandler der Hyäne ist Was nun die Lebensweise des Ohrhundes nilgeht, so hat man bisher nur seststellen können, daß diese„Raubtiere" fast ausschließlich von Insekten leben, von Ameisen, Termiten und Heuschrecken, und nur in ganz seltenen Fällen vielleicht auch ein- nial eine Maus verzehren. Der Ohrhund hat sogar so wenig Raub- tiergelüste, daß er, selbst wenn er gute Gelegenheit dazu hat, sich nie an Geflügel vergreift, mit den Hühnern sogar recht gut aus- kommt. Auch der Erdwolf ist ein Raubtier dieser harmlosen AH, >'Nd zwar«bensalls ein ganz typischer Insektenfresser, der.rleisch, wenn e» ihm geboten wird, verschmäht. Seine Nahrung besteht bauptsächlich aus Termiten, durch deren massenhafte Vertilgung er sich nützlich macht. Ursprünglich waren dies« beiden Jnsektentrener. ebenso wie die ihnen oerwandten Hyänen und Hunde, sicherlich echte Raubtier«, zfi denen sie, wie schon erwähnt, ja auch heute»och gerechnet werden. Aus welchem Grunde sie die gewohnte Ernährung ausgegeben haben, läßt sich schwer feststellen. Infolge der ver- änderten Lebensweise, d. h. der Abgewöhnung der Fleischkost, hat sich nun aber im Lauf der Zeit auch ihr Gebiß ganz charakierisiiich verändert. Beim Ohrhund Hot sich z. B. die Zahl der Zähne so vermehrt, daß er nunmehr 46 bis 48 Zähne besitzt, eine Zahnzahl. die kein anderes Säugetier ausweist. Beim Erdwolf dagegen ist diirch die Anpassung an das Jnsektenfressen das Gegenteil ersolgt: t ie Zahl der Zähne beträgt nur niehr 16 bis höchstens 26, und gleich- zeitig ist das Gebiß sehr schwach und zum Zerreißen irgendeiner größeren Beute ganz ungeeignet. Auch die Kicsermuskeln sind schwach entwickest, und die sür die Raubtier« so typischen Eckzahn« sind bei diesen beiden Tieren so klein, daß sie sich von den übrigen Zähnen gar nicht unterscheiden. Kaiserlicher Gips. Geschenk aus Cladinen. Zfl der Safieegenuß schädlich? In dem unter dieser Heber- schrist erschienenen Artikel von Dr. I. Mensch(in„Unterhaltung und Willen" vom 2t. Nooember) ist ein sinnstörender Fehler zu berichtigen. Es muß im drittletzten Absatz heißen:„Sowohl bei «chttranten, wie auch bei«esunden steigt bei Kaffeageimß der HMvrsäuregehost de« Blutes nicht." Die Geschichte passierte so ungefähr in einem der vielen Städtchen Europas, in denen sich im Lause der Jahrhunderte ein« kleine deutsche Gemeinde ans Handwerkern, Kaufleuten und Ackerbauern zusammen- gesunden hat. Die Gemeinde hatte selbstverständlich eine eigene evangelische Kirche mit einem Pfarrer, den sie so bezahlte, daß er nicht übermütig werden könnt«: sie hatte«in eigenes Blättchen, das jeweils von dem ausgedienten Schulmeister der kleinen deutschen Schul« redigiert wurde— damit er seine Pension nicht ganz um- sonst bekam— und sie teilte sich in«in halbes Dutzend Vereine, die sich ebenso sehr miteinander vergnügten wie zankte». Die Streitigkeiten pflegten olljährlich aus dem großen Weihnachts- basar der Kirchengemeind« ihre Besriodung zu suche». Woraus man ersieht, daß Pastor und Kirchenrat allen Grund hatten, diesen Basar mindestens ebenso ernst zu nehmen wie die übrigen Kirchen- dinge. Außerdem kam sein Ueberschuß der Kirchengemeind« zugute, In einem Jahre sah es verheißungsvoll aus. Das verdankte man einer Schwägerin des Apothekers, die im Sommer aus Deutschland zu Bestich gekommen war— das Berliner Luder war an allem schuld, sagte man nachher. Sie hatte schon den Sommer- basar des Kegelklubs versorgt mst Aschbechern, die nur den einen Fehler hatten, daß auf ihnen stand:„Trinkt nur deutschen Sekt!", so daß sich die nichtdeutschen Bekannten daran stießen. Und da der Pastor gerade viel Geld für eine paar neue Kirchensenster brauchte, die einige Lausbuben des Mehrheitsoolkes in einer besoffenen Nacht eingeworfen hatten, ließ er sich vor ihr von der großen Majolika- fabrik des deutschen Kaisers in Kddinen vorschwärmen und setzte schließlich auf ihren Rat einen schönen Bittbries an den kaiserlichen Majolikasabrikonten auf, in dem sehr deutlich von der Armut der Gemeinde und der wirtschaftlichen Notwendigkeit des Weihnachts« bafars die Rede war. Und steh da! Es kam sogar Antwort. Ein allerhöchstes Zivil- kabinetl schrieb kurz vor Weihnachten, daß S. M. geruht habe, dem Weilinochtsbasars«in wertvolles Geschenk zu stiften usw. usw. Am nächsten Nachmittag standen im deuischen Blättchen verheißungsvoll« Andeutungen von einem kostbaren Majolikakunstwert Kadiner Arbeit— man könne eine große Schale oder ähnliches erwarten— das als Hauptstück des diesjährigen Weihnachtsbasars gelten müste. Kurz darauf löste der Pfarrer für schweres Geld eine meterhol)« Kiste aus Kabinen auf dem Zollamt«in— um selbigen Abends zerknirscht bei der Mediziü, dem deutschen Arzt, Hilse heischend zu erscheinen. Der bestätigte ihm, daß man in Berlin entweder größen- wahnsimug oder saudumm sei. Ja, da stand sie also beim Weihnachtsbasar unter den anderen „Stiftungen". Bescheiden im Hintergrund, aber mit ihrer Höhe von dreiviertel Metern, mit dem kompakten Weiß und dem martialisch hochgedrehten Schnurrbart hochmütig alles beiseite schiebend, die Gabe aus Kabinen, die Kaiserbüste. Der Pfarrer blickte melancholisch von einem zum anderen, suchte ratlos den Blick des Arzles, leitet« mit bebender Sti innre die Ber- steigerung ein. Aerzte sind Heller der Menschheit, der Arzt erstand die Kaiserbüste, nachdem nur der Apotheker und ein kürzlich aus Deutschland Zugewanderter anstandshalber mitgeboten hotten. Wollte er sogar«in« Rede halten? Er stieg aufs Podium und verkündigte, daß er die Büste— der K i r ch e ng e m e i» d e st i f t e! Sturm und Drang, Zwist und Zank bedrohten die deutsche Gemeinde. Der Lehrer wies es weit von sich, die Büste etwa ins Klassenzimmer zu stellen und damit die Schließung der sowieso nur geduldeten Schule zu provozieren, die Bayern wollten so eine» „Lackerl" nicht öffentlich sehen, und die Frauen hotten es bald raus. daß dos Ding weder Majolika noch Marmor, sondern ganz einfach Gips fei. In der Not frißt der Teufel Fliegen und wird ein Pfarrer gerissener Diplomat. Al» sich die Kirchenältcstcn gewitterschwar.geron Gesichtes zum ersten Rat nach Weihnachten zusammenfanden, flüsterte der Herr Pfarrer ganz leise, daß die Büstenangelegenheit vertagt werden könne und selbiges flüsterte er von da ob in jedem Kirchen- rat, während aus seinem Hausboden ein« intelligente Ratte das Lach fand, in das inan hinenischlllpfcn konnte, um im Haupt« des verschmähten Cäsaren das Nest sür zehn Rattcnkmdlein zu bauen. Plötzlich ober kam ein Brief. Vielmehr ein Schreiben, olldic- weilen es vom allerhöchsten Zioilkabmett mar und sehr hochmütig um den Dank sür das Geschenk bat,-dem„wie üblich" ein« käust- lerische Photographie der aufgestellten Skulptur und ein Bericht über den Anklang in der Gemeinde hinzuzufügen sei Der Pfarrer legte das Schreiben den Aeltosten vor, die Aeltesten protestierten, die Antwort sei seine Sache, und man tat nichts. Schließlich ge- nügt« es ja, daß die Bersteigerungssumme nicht den Zoll gedeckt hatte und man die gefährliche Büste in der„höchsten" Sphäre ver- staut hotte. Als aber«in Jahr daraus die Kirchengemeinde ihr fünfhundert- jähriges Jubiläum hatte, und der Pfarrer feine lange Jubiläum--- schnft, die viel von den Bedrängnissen und der Harle» Slrbcct der paar Deutschen in dem etitlegeuen Weltwinkel erzählte, auch an eine gewisse Majestät noch Berlin schickte, kam sein dicker Brief um- gehend zurück. Mit der Aufschrift: Annahme verweigert. Wilhelm hatte sich wilhelniinisch gerächt. Puck. Panther im Lanzenviereck. Von Or. Volkmar Iro. Das Rampokfest in Blitar aus Java gehört zu d«> ältesten Ueberlieserungen der Javaner und gilt als eine der größten Feier- lichkeiten der Insel. Die wenigen Hotels sind tagelang zuvor über- füllt, jeder Eisenbahnzug bringt Gäste aus Surabaja, Suräkarta, Djokjakarta, die Bauern der ganzen Umgebung kommen auf ihren zweirädrigen, knarrenden Büsfelkarren, jedes Haus der kleinen Stadt ist festlich geschmückt. Schon vom frühen Morgen an sind alle Straßen voll vom Spiel der zahllosen Gamelangkapellen: paukenartig« Metalltöpf« aller Größen, dazu exottsche Streichgeigen—«in« Musik, die durch ihre Sanftheit und den wiegenden Rhythmus an fernes Glocken- läuten erinnert. Di« breiten Bambustnbünen auf dem Hauptplatz bilden«ine viereckige Arena und sind seit der Margendämmerung dicht besetzt. Alle flachen Dächer der umliegenden Häuser Wim- mein von Menschen, auf den Acsten der hohen Woringmbäum« hockt die javanische Jugend, läßt an Schnüren Kupserstücke hinunter und zieht Kürbisse mit Wasser, Reiskuchen und Früchte hinauf, die von Hunderten herumziehender Händler feilgeboten werien. Immer wioder dröhnt das dumpfe Gebrüll der Panther, die unter den Tribünen in ihren Käfigen toben. Die Hitze wird mit jeder Minute ärger, um die hohen Bulkankegel am Horizont brauen schon die grauen Gewitterwolken des Bonnittags. Dann ferne Musik, Ununterbrochenes Gamelangspiel kommt näher. Einzug des Residenten: An der Spitze des Zuges eine Abteilung eingeborener Soldaten. Nackte braune Beine und Füße, bunte Sarong», grell gelb verschnürte blau« Blusen. Die langen, pechschwarzen Haare sind zu einem Knoten gebunden und glänzen in der Sonne. Holländisches Militär vor dem holländischen Residenten und dem Assistentresiden- ten des Landesdist ritts von Blitar. Dann die Leibwage des einge- boren«, Residenten zu Pferd, mit langen Lanzen, se.zortigen gelben Topshüten, bunten Sarongs. Jetzt javanisch« Reich« in Karosien und Autos, hinter jedem der Diener mit dem flachen Sonnenschirm, dessen Farben genau den Rang anzeigen: ein vergoldeter Knaus an der Spitze des Pajongs verkündet sürstlichen Rang, in absteigen- der Linie folgt Gold mil�Grün, Rot, Blau. Man achtet auf Java nicht weniger als einst im kaiserlichen Deutschland aus peinliche Einhaltung dieser Kastciiabstusiingen, der Pajong ist der Inbegrifs van Macht und Ansehen. Neben jedem Diener steht der„»vermeid- liche Spucknapf aus Messing oder Gold, der dem betelkauenden Herrn auch bei den höchste» Feierlichkeiten nachgetragen wird. Eine Abteilung Bogenschützen in grotesk-phantastischen Kostü- mcn, dann zwei hagere Prinzen zu Pferd, mit hohen Schild palt- kämmen im langen ausfrisierten Haar, am Rücken in einer Seiten- schärp« den von kostbarsten Edelsteinen funkelnd«, Kris. Javanische Frauen mit grellgelb gepuderten, in d« Sonn« leuchtenden Schullern und Gesichtern, bildhaft wie Statuen. In da» schwarze Haar sind tila Blüten geflochten. Ein Chor von javanischen Sängerinnen, Zinn Schluß holländische Militärmusik. Die Estrad« ist jetzt überfüllt, strahlt wie ein lebendes Mosaik von Farben und Gold. Alle Gamelangkapellen spielen gleichzeitig, aber es ist kein ohrenbetäubendes Durcheinander, diese Musik ist traumhast und schläfert fast ein. Dazu»in blauer Dunst wie von üb« bat Tribun«»— alle« roncht de» stark mit Ambra durchsetzten Tabak—, die schweren Gerüche der Haoröle, die Blüten- dllfte, die der heiße Wind aus den Gärten heriidenveht, fernes Donnergrollen über den Vulkanen. Die Panther brüllen wild in die sanfte Musik der Gameiangs. Der Nebenresident, ein Popanz ohne Macht, der von den Hollän- der» still geduldet wird, gibt das Zeich«,. Hunderte von Lanzenträgern ziehen unten in breiten Reihen über den Platz. Umrahmen ihn mit einem Biereck von blitzenden Lanzen. Vier Reihen von Lanzen hintereinander, alle schief zur Erde gesenkt. Die Tür eines der Käsige unter der Estrade geht hock), ein graßer Panther schießt heraus, duckt sich, mustert fauchend die Menschenmassen. Die gelb«, Augen glühen, er sucht unmerklich «inen Weg zur Flucht, zeigt droheich sein prachtvolles Gebiß, peitscht mit dem Schwanz gegen den Boden, kommt in einem Bogen lauernd gegen die Estrade zurück, setzt plötzlich jäh zum Sprung an — fliegt wie ein Ball vorwärts, fällt in-die Lonzenspitzen, die ihn durchbohren. Trotz aller Grausamkeit ist dieses blutige Schauspiel, das als Symbol der tausendjährigen Kämpfe mit den Herrschern des Ur» wolds gilt, nicht mit den bestialischen Tierquälereien der spanische» Stterkämpfe zu oergleichen. Es fehlt das abstoßend« Gebrüll der spanischen Arena, vielleicht ist es auch die sanfte Musik der Game- längs und die fast feierliche Ruhe der Zuschauer, die den häßlichen Eindruck dieses Mordes an gcsangeucn Tieren mildert. Die nächsten Opfer. Wieder ein Panther, neben ihm ein riesiger Tiger. Der Panther wendet sofort, springt an, verschwindet unter den Lanzen. Der Tiger schleicht brüllend in die Mitte des Platzes, wirst sich in den Sand. Blickt im Kreis un> sich— die vielen winkenden Arme reizen ihn, sein wildes U— a— h gellt gegen d'« Menschenmasscn. Er liegt fast eine Bierteistunde, als überlege er genau den Kampf auf Leben und Tod. Streicht dann long- sam gegen die nächste Ecke, duckt sich, springt a», schmettert, schon von drei Lanzen durchbohrt, zwei Männer nieder, kommt noch einmal brüllend hoch, fällt in der dritten Reihe. Und während das sanfte Geigen und Läuten weitertönt, öffnen sich schon die nächsten Käfige. vom Leben und Sterben der Steine. Daß es uns»üt den Mitteln der modernen Wisieisichaf:, namentlich mit Hilse der Röntgenstrahlen, gelingt, auch in die Geheimnisse der sogenannten leb- lose» Materie immer lirier einzudringen, zeigte e!» Bortrog, den Proi. Friedrich Rinne vor der Sächsischcu Akademie der Wissen- sthajten hielt, und in dem er nachwies, wie sich sür die Erscheinu»- gen bei der lebenden Substanz weitgehende Analogien auch in der anorganischen Welt finden. Die Begriffe der Ernährung, der Atmung, des Alters und des Todes sind auch den Gesteinen nicht fremd. Prof. Rinne zeigte, wie Kristalle Wasierdampf oder Kohlen» säure ausnehmen und wieder abgeben, ein der Atmung des Men- schon ganz ähnlicher Vorgang, oder wie sich beim Granit Alters- erscheinungeu zeigen, indem seine Kristolle zu verschwimmen an- fangen, der Stein sich auflöst und schl'cßlich in Sand übergeht, also gewissermaßen stirtck Rinne hält es für sehr möglich, daß wir in absehbarer Zeit im Laboratorium, wenn auch nur in der primitiv- sie» Form, lebend« Substanz werden herstellen können- Parteinachrichten Biofendungen für diefe Rubrik find Berlin 48. Eindeutrofe 3. für Groß: Berlin ites an das Begietsjefreterist 2. Gaf, 2 rep. rechts, su richien 7. Raris Gelatterburg. Freie Grigemeinhe: mod. 5. Dezember, 19. fn Ber le Bez meitlichen Eule. Befolosit. 40( smischen The web Sailer Frisbzich- Straße), gehrer und Elternverfomm Tung. Bag: ugnikalning hes Balfs- und Berufsschulmefens." Refe ** Othe Salen. Bildungsseretär bes 268. Bericht her Gennffin Sr. er her hen Chand der Aufbauschule für die westlichen Bozorte. Heute, Dienstag, 4. Dezember. 25. 6. Seralen, die in der Lage find, Eaden für die Meihnachtsbefcherung 301 fremhen, mezhen gebeten, biefelben im 2alal usa Guegomifi, Schreiner. ftraße 28, hugeben. 42. brechnung ber Bezirksführer mus spätestens bis zum 13. Dezember craie, 51. t. Charlottenburg. 20 Uhr bei Lehmann, Sönigsweg 8, Funktionär. hung. Morgen, Mittwoch, 5. Dezember. 4. 6, 1916 11 Berfammlung aller Renfumgenaffen, die in der neuen Wbgabenede abftr. 40-41 Faufen, bei Giengel, Gemebenfte, 13. $ 4, at, Soufig. 20 hp Sei Lehmann, Salfer- Wilhelm- Sir. 29-31, Funt Sestao. 2. Wh, Febfabende halten ab pünktlich 2 Uhr die Bezirke 27-28 Bei Eiferta, Etanbeuer Str. 1. Ede Clbeftcake.( Bortrag: Gleichberechti gung in ber Boliet, Bitsid cft und Familie. Referentin Genoffin Serta Gotthelf.) Peairie 46, 47, 30 bei Simon. Berthelsdorfer Str. 9. Wortrag. Tußerson mitige Ritteilungen, weshalb Erfdeinen aller Genossen drin b erforderlich. 94. 20, 19% Uhr Funktionärsgung bei Schräder, Steinnesfer. 32. 98, 97. t. 19% Uhr bei Rudolph. Hermannfit. 156, Gde Ratiebedfirese, Bersammlung aller EPD. Konsummitglieder. Ciel Tungnahme zur Delegieriem mati. 4 4. 2. Brit- Pudem. 1914 Uhr Mitgliederversantatlang im gofal Bujh frug, Muamer Str. 49. Fortrag: Die Bedeutung der wirtschaftlichen Organisationan für die Arbeiterfiane." Seferent Genoile Aurt Michaelis. TAR. St. Steni 10 Uhr Sigung aller Funktionäre bel Stippekohl, Einsziinde Sirage. Beteiligen t ex ber Reclame 194. Wid, Reinidenbord D. the toebe Borträge, Bereine und Bersammlungen. glieberserfammlung am Mittwoch in der Forfigwalber Festfalen. Die Be girtsführer müssen dazu einladen, Frauenveranstaltungen. 74. Abt. Zehlendorf. Sonnerstag, 6. Dezember, 19% Uhr, bei Schnorre, Bois. damer Str. 3, Frauenabend. Bortrag des Genoffen Stadtrat Solz über ohnungspolitit". 186. Abt. Rein dendorf Oft. Donnerstag, 6. Dezember, 20 Uhr, in ber Baradt, Distutierabend. Ter Frauenabend findet am Donnerstag, 15. Dezent ber, statt. Arbeiterwohlfahrt. 4. Rreis Brenzlauer Berg. Die Zofe der Arbeitermohlfahrts- Rotterie milffen unbedingt bis zum 8. Dezember beim Genoffen Serzmann abgerechnet werden. Enentuelle Südgabe unverlaufter Lofe. Desgleichen muß die Beitschrift Arbeiterwohlfahrt" abgerechnet werden. Jungsozialisten. Gruppe Reinidendorf: Mittwoch, 5. Dezember, Fortiegang des Boringges des Genoffen Bernstein über„ Die englische Arbeiterbewegung im Jugendheim Seibelstraße. Gruppe Lichtenberg: Heute, Dienstag, 4. Dezember, im Jugendheim Gunterstr. 44, Vortrag: Die englische Arbeiterbewegung". Geburtstage, Jubiläen ufw. 45. Abt. Unferem treuen bewährten Gensen Wilhelm 6sII«, Biener Str. 146, au feinem 25jährigen Barteijubiläum bie herzlichsten Glad wünsche der Abteilung. Wir hoffen, ben allezeit arbeitsfreudigen Genoffen sad recht lange in unseren Reihen zu finden. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 8. Abt. Am Sonntag, 2. Dezember, verstarb unfer Geneffe Sans Bidet im Alter von 53 Jahren. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet Mitte woch, 5. Dezember, 15% Uhr, auf dem 2. Stäbtischen Friedhof Blanke Söle, Lindenhof, Endstation der Straßenbahn- Linie 60, ftatt. 16. Abt. Am 30. November perftarb nach furzer schwerer Krankheit unfet Ganoffe Seinrid GoItmifch. Bir verlieren in dem Berstorbenen einen freuen Mittämpfer. Ehre feinem Andenken! Einäscherung am Mittwoch, 5. De sentber, 18 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. 茶 Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". 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Der Reichstag behandelle geffern die Interpellation des Zen trums und der Rechten über die Rot der Landwirtschaft. Gegen 100 Anträge verfchiebener Barteien fordern Abhilfe. Die Anträge des Zentrums. Ran an die Klassiker! 3m Buderhandel feufen neuerdings wanenhaft geläffte van Goghs auf. bg. Dr. Hermes( 3) begründete die Zentrumsinterpellation: Das Roiprogramm des Ministers Schiele war ein guter Anjang at Per Anteil der Berfuftbetriebe beträgt noch Teilunter juchungen in den letzten beiden Birtichaftsjahren 42 Broz, in Bayern Jogar 53 Broz Die Schuldenfast bar die Borfriegshöhe fast wieder crreicht. Die jährliche Binsbelastung überschreitet bereits 1 Miliarde Mart. Die Lebenshaltung der Bauern wird immer schlechter. In Ostpreußen steht das Bauerntum nor dem Zusammenbruch; feine Erregung ist begreiflich Die Lebensmitteleinfuhr bat sich gegen die Borkriegszeit beim Fleisch vervierjacht, bei Mehl berzeinfacht. Auch die enormen Zinssöze für Leihfapital 10 Proz minieren die Landwirtschaft. Biel mehr als das Reich fordern Länder und Gemeinden Steuern vom Bauern. Zur Förde ning des Abiages von Sandprodukten müßten die landwirt. aftlichen Genoffen aften statler gefördert merben Für eine Reihe ihrer Erzeugnisse bedarf die deutsche Landwirtschaft eines träftigen Schuzes gegen ausländische Kon urrenz( 2ebhafte Zustimmung, rechts.) Wir fordern Gr höhung des Zuderzolls, herabfegung der Frachtsätze für Lebenbvieh, Husbau des Einfuhrscheininstems und Kreditreform zur Herablegung der Zinsen, Abbau der Rentenbankzinsen. Die Weiter führung des Siedlungsmerts muß sich aufbauen auf der gefunden Grundlage einer Rentabilitätsmöglichkeit. Die Daves.Belastung brudt mittelbar ebenso start auf die Landwirtschaft mie auf die Industrie. Deshalb fordert auch die Landwirtschaft eine bitt mir mehr Preußengeist auf 3hren poffhumen Berten aus!- Und Gie, Frau Holbein, nehmen Gie endlich mot Bertretung unter den deutschen Reparationsunterhändlern.( Beifall einen männlich festen Pinselstrich on!" ex ft e, rechts.) # 3 S 11, e ce A Abg. Bachmann( Dnot.) begründet die deutschnationale Interpellation, in der Maßnahmen verlangt merben, melche für die fünftige Regelung der Zoll- und Handelspolitik die Gesundung der nationalen Vrbeit und Wirtschaft gemährleisten, eine Bereinfachung und Bers hilligung der Bermattung und des Instanzenmeges under gerechterer Berteilung der öffentlichen 2aften herbeiführen. Weiter mird eine Bereinfachung und Berbilligung der Sozialversicherung und der Erwerbslosenversicherung nerlangt und die Forderung aufgestellt, daß bie im Dames Blan norgesehene Nachprüfung der Leistungsfähigkeit her deutschen Wirtschaft beichleunigt herbeigeführt merden möge. Der Redner verlangt Serauffegung des Roggen und Weizen 3011s. Bei den bevorstehenden Reparationsverhand lungen müßten auch aus den Kreisen der deutschen Land wirtschaft Sachverständige herangezogen werden. Reichsernährungsminister Dr. Dietrich: 10 Ebenso wie mein Vorgänger Schiele merde auch ich nur schritte weise vorgehen fönnen. Neue Abjagmöglichkeiten haben die Preise auf dem Someinemorti meseutlich gebessert. 3ur Organisierung der Biehzucht und zur Rationalisierung der Schweine maft werden die Etatsmittel voll aufgebraucht, ebenso auf anderen Gebieten der Landwirtschaftsförderung. Das Rotprogramm ist allerhings noch nicht erfüllt. Dringend notwendig ist es, die Grundbücher überall in Ordnung zu bringen. Eine Siffierung der landwirtschaftlichen Zinfenzahlung würde den ganzen landwirtschaftlichen Kredit auf das schwerste erschüttern. Eima 30 Bros unjeres Bodens brauchen Melioration und einen Gesamtaufwand von 4 Milliarden pder 200 Millionen jährlic), die aber nicht zu erlangen find. Ameritanishe Meliorationsfredile würden nur mit 90 Bro3. ausgezahlt merden. Bei diesem Stand des Geldunarties hat es feinen 3med, eilen, da fann nur 3mifdentredit beffen; einer ist schon bewilligt, und den zmeiten hoffen wir auch zu erhalten, ba es fich doch nicht um eine Parteifache handelt. Reich und Länder arbeiten heute auf diesem Gebiet vielfach gegeneinander und die folge ist ein grauenhafter Instanzenzug, der durch Zujammen. arbeit von Reich und Ländern bejeüigt werden fönnte. Der Weizen teht heute fast auf dem Vorfriegspreis; im übrigen hat die Landwirtschaft einen Inder non 133, während die Teriilpreise aber, die für den Bauern wichtig sind, auf 160 stehen. Nicht nur die Schulden, ondern auch der Binslag ist in die Höhe gegangen. Es sieht aber in Deutschland schlechter aus, als mir glauben.( Burufe rechts.) Durch eine 3mangsmirisajaft mürbe das Geld noch teurer werden. Der einzige Lichtpunkt ist, daß landwirijchaftliche Pfandbriefe in Deutsch land noch ganz qut unterzubringen sind. Zu den vorliegenden Un trägen, monon eine große Anzahl undurchführbar sind, betone ich, daß trotz der erhöhten Weizen und Mehlzölle die Einfuhr davon andauert. Die Regierung lehnt eine weitere Schutzollerhöhung ab, da fie fich davon feinerlei günstige Wirfung versprechen tann. Eine stärker nipellierende Wirkung auf die Getreidepreise ist der Betreibehandels. A. G. nicht möglich, wenn sie nicht ihr Rapital ristieren will. Da müßten Sie der Getreibehandels- 2.- G. 30 Millionen geben, damit sie ein paar Monate lang nach der Ernte bie Getreidepreise hoch hält, bis sie wieder zu steigen beginnen. Bor alem sind da erst gründliche Borarbeiten zur Erforschung der Breisenimidiung nötig. Die Frage der Ausdehnung der Einfuhricheine läßt sich nicht heute schon beantworten, das erfordert. gründliche Beratungen 3mischen den Böllen für geschlachtetes und für lebendes Rieh Der Produktionsleiter: Rembrandt, 3hr Gelbftbildnis läßt Aehnlichkeit vermissen! Rubeus, mehr nacktes Fleisch, Gie flehen noch im Vorschus, Mann!- Gie, Menzel, ich Riffe im Zentrum. Vorbemerkungen zum Kölner Parteitag. Riffe verfleiftern, der Spalt ist da und erweitert sich immer mehr zu einer Kluft, die mit schönen Worten nicht mehr zu überbrüden ist. Im Zentam vollzieht sich die Klassenscheidung mit großer Folgeridtigteit niemand, weber Etsgermold noch Wirth, wird sie aufhalten. Der Gozialbemotratifche Breffedienft" bemerkt zum Kölner das das Zeninum bisher zusammenhielt. Diag mon in Köln ruhig Bartellag des Zentrums, der am Sonnabend zusammentritt: Der Kölner Barteitag soll den Berlust des Zentrums an Wählern und politischer Bedeutung wieder einholen. Das Ziel ist die innere Festigung der Partei. Dazu hat man zunächst den Bolfsperein für das fatholische Deutschland mobil gemacht, jente große Organisation in Rinchen- Gladbach, die vor dem Krieg die beste Der Berein stand durch verfehlte Stüge der Zentrumspolitif mar. Spekulationen feines Borfizenden Dr. Hohn vor der Pleite. Er fol jetzt faniert werden; Hohn ist durch Dr. Brauns, den früheren Arbeitsminister, erjest worden. Dieser Bolfsverein soll unter seiner neuen Zeitung auch der Hauptträger ber fatholischen Attion werden und dem Zenirum wieder die alten Dienste wie ehedem leisten. Daneben aber will die Parici alle Anstrengungen machen, um die alte Stärke wieder zu erlangen. Dazu versuchte man zunächst den Fall Birth" zu bereinigen. Dieser Versuch ist in der Tai gelungen. Der ehemals so widerspenstige Wirth marschiert melch eine Fügung heute im Tritt und Schritt mit und gilt als Speziallollege Siegerwalds. Dieser selbst strebt, mie man weiß, den Borsiz in der Partei und Frattion an, nachdem Marg endgültig verzichtet hat. Um den Parteivorsitz hat es inzwischen bereits heftige innere Stämpfe gegeben und nach dem Parteitag fann es beswegen leicht zum Konffift kommen. Diese Suche nach einem Borsitzenden ist wiederum ein Zeichen der Zentrumszeit. Es ist niemand da, der die auseinanderlaufende Horde zusammenhält. Stegermald hat in der Partei heftige Gegnerschaft, die zum Zeil in feiner Bersönlichkeit, zum Teil in seiner Politik begründet ist. Für ihn treten nur seine engeren Gewerkschaftsfreunde und Birth ein. Nur der Bollständigkeit megen, nicht um es uns zu eigen zu machen, fei hier verzeichnet, mas man sich im Reichstag von Mund zu Mund erzählt: Die Gewertschaftsführer empfehlen beshalb Steger: wald als Parteiporfizenden, meil sie ihn aus der führenden Stellung in der christlichen Gewerkschaftsbewegung Ins fein mollen. Sie haben schon fängst Imbusch als seinen Nachfolger auserfehen. Wie dem auch sei: Stegerwalds Kandidatur stößt in weiten Zentrums: freifen auf Ablehnung. Man mill lieber einen Mann von der ver bindlidjen Art des Kaplans 11ligtas. Aber wer schließlich Nach folger von Marg wird, läßt sich noch feineswegs sicher sagen. Mit der Laterne wird der Mann gesucht, der einigend auf die auseins anderstrebenden Elemente mirten fann. Er dürfte taum gefunden werden, denn die materiellen Berhältniffe find stärfer als das Band, | Das Zentrum bei den Bayern. Parteitag der Bayerischen Bollspartei. München, 3. Dezember.( Eigenbericht.) Das wichtigste Ergebnis bes Parteitages der Bayerischen Boltspartei, der am Sonnabend und Sonntag in Anwesenheit des Abgeordneten Joos vom Zentrum und des früheren Ministers Matajo vor den Chriftlichsozialen Desterreichs abgehalten wurde, mar die Annahme eines Antrages, der für die Beteiligung der Bayerischen Boltspartei an der oalition beftimmte Richtlinien festlegt. Danach foll fünftig bie. Beteiligung der Banerischen Bolfs partei an einer Koalition von folgenden Borausjegungen abhängig gemacht werden: Anerkennung der Innerleßlichkeit der Länder, Anerfennung der Rechtsansprüche Bayerns gegen das Reich aus Gesetz und Staatsnerträgen( Eisenbahn, Bost, Biersteuer), feine Berschlechterung des Finanzausgleiches für die Länder, Beseitigung des Systems der Borverwaltungen des Reichs. Ferner foil angestrebt werden, die übrigen Koalitionsparteien in den Fragen der Reichs. reform auf eine gemeinsame Stellung zu einigen, die den Dentschriften der Bayerischen Regierung ungefähr entspricht. Bemerkenswert ist, daß dieser Antrag von demselben Abgeord neten Schäffer ausgearbeitet und gefiellt murde, der im Bayerischen Landtag die bekannte as rede gegen Breußen und das Reich gehalten hatte. Der Borsigende der Reichstagsfraktion, Prälat 2eicht, hatte zuvor erklärt, daß man sich im Reich zuerst über die fachliche Seite eines Regierungsprogramms unterhalten follte, bevor man die Regierung bilde, während Dr. Heim marnie, sich irgendwie auf ein Koalitionsdogma festzulegen. Die Bayerische Boltspartei folle fich vielmehr ihre politische Freiheit nach allen Seiten erhalten. Diese Warnung zielte offenbar auf die geplante Bindung mit dem Zentrum, bem im übrigen aber neuerdings die Freundschaft gefündigt murde für den Fall, daß es dem Steuervereinheitlichungsgefeß zustimmen follte. haben wir tein richtiges Berhälmis. Die Einfuhr dänischer vielfach durch die Frühjahrströfte die biesjährige Leie überhaupt Sozialdemokratie und Landwirtschaft. ühe, die ein Abfallprodutt der hochwertigen dänischen Fettwirt ichajt find, ist ein Haupthindernis ber Enimidiung unferer Bichpreife 1 Der finfende Zuderpreis bedroht unjeren Juderrübenbau. Diefes unerhörte Dumping des deutschen Zudermarftes muß mit allen Mitteln abgemehrt werden. Wir haben dem Reichstag eine 3011erhöhung von 10 Mart vorgeschlagen. Wir haben mit der zuderindustrie aber die Bereinbarung getroffen, daß fie den 3oll nur mit 15 Mart arsaüht, d. h., daß der 3nderpreis für den Verbraucher der gleiche bleibt hält sich die Zuckerindustrie nicht darau, fo fann der Finanzminister den 3oll um 10 Mart herabsehen es steht alfo harte Strafe darauf. Ich bin der Sozialdemokratie dankbar, daß fie diefen Weg mit uns gegangen ist, natürlich erit, nachdem sie diese Sidherung erhalten hatte. Auf diese Weise mehren wir die tichecholomatische und sonstige ausländische Unterbietung ab.( Beijall.) Der Abfag hängt besonders davon ab, daß standardisierie Pro dufte geschaffen werden. Durch fünf Jahre werden mir die gelamte Brobuftien und Abfazförderung mit 20 Millionen jährlich erforschen und betreiben. In dieser Frage gibt es feinen Parteiunterschied. Reorganisation des landwirtschaftlichen Genoffenfchafismejens betreibe ich schon seit Monoten, aber bei den vielen Außenseitern auf diefem Gebiet bin ich nicht ficher, daß ich bald Erfolg habe. Allerdings find zehn Jahre durch Arieg und Inflation verloren gegangen. Unsere Landwirte müssen in den Befit der technischen Fortschritte fommmen, um den Mett bewerb mit Dänemart und Holland aufzunehmen. Die Genoffer idhafien brauchen Selbstverwaltung, es dari nicht zuerst nach bem Gehalt gefragt werden, wie das jo nielfach gefchieht. Mit dem Ruf nach der freien Wirtschaft erreicht man gar nichts. Die Behandlung der agrarischen Fragen als politische muß aufhören. In den Städten bat man die Lage der Lanbarbeiterschaft schon begriffen größere Schädigung der Landwirtschaft würde das deutsche Boff sehr bald mit mehr als der ganzen Reparation belasten.( Lebhaftes Bravo!) Die bg. Serp die sich mit de 1928 jei ma Eine Bingerinterpellation. Eine ( 3.) begründet eine weitere Zentrumsinterpellation, otlage der Binger beschäftigt. Das Jahr große Weinbaugebiete ein fehr gutes Beinjahr gewesen; aber bei ben tleineren Winzern in geringeren Lagen sei ausgefallen. Diesen frostgeschädigten Winzern müsse geholfen merben. Mit Steuererleichterungen werde ihnen nicht geholfen, meil diese kleinen Winzer meist gar feine Einkommensteuer zahlen. Dem Reichstag jollte schleunigit ber Abänderungsentwurf zum Beingefes vorgelegt und der Berschnitt deutscher Beiß meine mit ausländischen pöllig nerboten werden. In Minzertreifen fei jegt ein Sturm der Entrüstung ausgebrochen, weil im Referentenentwurf des Reichsinnenministeriums geblich dieses Verbot fehlen soll. ans Abg. Hamkens( D. Bp.) begründet die Interpellationen seiner Abg. Hamfens( D. Vp.) begründet die Interpellationen feiner Partei über den Schuß der deutschen Zuckerproduktion und über die Einfuhr von Bichprodukten und Produkten des Obst- und Gemüsebaues. Die Sozialbemotraten verlengen Erhöhung der 30llfreien Gefrierfleisch menge van 50 000 auf 150 000 Tonnen. Es ist linerhört, daß der Deutsche Städtetag sich biefem Berlangen anjchließt. Bei den flimatischen Berhältnissen Deutschlands können wir den deutschen Fleischbedarf nicht durch inländische Broduktion decken, aber wenn bei den schon so niedrigen Bich und Fleischpreisen der Ballast des zoufreien Gefrierfleisches noch erhöht werden foll, fo werden wir das mit aller Straft zu ver. hindern trachten. Bir haben ein einheitliches Biehleuchengeses, aber 17 verschiedene Ausführungsgefeße. So ist leghin eine in Medienburg als verfeucht zurüdgemiejene Schiffsladung dänischen Biehs fofort in einer Saniastadt zugelassen worden. Das ist ein unerhärter Mir fordern allgemeines Bicheinfuhr Standal Derbot.( Beifall rechts.) Abg. Hörnle( Komm.): Die Rationalisierung auf dem Bande macht bis zu einem Drittel der Arbeiter beschäftigungslos. Durch die Beteiligung der GEG. am Scheuer- Konzern sollen die Arbeiter ebenjo beruhigt merden, wie die Kleinbauern durch das rechts parteiliche Gerede von einem reinen Privatunternehmen. Den ganz fleinen Bauern gibt man bei aller Siedlungstätigkeit fein Sand. Reichsernährungsminister Dietrich meist die Angriffe des Borrebners zurüd. Alle Hilfsmaßnahmen der Regierung feien darauf berechnet, gerade den fleinen Bauern zu heffen. Bei der Zuckerproduktion müffe das Dumping anderer Staaten be fämpft werden, die mit schlecht bezahlten Arbeitern produzieren. Diefer ampi liege and im Intereffe der deutschen Landarbeiter. Um 7 1hr nertagt das Haus die Weiterberatung auf Dienstag, 1 Uhr. Anträge zur Reichstagsdebatte.. In der Landwirtschaftsdebatte bes Reichstages hat die Sozial demokratische Frattion eine Anzahl Anträge eingebracht, die Abg. Schmidt Köpenid moch begründen wird. Die Anträge fordern: eine öffentliche Kontrolle über Erzeugung und Vertrieb aller für die Landwirtschaft erforderlichen Produktionsmittel mit dem erreichen; Ersetzung der Getreidezölle durch ein Reichs monopol Biel, dadurch die Verbindung der wichtigsten Produktionsmittel zu für Ein- und Ausfuhr von Getreide und Mühlenprodukten, bindende reichsgefeßliche Richtlinien dafür, die dem Erzeuger angemessenen Ertrag feiner Arbeit und Ersatz seiner Aufwendungen sichern, ohne daß dem Berbraucher unnötige Lasten auferlegt werden, Berechtigung der Monopolperpaltung, ausländisches Getreide zollfrei ein zuführen, Berpflichtung zum Ermerb auch inländischen Getreides, soweit dies zur Sicherung der inländischen Grntebewegung und zur Stabilisierung der Inlandspreise erforderlich ist. Uebermäßig verschuldete landwirtschaftliche Großbetriebe follen durch Reich oder Länder übernommen werden und soweit fie dazu geeignet sind, besiedelt merden mit der Sicherung, daß der neue Besitzer bei Abgabe des Befiges nur die Berechnung eigener Aufwendungen beanspruchen fann, nicht aber einen Spefulations. gewinn, ent. Selbstbewirtschaftung biefer Dom Reich oder den Ländern erworbenen Betriebe durch Bildung einer Domänenaller FuttermittelTreuhandgesellschaft mit weitgehender Eicherung bes Cinfluffes Don Reich der Ländern; Aufhebung 30lle; Verhandlungen Reich- Länder zur Einführung ftaatlicher oder genoffenschaftlicher Bersicherung aller landwirtschaftlichen Betriebe gegen Berluste bei Biehleuchen, Unmetter und Frostschäden auf der Grimblage einer Gefahrengemeinschaft aller landwirtschaftlichen Betriebe; Erhöhung des zollfreien Gefrierfleisch- Kontingents auf 120 000 Tonnen. Dedung eines Zeils der Schul- und Begelasten Ditpreußens durch Zuschüsse: Magnahmen zur hebung der fazialen Lage der Bandarbeiter, beren Stellung in der Gesetzgebung i die gleide fein unifle, mie die der übrigen Arbeiter. Freigabe der Arbeit. Die Betriebe fommen nur langsam wieder in Gang. Bochum, 3. Dezember.( Eigenbericht.) Die Borbereitungen zur Bieberinbetriebsetzung der Werte der rheinisch mestfälischen Eisen und Stohlindustrie find in poffein Gange. Bereinzelt wurden bereits am Sonntag Arbeiter zur Ar beitsaufnahme aufgefordert. Es handelt sich hierbei um Vorbereitungsarbeiten für die Stahlwerte. Heute sind aller orts bie Mitteilungen an die Belegichaiten zur Arbeitsaufnahme er gangen, ham. in Rücksprochen mit den Betriebsräten die Einzelheiten Der Bieberinbetriebjegung festgelegt. Bis zur Wiedereinstellung der gefanten Belegschaften in den Hütten und Balzwerken dürften ocht bis zehn Tage nergehen, während die Beiterverarbeitung in amei bis brei Tagen die Tätigteit in vollem Umfange aufgenommen haben dürfte. Bei Krupp. Effen, 3. Dezember. Die Wiederaufnahme der Arbeit in den Gruppschen Werfen erfigt nach Maßgabe der technischen Betriebsbereitjdaft. Die Bereitftellung der nötigen Mengen Dampf und Strom erfordert etwa 16 Stunden. Die mechanischen Berkstätten können voraussichtlich Dienstag früh bereits den vollen Betrieb aufnehmen. Damit kommt Die Laufbahnrichtlinien für Beamte. eima drei Viertel der Belegschaft der Eisener Berke wieder in Arbeit. Schwieriger gestaltet sich die Betriebsaufnahme in den Arbeit. Schwieriger gestaltet sich die Betriebsaufnahme in den Feuerbetrieben. Das Hochheizen der Martinsofen bauert je nach Größe mehrere Tage. Die Firma hat sich bereit erflärt, ihren Berfangehörigen den Uebergang durch Gewährung von Vorschüssen sowie durch Stundung der fälligen Mietsbeträge und der sonstigen regelmäßigen Abzüge zu erleichtern. Es wird auch nicht gut anders gehen. Duisburg, 3. Dezember. gemas gelagert und die auf dem Sepuppen fagernden G ftändig bemocht werden, damit den Verdächtigungen gegen ante und Güterbodenarbeiter der Boden entzogen wird. Es m endlich untersagt werden, daß betriebsfremde Berjong bei der Ausgabe mitwirken und es muß diesen Bersonen dos treten der Güterböden verboten werden. die Güterböden m darf nach Abi. 4 der Schuppendienstordnung bahneigene Perfon dienstlich betreten. Sind sie etwa die Spizbuben? Bir ve langen außerdem strengste Durchführung der Lufer tontrolle durch die vorgesehenen Aufsichtsbeamte und nicht wie bisher von Arbeitern. Bir fragen weiter mahr, daß die Reichsbahndirektion mit den Beschlüssen der Dien vorstände, auf Ungültigkeit der Schuppendient ordnung, einverstanden ist? Sutreffendenfalls trifft fie die pol Berantwortung für die zur täglichen Erscheinung g wordenen Unregelmäßigfeifen. Sie hat das Recht pe wirft, Beamte und Arbeiter zu bestrafen. Passive Resistenz bei der Poff. Wien, 3. Dezember Sonntag nacht 12 Uhr hat die paffive Resistenz der Boff Telegraphen- und Telephonbeamten eingefeht. Bereits am Son Im Duisburger Bezirk arbeiten in der Schmerindustrie seit Montag normittag wieder alle Hochofenanlagen der Rheinischen Stahlmerfe. Borläufig wurde allerdings erst ein Teil der Belegschaften eingestellt. Nach Erledigung der Rorarbeiten Jollen weitere Teile der Belegschaften in den nächsten Tagen wieder eingestellt| abend find von der Leitung der Gewerkschaft dieser Beamten, merden. Die Alfred- Hütte von Krupp in Rheinhausen begann bereits turz nach Bekanntwerden des Beschlusses des Arbeitgeberverbandes über die Deffnung der Betriebe am Sonntag abend wieder mit der Arbeit. Die Maschinenfabriken werden erst am Dienstag ihre Tätig teit wieder aufnehmen. ..Technischen Union, die genauen Vorschriften über die zu tej gende affif an alle Boff- und Telegraphenämter Defterreichs& lojien worden. Es besteht fein Zweifel, daß die paffive Refifter absolut lüdenlos durchgeführt werden wird, well sich alle Be omten für den Kampf ausgesprochen haben. Besonders fataftre phal dürfte sich die paffive Refiffenz für den Telephon. und Tel graphenverkehr geffalten. Aber auch im Pafet- und Briefdien dürften fich starte Verspätungen und Verzögerungen ergeben. Telegramm dürfte folange brauchen, als unter gewöhnlichen ständen ein Brief. Die Spitäler, Feuerwehr und Reliungsman schaffen werden von der passiven Resistenz nicht betroffen. richt verbreitet, daß die Regierung scharfe Gegenmaßnahme gegen die passive Resistenz plane. Vor allem sollen gewisse Be triebsvorschriften suspendiert werden. schafter. Er werte nach wie vor bemüht sein, die Bosten, die ihm in der politischen und gemerffchaftlichen Arbeiterbewegung bleiben, Der Bunderausschuß des Allgemeinen Deutschen Beauch fernerhin mit ganzer Kraft auszufüllen. Sein jehnlichster Bunsch amtenbundes hat in diesen Tagen in Berlin zur augenblid ei es, noch zu erleben, daß die deutsche Arbeiterschaft lichen beamtenpolitischen Lage Stellung genommen. Im Borderlich wieder einig wird und damit zur vollsten Kraftentfaltungsreisen der Beamtenschaft wird mit großer Bestimmtheit die Nad grund der Berhandlungen standen die Laufbahnrichtlinien. gelangt. Nach Referaten der Borstandsmitglieder altenberg, Dr. Bolter und Kunze wurde zur Neuregelung der Laufbahnricht finien beschlossen, beim Reichsinnenministerium dafür einzutreten, daß im Sinne der Reichsverfassung der Aufstieg in die mitt. fere und höhere Beamtenlaufbahn nicht fünstlid) erschwert wird. Genosse Bredows gab zum Schluß der Versammlung den Dele: gierten das Berfprechen, in dem gleichen Sinne mie der Genosse Sabath für die Interessen der Berliner Gewerkschafter wirten zu wollen. Mißstände bei der Reichsbahn. In der Dienstzeitfrage der Beamten soll das Reichsinnenministerium ersucht werden, die vom Reichskabinett beschlossenen Ber schafft Ordnung bei den Berliner Güterabfertigungen? Richtlinien abzuändern und die vierzigftündige Dienstzeit anzuordnen. Die Behauptung des Berwaltungsrates der Reichsbahn, daß die Kürzung der Dienstzeit der Eilenbahner auf 48 ShumJeder nerantwortungsvolle und ordnungsliebende Geschäftsmann ist peinlichst bemüht, das ihm anvertraute Gut sachgemäß zu ver ben eine Mehrbelastung um mehrere 100 Millionen Mart erfordert, waiten. wurde als nicht stichhaltig bezeichnet. Auch die deutsche Reichsbahn ist strengstens bemüht, Ord. Die bisherige Arbeit bes geschäftsführenden Borstandes zur Verbesserung der Rechtsmäßigen Lagerung der Güter sollen die Schuppenpläge nach den nung in ihren Betrieben zu halten. Beweis: 3ur ordnungs und Besoldungsverhältnisse der Beamten ist vom Bundesausschuß örtlichen Verhältnissen abgegrenzt werden. Affe auf den Gütereinmütig gebilligt worden. jchuppen lagernden Güter find, solange auf dem Schuppen ge arbeitet wird, ständig zu beaufsichtigen. Man hat also auf Grund der Haftpflicht der Eisenbahn( Haftung vor Eachschäden, Diebstahl usw.) vorgebaut. Aber die Praxis fieht anders aus. Ortsausschuß und Wohnungswirtschaft. Bredow als Rachfolger Gabaths gewählt. Der Drisausschuß Berlin des DGB. hatte zu gestern abend nach bem Klubhaus in der Dhnstraße die Delegierten zur Blenorversamm lung zusammenberufen, um zu der Neuwahl bes Borfigen den des Drisausschusses Stellung zu nehmen. Genosse Sabath miomete zunächst bem verstorbenen Borsigenden des Buchdruder gerbandes Genofien Seit einige ehrende Worte, die die Bersamm fung stehend anhörte. Mach eineni inftruttiven Referat des Genoffen Gutschmidt über Die Wohnungswirtschaft in der Nachfriegszeit" un einer furzen Disfuffion berichtete Genofie Ortmann vom Verkehrs: bund über die Stellungnahme der Bewerbungstonmmiffion und des Ortsvorstandes zu den eingegangenen Bewerbungen. In der Borstaubsfigung mar auf die Genofien Bredow und Giegle die gleiche Stimmenzahl entfallen, so daß die Plenarversamme lung über die Besetzung des Postens des Drtsausschußvorfizenden durch geheime Abstimmung zu entscheiden hatte. Die Abstimmung ergab mit 75 gegen 53 Stimmen bet 17 ungültigen Stimmenzetteln Sie Bahl des Genoffen Bredow zum Borsigenden Sis Berliner Drisausichujies. Genefie Drimarn, des älteste Mitglied des Ortsvorstandes, ergriff nach der Befanntgabe des Mahlergebnisies das Wort, um dem im Dienste der Gemertichaitsbewegung ergrauten und in den Ruhestand tretenden Genoffen Sabath den Dank der Berliner Gewerkschafter obzustatten für die aufopfernde Arbeit, die Sabath geleistet hat. Drimann wünschte Sabath unter fürmischem Beifall der Bersammlung noch einige Jahre rubigeren Lebens als bisher. Genoffe So bath rerficherte, daß er wohl infolge feines Alters feinen Boftea perlaffe, aber nicht die Reihen der Berliner GemertTheater, Lichtspiele usw. metropol- Theater Dienst, d. 4. 12. Staats- Caer Unter.d. Linden A- V, 157 20 Uhr Dienst, d. 4.12 Städtische Byer Bismarckstr Turnus II 20 Uhr Madame Elektra Butterfly Staats- Oper Am Pl.d. Republ. R.S. 212 20 Uhr Staat!. Schassaicib. Am landarrenmarkt A.-V. 218 20 Uhr Salome Egmont Täglich 8, he Friederike Mufil von Franz Lehar Käthe Dorich Richard Tauber Hilde Borner Besperman Aruftaebt Sternbur ToraNeg Limburg/ Schönemann Die Kaffe i den ganzen Seg geöffnet. Telephon: Zentrum 378 u. 9393 Staatl. Schiller- Theater, Charithg.br CASINO- THEATER SUhi 20 UMr Ein besserer Herr. SCALA 8 Uhr B 5. Barbarossa 9256 Schaefers Revue und das grosse Weihnachts- Programm. Parkett 30 F Pf. im Walhalla- Theater- Varieté! Lothringer Straße 37. Wohllos, jeder jamgemäßen Behandlung des Guies bar, werden neben den eingearbeiteten Güterbodenarbeitern, sämtliche für dei eigentlichen Beamtendienst vorgesehenen Kräfte zur Bewegung des Guts eingelegt. Es gibt Abfertigungen und Umladehallen, wo sich Snipettoren und Oberlademeijter freiwillig einspannen, um das für die Annahme und Verladung bestimmte Gut abfertigen zu fönnen. Hinzu kommen betriebsfremde Perfonen, Rofffuficher und Angestellte der Güter an und abrollenden Firmen, die sich nicht nur das Sut von den Güterböden holen, sondern dieses auch selbst herausfuchen: Eine ganze Anzahl größerer Speditions. firmen, z. B. Braich u. Rothenstein, genießen einen befonderen Vorzug bei der Abfertigung, auf Grund der freundschaftlichen Berbin bungen mit Beamifen. Daß bei diesem Gegeneinander und Durch einanderarbeiten von einer wirtschaftlichen. Betriebsführung feine Rede sein fann, wird jeder Baie verstehen. Wird nun noch in Betracht gezogen, daß die vorschriftsmäßige Gewichtsaufzeichnung mur oberflächlich durchgeführt wird, zeitlich audy gar nicht, und wertvolle Güter in der unverantwortlichten Weise beschädigt werden, dann ist dieser Zustand als anarchistisch zu bezeichnen. Nach der Losung, heraus mit den Gütern, nersuchen, bie vorgelegten Stellen um jeden Breis den Befähigungsnach meis der Tüchtigkeit zu erbringen, um in den Genuß der vierteljährlichen Leistungszulage( Rorruptionszulage) in Höhe von 170 bis 300 Wharf und darüber hinaus zu fommen. Güterboden arbeiter und untere Beamte find gezwungen, sich mit den von allen Arbeitern verwünschten Trinkgeldern abzufinden. Wir fragen die Reichsbahndireffion: 3st die Schuppen dienstordnung vom April 1919 noo in Krait? Wenn ja, dann fann verlangt werden, daß die Güter, ordnungsVolksbühne Kammerspiele Theater des Westans Täglich 8%, Uhr 8 Uhr Nordeu 12310 Theater am Bülewplatz 1, LL Ende geg. 10 Josephine Baker in der neuen Revoe Mus. v. Fr.Holländer mit Macbeth Theater am Schiffbauerdamm Täglich 8 Uhr Eben werden im Kimmel geschlossen!" KomödievenWalter Hal Sherman. Theater am Nollendorfplatz Täglich 8%, Uhr Wiener Blut Oper v. Joh. Straus Mittwoch 4 Uhr Hasenclever Rundfunkhörer Witzen- Spitzel. Regie: Forster Larrinaga. halbe Preise Die Drei- Groschen- Die Komödie tensar- Bühnen Oper Thalia- Theater 8 Uhr Schneider Wibbels Auferstehung Staatl. Schiller- Tb. * Uhr Ein besserer Herr Bismarck 2414/7516 Dts. Künstler- Th. 18 Uhr, Ende 10 8 Ulir Regie: Olympia" Die Herzogin von Franz Molnar von Chicago Forster Carinaga. HALLER- REVOE Schön und schick™ Th. im Admiralspalast Täglich * Uhr Uhr Oser. ve Emerich Kalan Lessing- Theater 8 Uhr Alb. Bassermann. Lucie Mannheim Herr Lamberthier Drama von Louis Verneuil. Theater In der Stadi Kamandaatstr. 57 Donh. 919. 8% Uhr Ueber 800 Mal: Spiel im Schloß Avet dets ves Franz Balsar, Regie Eugen Rober As Esterhazy, Pael War. Ciclo, Zasch- tallet, Thism. Tranischald, Th in der Lotzowsh. Kurt. 9209. Täglich 8 Uhr Sonntan auch 4 Uhr Der neue Posse- Schlager! Th. am Schiffbaaerdamm Frau Holle Kleines Theater L. M. Lommel August, die Kanone! Die Crei- GroschenDazu ein erstklassiger bunter Tall. Für unsere Leser Gutschein für 1-4 Pers Fauteuil nur 1.15 M., Sessel 1.65 M. Sonstige Preise: Parkett u. Rang 30 M. Komische Oper. James- Klein- Revue: Tausend nackte Frauen!! Die große Revue der ,, Freien Liebe" Parkett nur 4,50 Mark. Täglich 8 Uhr Mahes piel, ki. Preise Täglich 81%, Uhr Max Adalbert in Oper Paulsen, Valetti, Ander, Gerran, Schaufuß. Kühl Lrovski, Thalia Theater Der Dickkopf Dresdener Str. 72-7. 8 Uhr Telephes: ferdes 141 s.281 Schneider Wibbels Vorverkauf auch im Pavillón d Reinhardtbühnen, Kurfürstendamm, Ecke Uhlandstraße Bismarck 448 u. 449. Auferstehung Henckels, Gredtczinski. Lustspielhaus Friedrichstr.236 Deutsches Theater Bergmann 2922/23 Norder 12 310 8U., Ende nach 10% Schauspiel von Täglich 8 Uhr Das Zugstick son Berlin Sandrock, Landa, Sterler, Siklą. Barnowsky Stren Th. Königgrätz. t. Täglich 87, Uhi Der Frauenarzt Schauspiel von in Schadenersatzklage wegen Tarifbruch. Kattomih, 3. Dezember. Der Sommerstreit der Bauart citer der oftobersolesischen Schwer industrie, der vollständig zusammenbrach. hatte zur Folge, daß de Unternehmerverband gegen den Verband der Ba arbeiter eine Entschädigungsflage auf annähern 25 000 3lotn wegen Tarifbruchs anstrengte. Bar der Zip fammer Ronigshütte murde diefer Brozeß, der erste seiner 2 in Polen, auf fünf Monate vertagi, damit die Richter Pammer in die Lage perjegt wird, erst diesbezügliche Studien machen. Berband der Gemeinde und Staatsarbeiter, Reziz 14, N. Mittwo 5. Teamber, 19 Uhr, im Städtischen Gadtbau, Reulölln, Bergftr. 147, Begir persammlung. Bericht über den 3GB- Kongres. Referenz Raliege Bolens Berschiedenes. Bolzähliges und pünktliches Erscheinen wird ermottet. Die Bezirksleitung. 3..: Gusian Esjulze. Freie Gewerkschafts- Jugend Groß- Berli Seute, Dienstag, 1914 Uhr, tagen die Gruppen: Humboldt: Suger heim Braune, Ede Lorgingstraße. Seinbesprechung. Zuciprocaban Betriebsverhältnisse. Nur mit Verbandsbuch und Heimausmeis Sutri Frankfurter Alice: Städt. Sugendheim Litauer Ctr. 18 Seimoriprodur Zuiritt nur gegen Berbandssum und Seimausreis. Bardsberger Bla Jugendheim estaimenerftz, 5. Heimbefprechung.. Ohne Seimausweis und B bondsbum Lein Buiritt Lichtenberg: Jugendheim Toffeftr. 22. Sei brinzed ting. Bringt Seiriausmeife und Peraandsbilder mit. Sparba Stabt. Jugendheim Lindenufer 1. Seimbeforecoung, dusspracheabenh: Lafe Stellung in Betriebe. Serbandsbuddontrolle. Treptow: Gruppeshain Sa Bildenbruchstr. 53-54( Sortsimmer). Seimbesprechung. Berbondsbudkontrol Schönemeibe: Jugendheim Riederfchöneweide, Berliner Gir. 31. Sein befprechung Buchfonirolle Sübfreis: Jugenbfurius int Jugendheim Bris Wirtschaftsmesen." Beige Straße 27-30. Thema: Wirtschaftsanerben.. fee: 3ugendturius, Bilhelmftr. 42 Thema:„ Gewerkschaftliche Jugendarbeit gematichaftliche Jugendbewegung." Juaendaruppe des Zentralverbandes der Angeffellte Seute, Dienstog. finben folgende Beranstaltungen statt: Rathme Jugendheim Lehrter Str. 18-19. Seimbefprechung und Wahl de Jugendleiters. Volfstanzturfus in der Echule Zaruther Str. 20 pünffi 20 Uhr. Beranimortlich für Tolitit: Sr. Curt Geyer: Birticoit: 6. slingeltafe Gemertfchaftsbewegung: 3. Steiner: Feuilleton:. S. Döscher; 2otale and Sonstiges: Friz Rarkädt: Anzeigen: Sh. Slade; famili in Berlin. Bezing: Bormärts- Bezlog 6. m. b. S., Ferlin. Drud; Burwatts Budbruder und Verlagsanstalt Pa! Singer Ca.. azlin G 68. Lindenstraße Sierzu Beilage nab Unterbeitung und Biffen. Großes Schauspielhaus 8 CASANOVA Winter Garten mit Michael Bobsen. Regie Charell. Sonntag 3 U. Nachmittag- Vorstellz. z. halb. Preisen ungekürzte Vorst.) CIRCUS $ Ubr BUSCH Täglich 8 Uhr Vollkommen neues Dezember Programm. Zum Schluß: Die erste Sportrevua Berlins in 16 grandio en Bildern. ., Ranxendori Renaissance- Theater auf Welle 0.5 Rundfunk hores the Preise abe Planetarium am Zoo Jaring. Jachimsthaler Straf Noll. 1578 16 Uhr Der Sternhimmel im Winter 18 Uhr Erde and Weltenzom. 20 Uhr Hans I. Rehfisch Sonne u.Sterne Comédienheus Tgl. 8. Ende 10%/ ose- Theater Gr.Frankfurter St.13 8% Uhr Die Verbrecher Arm wie eine Perlenkonie Ratten Ferdinand Bruckner Kirchenmaus Regie: Heinzflilper von Bruno Frank R 8, Heute& Ton in des Töpfers Hand von Theodore Dreiser. Deutsch von Paul Erer. Regie: Gust. Hartung. Reichshanen- theater Abends& Sonnt.nchm. 3 Steffiner Sänger Zum Schluß Hamlet im Heringsladen Burleske v. Meyse achm. halbe Preise.velles Pranz. Locho Brett: Varieté- Konzert- Tanz. Täglich& Ubr. Raueben gestatiet Sensation auf Sensation mit Piletto Theater a. Kottbusser of Kottbusser Str. 6 Tel. Mp.1607 Täglich 8 Uhr, auch Sonnta nachm. 3 Uhr( ermäß. Preise Elite Sänger Weihnachtsprogramm Das große Ereignis Preise: 14,1.72, 2.50 M Nachm. 75, 1- 1.23 MK 1.30, 1.75 Mk. Philharmonie ԱՐ Haydn- MozartBeet oven- Abend d. Philharm. Orch. Dirigent Franz Velt R fre L fe Lu 30 fr T 20 bo 23 be ge W3REAMS 8 FOGALOS E ES fte ir y fic ti ab fü 2 b. H 11 bi 45 ite er D D PD iefen , da jerricht Kuni ttes u e die f Aber balten? ntrate Strö mmun Krause- Piane D zur Miete inf. B- dur- Haydn. W50, Ansbacherst Sinf. D- dur- Mozart. Pastorale Sinf.-B h.l Um 23. März 1929, ehr, wirb Gerichtsstelle hier, Ringfir 9. Zimmer 1 bas im Grundbuche von Berlin- Saniwi Der Gesch Not ttwoch in Ple Di Band 49, Slatt 1452, eingetragene Grunt en da ftüd Arbeiterhaus mit Stall und San garten. Arbeiterfieblung an ber Marien elder Str., Sausa, zwan sweth, we steigert mezben sdehn sloje chtrag Die Stachweifungen fiber Bezeichnun eingeichen werben. Bage und Größe pp. tönnen hier, Zimmer 119 Berlin- Lichterfelbe, b 20 as. 1923. Des miserit. es elde per Toh 5 bie be