Brok Sinw telje ider But tung " ชนก ผู้ مار arti Ma bet Morgenausgabe Kr. 573 A 290 45.Jahrgang We 85. sveti 3,50 fat sorens zebfboz, Bettbeang 432. einfest. Seftellgelp, Huslandsabonne text 6,- 2. pro Stonet Ser Bereits erjejeint modent li timal, Sonntags und Montags einmel, bie benbausgaben für Berite sub far Hanbel mit bem Site! Daz bend, Slluftrierte Bellager Bef und Zeit und Rinderfreund. Ferner laterbeltung und Bifen, Franm ( timme echail". Blid in bis Bügerwelt und Jugend- Barwärts Vorwärts Berliner Boltsblatt Mittwoch 5. Dezember 1928 Groß- Berlin 10 PE Auswärts 15 Pf. Die eistasitige onregels so fennig. Stefienezeile- Reds serkleine Anzeigeu Bos jeltges Dufte Bort 25 Blesvig Gulam jetgebrudte arte), jebes meitere Best 12 Biennie. Stedengeiue baseli Wort 16 Bfennig. jedes meitere Bort 10 Biemuig. Borte über 15 Endftaben zeblen für zwei Borte. Arbeitsmart Zeile 60 Bfennig. Gemtlienanzeigen für honnenten Seile 40 Bfennig. Anzeigen Rehme im Sauptgeschäft Biers rege, wrenzegt, dan 3 bis 17 Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin E 68, Lindenstraße 3 Gernsprecher: Donbolt 292-297 Eelegramm- br.: Gosialdemokrat Berlig Borwärts: Berlag G.m.b.. Briand wiederholt sich. Außenpolitische Debatte in der Kammer. Paris, 4. Dezember. In der Rachmittagssigung ber Sommer wurde die Beratung über das Budget bas ministeriums des Veuzern fortgelegt. Int Ramen der fostalistischen Fraktion nahm der Abgeordnete Brade dis Bari. Er sprach von der großen Rolle, die Frankreich bei der Organisierung des Friebens zu spielen habe, und erklärte, Grontreich miffe fich dafür einfegen, alle Streitigkeiten zum Berschwinden zu hringen, und besholb felen er und feine politischen Freunde für bie Räumung bes Rheinlandes. In dieser Hinst müffe er erffären, hab bie Bolitit bes Ministers des Aeußern fhn voit tommen enttäuscht habe. Er müße insbesondere boron er. innern, daß der franzöfifche ister bes Aeußern Deutschland vorperorfen habe, es fei wegen seiner industriellen Wacht eine Gefahr für den Frieben. Man müsse em rieten verzweifeln, menn man ihn nur unter der Bebingung herstellen zu tönnen glaube, ten wirtschaftlichen und industriellen Aufschmung aller Raffonen zu verhindern. As Minister des Teußern Briand hier einmarf, er habe das niemals gesagt, erwiderte Brade: Sie haben das alles dem beutiden Reichstanzler er mann tüffer in Genf vor gehalten. Brode lagte denn wetter: Die in Deutschland gegen den Bau eines Panzerfreuzers aufgekommene Opposition bemeift, a jenseits bes Rheins ernitzunehmende Kräfte bestehen, auf die an fi füßen fenn, um Ihabliche Mächte zu befämpfen. Man forn aber exffärte Brade im Hinblid auf die Romanerbebatte nicht über bas Secresbudget- füz ben Grieben arbeiten, wenn mon Kriegsmittel zur Anwendung bringt. Weichen Einbrud bat Briands Rebe in Gent bernorgebracht? Się fegte eine staptische Beurteilung alles beffen an den Tag, mas feit dem Kriege unternommen urhe. Gewiß gibt es in Deutschland Clamente, die, wie die Regierung in Brentretch, die Sicherheit in der Macht juchen. Aber es gibt auch andere Clemente, die man unterftüsen muß. Darauf ergriff Minister des Aeußern Briand Bas Bort und ging auf die Ausführungen des sozialistischen Bor rebners ein: Brace hat eine tendenziōfe ritit on meiner Rebe in Genf geübt. Eine gewisse Propaganda batte die Deutschen dahin gebracht, anzunehmen, es wäre möglich, fon jest Dinge zu erzielen, bie eben nog nicht erzielt werden können. Meine Rede hat einen Breffefturm in Deutschland hervorgerufen, aber schon einen Tag, nachdem ich fie gehalten hatte, ist die Ratiblütigkeit in Genj mieder zur Geltung gefommen.. Berhandlungen find ein geleitet worden, und ich habe mit Reichsfangler Müller Auge in uge gesprochen. Sch hatte nicht den Eindruck, das ber Reidstangler jede Hoffnung verloren halte, und es schien mir auch nicht, bag er außerordentlich verzweifelt ges toefen ist. Ich hoffe, daß Herr Brade nit tonalttifer ist als der Rönig, und fá bleibe immer noch davon überzeugt, daß es uns möglich sein wird, alfeits zu einer allgemeinen Liquidierung des Krieges zu gelangen. Es ist gut, daß der Minister des Aeußern, ber ein großes Land wie Franfreich vertritt, Präsidentenwahl in Wien. Biederwahl Hainisch' vorgeschlagen, aber zweifelhaft. Wien, 4. Dezember.( Eigenbericht.) Die fozialdemokratische Frattion des Nationalrats hot befchloffen, bis iebermohl bes gegenwärtigen Bundespräsiden ten Hainich für eine ganze Wahlperinde, b. h. für vier Jahre, vor aufchlagen und für diefen Fall einem Berfaffungsgefeß zuzustimmen, burch das blef: dritte Bahl des Bundespräsidenten ermöglicht wird. Die fozialdemokratische Frattion hat blejen Beschluß gefaßt, um die Bahl eines Sterialen zum Bräfidenten zu verhindern. Die rififichiagiale Fration hat ben foglaldemotratil en Bor fslag nach langer Beratung mit Rüdfit auf die Begründung bes Beschlufles abgelehnt. Die Christlichfogialen werden an Mittwoch bei der Bahl des Bräfidenten den Borfizenden bes Nationalrats Miles als Kandidaten präsentieren. Da bie Großdeutschen und bie Bandbundler fich mit Miffas nicht ohne weiteres einverstanden erffären werden, ist vorläufig no unbestimmt, mer am Mittwoch gewählt wird. Es verlautet, daß die Groß. deutschen und der Landbund als Kompromißfandidaten einen Universitätsprofeffor bzw. einen anderen Richtpolitiker vorzuschlagen gebenfen. Die Wahl erfolgt am Mittwoch nachmittag um 3 Uhr durch die Bundesversammlung, die sich aus dem Nationalrat und dem Bun desrat zusammenfest. feine tiefften Gedanken in Genf vor 32 Nationen aussprechen fann. Ich wundere mich, daß die, die als die eifrigsten Anhänger der Politif auf offener Straße geften, mir heute zum Vorwurf machen, baß ich alles ausgesprochen habe, was ich dente. Im übrigen darf meiner Genfer Rede nicht den Sinn geben, mant Boftichedkonto: Berlin$ 7.586. Banttante: Bant der Arbeiter, angekelien amb Beamten Balliti. 63. Distorts- Gefeßidoft. Depofitenfaffe. Vinbenfir S Eine böse Erbschaft. Die Anleiheablösungs- Dentschrift. Von Wilhelm Keil. Die lang ermoriete Dentschrift des Reichsfinanzministeriums über die Ablösung der Martanleihen des Reiches ist nunmehr dem Reichstag zugegangen. Wie bei der gegenwärtigen troftlosen Finanzlage des Reichs, so handelt es sich auch bei den üblen Begleiterfcheinungen und Auswirtungen ber Aniciheablösung um eine boje Erbschaft, die die neue Reichsregierung den fie nie gehabt hat. Jeh babe nur barauf geantwortet, meil der von der Bürgerblod regierung übernehmen mußte. Reichsfonzler mit viel Deßigung nichts meniger gefagt habe, als daß Ergebnis der Altbefißprüfung. Unter bem Der wichtigste Abschnitt der Denfschrift ist der über das Briand eine doppelfeitige Bolitit betreibe. Die gefamte deutschnationalen Reichsfinanzminister v. Schlieben mar deutsche Brelle jagte om anderen Lage: Nun hat Frontreich end bei Beratung des Anleiheablösungsgefeßes im Juni 1923 der deuticnationalen Reichsfinanzminister v. Schlieben mar die arte gehört, bie man lagen mute Do i Frankreis, vertrets. la habe ich das Bedürfnis empfunden, den Bertretern eller Nationen gefamie abzulösende Altbejiz auf 20 milliarden zu erklären, daß Granfreich ebenso sehr wie jedes andere Land den schlossenen Ablösungsverfahren sind aber bis zum 30. SapMart geihäst worden. In dem nunmehr nahezu abgeFrieben molle, daß es Anhänger der Entwaffnung fei ber menit zwei große Lönder mie Frankreich und Deutschland, die Cadres tember 1928 40319051000 mart als Altbelis eines Seeres befizen, eine mächtige Industrie. Millionen anerkannt worden. Auf Grund dieses Altbesizes wurden non Menschen, die einen großen Strieg durchgemacht haben, ist es Auslojungsrechte in Höhe von 1007 976 275 M. an mehr ihnen immer möglich, einen krieg zu führen. Solonge Steich diese Auslojungsrechte innerhalb einer Tilgungszeit als 4% Millionen einzelne Gläubiger zuerfannt. Da das man nicht vom Friedensgeist befeeft, folange bas Bertranen zwischen ben zmai Ländern nicht hergestellt ist, würde man Jufionen schaffen, dauer von 30 Jahren mit dem Fünffachen des Nennmenn man sie im Glauben ließe, deß es ihnen uitmögli mare, Krieg betrages einzulösen und nebenbei zu verzinsen hat, ermächst zu führen. Ich habe erfläri, Frankreich und Deutschland hätten ihm daraus für diese 30 Jahre ein Aufmand von ins teine Gelegenheit verpast, ihren Friedenswillen öffentlich zu begejamt etme 8 milliarben 150 Millionen, timben. Nach dieser Rede und dieser offenen Aussprache waren alle mozu noch erhebliche Nebenleistungen für Borzugs und Mißverständnisse besettigt, und die Berhandlungen, die Sie kennen, Wohlfahrtsrenten fommen. fonnten eingeleitet merben. Briand fproch darauf von der Socornopofitif. In deutig tand babe man erflärt, fie babe Banferoit gemacht, magrend fie tatsächlich einen Erinig erzielt habe. Dan habe den Boft von Locarna eima lo bargeftelt, wie den Hut eines Bouberers, aus dem mon alle möglichen Gegenstände herverholen forme. + Beiche Gründe führt nun die Dentichrift zur Erflärung ber großen leherraschung an, daß für die Anleih ablösung rund das Doppelte ber ursprünglich angenom menen Summe aufgebracht werden muß? Baren die großen Betrügereien der Stinnes und Genoffen, die vor einigen. Wochen- die Deffentlichkeit start erregten; non erheb Briand fam alsdann auf die teile Rebe des Reichsministers lichen Einfluß auf das unerwartete Ergebnis? Die DentDr. Stresemann im Reichstag zu sprechen. 3meifelsohne, fo fchrift stellt bas mit aller Bestimmtheit in Abrede. Es bes erflärte er, spiegelte feine Rede innerpalitische Crſteht jedenfalls feine Veranlassung für die Banahme, daß wägungen wider, aber er wünsche, baß in allen Ländern die die Höhe der zuertannien Huslejimgsrechte in irgendwie Frage der Außenpolitit nicht mehr abbänge von innerpolitiken maßgebendem Umfang ihren Grund in unrep Erwägungen. Aus der Rede Stresemanns mode er die Bestäti. lichen, in ihrem Charafter bei der Prüfung nicht entgung hervorheben, baß Locarno immer die Politi? deften Alibefizanträgen hat", heißt es an einer Stelle. Un bleiben merbe, die Deutschland betreiben müsse. Er habe einer anderen Stelle mird noch uneingeschränkter erklärt, volles Bertrauen zu dem Boft von Locarno, ten Frankreich ge- daß der Unterschied zwischen der Schägung über den vermiffenhoft refpettiert habe. Es sei im Rheinland ein Regime mutlichen Altbesigstand und dem Gesamtergebnis der Enterrichtet worden, das nicht mehr denselben Charafter trage mie scheidungen nicht damit erflärt werden kann, früher. Stein gutgläubiger Menj fönne dies ableugnen. Deutsch das Auslofungsrechte zu Uncecht zuerfannt land habe aus Locarno einen großen Rugen gezogen, der viel worden sind. größer fet, als es por hen Serbandlungen über den Baft ermartet habe. Briand fam danos cuf die Berhandlungen von Zhoiry zu rechen, in deren Berlauf Probleme gestreift morden feien, die für Deutschfond Reibungsmöglichkeiten bilden fonnten. Dr. Sirejemann auf die Sierheitsfrage hingewiefen und baß gewiffe 2 brüstungsprobleme noch gelöst werden müßten. Stresemann habe dafür gelorgt, beß biele Brobleme eine Regelung gefunden bätten, dann habe man ven der Rheinland räumung gefprochen und von gewiffen finanziellen möglich. feiten. ( Fortfegung auf der 3. Seite.) Böhmens Landesvertretung. 2 Nur gegen drei Brisat personen ist wegen versuchten Betruges oder Beihilfe dazu Strafanzeige erstattet worden. Reines dieser Verfahren hat zur Verurteilung ge führt. Hinzu kommt noch die unerledigte Straffache gegen Stinnes und Genoffen. Hier handelt es fa um elf ausführlich dargestellte Fälle in denen durch insgefaint 24 Anträge 111280000 m. Anleihe als Altbesiz angemeldet wurde. Auf teinen dieser Anträge sind, wie die Dentschrift feststellt, Auslofungsrechte zuerfannt worden. Das Reich ist baher in den genannten Fällen nicht geschädigt morden. In einem weiteren Falle sind jedoch für 3 Millionen von einer holländischen Gesellschaft angemeldete Marfanleihen 75 000. Auslosungsrechte zuerkannt worden, bei denen fich nachträglich Berdachtsgründe für eine betrügerische Antragstellung ergaben. Die strafEndergebnis der Bahlen in die Landesvertretung Böhmensrechtliche Untersuchung dieses Falles fchwebt noch. Sie hatte Prag& Dezember. Das Endergebnis der Bohl in die Landesvertretung Böhmens folgendes: chechische Rationalfoziale 519 280 Stimmen 12 Mandate Deut he Arbeits- und Birt chaftsgemeinschaft. Tichechische Agrarier. Dife. Sozialbemofraten Zichechische Boltsportet. Hafenfrenzier 95 966 465 560 308 791 246 278 11 113 705 Tichechische Gemarhepartei. Lichechisch. Nationalbemofraten 162 231 199 735 Rommunisten 422 535 Deutscher Boitsverband Ilmechische Sozialdemo 118 337 traten 419 943 10 197 009 69 064 Bund der Landwirte Deutsche Gewerbepartei. Deutsche Christlich- Soziale.. 152 458 2175245 R14 Die Kommunistische Bariei ist nicht, wie die fostaldemokratischen, nach Stationen gegliedert und getrennt; ihre Mandatezahl ist die Hälfte der fozialdemokratischen, während bei der Parlamentswahl bie: RBC. bię starffte Bartei mar. mit M.-G. rüden gegen ble Aufständischen an, Luftbomben fliegen Amanullahs Bermifflungsversuch ist geichelfert. Banzerwagen out bas Gebiet Daffe- Jellalabad. Der Aufstandprediger Rullah Thinfur ist gefangen. zur Folge, daß die übrigen 11 Fälle der Staatsanwalt fchaft unterbreitet wurden. Dazu führt die Dentichrift aus: " Dorauf ist auf Antrag der Staatsanwaltschaft beim Landge richt I Berfin wegen der dargestellten Fälle gegen den Banfier Runert, ben Raufmann Hugo Stinnes, den Kaufmann von Baldom, den Koufmann Erich Rothmann, den Roufinann Bela Groß, die Raufleute Lev und Eugen Hirsch, den Architetten Schneib und den Kaufmann Dunkelblum die gerichtliche Bosuntersuchung eröffnet worden. Die Strafuntersuchungsbe hörden eritreten ihre Intersuchung auch darauf, ob noch weitere heirügerijde Anträge im Altbefigverfahren für Morfanleihen des Reichs gestellt worden sind und ob sich Beamte in strafbarer Meise an den unredlich gestellten Anträgen beteiligt haben. Mit Rüdficht darauf, daß es sich hier um ein ich webendes Ber fahren handelt, tönnen nach der Meinung der Staatsanwaltschaft nähere Mitteilungen über die strafrechtlichen Zusammenhänge zur seit midy gemacht werden." 3m einzelnen ergibt sich aus den aufgeführten Füllen, baß fich Bersonen aus verschiedenen Ländern( Frankreich, Holland. Bolen, Rumänien) zusammengetan hatten, um unier Aufwendung reicher Mittel durch faliche Angaben Auslofungsrechte zu erwirten. Durch Herstellung falimer Geschäftsbücher und falicher Urfunden aus untauglich zu machen. Wenn es trozdem gelungen ist, älterer Seit fuchten fie die Prüfungsmittel der Behörden die Fälschungen zu entdecken und die Anträge abzulehnen, se fällt doch auf, daß diese Fälle fast sämtlich schon imz Jahre 1926 vorkamen, die Sulctimtg der Crmtüliawtsfr akten über den Fall der 3 Millionen aber erst im I a n u a r 1VZ8 und über sämtliche anderen Fälle noch später er» solgte- Wie aber erklärt nun die Denkschrift den U n t o r s ch i« d zwischen Schätzung und Ergebnis des Alt- besitzftandes? Die Schätzung des Jahres 1925 mutz beute„als irrtümlich bezeichnet werdeu�, erklärt sie. Das dürfte kaum bestritten werden. Aber wie entstand der folgen- schwere Irrtum? Fünf Gründe entnehmen wir der Denkschrift: 1. Die.Schätzung auf 29 Milliarden wurde..mit starkem Vorbehalt" gemacht: sie enthielt Unsicherhei tg mom-nte. 2. Der Altbesitzbegriff wurde bei der Beratung des Gesetzes stark e r w e> t e r t. 3. Bei der Vorbereitung des Gesetzes war es schwierig. festzustellen, in welchem Umfange Markanleihen bei Geldern. palten unter Gutschrift auf dem Stückekonto deponiert waren, die, obgleich sie nach dem 39. Juni l929 noch im Verkehr waren, nach 8 19 Abs. 1 Ziff. 2 des Ablösungsgefetzss als Alt besitz galten. 4. Auch Markonlethebeträge. die bei Geldanstalten in ein Sonderdepot eingeliefert waren, von den Geldanstalten fBanken. Sparkassen. Genostenschaften) in der Inflationszeit aber ohne Wissen der Kunden verkauft und für die nach dem 39. Juni 1929 erworbenen Ersatz stücke mit anderen Nummern durch dieselben Geldanstalten wieder bescbafft wurden, sind als Altbesitz an- erkannt worden!! 5. Das Anleihekavital ist nachträglich durch Einbeziehung von Länderanleihen um annähernd 1 Milliarde o e r- mehrt worden. Uns interessiert hier besonders der vierte Erund. Es handelt sich dabei nach der Denkschrift um.nicht unbe- deutende Beträge". Bei Aufstellung der Schätzung sei nicht davon ausgegangen worden, datz ein solcher Verkauf und Wiedsrkauf in zahlreichen Fällen vorgekommen fei. Dar- auf kommt es aber gar nicht an. Eutscheidend Ist vielm-hr, daß das Verhakten der Geldanstalten, wie die Denkschrift ausdrücklich feststellt, gegen die Borschrif- ten des Depot gesetzes verstieß. Keine Dank hat das Recht, ein als Sonderdepot eingeliefertes Wertoapcer ohne Ermächtigung des Kunden zu verkaufen Der Kunde hat einen Rechtsanspruch auf Rückgabe der Stücke, die er eingeliefert hat. Kann ihm die Geldanstaft die einaeliefertcn Stücke nicht zurückgeben, so haftet sie für den Schaden. Das Anleiheoblöfunasqcsetz sieht bestimmt nicht vor, daß an St»lle von Anleibestücken. die im Sonderdepot lagen, andere Stücke als Altbesitz anerkannt werden. Trotzdem ist das geschehen. Der Reichskommisiar zwar hat es zunächst abgelehnt, diesen Stücken die Altbesitz- eigenschaft zuzuerkennen. Die Reich sschuldenverwal- ku n g als Beschwerdelnstanz enllchied anders. Sie anerkannte in allen diesen Fällen die Altbesitzsigenschaft, belastete damit das Reick, um«ine hohe Summe und sanktionierte das gefetz- Widrige Verfahren der Geldanstalten! „Der Reichsminister der Finanzen schloß sich bei »oller Berücksichtiqung der finanziellen Auswirkung der Auffassung der Reichsschuldenver? «altung an", teilt die Denkschrift mit. Ob der Rsubsfinanzministex R e i n hold oder Köhler hieß, ist noch nicht aufgeklart. Erledigt ist die Angelegeyh?«t mit der Darstellung der Denkschrift sicherlich nicht. Der Reichstag wird diese Feststellungen einer sorgfältigen Prüfung unterziehen und Auskunft über zahlreiche sich auf- drängende Fragen zu verlangen haben. Dabei wird festzu- pellen sein, ob das Reich haftvflichtig gemacht werden kann für ein folgenschweres gesetzwidriges Verfahren der Banken. Die Hochschuhzöttner melden sich. Eine denischnaiiona'e Lnke'pellation. Am 31. Dezember 1929 läuft die Gültigkeit der sogenannten kleinen Aolltarisoorlage vom 15. Juli 1923 ab. Die Reichstagsfraktion der Deutsch nationalen Voltspartei hat im Reichstag eine Interpellation»ingebracht, die noch dem Stand« der Vorarbeiten zum endgültigen Aalltaris fragt. Diese Interpellation ist getragen von dem ffiebanken eines lückenlosen ts o ch s ch u tz- i olles, sie verlangt die völlige Abkehr von den Beschlüssen der lenser Weltwirtschaftskonferenz und obendrein die Kündigung ein«? Reihe von chandelsoerträgen. Reinigung. Disziplinarverfahren gegen einen Qhrer. Dee Lehrer Lang« ln Ostswin« ließ sich, so führt«» einig« Landtogsabgeordnet« in einer Kleinen Anfrage aus. am diessährtgen Verfassungstags grob« Ungehörigieiten zuschulden kommen. Beim Eintritt in die Klo sie ließ er den grünen Schmuck vom Pult abreißen, dl« Tafel, an der die Kinder ein« schwarzrotgolden« Reichs- sahne angemalt hätten, ließ er mit beschimpfenden Vemerlungen über die..Mostrichsahne' umdrehe» und Kindern, deren Eltern im Stahlhelm sind, versprach«r ein schönes Weihnachtsgeschenk. Da» Staotsministerlum wurde gefragt was es angesichts der Schwer« der ständigen.vergehen gegen den Lehrer Lang« zu tun gsdente. Wi« der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der preußisch« Kultusminister Dr. Decker angeordnet, doß gegen de» Lehrer Lang« das förmlich« Disziplinaroersahren mit dem Ziel der Dienstentlassung eingeleitet wird. Begnadigung empfohlen. D«r Rechtsausschuß de» Preußischen Landtags befaß. c stch mit eurer Reih« non Eingaben, wobei auch der Mordfall Iäck«l behandelt wurv«. Das Schwurgericht in Liegnitz hotte I9Z5 den Bäckermeister Ientsch aus Hamburg und fein« Schwester, tne Ehefrau Jockel, wegen Mordes an dem Ehe- mann Jockel bzw. Mittäterschaft zum Tod« verurtevt. g, mar erwiesen, datz der erschossene Jockel ein Trinker war. dar seine Frau sehr schlecht behandelt/!. Die Todesstrafe war im Gnadenwege zu 13 Jahren Zuchthau» umgewandelt worden. Den, Lond-agzauzschntz Legt nunmehr em Gnadengesuch der Frau Jucket vor. Der Ausschuß beschloß, dem Gesuch zu entsprechen und für die sofor« tig« Freilassung der Frau Jockel einzutreten. Zm preußischen Staatsrat begann die Beratung des neuen chausbalts. Finanzm>n!ster Dr. ch ö p k e r- A fch o f f gab einen lieber blick über de» Stand der preußischen Finanzen. Der ch-mdekspolilische Ausschuß de» Kelch, lag? setzte die Beratung über«in Zusatzabkommen zu dem chandels-' und Schiftahrts- oertrag zwischen dem Deutschen Reich und dem Jugoslawischen Königreich sock. Beschlüsse wurde» zunächst nicht gefaßt. Severins informiert sich. Arbeiisaufuahme ohne Siöruugeu. Loch»«, t Dezember.(Eigenbericht) Die BerhandlonAM. die Relchrianvem.'vlsser Scvertng am Vlevstaz uachmlllag in Est«, mli de» Partefeu führte, waren oon geringer Dauer. Reich elunmunlnificr Severlng informierte sich bei de» Gewakschaflen über dl« allgemeines psychologischen Aurwir- kovgen der Aufhebung der Aussperrung und stellte Erhebung«» und Rachprüiuvgrn über die materiellen Frage» in Aussicht. Se&xim gab im Verlaus der Besprechungen v. a. der Erwartung Aurdruck. daß Maßregeluugea von Arbeiter, und Selrledrräte» unter alle» Umstände!, unterbleibew Elve entsprechende Verfügung stellte er in Aussicht. Die ArbeUeausuahm« hat sich ohne Stö- roog vollzogen. Die Llnierstützung der Ausgesperrten. Di« SlusvetiHmtgea der Kommunen. Essen. 4 Dezember. In der Frage der Unterstützung für die Ausgesperrten in der Gruppe Rordwest bis zu der Zeit, in der die ersteLohnzahlung wieder einsctzt, hat die Reichsoerficherunge- anstoll folgende Entscheidung getrosscn:. Da naturgemäß die Aushebung der Aussperrung durch den Arbeueeberoerband Rordwest zunächst nur die Wtederclnstellung eines Teils der Belegschaften bedeuten kam», ist es unausbleiblich. daß«in großer Teil der Ausgesperrten erst»ach Ablauf ein« gewisse» Zeit die Arbeit wieder ausnehms» kann. Diese Arbeit nehmer werden, sowest sie mindestens sieben Tag« ausgesperrt woren >n die Arbkitslosenversicheruvg ausgenommen. Für die Arbeit«, die wemger als siebe» Tage ausgesperrt waren, tritt die Aufnahm« in die Arbestrlosenoersich-rung am siebenten Tage ihrer Zlrbeitelnstgkeli automatisch ein. Einzelne Werk«, wie die Firma S r u p p- Essen. Habs» beschlossen bis zur ersten Lohnzahlung den wiederelngestellien Arbestern Er- leichterungea zu schaffen durch Zahlung von LohnoorschüsieN Stundung der Mieten sür Werkswohnungen sowie Stundunz sonstiger Abzüge. In allen rheinlsch-westsälilchen Gemeinden des Aussperrung?- gebiet- sind durch die lausenden Unterstützungen Riesenöeträge per- ausgab» worden. So hat z. B. die Stadt Mülheim- Ruhr mit 13399 Unterstützten bisher SÖOOOO M. zu zahlen. Au diesem Detraj treten beträchtliche Aufwendungen für Sachleistungen. Die Steueroussäile werden für diese Stadt auf etwa 410» A. wöchentlich geschätzt. Di« Stadt Duisburg hat im November en durchschnitklich über 20 000 Unterstützte soft eine Million Mark aus- gegeben. Bochum leistete infolge der Auesperning etwa 100 Oflfl Mark Barunterstützung. Sehr viel stärker wurden die ohnehin nicht günstigen Etats der Industrielandtrelse durch die Unterftützungc« betastet. Der Kreis Hattingen z. B. mußre wöchentlich allein 81 ÖÄ Mark auszahlen. Ein Wahlkuriosum aus Lippe. Vo'ckseatfcheid über Älllievkönmg. Es hat in Deutschland bisher an mutigen Leute» geiehlZ. die die Berfassungsbestimmungen über den Volksentscheid auszunutzen ttwßien. Der Versuch der Komnwnistcn. eine» Dolkswüjchest» in der Pcu�zerkreuz erfrage herbeizuführen, ist lläglich gescheitert. Gleich- zeitig aber gelang es, wenn auch nickt das deutsche Volk, so dockz da» des Zwergstaates Lipp«-2etmold aus die Berne zu bringen: Am vergangenen Sonntag war ganz Lipp«. Detmold mit sämtlichen 100 000 Wahlberechtigten vor die Frage gestellt, ob dos souverän« Boll— die Dullenkörung beseitigt wissen wolle. Ein Volksbegehren, das von gewissen bäuerlichen Kreisen angekurbelt worden«aar. hatte die erforderlich» Zahl oon Unter- schritten gesunden. Der Landtag lehnte aber den eingebrachten Gesetzentwurs ab. beschloß aber gewiss« Milderungen der bisher in Lippe fahr hohen Strasbestumnungen bei Verstößen gegen das Tier- Haltungsgesetz. So wurde denn der ganze amtliche Wahlapparot in Bewegung gesetzt, um die Meinung der llpplschen Bevölkerung zu erfoifchen: Sind Genreindebulle» nötig oder sind sie nicht nötig? Der Volksentscheid ist gescheitert', es haben sich nicht 50 000 Wähler an der Abstimmung beteiligt. Insbesondere die Städter teteressierte» stch gar nicht für dies« Frage. De» Kleinbauern, für die die Sache bedeutungsvoll genug ist. hat leider niemand rechtzeitig beibringen können, daß sie mit untauglichen Mitteln arbeiten. Di« B putschen Dauern sind um, einig« sür Agstationezwecke gezahlt« Gelder ärmer, Deutschland a&ft ist Vitt öin'Wahikuetosian reicher.■ Hochverrai. KoalMeaSanträge lm Strafrschillaooschub onqeaomwen. Der Strafgesetzauischuß setzt« heute die Beratung des Hoch« verratsparograhen sart. Abg. Alexander vertrat de» Standunkt, daß durch keine Formulierung des Gesetzes, möge sie auch noch so gut sein, an der Rechtsprechung des Reichsgerichts etwas geändert werde, da jede» vorgehen gegen die Kommunisten sür gerechtfertigt erklärt wurde. Abg. Landsberg(Soz.) übt« an der Rechtsprechung de« Reichegericht» in politischen Prozessen scharse Kritik. Wenn schon ein dem Zentrum angehörender Reichssustizmlnistor erklärt Hab«, daß er noch der Art. wie dl« deutschen Gerichte die Ehre republikanischer Minister schützten, ablehnen müsse, wieder einen Strasantrag zu stellen, dann sei klar, wie weit e« mit der Rechtsprechung gekommen sei. Dieser Mlnister, Herr Marx. Hab« lieber aus Bestrafung seiner Beleidiger verzichtet, als sich dem Würselspul eines Gerichtsurteils auszusetzen. Gewiß sc! beim Reichsgericht et« gewisse juristisch» Intelligenz Vorhand«». Wen» trotzdem viele Urteile im Widerspruch standen mir Gesetz und Vernunft, so löge das nicht im böse» Wille» der Richter, sondern au der A u» l«>« der Mitglieder das Reichsgerichts und auch daran, daß das Reichsgericht in Leipzig sitze, wo ein Gedankenaustausch zwischen den Vertretern der verschiedenen Richtung«» viel schwerer möglich sei als van Verl!» aus. Die Er- fahrungen, die man mit der Rechtsprechung gemacht habe, zwinge» zu besonderer Vorsicht der Formukierunzen der Paragraphen. Bon einer strafbaren Handlung des Hochverrat» dürf« noch nicht die Rede sein, wenn es sich nur um theoretische Ausführungen und nicht um «inen bestimmten Pinn handle. Solange ei» solcher konkrete» Plan nicht bestehe, darf Bestrafung wegen Hochverrat» nicht eintreten. Minister Koch stimmt« diesen Erklärungen zu. Der heutige Zustand, daß wegen Vorbereitung zum Hochverot auch dann bestraft würde, wenn der Beschluß zum Hochoerrat noch nicht gefaßt soi, dürfe nicht fortdauern. Die Einengung der Praxis des Hochnerrots sei dringend notwendig. E» müsse ein Zustand eintreten, daß dann, wenn der Staat mit dem Hochverratsporagraphen eingreife, jeder- mann stch darüber klar sei, daß es stch nmeineern st«Gefahr sür die Sicherheit der Republik gehandalt Hab«. Abg. H e r g t(Dnat.) erklärt, dl« durch den Kompromißantrag vorgeschlagen« Einengung des Hochoerratsbegriffs gehe zu weit. Der Schutz der Htaatsautorität erfordere, daß es bei der bisherigen Rechtsprechung bleib«. Abg. R o s e n f e l d fSoz.) hob hervor, daß dl« saziaGem»' krotsscks Fraktion den Wunsch Hab«, dlerelnseelilchePropa- ganda strafkos zn lassen und einen scharfen Unterschied zwischen Theorie und Plan zu machen. Dieser Wunsch komme in dem Kompromißantrag deutlich zum Ausdruck. Bai richtiger Aus- kegung könne noch Annahme des Lompromißantvags nicht mehr schon die Gesinnung und die Propagierung einer bestimmten Ge- sinnung bestraft werden. Da» Werben sür«in« Ueberzeugung werde danach straflos fein. Der Aufruf auf die Barritaden würde nur dann als vordere stendi: Hoehoert-itchondlung dcstrast werden können, wenn zur Zait de» Aufrufs schon Barrikaden«taut seien. Der Komptoinißontrag schließe aus, daß etwa, wi« schon geschehen, ein Zitat von Karl Marx über tne Notwendigkeit der Diktatur des Proletariats als eine» Uebergang» von der kaptlalkstische» zur sozia- üsttscheu Gesellschaftsordnung als ausreichend« Begründung für die Vorbereitung eines Hochoerrats angesehen werden. Auch der bloß« Bortrog revolutionärer Gedichte bei Feiern oder die Zitierung«ne« Ausspruchs von Goethe tövnte nach dem Kompromißantrag niemals zur Verurteilung wegen Vorbereitung des Hochserracs führen, eben- so wen.g, wie auch schon geschehen, sei die Berichterstattung über de» Inhalt eines reoalulwnären Film». Leid« seien in der Aussprach« über dies« Auslegung des Kompromißantrages Meinung« verschieden« heite» aufgetaucht. Deshalb erkläre er. Redner, für die fazialdemo- kratlsche Fraktion: Angesichts der Meinungsverschiedenheiten übet da», was der Kompromißantrag wolle, ist es notwendig,«in« klar« Formulierung bis zur zweite» Ausschuß- lesung zu finde». Rur unter ausdrücklichem Borde- halt ihrer Stellungnahme in der zweite» Lesung wird die sozial- demokratische Fraktion in der ersten Lesung dem vorliegenden Korn promlßantrag zustimmen. Bei den dann folgende« Llbftimmunge» wurden tne komnvr- nistischcn Anträge gegen di« Stimmen der Kommunisten abgelehnt. Die deutschnationokon Abschwächungsavträze wurden gegen d't Stimmen de? veutschnattonalen und Kommunifteo abgelehnt. Schsießlich wurden die gesamten Borschläge der an der Regie- nmg beteiligten Parteien gegen die Stimmen der Deutschnationale» und Kommunisten angenommen. Giraffer drohi. die Hiniermäaovr 9oa Mrchhaw? � Kassel, i. Dezember.(Eigenbericht.) Di« Gaukeitung der nationalsoziotistisch«» Arbeiterpartei vc* Hessen-Rafiou-Narb verösientsichi zur Kirchheiner Angelegenheit in hier.Kasseler Poff eine lange Erklärung, in der die Jnspektirms- reife Gregor Strasser« nach Kassel. Kirchhain und Marburg, dü Auslösung einer Ortsgruppe der natwnals ojialistischen Arbeiterpartei und die weiter« Zlvion des Abgeordneten.Hitler nicht bestritt«» werden. Luch der Itchalt der Telephongespräche Dtrasiers mit Mütchen, vom„Kasseler Bolksblatt" wortgetreu oeröffentlicht. wi«� nicht abgeleugnet. Es mird aber in der Erklärung betont, daß der Lank, rot b� Kreises Kirchhain. Herr vov Gilsa und der Regierung s- Präsident in Kassel dem Abgeordneten Strasse? gegenüber bestätigt hätten, daß di« nalionalfoziallstisch« deutsch« Arbeiter- partoi mit den von der Linkspresse verbreiteten Meldungen ii> keinerlei Ausmnmechang gebracht werben können, vlefc?«- hauptung der Gauleituog tfi. wie der Regierungspräsident i» Kassel«wklärl. völlig frei«rsunden. Weiter heißt es in der notionalfoziallsiijchen Erkiävmg, daß d>� nollonalsozlallstische deutsche Arbetterpartet tsinerler Beziehung«» zur Reichswehr oder ihren Kommandostellen unterhalte, wck «nird behauptet, die Nattonalfo.zialist«.n lohn«, es ab, �nilctä rlsche Uebu ng«n ihrer Mitglieder zu vera» stalten". Zu diese» Bertusch'tngsvarsuchrn schreibt das.Lössel«? Bolkt' blatt:„sPorum hat Herr G rigor Strosssr bei seiner Inspektion�' reis« in'Kassel folgend« Drohung on mehreren Stellen aus?«- stoßen:„Wenn die Narionals az ialisüm nicht in Ruh» gelassen aef den. dann sind wir gezwungen, d?« Hintermänner der Kirch- hainsr Borgänge zn nennen."» Allgemeinbefinden des Königs. �r. 513* 45. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Mltiivsch. 5. Dezember 1923 Licht AmmoM-, sondern GaseMlosion. Cin Anßeklagter zu 9 Msnaisn Gefängnis verurieili. D-is SchSffcsK'richt verurteilte gestern den GtosanHaU*. JtMfet Gest« wegen fahrlässiger Tötung im Zufamnien. hang mit fahrlässiger Särperverlrtzuug, begangen in der Der- lehnng seiner vcrufsofUchten zu neun Ätonatc« SesZugni» «nd zur Tragung der Scsten. ssmi« der notwendige» Slns- lagen der ZtebentlSger. Die INItangeflagten, Werkmeister I i l a k. und Gasonstoitsarbeiker K o r z n e r. worden auf Kasten der Staotekofle freigesprochen. SlaateanwaltschastArat Dr. Seiler halte die Verurteilung sämtlicher Angeklagten b«. antragt, und zwar gegen vilct drei Monate, argen Geste neun Monate und gegen Surzner sechs Monate Gefängnis. Die Gutachten über die Ursache der iZxplosion. ?iach der Mittagspaus« wurden die Gutachten erstattet. An *sß«r Stell« äußerte sich Ooerregicrungsrat Dr. Ritter von der jlhemisch.Phnsjkonstfwit Reichsonstalt. der im «nrversahren umfangreiche Untersuchungen und Experimente ver- omtiÄet Hot. Um ein Urteil über die Ursache der Erplosion zu tollen, müsse man zunächst die Wirtuno der Erploston m Betracht �'ehen. Di« Explosion bat ein« freistehende Wand mit Sroßer Gewalt herausgedrückt, und Zimmer- ofacn durchbrochen, mehrer« Teile des Gebäudes sind ein- »«stürzt. Der unterkellerte mit eisernen Trägern versehene Loden »wrd« in die chob« geschleudert. Dieser lRmtm des Kellers war mit *£ f l v s s v« m Stoff gefüllt und die Räume explodiertsn nach- ♦snander. das geschah in einer tausendstel Sekunde von ?» u m zu Raum. Der Raununhalt de» Keller» betrögt «wO Kubikmeter. Um ein« Explosion durch Ammoniak zu erklären. wurden ganz andere Mengen Ammoniak notwendig gewesen sein, in ttuhler!«in mit wutzitternder Stimme. „Dos ist er. Engelchen?" „Er," stottert d-r Primaner...—-r nimmt nichts zu sich. Herr Plotboom. total nichts." „Was nicht. EngelöHen?" Doch nun oerwirrt sich der Tedankengang des anderen. sagt rundweg:„Er hat sich die Beins gebrochen. Darauf«ine allgemeine Ratlosigkeil emtritt. Tierlem sich entlassen fühlt und geht. Tanz-erschlagen kehrt er zur Scheune zurück und setzt sich still aus einen Dretter>tapel. Daß alg üehre? eüie Strofcirb�tt bekommen yat, Vernich. et lyn. Endlich nimmi«r Briefpapier und und beqinnt in schöner Schrift leinen Satz zu schreiben. Die Sonne saul. tme «in roter Pfirsich in einen Wolkentorb.* Eisen legt seine Ztehharmanika in Lurtjebams HSnIk. neb. "om Kartoffelfeuer auf und klickt über Klees' Schulter, om Augenblick ist ihm die Lage Nor. „Du hast ein« Strafarbeit auf. Tierlein?— Hort mal. lierlein hat wegen Zutschky eine Strafarbeit auf." Er er- klärt ss uns näher,«r weiß bereits Bescheid. „Das wäre des Teufels!" rufen einige. „Dä— nn da, Tierlein-Tierlein war zu schlau." höhnt eine Stimme, von der Harmonika begleitet Klees blickt ratlos auf Albertng. welcher sagt:„Ich würde es nicht machen. Wenigstens wurde ich zur Schreibstube gehen und mir Kerze, Papier und Bleistift liefern lassen. Es ist ja gleich dunkel, und Kerzen sind in der ganzen Kam- panie keine da. Auch der Mond streikt heut« nacht." Klees erscheint das.wohl zu kühn, die anderen aber er- muntern ihn dazu mit.Los! und„Du kennst doch den Alten!" Klees verrät nicht, was er tun wird, er kaut auf feinem Bleistift und blickt traurig in den Adendhimmet Der Triumph dieses Tages ist für ihn dahin. Alle wenden sich wieder dem Feuer zu, essen beiß« Kartoffeln und rauchen. Dann sagt Eisen nach einem Besinnen:„Das ist ja Quatsch mit dem Satz. Das hat er ja gar nicht nötig. Als alter Soldat sage ich ihm: Er braucht gar nicht den Alten zu fragen, wenn er mit Brause sprechen will." „Wieso nicht? Sieht ooch im Exerzierreglement!" „Wieso nicht? Weil jetzt eben Krieg ist, du lausiger Rekrut!" Der alte Soldat fühlt sich groß, alle horchen auf sein« Worte, er dehnt sie und stottert nicht:„Das müßte ja der helle Blödsinn fein, wenn man da erst den Feldwebel fragen müßte, der zehn Kilometer hinten in feiner Schreibstube sitzt, ob man mit dem Leutnant sprechen darf, der neben einem im Granatlöch liegt! Leuchtet Ihnen das«in, mein Herr?" „Eisen hat recht"„So sicher wie was"— wird gerufen. Meyer näselt:„Aber Befehl ist Befehl, vergessen Sie das nicht. Eisenbolz." Niemond beachtet den Offiziersaspiranten, außer Klee«, der sich trotz der wachsenden Dunkelheit von neuem an seine Arbeit macht. Eilen knurrt:„Und da sitzt er nun und schreibt wahr- hastig seinen Senf aufs eigene teure Briefpapier, and noch dazu in lateinischer Schrift. Ja, lebt man denn hier unter Kindern? Oder lebt man unter Soldaten?— Das ist doch um junge Hunde—"..Befehl ist Befehl," hört man noch ein- mal die Stimme des Meyer,„wie sollte sonst der Krieg ge- führt werden können! Da kann es keine Spezialfälle geben." „Rehmen Sie Rizinus, Sie Zollbock!" flucht Eisen. „Je gelehrter— je verkehrter," sagt jemand. „Man muß den Brüdern mal endlich in die Fresse lachen." prahlt ein anderer mit Bezug auf die Unteroffiziere. Man ist verstimmt, einige entschließen sich, in die Schemrt zu gehen und sich hinzuhauen. Dann tauchen aus der Dunkelheit zwei Gestalten auf. die sich dem Feuer nähern. Das Gespräch verstummt, denn es sind die Feldwebel Bloiboom und Engelk«. Sie bleibe» stehen, und Bloiboom fragt mit Wohlwollen:„Noch Ka» toffeln gefunden?" „Jawohl," wird gemurmelt. „Na, wir gehen demnächst an die Front, da wird es mir der Verpflegung besser werden." „Da gibt's blaue Bohnen," sagt ein Witzbold. „Und auch dann und wann einen Viertelliter Schnap« — sogar Wein," verkündet der Feldwebel mit einem etwa« müden Kopfnicken. Er starrt ins Feuer. Dann fragt te: „Wo ist Klees?" Tierlein tritt ins Helle und meldet sich. „Was machen Sie denn Klees?" fragt Bloiboom freunl»- lich. Beim Schein des Feuers siebt man ihn lächeln,«tw« abwesend und fast verlegen. Vielleicht hat ihm der Engelk« gesagt, daß es mit dem Satz, den er Klees aufgegeben hat. nicht stimmt, und so sind sie gekommen. Vielleicht auch hat ihn sein gutes Herz hergetrieben. „Also die Strafarbeit machen Sie? Aha!" „Jawohl," bestätigt Klees dienstlich und kalt.' Bloiboom stutzt über dies kalte„Jawohl", er sagt unsicher:„Aber es ist schon etwas dunkel dazu, nicht wahr?" „Jawohl." Derselbe dienstliche Ton. Bloiboom bietet alles auf, Klees zum Lachen zu reizen« er sagt schalkhaft:„Die schönen Sommernächte sind doch wohl zu besseren Dingen da?" Die Umstehenden lachen übermäßig und bestätigen e«. Klees bleibt bei seinem:„Jawohl." Da sagt Bloiboom ganz bescheiden und fast bittend'„So lassen Sie es nur sein. Sie brauchen die Arbeit nicht zu machen— nicht wahr?" Albering stößt Tierlein in den Rücken, aber dieser wiederholt wie ein Automat:„Jawohl." Der Feldwebel wünscht gute Nacht, seufzt und geht mit dem andern fori. So endet Tierleins slöhiicher Tag. (Fortsetzung folgt) Sklaven des Morphiums. Ein praktischer Arzt und ein Dem Sonderdezernat der Kriminalpolizei war seit einiger Zeit ein junger Man aufgefallen, der, offenbar gänzlich unter der Einwirtung von Rauschgiften stehend, in den verschiedensten Apotheken .vorsprach und Rezepte auf Diacethylmorphium, Ko tain und andere Betäubungsmittel vorlegte. Mehrmals schon hatten Apotheker mißtrauisch die Rezepte, die auf ungewöhnliche Dosen lauteten, betrachtet, doch schien jedesmal der Name des Arztes für die Echtheit zu bürgen. Jetzt ist es gelungen, Klarheit in diese Dinge zu bringen.. junger Mann festgenommen. seinem Assistenten, sondern von einem Freunde Jakobys, einem Buch: händler G. Dieser machte den Weltkrieg als Sanitätsfoldat mit Arzt in Brüffei als ,, nervenftärtentes" Mittel. Von anderer Seite und kaufte zwei derartige Pulver im Jahre 1916 Don einem wird darauf hingewiesen, daß dieses nervenſtärkende Mittel" ein sogenanntes Aphrodisiekum", also ein die Geschlechtssphäre erregendes Mittel gewesen sein muß. Am vergangenen Freitag befuchte Jakoby den Freund und bat ihn, ihm eines der Pulver abzulassen. Der Buchhändler gab nach längerem Zögern nach, warnte aber vor der Anwendung, da sich schädliche Folgen zeigen könnten. Am Abend wohnten die Filmfünstler und Bekannte einer Veranstaltung bei, nach deren Schluß sie sich am Wittenbergplatz auf. Uneingedent der Warnung des Freundes nahmen nun, wie bekannt, der Regisseur, Frau Brink und ein, bie e sangen, das Krankenhaus aufzusuchen. Eine Gefahr ihr Schwager von dem ftellten besteht für feinen der Patienten mehr. Die Phosgenfatastrophe vor Gericht. 33 Klagen gegen den Hamburger Staat. Hamburg, 4. Dezember. Im Prozeß der bei der Phosgenfatastrophe Geschädigten gegen den Hamburger Staat begann am Dienstag mittag die Berhandlung. Es liegen 33 Alägen vor. Rechtsanwalt Dr. Levy wies cuf die Folgen des Explosionsunglüds am 20. maihin, das besonders deshalb so schrecklich gewesen sei, weil die Menschen shaftsverhandling habe Senator Schönfelder erklärt, daß der gar nicht gewußt hätten, um was es sich handelte. In der Bürger Senat mit öffentlichen Mitteln zu helfen gefonnen sei, um die Opfer der Katastrophe und ihre Hinterbliebenen zu unterstützen. Diese 3usage sei aber nicht gehalten wor den. Hamburg habe teinen Pfennig für die Leute gehabt, die durch das Unglück geschädigt worden seien, abgesehen non geringen Bohlfahrtsunterfügungen in einzelnen Fällen. Auch in Wilhelmss burg habe man sich auf den Hamburger Standpunkt gestellt und Familie an und betätigt sich hin und wieder literarisch. Als feine trennten, Jakoby, Frau Brink und ihr Schwager suchten ein Lotal felt dem 15. Juni feinerlei Unterstützung gewährt, meil angeblich Der junge Mann, der erst 23 Jahre zählt, gehört einer guten Angehörigen merkten, daß er dem Rauschgist verfallen war, sorgten sie für eine Entziehungstur, die auch erfreulichen Erfolg hatte, Kaum genesen, fiel der junge Mann aber in die Hände des prattischen Arztes Dr. L. in Charlottenburg, der selbst Stlade des Morphiums ist. Obwohl dent Arzt die soeben überstandene Kur des jungen Mannes bekannt war, leistete er dem Wiedergenuß der Gifte insofern Borschub, als sich natürlich in den Kreisen der Morphiumsüchtigen herum und bald strömten ihm allen Stadtgegenden Batienten zu. Eine andere Pragis brauchte der Arzt nicht mehr zu betreiben. Dr. L. ist durch den ständigen Gebrauch auch der stärksten Rauschmittel zu einem förperlichen und geistigen Brad geworden. Als er von den Kriminalbeamten gestern in seiner Wohnung festgenommen und nach dem Polizeipräsidium gebracht wurde, um vernommen zu werden, schlief er im Morphiumrausch auf seinem Stuhle ein. führte Rechtsanwalt Dr. Levy aus, daß die Bolizet ar das Wohlfahrtsgefeß dafür keinen Platz laffe. Im weiteren Verlauf Pflichten habe. Die Berfäumnis von Pflichten sehe er be ge und unterirdische Lagerung vorgeschlagen doch bei jedem fleinen Benzinquantum vorgeschrieben sei. Dann ergriff Rechtsanwalt Dr. Petersen als Bestreter des beklagten Bemerkungen. So führte er aus, daß der Staat nur für solde Ber Das fehlungen und Unterlassungen seiner Beamten verantwortlich ſei, die nach dem Staatshaftungsgesetz erfaßt werden könnten. tomme für diesen Fall nicht in Betracht. Der Vorsizeyde verkündete schließlich den Gerichtsbeschluß, daß die Urteils verkündung am 11. Dezember erfolgen merde. sonders darin, daß man keine Ueberflutun gabe, wie fie Auch der Magnetopath Müller ist ermittelt und eingehend vernommen worden. Er ist als Leftor in der„ Esotherischen Studiener nach Wunsch Rezepte ausstellte. Seine Bedenkenlosigkeit sprach gesellschaft" in der Keithstraße 19 tätig, die von einem Direktor hamburgischen Staates das Wort. Er beschränkte sich auf allgemeine Eugen G. vor 5 Jahren dort begründet worden ist. Diese Vereinigung, die äußerst elegant aufgemacht ist und in deren Empfangs zimmern man Malereien der neuesten Richtungen findet, befaßt sich mit dem Studium des Offultismus und Spiritismus. Die Mitglieder der Gesellschaft setzen sich aus den Kreisen der Ber: liner Künstler und vornehmlich des Adels zusammen. Vor dem Gebäude halten, namentlich in den Nachmittagsstunden, Dußende der elegantesten Autos, und in den Hörsälen" gibt sich die Berliner Gesellschaft ein Stelldichein. An die Studiengesellschaft ist auch eine Geheimloge angegliedert, und zwar die einzige in Deutschland bestehende Oftultiftenfage, die sich„ Fraternitas Saturni, Orient, Berlin" nennt. In diese Loge werden hauptsächlich die Mitglieder der Ejotherischen Studiengesellschaft aufgenommen, und zwar Leute, die bereits mehrere Kurie hinter sich haben und die von den Lef toren als Wissende" bezeichnet werden. Diese Ottultiftenloge gibt eine pompös aufgemachte Zeitschrift Saturn Gnosis" heraus, die auch an Außenstehende versandt wird, sofern diese von den Brüdern der Loge empfohlen werden. Dr. L. wird zwar dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden, doch werden sich in erster Linie wohl medizinische Sachverständige mit ihm zu beschäftigen haben. Das nervenstärkende Mittel. Um sich von Offultismus und Spiritismus zu erholen. Die Erkrankung der Filmschauspielerin Elga Brink Borchard, ihres Schwagers lewer und des Regiffeurs Jakoby ist nunmehr durch die Kriminalinspettion Tiergarten vollständig aufgeklärt. Kriminalfommiffar von Ostrowski konnte den Regiffeur Jakoby am Dienstag im Sanatorium befragen, da das Befinden, des Batienten sich inzwischen gebessert hatte. Das verhängnisvolle Pulver ftammmt, wie nun einwandfrei feststeht, nicht von Dr. Müller oder Es hat demnach den Anschein, als ob sich die ganze Sache in einer fleinen Groteske auflösen will. Irgendwer hat die schlappen Nerven wieder ein bißchen ausbessern wollen und das Mittel offen bar nicht richtig genommen. Bei der Gelegenheit bekommt man mieder einmal einen fleinen Einblick in die Berliner Gesellschaft. Künstler und Adel interessieren sich für Oftultismus, Spiritismus und Geheimlogen. Hygiene der feuchten Tage. A Erwärmung von außen und innen. Es hat lang gedauert, bis sie in diesem Herbst ihren Einzug| Besonders gefährlich ist das bei allen nervösen Naturen. Boll hielten, die Tage des Sturmes und der Nässe. Nun aber sind sie da und menn nicht alles trügt, werden sie ihre Herr schaft nicht so bald aus den Händen geden. Es sei denn, daß fie intrch einen noch Mächtigeren, den Frost, gestürzt werden. Dem Menschen bleibt nichts übrig, als sich mit den Tatsachen abzufinden und sich so gut es eben geht, gegen die Nässe von oben und von unten zu schützen. Nichts ist in den nasien Wintermonaten so wichtig als dichtes Schulzeug. So lenge einer in heilen Schuhen und sauberen mollenen Strümpfen trockene warme Füße hat, wird ihn ein Gefühl der Behaglichkeit nicht verlassen. Man wird erwidern, das sei nun in der Tat eine billige Weisheit. 3ugegeben. Trotzdem wird infolge von Gleichgültigkeit und auch Unwissenheit nirgends so viel gejündigt als gegen diese Gesundheitsregel Es kommt jetzt alles darauf an, die mit Recht gefürchteten Erfältungstrantheiten zu vermeiden, und das fann inan, wenn man die Füße trocken und warm hält. Leute, die an Krankheiten der Unterleibsorgane, besonders auch der Niere, der Blase und des Magens leiden, dürfen in dieser Jahreszeit niemals ohne wollene Beibbin de gehen. Und den Oberförper, besonders die Lungen, muß man durch untergezogene Reghemden, Trikotjaden oder durch Lungenschüßer vor Schaden bewahren., blütige überstehen solche Attacken eher. Es ist das große Verdienst des Berliner Arztes Dr. med. Winfch, für alle nervösen und fein organisierten Menschen auf die Notwendigkeit der Wärmeanmen dung, der Wärmefultur hingewiesen zu haben. Zum Schluß aber ein Wörtlein über die innere Erwärmung. Wer nun nach den vielen Mahnworten ein herzhaftes alkoholduftiges Sprüchlein erwartet hat, ber mag betrübt von dannen ziehen. Er wird enttäuscht werden. Die Erwärmung der inneren Organe erfolgt immer noch am besten durch Getränke, die selber erwärmt oder erhigt worden sind und ihre Wärme an den Körper weitergeben, also Lee, Kaffee und Kakao, heiße Milch und heiße Zitronenlimonade sollten allerwärts, in großen und fleinen Restaurants, in einfachen und in besseren, und in allen Fabriten und Werkfantinen bereitgehalten und angeboten werden. ,, Na und der Grock? Soll der etwa fein wärmendes Getränf sein?" so flingt es jetzt dumpf drohend in der Runde. Wer gewissermaßen die Kunit benutzt, einen heißen Grod als Medizin zu benutzen, dem soll er, wenn nichts anderes da ist, unverwehrt sein. Er fann tatsächlich vorbeugend wirken. Im übrigen: Die Grock- Anbeter werden sich sowieso nicht zu heißer Zitronenlimonade befehren lassen. Gnadengejuch für Posträuber Hein. Nachdem das vom Roburger Schwurgericht gefällte Verwerfung der Revision durch das Reichsgericht rechtskräftig ge= worden ist, hat der Berteidiger Heins, Justizrat Vittor Fränfl- Berlin, an das bayerische Justizministerium ein Gnadengesuch für den Berurteilten gerichtet, das sich u. a. besonders auf die Jugend Heins stügt. Die Entscheidung des bayerischen Justizminifterium3 steht noch aus. Hein, der bekanntlich außer zum Tode noch wegen feiner sonstigen zusammen mit Larm begangenen Straftaten zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt worden ist, befindet sich noch immer im Untersuchungsgefängnis Koburg. Großfeuer in Oberschöneweide. Gestern abend war die Feuerwehr in der Wilhelminen hofstraße 93 zu Oberschöneweide mit der Bekämpfung eines Großfeuers stundenlang beschäftigt. Kurz nach 21 Uhr bemerkte der Wächter der Leerpappenfabrit von Reuter im Refjel haus einen starten Feuerschein. Die Feuerwehr murde Der Brand hatte sich alarmiert und rückte mit drei Löschzügen an. inzwischen auf das ganze Kesselhaus und einen angrenzenden Schuppen ausgebreitet. Die Flammen fanden an Dachpappеvorräten reiche Nahrung und es mußten zahlreiche Schlauchleitungen in Zätig feit gelegt werden, um ein lebergreifen auf die Fabrikationsanlaget zu verhindern. Die Löschmannschaften hatten unter der starten Rauchentroidlung sehr zu leiden. Die Aufräumungsarbeiten dauerten mehrere Stunden. In der Prinz- Albrecht- Straße fam es gestern abend zu einem eigenartigen Autounfall. Ein Brivatauto fuhr von hinten auf einen haltenden Kraftwagen auf. Dabei wurde der Benzintant zertrümmert und die feuergefährliche Flüssigkeit wurde durch die Auspuffgafe entzündet. Beide Fahrzeuge verbranntei Die Infaffen fonnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Profeffor Liepmann 50 Jahre alt. Der Leiter des Deutschen Instituts für Frauen tunde, Professor Wilhelm Liepmann, feiert heute seinen fünfzigsten Geburtstag. Er stammt aus dem deutschen Often und ist ein Schüler des vor einigen Jahren verstorbenen berühmfer Gynäkologen Bumm. Im Jahre 1925 bet er die Frauenffinit und Entbindungsanstalt. Cäcilienhaus des Hauptver bandes deutscher Krantenfassen in der Berliner Straße in Charlottenburg übernommen, die inzwischen an den Berliner Ralienverband übergegangen ist. Dieje Kiinit wurde unter seiner Leitung eine der besteingerichteten in Berlin. Sie hat, was fonit nur in Privatfonatorien üblich ist, statt großer Säle, die jedes heimische Gefühl beim Patienten unterdrücken müssen, nur Kranken zimmer mit durchschnittlich ein bis drei Betten. Ferner find an jedem Bett Radiohörer angebracht worden, damit die Patienten sich während ihrer Krankheit nicht zu sehr von der Welt abgeschnitten fühlen. Auch die Operationsfäle find auf An regung Profeffor Liepamanns mit den modernsten medizinisó technischen Einrichtungen versehen, ferner besigt die Anstalt no ein großes Strahleninstitut, in dessen Besitz sich über 200 Milligramm Radium befinden. An die Frauenklinik ist das Deutsche Institut für Frauenfunde angeschlossen, das sich ganz be fonders mit der Erforschung der Einwirkung der sozialen Lage auf den Frauentörper beschäftigt, und das durch Vorträge an der Auss bildung einer neuen Aerztegeneration in fozialem Sinne arbeitet. Auch auf schriftstellerischem Gebiet hat sich Professor Liepmann einen guten Namen gemacht durch wissenschaftlich, aber allgemeine verständlich geschriebene Bücher. Wir wünschen, daß Professor Liepmann noch lange im Dienst der Krankenfassen für das Wohl der Berliner Arbeiterschaft tätig sein möge. 3m Anwaltsbureau erhängt. Bas denn noch? werden jene rufen, die sich mit ihrer abgezweifache Todesurteil gegen den Bosträuber Hein durchstraße 50/52 verübte gestern der 55jährige Geschäftsführer I härteten Haut did tun. Darauf ist zu erwidern, daß jetzt in der Tat ber. allerungünstigste Augenblick ist, mit feiner Abhärtung zu progen. Und die fleinen und großen Mädels, die noch mit Florstrümpfen herumrennen, verdienen fich lediglich den Dant, jener Herren Aerzte, denen sie auf allen ärztlichen Kongressen Gelegenheit zu merivollen und tiefgründigen Betrachtungen über die Ausdehnung der rheumatischen Erkrankungen geben. In Wahrheit ist das Verhalten der meisten Mädchen und vieler Frauen ein Leichtsinn, der sich bitter rächt: Rheumatische, von fürch terlichsten Schmerzen begleitete Ertranfungen und schmere Ertrantungen der Frauenorgane. Wer nun aber doch einmal von dem Unwetter überrannt wird, so daß er, wie es so schön heißt, bis drei Millimeter unter der Haut nas ist? Nun, da gibt es fein besseres Borbeugungsmittel, als sofort nach der Heimkehr ein heißes( nicht nur warmes) Bad und darauf ins Bett. Wer ein trantes Herz hat und deshalb das heiße Bollbad nicht riskieren darf, sollte sich mit einem heißen Fußbad begnügen und zur inneren Aufwärmung heiße 3i tronenlimonade nehmen. Das heiße Fußbad aber sollten alle die unbedingt nehmen, die kein eigenes Bad im Hause haben und mit nassen Füßen und mit nassen Kleidern heimkommen. Wer nun aber merkt, daß er etwas wegbekommen hat, daß ihm ,, etwas in den Gliedern steckt", der sollte ein Dampfbad nehmen, das aber sehr schwächt und Ruhe erheischt. Wer das Dampfbad nicht liebt, follte versuchen, im Bett durch Wärmfruten und heiße Getränke in Schweiß zu kommen. Das sind aber nur einige Mittel, um eine heranziehende Krankheit abzufangen. Denn auf Vorbeugung fomint es an. Mer infolge Erkältungen Kolifen ( Magen, Blase, Niere) befürchten muß, für den ist, wie auch für viele andere Gelegenheiten, ein modernes elettrisches Heiztiffen( Vorsicht beim Einkauf! Garantie für Sicherheit!) ganz unentbehrlich. Wer es einmal hat, wird es niemals missen mögen. Die Chefs follten sodann veranlaßt werden, an zugigen Fenstern in falten und feuchten Bureaus und Arbeitsräumen Heigsonnen aufzustellen. Und eines sollen die Gesundheits- und Nadifanatiker sich sagen lassen. In der talten Jahreszeit soll man uns nicht mit Entfleis dungen und Entblößungen und mit Kaltwasserprozeduren fommen Funkwinkel, Der Vortrag Dr. Willn Blumenthals über„ Menich liche Hilfsbereitschaft" enttäuscht. Es fehlen tonfrete Lajachen. Blumenthal spricht von einer populär philosophischen Warie aus und gibt daher zu viel bekannte, edle Dinge allgemeinen Charakters, während spezielle Richtlinien besser am Blaze sein würden. Die Stunde mit Büchern" bringt endlich einmal in diesem Rahmen einen neuen Mann. Hermann Rasad behandelt moderne Dichterbiographien furz, prägnant, fachlich. Bielleicht hätte er einleitend mehr Grundsätzliches über die verschiedenartigen Interpreta tionen von Künstlerpersönlichkeiten fagen sollen. Ein Hinweis etwa auf den Unterschied zwischen der Gundolfschen und der rein hiftorisch- pinchologischen Art hätte nichts geschadet. Immerhin bleibt Rajeck ein Mensch, der unbedingt Wesentliches zu gestalten versteht. Sehr nett sind Wolf Buders Stizzen über London, die er unter dem Titel„ London, Liebe zu einer Stadt" vereinigt. In pressionen und Betrachtungen gehen ineinander über. Einzelnes mird herausgerissen, aber man spürt jeden Augenblick die zu fammenhänge, das Wissen um die Berknüpfungen. Es handelt sich jedenfalls hier nicht um bloße Reporterarbeit, um reine Augenblidseindrücke. Die Abendunterhaltung bewegt sich nicht in ben neuerdings eingefahrenen Geleisen, fie steht im Zeichen Neftrons. Die akademische Neigung, bie sonst ähnliche Veranstaltungen tragen, ist völlig ausgeschaltet. Lieder, Duette, Szenen und Parodien reihen sich zwanglos aneinander, und Max Kuttner und Dolly Lorn fingen alles wirklich hübsch. Darauf folgt ein fünstlerisch hochwertiges Flötentonzert. F. S. Im Bureau des Rechtsanwalts Dr. E. in der Behren aus der Pestalozziftraße in Lichtenberg Selbstmord durch Erhängen 3. hatte an die Tür seines Bureauzimmers einen Zettel angehejtet auf dem mit Bleistift geschrieben stand:„ Bin um 12 1hr zurüd! Als einige Zeit später Dr. E. in seinem Bureau erschien und in das Bimmer feines Geschäftsführers eindrang, fand er ihn am Tür. pfoften erhängt auf. Die Gründe, die J. in den Tod ge trieben haben, find noch völlig ungeklärt. In seiner Wohnung Michaelfirchstraße 14 idos fich geitern abend in Abwesen heit seiner Angehörigen der 68jährige Schiffsmatler Bruno Sch eine Kugel in die Schläfe. Wie aus einem Abschiedsbrief hervor. geht, find wirtschaftliche Sorgen der Grund zu dem Ber zweiflungsschritt. Haftentlaffung in der Kütemeyer- Affäre. In dem Verfahren, das im Anschluß an den Tod des National fozialisten Rütemener gegen mehrere Berliner Arbeiter anhängig ges macht worden ist, hat jetzt ein Haftprüfungstermin stattgefunden, bei dem die Freilassung eines Beteiligten beschlossen worden ist, während ein anderer Arbeiter vorläufig weiter in Haft bleibt. Der Strafprozeß gegen den kriminalrat Raffe, der ur fprünglich in dieser Woche verhandelt wrden sollte, mirb erst am 20. Dezember vor dem Großen Schöffengeridyt Schöneberg unter Borjih von Landgerichtsdirektor emple stattfinden. Befanntlich lautet die DON Staatsanwaltschafterat Dr. Ortmann gegen Naffe erhobene Anklage auf Sittlichkeitsvergehen in zwei Fällen aus§§ 175 und 176, 2bf. 2. Rechtsanwalt Dr. Sid nen Mendel hat der für Nasse gestellten Hajtentlassungsantrag bis zur Urteilsfällung zurüdgestellt. Die Berhandlung gegen Naffe, die unter vollständigem Ausschluß der Deffentlichkeit, fein, da bei dem umfassenden Gefiändnis des Angeklagten sich Zeugen auch der Preffe stattfinden foll, wird von ganz furzer Dauer fein, da bei dem umfassenden Gefiändnis des Angeklagten sich Zeugen vernehmungen erübrigen werden. Rote Hände brennend roles Gesicht wirken unfein. Cin wirksames Mittel bas gegen ist die fühlende, reizmildernde und schneeig- weiße Creme Leodor, auch als herrlich duftende Buder unterlage vorzüglich geeignet. Ueberraschender Erfolg, ube 1 M., wirt Jam unterstügt durch Leodor- Edelfeife, Stüd 50 Pig. In allen Chiorodont Verlaufstellen zu haben. 1 Jom 1962 Zun sedione sa gr. 153 123 m fel D fit ze G ru je D In fa 31 21 ho B it ge p 12 D LE ' 9 į, 525 g 5 Die van Gogh- Fälschungen. Zu den vielbesprochenen Fälschungen der van Goghs erfahren wir, daß der Kunsthändler Otto Wader am Sonnabend abend mit dem Flugzeug aus Holland in Berlin eingetroffen ist. Wacker fegte fich unverzüglich mit seinem Rechtsbeistand und Kriminalrat Dr. Uelzen in Berbindung und gegen 10 Uhr fand im Polizeiprä fidium noch eine Besprechung statt, die aber fein positives Ergebnis zeitigte. Ueber die Echtheit der beanstandeten Bilder befragt, erflärte der Kunsthändler, daß er darüber die Aussage vermeigere. Er hat seinem Sachverständigen früher einmal zmei Briefe feiner russischen Auftraggeber mit verdedier Unterschrift vorgelegt. Als er iegt aufgefordert wurde, dieje Briefe nochmals zur Einfichtnahme Dorzulegen, erflärte er, daß er sie vernichtet habe, um einer mnißbräuchlichen Benutzung vorzubeugen. Die Bilder feien anerfannt und man habe fein Recht, an ihrer Echtheit zu zweifeln. Wader bestreitet sowohl für seine Berjon als für seine Angehörigen, von einer etwaigen Falschung Kenntnis gehabt zu haben. Er stellte anheim, von seinen russischen Auftraggebern einen Bertreter ernennen zu lassen, der mit Sachverständigen über die strittige Echtheit der Bilder nerhandeln könne. Eine Strafanzeige gegen den Kunsthändler liegt nicht vor. Das von der Kriminalpolizei gesammelte Material wird der Staatsanwaltschaft zur weiteren Berantaffung zugeleitet werden. Die Stadtverordneten haben ihre nächste Sigung am Don verstag um 16% Uhr. Landkreise und Lastenausgleich Die Borstände des Preußischen d Deutschen Landfreistages treten am 12. und 13. Dezember Dieses Jahres in Berlin zusammen. Zur Verhandlung tehen: preußischer Finanzausgleich, Reichsfinanzausgleich, Bolfs fchullaftenausgleid, ländliches Fortbildungsschulwesen, Fragen der Elektrizitäts- und Gasferimersorgung. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubril find Berlis 68. Lindeustraße 3. für Groß: Berlin stets an das Bezirksjefretariat 2. Sof, 2 Trep. rechts, zu richten. Achtung! Arbeiterwohlfahrt- Weihnachtslotterie! Ser Seuptersschuß für Arbeiterwohlfahrt verlangt Garantie für geflofen bies bez gotterielofe. Sn Sweifelsfällen muß für Ausgleich Suz das Gefretar at gesorgt werden. Es wird bringend um Meldung oder Abrechnung gebeten. Misa Zobenhages. 1. Kreis Mitte. Freitag, 7, Desember, 19½ Uhr, im Badeschen Sof. Mofenthaler Str. 49-41, Azeismitgliederversammlung. Bortrag: Das Bohnungsbauprogramm der Stadt Berlin." Refezent Stabtrat Franz Czemingfi 2. Streis Tiergarten. Mittwoch, 3. Dezember, 19% Uhr, Kreismit. gliederversammlung in den Armininstalien, Bremer Str. 72-73. Sages obnung: Die Aussperrung im Ruhrgebiet als wirtschaftlicher unb politischer Kampf der Unternehmer gegen d'e Arbeiter nub ben Staat." Referent Mag Uri. Mitgliebebuch legitimiert. Zeitungso blente ber 9, bis 13, bt. sowie ber Dimann Charlottenburgs des angrenzenden Bezirks werben gebeten, am Donnerstag, 6. Dezember, 20 Uhr, zur Sihung zu erscheinen bei Joseph, Wilhelmshavener Ett. 48, Bormärts. Spedition. 6. Reais Szeuzberg. Zeitungstemmiffion: Donnerstag, 6. Dezember, 19½ Uhr, bei Semp. Bionufer 73. Sigung. Sede Abteilung muß vertreten fein, da ie Bahl des Dimennes vorgenommen wird. 1. Areis Charlottenhung. Mittwas, 5. Desember, 20 Uhr, im Jugendheim Sofinenfit. 4. Sigung des Bildungsausschusses. 9. Rreis Wilmersdorf. Tonnerstag, 6. Dezember, 20 Uhr, hei Arois. So steinische Str. 60, Gigung des erweiterten Rreisvorstandes. Bor beforedung zum Gymnastilfurfus heute, Mittwoch, 5. Dezember, pilnttlich 19 Uhr, bei Rrois. Solsteinische Str. 60. Rurfusbeginn am Freitag un 20 Uhr. Austurit bei Raim, Telephon Amt Uhland 6954. 13. Kreis Tempelhof. Heute, Mittwoch. 5. Dezember, 18% Uhr, Bezirksverfammlung im Lnzeum Tempelhof, Germania., Ede Dorfstraße. Daselbst um 18 Uhr wichtige Frattionsisung. Seute( Mittwod). 19 Uhr. Sigung des Kreisbildungsausschusses bei Niendorf, Mariendorf, Chauffecftraße 19. 14. Areis Rents. Freitag. 7. Dezember, 20 Uhr, im Jugendheim Böhmische Gizaße 1-5, 2. Abend des tommunalen Rurfus. Bortrag: Bilanzen und Steucun." Referent Stadtrat Redile. Unkostenbeitrag 10 Bf. 20. Kreis Reinidendorf. Heute, Mittwoch, 5. Dezember, pünktlich 20 Uhr, in den Torfigwalder Festsälen, Bazsigwalbe, Spanbaner, Ede Ronrebittaße, Arcismitgliederversammlung. Vortrag: Bolitische und wirtschtitliche Machtverhältnisse. Referent Genoffe Fleißnez- Dresden, N... Aussprache. Heute, Mittwoch, den 5. Dezember. 11. bt. Die Bezirksführer werden gebeten, fofort die Eintrittsfarten für die Beihnachtsfeier vom Genossen Tschiene abzuholen. Desgleichen fann Unfer Weg" yom Genoffen Berger abgeholt werden. Alle Mitglieder befuchen heute die Kreismitgliederversammlung. 18., 19., 20. Abt. 1916 Uhr Bersammlung aller SPD.- Genoffen, die in der neuen Abgabeftelle Babftr. 40-41 ihre Waren entnehmen, bei Stenzel, Schwedensir, 13. 74. Abt. Schlendorf. 20 Uhr bei Midlen, Potsdamer Str. 25, Funktionär Figung. Achtung! Der Abteilungsvorstand trifft sich bereits um 18 Uhr Candort. 82. bi. Stealth. 20 Uhr Funktionärßigung im neuen Lokal„ Bauberfrang", Berg, Cdfe Ringstraße. Morgen, Donnerstag, den 6. Dezember. 3. bt. Camtlie Bezirksführer rechnen am Donnerstag um 18 Uhr bei Potlid, Sefeftianste, 98, ihre Wertbestände ah. Um 20 Uhr ebendort Funktionärsgung. 23. Abt. 20 Uhr bei Lojad, Benmeftr. 8, Funktionärversammlung. 26. t. 1914 Uhr bei Wittsouk. Petersburger Str. 5, Funktionärfizung. 40. 6. 2 1hr Mitgliederversammlung bei Sung, Dreibundftr. 11. Borireg: „ Der Kampf um die Todesstrafe." Referent Dr. Mar, Schütte. Die Weih nachtsfeier findet erst am Dienstag, 18. Dezember, im 2otal Tivoli, statt. 58. Abt. Charlottenburg. 20 Uhr im Rantehaus, Rančestr. 4, vorn 4 Tr., Funktionärligung. 78. t. 19% 1hr Mitgliederversammlung der Konsum- Genoffenfdaft, 56. Berfoufsftelle, im Lotal von Werner, Schöneberg, Ebersstr. 26. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten 85. Abt. Tempelhof. 20 Uhr große Funktionärkung im gofal Sur Linde", Friedrich- Karl, Ede Werderftraße. Auch die Mitglieder des Bildungsausichuiles, foweit fie der 85. Abt. angehören, müssen erfdjeinen. Reutöln. 95. t. 20 Uhr bei Gutmann, Steinmekfr. 78, wichtige Situng des Vorstandes mit allen Funktionären. 97. 9. 20 Uhr bei Rohr, Giegfrichftr. 28-29, Funktionärskung.-98. 26. 1914 Uhr bei Teich, Snefrbeditt. 135. Funktionärsikuna. 99. Abt. Brik- Budom. 20 Uhr in der Salle am Sufeisen in ip Sigung aller Elternbeiräte. 2itenberg. 114. bt. 1914 Uhr bei Samarzer, Gabriel- Bar- Str. 17. Bot. stands und Funktionärsgung. 115. b. 19% Uhr bei abile. Maael, Ede Scharmeberstraße, Funktionärligung. 116. st. Lichtenberg. 139. 140a 19% Uhr bei Mort, Neue Bahnhofftr. 28, wichtige Funktionärskung. bt. Tegel. 20 Uhr im Lokal Christenfen, Schlieperftr. 69, Funktionär fizung. bt. Wittenan. 20 Uhr bei Schuls. Aut Nordbahnhof, Funktionärsgung mit den Mitgliedern des Elternbeirats. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 2. Kreis Tiergarten und 14. Reis Reutöfn. Donnerstag, 6., und Freitag, 7. Dezember. Die Funktionärinnen, welche noch int Besige von LotterieTofen find. werden gebeten, diefe für den Verkauf an den Abendkassen Turmftr. 25 und Neukölln, Bergstraße, Lichtspieltheater, aur Verfügung zu ftellen und abzurechnen. Die Abteilungsleiterinnen von Neukölln werden gebeten, bereits um 19 Uhr zu erscheinen. 7. Kreis Charlottenburg. Achtung, Losverkäufer! Sämtliche Lotterielofe müffen am Freitag, 7. Dezember, um 20 Uhr im Jugendheim Rosinenstr. 4 abgerechnet werden. Unverkaufte Lofe find zurüdzugeben. 32. t. Achtung! Die 33. Abt. veranstaltet am 8. Dezember zugunsten der GA3 und Kinderfreunde ein Winterfest in der Alten Taverne, Alt- Stralau. Die Mitolieber werden gebeten, fich an dieser Beranstaltung an beteiligen. Eintrittskarten find bei Kromphardt, Paul- Singer- Str. 49, und beim Abteilungsleiter erhältlich. Urbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Aerzte. Am 7. Dezember, 20 Uhr, spricht Selmut Lehmann über Sur Reform der RBO" im Soupigefundheitsamt der Stadt Berlin, Fischerstr. 39. Parteigenoffen als Gäfte willommen. Jungfozialisten. Reulalla: Heute, Mittwoch, 20 Uhr, im Heim Bergstr. 29, Borttag:„ Pen. entropa Referent Walter Wegener, Reinidendorf: Bir beteiligen uns an der Kreismitgliederversammlung der Partei in Borsigwalde. Jungjozialistische Spielgemeinschaft. Achtung! Die für den 5. Dezember angefekte Mitgliederversammlung ber Spielgemeinfajaft muß wegen Raummangel ausfallen. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Caunenwerbfeier dez Roten Fallen in Roffen am Sonnabens, 8. Dezember, seranstaltet von den Gruppen des Bezizis Weften. Alle gemelheten Teilnehmer veruder, um 19 Uhr fpätesters in der 3ngenbherberge zu sein. zaten und Mittagessen für Sonntag wird für alle befozat. Muffinstrumente ab mitzubringen. Biz bleiben am Sonntag im Jugendlager in Saffen zujammen. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation $ 40. st. Unfer langjähriger verdienstvoller Genoffe, der Verbandsvorsigende 3ofef Geis, ist am Montag plöglich verstorben, Die Gebächtnisfeier findet am Mittwoch, 5. Dezember, 16 Uhr, im Arematorium Gerichtstraße statt. Gin ehrendes Andenken ist ihm gewiß. Vorträge, Vereine und Bersammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". 9 Gefäftsstelle: Berlin S 14. Sebaftianfit. 37/88. Sot 2. Mittwoch, 5. Dezember. Mitte, 4. Kameradschaft: 30 hr Romerado fchaftsversammlung bei Brandis, Strafauer Str. 10. Friebrie hain, Kameradschaft Frankfurt: 19% Uhr, 1., 2. und 3. Sug, Sugverfamm lungen. Areuzberg, Bug 7: 20 Uhr Versammlung Reichenberger Sof, Reichen. berger Str. 146. Neuwahl ber Bugleitung. Echöneberg- Friebenau, Rameted. schaft Friedenau: 20 Uhr Generalversammlung bei Mauerhof, fornir, 3. Schüneweibe- Johannisthal, Jungbanner: Heimabend im Jugendheim Riedere Schöneweide, Berliner Str. 31( Eule), 191 Uhr. Romames: Ramerabfdjafts abend mit Frauen 20 Uhr im Eisenbahnhotel. Heitere Barträge von Saut. Dr. Elgar. Borstandssitzung pinkilich 19 Uhr. Donnerstag. 6. Dezember. Kreuzberg: Jeden Donnerstag 20% bis 22 1hr Schwimmabend int Stadtbod Baermalastraße. Reutölin Brit, Jungbanner: Jeden Donnerstag regelmäßige Schulportabende, Turnhalle Walter- Rathenau- Schule. Bobbinstraße, non 20 his 22 Uhr. Reinidendorf, Rameradschaft Wittenau: 20 Uhr Geselliges Beifa fein mit Familienangehörigen bei Schulz, Dorfave. Freitag, 7. Dezember. Brenzlauer Ferg: 20 Uhr erweiterte Vorstandssigung bei Burg. Brengiant Mee. Areuzberg. Sug 1: 20 Uhr Versammlung bei Eeehat, Willibald legis Straße 5. Bortrag: Wie ein Buch entsteht." Stealiz( Ortsperein): 20 Uhr Distaffionsabend der Jungmannschaft im Jugendheim Albrechtstr. 47. Ren föln- Bris, Jungbanner: 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Balemiti, sadin. Straße 57. Bichtige Tagesordnung. Reinidendorf- Beft: Rameradschaftsver fammlung im Bereinslokal. Bortrag Ram. Suttner, M. b. 2.: 3ehn Jahre Republit." Tiergarten, Kameradichait Besten I: Mittwoch, 5. Desember, 20 Uhr, Rameradicaftsabend mit Bortrag von Helmut von Gerlach in Rationalhof", Bülowstr. 37. Thema:„ Behrpolitik." Sartell für Arbeitersport und Körperpflege, Brenzlauer Berg. Heute, Riit. woch, 20 Uhr, Rartellperfammlung bei Soffmann, Endener Str. 8. Reichsbund ber Ariegsbeschädigten, Re'egsteilnehmer und Ariegerinter. bliebenen, Ortsgruppe Often V. Versammlung Mittwoch, 5. Dezember, 2) Uhr, in Schmidts Gefellfchaftshaus, Fruchtftr. 386a. Freie Sochschule. Donnerstag, 6. Dezember, 20 Uhr, Pring- Louis- Ferdinand. Straße 21, Begetarisches Speischaus. Dr. Hammer: Genotypisches Training." Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend ( Nachbr. verb.). Vorübergebend etwas Bewöllungsabnahme, ohne mefente liche Niederschläge, wenig gränderte Zemperaturen. Für Deutschland: Im Südosten stellenweise etwas Schnee, sonst teine wesentliche Renderung des Betters. Das schönste Weihnachtsgeschenk ist und bleibt ein Piano, trägt es body dazu bei, in diefer fdymeren wirtschaftlichen Zeit nach des Tages Last und Mühen eine frohe Stimmung in den Familienkreis hervorzurufen. Seins Rauf eines Bianos ist die Firma Philipp Lint, Brunnenstr. 33, au empfehlen, deren Pianos in eigener Fabrik unter persönlicher Leitung des Herrn Philipp Link, früheren langjährigen Techniker bei C. Bechstein, hergestellt werden. Bas die Lintfchen Bianos besonders auszeichnen, ist ihre forgfältigste Ber. arbeitung und große Sonfüle. In zahlreichen Referenzen mird Herrn List immer mieber bescheinigt, daß die Räufer mit den Fabrilat nach ieber Ridy tung zufrieden waren. Wir verweisen auf die in heutiger Rummer befindliche Anzeige. t Weihnachts Vorbereitungen bei Haus euerbur WEIHNACHHOLS AGALLS DEUERBURS PRO 100 OVERSTOLZ Die Weihnachtspackung kostet 5 Mark, 球员 # 988 Wabende ABENDBILD UNSERER FABRIK IN WANDSBEK Jenn in der Dämmerung der Winter abende die elektrischen Lichter auf glühen, herrscht weihnachtlicher Hochbetrieb in unseren Fabriken. Schon seit Monaten sind Tausende von fleissigen Hän den damit beschäftigt.Weihnachts- Pakete für den Raucher zu machen In diesem Jahr sind besonders umfangreiche Vorbereitungen notwendig, da auch OVERSTOLZ weihnachtlichen sie enthält 100 OVERSTOLZ- Zigaretten für die Packung wird also kein Preisaufschlag berechnetSBN H05 Schmuck erhalten soll. OVERSTOLZ ist ja schon längst die meistgerauchte Zigarette Deutschlands. Ihre grosse Verbreitung bürgt für ihre Qualität und gibt jedem die Gewissheit, dass er gut daran tut, diese alteingeführte Marke zu wählen, die von Jahr zu Jahr besser wird, statt einer der vielen neuen Marken, die wie eine Modeerscheinung kommen und vergehen. Haus Neuerburg * O* H* G* Ferner liefern wir in Geschenkpadungen: 100 Stück RAVENKLAU zu 6Mk 50 Stück LÖWENBRÜCK und 50 Stück GÜLDENRING zu 9Mk Mohrenwäsche an den Kartellen. Eine vergebliche Mühe. Ar näh» b«r hetotmidä, her öie Ä«nd«rung ber tS«setzz«dung für«Int ipfrtfamtrt staatlich« Kar t«tla»f ficht Vir nrauffchiebboren Sfttttotnbfgfrü macht, je nwhr b�mShe« stch bic Freund« ber cherrschoft prioatkapitolistischsr Msnepale. eine gründlich« Mohrenwösch« an den Sart«llen vor. ,Va««5iTnen. Uder mi: trotz aller Verschwendung vor weitzem Seifen- schäum der Mohr«in Mohr bleibt, so bleibt auch, trotz aller gelehr- tea und ungerechten Schaumschlägerei über die angeblich« '.H« f« n s ö n d« r u n g der Kartell« di« Tatfache bestehen, doh die Kartell« in ihrer übergrotzen Mehrzahl bösartig« monopolistifche Organisationen sind. HSrl man die kapitalistischen Lobredner ber Kartelle. so ist olles ante Best« bestellt. Da dienen di« Kartell« nicht mehr dem hochtreiben und Hochhalten der Warenpreis«, sondern sie suchen fortan ihr« Machtstellung dem technischen, betrieblichen und markt- wirtschaftlichen Fortschritt, mit einem Wort gesagt, der Wirtschasts- förderung, dienstbar zn machen. Es fragt sich nur welch« Wirt- schastsfärderung gemeint ist und wer die Kosten dosür ausbringt. Meint man die Förderung der prioatkoptiolistischen Betriebs- und Gemeinwirtschast, so ist dos unzweiselhast richtig. Sollten sie hin- gegen die Förderung der Volkswirtschaft meinen, so ist das heute sicher falsch. Was sagte prafessor Schmaleubach zu pslugsten in Wien: „Ron braucht sich nur ein blind gegriffenes Dutzend Kartell- «eriräge anzusehen, um sofort zu erkennen, daß in ihnen di« schwersten Ber st äste gegen das wirtschaftlich« Prinzip vorkommen.' Und ein anderer Fachmann auf dem Gebiete der Kortellpolistk, Herr Dr. Tschierschky. der Herausgeber der„Kartell-Runb- schau', der sich die graste Mühe gemacht hat. an Hand der Satzun- gen der Kartelle zu prüfen, ob die Behauptung von der Wesens- ändern ng der Kartelle richtig fei. stellte fest,..da st noch immer di« Unkosten der am schlechte st«n geleiteten Be- trieb« bei de? Preissestsetzung mostgebend seien, und dost das Preisproblem im Vordergrund des Interesses oller Kartell« steht'. Es kann ja gar nicht anders fein, sagt« H«rr Tschierschky.„denn man ködert doch bei der Organisierung von«nlen nach oben die Kartellmitglieder gerade mit den Versprechungen, dah bei Gleich- stellung der Mitglieder im wirlschasllichen Endergebnis, also in den verkauf» grunbiagen. eine meilgchende Rtsikosichernng sei, die den Beitritt zum Kartell empfehlenswert mache. Würde man im Kartell selbst den Zustand de» freien Wettbewerb» zulassen, so bricht da» Kartell josort auseinander". Sflso der alt« Brauch wird nicht gebrochen: Hauptzweck der Kartelle ist und bleibt di« Förderung der Wirtschaftlichkeit technssch und organisatorisch schlecht ausgerüsteter Betriebe durch Ber» kaufsp reis«, die bei dem heutigen Stand der technischen Leistungsfähigkeit der Sütererzeugung ungerechtfertigt sind. fu Bv»Höhlung de» Reallohne» und damit zur Hemmung de» gesamten mirtschaftlichen und de» Kultur- Doch die zur Lobpreisung der Kartell« viestach gecharterte Wiffenschost weist auch hier die Schönheitsfehler der Kartelle in gAnzeich« Barzsig« umzudeuten. In einem Professorenvortrag über das Thema:„Kartelle als Produktionsförderer' kam der Referent auch auf die Frag« zu sprechen, dast in den Kartellen, um den Kartellzweck zu erreichen, viele Betriebe auf die »oll« Ausnutzung ihres technischen Vorsprungs, ihrer technischen Möglichkeiten verzichten müssen. Und der Referent entschuldigt diesen Verzicht, der doch da, gerade Segenteil von Wirtschaft», und ProduttistNsförderung ist, mit folgender Beschönigung: „Sie tun dse» aus der Ueberlegung, dah es immer noch besser und wirtschaftlich nützlicher ist. aus df« volle Ausschöpfung So ist es nicht! Die Betriebe, die technisch gut dastehen, ver- zichten deshalb auf dt« volle Ausschöpfung und Ausnutzung ihres technischen Vorsprungs, weil ihnen die Festsetzung der Ber- kaufspreis« aus der Grundlage der Regiekosten des technisch schlech- testen Betriebes hohe Differrnzgewinn« bringt und sie sich mithin bei eingeschränktem Betrieb oft besser stehen als bei voller Allsschöpfung ihrer technischen Leistungsfähigkeit. Gerade das, was da beschönigt und damit in«inem Vortrag vor der Kartell stelle des Reichsverbondes der deutsche« Industrie zugestanden worden ist. da» ist ja das, was seder gewissenhafte Loltswirtschaftler den Kartellen zum schweren Bor» wurf machen must. Professor Areboe, der sehr geachtete Vertreter mvder- ner landwirtschaftlicher Betriebswirtschostslehr« kommt in seinem neuen Buch„Die Agrarpolitik' auch zu einer Betrachtung der Kartelle. Und es sind Keulenschlüg«. die er denen versetzt. die behaupten, die Kartelle seien in ihrer heutigen Dirksomkett produktionsfördernd. Er sagt: ..An die Stelle rationellster Arbeitsmethoden tritt infolge der Kartelle eine prsvatkapltaststtfche Renlnerpolistk. an dl« Stell« der belebenden Konkurrenz die eintÄläfernde Stagnation, an die Stelle der fortschreitenden Warenverbilligung mit steigendem Warenabsatz und zunehmender Kaufkraft de» Lohne» tritt Waren- leuruvg, Stagnation de» Absatzes und der Löhne, di« sich mit der Zelt zu Arbettslosigkett... steigern müssen. Der Reallohn der Arbeitermassen kann auf di« Dauer nur durch Rückgang der Warenpreise steigen. Dieser Rückgang wird aber durch jede Kartellierung verhindert.' Diese Feststellung Areboes entspricht so nur den Wahrnehmun- gen. denen wir schon fest Iahren durch Anklagen und Anträge im Reichstage Ausdruck gegeben hoben. Die Sarlellsteve de» Reichsverbandes der deutsche« Industrie kann selbst nicht au den Nutzen der Karfelle glaubou. lind Ausnutzuna des technischen Vorsprungs zu verzichten, um Kampf und Kost zu vermeid«»' sten de» Kampfes mit dem rückständigen Betried Sie hat vor kurzem bei den Kartellen«ine Rundfrage über dt« Leistungen der Kartelle aus dem hier beleuchteten Gebiet« ver- anstallet. In einer von ihr verössentlichten Statistik führt ste t<<2Kart«lle aus. Auf ihre Rundfrage haben nur �stKar» telleiter geantwortet. Und was sie geantwortet haben ist unkontrollierbar und belanglos. Aber MM Kartelle haben gar nicht geantwortet, oder stnd nicht erst gefragt worden, weil man ihr negative» Resultat kannte. Was will es denn volkswirtschaftlich nützliches bedeuten, wenn ein Kartell oder ein monopolistische» Unternehmen di« Reklame- kosten und vielleicht auch die Lagerhaltung beschränkt. Für die allermeisten Kartelle aus der Fertigworenindustri« ist da gar nicht» zu machen. Kartell« höherer Ordnung mit gemein- samem Berkausskontor und auch monopolistisch« Einzelsirmen können wohl für monopolisiert« Waren die Abnehmerzahl einschränken und damit di« Reklame- und sonstigen Handlungskosten für ihren Betrieb herabsetzen. Aber ist da» auch«in« Volkswirtschaft- Ersparnis? In den meisten Fällen nicht nur nicht, son- dern das Gegenteil. Di« Beschränkung der Zahl der Trotzabnehmer führt in der Regel nur zur Sinfchiebung einer neue« Zw i f ch« n h o n d e ls stu f e mit Lagerhaltung. Reklame- und Regiekosten der privilegierten TrotzhäNdler, die sich gewöhnlich sofort zu einem Handelsmonopol zusammen- schsießen. Letztlich hat eine neu« Verteuerung der Handelskosten eine neue Unwirtschaftlichkeit zur Folg«. Bon welcher Seit« man sich also auch dies« Mohrenwäsche an den Kartellen ansehen mag. sie ist umsonst. Und so ist«« denn höchste Zeit, daß dem in den letzten Iahren de» trieben««..Aus-die-lange-Bank-schieben' einer durchgreifenden Kartellgesetzgebung«in End« gemacht wird, znmal die Kartell« die Dreistigkeit hatten, unter Borspannung de» deutschen Iuristentages noch kürzlich in Salzburg völlige wirtschaftlich« Austobungssreiheit zu verlangen. H.»rätztg. M. d. R. Nie Wirtschaft im November. Im Zeichen ber Eisenaucksperruog. des Der Wirtschastsbericht der preußischen Handelskammern für November zeigt die Auswirkungen der Aussperrungen in der Eisen- irtdystri« auf di« S, samtlag« der deutschen Dtrtschaft. Besonder» scharf wirkt, sich die Stillegung im Ruhrbergbou aus, der unter normalen Verhält nissen fein« schon im Vormonat«insetzende Be- letwng im November sortgesetzt hätte. Zu den Auswirkungen der Stillegung in der Eisenindustrie tritt im November noch di« all- ««wein« saisonmätzig bedingt« Abschwächung Beschöstigungsgradie Hinz«:. Wie in den Vormonaten war in« Beschäftigung in chemischen und elektrotechnischen Industrie auch Roqember meiterhin befriedigend. Die Automob ilindustrte hat durch den starken Erfolg der Autoausstellung gleichfalls einen be- frsedigenden Beschästigungsgrod zu verzeichnen, ver Bau markt lag(mgefichts der weit vorgeschrittenen Jahreszeit nicht ungünstig. Die ziemlich stabile Witterung im vergangenen Monat gestattet« noch die Beendigung der angefangenen und teilweis- leger die Inangriffnahme neuer Bauten. der im beginnende agrarpolitische Einsicht. Zur Laodvirischafis-Oebatte. Demi»ar zwei Iahren noch vereinzelte Vertreter der Landwirtschaft es wagten, di» allein seligmachend« Wirkung der Schutzzölle an- zuzwsiselu. so wurden diese Abweichungen von dem geheiligten Prinzip entweder aufs schärfst« bekämpft oder totgeschwiegen. Prälestiifrten Vertreter der Verbmiicherschaft gegen di« agrarische Schlitzzollpolitik mtt der Begründung, dah der Zoll absolut ung«. «iguet ist. um den Landwirt vor übermäßigen Preisstürzen zu schützen, und dah der Schutzzoll zu anderen Zeiten zu einer für die verbraucherschoft unerträglichen Preisüberhöhung führt, so wurden sie von der Ländwirtschpft als Verräter an der deutschen Er- nahningswrrtschsst und der deutschen Landwirtschast gebrandmorkt. Unbeirrt hiervon hat aber gerode di» Sozialdemokratie ihre Forderung der Stabilisierung der Getroi depreise ausrecht er- hatten. Die Preieeniwicklung in den letzten Jahren hat der Sozial- demokratie in jeder Hinsicht recht gegeben. Katastrophalen Preis- stützen aus de», Markt von Agrarprodukten folgten ebenso UN- sin mg« Pveissteigerungen:«ine automatisch« Folg« der bis, herigen Zollgesetzgebung. Auch in der Landwirtschaft mußt« daher di« Einficht immer mehr durchdringen. Hotz die bisherig« Preis- Politik sowohl für di« Erzeuger al» auch für di» Verdeaucher absolut ungenügend und falsch ist. Bereit» vor«inem Jahre hat der Sanbdmttnninister Schiel« in einer Reichs tag« red« zugestehen müssen, datz für die Landwirt- schaft stabile mittler» Preise wichtiger stnd ak» überhöht« Breis«, denen nachher Preisstürz« folgen. Bor kurzer Zett hat sich auch da» Zentrum für Matznahmen zur Preisstabilisierung eingesetzt. Durch- au» in derselben Linie der geistigen Umstellung liegt es, wenn vor wenigen Tagen einer der bekanntesten Führer der deutschen Land- Wirtschaft Brande» stch«nergtsch für di« Stabilisierung der Agrer- presse aussprach und da» einzig wirksam««ittrt zur Erreichung dieses Ziele« in der Verwirklichung des von der Sozialdemokratie geforderten Getreidemonopols erblickte. Denn auch von den Demokraten und der Deutschen Volkspartet-in ädnkich«« Bekenntnis nicht vorliegt, so ist doch darin, datz von dfrten beiden Parteien in den letzten Wochen di« Schaffung planmäßiger Markt- und Absatz« forschung gefordert wurde, die Erkenntnis zu ersehen, datz ha» bis- herige Schutzzollsystem restlos versagt hat. Besonder» der Antrag der Demotraten: „geeignete Motznahmen zu rreffen. angemessene und ständige Biehpreis« zu erreichen' und„angesichts der völligen Desargam» sation auf dem Kartoffel markt, die di« Produzenten schwer schö- digt, ohne den Konsumenten zu nützen, einen geregeUen Lbsaq und ein« ständige Preisbildung zu fordern.' bedsutet ein« durchaus neu« und erfreuliche Einstellung der D e m o- traten zu den landwirtschaftlichen Preissragen. Die Demokraten fordern, um diele für die Verbraucherfchaft und iri« Sandwirtichoft so wichtigen.Absatz, und Preisfragen zu untersuchen, daß „alsbald im Reichsernährungsnrinistertum«in« Stell« geschaffen wird, die die Marktbeobochttmg pflegt und all« di« Marktoerhäll- ntsse des In- und Auslandes, Erzeugung, Vorrat und Verbranch betreffenden Nachrtcht«» schnellsten» erfaßt und der Allgemeinheit zugänglich macht. Darüber hinaus fordern sie ein« Prüfung der Frag«, auf welchem Weg« und mit welchen Mitteln für den Erzeuger angemessen« Proise für Brotgetreide zu erzielen sind. Deutlicher als in dieser Stellungnahm« der Parteien zur lond- wlrtschosllichen Preiesrage kann der ollgemeine Umschwung In der landwirtschaftlichen Ideologie nicht dokumentiert werden. Wären dieselben Parteien zu dieser Einsicht schon vor Jahren gekommen, so hätte �di« londwirtschoftliche Krise nie die Schärfe angenommen wie im Frühjahr dieses Jahres und den breiten Verbrauchermossen wäre die ewige Beunruhigung durch di« Preisschwankungen erspart geblieben. Fröhliche Weihnechte«. Oi« Refcherong t>cr Otöhr-Akitonäre. Ungenehmer als die Eisenorbeiter in Rheinland und Westfalen und die hungernden Bergleute tn Doldenburg werden die Aktiv- »är« des Stöhr-Konzernz Weihnachten feiern. Dies«? Konzern, der eins Anzahl der Tenilgejellschasten. vor allem Kammgarnspinnsrein im In- und Auslände zusamwcnfoßt. erhöht sein Kapital von 17H Millionen Mark auf 22 Millionen Mark. De« Aktionären wird ein dickes Lezugsrecht von 4:1 zu Partkurs eingeräumt. Dabei wird Stöhr wie im Bor- jähr»«in« Dividende von ist Pro z. zahlen. Damit hat dos Ehristuskindchen bei den Stöhr-Akiionären ab«- sein Werk noch nicht ganz vollendet. Der Stöhr-Konzern Hai nämlich ein« Reihe von Millionen aus der amerikanischen Freigab- zu er- warten, woraus bis jetzt«tn« Abschlagszahlung von?.!) M>vior>:n Dollar erfolgt sst. Auch daran werden die Aktionäre profitleren, denn di« Auffichtsratefitzung hat beschlossen, den Aktionären ein Extrageschenk,«inen sagenannten Bonus von 10 Proz., zu-: kommen zu lassen. Insgesamt dürste der Prosit für die otöhr- Aktionäre über 25 Proz. de, Nennwertes ihrer Aktien liegen. Was erhalten aber die kümmerlich bezahlten Textilarbeiter, dt« den Segen doch schließlich erarbeitet haben, von diesem Dollarstrom? Julius Berger baui einen Trust. Da» Berliner Großunternehmen, die Juli u« Berger Tiefbau A.- G., steht zurzett in Verhandlimgen mit der Hoch- und Tiefbau Akt.-Ges. tn Essen, eMer früheren SHnnes- Beteiligung, die«ine völlige Verschmelzung dieses Unter- nehmen» mit der Julius Berger A.-CB. zum Ziele haben. Do die Essener Gesellschaft sehr rentabel arbeitet und in den letzten drei Jahren je 8. Proz. Dividende zahlen tonn!«, wird die bevor- stehende Derschmelzung nicht als Siützungsmaßnahme anzusehen. sondern vielmehr auf Vertrustungsbestrebungen von Julius Berger zurückzuführen seln. Soweit bisher verlautet, soll Berger die 7,7 Millionen Mark Aktienkapital der Hoch, und Tief- bau A.-G. im Verhältnis Z: 1 gegen Hergabe eigener Aktien über- nehmen und zu diesem Zweck«ine Kopitolerhöhung vor- nehmen. Bei dem vorgesehenen Tauschverhältnis ist also bei Julius Berger mit einer Kapiiaierhöhung um 2H aus lO Millionen Marl zu rechnen. Dieses Unternehmen hätte danach sein Kapital im Laus« von zwei Jahren rund oerdoppelt und würde nach der Fusion über eine Gesomtbelegjchast von fast!2l)0ss Mann verfügen. Wieder rtne Grotzoleitr. lieber die seit 150 Iahren bestehende Berliner Firma Brückner, Lampe u. Co., die Mitte vorigen Monat» zahlungsiinsäh:g wurde und ein Ver�ietchsoersahren bcan- tragt hotte, ist setzt der Konkurs verhängt worden. Den Gläubigern, in der Hauptsache Berliner Großdanken, ist «s nicht gelungen, den Konkurs abzuwenden, da das üliismaß der sich noch«raedenden Derpiiichtunaen sich auch heute noch nicht übersehen läßt. Der Konkurs ist im Interelse der fast 500 Mann starten Belegschaft um so mehr zu bedauern, als von den Banken be- reit««n« lanalristige Finanzierungsoktion der fälligen Hypotheken- schulden eiiweleitet war.— Dieser Fall zeigt van neuem, wohin die von uns stet« kritisiert« mangelnde Publizität von Aktien- geiellschaiten sübrt. Auch in diesem Fall sind die Vonken, wie de! anderen kürzlich erfolgten Zusammenbrüchen, von der Unsoliditc.' ihr« Schuldner v S 1 1 i g u b« r r a I ch t worden. 9 Proz. Ptvide-nde und Kanderärtchcn?« bei �iollwerck JpPjck WMchtsrat der Stokswerck A.-G. Schokoladenfabrik.. t« Köln ynd Berlin hat belchloslen, aus einem Remoowinn von Millionen Mark!) Proz. Dividende an die Aktionäre zu verteilen und ihnen außerdem weiter« 3 Proz. Dividend« aus den amvrikonischen Freigabegeldern zu zahlen. Stollmerck. erwartet aus Amerika rnird 6,4 Millionen Mark Frelgabegelder,, von denen 4,8 Millionen Mark bereits eingegangen sind. Geichäfts- Vertcht und Abschlutzziffern im«inzelrren sind noch nicht bekannt. Rcichebaafanfpannung zum Alonalsend«. Der Ausweis der j deutschen Reichebank von End« November spiegelt die bereit» in den letzten Tagen des Bvrmonots zutage getretene erhebliche Ter- st« i f ü n g auf dem Geldmorki nndsr. Der Bestand an W e ch s e l n hat stch um 452 aus 2211 Millionen vermehrt, der an Low- bord? um 77 aiis 115 Millionen. Demgegenüber nahm der Umlauf an Roten um 6Kl Millionen auf 4724 Millionen Mark zu. Die Spanne zwischen der vermehrten Inanspruchnahme von Kredit und dem Rotemtmloiis ist aus die Verringerung der Girogufhaben uw 115 aus 47? Millionen zurüchzulühxen. Auch neue Galdkäufe der R«ich«bank sprechen hier mit. Der Bestand an Eoid und deckungssähigen Devisen Hot sich um 50 aus 262.? Millionen erhöht. Die Deckung der Roten durch Geld allein ging von S?B aus 55,5 Pro.z. und die durch Gold und deckungssahig« Devisen von 6M aus 50,2 Proz. zurück. Anhaltend« kaNkonttmkkur auch im Zkovembor. Roch dem Bericht des deutschen Kaltsyndikats kamen im November ff®4 625 Doppelzentner Reintali gegen 6A 468 Dsppelzentysr im gleichen Monat des Vorjahres zum Versand. Das Kalisyndikat konnte also seinen verkauf auch im November noch um mehr als 2 0 P r o z. gegenüber der emfprechcnden vorjahrszett steigern. In ihrer ganzen Stärke kommt die Kallkonsunkwr dieses Jahres erst zum Ausdruck, wenn der Versand in den ersten 1l Monaten d. I. mst dem schon sehr günstigen Vorjahr in Vergleich gesetzt wird, von Januar bis November 1028 wurden von den Kaliwerken insgesamt 15.1 gegen 1U Millionen Doppeizeittner in der gleichen Zeit des Vorjahres versandt. Der deutsch« Kalibergbau hat also seinen Absatz gegenüber dem schon sehr günstigen Lorjahr noch um rund 16 Proz. steigern können. Gute Zelle» für die Rüstvvgstndusirte. Datz Im Zeichen der Abrüstung und de» Kellogg-Ahkommens der Weizen für die i n t« r- national« Rüstungsindustrie auch noch krässio blüht. zeigt der kürzlich veröfsentttcht« Abschlutz des s r a n z ö st s ck, e n Kanonen-Krupp. de» Schneider-Creusot-Äonzerns. Di«!« Stahlmagnäten konnien im letzten Wirtschoitsjahr nicht weniger eis 45 Millionen Mark Reingewinn einstecken. Auch das englische Rüstunäsunternehmen, dos hauptsächlich für Kriegsschissbau in De- bracht kommt, die Thornyeroft Gesellschaft, konnte im letzten .'ehr ihren Reingewinn glaft verdoppelü und ihre Vvrjahrsdioidend« von 6 Proz. auf 15 Proz. Herculschrauben Man sieht, es gibt noch genug Leute In der Welt, di« au dem ödjeUcm der Abrüstungsverhandlungen ihr« helle Freud« herben. rung Ein« F»rd.Aabrtk In der Türkei. Zwischen der türkischen Regie- ( und o«n Ford-Lutomobil-Werken ist ein Abkommen getroffen worden, wonach den letzteren die Genehmigung für die Errichtung einer Fabrik in Konstanttnopel«rteitt wird- für die Gesundheit! Fiehinger ftmndstfill». Serif» SV II Sebbnrtcnjer Str.><•. TeL Idurr USMI 8 r Brland wiederholt sich. (Aortletzlmz van der i. Ceti#,) � Sriend«nvLhnle min die Genie? BerdandkunAen vom Vvnai �«ptember. wo�u«r sagt«, alz der Reichskanzler in Genf den Wunsch auz gesprochen habe, Derhand&mgen mit Frankreich öder Rheinland eiazuleiien. hob? sich Frankreich zu diesen �krhandlunge» bereit erklärt. 2£5« man habe nicht vergessen dürfen, doz Frankreich nicht allein sei und nich? da» Kecht habe, insollerk diese Aurge zu d�kuiieren. �>e Derlreier der Wliierten seien zuiainmengetreten. und Reich:- kenzler Müller habe zu ibtien gesagt: Deutschland hat 9 � Recht, die sosartige Zlh-inlandräumung zu fordern. Frank. t?!ch und England hatten iaraus mit dem Vertrage in der chand Lkantwortej: Das ist nicht richtig, Deutschland hat dieses -«kch» nicht. Di« Lage schien hossnungslos zu sein, aber es ?cbe eben kein« diplomatisch« Lage, aus der nmn nicht heraus- kommen könne. S'iaiiö erklarte alr darrt», wie man dazu gekommen Ki, trotz der deutschen Forderung die Verhandlungen fortzusetzen. Zrankre'ch wolle nicht mit seinen, psaud spekulieren, aber es wusi« bedenken, datz es selbst vcrpsllchtu�en übernommen Hai. �önne«s etwa zugeben, dotz Deutlchiand eines Tages die Arme touzt und erklärt, es werde nicht mehr bezahlen,' während Frankreich Verpflichtungen zu erfüllen habek Dos sei unmög- 'ich- Er wolle da? deutsche Volk in keiner Weise beleidigen, aber *r sei dach verpflichtet. Schwankungen i« Rechnung 'kellen, d!« sich in der iautschen Politik noch zeigen könnten. E-n Unterhändler fei verpflichtet, die Zllügllchkeil cina Kwrmslnk, d'e die Lsg? ändern könne, ins Auge zu fasten. Frankreich würde a-'bdann«st seinen Lasten und mit sein«« Aorn ''lein bleiben. Würbe c'rre derartige Unordnung für die �kfrechterha/tung des Friedens günstig sein? Würde nicht vielmehr kchurch gin« unüberwindliche Sortiere zwischen Fronfretch und �"Istyand ausge richtet? Etwas Derartiges Hab« er nicht auf. »mmcn lassen wollen. Ariand sprach dann von den Genfer Abmachungen zwischen den «Krttetern der sechs Wächte und fuhr fort: Wenn die Deutschen wie »fr aufrichtig den Frieden wünichen. wenn sie all« Rekbunasnwglich- 'eilen, die noch zwischen uns bestehen, beseitigen wollen, dann sage ch- Eine Lösung i st möglich. Es genügt, ausrichtig zu wollen, und "os Ziel wird erreicht werden. Frankreich und Deutschland sind zwei Nkvtze Völker, die autzenmdentltche Qualitäten besitzen. Beide können, sie ihr« Friedensardett richtig betreiben, die best« Frledens- Saianlli schaffen. Wenn es möglich lein wird, daß zwischen Frcwl- feuh und Deutschland ein« wirtschaftliche Zusammen. Arbeit in einer vertrauensvollen Atmosphäre geschaffen werden glauben Sie dann, daß der Frieden in Europa dann nicht end- Aultig sichergestellt sein wird? Ich bin überzeugt davon, daß wir große Schwierigkeiten überwinden müssen. 'h�fcf1 SW« zu gelangen; aber wir suchen dieses Ziel. Ich V 49 2U erreichen, und dann wird der Frieden weniger prekär £.a d«üiche Dolk ist sicher fehig, diele Sprache zu verstehen. � Tatsache, daß Berhandlünge». wie sie jetzt geführt«erden Datschen Frankreich und Deutschland, eingeleitet werden-chrnnien. pnd Nach d«nt Abschluß von Loeürno und wemge Yahre nach dem ist schon an sich ein erfreulich« Symptom. Das ist doch 'ntgftens eine Realität, das find Anzeichen für einen endgültigen vrreden in der West. Man kann mir meinen beharrlichen Opti, z,un Vorwurf machen, mo» kann lagen, daß ich mein« -munschz sth. Wirklichkeiten nehme, das ist richiig.?ch hoff« noch �ößere Dinge erzielen zu können. �?n dem Augenblick, in dem Briond alsdann erklärte, der -�«isterprSsident und ich. wir sind v o l k k o m m e n einig, er. ichten Poinccr« im Sitzungssaal, was allgemeine Heiter. e t hervorrief. Briond sprach weiter non der Einsehong militärischer Konlrollkci«Missionen sagte.« handele sich hier nicht um eine Mllilärkontiove im � g« n t k i ch« n Sinn, d« Wortes. Di« Wil'tärkpntrvlle sei durch � Sertag von Versailles vorgesehen, und menn ein Land sie nicht Erstarkt wisien wolle, so gewiß Frankreich, weil es der Ansicht sei, 5 sie für beide Länder erniedrigend sei. Etwas R*■•,JI � i n 2 oca r n o vorgesehen« Kontrolle, die auf di« «cha�'ung von Ausglslchsausschüsse« abziele, die in der Loge wären. •«Schwierigkeiten zu lösen, die zwischen beiden Ländern gebrocht ««den würden. Dos wäre ein Ziel, das man zu erreiche» wünschen 'Jlle. Rachdem Briand alsdann einig« Bemerkungen Über die Vor« "-e einer dsrorttgen Kontrolle und einer endgültigen und Minttinen Liquidierung der Kriegsschulden ge- "»acht hatte, äußerte er sich über die Abrüstung, wozu er«r. "rte, gewiß dringe Lneorno«ine Sül�rkeitogaranü« mit sich, der �«'trog von Verlaives auch. Aber dl« Verhandlungen würden lang. sing und fchwierig lein, und zwar um so mehr, als im Völkerbund »ur Erreichung eines Croebniffes die E i n st I w m i g k e i t aller Mit. S i«rer notwendig sei. Briond ging zum Schluß aus die französisch. "'snischen Beziehungen und dann, auf die Frage de« deutsch.öster- "chischkn Zusammenschlulles ein. wobei er das europäische Gewissen des österreichlscheo Volkes appelliere. �ß«s picht unter Aerkennung der gegenüber dem Völkerbund und »rzenüber den zioilisierten Rationen übernommenen Verpflichtungen k« Weltsri.denstor«. Als Brland seine Rede beendet hotte, wurde er von den 0N' Äsenden Ministern und fast von der gesamten Kammer beglück« wünscht. » � vergebens sucht man in Briand», neuester Red««ine» cvanken. den«r nicht schon mindestens einmal, zum ., � ähnlichen Wendungen, zum TeS sogar genau mit de» llleichen Worten ausgedruckt hat. Es wirb vcin Ariand be- kafl« nur sehr i elter und sehr ungern Zeitungen q,. isichee kennt er anscheinend seine eigenen Reden nicht, I nsche WWWW>>W er mit erstaunlichem la'em improvisiert und nachher nie Sedrucki zu Gesicht bekommt.%ur so ist es.zu erklären, daß tT sich so oft wiederholt. Die Redensarten über Locarnn, das »kein Zaiwerhut" sei, über die Unmöglichkeit für Frankreich, Allein über die Rheinlandräumung zu entscheiden, über psohnz. über Müllers Wendung vom„doppelten Gesicht� dsr 'niernatlonalen Politik, über die möglichen Schwankungen in ttriftil# tut**»>lee» fc««lKe»« /»»»rt&öt* J!!rv u�en üüg. Dr. Hofs, siir die sof orrige Aushebung der Steuer aus, da sie in das heutig« Steuersystem nicht mchr hineinpasse. Der Vertreter des Zentrums. Abg. Herold, anerkannte zwar grundsätzlich die Bs- rechtigyn� der Steuer, äußert« absr starke Banken, soweit durch sie die Fldeikommisse und das Kirchenoigentmn erfaßt werden. Die B ertret« r dar Länder erklärten sich lediglich mit einer be- fristeten ihes Men Erhebungstermins Ätwerslan». den. � Last tz'« r und iKeme i kbjjar kminten auf ihr«'Einnahmen.' an» dieser Sümerqitelle nicht Verzicht'«».' Den Swndpimkt der Sc�toDenwkrati« legte Wg. Seil dar. Er wies darauf hin. daß ähnliche Steuern bereits in der Vorkriegs- zeit bestanden haben. Der' Grundgrbanke der Besteuentng der „Taten Hand" sin auch gegenwärtig durchaus derechiigt. D I c Sozialdemokratie wende sich deshalb mit oller Entschiedenheit gegen die Aufhebung der Steuer. Wenn das Gesetz tn der Fastung, wie es ün Jach« 1913 boschlosten sei. infolg« technischer Schwierigkeiten gegenwärtig nicht durchgeiüchrt woiiden könne, so sei«in« kurzfristige D«rfchi«bung des ersten Erhsbungstormtns kaum zu umgehen. Di« Neuregelung müiie aber im Zusammenchang mit den anderen Stouervorlogon. insbesondere mit dorn Steueroereinheulichungsgeiotz. erfolgen. Da- her empkolste suh eine befristet« Verschiebung etwa bis zum ZI. März 1Ö30. Staatssekretär Dr. Bopitz erklärte, dos Gesotz erweise sich in seiner gogenwörtigen Fassung als uickmrchiiichrbar. Es sei das einzige Gesetz, das fest dem Jahr« 1919 unverändert geblieben ist. Daher hätten«ich Aussühritngsbestimrnungen nicht erlassen weisen können. D!« Beseitigung dieser Schwierigkeiten wüste durch ein Gasetz erfolgen. da z. B- der im Grunderwerbsteuergesetz vorgesehene gemein« Wert nur durch et« Gesetz, nicht aber durch ein« Ausfüh- ntngsbeftinnnMnz bkse'tigt werden könne. Die ReiGsrsgierung hake pon deiuichnationalen Aiür»� auf Aushebung der Steuer nicht für »ertBrttM* S»e tel' de-cha»/ lepialich«nd�iwr H i n a« sstM«« voisöh«. Auch der Abz. H ö l 1« i n sKommi) wandte sich gagon die Airs/ HSung der Dlever. während der Abg. R ad e mg ch e r lDnät.) einer zweiten Rede meint«, wenn die Steuer nicht aufgehoben wech-«- empfehle sich ein« befristete Hinousschiebung. damit Styl Steuerptlichtigan wüßten, woran-sie sind.-' � Der Ausschuß vertagt« sadaim die Weiterberatung auf bot 11. Dezemt«._•■■': gewisiennoßen di« Antwort bilden soMen, ebenfalls kaum einen neuen Gedanken enthielten. Das ist kein Vorwurf, denn ee liegt in der Rfltur der Sache. Und d>« Sache ist die. daß die europäische Außen- Politik seit Jahr und Tag nicht vom Fleck wegkommt. Darüber läßt sich das deutsche Volk nicht hinwegtäuschen, mag Briond wieder einmal stevenweise noch so artige Wen- Jjvngen an sein« Adresse gebraucht haben. Andere Stellen imd wiederum weniger arsreutich, aber die gleichen Irrtümer berichtigen? wozu immer wieder� Wortwechsel über den Anschluß. In der Kammerdsbatt« üb»r dos Budget des Aus- wärt igen wies Franeois Alberk. in häufiger Wechiekreds mit dem ihn unterbrechenden Vrtand, aus di« Anschlußbewsgung hin. die setner Ansichi nach nur durch das Spinngewabe dar Vertrag« gehindert werde. D«r Vertrag non St. Germaiu sei d«r ichfimmst« Friedensvertrag, den di« Miicrten abge- stochsten hätten. Es fei natürlich, baß das zerstückelte Oesterreich zum Reiche strebe. Die deutschen Kaiholiken und der Vatikan arbeiteten am meisten für di« Bewegung. Srland erklärte hierzil, er oerstche die Kntholiken. oder er könne den Vatikan nicht beareisen. Er sei. was die Sozialdemokrolle be- treffe, überzeugt, daß lhr der Friede über den Anschluß gehe. Jrnncoi» Albert erwidert«, der Vatikan hob««den«ine Vc>Banq»e. Politik geirlcbei». Das Beste, was Frankreich noch tun könne. Isl an der Stärkung O« st«frei ck s zu arbeiien. Für die beiufch« Sozialdemokratie biet« sich hier ein große? Arbeitsfelb- Die Richtung Breitscheid(!) müste obsiegen, di« den Frieden und da? Sekbstbestimmungsrecht der Völker erstrebe. Brland unterbrach hier den Redner wiederum, um zu erklären, daß gerade die Formel des Selbstb«stlmmung»rechis außerordentlich giföhrlich fei, trotzdem doch eigentlich niemand ste so auslegen sollte, daß ein Volk das Recht habe. Gelbst- m o r d(f> ZU begehen.(Die Reden Brocke» und Briand». über die war am d«r erst«« Gell« berichten, wurden in der dar-ms foloenden Rachmittagssitzunz gehasten. Red) üir die er mehr und mehr berühmt zu werden beginnt. Chamber- lains Feststellung hinsichtlich der juristischen Seite der Ve- satzungssroge möge richtig oder falsch sein. Sie sei«ine Frage der Interpretation gewisser Ätauseln des Bersailler Vertrages. Chambertains Ausdeutung dieser Klauseln stamm« jedoch vdn Re- gierimgsjuristen und könne keineswegs«ine and«« Autorität b«- ansprachen, als di« Auffasiung irgendwelcher Rechtsanwälie in einer nsrzwicklen Rechtsjrage. Aber' die Art und Weis« seiner Darstellung sei«echtester Chambertoin" gewesen und hierin sei der Miß- grifs zu suchen. Der Schlußpassus seiner Erklärung, in der Ehamberlain davon sprach. Großbritannien werde unabhängig von der rechtlichen Stellung«in« baldige Räumung begrüßen. Hai di« ganze Angelegenheit nicht bester, sondern noch schlimmer gemacht. Aus der einen Seite fänden wir eine kategorische Be- ionung d«? Rechts auf ein Verbleiben im Rheinland, auf der sndereck Seite eine nage BerelkwIMAkellserktänmg feiner baldige» Räumung. Der Außenminister sei nachdrücklich ge» mesen, wo er nachgiebig hatte sein müsien, und dunkel, wo es seine Pflicht gewesen wäre, deutlich zu sein. Nichts kvnn« bedenklicher�» sein, als am Vorabend der Reparationsbesprechungen in Deutschland den Eindruck zu erwecken, daß die Hasinungen aus Loearno nichtig gewesen seien. Chamberlains großer Schnitzer Hab« mehr Unheil angerichtet, als irgend jemand hätte anstelle!, können, der es bewußt � darauf abgesehen hätte. Der Artikel des„Dally-Herald" schließt mit der Feststellung, daß weitere Aosklö rangen im Parrlameni dringend notwendig säen. Die Ocssentlichkeit wünsche nicht zu wissen wie die juristischen Raigeber den Vertrag auslegen, sandern was die Regierung in der Frage der Besetzung de» Rhein- lande» für d!« mit dem Lacarnovertrag und der Erfüllung der Re- parationeverpslichtungen verknüpften Rechtsfragen zu tun wünsche. „Orn'ly Herald" gegen Chamberlam. Da« Zlrbeiterblatt fordert weitere Erklärungen im Parlament llandon. L Dezember.(Eigenbericht.) Der„Daily Herold� wendet sich in einem„Sir Austens Schnitzer� betiiesten L?iiariike! in schätsstr? Veist gegen die Rheinlauderkiorung des britischen Außenministers. Ghamberlain habe, so stellt da» Blatt der Arbeiterpartei fest, feine, Rückkehr ins Zußenawt mit einem jener Mißgriff« gefeiert, i Reuseewnd gegen Prohibition. Ergebnisse eine« Dol«entscheid«. Ein in der vergangene.» Doch« veranstasteter B�ltsenf« scheid über di« Einführung der Prohibition(Allpholverbots) nach amerikemllchem Muster ergab folgende» Resultat: Für Prohibition: Z94-M Stimmen. Für staatlich« Kontroll«: 64776. Für Beibehaltung des gegenwärtigen Zustan» des 374 502.__ Die neue Reglcrvvg Estland» umiaßt Sozialisten, An- siedler, Arbeitspartei unb Ehriftlickie. Staatsältester wurde R c i (Sazlal-st). Außenminister Pastor Lattik(Ehrisllich), Wirtschott Oinas(GoziaLstV Kultusminister I o h a n s o n �Sozialist). D'« � anderen Minister such den übrigen Koalitionsparteisn entnpunneb. Der politische Kurs ist voraussichtlich ohne Veränderung. Reichsbahn und Achtstundentag. Was foftet die Arbeitszeitverkürzung? Die Herren in Berwaltungsrat der Reichsbahn find ehrgeizige| fundiger Selte" über die. Mehr belastung gejagt mirh, fimmt Leute. Sie haben sich in den Kopf gesetzt, wo inimer und irgend- ficherlich nicht. Es heißt ba, daß die Einführung des Shiftunden mie fich eine Möglichkeit zum fozialen Rüdichritt bietet, an tages bei Der Reichsbahn für neueingirftellende 72 079 Köpfe ber Spise zu marschieren. Ihr oberster Grundsat ift: jebe 267.27 millionen Mert Mehrbelastung bringe. Die von der DA3. fozialpolitische Berbesserung, die im Reich vorgenommen wird, genannten Zahlen, die sicher von der Hauptnermoltung stammen, darf für die Reichsbahn nicht gelten, wohl aber darf jede fozial laffen erfennen, daß die Reichsbahngesellschaft mit einer durchschnitt politische Berilegierung im Reich bei der Reichsbahn sofort fichen Mehrielaftung von 10 Braz. an Bersonal und persönlichen Rachahmung finden. Nicht einmal die Unternehmer in Industrie Ausgaben rechnet, die durch Einführung des Achtstundentages ent und Handmerf oder die Agrarier haben es mit Borstößen gegen stehen würde. Nach dem Geschäftsbericht für 1927 wurden im Jahre fozialpolitische Berbefferungsmöglichkeiten fo eilig wie die maß 1927 für Besoldung, Lähne und Aufwandsentschädigung 1950 mit gebenden Leute der Reichsbahn. lionen Mart ausgegeben. In dieser Summe find auch die Gehälter der oberen Beamten enthalten, nicht ober die Beträge für Pensionen und Leistungszulagen, die nur an Beamie zur Auszahlung gelangen. So wurde bereits gegen die bloße Möglichkeit der lleber Heichsbahngeridicitsigelse he is a bas tragung des Arbeitsfuggefeges auf die Reichsbahn das Reichsbahngericht angerufen. Eine ganze Reihe folcher Borstöße fäßt sich aufzählen. Der neueste Streich ist die Drohung mit einer neuen Tariferhöhung, um die Verfürzung der Arbeitszeit ber Gifenbahner zu hintertreiben, die sich aus, der beabsichtigten Reform Der Arbeitszeit der Reichsbeamten als Konsequenz ergibt. Der Ber waltungsrat der Reichsbahn hat ein Zahlenungetüm von 250 Mü. lionen Marf Mehrausgaben als Folge der Einführung einer wöchentlich 48ftündigen Arbeitszeit auf die Oeffentlichkeit losgelaffen, um ihr Angst einzujagen. Dle Deffentlichkeit hat bisher jedoch nicht so reagiert, wie es der Berwaltungsrai wünscht. Sie hat die fortwährenden Drohungen der Reichsbahn mit Tariferhöhungen, menn irgend etwas für die Eisenbahner getan werden soll, schon reichlich( att. So wurde in einem Zell ter bürgerlichen, Bresse zum Ausdrud gebracht, daß es nöllig unverständlich fel, warum die Reichsbahngefellschaft das Gespenst einer neuen Zoriferhöhung an bie Wand male, obwohl überhaupt noch nicht feststehe, wie und in welcher Art die fürzere Arbeitszeit bei der Reichsbahn zur Aus führung gelangen wird. In einem Teil der Bresse wird an den fer Jubiläum felern würben. 26er más fir Soffangen! 14 Tage nach dem Jubiläum wurde einem Teil der Arbeiterj das Arbeitsverhältnis gefündigt Darunter befin fich Leuie, die bereite 30, 40 und noch mehr Jahre bei der Fir bejchäftigt find. Verhandlungen des Betriebsrates mit der Firmenvertret über Zurüdnahme der Kündigung fid erfolglos geblieben. allen Arbeiter follen aufs Straßenpflaster gemorien werden. haben jest das Arbeitsgericht angerufen. Den ftionären Dolle geidente, den Arbeitern Entlassungen als Beihna gefcheni. Ist das nicht Ausreizung zum Staffenhoß? Oppofitionelle" Aufblähung. In der Roten Fahne" vom Donnerstag erschien ein bu Fettbrud befonders hervorgehobener Bericht über eine öffentl Betriebsverfammlung bar Belegschaften der Schultheis II. Monopolbrauerei, in der einstimmig befchloffen mu einen Stundenlohn der JAH. zu opfern und gegen den S tungsschwindel anzufómpfen. Der uneingeweihte Lejer Nach forgfältigen Beredningen ist im Betriebs. und 23ernatürlich annehmen, bag fidh die geiamte Belegfchaft diefer bei tehrsdienst bei Durd, führung des Achtstundentages ein Mehr: bedarf ven höstens 35 000 Köpfen erforderlich. Dabei sind Ersparnisse durch Rationalisierungsmaß nahmen nicht mitgerechnet Der für den Betrieb und Berfehr sowie die Betriebswerkstätten von der D23. genannte Wehrbedarf von 58 650 Köpfen ist dennoch viel zu hoch gegriffen. In den übrigen Dienstzweigen mögen die Angaben der Berwaltung über Mehrbedarf an Berfonal annähernd an die Wirklichkeit heran. tommen. Und wie verhält es sich nun mit dem finanziellen Mehr bedarf von etwa 10 Braz. für die persönlichen Ausgaben? Hier wurde anscheinend die Gesamtsumme der persönlichen Ausgaben zu grunde gelegt und dabei auch für den Mehrbedarf an Arbeitern ein Zuschlag von 40 Proz. für Pensionen, Leistungszulagen, Aufwandsentschädigungen hinzugerechnet. Diefer Zuschlag von 40 Brog. ift aber auch bei den Beamten viel zu hoch gegriffen. Die fachkundige Seite der D23. muß von der zu tendenziöfen 3meden genannten Summe von 267 millionen Mart ganz erheb Reichstag appelliert, fich das gesamte Zahlenmaterial zur Durchliche Abftriche machen, wenn sie dem wirtlichen Mehrbedarf an prüfung vorlegen zu laffen. Wir fönnen uns diesem Appell durch aus anschließen. Die übertriebenen Behauptungen der Reichsbahngesellschaft muflen im einzelnen nachgeprüft werden. Das, was in der den Reichsbahngewaltigen nabestehenden Bresse, z. B. in der Deutschen Allgemeinen Zeilung"( r. 361 vom 30. November 1928) non fach | Betriebe mit Haut und Haaren ber RBD. verfchrieben hat und Die Beifungen ihrer Gemerfichoften pleift. Mas es mit fold reflamebaft aufgezogenen Beschlüssen auf sich hat, erhellt am be die Tatsache, daß das Bereinszimmer, in dem diele triebsversammlung abgehalten wurde, ungefähr 50 Be fonen faßt. Dieses Bereinszimmer mar jo leiblich gefüßt. ungefähr 50 Mann, also trapp 5 Broz der etwa 1200 5 zählenden Belegschaft, murde also diefer resolutionäre Befá gefaßt. Dobel ist noch zu bemerfen, daß ein großer Teil der Jammlungsteilnehmer mit 10 bis 13 Bodenbeiträgen im Rüdi ist und infolgedessen an der legten Gruppenmahl bes Berbandes Nahrungs- und Genußmittelarbeiter nicht teilnehmen tonnte der Auffaffung der KPD. Strategen find aber folche Leute, die n nicht einmal den elementarften gewerlichoflichen Berpflichtung nachfommen, die geeignetften, um den Gemerfichasten den rigt K Weg norzuschreiben. Es muß doch um die 35. Aftion der fehr schlecht bestelt sein, wenn sie sich zur Stimmungsmache fol Gaufeleien bedienen muß. Verhandlungen für die Münsterländer Zeglilinduft Personal und persönlichen Ausgaben einigermaßen näherfommen Am Mittwoch finden im Reichsarbeitsminifterium Berband will. Bei sorgfältiger Berechnung wird nonist die Hälftenen über ben Schiebsspruch für die Münsterländer Zert der genannten Summe als Mehrbelaftung übrig bleiben. Diele Mehrausgabe ist jedoch angesichts der auch von der Berwaltung ani ertannien Leistungssteigerung des Verfonols, und der dadurch er zielten Mehreinnahme durchaus erträglich. industrie statt. Von den Terrilarbeitern ift der Antrad Berbindlichfeitsertlarung bes Schiedspruches geil worden. Dos Brotokoll der Berhandlungen des 13 Kongrefies Gewertschaften in Hamburg" it foeben im Berlog hes gemein Deuilchen Gemertschaftsbundes, Berfin 14, mielitrake 6a, 3,73 m. Bundesausschußtagung des ADGB. angehöriger gibt bie Zahl der erwerbsinjen Bühnenmüglieder für schienen. Der Organisationspreis beträgt geb. 4,50, D., bro Bühnerfünstler gewinnen. Die Genossenschaft deutscher Bühnen. 1927 auf 3200 an; fie nimmt an, daß inzmifchen eine nicht unwesents Am Freitag und Sonnabend findet in Kief eine Bundes. cuslugiigung des Allgemeinen Deutschen Geliche Steigerung eingetreten ist. Sicherlich ein alarmierender wertschaftsbundes statt. Mit der Tagung ist auch eine bifentliche Sigung verbunden, in der der DGB. Selretär Eggert über Staat und Wirtschaft" sprechen wird. Auch der Abbruch des Ruhrkampfes wird zur Sprache tommen. Wiederbelebungsversuche an der Zeno. Beamtete Streifbrecher? cs wird aus der Teno? Vor einigen Tagen Ifei purdy tie Breffe die Meldung, es lei beabsichtigt, nur einen Teil der An gestellten der Teno abzubauen und die übrigen ins Beamten Derhältnis zu überführen. Hier ist anscheinend bet gemiffen Peuten wieder einmal der Wunsch der Baier des Gedankens. Auch das Zentrum, das mit dem. Weiterbestehen der Technischen Noi: hilfe anscheinend einverstanden ist, hat früher gerabe gegen die Berbeamtung des Tenoperfonals storfe Bedenfen geltend ge macht. So hat Herr Dr. Schreiber am 10. März 1921 int Reidstag erklärt, cs fei gut, tas feinem Mitglied der Technischen Mathilfe Beamtencharafier beigelegt worden sei. Wir sind," so betonte Schreiber, der Auffaffung, die Technische Nothilfe ist in Wirklichkeit, eine Rotstandsaktion, bie eimmol, wie jeder Notstand, überwunden werden muß. Wir ersehnen den Zeitpunkt, daß an die Stelle einer Technischen Nothilfe ein verfeinertes und verbefferies Schlichtungsverfahren und mehr und mehr ein gesteigertes soziales Rerantwortungsgefühl tritt." Bir ichreiben heute nicht mehr 1921, sondern 1928. Die Ver. hältnisse sind heute in Deutschland viel mehr gefeftigt als vor sieben Jahren. Wenn damals feine Berbeamtung notwendig mar, dann heute erst recht nicht. Wozu aljo nach fieben Jahren noch faule Kompromisie, die man vor sieben Jahren ablehnte? Die Zeno ist abbaureif, fie ist auf alle Fälle überlebt. Fort mit ihr! Erwerbslosennot der Bühnenfünstler. Eine Kulturpflicht. Biele Ursachen wirten zusammen, die seit Jahren jene starte Erwerbslojennpt unter den Bühnenfünstlern erzeugen. Ein vol. fommen zutreffendes Bild über Umfang und Dauer diefer großen Not ist nur schwer zu gewinnen. Die amtliche Arbeitsmarffstatistik bildet gerade für diese Berufsgruppe und bei der Eigenart des Berufes höchft unzureichende Anhaltspunkte. Für die 2rbeitspermittlung fommen öffentliche Einrichtungen fast gar nicht in Frage. Bon der risenfürsorge waren die tünstlerischen Berufe trotz der großen Erwerbslosennot früher aus. geschlossen; erst die fezte Neuregelung durch den sozialdemokratischen Arbeitsminister brachte barin eine Aenderung. Eine besondere Härte besteht, nebenbei erwähnt, für die Ar. tiften, denen die Rechtsprechung ihre Arbeitnehmereigenschaft streitig macht und sie so um ihre Schutzrechte bringt. Aus diesen und vielen anderen Gründen, die in der Eigenart des Bühnen fünftlers fiegen, läßt sich auch von der Zahl der Unterstützungs empfänger her fein zutreffendes Bild über bie Erwerbslosennot der Tatbestand, der die Berpflichtung zu größter Hilfefefftung auferlegt, um fo auch den fulturellen Schädigungen entgegenzu wirken. Unter solchen Gesichtspunkten geminren die Rotstands. maßnahmen der Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger ihre besondere Bedeutung. Ihre Erwerbslosenmander. bühnen stellen in materieller und fünstlerischer Beziehung eine außerordentlich jegensreiche Einrichtung bar. Unter den schwierigsten, Umständen wurde in die fleinften Stähte merivolle Theatertunit getragen. Wie Kriti und Erfahrungen jelgen, ftanden die Belftungen auf einer bedeutenden fünstlerischen Hobe. So wurde auch durch diese Art der produfiiven Arbeitslofenfürforge ben erwerbsfoien ünstlern, wenn auch nur für eine furze Spamme Seit, die Möglich, felf zur fünstlerischen Arbeit gegeben. Leider einem piel zu fleinen Teil. Es ist deshalb zu begrüßen, daß die Reichsanstalt füz Arbeitsvermittlung und Arbeitslojenversicherung diese Selbsthilfe einrichtungen der Bühnengenoljenschaft auch in diesem Jahre aus Mitteln der produktiven Arbeitslosenfürforge unterstügt, um fo stellenlosen Künftlern Gelegenheit zur fünstlerischen Betätigung zu geben. Leider ist das auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Reich, Länder und Gemeinden sollten gleichfalls mehr wie bisher auf diesem Gebiet tun, Gonderfürsorge für Saisonarbeiter. Neue Vorschläge. Der Borschlag des Berwaltungsrats ber Reichsanstalt zur Regelung der Soifonarbeiter unterstützung in der Ar. beitslosenversicherung ist, wie es scheint. bereits in ber Berfenfung verschwunden. Die neuen Bläne für eine Umgestaltung der Saisonarbeiterunterſtügung, die zurzeit im Reichstag cre pogen werden, gehen dahin, eine Senfung der Beitrags fäge für die Saifonarbeiter vorzunehmen und feine Bedürf tigteitsprüfung einzuführen. Man will also niedrigere Unterstübungsfäge für die Sailonarbeiter fchaffen, ble gleich Dom Beginn der Unterstügung an gelten. Diese Lösung scheint uns teine Verbefferung gegenüber den Vorschlägen der Reichsanstalt. Ein starkes Kapitalistenstück. Wie Aktionäre und wie Arbeiter abgefunden werden. Ein Dollar Regen hat die Zementfabrit emoor a. d. Ofte beglüdt. Sie hat aus den amerikanischen Freigabegeldern 400 000 Dollar erhalten. Das find 1,68 Millionen Reichsmart oder rund 44 Proz ihres Aftienfapitals. Man will bas Gelb den Attionären in Form von Gratis attien schenken. Für die Arbeiterschaft hat man ,, Besseres" als schnöden Mammon. Am 31. Oftober 1928 wurde ein Meister für 50 Jahre ununterbrochene Tätigkeit gefeiert. Borte des Dantes wurden an ihn gerichtet man überreichte ihm ehe goldene Uhr. Zu der Feier waren die Angestellten, die Meister und auch ein Teil der älteren Arbeiter geladen, die sich im stillen freuen fonnten, boß auch sie bald ' n Berlin ist von einigen Gewerkschaften unter Führung des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes die Berliner Elektro- Hütte GmbH. Bar in SO 36, Elisabethufer 5/6, Tel.: Moritzplatz F1 4532 Das Urteil des Condesarbeitsgerichts zu Duisburg 24. November im Ruhreisenstreit erscheint ungefürst cis Sond heft( heft III) der Sammlung„ Grundsägliche Entscheidungen Lanbesarbeitsgerichts zu Duisburg" im Bericgshaus B. Ech Duisburg, zum, Breise von 60 Pt. Achtung, SD. leert Freitag im Balais des Zentrums, Stefen thaler Str. 1. om hedefeen Mart. äußeth pigtige rettions gung. Sacesorbnung: 1 Die kommenden Kommunalwahlen. Ref. Bizgat mrifter Genelle Cmationsangelegenheiten. Ritgliebsbud bop Texts und Gemertidofi. dient als Nuerais.. Bez rottisesnorens. Zentralverband der Ungefteften, Detsgruppe Stoh- Berlin, Betriebs Angestelltenratsmitglieder Freitag, 7, Desember. um 19 Uhr, Berfamm fr Sie im Zentrainerpand her Angestellten organisierten Betriebe und geftelltentatemitglieber im Großen Eaal des Gemerfichaiishanics. Berlin eo, Engelufer 24-25. Tagesordnung: Die Birtiamteit ber Betriebenertreinngen Entlaffungsfchuk und Arbeitsgerigtsbarkeit." Referenten: 1. Sollege Jetish, Betriebsratsmitglich bei der. 2. Rollege Sans Gottfurcht, Be mächtigier. Butritt nur mit griebsbus und mit bem von uns abgestem ten und unterzeichneten Setriebstäteausmeis des Uf- Deistaries. Freie Gewerffchafts: Jugend Groß- Ber Seute, Miliwoch, 19% Uhr, tegen die Gruppen: Zentrum Jugend Rehbanider Str. 24-25. Selmbesprechung. Berbondsbuchlonirali Weißenfee: Gruppenbeim Weißenice, Bortiz, 86. Unter uns. town: Jugendheim Bezaftr. 29( of). Seinhofprechung und Brettipielche Berbaubsbuchtontrove. Süden, Sübwesten: Stäbi. Sugen bheita Dorit ( febrifgebaube). Belmbesprechung. Brettipielaben. chiung, bringt Brettspiele mit! Baumscholen meg: Sugenbheim Baumidutenea, Ernftit Sembesprechung. Berbandsouchfonirolle. Rarbtre's: Jugendturius G Sonnenburger Gir. 20. Thema: Sugenhofadologie Berbeverental bes Offreifes im Reformreclamantum Berlin- Bidenberg, Tartane. Kniseade, rsitatieren, Beltstänge, Juger bipiet, preder Fabrite Berle son Zoller, Emonisal, gerich, Griser, Savageiser uns Briger. Eis frei. Beginn 19% Hbr. Jucendoruvve des Zentralverbandes der Anaeffeff Ge Seute, Mittwoch, fingen folgende Beranstaltungen Rait: brunnen: Jugendheim Schönftebiftz, 1( gedigenheim). Seimbefore nb Bahl bes Sugenbreitets, onthießend Ruzarefetate.-Stralau: Su heim Goßlerftr. 61. Gruppen beforeuung und Behl des Jugendleiters. fen: Jugendheim Behmilche Etc. 144. jus der Bezorbegirlsveria fins eibo: Jugendheim rangelt, 128, Beimbefprechung und des Jugendleiters. Spanbau: Jugendheim Linbenufe: 1. Seimbesprechu Wahl bes Jugendleiters. Die Spartake der Bant der Arbeiter, Angeftellten and Beam 2.- 6. Berlin, Ballifr. 65 ift fönlich mit Ausnahme von Sannah Don 9-3 lbr und 4-6 Ubr. Sonnabends von 9-1 Uhr geöff Berantwortlich. Politit: St. Curt Geyer; Bizfidaft: 6. Klingel Gewerffaaftsbewegung: 3. Steinez: Feuilleton: R. S. Difdez; 2 Bering: forwärts- Berlag Gm b S Berlin and Sonfrices: Frix Raritäbt: Anzeigen: Eb Glade. fämtlich in Berlin Prud: Forwärts.Budbrud und Berlaasanftalt aul, Sinaer Go Serlin Pinduftrant Siezzu 2 Beilagen unb Unterhaltung und Biffen*. Bei Mieren, Blasenleiden sowie Stein- und Zuckerblidung, zur Harnsäurezersetzung- und Ausscheidung Stern Engel Zee( giftftet) Aerztlich empfohlen. Zu haben in den Apotheken. Beweis material cratis. Fabrik Ve etablischer Helimittel, Bad Schandau/ Eibe. gegründet worden. Elektro- Installa'lonen jeden Umfanges; prels werte Bezugsquelle für Beleuchtungskörper usw. Bis auf weiteres wird eln Posten Beleuchtungskörper billig gegen bare Kasse verkauft ger sba rfü Der be Tr. 573 45. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Mittwoch 5. Dezember 1928 Der nt ber Sien unt Bu Don fie et ūd за 1154 ове In te or 077 tag ise) is Mk. Mk e str. t ling chad Reichstag und Landwirtschaft. Ende der Agrardebatte./152 Anträge./ Sozialdemokratischer Antrag auf Erhöhung des Gefrierfleischfontingents abgelehnt. Bar Eintritt! in die Tagesordning proteftiert 2bg. Er. Brest] ( Bp.) gegen einen Beschluß des Zeliestenrats, burch den die Berteilung der Ausschußsize zuungunsten ber ittihaftsporte geändert worden fet. Zu folchen Befchlüffen jei der Aefteftenrat nady ber Geschäftsordnung gar nicht berechtigt. Nach einer Geschäftsordnungsdebatte wird auf Antrag des Abg. Dittmann( S03.) befchioffen, in der Kommissionsberatung den Zustand wieder herzustellen, der vor dem Beitritt der Deutschen Bauernpartei zur Fraktion der Wirtschaftspartei beftand. In der dann folgenden Forliegung ber Ausspräche über bie Rot der Landwirtschaft führt Abg. Freybe( Mp.) aus: Die Siedelung von Bauernichnen In der Ditmart müsse gefördert werden. In der Michwirt. Ichaft sollte die Landwirtschaft zur Standardisierung ihrer Baren übergehen. Die Bollerhöhung für 3uder fei zu begrüßen, aber fie dürfe nicht zu einer Liebesgabe für die Großinduftrie merden Das zollirele Gefrierileiichtontingent müffe vollfommen aufgehoben werden unter allgemeiner herablegung des be stehenden Zollfages. Die landwirtschaftlichen Genossenschaften wir den von vielen nur benutt, um sich ein bequemes und beschauliches Leben zu verschaffen. Die Landwirtschaft tonne nur gemeinsam mit bem Mittelstand an der Behebung ihrer Notlage arbeiten. Sm Tusschuß wird man einen nicht unbeträchtlichen Teil dieser Anträge beiseite schieben müffen, nämlich folche. bei denen die An tragiteller niemals angenommen haben können, daß diele Anträge in Erfüllung gehen. Immer spricht man Don der Notlage ber Landwirtschaft. Wir erkennen fie in einem gewissen Maße an, wenden uns aber gegen Uebertreibungen. Bir sehen, Große öffentlicht sozialpolitische Film- und Vortragsabende beiter Wohlfahrt, Berlin SW. 68, Lindenstraße BEZIRK TIERGARTEN: veranstaltet vom Bezirksausschuß für Ar3. Donnerstag, den 6. Dez 19.30 Uhr( pünktl.), Patzenhofer Brauerei, Turmsir. 25 1. Rezitation: n, Margarete Merrbach: Die Kommenden( M. Beutler). Der Arbeitsmann Richard Dehmel). Die befreite Arbeit( Max Barthel). 2. Angorache Regierungsrä in Genossin Hedwig Wachenhaim, Md. L: Was 3 Helme u. Einri htungen der Arbeiterwohlfahrt( Arbeiterwohlfahrts- Film). Ist, was will die Arbelerwohlfahrt?" BEZIRK NEUKÖLLN: za Reading( Oskar Wilde). Freitag, den 7. Dezember, 19.80 Ukr( pünktl.), Städt. Lichtspielhaus, Bergstraße 1. Rezitation, Margarete Merrbach: Aus der„ Ballade von dem Zuchthaus 2. Ansprache, Regierungsrat Krebs: Das Los der Strafentiarsenen". 3, Die Ausgestoßenen( Martin- Berger- Film). Fintrittspreis 25 Pie Inhaber eines Loses der ArbeiterwohlfahrtWeihnachtslotterie frei! Eintritiskarten sind an den Abendkassen zu haben. fich für die Zumuhmg, ihre Steuern, dazu permenden zu lassen, daß unwirtschaftlich geleitete Betriebe über Basser gehalten werden! Bohin soll es führen, wenn nach diesen Anträgen Hunderte von Millionen hergegeben werden! Wieviel schwerer ist die Rotlage her Arbeiterschaft! Die ganze Schuhindustrie macht Kurzarbeit megen des Abjagmangels. Bei den Bauerndemonstrationen, deren Wiederholung die Freunde Mussolinis, mie jener Herr v. Rohr, schon wieder ankündigen, wird von pernerfer Sozialpolitiz geprochen, die Arbeitslosenversicherung wird als eine ftaatfidje Brämie auf gaulheit hingestellt. So macht man feine Biriſchofse politit. Man wird sich daran gewöhnen müssen, die städtische Bevölkerung zu achten und die Arbeiterschaft nicht zu beleidigen. Bir merden ernstlich prüfen, mas im Interesse der Landwirt fchaft getan werden muß. Bir erinnern uns aber, wie schon vor 30 Jahren die Agrarier ertiärten, man müffe| chreien, jchreien und man würde evil. unter die Sozialdemokraten gehen. Es wäre eine verdienstvolle Arbeit für einen Stubenten, einmal aus ben Aften des Landbundes nad zuweilen, mie in jedem Jahr dargefan murde, daß die ganze Landwirtschaft vor dem Ruin stche. Die Arbeiterschaft fragt sich, ob das mit den Subventionen für die Landmirijdjaft fo wettergehen fam. Auch Dr. Hermes hat Erhöhung der Getretbezoffe verlangt. Dabei haben wir in dieser Debatic doch immer wieder gehört, wie die Bölle den Rüdgang der Preise nicht gehindert haben. Wir wünschen, daß der Landwirt einen angemessenen Breis erlange. Wie man aber trotz der Wirtschaftstonferenz in Genf eine Erhöhung der Getreidezölle verlangen tann, ist erstaunlich. Meine Fratiion ift dafür nicht zu haben, auch der Weinifter bat dagegen gesprochen. In der Zu dergolffrage ist der Boriolag bes Ministers, daß nämlich trog 3ollerhöhung eine Berteuerung nicht eintreten wird, von uns mit veranlaßt. Benn eine solche Einstellung zu Bodirogen sich im Hause durchschen würde, wäre über die ganze Sache vielleicht zu reden, Abg. Tanken( Dem.): Alles, was der Bauer erzeugt, liegt unter dem Durchschnitt des Breisniveaus, das für andere Waren in Deutschland gilt. Bel der Pferdezucht ist das Breisniveau fogar auf 70 Broz. des Friedenspreises gefunten. Jebes vertaufte Rind, ab mager oder aufgefüttert, bedeutet einen Berluft infolge des tatastrophal gefallenen Breifes. Die riesige Berfchuldung zwingt zur Herableßung ber Lebenshaltung. Nach Berluft des Kapitals ift der Großgrundbesig viel schwerer zu bewirtschaften, er darf nicht daß die Spartätigkeit in der Landwirtschaft steigt. Der Reichever fopiel ausgeben wie vorher, er muß einen Teil feines. Befizes ab band der landwirtschaftlichen Genossenschaften teilt aus den Erstoßen an den Staat, der im weitergibt an die Siebler. Die Bergebnissen einer Umfrage, die er cm 1. Juli 1928 an die angemaltung bereitet der Siedlung Schwierigkeiten, mir brauchten dafür schloffenen Landes und Brovinzialnerbände gerichtet hat, mit, baß eine Zentralftelle mit genügender tocht, etwa das Landwirtschafts- bei 1300 fändlichen Spar- und Darlehnskaffen ein Einlagenbestand minifterium. Bon einem landwirtschaftlichen Einkommen non 871,7 millionen Mart vorhanden war, banon 647,2 Millionen 8500 M, müffen 4500 mt. Steuern fami Rentenbankzinien gezahlt Spareinlagen und 224.4 Millionen tägliches Geld. Das ist nur ein merden, dagegen non einem Renteneinkommen von 12.000. noch Teil des Gesamtbestandes in Deutschland.( Burufe rechts.) Sie feine 3000 D., und dabei braucht man nicht zu arbeiten mit feinen werden doch nicht behaupten mollen, daß die Landarbeiter diese Angehörigen, sondern tonn auf dem Sofa liegen und Pfeife rauchen. Summen eingezahlt haben!( Sehr wahr, links.) Gemiß ist das Dozu tommt, daß die Landwirtschaft meistens die gesamten Sozial Borkriegstapital noch nicht wieder erreicht, aber zwei Fünftel beiträge zahlt. Der Weg zum Heil der europäischen Landwirtschaft, bason find im Reichsverband der landwirtschaftlichen Genossenschaften hie, mit 13 000 Kilometer neuen Grenzen zu rechnen bat, führt zur Auch der Befizwechsel der landwirtschaftlichen Betriebe ist nicht so mieder angesammelt. Das ist doch eine erhebliche Kapitalbildung! Beseitigung der innereuropäischen Zollgrenzen md zur Errichtung einer einzigen Boffinie um ungeheuer. Nach der preußischen Statiftit betrugen die Zwangs. Europa herum. Cine dauernde Förderung der fandwirtschaft veriteigerungen im Durchschnitt 1907 bis 1913 an Grundstüden 2320 lichen Genossenschaften lehnen mir ab, denn mir wollen freie Ronmit einem Flächeninhalt non 24 015 Heftar jährlich. Bis 1923 maren urrenz und freien Handel erholten. Die lozialdemokratischen Be- diese Sahlen auf 169 Grunditude mit 2840 Heftar zurückgegangen, ftrebungen nach einem Getreide monopol befämpfen mir mit fie betrugen 1926 mieber 1040 Betriebe mit 20 783 hektar, und aller Energie, ebenso wie alle zwangswirtschaftlichen Bersuche, die 1927-1339 Betriebe mit 32 000 Hektor, find also heute noch gefchaftsrat, der die Preise für Rindnień, Schweine und Getreide entdoch in erster Linie neue Behörden errichten wollen. ringer als nor dem Kriege. Bestielen und Dipreußen mird festgestellt und w In der Dentfcrift über die Berschuldung der Landwirtschaft in daß die Schulden großenteils gemacht worden sind für Brivatzwede, für Londonfauf, Gebäudereparaturen, moderne Neubauten vius. Ueber die Art der Berschuldung, d. h. die Ursachen, ist nach dieser Es follte Denkschrift die Bevölferung ger nicht gefragt worden. einmal genau geprüft werden, wofür die Gelder permendet worden sind. bg. Dr. Horlacher( B. Bp): Die eminente Bedeutung der grarwirtschaft wird non immer weiteren Kreifen erfennt. Auch elegige. Regierung hat den Grundsay anerkannt, baß bos Sern. problem für die deutsche Wirtschaftspolitit fein muß: Wiederher ftellung der Rentabilität der deutschen Landwirtschaft, Wir bronchen cine arganische Zusammenfassung der Bauern, die Trennung in Bish, Fleisch, Milchbauern usw. muß aufhören. Eine Unitarifie rung und Unifizierung des Genoffenfchaftswefens tehnen wir entfchieben ab, die freie Enimidfung bei staatlicher Beobachtung ihrer Tutigfeit muß den Genoffenfóaften bleiben. Wir wollen nicht übertriebene Zölle, fondern nur solche, die dem Landwirt einen gehat von einer besorgniserregenden Lage her Landwirtschaft ge Wir wenden uns gegen die Berallgemeinerung, auch Dr. Hermes rechten Lohn für seine Landwirtschaft sichern. Bergebens habe ich( prochen. Er hat eine Erhebung herangezogen über bie Budy mich bemüht, die Sünder in der Reichsregierung herauszubringen. Führungsergebnisse von die die Bierfiever erhöhen wollen feiner will es sein. 2 Broz. der landwirtschaftlichen Betriebe! Die Außerdem ftammen diese Buchführungsergebnisse aus dem Material bayerische Sozialdemokratie wird es nicht wagen bilrfen( mit por Aufregung überschlagender Stimme), dem Arbeiter 6 bis 7 M des deutschen Landwirtschaftsrates. Und eine genaue Nachprüfung monatlich auf diese Weije wegzunehmen. Ueber das Getreide ist die deutsche Landwirtschaft heute jo meil organisiert und geschult, hat bereits zahlreiche Fehlerquellen ergeben. Uebrigens monopol fönnen wir mit der SPD. reben, wenn sie dem Bauern daß man diele Milchmädchenrechnungen nicht glauben wird. Berzinsung seiner Anlagen und gebührenden Lohn gewähren will. Abg. Schmidt- Köpenid( Soz.). Bem der Borrebner freie Birtschaft unter meitgehender Beob achtung des Staates fordert, to ist das fon teine ganz frete tri [ aft mehr. Biederholt hat der Reichstag die Borlage einer Dent, fchrift über die wirtschaftliche und foziale Lage der Bandarbeiter und die Belgütung ber Landwirt Ichaft durch die Beiträge für bie nzialversierung und andere foziale Einrichtungen gefordert, auch über bie e teuerung. Es wäre wirklich seit, biele Dentichrift endlich einmal porzulegen, damit man die Wahrheit erkennt. Dann wird man fehen, daß die Hauptmaffe der Steuern von ber städtischen und in duftriellen Bevölkerung aufgebracht wird. d Man fann nicht zehn Jahre lang immer wieder behaupten, daß man jährlich 10 bis 20 Broz der Substanz zusetze, wenn nämlich Zölle nicht heraufgefeht werden, um einzelne zu bereichern und den Massen die Lebensmittel zu verfeuern. Darum find wir auch für das Getreidemonopol, wir wollen fiabile Getreidepreise, mir wollen, daß der Landwirt für feine mühselige Arbeit lohnt, denn wir wissen, daß davon auch die feinen Ertrag einen angemessenen Preis bekommt, der ihm auch Existenz der deutschen Landarbeiterschaft abhängt. Bir haben uns in unserem Agrarprogramm und in Auffäßen von Dr. Bade in diefem Sinne ausgesprochen und bleiben dabei. Unser Berlongent noch einer Kontrolle über den Morft begegnet sich mit den Forderungen des Präsidenten Brandes nom Deutschen Landwirtsprechend dem Lebensinder stabilisieren und dafür coff. auch, dos Monopol einführen will. Wenn wir für folche Pläne enigegen ber Meimung des Abgeordneten Tangen eine Mehrheit im Hause finden, fo werden wir das begrüßen. Es ist durchaus berechtigt, die Preisgeftaltung der Produkte nicht der Landwirtschaft allein zu überlassen, die nur 25 Proz. der deutschen Bevölkerung darstellt. In der Debatte ist von der besonderen Hilfsbedürftigteit Ojt preußens unb pommerns nicht gesprochen worden, mir aber halten gerade dort die Hilfe für besonders erforderlich. Und bo dortige Großgrundbefize in befanders ungünftigen Berhältnissen fein fallen, will unser Antrag fie unter gemeinwirtschaftliche Führung ftellen, wie das Dito Braun schon im Herbst 1920 in der Preußischen Landesversammlung vorgetragen hat. In bezug auf die Landflucht ist mohl zu unterscheiden. Gegen die naturlige Landflucht, daß das Bolt nach den Städten strömt, ist bei der ungeheuren Spanne zwischen den Landarbeiter. und den Industrielöhnen gar nichts zu machen. Bauernföhne und und dafür merden Landarbeiter eingestellt. Geht es dann in den tochter gehen in die Städte, um den höheren Lohn zu verdienen, Städten schlecht, so beziehen die Bauernfinder die Arbeitslofemunter ftügung, auf die Sie( nad) rechts) schimpfen. Wir unterstügen alle Maßnahmen, um die Lage der Landarbeiter zu verbessern und fordern deshalb die Angleichung der Löhne. Die Kommunisten beantragen, diejenigen Bauern. bie feina sna genannte dernahrung haben, die sogenannten Familienbetriebe, voltommen fteuerfrei zu laffen. Bürde der Antrag sich nur auf die bedürftigen Bauern dicjer Art beziehen, so fonnten wir für iha ftimmen, fo aber freuen sich nur die Großgrundbesizer und ihre Anwälte da drüben( ouf die Rechte meisenb) darüber. mie mir das bei jeder Bohnperhandlung hören. Im Frühjahr diefes Jahres haben wir die bisher beften Lohnerhöhungen in der Band wirtschaft erzielt, und das in einer Zeit, wo eine besonders schmere Rottage behauptet wird. Der letzte Band der Buchführungs ergebnisse behandelt die Verschuldung und die Statiftif zeigt einen Betrich als vollständig gefund, der nach seiner Bilanz famere Ver. lufte gehabt haben soll. Bir haben also allen Grund, derartigen Angaben mit großem mihirauen gegenüberzustehen. Die deutsche Arbeiterschaft, die man bei jeder Gelegenheit beleidigt, mie lengthin bei der Arbeitelofigkeitsbebatte, wo man gefagt hat, bie Arfo mürbe man fagen, ble Sozialdemokratie habe keine Anteilnahme better wollten fieber Staatsreniner fein, als arbeiten, bedankt Mit dieser Flut von Anträgen und dieser zweitägigen Debatte ist nennenswertes nicht zu erreichen. Wir selbst bedauern, daß man darüber so viel redet. Würden wir uns aber daran nicht beteiligen, an dem Geschid unferer bäuerlichen Bevölkerung. Im Ausschuß . 9 Ա nzel nky ndra sp 2.0.30 Belge tnet An unserem Strickwarenlager mit seiner enormen Auswahl der sehönsten Strickjacken, Westen, Kleider, Pullover usw. finden Sie die praktischste und me tigsten Weihnachtsgeschenke, u. a. Stridikleider aus wunderbar weichem. edlem Material, Rock und Kragen, der offen und geschlossen zu tragen ist, mit andersfarbigem Paspot abgesetzt. mit aparten Fadenstreifen 1. buntem Gürtel 22: Jugendlicher Mantel au8 vorzüglichem Ottomane mit vollem Bubipelzkragen u. breiten Pelzmanschetten, ganz auf ele gantem Futter, mit Gürtel und Schnalle: eid prächtig. Mantel für unsere jungen Damen 59: As Blusenlager, dessen riesige Bestände sehenswert sind. sehr verteilhafte Festgeschenke von einfachen bis zu den ele gantesten Modellblusen. Schöne, welche, mollige Bluse aus vorzüglichem FlaBell mit hübsehem Schalband. Doppeltäschehen. Gürtel 8. 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Aber man darf nicht alles allein vom landwirtschaftlichen Standpunkt aus betrady ten, sondern muß bedenfen, daß das alles zujammenhängt mit der ganzen beutschen Boltsmirtschaft.( Lebh. Beifall bei den Eng.) Reichsernährungsminister Dietrich beantwortet bonn bie Interpellation zugunsten des Beinbanes Er meist darauf hin, daß die Finanzamter non fich aus nach Ein gehen der erften Rachrichten über bie Frostschäden bereits Steuer. erleichterungen gemährt hätten. Begen geringen Einfommens und Bermögens feien die Winzer von den Reichsteuern großenteils überhaupt befreit. Die Zinsen der Bingerfrebite murden zunächst bis zum 31. Dezember geftundet. Der Minifter ftellt feft, daß er fich im Einnernehmen mit dem Reichsfinanzminister aber angesichts bar Finanzlage des Reiches nicht in der Lage sehe, für die betroffe nen Gebiete von Reichs megen neue Hilfsmaßnahmen zu treffen. Wegen der Rudzahlung der am 31. Dezember fölligen 30 Millionen ingertrebite stehe er mit dem Reichsfinanzminster in Berhandfungen Die bisherige Art der Unterstügung der Binger, fo erflärte der Minifter zum Schluß, fann schon allein aus finanziellen Grün, ben nicht mehr fortgelegt werben Sie entspricht auch nicht bem richtig verstandenen Interesse des Weinbaues. Der Beinbau muß fich auf eigene Füße stellen. Der Minister erfudy weiter um 2blehnung des Antrages ber Wirtschaftspartei auf en berung der Gefrierfleif verteilung. Jest würden nom Gefrierfleischiontingent 77 Broz ber Gemeinden, 23 Broz. den Konsumvereinen zugewiefen. Bei An nahme des Antrages würden die Fleischer nur so ihres Fleisch verbrauchs mehr erhalten. Der Antrag habe allo gar feine praf tische Bedeutung, fondern nur eine parteiagttatorische. 300 Die angeregte Erhöhung der Getreidesölle würde nach dem Er. gebnis der Preisflatiftit die erwartete Wirkung auf die Getreidepreise nicht haben. Mit dem sozialbemotratischen Rebner bin ich ganz boria einner Ianben, daß die Subventionspolitif aufhören mußDan tann es aber taim Subventionen nennen, meru Strebite gedeben merben 2 3inslägen, mie fie die Landwirtschaft eridhmingen. Daß Demonftrationen feinen 3med haben, werben die verständigen Landwirte schon eingesehen haben. Es ist auch richtig, baß die Arbeit für bie Sanhmirtschaft ungeheuer erschmert mirb, menn in Raben auf dem Sande die städtische Benöllenmag verlegt und be leidigt wird. Br wollen gemeinsam in fachlicher Weise an ber Abstellung der landwirtschaftlichen Stotftande arbeiten. Abg. Williten- Hannover( Rat- Soz.) perlangt eine Erhöhung Ber 3ölle, die Berhinderung der Einfuhr von Gefrierfleisch und JEDER MANN liebt es.dass seine Frau frisch und ausgeruht aussieht! Hausarbeit macht müde und alt. Kaufen Sie ihr als Weihnachtsgeschenk einen O- Cedar Mop und eine Flafche O- Cedar Politur. Sie wird sich freuen und guter Laune sein. O- Cedar ist das HausfrauenJdeal für Reinigung und Staub vertilgung. Es gibt nichts Besseres für Hygiene im Haus als O Cedaru. kein passenderes und nützlicheres Weihnachtsgeschenk. emberen enstänbifchen Bebensmitteln. Der heutige Staat fel ein Bucherftaat.( Der Redner erhält einen Ordnungsruf.) Abg. Meddenriep( Chrifti. nat. Banernpartei): Jede Umftellung erfordert Betriebskapital, und daran fehlt es heute der Landwirt. Ichaft. Die Landwirtschaft muß gegen die Ucherschwemmung des Marites mit ausländischen Lebensmitteln gefchügt werden. Die Rede des Ernährungsministers hat uns nicht sehr hoffnungsvoll geftimmt. Abg. Dreml( Wirtschaftsp.) beantragt zur Geschäftsordnung pegen Jufeceffenlosigkeit des Haules Bertagung auf nächsten Dienstag. Abg. Lobe( S03): Bei diefer Bertagung müßte mit ber og fiteit gerechnet werden, daß die Debatte vor Weihnachten nicht mehr erledigt wird. Die Intereffenlofigteit des Hauses war nicht mur bei ben legten Ausführungen zu bemerfen, fondern es waren B. bei der Rede bes Abg. Tangen von der Partei, die jetzt den Bertagungsantrag stellt, mur zwei Mitglieder anwesend. Der Bertagungsantrag mich abgelehni Abg. Haag( Dnat.) bespricht die Notlage ber Minzer. Abg. Dietrich( Somm): Die Gefrierfleischfrage ist für die ar beitende Benölferung von größter Bedeutung. In namenitiher oftimmung wird ein tommunistischez Antrag bas zolfreie Einfuhrtontingent an Gefrierfleifdh von 50 000 auf 130 000 Tonnen zu erhöhen mit 212 gegch 186 Stimmen bei feds Enthaltungen abgelehnt. Der fozialdemokratische Antrag auf 120 000 Zonnen Einfuhr fontingent wird in einfacher Abst mung abgelehnt. In beiden Fällen filmmten nur Sozialdemofre.cn und Kommunisten für die Anträge Der Ausschußantrag, bas Rontingent unverändert bei 50 000 Tonnen zu belaffen, wird angenommen. Rach 8 Uhr abends pertagt fich das Haus auf Dienstag. ben 11. Dezember, nachmittags 3 Uhr: Gastriegverbot, Ent Laftung des Reichsgerichts, Uebergang der Wasserstraßen von den Ländern auf das Reich, Unfallversicherung. SAJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin infendungen für biele Jubri? nur en bas Jugendfehretariat Berlin SW 68. Lindenffraße 3 Sesiofiftife Gülergemeindeft: Seniz, Mitoch, 19 Uhr, affenfue Graftion ein. ohne wesentlich Neues norzubringen. Abg. Graf zu Stolberg( D. Bp.) tritt für tie Anträge feiner undgebung in der Wulq bes Rölnischen Gymnafiums, Juſelſtr. 3-5. Aba Gandorfer( Baner. Bauernbund) sagt u. a.: Heute bei Sigungsbeginn fei fast das ganze Haus einig gewefen, ums zolf Bauern ble Mitarbeit in den Ausschüssen zu vermehren. Abg. Meyer- Hammoner( D.- Hannover) fordert u. a., daß pol. nisches Bich und Fleisch nicht eingelaffen werde. Henze( Christl. nat. Bauernpartei) und Freybe( Birtschaftspartei) Rach weiteren Reden der Abgeordneten Kramm( D. Bp.), spricht noch Abgeordneter Schmidt- Röpenid( Soz.): Dex Singkreis fingt bei der Rundgebung Der Rampf um die Sonle" heuze, Mittmad), 19 1, in her ule des Röllnischen Gymna ftums, Infelfer. 2-3. Treffpunkt bis 18 Uhr U.Bhf. Jnfefbrüde. Conntag, 9. Dezember. Mirkung bei bez Beranstaltung im Blanc tarium. Treffpunti 10% Uhr 1881. 300. Heute, Mittwoch, 19% Uhr, Mitgliederversammlungen: Beloneplay: Selm Elifabethkirchfit. 13. Welten: Seint Blowftr. 88. Webbing: Heim Turiner, Gde Seefiaße. Balienplag: Beim fiter Etz. 4-5. Reidenberger Biertel Heim Briger Str. 28-30. Charlottenburg- Nord: Belm Olbersfirage( Städtischer Spielplas). Tempelhof Seim Germania traße 4-6. Faltenberg: Seim im Gemeinschaftshaus( Gutshof). mit Bot frag: affe und führer. Frichrishagen: Beim Friedrichstr. 87. Reu- Eid tenberg: Friebrichsfelbe: Seim Schloß-, Celtfriedrichsfelbe. Saint Sauffzaße. Bidhtenberg Be: Seim Gornmeberfir. 29. Suman Biertel: Beim rangelfir. 128: Funktionärisung pünktlich 20 Uhr. Rorben: Seim Borging, Cde Graunstraße: leben. Jeber muß pünktlich erscheinen. Wir wünschen, bas Siedlungswefen beim Reichsarbeits ministerium 3 Jaffen. Wenn auch die labertragung an bas Gr. nährungsuninifterium beantragt worden ist, le gibt uns bis Zugelag ein Connenburger Str. 20: Biz unb bas Reichsbanner" hörigkeit bes Minifters zur Demokratischen Bartei noch nicht die Gemähr, daß auch das ganze Ministerium demokratisch ist. Da. gegen hat bas Reichsarbeitsminifterium in der legten Zeit Fort fritte in ber Bandarbeitersiedlung bewirkt. Die meisten der norliegenden Anträge merben Ausfüllen übermielen angenommen merden 3entrumsanträge, die Regierung zu erfuchen, Mittel und Bege ausfindig zu machen, um balbmöglichst eine Erleichterung der Belastung der Landwirtschaft burch Rentenbankzinjen zu erwirten und eine Dentfchrift dem Reichs tag vorzulegen über bie Urfachen der zunehmenden Einfuhr aus. ländischer Rahrungsmittel. Sil Zum Bleichen ohnegleichen! Bezhchegir Sightenberg: Seim Gusterf. 44. Zibilbernorttag: Reuseit fiche Gymnaftit". Berbabeziri Bellen: Berbabezirksnorfandsfigung im Seim Rafinen ftr. 4 Jugendbeiräte nb eingeladen. Sosialistische Gälezgemeinfraft Rentals: Treffpunkt 18 Uhr am Stathous Reutsun( Bahn). es it fit einer jeben Genpffin und Genoffen, fch gr ber Runbgebung beteiligen.( 19 2hr in der Aula bes Runifchen Gnmus funs, Safelitr, 23, 11.Bhf. 3nfelbrüde.) Sozialistische Clezgemeinfdaft Bebbing: 17% Uhr bfahrt von ber Brinsenelee, Ede Badstraße, sur Rundgebung in Rölnischen Gymnafium. Der Gruppenabend fällt aus. Verein der Berliner Buchdrucker u. Schriftgießer Josef Seitz Die Trauerfeier findet am Mittwoch, 5. Dezember. nachm 4 Uhr, im Krematoriam Gerichtstraße statt. Die Teilnahme kann nur gegen Vorzeigung von Binlaßkarten erfolgen. Der Gauvorstand verfügt nur über eine beschränkte Anzahl von Karten und ersucht die Vertrauensleute für jeden Betrieb eine Karte in der Zeit von 9 bis 12 Uhr vorm. in Empfang zu nehmen. Kranzspenden bitte zu unterlassen. Der Gauvorstand. gar ber Ich ber Die ma Zie aug em gr gal Röpen des füb thre Erg hob bis Lag Sä dur uns ein 2n Be Ber fich Ru und Betriebsräte! An die Vertrauensleute blei Plötzlich und unerwartet verstarb am Montag früh unser lieber Kollege und Verbandsvorsitzender der Mu Ed Ba Jetb geb Bet john tion uni eine eine Ins feie Fal eine gote abe Mo nich ber jtre Die mir abz ten 812 fäur mill moh Laffe Tald aufg Bad Bol teter nieb ein fich Fich und Genoffen unseren innigften Dant und Max Heske und Frau diese Falk aberg, Gartenstadtstr. Herta Schmidt, Boh sdorf Gin habe piel Er 1 Ider allet Art Ichm Roll fie 1 anit Zeit daß gefer ture fefen zmei be Der fpre ganz baß Sola baie O Cedar Gesellschaft mbH; Berlin N.20. O- Car Theater, Lichtspiele usw. SCALA Btw, d. 5. 12. Staats- Oper Unter& Linden A. V. 188 20 Uhr Miw,&& 12 Städtische Oper Bismarckstr Turnus lil 20 Uhr Bohème Orpheusu. Staats- Oper Am Pl.d. Republ. R.- 5. 215 19% Uhr Carmen Eurydike Staat. Schauspielh. 4 Jendarmenmarkt A- V. 219 20 Uhr Die PetroleumInseln Staati. Schiller- Theater, Charitbg. 20 Uhr Dr Londoner verlorene Sobn Renaissance- Theater 8 Heute 8 Ton in des Töpfers Hand von Theodore Dreiser. Deutsch von Paul Erer. Regie: Gust. Hartung. Parkett 30 Pf. to Walhalla- Theater- Varieté! 8 Uhr B5. Barbarossa 9256 Schaefers Revue und das grosse Weihnachts- Programm. Großes Schauspielhaus 8 CASANOVA mit Michael Bohnen. Regle Chare!!. Sonntag 3 U. Nachmittag- Vorstellg. z. halb Prelsen ungekürzte Vorst.) Metropol- Theater Ziglish/ he Friederike Mufit von Franz Lebar Käthe Dorith Richard Tauber Silbe Bonner Bespermann Sanfteebt Storabur Dera Regimburg Schönemann Die Raffe ist ben ganzen Sag geöffnet. Telephon Zentrum 378 u. 9393 Volksbühne Die Komödie Theater am Bülowplatz 8 Uhr Macbeth Theater am Schiffbauerda Täglich 8 Uhr Bismarck 2414/7516 8% Uhr, Ende 10, „ Olympia" von Franz Molnar Regie: Forster Carinaga. HALLER- REVUE Die Drei- Graschen- Schön und Oper Thalia- Theater 8 Uhr Schneider Winkels Anierstehung Staatl. Schiller- Th8 Uhr Der Londoner var lorene Sake Staatssper a Plat der Republik The Uhr Carmen Tb. am Schiffbanerdawn Täglich 8 Uhr Ole Drel- GroschenGper Paulsen, Valetti, Ander, Gerron, Schaufuß, Kühl. Lvovski. elenhen: Herden 1141 0.281 schid ( n. 1 Admiralspalast Täglich Uhr Hebr Fran Holle Nardienspiel, kl. Prese Thatta Theater resdepar str. 72-1. 8 Uhr Schneider Wibbels Auferstehung Headkels, Gradiezinski. Lustspielhaus Friedrichstr.236 Bergmann 2922/23 Täglich 8 Uhr Das Zugstück von Berlin Arm wie eine Kirchenmaus Theater des Westens Täglich 8, Uhr Die grosse Revus mit Vorverkau auch im Pavillon d Reinhardtbühnen, Josephine Baker Kurtürstendamm, Mus. v. Fr.Holländer Ecke Uhlandstraße Rundfunk hörer Bismarck 449 12. 449. nalbe Preise Deutsches Theater Norden 12310 SU, Ende nach 104 Die Verbrecher Schauspiel von Barrowsky- Bühnen Th. Königgrätz. St. Täglich/ Uh Letzte Auffübrangen! FerdinandBruckner Der Frauenarzi Regia: HeinzHilpert Kammerspiele Nordén 12310 3, Ende geg. 11 Ehen werden im Himmel geschlossen!" Komödie von Walter Hasenclever Regie: Amdienuau Tgl. 84, Uhr Wer soll es sonst sein? vn loachimson. R ose- Theater r.frankforter st.13. 8 Uhr Forster Larrinage 8 | Die Batten Komische Oper James- Klein- Revue: Tausend nackte Frauen!! Die große Revue der ..Freien Liebe" Darkett nur 4,50 Mark. Uhr CASINO- THEATER SU Lothringer Straße 37. Der neue Posse- Schlager! August, die Kanone! Dazu ein erstklassiger bunter Tell. Für unsere Leser Gutschein für- Pars Fauteuil nur 1.15 M., Sessel 1.65 M Sonstige Preise Parkett u. Ran CIRCUS BARUM Massiver Winterban m. Dampfheizung Berlin- Neukölln Rütil, Ecke Weserstrasse. Tag ich& Uhr abends: Ein Programm, wie es der Ber liner sehen will. Reichshallen iheater Sonnt. nchm. 3 Abends M Sicffiner Sänger Zum Schluß. Hamlet im Beringsladen Burleske v. Meyse lachm. halbe Preise, volles Prosr. Varieté Konzert- Tanz. Theater a. Koitbusser i or Kottbusser Str. 6 Tel. Mp.16077 Täglich 8 Uhr, auch Sonntag nachm. 3 Ubr( ermäß. Preise Elite- Sänger Weihnachtsprogramm Das große Ereignis Preise: Theater am Theater Nollendorfplatz in der Stadi Täglich 8, Uhr Reasodantenstr. 57 Wiener Bint Danh. 919 8% Uht Oper v. Joh. Strauß Weber 300 Mal: Micrwoch 4 Uhr Spiel im Schloß Witzen- Spitzeluckiste vue Freer Mainer. Regie Eugen Rober Agnes Esterhazy, Paul Ware Kleines Theater Täglich 8, Uhr Max Adalbert in Zesch- Taitot, Talem, Traitschold T. in der Lützowsir. Kurt. 9209. Täglich 8 Uhr Der Dickkopf Sonne auch 4 Uhr Sandrock, Landa, Sterler. Sikla. Salfenburg- ddbaen L. M. Lommel in: ..Runxendari auf Welle 0.5" Dts. Künstler- Th. Rundfunk hore halba Preise 8 Ubr Die Herzogin Von Chicago Jaar. Vers Emmerich Kaiman Cassing- Taeater 81% Uhr Planetarum am Loo deg. Joachimsthaler Strat Noll. 1578 15 Uhr Der Sternhimme im Winter 18 Uhr Sonden der Jugend Erde und Weltenraum. mit Albert und Else 20 Uhr: Bassermann Sonneu.Sterne Rach langer Krautheit verftarb am Sonnabend, bent 1. Dezember, unfer allfeits verehrter Mitarbeiter und Rollege, der Bruder Karl Stütze En Biter pon 67 Jahren Den Seingang biefes unferes alten Freundes, ber seit bez Gründung inferes Betriebes hier tätia mar, empfinden mir befonbers fahmeralt 3nfolge feines immer freundlichen, Hilfsberetten Befens, feiner Geradheit und Offenherzigfeit mar er allgemein beliebt und ein Borbild echter Rollegialität und Pflichterfüllung. Frauernb und ehrenb werben wir fetner( tets gabenten. Berlin, bez& Dezember 1808. Geschäftsleitung und Personal der Vorwärts- Buchdruckerei. Trauerfeier Gamabenh,& DA sember. 17 Uhr, tm Strematorium Gerichtstraße, große Sale Danksagung Für die vielen Bemeile herzlicher Zellnahme anlägl ch bes Hinscheibens unferes einzigen Sohnes Kurt Sonnen.Sterne fogen wir allen Freunden, Velannten Winter Garten Täglich 8 Uhr. Rauchen gestattet Sensation aut Sensation mit PILETTO Arbeitsmarkt Stellenangebote Tüchtige Betriebsa. Wertstatts- Berläufer 1. gegen gute Provision zum Bertrieb von erften fiets geful nom Serlag 40,170, 2, 250 Mk. H. W. Dietz Nachi.. G. m.b.H. Nachm. 0.75, 1.- 1.25 1.30, 1.75 Mk. Berlin Lindenstraße 8, 1. Sof, 1 Trappe. Melbung 8/ oder föriftlig Holzwaren Raddatz Berlin leipzigerstr: 122-125 Mittwoch 5. Oezembee 1925 Unterhaltung unö ÄNissen Seilage des Vorwärts Aufbruch in die Mongolei. Von Sven Hedln. So#*#tStn läft.*06<** IWn» eivtM'rnn In.VntmWUo. t!«'cDitnittnbb*. dl».« Hstet unteMranitn h-t.»in» Mckluij griaxtamn dst, uni«c d»« 2Ü«!„Aus??oA»r el* �vch'"'d" r , hl*»r.fi« uafeer«.schnitt(*r R«u« d'.i ff ff.»tiwriKin« in EeipOs NN, ZS-ldn-ch»n»rfchtiwn. IVm 3Bfrfe tft folipttfcct«. schnitt«ntnoimne»: Die mongolisch« Erve HÄi UNS sest. Ein Monat ist hersta rcr. gcnocn. seitdem wir unsere Zelte om Lsutsertu-gol autschllugen. Wir verstehen nicht, wo die Zeit geblieben ist. Don Longerweile willen v'ir nichts, alle arbeiten, täglich ereignet sich etwas Neues, wir schmieden Pläne und werden in ständiger Spannung gehalten von dar Erwartung und Sehnsucht nach dem Ausbruch. Wir erwarten die Äamele. Am 1k. Juni langten di« ersten b«i un? an. S-e ivaren groß, rundlich und schön. Ihre Winterwalle hatten die Tiere schon zum größten Teil verloren und sahen infolgedessen nackt aus. Heber unseren Köpfen stieg gerade Dr. fymdes Pilotballon empor und hob sich schimmernd wie ein Diamant von dem Hinter- Sirimd eines türkisblauen Himmels ab. Die beiden fremden Mon- Kalen. die die neuen Mitglieder der Karawane in unser Lager geführt hatten, waren prächtige, abgehärtet«, wettergebräunt« Typen ihrer schon von den Zeiten Dschmgis Chans her berühmten Nnsi«. Ergo glich war es, sie zu beobachten, als der Ballon sich in die Lüfte hob. Sie standen sprgchlo? da und starrten dem hellen Ballon nach, bis er nur noch mit dem Fernglas zu erkennen war. Gegenwärtig besitzen wir 200 Kams'e. obgleich sich nur 10 l beim Lager befinden. Wir brauchen nach einer kürzlich vorgenommenen Zählung und Wisgimg des Gepäcks 204 Kamele, eine Zahl, die wir durch timpacken auf 270 herunterbringen wollen. KZ davon dienen uns und unseren Dienern als Reittiere. Jeden dritten Dag wird ein Kamel frei, und bei unserer Ankunft in Harnt wird eine große "NZahl ohne Losten gehen. Kurz vor Sonnenuntergang stattete ich den Kamelen noch einen besuch ab. Einige standen hoch ausgerichtet und vornehm da. an- der« lagen und käuten wieder, und der rote Sonnenball spiegelte sich in ihren glänzenden braunen klugen, daß sie leuchteten wie die Rubine aus Badakichan. Ringsum herrscht« Schweigen. Im silbsrnen «chein des Mondes werten die Zelt« tieischwarzc Scheiten. Ich bleibe vor meiner Behausung sieben und betrachte die msißen Bän- bor. die die Zelt« schmücken. Sie find nicht geistlos« dekorottr« Muster, sondern haben«inen tiefen Sinn. In den beiden untersten Ecken aus jeder Langseit« ist das Ideogramm Sho zu sehen, das .-Langes Leben* bedeutet. In der Mitte der Zeltbahn kommt das- selbe Zeichen noch einmal stilisiert vor in Krctssorm. Dieses um- «eben mit ausgebreiteten Mügeln die fünf Fledermäuse. Fou. deren Zeichen.Glückseligkeit* bleuten. Zu beiden Seiten schweben schwere stilisierte Wolken. Am Sonntag, dem ZK. Juni hatten mir m der Stadt der No- vonet» est, richtiges Polkas est. Citie soydscbare lHsiellschatt watl in vnser Lager gekommen: vier, füns Männer mit drei Frauen und '''nem halben Dutzend schmutziger Kinder. Sic erklärten, sie seien �ve umherreisende Theatertruppe und hätten uns ausgesucht, um sm, Proben ihrer Kunst zu zeigen. Einige von uns glaubten, es f�en geschickt verkleidete Spione einer Räuberbande und in diesem Zalle spielten sie ihre Rolle wirklich gut. Denn warum sollte sich eine Schauspielergesellschaft hier hinaus in die Einöden der Man- ftn'ei oerirren, wenn sie ganz China zur Dersügung hat. Vielleicht �b«r ist die Konkurrenz so stark, daß es sich lohnt, auch einmal die Aiangolen zu ergötzen. Derartige Abenteurer daben von Räubern nichts zu fürchten-, es würde sich nicht lohnen, sie zu plündern, und vermutlich brauchen auch die Bairditen von Zeit zu Zelt eine Zerstreuung. Di« Truppe ließ sich ganz in der Nähe der Zelte urtserer Diener häuslich mcber, und nachdem sie mit Cflen und Tee de- wirtet war, begannen die Damen sich gegenseitig das Ungeziefer abzulesen und oin schonungsloses Blutbad anzurichten. Zur gewohnten Zeit erklang die Teeglocke und wir veesavimel. ien uns cn den Kosinotischen. Der Nachmittagstee pflegt zwanglos öu seir, und uns nicht long« aufzuhalten. Aber er wird nie oer- >aumt; um S Uhr ist man nach dar Wärme des Tage? durstig und tvill T«« haben. Heut nnchm.ittag blieben mir jedoch länger als gewöhnlich sitzen. Dann jetzt mollte sich die Wandertruppe sehen lassen. Unter dem Sonnendach des Kasinozelt ss und längs des Tisches vor dsm Eingang wurden Stühle und Bänke in Reihen vM'gestM und wir nahmen Platz. Mitten aus dem im Süden von �ockksiten und Pwviantsöcken begrenzten sreten Platz an der Marco- Polo.Straße, wie wir den steten Weg vor den Zelten nennen, rich- küev die Schauspielsr ihre Freilichtbühne her. Eine lears K.st« wurde hingestellt, und auf zwei Stühlen ließ sich dos Orchester virder. zwei Stromer, von denen der ein« Flöte blies, der andere ein Saiteninstrument bearbeitete. Die Schauspieler waren noch in dem Zclt unserer Diener, um stch anzukleiden und.zu schmiiiken. Die Zuschauer versa, nmelten stch allmählich. Neben und auf den Packkisten saßen die Mongolen vuo unsere übrigen Diener. Das IretsttrlparkeU war besetzt. Wenn diese Schauspieler verkleidet« Spion« waren, dan muß ihnen die Einwohnerzahl der wandernden Stobt doch Achtung eingeflößt habe». � Nun traten sie auf. Es waren zwei Männer, ober der eine spieste«ine Frouenrolle und hott« von Natur ein Frauengcstcht. Er trug eine weibliche Perücke und Schmucksachen, wie die chl.test. scheu Damen tragen. Er hatte sich um die Augen trcidcweiß ge- schminkt und trug einon langen schwarzen Schnurrbart. Ihre Aollen tonnten sie gut. Singend und schreiend und plärrend stießen ste unbegreifliche Morl« aus. während die Musik spielte und sich vnltrengte. Dös Stück mar in wer Akte eingeteilt, und die gam« Zeit hindurch zankten sich zwei Liebend«. Es war uns ein Trost. vcß selbst die Chlnesen nicht» Vesser«? als solch« witzelnden Won- «flechte verstanden. Es wäre sicher sin« recht unterhaltende Lek- kür« gewesen, den ganzen Text dieses wunderbaren Schauspiels zu >flen. Man könnte vielleicht glaubeki.«« müßte eintönig werben, wenn s«ei vergebt« Menschen sich vier Akt« hindurch necken und hänseln. Aber das ist durchaus nicht der Fall. Es ist kein« Wechs-lred«. bei sich zwei gegenüberstehen und wie gewöhnlich« Menschen sprechen, sondern unser« Schauspieler sprangen ttnib lar.zlcn die Konje Zeit umher, schlugen einander mit Fächern vor die Stirn, es klatschte oder entlockten einer Art langer Klapper aus hartem rhythmisch knarrende Laute. Sie machten Sprunge wie Akra- r»ten, duckten sich wie Kotzen, verdrehten ihr« Gesichter und erhoben etn richtiges Indianergsheul. Ohne Zweifel sagte» sie«cht fri- ool« Ding«, aber ihre Bewegungen waren nicht anstößig, ihre Mimik ausgezeichnet, und die chinesischen Zuschauer, nicht zuletzt die drei Schipper, hotten riesigen Spaß daran. Die Mufik war nicht schlecht. Sie hote den monotonen Rhythmus der asiatischen Tonkunst, dem ich für meinen Teil nicht müde werde zuzuhören. In ganz Asien von West bis Ost habe ich ihren Tönen gelauscht und bei dieser faszinierenden einschläfernden Musik von rosigeren Zeiten geträumt. Sie beschwichtigt die Unrast des Herzens und führt die Gedanken zur Ruhe: man versteht, daß die Kobra sich von der Flöte des Schlangenbeschwörers bändigen läßt. Als das Spiel beendet war und Schauspieler und Musikanten ihren Lohn erhalten hatten, zogen sie ihres Weges und die Zuschauer zerstreute» sich. Wir hatten auf all« Fälle so etwas wie eine Volksbelustigung in unserer Stadt gehabt— ich fühl!« mich an meine Jugendjahre erinnert, wo man sich auf Lejonslättcn das Kasperletheater, die Korusielle und andere Possen ansah. „Der Korsarenkoffer." Do» Albert Jean. ..Und was ist das dort?* fragt« Herr Cabossol und rückte den Kneifer auf feiner kleinen Nase zurecht..Las ist«in Korsaren- tolfer,* erwidert« der Atthäridier ruhig.„Sehen Sie sich nur die Beschläge an! Florentinssche Arbeit! Und der Koffer selbst aus allem Eichenholz. Damals machte man noch Sachen, die was aus- hallen konnten, verstehen St«!* Herr Cabossol, der ein friedlicher Rentier war, nickte und war äußerst imponiert..Lächerlich billig. Zweitausend Franken!*— „Ich nehme ihn.* Ms er nach Hanl« kam, sagte er zu seiner Frau:..Bichett«. ich habe einen Korsareickoffer gekauft.*—„Was für ein Ding?* fragte sie.„Einen Koffer, der einem alten Sseräuber gichört hat!* Darauf ging Herr Cobassol in sein Arbeiiszimtner und durchstöberte sein Konlervailonslexikon nach allem, was dort über Korsaren ge- schrieben stand. Der Koffer wurde ins Haus geschickt.„Na. was sagst du nun?* fragte er stolz.„Der ist ja schauderhaft.* sagte seine Frau mit höchst unpassender Offenherzigkeit..Quatsch,* erwiderte der sonst so friedlich« Piann verbissen.„Gang im Gegenteil, er ist prachtvoll? Ueberkommt dich nicht eine besondere Stimmung, wenm du ihn betrachtest?* „Nein, das kann ich nicht behaupten,' sagt« sein« Frau ruhig. Jttbts ich bekomme große Lust, diese scheußlichen Flecke abzu- waschen.*„Bist du verrückt, dos sind ja Blutflecken! Ach. das ist es also, was ich merkt«, der Geruch von Menschenblut! Kannst du den Toienkopf dort sehen, wie? Ja, das war ein Leben, das die allen Korsaren führten!* Er rollte die Augen zornig, und sein« Frau schlich sich kopsschüttelitd davon. Als sie beim Frühstück saßen, stieß Herr Cabossol plötzlich fern Messer in das Beefsteak hinein.„Dies Fleisch ist ja nicht blutig,* brüllte er und klingelte wie ein Rasender nach dem Dienstmädchen. Als dieses erschien, kreischte er kos:„Wenn Sie mir noch einmal eine derartig« Schweinerei bieten, können Sie Ihre Sachen um« gehend packen. Berstehen Sie mich!* Da» Mädchen nahm ruhig ihre Schürze ab und antwortete:„Ja. machen Sie sich nur ja keine Ungelegenheiten. ich gehe sofort!*—„Ach nein, Marie," jammerte Frau Eabassol,„das können Sie mir doch nicht aittu».* „Aber hier ist auch ein Herr im Hause!" sauchte Eabassol, indem er gewallig aus den Tisch schlug.„Weg mit Ihnen von der Kom« mandobrückek* Nach einigen Stunden kam er tatsächlich von einem Miets- bureau nach Hause und bracht« einen schwarzen Herrn von Mar« tinique mit. der erst mal eine gewallig« Portion Reis verschlang. ein« Flasche Rum hinuitterspülte und, ohne dos Geschirr auszu- waschen, unter Mitnahme von einem halben Dutzend silberne? Teelöffel verschwand..Hundert Rohrhiebe soll er bekommen, wen« ich diesen schwarzen Hund wiederfinde,* knurrt« Herr Eabassol, als er die Bescherung entdeckte.„Du solltest lieber auf die Polizei gehen.* seufzt» seine Frau. Während der Nacht«äffte sich der unglückselig« Rentier unter furchtbaren Beklemmungen...Geh' drauf las.* befahl er,„wir entern! Dorwärts!* Um zwei Uhr nachts zertrümmerte er die klein« Lampe auf dem Nachttisch mit einem Faustschlog, währeird er schrie:„Zurück da!" Am Mvrgen erwachte er wie gerädert. .jIetzt hör' aber mal," sagte fein« Frau.„Das ist dieser«kelhofte Kcsfer, der dir dies« entsetzlichen Phantasien einflößt. Dieser scheuß- liche Koffer ist daran schuld, daß wir unser« Köchin, sechs silberne Löffel und«ine Nachtlamp« eingebüßt haben! Ich fleh« dich an. Emil, nimm Vernunft an und laß den Altwarenhändler seinen Koffer wiederbekommen!" ,La, ja," stöhnt« Herr Eabassol mott und aufgebend,„wenn du meinst...* Als Herr Eabassol in den Laden trat, war der Antiquitäten- Händler gerode damit beschäftigt, zu telephonieren. „Hallo!* sagte der vortreffliche Händler zu seinem unsichtbare» Gesprächspartner.„Sind Sie es, Baillant? Also, dieser Korsaren- koffer ging einjach großartig. Sofort war er weg. Ein alter Idiot kaufte ihn. Sie müssen mir so schnell wie Irgend möglich min- destcns«in halbes Dutzend solcher Korsareickoffer herstelleit. Wir werden glänzende Geschäfte damit machen..." Merseburger Zaubersprüche. Von Max Barchel. Die Merseburger Zauberkprüche stammen aus dem zehnten Jahr. hundert und gehören mit.zu den ersten, deutschen Literoiurdenk- rnötent. Sie sind heidnischen Ursprünge und werden im Merseburg«« Dam aufbewahrt. Der berühmtest« Spruch heißt:„Einst ließen sich nieder Idise, saßen mal hierin und saßen mal dorthin, einige hefteten Hoste, andre hemmten das Heer, einige machten sich zu schaffen an den Fesseln: entspring den Bonden! eztsahr den Feinden!" Die Idise warett heidnische Göttinnen, und wenn sie Izmt« wieder einmal nach Merseburg kämen, würden sie wohl andere Sprüchlein dichten. andere Beichwärungen in den Wind flüstern, aber ihr Haupispruch blieb« wohl dersetbe, nämlich: Entspring den Banden! Von der Elbe bis zur Saale bat sich in den letzten Jahrzehnten eine große Industrie angesiedelt- Sie hat das Gesicht der Landjchaft verändert und basiert aus den Bodenschätzen in der Erde, aus den Braunkohlen, auf dem Kupier, auf dem Salz, aus dem Kolk, auf dem Kali. Die chemischen Werk« bauten ihr« Schlüsselstellung aus. In der Nähe der Kohlen wuchsen groß« Eiettrizllötswerk« empor. Maschinenbau setzt« sich in de» Stadien und Dörfern fest. Kalt- schächt« senkten sich in dt« Tiefe. Mitteldeutschland mit der unge, krönten Hauptstadt Leipzig ist«in schwarzes Revier der Arbeit ge- worden. Das raucht und qualmt, verfinstert den Himmel, reißt klein« Bauerndörfer in das Büaield internationaler Wirffchaft und schmettert in die ehemals friedliche Landschaft d«n klirrenden Alarm der Klassenkämpfe. Das Ammontakwsrk Merffbyrg. besser bekannt unter dem Namen: Leu na werk, ist«ine phantastische Industrieanlage, in der IROOO Arbeiter beschäftigt sind. Dreizehn über 100 Meter hohe Schornsteine steigen über den Kesselhäusern,.Hallen, Elsenkonftnikttv. nen und Kühllürmen aus. über l> Kilometer erstrecken sich dir An- lagen zwischen Eisenbahn und Saale, eine Stadt iür sich, eine Weil für sich. Das Werk itt eine Schöpfung des Krieges. Hier wurde dag tödliche Phosgengas hergestellt und düngt« die Schlachtftldir. Heul« müssen andere Felder gedüngt werden. Und si« werden auch gedüngt. 2m Leunawerk werden für dir deutsche Landwirtschaft die künstlichen Düngemittel hergestellt. In der Luft ist Stickstoff. Der wird mit Wasserstoffgas und Wasser gemischt, das ergibt dann Ammoniak- Wasser, einen gesuchten Artikel in der chemlichen Industrie. Der Stickstoff tm Ammontakwasser wird durch Salt gebunden: der schweseljaure Ammoniak, das Düngemittel, ist fertig. Jährlich werden im Leunawert zur Herstellung des Düngers über 1000000 Tonnen Gips gebraucht.. Di« Kohlen liegen im Geisellal und werden durch«igen« Bahnen be.rongeholt. Im Yetseltol zeigt sich die trogisch« Perwandlung der Lairdjchaft durch die Technik. In den armen, verschmutzten Dörfern bat sich Grub« an Grub« in die Erde gefressen, gewallig« Halden hauen ihre Scbutthügel aus, Brtketffabviken klirren, Sohlenz üg« rattern, Schornstein« qualmen. Fußhoch liegt der schwarze Dreck auf den Wegen und Straßen. Di« Kohlen verändern die Landschaft, versetzen Straßen und Wege, lassen ganze Dörfer verschwinden, und auch das Leunawerk Hot ihre Hauptgrtiben in diesem flachen Tal. Diese Kohlen beseuern nicht nur die mächtigen Heizflächen der Feuer- häuler, die Btaunkohle aus dem Geisellal verwandelt sich zugleich in den Kohleverflüfsigungsonlagen in Benzol und geht auf den Welt- markt. Im ersten Jahr wurden im Leunawert 100 000 Tonnen Benzol hergestellt. Im nächsten Jahr sollen SOOOOO Tonnen pradn- ziert werden. Leuna und Rotzen waren kleine Bauerndörfer, bis im Krieg das Ammoniakwerk kam und sich festsetzte. Felder und Bauernhöfe wurden ausgekauft, die Bauern an die polnische Grenze verpflanzt, neue Siedlungen, kleine neu« Stadls erstanden aus dem Nichts und liegen nun in den Goswolken. den Gtftschwaden und Afcheregcu und verkümmern. Leuna, das ist«in neuer Begriff in Mitteldeutschland geworden,«in Schlagwort, das noch nicht abgeklappert ist. ein Wort, das noch wirtlich Krait hat und auch schlägt. Von Merseburg, von Leipzig. Halle. Zeitz und Weißens«!� kommen die Ehemiproleten. Sie kommen mit den Fahrrädern, mit den Autobussen, mit den Arbeiter- zligen, achtzchntausend Männer, achtzrhntaiisend Jweihänder der chemlschen Indiistrie, ein besonderer Schlag: der Leunaproletarier. Die Arbeit ist schwer und gefährlich. Ja, die Löhne liegen etwas über dem Durchschnitt der mitteldcuttchen Industrie, sie müssen mahl auch so liegen, denn die Arbeitsbedingungen liegen unter dem Durch- schnitt der anderen Werke. Das Aminontakmerk ha! seine eigeue Be- trieöskrankenkafl« und hütet seine Geheimnisse gut. aber das ist unbe- kynnt, das jeden Morgen viele hundert Arbeiter noch dem Spital gehen, das von den Proleten„Der Sarg" genannt wird. Sechs Aerzte haben immer zu tun. Sie müssen zu tun haben, denn auch die Umgebung leidet unter dem Rieienbetrieb, das mit seinen Gasen und seiner Flugosch« die Bäum«, die Sträuche.-, die Blumen schädigt. Selbst das Metall mlrd van den Giitgassn angegriffen. Die Bogel find schon lange geflohen. Nnr der Mensch kann nicht fliehen. Dos ist keine poetisch« Umschreibung: in Merseburg bat sich ein„Veteni der durch die Leunamcrkc Geschädigten" gebildet. Der L-eunaprolet hat keinen besonderen Verein. Er hat die Partei, die Gewerkschaft. Der mitteldeutsche Ausstand hat bis heule feine Spuren hinterlassen. Wohl sind die„Gelben" bei der letzten Belriebsrotswahl entscheidend gefchlogen, und die beiden Arbeiter- pari«!«« teilen sich in die Führung, aber immer noch herrsch« in Leuna die Derkpolizei und das Spitzelunwesen. Di« Kontrolle erniedrigt den Arbeiter zum Heloten. Jeder Arbeiter hat einen Ausweis und darf das Tor nur einzeln pessieren. Jeder fünfte oder zehnte Man» wird herausgegrilien, muh in eine besonder« Kabine, muß die Hände. hochheben und sich abtasten lasien. Er muß sich auch auf Verlangen ausziehen. Auch nach dem Arbeitsschluß geht der Weg durch dos Drahtpcrhau der erbärmlichen Kontrolle. Strafen sind an der Tages- ordnung. Als ob die Arbeit in der Eiftbude nicht schon Strafe genug wäre. Da? Werk gehört zu dem größten chemischen Trust der Welt, zur I. G. Farbeninduftr!«werke A.-G- Nach einer Berechnung komme» für diesen Trust auf den Kopf eines Leunoprolelen rund 1000 Mark Relnverdienst. Im letzten Ähre hatte dieser Mamnnttkonzern üb« 100 000000 Mark Reingewinn. Und wie wird das Geld nerdieitt? Durch die Arbeiter und durch«ine irrsinnige Preispolitik. Die Her. stellung«ints Kilo Solvarfans in einem Schmesierbetrieb kostet der I. G. rund 200 Mark. Dos Salsa rson wird nun den Apotheken für MOO Mark pro Kilo verkauft unter der Bedingung, daß der Herr Apotheker 1k 000 Mark dafür oerlangt... Jaden Abend werden im?lmntoniakwerk Mersrdtirz die giftigen Gas« verbrannt, dann züngeln über den Anlogen die sogenannten �öeunafackeln*. Wann endlich wird das werktätige Dolk. wann wird endlich der Staat in dies« Gistbud« hineinleuchten, in die Dunkel. kqmmern der Ausbeutung und Preispostffk. und den Herren van der I. K. eine Fackel anzünden? GROSSER TISCHWÄSCHE Hohlsaum- Tischtuch 690 845 vollweiss gebl. 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