Morgenausgabe Nr. 579, A 293 �-�brgang «SchenGch«SP?. ma�sMch».SS«. dn vorau».zahldar. Postbezug 4L2 M. einschl. Bestellgeld. Luslandsabonne«, «NU 6.— TL pro Monat. » Der.Borwürta� erschein« wochentSg« lich zweimal. Sonntags und Montag» einmal, die Abendausgaben für Berlin nnd im L)andel mit dem Titel„De? »bend-. Illustrierte Deiiaaen.Bolt unbIeit" und.Kinderfreund-. Ferne? »Unterhaltung und Wissen".„Frauen« stimme".„Technik".„Blick in dl» vuchenvelt" und.Iugend-Dorwärt»" W Berliner Volksblatt Sonnabend 5. Dezember 1928 Groß-Äerlin 10 pf. Auswärts 15 pf. Die eins» altiße Nonp flüt dieser Anträge hindurchgclesen Ueberschrift„Neue Wege in oer A schlechten S« schlechten an ner Schlagworte, cherz halten Sachkenntnis e sind von den Parteien ebatte über die Lage der wer sich durch die Papier- hat, der tonnte die Wege in �er Agrarpolitik" für einen Denn die Ideenlosigkeit, der Mangel und das öde Nachsprechen abgedroschene- Reichstags- lllSln, 7. Dezember.(MTB.) ALie ans Aentrumsparteikreifen mitgeteilt wird, hat Parteivorstanb der deutschen Zentrumspartei i« �ehrstüudige« Beratungen im Laufe des Nachmittags °urch einstimmiges Votum den Wunsch bekundet. Abgeordneten JooS»um Parteiführer vor- Zuschlag«». Der Reichsparteiausschutz hat dieses «otu« einstimmig gebilligt. Ter Abg. Ivos machte dann den Vorschlag, dem R-ichsparteitag zu empfehlen, drei Vorsitzende ""it gleichen Rechte« zw wählen. Dieser Vorschlag «urde mit großer Mehrheit angenommen. H Der B o r st a n d hatte beschlossen, dem Parteliag den Abgeord- -,'en Stegerwold vorzuschlagen. Dieser Beschluß stieß im und wurde schließlich Funktionen des Partei- "-"-nfc leg«r wold vorzuschlagen. Dieser» j''eiuusschuß aus heftigen Widerstand und i i g i« r t. Stegerwald wollte die Funkti vorsttzenden und des Fraktionsvorsitzenden vereimgen. ver Wider- stand des Porteiausschusies gegen ihn führt« zu dem Beschluß des Ausschusses, ein« Bereinigung beider Aemter nicht vorzunehmen. Di« Kandidatur Stegerwald ist erledigt. Dieser Beschluß des Ausschusses hat bei den Gewerkschaftsver- tretern des Zentrums erheblich« Mißstimmung hervorgerufen. « Josef Ivos wurde am 13. November 1878 im Oberelsaß geboren. Er erlernt« die Modelltischlerei. Im Jahre 1331 trat er in die Redaktion der„Oberelsässischcn Laiünszeitung' in Mülhausen ein. Seit 1333 redigierte er die„W est deutsche Arbeiter- zeitung"(Organ des Verbandes katholischer Arbeiterverein« West- deutschlands) in München-Gladbach. Er hat«in« eifrige Mitarbeit in politischen und sozialwissenschasilichen Zeitschriften«ntsaltet. Im Jahre 1813 wurde er in die Nationaloersammlung gewählt, seit 1323 gehört er dem Reichstag an. Er stand zu Zeiten Wirth sehr nahe. Di«„Westdeutsche Ar- beiterzeitung" hat unter seiner Leitung zeitweilig«in« überaus scharfe sozial. radikal« Haltung«ingenommen. s Sieger Amanullah? Die aufständischen Stämme entscheidend geschlagen. Sonstaaktnopel.7. Dezember. . Die au, Teheran gemeldet wird, ist e, König Amanullah ge- wNgen. durch einen geschlossenen Aagrlss. bei dem auch I a 8 C* verwendet wurden, die ausständischen Vergstomme e u k- leibend ju schlagen und Ihnen große Verluste jvjusügen. �''Ausfizndischea büßten mehr als 230 Tale ein. Nach dieser Niederlage ■toben es die Bergvölker ausgegeben, noch weiter gegen Amanullah 1? töwpsen und haben sich«n die Berge zurückgezogen. Die Stadt �'chellalabad soll von den Ausständischen in Brand ge- ' ck t Warden sein. v. Di« Operationen zur vollständigen Nicderwersuug der Stämme wie halbamtlich verlautet, noch etwa drei Tage in Anspruch .�>m«n. ver König beabsichtigt, Sonnabend noch Kabul zurückzu- »m die Staatsgeschasle wieder ,u übernehmen, vi« Leitung r* Operclionen wird dann der Sriegsminister übernehme«, der sich aus dem Wege zur Aronl befindet. 3n Kabul selbst ist man � die Aufstünde nicht sonderlich bennruhigt. Kabuler Giegesbericht. London. 7. Dezember.(Eigenbericht) - Die letzten Kabul Meldungen besagen, daß in den Kämpfen ' jüngsten Tag« mehr als 1030 Ausstäubische getötet worden seien. Di« Nachricht au» Kalkutta, wonach di« Hauptstadt Kabul durch die Ausständischen vom Verkehr mit der Außenwelt abgeschnitten worden sei, wird au» Kabul dementiert. Grenzgefecht in Südamerika« Zwischen Bolivien und Paraguay. London. 7. Dezember.(Eigenbericht.) Der Streit zwischen den südamerikanischen Staaten Bolivien und Paraguay wegen de, 133 333 Ouadratmeilen betragenden Gebiets von Choco(an der paroguanischen Grenze) Hot einen bewaffneten Zusammen st oß herbeigejührt, der unter Um- ständen weitgehend» Folgen haben wird. Paraguanisch« Truppen stießen bei einer Felddienstübung aus bolivianisch« Befestigung?- truppen, di« mit der Errichtung einer Grenzbesestizung be- schäftigt waren. Hieraus entspann sich ein« Auseinandersetzung, die zu einem Feuergefecht führte und in deren Verlauf 22 para- guanische und 5 bolivianische Soldaten getötet bzw. verwundet wurden. Ausbruch nach Lugano. Die deutsch« Delegation ist am Freitog abend Unterführung Stresemanne abgereist. B r i o n d hat Paris am Freitag vormittag verlosten und ist bereit» am Abend in Lugano eingetroffen. die für den größten Teil der Reichstags Parteien bisher den Ersatz für eine planmäßige und auf- bauende Agrarpolitik bildeten, haben in der Flut dieser An- träge einen geradezu erschütternden Niederschlag gesundem Die„Not der Landwirtschaft" scheint das unfehlbare Stich- wort zu sein, das bei allen bürgerlichen Parteien das große Wettrenen auslöst, um Subventionen aller Art. Zinsverbilligunaen, Steuerniederschlagungen, und verlorene Zuschüsie zu foroern, wobei gerade die Parteien, die am un- bedenklichsten den Staatssäckel zu schröpfen bereit sind, gleich- zeitig am demagogischsten nach der Senkung der steuerlichen Belastung schreien. Wer von dem tatsächlichen Wesen der agrarischen Not- stände und den tatsächlich wirksamen Mitteln, die zur Ab- Hilfe angewendet werden können, wirklich eine Ahnung hat, der weiß, daß diese von den bürgerlichen Parteien und den Kommunisten so einmütig geforderte Politik der unentwegten Subventionen und der immer erneuten„Kredithilfe" nicht nur restlos oersagt hat, sondern daß sie sogar eine der Hauptursachen der heutigen Wirtschaft- lichen Schwierigkeiten weiter Kreise der deutschen Landwirtschast ist. Wer aufmerksam die 137 Anträge zur Behebung der Not der Landwirtschaft liest, der findet einen Niederschlag dieser Erkenntnis sogar hinter dem Papier- schleier dieser Antragsflut. Auch im Reichstag kann man sich der Einsicht nicht verschließen, daß man, um der Land- Wirtschaft zu helfen, eigentlich erst ein klares Bild von der Art, dem Umfang und den Ursachen ihrer Notlage haben sollte. Und so wird von den verschiedensten Parteien Sefordert,— einmal sogar in einem von fast sämtlichen Parteien gemeinsam unterzeichneten Antrag— daß dem Reichstag möglichst rasch die Ergebnisse der Enquete über di« Verschuldung der deutschen Lattdwirkschaft, insbesondere über die wirtschaftliche Lage in Ostpreußen, unterbreitet werden. Noch ist das Ergebnis der jüngsten Unter- suchung über die Lage der Landwirtschaft in Ostpreußen nicht veröffentlicht, aber man braucht nur den vor dreiviertel Jahren erschienenen Vorbericht über die Verschuldungsver- Hältnisse in der deutschen Landwirtschaft zu lesen, um den Unfug und die Trostlosigkeit der von vielen Parteien des Reichstages noch immer versuchten Politik der Subventionen und der kleinen Kredithilfen zu begreifen. Denn dort ist in einem von den sachkundigen Vertretern aller politischen Par- teien gemeinsam unterzeichneten Bericht festgestellt worden, daß von einer allgemeinen Verschuldung der Land- Wirtschaft keine R e d e ist, daß die Verschuldung in dem weitaus größten Teil der deutschen Landwirtschaft, nämlich in den Gebieten westlich der Elbe und insbesondere in den bäuerlichen Betriebe« überraschend günstig ist und offenbar hinter der Vorkriegsverschuldung weit zurückbleibt, daß sich aber eine ausgesprochene Ueberschuld'ungskrisis über dem Großgrundbesitz Ostelbiens zu- sammenzieht. Gerade in diesen Tagen hat der Bericht des Enquete- Ausschusses eine sehr eindrucksvolle Ergänzung und Bestäti- gung erhalten, und zwar durch den soeben erschienenen Bericht der Preußischen Z e n t r a l g e n o s s e n- schaftskasse über„Die Lage der landwirtschaftlichen Großbetriebe in den östlichen Landesteilen". Durch diese Erklärung sind 38 Proz. der Großbetriebe in den östlichen Pro- vinzen erfaßt worden, der Fläche nach sogar 47 Proz. und die hier festgestellten Ergebnisse lassen daher sehr wohl eine Verallgemeinerung zu. Man kommt dann zu der Erkennt- nis, daß von den insgesamt etwa 1ZS00 Großbetrieben in Ostdeutschland 6 IIS Betriebe gering verschuldet(bis zu 40 Proz. des berichtigten Wehrbeitraqswertes), 3 700 Be- triebe mittel- und hochverschuldet(40 bis 60 Proz. des berichtigten Wehrbeitragswertes) und 3S00 Betriebe über 60 Proz. des berichtigten Wchrbe,- tragswertes hinaus verfchu l i�e t sind. Eine Der- _■___ fchuldyng.. ehrswerte der Güter in diesen Gebieten heute nur nom etwa in dieser Höhe liegen: hinzu kommt, daß nicht weniger al, Z 100 von diesen Hetrieben sogar über 70 Proz. des be- richtloten Wehrbeitragswertes hinaus verschuldet, also zweifellos fast durchweg hoffnungslos überschul. det sind. In eindrucksvollen Darlegungen bestätigt d,e Er- Hebung der Preußenkaste das BUd, das der erwähnte Bericht des Enquete-Ausfchusses schon entworfen hat. daß nämlich keine Macht der Welt imstande ist. die berests über- schuldeten Betriebe vor dem Bankerott zu bewahren, daß vielmehr sämtliche finanziellen Kräfte auf die Auf- gäbe konzentriert werden müssen, die noch nicht üherschul- deten und lebensfähigen Betriebe vor der Gefahr zu be« wahren, daß sie in den Zusammenbruch der überschuldeten Betrieb« hineingerissen werden. Hinter dieser nüchternen Feststellung, die im Gutachten des Enquete-Ausschusfes, wie erwähnt, die Zustimmung der Vertreter oller politischen Parteien gefunden hat, und die jetzt in dem Bericht der Preußenkasse auf Grund unwtder- leglichen Materials wiederholt wird, verbirgt sich eine R e- oolution in doppeltem Sinne: eine Revolution der landwirtschaftlichen Besitzverhällnisse im östlichen Deutschland und eine Revolution der agrarpolitischen Auffasiungen. So wie von den Milllardensummen, die als Krebste in der verschiedensten Form in die Landwirtschast, und zwar ge- rade in die am höchsten verschuldeten Betriebe, hineingeflossen sind. Hunderte von Millionen heute nur noch auf dem Papier stehen und bei der endgültigen Liquidation der Betriebe in Rauch aufgehen werden, so steht auch«in großer Teil der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Macht st ellung oe« oft elbischen Großgrundbesitzes heute nur noch auf dem Papier und wird bei der Reini- gungskrisis der kommenden Jahre sich in Rauch und Dunst auflösen. Denn es handelt sich ja nicht nur darum, daß ein reichliches Bisrtel der Großbetriebe, der Fläche nach währ- scheinlich sogar weit mehr als ein Viertel, in allernächster Zeit zum Bankerott und zur Zwangsversteigerung kommen wird, sondern daß der Boden dieser Betriebe nur dann Unterkunft und neue produktive Berwendung finden kann, wenn die öffentliche Hand in der großzügigsten Weise in die Lücke einspringt, die der private Grundstücks- markt schon längst nicht mehr zu schließen vermag: Auch die - Lag« aller übrigen Betriebe ist mittelbar oder unmittelbar bedroht, und auch sie können nur durch Eingriffe der öffent- lichen Hand gerettet werden. Alle dir Fragen, die man in den letzten Iahren als Kernfragen der Agrarpolitik bezeichnet hat, haben durch das Heranrollen dieser Verschuldungslawine ein von Grund auf verändertes Gesicht erhalten. Die Siedlungsfrage ist schon läng st keine Bodenfrage mehr und wird es in den kommenden Iahren noch viel weniger sein. Denn der öffentlichen Hand wird ein Vielfaches der Boden- fläche aufgezwungen werden, die man nach Maßgabe der vorhandenen Menschen und nach Maßgabe der für den Aufbau verfügbaren Kapitalien aufteilen und besiedeln kann. Wenn vor einigen Iahren die„Aufnahme-Organisation", d. h. eine öffentliche Stelle, die die auf Zwangsverkäufen nicht anzubringenden Güter aufkauft und je nach ihrer be- sonderen Eignung zur Siedlung, zur Vermehrung des öffentlichen Domänenbesitzes oder zur Aufforstung bestimmt, . noch als ein sozialistisches Schreckgespenst betrachtet wurde, gegen da« bürgerliche Agrarpolitiker des Reichstages pro- testieren zu müssen glaubten, so ist die Lage heute gerade umgekehrt. Die Forderung nach der Aufnahmeorganisation wird heute am lautesten von den rechtsstehenden Vertretern der landwirtschaftlichen Organisationen in den bedrohten Ge- mieten erhoben, und sozialistische Agrarpolitiker und sozialistische Verwaltungsbeantfe sind es, die sich gegen Uebertreibungen des von ihnen viel verlangten Staats- fvzialismus wehren müssen! Heute berests liegen in den bedrohte» östlichen Pro- »inzen die Bodenpreise weit unter den steu«rlich»n Werten von 1324 und 1325. nämlich den berichtigten Wehrbestrag»« werten, und es wird höchstwahrscheinlich aller Anstrengung°n der geforderten Aufnahmeorganisation bedürfen, um sie etwa auf der Höhe der in den letzten Iahren von der Land- Wirtschaft selbst so niedrig angesetzten Steuerwerte, nämlich der Einheitswert«, zu halten. Der Uebergang eines reich- lichen Viertels des oft elbischen Großgrund- . besitzlandes in die Hand des Staates und in die Hand der bäuerlichen Siedler, und zwar zu Werten, die den von der Landwirtschaft selbst so tief herabgedrückten Steuerwerten entsprechen, ist heute nicht eine sozialistische Utopie, sondern eine durch die Unsähiakest der agrarischen Führung, durch den Unfug der jahrelangen Subventions- und Kreditpolitik herbeigeführte, unmittelbar bevorstehende Notwendigkeit. Für die Sozialdemokratie ist die Feststellung diese» bevorstehenden Massenbankrotts und die Feststellung, daß nur durch planmäßige Eingriffe der öffenllichen Hand das wieder aufgebaut werden kann, was durch eine unfähige Politik der agrarischen Rechten zerstört worden ist. durchaus kein Triumph und keine reine Freude. Denn nach einem sehr treffenden Wort, das K a u t e k y in den Monaten der Revolution geprägt hat, ist es immer eine außerordent- lich undankbare und unerfreuliche Aufgabe,„eine Pleite zu sozialisieren". Und doch muß das Werk dieses Wiederaufbaus in Angriff genommen werden, und die Sozialdemokratie wird sich der Aufgabe nicht entziehen, son» dem tatkräftig und planmäßig daran mitarbesten. Als vor dreiviertel Iahren noch im alten Reichstag über dag landwirtschaftliche Notprogramm diskutiert wurde, hat die sozialdemokratische Reichslagsfraktion als einzige Fraktion die Konsequenzen aus dem damals soeben er- schienenen warnenden Äorbericht des Enquete-Äusschusses gezogen, und zwar mit folgendem Antrag:>. „Bei übermäßiger Verschuldung landwirtschaftlicher Großbetriebe sollen dies« durch Reich oder Länder übernommen werden. Soweit diesc Betriebe unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse zur Siedlung geeignet sind, soll dies mit der Sicherung erfolgen, daß der neu« Besitzer bei der etwaigen Abgabe des Besitzes nur die Bercch- nung eigener Auswendunge» beanspruchen kann, nicht aber«inen Spekulationsgewinn. Auch können diese von dem Reich oder den Ländern erworbenen Betriebe In Selbstbewirtschastung übernommen werden durch Bildung einer Domönentreuhandgesellschast, in der der (kinsluß von Reich und Ländern in der Gesellschastsform weitgehend zu sichern ist.' Damals ist dieser Antrag von rechtsstehenden agrarischen Führern mit flammender Entrüstung als etne Art Agrar- bolschewlsmus abgelehnt worden. Die Sozialdemokratie hat .bei der Agrardebatte in diesen Tagen in der Frage der land- wirtschaftlichen Verschuldungenerhältnisse weiter nichts nötig gehabt, als ihren Antrag vom vorigen Frühjahr wörtlich zu wiederholen, und jeder wirklich« Kenner dieser Verschuldungs- Verhältnisse kann heute bereits sagen, daß dieser sozialdemo- kratische Antrag von den etwa S0 Anträgen, die jetzt allein zur Kredit- und Berschuldungsfrage gestellt worden sind, der einzig« ist, der den tatsächlichen wirtschaftlichen Verhält- Nissen Rechnung trägt und der künstig auf diesem Gebiet ein- zuschlagenden praktischen Agrarpolitik die Richtung weisü AOGiB. zum Ruhrkampf. Die Schlüsselindustrie muß unter öffentliche Kontrolle. Siel. 7. Dezember.(Eigenbericht.) Eggert führt« zum Schluß seiner Red« aus: Wir grüßendie Ruhrarbeikerfchaft, die durch ihr besonnenes Verhallen während der ganzen Dauer des Kampfe« die Spmpathie der Oefs«U> lichkeit für sich halte und wrr danken allen Kräften, dl« den Anschlag der Unternehmer der E'senhidustris an der Ruhr abzuwehren bemüht waren. Es darf keln Zurück in die alten Stellungen geben, tn die der Arbeiter der Vorkriegszell oerwiesen war. Dir . wollen Staat und Wirtschaft so gestallen, daß sie von allen Kräften unseres Volkes gemeinsam getragen und gefördert werden. Schmidt vom Bergarbeiterverband fordert« mehr Mitbestimmungsrecht« für die Vertreter der Arbeiterschaft im Produktionsprozeß Einig« Möglichkeiten zur Aufhellung der Prodvttions-, Absatz, und Preisverhältnisie�ia Kohle und Kall biete das Relchskohlen- und Kaligesetz. Aber es gell«, dt« an sich unzu- länglichen Rechte der Arbeiterschaft In diesen Selbstverwallungs- körpern auszubauen und für die übrigen Industrien dl« gleichen Selbstverwaltungskärper zu verwirklichen. Bernhardt(Baugewerksbund) schilderte die überaus trübe Lage des Baugewerbes. Wenn Irgendwo, so habe im Baugewerbe das Unternehmertum bewiesen, daß es nicht in der Log« sei, dl« Ver. HSltnisse aus eigener Kraft zu meistern. Aus diesem Grund« müsse der ADGB. fordern, daß der Staat, daß die.Bolkegesamtheit mit den Organisierten zusammenwirke, um«ine Reugestallung unserer Bau- Wirtschaft herbeizuführen.' Reichel, Dorsitzender des Metallarbeiterverbandes, sprach über den Ruhrkampf. Beispiellos wie dieser Kampf sei auch die Sympathie gewesen, mit der die öffentliche Meinung die kämpfen. den Arbeiter unterstützt habe. Der unmittelbare Erfolg sei«ine wesentliche Stärkung des Metallarbelterverbandcs im Ruhrgebiet. Vi« Unternehmer würden es bestimmt zum zweiten- mal nicht. wagen, einen derartigen Kampf zu provozieren. Die Schlußfolgerung für d'e Gewerkschaften aber müsse ousNiogen tn den Ruf an Parteien und Parlament: fter mit. dem Eifenwirt- schaftsbund, her mit dem Selbstverwaltungskörper für all« Schlüsselindustrien!..> Gegen die staatlichen Subventionen an die Industrie sprach Grorg Schmidt vom Landorbciterverband. Die Höhe der staatlichen Zuschüsse gehe um ein Mehrfaches über die bekannten Zahlen hinaus und die Oeffentlichtett werde erschrecken, wenn sie demnächst die Summen höre, die vorläufig nur ver» traulich im Reichshaushallsausfchuß genannt worden feien. Die das Geld der Steuerzahler verwüstet werde, spotte jeder Be- schreibung. Um den Weinbau— in Sachsen— zu fördern, würde« dort siarschungsstellen errichtet. Ferner seien 200 Willioneu für den Wiederaufbau zusammengebrochener Betrieb« in Ostpreußen angefordert worden und ähnliche teure Scherz« mehr. Roch niemal» habe man in solchen Ausmaßen Subventionen gewährt wie gegeü- wärtig. Empfangen würden st« von denselben Leuten, die sonst nicht genug die frei« Konkurrenz predigen und aus die„Staats- rentner', die Arbeitslosen, schimpfen könnten. Propaganda für die Sozialisierung der Schlüssel.» Industrie forderte Brande»(Metallarbeiter) als das selbstver- ständliche Ergebnis de» Ruhrkampfe«. Es ist. führt« er aus, auf die Dauer unerträglich, daß ein Dutzend Männer über da» Schicksal der wichtigsten Produktionsmittel und das Leben von Hunderttausenden befinden. Was übrigens für die Unternehmer von der Ruhr gilt, gilt auch für die Werftbesttzer an der Wasserkante. Auch sie weigern stch, die berechtigten Ansprüche der Lrbeiterschast zu erfüllen. Dabei haben die Scharfmacher in der Werftindustri« nur»ine klein« Mehrheit. Trotzdem sabotieren sie die Berstän- digungsmöglichtett und führen den Kampf mit Methoden, die nur als schamlos bezeichnet werden können. Den Schluß der öffentlichen Debatte bildete eine formal wie inhaltüch gleich werwoll« Red« de» Holzarbeiterführer, Tarncw. der stch besonders an die zahlreichen Gäste und Behördenoertretcr wandte, um ihnen die gewerkschaftliche Wirtschaft?» auffassung näherzubringen. Als die große volkswirtschaftlich« Aufgab« der Gswerklchafte» kennzeichnete Tarnow die Herbff- führung de» Gleichgewichts von Produttion und Konsumtion. Die technische Entwicklung, die fortschreitend« Wissenschaft und nicht zuletzt die alle» Bisherig» umstürzend« Rationalisierung des Produktionsprozesses Höllen eine chronisch« Arbeitslosigkeit herbcigcsührt, wie sie die Wirtschaft der Vorkriegszeit niemals gekannt habe. Letzt handelt«s sich darum. die industriell« Reservearmee auch als Derbraucher dem ge- samten Prozeß der Wirtschaft einzugliedern. Die Produktion»' Möglichkeiten müßten erschöpft werden. Das aber fetze voraus, dsß zunächst die Kaufkraft der Masten gehoben und die große Zahl der Arbeitslofen in den Arbeitsprozeß wieder eingereiht werd«. Mit einem kurzen Schlußwort des Vorfitzenden Leipan fand die öffentliche Tagung de» Bundesausfchusse» chr Ende. Diktator Hilgenberg. (Sin deutschnationaler Vertretertaq soll Sahungsänderungen vornehmen. Am Sonnabend trill IN Berlin der Vertretertag der Deutsch- nationalen Partei zur Bemtung einer ganzen Reihe parteipol tischer Fragen zusammen. Hugenberg, der sich seit seiner Wohl zum Parteioorsitzenden selbst im Lager seiner bisherigen Anhänger zahl- reich« Feinde gemocht, hat,.gedenkt zunächst mit einem Referat über die Zukunfts ausgaben der Deutschnationalan Partei auszu- warten. Aber wichtiger als dieser reotttonär« Erguß ist ihm die Aenderuug der Satzungen mit �-.n Ziel, auch noch den letzten geringfügigen Einfluß der Aogeflsllteu.. Arbelker, und Be- mnteuausfchüssc zu brechen und sich mit seiner Eliqu« zu« allewl. gen Herrscher, zu einer Art Diktator über die Deulschnallonal« Par- (ei zu machen. Die Vorsitzenden dieser berufsstänttschen Ausschüsse habe» km Borstand Sitz und Stimm«. Sie wurden bis sttzt jeweils von den Ausschüssen gewähll und übten ihr Mandat ausschließlich im Auf- trag der Ausschüsse aus. Dieses Verfahren paßt Herr« Hugenbsrg nicht. Er wünscht nicht etwa, sondern er verlangt, daß dies« Vorsitzenden in Zukunft von ihm nach aller preußischer Manier er- n a n n t werden. Da» Ziel ist, den Vorstand ausschließlich au« Krea» tuten seiner Couleur zusammenzusetzen. Hugenberg will also sein« bisherige geschäftliche Praxis jetzt auch auf die Deutschnational« Bortei anwenden: entweder parieren die von ihm„ernannten* Mitglieder oder st« fliegen. Da» allein genügt ihm jedoch nicht Er verlangt ferner das alleinig« Bestimmung, recht über die Zusammensetzung der R e i ch» l i st«. um möglichst viele Leute seiner Politik und seiner Sinnesart in den Reichstag zu bringen. Aus dies« Art hofft Hugenberg, das Amt de» Parteiführer» möglichst lang« hallen zu können. In dem Organ de» �Iungdeutschen Orden»' lesen wir?»Es et- häll sich da» Gerücht, daß bei einer au» Aulaß der Reuwahl de» vor- sitzende« vorgenommenen Ueberpcüsung der parteikasie sich ergebe» habe, daß das sächsische Reichslagsmaadak de» Herrn Bang, für das Herr hugeuberg der Partei 80 000 M. versprochen habe» soll,»och »icht bezahlt sei. Trifft da» zu?' Das Organ des Iungdeutschen Ordens tekll gleichzeitig mit, daß Hugenberg an die Geschäftsführer der deutschnationolen Landesver- bände Anweisung gegeben habe, bi» z u m 0. I a n u a r alle Partei- angestellten, die Mitglieder des Iungdeutschen Orden» sind, zu kündigen. Wieder eine neue(Subventionsvorlage! Oer MrdArgring. Noch tnachen sich erst die Anzeichen einer weichenden Mrtschast». konjunktur geltend, noch hat der Ausschuß für den R«>ch«hau»hall feine Arbeiten nicht in vollem Umfang ausnehmen können, u?ck> schon vergeht keine Sitzung, in der er sich nicht mit irgendwelchen S u b> v«ntion»oorlag«n'zu desassen hat Die neueste, die in der Sitzung de» Ausschusses am kommenden Dienstag verhandelt«erden soll, geht vom Reich»vert«hr»min!st«rlum au» und betrisst den Rürburgrlng. Der Houshaltsousschuß wird ersucht, der außer- planmäßigen Verausgabung eines Betrages von 2 Millionen noch im Rechnungsjahr 1928 zur Förderung der Sebirgsrenn- und Prüfungsstreck« Nürburgring zuzustimmen. Dieser Nürburgring wurde im Jahre 1S2S vom Kreise Adenau nach einem Kostenanschlag von 2V4 Millionen ats Notstandsarbeit in Angriff genommen. Der Kostenanschlag wurde, wie üblich, außer- ordentlich überschritten. Di« betriebsfertige Herstellung wird nun- mehr mindestens 12,38 Millionen betragen. Das Reich hat stch an diesen Kosten bisher aus Mitteln der wertschaffcnden Arbeits- losenfürsorge mit insgesamt 3,48 Millionen in Form oon Darlehen und Zuschüssen beteiligt lieber ein« Höhe der Baukosten von 8,27 MMonen hat das Relchsarbellsministerium ein« Förderung de» Unternehmens als Notstandsarbeit nach den gesetzlichen Be» stimmungen nicht mehr jür angängig erachtet Aus dringendste» Wunsch Preußens hat dos Relchskablnett jedoch beschkoffen. nochmals in anderer Form zur Hälfte an der Aufbringung des ungedeckten Restbetrages von rund 4 Millionen teilzunehmen, do«» sich um ein« Maßnahme für ein Grenzgebiet handelt, und Unternehmen für die weitere Entwicklung der deutschen Krofisahr- zeugindustrie von großem Wert erscheint. Das Reichsoerkehrsminlsterium stützt, sich auf einen Beschluß» den der vorig« Reichstag am ZV. März 1928 gefaßt hat, u'll> in A«v> di« Relchsregierung ersucht wftd, bi« RurbSrgiöchst' in Zllsätniotn- arbest mit Preußen in dem Sinne zu fördern, daß«in ordtülnz?- mäßiger Betrieb und ein« ordnungsmäßig« Derwallung gesichert' ist. Das Relchsverkchrsminssterium hofft, daß das Unternehmen nach Fertigstellung sich als lebensfähig erweisen und in der Lage sein wird, au» Reklame. Rennen. Vergnügung?- und Industrie! ahrten. Pachten und Kreiszuschüssen ein« jährlich« Betriebseinnahme vo» rund 300 000 M. zu ziehe». Hieraus würden sich nach Ansicht dch Reuhsverkedrsminsttertumi die Ausgaben für dl« Unterhallung, bi« Geschäftsführung, die Werbung sowie für»ine dreiprozentige Vtf' zinfung der neuen varlehnsschuld bestreiten lassen. Mit den frühes aufgenommenen Darlehen soll der Kreis Adenau als bisherig«* Unternehmer allein belastet bleiben. Giurm gegen einen Dntckfehler. Vit aufgeregte Zeutrumslorrespoudeaz.. Di« Zentrum, korrespondenz bläst zum Sturm. Sie hat 9" „Soz. Pressedienst'«inen Artikel über den Führerstreit tm Zentru?« gelesen und darin den Satz gefunden: ,JS.s ist niemand da. der di« auseinanderlaufend« Horde zusammenhält'„Ist da« Zentrum eine Horde?' wird«rsegt gefragt Der Frager hätte sich«igent» lich selbst sagen können, daß dos keineswegs behauptet werden sollte denn au» dem Ganzen geht hervor, daß nicht«in«.Horde', sonder» «ine.Herde' gemeint war. Die von der ZentrumskorrespondenZ geforderten„Garantien für«inen anständigen Ton der sozialdew� tratischen Presse' tännen also nicht gegeben werden, da«tn sicheret Mittel zum Schutz gegech Tipp- und Druckschier bisher leider noöt nicht erfunden worden ist. Desto mehr Grund hat da» Zentrum, si� den Herrn genau anzusehen, der die Antwort tn seiner offiziös«� Parteikorrespondenz verbrochen hat Denn bestünde da» Zentrum au» Leuten gleich dem Verfasser dieser grobklotzigen Schimpfers' dann hätte man allerdings da» Recht, ohne Drucksehler von eil*' .H o r d e' zu sprechen. Reform der Rechtspflege? Eine Konferenz im Zleichsjusttzministeriom. Am Freitag fand im Reichsjustizmlnisterimn unter dem Borl� de» Reichsjustizminister» Koch-Weser«in« Besprechung mit W Spitzenorganisatlaneu der Wirtschaft und der Gewerkschos' t« n über di« neuevding» tn der Oefsentlichkeit lebhaft erörtert« ffr0#' grundlegender Reformen aus dem Gebiete der Recht»' pfleg« statt Di« allgemeine Auflassung ging dahin, daß uM' stürzend« Neuordnungen aus dem Gebiet der Justiz zu vermeide� aber in zielbewußter Fortentwicklung Reformen auf einer oon Gebieten durchzusühre» seien.' Der Skandal von Kirchhaln. Landrat v. Gilsa in den einstweiligen Rvheflonb verseht. Kassel. 7. Dezember- Da« Verfahren gegen den Landrat von Kirchhain, v. Gilf4 hat seinen Abschluß gesunden. Durch Beschluß de» Staatsminis� riums ist Landrat von Gilsa in den einstweiligen Ruh� stand versetzt worden. Die Frag« seiner weiteren DcrwenduM ist noch nicht entschieden. Bi» zur Ernennung«ine» Nachfolgt, ist Regierungsassessor Dr. Knost von der Regierung Kassel der interimistischen Leitung de» Landkreise» Ktrchhain beaus worden. St öri soll Uni stell Sei uftr�j btQ der Aek �r. S?9* 45. Jahrgang -1. Beilage des Vorwärts Sonnabend, 6. Dezember 4925 Wannsee wird modern! Ausbau des Freibades. Tier Zuspruch zum Ärandbad Wat ouftefniffnirich Sugerrenwien. Bit Besucherzokl stieg von.�>Ü MO tSommcr 192�) wii kXXXXX) Besucher(1927) und ist in dem ungünstigen Sommer 7928 nicht wesentlich darunter geblieben. Diesem Zuspruch sind die li&j geschaffenen Einrichtungen in keiner Weise mehr gewachsen. �arderobenräume sind nur für die Kleidung von(5NOO Badegästen vorhanden. Bor. oder Nachreinigungsgelegenheiten fehlen. Die Holzbauten sind bei dem se�t herrschenden Massenandrang eine rlefahrenquelle für die Besucher. Die Aborteinrichtungen sind eben- falls unzureichend. Das vorhandene Restaurant war ursprünglich vur als Kaffeeküche gedacht. Es hat Play für nicht mehr als 28Y Personen und kann höchstens 200 Portionen Essen und 1000 Portionen Kaffee am Tage verabfolgen. llnsrstematischer Umbau der vorhandenen Einrichtungen würde *ur Flickwerk bedeuten, künftigen Erfordernissen nicht Rechnung tragen und die Einheitlichkeit der Gcfamtanlge gefährden. Dahed hat die chochlmudeputation«inen Generalbebauungsplan aufgestellt, zwecks einheitlicher Bebauung des Geländes am Wann- fre zwischen Schwanenwerder und Charlottenburger Wasserwerken. »in großen Zügen ist im Plan beabsichtigt: die beiden schon bestehen- den Zugangswege van Beelißhof und Bahnhof Nikolassee sollen auch in der neuen Anlage zum chaupteingong des Strandbades führen. Die geplanten Auskleidehallen und die für den Badebetrieb notwendigen übrigen Gebäude erstrecken stch vom feßigen Gelände des Bcreins„Sonne" ungefähr 17� Kilometer •veit südlich bis zum Gelände der Rordflugwerke. Um den Strand rächt einzuengen, sollen die zweigeschossigen, in massiver Bauweise gedachten Gebäude an die Böschung gesetzt werden. Unmittelbar vor ihnen läuft ein« offene Perbindungsholle entlang, die dem Publikum bei plötzlich eintretendem Regenwetter Gelegenheit zum Untertreten bietet. Diese Derbindungshall« dient zugleich als Zu- gong für die im Obergeschoß der Ankleidegebäude untergebrachten Zellen. In bestimmten Abständen zwischen den chäusern führen Treppenanlagen aus die Anhöhe hinauf. Ungefähr in der Mitte der ganzen Anlage auf der Höh« vor einer natürlichen Mulde ist ein Restaurant vorgesehen, von dem Terrasten zu einer(später an- Zulegenden Landungsbrücke führen. Ein zweites kleineres Restaurant, Welches vom Badestrand unmittelbar erreicht werden kann und den vur mit Badeanzügen Bekleideten für Erfrischungen zur Berfügung fi�ht. ist: ebensoills vorgesehen. Bon diesem Gesamtplan findimer st enBauobschnittalszunäch st notwendig vuertannt worden: i Auskleidehallen. 1 Abort- 8*60110«, das Strondrestaurant, die dazu gehör!- gen Treppenanlogen und Derbindungsgong. Die Umkleide- hallen sind zweigeschossig und enthalten im unteren Geschoß einen Pfassenumkleideraum nebst Garderoben mit 1000 Kleiderhaken. Im vberen Geschoß sind 48! Cinzelzellen und zu beiden Seiten des �arderobenraumls» der mit rund 1300 Kleiderhaken ausgestattet ist, 99 Woschzellen vorgesehen. Das flach« Dach dient als Luftbad. einem der Umkleideräume sind im Erdgeschock Verkaufsläden, •ü» Friseurladen, Waschräume, Sanitätsabteilung und Personalräume geplant. Dos Strandrestaurant 'st eingeschossig und teilweise unterkellert. Gasträume, Terrassen und Küchenanlag« berücksichtigen die von den Besuchern zu stellen- den Anforderungen. Für die Beheizung des Restaurationsgebäudes Und der Aborträume ist Gasheizung vorgesehen. Elektrische Be- keuchtung. Be- und Entwässerungsanlagen sind berücksichtigt. Die Kosten für diesen ersten Bauabschnitt des Seneralbebauungs. planes betragen 1060 000 M. Es ist nach den bisherigen Erfah- Zungen anzunehmen, daß die Rentabilität der Neuonlage gesichert sst. Di« Prüfung, inwieweit die Strandbad-Wonnsee-G. m. b. ch. Zur Verzinsung und Amsrtisation eines Teils des Anlagekapitals herangezogen werden kann, bleibt vorbehalten. Ihr Ergebnis wird seinerzeit der Stadtverordnetenversammlung mitgeteilt werden. Der Magistrat ersucht in einer Porlage die Stadtverordneten- Versammlung,„dem Projekt für den Bau von vier Auskleidehaven, ein Abortgebäude, ein Strandrestaurant und den dazu gehörigen Treppenanlogen und Dcrbindungsgängen im Strandbad Wannse« und der Einsetzung der erforderlichen Kosten von 1 900 000 M. in den Haushaltsplan 1929(außerordentliche Derwaltung) zuzustimmen. Die Deckung soll durch ein« Anleihe erfolgen, deren Bedingungen durch den Magistrat im Benehmen mit der Finanz- und Steuer- deputation festzusetzen sind. Di« Versammlung wird gleichzeitig ersucht, mit der vorschußweisen Verausgabung der Mittel einver- standen zu sein." In zweiter Instanz freigesprochen. Es war keine Vergewaltigung. Nach zweitägiger Derhandlung ging gestern nachmittag vor der Berusungsstrafkommer des Landgerichts II unter Borsttz von Land- gcrichtsdircktor Linde der Not.zuchtprozeß zu Ende, über den wir unter der Spitzmarke„Wie war das mit der Emmi?" bereits berich- tcten. Der Angeklagte W., Sohn eines Berlagsbuchbändlers, war ursprünglich angeklagt gewesen, in drei Fällen Hausangestellte seiner Eltern vergewaltigt zu haben. Vom Schöffengericht Tempelhos war er in einem Falle schuldig befunden und zn i'4 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Durch die erneute Be- weisoufnahme vor der Strafkammer wurde die Aussöge der Be- lastungszeugin derart erschüttert, daß der Staatsanwalt selbst die Freisprechung beantragte. Die Strafkammer sprach dann auch unter Aufhebung des ersten Urteils den Angeklagten auf Kosten der Staatskasse frei. Man wird dem Gericht darin recht geben, daß ihm nichts anderes als der Freispruch übrig blieb. Man wird es mit dem Verteidiger beklagen, daß di« Staatsanwaltschaft, die doch genau weiß. wie vorsichtig man mit Angaben junger Madchen über angebliche lOergewaltigung sein muß, es unterlassen hatte, das Porleben der Belostnngszeugin in diesem Falle zu durchforsche». Die Tatsache bleibt jedoch bestehen, daß die Situation in dem bürgerlichen Haus heute derart ist, daß die Proletariernzädchen den Lockungen der Söhne des Hauses anheimfallen. Die„Gnädige", die ihre eigenen Töchter so„sittlich" erzieht, denkt gar nicht daran, dem jungen fremden Möd- che» mütterlich zu sagen:„Sehen Sie sich vor. ich habe erwachsene Söhne im Hause. Haben Sie Grund über sie zu klagen, so komme» Sie zu mir." In diesem Falle scheute sich der noble Sohn des Hauses nicht eimnal, tagsüber seine Braut von demselben Mädchen bedienen zu lassen, mit der er dann regelmäßig zusammen die Nacht verbrachte. Uebrigens trieb er das auch nicht nur mit dieser Haus- angestelLen. EsschwebtennvchmehrKlagengegenihn. Weshalb es diesmal schließlich zur Anzeige gekommen ist, bleibt im Dunkel gehüllt.__ Sonderbare Wohlfahrtspraxis. Man schreibt uns aus unserem Leserkreis: Wiederholt find vom Wohlfahrtsamt Wilmersdorf Akten von Unterstützung- suchenden, bevor sie der zuständigen Lonnnission zugeleitet wurden, zur Begutachtung der Würdigkeit des Antragstellers der«vanaeli« scheu Wohlfahrtshilse übersandt worden. Die evangelische W o h l f a h r t s h i l f e ist ein privater Fürsorgevereit,, genau so, wie die jüdisch« Wohlfohrtshilse oder die Arbeiterwohlsahrt. Es ist nicht bekannt, ob auch den beiden anderen Vereinen Akien zur Begutachtung der Würdigkeit zugegangen sind. Der Gedanke, daß amtliche Kommissionen dadurch in ihrer Sicllmignahme b e« i n- f l u ß t werden können, liegt nahe. Daher muß eine solche Praxis entschieden mißbilligt werden. Was sagt übrigens das Landes- Wohlfahrtsamt dazu? lieber dasselbe Wohlfahrtsamt Wilmersdorf wird ui««in Unter- stützungsfalk gemeldet, der den Beweis erbringt, daß diesem Wohl- fahrtcvmt ein« gewisse„Großzügigkeit" nicht fremd ist. Hier- zu schreibt man uns: Ein Bürger von Wilmersdorf, der Bruder eines Stadtinspektvrs, beantragte beim Wohlfahrtsamt eine ein- maligs Unter st ützung van 300 Mark zur Bezahlung von Anwaltskvstev au? einer Strafsache. Der Detrag winde vom De- zernag ohne Mitwirkung der zuständige» Knm> Mission ihm bewilligt und an den Anwalt gezahlt. Die Aenn-sten der Armen speist man sonst mit monatlich 42 Mark ab. Die Großschwindler von Paris. .Froinesm und Lupesni, zwei edle Rumänen. Cinan sehr guten Fang hat die Pariser Kriminal- Polizei mit der Festnahme der beiden Gauner gemacht, denen man durch die gemeinsam« Arbeit der Ermittliingsabteilung der Deutschen Bank und der deutschen und srnnzösischen Kriminalpolizei endlich aus die Spur kam. Der Schwindler, der sich in Frankfurt am Main Dupont de la Tour nannte, ist jetzt einwandfrei sesigestelll als ein Rumäne Maxime F ro i n e s cu. Der Berhasteie hat«in« sehr bewegte Vergangenheit und versuchte und vollendet« unter den verschieden st«n Namen die größten La- trügereien. Cr Hot ein volles Geständnis abgelegt und seiner Aus- lieferung dürfte wohl nichts im Wege stehen. Der zweite Mann, der mit ihm verhaftet wurde, steht ihm nicht viel nach. Er nannte sich Henry C o s s i n, ist aber ebenfalls ein Rumäne namens L u p e s e u. Er beging im Jahre 1923 große Scheckschwindeleien in Limburg und wandte sich dann nach Fronkn'.rt o. M. 1922 war er bereits nach einem großen Betrug aus Wien slüchjig geworden. Mit den beiden werden sich nun die Strafbehörden von Deutschland, Holland, der Schweiz und Frank- reich zunächst beschästigen, andere werdcn noch folgen. Die Fifi- alen der Deutschen Bank in Fnonksurt a. M. und der Danat-Bank in Karlsruhe sind, wie jetzt sesigestellt ist, nicht geschädigt worden. An beiden Stellen ist der Versuch nnßlungen. Or. Oiem soN verschwinden! Oder die Studenten streiken weiter. Wir brachten im aestrigen„A b« n d"«ine Darstellimg der Borgänge. d8e zu einer„Revolte" der Sportjünger der Deut. Ichm Hochschule für Leibesübungen gegen gewisse Anordnungen ihres Chefs, des Herrn Dr Diem, geführt hatten. Am Donnerotag war durch die Vermittlung des Rektors. Prof. Dr. Bier, ein Kam- v r o m i ß, wie nicht anders zu erwarten war, zuungunsten der Studenten, abgeschlossen worden. Die Sache schien bei- gelegt. Nunmehr hat die Studentenschost aber einen neuen, radi- ka leren Ausschuß gewählt und ist erneut in den Streik eingetreten. Die Studenten knüpfen die Wiederaufnahm« des Studiums und der praktischen Uebunger» an die Bedingung, daß Herr Dr. Diem aus sämtlichen Ausschüssen verschwinden soll, besonders aus dem Prüfungsausschuß!). Der„pröchige Geist". der oirgeblick? in der Deutschen Hochschul« herrscht und Pen der Herr Generalsekretär des bürgerlichen Sports nie laut genug betonen konnte, hat nun totsächlich zu einem Studentenstreik geführt, ein Beweis, wie wohl sich die jungen Leute unter den Fittichen des „prächtigen Geistes" fühlen müssen. Für heute vormittag 11 Uhr sind unter Vorsitz des Staatssekretärs a. D. Dr. Lemald neue Behandlungen angesetzt. Als er mit der Katze spielte. Gefährlicher Sturz aus dem Fenster. An, Freitag nachmittag ereignete, sich in der S t r a u z b e r g e r Straße ein bedauernswerter Unglücksfall. Ein zwanzigjähriger junger Mann namens Grützner spielte am offenen Fenster seiner im zweiten Stockwerk gelegenen Wohnung mit einer K a tz e, als er plötzlich das Gleichgewicht verlor und auf die Straße stürzte. Besinnungslos und mit schweren.Verletzungen wurde er ins Krankenhaus gebracht, wo sein Zustand als bedenklich erachtet wird. Soldat SuHren. von(2>eorg von der'V ring. Copyrigljt 1927 by X M. Spaetb Verlag, Berlin. Lurtjebam, der sich lm Hintergründe am Stamm einer "inde räkelt und so recht bequem sitzt, gefällt sich darin, sich «ein schiefes Bild über seine Lage" zu machen, er denkt: Die Hälfte seiner Lebens Steht der Soldat vergebens. iind das befriedigt Ihn so, daß er dann und wann ein kurzes �nstchaftes„Hummel, Hummel" ertönen läßt— worauf Jf'fen, ohne sich umzuwenden und ohne seinen Zigarrennach- "Ich zu unterbrechen, ihm durch die Nase, jedoch freundlich, antwortet: ..Mors, Mors." � �. So erklingt es schelmisch„Hummel. Hummel her, «Mors, Mors" zurück, während draußen die Hügel in der �vnne strahlen und dorren, und die Zeit geht und geht. Ich hole mein Buch aus dem Brotbeutel. Es ist der Zarathustra, neben der Bibel und dem Faust das am meisten gelesene Buch der Frontsoldaten, wie die Zeitungen schreiben. pch las sogar einmal eine Statistik darüber. Die Bibel wird jcherlich das schwerste von diesen drei Büchern sein— näm- '>ch an Gewicht. Darum— alle Achtung vor den bibellesen- Kameraden! Alle Achtung auch vor mir, daß ich meinen Zarathustra noch nicht wegschmiß. Es würde aber wohl die Statistik um ein kleines verschieben, und wenn alle es tun bürden, sogar um ein Bielfaches. * .. Gegen Abend kommt in der Tat der Befehl, daß der sritte Zug unter Feldwebel Engelte nach Tverdini vorrücken � Der Primaner erscheint, sein Gepäck auf dem Rücken, befiehlt„Fertigmachen" und„Antreten". . Der dritte Zug marschiert aus dem Schatten in die �chende Sonne der Straße. Die Fliegen ergreifen die Flucht, Seitengewehrs und Spaten klappern, der Sand stäubt auf. . Eine halbe Stunde wird schweigend und in guter Laune �auflosgeschritten. Sodann erscheinen zwei Hütten links an »er Straße, die rasch auffallend tiefrote Färbung annehmen. "tber uns find plötzlich geballte Wolken wie zu einer Schlacht aufmarschiert: riesige Massen von rötlicher Infanterie und Artillerie in zündendem Blau, die von leichten, aschegrauen Kavalleriestreifen überjagt werden. Ein starker Wind wirbelt den Staub in den Rotten empor und in unsere Gesichter. Der Donner rollt. Jetzt fällt Regen: jetzt schlagen Blitze rings in die ver- dunkelte Ebene: jetzt gießt es wie aus Kübeln: jetzt sind wir blind vor Nässe: jetzt hat sich der Boden in eine Rutschbahn verwandelt: jetzt hält man sich am Nebenmann fest, der es sich fluchend verbittet. So rückt der Zug nur langsam weiter, immer im end- los strömenden Regen. Der Schweiß bricht uns fürchterlich aus, und die Lungen tönen wie Blasebälge. Endlich, neben einer einsamen schwarzen Scheune, bleibt einer stehen und schreit mit gequälter Stimme: „Ich will nicht mehr!" Sofort stehen mehrere in der Kolonne und antworten: „Recht so!"—„Der kann allein weitergehen!"—„Mag er doch!"— Andere setzen den Weg fort, mühsam, durchnäßt und in sich versunken. Es entsteht ein Wirrwarr, doch kommt alsbald der ganze Zug zum Halten, wobei man sich mustert und leiden- schastliche Verwünschungen ausstößt. Einer setzt sich auf den Boden. Sofort verstummt das Geschrei— die meisten setzen sich in den glitschigen Weg, den das Regenwasier überströmt. Feldwebel Engelke spielt eine klägliche Rolle, denn er ver- sucht uns mit Entrüstung zum Aufstehen zu bewegen, wobei ihm seine nasse Mütze recht kläglich übers«ine Ohr hängt. Es fehlte nur, daß sie rot wäre, so hätte man den Primaner von einst vor sich. Pabst sagt gutmütig zu ihm: „Lassen Sie nur, nachher gehen wir wieder weiter." Er watet mit einigen starken Leuten hinüber zur Scheune, in der sie verschwinden. Die Mehrzahl aber ver- mag sich nicht mehr aufzuraffen— ist man auch bis auf die Haut durchnäßt, so sitzt man doch wenigstens. Lurtjebam vor mir scheint mit seinem spitzen Hinterteil im Schlamm zu ver» sinken, er stemmt den Gewehrkolben zwischen seine Knie und betrachtet die Regentropfen, die auf seinen knochigen Schreibersingern zerklatschen. Ich fühle die Nässe meinen Körper ring? umfassen und langsam unterm Helm ins Haar vordringen. Es ist höllisch schön, zu sitzen und sich auszu- ruhen, besonders, weil einem diese Ruhe nicht zusteht. Und sie währt lang, diese teure Ruhe. Als der Regen aufhört und die Scheune Spuren von blauem Anstrich zu verraten beginnt, kehrt Pabst mit seinen Begleitern von dort zurück, sagt:„Auf, Leute?" und wir er- heben uns wieder. Engelke marschiert still neben uns her. Die Dunkelheit weicht nicht, es ist der Abend, der hereinbricht. Schwärme von Krlihen werden kaum am überdunsteten Himmel sichtbar. Der Feldwebel führt uns falsch. Wir gelangen nicht nach Tverdini, sondern nähern uns hügelan einer Ansammlung von strohgedeckten Hütten, wo das kleine nasse Fähnchen eines Brigadestabes zu erkennen ist. Dies Fähnchen überm Dach gibt uns neuen Mut. Wir haben keinen trockenen Faden am Leibe, aber wir werden dort schlafen, das steht fest— auch Eisen sagt es. Wirklich weist uns Engelke einen Pferdestall an, der noch drei Wände besitzt, und in dem es nach warinem Mist riecht. Dicht über mir, auf einem Balken der Wand, bewegt der Wind das Lichtlein einer Kerze. Aber nun schlafe ich schon. * Mitten in der Nacht weckt miÄ ein starker Druck auf den Unterleib. Ich muß mich erkältet haben, klappre mit den Zähnen und stehe auf. Das Licht über mir hat die Wand ergriffen, welche in einer langen schwelenden Flamm« brennt. Das wachsende Feuer wirft seinen Schein über die Gesichter der Kameraden. Es wird sofort das Strohdach erreichen, zuckt mir durch den Sinn, und ich verlösche es mit meinem Wasser. So stehe ich da und schlottre, während sich meine Kopf- haut unter den nassen Haaren zusammenzieht— kann s»ch schwere'Märsche nicht ewig aushalten, werde meine Kraft ein wenig schonen müsien. Und ich ziehe den Zarathustra aus dem Brotbeutel und halle ihn in der Hand. Das Buch ist trocken geblieben, aber es soll fort, und wenn es auch nur zweihundert Gramm wiegt. Nach einigem Zauderti entschließe ich mich, auch meine Schnürstiefel dranzugeben. Zarathustra und Schnürstiefel werfe ich hinter der Scheune in ein Gebüsch, vielleicht Brennesseln. Der Himmel ist nun klar und voll von Sternen. Do» ist der Schritt des Postens, der sich leise nähert. „Ra? sagt er. Es ist Pabst: er tritt heran, berührt mich und flüstert: „Bist du es. Suhren?" „Ja." sage ich,„wie spät?" „Zwei über," antwortet er,„bin eben aufgezogen. (Fvötsetztmg folgt.) Das Werk von Lichtenberg. Korischritte und Aufstieg der KGV.— Neue Kleischerei und Wurstfabrik« Die Konsumgenossenschaft Berlin und Um. g e g e n d hatte den Wunsch, der Presse einmal ihre neueste Produttions statte in Lichtenberg zu zeigen. Ieiesmal, wenn man nach längerer Zeit das gewaltige auf der Höhe des Barnimplateaus gelegene Gelände der Genossenschaft in Lichtenberg betritt, ist man freud'g überrascht, irgendeinen sichtbaren Fortschritt seststellen zu können. So auch diesmal. Die Schlächlerci und Wurftsabrik ist setzt fertiggestellt und weist ein Formats auf, dem sich in Berlin so leicht kein anderes Unternehmen an die Seite stellen kann Im Kellergeschoß des neuen chauies besinden sich 63 Pökelbottich«, die je 6 bis Sl> Zentner Fleisch ausnehmen können. Der Gösrierfleischkühl- r o i! m. in dem eine Temperatur von minus 9 Grad herrscht, kann ?5l>u Zentner— acht Waggons Gefrierfleisch ausnehmen. Im Parten« befinden sich die Tranchierräume, denen das Fleisch auf Schwebebahnen zugeführt wird, die viel« hundert Meter Gleisanlage haben. Im ersten Obergeschoß liegen 20 heißrauchkamniern und 12 eiserne durch Heißluft crhmte üochboltiche mit je 100S Liter Aassimgsvermöacn. Die Würstchenabteilung erzeugt wöchentlich 400 Zentner. Im vierten Obergeschoß befinden sich abermals, und zwar Kaltrauchkammern. 40 an der Zahl. Die Dauer. wurstlagerräume fassen 2000 Zentner. Monatlich werden in eigener Regie 1300 Schweineschlachtungen ausgeführt. Das gleiche Quantum Fleisch wird hinzugekaujl. Ferner kommen 250 Rinder zur Verarbeitung. Der Gesrierfleischumsatz beläusi sich monat- lich aus 200 Rinder--1Z00 Zentner. Diese gewaltigen Fleisch- und Wurstmengen gelangen in 25 Spezialfleischabgabestellen zum Verkauf, wobei verrate» werden kann, daß dem unausgesetzt anhaltenden Ansturm der Konsumenten diese Verkaufsstellen nicht genügen. Es müssen also ständig neue«ingerichtet werden. Uebrigens geht es mit den Lebensmitteloerkaufsläden ebenso. Zur- zeit sind 250 verkaussstellen in Betrieb, 1928 sind 30 hinzugekommen. Die Entwicklung treibt aber dahin, daß durchschnittlich in seder Woche ein Laden eröffnet wird. In J)er neuen Fleischerei fällt die Weiträumigkeit und absolute Sauber- k e i t auf. Alle Tische haben durchgehende Marmor» Vlatten. Da keine Spalten vorhanden sind, können sich auch keine Fleisch- und Blutreste sammeln. Das ist hygienisch von außer- ordentlicher Bedeutung. Sowohl zur Fernhaltung der Sonnen« strahlen im Sommer als zur Minderung der Flieaenplage sind die Scheiben der neuen Fabrik blau gefärbt. Insgesamt hinter» läßt das neue Werk einen überraschenden und ersreulichen Eindruck von der Finanz.. Organisations- und Ausbaukrast der Genossenschaft. Dieser Eindruck wird durch folgend« Umstände verstärkt: Im vorletzten Geschäjtsjahr waren der Genossenschaft 25 Millionen Spar» gelder anvertraut worden, in dem letzten bereits 2S Millionen. Betrug der Umsatz im abgelaufenen Geschä'tsjahr 52 Millionen, so wird er im laufenden heute bereits bei aller Vorsicht auf 70 Mit- lionen geschätzt. Im November allein betrug er über SZii Millionen Mark. Davon entfielen über 500 000 Mark auf das neue Waren» Haus. Dieser gewaltige Warenverkehr wird durch«in Pe: sanol von rund 2200 Arbeitern und Angestellten bewölligl. Der Unkundige wird diese Zahl sehr hoch finden. An kaufmännischem Personal braucht die Zentrale Lichtenberg 195 Personen, die Warenhäuser 361, die Fleischobgabestellen 75 und die Lebensmittelabgabcstellen 1369, insgesamt rund 2000 köpfe kaufmännisches Persanal. An g e> werblichem Personal werden ollein in der Bäckerei und Konditorei 269 Köpfe gebraucht, in der Wurstsabrik 83. Es sind 256 Chauffeure und Mitfahrer notwendig, um die zurzeit vor» handenen 75 Autos sin sechs Wochen werden es bereirs 93 Autos sein) zu bedienen. An Lagerarbeitern werden allein 136 gebraucht. Inogesamt 1045 gewerbliche Arbeiter. Auch nur«in flüchtiger Gang durch die Produktionsstätten und die Bureaus aeigt, daß alle Ar- beiter und alle Angestellten ein Arbeitstempo durchhalten müssen, das nicht leicht ist. Reben dem fachmäßigen Können verfügen sie all« zweifellos über stark genossenschostlichen Geist, der sie die Sdpierig. reiten überwinden läßt, die darin liegen, daß die Gencssenschvlt jeder. zeit gegen die freien Unternehmen konkurrenzfähig bleiben muß. Wir aber, die Konsumenten mit Angestellten und Ar- b eitern der Genossenschaft durch genossenschaftlichen Geist n�r- Kunden, müssen ihnen danken, daß sie unser aller Werk, das ja auch das ihre ist, durch hingebende, treue Arbeit zum Siege lühren hülsen. Der Leitung der Genossenschaft gebührt nicht weniger Dank, daß sie es verstanden hat und versteht, den Strom der Konsum- kraft aufzufangen und in die richtigen Bahnen*u leiten und der Genossensthaftside» durch immer neu« Erfolge zu dienen. Deutsche, gedenkt dergerauöten Gebiete! Lnd trinkt Münchner Kümmel und Zwetschgeawasser. Gin« ganz merkwürdig«, aber offenbar dem Deutschbewuhtsein gewisser Kreide entsprechende Reklame macht ein« Münchener Schnaps., Likör- und Wembrandfabrik: sie verteilt Kalender aus da» Jahr 1629, in denen sich nationaler Racheschrei mit dsm Schrei nach nationalen Rachenputzern seltsam, aber vielleicht doch nicht so ganz unorganisch mischt. So Hecht es unter einem Bild von der Kaiserpsalz in Posch'., die übrigens»in« psinliche und überflüssige Klischeearchitektur war: Deutsche. gedenkt der geraubten deutschen Gebiet«. Und darunter die Empfehlung: Eherry Brandy. Ein andermal«in Bild mit einem Kohlenbergwerk in Ok»erschlesien, darunter wieder: Deutsche, gedenkt usw. Und zum Schlug: Burgunder, und Orange- vunsch. Besonder» schön macht sich ein Bild vom Deutschen Tor im.Metz mit der genannten Unterschrist und dem schließlichen chin» weis aus Zwetschgenwasser Doppelbrand. Bei einem Buh vom Memeldel-a soll man sich nicht mir der geraubten Gebiets, sondern auch stes Rotwein- und des Vanillepunjchs erinnsrn. Und so fort. Der alte Erfahrungssatz, daß Nationalismus und Dufs zusammen- gehören, scheint hier wieder einmal erhärtet werden zu sollen. Rachelchrei fördert die Wut. Wut will gedompst werden: Kümmel und Zwetschgenwasser. Kümmel und Zwetschgenmasser aber för- dern den Dalles. An dem Dalles hinwieder ist die Republik schuld. Sa bleibt der RepubUk die Feindschaft und dem Schnopsbrenner der Profit erhalten. Aber ein Wort im Vertrauen: Wallen die Männer und Frauen, denen es um ihre nationale Gesinnung Ernst ist. nicht erd.ich ein- Ehen, daß durch so schäbige Reklame das deutsche Ansehen im Aus- nd llcherlich gemacht wird und wollen sie nichts gegen diesen Un» fug unternehmen? Kein Tag ohne Häuseremflurz. Wieder minderwertiges Baumaterial. Warschau, 7. Dezember, fikigenbertchl.) Zu Lodz In Poleu stürz!« am Freilag früh ein ueu- et bautet drelstöcktge» Mlelhau« ein. Ein Arbeiter wurde auf der Stelle gelölel, ein anderer lebensgefährlich uerlahl. Die anderen enlglngcn dem Tode durch Zufall, da fle sich zur Zelt de» Einsturzes nicht im Gebäude befanden. Als Ursache wird die Verwendung von miuderwertlgem van- «aterial angenommen. Vergwerksunglück in Peru. 22 Grubenarbeiter umS Leben gekommen. Lima lperu). 7. Dezember. Zu ein Kupferbergwerk bei Morococha Im Drparlemenl Zonlwperu drang Wasser aus einem benachbarten große» Wasser- werk ein. Nach Schätzungen des Arbeilsminlsterlums sind bei der Ueberslulung der Grube 27 Personen ums Leben gekommen, nach nichtamtlichen Schätzungen 64. Aibel'rgewelrilcha t Ifir ich enb Vofetfanf«s. Tie Mitg'.ieder des kiee?«hi:dunü»au»f>huste« trefsen sich ?annal>e»d.». Dezember, vünlttich 17, tm Ceilal Pe«t'lj>, Zstarienfetde, Berliner Ltr. St. znr An»se! inllcknrz de» coolee. •.-''zz B«• Rrtl« SPenfnin. M-rt-g, 1«, Temmler, UM Uhr, fa Sta» i» t- f3. 14«» Saalbau, Bergstr. 1,7, Nrvirmitatiederaeeiami'Uuug. Vortrag de, tz» M Eeuassen Abramow Usch Über»Di« BUanz de» Sawset-Balllt-eniiemn»-. fic t�i :». Itiris Sieiniiferdorl. Montag, 10. Tezember, Ätcisootftanbsühurg. tze.it und Ort werden noch drkanntgegeb«». Henke. Sonnabend. 8. Dezember. ». Kt«. �.............. «.«bt. Die Monat»schrilt.Unser fflcj'' ist so'ort abzuholen. ii.> vbt.«I arfoilenbueg. 20 Uhr bei Bade, Naiserin-Auguira-Tlilee iZ, Funk. Unser Weg" ist vom Sevosfe« stressin, Butlihstr. Ist», abzuhskev. iuhoie� oiteadnea. 20 Übe bei Bade. Na.serin.Ai tivnärfldung. B-ha lU. Sidt. Bobardors. tß Uhr im Calol Schmidt. Sefiulrntdrset Cte."5—74, Beriommlunt des ffirunibcsibrtDeitin». Erscheinen der Bartelgenssseu ist läd-vdt.?rrl« Scholle.>»>4 Ud» l» Schollrvkraq Nltql'edervrrsammlnag. Z-aerorduaug! ,Bib«lstu»b-> Refeveat Sandtagiabgeordavtre itdolvh tzossma?» Koulnmaagelcgenhelteu. Morgen. Sonakag. S. Dezember. ll, 14. IS. Wt t\i Uhr tzusamm-vkunsr aller SPD.-Mitglieder der 1. vre» ila>'i»ftelle der ronsimz—ossenschaft. Ausstellung der Nandibatenlisten. Lokal: Botst, Binetapla» 7. 14. Bbt. Br stnaS'tokonimilsion und Gruppenleiter 10 Ustr Sitzung bei Zlätnek, Zmmanueltirchftr.!5. Ein Wart zur Programmgestaltung. Am Donnerstagabend oersucht sich zuerst H:rman., Kasack an literarischen Entdeckungen, um daraus Atfiad Kerr den Platz einzuräumen. Di» größte Zahl der Hörer besteht nicht aus Kurfürstenbammprsmcneureit. Wem inlersisiercn denn dies« Kaffechaucschmockcrcien. Dieses Wort- gedrechsel eines Theaterkritikers, der diesmal nichts Besonderes zu sagen weiß? Warum am Abend nicht Musik leici�eren Eharolicrs, bcsondets da der Freitagabend ebenfalls entscheidend dem Wort gewidmet ist. Zuetst liest Alfred B e i e r l e zwei Bruchstücke aus Jack Londons„Ein B«kcnntnisbuch� und„Das weiß« Sebweigen". Bcicrl« liest ungemein fesselnd, impi'ifto. packend. reißt den Hörer mit. Hier vechnet PI« Funkstund« tatsächlich einmal mit der grotzeu Masse der Hörer. Und auch der Dortrag Dr. Kuh- n e r t s über„Die soziale Schichtung des aka- demischen Nachwuchses" berührt das Interesse der großen Hörerschaft, da«r hier ein allgenwin gülliges Problem behandelt. Di« Leitung der Funkstunde mußte aber versuchen,«tnen Ausglich zu finden. Gegen das Freitagprogramin kein Wort. Doch zwei Tage himsreinonder nur Rezitation oder Dortrag geht nicht an. Bcterle oder Kuhnert sind stir die meisten Höver wichtiger al» Kerr und Kasack, derbalb hätte dos Donnerctagprogramm ander»«in- grstellt sein müssen. Am Freitag singt dann zum Abschluß I o- ha nn a Klemperer Mozarllieder. Ein schöner, luitivierter Mezzosopran, Durch«in« sehr scharfe Atzemu ierung des Rhythmus kommt es manchmal zu. Schwierigkeiten in der Ätmungspihfung. F. S- OS. Kit Vit 57. Berk-vf-stelle de» Konsum»«r-nstaltet«M Sonnt-g«v 18 Uhr I» Ncick.enbcrger Sri einen Unterhaltungoabend. ttazU* UI"5 Pf. find bei den Miiglicbceu zs haben. 78. Abt. eSocebcta. Die Genüssen, nur b!o Männer, trefft» fich ftSH 8 llht am SaUer.Mrbelm.PIah zur ssahrt nach Tegel. Briichtigima be« Sesanz- nKTcs dvrtselstst unter Jiistrung de» Senohen Otw Strobel. Linien 54 und 12&. 68. Abt. Kcnintn. Beficht'gung des SSugllngsstewi,. Treffpunkt l0'4 Ustp Eäuglingssteun, Marienbsrftr Weg. » Achtura! SPD..g-nlnnun ftp lieber der SS. Abgabe stelle, �ehtbelinee Straß«, »erben gebeten, am Sonntag, S, Dezcmber. 10 Ustr.!m Lokal DobrnhlaÜ!» Sminemtlndee Str. U. anwesenb zu fem. Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreunde. Tleeaatien: Sonnabend, 8. Dezember, Treffpunkt der Zoisen-Fastrer u« 17 Uhr un Nieinen Tiergarten(Denkmal). Geburtstage. Jubiläen usw. 22. Abt. feilt« feiert unter lanaiäbeiger Genest« Sat(■»(!«, Amsterdamer Str. 5, seinen 60. E«bi»!»u>a. Wir gra alteren ihm herzlichst aad hvfsen, ihn»och recht lange in unsarra Reihen ,n finben. Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Berlin ckiniineuneen für biete Dakett nm an ves Zueenbietieiaelai. ?ertw SW bN. lineenarek«> stm Planefsitnm(am ron) fnr'tft bet gen aste Senselina Wer.DI« Welt be» Sterne" niorgin, Sonntag. lOVst Uhr. Stnige Karlen zuln rrmätzigten Prr.se von(0 Pß pro Stück finb noch am aaaltingang zu haben. des Genossen Aufhäuser, M. b. R.!.Der Lia' b be« Soz'.alpoliiu t» Deutsch- lanb.' Eintritt gegen Torzeigung des Mitgliedsbuches. Heuke, Sonnabend, 8. Dezember: ftlpealcker Viertelt fle'm Weangelstr 128: Proben»um Sprechchvr zmd Sinochor 20 Uhr. Erscheinen Pflicht.— Roiben: Baden im Stadtbad chee cht- strafe 10 Uhr.— STcalcBn VIT; Pelm panner Stroh«: veben int»geterstunbe der Jugend". Alle Eenossen milffen erscheinen.— Aea.E!chteater� Uhr Bstt. Nex.L'chienbera.-- Renllla V pvb Vit chenetatptobe zur We'hnachts'eier 18'� Vit im Lelm Ponnet Strafte.- Mar>erb"rs: Beteiligung an b-r.Allen�brvng" bes 15. Preise« der Bortet. Treffpunkt 16'/ Uhr Marienftlde, Werner-Siemens-Strafte, Pachzügiet 10 Ubs Lokal Peet'ch, Marienftlde, Berliner Str. 84, Pflichtvrranstaltunq.— le-nprl- Hof! Detetliaung an bei„Allev.r-brui'g" des lZ. Pre'ft» der Partei, üreti- Punkt z,:!« TTicketma b-t stiig-rb 171; Uhr Jtt'ebtttf-Potl-. Ecke Ber'iner Slroftt, Nachzitg'er I6>Z Uhr Marienftlde, Werner.SIemens-Strafte, ron bo-t packe!>uS zum Lokal Peelfch. ssahroerbinbunai Straftenkahn 19g bis Bhf. MaUenfttde, von bo-t in t Autobn« 39 b!» Berliner, Ecke Dorsstrafte. Erscheinen aller Sie- noten Ist Pflicht. gwwwwr i, S■ gj Steglitz: Slftrn. a-b Werbeobrrb mit b-n Ptnbrrsreunst-Ii pvnkt'ich m 20 Uhr In bei Aula der Oberr-a'>chule Elisrofir 4. Gesang, Bezlta-. DZ t onen. Ansprache, Sprechchor, ssestspitl. Eintritt 2Z Pf. Errnerbsloft 7Z und ginber frei. g t..L Ä5stfefe-!tk Vwr>lerct Berg!?itt Pe'a DanLger Str. 62, Baracke Nr. 7, f-OiOfrenk-rtue:..Gesch'chte der Arbeiie-eriBfOrtia". Barocke Nr 3: Ae'ter'O- Irtfni!.Befreiun» der Aeb-tt-rk'»?«", l8'Z Uhr. Die Beilnehmertist'n flir dft Wintertonnenweubfeier In fasten mfist-n spätesttn» bi« n-orgen, Srinntog, a" HIN MeroOen aie'o. B>e'fterfte, Vkrthfir. 2, astgeoeden fein Weebeb-z'rk S>ei-k?k!>-! Gnoere W-B.S'tzunq inl Barteisekrr'ariat. Neckan- straf, 8. Beginn pUikltlist 19 Uhe. Wicht'oe Bage-orbnuNo. Erchch-'ittn ititoio-n, C omt'ao, Br'uch de» ffilmaberb be» v"t«aus'ch»ste» wi Saa-Ho", Bergstr. t»Z Pur Auftährung gelangt:»aindee unserer Zeit". Eintritt 60 V- Beg'-rn JS'a l'hr. ?>-rheh-,'rl flrcuzbetgi He!« SBritzet Strafte:.Arbeitersport-'. Referent Senost« Scholz. ZNaraen. Sonnlog. S. Dezember: Schknstaaftr»»o'rtaM; All« E-notcn erfch-'nea pst-'kt-'-st 16 Vbr in bek Schuiai'sa(ble'mftröfte.•- Betenthe'-e 8ot«-d'i chre'fpunkt«um Besuch de« Planetarb m» S91 Uhr"eftn'ha'er P'ot> � Arke-aalaNi'r-stmmkt rt stahkt nach Pan'ebeitf 8 Uhr Bhs. Börse. Urkost»n 69 Bs-- WeNÜ'-g: B och-iguilll b»» Cro'ktfl'tmrrJte« PNugenbern."rff£ni-I' P1,'. Ustr Bstf, Wedd'ng.— frrvttbof a-b F"«t:erbetf: Trrssv''Nkt-um?es"ch be» B'an«tar>um» 8'z>sbo Dort-, Ecke Brrtiner Strafte, stretsvi-nkt»"r sta-rt 6 Ust» Bhs. Tempoihbl- 16 l'hr ste'manepst Im Be'rn, Bemp-n-os. chennaniast-aft». 2J»tb»re'frk rteazötrg: Heim Belle-Allsanet-Platz Ii.NovoliUlonSr« Dich» tano-ns,'814. Uhr»-v Jftjrbebr-.'-k S�Zni�e-e, I6za ustr 0-oft-r.B>erb»stz>'rs»ah-nd bn stnp-'-d- ste'm staz-vtskr. In. steuv'stn QVrsifi-'riSt'n Dr. Weoiche'd-r spricht stbe» ,?ito"'bbewsgung und Lebenoresorm-'. Alle streunke unserer Jugend find ei«- geladen. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rol-Gold". ««'»zMftNeite: Berlin s 14, Sebastianltr 37/88, fb» 2 er- Seanaherb, 8. Dezember. Stegl tz(Otloatrein); Kam. Ernst avvarz jimwe ist oersiorben. Etnöscherung IS Uhr arematorium Wiimer»- Bors. Bkesfpunlt bee f omtrob'n Viv, Uhr Ätemo'otlumaeiitaana. Deu.pet- 4cf( 1814 Üb- fistarftnielber Bahnstbergana. Antreten Zum SPD.-stacke?-.u?' sticktenberz st-rts->rrrin): 20 Uhr geinutlichen Baisanun/nseln de» stamloiie- korpa mit stam sienangehdrigen im Prstauran.t bea Sichbt. ssluftt-rdc».«iipe- Nicker sthai'ssee 84— 6z. streunte bt» Tamronriorp» sind sterz?>ck> etngelad'N- � akpeni«(Or!°vereinl: Sonntag. 8. Dezemb-r. 10 Ustr. Bersummlung u. Sno-t.'okal Witsteimeios, am Bi-f. HirsSoarten,— SharloUeubnra..«amera> soatt?no: Nontog. Ist Dezember. 50 Uhr, Ber'ammlung de« Arndt. kanL strafte.71. Süxb. Ernst spricht Uber.Reichamohr und Republik." strei-ellxik'e Eemeii de. Sonnto», 11 Uhr, Pappelallee lli. Bortraa i><* Herrn A- lombci):.Was ist Wahrheit?" Harmonium: Au».Die oerkauf» Brant" kSmetanai. Gast« willkdmmtn. Berliarr Eeselllckaft skr Bstzcholegie Und Eho-akterologtr. Donnerstag- 13. Dezember, 50 Uhr. spricht Dr. Boberiag über.S'ne epper in?ntell.statisti!o>- Nachprüfung der straphokoste. Anmeldung ron Eöstrn an Geh. SaniiatsrO' Dr. Albert Moll, Berlin W. 1b, aueslirsterdairm 45., Typographia! Dienstag. U. Dezember. 21 Übe(nach der Nebunasfiund'st in bei Aula be« Kelbn'z-EpninastuM». Briprechting wegen der A/nberuN? der Veitrasefossieriing sowie wagen dir ffestletzuug be» Dochandeitrage« o° 1, Januar 1929._ «e'clli'att sät Jtrraolreform— Bnrb sie SNatt-rschrtz. Moifag, 10. D'' Mmbet, 20 Uhr, im Püraertaot br? Berliner Nathouft», 6 knlg straft«, st escesN' Dr. F. all-k-l:.Trieb und Rücksicht im ll ebesieden." Eintritt 70 Pf.. S»1* gr.ebrt SO Pf, Rrlck»b" d der arfeosbeicknbfgtrn, Orfenstefkaebaier n-d ar'eqerb'at»»' bBebenen. v'iagranpe Be'trn: Bevrlftneriomiiisuno am M'ttwpch, 13. Sezei»» der. 20 Uhr. im tzahnSrzfehan». Bli'owstr. 104.— D-z rk W-bdf-g: M'tql'edek- ner'amw'ung am 10. Dezcrndsr, um 20 Uhr, IiN Lokal Patztnhofer, Thaufse«' strafte 64. � � Arbeiter-Abstlaent-r Bn-b. O.ch�grnnve B-rlia. Sonniag, 0. Dtzelnbest 10 Uhe. Im ks.ewerk'chaftsbaus, Engeluftr 24—20. fisfentliche aunbgebung' .Wirtehan»»der Lo.kshau»?." E» sprechen: Peu»-Destau, Ti. d. S., aatztst' deiu u. u..» stre'er Belkschor Pegel. Sange-frend'ge Eenocken saw�e flnge-dsichel stfin mit am Aufbau eines groftrn Mfinnerchorsi Werbet M io>/>b im streng Z'a'k-chor Degel. Mltgf. b. D?'SB. Lebungsstunden leben Freitag NON. 20 b/g 22 Uhr Lchulaula Treskowstrafte._ H'e'lfTtftld)! b-r iistent ichen ksteiierb eniisteste Bsrstn nnb»mnenrnk (Nochbr.»eib.V Äilblrr«nd heiler bis molkig mit einzeuien Schonern.< Düe Peustchiapb: iivi Noiben(reflo'iiriivtst tPttfrfrriteni e Abkühlung B1' Schnur: n. im Süden irübe mit Regen« und Sckinee'ällfiw K nderstube bei L?rael. Im Kaufhaus Israel. König siraße, ifi«in tkeln� Kinderparadie-- erstanden. Ein« große, geräumige Spicisiube. � ollem, was das Herz bogehrt. Da warten Püppchen und putzt k' Teddybären, daß man sie auf den Arm nimmt, eine Eisenbahn, bab man sie in Canq versetzt, Bauklötzctien. daß man sie geschickt crui' einandertürmt, Klebe-, Flecht- und Bastclorbeiten und eine Menl!� hübscher, bunter Bilderbücher. Hier soll die kleine Begleltinanst' schast, während Mutter ihr« Einkäufe tätigt, ans angenehme Wem die Wartezeit verbringen. Mancher der Ankömmlinge stehi W Sache aniangs recht pessimistisch gegenüber,»r will von oll de'' fremden Gesichtern nichts wissen und verkriecht sich änostliSi und weisend hinter M Utters Rcckichoß Eben wird solch kleiner BloN� topf eingeliefert...Na. Bübchen, willst du hier spielen?"„Nei"- lautet die katego Ische Antwort. Er bleibt standhast und nichts oe* lockt ihn, bis plötzlich solch beherzt« Klein« auf'hn zukommt'st, bei der Hand packt und seift;„Komm." Weg ist er und schon'' Mutter vollkommen überflüssig geworden. Di« Hortnerin erzäffj von anhänglichen Stammgästen, die jeden Tag süswt nach der Sch� hierher tommen, um zu spielen. Nachmittof? ist Ho�beirled, � tumineln sich so ungesälir 20 kleine Leute. Und wen» sie dann � neholt werden, dann wollen lle natürtich gar nicht wieder wen. Wunsch gldt es hier auch Milch und Keks und wann die Fü vom Regen naß geworden sind, dann werden wärmende schuhe übergestreift. Gonnabend 8 Dezember 1926 Unterhaltung unö ÄAissen Veilage des Vorwärts Die Eifersucht tobt. Bon A. M. Frey. . �Weshalb willst da nicht mitkommen?— Ausgerechnet heute nicht?" «Gar nicht ausgerechnet! Ich bin müde. Morgen um neun ist ■probe� Ich will srüh zu Bett/ «5ch mufe auch um neun zur Probe. Das ist in zwölf«stunden, kann man dreimal ausschlafen.— Aber dahinter steckt etwas." «dahinter steckt nichts." "Also gut: nicht zu mir. Dafür ein Stündchen in die Bor." «Danke ich will heim. Ich hob« es schon gesagt." «Wer erwartet dich dort?" «Aiemand." «-heraus damit: wer erwartet dich?" Sie antwortete nicht mehr. Trotzig zog sie den Pelz fester und Wkt heftiger aus in die Richtung ihrer Wohnung. »Du erlaubst wenigstens, datz ich dich begleite?" fragte er Hohn- 8011 ergrimmt. »Bitte/ sagte fw nur und lief ihm fast davon. Cr,«in wenig beleibt, mutzt« sich sputen. Wortlos kamen sie an. Sie hatte schon aufgeschlosien, reicht« di« uand förmlich zum Abschied, da verlangte er, heiser: «ßatz mich hinauf zu dir." »Du weifst, doh Fräulein von Oerzen Besuche in ihrer Wohnung "och g Uhr nicht erlaubt. Ich hob« mich verpflichtet, dos zu 6«- 'olgen/ «Ausslüchte. Di« alt« Spinne und du: Ihr steckt unter einer -vecke." Er zauderte, da schlug sie schon die Tür zu. Allein war er. 'ch kam stärkeres Mitztrauen von neuem hoch. Cr sah hinauf dritten Stock, in dem si« wohnte— da brannte ia Licht, A'inmsrl« gedämpft und wie verheimlicht aus den Kenstern ihres �"fofziinmers—— nun ging es tückisch aus! Sie, die Verräterin tonnte aus der zweiten Trepp« sein. Eine bend« Wut brach aus ihm, als«r gleich mit dem Stock gegen' die "°ustür hieb, zu läuten und zu schreien ansing. Er trieb es so, die si« oben aus den Balkon stürzte und hinunter- »Was gibt es denn?" Er, unten brüllend:„Ich mutz hinauf, ich will dtr's zeigen I � für ein Serl ist oben?" »seiner. Bist du oerrückt? Was willst du?" «Verrückt da« könnte dir pasisn. Ein Idiot tonnt« dir Komm herunter, mach' auf. ich schlage die ganz« Saubud« Trümmer." j..®i« sah schön dunkle Gestatten auf der Strotz« stehen bleiben. •"sang« eine« Auflaufes.„Mein Gott, srl doch vernünftig, ich fnme/ Huschend verschwand sie.'"/ .®0fort liest er ab. Er' horcht« hinaus und hinter ihr her,«r .'W«(n dag Haus hineinzuhorchen~ da ging schon die Tür«, und � stand vor ihm— sehr bleich. Cr ganz rot im Gesicht, gedunsen /r Anstrengung, mit feuchten, wie in Dampf schwimmenden Augen, j /st« ihr Gelenk.— Weist ist sie— dacht««r— wie ein.Handtuch; sieht nur eine aus. die ertappt ist. »Du zitterst sa. Freilich: das schlecht« Gewisien!" »Wirklich— niemand ist oben," sagt« sie klüglich «.»Lügnerin, Dirne!" Er hatte nur noch den Drang, diesen Senden Mund stumm zu machen, sich z» befreien von ihr—- von . r Qucch di« sie ihm schuf. Sein Stock schlug jausend gegen 'V«N-' Der Dam« nicht spät war, Si« liest sich fall«;. Vielleicht wurde si« wirklich ohnmächtiger. si� vorzutäuschen dt« Absicht hatte. ist murrten Leute um ihn her. Er hob st« auf J schlecht.» murmelt« er beschämt. Well es noch gar n � gleich«in Wagen. ,. Dort hinein oerpackle er di« Willenlose und gab dem Fahrer ,ebl< Adresse. ei- soinem Zlmmer, auf seinem Dioon kam sie zu sich— als si» schüttelte und immer wieder.Äiki!" mit zuckenden Lippen rief. .»Rudolf/ sagt« sie leise, schlang«inen Arm um seinen kurzen Was sollt« sie tun? Sic war in Sorg« vor neuen Sxpsastonen. st hast mich geschlagen." weinte sie. ..»Da siehst du, wie sehr ich dich lieb«-- siehst«s, well das Hot Ichchen können—/ Sein rotes Gesicht grimossierte. Dann kützten sie einander. Am nächsten Morgen, als beide sich anzogen, ward sein« 'stUner finsterer. Und als sie fertig waren, äußerte er sich. °st ich dir gestern eine gewischt habe, war weniger roh al» dumm. "« kapitale Dummheit l Weil du gleich umsallcn und weggebrocht eden muhtest, hatte der Bursche oben bequemste Gelegenheit. Abzurücken." »Aber es war doch niemand da. Komm jetzt, es ist höchste Zelt." »Wie. du bleibst dabei?" Er war soft mehr erstaunt als auf« �achi.«Und das Licht?" »Es hat kein Licht gebrannt. Du wirst dich versehen haben." �»�»Da,(st stark. Willst du am Ende behaupten, ich sei besoffen q Vitte. gehen wir sofort in Meine Wohnung. Zu FräukeiN von kzen. Die soll dir Varl erzählen, ob jemand gestern um neun �wartet hat." >in ä®'* vbesäumten dl« Prob«. Si« stürzten von bannen, kochend Dvtz auseinander. lue, r während sie die Trepp« zu vikie Behausung emporstiegen. »"»e er demütig ihr« Hand Er sah im Licht de» Fensters, an dem h 88küder mußten, plötzlich die Spur seines Stockhlsbes aus dem ,.„/"- wie«inen Schmiß aus einer Wang« aus Stroh— und es »Nsf (,.» �hr« Finger liehen sich finden; si« dachte: ist nicht der Fried« u-.'8 auf all« Fäll«? Glesch mutz er ja ganz hergestellt sein. Und östlich lieben wir uns doch.... ., versuch, si« unter quälenden Bedenken innig anzusehen. w"? halb und wurde halb erwidert. Hand In k)astd betraten st» � Aortidot. »Fräulein von Oerzen!" rief Viki, Jwrf ich Sie bitten, einen Anblick zu mir herzukommen?" x. Da, Fräulein erschien mit hochgezogenen Brauen.»Sie �"Nr" eben erst~?" (),."Wir haben gestern nach der Boistellung Nachtprob« gehak». >,"v Si«, di, brei Uhr morgens Ich bm todmüd« aus dam l gleich hiitübar ins nächst« Hotel gaganzen. Aber das ist es nicht, worüber wir sprechen wollen. Ich möchte von Ihnen wissen, ob gestern abend um neun Uhr ein— ein Fremder hier in meinem Zimmer gewesen ist?" „Ein Fremder?" Da mutzt« er eingreifen.„Bitte, loste» Sie mich reden, Fräulein Holm." verlangt« er hastig.„Fräulein von Oerzen kann Sie nicht verstehen. Sie fragen durchaus verwirrend." „Oh— bitte—" verwahrte Diki sich gereizt. Aber schon hiell ihm nichts mehr auf.„Wir möchten wisien. wer hier gestern abend gewartet Hot. Von der Straße aus hat jemand gesehen, daß hier Licht brannte." .Hier hat niemand gewartet," sagte Fräulein von Oerzen ratlos. Falsche Kröte, Helsershelserin— dachte er grimmig. Dich fang' ich ein!—.Hier hat Licht gebrannt— und ist. offenbar von einem Schuldbewußtsein, gelöscht worden," verfügt« er.„Dos wurde einwandfrei beobachtet." „Um neun Uhr sagen Sie?" fragte vorsichtig das Fräulein. „Wolsi möglich. Ich habe gegen neun Uhr das SeKlaszimmer für die Nacht zurecht gemacht. Da mag es dort zwei Minuten hell gewesen sein— Und kamen Sie Fräulein Holm, nicht zur selben Zeit aus«inen Sprung noch Hause? Heftig geläutet hat es da Übrigens auch: ich pflege fo spät nicht mehr aufzumachen/ verteidigte sich die Aengstlich«. „Wir danken Ihnen vielmals/ meinte Diki in einem trtum- phierenken Aufatmen.„Das mar. was wir wisien wollten/ Und si« geleitet« das Fräulein höflich aus dem Zimmer. Zurückkommend sagt« sie leise und versöhnungsbereit:„Run?" Ein unheilvolles Schweigen kam zu ihr. Denn schon lag klar für ihn, wie die Sache gedreht war. Endlich groMe er:„Am infamsten ist. für welch ein Rindvieh du wich hülst/ „Dich sollte man, weiß Gott, in ein Sanatorium tun," rief sie außer sich. „Damit du hier freie Hand hättest?" „Cio, damit ich wieder atmen kann." ,r- und herumlump/r könntest." „Ich will jetzt wahrhastig tun, was mir beliebt/ .Hute dich.''' .Hch trenn« mich von dir— ougenblrcküch!" „Bersuch' es, wag« das!" - wenn ich dich auch liebe-»" zusammensinkend:„nur dich". Er drang auf sie«In:«Heuchlerin. Dirne!", Die gnädige Frau kaust ein. Bon Alfrsö Arno. Eine vornehme.«Ingepelzte Dam« betritt da» ruhige Seiden- geschäst Der Brber wird mit beiden gm behandschuhlen Händen zusammengehalten Di« schon ein wenig die moderne schlanke Linie zerstörenden Formen weisen in jenes Aller, wo das Gedurisjahr allmählich diskrel verschwiegen wird. Der ganz« Aujtrill zeigt i«doch. datz diese Dame gewohm ist. sich in itder Gesellschaft mu größter Selbskoerständlichrcu zu bewegen. Rur ererbter Reichtum gibt diese unerschütterliche Sicherheit. Der Snhaver rauscht au« einer verträumten Ecke hervor und schwirrt auf die Dame zu. Sein« ganze Haltung drück» nur den einzigen Wunsch aus, der vornehmen Kundin die Hand« unter die Füße zu legen, damit si« aefahiws und weich da» ganz« Geschäsis» lokal durchqueren kann. In einer ganz tiefen Verbeugung oersinkt Sie Ehefwürd«. Hch möchte ein Paar Schlüpfer haben." Der Ton der Stimme wird andeutungsweise durch die Rase gehaucht. Die Augen halten es für unter ihrer Würde, dem sich windenden Chef oder der Ber- käuferin nur einen Blick zu fchenken. Die rechte Hand zückt aus der kleinen Handtasche ein Lorgnon und ein winziges Tüchlein. Eine Ahnung von französischem Parfüm durchfliegt die Räume „Hier, gnädige Frau, haben wir ganz auszezeichncie Schlüpfer. Künstliche Seide Prima Öualstäi. anschmiegsam, warm, dauerhaft. Ein Artikel, den ich Ihnen wirklich empfehlen kann. Sie kosten ZDll Mark."— Der Ehes bedien» mu dem sonnigsten Lächeln höchst persönlich Die Dome hat inzwischen einen Handschuh abgestreift. Ein paar zierlich gefatzl« Brillanten blitzen aus. Die weiße Hand belastet den Stoff � „Zeigen Sie mir etwa» anderes?" Dieser Klang, dieser herrsch- süchtig« Ten in der Stimm«! Der Chef ist überhaupt nicht mehr vorhanden. Der Verkäuferin werden einig« unartikuliett« Laute enlgegengezischt. In der Stimm« des Ehefs webt süßer Lenzessonnenschetn. ..Gnädige Frau, hier habe ich noch«ine viel besiere Qualität, ge- streifte Seid«. S.Zd Mark' Do» Fräulein keucht unter der Lost der herangeschleppten Schlüpfer. „Rein, Sie scheinen nicht das zu habe», was ich wünsche." Di« Stimme der Gnädigen ist stahlhart geworden. „0, wir können auch mit reiner Seide dienen." Eine Verdische Äontilene erblüht im Munde de» Gebieters über einige seiner Ange- stellten—„Fraulem Schulz, die Schlüpfer rechts obenl" Berge rein!« idener Schlüpfer werden herbeigefchafst. Müde Füße fliegen die Trittleiter hinaus. „Aber Fräulein, was fällt Ihnen henn ein? Di« sind doch viel zu groß. Was kosten übrigens diese Schlüpfer?" „lb Mark, genädige Frau!" Der Ehes grinst sein lieben-- würdigstes Lonfektionärlächeln. ..Ach, diese entsetzlichen Farben! Ich bitte Sie, das Personal mutz doch sofort die richtige Große erkennen!" Ew Blick des Ehefs, auf Fräulein Schulz geworfen, droht frijt» los« Entlastung „Rein, keine einzige Farbe patzt zu meinem Strumpshalter oder meinen Schuhen Ilcbngens ist Seide für den Wimer auch kaum der geeignet! Stöfs." unerklimmvaren geselljchastlichen Höhen logiert diese Dom«. „Wir führen auch wundervolle Sachen in Wolle und Kamelhaar." Der Ehes windet sich wie ein getretener Wurm. Müde Fütze fliegen wird«« um die Trittleiier hinauf. „Ein, herrlich, Qualität, ganz welch, fühlen Sie nur. gnädige Frau, und warm wie ein Pelz." „Wie hoch ist der Pieis?" „12,00 Mark, gnädige Frau."---Ein stille«, ergebenes Flüstern. ,Hch bitte SI«. wie können Sie mir nur so etwa» anbieten! Glauben Si« vielleicht, tch bin«in« alt» Frau? Und wie tragt da» Zeug auf! Ich sehe. Si« führen nicht das. was ich haben will. Uebrigens habe ich davon Schranke voll zu Haufe Run, ich will nicht fortgehen, ohne wenigstens etwa« zu kaufen. Geben Sie mir ein Paar ron den zurückgesetzten Schlüpfern au» dem Schaufenster für l.-ib Mark!" Die Stimme ist übernatürlich«rhobett. Der Chef Hai selten so dumm auegesehen, und das will schon allerhand heitzen. Fixsterne auf dem Geziertisch. Nie Forschungen im Einstein-Turm bei Potsdam. Die Astrophysik, die Wisienschasi, die sich mit der Erforschung der physikalischen und chemische» Lerhältnlsse beschäftigt, die im Weltall herrschen, ist heute soweit, daß sie diese Bedingungen im Laboratorium künstlich herstellt und oll das nun bequem in der Nähe untersuchen kann, wovon sie früher nur durch das aus riestger Ferne zu uns gelangende Licht Kenntnis erhielt. Der Ort, wo dies ge- schieht, liegt 20 Minuten von Potsdam entfernt, im Bereich der großen astronomischen Forschungsanstatten. E» ist der Einstein- Turm, erbaut aus den Mitteln der Einstein-Stiftung. Sie wurde zu Beginn des Jahres l02ü in» Leben gerufen und trägt ihren Nomen nach dem Begründer der Relotivitätethevrie, deren Be- stötigung sie sich in erster Linie zum Ziel geletzt hat. Ihre Schlüssig- teit wird besonder» durch gewisse astrophysikakjsche Erscheinunaen. wie die sogenannte Spektralverschiebung, die Lichtabl-nkung in der Näh« gewaltiger Körpermassen, bewiesen. Während man früher durch die Spektralanalyse nur ein Bild von der chemischen Zusammensetzung der Fixsterne erhielt, kann man setzt auf Grund der Forschungen de» Dänen Niel» Bohr au» den Linien des Spektrums andjtig« Schlüsse über die Temperatur und Dichtigkeit der Mass« dieler Gestint« ziehen. Für diese Forschungen wurde in den Jahren 1920 b>s 1924 der Einstein-Turm, ein eigen- artig aue sehendes Gebäude von etwa 20 Meter Höh«, errichtet. Sein Zweck besieht darin, da» Spektrum der einzelnen Gestirn« aufzufangen.«» genau auszumesien. und es unmittelbar mit dem Spektrum künstlicher, im Laboratorium erzeugter Lichtquellen glai- cher Art zu»«rgkeichen. Durch etnen 2 Meter breiten Spalt ui der Kuppel fällt da? Licht aus«inen nach allen Richtungen drehbaren Spiegel von 00 Zentimeter Durchmesiee und 20 Zentimeter Dicke. von diesem aus einen Geyenspiegel gleicher Größe und dann aus ein« Linse von SO Zentimeter Durchmesser, schließlich durch die Höh« des ganzen Turms senkrecht bis drei Meter unter der Erde in die dort befindlichen Laboratorien. Der erst« Spiegel wird durch einen Elektromotor so gedreht, daß das SlernUcht dauernd genau in den Brennpunkt des Gegenspiegels fällt. Mit anderen Worten: der erste Spiegel macht auf das genaueste die scheinbare Drehung des Himmelsgewölbe» mit. Im Laboratorium wird das senkrecht ein- fallende Licht durch einen weiteren kleinen Spiegel in horizontale Richtung so abgelenkt, daß«s durch einen schmalen Spalt in den wärinegleichdleibcnden Raum fällt, einen lä Meter langen, i« 2 Meter hohen und breiten Lasten, der von einer dicken Torsiileum schicht zum Zweck der Wärmeisolierung umgeben ist. Hier wird dos Licht durch den Spektrographen in seine feinsten Bestandteile zerlegt. Dazu dient ein Rawlandsches Plangitter, eine Glasplatte, auf der aus einer Länge von 12� Zentimeter 10000» seine Linien eingeritzt sind. Die Spektren werden nun aus breiten photographischen Platten aufgesongen und in einer Belichtungszeit von vielen Stunden fest- gehalten. Neben diesen wiehtigsten wisienschastlichen Elnriihtungen gibt es im Einstein-Turm natürlich auch noch ander« Arbeitsräume. Sitzung?- fäle,«Ine Dunkelkammer und, vom Turm etwas entfernt, eine große Kraststation zur Erzeugung der starken elektrischen Ström«. Doch ist die Anlage schon wieder zu klein geworden, und Erweiterung? bauten sind geplant. Da» Institut gewährt den Asirophysikern also dl« Möglichkeit. auch die fernsten Fixstern« so zu untersuchen, al» hätte man si» aus dem Tisch unter dem Mikroskop. Ganz getrennt von diesen Unter- suchungen arbeiten di« übrigen Abteilungen dieser bedeutsame« Forschungsstätt«. So besteht z. V.«ine Zweigstelle bei La Po; in Bolivien, wo im großen Umfang Photographien pon Sternlpektren aufgenommen werden, um dadurch festzustellen, zu welcher der drei großen Gruppen von Sonnen, dt« man nach der Höh« ihrer Mm peratur als weiße, gelh« oder rot, Stern« bezeichnet, die untersuchten Fixstern« gehören- Unserem langiätjngim, Hflichureuen itnnr H-n-ssen Karl Petzold tn(einem 70.©ebortetage die herz- ltchllen SIlii!wiiniche. Sen»ssei> de» Aahlnbenddezirke,«». I». Abieilnng. LeiiWes Uslisilieites-Wdskll Vee,,»unx»?lelle Keelin $e« Mligliedern«ut Nachricht, bat onset Äaasge, der Arbeiter August Blaß geb. 11. September 1858, am 5. De» zemder 1SB xenarbe» ist. Ehre(einem Andenken 1 Die Cinöichening findet am Sann- abend, dem s Dezember.>8 Uhr, im Arematnrium W>imel»d«ri statt. Rege Beteiligung erwartet Via Octsactn,aieaag. C• I• t n•» •fttklnndil Oer illustrierte sozialdemokratische Abreißkalender 1929 Jad# Sol*a briagt fltuatrttterc« Dar Kalander kann in iada» Hinalcht aia Outlla qr.ü Hilfe mittat dianen. Er bringt Zitate aus sozlaliatiechan Warken, aln« Fülle van Santanzan In Poesie u. Prosa. Nahezu 100 Verbünde gaben hier authantischan Garloht Oer Kalander kostet 2 M a r k Zu haban In allen Parteibuch Handlungen sowie durch die Botenfrauan da» VorwSrU. aaittangs-.Babatl- B.leltl»mem«rkeii fegen Nachahmung Oese tri. aesch. fertigt 5--- t seit 4S Jatir als gpeilalltit. Conrad RflUcr Leiazi ScükeudÜz SS tn der Getamtaufftfc de».Vorrär«»"»lad besonder» vtrkum and troudem §evrMMüi gibt Ms au> welteras Aasftge, Ubier. Paletot» tu Fabrikpreisen ah. Bitte, flberzeugen Sie steh. llaisir-Willielin-ltraBelt. 1 1r. wmmmm'mmmw Dentsdier WcrHmcSstervcrftanfl, Bez. X. Am Sonntag, dem 9. Dezember 1923, vorm. 9 Uhr Gr. Werkmeister- Kundgebung im Großen Schauspielhaus, Karlstr.(Eingai g Am Zirkus] Es werden sprechen; Der Reichsminister des Innern S e v e r i n g, der Reichstagsabgeordnete Kurt H e i n i g, Leiter der Wirtechaftspolitischen Abteihin« Die GescfaUistlcUe des Bezirks X EtnbiU nor gegen die zngesielUe Aasweltkarte Großer Weihnachts-Verkauf in Armband- und Tasdienuhren Herren-Armbanduhren. Schweirei Werk. .»»>_____ lUZW»__________ SW Gold. Dam.-ArmbanduhrNsS5gest..Schwe!z. Werk, Z8 Mk. 8, SO Gold.Herr.-Armb,-Ühr.. J85 gest. möi Schwei z-W. Große Auswahl in seder Preislage Brillanton nur QelegonHoitskSufe Hormann Wloca Berlin N, Artillerlestr. 38 UUI 111(11111 TT Ivsv, Mibe Oraolenbarget Tor Passaaer StrnRe 12(Bdce Aagsbnrger Mr.) SÄE» Derleth hschercgante? Gesevschafts- Lnzüß«. Leihhaus Lowicki. PrinHen. strafte ltK auf vssclit und munZelt üirsVsteiieiiZiilKMliI gut uncß dUttg k Tel.: Weide»»««»II,»12,»12. KLEINE ANZEIGEN iuntm ..... 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"w ersten Prozeß haben sich eine Anzahl ehemaliger Mtgtieder der Russischen Schwarzen Hundert zu verantworten, die im Jahre 188,? während de, Judenpogroms in Ozscha acht russische Arbeiter gewtst Huben, tn« den Juden zu Hilfe geeilt waren. Im zweiten werden lechz russische Arbeiter aus der Ziegeliabnk in Bobrysk wrg« klagt, vor wenigen Tagen alle Juden, die st« unterwegs trafen, wsßhandelt zu haben und in jüdisch« Wohnunzen eingedrungen zu mn. Die Panik, die st« in der Peripherie der Stadt verursacht hatten, war derart, daß die«ingeschüchteNe Bevölkerung ins Innere h«r Stobt flüchtet«. Di« JRot« Arbeiter.Zcüung' vom 24. November. w« darüber berichtet, teilt weiter mir. daß die kommunistisch« »abrikzell« ebenso wie die kommunistisch« Jugend* Zell« und der Betriebsrat keinen Finger rührten, uch dem ""fug der Pogromisten ein End« zu machen-, ste erNärte. daß es außerhalb ihres Tätigkeitsrayons geschehe. Setzt sind all die Organ! !at>on«n non dem Stadtkomite« der Partei aufgelöst worden. Im Anschluß an dies« neuesten Heldentaten gegen die Juden °�>»gen die Sowjetzeitungen noch einig««eitere gleichlautend« Meldungen. In Woronesch hat sich der südisch« Student Maisei aas Leben genommen. In seinem Abschiedsbries teilt er mit, daß er Jahr« lang vergeblich versucht habe, bei dem Profestor die urüsung zu bestehen. Wegen seines allzu jüdischen Aussehens habe man ihn immer wieder durch- lallen lassen. Der Student der Medizin Pjopnitzk» drang in �meinschaft mit einem archeren Studenten in die Wohnung seiner judischen Kollegen und verursachte hier«inen regelrechten Pogrom. An anderes Mal stürzt« er auf einer Studentenseier auf«inen auderen Studenten, den er für einen Juden hielt und begann auf Jdn loszuprügeln. Dabei schrie er: �Haut die Juden, rettet �ublanch." Auch die russischen Arbeiter In»obrysk halten unter °«ln gleichen Schlachtruf ihren Pogrom veranstaltet. � Der..Arbeiter.Aeitung" wird mi, D n« p r p« t r o w s k über .■�ci&uir(4 ujilv uu» ju n z y i y r i l i/uiji ujyzi � Studenten, Mitglieder der Kommunistischen Jugend, berichtet, stch darin gefielen, Fensterscheiben in einem von Juden b«- wohnten Hause zu zertrümmern. Und die russisch« Telegraphen- ag'ntur berichtet aus Minsk, daß im Kreis« von Hömel Bauern � 5uben mit Steinen beworfen haben. Au» einem anderen Ort Weißrußland» wird geschrieben, daß hier die Bauern eine» Brechten Pogrom inszeniert haben. Da nimmt es weiler nicht linder, daß, wie ein« vorläufig noch nicht offiziell bestätigte Keldung behauptet, die 2 u d« n vielerortZ. ähnlich wie während der Neuzeit, daran gegangen sind. S tl d st s ch u tz o rg a n i s a- ionen in» Leben zu nisen. Mitlas an Deutschland. Telegramm cn Hindenbvrg. Wien. 7. Dezember. Pundeeprästdent Miklas beantwortete da» Glückwunschtele- d«, Neichsprästdenten v. HIndenburg mit folgender Depesche: r-'« Btückwünsche. die SU mir in Ihrem eigenen Namen und iiv sr-nv6** deutschen Lölkes anläßlich meiner Wahl zmn Bunds». �ostdenten«ntbotm, bewegten mich tief. Mit meinem innigsten W* ■wA INS fiim 3'®> 4JSj an 7:A fW -m �mfe Verb nde ich die herzstchsten Wünsch« für Ihr persönliches ° urgehen und für eine glanzvclle Zukunft da» unter Ihrer JVe{l U««|U4 rJJTJc �ucueif! vom uiuc« V/»?«. »„, Leitung stehenden großen deutschen Neiche« und unsere« '"i>«roolta»' Die Zuternaiionale der Chemie. Em Dorschlog zor Derbinderimg des Srefriegs. ' Contaa, 7. Dezember. , 8» der Dölkerbmchslig» macht« Prosestor Gilbert Murran � Vorschlag, daß zur Verhinderung der Möglichkeiten chemiscker ri»gefühtun0 die großen chemischen Industrien der Welt inter« �lioualisiert werden, indem Engländer, Franzosen und �ostener in d« deutschen chemischen Industrie sitzen und daß diesrid« �/iichtsmaßnahme mit der englischen, französischen und italienischen �""ischen Industrie getrossen werd«. Dann werde dies« Industrie ?«",ol» wieder als Krtegvwerkzeug benutzt werden können. Bord ™t0Uni ättfori* Jm©rU/ew m»rhÄ»« Artni»Ml««(«0« Kriege Verde es eön flanz neues Gas Vanz., schloß:.Lastet die Welt misten, daß ein Angriff eine» Di«," ein öderes die Vernichtung beider bedeutet. l er sinzige Weg, auf dem wir die Zivilisation retten fl' rfa"* pet�s Kommunalwahlen in Ttorwegen. Fortschritte der Arbeiterpartei. Ä ?�ch ksm vorläufigen Ergebnis der Gemeinde wählen in Oslo �k-beiterpart»! 42, die Necht« und die Freisinnig« wöh-» � und d!e Radikale Denstre zwei Mandat» erhalten. Fr».»» btr bisherigen Lürgerverirewng di« Recht« und dl« bis Arbeiterpartei 40,«tn« christlich« hju' sniheitspartei zwei und di« Kommunisten einen Sitz mne nr.-JJ., � sonst hat die Arbeiterpartei in der größten Zahl der tzijg�s'schs" Städte Gewinn« erzielt, dl« sedoch nur in wenigen «ur ein« absolut« Mehrheit ausreichen dürsten. Beuesch-Krise. Schwerer Gtreit im ZlegiervngSsager. Prag. 7. DezembA.(Eigenbericht.) >d'c Partei alle Beziehungen zu ihm abgebrochen '..t Zte,|' Diesen Angriffen Ichlieht sich nun auch die Presse der übrigen '��..�"�porteien an. und ein Blatt der Regierungskoalitlon will r.-----•------ w„ in'fc Wilsten, daß zum Nachfolger Benesch» der tschechische Gesandte Dr. O s u s k q bereit» ausersehen st tjQenfc ---j». u| u r e q pvi.uv aumgcqsn sei» Auch Osuskp hat schon sjjfc des Weltkrieg«» ine Errichtung de» tschechischen Staat«» Amanullah in Nöten. An«lf ghantsta» tobt der Ausruhe. Endlich finden die europäischen Gastgeschenke eine zwelkenisprechende Verwendung! Arbeiterbewegung in Tunesien. Vartei und Gewerkschafieu für Eingeboreuenrecht und gegen Faschismus. Tunesien ist heute französisches„Protektorat'. Durch die Hafenstädte Tunis, Biserta, Soust«, Ssax, Gabes dringt sehr all- mählich abendländische Kultur in diese» Land mit seiner schicksnls- reichen und bedeutsamen Vergangenheit. Auf seinem Boden a» höh sich einst Karthago._. da» mit Rom um die Weltherrschast rang. Karthager und später die Römer schusen da», was heute wieder Wüste und Salzsteppe geworden ist, durch gigantische Bewässerungsanlagen zu einem der fruchtbarsten und blühendsten Länder de» Mittelmeeres. UntA arabischer Herrschast zersl«! sein Reichtum und mit den Brunnen und Wasserleitungen seine Fruchtbarkeit. Au» den Trümmern der zerstörten karthagischen, römischen, vandalischen und byzantinischen Paläste wurden die Moscheen, Fcstungemauorn und Häuser der arabischen Städte errichtet, an deren orUntalisches Gepräge Europa erst leise zu rühren beginnt. Ueber da» Land mit etwa IM 000 Quadratkilometer und über zwei Millionen einheimischer Bevölkerung, in der all« Rosten Rordofrikas sich mischen, herrschte bi» zum Beginn des fran- zösischen Protektorat» 1881 unumschränkt der Bey, der heute ohne ÄrJld�nt« n die Gegenzeichnung de« franzö s.U cheJL R.eikb.S N t.«" krmc[ Unzuertenmm ist nach den Schild�UWM� he» �«neralletIetäz-» tzcr Regierungehandlung vornehmen tanth Eigenartig fmv nach �! �ealerkschasteir'Du rel bnrch thr« ÖrvaNfsatiimsts>uie und Opser- «»EnäiiniN»»>..\.- � neuen Ordnung di« politischen und»chtlichen Berholtniss» des Landes. E« herrscht ein A b s o I u t r e m u». der nur durch dl« Gewalt des ausschließlich der französischen Regierung verantwortlichen RtsidenUn verschleiert wird. Zwar besteht für die Mitwirkung bat Bevölkerung an der Regierung ein« Art Sarmnar, aber sie hat— außer bei der Budgetberatung— fast nicht» zu sag««. Zusammengesetzt ist sie au» einer Sektion für die Eingeborenen, deren Vertreter nach einem so kompliziert«, Verfahren gewählt«Aden, daß sie aa selbst kaum verstehen. Die ander« Sektion wird von den eingewanderten Franzosen gebildet, deren Zahl erheblich hinter der der Italiener, di« kein Wahlrecht besitzen, zurücksteht. Ihr« dreißig Mitglieder gehen zur einen Hälft« au» allgemeiner und gleich« Wahl hervor, zur anderen werden sie von der Interessenvertretung de» H a n d« 1«(edemdre de tomroeree), der Landwirtschast (tharnbr« d'egriculture) und der M i n« n(intärÄt minier) bestimmt. Diese zweite Hälfte hat den entscheidenden Einfluß in dieser eigen- artigen Vertretung des Bolkswillens, dl« kein Gesetzgebungsrecht besitzt und nur zu wenigen Tagung«, vom allmSchtig«» Resideuien berufen wird. Luch die kommunal« Derwaltung erfolgt auf Grund der Dekret« de» Bey und de» Residenten. So gibt e» In diesen kolonialen Verhältnissen kein selbständige» poMischeg Leben and keine Partei außer der sozialistischem Dies« aber entfallet sich kräftig neben einer rührigen G e w« r k* schaftsbewegung, die in der kolonialen Situation natürlich nicht nach europäischen Maßstäben zu messen ist. Die Partei besitzt in Tunis ein« in französsscher Sprach« w- scheinende Tageszeitung und eine eigene Druckerei. Ihn Ortsgruppe hat eine für französische Verhällnisse bemerkenswert große Mitgliedichast. Noch den Versicherungen des Generalsekretärs der Partei Dr. Cohen Hodrio würden die Stadl« bei oll* gemeinen Wahlen sozialistische Mehrheiten ergeben, wa» dl« Regie» rung fürchtet. In der Tat ist die stärkste Gruppe der aus allaemeinen Wahlen hervorgegangenen Abgeordneten f 0 3 U,• Ii fl t f ch(0 Mitglieder), von denen drei in Tunis selbst gewählt sind. Der Sozialistischen Partei Tunesiens wird fstr die kulturell« und politisch« Entw cklung des Landes di« größte Bedeutung zu. kommen, ollerding« hat sie bei bn Erfüllung ihrer geschichtlichen Aufgab« auch mll besonderen Schwierigkeiten zu ringen. Geführt wird fie von französischen Intellektuellen. Zur größten Erbitterung der aus koloniale Ausbeutung eingestellten Fron- zofen erstrebt st« die Gleichstellung von Eingeborene, und Europäern, Arbeitsverhöllm'sse der letzteren sind besondere im Innern des San- des außerordentlich schlecht. Hauptsächlich« Wirtschaftszweige Tu* nesien» find Landwirtschaft(Weizen- und Olivenkulturen) und Bergbau(Supfer, Blei. Eisen, Phosphat). Genaue Zahlen für die darin beschäftigten Arbeiter können nicht angegeben werden, go- werkschaftliche Schätzung spricht von etwa 60 000 in den Minen arbeitenden Eingeborenen. Irgendwelche gesetzliche Schutzvor* sch ri ft en bestehen für sie n i ch't)-die.Minenleiter verfahren mit Ihnen mit der brutalen Willkür des kolonialen Ausbeuters, der die Behörden immer aus seiner Seite weiß. Bor einigen Jahren machten dl« Gewerkschaften. den Versuch, diese Minenarbeiter zu organisieren. Di« Worte von der Klassensolidarität, Selbsthilfe, Abwehr der. Aus- beutung wurden alt er so im ersten Begeisterungsrausch verstanden,.,� daß Minen von ihren Arbeitern zerstört wurden und die Gr- ,cm werkschaften alle« zu tun hatten, diese primitive Ausfassung zu be-aht. richtigen. Für die Berbreitung der Organisation ist da» größte� Hindernis: der Unterschied im Kulturntveou der Ein- geborenen. Darum wird das Schulproblem auch von den Gewerk- schaften so stark in den Bordergrund gerückt. Im allgemeinen sind die Eingeborenen dem Organisationegedanken nicht schwer zugänglich. «ine wirklich« politisch« Kammer zur Gesetzgebung, zur Mitwirkung an der Regierung und zu ihrer Kontrolle. Da» wichtigste und nächste Problem für sie ist di« Schule. Zwar hat da» französische Protektorat aus diesem Gebiet schon manche» getan, aber e» genügt bei weitem nicht, auch nicht in den Städten. Die Forderungen der Partei gehen also auf ein« Bermehrung der Schulen seder Art. Besonderen Wert legt sie darauf, daß die Schulen für Eingeboren« und Fremd« nicht getrennt sind. So romanisch und farbenbunt die orientalischen Städte mll Ihrem Dolkegewimmel erscheinen, soviel lassen Ihr« hygienischen Ein- richtungcn zu wünschen Lbng. Das Wohnungselend Ist außer- ordentlich kraß und übertrifft in Tunis alle Vorstellung. Um hier Besserung schassen zu können, verlangt di« Partei die Mitwirkung der Bevölkerung an der Stadtverwallung, was zugleich ein wesent- sicher Schrill zur Politisierung des Lande« wäre. Die Gewerkschaftsbewegung umfaßt eingewanderte europäisch« Arbeiter und Eingeboren« in gleichet Weis«. Die bereitschoft. Gegenüber den Gewerkschaften tn Frankreich, deren Spitze(EGT.) auch die tunesische, Gewerkschaften angeschlossen sind, zahlen die aÄ�lieder hier höhere Beiträg« bei viel schlechteren wirtschaftlichen Derhällnifsen. Die bedeutsamst«, GeganVartsforderimgen, di» di« Gewerb. fchostee,«heben, ist ihr, gesetztiche Anerkennung, die Anwendung des französischen Gesetze» von 1884,' das die Gewwklchaft», in Frankreich legalisierte. Bt» jetzt existieren sie ungesetzlich und haben dennoch gegen 1ö000 Muglieder. Ihre de fecto Existenz und Macht führt zu folgendA Kuriosität. Obwohl sie vor de» Be- Hörden nicht gesetzlich bestehen, haben doch schon einig« Male hohe französisch« Berwallungsbeomte de« Protektorats als Schied»-- richte? in Lohnstreitigkeiten fungiert. Ihr« Entscheidungen hatten allerdings keine rechtlich verbindlichen Folgen und wurden von den Unternehmern nur so lange befolgt, als die Gewerkschaft di« Macht zur zwangsweisen Durchführung(S t r e I k d r v h u n g) der Ab- machungen besaß. Des weiteren fordern di« Gewerkschaften ganz all- gemein die Einführung der französischen Sozialgesetzgebung, in--- besondere das Gesetz von 1si?4 über den Achtstundentag. Ihr Bestreben geht dahin, für gleiche Leistung gleiche Bezahlung durch- zusetzen. Durchweg werden Eingeborene schlechter ol, Europäer bezahlt. unter den letzteren wieder Italiener geringer als Franzosen. So betomm4n.zurzeit die Franzosen bei der Straßenbahn in Tunis IS Franken, die Italiens 17. die Eingeborsnen 18 Franken Tages- lohn bei formell zehnstündiger Arbeitszeit, die stch aber weit ül'A einen Zeitraum von 10 Stunden erstreckt, da die Fahrtunterbrechungen beim Streckenwechsel nicht als Arbeitszeit gerechnet werden. Anfang November befanden sich diese Arbeiter im Streck um bessev« Arbeits- zeit. Dabei kam es zum Asienmal in Tunis zu einer großen Demonstration, in der fremde und eingeboren« Arbeiter ge- meinsom hlntA der roten Fahne marschierten. DI» Einheimischen versahen den Ordnungsdienst, was die Führung als besonders bedeut- fam betrachtet«. Di« Demonstration schloß mll einer Riesenversamm- lung im Polmari um, wie sie tn Tunis noch nie stattgesunden Halle. DI« Bemegung in Tunis führt auch«inen scharfen Kamps gegen den Faschismus. Di« Mehrzahl der Europäer in Timesien sind Italiener, ihr, Zahl in Tunis selbst belauft sich auf etwa 60 000. Um« Führung de« llosien schen Konsul» entfaltet sich unter chne« eine sehr laute und unduldsame Propaganda für da» Faschio, die mit ihren Umzügen,, ihrer Musik und aufdringlichen Arroganz den Franzosen etwa» auf die Nerven geht, ohne daß sie öffentlich etwas dagegen unternehmen. Offiziell« Stellen sollen e« aber nicht ungern sehen, daß die Arbellerbewegung dem Faschio Abbruch tut. Di« Gewerkschaften hebe, viele Italiener al» Mitglieder, die Uasienische Arbeiterschaft von Tuns» Ist aiisisoschistlsch. Die Pärteizeitung„Tunis«odeliste* bringt deshalb auch täglich«Ist« Spall« tn italienischer Sprache, was die Faschisten bereit» zu-Atten» toten aus die Redakteure gereizt hat. B a l t i n H a r t i g. Ein Sprengstoffpake» al» Mkolausgeschenk erhiell die Redaktion des polnischen„Täal. IN. Kuriers" in Krakau. Natürlich werden Ukrainer als Absender beschuldigt. In Lemberg und Krakau sind bereits mehrere Verhaftungen erfolgt. Im Parlameat voa Mexiko zogen zwei Anhänger Call«»' bei einer Rebe de» Abg. Manrique, der Calles heftig angriff, Ihre Schuß- wofftn, wurden ober rechtzeitig entwaffnet. In d« südamerikanischen Republik Kolumbien haben streikend« Arbeiter no« Tabakplantagen da» Militär in die Flucht geschlagen. Theafer Udifrpicic BfW. VoiksbUbne rtiitir anfölivgitf; Uhr Macbeth iliiattrin diitfbiDirilann Täglich Uhr 3ie Ore'-Grosdifii' pW Ma-meater 8 Uhr Stfinsider Wibbels hleMW itaati.Sdiillcr-Il!. hr Oer Londoner«er- lorene.obn Staitub« in Plit) du Renibll» t>, Un- Carmen Tk. ist iijulIkiairdiBB faglich 8 Jhr Bis Ore'-SroidiiD- P»uts«n. Va!«tu. Ander, Oerron. Schaufuß, Kühl. Lvovski. Iilennn_«Hn'UU.ÜI iroryerkau. auch im Pavillon d Reinhaidtbühnen. Ku lürstendamm. Ecke Uhiandstraße Bismarck 448 u. 449. OeDtsdies TDeater >.orden 1 2 3li' Ende nach KP/, DleVerbredier Schauspiel von FerdinandBruckner Regie: HeinzMilpen Kamtnerspieie Nordeh I2j1u plt U Ende geg. 10 „Ehen Verden in Himmel gesdilosseni" Komödie von Waltei Oasenclevei Regie Porater Larrinag«. Die iiomödie Bismarck 2414 7Zie lil'i Uhr Ende KP/ „Olympia" non nenz Moinar Rsstiei Forster Larlnaga. ILEM ..Sdiön und tdUde" >.i. a«tainiskiiasi Täglich >/, Ohi /»onDiag L vorsieltungci. i l«u. j'nüir. n«it- ii! ihn all«Uli>« i ill«. n mlta nd und Mi twoch 3', Ohl freu Bolle Märchetup el. Kieme Preise Ihana-ifteaier Dresdener otr.?d>/. Uhr SehBeiderVIbbels aurersiehnnn Cinikdi. Craittnlnilil. •usisptelnauz Friedrlch»tr.lJ6 Bergmann 2922/23 Täglich»I, Ohr Bas Zugstück vor Berlin Arm wie eine Klrdienmaus Sonnab., d. a. 12. �taats-Opef Jnter d. Emden A.-V. Mt 19'/, Ehr OerBarbienoD itaais-Oper An Pl.d. Renubt. R.-& 222 19'/, Uhr U mit L« Jeae. Dafttr Birä. Rodert Gerrlioa.' Roimoailo ron Ri«l Regie: Max Reicbmana Eis Dafa-F:lm ä«r Datioa Wock.atut 715 9IS j Soamu 5» 7� gl» UM THEATER* Talcpboa fiinaarek 4175. Varvorkeaf k«l A. Wtrtbvi11 ♦■/.unr CASiNO THEATER*.�P. Eotiir.n er Strohe 37. Oer neue Posse-Schlager angnsMllc Kanone! dazu ein erstklassiger bunter Teil. -ürunsere Leser outschein tür I— ♦ Pery. Fauteu' nur 1.16 Sesse- 1�>5 M. onstirt« Preise Parkett u. Ran• �• iiaatUdiilier-Ttieaier.ttiaritlig. 20 Uhr v°r Umdonar verlorene Sohn [ Parkett 30 pt. IWalhalla-Theatsr-Variet*!) äiaioes ineaiei Täglich«S Uhr Hai Adalbtr' Der Dickkopi -aadreex. Eaoaa. srerler.-.IkU iiiliiLUJj-jjauii Jts. kOastler-Tti. 8 Uhr Me Benodin von Chicago Im.niiBandiiiiur -essluc-Tne.iei 8>/, Uhr !flDl!eiderlQ9eni; mit Albert und Else B.sserm.nn Theater am Nollendorfplatz Täglich 8«), Uhi Wiener b:dI Oper v foh. Strauß Sonnabend ♦ l hr Witzen-Spitzel. Sonntag 4 Uhi Das neugierige Sternlein Hl in der LOtzowstr. Kurl. 9209 Täglich 8>. Uhr Sonntat auch 4 Uhr L H. Lommei m .Rnnxendort aal Wellt O.S" 4 und i u n k höre i nail«*""ei.p inmtkv-Siihaic Thsalsr in dar KBniggrätrsi StrsBc Heute u. morgen 8'. üh. Revolte Im ErzlRDuncsnaus Schausp ei von P. M. Lampe1. KomUdlanhaus Tgl. 9*' i Uhr Wer sollte es sonst sein? V Foiix Joaehlmson Rose-Theatar irjntthiia u.tii 4 Uhr Esdienbridel 8'/, Uhr Die Ratten Jlanetanttii am Lw i.äan. Juduailkilii iln i Noll. IS7c 16 Uhr »er Sternhimmel im Winter 18 Uhr rde und Weltenrannv 20 Uhr Sonne u.Slerne iQeam m«esieiis rä arfdiljt drtiilche Zehren in wi'TeMiü patkend« ZebenStliber ileidenben Suchet hervorragende« Geschenk für die Jugend l Adolph Ooftmänn, ösrln Olli Iloppsitstr. 5». Z» UtUhfa bor4 6u Sottsfrouta Oes 17. UND 1* dezembe" 34k, DOPPELLOSE 1#-» RM. PORTO UND USTC SO Pffl. EXTRA «38SOe GEWINNE UNO 2 PRÄMIEN IM GESAMTWERTE VON RM. 500000 HÖCHST GEWINN AUP EIN DOPPEL- LOS IM WERTE VON RM. 70000 HOCHSTGEWINN AUF EIN EINZEU- LOS IM WERTE VON RM. 2 HAUPTGEWINNE IM WERTE VON JE RM- 2 HAUPTGEWINNE IM WERTE VON JERM- 1SOOO u. s. w. u. s. w. Bimtllcno Gawlnne werden auf Wunec" mit SO Prozent ouaaexahlt, Losa sind zu' aben In ailenVerkaufsstel'en der Konsuls genossenschaf« Berlin und Umgehend, den Warejv räusern der Firma A Werrhetm. den l-ilialen df Singer-Nähmaschinen-Aktiengeselschap. den VO'i «Srtsspeditioncn, den Zahlstellen der Volksbühne u0'i den Locteriekoilekteuren der Firma A. 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