Abendausgabe t. 584 45. Jahrgang B 291 Böchentlich 85 31. monatlich 3,60 TR. tm voraus zahlbar. Boftbezug 432 TR einichi Bestellgeld, Auslandsabonne ment 6,- pro Monat. * Der„ Borwärts erscheint modentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, bie Abenbausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Dez Abend". Juftrierte Beilagen Bolt und Beit" und Rinderfreund". Ferner Unterhaltung und Biffen", Frauen. timme Technit". Blid in die Bücherwelt" und Jugend- Borwärts Vorwärts Berliner Bolksblatt Dienstag 11. Dezember 1928 10 Pfennig Die etnipalttge Ronpareillezetts 80 Bfennig. Reflamezeile& Reichs mart Kleine Anzeigen" bas fettge brudte Bort 25 Pfennig( zulässig zwet fettgebrudte Borte), tebes weitere Bort 12 Bfennig. Stellengefuche das erfte Bort 15 Pfennig, tebes mettere Bort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben gählen für zwei Borte. Arbeitsmart Seile 60 Bfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen annahme im Hauptgeschäft Linden Straße 3, wochentagl von 8%, bis 17 Uhr Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin S 68, Lindenstraße 3 fernsprecher: Donboft 292-297 Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts: Berlag G. m. b. H. Bostichedtonto: Berlin 37 536 Banffonto: Bank der Arbetter. Angestellten unt Beamten Wallstr. 65 Diskonto- Gesellschaft. Depofitentafle Hindenftr 5 Grubenunglück in Rheinhausen Sieben Bergleute durch Brandgafe getötet. Duisburg, 11. Dezember. Nach Mitteilungen der Zechenverwaltung und der Bergbehörde der Zeche Diergerbt Schacht I in Rheinhausen sind durch Brandgase, die durch Brand eines Stapelschachtes entstanden waren, sieben Mann au Tode gekommen. Die Arbeiten zur Löschung des Grubenbrandes erfolgten unter fachverständiger Zeitung ohne Störung. Bei der Prüfung, ob Baue von deu Brandgajen in Mitleidenschaft gezogen worden sind, find in einem entfernt liegenden Bau, in dem man feine Brandgase vermuten fonnte, mehrere Bergleute betäubt worden. Bei der Bergung der Leute, von denen zu * ächst bier tot aufgefunden wurden, wurden mehrere der Bergungsmannschaften, obwohl fie mit Rauchgas. schungeräten versehen waren, ebenfalls betäubt, bon denen leider auch drei Personen den Tod gefunden haben. Weiter wurden noch drei Leute von den Gasen in Mitleidenschaft gezogen und mußten dem Krankenhaus überwiesen werben. Weitere Gefahr besteht nicht, bie behörbliche Untersuchung ist im Gauge. Bochum, 11. Dezember.( Eigenbericht) Unser Bochumer Mitarbeiter erfährt an Ort und Stelle zu bem Grubenunglüd: Hier wird Krieg erklärt. Der Brand entstand in einem von der Unglüdsstelle entfernt fiegenden Stapel. Durch Branddamme wurde das Feuer, beffen Löschung nicht möglich war, auf feinen Herb beschränkt. Die Brand gafe, ziemlich geruchlofe, giffige Sohlenogydgafe, hatten fich in anderen Abteilungen fortgesetzt. Bei der Kontrolle dieser Betriebsteile wurden die Leute der Kontrollabteilungen von den Kohlenogydgajen betäubt und getötet. Die Bergbehörde ist sofort nach Bekanntgabe des Unglüds in den Betrieb eingefahren, um die Schuldfrage feft zustellen. Nach Auffassung der Verwaltung ist die Unglücsursache höhere Bewalt. Die Betterführung war vollständig in Ord nung. Die bergpolizeilichen Borschriften waren von der Zehen bermaltung ftrifte erfüllt worden. Die Förderung wird durch den Brand nicht beeinträchtigt. Zurzeit bestehen weitere Gasgefahren im unterirdischen Betriebe nicht mehr. Die Toten find meist verWie aus La Paz gemeldet wird, hat das bolivianische Barla heiratete Leute in miffleren Jahren; sie sind in der Totenhalle berment mut starter Mehrheit die Haltung der bolinianischen Regierung Schachtanlage aufgebart. Bir wir auf Anfrage erfahren, besteht im Konflitt mit Baraguan gebilligt. In mehreren bolivianischen bei den drei im Krankenhaus liegenden, durch Kohlenorydgas Ber. Städten veranstaltete die Jugend Rundgebungen gegen Paraguay gifteten, feine Lebensgefahr mehr. Explosion in Spandau. 11 Personen erfranft. Ju der Holzpoliererei der Firma Siemens u. Halste in Spandau platte heute vormittag gegen 10 Uhr ein Ammoniat. ballon. Durch die ausströmenden Gase erkrankten elf Personen, und zwar zehn Frauen und ein Mann. Alle elf mußten in das städtische Krankenhaus in Spandau gebracht werden. Ihr Zustand tit jedoch nicht bedenklich. Severing lädt die Gewerkschaften ein. Donnerstag Besprechungen. Der zwischen Bolivien und Paraguay ausgebrochene Konflikt hat bereits zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen und zur Abreise der Gesandten geführt. In Bolivien herrscht Kriegsstimmung. Unser Bild zeigt das Parlamentsgebäude in La Paz, der Hauptstadt Boliviens. unter dem Motto„ Eher tot als entehrt". Condon, 11. Dezember. Die bolivianische Regierung hat ihren Gesandten in Bern beauftragt, dem Bölterbund die Tatsachen bekanntzugeben, die zum Abbruch der Beziehungen mit Paraguan geführt haben und zu diesem 3med die Terte aller ausgetauschten Noten vorzulegen. Die bolivia. nische Regierung hat den Borschlag des meritanischen Gesandten in Montevideo, Delegierte zu ernennen, um eine Untersuchung über den Grenzfonflikt anzustellen, abgelehnt, mit der Begründung, daß diefe Delegierten mit den Schiedsgerichtsverhandlungen in Washington in Widerspruch geraten würden. Die Londoner Preffe vertritt zu dem Konflikt zwischen Paraguay und Bolivien allgemein die Auffaffung, daß eine Intervention des Böllerbundes nicht in Frage tomme. Der Bölferbund noch nicht interessiert. Lugano, 11. Dezember. Der Grenzzwifchenfall zwischen Bolivien und Paraguay wird Bochum, 11. Dezember.( Eigenbericht.) in den Kreisen verschiedener Ratsdelegationen mit Intereffe be Reichsinnenminifter Severing hat an die Metallarbeiterversprochen. Es find Erwägungen im Gange, ob sich der Völkerbunds bände folgendes Schreiben gerichtet: rat im Hinblick auf eine friedliche Regelung des Streitfalls an beide Parteien wenden könnte, die Mitglieder des Bölkerbundes find, wenngleich Bolivien seit Jahren nicht mehr an den Arbeiten der Bundesversammlung teilnimmt. In bezug auf Gerüchte, die von einem bevorstehenden Schritt des Rats wissen wollen, ist jedoch festzustellen, daß dieser sich nur nach Anrufung durch eine der beiden Parteien mit der Angelegenheit befaffen tönnte. Eine folche Anrufung ist bisher nicht erfolgt. Eine weitere Möglichkeit wäre, daß eines der Ratsmitglieder auf Grund von Artitel 11 des Battes die Frage vor ben Rat bringen würde, um diesen zunächst zu ver „ Eine Besprechung mit den Vertretern der Arbeitnehmerorganifafionen über den Lohnftreit in der Elfenindustrie Nordwest habe ich für Donnerstag, den 13. Dezember, vormittags 10 Uhr, im Verwaltungsgebäude der Regierung in Düffeldorf anberaumt." Feuer in Sing Sing. Fünf Zote. New Bort, 11. Dezember. In dem berühmten Gefängnis Sing Sing brach geftern ein Brand aus, der beträchtlichen Schaden anrichtete. Fünf Be. fängnisbeamte tamen bei den Löscharbeiten in den Flammen um. Die 1600 Gefangenen, die nicht zur Bekämpfung des Feuers in Anspruch genommen wurden, blieben ruhig im großen Be fängnishof unter Bewachung einiger meniger Wächter. Sozialismus im Film verboten Der Messerstecher von Karlshorst Berichte 2. Seite I anfaffen, beide Parteien als Böllerbundsmitglieder an ihre durch den Baft übernommenen Berpflichtungen zur friedlichen Regelung von Streitfällen zu erinnern. Ob diese Erwägungen, an denen sich bis jetzt nur einige wenige Delegationen beteiligen, von den übrigen Ratsmitgliedern als zweckmäßig erachtet werden, steht noch dahin. Vor dem Eingriff des Rates. Lugano, 11. Dezember. Der Völkerbundsrat ist heute vormittag nach einer einstündigen Sigung, in der verschiedene Berichte über Hygienefragen ( darunter die Alkoholfrage), Schuh des geiftigen Eigentums, Handel mit schädlichen Drogen und über die zweite interfraktionale Konferenz zur Bekämpfung der Schlaffrankheit entgegengenommen wurden, zu einer vertraulichen Sigung zufammengetreten, deren Tagesordnung verschiedene Berwaltungsfragen umfaßt, die sich aber, wie man allgemein annimmt, mit dem Abbruch der Beziehungen zwischen Bolivien und Paraguay befaßt. Wie nachträglich bekannt wird, haben die drei füdamerikanischen Ratsmitglieder Billegas- Chile, Aguerre Bethancourt- Cu ba und Zumeta- Benezuela fich geffern noch in später Nachtftunde an den Ratspräsidenten Briand gewandt, um ihm eine Prüfung der Frage nahezulegen, ob der Böllerbundsrat Bolivien und Paraguan an die ihnen als Bölkerbundsstaaten obliegende Berpflichtung zur friedlichen Regelung von Streitfragen erinnern foll. Sollte sich der Rat für einen solchen Schritt entscheiden, so dürfte dieser in der Absendung eines entsprechenden Telegramms an beide Re-. glerungen bestehen. Die Reparationsantwort fertig. Einigung über die Sachverständigen. Paris, 11. Dezember.( Eigenbericht.) Der englische Botschafter in Paris hat gestern bei dem Ministerpräsident Boincaré vorgesprochen und ihm dabei die 3uft im. mung der englischen Regierung zu dem französischen Ant. mortentwurf auf die deutsche Demarche vom 30. Oftober zum Ausdrud gebracht. Allerdings foll er einige Reserven gemacht haben, die jedoch, mie von französischer Seite versichert wird, rein formaler Natur feien. Sozialismus im Ulm verboten. Ein Streich der Zilmzensur. Der neue Propagandafitm der Sozialdemokratischen Partei, den unser„Film- und Lichtspieldienst' soeben im Auftrage des Parteioorstcindes fertiggestellt hat, wurde(gleich den beiden Wahlfilmen der Partei im Frühjahr dieses Jahres) wiederum von der Zensur für Jugendliche verboten! Der Film bctitel sich:„Freie Fahrt! Ein Film vom erwachten Menschenrechte und zeigt im Rahmen einer Spielhandlung das, was durch die wachsende politische und wirtschaftliche Macht der Arbeiter- klass«, durch die wachsende Macht der Sozialdemokratischen Partei in dem letzten Menscheno-lter erreicht worden ist. Er stellt die Vergangenheit der Gegenwart gegenüber— 1880— 1905— 1928— und vergegenständlicht dadurch die sozialen Er- rungenschaften innerhalb dieser Zeitspanne. Der letzt« Akt spielt auf einer dahinjagenden Lokomotive, die blldhaf: zum Symbol des Fortschritts wird und in deren Heizraum der alte Lokomotivführer dem jungen Heizer von dem erzählt, was früher war, um ihn schließlich für die Partei zu gewinnen. Wir wollen nicht darüber rechten, daß die Filmzensur allein wegen dieses Aktes ihre Entscheidung um zwei Tage ausgesetzt hat, weil sie den Film erst Eisenbahnsachverständigen vorführe n mußt«. Dielleicht konnte in der Tat der Verdacht bestehen, daß— um mit den Worten des Lichtspielgesetze» vom 12. Mai 1920 zu reden—„die öffentlich« Ordnung und Sicherheit' oder„das deutsch« Ansehen im Auslande' gefährdet sei, wenn in einem Film sich zwei Eisenbahnbeamte während des Dienstes auf ihrer Lokomotive über Fragen der Politik und der politischen Organisation unterhalten und noch dazu am Schlüsse dieser Unterhaltung zu der Ueberzeugung kommen, daß die Sozialdemokratie allein die Interessen des ar- beitenden Volkes vertreten hat und weiter vertritt. Die Eisenbahnsachverständigen haben nicht» Staats- oder Ordnnngsgesährliche» dabei gefunden— das darf uns genügen. Aber es ist immerhin interessant, daß die von der verfassungsgebenden Deutschen Nationalversammlung«in- gesetzte Filmprüfstelle sich ausgerechnet derartige Umstände macht. wenn es sich um einen„politischen' Film handelt, weil sie— noch ihren eigenen Worten— dort zu besonderer„Vorsicht' o« r p j l i ch t e t ist. Wir sollten meinen, daß sie nach dem Sinn des Lichtjpielgesetzes dabei zu besonderer Weitherzigkeit ver- pflichtet wäre! Doch nun zur Entscheidung selbst. Der Film wird zugelass«n— aber s ü r Jugendliche verboten! Dieses Verbot wirkt gerade bei einem ausgesprochenen politischen Film besonder» schwer. Ein solcher Film läuft seinem Eharatter nach nicht in dem Abendprogramm irgendwelcher Kinotheater, sondern in politi« s ch e n Versammlungen. Es ist nicht nur da» Recht, sondern die Pflicht politischer Parteien, Jugendlich« vor dem Ein» tritt in das Aller der Wahlberechtigung zu diesen Versammlungen heranzuziehen. Die Filmzensur verhindert also be- mußt das Zustandekommen solcher Veranstaltungen, wenn in ihnen ein politischer Propagandafilm gezeigt werden soll. Und der Grund zu solch einem verbot? Das Lichtspielgesetz sieht ein Verbot für Jugendliche vor, wenn „eine schädliche Einwirkung auf die sittliche, geistige oder gesundheitliche Entwicklung' der Jugendlichen zu besorgen ist. Bei den Propagandafilmen der Sozialdemokratischen Partei, und besonders bei dem soeben fertiggestellten Film„Freie Fahrt!' kon- struiert nun die Zensurkammer eine„geistige' Schädigung der Jugendlichen daraus, daß der Film oersuche, den Zuschauern ein« i n s« i ti g e' Aufsasiung von den wirtschasUichen und politischen Berhältnisicn der Gegenwart und der Vergangenheit aufzu- drängen. Die Jugendlichen müßten von einer solchen „G« s ch i ch t» s ä l s ch u n g' um ihrer geistigen Entwicklung willen geschützt werden. Wohlgemerkt: über Richtigkeit oder Unrichtigkeit der geschicht- lichen Darstellung entscheidet die Zensurtamm« r. Ihre z u> fällige Zusammensetzung fällt das Urteil über die Wahrheit der historischen, wirtschasUichen und sozialen Tatsachen Sie ver- hindert unter Umständen— wie in diesem Falle.— daß junge Menschen unmittelbar vor ihrem Eintritt in das W a h l a l t« r die sozial« Entwicklung der letzten Jahrzehnte im Film s o gezeigt wird, wie sie die sozialdemokratische Partei als geschichllich« Wahrheit sieht. Ist d a s wirtlich Sinn und Zweck des Lichtspielgesetzes vom 12. Mai 1920? Der Vorsitzende der in dem vorliegenden Falle entscheiden- den Zensurtammer beantwortet« die Frage mit einem u n e i n g e- schränkten„Ja*. Auf den Einwand des Vertreters der Partei. daß dieselbe Geschichtsauffassung, deren filmische Darstellung durch den Spruch der Zensur vor Iugendlicken im Film verboten werde, durch Wort oder Schrift auf Grund der Reichsversasiung denselben Jugendlichen in derselben Versammlung vermittell werden dürfe, gab er die völlig eindeutig« Antwort: „Jawohl, wir haben in der Republik zwar Versammlungsfreiheit. aber ein Lichtspielgesch!' Wir stehen also vor der Tatsache, daß das Lichtspielgesetz von der Zensur zu einer Einschränkung der verfassungsmäßig gewähr- leisteten Versammlungsfreiheit mißbraucht wird und daß der Wortlaut dieses Gesetzes offenbar keinen Schutz gegen eine seinen Sinn undZweck widersprechenden Auslegung bietet. Der Spruch der Zensurkammer im vorliegenden Falle— der drille im gleichen Sinne— droht die Praxis zu sanktionieren, daß p o l i- tische Film«(mindesten» sozialdemokratische Filme!) um ihrer„einseitigen' politischen Tendenz willen von der Zensur grundsätzlich für Jugendliche verboten werden. Da dies sicherlich nicht die Absicht des Gesetzgebers gewesen ist, so dürfte es an der Zell fein, der Unvernunft der Filmzensur durch eine Novelle zum Lichtspielgesetz zu begegnen, die ausdrücklich festlegt, daß die„Cinseitfgleit' der politischen, sozialen oder kullurellen Ten- denz eines Films auch«in Verbot für Jugendliche nicht rechtfertigt. Es müßte doch mll dem Teufel zugehen, wenn da» fortschrittlichst« politische Propagandamittel durch ein« polttischrückschrittlicheZensurbehördein seiner Entwicklung so gehindert werden sollte, wie es nun seit Jahr und Tag bei den Propagandafilmen der Sozialdemokratischen Partei geschieht! Die Katastrophe der„Celtic". 21 vvo-Tonnen-Oampfer scheitert bei ruhiger See. Der 21 OOO-Ionnen-Dampser„Celtic* der white Skar Linie ist bei stiller See an einem Aelsen in der Rähe de» irischen Hasen» Eork gescheitert. Nach den vorliegenden Meldungen handelt«» sich um den sell- samsten Schiffsunsall. der sich je ereignet hat. Die See war absolut ruhig. Es handelt sich um«in« gut befeuert« Fahrstrohe. Der Kapitän kreuzt mit dem großen Schisf ziellos zwischen den Leucht- feuern. Er hält schließlich ein solches Feuer für ein Lotsenboot, jagt mit erheblicher Geschwindigkeit auf dieses vermeintlich« Schiff und strandet auf einem Felsen in der Hafeneinfahrt von Cork. Die Folg« sind Leck» im Kesselraum und am Heck, Panik unter Pasiagieren und Besatzung. Ein Tender aus dem Hafen nimmt die 270 Pasta- giere auf und landet sie. Die Besatzung bleibt zunächst noch an Bord. Später wird auch der größte Teil der Besatzung abgeholl und in Queenstown gelandet. Vergebliche Versuche, die„Celtic' abzu- schleppen, folgen. Sie sind bisher ergebnislos, da das Schiff seiner eigenen Antriebskraft beraubt ist. Nun sitzt der Riefendampfer aus dem Felsen. Kapitän, Offiziere und einig« Mannschaften der Besatzung sind noch an Bord. Unter ihrer Aufsicht wird die Ladung gelöscht. Der Atlantik-Dampfer dürfte seine letzte Fahrt gemacht haben... Ole fechten" sind schuld. Kommunistische Hinauswürfe mit Hindernissen. Beider G em e in d« rat» wa hl in Stuttgart hat di« Sozialdemokratie, wie wir gestern berichteten, ihre Stimmenzahl von 21984 auf 40 011, di« Zahl ihrer Mandat« von 7 auf 10 erhöht. Di« kommunistischen Stimmen dagegen sind um etwa SOO zurückgegangen, die bisherigen vier Eitze konnten gerade noch behauptet werden. Diese» schtechte Ergebnis führt die„Rote Fahne' auf die „Zersetzungsarbeit der rechten Fraktion' zurück. Sie habe„oppor- tunistische Politik' getrieben und damit„der Kommunistischen Partei geflhadet und der SPD. genutzt' Das erinnert an jene wilden Bölkerschosten, die ihren Teufel verprügeln, wenn er ihnen nicht schöne» Wetter beschert. Den deutschen Kommunisten wird diese Methode nicht viel nützen. Denn inzwischen haben sich in Moskau ganz andere Ding« ereignet. B u ch a r l n hat sich in der jüngsten Sitzung der Zentral« der Kommunistischen Partei Rußlands sehr entschieden dem Aus« schluß der„Rechten', vor allem Thalheimer» und Brand- l e r s, widersetzt und sogar mit dem Austritt aus dem Pol.-Bureau gedroht, wenn dieser Ausschluß doch durchgeführt werden sollte. Stalin aber wagt««s nicht, seine Drohungen gegen die„Rechten' zu verwirklichen. Man arbeitet bereit» an einem Kompromiß: zu diesem Zwecke hoben jetzt Hausen und Galm ihren Wohnsitz nach Moskau oerlegt. Es ist also ebenso lächerlich wie dumm, wenn die Berliner Be- -irksteitung der Kommunistischen Partei noch am vergangenen Sanntag von der Zentrale den Ausschluß der Führer der..techten' Fraktion: Köhler. Walcher. Schreiner und Enderle Ordert und noch dazu den sofortigen Ausschluß von Brandler und Thalheimer aus der Russischen Kommumstischen Partei. Daß am gleich«» Tage eine Konferenz des komunistischen Jugendverbandes ähnlich« Forderungen aufgestellt hat, macht die Sache nicht ernst- hafter. Der deutsche Thälmann-Anhang mag reden und beschließen, soviel er will: di« Entscheidung darüber, was mit den„Rechten' ge- schehen soll, fällt nicht in Berlin, sondern in Moskau. Die Auslösung der Ffoien Armee. Abrüstungspropaganda der Sowjets. Moskau, 11. Dezember. In seiner Red« vor dem Zentralexekutivkomitee wie» Lit- w i n o w darauf hin, daß die Friedenebestrebungen der Sowjetunion keinen Anklang bei den übrig«» Staaten gefunden, vielmehr verschiedentlich starke« Mißfallen und starke Gereiztheit in manchen Ländern hervorgerufen haben. Es ist für di« imperialistischen Län- der nicht angängig, einzugestehen, daß sie nicht abrüsten wollen: deshalb zweifeln sie die Aufrichtigkeit unserer Vorschläge an. Unsere Ausrichtigkeit ist ober nicht anders nachzuprüfen als durch die Annahm« unserer Borsch'äge. Wären die Mächte wirtlich von unserer Unaufrichtigkeit überzeugt, so hätten sie, um diese aus- zudecken, unseren Dorschlag wenigstens zum Schein annehmen sollen.„Poincarä braucht nur vorzuschlagen, sofort ein« vorbereitend« Abrüstungskommission einzuberufen» und im Namen der Sowjet- Union verpflichte ich mich feierlich, unseren Borfchlog nochmal» zu wiederholen und uns in beliebiger Form zur Aufläsung der Roten Armee gemäß unseren Paktoorschlägen bereit zu erklären. Dies wird wirklich ein« Probe für die Aufrichtigkeit fein. Ich be- zweifle aber die Bereitfckpist Pvincaräs. diesen Versuch zu unter- nehmen.' Unter Bezugnahme aus die jüngsten Interviews Briands er- klärte Litwinow, die Sowjetregierung würde keine Arme« benött- gen. wenn die anderen Regierungen ihre Heere auflösten. Briands Behauptung, die Rote Armee wachse schneller als die Heere anderer Staaten, wies Litwinow als unrichtig zurück. Cr führte Ver- gleichszahlen über die Heer« der Sowjetunion und Frontreichs an und wies darauf hin, daß Frankreich kein mächtiges deutsches Heer gegen sich habe und gemäß dem Locarno» vertrag der Unterstützung Großbritanniens sicher fei. Familientragvölen... Wanne-Eickel, 11. Die in Röhlinghausen wohnend« Bergmannswitwe erhielt die Nachricht, daß ihre beiden Söhn«, di» bergwerten von Staßfuuh arbeiteten, verschüttet nur al» Leichen geborgen werden konnten. Die Frau, einem Jahre ihren Mann durch ein Bergwertsunglück erschrak bei der neuen Hiobsbotschaft dermaßen, daß und alsbald starb. Dezember. Bu de r u» in den Kali- wurden und di« vor etwa verlvren hat, sie erkrankte Glogau, 11 Dezember. In Glogau warf sich der Itzfährige Schüler Domai gallo, der das katholische Gymnofl'im besticht, vor den aus Breslau einlaufenden V-Zug und wurde vollständig zermalmt. Als Motiv des S«lbftmordes wird Liebeskummer angegeben. Oeutfchnationale vor Gericht. Wegen Beleidigung des preußischen Staatöministerinnit ii n Oei Halle. 11. Dezeinber.(Eigenbericht.) � Ka; Heute stand der frühere politische Schriftleiter der dentis> 3 m ir nationalen.�Holleschen Zeitung' Oskar Friderichi vor dem Hai-'' füefert fchen Schöffengericht, um sich wegen Beleidigung der of| g l i e d e r des preußischen Staatsministeriums? u verantworten. Der Angeklagte hat die Staatsregierung durch u"' 18 stät ge Ausdrücke beteiligt, indem er ihr Unverschämtheit, Seldlt' tyiüugb Überhebung. Verhüllung der Wahrheit,„verlogene rote Wah G lissen gando', mangelnde Bildung, Futterkiippenwirtschoft usw. vorc«- düngen warfen hatte. Anlaß zu dem Schimpfartikel gab die Anirage ick£7� preußischen Regierung an di«„Hallcsche Zeiwng'. ob sie die Pr»' grammrede Hirtsiesers vor den Maiwahlen gegen B'' �blnil za h l u n g ihrem Blatte beilegen wolle. Friderichi Hzefeh'.i so gibt er an, darüber mit seinem Chesradakteur konferiert und dk» Luftrag erhalten, einen Artikel zu schreiben, in dem der Regieni"!| <1 nachgesagt wird, sie habe beispicl-weise für die Erhaltung dck...... Goethe-Hauses in Frankfurt oder des Dismarck-Denkmals in>,daß ni kein Geld, wohl aber„für ihr« verlogen« rote Wah'prapoganlal«mtwo.x Oberstaatsanwalt Dr. Luther, der die Anklage vertritt ging i» längeren Darlegungen auf die Beleidigungen ein und betonte, tai � sie den Tatbestand der üblen Nachrede erfüllen. Die Borauejegun- iiz, gen des§ 193 feien nicht gegeben. Auf Grund der§§ 185 und beantragte der Oberstaatsanwalt eine Gejängmustrafe von vier naten. Dr. Luther hob ausdrücklich hervor, daß die Sühne ni:st mit einer Geldstrafe folgen könne. Der Vorsitzend« Landgericht direktor Dr. Krantz verkündete nach längerer Beratung folgen!� Urteil: „Es wird für Recht erkannt, daß der Angeklagte der Belei-l' gung schuldig ist. Er erhätt eine Gefängnisstrafe von zwei Monaten. Außerdem hat er die Kosten des Verfahren» zu tragen. Dem preußischen Ministerpräsidenten wird die Befug- nis der Veröffentlichung des Urteils mit Begründung in der„Holle- fchen Zeiwng' auf Kosten des Angeklagten eingeräumt. Die B« hauptungen des Angeklagten waren als Beschimpfungen an zusehen. Es mußte in Ermägung gezogen werden, daß die höchst* Stelle in Preußen in außerordentlich scharfer Form beleidigt worden sei, weshalb auf Gefängnis erkannt werden mußte.' In einem weiteren Verfahren war Friderichi mit feinem Kot legen Do«ring wegen Beleidigung des preußischen Landwirt schastsministers Steiger angeklagt. D 0« r i ng wurde zu z w* i Monaten Gefängnis und Friderichi zu 300 M. Ge d- ftrafe verurteilt, well beide Angeklagte sich in beleid'genden Formen darüber geäußert hätten, daß der Landwirtschaftsminister eine Verordnung eriaifen hatte, nach der die Reichsflagg« auf den Rennplätzen zu hisien fei. Dem Ve Sä "cht ein die KP '»gefch Und abermals H 166! „Ole Kirche in der Karikatur." Kleine Anfrage. Oer Messerstecher von Karlshorst. Verhaftung des kommunistischen Täters. Im Verfahren gegen das bekannte Buch„Die Kirch« in der Karikatur' von Friedrich Wendel ist auf Grund des § 166 des Strafgesetzbuchs Derhond'ung auf den 11 Januar 1919 12 Uhr vor dem Schöffengericht Tempelhof anberaumt worden- Es handelt sich um das sogenannte objektive Verfahren, dos lediglich der Einziehung und Unbrauchbarmachung der Druckfchrist dienen soll. Der Verfasser selber fällt unter die August-Amnesti«. z) In Frankfurt a. M. haben Hakenlreuzter, weil der lieb« Gott auf der Bühne(In Hasencleocrs Komödie) dargestellt wurde, Stinkbomben gegen ihn abgefeuert. b) In Berlin hat ein Gericht die'Darstellung des G« t r e u z t g- l e n mit Gasmaske als Gotteslästerung bestraft. c) Sind sich dl« Beteiligten über die Konsequenzen ihres Tuns klar geworden?.JormKsn. Im verlause der Untersuchung des vorfalle» in Korlshorst. bei dem der Student Günter Schaffer am Sonntag erstochen morde, wurde heule früh der 20jährige Tischler Herbert Meyer au» Lerlia Lichtenbcrg lo seiner Mahnung, Finowslraße 22. festgenommen, weil er dringend verdächtigt ist. Schasser durch eine« Messerstich gelötet zu haben. Ein Dolch, der startblutbesleckt ist, wurde bei ihm vorgefunden, außerdem eine blutbefleckte Windjacke. Meyer ist Mitglied der Kommunistischen Jugend. Di« Tat, die ihm zur Last gelegt wird, ist tlesbeschäm:nd. Sie zeigt, wie groß de? Mangel an Disziplin in der KPD. ist. Man gewinnt immer wieder den Eindruck, daß die KPD. gerade aus gewaltätig« Menschen eine besondere Anziehungskrast ausübt. Radikalismus, der nichts anderes ist, als Rowdytum, übt kein« werbende Kraft aus. Der KPD. blieb es vorbehalten, den der Sozialdemokratie früher zu Unrecht an« gehängten Satz:„Und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein', in die Tat umzusetzen. Die„Rote Fahne' bestreitet natürlich in ihrer heutigen Morgen- nummer, daß ein Kommunist der Täter sei. Das ist ihr gutes Recht. Es ist ja auch schließlich zu peinlich, zugeben zu müssen, daß die „geistreichen" Artikel der„Roten Fahne' eine Gesinnung geschailen haben, die zu Gewalttätigkeiten sühren muh. Ob Rotsrontleute oder Hakenkreuzler. das bleibt sich vollkommen gleich. Die Rüpeleien der einen sind Anlaß für die Flegeleien der anderen. Hier gilt der alte Satz: Wie der eins heißt, so sieht der andere ans! Die Buchdrucker gegen die KpO. Im Verein der Berliner Buchdrucker und Schrft�kßrr w-' m gestern noch jür fünf Bezirk« die Delegierten zur c lung jür 1929 gewählt. Die Wahl endete mich in diesen Vezir en mit einem Sieg der Amsterdamer Gcwerkichastsrich- t u n g. Ebenso sind sämtliche Bezirksleitungen wieder durch Funk- tionäre der Amsterdamer Richtung besetzt..Den Kommunftten i't e» trotz oller Anstrengungen nicht gelungen, irgendwelchen Eini'u?-,v gewinnen. Dadurch ist bei den Berlliier Buchdrul.rv auch'Vi bekommende Jahr eine zielbewußte gewerlschastliä c Puibauardeit cr- möglicht. Di« KPD. Ist völlig otdgerutscht. Ein selksamer Unolücksfall ereignet« sich in Jglou in der Tschcchosiowak-i. Der 6?jährige Elraßenräumer F Taduva wollt« abends den Abort aussuchen und stürzte, da er etwas gelr-inten hatte, so unglücklich, daß sich die Tabakcpfeise, die er im M Ve hatte, sich durch den Gaumen in: Gehirn lnch-l- Vu j versuchte man vergeblich, das Rohr aus dem Gfch rn zu«Mf-. u Inzwijchen starb der Mann. Dies ist Verantwortung! min Deutschland gewesen, aber verantwortlich gezeichnet. Das Kapitel des Mißbrauchs der parlamentari. Jmmunität wurde hier schon öfters behandelt. Neuerellefert die ,, Rote Fahne" einen wertvollen Beitrag hierzu, itjie offenherzig ausplaudert, wie in der KPD. diese Dinge bhabt werden. Da ist der fommunistische Reichstagsabgeordnete entle wegen eines von ihm verantwortlich gezeichneten bft pfflugblattes aus dem Verband der Nahrungsmittelarbeiter padloffen worden. Die„ Rote Fahne" glaubt Blenkle nun cpringen indem sie sich entrüftet: 3 un Der bet Troßdem wagt es der Hauptvorstand, den Genossen Blentle, in jenen Tagen nicht einmal in Deutschland war und das 3gblatt in feiner Eigenschaft als Reichstagsabgeordneter nur behgefehlich zeichnete, auszuschließen!" ben Dem Verfasser dieser Zeilen ist offenbar nicht zum Bewußtsein mmen, daß er für die Tat, die er bemänteln will, eine noch best unmoralischere Handlung gesteht. Er bekennt daß man in der APD. Flugblätter von Reichstagsabgeordneten antwo: ilich" zeichnen läßt, die sich nicht einmal in Deutsch, in befinden, und daß die Betreffenden in ihrer Eigenhaft als astagsabgeordnete" unter den Mantel ihrer Immunität fommu86 Schmähungen und Berleumdungen nehmen müssen, die nicht einmal tennen oder gelesen haben. Auf diese Weise sucht die APD. für ihre sämtlichen Druckerzeugnisse ein immuni geschüßtes Schimpf- und Berleumdungspris leg zu schaffen. Es ist klar, daß derlei auf die Dauer nicht esulbet werden tann. 17 115 19 [ eSe 11fte en D= ei Stegerwalds Sturz. 85 ne F 11 25 19 11. ch 11 V3 RORATH Belt Adams Gündenfall ist dieser Sturz vom Zentrums turm einer der beachtlichsten. war. Der fingende Teufel. Schrefer: Uraufführung in der Lindenoper. da fühlen wir, weite Streden lang, ein Versagen. Dieser Musik fehlt alle innere. nicht nur konstruktive Logit. Aber es steckt ohne 3meifel produttiver Reichtum darin, es ist eine Furchtbarkeit des Ohrs, die heute faum ihresgleichen hat, und die mehr und anderes ist als nur meisterliche Beherrschung technischer Mitte. Der fingende Teufel ist nicht ein teuflischer Sänger, sondern| Und wo es schlechthin auf Musik ankäme, nicht nur auf Klang, -die erste Orgel: das unbegreifliche, schreckenerregende Wunder. wert, das sie dem Menschen schien, eben damals, als sie tie erste Wann war sie es? Deutschland im frühen Mittelalter," schreibt der Dichter vor. Das ist, da das„ Mittelalter" zwölf Jahr. hunderte umfaßt, feine sehr genaue Beitangabe. Aber die Orgel, die gemeint ist, wird mit liebevoller Genauigkeit geschildert, sie ist cin Produft des 15. Jahrhunderts. A so, der Borgang führt uns an die Schmelle der Neuzeit. Aber die Vorstellung selbst, in der die Handlung verläuft- Kampf zwischen Chriften und Heißen, Kirche und Kloster gegen urzeitliche Naturgötterei, Mönche gegen Germanen all das ist in der Tat„ frühes Mittelalter" Franz Schrefer hat für diese Dichtung allerlei historische Studien gemacht, der Widerspruch muß ihm bewußt geworden sein, doch er irritiert ihn nicht. Berworrenheit, dumpje Untlarheit ist sozusagen sein Element, es ist geistige Atmosphäre, in der sein Künstlertum schöpfe risch wird. Eine Erlösungsoper" durchaus im Bayreuther Sinn. Dieser Amandus, mit einer" Sendung" belastet, die stärker ist als er, doch eben auch, er ist schwächer als sie ich verjage, ich verjage, o ich Stümper, Feigling, Fuscher!", bricht er verzweifelt aus: bas Barsifal"-Borbild ist unverkennbar; es flingt auch aus dem Orchester in ciner heute ungewohnten Nachempfundenheit an. Und wie er Ichließlich, angesichts feines unvollendet vollendeten Werks, sterbend erlöst wird, wie sich Vollendung und Erlösung ins allgemein Symbolistische weitet, das hätte Hans Bfigner, der baŋ euthbeseffene, nicht wagnerischer machen können. Un dessen„ Paästnina" müssen mir mehr als einmal denken: dort wie hier der schöpferische MuSchrefer hat große theatralische Visionen, auch in dieser Oper; fifer, seiner Mission bewußt, doch verzweifelnd an dem Wert, das ja, vielleicht noch in feiner mie in bicjer. Und seine Visionen ihn dem Dienst der Kirche meiht. Tragit des Schaffenden, das war scheinen immer aus einer starfen Musikvorstellung geboren. Als Als auch schon, im modernen Gemand, Thema des Fernen Klangs". Ahnung, die ihn befruchtet, schwebt irgendein„ Klang" ihm vor. Nun die Orgel als romantischer Opernheld, sie wird es in einer Go war es in seiner ersten Oper, die„ Der ferne Klang" heißt; Beit, in der sie zum Schlagerinstrument zu finden droht, nicht leidt sein ganzes Schaffen tönnte unter diesem Namen begriffen werden. haben, sich in ihrer gehobenen Rolle durchzusetzen, Aus einer mufitalisch- dichterischen Klangvision ist auch„ Der fingende Teufel" entstanden. Das Werf scheint um einer grandiosen Szene willen geschrieben, in der dieser Klang Gestalt gewinnt: Gottes dienst, Orgeltöne. Blodenläuten, ein dumpfes Brausen, dröhnendes Lärmen, Brüllen, Waffenflirren Schlacht in der Kirche: heid. nisches wider christliches Mittelalter. Eine ganz starte Szene, die den Erfolg des Abends entscheidet doch eigentlich mehr Situation als Szene. Der Theatralifer Schrefer ist stärker als der Dramatifer; und seine Mufitvorstellung stärker als seine musikalische Potenz. Die Handlung, die in jener Szene gipfelt, das menschliche Schicksal, dessen Träger der Orgel bauer Amandus ist, bleibt ein wenig fremd und ein wenig unflar. „ Der Berliner Staatsoper und ihrem Leiter Herrn Ludwig Hörth." Die Berliner Staatsoper ist sich der ehrenden Verpflich tung bemußt, die ihr aus dieser Widmung erwächst. Die Auffüh rung mit Delia Reinhartt, Margarete Arndt- Ober- Friz Wolff, Friedrich Schorr, Theodor, Scheidl, Karl Jöten in den Hauptrollen ist außerordent ich. Mit Aravantinos' Hilfe gibt Hörth die romantisch- düstere Welt der Dichtung in Bildern von eindringlicher Phantastik. Und unter Kleibers Händen wird die Partitur Schrefèrs lebendig, daß er sich's nicht vollkommener wünschen fonnte. Sehr starker Beifall nach dem( entscheidenden) dritten Akt. Zum Schluß, nicht ohne Widerspruch, Ovationen für alle Beteiligten. Klaus Pringsheim. Gegen den Krieg. Renaissance Theater: ,, November in Oesterreich". Richard Duschinskys Schauspiel November in Desterreich ist der leise tastende Bersuch eines überzart empfindenden Dichters, sich nachträglich mit der Not, dem Hunger, dem Grausen der sogenannten großen Zeit abzufinden, sich über die Be griffsverwirrung flar zu werden, der damals die ganze Welt unterlegen ist, der Bergessenheit zu entreißen, was nie vergessen werden darf, und dem Krieg ein wirklichkeitsgetreueres Denkmal zu er. richten, als es die progigen und fallen Monumente gewöhnlich tun. Es ist eine elegische Melodie über millionenhaft verlorene und ver geudete Jugend. Die elf Bilder feines Schauspiels ranten sich in lose verbundenen Szenen um das Schicksal einer Frau, die Krieg und Revolution aus der Bahn geworfen hat. Diese Mechthild Refiner, die sich im Taumel des Kriegsbeginns an irgendeinen fremden Mann wegwirft und an ihrer ersten großen Liebe dahinsiecht, geht uns nicht allzuviel an. Sie empfindet zu efftatisch, als daß wir an ihrem Leid persön lichen Anteil nehmen könnten. Auch der Gerhard Forster, der sich all die Kriegsjahre hindurch nach seiner Mechthild sehnt, stets ben Berantwortlichen hinaus. Das ist mit grellen Farben und echter Empfindung gemalt. Da ist niemand im Zuschauerraum, der von der Wucht und Eindringlichkeit der Szene nicht gepackt wäre. Dieses eine Bild besiegelt den Erfolg des Stückes. Hermann Vallentin, der dem Kriegslieferanten menschliche Gestalt gibt, hat an diesem Erfolg nicht geringsten Anteil. Benn Richard Duschinsky jetzt, zehn Jahre nach Beendigung des Krieges, mit dem Schauspiel hervortritt, so ist das aus dem Schmerz eines Dichters zu verstehen, der nicht begreifen kann, daß all das Grauen so schnell vergessen wird und in ihm noch lebendig ist. Seiner Hauptfigur läßt er sagen: Tun Sie fo, als ob nichts gefchehen wäre. Die Welt huts ja auch Duschinsly hat bei feine Sartheit den Mut, Wahrheiten auszusprechen. Er erledigt frappant ein unheilvolles und verlogenes Wort des Haraz: Süß uitd ehrenvoll ist es, fürs Vaterland zu sterben mit zwanzig Jahren. Die Regie im Renaissance- Theater führt Gustav Hartung. Er bringt das Kunststüd fertig, die elf Bilder ohne Zeitverlust auf Einem König wird der Kopf abgesägt. Ablagebrief in der Hand, ist nicht recht Geist von unserem Geift. der primitiven Bühne abrollen zu lassen. Das ist nur äußerlich. Eine irische Freiheitsdemonstration. Dublin, 11. Dezember. Mehrere Männer brangen in das Gebäude ein, in dem das Waffenftillstandstag durch eine Bombenerplosion beschädigte landbild König Wilhelms III. wiederhergestellt werden sollte. Sie gten dem Standbild den Kopf ab und nehmen ihn mit sich. Die Erinnerung an Wilhelm III.( 1689-1702) ift im fatholi Sen en Irland besonders verhaßt, da dieser Dranier die Herrschaft des roteftantismus in Großbritannien und Irland sicherte. Wilhelm III. tben tatholischen König Jafob II. in 3rland befiegt: eine Rillion Acres Land wurde damals vom englischen Parlament fon8iert und an Engländer verteilt. Die höheren katholischen Bür enträger wurden aus Irland ausgewiesen. Rein Ratholit durfte Brund und Boden besitzen oder ein öffentliches Amt bekleiden. Ein Mädel mit Temperament. Primus- Palast. Ein Roman, selbst wenn er mit der Spekulation auf die zuinftige Berfilmung geschrieben ist, bietet faft nie einen guten Filmoff. Diesmal tommt noch ein sehr dilettantisches Manuskript hinzu, Deren Berfaffer mit so viel Berliebtheit am Roman hängen, daß es tur zur Uebertragung ein paar loser Szenen tommt. Und die Billebell aus USA. ist schließlich weiter nichts als die amerikanisierte otte Bach. Sie macht einen dummen Streich über den anderen nd heiratet zu guter Letzt, o, deutsches Bürgerherz hüpfe vor Bonne, - einen Grafen, der durch geglückte Kunstflüge feiner Schulden los und lebig wird. Der Film ist, von dem flachen Inhalt abgesehen, durch Viktor Jansons Regie erträglich. Der Regisseur hat auf jeden Fall Geschmack, doch scheint er oft in die eigene Arbeit vernarrt und verbeilt gar zu lange bei einigen Szenen, offenbar nur darum, weil er e felbft fo schön und höchst kultiviert findet. Maria Baudler natürlich eine Lillebell, wie man sie sich beffer nicht denken kann. Diefe frische Schauspielerin ist sehr zu recht allgemein beliebt. hoffentlich zwängt diese Beliebtheit ihr nicht die Schablone des Ben Mädels auf, denn so reizend Maria Paudler auch als Rader t man soll darüber nicht vergessen, daß sie spielen tann. Luigi Serpenti ist als fliegender Graf ein junger Mann mit im Ponierend vornehmen Manieren. Aeußerst interessant und zugleich spannend sind die Kunstflüge, bie dank der Mitwirkung der Deutschen Lufthansa photographiert berden konnten. Doch haben sie nicht mehr den Reiz der Neuheit, e. b. da fie fchon von den Wochenschauen her befannt sind. Er ist zu sehr Romantifer. Und doch vermitteln einzelne von den Bildern ganz starfe Eindrücke. Im Musterungslokal des öfter. reichischen Heeres zeichnet Duschinfty die verschiedenartigen Erem plare des Kanonenfutters, das hier gesammelt wird, im Schieber café Typen der Parafiten, die fich an der Not der anderen mästen. Die grüblerische Art des Verfassers verleitet ihn zu überspigter Psychologie. Aber aus einem Bild geht dichterische Gestaltungsfraft hervor, die zu schönen Hoffnungen berechtigt. Gegen Kriegs ende treffen in einer Bar alle möglichen Eriſtenzen zusammen, Dirnen, Geschäftemacher, Etappen und Frontoffiziere. Ein Schieber, ber am Krieg reich geworden ist, prahlt betrunken von seinen Er folgen, von seinem Geld, von fommenden Ehren. Da schleudert ihm der Frontoffizier wüfte Belchimpfungen ins Gesicht. Und der jüdische Kriegslieferant steht auf und schreit eine flammende Selbst. perteidigung und eine flammende Anflage gegen die in Wahrheit Schon wieder die Zarenfamilie. Anastasia" im Zitania- Palast. Schöne Gewißheit, Anastasia, das jüngste Barentöchterlein lebt in blühendem Infognito, dazu glücklich verheiratet mit dem großen Tenor der ,, Bolga, Bolga"-Rojaten, der sie auch in seiner früheren Eigenschaft als Gardeoffizier aus Rußland rettete fuft im letzten Augenblid. Warum die Kleine nicht mehr Brinzessin werden will, trozdem großfürstliche, emigrierte Berwandte fie anerkennen? Nun, sie hat von dem hochadligen Getue genug, fte ist demokratisiert worden, fagt sie jedenfalls, während der Kinoroutinier dabei Liebe, ja Liebe" vor sich hinträllert. Herr Kurt J. Braun, der Erdichter des Manuffripts, umpanzert die emigrierten Ruffen mit Pflichterfüllung und Edelmut, aber mit den Fürsten hat er nichts im Sinne, das sind nur furchtbar tomische Kerlchen. Sehr hübsch, trop der Konzeffionen nach rechts und nach links, und der Publikumserfolg ist dadurch garantiert. Ebenso bereit zu jeder Art von Rompromiß ist der Regiffeur Artur Bergen. Manche Szenen, wie die im Filmatelier oder bei Fürstens find reine Ironie und andere wiederum sorgen für das Gemüt, belästigen leicht reizbare Tränendrüsen. Man drückt sich vor einer offenen Entscheidung, findet nach den Mut, über die ganze Kolportagegeschichte herzhaft zu lachen, man möchte gern ironisch sein und scheut sich jedenfalls aus geschäftlichen Rücksichten dieses lobensmerte Ideal restlos zu verwirklichen. Wasch mir den Belz, aber mach' ihn mir nicht naß." bleibt das Leitmotiv. Für die Anaftafla holt Lee Barry die scheueften Rehblicke und das schelmischste Lächeln aus ihrer Gaderobe. Außerdem ist sie noch blond. Unwahrscheinlich, wie diese Frau schematisiert und ben befannten groniefalten einen auf Vornehmheit gebügelten wandlungsunfähig geworden ist. Max Landa gibt tadellos mit Gentlemanverbrecher und Hans Stüme hat vergessen, daß er Das Agramer Gericht beschloß die Freilassung des Redakteurs Deftschitsch. Er war verhaftet worden wegen Abdrud einer Kundgebung der Bauernpartei, in der König Alexander für die Ermor- fonft ein guter Schauspieler ift. bung der Kroatenführer mitverantwortlich gemacht worden war. Das follte Majestätsbeleidigung sein. Das Breßgefeß tennt teine Berwahrungshaft. Auf Beschwerde des Deftschitsch in Haft. Immerhin, die Manuskriptangefegenheit ist besonders in Deutich Staatsanwalts bleibt land zu einem Unglück herangereift, das den ganzen Film gefährdet. F. S. | Er setzt sich aber, und das will mehr heißen, für ein Stück mit Liebe ein, dessen Dichter Schöneres erwarten läßt. Elisabeth Lennart ist die Trägerin der Hauptrelle. Sie mutet sich und ihrem zerbrechlichen und schönen Körper zuviel zu Fast in allen Bildern steht sie auf der Bühne und übernimmt sich schon vom ersten Bild an. Die Berzweiflung, der sie allmählich unterliegt, ist schon zu Beginn des Schauspiels übermächtig. Dadurch begibt sie fich der Möglichkeit, zu steigern. Den sehnsüchtig wartenden Ges liebten Gerhard Forster umgibt Robert Thoeren mit der Stille eines versonnenen Menschen, eine prächtige Leistung. Anton Pointner und Ludwig Andersen stellen zwei gegenfäßliche Offizierstypen in guter Charakterisierung auf die Bühne. Am Schluß des Abends wird das Bublifum wärmer und wärmer und ruft Autor, Regiffeur und Hermann Ballentin vielfach vor die Rampe. Ernst Degner. " Hinter Klostermauern." Marmorhaus. Das dem Film zugrunde liegende Schauspiel von Dhorn, Die Brüder von St. Bernhard", das vor 25 Jahren in der Zeit der Los- von- Rom- Bewegung protestantische Streife in eine gewisse Wallung versetzte, intereffiert uns heute taum noch. Der junge Novize Paulus, der im Kloster die Weihe bekommen soll, weil felne bigotte Mutter ein Gelübde getan hat, schwankt zwischen Liebe und Gehorsam hin und her. Er bringt sich selbst zum Opfer, um seine Schwester vorm Kloster zu retten, aber fein Opfer mird nicht angenommen. In der Stunde, da er die Weihe erhalten soll, springt die von ihm verlassene Försterstochter ins Wasser, wird gerettet und befreit nun auch thn. Zwei glückliche Paare preifen die Seeligkeit außerhalb der Klostermauern. Franz Seit hat aus der sentimentalen Haltung einen sehenswerten Film gemacht. Das ganze Klosterleben mit seinen Gegenfäßen und Intrigen, in der Mannigfaltigkeit feiner Typen, ersteht vor uns. Eine Fülle schöner Bilder wird ausgebreitet. Besonders die große Weiheszene in der Kirche wirft mit malerischer Daneben entfalten sich Klosteridylle im Stile Eindringlichkeit. Grügners. In der Darstellung begegnet uns eine Reihe intereffanter Köpfe, von dem jüngst verstorbenen Dene Morel an gefangen, der den Novizen mit dem schönen Ernst des Gewissens tonflittes spielt. bis zu Jacobi, Henrichs, Carl de Bogt, Martin und Eichheim, die individuell charafferisierte Klosterinsaffen verförpern. Sehr gut ist auch das Elternpaar. Betty Bird und Anita Doris stellen als Braut und Schwester ein paar anmutige Mädchengestalten dar. Freie Hochfd ule Perfn, B. Ueber die ersten Besteigungen des Mont Blanc. Groß- Glodner, Matterborn usw. hält Dr. Sans Kaufmann, Forfizender des Deutschen Alpen- Bereins Bertin, E. V., Donnerstag abend. 8%, 1hr, einen Lichtbildervortrag im Köllnischen Gymnafuum, Inselstraße 2. Die Life der angeblichen van Gogh- Jaldhungen, die de la Foille aus dem Wert van Goghs ausscheidet, te den in dem foeben erschienenen Dezemberheft von Kunst und Künstler"( Verlag Bruno Cassirer) reproduziert. machen. Der Singfreis der S23. eröffnete die Veranstaltung mit und Thalheimer aus der RP."(?), gemeint ift die fommun einigen Der Weihnachtsmarkt beginnt. igen Liedern und verſtäråte damit bie feierliche Stimmung, die Partei Rußlands, gefordert wird. Also im fe.ben Augenblit Budenromantik auf der Straße. Den Ladengeschäften und Warenhäusern, die mit ihrem Bethnachtsverkauf bereits begonnen haben, folgen nun auch die fliegen den Weihnachtshändler". Der bunte Budenzauber des Weihnachts marktes hat auf den gewohnten Straßen und Blägen seinen Einzug die Räumlichkeit des Planetariums schon beim Eintritt auslöst. Der Vortragende stellte sich mit seinen Ausführungen ganz auf den Zuhörertreis ein. Er medie Intereffe für die technischen Bor. ausfegungen der Sternfunde und zeigte dann vorzügliche Lichtbilder mit Mondlandschaften und Sternwolfen. Sonnen. Dann zeigte er den bildern und einzelnen Sternen. die Metallarbeiter Berlins zum Kampf aufgerufen we wird der Ausschluß der kommunistischen Metallarbeiter beschlossen. Woraus man ersehen kann, mie ernst es der KPD dem Kampf ist wenn es gegen die Unternehmer gehen soll. gehalten. Seit geſtern hämmern und flopfen die Händler an ihren Sternenhimmel unserer Tage und den Lauf von Sonne, Mond Wohlfahrtspflege und Gewerkschaft Gestellen und Belten, während von den Bahnhöfen duftende Ladungen mit Tannenbäumen abrollen. In wenigen Tagen wird der Weihnachtstrubel in vollem Gange sein, und man fann nur mün schen, daß die Hoffnungen auf ein gutes Weihnachtsgeschäft zu feinem trügerischen werden. Neben den süßen" Buden und den Händlern mit billigem Spielfram, der gerade von den Kleinsten so begehrt wird, merden wieder in beträchtlichem Maße nüzliche Gebrauchsgegenstände feilgeboten werden. Die Zeit ist hart, auch das kommende Fest steht im Zeichen wirtschaftlicher Not. Da müssen sich eben alle nach der Decke strecken und dem Wunsch nach Gebrauchsgegenständen mehr als früher Rechnung tragen. Trotz alledem wird aber auch der diesjährige Beihnachtsmarkt ein bißchen Romantit in das talte Straßenbild tragen, und auch der größe Griesgram wird sich über die Sechsertnarren", Hampel. männer und Pfefferkuchenherzen freuen, auf denen der schöne Spruch steht:„ Oller, brumme nicht!" Also: Auf zum Beihnachtsmarkt! Gerüchte- Klatsch! „ Doppelmord" in der Laubenfolonie. Schauerliche Gerüchte liefen feit etwa einem Bierteljahr in einer Laubenfolonie in Weißensee um. Dort sollte ein Ehepaar vor drei Jahren Zwillingskinder im 2ter Don 14 Tagen umgebracht und die Leichen auf seinent Laubengrundstüd vergraben haben. Ueberall begann man zu ,, munfein". Den Ursprung des Gerüchtes fonnte man nid feststellen. Das Gerücht lief immer weiter and die Begleitumstände der Tat wurden immer gräßlicher. Mit dem steigenden Alter der Kinder änderte sich fortgesetzt auch die Art, auf die sie getötet worden sein sollten, einmal follte man ihnen den Schädel eingeschlagen haben, dann wieder hieß es, fie jeien in der Badewanne ertränkt worden. Die Gerüchte tamen endlich auch zur Kenntnis der Kriminalpolizei. Sie begegnete ihnen von vornherein mit einigen Zweifeln. Es gelang, den Arzt zu ermitteln, der vor drei Jahren der Mutter der Zwillinge bei der Geburt beigestanden hatte. Er fonnte mitteilen, daß die Rinder tot geboren worden sind. Von den schaurigen Ge rüchten blieb als wahr nur das übrig, daß die fleinen Leichen tat. fächlich auf dem Laubengrundstid vergraben worden sind. Die Welt der Sterne. Unter diesem Motto neranstaltete fürzlich die SA3. Groß Berlin eine geschlossene Borführung im Planetarium. Ro bert Senseling, der Leiter dieses interessanten Instituts stellte sich zur Verfügung, um die Welt der Sterne verständlich zu Dienst., d. 11. 12. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 163 19 Uhr Cavalleria rusticana Bajazzi Staals- Oper Am Pl.d. Republ. R.-S. 224 19% Uhr Dienst, d. 11. 12. Städtische Oper Bismarckstr Turnus. IV 19% Uhr Maskenball Staati. Schauspieih. Am Gendarmenmarki A.-V. 224 20 Uhr Freischütze Petroleum Insein Staatl. Schiller- Theater, Charitbg. 20 Uhr Fladsmann als Erzieher Großes Schauspielhaus 3 CASANOVA mit Michael Bohnen, Regie Charell. Sonntag 3 U. Nachmittag- Vorstellg. z. halb. Preisen ungekürzte Vorst.) SCALA 8 Uhr B5, Barbarossa 9256 Schaefers Revue und das grosse Weihnachts- Programm. Komische Oper James Klein- Revue: Tausend nackte Frauen!! Die große Revue der ,, Freien Liebe" Parkett nur 4,50 Mark. CIRCUS 8 Uhr BUSCH Täglich Das grobe Weihnachtsprogramm! Zum Schluß: Die a ste Sportvue Berlins In 16 grandiosen Bildern. 8 Uhr Metropol- Theater Täglich 8, Uhr Friederike Franz Lehar dirigiert Käthe Dorsch Richard Sauber B Silbe Worner Bespermann Arnstaedt Starnbur Dora Reg Limburg Schönemann Die Kaffe ift ben ganzen Tag geöffnet. Telephon: Zentrum 378 u. 9393 Winter Garten Täglich 8 Uhr. Rauchen gestattet Das grandiose Weihnachtsprogramm! Renaissance Theater Täglich 8 Uhr: November in Oesterreich". Regie: Gust. Hartung. Reichshailen- iheater Abends Sonnt. nchm. 3 Steffiner Sänger Hamlet im Heringsladen dazu das große WeihnachtsProgramm! Naci.m. halse Pr. Dönhoff- Bretti: und Stern im einzelnen. Die Veranstaltung wurde gleichzeitig feierliches Erlebnis und wertvolle Bissensvermittlung. Besonders wichtig ist aber auch, daß Bortrag und Vorführung zu weiterem Nachdenken über die Fragen der Weltanschauung und die Gefeße bes lebendigen Seins anregten. Robert Henseling hat durch seine meisterhafte Art des Vortrages bestimmt dem Planetarium unter den jungen Hörern neue Freunde geworben. Es bleibt zu wünschen, daß auch über diesen Kreis die erwerbstätige Jugend in ihrer Gesamtheit eriennt, daß fie im Planetarium eine ausgezeichnete Bildungsstätte besitzt. Moskau befiehlt den Metallarbeitern. Aber die fommunistischen Meta: lbonzen fliegen. Die Bezirksleitung Berlin- Brandenburg der KPD. hat zum Ruhrkampf Stellung genommen" und, wie das nicht anders fein fann, eine so lange Entschließung dazu angenommen, daß selbst die Rote Fahne" fie nur auszugsmeije miedergibt. Wörtlich wird nur der Teil abgebrudt, in dem alle BB.- und UB.- Leitungen, alle Zellen und Ortsgruppen, wie auch alle Gemertschaftsfraktionen" Derpflichtet werden, gleichfalls zum Ruhrkampf in den Be trieben und Gewerkschaften Stellung zu nehmen". Die Tippfräuleins der KPD. friegen also Arbeit. Es werden ein paar hundert Refolutionen getippt und abgezogen merden, mit denen die also verpflichteten" Bachulten der KPD. in den „ revolutionären Klaffenfampf" ziehen. Dann werden die Berliner Metallarbeiter aufgefordert,„ burch Erhebung zwischentariflicher Lohnforderungen in den Betrieben" dem Beispiel der Ruhrarbeiter zu folgen". Bekanntlich haben die Ruhrarbeiter weder in den Betrieben noch sonstwo mijchentarifliche Lohnforderungen" erhoben, sondern sind bei Ab. lauf des Tarifvertrags ausgesperrt worden, weil die Unternehmer den durch verbindlich erklärten Schiedsspruch geschaffenen neuen Tarifvertrag nicht anerkennen wollten. Bon dieser fleinen Unrichtigkeit abgesehen, ist aber die Form der Entschließung sehr interessant. Soweit es gegen die Ge mertschaften durch einen Revolutionssturm geht, merden die Mitglieder der KPD.„ Derpflichtet. Soweit es aber gegen die Unternehmer gehen soll, werden die Metallarbeiter auf gefordert. Von einer Verpflichtung der Mitglieder der KPD., ihre eigene Haut zu Marfte zu tragen, fein. Wort. Es ist nur eine Aufforderung an die anderen, während die eigenen Leute als Drückeberger die revolutionäre Faust in der Tasche ballen dürfen. In Anschluß an diefe echt tommunistische Bevolution wurde eine zweite nerbrochen. Darin mird der Ausschluß aus der KPD. non Balder, Enderle, Röhler, Schreiner, der von Brandler Volksbühne Die Komödie Barnowsky- Bahnen Theater am Belowplatz 8.Uhr Macbeth Theater am Schiffbauerdam 8. Uhr Bismarck 2414/7516 Theater in der 19 Uhr, Ende 10% Olympia" von Franz Molnar Regie: Forster Larinaga. Theater am Die Drei- Groschen- Nollendorfplatz Oper Thalia- Theater 8 Uhr: Schneider Wibbels Auferstehang Täglich 8, Uhr Wiener Bluf Oper v. Joh. Strauß Mittwoch 4 Uhr: Das neugierige Sternlein Staatl. Schiller- Th. HALLER- REVUE * Uhr Flachsmann als Erzieher Staatsoper am Platz der Repablik 7 Uhr 2 Freischütz Th. am Schiffbauerdamm 99 Schön und schick" . m Admiralspalast im Täglich 81 Uhr. Mittwoch und Sonnabend 3 Frau Holle Märchenspiel. Kleine Preise U. Königgrätzer Straße 8 Uhr: Revolte im Erziehungshaus Schauspiel von P. M. Lampel. Komödienhaus Tgl. 8, Uhr Wer sollte es Sonst sein? v. Felix Joachimson Philharmonie 8 Uhr. Theater des Westens Täglich 8, Uhr Der Herzog und die Sünderin Singspiel in 3 Akten Musk von Fred Raymond. Mittwoch 4 Uhr Hänsel u. Gretel Lustspielhaus Friedrichstr.236 Bergmann 2922/23 Täglich 8, Uhr Das Zugstück von Berlin Arm wie eine Wagner- Abd. Kirdenmaus d. Philharm. Orch. Dirigent Franz Veit Grotrian- Steinweg- Planetarium am Zoo Saal, Bellevuestr. 14. Joachimsthaler Straß Montag, den 17. Dez. Noll. 1578 16 Uhr: 1928, abends& Uhr Der Sternhimmel Sonaten- Abend im Winter Alice Molnar( Vio.), Ludwig Kentner ( Klavier) Kart. 3, 2, 1 M. an d., Kasse d. Grotrian18 Uhr. Erde and Weltenraum 20 Uhr Thalla- Theater Steinweg Saale Sonneu.Sterne Täglich 8 Uhr Die Drei- Groschen- resdener Str. 72-7 Oper Paulsen, Valetti, Ander, Gerron, Schaufuß, Kühl, Lvovski. felephen: Norden 1141 a.281 Vorverkauf auch im Pavillon d. Reinhardtbühnen, Kurfürstendamm, 8 Uhr Schneider Wibbels Auferstehung Henckels, Grodfczinski. Saltenbar- Bühnen Dis. Künstler- Th. 8 Uhr Ecke Uhlandstraße Die Herzogin Bismarck 448 u. 449. von Chicago Deutsches Theater er. Emmerich Kalman Norden 12 310 8U., Ende nach 10% Zum 50. Male: Lessing- Taeater 8 Uhr Konzert- Tanz- Varieté. Die Verbrecher Sünden der lagend Gr. Programm! Karl Braun Ernst Walter. Uhr CASINO- THEATER 3.Uhr Lothringer Straße 37. Der neue Posse- Schlager! August, die Kanone! Dazu ein erstklassiger bunter Tell. 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Bitte, überzeugen Sie sich. Kaiser- Wilhelm- Straße 24. 1 Tr. Reichskonferenz des Personals im ZDA. Freita 2330 Ein Am 9. Dezember tagte im Erholungsheim Bad Fin mühle die Reichskonferenz des Personals der Wohlfahrts im 36A. Der Reichsfachgruppenleiter Otto Hausherr stattete den Bericht über die Tätigkeit der Reichsfachgruppenle Er fonnte über erfreuliche Fortschritte in der Bewegung dam teilung machen und schilderte im einzelnen die Arbeit des Ze verbandes der Angestellten für diese Gruppe. Bon den aus allen Gauen erschienenen Vertretern wurden gehende Darlegungen über die Organisation der Wohlfahrt m andere Antiagen abchen ihre Funktionen und die Tätigkeit des bis dahin beschäftigten Gett flief Der tinen gai Der Quel fonals gegeben. Sie erstreckten sich auf alle Zweige der Wohli pflege, im besonderen Arbeitsfürsorge, Gefährdetenfürforge, pflege und fürsorge, Gesundheitsfürsorge, Gefangenenfür foziale Gerichtshilfe, Wirtschaftsfürsorge, Kriegsbeschädigten acht unt ettin eri Kriegshinterbliebenenfürsorge. In einem gehaltvollen Vortrag sprach die Kollegin Marta eralfons Prochownif über die Bedeutung der Wohlfahrtspflege füines Bui deutsche Volkswirtschaft. Gehalt D erteilen; In Entschließungen nahm die Tagung Steffung zu der und Fortbildungs- und zur Organisationsfrage. Für die Orts Diefer S Fortbildung wird eine Erleichterung und loyale Durchführung ädchen vorhandenen Borschrifien gefordert, wie sie in den deutschen Quelle de dern faft allgemein bestehen. Die Konferenz befoleß, die Orur des fation des Personals in der Wohlfahrtspflege weiter wie bishranimo Zentralverband der Angestellten zu fördern. Feuer in Neukölln. ahrh Feind be at, wofü igefpro Beispiel 1 Mit der Bekämpfung eines gefährlichen Feuers war Feuerwehr heute früh auf dem Neuköllner Güterbahn beschäftigt. Ein zu Burcauzwecken dienender alter Person magen mar furz nach 7 Uhr aus unbekannter Ursache in B geraten. Die Flammen sprangen auf mehrere Bretter sta über, so daß die Behr Mühe hatte, das Feuer auf seinen Herd beschränken. Nach halbstündiger Tätigkeit war die Gefahr beje as burd der B er fei Broßmal rüftet, lomm, 2 anzi Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und ädchen aegend.( Nachdruck verboten.) Ziemlich trube, mit Reigung dchen, Niederschlägen, Temperaturen nahe bei Null, Ostwinde. Deutschland: Im Süden und Südosten weitverbreitete Niederschjuls ft im übrigen Reiche ziemlich trübe, aber nur im Nordosten stärks diref beim Frost. Berantwortlich für die Rebaltion: Eugen Brager, Berlin: Anzeigen: th. 6 Berlin. Berlag: Borwärts Berlag 6 m. b. S.. Berlin. 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So oft ich später aus Deutschland nach �en zuruekkom galt mein erster Weg ihm. und stets hat er mich u>u der gleichen Wärme und lherzlichkeil empfangen und sich von mir »Uisuhrlich über die deutsche Bruderpanei berichten laflen. Und pj /Zr* S'fasU'i/Co ,�tv- d J?—*—»t- August Bebel»n Luise KautsVy. welch«« Zuhörer Viktor Adler war, das weiß jeder, der das Glück bitte, in näheren Verkehr mit ihm treten zu dürfen. Di« zweite große Gestalt aus der Partei, die mir entgegentrat. war August Bebel. � Schon in meiner Kindheit hatte ich seine» Namen im elterlichen Ü�use nennen hören, wo man allerdings nur mst Abscheu von ihm Iprach, atz von einem Sitten- und Zügellosen, der die frei« Liebe wedigte, die. Ehe abschassen, die Frauen von Herd und Haus weg in Politik locken wolle, und der sogar imstande gewesen. 1870 sein Saterland zu verraten.'. Wie also sollte ich mir diesen dämnniichen Volksveriührer vor. stellen? Nicht ohne Bangen sah ich ihm entgegen, al» er sich al» ®aft in meiner neugegründeten Häuslichkeit in Stuttgart ankündigte, wo er ein« Versammlung abzuhalten hatte. « Ich weiß noch, wie mir das Herz klopfte, als Bebel feine klaren, durchdringenden Augen forschend aus mir ruhen ließ. Weiß aber ouch noch, wie rasch dieses Gefühl der Bangigkeit schwand, kaum baß er das Wort an mich gerichtet halte. Neben der Güte und einfachen Natürlichkeit muß es der tief« sittliche Ernst, die unbeirrbare Wahrhaftigkeit und die inner« Reinheit gewesen sein, die von seinem Wesen ausstrahlte, die aus den einzelnen Gesinnungsgenossen wie aus die weitesten Nolkskreis« und selbst auf seine zahlreichen politischen Gegner, also auf Freund und Feind gleich Mächtig wirkten. Man fühlte genau, daß bei aller Zartheit, oller freundlichen Liebenswürdigkeit, mit der er gleichmäßig jedermann begegnet«, ein �ern von unbeugsamer Kraft und Energie in diesem Mann« steckt«. 55ie groß sein persönlicher Mut. wie unerschürterlich dies« Energie war. das hat er in seinem Leben oft zu beweisen Gelegenheit gehabt. '�ur Zeit des grausamen Sozialistengeseßes. wo jeder Sozialdemokrat ilreiwild war, so daß viele von der Partei abfielen, hat er nie den �opi verloren und allen Verfolgungen mutig getrotzt. Wiederholte ?isängnisstrasen und langdauernde Festungshaft haben den körper» üch zwar Zarten, aber geistig Unbeugsamen nicht zu brechen vermocht. Bei jener ersten Begegnung schon freundeten wir uns an und b'ese innige Freundschaft hat bis zu seinem Tode angedauert. Sobald wir m Berlin wohnten, kam er fast allsonntäglich zu uns und nach f'Nem gemeinsamen weiten Spaziergang verbracht« er den Abend unserem Kreise. War er einmal verhindert, so meldete er sich gewissenhaft und weist in launiger Form ab. Dem scharfen Kämpen saß überhaupt hie und da der Schalk im Zacken, dafür legt die abgedruckte Karte Zeugnis ab. Unser ganzes Haus, vom Patersamilias angefangen bis zum ftingsien. war ihm in liebevollster Freundschaft zugetan, und er iahlie unsere Zuneigung mit gleicher Münze heim. So schrieb er �ll ans Zürich:„Den ersten Brief im neuen Jahr erhallen Sie, �ebe Freundin Luise.. Und im März 1918:„ß. L.l Sie schreiben mir da einen Oster. �ief, daß mir altem Kerl beinah« das Wasser in die Augen getreten '""'rc,.' Sogar ein Gedicht Hot der Einundsiebzigjährige mir einmal ge- -widmet, als ich ihm durch einen unserer Iungens ein Körbchen frischer Abbeeren an die»ahn schickte. Er schrieb mir zuerst kurz aus ««klar:„Liebe Frau Luise! Erdbeeren trafen sehr überraschend «>n kamen aber sehr angenehm, haben mich zu einer Dichtung be« Visiert, die ich Ihnen eventuell mal zeige...* Man wird begreisen, daß ich auf die„Dichtung'. gespannt war. und wirklich überreicht««r Ii« mir nach seiner Rückkehr mit einer Miene von Verschämtheit, die dem silberhaarigen Siebziger rührend wirkte. Am 13. August 1913 schloß August Bebel die Augen für immer. war schon dahingegangen, als noch ein liebevoller Gruß von ihm w» uns eintraf, datiert aus Passugg vom IS. August. Der Tod hatte « gu, mit ihm gemeint. Im Schlaf Halle er ihn überrascht und dem Spieren Kämpfer war ein friedliches Ende beschieden gewesen. » . In die Zell meines Stuttgarter Aufenthalls fällt noch manche Begegnung mst Heroorragenden Parteigenossen. In ständigem Der- Uhr war ich dort mit Heinrich Dietz. dem verdienstvollen Verleger sozialistischer Literatur, der bis heute keinen würdigen Nachfolger in unserer Partei gefunden hat. Er war ein ausgezeichneter Fachmann auf seinem Gebiet, hatte jahrelang als Setzer in Rußland gearbeitet und erzählte voll Srolz, daß Tschernischewsky selbst seine Arbeit gelobt und geriihmi Halle. Den allen Wllhelm Liebknecht durften wir dort als unseren Gast begrüßen, den Mann, der ein Stück Freiheitsgeschichte in seiner Person verkörperte und der so fein und geistreich zu plaudern wußte w«e ein Franzose Georg von Vollmar war bei uns. der„ungekrönte König von Bayern' dessen mächtige Gestalt, obgleich im Feldzug 1879/71 schwer beschädigt, immer noch imposam wirkte, und Ignaz Auer, der Mann mit der scharfen Zunge und dem weichen Herzen, das nur für die Partei und ihre Einheft schlug, und der buchstäblich Qualen litr, wenn alte Genossen untereinander sich bekämpften, mochten sie nun Lässalleaner und E'senacher oder Radikale und Revisionisten heißen, 1892 unternahm ich mit meinem Mann einen Ausflug nach Zürich, um seine dortigen Freunde kennenzulernen, mft denen ihn die schönsten Erinnerungen an die Ansänge der Bewegung verband, vor allem Eduard Bernstein und Paul Axelrod. Zwischen. Kautsky und Bernstein herrschte damals noch vollst« Ideengemeinschaft. Erst etwa ein Jahrzehnt später stellten sich tief- gehende theoretische Differenzen zwischen den beiden ein: zu jener Zeit ober trübt« kein Schatten unseren freundschaftlichen Berkehr. Der witzige immer gutgelaunte Ede, in dessen Person mir zum ersten Male ein echter Berliner entgegentrat, wurde mir bald ei» ebenso vertäuter Freund, wie er meinem Manne einer war. Und allen Stürmen, die daran rüttelten, zum Trotz, hat die damals ge- schlostene Freundschaft sich im Lause der Jahrzehnte immer noch mehr gefestigt. Jüngere Parteigenossen, die vom Leben und Wirken Bernsteins nichts wissen, sollten sein kürzlich im Bücherkreis erschienenes Buch „Sozialistische Lehrjahre' lesen: sie werden daraus nicht nur ein großes Stück Parteigeschichte, sondern in dem greisen Autor einen der liebenswertesten, bescheidensten und verdientesten Porteigenossen kennenlernen. Ganz anders, als die Begegnung mft Ed«, wirkte das Bekannt« werden ml, Paul Axelrvd. Sein Haus in Zürich war der Sammel- punkt der dortigen großen russischen sozialistischen Kolonie. Zum ersten Male erfuhr ich dort am eigenen Leibe, was ich bisher nur aus der russischen Literatur gekannt hatte: echte russische Gast» freundschoft.(Fortsetzung folgt.» Das Sicherheitsproblem in der Fliegerei, 3n Anbetracht der bevorstehenden Etatberakungen lm Reichstag, in denen auch die Reichssubventionen für die Fliegerei behandelt werden, sind die solgendcn Ausführungen sicher von Interesse. Der Vorsitzende des haushaUsausscknisses des Reichstags, der sozialdemokratische Abgeordnete Hugo Heimann. hat. im„Vorwärts' schon früher daraus hingewiesen, wie wichtig das Sicherheit». Problem in der Fliegerei ist. Das Sicherheitsproblem ist bei allen Verkehrsmitteln von allergrößter Bedeutung. Darum ist'es sehr bedauerlich, wenn sich Fachleute des Luftverkehrs gefunden haben, die da meinen, daß durch das Voranstellen der Sicherheit die Entwicklung in der Flie- gerei gehemmt werden kimirte. Dabei.darf mmt sagen: Je größer die Sicherheit, um so größer die Aussichten für die Entwicklung der Fliegerei. Wenn in der Fliegerei von heute alle die technischen Errungenschaften angewandt werden, die bereits vorhanden sind, so ist m der Fliegerei jetzt schon ein Höchstmoh von Sicherheit zu er. keichen. Wenn serner darauf geachtet wird, daß die Flugzeug- Vogelschutz im Winter. Nach den Ausführungen von Berlepsch, staatliche Vogelschutz- station Schloß Seebach i. Th., in seinem Buch„Der gesamte Vogel- schütz' erwächst unseren überwinternden Singvögeln durch das mild» tätige Füttern der Menschen eine große Gefahr. Das Futter an unzureichenden Fullerstellen, also auf Ballonen, in falschen Füller- Häuschen usw. wird den Vögeln meist dann nicht zugänglich, wenn sie es am nötigsten brauchen, d. h-, wenn es durch Schnee oerweht wird, durch Regen und darauf folgenden Frost durchnäßt und ge froren wird. Die Vögel müssen, an die Fullerstellen gewöhnt, dann unbedingt zugrunde gehen. Unser Bild zeigt ein Fullerhäuschsn, das diesen Fehler vermeidet. Man sieht es schon vielsach in öffent- lichen Parkanlagen ausgestellt. Das Fullerbrell befindet sich unter einem schützenden Regendach in gleicher Höhe mit den ringsum ab- schließenden Glaswänden, so daß kein Regen und Schnee von ob«n und an den Seiten dazu gelangen kann, auch kann es nicht vom Wind verweht werden. Der Vogel fliegt das Füller von unten an. Ll» Lockmittel dient das Futter auf dem unteren Brett. führ er, die auch nur Menschen sind, nicht durch rücksichtslose Ausnutzung chrer Arbeitskraft in ihrer Spannkraft nachlassen müssen, die sie für ihren sehr schweren Beruf unter allen Umständen brauchen. so ist ein weiterer Faktor der Sicherheit vorhanden, dem die größte Beachtung zu schenken ist. Leider hört man des öfteren, daß auch mit der Arbeitskraft der Flugzeugführer Raubbau getrieben wird, und es ist nicht besonders glücklich, daß sich die Höhe ihrer Bezüge noch den.Flugkilometern' richtet. Wir haben ja schon er- leben müssen, wozu es führt, wenn Lokomotivführer über- mäßig lange auf der Masästne stehen und ermüden müssen! Die heutige Flugzeugindustrie ist in der Lage, bei dem Bau von Ftugzeugen das best« Material zu verwenden. Auf alle Fälla ist<- zu haben, so daß ein Materialschaden nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen sein könnt«. Allerdings weiß man nicht, ob der Flugzeugbau schon heute nach dem Grundsatz arbeitet: Bestes Material, beste Sicherheit! Aber es müßt« noch diesem Grundsatz gearbeitet werden. Das Reich kann für feine Subventionen wirtlich das Beste verlangen. Wenn ein« offiziell« M ä t« ri a l k o n t r o l l e i m Flugzeugbau ein- geführt werden könnt«, so würde das ebenfalls nur im Interesse her Sicherheit liegen. Während des Krieges stand dem Flugzeugbau allerdings nicht das beste Material zur Verfügung und es hat sich gerade hier ge» zeigt, welche Folgen eintreten können, wenn nicht genügend gutes Material verwendet wird. Besonders während der letzten beiden Kriegsjahve, in denen der Mangel an gutem Material sich immer mehr bemerkbar macht«, waren bei der Ausbildung von Flugzeugführern und auch bei Flügen erprobter Flieger, Abstürze und Un- fälle zu ve.rzeichnen, die bestimmt auf das schlechte Material zurückzuführen waren. Manche Brüche in der Lust manche Zerreißungen mangelhafter Spanndrähte, manche schlechte Trogflächenbespannung, ja, selbst schlecht geleimtes Sperrholz verursachten den Tod vieler zuverlässi- ger Flugschüler und Flugzeugführer. Aus diesen Erfahrungen der Äriegsfliegerei muß d!« Friedensfliegerei unbedingt lernen. Heute kann man ja wieder das beste Material für den Flugzeugbau verwenden, und es muß die dringende Forderung erhoben werden, dnß dies auch tatsächlich geschieht. Die Güte des Materiols, des Benzins und Oeles stehen bei der Frag« der Sicherheit im Flugverkehr mit an erster Stell«. Wenn man auch nicht sogen kann, daß diese Dinge in unserer Lustfahrt .vernachlässigt werden, so würde es bestimmt der Erhöhung des Sicherheitsgefühls dienen, wenn den Flugzeugführern selbst durch vielleicht von ihnen zu bestimmenden Vertretern das Recht einge- räumt würde, die erforderliche Materialkontrolli: durchzuführen. Heute ist der Flugzeugführer zwar berechtigt, die neuen Flugzeuge einzufliegen und abzunehmen, er ist aber nicht in der Lage, eine ernsthafte Kontrolle auszuüben. Diese Kontrolle könnte ausgeübt werden, ohne daß die Entwicklung der Fliegerei und der Bau von Flugzeugen irgendwie gehemmt zu werden brauchte. Auch in der Flugzeugindustrie wird nach k a p i t a l i st i» sch« n Grundsätzen gearbeitet und man hat durchaus nicht die Ge- währ, daß nicht auch hier der Profit und nicht die Sicherheit an er st er Stelle steht. Der Flugzeugführer hat einen äußerst anstrengenden Dienst und van dem geistigen und körperlichen Befund eines Fliegers, von seiner Spannkrast und Energie hängt der gute Verlauf eines Fluges mehr ab, als der Laie anzunehmen geneigt ist. Darum ist es erforderlich. daß durch ein« ausreichende materielle Sicherstellung der F'ugzeug- führer auch die b e st e n Kräfte für die Fliegersache interessiert werden. Was die Frage der Bezahlung der Flugzeugführer an- betrifft, so waren lsider bis in die letzte Zell Klagen zu hören. Hier dürste eigentlich nicht gespart werden, und betrachtet man noch das Gefährenmoment, dos der Flugzeugführerberuf mit sich bringt, so müßte die Bezahlung bei der großen Verantwortung, die die Führer gegenüber Menschen und Maschinen haben, viel besser sein. Welche Bedeutung selbst das Milltär diesen Fragen beigelegt hat. geht daraus hervor, daß der Fiskus jedem Flugschüler und Flugzeugführer eine Gefahrenzu'age von fünf Mark pro Tag während des Krieges zahlt«. Wenn die zuständigen Stellen aus den Erfahrungen der Kriegs- fliegerei lernen, dann wird die Sicherheit im allgemeinen stark er- höht werden können. Es muß möglich sein, die Fliegerei im In- teresse des Friedens ohne große Opfer wefter zu entwickeln. Die besten Flugzeugführer und das best« Material sind hierzu die besten Doraussetzungtn.; v J. M. Die Blaty and Hand ROMAN VON EDGAR WALLACE INS DEUTSCHE ÜBERTRAGEN VON ( 21. Fortseßung.) Ihre Freundin hat doch den Schlüssel zu Ihrer Wohnung, weil sie fein eigenes Telephon hat? Haben Sie das nicht vorhin gefagt?" Er antwortete nichts mehr. Ich habe niemals gedacht, daß Sie mich belügen fönnten." Er stand oben auf dem Bodeft und schaute ihr verzweifelt nach. Staum war er wieder in sein 3immer und hatte sich in den großen Seffel geworfen, als Lady Mary eintrat. „ Es tut mir so leid," sagte fie, ich hatte teine Ahnung, daß fie hier sein würde." ,, Das macht nichts," erwiderte Jim mit einem schwachen Lächeln. Ich bin nur in furchtbare Verlegenheit gekommen, denn ich mußte ihr etwas vorlügen und sie erkannte es. Ihr scheußliches Telephon hat mich verraten, Lady Mary." „ Sie haben sich sehr unflug benommen." Warum sind Sie denn nicht geblieben? Durch Ihr sofortiges Berschwinden sah die Sache so sonderbar aus." Aus verschiedenen Gründen fonnte ich nicht bleiben. Erinnern Sie sich, Jim, daß ich Nachforschungen nach Eunice Weldon an stellte, ganz ähnlich wie Sie?" Im Augenblick interessierte sich Jim aber durchaus nicht dafür, wer Eunices Eltern waren. „ Sie sollte doch in Rondebosch geboren sein?" Jawohl," sagte er gleichgültig.„ Sie hat mir das auch selbst gefagt." Lady Mary reichte ihm ein Telegramm über den Tisch. Er nahm es auf und las: Eunice May Weldon starb in Kapstadt im Alter von zwölf Monaten und drei Tagen und liegt auf dem Kirchhof in Rosebank begraben, Grab Nr. 7963." 25. Jim las das Telegramm noch einmal durch. Er fonnte faum feinen Augen trauen oder den Sinn erfassen. ,, Sie ist im Alter von zwölf Monaten begraben morben?" sagte er ungläubig. Das ist doch unmöglich, sie ist doch hier und lebt! Außerdem habe ich neulich jemand fennengelernt, ber die Weldon unten in Südafrita getroffen hat und sich noch sehr gut an Eunice erinnern fann, die damals noch ein Kind war. Ein Fall von Rintesunterschiebung fann hier doch nicht vorliegen." ,, Die Sache ist ganz rätselhaft," erwiderte Lady Mary sanft, als fie das Telegramm wieder in ihre Handtasche steckte. Aber ich möchte nur erwähnen, daß der Mann, der mir dieses Telegramm fandte, einer der vertrauenswürdigsten Detektive in Südafrika ist." Jims Gedanken wirbelten durcheinander. Eunice Weldon wurde geboren, Eunice Weldon starb, und doch lebte Eunice Weldon im Augenblic und war frisch und munter, obgleich fie gerade jetzt wünschte, lieber tot zu sein. Jim stüßte den Ellenbogen, auf den Tisch und legte das Kinn in die Hand. Ich muß gestehen, daß ich jetzt vollkommen verwirrt bin. Dann muß man wohl annehmen, daß die Eltern nach dem Tode ihrer eigenen Tochter ein anderes Kind angenommen haben, und zwar Eunice. Die Frage ist nur, woher fie tam. Ihr selbst ist nichts Don einer Adoption befannt." ,, Ich habe bereits an meinen Agenten in diesem Sinne gefabelt und ihm den Auftrag gegeben, über eine eventuelle Adoption zu berichten. Durch die letzten Ereignisse gewinnt die alte Annahme wieder an Glaubwürdigkeit." Er sah sie an. " Sie meinen, daß Eunice Ihre Tochter sein fönnte?" Sie nidte langfam. „ Aber von der Narbe an ihrer Hand wissen Sie nichts?" Das fann ja später paffiert sein nachdem ich sie aus den Augen verlor," Wollen Sie mir nicht erklären, Lady Mary, wann Sie sich von Ihrer Tochter trennten?" Nein, noch nicht." RAVI RAVENDRO Sicher hätte Mrs. Groat das ganze Geheimnis aufklären fönnen, aber jeder Bersuch, den er gemacht hatte, Einzelheiten über ihr Borleben zu erfahren, war vergeblich gewesen. Entweder wußten die Leute, die sie früher gefannt hatten, nichts davon, oder sie wollten nichts darüber aussagen. Es war wenig Aussicht vorhanden, Mr. Septimus Salter noch im Bureau zu treffen und so ging Jim zu seiner Garage, wo er feinen fleinen Wagen untergestellt hatte, und fuhr nach Chislehurst, wo Mr. Salter wohnte. Der alte Herr war allein zu Hause und Jim wurde liebens. würdiger empfangen, als er erwartet hatte. " Sie bleiben natürlich zum Abendessen bei mir," sagte der Rechtsanwalt. Danion nichts von ihren Fehltritten mußte, sonst hätte er ihr feinen Pfennig hinterlassen. Er war in diesem Puntt ebenso unbeugjam, wie die anderen Dantons. Aber sein Bater hat ihm offenbar nichts davon mitgeteilt. Eine merkwürdige Sache, wirklich sehr mert würdig!" Er schüttelte den grauen Kopf. Was wollen Sie denn nun weiter tun?" " „ Ich werde nach Sommerset gehen, um Mrs. Weatherwale aufzusuchen, vielleicht fann ich durch eine Unterhaltung mit ihr neue Tatsachen herausbekommen." 26. Jim war noch schläfrig und wenig zuversichtlich, als der Beder am nächsten Morgen um sechs Uhr rasselte. Aber als er erst au gestanden war und daran dachte, welche neue Ueberraschungen und Enthüllungen der Tag bringen fönnte, freute er sich auf seine kleine Reise. Er nahm den Personenzug, der um sieben Uhr von Paddington abfuhr, und erreichte die nächste Station, von wo aus er Mrs. Weatherwales Wohnung aufsuchen konnte, furz nach neun. Er hatte noch nicht gefrühstückt und ging deshalb in das Gaft haus des Ortes. m gu al fir De an an ja an ( He fif be 117 Ne Es war ihm, als ob er schon in eine ganz andere Welt läm E Die Bäume erschienen ihm grüner und das frische Gras der Wiesen leuchtete lebhaft. In dem blauen Himmel über ihm jubilierte eine Lerche. Ihre Triller und Kadenzen wurden von der Erde aus be antwortet. Eine Herde von Schafen begegnete ihm auf der Land straße. Sein Weg führte ihn über eine alte, verfallene Brücke. Et machte Halt, fetzte sich auf das alte Steingeländer und schaute in den schnellströmenden Fluß, der schäumend und gurgefnd über die Steine dahineilte. Nach einer Weile ging er wieder weiter. ite un fu im Aber M ne Hill Farm war ein fleines Bauerngut, auf dem hauptsächlich Gemüse gezogen wurde. Als Jim sich erkundigte, erfuhr er, daß die Mr. Weatherwale schon vor zwölf Jahren gestorben war. die Frau hatte einen Sohn, der ihr bei der Bewirtschaftung des Gütchens half. Alles das hörte Jim in dem fleinen Gasthaus des ber Ortes. Bi ite Jim fand Mrs. Weatherwale beim Buttern. ,, Nein, ich danke Ihnen. Ich bin in großer Eile. Ich wollte Sie mur fragen, ob Sie Mrs. Weatherwale fennen?" Der Rechtsanwalt runzelte die Stirn. „ Weatherwale Weatherwale? Ja, ich kann mich auf den Namen befinnen, sie wird in dem Testament von Mrs. Groat erwähnt. Ich glaube, sie hat ihr ein Legat von mehreren hundertschieden, als er den 3med seines Besuches erwähnte. Ich werde in Pfund vermacht. Der Vater war ein alter Bächter der Dantons." Ja, das ist die Frau," sagte Jim und erzählte seinem Chef alles, was er von dem verunglückten Besuch Mrs. Beatherwales erfahren hatte. " Das zeigt nur," sagte Mr. Salter, daß die schrecklichen Geheimnisse, die wir Rechtsanwälte in den tiefsten Tefen der Aftenschränke und in Stahlkammern gesichert glauben, allgemein bekannt find. Also nun hören Sie, Jim. Estremeda ist natürlich der fpa nische Gesandtschaftsattaché, der im Hause des Dantons ein und aus ging, als Jane noch ein schönes Mädchen war. Er ist der Vater Digby Groats, feine Mutter war leidenschaftlich in den Spanier verliebt. Ich wußte schon längst, daß sie in irgendeinen Standal verwickelt war, aber jetzt sehe ich ganz genau, warum ihr Vater niemals mehr mit ihr gesprochen hat und warum er sie ent. erbie. Troßdem bin ich aber sicher, daß ihr Bruder Jonathan Ich möchte nicht über Jane Groat sprechen," sagte sie ent ihrem Sohne niemals die Beleidigung vergeben, die er mir zugefügt Ho hat. Es ist doch keine Kleinigkeit für mich ich habe alles liegen Da und stehen lassen und extra eine Frau angenommen, die meine 2 jaa beit tun und meinem Sohn während meiner Abwesenheit die Wir schaft hier führen sollte. Und schließlich hat doch die Fahrt nach London etwas gekostet-" Ha Fi hat „ Das tann doch aber alles wieder in Ordnung gebracht werden, fagte Jim lachend. Mr. Digby Groat mird Ihnen das sicher alles pur ersetzen." sind " " Sind Sie ein Freund von ihm?" fragte fie. Wenn Sie das ,, Nein, ich bin nicht sein Freund," erflärte Jim. Im Gegen teil, ich fann ihn ebensowenig leiden wie Sie." ,, Das ist nicht recht möglich, denn ich würde lieber noch dem Teufel begegnen, als diesem gelbgesichtigen Affen."( Forts. folgt.) WAS DER TAG BRINGT. Lieber ,, Abend"! uns wird geschrieben: unterrichts in den Schulen: Mein 13jähriger Neffe tommt oft zu meiner Frau, um ihr fleine Gänge abzunehmen. Am 6. Dezember fam er wieder zu uns. Reffe: Tante, hast du wat einzuholen? " fchrieben, ich wurde am 4. Februar 1902 zu Detroi: in Michigan geboren". Daraus hatte der phantafievolle Berleger folgende pathe Ein fleines Beispiel von der Zweckmäßigteit des Religions. tifche Einleitung gemacht: Mehrere Städte ftreiten sich um die Ehre, sich meine Vaterstadt nennen zu dürfen. Um Detroit aber Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, muß ich bekennen, daß diefe Stadt das erste Anrecht hat, mich ihren Sohn zu nennen. Ich habe in Wahrheit vier Wochen lang in Detroit gelebt, als meine Eltern mit mir nach Little Fall übersiedelten. Deshalb hätte Little Fall eigentlich ein Recht, zu behaupten, daß Detroit nur formell als meine Baterstadt gelten dürfe, und daß meine Wiege tatsächlich in Minnesota stand." Lindbergh strich in der Korrektur mit dem Blaustift diese weitläufige Bräambel durch und stellte am Rand des Korrekturbogens die ursprüngliche Faffung wieder her. Tante: Nein, heute nicht. Neffe: Aber übermorjen tomm' id jans frieh, da ham wa frei. Tante: So, weshalb denn? Reffe: Da ham de Kathol'schen Feiertag. Tante: Was ist denn für' n Feiertag? Neffe: Maria ist in't Jefängnis. Tante:??????? Reffe: Na ja, unja Lehra hat's doch jejacht. Tante: Was hat euer Lehrer gefagt? Meffe: Det Maria in't Jefängnis is. Meine Frau überzeugt sich am Kalender, daß am 8. Dezember von den Katholiken Maria Empfängnis gefeiert wird... Lieber ,, Vorwärts"! Ein alter treuer Abonnent schrieb uns am Sonnabend ,, mit Fehlergruß": Du entrüftest Dich in der heutigen Morgenausgabe darüber, daß die Zentrumsleute erbost sind, weil sie statt einer Herde" eine Horde" genannt wurden. Es war ein Druckfehler, sagst Du. Na weeßte! Dann ist es wohl auch ein Druckfehler, was in der Freitagmorgenausgabe auf der zweiten Seite unter der Ueberschrift Abkommen Hamburg- Preußen" zu lesen war? Der legte Saz im dritten Abschnitt lautet dort: Preußen ist bereit, für die von Hamburg gewünschte Erweiterung des Spreehafens auf preußischem Gebiet jede mög liche Unterstügung zu gewähren." Wirklich? Mir bleibt die Spucke weg. Aber vielleicht tönnen Sie mir eine andere Frage beant. Ueberschrift Abkommen Hamburg- Preußen" zu lesen war? Der worten. Kennen Sie Mrs. Groat?" Ja." Rennen Sie auch eine Mrs. Weathermale?" Lady Mary sah ihn mit großen Augen an. Ja, ich kenne sie. Sie war eine Farmerstochter, die Jane jehr zugetan war, eine liebenswürdige und nette Frau, ich habe mich oft darüber gewundert, wie Jane zu diefer Freundschaft fam." Jim erzählte ihr, was er von den letzten Borgängen in der Familie Groat erfahren hatte. Wir wollen unsere Karten soweit als möglich aufdecken," sagte jie schließlich.„ Glauben Sie, daß Jane Groat irgendwie an dem Berschwinden meiner Tochter mitverantwortlich ist?" Offengestanden, ja," erwiderte Jim. Und wie denten Sie darüber?" Ich war früher auch dieser Ansicht. Aber nach den Nachfor. schungen, die ich anstellte, hat sie nichts damit zu tun. Sie hat zwar einen sehr bösen Charakter und ist niederträchtiger und ge. meiner als irgendeine Frau, die ich sonst fennenlernte, aber sie war doch nicht so schlecht, daß sie an dem Geschid meiner fleinen Tochter Dorothy schuld ist." Können Sie mir nicht noch mehr über sie erzählen?" Sie schüttelte den Kopf. „ Aber vielleicht tönnten Sie mir doch eine Aufklärung geben, e meine Nachforschungen erleichtert?" Bis jetzt fann ich nichts weiter fagen," entgegnete sie leise, erhob sich und verließ das Zimmer, ohne sich zu verabschieden. Jim war wieder ganz bei der Sache. Das neue Telegramm aus Südafrika zeigte ihm die ganze Frage in einem anderen Licht und das Zerwürfnis mit Eunice mar im Vergleich damit vollständig hedeutungslos. Wenn sie nun doch Laby Marns Tochter wäre! Er atmete schwer bei dem Gedanten an die Konsequenzen dieser Möglichkeit, obwohl er sie schon überlegt hatte. | Brautraub in Jugoslawien. " Dragomir Filipopowitsch wirbt um Milfa Jowanowitsch. Ihre Eltern wollen nichts davon hören. Da Jammelt eines Nachts Drago mir seine Freunde, entführt seine Braut und bringt sie in das Nachbarsdorf, wo alles zur Hochzeit bereitsteht. Der wutentbrannte Brautvater schlägt Alarm und stürmt init Hilfe seiner Dorfgenossen das Haus des Bräutigams. Es tommt zu einem wütenden Kampf. Der Bruder der Braut wird getötet, sechs Bersonen werden verwundet, der Bräutigam flüchtet unter Mitnahme seiner Braut. Erst als die Bolizei den Brauträuber verhaftete, fehrte der Vater mit seinen Dorfgenossen nach Hause zurück. Goldschätze. Die Sowjetregierung hat vor furzem in Sibirien nach Angaben des früheren Goldhändlers Iwaniẞfi etwa 200 Pfund Gold aus einem geheimen Bersted hervorgeholt. Die Riften mit den Goldbarren waren vor 10 Jahren in die Erde vergraben worden. Imanisti soll sich für das Gold 100 000 Rubel haben bezahlen laffen. Wer weiß, wieviele denartige Golbschätze noch immer in Rußland verftedt gehalten werden! Der bescheidene Lindbergh. Der Bericht über seinen Ozeanflug, den Lindbergh veröffent lidhte, mar ohne Wissen des Autors non seinem Verleger in einer Weise geändert worden, die ganz und gar nicht dem Geschmack des Fliegers entsprach. So hatte Lindbergh gleich im Anfang ge Der Blinde als zwölffacher Musiker. Re 1. ein na die mä fo mo tra ipi ipr Ho 902 gar ber Ru Lid es dri teil Enc üb 23 Sd Lit In San Franzisko erregt ein Blinder Aufsehen, ber 12 per schiedene Musikinstrumente fast virtuos beherrscht! Unter anderem [ pielt er Xylophon mit je brei Hämmern in jeder Hand. Mr. Tomp so heißt der Blinde ernährt mit seiner Musit seine Fra und feine beiden Kinder. fon Weiße Indianer. Der in Blumenau( Brasilien) erscheinende ,, Urwalds- Bpte" be richtet über das Auftauchen weißer Indianer im Gebiet des Toca tins, cines Nebenflusses des Amazonenftromes. Diese weißen 3r dianer sollen verschiedene Ansiedler überfallen und ausgeraub 2. haben, ohne jedoch weitere Untaten zu begehen. Es ist eine groß die zügige Aktion zur Erforschung dieses bisher unbekannten Bolts Re stammes geplant. Hoffentlich gehen die weißen Indianer an de nij Segnungen der Kultur, die ihnen durch die Expedition doch fiche thi auch gebracht werden soll, nicht ebenso zugrunde, wie ihre rote be Brüder in Nordamerika. Lohnende Polizeiposten. ni laj Wie aus Detroit( Vereinigte Staaten) gemeldet wird, fin A dort 14 Bolizeibeamte, die den Patrouillendienst an der fanadipi amerikanischen Küste versahen und den Schnapsschmuggel verhinte sollten, verhaftet worden. Sie haben im verflossenen Jahre in Ei gesamt 2 000 000 Dollar als Beſtedyangspelter für Duldung t Schnapsschmuggels erhalten. Sechs der Berhaiteten haben ein um Ti fassendes Geständnis abgelegt und zugegeben, daß auf jeden p Po trouillenbeamten monatlich etwa 1700 Dollar entfielen. Da in nö gesamt 109 Polizeibeamte an der Bestechungsangelegenheit betcili de sind, haben die Schnapsschmuggler monatlich rund 170 000 De Gu an Schmiergeldern bezahlt. Es gab sogar cine fefte Tage für Duldung des Schmuggels: für jeden Kasten Bier waren 23 Cent all für jeden Kasten Liför 1 Dollar zu zahlen. In manchen Fälle tü einigte man sich auch auf eine Pauschale von 500 Dollar für ein fü ganze Nacht, in der über die Gren: gebracht werden durfte, wo nur zur Verfügung stand an Schmuggelschnaps. Auch höhere fei amie fallen in diese Angelegenheit verwickeit fein. bo Abfindung. Am Schalter des Nordbahnhofs in Bien verlangt em manur nordöstlichen Tonfolls eine Karte auf Krafem". Auf Krafem, jagt der Beamte, hab ich nicht. No was denn haben Sie? D Rach Kratau tönnen Sie friegen. Mit einem Seufzer fagt der vielgeprüfte Dulder: Geben S mir nach Krater werd ich das Stück zurückgeh'n." ribe. p nen am chts ert enn Dale eder auj und eine ton Mrs. Baft ime efen eine be ind Et Stützpunkte des Arbeiterwintersports. 3 39 Set.( Beliebig): 1. Bisnewstn 1 min. 20,2 Gef.; 2. Frant 1 Min. 20,3 Set. Männer Lagen stafette, 4X100 Meter: 1. Renton 5 Min. Min. 22 Get.; 3. Lichtenberg 5 Min. 19,4 Get.; 2. Sellas 46 Gel. Schülerschwimmen 50 Meter( intern): a) Mädchen( beliebig): 1. H. Segert 1 Min. 2,3 Get.; 2. Schönegge 1 Min. 5,3 Set. b) Knaben( Brust): 1. Sinkelmann 50 Get.; 2. Ruhnert 51 Sek, Männliches Jugendschwimmen, beliebig( intern). a) 50 Meter: 1. Gechehen 38 Gef.; 2, Buchler 39 Get. b) 100 Wteter: 1. Tohle 1 Min. 17,2 Get.; 2. Carste 1 Min. 20,1 Set. Weibliche Jugend- Bruststafette, 4 × 30 Reter: 1. Hellas 2 Min. 58 Gef.; 2. Neutölln 2 Min. 54,5 Gef. Männliches Jugend- Benstschwimmen( intern). a) 50 Meter: 1. Bahnte 49,2 Gef.; 2. Moll 50.2 Get. b) 100 Meter: 1. Raaich, 1 in 83,3 Sek.; 2. Desterreich 1 Min. 33,4 Gel. Frauen- Lagenftafette, 3. Lichtenberg I 2 Min. 26,3 Gel. Weibliches Jugend- Brustschwimmen, 50 Meter( intern): 1. Bobid 46,4 Set.; 2. Sente 53,2 Set. Knaben- Teller. tauchen, 10 Zeller( intern): 1. Ruhlmet, 7 Teller, 11,2 Set.; 2. Brandes, 4 Teller, 15 Gef. Frauen Brustschwimmen 50 Meter( intern): 1. Reufch 50,1 Get.; 2. Herden, Walli 50,3 Gef. Bruftschwellstaffet, 100-150-200-150100 Meter: 1. Union 11 Min. 8,1 Gef.: 2. Neukölln 11 min. 5,2 Set. Frauen- Freistil dhwimmen 50 meter: 1. Frohn( Neukölln) 36 Set.; 2. Gajarper ( Neukölln) 37,4 Get. Männliche Jugend- Freistilstaffel, 6 × 50 Meter: 1. Hellas 3 Min. 28.3 Sel.: 2. Charlottenburg 3 Min. 33.3 Sf. Segelflüge bei Gatow. Der Arbeiterwanderer, der sich in manchen Fällen unter Auss| bas eine halbe Stunde unterhalb des Gipfels am Baldweger Bud muzung einiger noch zur Verfügung stehender Ferientage dem liegt. Gute Unterkunft sichern weiter im Süden das Gauheim Wintersport hingeben will, muß in erster Linie rechtzeitig für eine Herrifchried- Stehle und im Freiburger Gebiet das Haus am Breitenihr gute Unterkunftsmöglichkeit sorgen; er findet sie vor allem in den weg unweit dem Höllental; im mittleren Teil das Küferhäusle bei allen Gegenden Deutschlands eingerichteten Naturfreundehäusern. Triberg; im Norden die Karlsruher Häufer bei Moosbronn und auf 3x50 Meter: 1. Mentöln 2 Min. 10,3 Gel. 2. Bellas 2 Min. 16,1 Sel.; Im Norden, wo noch mehr der Eisla f gepflegt wird, be- der Badener Höh, das württembergische Gauheim auf dem Kniebis, findet sich das Heim des Gaues Brandenburg im Touristenverein sowie das Bodenseehaus bei Martelfingen. Im schwäbischen und Die Raturfreunde" am Kremmener See, die ,, Luchhütte", das Heim bayerischen Juragebiet harren endlich noch das Botnangerhaus am der Ortsgruppe Hannover bei Mellendorf in der Lüneburger Heide am Lönssee, und endlich das Heim der Wesermünder Naturfreunde am Bollingster See. Für Stisportler bieten im Harz die nieder. fächfifchen Naturfreunde bei St. Andreasberg im Südharz, bei Seesen am Westharz und vor allem bei Bad Harzburg im Nordharz ( Braunschweiger Haus") gute Unterkunft. Im Sauerland finden wir das Gauheim bei Tönisheide, im Siebengebirge das Kölner Heim am Himmerich und in der Eifel das„ Laachersee- Haus" bei Niedermendig. Wer die gern gebotene Gastfreundschaft der schle= fischen Naturfreunde in Anspruch nehmen will, wende sich an das Eulenheim im Schmiedegrund( Eulengebirge) und das Iserheim bei Straßberg im fergebirge; in Sachsen stehen zur Verfügung das Leipziger Haus" bei Grossteinberg, das„ Baltenberg- Haus" bei Neutirch in der Laufiß, das Königstein- haus" am Fuße des Lilienteins bas 3irfelstein- haus" bei Schöna, das Haus am Auerberg und die Rauschenbachmühle südlich von Annaberg im Erzgebirge. Auch die mitteldeutsche Bergwelt bietet reiche Unterfunftsmöglichkeiten: in Thüringen das Siebshaus" bei Kahla und im Bannenkreis des Thüringer Waldes das Steigerhaus" bei Saalfeld, das„ Finsterbacher Pirschhaus" bei Tambach- Dietharz, sowie de die Ferienheime bei Frauenwald und Friedrichroda. Bei Hann. bet Münden ist das Kaffeler Naturfreundehaus auf dem Steinberg zu bes nennen, unweit der Porta Westfalica das Naturfreundehaus Mell. bergen in der Gohfelder Schweiz und im Teutoburger Bald das Bielefelder Haus am Tönsberg bei Dertinghausen. Im Maingebiet stehen zur Verfügung das nordbayerische Gauheim am Fledt bei en Barmenfteinach im Fichtelgebirge, das Offenbacher Spessart- Haus" im Kaffeltal, die beiden Wiesbadener Heime am Azmann und das Homburger Haus am Sandpladen im Taunus, im Odenwald das egen Darmstädter Haus am Rimdidim. Im Westen laden ein das Ar faarländische Heim bei Kirkel, die Ludwigshafener Häuser auf dem Bir Harzofen bei Elmstein und das Kaiserslautener Ferienheim im nad Finsterbrunner Tal. Wer die Pfälzer Bergwelt kennen lernen will, halte sich besonders an die beiden legtgenannten Häuser. den eine lich bes erbe fügt Den, alles bas egen dem t.) igan athe biefe habe Eltern I als Römerstein, das Geislinger Haus Immenreuthe auf der Kuhal, das Kelheimer Haus im Hammertal und das Ingolstädter Naturfreunde heim auf dem Galgenberg bei Konstein der Arbeiterwanderer. Wohl das geeignetste Wintersportgebiet sind die bayerischen Boralpen. Bon den hier zahlreich zur Verfügung stehenden Heimen feien genannt das füdbayerische Bauheim Rohrauerhaus" am Fuße der Grindelalm bei Schliersee, die Münchener Marienberghütte am Marienbergjoch in Tirol, das Naturfreundehaus Wimbackgriesalm bei Berchtesgaden und füdlich Augsburg das Kemptener Naturfreundehaus im Allgäu und das Säulingshaus bei Füssen. Ausfünfte über die Unterkunftsmöglichkeiten vermitteln die Bandera ustunftsstellen der Naturfreunde" u. a. in Nürnberg, Bebergaffe 1; Dresden, Tizenbergstraße 4; Köln- Deutz, Dombrückenturm; Reisebureau der Naturfreunde, Berlin M 24 Der Schwarzwald ist altes Wintersportgebiet. Im Mittelpunkt der badischen Naturfreundearbeit steht das schöne Feldberghaus,| Johannisstraße 14/15. ARBEITER FUSSBALL Und wieder Ueberraschungen! Kein Sonntag vergeht, ohne daß die Fußballgemeinde mit Resultaten überrascht wird. Einmal ist es der Spizenreiter der 1. Klasse, der eine Niederlage erhält, ein anderesmal ist es ein Ver. ein der 2. Klasse, der Mannschaften der 1. Klasse schlägt oder nur nach hartem Rampf ein Unentschieden hergibt. Am legten Sonntag traf fogar beides zu. Nowames gelang es, die an führender Stelle liegenden Beißenseer mit dem verhältnis fo völlig unerwartete Niederlage der Meißenseer? In der Hauptlache Als vor Jahresfrist der Reichsverband deutscher Lehrer zur Förderung des motorlofen Fluges bei atom ein geeignetes Gelände für Gleitfliegen entdeckte und bald auf fünf Jahre pachtete, begann dort ein reger Flugbetrieb. Erst sah man zmei Maschinen, jetzt stehen schon deren sieben zur Verfügung. Es fliegen in Gatom Gruppen des Deutschen Luftfahrtverbandes, Lehrer und Schülerriegen und neuerdings auch die Segelflugvereinigung Lüma. Diese trat mit zwei neuen, selbstgebauten vorzüglichen Maschinen an. Staatsminister a. D. Dominicus, der Präsident des Deutschen Luftfahrtverbandes, taufte die eine auf den Namen des kürzlich verstorbenen Borkämpfers für die Luftfahrt, ,, v. Tschudi", während die andere Maschine den Namen„ Berlin" erhielt. Zahlreiche Starts schlossen sich an. Besonders interessant waren Flüge von Meister Udet, der zum ersten Male im Gleitflugzeug saß. Ingenieur Offermann, der vor nunmehr genau 21 Jahren die ersten motorlosen Flüge machte, Espenlaub und viele andere folgten. Leider fehlt noch immer ein geeigneter Flugzeugschuppen. Nach jedem Flugtage müssen die Maschinen abmontiert und in Scheunen verstaut werden. An die Vereine des 1. Kreises! Heute, Dienstag, findet im Lofal von Krüger, Berlin, PutligStraße 10, von 19 bis 21 Uhr die Ausgabe der Blatate, Gintrittskarten und Flugblätter für das Länderspiel Desterreich- Deutschland statt. Kein Berein bzw. keine Abteilung darf vergessen, einen Vertreter zu entfenden. Morgen, Mittwoch, 12. Dezember, 19 Uhr, findet in der Aula der Schule Steinstr. 31/34 eine sehr wichtige Besprechung über das am Sonntag stattfindende Länderspiel DesterreichDeutschland statt. Es müssen unbedingt erscheinen: Alle Mitglieder des Bezirksvorstandes, des technischen Zentralausschusses sowie alle Mitglieder der Bezirks- und Spartenleitungen, soweit diese Funktionäre ihren Wohnfiz in Groß- Berlin haben. Außerdem erscheinen sämtliche Vereinsvorstände bzw. die Vorsitzenden der GroßBerliner Sportvereine. Der Kreisvorstand. Reichert. jetzt etwa 45 Meldungen abgegeben, u. a. von Tieß, Chmer, Hahn, Kroschel, Dorn, Maczynsti, Lorenz, Bauer, Koch, Miethe, Manthen, Behrendt, Krüger, Funda, Nidel, Buse, Beinert, Wette, Kühl, Mühlbach. Weltmeister Sawall gibt für alle Rennen den Arbeiterfußballspieler Groß- Berlins! Alle Arbeiterfußballspieler Startschuß ab. Die Hauptnummer des Abends ist ein 500- Runden. Mannschaftsrennen nach Sechstageart mit zwölf erstklassigen Mann Groß- Berlins nehmen an obiger Besprechung teil. Kein bundes schaften, anschließend daran findet im Sportpalaft- Rafino eine Siegestreuer Fußballspieler darf fehlen. Für Groß- Berlin besteht anfeier statt. Rarten zum Ball sind nur im Vorverkeauf durch die Ge- läßlich des Spiels Desterreich- Deutschland den ganzen Tag Spiel. verbot. Im Bezirk Luckenwalde dürfen die Jugend und Schülerschäftsstelle Charlottenburg, Röntgenstr. 7, erhältlich. mannschaften Gesellschaftsspiele austragen, allerdings nur bis 12 Uhr. Danach ist auch hier Spielverbot. Die Ausgabe der Blafate Börse bei Engel, Sminemünder Straße, statt. Auf der Börse Bermittlung der Spiele für den 23. Dezember und die Weihnachtsfeiertage. Alle Vereine und Abteilungen müssen Bertreter entfenden. mäßig hohen Resultat von 4: 0 zu schlagen. Boher fam nun die Oesterreich- Deutschland für die Fußballvereine und abteilungen findet am Mittwoch auf der - Für den Arbeitersport und den Anschluß! Die Arbeiterfußballspieler Desterreichs werden am Sonntag, dem 16. d. M., um 13% Uhr im Post stadion in der Lehrter Straße ein Länderspiel gegen deutsche Arbeiterfußballer austragen. Die Desterreicher haben den dringenden Wunsch, den Berlinern zu zeigen, daß die Spielstärke im öfterreichischen Fußballsport nicht bei den Professionalspielern zu suchen ist. die wohl daher, daß Beißensee das Spiel schon als gewonnen be- Das Länderfußballspiel. aber trachtete, als sie von Hause losfuhren. Daß aber auch der Gegner Oberpielen kann, das haben sie erst nach Spielschluß eingesehen. pree fuhr auch sehr siegessicher nach Alt- Landsberg, um dort gegen Hoppegarten ein Bropagandafpiel auszutragen. Nur mit großer Fall ühe konnten sie ein Unentschieden erringen, nachdem die Hoppe Lichten gartener erst mit 1: 0, dann mit 2: 1 in Führung lagen. chlich berg I befeftigte seinen Tabellenstand durch einen 4: 2- Sieg über Ruhlsdorf. Nach der Bause, bei der es schon 3: 1 hieß, ließen die Lichtenberger in der Siegessicherheit nach. Woltersdorf gelang es ebenfalls gegen Luckenwalde III zu gewinnen und somit den britten Blag in der Tabelle zu behalten. Der Spizenreiter der Ab. teilung A, Luckenwalde II, fonnte gegen Luckenwalde V, menn auch tnapp, so doch sicher mit 2: 0 den Sieger stellen. dem Rand Der Derem Comp Frau " be Coca n 3n Craub m den In der Abteilung B sicherte fich Germania durch einen 2: 1- Sieg über Rathenow den Anschluß an die Spitze der Abteilung. Weitere Resultate: Werder 77 gegen Tempelhof 3: 3, Schmeifsterne gegen Cladow 7: 1, Neukölln 2 gegen Berlin- Mitte 4: 2, Lichtenberg II gegen Zehlendorf 4: 1. Eine arbeitsfreudige Tagung. Eine Freude für jeden alten Turner war die Tagung des 2. Bezirks vom 1. Kreise des Arbeiter- Turn- und Sportbundes, grob die am Sonntag im Swinemünder Gesellschaftshaus stattfand. Ohne Bolts Resolutionen, ohne revolutionäre Reden, so, wie vor der Zeit kommu nistischer Beeinflussung, erledigten die 53 Delegierten von 33 Vereinen ihre Arbeiten. Leider mußte beim Bericht der Mandatskommission dem Vertreter von Zepernick durch Beschluß gezeigt werden, daß er nicht an der Tagung teilzunehmen habe. Er mußte den Saal ver. laffen. ficher rotei inher Der Bericht des Obmannes der Technifer zeigte, daß intensive o, find Arbeit, geleistet worden ist, deren Erfolg leider oft durch die radikale abi Propaganda abgeschwächt wurde. Der Berluft an Vereinen durch die Spaltung" war gering. Nur die Fußballer find stärker betroffen. e in Ein abgeschloffener Borstands- und Kaffenbericht fonnte nicht gegeben gt bewerben, da die aus dem Bund Ausgeschiedenen einen Abschluß ihrer n um Tätigkeit vermieden haben. Nun aber ist die Bahn zur na prattischen Arbeit frei, Lehrturse aller Art werden das a in nötige Rüstzeug geben, mit dem dann die Agitation vornehmlich auf etcil dem Lande gefördert werden kann. Dazu gehört auch die Propa De Gierung des Kreisblattes, der Arbeitersport- Bochenschau", die durch ür weiteren Ausbau die Arbeit in der Proving erleichtern soll. Von Cent allen Funktionären wurde in fameradschaftlicher Weise die zu Fälle fünftige Arbeit besprochen. Der befanntgegebene Terminkalender ir ein für 1929 zeigte wieder reiche Arbeit. Hier steht im Vordergrund das Bundesseft in Nürnberg, das für jeden Teilnehmer ein Ereignis fein wird. e, wa re en Zum Borsigenden des Bezirks wurde Mar Richter, Schönholz, Sommerstr. 14, gewählt, der es nicht verfäumte, darauf hinzu weisen, daß es Pflicht eines jeben Arbeitersportlers ist, sich politisch Man und gewerkschaftlich zu organisieren. Anläßlich des Fußballspiels Wien- Berlin vor einigen Wochen hat sich gezeigt, daß die Wiener Professionals nichts Ueberragendes leisten und daß sich der Profi- Sport in Desterreich auf absteigender Linie befindet. Die Arbeiterfußballspieler Defterreichs, die teilweise felbft früher Berufsspieler waren, als die österreichische bürgerliche Fußballbewegung noch mit hervorragenden Leistungen aufwarten fonnte, werden gegen eine deutsche Auswahlmannschaft antreten, die aus den besten Arbeiterspielern der besten Vereine zusammen gesetzt wird. Den Einwohnern Berlins steht mit dem Spiel am Die österreichische 16. Dezember ein sportlicher Hochgenuß bevor. Die österreichische Mannschaft wird von dem Präsidenten Puzz endoppler und dem Berbandskapitän Ha as begleitet und spielt in folgender Aufstellung: Calif ( Rubelishügel) Baumann ( Straßenbahn) Bes Karpfel ( Nord- Wien( Reb Star) Reifia ( Liesnig) Reiterer ( Rudolfshügel) Manner ( Red Star) Ravnihar ( Wiener- Neustadt) Babanet ( Selfort) Bring ( Gaswerk) Maret ( Red Star) Die vorgenommene Auswahl enthält tatsächlich das beste Spielermaterial. Im Sturm hat man drei Spieler des bekannten Meistervereins„ Red Star" berücksichtigt, ein Berein, der es fertig brachte, in der stärksten Biener Klaffe, in der die allerbekanntesten Bereine spielen, aus 16 Spielen ungeschlagen als Meister hervor. zugehen. Die deutsche Mannschaft wird alsbald nach ihrer Zu fammensetzung befanntgegeben werden. Berbunden mit diesem Länderfußballspiel der Arbeiterjporiler ist eine große Kundgebung für den deutschösterreichischen Anschlußgedanken. Für Desterreich sprechen die sozialdemokratischen Abge. ordneten Dr. Julius Deutsch, der Vorsitzende des Oesterreichischen Arbeitersportbundes, und Karl Boffert. Für die deutsche Sozialdemokratische Partei die fpredjen Reichstagsabgeordneten Criepien und Künstler. Die Ansprachen werden durch Laut sprecher übertragen. Die arbeitende Bevölkerung Berlins, insbeson dere die Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei und der freien Gewerkschaften, sind herzlichst eingeladen. Sie haben am Sonntag Belegenheit, ein ersttlaffiges Arbeiterfußballspiel zu lehen und gleichzeitig für den Anschluß zu demonstrieren. Resultate vom Hellas"-Schwimmfesi. Beim ersten bundesoffenen Schwimmjest des Arbeiter- Schwimmvereins„ Hellas" am Sonntag wurden folgende Ergebnisse erzielt: Eröffnungs- Freistilstafette 10x50 Meter: 1. Neukölln 3 Min. 28,4 sek.; 2. Bellas 5 Min. 28 Gef.. Erstschwimmen 50 Meter, Weibliche Mitglieber: 1. 8 35,2 Edf.: 2. Tabbert 8.2 Get Männliche Jugend: 1 Range 503 Set.; Brengel 313 Gel Manne: 1. Geiffert 57.2 Gef.; 2, Aft 38,2 Gef, Sintelmann 39.3 Sef.: Raaberid wimmen 50 Peter( inten) heliebig: 1 2. Sabet 40 Get Ingenblageftafette 4x100 Reter: 1. Sellas 5 Min. 44.1 Gel.; 2. Charlottenburg 30in. 47 Gef. Männerfchwimmen, Klaffe D. 100 Meter ( intern): a) Brustschwimmen: 1. Sanite 34,2 Get.; 2. Brunitomifi 1 min, 40 Gel, b) Rildekenschwimmen: 1. Böhme 1 Min. 35,1 Gel.; 2. Arause 1 Min. Die deutschen Rennfahrer im Sportpalast. Sallup 1 min. Sel. 2. Defterreich 1 Min. 8,1 Set. Rraben: 1. Schuls Am Mittwoch, 12. Dezember, 20 Uhr, hält die Deutsche Rennfahrer Bereinigung, Ortsgruppe Berlin, im Sportribe palaft ihr alljährliches Radrennen ab. Nach den bisher eingegange Ben Meldungen ist interessanter Sport zu erwarten. Es wurden bis Werfährt mit& Fahrten der Naturund Die Zusammenkünfte für die Teilnehmer an den Weihnachtsreisen des Touristenvereins Die Naturfreunde" Reisebureau finden jetzt statt und zmar: für die Reise ins Riefen und fergebirge( 4 und 8 Tage) Dienstag, 11. Dezember, 20 Uhr; für die Reise in die Böhmische Schweiz, Freitag, 14. Dezember, 20 Uhr. Tagungsort ist die Geschäftsstelle des Touristenvereins Die Naturfreunde", N 24, Johannisstr. 14/15. Einige Interessenten tönnen sich noch melden. Am Sonntag, 16. Dezember, fährt die Abteilung Mitte des Touristenvereins Die Naturfreunde" nach Ertner und wandert von dort am Flaten und Kaltsee entlang nach Rüdersdorf. Abfahrt Schlesischer Bahnhof 8.14 Uhr. Treffpunkt in Erfner am Bahnhof. Gäste herzlich willkommen. Der Freie Fußballverein„ Sagonia" ist für die wertätige Bevölkerung im Bezirk Prenzlauer Berg ins Leben gerufen worden. Anhänger des Fußballspiels( oweit fie Freunde des Arbeiter- Turn und Sportbundes find, werden noch für alle Mannschaften als Mitglieder aufgenommen. Besonders bie durch das parteipolitische Treiben der Kommunisten verärgerten alten Fußballspieler sind herzlich willkommen. Spielmöglichkeit und Ausbildung durch erfahrene Fußball- Lehrer ist vorhanden. Aufnahme in der Freitag, 14 Dezember, 20% Uhr, bei Zeuge, Milas, Ede Cantiastraße, stattfindenden Mitgliederversammlung. Auskunft bei: Paul Zachow, Berlin 9 58, Kaftanienallee 12, d. III, bei Finte. Urbeiter- Rad- und Kraftfahrer Neuköllns. In Neukölln ist eine Solidarität" ins Leben gerufen wor= bundestreue Ortsgruppe von den. Anfragen an Kurt Westphal, Lahnstraße 71. Auch im Nordosten Berlins ist es jetzt möglich, Sport im Arbeiter Turnt und Sportbund zu betreiben. Der neugebildete Bezirk Nordost der Freien Turnerschaft Groß- Berlin hat folgenbe Turnzeiten: Montags von 19 bis 20% 11hr Kinderabteilung, von 20% bis 22 Uhr Männer, Frauen und Jugendabteilung: Freitags von 18 bis 20 Uhr Kinderabteilung und von 20 bis 22 lihr Er wachsene, in der Turnhalle in der Heinrich- Roller- Straße 18 am Königstor. An die Eltern ergeht die Bitte, ihre Kinder in bleje Abteilung zu schicken und möglichst selbst recht oft zu erscheinen. Am Donnerstag, 13. Dezember, 20 Uhr. Berfammlung im Alters. heim, Danziger Straße. Der Tag der fchweren Gewichtsklaffen bei den Amateuren. Der Polizei Sportverein hat sich entschlossen, am 14. Dezember, 20 Uhr, in den Brachtsälen am Märchenbrunnen einen Tag der schweren Gewichtstlassen zu veranstalten. Gefämpft wird vom Weltergewicht an aufwärts. Bundestreue Vereine teilen mit Arbetter- Eamariter- Bund, Kolonne Berlin, N. 24, Große Sainburger Str. 20, Telephon Sorben 3340. Mitgliebsbuch Nr. 5846/222 fomie Ausweis mit Lichtbild Nr. 222 auf den Namen Georg Allendorf lautend, ist verloren gegangen. Beibes wird hiermit für ungültig erklärt, Finder werden gebeten, gegen erstattung bes Fahrgelbes es an obenbezeichneter Stelle abzugeben. Vor Mißbrauch wird gemotnt. Freie Arbeiter- Schachvereinigung Groß- Berlin, Abt. Lichtenberg: BühlischStraße 36 bei Schüler. Bozirag:„ Das Bauernendspiel". Abt. Memel: Memeler Straße 10 bei Ludt. Abt. Schöneberg: Guftan- Müller- Blag 1 bei Geibel, bf. Wedding: Muerftr. 26 bei Herms, Vortrag: Partiebesprechung". br. Beißen. fee: Berliner Allee Cete Lehderstraße bei Gallas. Gründungsverfammlung." Montag und Mittwoch: Abt. Friedrichshain: Straßmannfte. 42 bei Albrecht. Borträge, Turnier." Anfang überall 20 Uhr. Gäfte willkommen. Schupodienste gefaßt gemacht hatte und rings um bas lerheiligte Strich zog. Die Mundharmonika- Kapelle einer Berliner Gemeindeschule. einen biden Bridg. Aber das fam alles ganz anders. Senfets " Juden, Agenten, Hausierer..." Die Tafel am Gutshofe. Der Landwirt Emil Hewerer in Bergholz b. Michendorf, etwa eine Stunde von Berlin entfernt, hatte an seinem Gutshof eine Tafel mit folgendem Inhalt anbringen lassen: Juden, Agenten, Haufierer und Musifanten ist das Betreten meines Hofes untersagt!" Neben dem musikalischen Unterricht im Gesang wird in einigen Berliner Volksschulen der Sinn der Schüler auch für Instrumentalmusik geweckt. Hierzu ist die ebenso praktische, wie billige Mundharmonika eingeführt worden. In der 51. Gemeindeschule besteht die„ Kapelle" aus 142 Kindern, die unter Leitung eines Dirigenten hübsche Volkslieder, spielt. Unser Bild zeigt die Ander Grenzlinie erschien wohl ein häuflein jener ewig Neugierigen, die überall dabei sein müssen, aber ihr Gehaben ist ebenso bescheiden, mie ihre Zahl. Ab und zu strömt" dann Einer meist ist es natürlich Eine- an die Kaffe und zahlt den Dbulus, womit sie sich den Eintritt in Taubers allernächsten Dunstfreis erwirbt. Am ersten age fchon nichts los, da droht entschieden vorzeitig Gastspielabbruch. Nicht mal Tenöre ziehen mehr. Gottlob ist das Wissen um die Not ber Aermsten von Waldenburg weiter verbreitet, als der philan tropisch anmutende Herr Tenor und so wird hoffentlich das Wohl und Behe der Bedrängten nicht von diesem mißglückten Wohltätigkeits aft abhängen. RUNDFUNK AM Dienstag, 11. Dezember. 16.00 Stande mit Büchern. Berlin. ABEND 3. Joh. fänger- Gruppe mit ihrer 17.00 Harmonium- Vorträge. I. Alte Meister. 1. Balthasar Galuppi: Adagio. kleinen Dirigentin. seinem 25jährigen Jubiläum zugeeignet wurden, zu einer Ausstellung vereinigt, im Buch gewerbesaal, Dreibundstraße 5, in der Zeit vom 1. Dezember 1928 bis 15. Januar 1929 gezeigt. Die ausgestellten Arbeiten sind von hoher typographischer und tunst. handwerklicher Qualität; fie geben dem Laien wie dem Fachmann gute Anregungen. Geöffnet ist die Ausstellung mochentags bis 19 Uhr( Sonnabends nur bis 15 Uhr) somie Sonntag, den 6. und 13. Januar 1929, von 10 bis 13 Uhr. Der Wohltäter mit dem Tenor. Ein Berfager. Die Republikanische Beschwerdestelle Berlin wandte sich an den Landrat Dr. Behne in Belzig. Dieser gab den Vorgang an den Oberstaatsanwalt in Potsdam. Der Oberstaats. anmalt lehnte ein Einschreiten ab. Auf eine erneute Borstellung bei dem Landrat, die Tafel auf dem Verwaltungswege mit polizeilichen Mitteln entfernen zu lassen, erwiderte der Landrat in Belzig ablehnend. Darauf wandte sich die Beschwerdestelle an den Regierungspräsidenten in Potsdam und wies darauf hin, daß die Aufschrift zweifellos geeignet sei, die jüdische Bevölkerung zu provozieren und sie in den Augen ihrer Mitbürger verächtlich zu machen. Das ergebe sich aus der gewollten Zusammenstellung der Worte auf der Tafel. Der Regierungspräsident hat nun den Landrat angewiesen, das Erforderliche zur Beseitigung der Berbotschaften. Dazu muß man sich dann aber auch noch, um den Genuß tafel zu veranlassen. . Handwerkskunst im Buchgewerbefaal. Ende September d. 3. fonnte der Bildungsverband der Deutschen Buchdrucker auf eine 25jährige Tätigkeit zurüd blicken. Aus diesem Anlaß sind ihm von seinen Ortsgruppen und Kreisen eine größere Anzahl Gedenkmappen und Erinnerungsblätter gewidmet worden. Diese werden gemeinsam mit Gedenkblättern und -adressen, die dem Schriftleiter des ,, Korrespondent", Willi Krahl, zu PROGRAMM für die Zeit vom 11. bis 13. Dezember 2. Michael Prätorius: Choral: ,, Es ist ein Ros' entsprungen". Seb. Bach: Musette. 4. Jean Phil. Rameau: Musette. 5. Jean Phil. Rameau: Tambourin. II. Moderne Meister. 6. Max Reger: Fughette. - 7. Karl Kämpf: Durch wogendes Korn. 8. Sigfrid KargElert: Bergmelodie. 9. Sigfrid Karg- Elert: Großer Chor( Fritz Ohrmann, Meisterharmonium). 17.30 Unterhaltungsmusik, ausgefüht von Artur Guttmanns Universum- Sinfonikern. 19.00 Dr. Adolf Grabowsky: Der Stand der Balkan- Frage." 19.30 Hans- Bredow- Schule. Prof. Dr. Georg Wegener: Die Polarforschung". IV.: Der Kampf um den Nordpol. 20.00 Abendunterhaltung. Mitwirkende: Lore Braun. Paul Graetz. 20.50 Musik der Gegenwart, 1. Einleitende Worte: Rudolf Kastner. 2. Jörgen Bentzon: Variazioni interrotti op. 12( Erstaufführung); Konzertmeister Manrits van den Berg. Violine, Willy Fiala, Viola, Konzertmeister Julius Berger, Violoncell, Hermann Schrader, Klarinette und Walter Ruff, Fagott. 21.30 Der Journalist spricht. Am Mikrophon: Dr. Max Osborn über ..Gefälschte Waren auf dem Kunstmarkt" anläßlich der van- Gogh- Falschungen. Der ursprünglich vorgesehene Vortrag von Herrn Tasiemka findet am 18. Dezember um 21.30 Uhr statt. Anschließend: Presse- Umschau des Drahtlosen Dienstes. Königswusterhausen. 16.00 Dr. Karl Privat: Die pädagogische Provinz und die deutsche Dichtung von Herder bis Lienhard( II.). 16.30 Nachmittagskonzeert von Leipzig. 17.30 Prof. Dr. Baschin: Geographisch- naturwissenschaftliche Bücherstunde. 18.00 Einleitung Dr. Günther, Birkenfeld: Dichterstunde: Max Brod. 18.30 Lektor Claude Grander, Gertrud van Eyseren: Französisch für Anfänger. 18.55 Dr. Ernst Herrmann: Die Geologie Deutschlands( III.). 19.20 Hans Krückeberg: Die Technik der Bildhauerkunst( I.). 20.00 Sonderveranstaltung der Deutschen Welle. Konzert. 1. a) Leoncavallo: Prolog aus der Oper Bajazzo"; b) Senaro: Te quiero morena( Ich liebe dich, du Braune) aus der Operette..Trust de los Tenoris"( Celestino Sarobe, Bariton von der Mailänder Scala und der Großen Oper. Paris). 2. a) Beethoven: Variationen über das Thema„ Bei Männern. welche Liebe fühlen"; b) Schumann: Drei Stücke im Volkston( Gregor Piatigorsky, Cello). 3. a) Baskisches Lied, Volkslied; b) Tirindelli: Im Buzfalon eines westlichen Raufhauses absolviert Richard Tauber, der große Tenor, Frauenfreund, Herzenstrider, Held des Tages und wie die Attribute solch Stimmgewaltiger noch heißen mögen, ein dreitägiges Gastspiel. Er figt am Schreibtisch, wohlgenährt und bestgelaunt, das unvermeidliche Monofel teß ins Auge geflemmt und vertauft seine Unterschrift: zum Besten der Kinder von Waldenburg! 50 Pf. das Stüd meine Herr voll zu haben, die Karte mit seinem holden Konterfei erstehen und für die ganz Anbetungstollen liegen hohe Bücherstapel aufgeschichtet: Das neue Tauber- Buch", worin Heinz Ludwig das Leben und Treiben des großen Tenors der wissensburstigen Menschheit enthüllt. Aber das Geschäft geht flau. Er wird ba nicht etwa umringi, bestürmt und fast erdrüdt von einer enthusiasmierten Menge, sondern er sitzt da allein auf weiter Flur, assistiert von einem Herrn, der ihm wahrscheinlich die vom vielen Schreiben erlahmende Hand hätte Anschließend: Uebertragung aus der Kaiser- Wilhelm- Gedächtniskirche. Orgel massieren sollen. In gebührender Distanz steht ehrfurchtsvoll- abwartend eine Personalabordnung des Kaufhauses, die sich scheinbar auf 22.45-23.15 Bildfunkversuche. A te A te( Für dich, für dich); c) Verdi: Arie aus dem 2. Akt der Oper La Traviata"( Celestino Sarobe). 4. a) Samartini: Sonate: b) Rachmaninow: Vokalise; sentimentale; c) Tschaikowsky: Valse d) Davidoff: Am Springbrunnen( Gregor Piatigorsky). 5. a) Verdi: ... Gleich sind wir beide", Monolog aus der Oper..Rigoletto"; b) Rossini: Cavatine des Figaro aus der Oper„ Der Barbier von Sevilla"( Celestino Sarobe; am Flügel: Bruno Seidler- Winkler). musik. Anschließend: Presse. KINO TAFEL PROGRAMM BTL Potsdamer Straße 38 Die Verschwörer m. Vilma Banky Adam und Eva mit Reinhold Schünzel Rheinstraße 14 Verlängert! Der vierte Musketier mit Douglas Fairbanks Jugendliche haben Zutritt Odeon, Potsdamer Str. 75 Geschlecht in Fesseln m. Mary Johnson, Wilh. Dieterle Das gute Beiprogramm Turmstraße 12 Verlängert! Der moderne Casanova mit Harry Liedtke Mary Milfords Entführung Jugendliche haben Zutritt. Alexanderstraße 39-40 ( Passage) Den ganzen Tag geöffnet! Die kleine Sklavin mit Grete Mosheim Adam und Eva mit Reinhold Schünzel Zentrum Schöneberg Urania- Theater Luna- Filmpalast Film u Bühne Wrangelstr. 11( 1 Min. v. d. Köp. Brücke) Gr. Frankf. Str. 121 Alhambra Beg. W. 6.30 u. 49 Woch. 6 45, 8.45 Uhr. Sonnt. 3, 5, u. 9 Uhr S. ab 3 Uhr Schöneberg, Hauptstr. 33 Stephan 1505 Das große gute Schlagerprogramm Die ausgewählte Bühnenschau früher Titania( uta Schöneberg) Hauptstraße 43 6.30, 9, S. 3.15, 5, 7, 9 L. Straßenbekanntschaften Dyckerpotts Erben Der Polizeispion v. Kalifornien Bühne: Gastspiel Fred Palu, Miß Ellen: Reise um die Welt Vorwärtsleser Vorzugspreise Tempelhof Rin- Tin- Tin unter Verbrechern Tivoli- Lichtspiele Steglitz Titania- Palast Beginn: Steglitz, Schloßstr. 5, Ecke Gutsmuthssti. Uraufführung: Anastasia mit Lee Parry Auf der Bühne: Die Robby Girls, Lichterfelde- West 6.30, 9 U. Hi- Li Wochentg. 6.30, 9 Uhr Hindenburgdamm 58 a Sbd. 4, 6.30, 9, Stg. 3, 5, 7, 9 Liebe im Kuhstall mit Henny Porten Ramona mit Dolores del Rio Südwesten Filmpalast Börse Bühne Film- Palast Kammersäle Tempelhot, Berliner Str. 97 Anfang: W. 6.30, 8.45 U., S. 4, 6.30, 8.45 U. Revolutionshochzeit Adam und Eva Bühnenschau Neukölln Primus- Palast Hermannplatz Razzia Der spannende Kriminalfilm Auf der Bühne: Die Schanghai- Truppe Chinesischer Kombinationsakt The Burleys, Noveltyakt Passage- Lichtspiele Neukölin. Bergstraße 151-152 Rosenthaler Str. 40-41. W. ab 5, S. ab 3 feltower Str. 1-4. W. 6, Sbd. 5, Stg. 4 U. Woch. 5, ca. 7 u. 8,45, Stg. 3, ca. 5, 7 u. 8,45 U. Die Rothausgasse mit Grete Mosheim Wildwest- Schau m. Hoot Gibson Nordwesten Welt- Kino Alt- Moabit 99 Lache. Clown, lache! Santa Fé, der Schrecken der Farmer Charlottenburg Faun- Lichtspiele Der moderne Casanova mit Harry Liedtke Mary Milfords Entführung Süden Heut spielt der Strauß Der Heldenjunge Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt Film und Südpalast Bühnenschau Th. am Moritzplatz Knesebeckstr. 133, Bhf. Hermannstraße Beginn: W. 5, 6.30, 9 Uhr, Stg. ab 4 Uhr. Die seltsame Nacht der Helga Wangen Ihr schönster Tag Südosten Krumme Str. 37, an der Trinitatiskirche Filmeck Beginn W.: 5.30 Uhr Der fliegende Teufel mit R. Talmadge. Deutsche Herzen' am deutsehen Rhein Jugendliche haben Zutritt Schlüter- Theater Der Mann mit den 1000 Bräuten mit Buster Keaton Mensch unter Menschen, II. Teil Bühnenschau Osten S.: 3 Uhr Germania- Palast Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnho Seine stärkste Waffe Beipro ramm Bühnenschau Luisen- Theater Schlüterstr 17 W. 7. 9.15, Stg. ab 4 Leichenberger Straße 34 Der geheime Kurier mit I. Mosjukia Ribe, der Rächer( Ein Hundefilm)! Dornenweg einer Fürstin Belprogramm Bühnenschau Frankfurter Allee 314 Moderne Piraten mit Siegfried Arno Auf der Bühne: Kaßners einzig dastehende Illusionsrevue Beginn der ersten Vorstellungen: Wochent. ab 6 Uhr, Sonnt. ab 3 Uhr Intern. Bühne Weißensee Der größte Gauner des Jahr Schloßpark Film- Bohne hunderts mit Luc. Albertini Bühne: Gust'l Beer: Berlin, mein Berlin, II. Teil Concordia- Palast Andreasstraße 64 Die seltsame Nacht der Helga Wangen mit Lee Parry Berliner Allee 205-210 Schlachtenbummler Busters erste Seereise Bühne: Revue Henry Bender: Hurra, wir lachen alle!( 20 Mitw.) Norden Heiraten und nicht verzweifeln Skala- Lichtspiele mit Monty Banks Bühnenschau Kosmos- Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70-73 Die Rothausgasse mit Grete Mosheim Soldatenleben, das heißt lustig Bühnenschau sein Moderne Lichtspiele Wilhelmstraße 78-79 Stg. Jugendvorst Zwel rote Rosen mit Liane Haid Die Geisterfarm mit Ken Maynard Schwarzer Adler Frankfurter Allee 99 Schönhauser Allee 80. Das Spiel mit der Liebe mit Harry Liedtke Die Eule, I. u.II. Teil m. Eddie Polo Bühnenschau Alhambra Müllerstraße. Ecke Seestraße Aus dem Elternhaus vertrieben Beiprogramm Bühnenschau LSP Lichtspiele am Senefelderplatz Die Csardasfürstin m. Liane Haid Der Chinesenpapagei mit Anna May- Wong Metro- Palast Woch. 5, ca. 7 u.8,45, Stg. 3, ca. 5, 7 u. 8.45 U. Chausseestraße 30 Prinzessin Olala Die kleine Sklavin Bunnenschau Viktoria Lichtbild- Th. Frankiurter Allee 48 Woch 5. ca. 7 u. 8.45, Stg. 3, ca. 5,7u.8,45 U. Liebe im Kuhstall Der Hafenbaron Saxophon- Susi mit Anny Ondra Bühnenschau Pharus- Lichtspiele Müllerstr. 14' Seine offizielle Frau Rin Tin Tin unter Verbrechern Soldatenleben, daß heißt lustig ,, Rialto" Film u. Bühne sein Bünenschau Jugendliche haben Zutritt Friedrichsfelde Kino Busch Beginn täglich 5, 7. 9 Uhr Alt- Friedrichsfelde 3, Ecke Rosent. Str. Mein Leben für das deine Kaczmarek( Militärschwank) Nordosten Reinickendorfer Str. 14( am Wedding) Dorine und der Zufall Mädchenschicksale Bühnenschau Gesundbrennen ,, Alhambra" Badstraße 58 Die kleine Sklavin mit Grete Mosh im Ausgewählte Bühnenschau für die Zeit vom. 11. bis 13. Dezember Humboldt- Theater Badstraße 19 Unfug der Liebe Das süße Mädel von d. Jazzband Große Bühnenschau Kristall- Palast Prinzenallee 1Raub der Sabinerinnen Das süße Mädel von d. Jazzband Bühnenschau Marienbad- Palast Badstraße 35/36 Komödie des Herzens Das Blut der Schwester Bühnenschau Pankow Palast- Theater Breite Str. 21 a. Beg. 6.30, 9 U Das Schicksal einer Nacht Amundsen im ewigen Els Große Bühnenschau Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 Das Kind des anderen Glück bel Frauen Bühnenschau Niederschönhausen Film- Palast Blankenburger Str. 4 Försterchristl Die Frauengasse von New York Reinickendort- Ost Bürgergarten- Lichtsp. Hauptstr. 1 u. Lindauer Straße. Beg. 6.30 Er heiratet seine Frau Pat und Patachon und die kleinen Tänzerinnen Bühnenscnau Reinickendorf- West ,, Elysium Film u.Bühne Ballschmieder- Lichtsp. Ala- Filmpalast Prenzlauer Allee 56 Der Gentleman von Paris mit Ad. Menjou Paplion mit Jos. Baker Bühnenschau Badstraße in Ossi hat die Hosen an mit Ossi Oswalda Der Hafenbaron Bühnenschau Scharnweberstr. 67-68 Neu eröffnet! Aber das Fleisch ist schwach.. Die Mädchenräuber von Kansas Bühne