Albendausgabe Jr. 590 B 294 45.Jahrgang Böchentlich 8581, monatlich 3,60 Em voraus zahlbar. Boftbezug 4.32 einfcht Beftellgeld, Auslandsabonne ment 6.-M. pro Monat * Der Borwärts" erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, bie bendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Illuftrierte Beilagen Bolt und Zeit und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Biffen". Frauen ftimme", Technit" Blid in die Bücherwelt" und Jugend- Borwärts" Vorwärts Berliner Boltsblatt Freitag 14. Dezember 1928 10 Pfennig. Dte etnjpalttge Ronpareillezetle 80 Bfennig. Reflamezeile 5.- Reichs mart. Rleine Anzeigen" dos fettgebrudte Wort 25 Pfennig( zuläffig zmet fettgedrudte Borte), jedes weitere Bort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Bort 15 Pfennig, jedes weitere Bort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben aahlen für zwet Worte. Arbeitsmart Selle 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen. annahme im Hauptgeschäft Linden Straße 3, wochentägl. von 8/ 2 bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin ST 68. Lindenstraße 3 Vorwärts: Verlag G. m. b. H. Ferniprecher: Donboft 292-297 Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Boftschecktonto: Berlin 87 536. Banktonto: Banf der Arbetter. Angestellten unt Beamten Wallftr. 65 Diskonto- Gesellschaft. Depofitenkaffe Lindenstr. 8 Deutschnationale gegen Angestellte Ein sozialreaktionärer Vorstoß der Hugenberg- Fraktion. Die Deutschnationale Boltspartei hat im Sozial politischen Ausschuß des Reichstags unter der Führung ihrer durch Sugenberg neu bestellten Sozialpolitiker Got und Leopold einen Borstoß gegen den fozialdemokratischen Reichsarbeitsminister unternommen, der in der heutigen Ausschußßigung zur Berhandlung gelangte. Der Anschlag ridtete fich einmal gegen die Berordnung über die Erhöhung der Gehaltsätze in der Angestelltenversicherung Dom 10. August 1928 auf 8400 m. Jahreseinkommen, und zum anderen gegen das Abkommen der Reichsregierung über eine zusähfiche Altersversorgung für die Reichsangestellten, wie es am 9. Dfi tober 1928 mit den sämtlichen Angestelltenverbänden abgeschlossen worden ist. Ministerialdirektor Grieser erklärte, daß die Er. höhung der Versicherungsgrenze nach Zustimmung aller Angestelltenverbände erfolgt ist. Aufhäuser( Goz.) stellt fest, daß die vom Reichstabinett be schlossenen Bersicherungspflichtsäge der tatsächlich eingetretenen Teuerung entspricht und sowohl im 3ntereffe der Angestellten wie der Knappschaftsversicherung gelegen war. Der Widerstand der pri baten Lebensversicherungsgesellschaften könne für die Haltung des Reichstags nicht maßgebend sein. Die vom Reichsfinanzministerium geschaffene zusäßliche Ber forgung für die Angestellten und Arbeiter der Reichsbetriebe tönne nur begrüßt werden, und es sei selbstverständlich, daß eine volle Auswirkung diefer sozialen Maßnahme der neuen Reichsregierung nur eintreten könne, wenn das Abkommen allgemeinverbindlich erflärt wird. Die Sozialdemokratie hält den Reichstag nicht für zu ständig, in die von den Tariffontrahenten getätigten Abkommen oder in die allgemeine Verbindlichkeitserklärung des Reichsarbeitsministers einzugreifen. Die deutschnationalen Abgeordneten of und Leopold ver fuchten schließlich, ihre Anfrage als neutral und harmlos hinzus stellen, nachdem die Sozialdemokratie eine Erörterung im Plenum beantragt hatte Am Schluß der Aussprache mar von der deutsch nationalen Anfrage so gut wie nichts mehr übrig ge blieben. Der Ausschuß nahm schließlich einen sozialdemokrati. schen Antrag an, der von der Berordnung Renntis nimmt. Der Jmmunitätsverleiher. Straffers Schimpffreiheit wird aufgehoben. Der Geschäftsordnungsausschuß des Reichstags beschäftigte fich in seiner heutigen Sitzung mit Anträgen, die die Aufhebung der 3mmunität des völlischen Abg. Straffer wegen verschiedener Beleidigungen fordert. Mit den Stimmen der Sozialdemokraten, des Zentrums, der Deutschen Volkspartei und der Bayerischen Volkspartei wurde die Aufhebung der Immunität des Abg. Straffer befchloffen. Die Ausschußmehrheit ist zu diesem Beschluß gekommen, weil sie in der verantwortlichen Zeichnung Straffers für neun(!) in verschiedenen Orten Deutsch lands erscheinenden völtischen 3eifungen einen Mißbrauch der Abgeordnetenimmunität erblickt. Ein weiteres Verlangen, einen Vorführungsbefehl des Abg. Straffer zu genehmigen, wurde vom Ausschuß abgelehnt. Durch den Beschluß des Geschäftsordnungsausschusses ist ein Fall bejonders traffen Mißbrauchs der Immunität so geregelt mor. ohne Unterschied der den, wie es die anständige Presse Partei in ihren Organisationen schon lange fordert. Es war in der Tat ein unerträglicher Zustand, daß der Abg. Straffermie einmal gefagt wurde feine Immunität gewerbs- und gewohnheitsmäßig an andere ausleiht". Durch solchen Mißbrauch wird ebenso sehr das Ansehen des Parlamentariers wie das der Preffe in der Deffentlichkeit vermindert. Jede Kritik öffentlicher Mißstände durch die Bresse wird entwertet, sobald die Gewohnheit einreißt, daß hinterher die Bresse nicht zu ihren Behauptungen steht, sondern sich hinter der Immunität eines verantwortlich zeichnenden Barla mentariers verschanzt. Vorbereitungen für Weihnachten. Das Fertigmachen der Geschenke für die vom Bezirksjugendamt Neukölln betreuten Pflegekinder. Berlin als Zehnmillionenstadt. Zukunftsmöglichkeiten der Bevölkerungsentwicklung. Berlin mäch st und wird weiter wachsen. Mit welchen| daß sie, nicht unabänderlich sein tann aus wirtschaftspolitischen, verMitteln will man dem zurzeit unerwünschten Zuzug wehren? Der Bersuch wäre aussichtslos. Man wird sich damit abzufinden haben, aber man wird Borsorge treffen müssen, den Bevölkerungszuwachs in rechter Weise unterzubringen. Das städtische Amt für Stadtplanung hat jetzt für Berlin einen Bevölkerungsplan aufgestellt, der Auskunft darüber gibt, wie in den einzelnen Teilen der noch sehr ungleich besiedelten Großgemeinde Berlin die weitere Besiedlung sich entwideln fönnte und der Zuwachs unterzubringen wäre. Dieser Plan ist aus dem Generalbebauungsplan für die Weltstadt Berlin ein Teilstück, neben dem der Freiflächenplan, der Bauzonen plan, der Nutzungsplan, der Verkehrsstraßenplan ein Bild der mög lichen Stadtentwidlung geben. a In der dem Plan beigegebenen Dentschrift über die in 3utunft mögliche Bevölkerung der Stadt Berlin betont Stadtbaurat Dr. Wagner in einem erläuternden Borwort, daß die Entwicklung einer Weltstadt sich nicht auf fünfund liebzig Jahre im voraus bestimmen und festlegen läßt. Mögen solche Pläne, sagt er, auch noch so überlegt und durch dacht sein, sie werden schon nach kurzer Zeit durch die Entwicklung der Wirtschaft, der Technik, der soziologischen Erfenntnis, der Gefeßz gebung der Organisation und durch neu auftauchende Bedürfnisse überholt werden. Der Bevölkerungsplan errechnet auf dem jezigen Ber. finer Stadtgebiet von 87850 ettar nach der jetzt geltenden Bauordnung eine zukünftig mögliche Gesamtbevölle, darauf hin, daß die Gebietsabgrenzung nicht unabänderlich sein wird, fehrspolitischen und ökonomischen Gründen, auch aus verwaltungspolitischen Gründen. Eine Steigerung der Einwohnerzahl Berlins bis auf das Doppelte und darüber hinaus müßte zu den größten Schwierigteiten der Versorgung mit Lebens. mitteln, Rohstoffen, Gas, Wasser, Elettrizität usw. führen. Eine Berdoppelung der heutigen Einwohnerzahl brächte ein staatswirtschaftliches Problem allerersten Ranges, das die Stadt Berlin allein nicht lösen könnte. Bon dem Gesamtgebiet werden 45 887 Heftar(= 52 Proz. von 87 850 Heftar) Wohngebiet sein. 41 965 Heftar(= 48 Proz.) bleiben unbewohntes Gebiet. Bon ihm werden 31 710 Heftar als Freiflächen ausgewiesen. Nach vollem Ausbau werden aljo je Einwohner nur 33 Quadratmeter Freiflächen einschließlich Dauermälder vorhanden sein. Heute wohnen in den Bauklassen mit fünf, vier, drei, zwei Geschossen 2829 000, 688 000, 331 000, 321000 Personen( 68, 16,5, 7,9, 7,6 Proz.), fünftig tönnen wohnen in denselben vier Bautlassen 3744 000, 1627 000, 1508 000, 2559 000 Personen ( 40, 17, 16, 27 Pro3.) Man sieht, daß die Stadt Berlin stärker als je in die 3one des Flachbaues hineinwachsen wird. Wagner sagt, daß der Streit la ch bau oder Hochbau?" heute meder nach der einen noch nach der anderen Seite für die Zukunft bindend entschieden werden könne. Wenn man schon heute eine These für die Bauzone der Zukunft aufstellen will, so fönne fie nur lauten: Flachbau und Hochbau. Vor allem aber muß auch das Interesse der Angegriffe. nen berücksichtigt werden. Gerade die völkische und nationalfozialistische Bresse hat die Gewohnheit, Privatpersonen aber ein zelne mißliebige Firmen, besonders jüdische Geschäfts.rung von rund 10 millionen Einwohnern. Wagner weist Bezirke. Nach diesem Bevölkerungsplan fönnte es z. B. der Beinhaber burch einen schonungslos geführten Berleumdungstampf in ihrer Eristenz zu ruinieren. Suchen die Angegriffenen dann Schutz bei den Gerichten, so scheitert ihre Klage an der Unmöglich. teit, das volfische Blatt zu belangen, weil der verantwortliche Re dakteur im mun ist! Die Berleumderbande aber lacht sich ins Fäuftchen und fegt unter Sohngelächter den Bernichtungsfampf gegen die Betreffenden fort. Es mar höchste Zeit, daß der Reichs tag hiermit Schluß gemacht hat. Neue Waffenfunde in Berlin. Der Fall Buiterjahn. Berichte 2. und 3. Seite. Sehr ungleich ist die 3u wachs möglicht eit für die einzelnen zirt Weißensee nur auf 292 900 Einwohner bringen. Er hätte bann unter allen Bezirken die geringfte Bevölkerungszahl. Dagegen tönnte sein Nachbar, der Bezirf Lichtenberg, unter allen Bezirken die größte Bevölkerungszahl erreichen. Der Bevölkerungsplan rechnet für ihn 819 200 Einwohner heraus. Solche Unterschiede nötigen selbstverständlich zu einer Aenderung der Bezirkseinteilung. Noch größer ist die Ungleichheit der Wohndichte in den einzelnen Bezirken. Die Wohndichte wäre am ungünstigsten in Kreuzberg mit 456 Ein wohner auf 1 Heftar, am günftigften in Röpenid mit 29 Cin wohnern auf 1 hektar. Diefe 3ahlen beweisen freilich nichts für die Zusammendrängung der Einwohner auf den Grundstücken und in den Wohnungen Die Entwicklung der einzelnen Bezirke wird zweifellos nicht nach Maßgabe ihrer Aufnahmefähigkeit vor sich gehen, sondern dunch alle möglichen Ursachen beeinflußt werden. Für die Verwaltung wird aber dieser Bevölkerungspfun ein wertvolles Hilfsmittel sein, wenn fie Vorsorge treffen will, für die kommende Entwicklung z. B. dem Bedarf an Schulen ,. an Berkehrsmitteln, an Anlagen für Wasser, Gas- und Elektrizitätsversorging rechtzeitig zu genügen. Maschinengewehre nach Ungarn. Ein neuer Waffenschmuggelfandal- in Wien aufgedeckt. Wien, 14. Dezember Die„ Arbeiterzeitung" meldet: Am Mittwoch nachmittag wurde bei der Dona- DampfschiffahrtsGeselschaft ein nach Budapest bestellter Schlepper verladen. Beim Berladen brach eine kiffe, so daß der Inhalt sichtbar wurde. Zum größten Erstaunen fand man in der auf dem Frachtbrief als Rohölma foren deklarierten Kiste Maschinengewehrgutte. Die diensthabenden Zollbeamten liegen daraufhin die bereits verladenen ferhs anderen Kiften derfelben Sendung wieder aus Laden und beschlagnahmten fie. Bei der Deffnung ergab sich, daß sämtliche isten Maschinengewehr teile, Läufe, Verschlußbestandteile usw. enthielten. Die kisten, die das Signum M. W. trugen, sind von der Wiener Speditionsfirma Blum und Popper aufgegeben worden. Der Auftraggeber, angeblich eine Motorradfabrik, die jedenfalls für die falsche Deflarierung verantwortlich ist, wurde von den Zollbehörden telephonisch angerufen, fonnte aber feine befriedigende Erklärung geben. Die Kisten wurden später von der Polizei in Gewahrsam genommen. Ein Fangeballspiel. Der Polizeipräsident Beauftragter der KPD. Der„ Abend" hatte gestern nachmittag Aeußerungen der Roten Fahne" und der Deutschen Zeitung" über das Borgehen des Polizeipräsidenten veröffentlicht. Er hatte mitgeteilt, daß die„ De utsche 3eitung" erklärt hatte, daß die Maßnahmen des Polizeipräsiden ten sich gegen die Rechtsradikalen richten. Im gleichen Augenblick hatte die Rote Fahne" gesagt, daß der Polizeipräsident beabsichtige, KPD, und Rot Front" mit seinen Anordnungen zu treffen. Dar aus hatten wir die Schlußfolgerung gezogen, daß das richtige wohl in der Mitte liegen müsse. Heute zitiert auch die„ Rote Fahne" die " Deutsche Zeitung" mit folgenden Sägen: „ Die Kommunisten haben oft genug bewiesen, daß sie sich jolange man ihre unterirdischen Organisationen überhaupt bestehen läßt, nicht im geringsten an die Anordnungen des Genossen Zärgiebel tehren Daran wird auch die in Aussicht gestellte neue Berordnung des Polizeipräsidenten nichts ändern, solange man es nicht wagt, den Roten Frontkämpferbund... rücksichtslos zu perbieten." Daran knüpft die" Rote Fahne" folgende demagogische Be merkung:„ Es zeigt sich also mit vollkommener Klarheit, in messen Auftrag und zu weffen Gunsten der Sozialdemafrat 3örgiebel seinen verbrecherischen Anschlag auf die Berliner Arbeiterschaft durchzuführen plant." mit dein: gleichen Recht hätte nun die Deutsche Beitung aus den Aeußerungen der„ Roten Fahne den Schluß ziehen können, daß der Polizeipräsident im Auftrage der Kommunisten handle. Bielleicht können wir auch noch das erleben, vielleicht sind aber auch die Leute der Deutschen Zeitung" etwas flüger als die der " Roten Fahne" und sehen ein, wie irrfinnig eine derartige Behaup tung ist. Die ganze Geschichte mutet an wie ein lustiges Fangeballspiel, bei dem sich die Beteiligten die Bälle einander zumerfen. Bedauerlich bleibt nur, daß die Anhänger der beiden Parteien den Dingen viel zu nahe stehen, als daß sie flar erkennen tönnten, in weicher Weise hier mit ihnen Schindluder getrieben wird! Bor Geverings Entscheidung. Die Kommunisten entschleiern das Geheimnis. Die tiefe Trauer der KPD. über die Abwürgung der Aussperrung, ohne Rücksicht auf die Kampfleitungen" und die JAH.- Sammlungen, wird durch die laute Hoffnung gemildert, Severings Entscheidung werde für die Metallarbeiter derart ungünstig ausfallen, daß die„ klassenbewußten" Unorganisierten sich entrüsten und so für den KPD.- Laden doch noch ein gutes Agitationsgeschäft herausspringe. Die KPD.- Preſſe muß diefe Hoffnung nähren. Der Kommunist als Angeber. Kriegsbeschädigte mußten stundenlang warten. Wie groß das faziale Empfinden fommunistischer Stadt-| rufenen Polizeibeamten bestätigten dem Gericht, daß, als fie einräte ist, das hat am Donnerstag eine Berhandlung vor dem trafen, mehrere Kriegsbeschädigten weinten und den Stadtrat anflehten, ihnen wenigstens einen fleinen Vorschuß zu Schöffengericht in Lichtenberg gezeigt. geben, da ihre Familien hungerten. Das Bild, das sich den Be amten bot, war so erschütternd, daß der eine von ihnen dem einen Kriegstrüppel aus seiner Privattasche eine fleine Unterstüßung gab. Die Angeklagten wurden freige [ prochen, weil ihnen das Gericht glaubte, daß fie fich zu Unrecht benachteiligt fühlten. Außerdem hat das Gericht zugunsten der Angeklagten angenommen, daß ein franter Mensch nach achtstündiger Wartezeit seine Nerven nicht mehr zusammen hat. Der tommunistische Stadtrat Romalte hatte zeitweise das Kriegsfürforgeamt im Bezirk Lichtenberg zu be treuen. Ein Amt, das sicher mit sehr viel Taft und sozialem Verständnis geleitet werden muß. Kriegstrüppel, die heute noch eine Rente von 23 Mart pro Monat erhalten, damit natürlich nicht austommen, und in furzen Zeitabständen Beihilfen verlangen, find sicher nicht immer sehr höflich im Umgang mit den Beamten. Um so mehr muß der förperlich gesunde Beamte, und vor allen Dingen der Leiter einer solchen Abteilung, verstehen, die Kriegsopfer zu behandeln. Stadtrat Komalte hat, das bewies der Prozeß, mit den untaug lichsten Mitteln eine Beruhigung der schwer nervösen Unterfügungsempfänger versucht. Als eines Tages ein Kriegsbeschädigter mit seiner Frau, beide schwer trant, eine Zufagrente verlangten, hat er sie zunächst stundenlang warten lassen und dann ohne ausreichenden Grund wieder weggeschickt. Die übrigen Kriegsbeschädigten erregten sich durch diese Vorgänge und ihre Antworten auf die auch ihnen abgelehnten Unterstügungsanträge maren wohl nicht sehr milde. Stadtrat Kowalke hat dann bei mehreren Kriegs beschädigten die Polizei holen lassen und hat einer ganzen Reihe von Kriegsbeschädigten Hausverbote zugeschickt. Außer dem hat er fünf Kriegsbeschäbigte bei der Staats. anwaltschaft angezeigt, die fich gestern vor dem Schöffen gericht megen Beamtennötigung und Hausfriedensbruch zu ver teidigen hatten. Die Befragung der Angeflagten und auch die Zeugenvernehmung hat flar erwiesen, daß die ganze Affäre mit etwas mehr Taft hätte vermieden werden können. Die herbeigeUm die Zeit, da der Reichsinnenminister sich am Mittwoch zur Reise nach dem Ruhrgebiet rüstete, wurde in der„ Roten Fahne" eine„ Severings Standpaufe für den DMV." fertig gemacht. Es jei zu heftigen Auseinanderlegungen zwischen Severing und den Führern des DMV. gekommen. Severing habe seinen jozialdemokratischen Kollegen heftige Vorwürfe gemacht, wegen der unverantwortlich hohen Lohnforderungen. Die führenden Industriellen seien ihm bei der Einsichtnahme in ihre Geschäftsbücher und Bilanzen weit entgegengekommen. Er habe sich überzeugen fönnen, daß derartige Lohnforderungen wie sie der DMV. im Ruhrgebiet mit Rücksicht auf die Kommu= nisten" gestellt habe, ganz untragbar seien. Seine Parteifreunde habe Gevering in der heftigsten Weise angefahren, als sie ihm zu widersprechen wagten. Wann und wo diese Standpaule gehalten worden sei, verrät das Blatt nicht. Dafür behauptet es heute: Severing hat schon den Schiedspruch fertig." 3war meldet der Drahtbericht der Roten Fahne" aus Düsseldorf, die Verhandlungen, die Seve= ring am Donnerstag mit den Gewerkschaften hatte, würden geheim gehalten. Da die KPD.- Leute aber alle Geheimnisse entschleiern, wird versichert, daß Severing den Schiedsspruch schon fertig habe, der„ die heftigsten Proteste der Gewerkschaftsvertreter hervorgerufen haben soll". Die Besprechung sei aber damit beendet worden, daß die Gewerkschaftsführer die Vorschläge von Severing voll und ganz afzeptiert haben". Daran knüpft das Blatt die liebenswürdige Bemerkung: Die Ruhrmagnaten fönnen mit Severing zufrieden sein. Demgegenüber möchten wir start bezweifeln, daß es Severing gelingt, fich in gleichem Grade die Zufriedenheit der Eisenherren zu erwerben, wie dies der KPD. gelungen ist. Sie wird abwarten müssen, bis Seve ring seine Entscheidung getroffen hat. Die franzöfifchen Abgeordnetendiäten. Die französische Kam. mer beschloß in einer sehr erregt verlaufenen Nachtsizung, die sich his in die Morgenstunden hinzog und in der der Kammerpräsident mehrmals mit der Aufhebung der Sigung drohen mußte, mit 262 gegen 254 Stimmen die Abgeordnetendiäten ab 1929 auf 60 000 Franken( etwa 9500 m.) zu erhöhen. Was bedeutet das Geschrei? Rechts und links und in der Miffe: Alle prügeln sich herum. Knüffe, Püffe, faftige Triffe fliegen bis ins Publikum. Dieses heldische Gewühle will und will nicht wieder ruhn, und der Gipfel der Gefühle muß es sein, da mitzutun. Diese pfeifen, jene brüllen. Auf und nieder wogt der Kampf. Dide Wolfen Staubs verhüllen das Geschiebe, das Gestampf. Jeht will fich der Trubel lüften, daß man etwas besser sieht und sich aus den üblen Düften an die frische Luft verzieht. Wieder sind sie aneinander, hauen fich die Jade voll. Selbst die Helden am Stamander bei Homer find nicht so toll. 3ft es Spiel? 3ft's eine Strafe? Was bedeutet das Geschrei? Fußball?!? Nee, bloß unsre brave kommunistische Partei! Peter Igel in der Fränt. Tagespost". Reichswehrsoldat erstochen! Ein roher und grundloser Ueberfall. Ein roher Ueberfall wurde in der vergangenen Nacht auf einen Obergefreifen der Reichswehr im Norden Berlins verübt. Der Berteidiger der Angeklagten hat vor Gericht einen umfang reichen Wahrheitsbeweis darüber antreten wollen, daß die Angetlagten tatsächlich benachteiligt worden sind. Die Angeklagten gehören zum Teil dem ,, Allgemeinen Berband der Kriegsopfer" an, der sich von dem kommunistischen„ Internationalen Bund der Kriegsopfer" abgespalten hat. Der Berteidiger verlangte in 17 Fällen den Wahrheitsbeweis, daß Herr Romalle feine Parteifreunde bevorzugt behandelt. So soll ein ge= wisser Vesper für einen Bauzaun 400 Mart Zuschuß bekommen haben, außerdem ein Waffergeld vom Wohlfahrtsamt und Kriegsfürsorgeamt. Ein anderer soll bei der russischen Handelsgesellschaft angestellt sein, dort 400 Mark beziehen, und trotzdem noch mit Bei hilfen vom Kriegsfürsorgeamt bedacht werden. Wieder ein anderer, Atquifiteur der„ Roten Fahne", soll eine tomplette Wohnungseinrichtung vom Kriegsfürforgeamt. Bohnungseinrichtung erhalten haben. In der Gerichtsverhandlung wurde dieses Material, weil es nicht zur Sache gehörte, nicht gemürbigt. Um so mehr müssen die Bezirksinstanzen dafür sorgen, daß diese präzisen Vorwürfe genau untersucht werden. Die Geschäfte des OberbürgermeistersRachprüfung durch die Waldenburger Stadtverordneten. Breslau, 14. Dezember.( Eigenbericht.) Die Stadtverordnetenversammlung in Waldenburg befaßte sich am Donerstag unter startem Andrang von Zuhörern mit der durch bas Millionengeschäft geschaffenen Situation der Stadt. Oberbürgermeister Dr. Wießner erstattete Bericht. Er behauptete, daß er sich nichts habe zuschulden kommen laffen und daß er glaube, das Geld sei im wesentlichen zu retten. Da der Oberbürgermeister diese Geschäfte aber nahezu selbständig getätigt hat, war die Lage der Dinge nicht zu übersehen. Es wurde eine Kommission.aus Dier Stadtverordneten und zwei Magistratsmitgliedern gewählt, die unter Hinzuziehung eines Bantfachverständigen die Geschäfte prüfen soll und ermächtigt ist, im Falle der Entdedung strafbarer Handlungen beim Staatsanwalt Anzeige zu erstatten. Der Bau der Stadthalle, eines für Waldenburg sehr wichtigen Projekts, muß. bis zur Klärung dieser Angelegenheit aufgeschoben werden, Pariser Angriffe auf Müller. Phantasien des Rationalismus. Paris, 14. Dezember.( Eigenbericht.) Die Rede des Reichsfanglers Müller im Berein Berliner Bresse hat in Paris eine starke Berstimmung hervorgerufen. Gauermein im Matin" erklärt, der Reichstanzler sündige durch allzu doftrinäre Haltung, erspreche, wie wenn er feinerlei Verantwortlichfeit trage. Bertinag im„ Echo de Paris" erklärt sogar, daß die Rede dem geheimen Wunsche entsprungen sei, Stresemann Schwievigkeiten zu machen(!), damit er in Lugano nicht mehr erreichen fönne als Müller selbst in Genf erreicht habe. Gegenüber der Dreiftigkeit des Reichstanzlers hätte es, schreibt Bertinag, nur eine Briand einzige, natürliche Reaktion Frankreichs geben tönnen. hätte die Berhandlungen über die Rheinlandräumung sofort abbrechen müssen. Der Petit Parifien" meiß zu berichten, daß in der gestrigen Unterredung zwischen Stresemann, Briand und Chamberlain der Reichsaußenminister sich bemüht habe, eine Reihe von Kommen Dingen festgestellt: 1. Die Anschlußfrage habe teine attuette taren zur Rede des Reichskanzlers zu geben. Er habe vor allen Frage tönne nur im Rahmen der Berträge aufgeworfen und nach Bedeutung, weder für Deutschland noch für Desterreich; 2. die Frage tönne nur im Rahmen der Berträge aufgeworfen und nach der darin festgelegten Prozedur geregelt werden. Der 27jährige Obergefreite Willi Rottschalt vom 12. Reiterregiment( Hannover), der zurzeit bei seiner Schwester in Berlin auf Urlaub meilt, befand sich gegen Mitternacht auf dem Wege von der Ahlbecker- nach der Schliemannstraße. Vor dem Hause Schliemannstraße 17 wurde der Soldat wüchsigen Burschen angerempelt. Im nächsten Augenblick Schliemannstraße 17 wurde der Soldat von einem halb. wüchsigen Burschen angerempelt. Im nächsten Augenblick stürzten aus der Hausflurnische vier weitere Burschen heraus, die ohne jeden Grund über den Ahnungslosen herfielen und auf ihn einschlugen. In größter Bedrängnis zog Rottschalt fein Seitengewehr, um sich die Gegner vom Leibe zu halten. In dem entstehenden Handgemenge wurde dem Reichswehrsoldaten die Baffe entriffen. Die Täter stachen dann in geradezu bestialischer Weise mit Dolchmessern auf den Wehrlosen ein und brachten ihm mehrere tiefe Stiche bei. Troß seiner schweren Verlegungen versuchte RottSchalt, dem auch das linke Auge ausgeftochen war, noch zu fliehen, vor dem Hause Lettestr. 6 brach er jedoch bewußtlos die zusammen. Als Paffanten zu Hilfe tamen, fuchten die Roh: aufammen. linge das Weite. Die alarmierte Feuerwehr schaffte den Berlegten in die Charité, wo er schwer daniederliegt. Einige Zeit später wurden drei verdächtige Burschen festgenommen, von denen man aber noch nicht genau weiß, ob sie den Ueberfall verübt haben. Die neue Reichsbahnverwaltung. Berufung eines Vertreters des Personals. Das Reichskabinett hat einstimmig die Herren Hermann Schmidt( 3. G. Farbenindustrie), H. C. Welder( Haniel- Kon zern, Düsseldorf), Lokomotivführer Mattheus Herrmann, Nürnberg und auf Vorschlag Preußens Dr. D. Jeidels( Berliner Handelsgesellschaft) zu Mitgliedern des Verwaltungsrats der Reichs. bahngesellschaft ernannt, Mit dem Lokomotivführer Herrmann tritt ein Bertreter des Personals in den Berwaltungsrat ein. Der Hauptbetriebs. rat der Reichsbahngesellschaft hat sich auf ihn geeinigt, so daß Herr mann als Vertreter aller Richtungen des Personals betrachtet werden kann. Ein Feldwebel unter Spionageverdacht. Die Polizei in Dessau verhaftete auf Beranlassung der Staats. anwaltschaft einen Feldmebel des Dessauer Reichswehrbattaillons unter dem Berdacht der Spionage. Nähere Einzelheiten können im Interesse der Untersuchung nicht bekanntgegeben I werden. . S. A. greift nicht ein. Nichts Neues aus Südamerika. Washington, 14. Dezember. Staatssekretär Kellogg äußerte gestern abend die Ansicht, daß bolivianisch- paraguanische Spannung nachgelassen habe, Die amerikanische Regierung habe nicht die Absicht, zur Beilegung des Konfliktes zu intervenieren. Nach Meldungen aus Buenos Aires rechnet man in bortigenpolitischen Kreisen mit der Möglichkeit, daß Hoover um eine Bermittlung gebeten werden könnte. Man glaubt jedoch, daß er dazu wenig Neigung zeigen wird. Die Zeichen des Antisemitismus. In anerkennenswert objektiver Weise beschäftigt sich Dr. Bruno Weil in einer Bersammlung des Zentralvereins deutscher Staats. bürger jüdischen Glaubens mit den Merkmalen bes pölti. en antisemitismus des letzten Jahrzehnts. Der Referent pologischen und der gefühlsmäßigen Seite hin so logisch, wie es Bertreter dieser Theorie bislang noch nicht formuliert haben. Dr. Weil wandte sich an die Juden mit der Mahnung, sich nicht aus beleidigtem Chrgefühl von den staatsbürgerlichen Aufgaben der Gestaltung der deutschen Republik zurückzuziehen. Den Bölkischen rief er zu, die Energien, die unproduktiv im Antisemitismus verpufft werden, für höhere Biele zu sparen, für 3iele, die die ganze Menschheit angehen und nicht nur die 500 000 deutschen Juden. entwickelte die völkische Rassen- und Nationentheorie nach der anthro Rino- Expedition im Raufafus umgekommen. Eine Kinoexpedition, die aus dem Operateur, feinem Gehilfen und sieben Begleitern bestand und im nördlichen Staufajus Filmaufnahmen machen wollte, stürzte von einem Gebirgspfad in den Abgrund. Sämtliche neun Personen famen ums Leben. 27 Lan mort Karl Baf ( SM Geric gefü Aufa frem geria unte bere hab Eng erja tool Bul ihm bor Ber ung N P de 5 gi Do C 九 ho di D tr le a 254 h b h ID 11 B= e ht ch t. D. ra 11 te e 11 34 ft i. r, e t I, Der Fall Bullerjahn. Rach Hörensagen zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Bor einem kleinen Kreis von Parlamentariern, Ber. tretern von Behörden und der Presse, Richtern und Rechtsanwälten sprach Donnerstag abend der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Paul Cevi über den Fall Bullerjahn. Vor drei Jahren ist der Lagerverwalter Walter Bullerjahn wegen Landesverrats zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt morben, weil er angeblich ein bei seiner Firma, bei den BerlinKarlsruher Industriewerken, verstecktes Lager von Halbfabrikaten für Baffenzwede Ch die Interalliierte Militärfontrollfommission ( MAK.) verraten haben soll Levi schildert an Hand des Reichsgerichtsurteils die Indizien, die zur Berurteilung Bullerjahns geführt haben. Diese Indizien sind so unzulänglich, daß ihre Aufzählung bei den anwesenden namhaften Juristen äußerstes BeUnd nun der 3eugenbeweis des Reichs3wei Untersuchungsrichter und ein Kriminalkommissar haben unter Eid ausgefagt, daß fremben erregt gerichts: eine ungenannte Bertrauensperson, Berlin, die Stadt der vielen Konzerte Konzertrundschau/ Von Klaus Pringsheim. • Es ist ein brüchiger Boden, auf dem das Konzertmesen auf| Spanier Celestino Sarobe, Battistinis Schüler, präsentiert gebaut ist. Die Unsicherheit des gesellschaftlichen Fundaments, die fich einer Hörerschaft, die faum seinen Namen tannte, als Meister. Unzulänglichkeit der wirtschaftlichen Grundlagen, das Mißverhältnis fänger der großen Klaffe. Die Kunst des schönen Singens steht in zwichen Angebot und Nachfrage, die Ueberproduktion an Konzerten, hoher Blüte in den romanischen Ländern. Doch dem Tenor Jan erschreckend angesichts der Größe, nämlich Kleinheit des in Betracht Kiepuras, der mun der Mailänder Scala angehört, fehlt nach tommenden Konsumententreises, all dies zusammen bedingt die folche Vollendung im Technischen, fehlt mehr als nur die Bollendung; wahrhaft fatastrophale Situation. in der wir uns wie lange es wäre ein großer Verlust, wenn diese selten schöne Stimme ver noch? befinden. Wie lange noch der Katastrophe. bis endlich fie loren ginge. Aus Buenos- Aires tommt das Musiterpaar Maals Massenzusammenbruch eintritt, zutreiben? Diese warnende Frage, rietta und Hent Froißheim Kever. In Argentinien die zu noch immer rechtzeitiger Besinnung mahnt, ist hier oft gestellt beugen fie für deutsche Musik, und mun tommen fie zu uns und worden. Ein anderes ist: was, wie, von wem musiziert wird. An zeigen, wie sie es dort machen, und bringen als interessierende NeuReichhaltigkeit, Bielgestaltigkeit bes Ronzerflebens fann es teine beit eine flangvoll gefeßte Suite für Klavier und Geige von Joaquin Stadt der Welt mit Berlin aufnehmen. Alle Mufit aller Bölfer Turina; in ihrem eraften, gepflegten Zusammenspiel mischt und gibt es zu hören, jede Spezialität findet ihren Spezialisten, jedes verbindet fich deutsche Mufiffultur mit füblicherem Temperament. Instrument, jede Form und Gattung des Musizierens bietet sich in mit einer Respett gebietenden Leistung, einer sehr dankenswerten verschwenderischer Auswahl. Mehr und mehr wird Berlin zum Zentrum Darbietung führt der Pariser Pianist Henri Gif. Marcher sich des deutschen, ja, des europäischen, ja, desuniversalen, zwei Rontinente ein; in brei Abenden gibt er eine umfaffende Uebersicht über die umspannenden Mufiflebens der Gegenwart. Die Brominentesten aus Sauptwerte der französischen Klaviermufit von Cesar Frand bis in allen Musikländern der Erde lassen sich durch das Publikum, durch der hat viel für die eigene Bildung getan, und der Bianist, technisch die jüngste Gegenwart. Wer feinen der drei Abende versäumt hat, die Presse der Weltmusikstadt Berlin ihre Weltgeltung immer von neuem bestätigen. Doch jeden auch, der in deutschen Landen als und geistig auf der Höhe seiner ungewöhnlichen Aufgabe, tut nicht ausübender Musiker seinen Wert erwiesen hat, und seinen Kurswert weniger für die Werke, die er spielt. Er spielt nicht Klavier wie hält, lockt das Ziel, in einem Berliner Konzertsaal seine Leiſtung wie er den Zauber des Instruments, hat so viel Boefie des NavierWalter Giefeting; fein zweiter spielt fo. Keiner beherrscht ani fünstlerischen Maßstab der Reichshauptstadt zu messen. Dod tons, fo unendlich viele und feine Stufungen vom Heroich- Kraftvergessen wir auch nicht, daß die Biermillionenstadt, die eine im Dollen bis zum Zart- Berhauchenden. Ein erlesenes Programm: beren Unbeteiligtheit und Glaubwürdigkeit über jeden Zweifel erhaben jei, in ihrer Gegenwart befundet habe, Bullerjahn sei wenige Lage vor Weihnachten 1924 bei der englischen Abteilung der JMKK. ejienen und habe Angaben über das geheime Lager machen rollen. Man verwies ihn an die französische Abteilung, dort habe Bullerjahn mit dem französischen Leutnant Jost verhandelt und von ihm 1200 bis 1400 Mart erhalten. Den drei Zeugen sei von ihrer borgelegten Dienststelle verboten worden, Aussagen über Namen und Bersönlichkeit der ungenannten Bertrauensperson zu machen. Diese pojante Anzahl hervorragender Mufiter zu den ihren zählt, fidh Bach, Mozart, Schumann, Debuffy, und ein Rünstler von inter selbst reichlich mit Musikernachwuchs beliefert. So tommt zu jenen beiden Gruppen der international Arrivierten und der im Reich Erprobten als dritte die landschaftliche Spezialität des Berliner der das hat, hier der halbvoll. Sprechendstes Beispiel: so hoch das Konzertniveau, fo hoffnungslos zerrüttet sind die gesellschaftlich- wirtschaftlichen Grund- Naturwissenschaftliches Wunderbaren und aufgewachſen zu ſein, unterliegt allzu leight bet Ber: fagen des Rongertlebens. ch t. e, e, 22 je 15 ie C er H B. er 9= ie 11 er де D= 71 n e M Pfarrer Edert aus Groß- Ziescht, der aus der Diffel des Krieges soviel Honig als möglich saugen will." der damalige Generaldirektor der Berlin- Karlsruher Industriewerke Herr v. Gontard. Dieser Mann ist nicht unbeteiligt, denn es gibt bei diesem Berrat zwei Geschädigte: das Reich und Herr Don Gontard. Gontard war also beteiligt. Ueber die Glaubwürdigkeit dieses Herrn will sich der Vortragende nicht äußern. Run steht aber fest, daß Herr v. Gontard aus eigenem Wissen überhaupt nichts betunden fonnte. Er hat sein Wissen von dritter Seite, die ihrerseits ihr Wissen auch nicht aus eigener Wahrnehmung hat. Der legte Ausgangspunkt der Befundungen der ungenannten Vertrauensperson dürfte bei einem Angehörigen der JMKK. zu juden fein. Bullerjahn ist also vom Hörenjagen auf Hörensagen zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt worden, Ar Der zweite Hauptbelastungszeuge, der beiter Porath, will auf dem Schreibtisch Bullerjahns in der Fabrit Schriftstücke gesehen haberi, auf denen zu lesen stand:„ Hier lagern 15 000 bis 65 000 Gewehrläufe." Daneben hätten Pläne gelegen mit Bezeichnung der geheimen Lager. Die Schriftstücke feien abreffiert gewesen: An die französische Kontrollkommission in Köln. Es gibt dort aber nur eine englische. Auch diese eidliche Aussage ist im Urteil verwertet. Der Zeuge Porath ist schon feit 1½ Jahren wegen Paralyfe im Irrenhaus. Bullerjahn hatte es immer heftig bestritten, was Porath ausgesagt hat. Es scheint auch für unwahrscheinlich, daß ein Landesverräter bie Papiere, mit denen er Berrat begehen will, offen herumliegen läßt. Auf Herrn v. Gontard geht auch die Aussage zurück, Bullerjahn habe, als er in Berdacht geriet, an die IMKK. geschrieben, man möge seinen Namen verschweigen, weil er sonst 15 Jahre Zuchthaus zu gewärtigen habe. Auf Anfrage in der Diskussion erklärte Levi, biefer Brief habe bem Bericht nicht vorgelegen. Bemerkensmert war die Feststellung des Kammergerichtsrats Orgler in der Diskussion, entweder seien über die Beunbungen v. Gontards falsche Aussagen gemacht worden, oder im Reichsgericht wäre eine Fälschung vorgekommen. Damit gab er ber Stimmung wohl der meisten Anwesenden Ausdrud. Man darf erwarten, daß jest bas Reichsjustizminifterium Schritte unternehmen wird, um eine Nachprüfung dieses mertwürdigen Urteils zu ermöglichen. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend.( Nachdr. verb.) Anfangs noch ziemlich tribe mit Neigung 34 einzelnen Schneefällen, später langsame Bewölkungsabnahme mit finfenden Temperaturen. Für Deutschland. Im Süden und und Often noch Schneefälle. Im Westen etwas Aufheiterung. Sintenbe Temperaturen. suchung begreiflichen Ehrgeizes, sein Heimatgefühls geradewegs in die Deffentlichkeit des Konzertpodiums zu projizieren, er mödyte fozusagen gleich an Ort und Stelle sein Bläßchen an der Sonne belegen. 13 Berliner Dirigenten. Bodenständig im besten Sinn, zugleiá) repräsentativ für die Musilstadt Berlin sind an erster Stelle die großen Symphoniefonzerte des Philharmonischen Orchesters; neben den Philharmonischen", mit ihrer bald fünfzigjährigen, durch Bülow und Nitisch geweihten Tradition, nicht minder die Bruno. Walter Konzerte, auch diese ein konstanter Faktor des Mufillebens, allein hervorgegangen aus der überragenden Stellung. die darin der fünstlerische Leiter der Städtischen Oper einnimmt. Das dritte, mittags und abends ausverkauft, mit Maria Müller als Soliftin, bringt als Hauptnummer Beethovens Siebente, die -Tur- Symphonie. Im heutigen Konzertdirigenten spiegelt sich, wie in feinem anderen Künstlertyp, die Universalität der Mufit. literatur, mie fie in der Gegenwart lebendig ist: er muß gewiffer maßen alle Etile, alle Gebiete beherrschen. Gewiß, auch der Kapellmeister entgeht nicht dem zeitgemäßen Sayidfal, irgendwie etiquettiert zu merden; Walter etwa wird als Schubert und Mozart- Dirigent, Furtwängler vor allem als der große BeethovenInterpret gepriesen. Gewiß, Furtwangler vergrößert, richtiger: er pergroßartigt Schuberts C- Dur- Symphonie, über ihre und ihres Schöpfers Natur hinaus, ins schlechthin Beethovensche. Aber wenn vielleicht Schubert und Mozart die Meister sind, denen Walter am nächsten ist: wie er nun die Siebente in monumentaler Gestaltung bis zum dithyrambischen Jubel des Allegro- Finale steigert, wird es eine Gipfelleiftung tongenialer Beethoven- Interpretation. Eine unaufhaltsame Umgruppierung scheint sich im Konzert. bereich der Staatsoper zu vollziehen. Die Symphoniefonzerte im alten Opernhaus waren einst, man erinnert fich, stolzester Besitz der hauptstädtischen Musikwelt; aber mehr und mehr " Sechzehn Töchter und fein Papa. Zauenhien- Palast. Der Regiffeur heißt Troß, aber er ist nicht negativ, im Gegenteil, er leistete eine recht positive Arbeit, weil er den Beweis erbrachte, daß das deutsche Filmluftspiel noch nicht verstarb. 3wei Manuskriptverfasser schrieben, was eigentlich gegen die Gewohnheit guten Gelingens ist, eine Lustige Masterade. Der alte und der junge Herr des Hauses, sie haben beide etwas auf dem Kerbholz und darum wird der Sportsmann Fritz für eine Dame und der Operettenstar Frizi für den Sportsmann Friz ausgegeben. Da der alte Herr überbies ein gar nicht existierende uneheliche Tochter sucht, erscheint auch noch ein ziemlich ramponierter Jungmädchenffor auf der Leinwand. Zum Schluß werden dann Friz und Frigi ein Paar. Gespielt wurde recht frohlaumig und Maly Delschaft und Kurt Vespermann tamen zu wahren Glanzleistungen. Maly Delschaft ist ein ganz dharmantes Menschentind, das ein Mündchen machen fann wie eine schnäbelnde Taube und ein Mäulchen, gegen das eine Hamburger Schnute so gar nichts ist. Ueber Kurt Besper mann hat man wohl noch nie so gelacht wie diesmal, und das ist für ihn ein ganz großer Erfolg, denn er betrachtet es doch als seine Lebensaufgabe, Menschen lachen zu machen. Anton Pointner ist fympathisch als junger Ehemann in tausend Nöten, und Walter Steinbed als älterer, nicht minder verlegener Herr, gefällt auch. Lia Eibenschüß ist jetzt der reinste Wasserstofffuperoxid, wodurch ihr Gesicht viel an Interesse verloren hat. Daß Paul Gräg in all dem Wirrwarr als Diener stets an seinem Plage ist, weiß jeder, der Paule fennt. Röllinghof schrieb die Texte, er schreibt viel, aber der Junge liefert wenigstens Qualitätsware fürs Geld e. b. Eine Erflärung Furtwänglers. Wilhelm Furtwängler läßt durch das Wolffsche Telegraphenbureau folgende Erklärung verbreiten:„ Entgegen den immer wieder auftauchenden tendenziösen Meldungen stelle ich endgültig fest: Ich habe die Wiener Stellung lediglich und ausschließlich abgelehnt mit Rücksicht auf das Philharmonische Orchester, dessen wirtschaftliche und fünstlerische Sicherstellung von meiner Entscheidung abhängig gemacht wurde. Ein finanzielles equivalent habe ich mir nicht gesichert", da ein solches außer Bereich der Möglichkeit liegt. Ueberhaupt wurde die finanzielle Frage bei den Berhandlungen bis jetzt mit feinem Wort berührt. Im übrigen fann man in Berlin darüber beruhigt sein: Ich habe nach wie vor nicht die Absicht, in Berlin Opern zu dirigieren." Ein Leffing- Preis des Reichspräsidenten. fehen wir maßgebendes Interesse in die andere Staatsoper ab: wandern, eine neue Konzertgemeinde schart sich um Klemperer, die Jugend ist bei ihm, hier wächst ein Stück Berliner Zukunft. Bielleicht hätten selbst Schönbergs Orchester- Bariationen hier ein freund: licheres Schicksal erfahren als jüngst in der Philharmonie; jedenfalls Josef Matthias Hauers Symphonietta" findet hier gelegentlich ihrer Uraufführung lebhaft zustimmenden Beifall, in den fich taum ihrer Uraufführung lebhaft zustimmenden Beifall, in den sich taum vernehmbare Töne milden Widerspruchs mischen auch dies Wert die Arbeit eines eigenwilligen Dogmatikers, der nicht mit neuen Persönlichkeitswerten, sondern mit einem neuen System die Musit zu verjüngen strebt. Immerhin, es ist fein zweiter Fall Schön. berg"; ein Untergrund echter Naturhaftigkeit bleibt zu spüren, eine Geradheit und fast primitive Schlichtheit des Mufifgefühls hie und da und wohl auch unmittelbare Produktivität, die den grundsätzlich Der Reichspräsident hat einen Preis in Höhe von 5000 m. für Brotestierenden zu verwöhnen vermag. Zweiter Teil des Abends: die beste Arbeit über 2essings Beltanschauung gestiftet. Das Lied von der Erde. Mahlers Abschied vom Leben, unirdisch Der Preis soll am 15. Februar 1931, am 150. Todestage Lessings, Derflingend, lyrisches Gegenstüd zu seiner Reunten, die wir neulich Derliehen werden. Dem Preisrichterfollegium gehören die Staatshier gehört. Es entspricht der Art Klemperers, daß er die mensch fetrefäre Dr. Meißner und 3 weigert, die UniversitätsprofesSpranger- Berlin, Petersenlichen Stimmen, die das Wort und in ihm die dichterische Idee foren Unger. Göttingen, vermitteln, vor allem sozusagen als instrumentale Werte zur Gel Berlin und Kühnemann Breslau und der Braunschweiger tung bringt; er fonnte feine beffenen Instrumente finden als Oberbürgermeister Dr. Trautmann an. Es wird also eine höchst sigrib Onegins prachtvoll dunklen Alt und den jugendlich akademisch- bureaukratische Angelegenheit werden. Es trifft sich ja helleuchtenden Tenor Fideffers. Unvergleichlich die Kontrast- gut, daß wir in zwei Jahren schon wieder ein Leffing- Jubiläum wirkung der beiden ausgewählten Stimmen; aber der verklärte Ton haben werben. An dem in 5 Wochen bevorstehenden 200. Geburts. wirkung der beiden ausgewählten Stimmen; aber der verklärte Ton des Spätwerfs flingt nicht wider in dieser schönen Aufführung.| tag Leffings hat man höheren Orts" offenbar zu spät gedacht. Noch einmal zeigt sich, daß Klemperers Sache weniger der refig. nierende, als der leidenschaftlich aktive, der Mahler der mittleren Schaffensperiode ift; er hat eine Mahler- Mission zu erfüllen, er wäre der Mann, die großen Orchesterfymphonien, die fünfte und die wäre der Mann, die großen Orchester symphonien, die fünfte und die fechfte, durchzusetzen. Noch eines Berliner Dirigenten, eines werdenden, doch per sprechenden, ist zu gedenken: Georg Ostar Shumann, der junge Führer des Lendvai Chores, fonzertiert mit dem Symphonieorchester im Saalbau Friedrichshain. Keine Ber: anstaltung der organisierten Arbeiterschaft; aber der Saal iſt dicht besetzt, der musikgewohnte Raum schafft eine Atmosphäre von Ver. trautheit. Oskar Schumann, der Solohornist der Philharmonie, trautheit. macht als Solist in einem Mozartfonzert dem Abend seines Sohnes Ehre, wie dieser der väterlichen Musikeriradition nun als um fichtiger Orchesterleiter. Mit den ersten Taften hat er das Ver. trauen der Hörer und der Spieler gewonnen, die aufmerksam und millig folgen. Tschaikowskys fünfte Symphonie reißt mit und schlägt ein. Verheißungsvolles Debüt eines Begabten, man freut sich, dabei gewesen zu sein. Gäste aus aller Welt. Das Ausland sendet seine ersten Künstler. Zu ihren zählt ohne allen Zweifel die Sängerin Ritter Ciampi van der Pariser Großen Oper. Was sie in französischen Liedern und italienischen Großen Oper. Was fie in französischen Liedern und italienischen Arien gibt, das ist Können und Kunst höchsten Ranges. Auch der 211 000 Francs für das Bett der Dubarry. Bei der Versteigerung der antifen Möbel aus dem Besiz der bes rühmten Schauspielerin Sorel, die im ganzen 4 283 000 Frcs. brachte, erregte das größte Aufsehen das Bett der Dubarry, der Favoritin Ludwigs XV., das die Tragödin früher auf ihren Gastspielreisen mit fich führte. Das Brunkbett war dadurch sehr berühmt geworden, befonders in Amerita, und verschiedene reiche amerikanische Sammler bemühten sich darum, dieses geschichtlich denkwürdige Möbelstück zu erwerben. Es wurde aber nach eifrigem Bieten schließlich für 211 000 Fres. einem Bariser Händler zugeschlagen. Bollsbühne. Als nächste Vorstellung der Sonderabteilungen der Bolts. bühne geht Anfang Januar Die Bergbahn von Debon pon Horwath unter der Regie von Bittor Schwannele in Szene. Gerhard Menzels Echauspiel Toboggan in der Inszenierung Victor Jm Theater in der Königgräger Straße ist die Erstaufführung von Barnswstys mit Rudolf Forster in der Titelrolle, auf Montag, den 17. b. 18. festgelegt. Toller- Matinée im Theater in ber Röniggräter Strate Ernst Toller lieft am Sonntag, bem 16. Dezember, berm 11, Ubr, im Theater in ber Röniggräger Straße aus eigenen Berlen Unveröffentligtes, Ingebrudtes. Berantwortlich für die Rebaltion: Eugen Brager, Berlin; Anzeigen: Sb. Gløde Berlin. Berlag: Borwärts Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts Buch druderet und Berlagsenfbalt Baul Ginger& Co., Berlin G 68, Sinbenstraße Siezja 1 Brilone. 99 TEILZAHLUNG! Kleinste Anzahlung 1- Niedrigste Raten! Herren- u. Damen Kleidung Teppiche, Gardinen, Wäsche Steppdecken, Federbetten PECA" Kottbusser Damm 79 gegenüber Hohenstaufenplatz Sonntag von 2-6 geöffnet. 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Brausewetter He raten und nicht verzweifeln 8 Akte Odeon, Potsdamer Str. 75 Geheimnisse des Orients KINO= TAFEL Schöneberg Bühne Urania- Theater Film u Luna- Filmpalast Alhambra Beg W. 6.30 u. Wrangelstr. 11( 1 Min. v. d. Köp. Brücke) Gr. Frankf. Str. 121 S. ab 3 Uhr Schöneberg, Hauptstr. 3 Stephan 150 Die rote Tänzerin von Moskau mit Dolores del Rio Belprogramm Bahnenschau früherberg) Titania( uta Schöneberg Hauptstraße 43 0.30, 9, S. 3.15, 5, 7, 9 U Der Scheidungsanwalt mit Pavamelii Woch. 6 43,&.45 Uhr. Sonnt. 3,5, u. 9 Uhr Die rote Tänzerin von Moskau mit Dolores del Rio Lustiges Beiprogramm Große Bühnenschau Tempelho Tivoli- Lichtspiele Dounerwetter mit Monty Banks Tempelhof, Berliner Str. 97 Sbd. 430 große Kinder vorstellung Steglitz mit Marcella Albani, N. Kolin Titania- Palast ginn. Jugendliche haben Zutritt Turmstraße 12 Ossi hat die Hosen an mit Ossi Oswa da Rin- Tin- T.n unter Verbrechern 6 Akte Alexanderstraße 39-40 ( Passage Den ganzen Tag geöffnet! D's gottlose Mädchen 12 spannende Akte Zentrum 6.30, 9 U. Steglitz, Schloßstr. 5. Ecke Gutsmuthssu. Uraufführung: Anastasia Auf der Bühne: Die Robby- Girls Hi- Li Lichterfelde- West Wochentg. 6.30, 9 Uhr Sbd. 4, 6.30, 9, Stg., 5, 7, 9 Hindenburgdamm 58 a Ungarische Rhapsodie Sunyas Liebe Sudwesten Anfang: W. 6.30, 8.45 U., S. 4, 6.30, 8.43 U. Razzia Mädel sei lieb Bühnenschau Neukölln Primus- Palast Hermannplatz Die Republik der Backfische mit Käthe von Nagy Gutes Beiprogramm Auf der Bühne: The great Nelson Truppe, die fliegenden Akrobaten. Fim- Talast Kammersåle Passage- Lichtspiele Filmpalast Börse Bühne eltower Str. 1-4. Rosenthaler Str. 40-41. W. ab 5, S. ab 3 Pat u. Patachon, die Filmhelden Rin Tin Tin als Lebensret: er Nordwesten Welt- Kino Alt- Moabit 99 Das Dokument von Shanghai Amundsens letzter Nordpoiflug Chariotienburg Faun- Lichtspiele Krumme Str. 37, an der Trinitatiskire Heut spielt der Strauß( Abel) Das Testament des Goldsuchers mit Tom Mix Schlüter- Theater Schlüterstr. 17 Pat. Patachon, die Filmbelden W. 7.9.15. Stg. ab 4 L mit Harald Lloyd Der Sportstudent W. 6. Sbd. 5. Stg. 4 U. Neukölln, Bergstraße 151-152 Die tol'e Komteß mit Dina Gralla Woch. 5, ca. 7 u. 8,45, Stg. 3, ca. 5,7 u. 9.45 U. Ungarische Rhapsodie Die Carmen von St. Pauli Adam und Eva Bühnenschau Süden Th. am Moritzplatz Seginn: W. 5, 6.30. 4 Uhr. Stg. ab 4 Uhr Südpalast Die Heilige und ihr Narr mit Wilhelm Dieterle Meine offizielle Prau mit Irene Rich. Südosten Filmeck Beginn W.: 5.30 Uhi S.: 3 Uhr Film und Bühnenschau Knesebeckstr. 133, Bhf. Hermannstraße Ehre deine Mutter m. Mary Carr Teufel im Sattel, m. Ken Maynard Bühnenschau Osten Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnho Germania- Palast Rasputins Liebesabenteuer Beipro ramm Bühnenschau Luisen- Theater Reichenberger Straße 34 Heiraten und nicht verzweifeln mit Monty Banks Glück bei Frauen Bühnenschau Frankfurter Allee 314 Das Spiel mit der Liebe ( Harry und die Hochstaplerin) mit Harry Lied.ke Belprogramm Varietéschau Beginn der ersten Vorstellungen: Wochent, ab 6 Uhr, Sonnt ab 3 Uhr! Intern. Bühne Liebe im Kubstall mit Henny Porten Bühne: Tempo ist Trumpf: Die gr. Lachrevue von Edl Winterfeld Concordia- Palast Andreasstraße 64 Der vierte Musketier mit Dougl. Fairbanks. Weißensee Schloßpark Film- 8thne Berliner Allee 205-210 Die blaue Maus mit Jenny Jugo Wildwest- Schau m. Hoot Gibson Bühne: Claire Waldoff Norden Skala- Lichtspiele Bühne: M. Lind a. H. Hill: Was Schönhauser Allee 80. kostet eine schwache Stande? Kosmos- Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70-73 PROGRAMM für die Zeit vom 14. bis 17. Dezember Humboldt- Theater Badstraße 19 Die Tragödie des Zarenhause Gu es Belprogramm Große Bünnenschau Kristall- Palast Prinzenallee 1-5 Der geheime Kurier m. Iwan Mosjukin u. Lil Dagove Bühnenschau Das Dokument von Schanghel Marienbad- Palast Der Befehl zur Ehem.Dina Gralla Bühne: Bruno Kastner persönlich Der Schuß in der großen Oper Alhambra Das Haus ohne Männer mit 0. Oswalda Bühnenschau Müllerstraße. Ecke Seestraße A Ariadne in Hoppegarten Bühne: Frühling in Wien Moderne Lichtspiele L SP Wilhelmstraße 78-79 Stg. Jugendvorst Lichtspiele am Senefelderplatz Der geheime Spiegel Der Jazzkönig von New York Schwarzer Adler Frankfurter Allee 99 Revolutionshochzeit mit Fritz Kortner Der Turfkönig Metro- Palast Woch. 5. ca. 7u8,45, Stg. 3, ca. 3, 7 u.8.45 U. Chausseestake Seine stärkste Waffe mit Harry. Piel Bühnenschau Viktoria Lichtbild- Th. Frankfurter Allee 4* Noch. 5. ca. 7 u. 8.45, Stg. 3. ca. 5.7 u..45 U. Pat u. Patachon, die Filmhelden Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt Friedrichsfelne Kino Busch Beginn täglich 5, 7, 9 Uhr Alt- Friedrichsfelde 3. Ecke Rosent. Str. Lotte mit Henny Porten Auf dem Kriegspfad Wildwest Bühnenschau Nordosten Serenissimus und die letzte Jungfrau m. Hans Junkermann Belprogramm und Bünnenschau Pharus- Lichtspiele Mülerstr. 14 3adstraße 35/30 Der Fall des Staatsanwalts Nanon, die Fürstln von St. Jaczmanien Bühnenschau Pankow Palast- Theater Breite Str. 21 3. Beg. 6.30, Der einsame Adler Rummelpla z Wild- West Jugend'iche haben Zutrit Tivoli, Pankow Serliner Strade 27 Moderne Piraten mit Siegfried Arne Croße ühnenschau u. a. das mondane Tanzpaar Niederschönhausen Heut spielt der Strauß mit Abel Film- Palast Blaue Jungen.-blonde Mädchen , Rialto" Film u. Bühnel Reinickendorfer Str. 14( am Wedding Mary Lou mit Lya Mara Kampf im Tal der Riesen Gesundbrunnen Alhambra" Badstraße Die Köni in der Revue mit Josephine B kr beiprogramm u d Bühnenschau Blankenburger Str Das gottlose Mädchen Hoppla, wir fliegen Reinickendorf- Ost M 9U Bürgergarten- Lichtsp dauptstr 1u. Lindauer Straße. Beg. Die Rothausgasse mit Grete Mosh m Die Bettlerin von Stambul Bühnenscau Reinickendorf- West ,, Elysium Filmu.Bühne Ballschmieder- Lichtsp. Ala- Filmpalast Prenzlauer Allée 56 Serenissimus und die letzte Jungfrau Bühne: Die gr. Revue: Totschick: Sadstraße 1 Der moderne Casanova mit Harry Liedtke Ribo, der Rächer Bühnenschau Scharnweberstr. 67-68 Neu eröffnet Das gottlose Mädchen Gärendes Blut Bühnenschau 11 C ปี Beilage Freitag, 14. Dezember 1928. Der Abend Spalausgabe des Vorwärts Die Jugendstrafanstalt Wittlich. Jugendgefängnis oder Jugenderziehung. Zwischen Trier und Koblenz fiegt in industriearmer, aber landschaftlich schöner Gegend die Stadt Wittlich. In der Ferne dunkelt das Eifelgebirge, Weinberge grünen an den Mojelhängen. Am Rande der Stadt, in nächster Nachbarschaft des Männergefängnisses, befindet sich die im Jahre 1912 entstandene Jugendstrafanstalt Bittlich, einst Frauengefängnis. Bon den anderen Fürsorgeanstalten unterschied es sich nicht allein durch das Atler der jungen Leute, sondern auch durch das herrschende Regime. 3war murde ganz befonderer Wert auf Zucht und Diszi plin gelegt, es waren nicht 3öglinge, fondern Gefangene, die hinter Bittern zur Freiheit er 30gen" werden sollten; der Strafbollzug hatte in diesem Gefängnis vor den üblichen ErwachsenenGefängnis aber viel voraus: Stufenfystem, Schule, Turnen, Gefangenen- und Entlassenenfürsorge durch einen Fürsorgeinfpef= for waren seine Hauptmerkmale. Seitdem ist das alles Gemein jut des Strafvollzugs überhaupt ge worden, menigstens in der Theorie. Ist aber das Jugendgefängnis Wittlich über die Anfänge vom Jahre 1912 hinausgewachsen? Ein Gang durch die Anstalt sollte die Antwort darauf geben. Beim Direttor. Zwischen der schweren Eingangspforte und dem Verwaltungsgebäude liegt ein Hof, auf dem die dritte Stufe am Sonntag ihre Spielstunde hat. Im Verwaltungsgebäude gleich an der Türe befindet sich das Zimmer des Direktors. Dr. Bleibt, fatholischer Pfarrer, ist ein vielbeschäftigter Mann; er hat jetzt auch die Leitung des Männergefängnisses übernommen. 160 junge Leute im Alter bon 18 bis 25 Jahren, darunter 40 Proz. evangelisch, beherbergt fein Gefängnis. Es ist ein dreistödiges Bellengebäude. Der Direktor lernt gerade Neugekommene tennen. Er fragt sie nach Geburtsort, Alter, Beruf, nach Eltern und Vorstrafen. Er duzt die jungen Renschen und spricht freundlich mit ihnen. Zwischendurch bemerkt er, daß bei einem der jungen Leute oben und unten an der Jade ein Knopf offen steht. Das liebe ich nicht," sagt er. Die Haltung der Jungen ist ebenso militärisch wie die des Hauptwachtmeisters. Den Neuankömmlingen folgen zwei alte Bekannte des Direktors. Diese stehen weniger stramm, auch das Gesicht des Hauptmachtmeisters ist wie ungewandelt, es hat etwas Strahlendes. Die jungen Menschen bringen ihre Wünsche vor. Bei dem einen handelt es sich um das Rauchen, beim anderen um Arbeit und Freundschaft mit einem anderen Gefangenen. So sprechen mit: einander Leute, die sich gut kennen. Für den Abgang hat der Direttor feine Zeit, das besorgt der Inspektor. Pfarrer Bleidt will jeden feiner Gefangenen tennen- nur die letzten Zugänge fämen ein menig zu fnapp, meint er, und will auch mit allen gut auskommen, bloß mit einem nicht: es ist ein junger Kommunist, der wegen Batermordes verurteilt ist. Um teine Zeit zu verlieren, beginnen wir den Rundgang durch das Gefängnis. Die Schule. Der Unterricht der 160 jungen Leute 90 Prozent davon find hier wegen Eigentumsvergehen, 5 Prozent wegen Mordes, weitere 5 Prozent wegen Sittlichkeitsverbrechens wird von einem Lehrer bewältigt; früher gab es deren zwei. Die Gefangenen sind in vier Gruppen geteilt. Um mir die Unterrichtsmethode zu zeigen, Das Gefängnisgebäude. | hat der Lehrer die oberste Gruppe beisammen. Er erteilt eine frieden, sie dürfen ja auch rauchen. Als mir ins Ges lebendige Stunde in der Staatskunde. Die jungen Leute wissen gut fängnis zurüdkehren, überholen wir eine Kolonne jugendlicher Bescheid über die Aufgaben des Reichstags, die Machtbefugnisse des Gefangener, die unter Begleitung eines tarabiner. Reichspräsidenten, die Stärke der Reichstagsfraktionen ufw. Die in bewaffneten Aufsehers von der Rodearbeit im Walde freundlichem Tone gestellten Fragen werden von vielen der jungen Leute militärisch laut beantwortet. Ebenso mili. Ausfahrt zur Landarbeit. tärisch laut sind die Antworten auf die von mir angeregten Fragen nach Alter, Wohnort und früherer Beschäftigung der jungen Menschen. Die Werkstätten. Ein Gang durch die Werkstätten. In der Tischlerei arbeiten 8 bis 20 Gefangene. Die Arbeiten werden hand wertsmäßig hergestellt, Maschinen gibts hier nicht. In Zukunft soll eine Art Verbindung zwischen der Tischlerei des Männergefängnisses mit der Tischlerei des Jugendgefängnißfes hergestellt werden. Wie es einzurichten ist, daß die jugendpädagogischen Grundsätze hierbei nicht Schaden leiden, darüber ist sich der Direktor noch nicht im Maren. Die Schlosserei, nicht viel moderner als die Tischlerei, beschäftigt 4 bis 6 Gefangene. Viel größer ist die Zahl der Beschäftigten in der Mattenflechterei. Wenige arbeiten in der Schusterei und Schneiderei. Wäscherei und Küche werden gleichfalls von den Gefangenen bedient. Die Gefangenen der ersten und der Strafftufe find in thren Schlafzellen als Tischler und Mattenflechter beschäftigt. Die Gegend ist industriearm, das Handwerk fürchtet die Konkurrenz, Unternehmer, die das Gefängnis mit Arbeit versorgen fönnten, gibt es faum. Der Gutshof. Der Gutshof ist erst seit einem Jahr vom Jugendgefängnis gepachtet. Er hat etwa 20 Raffelühe, gute Schweine. und Geflügelzucht. Acht Jungen leben hier ständig unter Aufsicht des Guts verwalters und dessen Frau. Sie sind mit ihrem Leben äußerst zu1tommen. Im Lazarett. Der Arzt ist nicht hauptamtlich angestellt. Er ist auch nicht täglich im Gefängnis. Einen psycho- biologischen Fragebogen, der ganz genau die psychische und physische Persönlichkeit des Ange. flagten zum Gegenstande hätte, ist hier unbekannt. Tubertulöse und Geschlechtsfrante gibt es nur vereinzelt. Dafür aber nicht wenige Psychopathen. Im Lazarett finden wir drei junge Menschen, die harte Gegenstände verschluckt haben. Einer von ihnen ist bereits dreimal operiert worden. Eine Anzahl Löffel und Gabeln wurden ihm aus den Gedärmen herausgeholt, verschiedene stecken noch drin. Der Kranke, der bereits mehrere Male im Irrenhause war, erklärt, er mürde doch immer wieder etwas runterschlucken. Er besitzt Frau und Kind und wollte verhindern, daß man ihn ins Jugendgefängnis bringt. Ein Dritter hat sich mit einem Nagel das Knie aufgerigt; die Folge war schwere Eiterung. Alle drei haben ihre selbstmörderischen Handlungen außerhalb der Anstalt vorgenommen. Was mußten all die jungen Leute schweres erlebt haben, wenn sie sich dazu entschließen fonnten! Die Gelbstverwaltung. Gie bildet die Krönung eines fomplizierten BergünstigungsStufensystems, an deffen unterstem Ende die Strafstufe steht. Der Selbstverwaltung gehören etwa 18 junge Leute an. Sie wählent ihre Dbmänner, versammeln sich abends ohne Aufsicht im früheren Schulzimmer. Jezt gibt es ja nur einen Lehrer und ein Schul zimmerspielen hier Gesellschaftsspiele, lesen Bücher, hören Radio. Das Zimmer ist ungemütlich groß und steht der Selbstverwaltung an den Abenden, an denen Gefangsübungen stattfinden, nicht zur Verfügung. Die jungen sind hierüber sehr ungehalten. Auch manches andere reden sie sich vorsichtig vom Herzen. Sie flagen, daß zu menig in geistiger Hinsicht geschehe. Borträge würden nicht gehalten. In physischer Beziehung merde zu wenig geboten. Seit einigen Monaten dürfe nicht mehr Fußball gespielt werden, früher hätten sie eine gute Fußballmannschaft beisammen gehabt. Unbefriedigend auch das Effen, zu Mittag immer bloß flüssige Suppe. Und dann das Rauchverbot. Das sei das Schlimmste. Es führe zu ständigem Zuwiderhandeln, deshalb fühle man fich in der ersten Stufe niemals sicher. Beim Fürsorgeinspektor. es stehen des Jugendgefängnisses. Ihm untersteht nicht nur die Der Fürsorgeinspettor Blum arbeitet hier seit Be Gefangenen, sondern auch die Entlassenen fürsorge gäbe genug Arbeit auch für einen zweiten Für. forger meint er. Gleichzeitig mit dem Direktor lernt er die jungen Gefangenen fennen und betreut fie seelisch während der ganzen Zeit ihres Hierseins. Während seiner viermaligen Dienstreisen lernt er nach Möglichkeit die Eltern der jungen Leute kennen und sorgt auch nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis für ihr weiteres Fortkommen. Der Tag in Wittlich ist zu Ende. Er hat tausenderlei Fragen im Besucher aufgemühlt; eine meldet sich besonders aufdringlich: Bird hier im Gefängnis in genügendem Maße an die fchöpferisch selbsttätigen Kräfte der jungen Menschen appelliert, damit fie den Stürmen des Lebens in der Freiheit standhalten? Bird nicht im Gegenteil der Wille unter dem 3wange erbrüdt? ... WAS DER TAG BRINGT. Ein fünfjähriges Rechenwunder. Bei einem Budapester Impresario erschien fürzlich eine Frau aus Kaschau mit ihrem fünfjährigen Jungen Emmerich Ivancso. Das Kind scheint ein würdiger Nachfolger des seinerzeit so berühmten Bunderknaben Moriz Frankl zu sein, der übrigens diesen anstrengenden Beruf bald aufgeben mußte und heute in Budapest Hausdiener ist. Der fleine Emmerich multipliziert in, wenigen Minuten fünfftellige Zahlen im Kopf, errechnet aus der Stunden. geschwindigkeit einer Bewegung augenblicklich die Zeit, die für einen Kilometer gebraucht wird, erhebt brei bis pierstellige Zahlen ins Quadrat und in die dritte Potenz, verheimlicht aber die Methode feines Rechnens, und wenn er bemerkt, daß man ihn beobachtet, dämpft er das für gewöhnlich halblaut gesprochene Rechnen. Natür lich hat er eine Menge Kniffe im Schnellrechnen ausgearbeitet. Er rechnet auf ungarisch, deutsch und tschechisch. Kürzlich wurde er auf der Brünner Universität untersucht, wo man feststellte, daß er ein abnormer pathologischer Fall sei und ein genial entwideltes Gedächtnis habe. Nun will man ihn in einem Barieté auftreten laffen. Opiumschmuggel in China. Allen Bölkerbundskommissionen zum Trog blüht in China der Opiumhandel wie nie zuvor. Daß aber selbst führende Mitglieder der Regierung und der Polizei daran teilnehmen, hätte man doch nicht gedacht. Eben erst ist in Schanghai eine weitverbreitete Schmuggelorganisation aufgededt worden, an der der Gouverneur der Provinz Schanghai beteiligt ist. Abenteuerlich flingen die Umstände, die zu der Aufdeckung der Schmuggelorganisation geführt haben. Am 22. November traf der Dampfer Kjan Gan" in Schanghai ein mit einer Opiumladung, die mit 60 000 Dollar persichert war. Die Polizei versuchte die Ladung zu beschlagnahmen Doch eine Schiffswache von 30 bewaffneten Soldaten ließ sie nicht auf den Dampfer. In Nanking aber, wohin der Kapitän von Schanghai aus feine Opiumladung bragte, griff die Hafenvermaltung trog der militärischen Bewachung scharf durch und beschlag Leo Rosenthal. nahmte das Opium. Es stellte sich heraus, daß ein Teil davon dem Leiter der Kriminalpolizei von Schanghai gehörte. Daß unter solchen Umständen ein Kampf gegen den Opiumschmuggel erfolglos bleiben muß, liegt flar auf der Hand. Lautlose Straßenbahnen. " Wir haben uns daran gewöhnt, den Straßenlärm als ein une Dermeidliches llebel hinzunehmen. Eine Straßenbahngesellschaft zu San Franzisto hat, so lesen wir in der Umschau", jedoch den löb. lichen Versuch unternommen, den Lärm ihrer Wagen nach Möglich. feit zu vermindern, zur Freude der Fahrgäste und der Anwohner. Der Hauptlärm stammt von den Zahnrädern des Triebwerkes. Um ihn herabzusetzen, wurden die Lüden der Zahnräder mit Blei aus gegoffen, so daß nicht mehr Eisen auf Eisen trifft. Die Geräusche, die durch das Schütteln des Wagens entstehen, ließen sich dadurch dämpfen, daß zwischen Chassis und Karosserie starte Kautschukplatten verschraubt wurden. Die Wagen selbst wurden mit shalldämpfendem Material ausgefleidet. Schießlich wurden die Schienen, in schmale Asphaltbetten verlegt, die einen Teil der Stöße herausfangen, die von dem fahrenden Wagen den Erdboden treffen. Hundegericht in Chikago. Mie es bereits verschiedene Kammern für bestimmte Arten von Straf- und Zivilsachen gibt, soll beim Stadtgericht in Chikago eine Abteilung für solche Prozesse eingerichtet werden, die Hundefachen betreffen. Dadurch soll erreicht werden, daß zur Beurteilung aller Straf- und Zivilsachen, die aus der Haltung von Hunden entstehen, sachverständige Richter urteilen. Der Rat. Nach der Untersuchung gibt der Arzt seinem Patienten Ber haltungsmaßregeln: ,, Vor allen Dingen hüten Sie sich vor starken Erregungen." ,, Gerne, Herr Doftor, vielleicht berücksichtigen Sie das bei Ihrer ( Aus dem Wahren Jacob".) Rechnung!" (24. Fortsetzung.) Einen Augenblick zitterte ihre Stimme, aber mit einer außer- o: bentlichen Willensanstrengung riß sie sich zusammen. .Leben Sie wohl, Jim." Mit diesen Worten verließ sie das Zänmer. Er war verwirrt und betäubt. Ihre Verachtung traf ihn wie «in Peitschenhieb, und die Ungerechtigkeit ihres Urteils mochte ihn sprachlos. Einen Augenblick fühlt« er Aerger und Zorn in sich aussteigen, aber er überwand sich. Nun tonnte er gehen, denn er hatte nun keine Hossnung mehr, sie wiederzusehen. Sie hätte sein« Erklärun- gen ja dach nicht angenommen, selbst wen» er ihr olles gesagt hätte. 28. Ein« Entscheidung naht«. Digby Graot war viel zu vernünstig. um die Anzeichen nicht zu verstehen. Seit zwei fahren stand er in Verhandlungen mit einem Land- agenten in Brasilien und hatte den Kauf einer großen Plantage soweit gesördert, daß er jeden Augenblick abschließen konitte. Durch allerhand Machinationen hatbe er schlmi die Identität seiner Person als Käufer nicht bekannt werden lassen. Aus diesen ungeheuren Ländereien wollt« er«in herrliches Leben sichrem- E» war möglich, daß er nicht fliehen mußte, und in diesem Fall war der Aufenthalt aus seinen großen Besitzungen in Südamerito«ine angenehme Ab- wechslung von dem ewigen Einerlei des Londoner Gesellschaft»- lebens. Er war fest entschlossen, Eunice Welda» mit sich zu nehmen. Sie sollte wenigstens«in Jahr lang dieses Leben mit ihm teilen. Was nachher wurde— er zuckt« die Schultern. Auch früher waren ihm schon Frauen begegnet, hotten ihn stark angezogen, dann ge- langweilt, und schließlich waren sie wieder aus seinem Gesichtskreis verschwunden. Wahrscheinlich würde Eunice denselben Weg gehen, aber darüber mußt« man sich ja im Augenblick den Kops nicht zerbrechen. �» Die Morgenstunden gingen zu langsam für Jim vorüber. Der Geschästeführer sollte um ein Uhr kommen, und Jim wartete auch pünkUich tun diese Zeit in dem äußeren Bureau der Schifsahrts- gesellschast. Der Zug mußte aber Berspätung gehabt haben, denn es war schon über zwei, als der Ersehnte ankam. Ein Träger mit einem großen Paket degleilete ihn. Jim wurde sofort in da» Privatbureau gebeten. „Wir haben das Logbuch der„Battledore' gesunden, ober nun habe ich das Datum vergessen" „Es war der 2l Juni." Dos Logbuch log offen aus dem großen Tisch, und es lag eine eigemümliche Spannung über dem altertümlichen Bureau. ,�)icr!" sagte der ein« der Portner.„Die„Battledore" ver- ließ Tilbury um neun Uhr vormittags bei abnehmender Flut, Wind Ost-Süd-Ost, See ruhig, etwas rnbelig!" Er las weiter.„Ich glaub«, jetzt kommt das, was Sie brauchen." Es war einer der dramatischsten Augenblicke im Leben Jims. Nach einigen einleitenden Worten kam der alte Herr plötzlich zu der Eintragung, die so wichtig für die Frau war. die Jim mehr als sein Leben lieble. „Schwer« Neblbänk«, Gcichwinbiqkeil um 11.50 Uhr aus die Halste reduziert. Um 12.10 Uhr Geschwindigkeit aus ein Viertel abgestellt, öbermaat Bostm berichtete, daß wir kleines Ruderboot in den Grund gebohrt haben, und daß eik zwei Personen im Wasser geschen hat. Matrose Grand, ein tüchtiger Schwimmer, geht über Bord und rettet ein Kind. Zweite Person nicht gefunden. Später Geschwindigkeit wieder vergrößert, versuch gemacht, nach Dungeneß zu signalisieren. Wetter zu diesig für Flaggensignale"— damals hatte man noch kein« drahtlose Verständigung, Mr. Steele." Jim nickte. „Geschlecht des Kindes werblich, Alter scheinbar erst einig« Monaie. Kind der Stewardeß übergeben." Eintragung folgte aus Eintragung, aber das Kind wurde nicht wieder erwähnt, bis der Dampfer in Funchal einlief. .Liegt auf der Insel Madeire." erklärt« der ältere Herr.„An- kunft in Funchal sechs Uhr morgens. Dem Britischen Konsul die Rettung des Kinde» gemeldet. Konlul verspricht nach London zu drahten." Die nächste Eintragung war in Dakka gemacht „Ein Hofen an der Westküste von Afrika, französisches Pro- iektorat," erklärt« der Mann wieder.„Telegramm vom britischen Konsul ii» Funchal erhalten mit der Mitteilung, daß der Londoner Polizei kein Kind al» vermißt gemeldet wurde." Drei Tag« vor der Ankunft in Kapstadt war wieder ein« für Jim interessant« Eintragung gemacht worden. „Mr. Welda«, ein Einwohner von Kapstadt, der mit seiner Frau «ine Erholungsreis« macht, bot an, das Kind zu adoptieren, dos wir am 21. Juni aus der See retteten, da«r kürzlich sein eigenes Kind verloren hat. Mr. Weldon ist dem Kapitän persönlich bekannt, ferner ist sein« Identität durch mehrere der Passagiere bestätigt. Das Kind wurde ihm zur Pflege übergeben unter der Bedingung, daß die Angelegenheit den Behörden in Kapstadt gemeldet werden sollte!" Eine vollständig« Beschreibung der Größe, des Gewichtes, der .Haut-, Haar- und Augenfarb« des kleinen Wesens folgte, und unter der Rubrik„Besondere Merkmale" stondt„Narbe am rechten Hand- gelenk, Zchisssarzt meint, daß sie van einer Brandwunde herrührt." Jim atmete tief. „Ich kann Ihnen nicht sagen, wie dankbar ich Ihne» bin. mein« Herren. Sie l>ab«n mir die Mittel in die Hand gegeben, ein grttßes Unrecht wieder gutzumachen. Auch das Kind ist Ihnen zu großem Dank verpflichtet, es ist allerdings inzwischen eine erwachsene Frau aus chm geworden.— Es ist möglich, daß wir Sie bitten müssen, dieses Logbuch bei Gericht vorzulegen. Aber ich hoffe, daß die Rechtsansprüche unserer Klienttn so klar zutage treten, daß es nicht zu einer Verhandlung kommt." Er ging die Threodneedl« Street hinunter. Er brauchte frisch« Lust. Di« Tatsache, daß er, während er ein vermögen für Eunice gewonnen hatte, selbst da, größte Glück oerloren hatte, stört« seine Freude nicht. Er hatte eine oberflächlich« Kopie der Eintragungen des Log buches gemacht und legte dieses Schriftstück, ohne ein Wort zu sager. vor Mr. Salter auf den Tisch. Di, Augen des Rechtsanwaltes leuchteten beim Lesen aus. „Die Angelegenheit liegt vollständig klar. Dos Logbuch beweist die Identttät von Lady Marys Tochter. Ihre Nachforschungen find also nun zu Ende?" „Noch nicht ganz," lächelle Ii»'..„Wir müssen erst noch Jan« Groat und ihrem Sohn da, Erbe entziehen. Und außerdem müssen wir Miß Danton zu überreden versuchen, da» Haus von Mr. Groat zu verlassen." ,Ln diesem Fall« ist vielleicht der Rat eines älteren Mannes wirkungsvoller als der Ihrige, mein Junge." jagte der Rechts- anwalt und erhob sich. ,Lch werde Sie begleiten." Ein neue» Dienstmädchen öffnet« ihnen, und Digby erschien sofort in der Tür seines Arbeitszimmers. „Ich möchte Miß Weldon sprechen," sagte Mr Salter. Digby wurde steif und formell bei seinem AnblitK. Er hätte sich noch unsschanee gefUHtt, n»en> HWa» Wchche Botscha� er zu überbringen hatte. Digby sah dem allen Mann in» Gesicht, ab« Jim Klaubt«, i» seiner ganzen Haltung Ungewißheit und Angst zu entdecken. „Es tut mir leid, daß Sie Miß Weldon nicht sprechen können/ erwiderte Digby langsam.„Sie ist heute früh mit meiner Mutter nach Frankreich gefahren und ist in diesem Augenblick wahrjchein- (ich schon in Paris." „Dos ist ein« verdammt« Lüge," sagte Jim ruhig. 29. Die beiden Männer, die einander tödlich haßten, standen sich gegenüber. „Sie lügen," wiederholle Jim.„Miß Weldon ist entweder hier in diesem.Hause oder sie ist zu Ihrem verdammten Landsitz nach Somerset gebrocht worden!" Digby Groat war weniger durch Jims heftige Beleidigungen als durch die Gegenwart des Rechtsanwalts au, der Fassung ge- bracht. „Sie geben sich also zum Werkzeug dieses erpresserischen Men- schen her," wandte er sich höhnisch an Mr. Salter.„Ich dachte,«in Mann von Ihrer Erfahrung würde es ablehnen, sich von einem solchen Burschen zum Narren holten zu lassen. Iedensoll»," sagte er zu Jim,„wünscht Miß Weldon nichts mehr mit Ihnen zu tun zu haben. Sie hat mir von dem Streit, den sie mit Ihnen gehabt hat. erzählt, und ich muß wirklich sagen, daß Sie sich sehr schlecht gegen sie benommen haben." Digby log, das wußte Ilm sofort. Eunice hätte ihm niemals ihr Bertrouen geschenkt. „Welches Interesse haben Sie denn an Miß Weldon?" irogie Digby den Rechtsanwalt. ..Ich interessiere mich nur rein menschlich für sie," erklärte der olt« Salter.-. Jim war von dieser Aeußcrung betrosfen. „Aber— begann er. „Ich glaube, es ist besser, wir gehen, Steele," unterbrach ihn der Rechtsanwalt und sah ihn verstohlen und warnend an. „Warum hoben Sie ihm denn nicht gesagt, daß Eunice die rechtmäßige Erbin des Dontonschen Vermögens ist?" fragte Jim. als sie m einiger Entfernung von dem Haufe waren. „Nehmen wir einmal an, alle Ihre Belürchtungen wären wahr," erwiderte der Anwalt liebenswürdig,„nehmen wir einmal an, daß dieser Mann tatsächlich ein solcher Scksttst ist, wie wir glauben. Das Mädchen ist doch jetzt in seiner Gewalt. Was würde die Folge davon sein, wenn ich ihm erzählte, daß Eunice Weldon ihm die ganze Erbschaft streitig machte, daß ihr selbst dieses Haus gehört« und er vollständig arm und ruiniert sei?" Jim biß sich aus die Lippen. „Sie haben vollkommen recht," sagte er kleinlaut.„Ich bin immer zu hitzig und unbesonnen." „Solange Digby Groat nicht weiß, daß ihm Gefahr von Eunice droht, ist sie verhältnismäßig sicher. Aus jeden Fall ist sie nicht in Lebensgefahr. Wenn er erst alles erfährt, was wir wissen, ist sie dem Tode geweiht." Jim nickte. „Dann glauben Sie also, daß sie in wirklicher Gefahr ist?" „Ich bin davon überzeugt, daß Mr. Digby Groat nicht vor einem Morde zurückschrecken wurde, wenn er dadurch sein Erbe retten kann," sagte der Rechtsanwall schroff. Sie sprachen nicht mehr, bis sie in das Bureau in der Marl- borovgh Street kamen. Dort lieh sich Jim mit einem Scuszer in den Sessel fallen und bedeckte das Gesicht mii den Händen. „Es scheint fast so, als ob wir machtlos wären," sagt« er bitter. „Aber, Mr. Salter, das Gesetz ist doch noch größer als Digby Groat. Gibt es denn keine Handhobe, ihn durch ein« Anklage vor Gericht unschädlich zu machen?" Der alte Septimus Satter rauchte selten in seinem Bureau, aber heute nahm er sein« Meerschaumpjeise au» einer Schublad« seines Schreibtisches heraus, wischte sie sorgfältig an seinem Aermel ab und füllte sie longsam und mit unerschütterlicher Ruh« mit Tabak. „Dos Gesetz, mein Junge, ist größer als Digby Groat und größer als Sie oder ich. Manchmal lachen Leute, die es nicht ver- stehen, darüber, manchmal machen sie sich darüber lustig, im all- gemeinen illichen sie darüber. Aber wenn das Gesetz und die Recht- sprechung auch nicht schnell arbeiten, so sind sie doch wie die Mühle. die nur langsam, ober furchtbar klein mahlt. Dos Gesetz beschränkt sich nicht aus Verhoitungs- und Durchsuchungsbefehl«, es hat tau- send Waffen, mit denen es Betrüger und Bösewicht« niederschlagen kann. Und alle diese Wafsen sollen gegen Digby Groat angewandt werden!"(Fortsetzung folgt.» Spltikuchan..... /.Pfd.«0 Pf. Leb�actienherxm i. Karton» Stck S» Pf. Carlidi-Boiiibcnm. Schok., St.ssn. SS P( vlterM lebkncban i. Pak..«s n. SS Pf NOrnb.Oblat-Kacban i. Bleehd.£5| Olvmf«nder« Corte* ,» bli'igeten Preisen CARISCH-BACKABTJKEL •lanai t- Ahsshi mahl In Kilo- nnd 2-Kilo-Paketen. Pfd. 0.SO fl. sOBa Riascnmandatn... Pfd. 1.8» ff. Soltanlnon Pfd. HO Oartan-Koilafhaa Pfd. 0 00 Contcanar Cftronal..... Pfd. tOO Wer spielt im Poststadion Wie sind die Aussichten am Sonntag, Deutschland oder Oesterreich? teibiger in der Städtemannschaft hat er in dem von Leipzig geIn dem letzten 2änderfußballspiel der Arbeiter- 12äufer trifft für die Bergangenheit dasselbe zu, was über Rei sportler zwischen Oesterreich und Deutschland in Nürn- terer gesagt wurde. Brinz war früher ein bekannter Internationaler berg im Sommer dieses Jahres hat die deutsche Mannschaft durch des Wiener Vereins Austria". Wie dieser Läufer arbeitet, abbas Berjagen ihrer Läuferreihe eine nicht erwartete Niederlage ein mehrt, täuscht und zuspielt, ist ein Genuß zu sehen. Der deutsche fteden müssen. Der Mittelläufer fiel ganz aus; die Außenläufer, Rechtsaußen hat gegen ihn einen schweren Stand. Baumann rohl schnell und beweglich, waren doch aber nicht technisch soweit, hat man allen bekannten Läufern vorgezogen. Seine Leistungen in um die öfterreichischen Außenstürmer an der Entfaltung ihres den letzten Spielen der Auswahlmannschaft waren so hervorragend Rönnens zu hindern. Die österreichische Mannschaft bot ein so voll- gut, daß auch diesmal die Wahl wieder auf ihn fiel. Die Stürmer tommenes Spiel, daß Nürnberger bürgerliche Fußballanhänger erreihe ist ein unbeschriebenes Blatt. Man hat für eine geschlossen Härten, daß das Spiel der befannten englischen Mannschaft West. arbeitende, abgestimmte Angriffsreihe Sorge getragen und die drei ham", das vor einigen Monaten gegen den 1. F.-C. Nürnberg" tatendürftigsten, erfolgreichsten Stürmer des Vereins Red- Star" stattfand, teinen so guten Eindruck hinterlassen hätte, wie das Spiel berücksichtigt. Red- Star" hat sich mit dem bekannten Verein der österreichischen Mannschaft. Die österreichischen Fußballer selbst Sturm 14" fufioniert und seitdem eine Reihe ununterbrochener erflärten, daß ihre Mannschaft, wie sie in Nürnberg spielte, Erfolge gehabt. Die Meisterschaft wurde frog der energischen Wehr jedem Gegner des bürgerlichen Lagers ebenso befannter Vereine wie„ Rudolfshügel"," Helfort" und„ Wieden" bürtig gewesen wäre. Es märe unstreitbar das schönste ohne eine Niederlage erreicht. Manner und Karpfel und Spiel gewesen, das feit Gründung des österreichischen Verbandes gespielt wurde. Die große Tribüne Wie wird es in Berlin? Desterreich stellt mieder seine beste Läuferreihe, Deutschland ebenjo. Nennen wir nun zuerst die von ihren Berbänden Aus. erwählten und beurteilen wir dann ihr Können und ihre Eigenart. Die Aufstellung der Spieler fieht so aus: Defterreich: Solil ( Rudolfshügel) Baumann ( Straßenbahn) Bet Karpfel ( Rord- Bien)( Red Star) Behne ( Burg Senfel ( Frankfurt b. Magdeburg) Bestend) Sartmann ( Dresden- DSB.) Deutschland: Crezelius Reifig ( Liesing) Rannihar ( Wiener- Reustadt) Reiterer ( Rudolfshügel) Bring ( Gaswert 8) Manner Babanet ( Red Star) ( Selfort) Maret ( Red Star) Schmidt Schnierle Grübner ( Leipzig ( Stuttgart( LeipzigStötterig) Oft) Best) Bogen ( Leipzig- B. f. K.) Dorn ( Nürnberg- West) Raumann ( Leipzig- Borm.- West) ( Leipzig- Stötterig) Krause ( Leipzig- Debtsch) Erjag: Beibauer- Lichtenberg Das Amt des Schiedsrichters ist Fränkel Leipzig über. tragen worden, Ohne Borbehalt hat der Bundesschiedsrichteraus chuß ihm einstimmig die Leitung dieses großen Spieles anvertraut. Man erwartet von ihm eine großzügige, gerechte Arbeit, die bei etma vorherrschenden schlechten Bodenverhältnissen ihn auch förperlid) vor feine leichte Aufgabe stellen wird. Die Oesterreicher: Der Tormächter Reisig ist erst 21 Jahre alt und betreibt feit fünf Jahren das Fußballspiel. Er ist der Hüter des Tores der Sandesgruppe Niederösterreich. Seitdem man ihm das Tor der Ländermannschaft anvertraut hat, ist sein Blaz dort ständig gewesen. Im Nürnberger Spiel hat er die wenigen, aber schwierigen Situa. tionen mit der größten Sicherheit verblüffend geklärt. Hoffen wir, daß er sein großes können gegen eine schußfreudige deutsche Mannschaft zeigen kann. Der rechte Verteidiger Solil ist ein alter", erfahrener Spieler mit einer zehnjährigen Tätigkeit bei dem bürgerlichen Sportklub„ Rapid", der achtmal in der Runde der Brojitvereine die Meisterschaft erringen fonnte. Solil hat sich bei ber Trennung der Arbeitersportler von dem allgemeinen bürger, lichen Verband für den Arbeitersport entschieden. Er gilt zurzeit als der beste Verteidiger Desterreichs und ist absolut stoßficher, schnell und battisch ausgezeichnet. Seine große Kunst war in dem Länderspiel in Nürnberg zu bewundern. Links wird diesmal Rapnihar verteidigen. Er ist ebenso wie Reisig ständiger Gast in der Auswahlmannschaft von Niederösterreich Seine glänzende Abwehrarbeit in den Spielen gegen Rußland und gegen die gefürchtete Stürmerreihe der Landesgruppe Wien, die er mit sicherem 3uspiel unterstützen soll, machen ihn heute unentbehrlich. Man hat ihn allen Berteidigern Wiens vorgezogen. Die Läuferreihe der Desterreicher ist auf jeden Fall der glänzendſte Mannschaftsteil. Nach wie vor with Reiterer, der Mittelläufer, Mittelpunkt des ganzen Spieles fein, und am Schluß des Spieles wird die Kritik ihn als den besten Spieler beider Mannschaften nennen. Reiterer war früher Mitglied im Wiener Amateursportverein und hat zu wiederholten Malen im In- und Auslande in der Ländermannschaft der österreichischen Professional- Fußballspieler mitgemirft. Er ist freiwillig zum Arbeitersport zurückgekehrt und seitdem einer der besten Spieler des österreichischen Arbeitersports. Die bürgerliche Breffe nannte Reiterer blendend, den besten Mann auf dem Blage, der den Angriff famos unterſtügte. Ueber Prinz als linken des Poststadions in der Lehrter Straße, von der aus das Länderfußballspiel Oesterreich- Deutschland gut zu beobachten sein wird. Ein Platz kostet nur eine Mark auf den anderen Plätzen gar nur eine halbe Mark. Also am Sonntag, 131, Uhr( übermorgen!), ins Poststadion zum Länderfußballspiel und zur Anschlußkundgebung! Bez werden eine ganz gefährliche rechte Seite bilden. Babanet ist ein Spieler, der sich anpassen kann und zwischen den beiden Red- Star"-Stürmern eine große Triebfraft entfalten wird. Die Deutschen: Bei der Aufstellung der deutschen Mannschaft ergaben sich Schwierigkeiten. Troßdem ist man überrascht, daß es gelang, eine Mannschaft zu schaffen, die mit Ausnahme eines Boftens zurzeit überhaupt nicht beffer aufzustellen mar. Fast alle Spieler haben wiederholt in der deutschen Ländermannschaft gespielt und einige von ihnen hervorragenden Anteil an den größten fußball. Sportlichen Erfolgen Deutschlands gehabt. So in der berühmten Olympiamannschaft 1925, über die das bürgerliche Fußballorgan, Der Fußball", München, schrieb: ,, Die Auswahlelf des deutschen Arbeiter- Sportverbandes schlägt die Elf des Deutschen Fußballbundes nach Belieben." Die Spieler find: Schmidt, Leipzig- Stötterig; Bogen, Leipzig, B. f. K.; Naumann, Leipzig- L. und Dorn- Nürnberg. Die Teilnahme dieser spielerfahrenen Leute gibt die Gewähr, daß die deutsche Mannschaft gegenüber dem Nürnberger Spiel eine weit bessere Leiſtung zeigen wird. Drei süddeutsche und acht mitteldeutsche Spieler werden Deutschlands Farben vertreten. Der Torwächter Krause von Leipzig- Deßſch iſt Neuling in der Ländermannschaft. Er ist der Torwächter der sächsischen Kreismannschaft. An dem großen Erfolg der Leipziger Städtemannschaft gegen die Wiener Städtemannschaft hat er hervorragenden Anteil. Krause ist kein Publikumspieler, sicher und gewandt, hat er ein aufmerksames Auge für alle überraschenden Torschüsse. Dorn, der rechte Verteidiger, ist fast in jeder Ländermannschaft zu finden. In Nürnberg hat er mit Zähigkeit und Aufopferung troß Ausfalls der Läuferreihe meitere Erfolge der österreichischen Stürmer verhindert. Die deutsche Ländermannschaft ist ohne ihn unbentbar. Renfing in der Mannschaft ist der linte Berteidiger, Grecelius non dem Altmeister verein Leipzig- Stötterizz. Daß es diesem Berein wiederum gelang, mit großem Vorsprung die Meisterschaft des großen spielstarken Leipziger Bezirks zu erlangen, ist mit sein Berdienst. Als Verwonnenen Städtespiel Wien- Leipzig erfolgreich mitgewirkt. Er wird fein Bersager sein, da eine reiche Erfahrung, zumal in Spielen gegen Wiener Mannschaften, vorhanden ist. Wie bei den Defterbeste reichern ist die Läufer reihe bei den Deutschen der Mannschaftsteil. Raumann, der Mittelläufer, hat seinen Ruf durch sein glänzendes Spid bei der Olympiade in Frankfurt begründet. Im Spiel gegen die russische Ländermannschaft in Hamburg war er wieder der erfolgreiche Mittelläufer. Der Umstand, daß er im Städtespiel Wien- Leipzig nahezu an Können und Aufopferung an seinen großen. Gegenspieler Reiterer heranreichte, hat für ſeine Aufstellung gesprochen. Bogen Leipzig, B. j. K., und Hart= mann, DSB., Find Deutschlands beste Außenläufer. Wo diese in Ländermannschaften mitgewirkt haben, gehörten sie zu den beständigsten und besten Spielern. Erinnert sei an Hartmanns große Leistung im Länderspiel in Wien und Bogens Zuverlässigkeit in den Russenspielen. Diese beiden Spieler geben Gemähr dafür, daß der Sieg Desterreichs nur nach leberwirbirag größten, Widerstandes möglich ist. Behne, der Linksaußen, ist ein junger begabter 21jähriger Spieler, der noch in feinem Landerspiel, verjagt hat. Die Kritik hat immer anerkennende Worte für ihn. Es ist erstaunlich, wie dieser Spieler Torgelegenheiten für die Innenstürmer schafft. Für die gegnerischen Torwächter ist er ein gefährlicher Bursche. In vielen Länderspielen ist er als Torschütze hervorgefallen. Ein Neuling in der Ländermannschaft ist der Meine, aber wendige und technisch begabte Hensel von Frankfurt- Westend als Halblints. Den Berlinern ist Hensel nicht unbekannt. Er war die treibende Kraft in dem Spiel num die deutsche Bundesmeisterschaft zwischen ,, Adler 08" und Frankfurt- Westend im Sindion Grunewald. Der Mittelstürmer Richard Schmidt ist wohl der bekannteste Spieler. Seinen Ruf verdankt sein Verein V. f. 2. Leipzig- Südost" nicht zuletzt seiner erfolgreichen Spielweise. Schmidt ist immer noch Deutschlands bester Stürmer; das zeigte fid) in den Finnlandspielen und allen anderen Spielen vorher. Schnierle heißt der Halbrechte. Der Spieler war zuerst im Länderspiel gegen Belgien in Stuttgart berücksichtigt worden. Seine gutes Spiel führte dazu, ihn auch in den finnischen Spielen aufzustellen. Schnierle ist noch jung und entwicklungsfähig. Bürgerliche Einkäufer haben wiederholt versucht, ihn zu erwerben". Der Rechtsaußen Grübner hat alle schweren Länderspiele mit Erfolg miterlebt. In Wien hat er 1927 mit seinem ungestümen Angriffsgeist ein ausschlaggebendes Tor geschafft, das in der Art, wie es gemacht wurde, außerordentlich war. Als Ersatzmann ist der Lichtenberger Weidauer aufgestellt worden. Wenn durch irgendeinen Umstand jeine Mitwirkung im Sturm erforderlich wird, wird er seinen Mann stellen. Und die Wünsche: Es ist anzunehmen, daß beide Mannschaften mit größter Energie und Hingabe an das Spiel herangehen. Es wird erwartet, daß bei der Wichtigkeit des Spiels beide Mannschaften in Wahrung und Würde des Arbeitersportes ein einwandfreies und kameradschaftliches Spiel vorführen. Wir wiesen schon wiederholt darauf hin, daß das Spiel in spieltechnischer Beziehung dem bürgerlichen Spiel Wien- Berlin nicht nachstehen, in sportmoralischer Beziehung diefeni Spiele bei weitem überlegen sein wird. Jeder Arbeiter, der seine Pflicht fennt, nniß zum Besuch des Spiels fommen. Die geringen Eintrittspreise ermöglichen jedem in Arbeit stehenden Genossen den Besuch. Die Arbeitersportler der ganzen Welt bliden am Sonntag nach Berlin, wo die Millionenarbeiterschaft praktische Solidarität zeigen und durch ihren Befuch alle Plähe des Postitadions voll besetzen wird! Trabrennschieber vor Gericht. Ein unerhörter Betrugsfall im Trabrennsport, der vor einigen Monaten größtes Aufsehen erregte, hat jetzt auch vor dem ordentlichen Gericht seine Sühne gefunden, nachdem die Beteiligten samt allen in die Affäre verwickelten Pferden durch die Oberste Behörde für Trabersport bereits vor einiger Zeit mit Verweisung von allen Rennbahnen bestraft worden waren. Der Hamburger Züchter und Rennstallbefizer W. Iste und der ehemalige Stallmann und Herrenfahrer" A. Faltenberg, die ungarische Traber als deutsche Inländer laufen ließen und auf diese Weise manch schönen Coup landeten, sind jetzt vom Hamburger Schöffengericht zu sechs Monaten Gefängnis und 10000 M. Geldstrafe bzw. zu vier Monaten Gefängnis und 5000 M. Geldstrafe verurteilt worden. Falsche Firmenführung. Der Borstand der Berliner Ortsgruppe des Arbeiter Schüßenbundes teilt mit: In Groß- Berlin führen die wegen bundesschädigenden Verhaltens, Nichtdurchführung der BundesbeWEIHNACHTSGESCHENKE COBERHEMDEN NACHTHEMDEN + PYJAMAS+ UNTERWÄSCHE HERRENSOCKEN + CRAVATTEN+ HANDSCHUHE PULLOVER MÜTZEN HÜTE # Leineweber Berlin C, Köllnifcher Fifchmarkt 4-6 Sonntag, den 16. und 23. Dezember von 2-6 Uhr geöffnet. schlüsse und Nichtabführung von 600 Mart Bundes. geldern aus dem Arbeiter- Schüzenbund Deutschlands e. V. aus geschlossene KPD.- Ortsgruppe( Thormann) und ihre Bezirksvereine einen unehrlichen Kampf um ihre Existenz. Sie versuchen durch miz bräuchliche, widerrechtliche Führung des Namens Arbeiter- Schützenbund die Oeffentlichkeit, Behörden und Arbeiterorganisationen zu täuschen. Wir weisen darauf hin, daß alle Schriftstücke des ArbeiterSchüzenbundes Deutschlands e. V., Ortsgruppe Berlin, nur gültig sind, wenn sie von dem Ortsgruppenvorsitzenden Ernst Schaefer unter zeichnet sind. In allen anderen Fällen handelt es sich um Urkundenfälschungen. Weiter verweisen wir auf die Anschriften: Bezirk Mitte: Hermann Meyer, N. 54, Weinmeisterstr. 13, und Otto Koch, D. 27, Blumenstr. 18; Bezirk Friedrichshain: Ernst Decker, D. 34, Ebertystraße 43; Bezirk Lichtenberg: Wilhelm Maschte, Lichtenberg, Friedrichstr. 16; Bezirk Schöneberg: Otto Siewert, Afazienstr. 22; Bezirk Prenzlauer Berg: Paul Krelle, Nr. 58, Schönhauser Allee 63. Für alle übrigen Bezirke Ernst Schaefer, N. 24, Kleine Hamburger Straße 24/25 I. Der Ortsgruppenvorstand: J. A. Ernst Schaefer. Sport und Spiel der Kleingärtnerjugend. Im Mercedes- Palast, Neukölln, veranstaltete die Jugendpflegeabteilung der Kleingartenvereine NeuköllnTreptow unter Mitwirkung der Freien Turnerschaft Groß Berlin ein Werbefe ft. Wie sie da aufmarschierten, mit leuchtenden Augen und frischen Gesichtern, wie all die gesunden, gut durch trainierten Körper in turnerischen und tänzerischen Ausdrucksformen harmonisch gelöst sich bewegten, daran konnte man seine Freude haben. Die ganze jugendliche Sportmannschaft bis hinab zu den Allerkleinsten war aufgeboten. Die kleinen Dreifäjehochs hüpften gar puẞig ihre Reigentänze, während die Großen in den Frei übungen turnerische Begabung und richtige Sportbegeisterung zeigten. Sehr hübsch wirften die vorgeführten Voltstänze in, all ihrem schlichten, natürlichen Frohsinn. Aber auch der Kunsttanz war vertreten und ein paar zierliche Meißner Porzellanfigürchen, die sich grazios im Rokokotanz drehten, dann ein fröhlich wirbelnder Schmetterling wurden stürmisch bejubelt. Daneben gab es Musitund Filmvorführungen und Gesangsvorträge des Knabenchores des Kleingärtner- MGV. ,, Sangesfreude". In Charaktertänzen und gestellten Gruppenbildern zeigten die Turner gute Leistungen. Bolkstanz- und Liederabend. Die Arbeitsgemeinschaft proletarischer Volkstanztreije veranstaltete am Sonntag im Friedrich- Werderschen Gymnasium eine Jugendfeier stunde. Für die Veranstaltung war ein ausgezeichnetes Programm zusammengestellt. Die Arbeitsgemeinschaft zeigte im alten Volks tanz ihr Können. Tänze, die in allen Gegenden Deutschlands bei den Bauernfesten abgelauscht waren, jo den alten Merseburger, den Lanzer und die Polka trugen die Jungen und Mädel flott und grazios vor. Im Zeitalter des Jazz hat sich die Jugend den Sinn für die alten Volksweisen erhalten, hat mit Fleiß längst verklungene Liederschäze wieder ausgegraben. Die Märkische Singar jang mit ihrem ausgezeichneten Chor Volkslieder aus dem Odenwald. Zum Abschluß der gelungenen Veranstaltung wanderten die Fest I teilnehmer mit dem Kameramann der Bildspielgemeinde Moabit durch die deutschen Jugendherbergen, die um Berlin in den letzten Jahren entstanden sind. Ueberall treffen wir luftiges Jungvolt, das die Sonntage und die Feiertage in der freien Natur verbringt. Mustergültige Anlagen sind in den lezten Jahren schon errichtet, aber immer noch zu menig, um allen Jungwanderern ein gutes und billiges Heim zu bieten. Alle Winterfonnenwende. Am Sonnabend, 15. Dezember, 21 Uhr, findet auf der Havelwiese, gegenüber der Insel Lindwerder( Nähe Kaiser- Wilhelm- Turm), eine Wintersonnenwendfeier statt. Parteigenossen und insbesondere alle Sportgenossen werden gebeten, diese Veranstaltung zu unterstützen. Das Programm wird von dem Touristenverein„ Die Naturfreunde", Abteilung Schöne berg- Friedenau, ausgeführt. Treffpunkte am Bahnhof Grunewald und Endstation der Straßenbahnlinie 43 um 20 Uhr. Unfostenbeitrag 20 Pf. An die Vereine des 1. Kreises! RUNDFUNK AM ABEND Freitag, 14. Dezember. 16.00 Stunde mit Büchern. Berlin. 16.30 Konzert blinder Künstler, Mitwirkende: Hermann Jahn- Schulze, Klavier! Edmund Joseflak, Tenor; Willy Severin, Orgel; Herbert Spohn, Tenori Margarethe von Winterfeldt, Sopran. Am Flügel: Ben Geysel. Anschließend bis 18.45 Unterhaltungsmusik des Salonquartetts Hans Rage. 19.00 Vortragsreihe„ Der Kleingarten", 20, W. Reinhold: Die Laube is Kleingarten". 19.30 Armin T. Wegner: ,, Auf der Völkerbrücke, Landschaften und Städt im Kaukasus". IV.: Der See der Verbannten. 1. Jos. Haydn: Streichquartett G- Dur, op. 77 Nr. 1 Allogro moderato Adagio Menuetto Presto. 2. L. van Beet Allegretto vivace hoven: Streichquartett F- Dur, op. 39 Nr. 1: Allegro e sempre scherzando Adagio molto e mesto- Allegro( Rosé- Quartett Prof. Arnold Rosé, Paul Fischer, Anton Ruzliska, Anton Walter). 21.00 Soziale Weltreisen. 5. Fritz Tarnow, M. d. R. und M. d. RWR.: Die Ar beiterfrage in Amerika. Die österreichische Fußballmannschaft trifft morgen, Sonnabend, 20.00 Kammermusik. um 22.25 Uhr( 10.20 Uhr abends) auf dem Anhalter Bahnhof ein. Zum Empfang treffen sich die Berliner Arbeitersportler um 22 Uhr( 10 1hr abends) in der Bahnhofshalle. Der Kreisvorstand. J. A.: Mar Reichert. Arbeiterschwimmvereine und Abteilungen! Anläßlich des Län berfußballspiels Desterreich- Deutschland sind alle Mitglieder verpflichtet zu erscheinen. Vereinsfahnen, Banner und Wimpel sind um 11 Uhr im Poststadion abzugeben. Sämtliche Vereins- und Abteilungstaffierer und sonstige Funktionäre stellen sich um 11% Uhr der Kasse( beim Gen. Schulz melden) zur Verfügung. Die Spartenleitung. 21.30 Mandolinenkonzert. 1.L. Jessel: Aufzug der Stadtwache, Charakterstück. 2. C, Henze: Am Mühlengrund. 3. C. Komzák: Münchner Kind!, Walzer. 4. Sartore: Flora, Fantasie. 3. M. Oscheit: Picador, Marsch ( Mandolinenclub ,, Sonate", gegr. 1907. Dirigent Karl Henze). Königswusterhausen. 16.00 Rektor Spielhagen: Arbeitsschule und Elternabend( II), 16.30 Nachmittagskonzert von Leipzig. 17.30 Dr. Lammers, M. d. R.: Die Ergebnisse der Enquêteuntersuchung über die Kartelle. 18.00 Musikdirektor Ohrmann: Der Weg zu Bruckner( II). 18.30 Stud.- Rat Friebel. Lektor Mann: Englisch für Fortgeschrittene. Tennis- Rot Groß- Berlin. Am Sonntag ruht jeglicher Spielbetrieb. Alle Mitglieder besuchen die Beranstaltung im Boftstadion. Für die ausfallenden Spiele am Sonnabend, ab 14 Uhr, Hockey 18.53 Stud.- Rat Dipl.- Ing. M. R. Müller: Werkmeisterlehrgang für Facharbeiters training auf dem Sportplatz in der Zellestraße. Achtung! Spielleute! Alle Spielleute Groß- Berlins, die Mitglied des Arbeiter Turn- und Sportbundes sind, treffen sich am Sonntag, 16. Dezember, um 13 Uhr, am fleinen Ausgang des Lehrter Bahnhofs in der Invalidenstraße. Wir spielen zum Einmarsch der Fußballändermannschaften. Kleidung: dunkles Jackett, Schillerfragen, dunkle Hosen, Kopfbedeckung. Großes Schlagzeug stellen Freie Schwimmer Berlin XII". Stabführung Bundes techniker Gebhardt. Vollzähliges und pünktliches Erscheinen ist Dehlschläger, Kreisobmann. Pflicht! Bundestreue Vereine teilen mit: Arbeiter- Rab- und Kraftfahrerbund Colibarität. 1. und 2. Abt.: Gonn tag, 16. Dezember, 12% Uhr, Besichtigung des Reichstags. Treffpunkt Tor. tal 5.-6. Abt.: Four wird am Start befonntgegeben. Start mittags 1 Uhr Arnimplat. Ortsgruppe Charlottenburg: Berkehrs- und Startlokal Wilmers dorfer Str. 24, Edc Ranalstraße. Touristenverein Die Naturfreunde", Zentrale Wien. Berbebezirk Rorben: Sonntag, 16. Dezember, im Gasthaus Sur Alause", am Bahnhof Hohenneuenborf, Weihnachtsfeier. Lieber zur Laute, Tänze, Sarfenfpiel, heitere Worte, Tanz für alle. Orchestermufit. Einfa§ 15 Uhr. Rarten am Eingang. Maschinenteile, Hebe- und Fördertechnik( V). 21.00 Reg.- Rat Dr. Helmuth Kuhnert: Die soziale Schichtung des akademisches Nachwuchses. Ab 20.00 Uebertragung von Berlin. 22.45 bis 23.15 Bildfunkversuche. Sprechmaschinen ab Fabrik 48- 35- 22. usw. 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