Morgenausgabe Nr. 593 A 300 45.Jahrgang Böchentlich 85, moralid 3,80 38. im voraus zehlbar. Boftbezug 4.32 R einfcht Bestellgelb, Buslandsabonnes ment 6.- pre Tonal * Ber Barwärts erihelat wochentag fich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin unb im Handel mit dem Titel Des Abend, Illuftrierte Beilagen„ Boil und Zeit" und Rinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wissen, Frauen ftimme". Tenit". Blid in die Bügerwelt" und Jugend- Berwärts Vorwärts Berliner Boltsblatt Sonntag 16. Dezember 1928 Groß- Berlin 15 Pf. Auswärts 20 Pf. le etnipattige tempereifegeile 40 Bfennig. Rettameteile& Reichs mort. Aleine Anzeigen das lettges brudte Bort 25 Pfennig( zulässig me Jettgebrudte Borte), jedes weitere Bord 23fennig. Stefiengesuche das erite Wort 15 Bfennig, jebes weitere Bort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben sählen für gei Borte. Arbeitsmartt Seile 60 Pfennig. Familienanzeigen fur Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen annahme im Hauptgeschäft Lindens Straße 3, wochentagl, von 8 bis 17 Uhc Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Bernsprecher: Donboff 292-297 Eelegramm- Adr.: Sostaldemokrat Berlin Vorwärts- Verlag G. m.b.H. Bostichedlonto: Berlin 37 536. Banktonto: Ban! der Arbetter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstr. 3 Locarno- Geist in Lugano? Eine erfreuliche Kundgebung und ein bedauerlicher Zwischenfall. Die gemeinsame Kundgebung, die die Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Englands am Schluß ihrer Besprechungen in Lugano veröffentlicht haben, ist von einer unverkennbaren Herzlichkeit des Tones getragen und aus ihr spricht ein Optimismus, der ebenso überraschend wie erfreulich ist. Die Herren Briand, Chamberlain und Stresemann find feit der berühmten Konferenz von Locarno vor drei Jahren etwa ein dugendmal zusammengekommen, und daher sind sie lo aneinander gewöhnt, daß eine Verständigung zwischen ibnen ous rein psychologischen Gründen leichter sein dürfte als zwischen anderen Staatsmännern, die sich zum ersten Male begegnen. Sie haben gemeinsam die Tage von Lotarno im Oktober 1925 erlebt, jpäter, im März 1926 die miß glückte außerordentliche Bölferbundsversammlung, bei der die ufnahme Deutschlands an Widerständen scheiterte, die außer halb ihres Machtbereiches lagen, jobann, in jener denkwürdi gen Sigung des 10. September 1926, waren sie die Roryphäen, die das große Ereignis des Böllerbundseintritts Deutschlands feierten und auf die die Augen der Welt gerichtet waren. Snwieweit dieses Werf ihr persönliches Verdienst ist und inwieweit fie nur die späten Bollstrecker der Ideen waren, die andere lange vor ihnen und sogar besser als fie propagiert hatten, foll hier nicht untersucht werden. 3weifellos umgibt die drei ein Stück Mythos. Aber sie find zum Gliid die Gefangenen diefes Mythos. Sie, gerade fie müssen das Bert von Locarno und von Genf forifegen, an int festhalten, wenn sie nicht von den Höhen der Bollsbegeisterung, die sie genoffen haben, in die Abgründe des Voltszornes stürzen wollen. Ein Bruch der Locarno- Bolitit wäre ein Unglüd für Europa, aber menn diefelben Männer, die dis Echöpfer von Locarno nun einmal gelten, den Schlußstrich unter diefe Politik der Berföhnung und Annäherung zu ziehen gezwungen wären, dann würden fie persönlich von ihren Bölfern verantwortlich gemacht wer ben und erledigt sein. Vielleicht steht im Wort, Locarno" mehr Mythos als Realität, aber das Dreigestirn, das jest nach verschiedenen glücklich überstandenen Krankheiten wieder einmal am Zenith leuchtet, vertörpert jenen Geist von Locarno" und ist, politisch gesprochen, auf Tod und Leben mit diesem Geist verbunden. " Was ist nun der„ Geist von Locarno? Darüber gehen alldings die Meinungen auseinander. In Deutschland etolidt man darin die allseitige Berpflichtung, nicht nur den Geist des Krieges auf ewig zu verbannen, sondern auch die politischen Beziehungen zwischen den ehemaligen Kriegs. gegnern so zu gestalten, als gehörte der Weltkrieg endgültig der Bergangenheit an. Man hat daher Ronfequenzen erwartet. Bon Frankreich hören wir nun. daß die Konlequenzen insofern eingetreten find, als die Besatzung des Rheinlandes ihren Charakter wesentlich geändert" hat. Das ist zweifellos richtig. Aber das fann von uns nur als ein Anfang dieser Konsequenzen betrachtet werden. Solange deutscher Boden überhaupt belekt ist. fehlt die wefent lichste Boraussetzung für eine wirkliche Versöhnungspolitit, und so lange bleibt auch die Behauptung, daß Deutschland eine gleichberechtigte Nation im Rate der Böller durch feinen Beitritt zum Bölferbund geworden ist, gelinde ausge. drückt: eine Fittion. Nun versichert Briand seit Locarno bei jeder Gelegenheit, daß er, im Grunde genommen, mit Deutschland über die Notwendigkeit der Rheinlandräumung einig sei, daß aber die deutsche Ungeduld" nur störend wirken fönnte. Es handle fich gewissermaßen nur um eine Frage des Tempos In Wirklichkeit ist der Gegensaß doch wesentlich tiefer. Richt um Geduld oder Ungeduld geht es dabei, sondern um die Gegenleistung, um das Geschäft, das man auf franzöfifcher Seite mit dem fogenannten legten Pfand aus dem Weltfriege machen will. Mit dieser Auffassung Dom ,, Geiste von Locarno" fann man sich auf deutscher Sette Richt befreunden. Aber, so wie die Dinge liegen und da nun die tonservative Regierung Englands aus Gründen feiner Flottenpolitif gegenüber Amerita Frankreich jetun diert, ist es leider ausgeschlossen, daß sich der deutsche Stand puntt durchsezen wird. Auch mit den rein juristischen Argumenten läßt sich zurzeit nichts erreichen. Soll man nun, wie es die Deutschnationalen fordern, die Solitit von Locarno Knall und Fall preisgeben, weil pre Konfequenzen nicht so restlos und nicht so schnell ein getreten find, wie bas deutsche Bolt berechtigt war, es zu ferdern? Das hätte nur dann einen Sinn, wenn das Ziel Befreiung des Rheinlandes überhaupt nicht in je er Zeit zu erreichen wäre. Aber die Genfer Bereiniumgen vom 16. September haben einen Weg gezeigt. In verschiedener Schwierigkeiten. wohl mehr technischer als afräglicher Natur, stedt das Genfer Programm noch in Locarno- Politik wird fortgesetzt. Gemeinsame Erklärung Stresemanns, Briands und Chamberlains. Bugano, 15. Dezember. Frieden zu sichern. Dieser Politif bleiben wir tren. In diesem Geiste werden wir die Verhandlungen ført. sehen, die auf Grund der Vereinbarungen eingeleitet worden sind, die zwischen den sechs interessierten Mächten am 16. September dieses Jahres in Genf zustande getommen sind. Wir sind entschlossen, alles in unserer macht stehende zu tun, Von den Ministern des Auswärtigen Frank. reichs, Englands und Deutschlands wurde heute folgendes gemeinsame Kommuniqué aus gegeben: Die Ratstagung hat es uns ermöglicht, die seit langem unterbrochene persönliche Verbindung swischen uns wieder aufzunehmen und in einen Mei. nungssaustausch einzutreten, der bou sehr großem Nuken gewefen ist. Diese Besprechungen haben uns dazu geführt, stärker denn je davon überzeugt zu sein, daß eine Politik der Versöhnung und Annäherung unserer Länder am geeignetsten ist, den um so schnell wie möglich zu einer vollständigen und endgültigen Lösung der aus dem Kriege herrührenden Schwierigkeiten zu gelangen und auf diese Weise auf Grund gegen. seitigen Vertrauens die gedeihliche Entwicklung der Beziehungen unserer Länder zu sichern. Sturm im Völkerbundsrat! Heftige Rede Stresemanns gegen Zalesti. Lugano, 15. Dezember. Jm Böllerbundsrat, ber fid) heute vormittag ausfdhließlich mit den deutschen Minderheiten in Oberschlesien befaßte, fam es nach bem Abschluß der Tagesordnung zu einem auffehenerregenden Zwischenfall. Der polnische Außenminister Zaleffi nerfas eine längere Erklärung, in der er die Tätigkeit des Deutschen Volksbundes als in vieler Hinsicht in offenem Widerspruch mit dem Geist der Genfer Ronvention bezeichnete. Durch die zahlreichen Beschwerdefälle, die vor den Bölferburbsrat gebracht werben, folle in der Welt der Einbrud ermedt werden, daß die Rechte der deutschen Minderheiten in Oberschlesien verlegt und die Verhältnisse in Oberfchlesien unhaltbar feien. Nach längeren statistischen Angaben über die wirtschaftliche Entmidlung Oberschlesiens schloß er mit der Erklärung, doß die Beschwerden des Deutschen Volksbundes unbegründet und lediglich dazu bestimmt seien, den Eindrud zu er weden, daß die Lage in Oberschlesien noch unsicher sei. Das be deuie einen offenen Mißbrauch der Bestimmungen der Minderheitenverträge und der Genfer Konvention. Die Tagesordnung des Bölferbunds rats werde mit Beschwerden des Deutschen Boltsbundes überfüllt und der Rat merde auf diese Beife genötigt, Fragen zu prüfen, die bei einer richtigen Bewertung nur von untergeordneter Bedeutung seien. Diese Diskussion könne nur das Ansehen des Balferbundes schädigen. Diese Erklärung, die vollkommen unerwartet nach Erledigung der auf der Tagesordnung stehenden oberschlesischen Fragen abgegeben wurde, rief beim Ratsmitglied Dr. Stresemann, feinem Anfangsstadtum. Diese Schwierigkeiten haben befonders in Deutschland eine gewiffe Nervosität erzeugt. Man hat vielfach von Stresemann gefordert und erwartet, daß er durch seine Besprechungen in Lugano günstigere Bereinbarungen erreiche als Hermann Müller bei der Aus ( prache im September. Diese Erwartung war aussichtslos und ist auch unerfüllt geblieben. Aber das geftrige Rommuniqué läßt darauf schließen, daß man darin überein gekommen ist, das Tempo der Berhandlungen zu bescheunigen. der bel einem der Schlußfäße unfer lebhaftem Proteft mit der Hand auf den Tisch schlug, größte Erregung hervor. jaales ergriff Reichsminister des Aeußern Unter ungeheurer Spannung des dichtbesetzten Rats. Dr. Stresemann nach der englischen Uebersehung der Erklärung Zaleftis das Bort, um fich in fehr energischer Weise für die Minderheitenrechte und besonders für das vertragsmäßig festgesetzte Recht des Deutschen Voitsbundes, sich an den Völkerbundsrat wenden zu dürfen, einzufezen. Er führte dabei etwa folgendes aus: Mit steigendem Erstaunen bin ich der Rede des polnischen Ministers des Aeußern gefolgt. Ich bebauere, nichts anderes jagen zu fönnen, als daß aus dieser Rede der Geist des Haffes gegen die deutsche Minderheit in Oberschlesien gesprochen hat, und den er aufgerufen hat gegen Menschen, die Don einem Recht Gebrauch machen, welches ihnen durch den hier verfammelten Bölferbundsrat anerkannt worden ist. Es fann sein, daß die einzelnen aus Oberschlesien kommenden Beschwerden non untergeordneter Bedeutung sind, aber diese Dinge, wo es sich um Fragen handelt, ob ich mein kind in meiner eigenen Sprache, in meiner eigenen Sulfur erziehen fann, die sind vielleicht im Bergleich zu Handelsverträgen und anderen Dom polnischen Minister, bes Auswärtigen angezogenen Gegen ständen von untergeordneter Bedeutung. Hier handelt es sich aber um einen Teil menschlicher Leiden und menschlichen Rechts, die Dom Bölkerbundsrat felbft anerkannt worden sind. Der polnische zwischen dem polnischen Außenminister 3 aleski und dem Reichsaußenminifter Stresemann gefommen ist. Gerade weil Bolen in legter Zeit bestrebt ist, die Lösung der Räu mungsfrage zu erschweren, wie der jüngste Beschluß des Sejm- Ausschuß bemiesen hat, ist die Botschaft aus Lugano erfreulich: denn sie bedeutet zugleich eine Absage an die Quertreiber in Warschau, die in der lächerlichen Bahnvorstellung leben, daß ein von fremden Truppen befreites Deutschland für die Integrität Bolens eine besondere Gefahr bilden könnte. Was für den Bestand Bolens gefährcut stellich ist, das ist vielmehr einzig und allein der Geist des überRontretes ist aus dieser Kundgebung von Lugano ipannten Nationalismus und der Unduldsamnicht herauszulesen. Aber wenn freundschaftliche Worte teit gegenüber den nationalen Minderund demonstrativer Optimismus in dieser Situation über- heiten, der aus der geftrigen Rede Zaleskis sprach. Und haupt einen Sinn haben, dann fann es nur der sein, daß die beshalb begrüßen mir auch die Ankündigung, daß auf der drei Männer erfannt haben, daß es so wie in den legten nächsten Tagung des Völkerbundrates das Problem des Wochen nicht weitergehen darf: man muß das gegen Schuges der Minderheiten grundsätzlich behandelt feitige Mißtrauen, das sich wieder in der europäischen öffent werden soll. lichen Meinung breitmacht, überwinden und deshalb schnell zum Ziele der vollständigen und endgültigen Lösung der aus dem Kriege herrührenden Schwierigteiten" gelangen. Gemeint find natürlich die Räumungsfrage und das Reparationsproblem. Diese Rundgebung ist deshalb er freulich, weil sie unmittelbar nach jener Schlußsigung des Böllerbundrates erlassen wurde, in der es zu einem für Rats verhältniffe unerhört farfen 3usammenstoß 22703 Eine solche Erörterung tut schon lange not. Bequemt sich Polen endlich dazu, das Problem der nationalen Minderheiten so zu lösen, wie es zum Beispiel seine baltischen Nachbarn getan haben, dann wird sich die latente Spannung zwischen Polen und Deutschland ganz von selbst lösen: Eine gerechte Behandlung seiner eigenen Minoritäten wäre für Bolens Sicherheit und Integrität unendlich wirkfamer ein ,, Locarno des Oftens" oder gar als die aufreizende Forderung einer verlängerten Besetzung des Rheinlandes durch die Weftmächte. Außenminister Sales Hat erMark, es let it rezhari, baß diese! Renfchen non blejam Regi bes- 2npells an den Rat Gebrauch machen. Mit erhobenar Stimme mondte fich Stresemann an bos polnische Ratsmitglied, um ihn eindringlich zu fragen, mie er au Der Ertlärung tomme, daß die Behandlung blefer Be fchoserben ein Mißbrauch ber Zeit des Rates fei. Im Gegen fag zu dieler Crflärung wies er auf die außerordentlich mühepalle sind unparteiliche Arbeit des Berichterstatters, des japanischen Rats mitgliebes batci bin, ber mit feinem einzigen Wort auch nur hahingehende Andeutungen gemacht hat und sagte: Der Ratspräft bent, der französische Außenminifter Briand, hat mit feinem art zum Ausdrud gebracht, daß hier Mißbrauch mit bem Rat und feiner Zeit getrieben wird. Unter wiederholter Betonung des sertraglich festgelegten Rechts ber deutschen Minderheiten in Ober. Schlefien führte Dr. Strelemann weiter aus: Reich, Reichsbahn, Länder, Staatsgericht. Ein verwickelter Fall und seine Borgeschichte. Dem Konflitt, her jest zwifchen der Reidsreglerung auf der einen Seite, ben füddeutschen Bändern und dem Staatsgerichtshof auf ber anderen in noller Schärfe entbrannt ist, flegt folgender Tatbestand zugrunde: Bor hem Krieg gab es befanntlich feine Reichsbahn, fondern einzelstaatliche Eisenbahnperpaltungen. Reben bar preußisch- helfischen Eisenbahngemeinschaft gab es babife, mürttembergisde, bayerische, fächsische Staatsbahnen. Rach bez Staatsummälaung gingen bie Bahnen auf das Reich über, und es wurden mit den früher felbständigen Cisenbahnverwaltungen Ber träge gefchloffen, die ihren bauernden Einfluß auf die Leitung ber Reichsbahn sichern sollten. Norgeben en Die Reidsregierung glaubte es aber nicht pesandmorten zu dürfen, boß die Beratungsratspoften, bie bazu de find, ben deutschen Standpunti im Termoliungsrat geltend ju machen, für unheftimmte Zeit unbefegt blieben, und vollzog haher am 14. Dezember die Ernennungen. Darauf faßte der Staatsgerichtshof ben bereits mitgeteilten Beschluß, feina Berhandlung für unbestimmte Zelt zu vertagen und fios gegen die Reichsregierung beschwerdeführend an den Reichspräsidenten zu werthen. Das Reichsfabinett bat fich gestern mit diesem Beschluß des Staatsgerichtshofes befaßt und eine längere Sachdarstellung heraus gegeben, die mit folgender Erflärung fchließt: Benn die oberschlesischen Minderheitsfragen der Zahl nach auf her Tagesordnung des Rats steigen, warum wird dann das Unrecht nur auf ber einen Seite gefucht, warum denn im Su fammenhang mit reinen Soulfragen eine Debatte über die industrielle und mirtidaftliche Entwidtung Oberschlesiens Im Jahre 1924 pollzog sich dann eine neue en berung. hervorrufen? Welche poitischen Gründe haben Sie, über die Im Zusammenhang mit der Reuregelung der Reparationen, der Roblenprobuftion Oberschlesiens, über die Sintprodut fogenannten Dames- Regelung. wurden die Reichsbahn tion und überhaupt über die industrielle Entwicklung Dber einnahmen verpfändet, und es wurde eine Bermattung eingerichtet, fchlesiens aufprechen? Soll ich Ihnen antworten mit Angaben in ber die Gläubiger Deutschlands Sit und Stimme haben. Es über die industrielle Entwicklung Deutschlands aus den feßten murbe ein Bermaftungsrat non 18 Mitgliedern gebildet, non heitenschulen zu tun? Warum überhaupt diele Diskussion? So Treuhänder- zurzeit bem früheren belgischen Minifier de la ich erwidern, daß an der Spitze der Werte in Oberschlesien in Crole ernannt werden. Von den neun Sigen, die von der wesentlichen deutsche Männer stehen, deutsche Intelligenz mitte Reichsregierung zu befehen sind, find vier ben Inhabern bar Bor. mteti? Soll ich erwidern, daß ohne diele Mitwirkung, die inzugsaftien vorbehalten. Die Reichsregierung hat, fobald ihr die duftrielle Entwidlung in Dberiolefien nicht er Bestellung eines Bertreters her Borzugsaktionäre mitgeteilt ist, ein auch nur einen Tag verzögert hätte. Die Reichsregierung hat in die folgt wäre? Warum rütteln Sie das alles auf? Jahren? Was hat dies überhaupt mit der Errichtung von minder. Warum alte Wunden aufreißen? Strafemann schloß seine Rebe mit ben Worten: Ich danke Herrn Bandurand( Bertreter anabas im Rai, ber sich bereits im September fehr warm für die deutschen Minderheiten in Oberschlesien eingesetzt hat. Reb. d. B.") für feine Anregung, die Frage des Minderheitenverfahrens vor dem Rot zu einer grund fäglichen Aussprache zu bringen und afte biefe Fragen zur Diskussion zu stellen. Ich kann in feiner Beise, nicht mir vom Standpunkt der beutschen Minderheiten in Oberschlesien, fondern vom Minderheitenstandpunkt über baupt, dem zuftimmen, was der polnische Bertreter erklärt hat, und ich erkläre mit aller Deutlichkeit, daß, wenn der Bölkerbund ginen anderen Standpunkt einnehmen würde, das Ansehen des Bölkerbundes erschüttert würde. Gerade wegen des Schuhes der Minderheiten, eine Säule des ganzen Bölkerbundgebäudes, haben siele ihre Hoffnung auf den Völkerband aufgebaut und haben viele geglaubt, daß der Völkerband etwas nenes für jene Ceule bietet, die eine andere Religion und andere Gemütsempfindungen haben als der Staat, in dem sie wohnen. Der Röllerbund muß seine Hand ich ühend über die Minderheiten und ihre Rechte halten. Geschähe das nicht, dann werden jene Mächte fidh überlegen müffen, ob sie im Bölferbund noch das Jdeal fehen tönnen, das fie veranlaßt hat, ihm beizutreten. Ich wünsche daher, in der nächsten Seffion des Bäller sundsrats bie grundsägliche Disfuffion der nach den Ab machungen bestehenden Minderheitenrechte zu eröffnen und nicht in ber Art eines An hangfeis an eine Schulbebatte, wie es eben gefchehen- ift Während der englischen Ueherjegung einigen fich Brianb, Chamberlain und Drummond, daß Briand reden müßte. Briand benen neun pon der Reichsregierung, neun non bem von ihr ernanntes Mitglied zurückzuziehen. 3hr bleiben bonach als fiderer Befiz nur fünf Steffen im Verwaltungsrat. Run find es genau fünf Länder( Breußen, Bayern, Bürttemberg, Baden, Sachfen), die einen Anfpruch auf je eine Stelle erheben, fo daß bei poller Crfüllung diefer Ansprüche dem Reich überhaupt nichts übrig bliebe. Es ist felbfinertändlich, daß die Reidsreglerung jebe Eatheidung des Staatsgerichtshofes refpettiert hätte, auch wenn sich daraus die schmerwiegendsten politischen und verwaltungstechnischen Hemmaifle ergeben hätten. Aber es ist ein in allen prozeffualen Verfahren anerkannter Grundlah. daß eine Bariel ihre Handlungsfreiheit behält folange felac Entscheidung ergangen i Die Reichsregierung war da her rechtlich zu ihrem Vorgehen völlig befugt. Sie war bei Lage der Sache zu einer alsbaldigen Entscheidung geradezu verpflichtet, denn sie fah bei einer hinausschiebung der Entfcheidung erafle politische Schädigungen des Reiges voraus und hätte pflichtmidrig gehandelt, wenn sie ihre Entscheidung verfaffungsmäßige Tätigkeit das Staatsgerichtshofes in feiner Beije eingegriffen. Sie ist fich ihrer verfaffungsmäßigen Verantwortung gegenüber dem Reichstage voll bewußt Der Staatsgerichtshof hat einen Beschluß gefaßt, der über den Rahmen leiner projeffnalen Tätigtei hinausgeht und sich als die 2intändigung einer in der Verfassung nicht begründefen Beschwerde über einen politischen Aft der Weichs Die Bürgerblodregierung Marr hat den Anspruch des Reichs regierung darstellt. Der Staatsgerichtshof hat sich nicht an die für mit der größten Schärfe vertreten und nicht einmal dem großen ihn juftandige Stelle, das Reichsministerium des Innern, gePreußen das Recht auf einen Bertreter zubilligen wollen. Sie bewandt. Er hat vielmehr seine Beschwerde der Deffentlichfekte einen freigewordenen Blatz mit dem früheren Reichsfangler teit befannigegeben und durch dieles fiefbedauerliche Berfahren Dr. Luther und fümmerte sich am den Staatsgerichts haf fehr die Reichsregierung gezwungen, die Auseinandersetzung auch ihrerwenig, der damals aber auch nicht bie allergeringsten Anstalten feits vor der Oeffentlichkeit zu führen. machte, sich mit ber Reichsregierung irgendwie anzulegen. Im Mat Die jest entstandenen Auseinandersehungen sind um so hebauer 1927 erging ein Urteil augunsten Preußens, das, finnlicher, als durch fie an den Tatsachen bis auf weiteres nichts mehr gemäß angewandt, auch den anderen vier Bändern das Recht auf geändert werden kann. Die vier Berwaltungsratsposten sind eb fe ie einen Platz gab. Es wurden min Berhandlungen über Neujahr 1929 für vier Jahre belegt. Eine Gelegenheit, eine Berständigung unter dem Borsty von Marg eingeleitet, die den Unsprüchen der Länder weiter entgegenzukommen wird fich ergebnistos verliefen. Sodann ging auch Baden im Juni 1928 nicht so bald ergeben. Sachlich wäre die Lösung vielleicht darin zu mit einem. Antrag beim Staatsgerichtshof vor, während das Reich, suchen, daß sich die pier fleineren Länder zu einer Interessenum eine einheitliche Entscheidung herbeizuführen, gegen die Länder gemeinschaft vereinigten, bie jemells durch einen Vertreter im Bayern, Bürttemberg und Sachsen auf die negative Feststellung Berwaltungsrat repräsentiert wird. Bisher war aber der Zustand flagte, daß ihnen fein Recht auf einen besonderen Blaz zustände. fo, daß die Reichsregierung von sich aus Bertreter einzelner Länder Im September wurden drei deutsche Mitglieder des Bermal- in ben Berwaltungsrat berief, wodurch sich andere, ganz befonders tungsrats ausgelost, eines verzichtet, und fo umurben vier Stellen Boden, benachteiligt fühlten. Ueberflüffig. su fagen, daß kein Mensch fret, bie fagungsgemäß bis zum 15. Dezember zu befeßen waren. im Reich, und befonders in der gegenwärtigen Reichsregierung, eine Baden aber haite inzwischen am 1. Dezember eine ein ft. Benachteiligung gerade Badens für wünschenswert hält. Baben, das weitige Berfügung beim Staatsgerichtshof beantragt, die so oft feine Reichstreue bewiesen hat, wird sich hoffentlich auch in der Reichsregierung die Belegung der Berwaltungsratsstellen bis diefem Ranfthitt der parithutarifitfchen Anstedung gegenüber bic aux endgültigen Ctscheidung des schwebenden Rechtsstreits ver. non Bayern ausgeht unb ürtemberg bereits ericht hat, immun bisten follte. Württemberg und Safen schloffen sich diesem ermetten Thälmann gegen Brandler. Bergebliche Reise nach Mostau. fagie, baß ber 3misganfall mohl alle Teilnehmer der Ratssigung peinlich berühre Er molle night. baß der Rot mt hielem ilang feine Tagung in Lagana abschließe und mödie beslagten Ausgabe, baß barmann perfonfio in ostav megen ausbrüdlich feststellen, baß nichts zu der Bermutung be rechtige, baß ber Bölferbundsrat oder ber Bälterbund auf irgend sine Art bie geheiligten Regte der Minderheiten nerlegen werde. Dieles Recht fei feierlich vom Bölkerbund ver tündet und durch verschiedene Konventionan erneut bestätigt warhen. Der Rat fel durchaus mit dem Berichterstatter einverstanden, haß alle Minderheitenfragen in der detailliertesten und unparteiligten Art geprüft werden müffen. Bielleicht tänne man eine schnellere Methode finden. #her auf felnen Fall foll das Recht der Minderheiten irgend eine Einschränkung erfahren. Er glande das einmütige Gefühl aller Ratsmitglieder auszu sprechen, wenn er ebenfalls betone, daß das Minderheiten recht eine Säule fel, die ber Bölkerbund aber der Bölfere unborot nie zerbrechen dürfe. Mit der Rede Briands war die 53. Raistagung be. endet. In einer anschließenden furzen privaten Aussprade foll Briond Saleiti gebeten haben, den stat nicht als einen Sabrmartt ps betrachten, auf dem jeder unbefümmert ben Lufas hauen kann, menn es ihn gelüftet. Gefangen befiang mit außenflehenben Berfonen perfehran und ihnen Weifungen geben fonde. Freie Sozialistische Hochschule. Bum 100. Geburtstage Joseph Dietgens. Genelle Rar! Scriber prach am Sonnabend in der Frain Sezialistischen Hochschule zum Gebächtnis des am 9: Dezevißer 1828 geborenen Arbeiters und Bhilofophen Joseph Diegger über bas Theme: Arbeiter und Philosophie. Das Reichsorgan der Binfstommunisten berichtet in feiner genelen fei, um bai dam ruffifchen Sentralfomitee der Musiivs Brandfers durchzulagen. Gr hätte jebodh arleht, baß die Mehr helt bes rufflichen 3. diese Forderung abgelehrt hatte Brandler felbft hätte sich rechtzeitig eine hoppelle Rückversicherung zu ver. fchaffen gewußt: einmal halte er gute Berbindungen mit der immer aftiver hervortretenden zussischen Gewerkschaftsfpige um Iomift. außerdem babs Brandler für den Fall einas Ausschluffes aus der russischen Bertei bereits den Aufnahmefchein für die english Kommunistische Partei, die ebenfalls Mitglied der Dritten Internationale ift, in der Tasche Infolgedessen fel Thaimann un verrichteter Dinge wieder nach Deutschland zurüdgereift. Seine erfte Anweisung sei gemefen, den Rebakteuren berotan ahne aufzugeben, ble Jauchetübeloffenfive gegen Brandler und die anderen rechten Oppofitionellen einzustellen. Seitdem sei es in den Spalten der Roten Jahne fil geworden von den Remegaten, Jozialdemokratischen Agenten", Mitarbeitern des Borwärts" ufos. Die allo Bezeichneten müßten in der KPD. hübsch geduldet werden. Das Blatt meldet gleichzeitig, daß die rottionstämpfe inzwischen mit unverminderter Stärfe weitergehen. In Erfurt follte eine Mitgliederversammlung stattfinden, au ber als Ror. referent Thalheimer erschien. Die Thälmann Anhänger hätten Genolle Schröder führte den Nachmels, bab pie bürgerliche jedoch versucht, diefes korreferat zu verhindern. Tholheimar fei am Bhilofophie infolge der notwendig individualistischen, aus dem Kon Sprechen verhindert worden. Im Verlauf der schließlich entstandenen turrenstampf um den größten Profit, ben Lebensnerp der taplja Rauferet hätte vor allem der preußische Landtagsabgeordnete iftischen Gesellschaft, entspringenden bürgerlichen Grumbeinstellung Smibt, der auf dem Boden der Rechtsopposition steht. Bribie Ueberlegenheit, bie Ursprünglichkeit des Geiftes über die Materie gel befommen. Kriegsschadenschwindel. Franzöfifcher Fabrikant verurteilt. Auf der vorher erishigten Tagesordnung standen acht Befchwar. den aus Bolnisch- Oberschlesien, meist Schulfragen, non benen jie. ben burdh sin Ingales Rompromis erlebigt, bie achie einem Juristentomitee überwiesen wurde, bas dem Rot im März felne Ansicht vorlegen full. Es handelt fich dabei um bie prinzipiell bedeutsame Auslegung ber Bestimmung bes Genfer Oberichteften- Abkommens, baß die Anmeldungen zu den Minderheitsschulen mündlich aber schriftlich erfolgen fönnen. Balen behauptet, der anmeldende Bater muffe persönlich vor ber Baris, 13 Dezember.( Eigenbericht.) polnischen Schulbehörbe erscheinen und dort entweber mündlich Das Strafgericht in Reims verurteilte eliten 3ndustriel oder durch Zettelabgabe feine Anmeldepflicht erfüllen. Der Deutsche Boltsbund will die Zulaffung brieflicher Anmeldung, da bieten, der versucht hatte, für feine im Kriege zerstörte Fabrik fie Schulbehörden oft verfuchten, ben persönlichen Anmelder umzuben millionen zu plet an Schadenerloh zu erschwindeln, zu Nimmen ober biefer bel feinem Gang aur Behörde Spichruten einem Jahr Gefängnis, 10 000 Granten Geldstrafe und Murch fanatisierte polnische Reuglerige laufen muß. Rüdzahlung der erschwindetten sieben Millionen. Außerdem wurde ihm jeder Anspruch für felne welteren Kriegsfchäden, die fich auf etwa 20 Millionen belaufen follen, abgesprochen. Die Hanau- Affäre. Tätigkeitsbericht des Ratsvorsitzenden. Lugano, 15. Dezember. Außenminifter Briand erflärte Preffevertretern auf Befragen, ele er au dem Zusammenstoß zwischen Dr. Stresemann und Baleffi stehe, er habe in ber Ratsßigung den übrichen Schlaf gehalten und lei plößlich durch Finsternis und Kanonen Bonner aufgewekt worden. Er habe festgestellt, daß die Sigung fchleunigst gefchloffen werden müsse und habe bas fofort getan. Paris, 13. Dazeraber. Die Auffindung von 1690000 Braufen ertpapiere im Badezimmer ber Wohnung der Grau Hanau bürfte noch ein nachspiel haben. Der Polizift, der zum ersten Male die Haus burchsuchung vorgenommen hatte, hat bestimmt, erklärt, daß da mats in dem fraglichen Schrank fich diefer Betrag nicht befunden habe, ebensowenig wie einige Buchhaltungspapiere, ble bei ber zmetten Hausburdiuchung vorgefunden wurden. Men aiant des halb an, daß ber gefundene Betrag nachträglich on ben be Bom Befinden König Georgs von England werben Befferungs- treffenden Ort nerbracht wurde und es entsteht nun die Frage, ale wzeichen gemeldet, doch bleibt fein Bufand ernst dies möglich mar. Man nimmt an, daß Frau Hanau troß ihrer Diele Crflärungen Briands find natürlich als eine humoristische Meußerung aufzufaffen, die er getan hot, um der Sigung ihre Be deutung zu nehmen. Die Arbeit, die von Mary auf philosophischem Gebiet geleistet warten fei, ber Stachmeis, baß bes gesellschaftfide Sein bas Bes mußtsein bestimme, und zwar von her Seite der Detonomie bez. habe Dieggen pon der Seite ber 3heologie her geleistet Trog hem er, wie Blechanom, der große russische Margist, von ihm lagt. inhaltlich gegenüber Marg und Engels teine grundläglich neue Leistung geschaffen bat, fei Dieggen der lebendige Bewels bafür, das unter dem Druck der Tatsachen der gefeschaftlichen Bet in der Arbeitertiafle selbst diese neue Philosophie der Tatsachen entsteht. die als lebendige„ Dialeftif" die Dinge in ihrer Entwicklung, ihren Bidersprüchen und ihrer Ganzhelt fieht. Die fozialistische Welt anschauung ist. Die felbft in bialettischem Gegensas steht zur bürger fican Philofophie und abeologie, fich nicht wie diele verliert in Metaphyfit und Myftit, baaliamus und Eteptigious, Zweifetr an der Möglichkeit ber Erfenntnis überhaupt behaupten muß, währeitb ber Arbetter als Rieffa, najdem ar fich befreit hat von den Cinffan der überall ihn umgehendan bürgerlichen Geßanfermelt, aus seinem Saffenintereffe heraus zu einer norwiegend politilojen, mirtichteltsnahen ideologischen Grumb einstellung fommen muß Mahar begründet murden diefe Gefeße des proletarischen und bürgerlichen Dentens mit ihren Swischenstufen von dem Referenten bur ein tieferes Ginbringen in die Geleise der taputoliftijchen Se feufchaft felbft. Die bürgerliche Gesellschaft, die die ungeheueriteit ge felheitlichen Brabulonsträfte durch die the innewohnenden Birte schaftsgelege der reiniten Warenwirilajaft entfelfelt hat, die jeben, ber leben will, zwingt, eine Ware zu vertaufen, und fei es feine eigene Arbeitstraft, ist dieser Entwichmg der Brobuftionsfräfte nicht ge machen. Durch periodilch eintretende möglichtelt, die probuster ten Waren abzujeßen, bei gleichgeltigem Barenhunger faufünfähiger perelendeter Mallen erweist He thre Unfähigkeit, ble ihren eigentere Gelegen entfpringenden Roniliffe zu lösen, um fo meniger als he elnzigen heilmittel, bie fe fennt, Stampf um billigere Produktionsbedingungen durch herabdrückung des Breifes für die Ware Urbelt und durch triegerische Auseinandersetzungen um die billigsten Roh stoffquellen und die günstigsten Ablakgebiete die tonfitte mit in ver schärfter Form neu erzengen und die endliche lieberwindung de Kapitalismus durch die aufsteigende proletarische Kaffe erzwinge Diese lleberwindung fönne nur durch eine geeinte ArbetterHaf erfolgen ,, und zur Ginigung tonne de tu ben Waffen instints tabendige Wirklichkeitsideologie, die Dialettif Diepgens, boitrage diefe Hoffnung Sprach ber Referent zum Schluß unter dem Ball der Anwesenden aus. 114 Ба Di b fo fe te fe 31 6 Är. 593* 45. Jahrgang ± Beilage des Vorwärts Sonntag. 46. Dezember 492S TV.*) %m miri) es also Ernst nnt den Vorbereitungen zum Weih- nachtssest. Wie kleine grüne Inseln stehen die ersten Weihnachtsbäume in den autodurchiobten Srroßen. auf den nachbarlichen Kla- nieren wird Weihnochtsstiirunung teils ge- und teils verübt, und wir b-aben uns wohl alle schon einen richtigen Schlachtplan sür die Feiertage zurechtgezimmert. Nicht mehr lange, und wir hören statt des klangvollen Jffdiee" oder des treudeutschen„Aus Wiedersehen' beim Abschied die Grußformel„Na. dem, also vergnügte Feier. tage!" Aber es gibt hier, mitten unter uns. Menschen, die bestimmt keine vergnügten Feiertage haben werden, keinen Lichterbau ni mehr kennen, wenn sie nicht irgendwo zu Gast geladen werden. Menschen, deren Wohnung zu Weihnachten um kein kleines bißchen wärmer teht wird. Und non einigen dieser Stiefkinder des Festes, den Akten, soll hier gesprochen werden. Bei dem Alten. Mitten im engen Korridor sieht ein Auswischeinter. und der alt« Her? bat nasse chände, er atmet kurz und angestrengt. Kein Wunder. er ist sa auch 75 Jahre alt. Aber trotzdem hat er Muttern ver- sprachen, heute die Wohnung relne zu machen, damit sie- beruhigt zur Schwiegertochter gehen tonnte. Die faite ihr gestern beim Waschen geholfen, und da geht sie heute zu ihn, um die geleistete .Hilst in anderer Arbeit wiederzugeben. Denn man darf von den Kindern eigentlich nichts umsonst verlangen, besonders schon, wenn sie kreiwillig Helfen, soviel sie können. Und Hille haben die beiden Alten aber manchmal nötig. Baler ist 75. Mutter 7l Jahre all. Nun beziehen sie Invaliden, und Sozialrevtc. zufammen 79,55 Mark. Wenn die 1ft.Z3 Mark sür die Wobimngsmiete davon abgezogen «erden, bleibt den beiden Alten zum Leben die Summe van 62,32 Mark. Wie lebt man dann, wenn man davon Essen. Kleidung, Gas/.Heizung bestreiten soll? Und aus meine Fragen erzählt der alt« Mann- �Kartoffeln haben wir ja, da hat mir mein Sohn zwei *) Siehe auch Nr. 5S5, 069 und 3SJ. Zentner abgegeben, wie er sich hat schicken lassen. Und dann geht Mutier immer wlf den Markt, wenns schon spät ist und faild abge- räumt wird, denn werden sie aus den Ständen billiger, un da kaust sie ein paar Spitzbeine oder ein Pfund Knochen. Es is knapp bei uns und der Sohn kann»ich viel geben, denn die Molerei ist ja man ein Saisongeschäst, er hat auch zwei Kinder. Aber noch die Armenritche können wir nicht gehen, das ist zu weit, und dos Essen konnte Mutter nicht recht vertrogen. Nor suirs Jahren habe ich sa noch gearbeitet.. Also mit siebzig Jahre« hak der alte Mann noch eine Stelle alz„havsmaler" in ciaem tkrziehaagshaus ange- nommen, nur gegen die Kost und einige andere Nahrungsmittel, die er seiner alten Frau mitbringen konnte. Denn es war dgmals sa die schlimmste Zeit der Inflation, und Mutter sollte doch nicht Hungern.., Die beiden alten Leute halten sich den �Vorwärts' und freuen sich darüber, daß man ihnen den Bezugspreis herunter- gelassen hat, so daß sie wenigstens nicht von diesem letzten Band. dos sie mlt der Arbeiterbewegung verbindet, Abschied nehmen brauchen. Denn sonst hoben sie nichts mehr.„In der Partei bin ich zehn Jahre gewesen, bloß vorher, da wohnten wir in Stettin, da ging es nich, wenn ich auch immer ebenso gedacht Hobe. In der Gewerkschait war ich auch. Man bloß, seit ich Invalide bin. bin ich überoll raus, ich kann ja keinen Beitrag mehr zahlen. Un wir trauen uns ja auch nirgends mehr hin...' Und des alten Mannes Lippen zütern, als er mir erzählt, daß Mutter nun auss Wohlsahrts- amt gehen wollte,»m für ihn eine.hole zu erbitten, weil er keine un- geflickte mehr Hot.„Wir... wir... wir gehen nich gerne bitten...' Am ersten Feiertag werden die beiden Alten, wie alle Sonntage, bei dem Sohn essen. Am zweiten bleiben sie zu Haus, wahrscheinlich, weil die Kinder dann ausgehen.„Un Mutter holt uns ein paar Weihnachtszweige von der Straße, die stellen wir uns auf'n Tisch.. Schwager und Schwägerin. Im Sommer ist seine Frau gestorben. Nun sorgt die Schwägerin, die schon vordem bei ibm wohnte, für die Wirtschast. Dafür bekommt sie dos Esten, freilich ohne Mittag, weil sie das, was er iür sich selbst' aus der Armenküche holt, nicht vertrogen kann. Sie ist SS. er 97 Jahre alt. Sie bekommt fünfzig, er sechzig Mark Wahstahrtsuaterstühung. Die Wohnung kostet dreißig Mark, und jeder vmi den beiden zahlt die chälfte zur Miete zu. Gas tostet un- gesöhr acht Mark im Monat, das zahlt auch er. Beide haben früher andere PerHältnifie gesehen: sie war die Gattin eines Schlosser- Meisters, vier Töchter hatte sie— und mußte die letzt« davon 19H begräbew Der' Krieg kam. die Inflation, ihre BerficherungspolUe über 1000 Mark, auf die sie neunzehn Jahre hindurch bezahlt hatte, wur5e- lkiltz, äl» sie nicht mehr zahlen könnte, für verfallen erklärt. ihr Sparkosienguthoben von 1000 Mark fraß die Inflation. Die Instätion? Hier hockt noch in allen Ecken Ihr bluisäügerisches Gs- spenst. Der alte Maim kann gar nicht darüber hinkommen, daß man ihm für feine vier Sparkassenbücher, für die ganzen neunzig Milliarden, die er damals besaß, ganze neunzig Mark ausgezahlt hat. Denn auch er war bis vor fünf Jahren selbständiger Kauf- mann, und er hat sicher nie daran gedacht, daß er einmal sein Esten aus de? Armenküche holen würde... Nun sieht er an seinem jüngsten, letzten Sahn sich die gleiche Tragödie des Abstiegs vollziehen. Der wohnt jetzt bei ihm, denn er hatte zu ungünstiger Zeit sei« Geschäst verkauft und fand darauf keine Wohnung. Jetzt, vor kurzem, gelang es dem Siebenundfünfzigjährigen doch. wieder eine Stellung zu finden: er scheint die Energie und den Optimismus seines Vaters geerbt zu hoben, der noch henke, als siebe nundachtzigjähriger Greis erklärt:„Man muß sich cn alles gewöhnen fönnenl Vorläufig aber braucht mir. der Junge ja nichts ,zu geben, er soll mal erst wieder vorwärts kommen. Seine Frau ist ja auch nervenkrank, die ist nicht hier... Ohne Weihnacht. Wahrhaftig, ich hätte es nicht gedacht, daß mir der Gedanke, in einer Familie sei dos W e i h n a ch t s f e st nicht Tradition. einmal auch eine Beruhigung sein könne. Wer hier ist es mir eine Beruhigung, daß diese Menschen wenigstens das Weihnachtzsesl nicht entbehren werden. Denn der alte Herr ist noch ein fromme? Jude. Kalt ist es in der Wohming, man merkt der Lust an. dcß diese Menschen sich den Luxus, oft zu lüften, nicht leisten können: ein viel zu wester, dicker Schlafrock umhüllt die Glieder des Kechs- undsieb zigjährigen. Wir sitzen im„Salon", in dem richtig die Reste einer gut bürgerlichen„Salonplüschgarnitur" und die Ueberbleibfrl aus dem ehemaligen Speisezimmer stehen. Aus dem Paneeliosa wird allabendlich das Lager für den Sohn ausgeschlagen. Kein Dutzend Jahre ist es her. da besaß der alte Herr in einer mittleren Stadt des deutschen Ostens ein gutgel)endes Getreide- und Hopien geschäst. Wie dos so ist— fast alles Geld steckte im Geschäft. Es tom der Frieden, die Stadt wurde polnisch. Und vor drei Jahren wurde die Familie ausgewiesen. Nun dekommt der alle Herr die Kleinrenlnerunterffühmig, 53 Mark monatlich. Aber hos ist ja beileibe nicht dos ganze Einkommen der Familie! Denn da sind ja noch die Kinder! Die Tochter freilich kann chlr nichts dazulegen, denn sie ist seit der Ucbersiedlung nach Berlin orbestslos(sie war Telegrophistin) und ist nun non allen Unter- stiitzungen„ausgesteuert". Der Sohn freilich, der hat immer noch zwar keine Stellung, aber wöchentlich 11,80 Mark Notstaudsunter- i stutzung. denn ihm gelang es. einmal kurzfristige Aushilssstellunq zu erlangen: er ist Kaufmann aus der Engroskonfektion. Also Hot die Familie ein Gesamteinkommen von lOS Mark. Die Miete für die Zweizimmerwohnung beträgt ohne Hauszinssleuer 28 Mark, so bleiben den drei Personen zum Leben und nir Heizung»nd Klei dung ganze sünfundsiebzig Mark. Aber man lebt davon sogar nach rituell! Freilich:„Es wird uns schon leicht damit... Fleischiges können wir uns. nicht kaufen!" Heute gab es Apfelsuppe und Stampskartofseln. gestern Grütze, und viel mehr Abwechslung im Speisezettel überhaupt nicht. Ties liegen die Augen der Tochter in den Höhlen, sogar die bescheidene Blattpflanze auf den, Tisch machi einen schwindsüchtigen, hungrigen Eindruck..Kann denn die Gemeinde wicht Helsen'?" Und ohne Groll. und Verbitterung toww: die Antwort:„Mal 10 oder 16 Mark kann sie uns geben: lausende Unterstützung kann sie uns nicht zahlen, es sind zu viel, die nicht van der Stadt und nicht vom Reich etwas bekommen-wir. de«, fchen Juden müssen zurückstehen." Der alte Herr hat sogar, form- fich Angst, daß seine Tochter noch einmal die Wohliahrtsuntersjätzvnq in Anspruch nehmen könnte:„Das Geld muß sie doch zurückzahlen. es sammelt sich an— dann werden sie roustrogcn die Sachen aus der Wohnung, wenn ich erst nicht wehr bin.,." Der grinsende Hunger hockt in allen Ecken... aber erst als der Sohn gegangen ist, erhalte ich die Erlaubnis, unter Umständen auch den Namen zu nennen. ■ Das sind nur drei„Fälle", zusanunen acht Stiefkinder des Wäthnachtsfestes. Wie viele mag es noch geben, unter den Alten, die hier unter uns, in der harten, grauen Stadt leben,. N, »> Soldat SuHreu. von©corg von der ÄrivA. 1927 by J.M. Sz-Mth Vorlaß. Barlio. Nach einer Weile steht die Kompanie. Dicht neben mir sehe ich einen erhellten Unterstand, von dem ein paar Stufen St Straße htnaufführen. Drinnen spricht eine Stirntneuts ilephfm. ruhig, überlegt und höflich. Plötzlich kommt etwa? von fernher durch die Lust gereist, stnaend, wie eine«char mächtiger Bogel, die unoermtttest aus der Ferne herglelten tmd niederstoßen auf ein Land, wo sie Nahrung verstreut «iflen. Oh, sie pfeifen und sind nicht Vögel, sondern Gra- naten und schlagen mit Getöse irgendwo hinter uns«m. Wieder«in singender Bogen von drei� oder vier wilden Stohlkegeln, und wieder hallende Einschläge— dann äolllle. Wir recken die Hälse, es ist ofsenbar unser Anmarschweg ge- meint. Wir gelten so viel, daß man unsertwegen acht Gra» naten losläßt. Das ist allerlei und erregt keinen geringen Stolz. „Die Luder!" ruft jemand begeistert.. „Das sollte der zweite Zug haben wegen seinem ver« rückten ZIgaretlenrauchen," näselt Sergeant Sotel vor der Tür des Unterstandes— wahrscheinlich soll es jemand hören, der drin ist. Doch seht! Dort blitzt ein Feuer her. Ueber den Bäumen züngelt es auf und leckt an einer braunroten Wand». Es ist dt« Mühle, welche in Brand aeschosien ist, die Muhle hinter der wir eben noch gestanden haben. Nach kurzer Zeck'st sie ganz von den Flammen umfaßt, die nun auch dre Flügel ergreifen Und an ihnen entlanqklimmen. Jetzt brennen alle vier Flügel: jetzt beginnen sie sich zu drehen; jetzt kreisen sie langsam wie ein goldenes Kreuz über dem Flammenmeer. welches das Gebäude umflutet. Die Soldaten berauschen suh an diesem Bild. Ausrufe ertönen. Einer sagt: „5ch habe einmal als Kind eine Mühle brennen sehen. da weinten wir alle. Und sie war sogar soft ganz aus Stein. „DU brannte wohl schön lange?" fragt ein zweiter an- döcl>?ia. „Biel länger als diese. Und zuletzt kamen die Flügel geflogen und schlugen den Müller tot. Ein ganzes Fahr wurde von nichts anderem gesprochen. Das vergißt man nie.' „Hier ist wenigstens kein Müller drin gewesen," sagt der zweite,„— wie schön!" Ein Offizier kommt gebückt aus dem Unterstand, tritt fporenklirrend auf die Stufen und fragte:„Wo brennt's denn, vierte Kompanie'?" „Die Mühle. „Sapperment!" zischt der Offizier, dessen überhohe gelbe Reitstiefel das Feuer boscheint. Er wendet sich zurück und ruftc„Scholz, die Mühle brennt! Schwertfeger brennt ab! Kommen Sie!" „Sofort,.Herr Rittmeister." antwortet semand non unten. Dann tritt der mit Scholz Angerufene neben den Rittmeister, beobachtet mit ihm das Feuer und lacht:„Das ist fein zweiter Brand in dieser Woche—" „Nun ja— brennt eben ab, der Schwertfeger." „— und nun kommt er wieder nicht dazu, die Malerei an der Haustür zu photographieren. was er ja auch an dem anderen Hause schon wollte— der Pechvogel!" „Pinselt er denn?" fragt der Rittmeister abwesend. Dann sagt« er rasch:.„Haben wir Reserve an Schnaps'?" „Wohl. Herr Rittmeister, wenn Sie das Goldwasser— .Feinen Zweifel," befiehlt der Rittmeister, und zu uns gewandt sagt er scharf:„Da habt ihr was Tolles gemacht, ihr Donnerwetterzigarettenschmöker! Sodann steigt er langsam dem Adjutanten nach und ruft lhm zu:„Funken Sie sofort an. daß er nicht zum Artillerie- stab abschwimmt. Sagen Sie ihm, daß wir mehrere Strich Goldmesser haben sowie ein lausefreies Bett, das wird ge° nügen.— Wie?" Er ist auf der untersten Stufe stehengeblieben, und man hört den Adjutanten antworten:„Leitung ist scheinbar kaputt. Habe schon Münchmayer auf den Weg gebracht." „Vortrefflich," murmelt der Rittmeister und tritt mit seinen hellen Stiefeln vollends ms Licht des Raumes. u Hier aber umschlingt uns die einsame Rächt, und wieder schresten wir fürbaß, den lautlosen Leuchtkugeln entgegen, die immer größer und höher auffahren. Wir fühlen die sichere Stimme des Rittmeisters aus unserem Ohr entweichen, streifen mit angespannten Sinnen durch weißlich schimmernde Blumenhaufen und sind gewärtig, jeden Augenblick den Graben zu sehen. Cs dauert lange. Dann kommt ein Lauf- gaben, den man mit großer Anstrengung überspringt, um : Laufschritt den Lorderman» wieder zu erreichen „Gleich sind wir da," sagt jemand leise. Es wird an- gehalten, aber kein Graben zeigt sich. Dann saust ganz nahe eine feuerweiße Kugel aus und an die Wolken. Man kniet nieder, senkt den Kops und sieht am schwarzen Boden jeden Grashalm von Licht versilbert, indessen die stark atmende Brust den Kopf wie ein Schiff wiegt. Wester. Man stolpert über Draht.„Achtung, du Klotz," zischt eine Stimme. Ein Gewehrschuß geht hoch hinüber wie ein Nachtfalter, der seinen Hochzeitsflug macht und singt. Dann tritt wieder Totenstille ein. Man hält. Hier ist der Graben, lang, pechschwarz, seit vierzehn Tagen geschaufelt. Man sieht hinunter und hört die Schritte laufender Männer. Einer non ihnen fragt leise herauf:.Kommt ihr Affen doch noch?" .„Keine Bange, du Braunschweiger Wurst." murmelt jemand neben mir. Während wir hinunterspringen, und das Hin- und Herziehen der Gruppen beginnt, verschwinden die Draunschweiger im Nu. Einzig der Oberkörper eines dicken Menschen bewegt sich hastig auf der Böschung entlang, und man hört seine verstörte Frage:„Hier noch jemand von der Zwesten?" Er ist fort, und da glänzt Lurtjebams wiedergewonnen« Fröhlichkest auf— er fragt, mst noch«in wenig benommene? Stimme:„War's ein Wildschwein? War's ein Igel? War's ein Floh am Hosenriegcl?" „Leutnant Knolle war das und weiter niemand," bc- lehrt ihn der Sergeant, der die Einteilung gründlich und wichtig vornimmt. Endlich haben wir unseren Abschnitt be- kommen, und zwar v,er Brustwehren, in der zweiten von links ist der Postenstand, den Albering bezogen hat. Wir warfen unsere Tornister in die Unterstände, ziehen Mäntel an und stellen uns auf die Schießbänke, um zu sehen. Pabst meldet sich freiwillig zur Kontrolle, hängt sein Gewehr um und folgt vergnügt einem Gefreiten. Hier ist also die vorderste Linie. Ob wohl Stacheldraht davor ist? Wir warten auf die nächste Leuchtkugel und sehen mst Befriedigung das Drahtgewirr zwischen den kurzen Pfählen scharf aufglänzen. Nach� dieser Wahrnehmung trippeln wir vergnügt auf den Schießbänken herum, scheuern mst den Ellbogen um die massigen Schusterwehren. besuchen die anderen drei Grabenteile, finden, daß es ein sicherer Graben ist und fühlen uns frisch und unternehmend. Es geht ans Plaudern. Karmefinoergnügt find wir. Hallo, aster Papa, die Sterne kommen durch, nun hat's ausgenäßt!_, (Fortsetzung folgt.) Ein folgenſchwerer Schwarstauf. Das Gericht im Irrenhaus. Berliner Opernsänger zu 1 Monat Gefängnis verurteilt. Bor dem Schöffengericht Charlottenburg war der beLannte Opernfänger& wegen Unterficgung angeklagt Der Brandenburger Mörder als Zeuge.- Die Gutachten der Sachverständigen. Diese Unflage rührt aus dem Schwarzlauf eines Hauses her. Es war eine eigenartige Gerichtsverhandlung, die geffern hat einen geiftesichwehen und gefühistumpfen 2 e Hin der Brandenburger Provinzialirrenanstalt Göhrden stallen Dor fich. Mit besonderem Eifer erflärt er sich wiederholt fand. Der Mörder des Brandenburger Bierbrauers Fren dant, der 20jährige Erig Schmidt, wurde als 3euge bernommen. bereit, alles wieder vorzumachen. Is er abgeführt werden foll, bittet er, bableiben zu dürfen: es interfliere ihn. Und als ihm das nicht gestattet mird, ruft er den Richtern zu: hr tönnt mir ben... 3m großen Konzert und Theateriaal des Jrrenhauses hatten Später darf er doch der ganzen Berhandlung bis zu Ende beimohnen. die Prozeßbeteiligten, die Richter ohne Talare und die Breffe Blag Er fist völlig unintereffiert da. Kriminalrat Gennat, ber am genommen. Das Bublifum bildeten in der Hauptsache Bärter, Lage zuvor Don dem Mörder als von einem völlig normalen MenBärterinnen und das Hauspersonal ber Anstalt. Erich Schmidt befchen gesprochen hatte, muß zugeben, daß in ihm eine große Ver trat den Saal in Begleitung zmeier Bärter; er ging ganz nahe an änderung vorgegangen ist. ben Richtertisch heran und gab ruhig mit leiser Stimme seine Antmorten. Zusammenhängend zu erzählen, war er außerftande. Biele Einzelheiten hatte er pergeffen. Sobald man aber mit einem Bes. halb an ihn herantrat, blieb er die Antwort schuldig. Saufal zusammenhänge eriftieren für ihn nicht. Wenn er nichts zu sagen mußte, mieberholte er immer dasselbe. Faft nach jeder Antwort machte er die gleiche Mundbewegung. Man hatte den Einbrud, als ging ihm das Ganze nichts an Die Bernehmung des Zeugen Der Dpernfänger und mehr noch seine Frau waren mit einem 3ngenieur R., der ebenjo mie das Ehepaar aus Wien ftamunte, eng befreundet. Der Ingenieur, der für ein großes Berliner Unter. nehmen in Havanna, tätig war, hatte im Jahre 1822, bevor er mieber nach Havanna reste, der befreundeten Frau 500 Dollar übergeben und fie gebeten, ein Haus für ihn zu laufen. Sie faufte auch ein Grundstück für 1½ Millionen Bapiermark( bie 500 Dollar maren damals 3 Millionen Mart mert). Dieser Grund ftüdsermerb murbe aber als Schmarzt auf behandelt, indem nur die Hälfte des Wertes bei dem Rotar angegeben wurde. Die Frau des Opernfängers schidte ihrem Freunde die Abrechnung zu und gab ben Kaufpreis mit 2,8 millionen Mari an. In einem Brief fügte sie hinzu, daß St. bas Dofument forgfältig aufbewahren müsse, da das Haus auf ihren Namen habe eingetragen werden müffen. Eine Bescheinigung, daß er der rechtmäßige Eigentümer fel, mar auch beigefügt. Im Jahre 1924 fam R. nach Deutschland zurüd und übernahm den Besitz des Hauses. Inzwischen hatte ber Borbefizer mit dem Einwand des Schwarzfaufes die Rechts gültigteit bes Raufvertrages angefochten und erzielt darauf hinaus, festzustellen, ob Willi Schmidt als Anstifter in ift auch 1926 wieber in den Besitz feines Grundstüdes gekommen. Balb darauf erfchoß sich K. Bei der Nachlaßregelung entbedte ber Teftamentsvollstreder, daß die Abrechnung zwar auf 2,8 mil. lionen Mart gelautet habe, der mirfliche Kaufpreis aber nur 1,5 millionen Mart betragen habe. Die Mutter des Berstorbenen erstattete aur Betrugsanzeige. Inzwischen war auch die Frau bes Opernfängers geftorben, so daß nur der Ehemann wegen Mittäterschaft an der Unterschlagung angeklagt merben fonnte. Der Angeflagte bestritt vor Gericht jede Be trugsabficht. Er habe eine Bodje später S. nach Havanna eine Berichtigung der Abrechnung seiner Frau gefchidt, in ber er ben richtigen Kaufpreis angegeben und gleichzeitig erklärt habe, daß er den Restbetrag in einem Darlehen von 700 Goldmart, das er früher einmal bem Ingenieur gegeben habe, derrechnet hätte. Dieser Brief sei aber über Indien gegangen und erst nach 6 Monaten in Havanna angekommen.. habe auch bei der Rüdfehr nach Deutsch fand gegen diese Berrechnung feine Einwendungen gemacht und mit bem Ehepaar meiterverfehrt. Die Mutter des verstorbenen Ingenieurs erflärte vor Gericht als Beugin, daß fich ihr Sohn aus Gram barüber das Leben genommen habe, als er entbedte, daß er non feiner Herzensfreundin so schmer hintergangen worden sei Betracht tomme oder ob er die Tat des Erich wie seine eigene gemollt habe. Der Borfizende ersucht ben Zeugen, er. foll mal er, zählen, was er weiß. Diefer fagt furz: Ich bin hineingegangen und habe tha fofgestochen. eshalb er den Dolch gekauft habe:„ Ich wollte that body totftechen Weshalb er für den Dolch gezahlt habe: Billi hatte bodh fein Geld. Weshalb illi nicht hineingegangen fei: Er hatte feine Traute. Anderthalb Stunden lang beantwortet ber Seuge in dieser furzen Art die Fragen des Borsigenden: Er habe Frendant in ben Rüden gestochen, weil es ihm von Willi fo gefagt worden sei. nachdem er biefen hineingerufen, habe er noch weiter gestochen. Er wisse nur, daß er noch stechen sollte. Milli babe nicht gestochen. Er fonnte nicht stechen. Alle Bemühungen des Borsitzenden, sich darüber Klarheit zu verfdaffen, weshalb er immer wieder auf sein Opfer, auch nachdem es bereits tot war, zugeftochen habe, bleiben erfolglos. Ich habe gestochen," lautet immer wieder die gleiche Antwort. Benn jemanb hereingefommen wäre, hätte er aud den niedergeftochen. Ob ihn Freydant leid täte. Ree." Db er im ftande märe, wieder einmal einen Menschen zu töten, fragt einer der Schöffen. Ich weiß nicht, was ich darauf antworten soll. Man Städtische Amtstetten. Staft des Königs der Adler. Der Staatsanwalt erflärte furz: er halte die Unterschlagung für erwiesen und beantrage 4 Monate Gefängnis. Der Angeklagte betonte nunmehr, daß er sich genötigt jehe, den wahren Brunb an zugeben, weshalb fich R. erfchoffen habe. 3m Nachlaß seiner Fran habe er einen Bettel gefunden, auf welchem R von seiner Frau perlangt hätte, fie folle sich scheiden lassen. Nach längerer Beratung fam bas Schöffengericht zur Berurteilung des Angeklagten wegen Die misfeiten von Mitgliedern des Magistrats und Unterschlagung zu einem Monat Gefängnis mit Beber Stadtoerordnetenversammlung waren einmal der mährungsfrist. Das Gericht hat berücksichtigt, daß die Sache Stolz des Berliner Kommunalfreisinns. Sozialbenustratische Stadtmeit zurückliege und in die Inflationszeit falle, in ber bie Moral, verordnete dachten anders über diesen Bürgerschmud, den einst begriffe gelodert maren. Der Angeklagte habe sich damals in ein König den städtischen Würdenträgern für alle fchlechter Vermögenslage befunden und gedacht, baß er angesichts Beiten verliehen hatte. Seit der Revolution ist ber Brauch, bes günstigen Haustaufes auch etwas verdienen tönne. Die 2b diefe Retten bei feierlichen Gelegenheiten anzulegen, auch in den rechnung der Chefrau des Angeflagten sei bewußt falfos gemelen. Kreifen der Bürgerlichen abgefommen. Jegt beabsichtigt ber MaBegen bas Urieil hat der Angeklagte Berufung eingelegt. giftrat, fie dadurch zu modernisieren, baß er von den an den Retten hängenden Medaillen das Bilonis Friedrich Wilhelms III. beseitigt. In einer ben Stadtverordneten zugegangenen Borlage wird lang und breit die Frage erörtert, ob er die Amtsfeiten ober menigstens das Bibnis abschaffen darf oder nicht. Der Magiftrat ift mit feinen staatsredtlichen Forschungen zu dem Ergebnis gefommen, baß die Amtstetten nicht nur eine vom König Friedrich Wilhelm III. den Magistratsmitgliedern und Stadtnerordneten verliehene Aus zeichnung, sondern ein Mert mal ihres Amtes sind. Dem: nach glaubt er, fie nicht abschaffen zu follen, aber er will wenigstens bie Medaillen andern. Hierüber habe, fagt er, bas preußische Staatsministerium zu entscheiden, auf das die Befugniffe des Ronige übergegangen sind. Der Magistrat milf nor Königes schlagen, das Bilbnis des Königs burg den prau Bilden dier zu erfeßen. Hiermit werbe an bie Stelle bes früheren Staatsoberhauptes das jezige Symbol der preußischen Staatshohett gelegt. Der Adler ist im Jahre 1921 tur Beschluß des Staatsministeriums zum Wappen des preußifden Freistaates bestimmt worden. Wieder ein Mordgerücht. Als erster Sachverständiger tam ber Oberarzt der Brovinzialirrenanstalt zu Wort. Er bezeichnete Erich Schmidt als einen tiefstehenden Schmachsinnigen. Die stumpfe Art feines Schwachfinns läßt ihn wohl vernehmungefähig erscheinen, ba ar effetilos das widergibt, was er in Erinnerung hat. Im übrigen ist er aber bereits zur Beit der Tat als geiftestrart zu betrachten Sowohl Bater als auch Mutter maren geistestrant, er selbst, übrigens Kind syphilitischer Eltern, steht ungefähr auf der Stufe eines Zehnjährigen und nähert sich den Idioten. In der Kindheit hat ihm jede Erziehung gefehlt In der Hilfsschule hat er nichts gelernt. Er ist ein urteilslofer Mensch und morauisch stumpf. Ms der Sachver ständige an ihn die Frage richtete, ob es nicht ein graufiger Anblid gewesen sei, wie Frendant dagelegen habe, meinte er: Wiejo benn. Und auf die Frage, wie er so einen Menschen hinschlachten tonnte, meinte er: Auf dem Schlachthofe werde es genau so gemacht. Eine Suh niederzustechen sei noch viel schwerer als einen Menschen Sein beliebter Ausbrud ist jest: Ich möchte did und fett werden. Seine Mutter bezeichnet er als Mabel, er würde sie am bestent an bas Bett anbinden und toistechen. Der Sachverständige fommt zum Schluß, daß ein so großer Grab non Urteilslosigkeit und absolutes Fehlen jeglicher moralischer Gefühle eine Störung der Geiftestätig feit darstellt, die eine freie Willensbestimmung ausschließt. Ver | dings habe Willi Schmidt nicht wissen tönnen, daß er es mit einem Geiftestranten zu tun hat. Und man fönne den Erich Schmidt auch nicht als teffen Werkzeug bezeichnen. Profeffor Cramer schloß sich dem Gutachten an. Damit fand die Gerichtsverhandlung im Irrenhaus thren b schluß. Das Gericht begab sich zurüd in das Amtsgericht Branden burg, um daselbst noch einige Zeugen zu vernehmen. Am Montag finden die Plädoners statt. im Krantenhaufe Hafenheide bie notwendige Ruhe und ber Benölfe rung eine Erholungsstätte zu schaffen. Die Bersammlung befchließt baher: Der Magiftrat wird erfucht, mit möglichster Beschleunigung dafür zu forgen, daß die Schießftände aus der Hafenbeide perlegt und bas Waldgelände der Bevölkerung zugänglich ge macht werde." Die Schnellbahnen in Berlin Nord. Wedding w.ll Weiterführung nach Reinidendorf und Tegel. Das Schnellbahnnetz der Stadt Berlin behnt sich aus. Süden und Südoften, im Often, im Norden, im Besten- überall find Erweiterungen geplant und zum Teil schon in Ausführung. Für ben Norden wird die Verlängerung der Rorbsübbahn Dom Bedding nordmaris nach Reinidendorf, nom Bahnhof Geestraße bis Ede Scharnweber- und Berliner Straße beabsichtigt. 3m Berwaltungsbezir? Bedding haben die Bezirtstörperschaften fich für die Weiterführung über Reinidendorf bis Zegel ausgesprochen. In Uebereinstimmung mit der Bezirksverfammlung hat das Bezirksamt an den Magistrat einen entfprechenden Antrag gerichtet. Tatrage dieser Art sind vont Bezirksamt Wedding und auch vom Bezirksamt Reinidendorf mehr fach gekommen, aber bisher find sie ohne Erfolg geblieben. Su best früher angeführten Gründen fügt das Bezirksamt Bedding fast nod hinzu, daß feit Einführung ber mftetgeberechtigung von der Rozb fübbahn viele Umsteigende auf die Straßenbahn übergehen moten Die Straßenbahnmagen treffen am Bahnhof SeeStraße off Dollbefest eit fo ba bie Umsteigenden fehr lange marten müssen, ehe sie in einem Wagen bel foamerster Ueberfüllung marten müffen, ehe fie in einem Wagen bei fomerſtar Ueberfüllung mittonimen tönnen. Ein weiterer Grund für die Berlängerung der Schnellbahn fei, fagt das Bezirksamt in der Begründung, die jetzt in Angriff genommene infidhließung bes afritanischen Biertels und die fortschreitende Bebauung öftlig ber Müllerstraße In den nächsten zwei Jahren wird bort bas Eigentümliche Begleitumftanbe beim Tode einer 49 Jahre aften Frau Anna Somaragnify rief am Sonnabend die Referpemordtommiffion der Kriminalpolizei nach dem Hause Elifabethufer 40. Hier bewohnt Frau S. mit ihrem Che mann Anton, ber von Beruf Schuhmacher ist, seit Mai d. eine Stellerwohnung Die Ehe, die vor zwei Jahren geschlossen mutbe and finderins blieb, mar nicht glüdlich. Somarannfti trant öfter und vernachläffigte fein Geschäft. Am Sonnabend früh um 11 Uhr geigte er feinem Hauswirt, baß seine Frau in ber Racht per. torben sei. Er erzählte, daß fie am Freitag abend um 10 Uhr fich traße oft Dollbefest elt, fo baß die Umfteigenben fehr lange üher Uebelteit geflagt habe und fidy erbrechen mußte. Er habe ih: affer gegeben. Die ganze acht habe er auf ihrem Beitrand feffen und fei aumählich eingeschlafen. Gegen 4 Uhr früh sei der Rörper ber Frau fo falt gemefen. Er habe sie gut zugebedt und weitergeschlafen. Beim Ermachen habe er feststellen müffen, daß fie tot fei. Hausbewohner betundeten, daß sie in der Nacht zwischen 11 und 12 Uhr lauten Streit zwischen den Eheleuten gehört hätten. Da diese Behauptung im Gegensatz zu den Erflärungen bes Schuhmachers steht, murbe Somaraynifi non der alarmierten Morbtommiffion in Gemahrfam genommen. Personen, die irgendmelche Mitteilungen über bas Eheleben bes S. machen tönnen, mollen flag bei ber Mordfonmmission Dr. Berndorff- Biffigfeit im sich Bimmer 55 bes Bolizeipräsidiums melben. Wer Sollte der Magistrat mirtlid teine anderen Sorgen haben? Gegen den Schießlärm der Hafenheide. In her Stabiverordnetenversammlung hai bie gereicht: ber fozialdemokratische grattion folgenden Nutrag ein Raucherzähnent- 3ahnbürste er Seit Jahren wird von der Bevölkerung der Berwaltungsbegirle Neutolin und Kreuzberg bie Berlegung ber die B ftände in der Hafenhetbe gefordert, um dadurch ben Kranten möglicht das Reinigen und Mefpugen ber Zähne auch an den Seltenflächen. Nur echt in blau- weiß grüner Originalpadung in allen Chlorobont- Bertaufsstellen. praktisch schenkt, schenkt doppelt! Bettlaken kräftiger Linon, 3.75 ca. 140X210.... Bettbezüge feinfädiger Linou Oberbett, zum Köpfen. 4.70 sen, Dassand, ca. 130X200 ca. 80 x 80 Barchentlaken, 1.45 Chen Kane.. 3.95 2.45 Bettfedern Graue Federn 95 Pt. 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Ein begrüßenswerter Anfang. Zur Eindämmung der Arbeitslosigkeit haben dieser Tage zwischen Reichsarbeitsministerium, Reichsbahn, Reichspoft und Finanzministerien der Länder Besprechungen statt gefunden. Die Finanzministerien haben zugesagt, mit ihren Bauarbeiten jeßt, so weit es die Witterungsverhältnisse gestatten, fräftiger einzufegen. Ebenso hat die Bost erklärt, eine Reihe von Arbeitsaufträgen hinauszugeben, die infolge der Finanzlage im ersten Halbjahr zurückgehalten worden waren. Die Reichsbahn ist bereit, dafür zu sorgen, daß die Durchführung der Arbeiten für ihren Sach bedarf pro 1929 zum Teil vor verlegt, D. h. soweit als möglich bereits im Januar und Februar erledigt wird. Die Aufträge für den Sachbedarf für das Jahr 1929 repräsentieren einen Wert von 1,5 milliarben. Die Mittel zur Durch führung der Arbeiten fönnen nach der Erklärung der Finanzabtei lung auch bei einer beschleunigten und verstärkten Durchführung der Arbeiten flüssig gemacht werden. Schwierigkeiten in der Finanzierung dürften nur dann entstehen, wenn infolge schlechter Witterungsverhältnisse ein Verkehrsrückgang eintreten würde. zu begrüßen, wenn sich auch die Gemeinden diesem Borgehen an schließen würden, wie überhaupt die gesamte Auftragsver gebung der öffentlichen Betriebe volkswirtschaftlich organisiert werden sollte. Gewerkschaftliche Konzentration. Beschlüsse der Gemeinde- und Staatsarbeiter. Der Berbandsbeirat des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter tagte am 11. und 12. Dezember in Karlsruhe. Die Be schlüsse der Verbandsförperschaften sind für die zukünftige Ent wicklung der Organisation von großer Bedeutung. Zunächst sei der Beschluß erwähnt auf Einführung einer 3nvaliden zuschußtaffe mit Wirkung ab 1. Juli 1929. Die Vorlage hierzu soll den Wirtschaftsbezirken und Ortsverwaltungen zur Begutachtung vorgelegt werden. Ferner beschloß der Beirat die Schaf fung einer Umzugsunterstüßung. Zu den Manteltarifverträgen für die Gemeindearbeiter und Straßenbahner Bei den Aufträgen, die auf dem Arbeitsmarkt ins Gewicht wurde mitgeteilt, bag für den RMT.- Gemeindearbeiter fallen, handelt es sich um Bestellungen von Schienen und im Januar 1929 Revisionsverhandlungen gepflogen Baggons. Für den Waggonbau ist eine erste Rate von 120 werben. Der RMT.- Straßenbahn ist gefündigt morden, Die Berhandhauptsächlich wegen der schlechteren Arbeitszeit. Millionen vorgesehen. Die Bereitstellung einer zweiten Rate hängt tungen find zurzeit noch nicht abgeschlossen. Gefündigt find weiter bon der Anleihefrage ab. Hier spielt der Einfluß der Re- lungen find zurzeit noch nicht abgeschlossen. Gefündigt sind weiter die Reichslohnablonumen für die Reichsarbeiter zum 28. Feparationsregelung eine gewisse Rolle. Ein direkter Ein bruar 1929 und für die Preußischen Staatsarbeiter zum spruch des Reparationsagenten gegen die Arbeiten zur Berbesserung 31. Dezember 1928. des Waggonparts liegt nicht vor; nur mittelbar in der Anleihefrage macht sich sein Einfluß bemerkbar. Lokomotivbestellungen tommen so gut wie nicht in Betracht. Dagegen soll mit dem Steinschlag für den Oberbau schon jetzt begonnen werden, damit im Frühjahr möglichst bald die Gleisbauarbeiten einlegen fönnen. Neben den Arbeiten zur Deckung des Sachbedarfs des kommenden Jahres laufen dann noch einige Aufträge, die im vorigen Jahr bereits abgefchloffen und noch nicht ganz durchgeführt worden sind. So ist der Stahlwerts. berband infolge der Aussperrung mit seinen Lieferungen noch im Rüdstand. Die Lieferungen werden im Laufe des Monats Dezember und Jamar nachgeholt werden müssen. Bunder wird man von der mit all diesen Aufträgen der Reiche bahn und den Bestellungen und Bauplänen der Finanzminifier und der Reichspoft nicht erhoffen dürfen. Dennoch ist die Beschleuni gung und Berstärtung der Arbeitsbeschaffung zu begrüßen. Bei der schwierigen Arbeitsmartilage fann eine fyftematische und felbft elmas tünstliche Belebung des Beschäftigungsgrades von erhebe lichem Einfluß sein. Die große Bedeutung der öffentlichen Betriebe für die Volkswirtschaft liegt u. a. auch darin, daß sie auf dem Arbeitsmarti reguliereub einwirken tönnen. Es märe deshalb Der Verbandsbeirat stimmte einer Borlage des Verbandsoor standes auf Schaffung von Unterbezirten zu umb zwar dort, wo die geographischen, organisatorischen und agitatorischen Berhältnisse dies notwendig erscheinen laffen. Die Programme und Richtlinien der neu gegründeten Reichssettion Rämmereibetriebe, der fommunalpolitischen Abteilung und der Jugendabteilung werden zur Kenntnis genommen. Eine umfangreiche Debatte entspann fich über die organisatorischen Maßnahmen zur Erfassung der Straßen und Bege wärter. Weiter wurde Kenntnis genommen von dem Programm der Betriebsräte- Abteilung Die Berbandspresse erfährt infofern eine Erweiterung, als ob 1. Januar 1929 eine neue technische Zeitschrift Technit und Wirtschaft" als selbständiges Organ erscheint und der„ Gewerffchaft eine Arbeitsremibeilage beigefügt wird. Der Borlage des Berbandsvorstandes auf Abschluß eines Kartellvertrages mit dem Deutschen Metallarbeiterverband munte ber Beirat nach längerer Debatte zu. Ueber den Stand der Berschmelzungsfrage zwischen dem Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter, dem Deutschen Berkehrs bund und dem Einheitsverband der Eisenbahner berichtete der Vorstand, daß die Verhandlungen in den letzten Wochen wieder Hönn Wir bieten Ihnen doch so viele Vorteile: = Sonntag, 16. Dezember 1928 aufgenommen wurden. Die Bereitwilligkeit für einen zusamunenschluß ist vorhanden. Die durch den bekannten Beschluß des Eisenbahner- Berbandstages in Frankfurt a. M. geschaffenen Schwierigkeiten werden in einer Beiratssitzung des Eisenbahnerverbandes Gegenstand von Beratungen sein. Für den Fall, daß diese Schwierigkeiten im Augenblick nicht behoben werden können, schlägt der Verbandsvorstand vor, Verhandlungen mit bem Berkehrsbund gesondert aufzunehmen. Der Verbandsbelrat stimmte diesen Borschlägen einstimmig zu. Im Jahre 1929 sollen zwei Reichskonferenzen anberaumt wertriebe am 6., 7. und 8. Mai 1929 in Berlin und eine Reichsden und zwar eine Reichstonferenz für die Kämmereibe= tonferenz für die Reichsfettion Gefundheitswesen im Sommer 1929. Der Verbandsbeirat erflärt sich auch hiermit einverstanden. Neue Schlichtung im Werftarbeiterstreif Im öffentlichen Interesse. Der Reichsarbeitsminister hat zur Beilegung des Streits in der Werstindustrie im öffentlichen Interesse ein neues Zum Schlichter ist Schlichtungsverfahren eingeleitet. Die BerhandMinisterialrat Dr. Grabein bestimmt worden. lungen werden voraussichtlich in der ersten Hälfte der kommenden Woche beginnen. Der Streit währt bereits seit elf Wochen. Die fchlecht bezahlten Werftarbeiter sind entschlossen, sich nicht wieder mit einigen Hungerpfennigen abspeisen zu laffen. Die Hirsche in der Löwenhaut. Genf und Moskau Arm in Arm. Es ist erreicht! Die profetarische Einheitsfront" ist feine Parole mehr, sie ist endlich hergestellt zwischen Kommuriften und-hirsch- Dunderschen. Die Berliner Ortsvermattung des Genfer Verbandes der Hotel-, Restaurant- und Caféangestellten hat sich bereit erklärt, das zu tun, was ihr von den Sendboten der Gewerkschaftsabteilung der KPD. aufgegeben wird. " " Die Rote Fahne" tann gar nicht oft genug darüber berichten, was für brave Kommunisten diese Hirsche sind. Da faßt eine überfüllte" Bersammlung der Genser den einstimmigen Beschluß, auf Kosten des Verbandes im Verbandslofal die Berliner Pramba auszuhängen. Und weil es gerade an der Zeit ist, den verdammten " Reformisten" im Zentralverband Steine in den Weg zu rollen, mird von den radikalen" Hirsch- Dundern ebenfalls einstimmig beschloffen, eine zwischentarifliche Lohnbewegung im Berliner Gastwirtsgewerbe einzuleiten. Da man natürlich weiß, daß die Unternehmer auf solche Mözdhen nicht reagieren, sondern auf die Einhaltung des Tarifes bis zu feinem ordnungsmäßigen Ablauf bestehen, hat man nicht ben Mut, diese Forderung den Unternehmern zu unterbreiten, sondern mobilisiert die Massen gegen die freie Gewertshaft. Das ist die Hauptfache. Den Führern der freigewerkschaftlich orga nisierten Gastwirtsangestellten, die auf Beschluß ihrer Generalver P Simmerl Schuhe Niedrigste Preise, hochwertige Qualität und, was vor Weihnachten besonders wichtig ist, eine ITI 201 OMUL überwältigende Auswahl 114 Ueberzeugen Sie sich, dass tatsächlich feder Kaufzwang fehlt. Nicht genug damit: nein, noch mehr! 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Nun kann das Publikationsorgan der Genfer Klassenfämpfer" über die freien Gewerkschaften herfallen, fie persönlich verunglimpfen und so die gesamte Drisverwaltung, die ja kurz vor den Neuwahlen steht, sturmreif" machen. Das Gros der organisierten Berliner Gastwirtsangestellten wird freilich den überrevolutionären Hirschen nicht auf den Leim friechen, deren hinterhältiges Treiben längst durchschaut ist. Die freigewerkschaftlich organisierten Berliner Gastwirtsgehilfen und ihre Funktionäre haben nicht gewartet, bis ihnen die Genfer weis: machen, wie eine Tarifbewegung zu führen ist. Sie verzichten auf die Waffenbrüderschaft von Leuten mit so merkwürdiger Färbung. Bon einem Kellner des Hochbahnrestaurants„ Krokodil" am Schlesischen Tor werden wir um die Aufnahme folgender Zuschrift ersucht: In der Roten Fahne" erschien vor kurzem unter der lleberschrift„ Arbeiterfeindlicher Wirt" eine Notiz, in der es als empörend bezeichnet wird, daß in diesem Lokal zwei JAH.- Sammlern vom Geschäftsführer verboten wurde, Gelder für die ausge= sperrten Ruhrarbeiter zu sammeln. Hierzu ist zu bemerken, daß der Geschäftsführer diesen beiden Leuten, die feinen Erlaub. nisschein zum Geldsammeln besaßen, das Sammeln untersagte, weil die Belegschaft, die restlos freigemertschaftlich organisiert ist, das von ihm verlangt hat. Sozialpolitische Gegenseitigkeit. Zwischen Deutschland und Jugoslawien. Der deutsch- jugoslawische Vertrag über Sozialversicherung wurde am 15. Dezember im Reichsarbeitsministerium von den Bevoll mächtigten Ministerialdirektor Dr. Grieser und Minister a. D. Gojar unterzeichnet. Der Vertrag stellt zunächst fest, daß die beiderseitigen Staatsangehörigen beim Aufenthalt in dem anderen Staate hinfichtlich der Sozialversicherung wie inländische Arbeitnehmer behandelt werden. Darüber hinaus sichert er ihnen auch für den Fall, daß sie das Gebiet des anderen Staates verlassen, den Weiterbezug der Renten aus der Unfall, Angestellten- und Inappschaftlichen Bensionsversicherung. Besondere Bestimmungen erleichtern den Uebertritt von Versicherten aus der Angestelltenversicherung und der knappschaftlichen Pensionsversicherung des einen Staates in die des anderen, so daß zur Erhaltung von Anwart. schaften eine doppelte Versicherung in beiden Staaten nicht mehr er forderlich ist. Bei der Rentenberechnung werden die in beiden Staaten geleisteten. Beiträge gegenseitig berüdsichtigt. Weitere Bestimmungen begründen eine weitgehende gegenseitige Rechts und Verwaltungshilfe der Versicherungsträger und-behörden. Der Bertrag, der für den Schutz der Arbeits- und Versicherungsverhältnisse im Verhältnis zwischen beiden Staaten von großer Bedeutung ist, foll balbmöglichst ratifiziert werden. Wie zu erwarten war. Der Lohntonflift in der rechtsrheinischen Textilindustrie. Barmen, 15. Dezember. Die beiden Tertilarbeiterverbände haben auf die vom Arbeit geberverband für die rechtsrheinische Textilindustrie ausgesprochene Kündigung vom 4. Dezember nunmehr die Forderungen ber Tertilarbeiterschaft überreicht. Die Arbeiterschaft verlangt eine Er höhung der bisherigen Tariflöhne um 15 Pro3. und eine Erhöhung der Affordlöhne um 10 Proz., außerdem einen Schichtzuschlag von 10 Prog., schließlich wurden die Forderungen auf Einführung der achtstündigen Arbeitszeit erhoben. Der Arbeitgeberverband für die rechtsrheinische Tertilindustrie hat heute in einer ausführ lichen Erflärung zu den Forderungen der Gewertschaften Stellung genommen und unter Hinweis auf die schlechte Lage der Textilindustrie je de Lohnerhöhung abgelehnt. Natürlich! Was Textilindustrielle wünschen. Lohnreduzierung auf lange Gicht. Auf Anruf der Arbeitgeber in der Laufiger Tuch. industrie hatte der Schlichtungsausschuß Kottbus die Parteien zu Verhandlungen geladen. Die Unternehmer hielten an der Ablehnung der Arbeiterforderungen fest und erhoben aus taktischen Gründen die Forderung nach einem Lohnabbau. So sollen die Ecklöhne der männlichen Arbeiter über 20 Arbeiter um 10 Pfennig pro Stunde herabgelegt werden; im entsprechenden Berhältnis hätte dann eine Berminderung der weiteren Lohnfäße einzutreten. Auch die bisherige tarifliche Zulage für 3eitlöhner in Höhe von 5 Proz. soll in Wegfall tommen. Der Borschlag der Unternehmer würde in der Praxis auf einen Stundenlohn für den ungelernten Arbeiter über 20 Jahre von 41,05 Pfennig hinauslaufen. Außerdem verlangten die Unternehmer eine Laufdauer bis zum 31. Dezember 1931. Ein Borschlag des Vorsißenden des Schlichtungsausschusses, den bisherigen Lohntarif um drei Monate zu verlängern, wurde von den Unternehmern abgelehnt. Unter diesen Umständen mußten die Berhandlungen scheitern. Die Schlichtungskammer wird deshalb am 19. Dezember einen Schiedsspruch fällen. Aufstieg bei den Berliner Buchdruckern. Wiederwahl des Gauvorstandes. Am Donnerstagabend tagte im Gemertschaftshaus die außer ordentlich ſtart besuchte Generalversammlung der Berliner Buch bruder. Albrecht gedachte in warmen Worten des verstorbenen, unvergeßlichen Berbandsvorsitzenden Joseph Seiß. Braun berichtete sodann über das abgelaufene Geschäftsjahr, das ein sehr arbeitsreiches, aber auch ein erfolgreiches gewesen sei. Die Mitgliederzahl hat einen erfreulichen Aufstieg ge nommen; sie betrug am 1. Dezember 15 150. In der Lehrlings abteilung waren zu der gleichen Zeit 2105 Lehrlinge orga nisiert. Die Einführung der Lehrlingsordnung für das Buchdrud. gewerbe war für Berlin ein großer Erfolg, obwohl damit auch ein großes Arbeitsgebiet für die Organisation verbunden ist. Ungünstig wirkte sich die Konjunktur auf die Beschäftigung aus. Es wurden am 27. Ottober 1075 Arbeitslose gezählt. Auf dem Lohngebiet sind beachtenswerte Berbesserungen eingetreten. Die Konferenz hält es für notwendig, daß auf dem Lohngebiet noch eine bessere Regelung herbeigeführt wird. Zum Manteltarif wurde mit 36 gegen 16 Stimmen eine Entschließung angenommen, in der nach eingehender Prüfung der wirtschaftlichen, tariflichen und organisatorischen Lage empfohlen wird, den bestehen den Manteltarif nicht zu fündigen. An die Berichte schloß sich eine rege Ausfprache. Dem Gauvorstand wurde gegen etwa 12 fommunistische Stimmen für feine Tätigkeit die Anerkennung der Versammlung ausge| sprochen. Einstimmig angenommen wurde eine Entschließung, die den Gauvorstand beauftragt, beim Verbandsvorstand dahin zu wirken, daß eine Urabstimmung über die Kündigung des Mantel tarifs herbeigeführt wird. Ueber die kommunistischen Anträge auf Abänderung des Statuts ging die Bersammlung zur Tagesordnung über. Dagegen wurde ein Antrag der Amsterdamer Richtung angenommen, wonach die Schriftführer in Zukunft nicht mehr gesondert, sondern aus der Mitte des Gauvorstandes gewählt werden. leber die vom 10. bis 12. Dezember in Berlin abgehaltene Konferenz der Gauvorsteher und Gaufassierer, berichtete Schleffler. Der bisherige Vorstand mit Braun als 1. Vorfizenden wurde fast einstimmig wiedergewählt. Auf Borschlag des Bauvorstandes wird ein dritter Sefretär an gestellt. Zu Sekretaren wurden Borg und Pietsch neu gewählt. Auf Beschluß der Versammlung werden den Invaliden 10 M. und den Arbeitslosen 15 bzw. 20 M. Weihnachtsunterstügung gezahlt. Berliner Gewerkschaftsschule. Der nächste Arbeitsrechtliche Informationsabend für Betriebsräte ist am fommenden Dienstag, dem 18. Dezember, abends 7 1hr, im Saal 5 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25, unter Leitung des Genoffen Dr. Bröder vom Vorstand des ADGB. Alle freigewerkschaftlichen Angestellten und Arbeiterbetriebsräte werden um rege Beteiligung ersucht. Die Teilnahme ist tostenlos. Die Lehrberatungs- Sprechstunden der Berliner Gewerkschaftsschule find ab Montag, den 17. Dezember, geschlossen. Gie beginnen wieder am Freitag, dem 4. Januar 1929, 4 bis 7 Uhr nachmittags, Engelufer 24/25, 1 Treppe, Zimmer 6. Weiter wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Möglichkeit vorhanden ist, in einige Kurse der Berliner Gewertschaftsschule noch neue Hörer aufzunehmen. Diese wollen fich möglichst vorher in der Lehrberatungs- Sprechstunde am Freitag, dem 4. Januar, Berichtigung. In dem Kommentar zur Rundgebung der Ber einigung der deutschen Arbeitgeberverbände in unserer gestrigent Morgenausgabe ist durch Ausfall eines Wortes der Sinn entstelt worden. Im vorlegten Abjaz muß es heißen: Sie befennen fich wohl theoretisch zum Tarifgedanken, aber rechtlich soll nicht der follettive Arbeitsvertrag gelten." SPD.- Fraktion, statist'sches Landesamt! Montag, 19 Uhr, bei Gar, beile, Chatlottenftr. 7, wichtige Berfammlung. Genoffe Sendemann ( pricht über„ Roalitionspolitit und Alaffenkampf". Bollzähliges Er. fcheinen erwartet Der Borstand. Montag Rusikinstrumentenarbeiter! Deutscher Holzarbeiterverband 17 Uhr, in Aliems Festfälen( Aleiner Gaal), Hafenheibe 11-13, Mitglieber perfammlung. Tagesordnung: Das neue Ortsstatut. Ohne Mitgliedsbuch teist Zutritt. Wir erwarten, daß unsere Kollegen pollzählig erfcheinen werben. Zentralverband der Angestellten. Allen Mitgliedern zur Nachricht, bas bas Ortsbureau Berlin G. 61, Belle- Alliance- Sit. 7-10, anläglich ber Weih nachtsfeiertage vom 22. Dezember 1928 mittags 13 Uhr bis einschließlich 26. Dc. zember 1928 gefchloffen bleibt. Am 31. Dezember 1928 fällt die Abendsprech ftunde von 17 bis 19 Uhr aus. Freie Gewerkschafts- Jugend Groß: Berlin the beute, Sonntag, folgende Beranstaltungen: Wanderleiter: Wir bes fichtigen die Heimat- Schulfammlung. Intereffenten fönnen teilnehmen. Treffen um 10% Uhr 3bfenftr. 17. Zu erreichen mit der U- Bahn bis Bahnhof Nordring, mit der Straßenbahn Linie 79 bis Nordkapstraße. Roth tecis: Um 18% Uhr im Jugendheim Rehdenider Str. 24-25. Bortrag: mantit der Landstraße". Cübkreis: Um 18% Uhr im Eaal III des Gewerte fdaftshauses, Engelufer 24-25. Bunter Abend". Nordwestkreis: Unt 18 Uhr im Jugendheim Linienftr. 88-85, Lichtbilbervortrag: lasta". Morgen Montag, um 20 Uhr, Besichtigung der Ausstellung des Reichsarbet ministeriums. Treffen um 19% Uhr Scharnhorststr. 85. Teilnahme nuz it Rarten. Treptow: Gruppenheim, Echule Wildenbrucftr. 53-54, Beth nachtsfeier. Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angefiellten Norbbezirke: Heute, Conntag, finden folgende Beranstaltungen ftatt: Jugendheim Turiner Ede Geeftraße Wir beteiligen uns an den Ber anstaltungen des Jugendamts Wedding. Dibezizle: Jugendheim bes Oftents, Große Frankfurter Str. 16. Weihnachtsfeier des Jugendbezirts Often. Sad bezirke: Jugendheim Behmische Str. 1-4. Weihnachtsfeier der Bezirke Urbat und Reutöln. Bestbezirke: Jugendhelm Leheter Str. 18-19. Gefell get Unterhaltungsabend. Spandan: Jugendheim Lindenufer 1. Gefelliger Abend. Morgen, Montag, finden folgende Beranstaltungen ftatt: Tegel- Reiniden borf: Jugendheim Reinickendorf- Oft, Lindauer Straße( Barade). Wir fetern Julklapp. Webb'ng: Jugendheim Turiner Ede Geestraße. Vortrag:„ Das Schlichtungswesen". Referent Erwin Bungel. Rorben: Jugendheim Raftanien allee 81. Wie wir Weihnachten feiern". Lichtenberg: Jugendheim Gunter straße 44 Bortrag: Das Beihnachtsfeft im Laufe der Zeiten". Referent Dr. Urban: Jugendheim Hobrecht. Ede Canderstraße. Mitglieder versammlung. Wahl des Jugendleiters. Tempelhof: Sugendheim Germania Max Schütte. ftraße 4-6, Portrag: Barum feiern wir Weihnachten". Referent Heinz Mann. Charlottenburg: Jugendheim Rosinenftr. 4. Bir üben Kurzreferate. Was fagt der Bär? JOSETTI JUNO KON LINON Alle Vorfreude ist nichts gegen das Beglückt sein, wenn der Raucher unter den für ihn bestimmten Gaben die Hauptsache entdeckt: Josetti Juno Berlins meistgerauchte 48 Cigarette ! 1 GEHEN C& A www 1475 Sehr schickes Crêpe de Chine- Tanzkleid: moderne zipflige Glockenform mit Crêpe- Blume. GEHEN $ IE ZU C& A 1350 Der moderne Plüschmantel- schöne PelzImitation in Modefarbe ganz auf elegantem Futter 12 EP sagt: GEHEN ŠIE ZU C& A 1950 9 Jugendlich fesches Glockenkleid: guter Rips; bandbenähte Tollgarnitur. 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Die Bezirksversommlung Wedd'ng hat bereits oor einigen »aitaten einen von der sozialdemokratischen Fraktion eingebrachten Antrag angenommen, der eine ausreichende Weiterführung der °iiden Schnellbahnlinien bis in die nördlichen ZZorortbezirkc kordert. Ein wahrer Ehrist. Aas' der Zeit des„heiligen Liebesstorms�. . Rar kurzem veranstaltete der VerlinSr Nundsunk an einem ■teimiag ein« Art Dorweihnachtsweihestund« und aus Munds eines ungemein sonoren Sprechers tonnte man,«in �.«nig geschwollen zwar, ein wenig pathetisch, dies« herrlichen Der- Mdlgungsworte Horm: �Dann wird der heilig« Liebes- 'urm auch dir die Seele ersafsen" Gl ist immer gut. vinn man sogleich neben solchen hochssiegenden Warte» ei» Bei- plel ha, aus dem Leben, wi« es ist. und zwar diesmal aus der Wchis des Arbeitsgerichts. Der Angeklagt« ist Baier von vier Kindern. Bis vor iütyni hatte er in einer Daumschule Arbeit. Da wurde ihm g«e Endigt, In der Not unterschlug er die Lohntüten von zwei �«en Arbeiter» mit insgesamt 35 M- , Zunächst im juristischen Sinn ein Verbrechen. Der Schaden. er seinem Arbeitgeber zugesüge hat. beträgt ober nur U v a« über l 0 M.. den Nest har err. Ministers. Luch verlangt di« Sozialdemokratie, daß die Soldaten "»Wehrmacht ihre st a a t» b ü r g e r l i ch e v Recht« erkalten, daß �«ine Personaloerteetung bilden, di« di« Interesten der Wehrmacht- �gehörigen zit vertreten hat. Der Programm«utwurt verlangt "teiterhm«in Verbot, militärisch« Kräfte b«t Arbeite �ovfltkten«i»zu s atz«». 2n dem vierte» Teil des Entwurf» "terden di« Forderungen für«i» neu«? Kriegs- und �olt«rr«cht«mkyestell�... Hochkonjunktur im Straßenhandel Geschästseröffuungen eugros. In dteler Aeit des tradmsnellen Berliner Weihnacht s- Marktes wächst sich die Melodie des Straßenlärms zu einer wüsten Kakophoni« alter möglichen und unmöglichen Gsräulchorten aus. Da wird geklopft und gehämmert und mU geschickten, flinken fönten aus ein paar Brettern und ein paar grellen Kartonstreifen«in Derkavfs- laden zurechtgezimmert. Am Boten stehe» die Kisten mit der Ware. Ratsch werten sie geöffnet, und fix wird die Dar« corsgelegt. Awisch«»durch heißt«? nun. feste, zugkräftig« mündliche Propaganda mache». Käufer bedienen und di« Seher auf humorigc Weise zum Kauf aninneren. „Reden, reden muß man können, meine Herrschaften. Reden. bis einem der Mund fustelig wird, daß die Kundschaft«en bisken in Siimmung kommt," meint der«ine.„Stimmung gehört nu mal zu ällens ins Leben. Hab' ich recht, Frellein?" wendet er sich au«m« der Umstehenden.„Na. ick weeß doch Bescheid und Sie aber noch.' Der Kreis der Zuhörer wird 1« nach der humoristischen Ader des Ber, koufer» immer größer, und der eine oder der andere kaust schließlich auch«was. Natürlich ist das Kaufmtereste jetzt noch«in ganz schwaches: die meisten der Possanten werfe» noch ziemlich unbeteiligte Blicke auf da» Warenlager und amüsiere» sich bloß über das tüchtige Derkaufsiatent. Darum schont die Mehrzahl der fliegenden Händler auch noch ihr Organ für künftig« aussichtsreichere Tag«. Man sichert sich jetzt vorerst einmal seinen Platz, baut sein« Bude zurecht, schmückt sie noch besten Kräften aus, sorgt für die richtige Netlame und hofft aut ein gute» Weihnachtsgeschäft. Die Bouchlatenbesitzer und jene Schokolsoenverkäufer. die»den auf de» Autos ihr« War« feilbieten, habe» mit der GefchäflseröfstwNg weiter teilte Plag« Do kann der Verkauf gleich mit der richttgen Vehemenz w die Weg« getestet werten.„Eine Tafel Schokolade und noch ein« Tafel, dazu«in« dritte, außerdem ein Karton garantiert alkoholhastiger Weinbrand- bahnen und noch ein Karton wundervolle Pralinen, dos Ganze zu- sammen kostet keine i Wart, keine S Mark, keine 2 Mark, das Ganz« ein« Mark,«in« deutsch« Reichsmark.' Hier macht es vor allem die Masse de? Gebotenen. Die Arowatten- und Schaloerkäufer, di« ihre War« lose über dem Arm hängen haben, müssen nicht bloß über ein gutes Mundwerk, sondern auch über gute Augen und starke Arm muskeln verfügen. Da wird gozeNt und gewühlt, der eine will die Länge prüfen und zieht den Schal ganz einfach aus dem Arm des Verkäufers: der andere wieder befühv und beäugt eingehend dos Gewebe und der Dritt« kann in dem bunte» Haufen nicht die richtige Farbe finden. Und schließlich kaust von alten de» Drei«» kein einzig« was. und der Verkäufer kann nur froh fei», wem? die War« nicht noch in de» Straßendreck fällt oder Bein« kriegt. Di« Weihnachtsbäume liegen noch meist zu.Haufen geschichtet: ihre richtige Kaufzest ist noch nicht gekommen: st« brauchen noch nicht in Reih und Glied zu stehen. Wenn der Abend kommt, werden die Earbidlampen entzündet, der Verkehr wächst mehr und mehr an, di« Verkaufsmöglichkesten steigen und ein letzter Ssttrmangriff auf das Publikum wird versucht. Ein jeder möchte doch, wen» der Tag. vor- üb« ist. wenigstens«in paar Groschen verdient haben. Den ganzen langen Tag in Sturm und Schnee, in Dreck und Käst« an ein. und demselben Fleck stehe» wüsten— das ist schon nicht so einfach Genoff« Künstler betonte, daß der Entwurf»och nicht endgültig gekonnt ist. Er selbst ist auch nicht der Auffassung, daß dos neue Wehrprogrmnm schon auf dem Magdeburg« Parteitag angenommen werte» soll. Er verlangt, daß nachdem die Prvgrammkommission aus dem Parteitag ihren Entwurf unterbreitet hat. erst d i e P a r t« i- vrganisationen Stellung dazu nehmen und die Befchlüff« bis zum nächsten Parteitag zurückgestellt werden. In d« sehr eingehenden Diskussion, die sich an das mit großem Beifall auf- genommene Referat anschloß, wurden Einzelfrogen zu diesem Gebiet behandest, insbesondere wurde auch auf die Gefahr für die Demokratisierung der Verwaltung hingewiesen, wenn 50 Praz. alter neuen Beamtenstellen te» Mllitaranwärtern über- lassen bleiben. Dies« Gefahr wird sich nur dann vermeiden lassen. wenn«? gelingt, di« polit'sch« Bildung der Reichswehr absolut zuoer- lässig republikanisch zu gestalten. 500 Mark Velohmmg. Ver kennt den völkischen Jtcvowerschnhea? Dar Mord an dam Arbeit« Oskar Kreisch, der vor«nngrr Aeü. wie wir berichteten, bei einem nächtlichen Aufa-wmenlwß mit Notianalfoztall'ten i» ter Wassertor st raße erschasscv wurde, ist bteb« trotz aller Ermittlungen ter politischen Polizei imgcsiihnt geblieben. Aus diesem Gnntte wendet sich di« Postzet jetzt mit einem Ausruf an die Öffentlichkeit. 500 Mark Belohnung werten temjeickgen-zugesichert. d« zur Ermsttlung bzw. SJerfyiftung de? Täters, dar in nationalsozialistischen Kreisen ZU suchen ist. bei- trägt. Kreisch bitte«inen Bauchschuß«listen, eine zweit« Kugel hatte seinen hals gestreift-, sein Tod erfolgte einen Tag spoter noch seiner Ueberiührung ins Ilrbankranleichaus. Nach den Ermlitz tungen wurde ein« Mehrladepistola Kaliber 7jK> verwandt. Am Ziatort wurde«ine Potronenbülfe mit der Bezeichnung 7,6Z Milli. metcr und der Aufschrift„Geco und ein Mittelmantelgeschoß. has an ter gegenüberliegenden Straßenseite lag. gefunden. Es steht jedoch einwandfrei fest, daß der tödlich« Schuß aus einer Mehrlade Pistole abgefeuert warten ist. D«r Täter wird all, ein junger Menlch non 18 bte 25 Labren. non etwa 1,65 bis 1,70 Meter Groß« und von icblanker Figur beschrieben. Er trug ein« grau« Windjacke und Stiefelhof«. seine Mütze hatte« unter seinem Rock versteckt. Allem Anschein nach ist d'e Piftet» von dem Tater auf der Fbuchr sortgemorfe» worden, da man beim Absuchen ter Straße noch un- abgeschossene Patrononbüffen gefunden hat Ee ist tenkbor, daß von Zioilperlonen ein« Pistole aeiunten wurde, die ter Sache aber keinen Wert beilegen und die Waise behielten» Alle Angab«» werten attf Wumsch streng vertraulich behandelt und find an Krinnnaltommisior Dr Stumm oder Kriminal- kommiffar Mühssri�»«. Post�ipräsidium. Hausanrui 176. 606 und 470(Limmer ö4'2»> zu richten. Die Neifetzuog des ZunZdomanve» Günth« Schaff«», den«in Kmnmitnist in ter nrn-igen Woche in Korl-Äorsi«stach, imlokote am Sonnabend raäymhinq aut dem Karlshorfter Frted- Hof. An diafew T-age»tickte sich zum erstenmal das Per- bot van lkmzügrn aus. Die Miigüedcr des Sitngdeutscheit Ordens dursten nicht gefchlaffe» auftrete». Sie foonnelte» sich etwa tzbtl Mann stark auf dem Friedhof an. Am Grabe sprach est» Ptarr«, der es m seiner R«k-e taktvoll vermied, von Haß uitd Bergeltun-? zu sprechen. Gegen HS Uhr war di« Feter beendet. Mit Unter- stützung«rnes starken Polizeiaufgebots vollzog sich ter Abmarsch reibungslos. Der Honptge«iml von 100000 Mark ter preußischen Klaff«?- lotterte fiel auf die Nummer ZOO 103 als letztes Los. Ei» treuer teler des„Vorwärts", Genoffe Ernst Donner, ist vor einigen Tagen im 71. Lebensjahr gestorben. Schon vi? Jahre 1876 stand er in ter sozialistischen Bewegung und mar Abonnent ter„Freien Presse'. Pom ersten Erscheinen de?„Vorwärts" an hat er seinem Parteiblatt die Treue gehalten. Verlag und Re- dokiton haben am Grabe tes braven Mitkämpfers einen Kranz r.ieterlegen lassen. JUOes am die Clete." Am» Prvzeßberichi unter dies« Spitz- marke urrben wir um Abdruck de» folgende» ersucht:„Dar An- geklagte Iänuert ist nur wegen versuchter Brandstiftung de- straft warten. Das Gericht hat nicht angenommen, daß ter An- geklagte durch die Brandstiftung Frau Hank« und ihr« Kinder föte.t wollt«.' Der Schwarzmeiersche Siuterchor hat am Freitag mit seinem diesjährigen Weihnachtskonzsrt wieder einen schön«» Erfolg gehabt. Die in prüchiiger Schttlung gesunaenen Lieder — teils Volkslieder, teils Äunslg.stang— erfreute» die zahlreiche Auhörerschost. Heiteres, noll kecker Tmgendlust und forschem Ueber. mut, wü ni«»«sagender Sicherheit vorgetragen, erntet« stärkst, m Beiiall. Ätzer auch die ernsten Gesänge, in denen der Ehor durch Aarttzeit tes Bonrogs sich auszeichnete, hatten ein« tief« Wirkung. Aus? neue bewährte sich Ctzormast« Bernhard K l a u k in seiner Kunst ter Erziehung und Führung diel« Schar jugendlicher Songer. Der Schwarzuieiersch« Kinde rchor besteht heitte mehr als funsitnd zwanzig Fahr« als ständige Konzertoereinigung. Er ermöglicht feinen lugendlichen Mitgliedern kostenlose Ferienreisen. D'« Kosten werten aus tem Erwog ter non ihm in deutsche» Großstädten gegebenen Konzerte gedeckt. Ein« Koodlkorei ausgeplündert. Einbrecher statteten in der vergangenen Nacht ter Kondit??r«i von Doses E r l e r. L o t h- rfnger Straße 63,«inen Besuch ab. Sie erbrachen sämtliche. Vehältniff« und packten sich in oll« Ruhe für etwa 2000 Mark A t g a t f t f e n, Liköre usw ein. Aucki einen größeren Geld- betrag, der in der Registriertoff« log, nahmen sie mit. Die Diebe sind nnt ihrer Beute unerkannt entkommen. Arbeilermohlfahrkslof«! im Ost« Vrrlinsl Im Lottenegeschait Stark«. Frankfurt» Allee 8Z0. sind noch Arbeiterwohffahn-los e zu hoben! 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In der Gemeinde Binand, Kreis Neustadt( D. Schl.) wurden em 63jährigen Schuhmacher Franz Jaschit, her Borsigander der ozialbenustratifden Barteiorganisation ift,& Morgen Bachaland, as ar jeit 34 Jahren von der fatholischen Kirchengemeinde gepacitet hat, gekündigt. Ale persönlichen Borstellungen des Bächters heiterten. Schließlich reichte er Siege Sein Bachteinigungsamt in und erfudyte um mündliche Berhandlung! Die Berhandlung fand am 14. Dezember in Friedland. Streis Jaffenberg, om Aust goricht flatt Zur Begründung der Allehmung maar hem Mäger folgendes Greiben zugegangen! fo In der Bachtfangfache Jalchif gegen Wallofchef 4 F. Sch. 30/28 überreiche ich in der Anlage die Ballmacht bes Betfagten, in haffen Namen qui den Antrag nom 22. Ottober 1928 folgendes nigegnet wird: 1. Berpachter ist die fatholische Kirchengemeinde, daß der Beklagte nicht paffio legitimiert sein dürfte. 2. Die Verpatung unterliegt der Zufiimmming des fürfthischöflichen Amts in Breslau. Dieses tehnt die Beiternerpachting ab, weil der Stager Gagner der täthetischen Kirche ist und fic als fotcher betätigt hat. Ca fann daher der katholischen Rirche nicht zugemufet werden, ausgesprochene Gegner als Bächter 2 buden. 3. Der Kläger braucht ben Bachtader in der Lat nicht. Er verdient als Schuhmacher sowohl als 2afdarbeiter genug, unt leine Familie zu unterhalten. Außerdem bezieht er eine austömmidge Rente. Der beste Beweis dafür, daß es dem Kläger wirtchaftlich gut geht, ist die Tatsache, daß er allenthalben Geld perliehen hat." Someit die Begründung. In der Lerhandlung tamen helde Bertelen zu Wort Jafcit erklärte, Bfarrer Ballofdet fet bereits der vierte Pfarrer, seitdem er das Feld gepachtet habe, und es fai ihm uwerständlich, warum es ihm genommen werden solle, obronhl er immer feinen Verpflichtungen nachgefommen fei. Der Amisrichter verfugte einen Bergleich herbeizuführen, indem er den Barteien rict, sich auf eine Verlängerung des Vertrages unt ein Jahr zu einigen. Der Berireter des Pfarrers verlangte Ent ideidung aus prinzipiellen Gründen. Pfarrer Wallaschet erklärte, daß man der Kirche nicht zumuten fönne, an einen Menschen Feld zu verpachten, der einer Partei angehöre, die fich firchenfeindlich benehme. Der Bertreter Jaschite trat bielen Ausführungen fofart ent gegen. Er ersuchte den Pfarrer Maloscher, Beweise für seine Be hauptungen deizubringen. Auf dem Sieler Parteitag babe die Gezialdemokratte bekräftigt, daß sie, unbeschadet der geschichtlichen und gesellschaftilchen Bebingtheit der Religionen und ihrer Ausdrucksformen, in der Stellung des einzelnen Menschen zur Religion nach wie vor eine innere Angelegenheit bes einzelnen sieht. Wenn in der Begründung, behauptet werbe, baß der Klägar Gagner der Sirche sei und als jolder sich betätigt habe, fo fel davon den Cin wohner der Gemeinde nichts bekannt, zumal Jaschit mit feiner Familie der Andacht in der Kirche bisher heimonte, Benn Jaschit Reichtünter befäße, dann würde er den Kreis nicht um die Hauszinse heuer angehen, um fich ein neues Häuschen zu bauen, weil das alte ihm über bent kopje- zufammenbreche, und wenn er wirklich sich ein paar enige zufammengefport hätte, fo murde das nur bemetlen, er bis zu feinen 63. Lebensjahre fich ehrlich burda Lebiet ge ichlagen und gehungert habe, um ein eigenes Hain zu befize Die weiteran Berhandlungen sind auf den 4. Januar 1929 vertagt worden tab Sofernengeift im Zollamt. Reichsfinanzminister Hilferding schafft Abhilfe. THOA 3n Lugano Chamberlain Eriand Stresemann P 財 fagt Chamberlain, find feine Genfationen zu erwarten... Abendsitzung des Reichstags. Beginn 10 Uhr, Ende 11 Uhr. Die Abendfihung des Reichstags: Begdim sum 10 Uhr und war um 11 hr bereits zu Ende. Das Haus H gut besucht. Su nächst fettert ein Belongen ber Rommunisten, ihren 2Intrag gegen bie Brbeiterentlaffungen auf der Schichau- Werft als erften Gegen ftond angufegen und dem Haushaltsausldus zu überweisen, an einem Biberfprud non redits. Cine Regierungspartage will bie Galbumgsbauer des Gefeßes Der Bräfibent des Bandesfinanzamtes Ranigeberg batte madh über ben Berfehr mit uneblen Metellen um ein Jahr den fteffnertretenden Bröfibenter Capeller, ber in Nebnamt Führer bis Cnbe 1929 nerlängern. Ein nallsparteilicher Antrag will Ber längerung bis 30. Juni 1929. Eine Entschließung der Ballsder Kriegervereine ift, am 31. mai 1928 eine Strafperfügung längerung bis 30. Juni 1929. in Söhe non 10 m gegen einen 300ichiffer erlaffen, weil dieler partei will um baldige Borlegung eines Gelegentuurses erDen 30115trettor Felde gegenüber bei Abftatnung einer fuchen, welche diejenigen Vorschriften bes erwähnten Gefases ent dienftlichen menung nicht die erforderliche tung erhält, die aufrecht bleiben müssen und in die neue Reichsgewerbe misen hätte Der Zollschiffer hatte nämlich fainent Borgesetzten in ordnung oder das neue Reichsfirafgefeg übergehen fasen. Das höflicher Form Gutan Tag gemünicht, während der Sollbiratior Gefet hat vor allem die Absicht, Metalltlebfähle und behlereien zu Falde, pomohl er in Sinil war, auf einer militärischen Meldung unterbinden. bestand, das heißt er. perlangte, der Sollschiffer babe bei der Wel The Simon Franfen( So.): Bir find gegen den poltapartai hung ftillauiteben und die hacen zusammenzufichen Antrag. Es handelt sich um ein ausnahmegesen, das au einer Ausnahmegeit erlassen ist. Bir leben wlebar in verhältnis mäßig normalen Zeiten und brauchen ein solches Ausnahmegefes nicht mehr, nehmen Derselbe Zollbirettor. Folde vom Hauptzolland Holländerbaum Rönigsberg erlies Berfügungen an feine Beamten, in denen folgendes ftand: Ferner faufen einzelne Beamte mit bellgrauen Hofen und offenem grünen Rod wie Bafilchweben herum. Es war ein Stannal. Gehe ich bes noch einmal, lo merde ich die Betreffenden beltraje. Die altpreußischen. Zöllner maren ft als berauf. im Gegenfas air Briefträgern und Eisenbahnern, die affe tragen zu dürfen. Es ist mir unverständlich, daß all beamte fich nicht famen, auf der Straße ohne Sabet herumzulaufen- mie Hambe ohne Jagel..." Die Republikanische Beschwerdestelle Barlin mandte fich an den Reichsminister der Finanzen und erbie unter dent 1. Dezember 1928 folgenden Gilerlay: ubie Befchmerbe des Oberzochiffers in gegen die Strafverfügung des Presidenten des Landesfinanzamtes Ronigsberg vom 31. mai 1928 i bie Strainerfügung. femeit fie dem Beamten unvorschriftsmäßige Meldung und Haftung um Borwurf macht, aufgehoben und... Lediglich wegen ungebührider Rebensarten und wegen ummahrer Angaben bei einer dienstlichen Bernehmung unter Aufhebung der Geldstrafe bon 10 m. mit einem Berweis bestraft morden. Das Berhalten bes 3odirettore Galde in Königsberg ift Berügt morden. Ben einer( härferen Bestrafung habe ich egen der Erkrankung bes Beamten, und da er fein Bene lonterungsgefuch eingereicht hat, abgefeben. Die Entfernung ber beanstandelen Berfügungen aus den Alken ift angepronet worden. Heimwehr in Wien. Gosialdemokratie gegen Störungsparole. Wien, 18 Dezember.( igenbericht.) Die Heimwehren haben für Montagabend in Wien eine große Bersammlung angekündigt. Die Kommuniften fordern die Arbeiter auf, recht zahlreich zu erscheinen, um sich den Heimwehr führer 3 Steible anzuschauen. Auf einer am Sonnabend ab gehaltenen Konferenz bes Schutzbundes wandte fich Dr. Deutsch gegen: biele kommunistische Barole und erflärte, tab. lein pernünftiger Arbeiter zu der Heimwehrverfamintung cher merbe. Es ist beshalb angunehmen, daß der fommunistischen Aufforderung nicht Felge geleistet mira, Enigegen dem Ausschußantrag wird die Regierungspor Tage gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, Kommunisten und eines Tells der Demafraten angenommen und mit demselben Stimunenverhältnis die Berlängerung bis 30 Jun 1929 befristet; ebenjo mirb bie poftsparteiliche Entschließung angenommen. Es folgen Ausschußberichte über Magnahmen augunsten dar befesten Gebiete. Unter den zahlreichen Unträgen ist auch einer, von der Grrichtung eines Ehrenmals folange cbzusehen, als noch fremdes Militär auf Reichsönben sieht. Abg. v. Sybel( Chrifti. Nat. Bauernp.) heschwert sich darüber, daß der Weltestenrat feiner Partal Musfchußfige nicht eingeräumt habe. Bräsident Löbe: Dem Helleftenrat find diesbezügliche Anträge dieser Partel nicht zugegangen.( hört, hört und Heiterfeit.) hg. Döbrich( Chrift..at. Bauernp.) fündigt an, mit allen Mitteln der Geschäftsordnung einen Ausschußfis für seine Bartel ergmingen zu wollent Bräsident Löbe: Jeder Abgenrbnate hat das Recht, an den Aus schußfizungen teilzunehmen, fann dort auch Anträge ſtellen und mitberaten. Abg. Döbrich: Im Bollswirtschaftlichen Musfuß ist mir die Begründung eines Antrages verweigert worden. Die Ausschußanträge werden angenommen, nachdem Abg. Frau Schiffgens( Soz.) Ausführungen über die Rolftände in den be fetten Gebieten gemacht hatte. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Bräfibeni Cübe schlägt vor, die nächste Sigung margen, Some tag, 5 Minuten nach Mitternacht, abzuhalten und in ihr den Nach tragshaushalt, Anträge des Gefchäftsordmungsausschusses betr. bie Strafverfolgung verfchiedener Abgeordneter( barunter des bg. Straffer) wid ben heutschnationalen Antrag megen ber Roflage örtlicher Grenzgebiete zu behandeln. * 2 Torgler( Ammun) prnteltiert glaichfells gegen die Ausliefe mung bes g. Stralfer und lolägt nor, den fommunistischen Antrag megen hen Schichauarbeiter auf die Tagesordnung zu stellen... Diefer Antrag urb gegen die Stimmen ber Cegialdemokraten und ber Kommunisten, der Antrag Frid gegen die Deutchnotionalen, bia Rationalfasiatiften, beiber Bauernparteien, ble Wirtschaftspartei und die Kommunisten abgelehnt Es bleibt jomit bei bem Berschlag des Bräfidenten. Die Nachtfihung. Die ametia Sigung beginnt bei flart belegtem Hause und vollen Tribinon puutti 12 Uhr 5 Minuten mit einer Mebe des Reichsfinanzminifters Dr. Silferding, ber den Nachtragsetat gum Ctat 1928 begründet und babel bald auch auf die großen fedlichen Schwierigteiten zu sprechen tommt, bie bei der Balancierung bes etats für 1929 zu überwinden find. Sifferbing bezeichnete die Schwierigtelien ols bie größten, die fich feit 1924 einem deutschen Reichsfinanzminister entgegengestellt haben. Der Fehlbetrag von 600 Midianen Mart foffe ich niche burde neue Einnahmen allein heden. Es feien auch starte Abftriche npt= wendig, gegen die von allez, Refforts starte und aft wohlbegründete Widerstände erhoben werden. Bewegung ruft die Feststellung des Finanzministers hernor, hat hie 2ohnftaver für das laufende ahr einen weit höheren, als hen emtifierten Betrag non 1300 MilHanen ergehen wirh.. Gegen 1 Uhr morgens spricht der Minifter fort. Außenministerwohnung geplündert. Studentenproteft in China. Schanghai, 14. Dezember. Sund Hier ist eine starke Oppofition gegen ben Minister hes Veußeren Bang entstanden. Man wirft Um par, teine genügenden Borteile für China bet feinen Berhandlungen mit ben auswärtigen Möchten erzielt zu haben. Diofo Misstimmung ist in eine lärmande d gebung von Stubenten und Beamten var der Wohnung Bongs in Manting zum Aushrud gekommen, wobei fein Saus geplündert murbe. Der Staatsrat beichio, bos fünfilg öffentliche Berfammungen in tenting nur mit Genehmigung der Regierung ftattfinden dürfen. Bolschewismus gegen Weihnachtsfest. Christbaumfällen- Waldfrebel an Sowjetgut. Der Dft- Erpres meldet: On biefem Jahr bitbet das Weihnachtsfest die Veranlassung zu einem ganz besonders energisch ge führten Rampi gegen die Rirde und ihre efttage. In Leningrab ift bereits erreicht worden, daß die Fabrikarbeiter beantragen, gu Abg. Dr. Frid( Nat.- Soz.); Marum allt die Auslieferung Stelle. ber ganz zu streichenden Beihnachtstage im Januar Straffers fo?( Aba- Rufe und Heiterkeit.) Wir beantragen, die einige Besttage zu bestimmen. Das Landwirtschaftstommiffavolksparketliche Interpellation über die Sicherheitszustände in Berlin- riat verbietet das allen Bon Tannenbäumen, um zu beraten. Auf die Antwort der Regierung lege ich dabei keinen dadurch die Sitte des Christbaums abzuschaffen. Es wird aber offenbar mit einem gewiffen Widerstande gerechnet, denn des Bräsident Cöbe: Eine Interpellation in eine Frage, wenn fie Rommiffariat wendet sich an die Zellen der fommunistischen Surgenteinen Sinn haben soll, wird auch eine Antwort darauf erwartet. Za organisationen mit der Blute, emme uitiarungstampagne" die Regierung zur Animarinidhibereit ist, muß ich bent Die Regierung zur Animart xicht berett ist, muß ich den zu beginnen, um hen Beihnachtsbaum als Symbol eines albAntrag zurückmeisen fravels barzustellen, der die Gamietforften schädigen müßte. Bert. eine ROSSER WEIHNACHTS- VERKAUF o o Briefpapier in Weihnachtspackung, 15 Bog., 10 Karien, 25 Umschl. 090 TISCHWÄSCHE Kunstseid. Teedecke weiß und indanthren Pastellfarben, 130/165 990 130/150 790 Servietten Kunstseide 36x36% Dutzend Tischgedeck 270 MOTTER, LASST EURE KINDER IN DER N.J. KINDERSTUBE SPIELEN, UM UNGESTORT EINZUKAUFEN DIE PHANTASIE- ABTEILUNG FOR GESCHENKE BIETET ZAHLREICHE ANREGUNGEN AM SONNTAG, DEN 16. UND 23. DEZEMBER IST DAS KAUFHAUS VON 2 BIS 6 UHR GEOFFNET Parfümerien els Geschenk 2 Stück Lavendelseife, 1. Uhrenfl. 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Dezember 1927 wurden die Bezüge der Reisbeamten und Sofbaten auf eine neue Die offizielle Entrüstung über bie milde Berurteilung des ZotGrundlage gestellt, und zwar nicht nur hinsichtlich der Höhe ber schlägers Di mabugno durch die Bariser Geschmorenex dauert Besoldung, sondern auch hinsichtlich der Gruppeneintellung. Es noch weiter an. Die italienischen Zeitungen haben hohe Morte gegen fehlte fomit bei der Aufstellung des Haushalts für 1928 an einer ben ißbrauch der Juftiz zu Barteizweden, und zahlreiche Einjeften Grundlage für die Aufstellung der Stellenpläne und der Beschreibebriefe ftellen der französischen Regierung franzöfche Drden weffung des Geldbedarfs im einzelnen. Das Reichsiinongminifte und Ehrenzeichen zurüd, die feine Faschistenbruft fernerhin zieren rhum beschränkte sich daher darauf, den ermutlichen Gelbbedarf für werden. Bor lauter sittlicher Entrüstung über ausländische Partet elle persönlichen Ausgaben( onjt Titel 1-10) in jedem justiz findet man natürlich nicht die Zeit, sich um unerhörte Partet Einzelhaushalt in einer Summe zur Berfügung zu stellen. Der juftig in eigenen Bande zu fümmern. Bedarf murbe babei fo berechnet, baß den Bewilligungen für 1927 ser soraussichtliche Mehrbedarf aus Unlaß der Neuregehung der Bezüge auf Grund roher Schägungen zugeschlagen murde. Sehr gegen den Munich des Ausschusses für den Reichshaushalt murde euch im Laufe der langen Beratungen vom Reichsfinanzministerium die Ausgliederung des Bedarfs auf die Titel 1-10 im einzelnen und die Aufstellung der Stellenpläne nicht gegeben. Sie blieb por behalten und die auf solche Beise im Haushaltplan für 1928 entstandene Lüde foll run burch den Nachtragsetat ausgefüllt werden. Der Nachtragsetat ftellt alle in der Hauptsache eine Bergliederung her im Haushalt 1928 bei den einzelnen Resorts pauschal bewil. ligten Berfonalausgaben bar. Der Mehrbedarf beträgt insgesamt 50,1 ffionen Mart. Diesem Mehrbedarf stehen Mehreinnahmen von insgesamt 7.8 Millionen gegenüber, se dag ein tatsächlicher Mehrbedarf von 42,3 Millionen verbleibt. Die Dedung dieses Mehrbeirags fonnte in der Hauptsache dadurch erfolgen, daß im Haushalt des Reichsarbeitsministeriums die an die Deutsche Reichspoft in 1927 zuviel gezahlten und von diefer in 1928 erstatteten Borschüsse als Einnahme eingestellt wur den. Ferner fomniten beim Haushalt der Allgemeinen Finanzner altung durch Rürgung des Ausgabeanfages für lleberweisungen gus der Rapitalverfehrsfteuer 10 millionen erfpart merden. Der Reft wird aufgebracht durch mehreinnahmen aus Grundstüdsver fäufen und dergleichen. zu begrüßen ist es, daß das Reichsfinanzministerium den Berfirch gemacht hat, eine zweimalige Beratung der Amaze für Besoldungen und persönliche Ausgaben sowohl beim Nachtragshaushalt 1928 wie beim Haupthaushalt für 1929 überflüffig zu machen und dadurch eine möglichst rechtzeitige Berabschiedung des legteren Haushalts zu fördern. Zu diesem Zwed ist der Bersonal unb Geldbedarf im Nachtragsetat fo angelegt, daß diefelben Anfäße auch den voraussichtlichen Bedarf für das Reche ungsiotr 1929 beden werben. Es find affo auch die Stellen vermehrungen und die Stellenumwandlungen in den Rechtragsetat aufgenommen werden, die erst som nächsten Rechnungsjahr ab in Straff treten sollen. Damit nun nicht diese Stellen etwa vorzeitig beses: aber in inspruch genommen werden fönnen, foll die Befehung reser Planitetien vor dem 1. April 1929 und die Ueber reifung der Zahl der am 30. September 1928 vorhanden gewefenen Hilfskräfte an die Zustimmung des Reichs finanzminifters gebunden werden. Wie eine Durchsicht des Nachtraghaushalts ergibt, bat bas Reichsfinanzminifterium die Gelegenheit der pauschalen, im ein geinen nicht zu fontrollierenden Bewilligung aller Personalanjäße bemust, um schnell zwei Fragen zu erledigen, die bisher im Haus baltausidig noch unentschieben geblieben waren. Die eine Frage betrifft die Reuregelung der Dienstaufwandsentfchädi gungen, die andere die Neuregelung der Ministerial aulagen. Was die leßtere betrifft, fo erfordert fie einen Mehr bebarf von 18 millionen. Das Reichsfinanzministerium erflärt, daß es sich nicht länger habe vermeiden lassen, die Ministe zialzulagen den in Preußen bereits feit 1. April 1927 gewährten onzupaffen, da diele mit rund 50 Prozent über den noch gegenwärtig im Reich gemährten legen. Mehr fadye Berhandlungen ber Reichsregierung mit Preußen wegen ber Bieberangleichung der preußischen Ministerialzulagen an die som Reich gezahlten niedrigeren Beträge hätten zu teinem Ziele geführt. Es sei für das Reich auf die Dauer aber unerträglich, Reichsbe. amte mit ebenso wichtigen Dienstaufgaben wie die entsprechenden d Um 80. August 1925 fond in Palmi, einer fleinen Stadi Calabriens, eine bort ortsübliche Prozession statt. Man pflegt an diesem Tage eine Stabonna serumzuiragen, die non lebenden Kindern ais Engel umgeben ist; zum Transport des ganzen Aufbaues find 120 Menschen nötig. Die Faschisten hatten angekündigt, sie würden während der Prozession den Faschistenmarsch spielen laffen, worauf die Zeute, die in den Borfahren die Madonna getragen baiten, thre Mitwirtung verjagten. Die Statue murde daher von Faschisten getragen. Nach der Brozession ließen die Falchisten auf ber Biazza Bittorio Emanuele ihren Marsch spielen. Als Proteft bagegen wurde von einent Teil des Bublifums die Rote Fahne" angeftimmt. Während die feindlichen Gruppen sich gegeneinander fehrien, wurde ein Stuhl gegen die Faschisten geschleudert, donn er tönten aus verschiedenen Richtungen Schüffe. Berwundet wurden 3 Bersonen; eine von diesen, der Fasshift Gerocarni, erlag am nächsten Tag ben Berlegungen. Die Polizei nahm 200 Berhaftungen vor, 25 ber Berhafteten tamen in Boruntersuchung und gegen 15 wurde das. Hauptverfahren eröffnet. Da die faschistische Justiz mit den üblen Gottes" zwar nicht die Sicherheit, wohl aber die Langfamteit gemein bat, fam die Sache im November 1927 vor die ffisen son ticaftro. Dies Gericht, bei dem vier 3eugen des Meineibs befchuldigt wurden, wurde als befangen abgelehnt und an den Obersten Gerichtshof der Antrag gestellt, die Sache an ein anderes Gericht zu überweisen Unter Berlegung des Gesetzes hat aber das Roffationsgericht den Antrag abgelehnt und das Spezialgericht für zuständigerflärt. f Pugliefe gab zu, einen Stuhl gegen die Faschisten geschlerbert zu haben, mi aber hazu durch einen Stochieb aufgereizt worden sein. Baffen hatte er nicht. Sein Zeuge hat irgend etwas Bestimmtes, bas als Echuldbemeis hätte gelten tömmen, ausgejagt. Die vier Berwundeten gaben ausbrüdlich an, fie hätten nicht gefehen, wer gefchoffen hat. Nur der Tote foll im legten Augenblid mehrere der Angeflagten beschuldigt haben, was aber elit anderer Zeuge, der bei dem Sterbenden war, unter seinem Eid in brede stellt. Außerdem fand die tödliche Verwundung unter Um ftänden statt, die es absolut unmöglich machten, daß der Berwundete feine Angreifer eber biefe ihn gesehen haben tönnten. Wie bei jedem Massentonflift waren die Aussagen unsicher und widersprechend, da Bekanntlich in folchen Lagen die objektive Beobachtung ausfegt. Troybem wurden über 7 Angeflagte insgesamt 83 Jahre und 11 Monate Zuchtheus Derhängt, und gmar 24 Jahre 7 Monate über den Studenten Pugliese, der den Stuhl geworfen hatte, und über weitere sechs Strafen von 8 Jahren und 10 Monaten bis zu 10 Jahren 8 Monaten. Natürlich fommentieren die Zeitungen dies Urteil nicht: fie haben ja mit der Bariser ,, Justiaschande" reichlich zu tun. Bir möchten nur daran erinnern, daß am 2. Oftober 1925, 32 Tage nach den Unruhen von Palmi, in Florenz unser Genoffe Piloti in seinem Bett on safiften ermordet wurde, Genoise Confale vor ben Augen seiner Frau und seiner drei Heinen Kinder dasselbe Schicksal erlitt, daß in derselben nacht zahlreiche Mordanschläge auf Sezialiften und Freimaurer gemacht wurden, unter anderen auf den Universitätsprofeffor Genossen Bieraccini, und daß durch Blünderungen und Verwüstungen ein Sachschaden von mehr als 3 Millionen Lire entstand. Damals hat man versucht, das vierjährige Töchterchen eines Freimaurers in einen Haufen bremember Möbel zu schleudern, was ein Offizier der Karabinerie verhindert hat. Die Zorschläger, Säuber und Diebe von Florenz waren mit größerer Sicherheit identifiziert als die Angeflagten von Balmi. Aber fie find vor fein Spezialgericht gekommen, obwohl ihre Tat zeitlich bem neuen Gejez näher lag als die Unruhen von Balmi. Sie tamen vor die Assisen von Florenz und wurden freigesprochen. Wie mag es nur zugehen, daß man in Italien in diesen Tagen nicht die Zeitungen beschlagnahmt hot, bie von Barteijuftiz als von und nährt fich ja von dieser Kulturschande, von der Berwertung der Justiz im Interefie einzelner! In den heiligen Hallen des Gerichts" fetert man in Staller somarze Meffen der Brisatrache pher fantils. niert die Straflosigkeit faschistischer Berbrechen. Aber die italienische Bresse sieht nur den Splitter im Auge des Nachbarn. Damit war aus einem Straßenfrawall mit Blutnergießen geworden: orb, vierfacher Totschlagsverfuch, Bereiner Kulturschande sprachen? Das ganze faschistische Regime erhält ( warung gegen die Staatsmacht und Aufreizung zum Bürgerfrieg! Ratürlich wurden alle Angeflagten 2 Rechtsanwälte, 2 Stubenten, 9 Arbetter unb 1 Outsarbetter auf thre politie Ueberzeugung geprüft, wobei sich 13 als Rommunistex und 2 als Sozialisten befannien. Der Student Rocco preußischen Beamten in ihren Bezügen auch weiterhin wesentlich| Mart, 7 Snfanterie imb drel Ravalleriebivisionstonumanbeure je jchlechter zu ftellen. Aus diesem Grunde sollen vom 1. Oftober 1928 ob die Ministerialzulagen für die Reichsbeamten an die den preu Bijchen Beamten gezahlten höheren Beträge angeglichen werden. gefehen. 3000 mart jährliche Aufwandsgelder erhalten. In gleicher Beise Jollen bei der Marine an den Chef der Marineleitung 4000 Mart, on bie beiden Stationschefs und den Flotienchef je 3000 Mart Die Frage der Dienstaufwandsentfchäbigungen jährliche Dienstaufwandsgelber gezahlt werden. Im Haushalt des mar in der neuen Besoldungsordnung noch nicht geregelt. Auch Reichsjustizminifteriums ist neu für den Bräsidenten des hier fei Breußen mit der Erhöhung vorangegangen. Da es fich Reichsgerichts eine Aufwandsentschädigung von 3000, für ben nicht vertreten lajje, gleichwertigen Beamten der Reichsverwaltung Oberreichsanwalt eine solche von 3000 mart jährlich vorAusgaben für dienstlichen Aufwand nicht in gleichem Umfang zu Schließlich bringt der Nachtragshaushalt noch eine erfreu ermöglichen wie es in Breußen geschieht, so habe das Reich auch hier Breußex folgen miljen. Das gelte, insbesondere für die Miliche Serablegung ber Anleiheermächtigung, die xifter, Staatsfetzetare unb bie Spizenbeamten im Hausbolt für 1928 auf rund 833 Millionen festgelegt war. Die Herabjegung beträgt rund 195 Mitionen, so daß zurzeit noch ber Außennermeitung. ein Anleihebedarf sen rund 658 millionen verbleibt. Diese 195 Millionen fetzen sich zusammen: 1. aus bem lebersous des ordent lichen Haushalts 1927, foweit er im Jahre 1927 zur Abdeckung des Außerordentlichen Haushalts verwendet wurde, mit rund 176 Millionen: 2. aus Mehreinnahmen und Minderausgaben des Außerordentlichen Haushalts 1927 mit rund 15 Millionen und 3. aus dem Betrag, um den die Einnahmen des Außerordentlichen Haushalts für 1928 die Ausgaben übersteigen, mit 3,7 millionen. Insgesamt erfordert die Neuregelung der Dienstaufwandgentfchädigungen einen Mehrbedarf von 90 000 Mart. Nach der im Nachtragsetat neu sorgeschlagenen Regelung foll ber Reihstanzier wie bisher jährlich 18 000 Mart Aufwends gelber beziehen. Die Dienstaufwandsenijchädigung des Reichstanz lers wirb cifs nicht erhöht. Dagegen wird bei den Aufwands geldern, aller Reichs minifier eine Steigerung von 4800 auf 8000 Mart vergeschlagen, eu vorgeschlagen wird ferner die Ge währung von Aufwandsgelbern an alle Staatsfetretäre und war in Höhe van je 4000 Mart. Im Reichswehrministerium ift ein Staatssetretär nicht vorhanden. Es sollen aber von jetzt ab beim Heer der Chef der Heereslettung und zwei Generale je 4000 0 0 5 0 0 0 O 0 O ihr men Ab-Ge 3. SIE SIND WELTERFAHREN genug, um zu roissen, dass gerade die entscheidender Dinge des Lebens mil Geld nicht zu erkaufen sind Auch im Geschäftsleben ist es so. Auf exproblem Verbranen aufgebaute Besiehungen zu unseren TabakLieferanden eröffnet in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts durch die ERSTE REISE UNSERES SENIORCHEFS Herra Josef Garbaby, in das klassische Tabakland -sichern uns einen STARKEN VORSPRUNG in der Beschaffung der auserwähl Lasten Tabake mazedoni scher Ernle. 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Nach den Märchen, die Klara Zetkin und viele andere Gäste der Mos fauer Regierung über die Lage Georgiens verbreitet haben, verdient der Vortrag des fommunistischen Würdenträgers auch außerhalb Georgiens gehört zu fein. Wir laffen eine lebersetzung der wichtigsten Stellen des Berichtes folgen. Die Bodenbearbeitung in Georgien ist ganz zurüdgeblieben. Bis heute verwendet man zum Pflügen des Bodens ben feit aftersher gebräuchlichen primitiven Hadenpflug. Die industrielle Organisation weist zahlreiche Mängel auf. Bei Neugründungen verfäumt man, die Beschaf jung von Rohmaterialien fomie den der Erzeugnisse zu sichern. Die Arbeit wird planlos geführt. Manchmal baui man Fabriken, ohne daran zu denken, daß für den Betrieb Arbeiter notwendig und für diese Arbeiter wiederum aus reichende Bohngelegenheiten zu schaffen find. Solche Fehler werden jowohl auf dem flachen Lande als auch in den Städten begangen. georgischer Troglift oder anderweitig mit der Bartei nicht zu friedener ist ein unbefehrbarer Inpus. Unsere Gegner hezen bas Bolt gegen uns auf, indem sie darauf hinweisen, daß wir erst die EB. eingeführt und darauf zu Militärmaßnahmen für die Getreide beschaffung gemäß dem fommunistischen Standpunft gegriffen haben. Trogdem fonnte in Georgien die Getreideversorgung nicht durchge führt werden; daran ist auch die Zentralregierung schuldig. Es ist wahr, daß die Arbeiter ihren Lohn bei uns nicht rechtzeitig erhalten. Die Auszahlung verzögert sich immer und es stimmt, daß oft die Lohnzahlung nur einmal im Monat erfolgt. Der Grund liegt barin, daß wir zu menig Geld haben. Wir haben viele Fehler begangen und begehen fie gegenwärtig noch, bas für uns eine große Gefahr Connfag, 16. Dezember 1928 schafft. Die Lage ist erust. Wir müssen den Ernst der Lage be greifen und unerbittlich mit allen tommunistischen Sträften gegen unsere Feinde norgehen. Das ist alles, was der Gefretär der kommunistischen Bartei über die Errungenschaften des Kommunismus acht Jahre nach der Eroberung Georgiens durch den russischen Imperialismus zu sagen hat. Allerdings fehlt diesem Geständnis ein wichtiger Buntt. Gegen den Kommu nismus, gegen die russische Sftupation fämpfen in Georgien nicht ,, einige Gruppen", wie dies der Redner behauptet, sondern die große Mehrheit des Rolfes, die Arbeiter und Bauern, die troß allen Bemühungen von GPD. jetzt in den Tagen der georgischen Unabhängigkeit der sozialdemo fratischen Bartet folgen und sie als ihre Bertreterin anerkennen. Laut den legten Nachrichten aus Georgien werden die Operationen" der fommunistischen Geheimpofizet wieder gesteigert. Biele Personen werden verhaftet und nach Sibirien verbannt. Es gelingt aber den Herrschern des unterdrückten Georgiens nicht, den Willen des Boltes zur Freiheit und Unabhängigkeit zu töten. Modsma Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag, 16. Dezember: 8.35: Stundenglockenspiel der Potsdamer Garnisonkirche. 9: Morgenfeier. 11.30: Vormittagskonzert. 14: Morsekursus. 14.30: Für den Landwirt. 15.30: Weihnachtsmärchen. 16: Stunde mit Büchern. 16.30: Weihnachtslieder für die Kinder. 19: Die Umgangssprache zwischen Haustier und Mensch. 19.30: Winterreise und Wintersport in Deutschland. 20: Zelitheater. 20.30: Orchesterkonzert. Danach: Tanzmusik. Der Ausbau des fommunistischen Systems auf bem Lande macht teine Fortschritte. Die Masse der Be rölkerung fehnt die kommunistischen staatlichen Einrichtungen ab. Bir müssen uns auf die armen und minderbemittelten Bauern Montag, 17. Dezember: stüßen, jedoch hauptsächlich auf die armen, da die minderbemittelten für uns nicht immer treue Anhanger find. Jedoch fehlt uns immer noch eine enge Verbindung auch mit den armen Bauern. Auf dem Lande sind mir von zahlreichen Feinden umkreist. Die Intelligenz mit den Groß und Mittelbauern midersezen fich dem fommunistischen System. Zum Kapitel Gerichtswesen heißt es: Es kommt zu häufig Bor, daß das fommunistische Gejez nicht angewendet wird. Die Gerichtsverordnungen werden oft so durchgeführt, daß der in ihnen enthaltene Gedante des Klaffentampfes nicht zur Anwendung ge bracht wird. Elefant. 20: Einführung in die moderne Musik. Ab 20.30: Uebertragung ass Berlin. Montag, 17. Dezember: 16: Englisch( kalturkundlich- fiteratische Stunde). 16.30: Uebertragung aus Berlin. 17.30: Deutsch- Oesterreich. 18: Das Volkslied in der Tschechoslowakei. 18.30: Englisch für Anfänger. 18.55: Gedanken zur Aufstellung des Düngervoranschlages. 19.20: Werkmeisterlehrgang für Facharbeiter. Ab 20: Uebertragung aus Berlin. 15.30: Der Sinn der Geschichte. 16: Die deutsche Weinlese 1928. 16.30: Dienstag, 18. Dezember: Konzert. 17.30: Hans Carossa zum 50. Geburtstag. 18: Teemusik. Englisch für Anfänger. 19: 10 Jahre Deutsche Liga für Völkerbund. 20: Finnische Dichtung. Einführung in die moderne Psychologie. Finnische Musik. Danach: Tanzmusik. Dienstag, 18. Dezember: 18.30: 19.25: 20.30: 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 18.30: Gottlieb Daimler, der Plonier des deutschen Automobilbates. 16: Stunde mit Büchern. 16.30: Unter haltungsmusik. 18.30: Zukunftsaufgaben der Friedenspolitik. 19: Bismarck and der Gedanke des Einheitsstaates. 19.30: Der Kampf um den Súdpol. 20: Abendunterhaltung. 21: Dichtung der Gegenwart. 21.30: Der Journalist spricht. Mittwoch, 19. Dezember: 15.30: Was schenke ich meiner Frau zu Weihnachten? 16: Rembrandt. 16.30: Jugendbühne. 17: Unterhaltungsmitsik. 19: Von Orville Wright his Hermann Köbl. 19.30: Amerikanische Weltpolitik. 20: Sendesplele: Christelflein" Spieloper von Hans Piltzner, Danach: Tanzmusik. Manchmal aber wird das Gefch überhaupt nicht angewandt. So bleiben. z. B. Bersonen, die Grund und Boden gekauft oder verfauft haben, pit unbeftraft, weil es unferen Gegnern gelingt, den Richtern zu bemeifen, daß Grundeigentum feinen Bert hat, wenn Donnerstag, 20. Dezember: man es nicht te nach Bedürfnis verfaufen, nerpfänden oder tauschen Tann. Dementsprechend verlangen unsere Feinde die Bieber Herstellung des von uns abgeschafften Grundeigentums. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 13.30: Das Buch ins Altertums 16: Die Kunst der Bearbeitung metallischer Werkstoffe. 16.30: Kammermusik 19.30: 17.30: Unterhaltungsmusik. 19: Berliner Einheitsverkehr. Rundfunk und Geistesfreiheit. 30: Abendunterhaltung 20.30: Ethel Smyth spricht and dirigiert. 21: Weihnachtschöre. 21.30: Darstellung and Publikum. 22.30: Funktanzunterricht. Danach: Tanzmusik. Die nationalen Minderheiten in Georgien bleiben fulturell zurück Bei der Berteilung des staatlichen Budgets finden diese menig Berücfichtigung, was bei ihnen große Unzufriedenheit her Freitag, 21. Dezember: parruft. Der Grund liegt auch darin, daß wir zu wenig Geld haben. Der staatliche Berlag arbeitet fálecht. Er handelt nicht gemäß den tommunistischen Berordnungen, sondern drudt nur bas, was er für richtig hält. Ebenso verhält es sich mit dem Unterrichtsministerium. Die proletarische Literatur ift gänzlich untauglich und ist höchstens für den Papiertorb gut. Die georgifche Sprache, Etil und Inhalt find unvollkommen. Die Mehrheit der georgischen Intelleftuellen ist uns gegenüber feindlich gefinnt. Eie fordert die vollständige Unab hängigkeit Georgiens. Diese unzufriedenen Elemente finden Unterftigung auch in einem Teil der Koinmunijten. Sie fordern dringlich die Einführung der georgischen Sprache in bie Berwaltung. Unfere Gegner vermerfen meiter die transfautafische Föderation. Wir müffen gegen diefe Strömungen in den Reihen der georgischen Intellektuellen mit glühendem Eisen vorgehen. 15.30: Weihnachtsbäckerei. 16: Stunde milk Büchers. 16.30: Wanderes 17: Kozert. Anschließend: Teemusik. zum Ewigen( Rezitationen). 19: Zeitgenössische 19.30: deutsche Phantastiker. Geistesgegenwart der beste Schutz. 20: Orchesterkonzert. 21: Zur Soziologie der Gewerkschaftspresse. 21.30: Unterhaltungsmusik. Sonnabend, 22. Dezember: 16: Von Herder bis Lienhard. 16.30: Uebertragung aus Leipzig. 17.30: Die Geologic Deutschlands. 18: Das Volkslied in der Tschechoslowakel. 18.30: Französisch für Anfänger. 1855: Meine Karakorum- Expedition. 20: Kammermusik. 21: Tänze( Musikvorträge). 21.30; Was bedeutet uns die Lebenslehre der großen Weisen? Anschließend: Pressoumschau. 22.45: Bildtankversuche. Mittwoch, 19. Dezember: 16: Gespräche mit Kindern. 16.30: Uebertragung aus Hamburg. 17.30: Die Rüstungsausgaben Deutschlands and der Großmächte 18: Kunstlied and moderne Dichtung. 18.20: Französisch für Fortgeschrittene. 18.53: Werkmeisterlehrgang für Facharbeiter. 19.20: Einführung in das Verstehen Musik. Ab 20; Uebertragung aus Beerlin. Donnerstag, 20. Dezember: Von 16: Besprechung der durch die Hörer ciugesandten Anfragen and Elawendungen. 16.20: Uebertragung aus Berlin. 17.30: Eto Tag einer deutschen Fran auf den Philippinen. 18: Einführung in das Verständnis des Dramas. 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. 1& 55: Die Landwirtschaft an der Jahres. wende 12.30: Sonderveranstaltung für den Sender Königswusterhansen: Uebertragunz Berlin. Staatsoper Unter den Lindens von Richard Strauß. Freitag, 21. Dezember: Intermezzo", Komödie 16: Wann, wie and wo soffen unsere Kinder Nachhilfeunterricht erhalten? 16.30: Uebertragung aus Lelpziz. 17.30: Die bisherigen Ergebnisse der Fue quetenatersuchung auf landwirtschaftlichem Gebiet: 18: Der Weg zu Bruckner. 18.30: Englisch für Fortgeschrittene. 1835: Werkmeisterlehrganz fjr Fache arbeiter. 19.20: Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. 20: Uebertragung aus Berün. Zar Soziologie der Gewerkschaftspressé. 21.30: Ueber tragung aus Berlin. 22.45: Bildfunk Sonnabend, 22 Dezember: 21: 16: Aus dem Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht, 16.30: Ueber: tragung aus Hambarz. 17.30: Die Frau im Dienste der deutschen Reichspost. 18: Ans Fabrikkontor und Werkstatt, 18.20: Spanisch für Anfänger. 18.85: 15.30: Medizinisch- hygienische Plauderei. 16: Ulrich von WilamowitzMoellendorff zum 80. Geburtstag. 16.30: Flieger und Dichter. 17: Unterhaltungsmusik. 19: Gebrauchsgraphik. 19.25: Einführung in die moderne Psycho- Ulrich von Wilamowitz- Moellendorff zum 80. Geburtstag. 19.20: Leben und logie. 20; Abendunterhaltung. 21: Vertraute Weihnachtslieder. 21.30; Kindergeschichten. 23.30: Fenktan zunterricht. Danach: Tanzmusik. Deutschlandsender: Dienstag, den 18. Dezember: 20: Kammermusik. 21: Tänze auf zwei Klavieren. Donnerstag, den 20. Dezember: 19.30: Uebertragung Staatsoper Unter den Lindan::.. Intermezzo", Komödie von Richard, Strauß. Sonnabend, den 22. Dezember: 20: Die Stande des Landes. Königswusterhausen. Es wäre ein großer Fehler, wenn wir damit rechneten, daß der Sonntag, 16. Dezember: Frogfismus in Georgien geschlagen und befiegt fei. In vielen Betrieben hat er sich bei den Arbeitern wieder burchgesetzt. Ein wirtschaftliche Bedeutung des Herings. 20: Sonderveranstaltung für den Sender Koalaswusterhausen: Stunde des Landes. 21: Vertraute Weihnachtslieder. 21.30: Die Krisls des deutschen Buches. Anschließend: Uebertragung aus Borlig. Auf Wunden, wet, man sets ein die von Schmerz be- Kwietsches Pflaster legt Jedoch achte dabei immer auf den Patentschutz Schlimmer Finger. Self 80 Jahren käuflich in Apotheken à 45 Pf. Gutachten über Frostschäden. Brandwunden Ab& 55: Uebertragung aus Berlin. 18: Paneuropa. 18.30: Die wirtschaftlichen Grundlagen der paneuropäischen Bewegung. 19: Der Inder und sein gratis durch Hans Kwiel's Pflaster- Fabrik, Berlin SW63, Alexandrinenstraße 298. 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Und doch liegt die Zeit gar nicht alluzu fern, da die meisten Städter von all ber winterlichen Bracht wenig oder gar nichts mußten und der Ge: birgler feine winterliche Einsamkeit als Brüfungszeit empfand. Der jüngeren Generation erst war die richtige Entdeckung der Winterichönheit braußen auf den Bergen vorbehalten. Im Anfang war der Stilauf, der von Norden aus seinen Siegeszug in die deutschen Mittelgebirge antrat, und bald von Schwarzwälder Studenten auch in die bayerischen Berge gebracht wurde. In Bayerns Bergwelt gibt es Stigelände ohne Sahl. Schon in nächster Nähe von München, im landschaftlich reizvollen fartal, findet der Anfänger gute Sfiübungsgelände. aber sind natürlich die Berge. Da sind die Stiparabiele im Schlier Das eigentliche Gebiet für die Ausübung des weißen Sportes feer und Tegernseer Tal, in der Gegend von Bayrischzell, um Garmisch- Partenkirchen herum, im Berchtesgadener Band und im All gäu. Aber auch das Rodeln Geben und pflegen viele. Die Ein heimischen hatten den Kleinen Robelschlitten in den bayerischen Gebirgsgegenden schon lange, ehe er auf sportliche Bahnen gelenft murde. Banern befigt in der Rodelbahn am Herzogstand bet Stochel eine der längsten Naturbahnen Deutschlands. Besonders belannt sind noch die Bahnen vom Blomberg bei Bab Tölz und Die Kreuzedbahn( 4% Kilometer) bei Garmisch- Partenkirchen, dazu noch mehrere Rodelbahnen im Berchtesgadener Land, im Chiemgau und im Allgäu. Um Riefferfee bei Garmisch- Partenkirchen befindet sich die einzige 1500 Meter lange Bobbahn von Bayern. Mit den Bahnen der Schweiz fann fie wohl an Länge nicht tonturrieren, jedoch an Schwierigteit und landschaftlichen Reiz tann sie es ruhig mit ihnen aufnehmen. Der Schlittschuhlauf findet an den vielen großen und fleinen Geen gute Borbedingungen. Die Herrichtung der Natureisbahn erfordert allerdings viel Mühe und Arbeit, um den Schnee von den großen Seenflächen megzuräumen, und deshalb hat man noch faft überall Kunstbahnen mit Sprigets angelegt. Spezifich bayerisch ift das Eisschießen, ein unterhaltsames, minterliches Gesellschafts ( piel, das von Einheimischen wie von Fremben gern geübt wird. Seit einigen Jahren hat auch der Eishodeysport in den bayerischen Bergen Eingang gefunden. Sogar der Rennsport hat hier eina Pflegestätte gefunden und Eistrabrennen und Stijöring- Rennen bilden heute einen ständigen Programmpunkt in den wintersport fchen Beranstaltungen. s gibt aber auch noch andere Dinge, die uns im Binter feifeln fönnen. er je an einem eisharten Winterabend am großen Rachelofen einer bayerischen Stihütte oder eines Berggasthauses gefeffen hat, der vergist den bayerischen Winter nicht mehr. Ber aber ganz im Tale bleiben will, ber findet hübsche Spaziergänge zu landfchaftlich reizvollen Punkten zur Erholung und Berstreuung. Schön ist eine Weihnachtsnacht draußen zwischen den Bergen und Tannen, wenn die Gebirgler zur Mette wandeln und die Berg mande widerhallen vom Knall der altherkömmlichen Pistolenschüsse der Weihnachts- Schüßengilden. am Weihnachten im Riefengebirge und im Harz." Wie bereits befanntgegeben, wird die Reichsbahndirektion Berlin zu Weihnachten nach dem Riefengebirge bei genügen der Befeßung einen Sonderzug zu ermäßigten Fahrpreisen weiter und dritter Klasse vertehren lassen, der mit dem Ziel Bab Flinsberg, Oberschreiberhau, Krummhübel, Schmiedeberg 25. Dezember von Berlin Bahnhof Friedrichstraße 9,25 Uhr abjähri und am 1. Januar um 22,27 Uhr wieder hier eintrifft. Der Fahrfartenverlauf für den Bug beginnt am 17. Dezember. Auch nach dem Harz bieten fich von Berlin aus zu Weih. nachten und zu Neujahr billige Reisemöglichkeiten, und zwar mit den Sonntagsrückfahrkarten, die nach den Stationen Wernigerode, Thale, Gernrode und Blankenburg aufliegen. Die verlängerte Geltungsdauer dieser Karten zu Weihnachten und zu Neujahr gestattet einen mehrtägigen Aufenthalt in diesem beliebten Mittelgebirge Deutschlands. Eine günstige Berbindung nach dem Harz vermittelt Sonnabens der um 15.40 Uhr vom Botsbamer Bahnhof verkehrende Berfonenzug. Bei Benutzung dieses Zuges werden die oben angegebenen Bielorte, Wernigerode um 20,18 Uhr, Thale um 20,28 Uhr, Gerurode um 20,57 Uhr und Blankenburg um 20,03 1hr erreicht. Täglich verfehrt des Morgens ein günftiger Bersonenzug uni 6,50 Uhr vom Botsdamer Bahnhof, Wernigerode an 11,30 Uhr( ab Halberstadt Eilzug), Thale an 11,54 1hr, Gern de an 12,00 Uhr, Blantenburg an 11,35 Uhr. Troftloses vom Schauspielerberuf. In der Berliner Sitzung des Kartellverbandes deut icher Bühnenangehörigen( Genossenschaft deutscher Bühnenangehörigen, Deutschösterreichischer Bühnenverein, Berband der Bühnenfünstler in der Schweiz. Bund der Angestellten der deutschen Theater in der tschechoslowakischen Republil, Deutscher Sonntag, 16. Dezember 1928 Allgemeine Funktionär- Versammlung Sosialflife Arbeteringend Groß- Berlin Dienstag, den 18. Dezember, 19%, Uhr. in den Germania- Festsalen, Chausseestr. 110 Tagesordnung: Sozialistische Cinfendungen für Berlin 53 63, Lindenfiraße 3 Die gegenwärtige politische Situation lich bis 19 üht, aum Conntag, ben 23. Dezember, geöffnet. Unfere Bücher Referent: Siegfried Aufhäuser, M, d. R. Zutritt nur mit Mitgliedsbuch und Funktionärausweis für 1928. Der Bezirksvorstand. Die Humelbungen für ben Reujahrsturfus mifex fafazt im Jugend fetretariat abgegeben werbeit. Die Bücher und Banderausstellung im Sugendfeftetariat it ab morgen Ende" auf dem Weihnachtsmarkt in der Petersburger Straße, gegenüber den Petersburger Blah, ist nachmittags eröffnet. Morgen, Montag, 17. Dezember, 191, Uhr: Chorfängerverband und Tänzerbund) wurden die Berichte über das Staatliche Unterrichtswesen in Desterreich mit großem Befremben staatliche Unterrichtswesen in Desterreich mit großem Befremden entgegengenommen. Nach diesen Berichten werden an der Wiener Atademie für Musik und barstellende Kunst in dem die Bühne ausgebildet, als in der Seit der bem heute verfeinerten Desterreich doppelt soviel Schüler für 3ufammenbruch. Dazu tommt noch, baß im Rahmen der Akademie unter Leitung von Max Reinhardt eine neue TheaterSchule errichtet wurde. Alle elementaren Grundsäge, die das Kar- h tell feit Jahren im Interesse des Theaterausbildungswesens und im 1914 Uhr. Bortrag: Unfere Einwirtung auf bie Gulgemeinde Intereffe des Nachwuchses der deutschen Bühnen vertritt, bleiben an dieser Anstalt völlig unberücksichtigt. Darüber hinaus übt die. Gründung der neuen Reinhardt- Schule in Bien eine gefährliche Berlodung auf weite Streife junger Leute aus, fich dem Theaterberuf zu widmen, obwohl es notorisch ist, daß schon für die übergroße Anzahl der bisher ausgebildeten Schüler teine Unterbrin gungsmöglichkeit besteht. Sollte der Zustand fortbauern, daß die in Wien ausgebildeten Anfänger die deutschen Theater überfluten und sich zu einer Gefahr für das ganze Arbeits. gebiet der Bühnenkünftier auswachsen, so wird das Kartell sich zu Freizügigkeit, das bis heute geherrscht hat, in bezug auf die Anfeinem Bedauern gezwungen sehen, das Prinzip der absoluten, fänger entscheidend einzuschränken. Der Singlecis bt pünktlich 19% Uhr im Seim Zindenfte. 4. Moabit: Seim Lehrter Stz, 18-19. Bortrag: Die Sozialisierung der Tannahiltte(). Fallplag I: beim Sonnenburger Str. 20. Tagespolitischer Abend. Gesundbrunnen II: Heim Dethstraße. Beihnachtsfeier. Frankfurter Biertel; Sein Litauer Str, 18. Weihnachtsfeier. Stralauer Biettel: Seim Goßlerstr. 61. Weihnachtsfeier. Reichenberger Biertel: Seim Brizer Straße. Außerordentliche Funktionärigung. Friebenan: Beim Offenbacher Str. 5. Vortrag: Bauerntrieg Charlottenbung- Morb: Seim Dibersstraße( Stäbt. besprechung. Spielplas). Bortrag: Die Jugendidusforderungen bez proletarischen Jugend. berbände( IV). Baumschulen meg: Seim Ernststr. 16. Silvesterfahrts Werbebegirl Kreuzberg: Beteiligt euch an dem Bertrag Dr. Frangmeiers Aber: Was mus ber Sportier pen feinem Rörper miffen? Untofter 20 f. Werbebegirl Realolla: Tuenabend in der Turnballe Leffingftr. 8-10, 20 bis Sozialistische Schülergemeinschaft Mitte: Seine Landsberger Giz. 50. 17% bis Werbebezirt Mitte: Borfigenbentonferens in bez Eule Gipsstr. a. pnft. Tich 20 Uhr. Alle Gruppen müssen vertreten sein. Briefkasten der Redaktion. B. 6. 1. 1. Sa, 2. Sweifelhaft. Nach unserer Ansicht besteht teixe Ber Pflichtung für ben Sauswirt, eine Klingel enanbringen. 3. Das Baffergeld fann von dem Sauswirt umgelegt werben., 9. Str. 1. Maßgebend it der Bruttoarbeitslohn. Diefer ift bei Sahlung file volle Bochen auf den nächsten vollen Reichsmartbetrag abzurunden. Der steuerfreie Betrag beträgt in Shrem Falle 24 M. und die von Ihnen zu entrichtende Lohnsteuer 2.55 M. Ihr Arbeit geber hat nicht den Abschlag von 0,75 m. berildfichtigt. 2. Rein. 3. A. Pauerlaubnis ist erforderlich. Dhne Bauerlaubnis dürfen Sie nicht bauen. Betterbericht der öffentlichen Wellerdienfiffelle Berlin und Umgegend ( Rachbr. verb.). Am Tage meift bewölkt mit Temperaturen um Rull Sn der Nacht zu Montag Aufreifen der Bewöllung mit starken Fröften, nu unbedeutende Vorträge, Vereine und Versammlungen. retete Concejalle, im Meflen Härtere kröfte, in Mittel- und Dtdeutsland Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefättstelle: Berlin G 14, Sebaftianfte. 37/38, Sa! 2 Tt. Steglig. Rameradschaft Lichterfelbe. Sonntag, 18. Dezember, 20 Uhr. Geselliges Beifammenfein und Vorführung des Reichsbannerfilms in Lehmanns Westfälen, Lantwig, Kaifer- Wilhelm- Ste. 29-31 Eintrittstarten at 50 Bf. an ber Abendtaffe. Mitglieder beider Kameradschaften und Angehörige find eingeladen. Dienstag, 18. Dezember. Webbing. Radfahrer- Abteilung. 20 Uhr Gigung bei Bondtte, Schulstr. 74. Prenzlauer Berg. Versammlungen um 20 Uhr: Sameradfchaft Arnswalber Plas bei Baronsti, Pasteurfir. 6. Rametabschaft Sumannplas, Stargarder Cir. 19. Bantom( Ortsverein). 19% Uhr Generalversammlung im Sürtischen Zelt, Breite Str. 14. Mittwoch, 19. Deember. Kreuzberg. 19% Uhr im Gesundheitshaus Kreuzberg, Am Urban 10-11. Bortrag von Prof. Dr. Güd. Eanitäter 19% Uhr im Gesundheitshaus Kreuzberg, Am Urban 10-11, Bortrag mit Lichtbildern pon Brof. Dr. Schüd:„ Etfolg und Aussichten ber modernen Bauchchirurgie". Pflichtveranstaltung file jämtliche Sanitäter. Göfte willemmen. 11 Weber Smererziehbarkeit fpeicht Dr. Alfeeb ler aus Bien, der Be grünber der Individualpsychologie, am Dienstag, 18. Dezember, 20% Uhr, im Sigungsfaal bes Bezirisamis Kreuzberg, Borditt. 11. Der Vortrag wendet sich an Eltern, Lehrer, Erzieher und Sozialbeamte. Funkwinkel. Temperaturen um oder etwas unter Rull Das Greiling- Olympia- Album if bes einzig heftehende Drudwert Fiz 255 Bilder fämtlicher Dinmpia- Siegez, insbefonbere bez Gewinner der erften, zweiten und dritten Breise. Die gesammelten Bilber bebauten fomit eine merirolle Chronil der internationalen Sportgrößen, unb file unfere Sugenb ift das gediegene und Fünstlerisch ausgestattete Album ein fürmisch begrüßtes Beihnadsgefchent. Olympia- Bilder merben allen Greiling- Rigaretten Badungen beigelegt. Die Alben sind für 1 m, in allen Spesialgeschäften erhältlich. 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Zuerst gibt am Nachmittag Richard Wilde einen furzen biographischen Literarischen, versucht sich erfolgreich an einer Analyse der„ Wally" Abriß und eine frappe, tritische Würdigung. Er bleibt völlig im und der Dramen, geht aber nicht auf das Politische ein, vermeidet überhaupt eine entschiedene Stellungnahme. Den poltisch- wirtschaft- Lintfchen Pianos besonders auszeichnen, ist ihre forgfältigfte Berarbeitung uns fichen Rahmen, der unbedingt zu der Bersönliäyteit Guglows gehört, schafft sodann am Abend Gerhart Bohl. Gut zusammengebrängt, entwirft der Rebner ein Bild jener finstersten Zeiten der Realtion und überschätzt dabei etwas die Bedeutung Guglows( in Vergleich zu Laube), allerdings nicht die des politischen Kritifers und Journa liften. Es folgt bann die Sendung des Trauerfpiels riel cafta". Dieses Drama, burch Hof- und Stadttheateraufführungen zijchend und siedend im schmaligen Bathos den meisten modernen Menschen entfremdet, trog der gleichbleibenden Modernität der Problemstellung, erfährt auch hier teine gerade ideale Verkörperung; Alfred Braun fann es sich nicht verjagen, zwischen den Bausen Kol Nidreis fingen und noch andere Musik machen zu lassen; er braucht ein menig Operntamtam, aber er läßt fachlich sprechen, vermeidet jogar bei den großen Arien und Ensemblefägen das übliche Bathos. Koriner spielt die Titelrolle, spricht fie mit gestraffter, intensiver eindringender Stimme, die die feinsten Nuancen und Schattierungen tennt. Die Rede in der Synagoge wird gut gesteigert, wenn aud) der Einsatz bereits von Koriner zu start gegeben wird. Jedenfalls ist die Aufführung, flug fomprimiert, eindrucksvoll. 8. 6. bamm 35. Die Bahl eines geeigneten Beerengescentes ift oft nicht leicht. 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KONSUM- WARENHÄUSER S., Oranienstraße 164-165 1., Reinickendorfer Straße 21 Charlottenburg, Rosinenstraße 4 K Ar. 593 45. Jahrgang Parteinachrichten Einfendungen für diese Rubrik find Berlin B 88, Bindenstraße& 7. Beilage des Vorwärts für Groß- Berlin ftets an das Bezirksjefretariat 2. Sof, 2 Trep. rechts, zu richten. Die Mitglieder des erweiterten Bezirksvorffandes, die an der Besichtigung der Betriebsanlagen der Konjumgenoffenschaft teilnehmen, treffen fich Montag, den 17. Dezember, pünktlich 10 Uhr, im Berwaltungsgebäude, Rittergutstraße 17/18. Arbeiterbildungsschule. Die Rurfussbleute werden gebeten, sofort nach Beendigung der Suzie bas latifische Material: Anwesenheitslisten, Zeilnehmerlarten uns Conftiges ar uns einzusenden. Soweit die Abrechnung mit uns noch nicht erfolgt ist, mus bas fofort, noch im Laufe diefez Bode, geldjehen, Obleufe der Kreisbildungsausschüffe, ber Jahresbericht Fragebogen som 1. Dezember muß fofort gut beantwortet an uns eingeschid werben. Bibliothet ber Urbeiterbildungsschule, 2indenfit. 3, 2. Sof, II, geöffnet jeben Dienstag und Freitag von 17-19% Uhr. Uchtung, Kurfusfeilnehmer der Sozialen Gerichtshilfe"! Dez lehte bend bes Genossen Krebs findet am Montag, bem 17. Dezember, wie immer im Rathaus, aber Zimmer 53 flatt. tung, Sensen uns Seneffanen! wotterielofe werden nicht mehe urlidgenommen. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Mittwoch, 19. Dezember, 10% hr, bei fus, Danziger Str. 71, Gigung des erweiterten Kreisvorstandes. 5. Areis Friedrichshain. Boranzeige! Freitag, 21. Dezember, 19 Uhr, Be girtsversammlung im Rathaus, Stabiverorhnetenfigungsfaal. Einlaßtarten um 18 Uhr beim Genoffen Fischer, Eingang Spandauer Straße. Arets Charlottenburg. Sigung ber Bezirksverordnetenfraktion mit famt. lichen Bürgerbeputierten am Montag, 17. Dezember, pünktlich 19% Uhr, int Gigungszimmer bes Rathauses Charlottenburg. 2. Areis Tiergarten. Heute Gonntag Treffpunkt der Fahnenbelegationen ber Abteilung, puntill 18 Uhe im Boftstadion, Zehrter Str. 57/63. Die für den 18. Dezember vorgesehene Streisfunktionärverfammlung fällt megen der allgemeinen Funktiondeversammlung aus und findet dafür am 28. Dezember in ben Arminushallen ftatt. 11. Rreis Schöneberg. Alle Genoffinnen und Genofen werden gebeten, an ber Beranstaltung ber Rinderfreunde Schönebergs am Montag, bez 17. Dezember, un 20 Uhr, in der Schulaula, Feutigftt. 36, feilzunehmen. 14. Areis Neutolla. Erweiterte Kreisvorstandsfizung am Montag, bem 17. De sember, 19% Uhr, an bekannter Stelle.- Streismitgliederversammlung am Mittwoch, Sent 19. Dezember, 19% Uhr, in Rliems Feftfälen( Aleinez Saal), Safenheide. Bortrag des Genoffen Professor Mart Abramowitsch über Die Bilanz bes Sowjetbolfchewismus"( II, Seil), Gäfte fönnen ein geführt werden. 16. Streis. Mittwoch, 19%, 1hr, Reelsusestandssitung in Röpenid, an bez bekannten Stelle. Sichtenberg und angenbezizle. Dienstag, 18. Dezember, pünktlich 10% ühe, Bersammlung aller SPD- Lehrer, Elternbeiräte und Erfaglente in ber Schule, Scharnwebersiz, 19. Wahl des Borstandes. Mitgliedsbuch legitimiert. Heute, Sonntag, 16. Dezember: 2. f. 12 hr Treffpunkt bei Wiersdorff, Urbanftr. 6, zum Bottaslon, 86. bt. Die Einladungen zur Kreismitgliederversammlung am Dienstag, bem 18. Dezember, werben zurüdgezogen. Die Bersammlung findet Aidt flatt. Morgen, Montag, 17. Dezember: 6. L 19% Uhr, Beihnachtsfeier. Beicherung der Kinder. Feft ansprache der Genoffin Marie Stuneet, M. b. R., Gejang. Rezita tionen. Büttners Festfäle, Schwebter Giz. 23. 38. 6. 21 Uhr bei Bartusch, Friedenjte. 88, Borstandsfikung. 77. Tht. Smeneberg. 20 Uhr bet Schmidt, Grunewaldstr. 16, Borflandstigung. Dienstag, 18. Dezember: 4. Ale Senoffanes and Geroffen fiuh zu unserer am Dienstag am The im total„ Tivoli, Lichterfelder Straße, stattfindenden Beihnachts feier Seralicht eingelaben. Bestrebe: Clare Bohm- Schuch, b. R. $ 3. bl. Reutöfn. Am Dienstag, 18. Dezember, 19% Uhr, Fiubet im Lokal non Rönig, Ranner Straße Ede Elfterstraße, eine Borstandssitung statt. 140a Abt. Bittenou. Fortsegung des Kursus Abraham um 19 Uhr in der bekannten Schule in Wittenau. Mittwoch, 19. Dezember: 49. Abi. Schwerhörige. 19% Uhr Mitgliederversammlung im Jugendheim, ginbenftr. 41 Treppe. Bortrag: ,, Die sozialen Berhältnisse in Frankreich". Referent; Adolf Abter &. Abt. Sonnabenb, 22. Dezember, 19 Uhr, Nationalhof, Bülowstr. 87, Beihnachtsfeier mit. Gefangsnorträgen, Rinderbescherung, Ronzert, turnerischen Aufführungen. 102. Abt. Baumschulenweg, Diesjährige Beihnachtsfeier am 1. Beihnachtsfeier tag, 17 Uhr, in Alten Gierhäuschen" bei Diefer, Mitwirkende: Operno fänger Anton Baumann( Städt. Oper), Annie Helm, Operfängerin( Städt. Opec), Männerchor( Quartett der Staatlichen Sochschule für Musik), Freie Turnerschaft. Ansprache Genosse Dr. Lohmann. Billetts 50 Pf. einschließlic des Tanzes nach dem Ronzert, find bei den Bezirksführern sowie bei der Genoffin Klein, Baumschulensiz. 95, zu haben. 1910/15 Frauenveranstaltungen. Montag, 17. Dezember, 191 Uhr: 3. bt. ufer Frauenabend findet diesmal in Form einer Kleinen Beih nachtsfeier in Gaal 5 des Gewerkschaftshauses, Engelufer, ftatt. Borttag der Genoffin Gertrud Sanna, M. d. 2., über: Gemeinschaftsgeist als Borauslegung für den Sozialismus." 9. Abt. Bei Sübner, Wilsnader Str. 34, gemütlicher Frauenabend. 26. Abt. 20 Uhr bei Seiles, Prenzlauer Allee 239, Bortrag des Genossen Architekt Otto Moft über: Die Sozialdemokratie und das Wohnungsbauprogramm." Außerdem Stellungnahme zur Neuwahl der Abteilungs. leiferin. 2. Abt. Unser Frauenabend fält in diesem Monat aus. Dafür beteiligen fich alle Genoffinnen am Kreisfrauenabend am 27. Dezember im Ledigen heim, Bappelallee, der heiteren Charakter tragen wird. Ratten find bei der Genoffin Schönfeldt, Dunderstr. 79, zu haben. 39. Abt. 20 Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenfte. 3, Borttag bes Genoffen Hans Bonwob über: Sozialistische Kulturpolitik." 57. Abt. Charlottenburg. Im Lokal Goethe- Ed", Goetheftr. 62 Ede Leibnizftraße, Bortrag der Genoffin Lisa Albrecht über: Körperpflege und Gym nastik." 102. Abt. Baumschulenweg. Bet Haas, Baumschulenstr. 72, Weihnachtsfeier mit muntalischen Vorträgen. Mitwirkender: Genoffe Dr. Brie. 103. Abt. Oberschöneweibe. In der Schillerglocke", Schillerpromenade, Bor trag der Genoffin Räthe Rern über:„ Die Frau der neuen Generation." Dienstag, 18. Dezember 19% Uhr: 23. Abt. Rei König, Otaviftr. 37, Frig- Reuter- Abend". Bortragender: Ge noffe Heinz Barthel. 40. Abt. Alle Genoffinnen beteiligen fich am Dienstag, den 18. Dezember, an der Weihnachtsfeier im Restaurant Schultheiß", Lichterfelber Straße. Ansprache der Genoffin Klard Bohm- Schuch, M. d. R. 35. Abt. Charlottenburg. Bei Reimer, Wilmersdorfer Str. 21, Bunter Abend". Genoffin Eichenberg und die Arbeiterjugend" wirken mit. 81. Abt. Friedenau. 20 Uhr bei labe, Sandjernite. 60/61, Bortrag der Ge noffin Margarete Schenfalowsky über: Lily Brauns Leben und Wirken." 124a Abt. Mahldorf- Süb. Bei Draber, Uhlandstr. 18, Vortrag des Genossen Senrn Reiff über: Seiteres aus der schönen Literatur." 128./130. Abt. Bantom. Bei Mees, Lindenpromenade Ede Berliner Straße, Bortrag der Genoffin Else Scheibenhuber. Thema:„ Ehereform." abend, 29, Dezember, Sonnenwensfeier im fleinen Saat des Bürgerparks Mittwoch, 19. Dezember, 191 Uhr: Sonne 48. 61. Sx biefem Monat findet an Stelle des Frauenabends eine Beihe nachtsfeier im Alexandriner, Alexandrinenfte. 37a, statt. Vorting der Genoffin Irma Fechenbach. Außerdem musikalische Darbietungen. 79. Abt. Schöneberg. Bei Groß, Gedanftr. 17, Seiterer Weihnachtsabend. Bot. tragender: Genosse Hans Kamm. 85. Abt. Tempelhof. Alle Genofsinnen beteiligen sich in diesem Monat am Frauenabend der 86. Abt. Mariendorf. 86. Abt. Marienbors. Mittwoch, 19. Dezember, bei Niendorf, Mariendorf, Chauffeestr, 19, Vortrag: Seguelle Rot und ihre Folgen." Arbeiterwohlfahrt. 14. Rreis Neukölln. Am Montag, den 17. Dezember, pünktlich 18.30 Uhr, findet eine Sihung des erweiterten Borstandes der Arbeiterwohlfahrt im Barteibureau, Sedarite. 3, statt. Jede Abteilung mus unbedingt vertreien fein. Weihnachtsgeld abholen. Musik bringt Freude Odeon Musik bringt doppelte Freude An jedem Odeon- Musikinstrument fällt Ihnen der strahlende und nuancierte Ton auf, das Ergebnis sorgfältigster Abstimmung von Material, Membrane und Tonführung. Jede+ Odeon- Electric- Platte ist naturgetreu im Ton und frei von Nebengeräuschen. In dem vielseitigen Odeon- Programm finden Sie sicher, was Ihnen gefällt. Viele Künstler von Weltruf wie Richard Tauber, Mafalda Salvatini, Dajos Béla sind ausschliesslich für Odeon verpflichtet. Verlangen Sie die neuesten Verzeichnisse! 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Beschreibung und Zeichnungen der geplanten Anlage liegen in unserem Bureau, Berlin C. 2, Baisenstraße 27, 1 Treppe, Zimmer Nr. 60, an den Geschäftstagen in der Zeit von 9 bis 2 Uhr, Sonnabends bis 12 Uhr, während der oben bezeichneten Frist zur Einsicht aus. Bur mündlichen Erörterung der rechtzeitig erhobenen Einwendungen wird por unferem. Kommissar, Stadtoberinspettor Genft auf Sonnabend, den 5. Januar 1929, vorm. 9 Uhr, in unserem Bureau ein Termin anberaumt, au dem der Unternehmer sowie die Wiber fprechenben unter der Eröffnung ge laben werden, daß auch bei ihrem Ausbleiben mit der Erörterung der Einwendungen vorgegangen wird. Berlin, den 7. Dezember 1928. Der Stadtausschuß Berlin, Abt. I Heate geöffnet Schneidet. BEROLINA KUCHEN billig u. gut! 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Juristische Arbeitsgemeinschaft: Dienstag, 17, Dezember, 20 he, for ,, Sund", Albrechtstr. 11. Thema: Die Todesstrafe". Mufitalische Abendveranstaltung für alle B. G. G.- Mitglieder: Freitag, 21 Dezember, 20 Uhr, im Bund". Mitgliederversammlung der B. G. 6. Dienstag, 18. Dezember, 20 Uhr, in der Hochschule für Politif, Schinkelplag. Referat des Genoffen Rörpel vom ADGB., Beifiker im Reichsarbeitsgericht, über: Gemertschaften und Staat". Anschließend Diskussion. Parteigenofen als Gäste willkommen. V. G. G.Rarit oder Parteimitgliedsbuch als Ausweis mitbringen. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Die Aufführung für die Kinderfreunde: Sons Dampf" findet am Coun abend, dem 12. Januar, um 15% Uhr in der Baffsbühne aut Bülomplag statt. Wir bitten diefe Beranstaltung als Gemeinschaftsgeschent bei den Gemeinschaftse feiern bekanntzugeben. Weitere Nachrichten folgen. Kurse. Der Spezialfurfus für Wandertechnik findet ab 18. Dezember jest regelmäßig Dienstag um 20 Uhr in Neukölln, Raiser- Friedrich- Str. 4, ftatt. Seminar. Kursleiter aller Sturse müssen am Donnerstag, piintific) 20 Uhr, zur Verteilung der Spezialarbeit in den Gruppentursen anwesend fein. Kreis Mitte. Montag, den 17. Dezember,' um 20 Uhr Selfersigung im Seim Behbenider Straße.. Kreis Ziergarten. Dienstag, 18. Dezember, von 17-19 Uhr Mitglieder. versammlung im Heim Waldenseer Straße. Rüfen. Mittwoch, 19. Desember, Don 17-19 Uhr, treffen wir uns zu unserer Weihnachtsfeier in Heim Waldenseer Straße.Kreis Wedding. Gruppe Brunnenplay. Donnerstag, 20. Dezember, findet im Jugendheim, Schönstedtstr. 1, unfere Beihnachtsfeier statt. Anfang 18 Uhr. Gruppen Gesundbrunnen und Humboldhain halten aut Sonntag, 23, Der zember, 16 Uhr, in der Schule Putbusser Str. 3 ihre Weihnachtsfeier gemeinsam ab. Auch die Eltern follen erscheinen: 15% bis 17% im Heim Belle Alliance- Plaz 1. Streis Kreuzberg. Gruppe Südwest übt am Sonntag, 16. Dezember, dan Der Helfer Nr. 6 ist am Montag abzuholen. Rezis Steglig. Dienstag, 18. Dezember, 1 Uhr, Steffen im Seim s gemeinsamen Abmatsch zur Sonnenwendfeier bei Schellhafe, Ahornstr. 15. Kreis Bankow. Unsere Gruppe Pankom veranstaltet am Montag, den 17. Dezember, von 19 bis 22 Uhr, und am Dienstag, den 18. Dezember, Don 18 bis 21 Uhr, eine Ausstellung, die jeder Genoffe und Freund unserer Bewegung gefehen haben muß. Die Ausstellung findet im Jugendheim, Riffingen. Este Granißstraße, stait. Eingang vom Garten. Wir laden hetz lich ein, Geburtstage, Jubiläen usw. 31. Abt. Unsere Genoffin Berta Friedrich, ledermünder Str. 13, bie berg lichsten Glüdwünsche zur Bollendung bes 60. Lebensjahres. Die Genoffen Lösch und Rugeblume fönnen auf eine 25jährige Parteimitgliedschaft aurid. bliden, wozu wir sie beglückwünschen. 41. Abt. Unserem Genossen Wilhelm Leichert, Wibiciuftr. 8, au feinem 25jährigen Parteijnbiläum die herzlichsten Glüdwünsche. Wir hoffen, ben Jubilar noch lange in unseren Reiben zu sehen. Kurfürstendamm 106-107, at feinem 63. Geburtstage wie berglichsten Glid 68 Abt.- Halensee, Unserem lieben bewährten Genoffen Georg Soffmann, wünsche, Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 80. Abt. Schöneberg. Am 14. Dezember verstarb nach langer, fohweren Strankheit unser junger Genoffe Erich Wegener, Cranachstr. 8. Wir ver Tieren in dem Berstorbenen ein eifriges Mitglied, welches au großen Soff nungen berechtigte. Chre seinem Andenken. Wegen der Beerdigung bitte bei Gilrlich, Begasstr. 1, nachzufragen. LINK- PIANOS Ein Link- Piano kaufen, helẞt Geld für Freude tauschen. Pianofabrik Link, Berlin N, Brunnenstraße 35. nachten naht! Weihnachten Ein schönes Geschenk ist ein Lindcar Fahrrad Für Gewerkschaftler ohne Anzahlung! 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Docht Er verborg das Geficht in den Händen.„ Beil die Menschen sich nichts zu Herzen nehmen, weil sie alles erfragen, was anderen Schlechtes zugefügt wird, darum ist die Welt so gemein, ein Das und Aus dem Roman, Zum Lande der Gerechten"/ Berlag Büchergilde Gutenberg. fo erbärmlich. etäit J. shaft reich Sehr Zigaretten, bitte. Günther fegte ein Fünfzigpfennig ftück auf den Badentisch. Ihr Bater ist wohl nicht da, Fräulein hilde?" Rein, ez wurde plötzlich zu einer Sigung gerufen.. as rauchen Sie doch gleich für eine Marte?" Ganz piepe." Er fingerte an feinem Augenglas unb betradicte die schianten, fast findlichen Linien ihrer Gestalt, die ihm jest ben Rüden wendete. Der hundelblonde Bubentopf mit seinen natür lichen Loden feffette inner wieder feinen Blid. Der weiße Hols, aches bon einer fast tranthaften Sartheit, nerwirrte ihn urg den Ab Der ferei В зи et et ings Damn, als fie ihm die Kartons zur Auswahl vorlegte, fob er nur die schlanken, blaffen finger. o melche, Herr Günter?" Run blidte er halb lächelnb ins Gesicht. Die scharf fchattierten Brquen über den großen Augen fielen ihm auf. Und der Mumb bar ihm foft zu groß für bas( dmale Gefide erichten, aber seine ftarte Linie durch das matte Rot her vollen Zippen witherte. Bie erlag trogig das enérgische Stinn in diefem findlichen Anilig mirtie! ..Bollen Sie mich malen?" nter bet behr er Er errätete, beugte sich auf den Badentify, riß aufs Gezetemb igen eine Schachtel auf und zündete sich ein Stäbchen on. Ridie bex Manter gurecht, huftete: Redat falt heute. Stupfte gebantenfas die Zigarette in den Aschbeder. utlich für r im nd" nden nidat Да Wenn es so metterfriert. Bird das Eis immer bider." Sie ladte frieren aufhört, ist es noch länger falt." Wie fiberlegen ermadien fie tat. Madhte fi bien es gar ftig über hal blen Da mußie die Wissenschaft her. Es gibt Raturforscher, die der che Erde eine neue Eiszeit, und andere, die uns ein tropisces Rimo 3reis prophezeien." abte ngen Ab Salle, iver net Heil Den Diel eiber ates: in fehr por: fel D. 1 hlein ded sig. chend 211. Ich bin für das Tropische, dann frieg' id vielleicht eine braune Haut." Finden Sie bie fo schön?" Es fieht so gejund aus. Hens Gleditsch fagt, sein Teint ist franthaft. Bie die Stellerteime der Sartoffel, fagt er. Günter mar empört: hr Teini ift herrlich, Fräulein Hifde! underschön, apart!" Er magte es, vorsichtig über ihre Hand zu streichen. " So? Na, es ist wohl auch nicht so michtig." Doch" Alfred richtete feine Brillengläser soll auf fie. ,, Auch Schönheit ist wichtig. Fräulein Hilde." Bie alt find Sie eigentlich, Günter?" Joh ich bin im Sechzehnten. Warum?" Beil Sie mandymal wie ein weiser Rabbi fprechen. Ich glaube, Sie studieren zuviel." Rann sein. Mein Bater Jagt: Fressen wurßt du die Bücher und nie wieder vergessen, mas du gelernt hast, damit di später mal alle in den Sad steden tannst. Am liebsten ließe er mich mit allen Wissenschaften der Welt nudeln wie man Gänse fett macht." Se ladhte. Und holen sich noch dide Scharten von Niels Schuppe?" " Die sind Erholung für mich. Nein, Erholung ist nicht das chtige Bort. Eine andere Welt. Schmer einzubringen, das ist mahr. Aber furchtlose Wahrheit spricht einen an. Gemaltiges Ethos, Mut zum Umstarz." Er mißhandelte mieber eine 3igarette im Aschbecher. Wir gehen ja wie in einer Büste, Fräulein Hilde." Er fah auf.„ Sie machen auch ein Sphinggesicht Qualen uns mit Rätselfragen und-" lind?" eines Tages gehen mir daran zugrunde." " Dürfen Sie als junger Mensch so pessimistisch sein?" 99 Ich fühle es. Ich- in mir ist jo pieleser starrte gerode Boulays, fo cimas Großes und Heißes und fällt immer wieder machiles zusammen." wen ig. $ 4 gen. fcher urch je 2 RORO QEO Die Uhr der Kirche schlug. Ich muß den Laden schließen. Sehen Sie sich in die Stube. Ich toche uns eine Taffe Tee." Der Kanariennogel gab ein paar tefe Pieptone non fich, als das Licht aufflaunte. Ein schmales Sofa, ein schmoler Tisch. fauere ich in mir. Benn die Idee zum falten Bort erftarrt und Geist und Herz erfrieren- es wäre furchtbar, Hilde." Ste nidte, fah ihn gedankenvoll an: Mein Bater hat viele Opfer gebracht. Heute ist es fein Kunststüd mehr, Sozialist zu sein. Wer ristiert noch etwas dabei?" ..hauptaftionärin der Bapierfabrik ist Frau von Bennelsdorf, eine fehr fromme Dame, hat der Kirche ein buntes Fenster: Mutter Maria mit dem Rind, gestiftet. Heute entläßt die Bapierfabrik zur Feier des Weihnachtsfestes zweihundert Familienväter. Unter heuch Terischen Bormanben." Das wollten Sie meinem Vater jagen? Er meiß es schon. Deshalb hat er die Sigung. Es ist furchtbar." Fünfhundert Menschen wird die Festfreude ausgelöscht. Den Kindern der Christbaum gestohlen. Den Frauen bas graue Glend ins Haus geschmissen!" Günter ballie bie Fäuste. Sein Thunb zitierte. Tränen standen ihr in ben Augen. Er schluchzte auf:„ lind mein Bater beschönigt bie Bumperei!" Hilde ftand faffungslos da. Zegte müherlich einen Arm m Es ist wohl fo." Hilde packte ihn bei den Ohren und richtete feinen Kopf auf, wie Mütter es zumeilen tun. Du bist doch ein Mann! Und ein Mann nnig fämpfen, aber nicht jammern!" Ja. Er holte das Taschentuch hervor und schnaubte sich die safe. Ich weiß, ich habe die echt mannliche Hundeschnauzigkeit noch nicht, die falilächelnb alles hinnimmt, wenn es ihr selbst nur gut geht. Und du? Du hast auch fein Herz." Hilde sah ihn ernst, mit großen Augen an. Dann lächelte fie: Du dummer Junge!" Nahm feinen Kopf in beide Hände und füßte ihn auf den Mund. Er wollte sie nicht mehr lostatsen, umschlang fie mit beiden frmen, preßte sie an sich und füßte sie wild wieder und wieder: Rendhend, mit Mühe befreite sie sich. ,, Du mußt jetzt gehen, Günter." Sie reichte ihm den Maniel, half ihm hinein, verfolgte mit dem Blid jede feiner Bewegungen Erstaunen, Borsicht in den Augen. Er war wie blind. Lächelte in sich hinein. Sagte leise: ,, ch) glaube, ich träume." Als er auf die dunkle Goffe trat, redte er selig die Arme. Ernst Breezang. Karl Gukkow. Erinnerungsworte zu seinem 50. Todestage. In her zünftigen Stteraturgeschichte erfreut fich Gustom feines besonders guten Romens Ran jagt non ihm, er habe gefchrieben, als fehe er immer das Publikum nor Augen. Er strebte banach, Beifall zu erjagen, Beifall um jeden Preis. Benn wir von der unerträglichen Dichtung der Zeit von 1830 bis 1847 spredjen, so denfen mir an die Romane, die damals entstanden. Ber wäre heute noch fähig, bas neunbändige Roman ungetim Guzfows Ritter vom Geift" zu lesen oder feinen Zauberer von Rom"? Was die Dichtung jener Zeit auszeichnet und daratterisiert, das ist aber eine Haftung, für die man am besten die Worte„ Stampf für und Kampf gegen" ammenden tann. Zu allem, mas geschah, wurde Stellung genommen, und zwar Stellung in der Form des leidenschaftlichen Pamphlets. Die Haupt fache war das Bekenntnis, und das Manifest ersetzt die Begründung. In diesem Auf und Ab der Meimmgen, in diesem hin- und hermogenden Kampf der Geister nimmt Gusfom hinsichtlich seiner Stellungnahme dem Stant, der Regierung, der Zensur gegenüber eine durchaus eindeutige und erfreuliche Haltung ein. Wenn wir heute einen wesentlichen Zug Guytows festzuhalten fuchen, fo ist es vielleicht der, daß er mit besonderer Schärfe den Unterschied des 18. und 19. Jahrhunderts herausgearbeitet und erfannt hat. Das Jahrhundert, in dem Voltaire lebte, fo sagt er einmal, setzte das Individuum höher als unsere Zeit, die durch Napoleon die Kraft reur in den Maffen finden lernie. Es beginnt die Einsicht in die Bedeutung der breiten bürgerlichen Schicht, es beginnt bereits ein gewiffes Verständnis zu dämmern für die Bedeutung der öfo nomischen Fattoren in der Geschichte, und man tut gut, diefe Anfänge einer neuen Geschichtsbetradhtung nicht zu unterschägen, denn legthin bilden sie die feinsten Fasern und Ausläufer, in denen später bie marristische Geschichtsbetrachtung endete. In einer heute völlig vergessenen Schrift an einen Staatsmann" spricht Guzkom davon, daß zuletzt das ökonomische Berhältnis das Entscheidende sei. Die Reichtümer find weit ungemijfer geworden, als fie es früher waren. | Mittel zu dieser Freiheit! Daran liegt's, alles andere ti Dom Hebel. Deutsch set unsere Klinge, aber die Scheibe, aus der sie fährt, heißt: politische Freiheit nach außen und nach innen!" Mit diesen Worten find wir an einer weiteren Wurzel zur Erkenntnis Guztows wie feiner Zeit angelangt. Diese Menschen. find zum Teil noch mit jenen Gedankengängen aufs engste per knüpft, die die sog. Befreiungstriege hervorgebracht haben. Sie wurzeln noch alle in der Joeologie eines schnell not roendig merdenden Freiheits" fampfes gegen Frankreich, und auf der anderen Seite ahmen sie schon das Werden einer neuen Zeit: empfinden sie bereits die Bedeutung des fünftigen Klassenfampfes, ohne fich feiner Form wie seines Inhalts deutlich bewußt zu werden. Das zeigt sich 3. 3. in ihrer Haltung zur Revolution des Jahres 1848. " " leberliefert ist uns Guzkows Ansprache an die Berliner im März des Sturmjahres, die mit den schönen Worten schließt: Duldet nicht, daß Männer zweideutiger Gesinnung auftreten und eure Gefühle mitten im Schmerz abschneidend, eure Gesinnungen. vormegnehmend, euch auffordern, mit denen Arm in Arm" gehen, non denen ihr euch auf ewig trennen müßt. Was Berlin erlebt hat, das ist so denkwürdig in feinem innerlichsten Gehalt, daß es fich auf die ganze Gesinnung der Stadt, des Landes ausdehnen muß. Berachtet die, welche zu früh den Tatt anschlagen, daß ihr fröhlich sein und tanzen sollt! Seid stolz auf diesen Ernst der Gemüter. Wahrlich, er tat not in einer Stadt, die die erste Deutschlands fein sollte und so zerstreut in ihren Gefinnangen, so spielend und gebanteníos in ihrer Anteilnahme am großen ganzen mar!" Es bedarf heute schon ähnlicher Gedenktage, um fidh jener Männer zu erinnern, die zu ihrem Teil nach bestem Können dazu sbeitrugen, die deutsche Revolution norzubereiten und bei aller Einschränkung, die gerade mir als Sozialdemokraten jener Bewegung gegenüber empfinden müssen, dürfen wir sagen, daß sie manches gefchaffen haben, worauf eine spätere Zeit, frei von ideologischen Hemmungen, aufbauen fonnte und worauf fie neues geschaffen hat. Dr. W. Peiser. Carusos Lebensgewohnheiten. fred legte den Mantel ab und feste fich in eine Sofaede. Er harie Hidde mit Gefchirr handieran. Betrachtete has 3immer Ein 3iger Bandschmud: ein Bild non Babel. Einziger Lupus": ein Hegel, Schleiermacher und den Philosophen der Romantit Schelling. fchienen. Man fieft darin teilweise furioje Einzelheiten über dos Bücherschront, nollgestopft mit Berten, Broschüren und Seibungen. Suder? Er fah nur die zarten Finger des Mädchens. Irant.„ Ah, das tut gut. Strich sich das borstige Haar. Nahm he Brille ab.„ Goethe mochte feine Brillenmenschen leiden. Finden Sie das nicht ungerecht?" Sehr. Wenn einer gute Augen hat, soll er fich freuen, aber nicht hochmäßig werden. Effen Sie einen fleinen Kuchen. Ich hab fie felber gebaden." genoffen. Ja, dann- Er griff hastig zu. Es ist riesig gemütlich bei Ihnen, Fräulein hide. Es iftes ist munderbar schön hier." Wir sind doch Jugend Ja, gern, sehr gern, Hilha Gennifen. Ein schönes Bart. Rur abgegriffen und barum oft feelendos. Mas? Denken Sie an das Wort Mutter. Rein Bort wird häufiger gebraucht. Und bleibt doch ein schönes Wort." Ja, Goethe fagt Lieben Sie Ihre Mutter? Ich fanm die meine nie vergeffen fann ich von ihr nicht jagen." Reine Mutter ist ein guter Mensch, aber indolent mehr Und Ihr Bater?" Günther starrte in die Teelaffe. Mein Bater ift fein guder Menfch. Mein Vater ist, er blidte das Mädchen vol an und prach letse,„ mein Bater ist ein brutaler Egoist. Sórecklich, daß ich es fagen muß. Silne: ich baffe und verachte ihn mir vor einer Stunde flar geworden. Gie ftrich ihm mitleidig übers Haar. h bin so einfam, Hilde. Ste nahm seine Hand. Er faß gebudi da das ist Bom Bafo is Beihnachten. Die Gloden werben feierlich tauten Ban den Rangeln tant die Gefchichte vom Jejustindlein. armen Joseph, non der heiligen Mutter, vont Stern im Morgenlande nd Don her Rächstenliebe, bie doch bas Sidhfte fit. Das geht mm han an bie zweitausend Jahre so. Das Christentum hat die Welt arobert. Aber es hat seina Ecele babei eingebüßt. Wenn ich dente, baß es auch einmal bem Sozialismus fo gehen fönnte. barn ex Die Richtung, die wir unter dem Gammelbegriff der jung deutschen Schule zusammenfaffen, ist noch ganz star? ideologisch eingestellt. Gerade die letzten Jahre hatten ganz große Geftirne am Himmel der Philosophie auffeuchten laffen: Fichte, Und trotz aller Einsicht in die Bedeutung der Maffen für den auf wärtsweisenden Prozeß der Weltgeschichte ist es doch gerade Guzlom, der in lebhafter Sorge und mit starter Hoffnung die Frage aufmirst, ob die Philosophie Anteil an der Lösung jener Fragen haben wird, mit denen mir unsere Zeitgenossen beschäftigt sehen. Wird fie den Unterdrückten zum Siege und der Ungerechtigkeit zum Sturz verhelfen? Wird sie die Maschen des politischen und des religiösen Aberglaubens stürzen? Wird sie alles das leisten, mas ihres Amtes wäre, wenn sie nicht in einem Winkel, sondern auf dem Marit und in der Bollverfammlung fäße? Gußtom zögert, die Frage zu beantworten. Hat er vergeffen, mas er einst in feinen Xenien von den deutschen Profefforen gefpottet hatte? Haute noch führt man das Wort beim Champagner für Freiheit und Mahrheit, Morgen erklärt ein Protest midterner, wie es gemeint. Und aus Anlaß eines Ständchens, bas Studenten ihrem Professor gebracht hatten, heißt es ebenso biffig wie fein: Unten da fabelt ein Chor die Jugend dem fühnen Professor Bährend fich oben ihr Mann höflich vor Höffingen büdt. Freiheit im Sinne der politischen Betätigung, Freiheit der Breffe, Freiheit des Morts und der Meinung, Freiheit der Betätigung auf dem Ratheder und in ber Bolfsverfammung war das Weal der„ Jungdeutschen". Bie aber roar es möglich für dieje Freiheit einzutreten, folange die Borausjegung hafür, nämlich die Breßfreiheit, nicht erfüllt war, folange der Bensor in Deutsch land wiitete? Und so ergibt fid) But und Zorn, Warnung und Drohung Haß und Bitterfeit gegen den Sensor, wie er als eine Currichtung der töniglichen Regierung bestand, ausgeftattet mit achtbefugnissen, die mir uns heute faum noch vorstellen können. Emig lejen mir nur non bedingter Freiheit der Bresse, Gibf's seit dem Biener Kongreß nicht die bedungene ouch? sas foll bei einer folgen Boge als Hauptgebante norimeben? Des Baterland in seiner sicher, sprachlichen, geistigen Bebertung mit Menschen und Bürgerfreiheit unb bez politische Zustand nur als Die Memoiren der Bitme des großen Tenors find joeben er: Leben Carusos. Um 9 Uhr morgens erhob sich Carujo beim Klange der Musik. Der ständige Begleiter war in einem benachbarten Bimmer und wiederholte die Arien der Oper, die an dem betreffenden Abend gesungen werden mußten. Der Tenor trant eine Tasse schwarzen Kaffee, nahm ein Bad und dann inhalierte er, ohne einen einzigen Augenblick aufzuhören der Musik zu folgen. Für fei lange und zeitraubende Toilette wurde Caruso von zwei Kamune. Dienern unterstüßt, die fein Wort sprechen und nicht das geringfie dann ein Frühstüd, das aus faltem Huhn bestand. Nachmittags Geräusch machen durften. In Gesellschaft feiner Galtin nahm er ruhte der Tenor, ober er gab sich feiner Lieblingsbeschäftigung hin. Am Abend brauchte er eine ganze Stunde, um sich anzuziehen und zu schminken, und mährend dieser Zeit rauchte er eine Zigarette nach der anderen, denn er glaubte nicht, daß der Tabat feiner Stimme schade. Ein menig vor dem Auftreten trant er ein Glas Snbawaffer, aber nicht etwa wie ein gewöhnlich Sterblicher es ist, fondern in Form einer rituellen Zeremonie. Seine beiden Stammar biener mußten sich links und rechts von ihm aufstellen, mit obgewandten Bliden mußte der eine ihm dann ein Glas Whisky, der andere ein Glas Waffer reichen und sobald er dieses getrunken hatte, mußten die beiden Kammerdiener Front zu ihm hin machen, worauf, er ein Biertel einer gefochten Kartoffel aß. Das unerforschte Alaska. Im Laufe des nergangenen Sommers wurde ein mehr als 7500 Quadratmeilen umfassendes, zum Zeil noch unerforschtes, sum anderen Teil erst menig bekanntes Gebiet in Alaska zum ersteumol topographisch aufgenommen. Die aus amerikanischen Geologen und Ingenieuren bestehende Expedition, die unter der Leitung von Dr. Bh. Smith arbettete, ijt jest von ihrer Reise nach Washington zurüidgefehrt. Es wurde festgestellt, daß bis feßt rur 40 Prozent bes weiten Masta- Territoriums erforscht und geographisch bestimmt find, so daß man nunmehr genaue Karten von diesen Teilen des Landes berstellen fann. Dagegen find noch mehrere hunderttausend Quadraimeilen im mittleren Norden und im Südwesten Alastas meber geologisch noch topographisch untersucht, d. h. noch ganz uner forscht. Genau batannt find gegenmärtig nur die Haupthistrikte Mastas, aber auch nur hauptsächlich in bezug auf die Handelsrvý produkte Minerale und Belzwert-die das Land Kefer, Ein halbes Auto. Bon Erif Zetterström. Ich habe mir ein halbes Auto gefauft, womit gemeint ist, daß ich die Hälfte danon bezahlen soll. Daß man sich ein halbes Auto fauft, ist ganz natürlich, denn ein ganzes Auto gibt es faum. Das hat mir ein Herr gesagt, dessen Auto fast immer taputi ist. Es ist ein ganz fomisches Gefühl, ein halbes Auto zu bejizen, Jemand anders befizt die andere Hälfte. Ich denke mit Entfeßen on den Tag, an dem wir uneinig werden und jeder in seiner Richtung fahren will. Ich glaube, daß ich den norderen Teil für mich reflamieren werde, denn da sitzt doch das Steuerrad, und das bestimmi ja, in welcher Richtung man fahren foll. Wenn man ein halbes Auto befigt, dann entsteht häufig Streit rum, mer es fahren soll. Anfangs war es fo: Ich will fahren! Ich bin gestern nicht gefahren!" ,, Nein, ich will fahren! Ist es etwa dein Auto?" Es gehört zur Geschichte, daß das Auto so ein feiner Sports mogen ist mit einer Lute hinten. Diese Luke ist auch als Sippias gedacht. Wenn wir uns verknurrt haben, jetzt sich der eine immer in die Lute: Das ist allerdings unbequem, aber man hat do seinen Stolz. Und dann fann derjenige, der da hinten fist, bie panze Zeit den anderen ins Genic stoßen, was das Fahren be. sonders interessant macht. Eines Tages ging das Auto faputt. Sonderbar! Da fagie ich: Es ist dein Auto, das kaputt gegangen ist! Sei so gut und bezahle es! Ich bezahle prinzipiell nur meine eigenen Autos, menn fie taputt gehen." Da ging der andere Besitzer des Auios hinaus und fuhr einen meiner Teile tapuit: Bielleicht ohne Abficht, aber teuer war das Bergnügen auf jeden Falf. Eines Tages geschah folgendes: Wir befamen beide das Fahren unglaublich über. Wir konnten nicht mal mehr das Steuerro anfeben. Die Stimmung war erheblich gedrückt. Da sagte ich: Wir wollen einen Chauffeur anstellen." Der Chauffeur hieß Böttcher und hatte ein fröbliches Aussehen und sollte 300 Mark Lohn pro Monat und freie Uniform haben. Als cr feine Stellung antreten sollte, machten wir eine sehr unangenehme Enideckung. Wenn einer von uns neben dem Chauffeur fizen sollte, mußte der andere hinten in der Luke sizen. Und wir wollten natürlich zusammen fizen. Wir fonnten der Chauffeur nicht gut in der Lufe sizen lassen, wenn er fahren sollte, denn das geht nicht. Jedenfalls nicht mit Erfolg. Da sekten wir uns beide in die Luke, hielten uns bei den Händen und versuchten, das Leben fröhlich anzusehen, obgleich es rajend unbequem war, so zu fizeŋ.. Benn wir nicht in der Lufe saßen, dann arbeiteten wir unverbroffen an der Abzahlung des Autos: Eines Freitags befamen mir wieder Lust, selber zu fahren. Was sollten mir da mit dem Chauffeur anfangen! Bir placierten ihn in die Lute. Er fand, daß das ein sonderbarer Blaz für einen Chauffeur in Uniform fei, aber er fügte sich und folgte uns treu und brab auf fämtlichen Fahrten durch die Stadt. Andere Chauffeure fahen ihn neidisch an. Er freuzte die Beine und machte sich breit. Es fah tatsächlich aus, als wenn ihm das ganze Auto gehörte. Eines Abends faßen wir zu Hause bei einer Tasse Kaffee und hatten es uns in jeder Weise ruhig und gemütlich gemacht. Da sagte ich: ,, Es ist eine verzwickte Geschichte mit diesem Auto! Ob man es einfach pertloppen foute.". 3m Kampfe gegen den Rost. Bon Dipl.- Ing. Dr. Arthur Hamm. ing. Dr. Arthur In Berlin tagte vor einiger Zeit der Reichsausichuß für Metall- 2,32 Mart an Interhaltungsfosten verursacht, das bedeutet, da schus, dessen Tätigkeit, obgleich er schon felt fünf Jahren besteht, noch rund 21 Millionen Quadratmeter zu erhalten hat, eine jährli in weitesten Kreifen unbekannt ist. Dabei ist er einer der nerdienste Ausgabe von foft 50 Millionen Dark! often Unternehmungen, die es gegenwärtig in Deutschland gibt, denn sein Ziel und 3med ist es, die ungeheuren Zerstörungen, die Rost und ähnliche Erscheinungen an Metallen aller Art anrichten, zu studieren, um geeignete Mittel aufzufinden, fie zu verhindern. Belche wirtschaftliche Bedeutung das hat, mögen einige 3ahlen fehren, die auf der vorjährigen Berliner Bertstofffchou mitgeteilt wurden. Danach sind von 1890 bis 1923 nicht weniger als 40 Bros. der gefanten erzeugten Metallmengen durch Roft zugrunde gegangen. In der Kalindustrie rechnet man bei den Laufrädern der Kreiselpumpen mit einer Lebensdauer von 8 bis 14 Tagen, während bie Bumpengehäuse felbft zwei bis drei Monate aushalten. In einer Steintehlengrube mar ein Förderseit, das 40 Zentimeter in Durdy meffer maß und ein Gewicht von 88 000 Ringramm tragen fonnte, nach jechs Monaten durch Kost so geschwächt, baß es nur noch 3000 stilogramm qushielt. Der volkswirtschaftliche Schaden, der burd diese Zerstörung angerichtet wird, ist mit vielen 100 Millionen jährlich zu beziffern. Bem es auch nie gelingen wird, thn gonz aufzuheben, so lohri es doch sehr, die Mittel zu studieren, um ihn wenigstens zu begrenzen. Das älteste und auch heute noch immer wieder angewandte irgendeinem Stoff, der selbst von Zuftiauerstoff nicht angegriffen Mittel, um Eisen gegen Roft zu schützen, ist der Ueberzug mit wird. Delfarben z. B. find sehr geeignet, meil sie eine dichte, für die Luft ganz undurchlässige Schicht abgeben. Wer je Elfenfonftrut tionen, Brücken, Hallen oder dgl. im Bau gesehen hat, dem ist gewiß aufgefallen, daß fie allefamt gleichmäßig leuchtend rot angestrichen find. Das ist der Schuganstrich, ohne den foin Träger, feine Strebe die Werkstatt verlökt. Er besteht aus Bleimennige, die in Leinöl firnis aufgefchwemmt und in dider Schicht auf das Eisen auf getragen wird. Nach Beendigung des Baues muß diese Schußschicht freilich nochmals überstrichen werden, teils um den unerträglich grellen Farbton der Mennige zu beseitigen, teils un die beim Bau entstandenen Beschädigungen des Grundanftriches zu schließen. Aber ewig hält dieser Anstrich auch nicht, und die Reichsbahn rechnet beispielsweise damit, daß 1 Quadratmeter Eisenoberfläche jährlich I Ein anderes Mittel, mit dem Rost fertig zu werden, beite barin, daß man Eilen ganz oder teilweise als Baumaterial auigi Gerade diesem Bestreben hat der Beton- und Eisenbetonbau fein ftarfe Berbreitung in fester 3eit zu nerdanfen. Der Eifenbe bedarf feiner Unterhaltung. Seine Oberfläche ist gegen Wind Beiter ficherer als das härtefte natürliche Geftein. Aus diefe Grunde feßt sich die Eisenbetonbauweise immer mehr durch. vorzüglichen Festigkeitseigenschaften des Eisenbetons erlauben die Konstruktion sehr schlank zu halten. Betomnaften oder Brüde fehen febr elegant, ja faft zierlich aus. Die hell gelblichgroue For wirft auch viel freundlicher als der dunkle, graublaue Anstrich Elfenkonstruktionen. Zusammen mit der eleganten Bauart me er einen ungemein vorteilhaften Eindrud. Nur sind die Eife betonbauten, obgleich sie aussehen wie aus Licht und Luft gen ungemein schwer, und das ist his manchen Fällen noch ein groß Hindernis für ihre Berbreitung Bom höheren Standpunkt aus gesehen, find alle diese Mi natürlich mir Hilfsmittelchen. Das eigentliche Problem besteht d darin, Etsen und Stahl rostsicher zu machen. Es ist heute wo algemein befannt, daß die Lösung dieses Problems gelungen hatte schon lange beobachtet, daß Eisen, bas nuz menige Pro durch die Erfindung des Kruppschen nicht rostenden Stahis. Kupfer enthielt, ganz bedeutend meniger leidt rostete als ander Stahllorten, die Kupfer enthalten, und die man roſtſchache ne werden auch bereits ziemlich weitgehend verwendet. Mon dann daran, planmäßig zu untersuchen, welchen Einfluß auf Roftfähigkeit die verschiedenen Metalle als 3ufag zum Stahl hätt und fand, daß vor allem ein Chromzufas ganz hervorragen Wirtung zeitigte. Durd) planmäßigen Ausbau diefer Ergebni technisch- wissenschaftlicher Forschung gelang es, eine folche& fammenlegung von Eisen, Kohlenstoff, Chrom und noch einige anderen Grundstoffen zu finden, daß das Endergebnis vollkomme roftficher ift. Solche nicht roftenden Stable merden schon in große Umfange verwendet, namentlich als Messerklingen und als Ro leitungen in chemischen Fabriken. „ Das ist keine dumme Idee. Aber Böttcher ist jo für den Inorgeschlagen, daß wir die Gelegenheit benutzen follten, um u ganzen Monat angestellt. Na, für den wird sich schon eine Verfahren zu lernen, und es ist nicht ausgeschlossen, daß wir es t Schon aus Anhänglichkeit an fein Auto. werbung finden." Wir verkauften das Auto. Bir perfauften es nicht an irgend einen wildfremden Menschen, denn wir hingen ziemlich daran. Es war wie ein Hund für uns geworden. Man fann auch an einem Hund hängen, wenn man ihn auch läftig findet. Nein, wir verfauften das Auto an Böttcher. Er hatte ganz fajönes Geld auf der Sparkasse. und bezahlte es in bar. Und jetzt steht das Auto draußen auf der Straße, und wir haben Böttcher als Aufwartefrau, und er heit ein, was sehr gut geht, wenn man ein Tuin hat. Böttcher ist die erste männliche Aufwartefrau mit eigenem Auto, ber ich je begegnet bin. Das alles ist sehr originell, aber wir haben Böttcher zum Ersten gefündigt; dann will er eine Autofahrschule eröffnen. Er hat uns ( Autorisierte Ueberschung aus dem Schwedifden von Treitet und senstru Neue photoplastische Bilder. Um photographische Aufnahm plastisch darzustellen, verwendete man bisher ein Verfahren, das ber Quellfähigkeit der Chromgelatine beruhte. Ein neues viele facheres Verfahren ist jetzt noch einem Bericht in Reclams perfum" von dem Biener Ingenieur Dawidowski entdeckt worde Das gewünschte Bild wird durch ein Linsensystem unter einem Wint non 45 Grab auf eine Modelliermaffe projiziert; bann fann das hie durch plaffisch erscheinende Bild getreu aus der Maffe heraus gearbeitet werden. Die Matrize wird galvanoplastisch abgenomme und die Kopien können aus Gips oder Papiermasse hergeste werden, die man mit einer lichtempfindlichen Schicht überzieht, JONASS& COAS PRA BRA RAR ARA BAR BRA * ** 1.Jonass Kaufhaus wie bisher * JONASSING JONASS& CO.AS X 2.Jonass Kaufhaus neu erbaut ca. 27500 qm Geschäftsräume 32 Schaufenster 2500 Angestellte Jn beiden Jonass Häufern 9 vorteilhafte Weihnachts- Angebole Billige Preise Gute Qualitäten auf Teilzahlung 1/4 Anzahlung und 4 Monatsraten, bel Käufen über 100 Mark 1/4 Anzahlung und 5 Monatsraten. Damen- Konfektion Herren- Konfektion Kinder Konfektion Stepp- und Diwan decken Teppiche Läuferstoffe Linoleum Bel Barzahlung 3% Rabatt! Damen- Hüte Kleiderstoffe Herren- Hüte Mantelstoffe Herrenstoffe Pelze Pullover Strickwesten Schuhwaren Inlette Bettfedern Kinderwagen Puppenwagen Handarbeiten Handarbeitsstoffe Kurzwaren Schirme Lederwaren Koffer Metall- Bettstellen Chaiselongues Möbel Korbmöbel Uhren Goldwaren Kristall Leibwasche Bett- u. 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