Albendausgabe Rr. 594 B296 45.Jahrgang Bidentlich 8581, monstid 2.00 Doraus zahlbar, Boftbezug 4.32 92. einschl. Beftellgelb, Auslandsabonne ment&- pro Monat * Der Bormärts erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Ubend. Juftrierte Bellagen Bolf und Zeit und„ Rinderfreund. Ferner Unterhaltung und Wissen".. Frauen timme. Technit". Blid in bie Bücherwelt" und Jugend- Borwärts" Vorwärts Berliner Bolksblatt Moning 17. Dezember 1928 10 Pfennig Die et Ripalttge Ronpareillezetle 80 Bfennig. Reflamezeile 5. Reichs mart. Aleine Anzeigen" das fettge. brudte Mort 25 Pfennig( zulässig zwet fettgedrudte Borte), jedes weitere Bort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Bort 15 Bfennig, jebes meitere Bort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben adhlen für zwei Borte. Arbeitsmart Seile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen annahme im Hauptgeschäft Linden Straße 3, wochentägl von 8 bis 17 Uhr. Rentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Borparts- Verlag G. m. b. H. Boftichedkonto: Berlin 87 536. Banffonto: Bank der Arbetter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Distonto- Gesellschaft, Depofitentafle Eindenftz. 8 it 5d e tt caff ang. erg. lib. 5 eter inn elge der S rtins Mon e bez n in inen illig. Dai ritat. 3.50, nfer Sreis net. t 5 g Se Fernsprecher: Dönhoff 292-297 Telegramm- Adr.: Coztaldemokrat Berlin AREA Krieg in Südamerika! Die bolivianischen Truppen erobern" paraguayaniſche Forts. New York, 17. Dezember. Die bolivianischen Truppen nahmen zwei weitere baraguahanische Forts, Valois und Rivarola, ein und eroberten angeblich dreißig Waggons Munition und Proviant. Heber Bahia Negra warfen boli. Der parabianische Flugzeuge vier Bomben ab. guahanische Generalstab wurde an die Grenze ver. Iegt. In Paraguay ist jetzt die allgemeine Mobil. machung verkündet morden. Nach Meldungen Bogotá Columbia ECUADOR 20395 Peru VENEZUEL Amazonenstrom RASILIEN Bolivien La Paz Sucre 3. Francisco EL Chaco Paraguay Asuncion Argentinien Beider Länder wurde der Ausbruch des offenen Krieges Tatsache. In Washington herrscht starker Pessimismus, da Ser Völkerbund und die panamerikanische Konferenz hilflos sind. Die neue Note Boliviens an den Völkerband, enthält feinerlei Bitte um Vermittlung. Be züglich der Besetzung des Forts Boqueron weist Bolivien darauf hin, daß Paraguay dieses Fort widerrechtlich auf bolivianischem Bodenge. baut habe. 2a Paz, 17. Dezember. Der Kriegsminister gibt bekannt: Da weitere para. Buahsche Abteilungen unsere Forts im Chaco be. drohten, kam es zu einem blutigen Zusammenstoß. Unsere Streitkräfte haben dem Gegner eine Schlappe bei gebracht und das Fort Boqueron in Besitz genommen. Die Armee hat ihre Pflicht getan. Die Regierung gibt bekannt, das während des gestri. gen Gefechts hundert Paraguayaner und zwanzig Bolibianer getötet worden seien. Ein bolivianisches Flugzeug hat über dem früher in bolivianischem Bejis befindlichen Safenplay Bahia Negra am Paraguayfluß Bomben abgeworfen. Das Riefenfort mit 13 Mann. Asuncion, 17. Dezember. Das Kriegsministerium teilt mit, das Fort Boqueron se: nur von dreizehn Mann besetzt gewesen, die anBesichts der überlegenen bolivianischen Streitmacht den Südzug ergriffen hätten. Paraguay macht mobil. ab, ondon, 16. Dezember. Die Regierung Paraguays haf et p Sonntag die Mobisisierung bon zehn Jahrgängen, die Altersklaffoioon 18 bis 28 Jahren um- I faffen, angeordnet. Ja Asuncion herricht auf Grund des Mobil. fierungsbefehls größte Erregung. Die Entscheidung der Regierung wird von der Bevölkerung enthusiastisch begrüßt und durch Freiwilligengestellungen unterstützt. Die beiden großen Nationen", die jetzt in Südomerita den Krieg beginnen, find Großmächte nur ihrem Flächenumfang nach. Bolivien ist etwa dreimal so groß als Deutschland, Baraguan etwa ebenso groß. Im umgekehrten Berhältnis zu ihrer Oberfläche allerdings steht die Bevölterungsdichte dieser beiden Länder: in Bolivien kommen etwa zwei Einwohner auf den Quadratkilometer, in Paraguan etwa 1½( gegen 140 je Quadratkilo. meter in Deutschland). So beträgt Boliviens Bevölkerungszahl etwa 2.9 millionen( danon 250 000 Indianer), die von Paraguay 0,8 Millionen( davon 100 000 Indianer). Beide Staaten sind der Form nach Demokratien nach amerita nifchem Mufter, also nicht parlamentarisch, sondern von Bräsidenten auf pier Jahre regierte Staaten; allerdings kommt es noch immer gelegentlich vor, daß die volksgewählten Präsidenten aus eigener Machinollkommenheit länger im Amt bleiben, bis sie gestürzt oder umgebracht werden. Beide Staaten sind sich auch darin ähnlich, daß sie beide ehemalige spanische Kolonialgebiete und feit etwa einhundert Jahren selbständig sind; Bolivien frägt seinen Ramen nach Bolivar, dem Befreier Südamerikas von der spanischen Rolonialherrschaft( 1783-1830). So find beide Staaten von Spa niern oder spanischen Abkömmlingen regiert; in beiden bestehen noch große, zum Teil sogar noch völlig milde Reste der indianischen Ur. bevölkerung. Das Grenzgebiet zwischen Bolivien und Paraguan ist besonders unwirtlich. Es gibt überhaupt keine direkte Verbindung zwischen beiden Ländern; nur über Argentinien ist es möglich, von einem Lande ins andere zu kommen. Von der Hauptstadt Baraguays Asunzion find es etwa 500 Kilometer Steppe und Urwald bis Lapaz zur Grenze, von der Hauptstadt Boliviens ist es mehr als doppelt so weit, und dabei geht es noch über einige drei bis vier tausend Meter hohe Bergfetten hinweg. Ein Krieg im europäischen Sinne ist deshalb ausgeschlossen. Schlimmstenfalls entsteht ein Indianerfrieg, der allerdings jahrelang dauern und zur Ausrottung 9 -w Heimkriegers Wonne. ARGENTINIEN PERU Der Kriegsschauplatz PARAGUAY AZ ASUNCION ROATH BRASILIEN Surra! Man fann wieder Fähnchen stecken!" der Ureinwohner führen kann. Ob in dem Grenzgebiet, dem Gran Chaco, Petroleum vorhanden ist, steht noch völlig dahin. Erst wenn die Gerüchte in dieser Richtung sich bestätigen sollten, befäme die Auseinandersetzung in diesen halb kolonialen und feudalen Gebieten einen modernen wirtschaftlichen Sinn. Großfeuer in der City. Vier Dachstühle völlig ausgebrannt. In der neuen Friedrichstraße 36, im Zentrum Berlins, brach heute vormittag ein Brand aus, der sich in ganz furzer Zeit zu einem Großfeuer entwidelte. Das im fünften Stodwert gelegene Scherzartifel, Spielzeug- und Galanterie warenlager, fowie vier Dachstühle wurden vernichtet. Gegen Mittag war die Gewalt des Feuers gebrochen. ein, daß zunächst niemand erkennen konnte, wie groß überhaupt der Brandherd sei. Auf den Alarm rückten zunächst vier Löschzüge an, die bei dem starten Markthallenverkehr in den schon sehr engen Straßen große Mühe hatten, an den Brandherd zu gelangen. Das Feuer hatte in der Zwischenzeit das ganze Lager erfaßt und fang an den leicht brennbaren Artikeln nur allzu reiche Nahrung. Die Flammen waren auf den Dachstuhl übergesprungen und froßen sich Das Grundstück Neue Friedrichstraße 36 erstreckt sich über drei hier mit großer Schnelligkeit weiter. der Brandleitende, OberHöfe und wird auf seiner hinteren Seite von der Stadtbahn be baurat Steiner, gab Großfeueralarm" an die Hauptfeuerwache grenzt, die parallel zur Dircksenstraße läuft. In dem Gebäude be weiter, worauf fünf weitere Leschzüge anrückten. Die vier Dachstühle der Seitenflügel und der beiden Quergebäude des ersten und zweiten finden sich zahlreiche Firmen der Textil, Spielwaren-. Papier-, Galanterie- und Scherzartikelbranche, die alle in dem Strenger Hofes bildeten bald, nur noch ein einziges Flammenmeer. Konzern zusammengeschlossen sind. Einer dieser Betriebe, der im leber die Treppenaufgänge und fünf mechanische Leitern, die vierten und fünften Stockwerk des ersten Quergebäudes liegt, be auf den Höfen Aufstellung gefunden hatten, drangen die Löschfaßt sich mit dem Großvertrieb von Weich nachts und Neumannschaften im dichtesten Qualm nach oben vor. Aus 15 Schlauchjahrsscherzartikeln. In einem etwa 1000 Quadratmeter großen Raum der fünften Etage ist das Warenlager, das sich in einem Binkel vom Quergebäude zum Seitenflügel herumzieht. In großen Regalen lagerten hier die verschiedenen Warengattungen. Kurz vor 111 Uhr brach in diesem Lager Feuer aus. Kurz nacheinander ertönten mehrere Detonationen von explodierenden Feuerwerks förpern. Unmittelbar darauf zersprangen mehrere Fensterscheiben. Mächtige Stichflammen schoffen aus den Fenstern heraus, Rauch wolfen hüllten in wenigen Minuten den oberen Gebäudeteil so dicht Zwei Kinder erstickt. Anschlußkundgebung in Bcrlin. Berichte 2. Seite leitungen größten Kalibers wurden ununterbrochen gewaltige Wasfermengen in das Feuermeer geschleudert. Ein Feuerwehrmann Buchholz non der Reibel Bache erlitt eine schwere RauchDergiftung. Er murde von Kollegen in Sicherheit gebracht und ins Urban- Krankenhaus übergeführt Die Treppenhäuser und die im 4. Stockwerf gelegenen Betriebe haben unter Wasserschaden start gelitten. Ein großes Polizeiaufgebot hielt die nach tausenden zählende Schar von Neugierigen, die hauptsächlich die Dirksenstraße befeßt hielten, zurück. Polizeipräsident 3örgiebel weilte längere Zeit an der Brandstätte. Der Schaden ist sehr hoch, jedoch durch Versicherung voll gebedt. Die Betriebe erleiden feine Unterbrechung, da die für den Weihnachtsverfand in Frage kommenden Waren sich bereits im Vertaufsraum, der im 3. Stocwerk liegt, befanden. Die Entstehungsursache konnte noch nicht ermittelt werden, man vermutet, daß Feyermertstörper fich selbst entzündet haben. Gericht mit Vorbehalt. Oie„rechten Liquidatoren" erhalten eine Bewährungsfrist Wie in der Sonntogausgabe des �Vorwärts" mitgeteilt worden ist, mußte Thal mann, immer noch Vorsitzender der Kommu- nistischen Partei Deutschlands, unoerrichteterweis« wieder aus Moskau zurütkkehren. B r a n d l e r und Thalheimer werden vor- läufig nicht aus der russischen Kommunistischen Partei ausge- schlössen. Daruber hat man sich in einer Sitzung des Zentral- komitees der KPD., wie wir der„Roten Fahne" entnehmen, ausführlich unterhalten. Daß es dabei recht lebhast zuging, daß die Spannung zwischen den verschiedenen Richtungen etwas dem äugen. blicklichen Zustand in Südamerika gleicht, erfährt man aus dem Bericht des Blattes allerdings nicht. Dafür wird zunächst eine der üblichen seitenlangen Resolutionen zum Ruhrkampf abgedruckt, säuberlich eingeteilt in Kapiteln und Unterabschnitten, mit Verbrauch des ganzen Alphabets. Bemerkenswert daran ist nur die Mit- teiütny, daß von der Gruppe der„Versöhnler" sechs Leute, und zwar Ernst Meyer, Ewert, Karl Becker, Dietrich, Eberlein und Schröter-Halle dagegen gestimmt haben; Schumann- Leipzig und B« l l« m a n n- Stuttgart versuchen wieder Anschluß an Thälmann» Gruppe zu finden, und darum stimmten sie der Resolution zu. Auf einer anderen Seite des Blattes findet man endllch den Beschluß des Zentralkomitees zum wichtigsten Pu n kt der Sitzung, der den Kamps gegen die Rechten und die „Versöhnler" betrifft.„Die übrigen Beschlüsse, Erklärungn und so weiter mit Erläuterungen" soll die Welt allerdings erst am Dienstag genießen. Inzwischen aber hören wir, daß„die Führer der rechten Liquidatorengruppe... seit Wochen eine offen parteifeindliche Tätigkeit durch schriftkchc und münd- liche Verleumdungen gegen die Komintern und die KPD." be- treiben. Sie geben eigene Zeitungen, Mitteilungsblätter, Flugblätter und Schmähschriften gegen die Partei heraus, sie be- liefern angeblich die sozialdemokratische und die bürgerliche Presse mit Material gegen die KPD., sie unternehmen direkte Spal- tungsmaßnahmen, die sich„in der letzten Zeit zu offenen Aktionen gegen die Partei im Interesie der Bourgeoisie" gesteigert haben. Ja, noch mehr, in Erfurt hat man gewaltsam den Zutritt Thalheimers in eine Mitgliederversammlung der Partei zu erzwingen gesucht, in Osfenbach a. M. führe man seit Monaten Beitragssperre durch und beschaffe sich eigene Bei- «ragsmarken; Walch er trete in Funktionärversammlungen des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes als Redner gegen die Beschlüsse der kommunistischen Instanzen auf. Das sind alles furchtbare Ver- brechen, und früher hat man in solchen Fällen die Angeklagten so- sort zum Ausschluß aus der Partei verurteilt. Wer über ein gutes Gedächtnis in kommunistischen Dingen verfügt, der wird wissen, daß man die„Linken" ganz anders angefaßt hat. trotzdem sie sich viel weniger zuschulden kommen liehen. Aber jetzt ist man vorsichtiger, denn weiß man denn, wie die Sache in Moskau»och ausgehen wird? Darum hat man in der Zetttrolausschußsitzung über die Sünder nur mit Vorbehal- ten zu Gericht gesessen. Es wurde den„rechten Liquida- toren" eine Bewährungsfrist zugebilligt. Sie sollen in einem Schreiben an dos Zentralkomitee„joder für sich bis zum 20. De- zember" erklären, daß sie sich der Auslegung der Parteldisziplin durch die Thälmann-Klique löblich unterwerfen, und daß sie ins- besondere ihre vorbehaltlos« Zustimmung zum Programm der Kom- munistischen Internationale,„Teil 4, Kapitel 2", geben. Da, Polbureau soll sie sofort aus der Partei ausschließen, wenn sie di*se Forderungen nicht oder unbefriedigt erfüllt haben. Bis .zum 20. Dezember sind zwar nur noch wenig« Tage, bis dahin ist aber hoffentlich eine authentische Mitteilung aus Moskau darüber gekommen, was den Mamelucken im Zentralkomitee gegen die Rechten erlaubt, was ihnen verboten ist. Es gibt noch andere Dinge zu berichten. Galm und Hau« s e n sind von ihrer Vernehmung in Moskau wieder nach Deutschland zurückgekehrt, sie„werden sich nach Be- stätigung des Beschlusses der Kommission durch das Ekki zu dem vom Ekki gestellten Bedingungen zu äußern haben". Schließlich hat noch die zentrale Kontrollkommission der KPSU. an Brand- l e r und Thalheimer die Aufforderung gerichtet, sich in kürze- ster Frist in Moskau einzufinden, um sich über ihr disziplinwidriges Verhalten zu verantworten. Als äußerster Ter- min de» Eintreffens in Moskau wurde der 2l. Dezember fest- gesetzt. Werden sie fahren, werden sie fliegen? Di«„rechten Liqui- datoren" haben zunächst einmal eine Fraktionssitzung abgehalten, die allerdings ohne Ergebnis verlaufe» ist. Man weiß noch nicht, wie weit man gehen, wie weit man sich auf die Freunde in Mos- kau verlasstn darf. Aus joden Fall haben Brandler und Thalheimer die Moskauer wissen lassen, daß sie sich erst dann bei ihnen ein- finden werden, wenn sie die Gewißheit haben, daß sie ihre Frok- fion aufrechterhalten dürfen. Bekommen sie diese Zusicherung nicht, dann überlegen sie sich wohl noch gründlich, ob sie den Ausflug nach Moskau unternehmen sollen. Sie könnten nämlich an Schiller denken, der seine Ballade vom Taucher schließen läßt:„Den Jüngling bringt keines wieder." Einsturzunglück in Schmargendorf. Ein Arbeiter getötet, zwei verletzt. Ans dem Gelände der früheren Skädkischea G a s a n st a l l Zorckenbeckstraße 12 in Schmargendorf ereignete sich heul« mlllag eln folgenschwer» Elnstorzunglück, bei dem ein Arbeiter getSiet na» zwei verlehk wurden. Seit einigen Wochen ist »ine größer« Arbeiterkolonne mlk dem Abriß der Zundamenle der alten Gebäod« beschäftig«. Die starken Alauerkeile werden von Zeil z« Zeit dnrch Sprengungen aoseiaaudergerissen. in Loren ge- worsea and adgesahrea. Auch heule mittag wurde wieder eine Sprengung vorgenommen. Die Arbeiter wollten gerade wieder ml« den Zortränmangsarbeiten beginnen, als plötzlich große Erdmassen und Manerblöck» in« Rutschen kamen und die Arbeiter ver- schütteten, während e» Arbeitskollegen gelang, zwei der Der- unglücktea zu bergen, konnte der dritte durch die Feuerwehr nur noch al» Leiche au» den Trümmern hervorgezogen werden. Arbeiier.Z'ußbattmatmfchast beffohlen. Während de» Spieles wurde gestern die deutsche Mann» s ch a f t der„A r b e i t e r- F u ß b a l l e r", die Im P o st st a d i o n gegen Oesterreich angetreten war, heimgesucht. Die beiden Parteien hatten sich in getrennten Kabinen umgekleidet. Während die Oester- reicher«inen Mann in der Kabine zur Bewachung zurückließen. stand die Kabine der Deutschen während de» ganzen Spieles unbeaufsichtigt. Diese Gelegenheit nützten die Spezialisten au«. Sie stahlen deutschen Fußbollern, die aus Nürnberg. Leip-'g, Frankfurt a. M., Stuttgart und Chemnitz hierhergekommen ivarn. Kleidungsstücke, G e \izu auch einige Uhren. Opfer der Wohnung snoi. Unglück In der Wohnlaube Zwei Kinder erstickt. Oben: Das Zimmer der Laube. Rechts unten; Die Laube selbst. Ein schweres Lrandunglück ereignete sich in der Sonniagnachl in der Laubenkolonie„Friedensfeld" zu Berlin-Wittenau. In der Wohnlaube des Arbeiters Arthur Winker war nach Rlillernacht ein vrand entstanden, dem zwei Kinder im Alier von 10 und 11 Iahten zum Opfer fielen. Winter bewohnt mit seiner Frau und seinen drei Kindern, dem dreijährigen Horst, der zehnjährigen Frieda und der elfjährigen Elisabeth, seit etwa zwei Jahren in der Kolonie„Friedens- selb" eine au» Küche und zwei Wohnräumen bestehende Laube. Am Sonnabend, gegen 21 Uhr, brachte das Ehepaar die Kinder zu Bett und begab sich kurze Zeit daraus in die Laube der Nach- barsleut«. In einem der kleinen Zimmer brannte eine Petroleum- lampe, die an einem Draht an der Decke befestigt war. Kurz nach Mitternacht bemerkte Winter" der nach seinem Grundstück hinüber» sah, in seiner Laube einen Feuerschein: aus den Fenstern quollen dichte Rauchschwaden hervor. Alles eille in die gefährdete Laube hinüber. Eine Bretterwand und ein Teil der Decke brannte. Di« Kinder, di« bewußtlos in ihren Betten lagen, wurden sofort in« Freie geschosst. Inzwischen war neben der Feuerwehr auch ein Arzt benachrichtigt worden, der sich um die bewußtlosen Kinder bemühte. Fast eine Stunde lang wurde vergebens versucht, die beiden Mädchen in» Leben zurückzurufen, der kleine Horst dagegen erholte sich unter der Behandlung der Feuerwehrsamariter wieder; sein Zustand gab aber zu Bedenken Anlaß, so daß der Arzt die Uebersührung ins Krankenhaus verordnete. Nach den bisherigen Ermittlungen ist das Feuer vermutlich durch di« Lampe, die die Decke in Brand setzt«, entsacht worden. Da da» Feuer zunächst nur langsam weite rglünntt«, sammelten sich in den kleinen Mumen bald so starke Rauchgase an. daß dl« Sinder im Schlaf erstickten. Auf ähnliche Weis« kam am Sonntagnachmittag der Stzjährige Schuhmacher Friedrich Nagel ums Leben. Nagel hat im Hause Möckernstr. 72 eine kleine Kellerwohnung inne. Kurz nach 15 Uhr wollte der Mann den Zimmerosen heizen, wozu er Petroleum verwendete. Plötzlich schlug«in« Sttchflomm« her» aus uttd setzte die Kleider de» Unvorsichtigen und da» Bett in Brand. Aus die Hilferufe des Verunglückten eilten Hausbewahnec hinzu, denen es gelang, die brennenden Kleider des allen Manne» durch Ueberwersen von Decken zu ersticken. Die Verletzungen war« aber so schwer, daß Nagel noch vor Eintreffen des Arzt» starb. Die Feuerwehr Halle mit der Löschung des Brand» noch eine halb« Stunde zu tun.— Bei einem Wohnungsbrand im Haus« Spree- straße 22 erlitt heute früh der Stjährige Sohn des Arbeiter» Schiemann eine schwere Rauchvergiftung. Di« Feuerwehr schaffte den jungen Menschen ins Westend-Krankenhau». Wir wollen als Deutsche spielen! Anschlußkundgebung beim deutsch-österreichischen Länderspiel. und Chemnitz hierhergekommen■ i(»• und Brieftaschen, Mit dem Länderfußballspiel zwischen den Mannschaften des Arbeitsr-Sport- und Körperkultur-Verbandes Oesterreichs und des Deutschen Arbelter-Turn- und Sportbundes, über das wir im Sport- teil der vorliegenden Ausgabe ausführlich berichten, war eine kund- gebung für den Anschluß Oesterreichs an Deutschland verbunden. Aus Wien war der sozialdemokratische Nationalrat Dr. Zullu» Deutsch, der Vorsitzende des Sportbundes und der Sportinternotio- nole, erschienen: für die deutsche Sozialdemokratie sprachen die Reichstagsabgeordneten Erispien und Künstler. Beim Erscheinen der Mannschaften aus dem Spielfelde spielle der Spielmannszug di« Internationale. Dann überbrachte im Ziamen der Berliner Sozialdemokraten Franz Künstler den Willklmimengruß. Die Arbeitersportbewegung und die Partei, betonte der Redner, sind nicht Gegensätze, sie ergänzen sich vielmehr. Rur körperlich gesunde und durch Sport ertüchtigte Menschen werden auch Im Lesreiungskamps der Arbeiterklasse hervorragendes leisten. Deshalb unterstützen die sozialistischen Parteien die Arbeitersportler. Aber das sportliche Ereignis hat auch feine politisch« Bedeutung: vrsterreichlsche und deutsche Sportler demonstrieren gemeinsam ml« der«rbeiterschast für den Anschluß. Was zusammengehört, darf nicht dauernd getrennt bleiben: trotz der Frledcnsvertröge wird die Zeit die vereinigui�z beider Länder in einer deutschen Republik bringen. Das Proletariat Oesterreichs und Deutschlands kennt keine Grenzen. Den Gruß Künstlers an den Präsidenten der Sozialistischen Arbellersport-Internationale. Deutsch, erwderte dieser unter dem Beifall der Sportler und Zuschauer auf das herzlichste. Dann sagt« Dr. Deutsch: Die Ländermannschaft, die hier antritt, kommt aus einem Lande, das gar kein selbständiges Land sein will, wir wollen vielmehr als Deutsche, als Rord- und Süddeutsche, spielenl (Lebhaftes Bravo und Händeklatschen!) # Ganz Oeslerreich wünscht den Anschluß und vornehmlich In ihm die österreichische Arbeiterschaft, die Bor» kämpferin des Anschlußgedankens. Warum will Oesterreich den Anschluß an Deutsch'and? Die Antwort ist leicht und einleuchtend: Oesterreich macht erstens nur Gebrauch vom Selbstbestimmungsrecht der Völker und zweitens will es heraus aus wirtschaftlicher und kultureller Enge. Kürzlich habe sich erst ein französischer Staatsmann sehr besorgt um die Selbständigkeit Oesterreichs gezeigt und' habe von Selbstmord gesprochen, für den Fall, daß dieses staatliche Eigenleben aufgegeben würde. Nun, erklärte der Redner, wir begehen mit Freuden diesen Selbstmord, wir wollen zur dculschcn Repu- blik, und wir sehen es nur auch als ein« Auswirkung der Demo» kratie an. wenn da» eine Zehntel oon Oesterreich» Vevälleruug. da« die Vereinigung nicht will, den Anschluß mitmachen muß. Nicht die habsburgische Monarchie, sondern da» neue Deutschland ist unser Ziel, wir folgen darin den Großen des Sozialismus, unseren Bebel. Lieb» knecht, Adler. Wir Oesterreicher fürchten auch nicht die deutsch« Re» altion, weil wir wissen, daß gegen sie eine deutsch« Sozialdemo- kratie kämpft. Mit dieser Sozialdemokratie wissen sich die Oester- reicher eins und mit ihr wollen sie gemeinsam für die BefreiuiiH der Arbeiterklasse kämpfen. Deutsch ließ seine Ansprach« ausklingen in ein hoch auf die geeinte Sozialdemokratie and auf die deutsche Re- publik, das von der Versammlung freudig aufgenommen wurde. In der Pause zwischen Spielhälften richtete dann noch Reichs- tagsabgeordneter Erispien einige Wort« an die Versammelten. Nach einer Würdigung des in kameradschaftlichem Geiste ausge- ttagenen Spieles erwiderte Erispien die Anschlußwünsche. Oester- reich sei ein Stück des Deutschen Reiches, das keinen Platz für zwei Monarchien geboten hat. Wir brauchen nicht warten, bis der Völkerbund sein„einstimmiges Votum" für den Anschluß erteilt hat, die sriedl'che Entwicklung wird ihn«her bringen. Diese Entwicklung zn fördern, sie dem erstrebten Ziele zuzu- führen, ist das Amt und die Aufgabe der sozialistischen Parteien beider Länder. Wenn die Macht der So ioldemokratie stark genug sein wird, wird auch der Zusammenschluß Oesterreichs und Deutschlands ke'n Problem mehr, er wird dan, eine vollzogene Talsache sein. Der So- zlaldemokratischen Partei und ihrer Sportlcrschaft ein„Frei-Heil!" „Hoch" Und„Frei-Heil" brauste es gewaltig über den winter- lichen Platz, tie Banner d?r Berliner Parteiorganisationen grüßten in leuchtendem Rot. mächtig erklang der Sozialistenmarlch der Spielleute.— Dann hatten die Kampfmarmichoiten dos Wort! Ole Entscheidung des Re chsafbeitsgerichts. ll-ber die Gültigkeit des Elsenschiedslpmches. Die Entscheidung des Reichsarbetlsgerlcht» über die Gültlgkett des Eisenschiedsspruch» ist Bus den t 5. Z o n u a r angesetzt. Vorsitzender ist Senalspräiider" Dr. Oez g. Die umfangreiche Denkschrift zur Reoistonsbegrüni.ang Ist erst am IS. Dezember in Leip- zig eingegangen. Zentrumsarbeiter in Rebellion Stegerwald 3mbusch- Giesberts. Die große Versammlung der Zentrumsarbeiter, bie schon in föln angekündigt wurde, hat am Sonntag in Effen stattgefunden. Es waren nur Delegierte von Arbeiterverbänden anwesend, die Breffe blieb ausgeschlossen. Aus dem offiziellen Bericht ist zu entnehmen, daß die trotz ge offer Bontottversuche start besuchte Versammlung folgende Ent. hließung annahm: 3n Mit großem Bedauern nimmt die Tagung Kenntnis Don den Begleiterscheinungen der Bahl des Vorsitzenden der Bartei. Jebe persönliche Boreingenommenheit gegen den aus der Bahl hervorgegangenen und deshalb auch von uns anerkannten nunmehrigen Borjizenden liegt den Arbeiterzentrumswählern burdaus fern. Sie sind aber der Ueberzeugung, daß in der Nichtwahl des vom Partelvorftand in Borschlag gebrachten bewährten Führers der christlichen Arbeiterbewegung, Stegerwald, in dessen Händen in schwerer Zeit die Geschide der Partet und der Reichstagsfraktion führend und leitend gelegen baben, eine bewußte Zurüdsetzung des Arbeiterstandes erblickt werden muß. Diese Tatsache wird um so schmerzlicher empfunden, als die At. beiter im Zentrum ihrer Partei bisher unverbrüchlich und unter Opfern die Treue gehalten haben. Bei der heutigen Gesamttruttur unseres Bolts- und Wirtschaftslebens bei mehr als 70 Bros. Cohn- und Gehaltsempfängern und bei der Tatsache, baß auch die Zentrumspartei in der Zusammenfeßung ihrer Bahler diefer Struttur ungefähr entspricht, liegt es im Lebensintereffe der Partet, diefem Umstand Rechnung zu tragen und ben Aufstiegsbestrebungen des Arbeiterstandes, die unferem Jahrhundert ben Stempel aufbrüden, die notwendige unferem Jahrhundert den Stempel aufbrüden, die notwendige Beachtung zu widmen. Das Ergebnis der Borsigendenwahl ift maßgebend mit beeinflußt worden durch die derzeitige 3u. fammenlegung der Parteitörperschaften. feiner Weise ipiegelte sich in diesen letzteren die wirkliche zu lammenjehung der Zentrumswählerschaft wider. Die Bertreter tagung fordert die Arbeiterzentrumswähler bringend auf, durch eine nachhaltige intensive Arbeit im Gesamtparteileben die Bor ausfegung zu schaffen für die Erlangung und Erhaltung eines ftarteren, ihrer Bedeutung und ihrer Bahl entsprechenden Ein fluffes in der Partei. Insbesondere erwartet die Tagung, daß die Sentrumsarbeiterschaft die örtlichen und bezirklichen Zusammen. fassungen in Arbeiterbeiräte der Zentrumspartei weiter ausbaut und, wo sie noch nicht bestehen, unverzüglich ins Leben ruft. Beiter muß aus den örtlichen und bezirflichen Arbeiter. beiräten baldigit ein Reichsarbeiterbeirat der Zentrums. partei gebildet werden, wie andere Berufsstände fich schon ent sprechende Körperschaften geschaffen haben. Endlich müssen Mittet und Wege gefunden werden, um auch unbemittelten Ber. tretern die Teilnahme an den maßgebenden Tagungen der Partei zu ermöglichen. Wenn die Finanzierung für diefen 3mer aus allgemeinen Barteimitteln nicht erreicht werden tann, bann muß die Zentrumsarbeiter haft aus ihren eigenen Reihen die notwendigen Mittel für ihre Bertretung befchaffen. Das bedeutet in bürren Worten die Organisation einer eigenen Arbeiterpartei innerhalb des Zentrums. Eine solche Gründung hat, mag die Entschließung das auch mit schönen Worten für den Brä laten Staas zu verfüßen trachten, ihr eigenes Schwergewicht. Ihre in Auswirtung wird sich später zeigen. 12 ㄉ ما ie je er er es 萬 b. be 24 hr 436 Geverings Ruhrschiedsspruch. Theater und Kunst. Berlin und die Sammlung Böhm. Justis Berdift. " Es muß wohl eine nahe und bringende Gefahr bestehen, daß die Stadt Berlin für 3 Millionen die Sammlung Böhm anfauft, denn Stadt Berlin für 3 Millionen die Sammlung Böhm anfauft, denn der Direttor der Nationalgalerie, Dr. Ludwig Jufti, erhebt in einem fehr ausführlichen und sorgfältig begründeten Aufsatz des Berliner Tageblatts" vom 13. Dezember feine warnende Stimme dagegen. Daß es sich hier um eine Gefahr und nicht etwa um eine Kulturtat handle, das heißt, daß die angeforderten 3 Millionen unrichtig angewendet wären und unabweisbar mettere und höhere Aufwendungen nach sich ziehen würden, um nichts anderes zu er zielen, als ein schwaches und überflüssiges Duplikat der Rationalgalerie, ist an dieser Stelle bereits gesagt worden und wird nun von Jufti mit unwiderleglicher Sachlichkeit bewiesen. leiter und Gelehrte sich über persönliche Mißbeutungen hinwegjeßt Die Gefahr muß dringend sein, wenn dieser verdiente Museums und fein bisheriges Schweigen bricht. Er hat felber auf die Einwände hingewiesen, die gerade sein Wort in dieser Sache bei Uneingeweihten zu entkräften drohen. Ich möchte aber als völlig Un parteiischer mit höchstem Nachdruck betonen, daß die Gründe Justis nicht etwa aus der Sorge für den Borrang der Nationalgalerie herstammen, sondern ausschließlich sozialökonomischer und funftherstammen, sondern ausschließlich sozialökonomischer und tunstpolitischer Art sind. Er will eine Sturzsichtigkeit der Stadtverwalt tung verhüten und deren vorhandene Mittel den auf der Hand liegenden Zweden( Ankauf von Bildern lebender Künfiler und Werfen zur Geschichte Berlins) zuleiten. Er gönnt der Stadtverwaltung fogar das zweifelhafte Bergnügen, ihre bisherige halb fozial gerichtete Kauftätigfeit fortzulegen", d. h., mäßige Sachen nach dem Geschmad der Kunsttommissionsmitglieder zu faufen. Aber hierin werden wir alle, die gerade diese Antaufspolitik seit jeher so heftig befämpft haben, ihm nicht folgen tönnen. Es muß ohne Nachlaffen der Ruf nach dem sachverständi gen und verantwortlichen Leiter diefer städtischen Anfäufe erhoben werden. Niemals würde ein solcher den Bilderstapel für teures Gelb erworben haben, der in den Amtszimmern und Magazinen der Rathäuser hängt; niemals aber würde er auch den Anlauf der Sammlung Böhm verantworten wollen. Kunstanläufe aber mit Jozialer Fürsorge verquiden, Bilder zu kaufen, weil ber arme Teufel Don Maler einem leid tut, das ist allenfalls vom Standpunkt eines reichen Brivatmannes aus zu billigen. Will die Stadt der Kunst bienen, so taufe fie gutes Material von lebenden Künstlern. Ernst Toller: Matinée. Theater in der Königgräher Straße. Gin längerer Auffaß über die Literatur dieses Jahres, den Toller aus dem Manuskript vorlieft, enttäuscht, weil es sich allein um begriffliche, und zwar recht billige Formulierungen handelt. Toller rechnet mit der sogenannten modernen Sachlichkeit in der Kunst ab das ist ein Lobenswertes Bemühen aber er glaubt, daß Schlagworte tunstphilosophischer Prägung, noch dazu durch allzuhäufigen Gebrauch blanfgewegt, eine erfenntnistheoretische und festgefügte Argumentation ersetzen können. Das Resultat ist für jeden Einsichtigen richtig, doch die Schußfolgerungen bleiben zu toder verbunden und sind zu sprunghaft. Darauf zwei Szenen aus einer soeben vollendeten Komödie Bourgeois bleibt Bourgeois", die Toller gemeinsam und Im Warenhaus". Was ist von Toller, was von Hafenclever? mit Hafenclever gearbeitet hat. Die Szenen heißen:„ Im Golfklub" Jedenfalls wird Molières prachtvoller Bürger als Edelmann in moderne Berhältnisse übertragen. Die paar Proben ergeben kein Bild von der Gesamtanlage des Spiels, von der Führung der dramatischen Handlung, höchstens von der sprachlichen und gedanklichen Gestaltung. Toller oder Hasenclever oder beide gemeinsam entdecken in sich die Neigung zu einer tnappen, aphoristisch geschliffenen Sprache. Jeder Saß ein Treffer! Leider entspricht der Inhalt nicht immer der Form. Schön, der ewige Bourgeois spricht hier, bewegt sich in Gemeinplägen, aber ist es denn die Sprache diefer Leute oder nicht vielmehr ein ziemlich platter und recht ab. gebrauchter Literatenwij? Mit diesem Schlips werden Sie Minister!" oder so ähnlich, wo hat das nicht schon gestanden? Aufrüttelnd bleibt Toller im Schwalbenbuch", oder in den beiden Auffäßen Rede über Henry Barbusse“ und„ Ein Justizfall". Der Dichter wird zum Anfläger, zum Gewissen der Zeit. Schon um dieses Justizfalles" allein wäre es schade, wenn Toller vergessen würde, was er heute bedeutet. F. S. Kaldreuth Ausstellung. früheren Kronprinzenpalais, hat Geh. Rat Jufti aus Anlaß des In der neueren Abteilung der Berliner Nationalgalerie, im Berken des Meisters eingerichtet. Zwei Säle, die besten des Todes von Leopold Graf Kaldreuth eine fleine Ausstellung von Noch schlimmer als diefe pseudosoziale Künstlerunterstügung aber Hauses, in denen sonst Corinth und Slevogt hängen, im mittleren ist ber pfeudokunstwirtschaftliche Versuch, fich eine eigene Galerie ohne Staldreuths, die bie Nationalgalerie befigt, tamen Werke aus Ber Stockwerf der Galerie wurden dafür freigemacht. Zu den Bildern einfach eine Privatsammlung ankauft und sich mit baren drei Millio viel Nachdenken und Berantwortungsgefühl zu schaffen, indem man liner Privatbesitz, u. a. von Mitgliedern der Familie des Künstlers. Aus der Nationalgalerie fennt man sein großes Parkbild mit dem dem größten und angesehenften Museum deutscher Kunst der Neuzeit Nationalgalerie besitzt auch das 1897 entstandene Bild, durch dessen nen, aber ohne Sachkenntnis, darauf festlegt, eine Konkurrenz zu Schloß der den Kaldreuth verwandten Dords, Klein- Dels. Die aufzumachen. 3n legter Stunde fei vor einer solchen abendliche Landschaft ein Bauer die Egge führt, und in ihrer BildAusgabe städtischer Mittel aufs dringendste genissammlung das Borträt Ernst von Bildenbruchs, das ihr der warnt! Dr. Paul F. Schmidt. Weihnachtsspiel. Rinderklaffe der Bigmanshule. Am Donnerstag oder Freitag zu erwarten. Der Reichsinnenminister Severing, der heute von seiner Informationsreise durch bas Ruhrgebiet nach Berlin zurückkehrt, beabsichtigt, am tommenden Donnerstag oder Freitag ben Parteien Persönlich feinen Schiedsspruch in Effen oder Düsseldorf bekanntzugeben. Der für beibe Barteien bindende Spruch wird zu gleicher Zeit der Deffentlichkeit übergeben ten. Die primitive Frische des merben. Berhandlungen im Werftarbeiterstreit. Die Kinderspielschar der Berliner Mary- Wigman- Schule tud zu einem Weihnachtstrippenspiel mit Tod und Teufel" ein. Man ging mit einigem 3agen hin- man fürchtete, lauter tleine männ. liche und weibliche Bigman- Nachahmungen vorgesetzt zu bekommen. Aber man wurde angenehm enttäuscht. Auf der Bühne standen wirkliche Kinder, die fich in echt findlicher Spielfreudigkeit beweg übrigens regietechnisch sehr effett Doll aufgebauten Spiels zeigte erfreulich deutlich, daß dieser findlichen Schar von ihrem Spielleiter Dr. Felir Emmet feines falls etwas von ihrer ursprünglichen Natürlichkeit genommen wurde. Dabei tamen Bilder von packendem und ergreifend startem Einfluß zustande. Der Szene Tod des Herodes hätte sich eine große Bühne ebensowenig zu schämen brauchen, wie der rührenden Holdheit der Anbetung". Doch gerade in diesen beiden stärksten Bilbern zeigten fich auch Mängel der Gestaltung: der fputhaft mit einem Knochenfuß im Arm umhergeisternde Tod gehört auf teine Kinderbühne; und das fleine Mädchen, bas als Jesusfind anmutig zart in der Biege daliegt; mirft wie eine den Effett berechnende Die Gewerkschaft Bereinigte Konstantin der Große hat beim Schauspielerin, wenn sie sich plötzlich aufrichtet und die friende GeDemobilmachungsfommissar den Antrag auf Entlassung von 650 meinbe betreuzigt. Beide Bilder hätten noch gewonnen, wenn Arbeitern geftellt. Diese Gesamtziffer soll auf die gesamten Schacht man ben unrealistischen Wigman- Stil in ihnen etwas starter ful banlagen der Gewerkschaft verteilt werden, so baß auf allen Ron- tiviert hätte. ftantin Zechen Kündigungen erfolgen werden. 10 as dyt Rea OL et. Der in Re15. ge: ет vei Der Die von der Reichsregierung zur Beilegung des in die 12. Woche gehenden Werftarbeiterstreits eingeleitete Schlichtungsaftion, mit ber Rinisterialdirektor Grabein aus dem Reichsarbeitsministerium betraut morden ist, beginnt morgen, Dienstag mittag, im Reichsarbeitsministerium. 650 Bergarbeiter sollen aufs Pflaster geworfen werden. Bochum, 17. Dezember.( Eigenbericht.) Bugtatastrophe in Polen. 4 Bahnbeamte getötet, 6 schwer verletzt. Warschau, 17. Dezember. Dolittle- Filme. Alhambra. Tes. Dichter hinterließ. In den Mittelpunkt der Ausstellung fam ein Selbstbildnis des Grafen man erinnert sich seines männlichen und liebenswürdigen Wesens; unvergessen ist auch, wie Kaldreuth feinerzeit ein Bild auf die Pariser Kunstausstellung schickte, obwohl eine deutsche Beteiligung offiziell nicht gewünscht wurde, wie er deshalb aus dem Regiment Garde du Corps seinen Abschied nahm, und wie er später fich an die Spize der vorwärtsstrebenden szud Künstlerschaft als erster Präsident des Deutschen Künstlerbundesió si stellte. Den Maler Kaldreuth vertreten in der Nationalgalerie ant reifften feine Gartenbilder. Das Bild der nähenden Frau auf der Gartenteraffe vor dem blühenden Bart stellt sich würdig den Schöpfungen Slevogts an die Seite. Den früheren Kaldreuth vertritt ein Bauernbild: das kleine Mädchen fährt auf dem Schubkarren sein Schwefterchen auf das Haus zu, vor dem die Alten sißen, über die Brücke eines Baches, an dem die Wäscherin bei der Arbeit ist. Der Meister der Düfte. Der legte offizielle Bertreter einer Jahrtausend alten, mur im Orient befannten Kunst ist, wie der Lit. Welt" berichtet wird, jezt gestorben. Dschafar Aga, der Duft- Meister" des letzten Ralijen, hatte die Aufgabe, den individuellen Wohlgeruch, der zu einem Menschen, einem Buch, einem Raume zu gehören scheint, zu bestim men und herzustellen. Vor allem hatte er für die Haremsdamen des Kaisers und für die Bücher, die in deffen Bibliothet aufge nommen wurden, ben charakteristischen Duft herauszufinden. Zu diesem Zwed wurden die betreffenden Frauen über Abstammung und Heimat befragt, mußten vor dem Meister tanzen und speisen, und nicht minder genau hatten die Bücher, ihre Verfasser und Kommentatoren Rebe zu stehen. In tagelanger Laboratoriumsarbeit wurde dann die paffende Effenz gemischt. Es geschah für die Bücher. mit noch größerer Sorgfalt als für die Frauen, denn diese sind ver gänglicher als jene. Hugh Lofting, der Englänber, der die wunderbaren Dolittle Bücher schreibt, ist wohl der Mensch, der die meifte Begeisterung mit feinem Schaffen weckt. Die schon seit langem erwarteten ersten brei Dolittle- Filme von Lotte Reiniger erlebten, zugunsten der gleich mit allen anderen großen Bölkern die meisten Lehrenden und Balbenburger Rinderhilfe im Rahmen eines Doktor DolittleAuf der neu gebauten eingleifigen Berbindungs. en. bahn, die unter Umgehung Deutsch- Oberschlefiens aftowi and Bojen auf der Strede kalety- podzamcze berbindet, fließen Sonntag abend 9 Uhr zwischen den Sta- Rachmittags nun ihre Uraufführung. fionen Wielin und Pontnow 3wel Güterzüge zusammen. Dle beiden Lokomotivführer und zwei Mann des Beilt leitperfonals wurden getötet, fechs weitere Beamte wurden mer verlegt 44 Güterwagen wurden zertrüm mert. Das Gleis ist auf eine lange Strede zerstört. Die Strede frede anzulegen, mißglückte. wird längere Zelt gesperrt bleiben, da der Verfuch, eine Umgebungsird TO. 500 [!" Der Todesstrafe beantragt. 3m Brandenburger Mordprozeß. Im Brozeß wegen der Ermordung des Brauereibesizers Fren. erant in Brandenburg begannen heute vormittag die Blädoyers. Der ten Staatsanwalt beantragte nach längeren Ausführungen bie Todesstrafe für illi Schmidt, ferner den Berlust er bürgerlichen Ehrenrechte Der Angeklagte hörte dem Antrag egungslos zu und äußerte sich in feiner Beife. Er bot bas Bild boliger Teilnahmslosigkeit. Felt ornf. ip Afghanisten im Aufstand. Die Hauptstadt angegriffen. Neu Delhi, 17. Desember. Wie aus Kabul gemeldet wird, haben die Auf tändischen nunmehr die Hauptstabt selbst an Begriffen, wobei es zu erbitterten Rämpfen kam, die Rabul große Beunruhigung verursachen. Das gelehrte Deutschland. Wir haben in Deutschland im Ber die meisten Lernenden im Berhältnis zur Gesamtbevölkerung. Heber 180 000 Lehrer unterrichten in den Volksschulen, mehr als 16 000 Oberlehrer und Stublenräte arbeiten in den Mittelschulen( sog. Wieviele fennen ihn und haben ihn lieb, diefen Tierdoktor, der Höhere Schulen) und 7830 Hochschullehrer aller Art bringen der die Tiersprache kennt, der Tiere als Hausgenossen hat und der allen Rallon die höchsten Spizen der Weisheit bei. Abgesehen von der Nation Tieren hilft. Hugh Lofting zeichnet aber nicht nur mit Borten, er Einwirtung, die durch Wort und Schrift, durch Buch und Zeitung Lieren hilft. Hugh Lofting zeichnet aber nicht nur mit Borten, er zeichnet auch mit dem Silft, und so find der Kleine rundliche Dotter auf Erwachsene stattfindet, geht diese gelehrte Bemühung unserer fiebvertraute Gestalten. Und genau in den Umriffen, die ihr Schöpfer gefähr 3 Millionen Mittelschüler und über 100 000 Hochschüler aller und die Hauptakteure unter den Lieren uns bereits geraume Zeit Bädagogen auf eine Armee von 6,6 Millionen Boltsschülern, unihnen gab, übernahm fie Lotte Reiniger, diese unvergleichlichert. Es entfallen auf einen Bolksschullehrer 19 und auf einen Scherenschnittkünstlerin. Sie schuf Dolittle- Filme, die von höchftem Hochschullehrer 13 Gdüler. Zusammen etwa 10 Millionen Lernende vom Abcfchüßen bis zum Dottoranden und 204 000 Pädagogen. Bersönlichkeitsmert zeugen und doch oder vielleicht gerade darum ein Geschent an die Allgemeinheit find. Welch' hohe Intelligenz, welch eiferner Fleiß und welch grundgütiges Berstehen steden in diesen Werken. Die Kinder fönnen nicht anders als jubeln, und die Erwachsenen verfolgen diese föstlichen Märchenfilme mit größter Anteilnahme. e. b. Der Schriftsteller Hermann Horn ist am Sonntag in Min. en einem Herzschlag erlegen. Horn, am 26. Auguft 1875 als Sohn des Jagdschriftstellers Ostar Hore in Flensburg geboren, ging in jungen Jahren zur See, mar bann Rebatteur in Stuttgart, beffen Landestheater seine ersten Dramen zur Uraufführung brachte, und lebte in den legten beiden Jahrzehnten in München. Bon feinen Werten find am bekanntesten geworden die Seegeschichten Die Mannschaft des Aeolos und Meer und Matrofen, sowie ber foziale Roman Der arme Buchbinder". Ebenso wie das meer und die Boefie der Segelschiffe haben die banerische Bandschaft, ihre Menschen und ihre Liermelt in Hermann Horn einen meisterhaften Schilderer gefunden. Die Weihnachts- Ausstellung Junger Künstler wird in der Modernen Galerie Bertheim von Dienstag, ben 18. Desember 1928 bis zum 14. Banuar 1929 gezeigt Das Das neue Dostojewskij- Museum in Moskau. Bor einigen Tagen ift in Moskau ein Dostojewstij- Museum eröffnet worden. Museum ist in der Wohnung untergebracht, in der Dostojewstij feine Stindheit verbrachte. Es sind zwei kleine Zimmer mit niedriger Dede und Fenstern auf den Hof. Die Wände sind mit Bildern ber Eltern und Berwandten des Dichters fowie mit zahlreichen Porträts Dostojewskijs geschmüdt. In Vitrinen find Manuftripte und Briefe bes Dichters ausgestellt, barunter zwei Briefe, die er aus der Beter Bauls- feftung, in ber er als politischer Berbrecher eingefertert war. an seinen Bruder geschrieben hatte. Die Bücherschränke enthalten bie ersten Auflagen von Dostojewstijs Werten und Zeitschriften mit feinen Artikeln. Von der ursprünglichen Einrichtung der Wohnung ist nichts geblieben, wahrscheinlich, weil fie, wie Dostojewskij ſelbſt fagt, mehr als bescheiden war". Cine fleine, am Ende des Kor ridors gelegene Rammer ohne Fenfter biente dem fpäteren Dichter als Spielzimmer. Das Wiener Gafifpiel abgesagt. Das Baitfpiel der Wiener Staatstheater in Berlin ift abgefagt worden. Es follten während der Berliner eftwochen im Mai und Juni das Burgtheater und die Oper an je zwei Übenden gaftieren. Db ber Fall Furtwängler babei mitspielt? Bis morgens um viere. Die Aachisihung des Reichstages. Di« Nachts! tzung des Reichstages ist ohne Awischenföll« zu End« gegangen. Sonntag morgen war man fertig, nicht weit vor 4 Uhr konnten die Abgeordneten das Haus verlassen. In der Aussprache über den Nachtragselal, deren Beginn in der Sonntagsousgabe des „Vorwärts" geschildert worden ist, behauptete der Abg Torgler (Komm.), daß für die Ausstattung der Wohnung des Reichswirt. schastsministers Curtius 150 000 Mark unter Bruch des Haushalts- rechts des Reichstags ausgegeben worden seien. Auch für die Woh- nung des früheren Reichsfinanzministers Dr. Köhler seien 45 000 Mark mehr als veranschlagt ausgegeben worden. Der Besuch des Königs Amanulla von Aighaniston habe dos Auswärtige Amt 217 000 Mark gekostet. Abg. Cremer(D. Vp.) wünscht eine Prüfung der Frage, ob durch Vereinfachung der Verwaltung und Aus- mißung technischer Fortschritt« nicht diele Beamte erspart werden könnten. Abg. Drewih(W.-P) führt Beschwerde über die verspätete Allstellung des Nachtragsetats, die es den Abgeordneten unmöglich mache, auf die Einzelheiten einzugehen. Abg. Bernhard(Dem.) meint, die Behauptung des Grafen Westarp, daß Deutschland bankrott sei, werde der aus ausländische Kredite angewiesenen deutschen Wirtschaft und Landwirtschaft noch recht schlecht bekommen. Wegen der späten Einbringung des Etats dürfe man dem Reichssinanzminister keine Vorwürfe machen, das sei auch unter dem kaiserlichen Regime von 1011— 1018 so gewesen. 6'ine besonders strenge Prüfung sei beim Reichswehretal erforder- lich. Da gäbe es fehr wenig Gemein« und Leutnants, aber un«r< hört viele Major« und Generäle. Roch schlimmer sei es mit der Martne bestellt. Aus einen Matrosen kommen dort drei Unter- offizierc und Gefreite.(Hört! hört!) Auf je 15 Mann kommen zwei Beamte. Beim Etat des Auswärtigen Amtes müßte dafür gesorgt werden, daß durch bessere Besoldung der Attaches die diplomatische Laufbahn auch den Angehörigen der weniger bemittelten Volksschichten offen steht. Abg. Dr. Pfleger(Bayr. Dp.) betont gleichfollz die Notwen- digkcit einer genauen Nachprüfung des Etats. Eine energisch« Sparsamkeitspolitik sei notwendig. Abg. Dr. Frick(Not.-€av) be- zeichnet den Nachtragsewt als einen Beweis für den moralischen, politischen und wirtschaftlichen Bankrott der Republik. Damit schließt die Aussprache. Der Nachtragsewt geht an den Haushaltausschuh. Der Antrag des Geschästsordmingsousschusses auf Genehmigung der Strafversolgung des Abg. Slrosser(Nflt.-Saz.) wegen Beleidi. gung durch die Presse wird angenommen. Ein deutfchnationaler Antrag zugunsten der Wirtschaft und Landwirtschaft Ostpreußens wird dem Ostauslchuß überwies«». Um Vi 4 Uhr morgens vertagt sich das Haus. Der Präsident erhält die Ermächtigung, die nächst« Sitzung Mitte Januar einzuberufen. Ei« junges Kätzchen. Als Anlaß zur Entlassung ves Betriebsrotsvorsitzenden. In der Küche des Restaurants ,Aur Traube" in der Leipziger Straße oerkehrten, wenn man so sagen darf, mehrere Katze». Sie wurden mit Küchenabsällen gefüttert und gingen im übrigen ihrem Lebensberuf, der Mäuseoertilgung, noch. Niemond kümmert« sich darum, wer ein juristisches Eigentum an diesen Katzen hatte. Allgemein hielt man den Portier des Dauses für denjenigen, dem die Katzen gehörten, hatte er doch einem Koch, der gern eilte Kotze in seinem Haushalt haben wollte, ein junges Kätzchen ver» sprochen. Eines Tages nahm also der Koch«ine jung« Katze mit nach Hause. Es wäre wohl nichts danach gekommen, wenn nicht der dauer des Betriebsratsvorsitzenden.—„Dem können Sie ja«rt- gehen." sagte der Vorsitzende des Gerichts,„wenn Sie den Kläger wieder einstellen." Das ober lehnte der Vertreter der Firma ganz entschieden ob mit den Worten:„Wir können doch nicht den Mann wieder einstellen, der einen Diebstahl(!) begangen hol." Die Firma will Berufung gegen das Urteil einlegen, so daß sich auch das Landesorbeitsgerillst mit der Katzengeschichte zu beschäftigen haben wird. Ein Roheiisverbrechen aufgeklärt. Oer Tater verhaftet und geständig. Allgemeine Funktionär-Versammlung Dienstas. den 1«. Pexenber, IS Uhr. In«fen Ccrmanla-FestsSlen. Chaassaastr. Tagesordnung: Die gegenwärtige politische Situation Referent: Siegfried Aufhiuser, M. d. R. Zutritt nur mit Mitgliedsbuch und FunktionSrausvels für 192B. Der Bezirksvorstand. Koch Vorsitzender des Betriebsrats gewesen wäre, der gegen den Willen der Firma amtierte, denn sie hatte seinerzeit wegen angeblicher Verletzung der Wahlvorschriften Einspruch gegen die Wahl des Betriebsrats erhoben, war aber damit vom Arbeitsgericht obgewiesen worden. Nun sollt« die Mitnahme der Katze den Grund abgeben, den Betriebsratsvorsitzenden loszuwerden. Di« Finna ließ also den Betriebsrotsvorsitzonden auffordern, die Katze zurückzubringen. Da er ober des Glaubens war, die Kotze sei ihm vom Portier, den er für den Eigentümer hielt, geschenkt worden, so befolgte er die Aufforderung der Firma nicht. Deshalb wurde er am folgenden Tage„wegen Diebstahls einer Katze" ohne Zustimmung des Betriebsrats fristlos entlassen. Die Entlassung wurde auch nicht rückgängig gemacht, nachdem der Betriebsratsvorsitzende die Katze wieder zurückgebracht hatte. Der Entlassene Nagte mit Hilfe des Zentralverbandes der Hotel-, Restaurant- und Eofeangestellten beim Arbeitsgericht, welches dahin erkannte: Das Gericht unterstellt— was keineswegs bewiese» sei—, daß die Katze Eigentum der beklagten Firma ist. Aber unter den hier vorliegenden Umständen könne von einem Dieb- stahl keine Rede sein. Es liege also kein Grund zur EnUassung des Betriebsratsvorsitzenden vor. Die Firma wurde ver- urteilt, dem Kläger den Lohn vom Entlassungstage bis zur Klageerhebüng, 1005 Mark, zu zahlen. Der Vertreter der Firma, der einen Vergleich auf 800 M. abgelehnt hotte, janunerte nun über die Verurteilung und deren Folge: Weiterzahlung des Lohnes für die ganze Zeit der Amts- wie wir berichtet hatten, war tu der Rächt zun» vergangenen Freitag der Obergesreile Willy Roltichalk van der 1 Eskadron des sächsischen Reiterregiments, der sein« Schwester in der Schlie- wanostroß« besucht hatte, ans dem Helmwege nach der Kaserne über- fallen und durch Messerstiche schwer verletzt worden. Die Vorgänge sind jetzt vollständig ousgeklärl. Wie die Kriminolinspektion Prenzlauer Berg feststellte, wallte Rottschoik unterwegs noch«in Glas Bier trinken und betrot eine Wirtschaft in der Schlie monnstraße. Als. er dort von einer Frauensperson mit einer unflätigen Bemer- kung empfangen wurde, kehrte er wieder um und ging weiter. Die Begleiter des Mädchens verfolgten ihn und griffen ihn alsbald tät- lich an. Als er sich zur Wehr setzt«, zog der eine sein Messer und verletzte ihn durch mehrere Stiche in den Kops so schwer, daß er nach dem Lazarus-Krankenhause und später noch der Augenklinik der Eharite gebracht werden mußte. Dort liegt er noch schwer danieder. Der Messerstecher wurde jetzt ermittelt und festgestellt als ekn wohnungs- und arbeitsloser 50 Jahre alter Walter Dohmonn. der in seinen Kreisen den bezeichnenden Spitznamen„der Nord- pirat" führt. Auch die beiden anderen und das Frauenzimmer wurden ermirtelt, aber auf freiem Fuß belassen, weil sie an der Tat nicht direkt beteiligt waren. D o h m a n n. der Anführer einer Rott«, die planmäßig in jener Gegend P o f s a n t« n belästigt und anrempelt, ist geständig und wird heute dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden. Oer„silberne" Sonntag. Di« drei Berkehrszmtren Groß-Berlins, vom Wittenbergplatz bis zur Gedächtniskirche, vom Potsdamer Platz über die Leipziger Straße, die Friedrich st raße lang und rund um den Alex, hatten gestern, ihren traditionellen vor- weihnachtlichen Hochbeirieb. Bon 2 bis 6 Uhr waren die samt- lichen Kaufläden der Stadt geöffnet und in dieser Zeit sollte jeder noch.Herzenslust oder besser ausgedrückt, noch der Geldbeutelbe- ichaffenheit. sehen, wählen und kaufen. Das gleißte und blitzte imd flimmerte und lackte! Und Kopf an Kopf schob sich die Menge die Schaufenster entlang, ergoß, sich der Riesenstrom in die Magazine all der Herrlichkeiten. Zu gigantischen Höhen aufgestapelt lag die Ware, flinke Derkäuferimien, die an diesem Tage nicht genug Augen, Ohren und vor allem Bein« hatten, standen dem gewaltigen Heer der Besucher zur Verfügung.„Fräulein, ist der Pullower da auch reine Wolle, läßt er sich gut waschen, was kostet er?" Nachdem der Fragebogen restlos ausgefüllt, oerschwindet die Fragend« mit einem kurz«„Danke� und fflitf Minuten spät««iHS sie am nächsten Warenstand. Gekauft wird am silbernen Sonntag W" hättnismäßig wenig, höchstens ein paar Kleinigkeiten, Hondst Strümpfe, Grammophonplattew Es wird erst gesichtet, der. die ander« nach den Wünschen befragt und eine vorweihnachtlich RohbUanz ausgestellt. Die begehrtesten Warenlager waren bilü? Damenkonfektion, dann die kleinen täglichen Gebrauchsartikel Handschuhe, Schals und natürlich vor allem Spielwaren. DraW schreien sich in edlem Wettstreit die Händler ihre Kehlen wuV Plötzlich verschwindet all die Herrlichkeit unter weißen Laken, Ö" Schupo klopft einem temperamentvollen Straßenrezitator frcun> lich auf die Schulter:„Schluß machen, Schluß machen!" Kirchturm schlägt es 6 Uhr, die Pforren der Geschäfte schließen M die Menge erklimmt die Berkehrsoehikel, füllt Cafes irnä> SiW' müde und abgespannt trollt das Heer derer nach Hause, die fr' Dienst am Kunden versahen. mm '•-N Schirars und rreiß Was man in der Schweiz häufig sehen kann: Schornsteinfeger auf Schneeschuhen. Oie Arbeiterkämpse in Indien. Vie Polizei wieder am Werk. Die noch sechsmonatigem Streik mühsam«.zielte EinigiMZ der indischen Textilindustrie droht durch den Dertragsbr» der. Unternehmer wieder in die Brüche zu gehen. In«fr Reih« von Befrieden sind Teilst r eik s ausgebrochen. meiT Iirdustriellen die mit den Organisationen getroffenen Der«'' borungen nicht einhalten und wiederum Lohnkürzung vornehmen. Die Erregung der Arbeiterschaft wird gesteigert durch das vakatarisch« Berhalteu der zum Schutz« der A triebe herbeigerufenen Polizei.?lis die Belegs� einer Fabrik in To rde o die Arbeit niedergelegt hott«, weil Löhne nicht verobredungsoemäß ausgezahlt wurden, erschien Fabrikhos« ein Polizeikommando, dessen Führer die � beiter zur Wiederaufnahme der Arbeit auffordert«. Als sich Arbeiter diese Einmischung in die friedliche Auseinandersetzt zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern verboten, gab er s� 150 Mann starken Truppe den Befahl, mit Knüppeln auf" Arbeiter einzuschlagen. Ueber 300 Streikend« wuk« bei dieser Zkttacke verletzt, und die meisten so schwer, daß sie ärztlicher DeHandlung unterziehen wußten. iccka»Iwvrl!ich Cflr Sic flrboftion: Suqcn üctlin: inMiofn: lh. 0U Berlin. Stilo«: Soroatls Verlag GmbH.. Verlin. Druck: Vorwärts»• orueterei und VttlaaMnftalt Beul Singer& Co.. Berlin SW 68. LinoenftraS» üitria I Beilaae Ücp wundepvollc anoma-Hschc $ 15 Beilage Montag, 17. Dezember 1928. Megerle von Mühlfeld: Jagd auf Walfische. Mit Kanonen, Bomben und Flugzeugen. Benn man von Neapel sagt: fehen und sterben, tann man getroft von der afrikanischen Walfisch bai riechen und sterben" jagen. Dazu bente man sich eine Temperatur, daß selbst die Reger zum Schwitzen tommen. Ringsherum glühender Sand, zwei zementierte Straßen, der Rest der Gassen mit Holzbohlen belegt, etwa 75 fünfzig Wochenendhäuser, unter diesen das Bostamt, das auch zu gleicher Zeit so etwas ähnliches wie eine Drogerie bedeutet. Das Hotel Capstadt ist ein dreistödiger Bau, doch wenn man näher fommt, bemerkt man, daß die oberen zwei Etagen ausgebrannt find. Der Wirt, ein ehemaliger Deutscher, tredenzt uns Bier und erzählt lächelnd, daß der Brand in seinem Haus für die Stadt ausschlaggebend gewesen sei, denn nun wäre es endlich mit der Wanzen. 50 plage vorbei. Einige Bars und Restaurants warten auf die Walfischfänger, sonst ragen noch ein Gefrierhaus und einige Schornsteine, die der Tranverwaltungsgesellschaft gehören, aus dem lieblichen Banorama. Man sage nichts gegen Balfischbat, es hat sogar 20 einen Hafen, eine richtige Pier. 10 21 00 ids, E Die Salutschüsse, die wir anfänglich uns zugedacht hatten, gal ten nicht uns, fondern einem sterbenden Balfisch, der in jeiner Not feit fünf Tagen die schmale Hafeneinfahrt verstopfte. 65 Bie eine Infel ragte der aufgebunjene Koloß aus dem Meer. Millionen von Barasiten lebben auf ihm, Milliarden von Müden belagerten die Stadt, bis der erlösende moment mit dem Torpedofreuzer aus Captown zur Beschießung des Seeungeheuers tam. Auf offener Reede liegend, hatten wir Gelegenheit, den ersten Treffer, der aus Bersehen in die Delverwertungsgesellschaft ging, 90 u beobachten Der Rest des Bombardements vollzog sich programmäßig, der Balfisch mar in die 2uft gesprengt Es läßt sich nicht bestreiten, auch im Frieden sind der Marine bedeu tende Bege geöffnet. Der Stadt mard geholfen, dem Direktor der rantompagnie auch, denn er tonnte Schadenersaz beanspruchen für ranzig gewordenes Del, das er demnächst doch unter Preis nach 0 Europa hätte fenden müssen. 73 R 2 5.5.5.N 90 20 rte he Eine Anzahl fleiner Walfischbampfer liegen hier unter Dampf, fie warten auf Nachricht von Flugzeugen, die sich auf Er fundigungsflügen über dem Atlantik befinden. Ranone und Flug Auf Ausschau nach dem Walfisch. zeug ist hier die Barole. Die Methoden, wie man Baffische zu fangen sucht, haben sich erheblich verändert. Der Atlantische Ozean gilt nicht länger für den fruchtbaren Jagdgrund, der er einstmals für die abenteuerluftigen Jungens war, die ihr Leben bei der Berfolgung von Walfischen aufs Spiel sekten. Gefahr wird es immer bleiben, auch der Kampf auf Leben und Tod, ob nun der Held dabei durch eine Lanze bezwungen wird, die ein Meisterschüße von feinem Stand in einem gefährlich schaufelnden Ruderboot geraden Begs in seine Lungen schleudert, oder ob der Walfisch durch die Ladung einer kleinen Bombe getötet und zur Strecke gebracht wird; Das Abschießen der Harpune. die Bombe tritt bann in Tätigkeit, wenn ber Flieger en modernes Balfisch in Sicht" signalisiert hat. Die Jagd übt auf die Mehrzahl der Menschen einen besonderen Reiz aus, Boraussetzung ist natürlich, daß man nicht plöglich selbst der Gejagte wird, was hier in früheren Zeiten sehr oft der Fall mar. Daß ein harpunierter Walfisch seine Jäger mit Mann und Maus in die Tiefe zog, das gehört zum Jägerlatein. Oft genug tommt es aber vor, daß Schiffe manövrierunfähig werden und tentern, meil der Walfisch, der schlecht getroffen wurde, meilenweit das Schiff abtreibt, auch besteht oft die Gefahr, daß die Schiffs. Schraube fich mit dem Harpunenfeil verwidelt. Es ist einer der erregendften Augenblide, wenn der Walfisch getroffen, wieder aus der Tiefe auftaucht und das Meer in weitem Kreise blutrot färbt. Das sind Zeichen, daß die Bombe in den Lungen des ln geheuers explodiert ist und nach einem furzen Kampf langsfeits des Schiffes geholt werden fann. ads Oft genug ist der Kampf aufregender, besonders, wenn die Har pame ihr Ziel verfehlt hat; dann beginnt der Koloß zu toben, er persucht das Schiff zu rammen, zu heben, was natürlich bei den modernen Fahrzeugen. schlecht möglich ist; aber eine zu früh trepierte Bombe hat oft statt des Walfisches das Schiff zum Sinfen gebracht. Die Jäger, meistens Norweger, fahren von einer Saison zur anderen, bald stechen sie von New Bedford oder Nantufet, ein anderes Mal von Walfisch- Bai in See. Für zmei Jahre verpflich ten sie sich, meistens merden es aber acht und neun. Manche von ihnen bringen viel Geld mit nach Hause, die meisten aber fehren in den Salonbars auf der langen Strece non Afrifa nach Normegen so oft ein, daß sie meistens wieder zurüdgehen und eines Tages statt Jäger, Arbeiter in der Tranverwertungsfabrit werden. Seitdem die Hilfsmittel der Techmit den Menschen vollkommen mntertan sind, ist die Gefahr nicht mehr so groß wie früher. Bestehen bleibt die milde Erregung der Jagd selbst heute, wo das Fischöl von den einft zu einträglichem Preis von acht Schillingen die Galonne, auf achtzehn Bennce gesunken ist. Ein großes Eremdie Galonne, auf achtzehn Bennce gefunden ist. Ein großes Erem. plar bringt trotzdem immer noch seine 50 000 m. ftellung Die Strafanstaltsbeamten. ang richtig:„ Das Gefängnis iſt eine Belt". Für den Straf75 Von Präsident des Strafvollzugsamts Schulze in Naumburg. Bei den Bestrebungen um eine Reform der Juffiz ist in der lehten Zeit der Strafvollzug in den Bordergrund des Interesses gerückt und seine erzieherische, sozialpolitische und fulturelle Bedeutung mehr als je zuvor erkannt worden. Aus diesem Grunde dürfte der nachfolgende Auffaß das befondere Jntereffe der Deffentlichkeit erweden, den der Umfliche Preußische Preffedienft aus der Hand eines Fachmannes veröffentlicht. Für die meisten ist das, mas sich hinter den hohen Mauern abspielt, ein Buch mit fieben Siegeln Nur wenige wissen, daß Dienst im Strafvollzuge heute gleichbedeutend ist mit Menschenbe. handlungskunst schwierigster Art. Lenaus Ausspruch: Kinder sind Rätsel von Gott und schwerer als alle zu lösen" ist nur bedingt richtig. Schwieriger ist jedenfalls die Zurückführung ge ftrauchelter Menschen auf die rechte Bahn, und das ist heute 3med und Ziel der Bemühung der Strafanstaltsbeamten. Dazu gehört aber einmal ein großes Maß von Kenntnissen, insbesondere auf dem Gebiete der so vielfältigen Kriminal missenschaft und der Babagogit, dann aber auch eine solche Fülle guter Eigenschaften, mie fie so leicht tein anderer Beruf verlangt. Tiefes Berständnis für alle Feinheiten, alle Irrungen und Birrungen ber unergründ lichen Menschenseele. Ernst und Festigkeit muß sich bei dem Straf anstaltsbeamten mit Güte und Milde paaren. Seine Geduld und Sangmut barf teine Grenzen fernen. En niemand und nichts darf berzweifeln, miemohl er tagaus, tagein eine sich nimmer erfchöpfende Schar Rüdfälliger durch die Anstaltstore einziehen sieht. Und er muß auch dann noch Liebe üben, wenn seine Mühen Don feinen Schützlingen mie es oft geschieht mit Unbant und Haß gelohnt werden. Die Welt weiß nichts von dem stillen Helden. tum, das täglich und stündlich von den Beamten geübt wird, beren Beruf es ist, in engster Berührung mit der Berbrecherwelt ihr Leben uzubringen Das Wort Elisabeths zum fterbenben 85 von Berlichingen Die Belt ist ein Gefängnis bleibt auch in der Um er aftaltsbeamten ist es fogar ,, ſeine" Weit Im Mikrokosmos einer Gefangenenanstalt das ist in Preußen die gemeinsame Bezeichnung ver verschiedenen Arten von Straffinden wir eine Reihe von Beamtenberufen des freien häusern Lebens wieder. So gibt es z. B. Anstaltsgeiftliche, ärzte,-lehrer, auch ingenieure. Sie kommen allerdings nicht überall und im Hauptberuf nur in den größeren Anstalten vor. Dagegen muß in jeder Anstalt ein Vorsteher, ein Inspektor und ein Aufsichtsbeamter t Der Abend Spalausgabe des Vorwane vorhanden sein. In fleinen Anstalten, wo nur selten Gefangene einsigen, versehen Gerichtsbeamte die Funktionen der letztgenannten drei Arten von Beamten im Nebenamt. Es ist dies heute noch eine nicht zu umgehende Notwendigkeit. Sie findet hoffentlich in nicht allzu ferner Zukunft ihre Erledigung dadurch, daß die kleinen Gefängnisse ihre Pforfen für immer schließen. Da furze Freiheitsstrafen nur noch selten vollstrect werden, wird den kleinen Anstalten der Lebensraum immer mehr verschränkt. Das ist nur zu begrüßen. Biele von ihnen sind rückständig. Daß man so lange Zeit teinen Anstand genommen hat, die wichtigen Funktionen von Borsteher, Inspektor und Aufsichtsbeamten im Nebenamt von Personen ausüben zu lassen, die hierfür eine Borbildung mitbrachten, ist tennzeichnend für die frühere Auffassung von der Bedeutung des Strafvollzugs. Ebenso wie es hierfür nebenbei bemerkt charakteristisch ist, daß man alte Schlösser, ehemalige Festungsgebäude und ähnliche Bauten, die man anderweit nicht verwenden konnte, gerade für gut oder schlecht genug hielt, um eingesperrten Menschen jahre. und jahrzehntelang als Aufenthalt zu dienen. Bedauerlicherweise läßt auch heute noch die Vor- und Ausbildung der Strafanstaltsbeamten manches zu wünschen übrig. Gerade diese Frage ist aber schon deshalb von besonderer Wichtigkeit, weil es eine in fich geschlossene Laufbahn für das Ge fängniswesen nicht gibt. So befinden sich 3. B. unter den Anstalts. leitern Juristen, Geistliche, Aerzte, frühere Offiziere und ehemalige Inspektionsbeamte. Daneben erheischen die vielen, zum Teil grundstürzenden Aenderungen, die die letzten Jahre dem Strafvollzuge gebracht haben, unbedingt eine Fortbildung aller schon im Dienst befindlichen Strafanstaltsbeamten, denen es unmöglich ist, neben ihrem anstrengenden Dienst das viele Neue ohne nähere Anleitung fich anzueignen. Alle Beteiligten sind sich daher einig daß auf dem Gebiet der Aus- und Fortbildung etmas Durchgreifendes geschehen muß, und zwar in allernächster Zeit. Beide Bildungsarten müssen pereinheitlicht und ganz systematisch betrieben werden. Die über= miegende Mehrzahl der Strafanstaltsbeamten erhofft dies von der Einrichtung einer einzigen -zentralen Ausbildungsanstalt in Preußen. Sie würde jedenfalls Einheitlichkeit und Systemati! am besten gewährleisten und wohl auch die geringsten Rosten verursachen. Ueber die Notwendigkeit einer besseren Ausbildung der Gefängnisbeamten ist viel geredet auch im Preußenparlament und viel geschrieben. Der Worte find genug gewechselt. Nun laßt uns endlich Taten sehen. Der Geschenkkorb. -G -w " ww Ihre Finger irrten über die Zeilen des Preisverzeichnisses: ,, Biertelweltforb- 30 Mart, aber da ist ja nichts Substantielles ein bißchen Wurst und Gänseleberpaftete- aus dem füßen Geſchlant macht sich Alfred nichts...- ,, Na, Emmi, dann nimm dod Halb. weltforb für 50 Mart. Da hat er doch eine Spidgans, die luticht er gerne - ,, Gewiß, Elise, aber eben sehe ich, was es da zu trinfen gibt: so einen französischen Roten, irgendein Chateau und einen Weinbrand, nicht mal Sognat damit ist doch dein Richard nicht zufrieden. Seft muß schon sein."- ,, Aber sicher, Emmi, du ,, Du wohl nicht, List?" ,, Ach Gotte trintit ihn auch gern-doch vom Zusehen wird man nicht satt. und wenn du doch uns einladen willst..." ,, Aber gewiß es soll auch was drauf. gehen..." ,, Also zeig mal her das nächste Dreiviertelwelt forb 75 Mart. Da ist Geft und auch Hummer..- ,, Aber doch nur Büchsenhummer... für 75 Emmchen gerade nicht verlockend. Friedel halbsüß ist auch nicht französischer Seft. ,, Na, damız ' ran an den letzten Korb den Weltkorb 100 Mart. Der Griff ins Portemonnaie ist ja immer der gleiche ob man 10 oder 100 Emm rausholt." ,, Na, laß mal sehen was gibts: Hummer inmmer noch in Dosen, neu ist nur Bökelrinderzunge ebenfalls in Büchse, nur die Ananas ist jetzt frisch..." ,, Wirds denn langen Flaschen zu effen: Gänseleberpaftete, Böfelrinderzunge, Spidgans, für 100 Marf?" ,, Wollen mal sehen! zu trinken gibts vier Deffardinen, Hummer."- und der Rest?"-ft füßes Zeug Baumfuchenspizen, Ananas, Trauben."- Man hörte eine Zeitlang mur Knittern des Papiers des Breisturants in der Hand von Emmi. Dann stand sie auf: Ja, das alles fann der ärmste Mann essen..." Und dann lachten sie, die beiden Arbeiterinnen, denen der Bro spett über die 30 bis 100- Mart- Weihnachtsförbe in die Hand ge fallen war Zuerst wurde Emmi wieder ernsthaft: Also abgemacht, Lift, du und sie fonnten lange mit dem Lachen nicht aufhören. fommst mit deinem Richard gleich zur Bescherung Rinder habt... und dann präpeln wir den Rest von unserer alten Biege... das eingeweckte Fleisch schmeckt ebenso wie Büchsen. hummer.-3ft jebenfalls billiger..." beide von neuem. -www wo ihr feine Und die Lachuift pacte Der erste Schneesonntag So schnell auch der Schnee in Berlin sich in grauen Matsch verwandelt, die kurze Frist seines Erdendaseins gibt den Großstadtkınd rn willkommenen Anlaß zum winterlichen Tollen. Die Blay and EDGAR WALLACE INS DEUTSCHE ÜBERTRAGEN ( 26. Fortfehung.) von Benn man schnell verfaufen muß, so drückt das auf den Breis. Aber ich werde sehen, was sich machen läßt, Mr. Groat. Wollen Sie auch die Einrichtung mit verfaufen?" Digby nicte. Sie haben doch auch noch eine Besizung auf dem Lande?" ,, Die will ich nicht veräußern." Als der Rechtsanwalt gegangen war, ging Digby in sein Zimmer nach oben, wechselte die Kleider und war verhältnismäßig lange damit beschäftigt. Nun muß ich Eunice überreden, ein vernünftiges Mädchen zu fein und feinen Spettafel zu machen," sagte er zu fich felbft, als er die Treppe herunterfam und seine Handschuhe anzog. 30. Digby Groat machie eine unerwartete Reise nach dem Westen. Ein guter Feldherr bereitet, selbst wenn er siegreich ist, feinen Rückzug vor, und Digby hatte längst an Kennett Hall als eine 3us flucht gedacht, wenn er in Bedrängnis fame. Kennett Hall war eine der Ländereien, die seine Mutter geerbt hatte und die erst an das Syndikat verkauft werden konnte, wenn er ihre Unterschrift beigebracht hatte. Es war feit hundertvierzig Jahren im Besitz der Familie Danton. Mitten in einem großen, düfteren Bart stand das jetzt vernachlässigte und verfallene Haus, das schon immer leer gestanden hatte, solange sich Digby erinnern fonnte. Er hatte seinen Wagen am frühen Morgen dorthin geschickt. Aber er selbst war mit dem Zuge gefahren. Er haßte lange Autofahrten, und obwohl er erft die Absicht hatte, auf der Chaussee zu fahren, zog er doch die ruhige, angenehme Reise in der Eisen, bahn vor. Sein staubbededter Bagen wartete vor der Station. Die wenigen Beamten sahen Digby nicht gerade freundlich nach, als er den Bahnsteig verließ. ,, Das ist Mr. Groat, der Eigentümer von Kennett Hall," sagte der Pföriner zu dem alten Stationsmeister. ,, Ja, ich habe ihn schon gesehen. Es war ein böser Tag für unferen Ort, als das Gut in den Besitz der Mrs. Jane Groat über. ging. Sie ist teine gute Frau. Digby hörte nichts von dem schlechten Urteil, das man über seine Mutter und ihn fällte, als er auf der hügeligen Straße nach Kennett Hall fuhr. Die schmiedeeisernen Tore erwiesen sich als Prachtstücke Hall fuhr. Die schmiedeeisernen Tore erwiesen sich als Prachtstüde der Rofotokunst, aber die Wachthäuschen zu beiden Seiten des Eingangs waren häßliche, fleine Bauten. Seit zwanzig Jahren standen sie unbenüßt und sahen zerfallen und verkommen aus. Unkraut bedeckte die schönen Blumenbeete, deren Farbenpracht einst eine herrliche Zierde des Anwesens war. Den früher geschotterten Fahrweg fonnte man faum mehr von dem Rasen unterscheiden. Der Verwalter eilte zum Tor, um aufzuschließen. Es war ein mürrischer Mann von ungefähr fünfzig Jahren. Auch der Anblid feines Herrn ftimmte ihn nicht freundlicher. 3ft jemand hier gewesen, Masters?" fragte Digby. " Nein, mein Herr, nur der Flugzeugführer. Er fam heute morgen. Fliegen ist doch eine großartige Sache. Ich beobachtete ihn, mie er in elegantem Gleitflug hier im Park landete." ,, Steigen Sie aufs Trittbrett," sagte Digby furz, dem nichts daran lag, die Ansichten seines Angestellten über das Fliegen zu hören. Der Wagen durchfuhr eine lange limenallee, wandte sich dann zur Rechten und hielt vor einem baumlosen Abhang, der zur untersten Terrasse führte. Alle Schönheit der Natur von Somerset konnte doch den traurigen Eindruck nicht vermischen, den das Herrenhaus machte. Geländer und Terrassen waren zerfallen und Wind und Wetter hatten dem Gebäude übel mitgespielt. Die Fassade sah vertommen und schmußig aus, die dunklen, staubigen Fenster starrten trostlos auf die schöne Welt. In den lezzien zwanzig Jahren war feine Reparatur mehr an dem Gebäude vorgenommen worden, fein Malerpinsel hatte das Holzwert und die Schnißereien berührt. Brenneffeln und Untraut wuchsen auf den Beeten, wo früher Rosen geblüht hatten. Die drei Marmorbänke, die sich gegen das Geländer der Terraffe lehnten, waren mit grünem Moos bezogen und von abgefallenem Laub be bedt. Der Steinboden der Terrasse mar an vielen Stellen Schadhaft und zerbrochen. Haufen von dürren Blättern und abgebrochenen Zweigen lagen auf den Marmorfliesen. RAVI RAVENDRO. ,, Was ist eigentlich los, Herr? Sie wollen doch nicht etwa Ihren Wohnsig verlegen?" ,, Das tann ich nicht sagen," erwiderte Digon turz. Der Flugplay in Seaford wird dauernd beobachtet, menigstens Steele ist alarmiert und weiß, daß ich ein Flugzeug benüßen will, oder er ver. mutet so etwas. Ich habe mich daher entschlossen, Privatpiloten zu nehmen." ,, Dieses Haus eignet sich aber auch nicht sehr für Sie, meinte Billa und schüttelte den Kopf. Warum fommen Sie überhaupt hier her? Hier können Sie doch nur für furze Zeit Ihr Haupt quartier aufschlagen. Steht die Sache denn schlecht?" fragte er plöglich. ,, Es tann so weit tommen, daß jeder sehen muß, wie er sich rettet. Aber ich hoffe, daß es nicht dahin tommt. Alles hängt davon aber beendete den Sag nicht und fragte plöglich unvermittelt: ,, Wie weit liegt die Küste von hier entfernt?" ,, Die ist sehr nahe. Ich bin in einer Höhe von zmeitaufend Metern geflogen und tonnte den Ranal von Bristol deutlich sehen." Digby fuhr mit der Hand über die Stirn und fah nachdenklich auf den Tisch. Ich fann Ihnen ja trauen, Billa, und ich muß Ihnen jezt sagen, so sehr Sie diese schnellen, leichten Flugzeuge auch hassen, müssen Sie fich doch bereit halten, mich mit einer solchen Maschine in Sicherheit zu bringen. Ich wiederhole, daß es nicht zu dieser Flucht kommen wird, soweit ich die Sache überschauen tann, aber wir müssen auf alles vorbereitet sein. In der Zwischenzeit habe ich noch einen Auftrag für Sie. Sie sollten nicht nur die Maschine herbringen, als ich Sie rufen ließ." Billa hatte das auch vermutet. ,, Sie haben wahrscheinlich in den Zeitungen schon von dem reichen brasilianischen Pflanzer Marilla gelesen. Er hält sich jetzt in Deauville auf." Meinen Sie den Spieler?" fragte Billa erstaunt. Digby nidte. Ich weiß zufällig, daß er in der letzten Zeit sehr viel Bech gehabt hat. In der letzten Woche hat er etwa zwanzig Millionen Franken verloren. Aber das ist nicht sein einziger Berlust. Er hat auch in Aig und in San Sebastian gespielt, und soweit ich weiß, ift er in einer ziemlich verzweifelten Lage. ,, Aber er ist noch lange nicht am Ende," sagte Villa. Ich kenne den Mann, er ist so reich wie Krösus. Ich habe seine Jacht gesehen, als Sie mich nach Le Havre schickten. Ein ganz wundervolles Schiff, bas etwa eine Viertelmillion wert ist. Er hat ein paar hundert Quadratmeilen Kaffeeplantagen in Brasilien A 0 Die ,, Das weiß ich alles," unterbrach ihn Digby ungeduldig. Hauptsache für mich ist, daß er im Augenblid fein Gelb hat, fein flüffiges Geld. Wir wollen nicht lange darüber sprechen, Billa. Hören Sie zu." ,, Was soll ich denn für Sie tun?". ,, Gehen Sie nach Deauville, nehmen Sie ihre langsame Ma schine und fliegen Sie hin. Sprechen Sie mit Marilla- Šie sprechen doch portugiesisch?" Wie ein Eingeborener. Ich habe längere Zeit in Lissabon gelebt." Sie werden alfo mit Magilla sprechen, und wenn er Geld braucht, wie ich vermute, dann bieten Sie ihm hunderttausend Pfund für seine Jacht. Es ist ja möglich, daß er den doppelten Kaufpreis fordert, und Sie müssen damit rechnen, auch soviel zu zahlen. Magilla steht gerade nicht in dem beften Ruf, und wahrscheinlich wird die brasilianische Schiffsbesaßung froh sein, wenn das Schiff ver fauft wird. Wenn es Ihnen gelungen ist, das Schiff zu bekommen, geben Sie mir ein Telegramm. Das Schiff soll in den Kanal von Bristol gebracht werden, wo die Kohlen eingenommen werden." ,, Es ist aber ein Turbinendampfer mit Delfeuerung." Nun gut, dann wird er bort eben Del fassen und Borräte, die ausreichen, um einen Monat auf See zu bleiben. Der Kapitän foll direkt in meine Londoner Wohnung tommen, um meine Befehle ent gegenzunehmen. Der erste Offizier fann das Schiff ja hinbringen. Haben Sie meinen Auftrag richtig verstanden?" Mit Ausnahme von zwei Dingen habe ich alles richtig be griffen, mein lieber Freund," sagte Billa liebenswürdig. Erftens einmal muß ich Geld haben, wenn ich diese Jacht faufen soll." „ Das werde ich Ihnen natürlich mitgeben. -3weitens was verdient der arme Billa bei der Sache?" Sie werden nicht schlecht dabei fahren." „ Dann ist alles in Ordnung." " Magilla darf unter feinen Umständen wissen, daß ich der Käufer bin. Entweder faufen Sie das Schiff auf Ihren eigenen Namen, oder für einen reichen fubanischen Pflanzer oder meinet halben einen Freund, dessen Namen Sie nicht nennen. Ich werde den Kapitän und die Schiffsmannschaft schon zum Schweigen ver anlassen, wenn ich erst an Bord bin. Sie fliegen heute abend noch nach Deauville ab." ( Fortlegung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. Ernähre Deine Haare! Gin Gelehrter stellte vor einiger Zeit an der Hand umfang. reicher Statistiken fest, daß die Tage der Blonden gezählt felen. Diese Erkenntnis hat einen englischen Phyfiologen angeregt, nach den Gründen für das Aussterben des hellen Menschentypus qu forschen, wobei er zu folgenden Ergebnissen fam. Eine der Ursachen glaubt er in der Ernährungsweise gefunden zu haben, wie fie heute allgemein der schlanken Linie wegen bevorzugt wird. Nach Ansicht des englischen Gelehrten nimmt man zwar auf die Fort fchritte in der wissenschaftlichen Erkenntnis, soweit diese den Kalorienwert und den Vitaminengehalt der Nahrungsmittel betrifft, weitgehende Rücksicht, aber übersieht, daß auch die Farbe der Haare. der Augen und der Haut für die Ernährungsweise maßgebend sein follte. Die leichte Kost, Obst, Gemüse, Eier und dergleichen sind die geeigneten Speisen für Menschen mit dunklen Haaren und dunkler Hautfarbe, also von südländischem Typus. Den blanden, blauäugigen Menschen schreibt er bagegen schwere Kost vor, damit sie thre Lebenskraft und Energie nicht verlieren. Das vorteilhaftefte für sie feien Krebse, doch leisten an Stelle dieser foftspieligen Nahrung auch Rindfleisch, Hülsenfrüchte, Nüsse und Käse gute Dienste. Be FUNK UNDAM ABEND Montag, 17. Dezember. Berlin. Page 16.00 Richard Ilnitzky: Die deutsche Weiniese 1928. 16.30 Konzert, 1. Händel- Bülow; Salte d- moll: Präladium Allemande Courante- Arie mit Variationen Capriccio( am Flügel: Rudolph Schmidt). 2. Händel: Sonate für Oboe und Klavier, c- moll: Adagio- Allegro Adagio Schmidt).- 3. Braluns: Rhapsodie h- moll, op. 79, Nr. 1( Rudolf Schmidt). 4. a) Brahms: An eine Acoisharfe; b) Marx: Japanisches Regenlied Allegro( Gustav Kern und Radolf ( Marianne Schmidt- Neubert, Sopran). 5. Debussy: Zwei Arabesken ( Rudolf Schmidt). 6. Rich, Strauß: a) Nachtgang; b) Ich trage meine Minne( Marianne Schmidt- Neubert). Digby war nicht deprimiert durch den Anblick des zerfallenen Haufes. Er fannte es schon und hatte früher einmal die Absicht gehabt, es miederreißen und einen modernen Bau an seiner Stelle errichten 17.30 Hans Carossa( Zam 50. Geburtstag am 15. Dezember). 1. a) Fahrt; zu lassen. Masters schloß die große Haustür auf und folgte feinem Herrn. Im Innern war der Berfall noch mehr als draußen zu er fennen. As fie in die tahle Eingangshalle traten, hörten sie, wie Tiere forthufchten. ,, Ratten sind auch hier?" Ja, erwiderte Masters refigniert, es find unheimlich viele bier. Ich habe schon genug damit zu tun, fie aus meiner Wohnung fernzuhalten. Aber hier im Oftflügel ist es geradezu fürchterlich, ich hatte auch schon einmal Terriers und Frettchen." Ist der Flieger im Haus?" Er hat eben gefrühstückt. Digby folgte dem Bermalter durch einen langen, buntien Gang und irat durch die Tür, die der andere öffnete. Der bärtige Billa nickte ihm vergnügt zu. Er trug noch Flieger Pleidung. ,, Gut, daß Sie da sind," sagte Digby. „ Ich bin glücklich hierher gekommen, aber das ist eigentlich nur durch die Gnade der Götter geschehen. Ich bin an diese leichte Maschine nicht gewöhnt. Es ist besser, daß Bronson sie zurüdbringt." Digby nidte, nahm einen Stuhl und fegte sich ihm gegenüber. Ich habe Bronson den Auftrag gegeben, hierher zu kommen, ich ermarte ihn heute abend. Masters war gegangen und Billa wartete, bis seine Schritte verflangen. dar Kapelle Barnabas von Géczy. gro ich 茄 bat be ma glei bat an den hat leif Ge im Sp bol gur der fo pol Ra bür gep Eri Fil 2b ( üb gab E5 Ala Don Ei fett beb ipie jo t In red Arri Hur mu mit merkenswert sind die Gründe für diese immerhin überraschende Einstellung des englischen Gelehrten. Er weist darauf hin, daß die Blonden ein aus dem Norden stammender Menschenschlag seien. wo wegen der niedrigeren Temperatur schwere, fräftige Soft er forderlich sei. Fälschungen in Mussolinien. eine Die Großmannsfucht des gegenwärtigen italienischen Regimes stedt allmählich auch die Kreise an, die durch ihre Beschäftigung mit Kunst und Geschichte gegen chauvinistische Berführungen gefeit sein sollten. Der Münchener Gelehrte Hans Stödlein, Autorität auf dem Gebiete der Waffenfunde, hat einen neuen Beis trag für die Berirrung italienischer Forschung gegeben. In einem von Hans Arthur Thiers veröffentlichten Interview legt er bar, daß ein italienischer Katalog sich ganz gewöhnliche Fälschungen erlaubt. Ein Blatt zeigt Rüstung Karls V., Mailänder Arbeit" Stödlein fennt aber diese selbe Rüstung bereits aus einem älteren spanischen Ratalog und in dem steht deutlich:„ Aus Augsburg" Dies ist nicht ein einzelner Fall; die Bilder sind mit neuen ito fienischen Unterschriften versehen, die die Arbeiten als italienische reflamieren, während sie in Wirklichkeit deutsche Musterstücke sind. Man wird darauf gespannt sein können, was Mussolinis Trabanten antworten werden. Wahrscheinlich nichts. Aber die Wissenschaft wird gut tun, den Arbeiten von Forschern aus Mussolinien" von vorn herein Mißtrauen entgegenzubringen. Nach dem Parlament, der Breffe, der Freizügigkeit, der Justiz scheint jetzt Kunst und Wissen fchaft mussoliniert" zu werden. Selbstkritik... in den Toiletten. Die Isweftia" flagen: In der Provinz herrscht immer noch die Parole:„ Red nicht zuviel, sonst fliegst du hinaus" Erkundig man sich, wie es mit der Selbsttritit" steht, so erhält man die lächelnde Antwort: Bei uns blüht die Selbstkritik... in den Toiletten." Die Kontrollkommission der Arbeiter und Bauern inspektion wird somit die Wände der Toiletten als offizielle Beschwerdebücher zu betrachten haben. Der Landstreicher und der Tote. Die auf ffie Bur ito gro dur bie der ift icha Sel der Fich Ichr Bei Zur GR nid LB Gä uni h De Re ſpi Die Ed 1 irb Obdachlos irrte der Landstreicher Marcel Auvrail durch die Straßen Montmartres, dem berühmten Stadtteil von Paris. J der Tasche kein Centime. Bor ihm eine offene Haustür, schaut er hinein. Er sieht einen Sarg und daneben, sanft schlafend. Treppe hell beleuchtet. Eine Bohnung unverschloffen. Borsicht 9 den Angestellten des Beerdigungsbureaus. Der Landstreicher medic in den Mann und macht ihm den Vorschlag: Er wolle an seiner Stall bei dem Toten Bache halten. Weshalb nicht? Der Landstreicher bleibt, findet im Schrank eine Flasche Rum, trinkt sie leer und b) Die Ahnfras; c) Der alte Brannes. 2. Ass Rumänisches Tagebach". 3. Die Forelle( Rudolf Bach, Rezitation). 18.00 Uebertragung der Teemusik aus den Hotel Esplanade, ausgeführt von 18.30 Hans- Bredow- Schale, Abtellung Sprachunterricht. Studienrat Friebel and Lektor Mann: Englisch für Anfänger. 19.00 Ministerialrat Dr. Hans Simons: 10 Jahre Deutsche Liga für Völkerband. 19.28 Hans- Bredow- Schule, Abteilung Philosophie: Einführung in die moderne 19.25 Hans- Bredow- Schule, Abteilung Philosophie: o. Prof. Max Dessoir: Ein- perspürt ein unüberwindliches Schlafbedürfnis. Er legt sich neben führung in die moderne Psychologie. VIII.: Die seelischen Gebilde. 20.00 Finnische Dichtung. 20.30 Finnische Musik. Dir.: Generalmusikdirektor Hermann Stange. 1. Erkki Melartin: Scherzo. 2. Leevi Madetola: Sinfonie Nr. 3, A- Dur, op. 53: Andantino: Allegretto; Andantino Adagio Allegro non troppo Pesante, tempo moderato: Allegretto: Allegro vivo: Pesante: Largamente 3. Jean Sibelius: Sinfonie Nr.&, Es- Dur. op. 82: Tempo moderato; Largamento: Allegro moderate: Molto vivace: Presto Andante mosso, quasi allegretto Allegro malto, un pochettino largamente: Largamente assal( Berliner Funk- Orchester). ( Deutsche Erstaufführung). Anschließend bis 0.30 Tanzmusik( Jazz- Sinfonie- Orchester: Ltg.: Fritz Tiefert). Kbalss wasterhausen. 16.00 Stud.- Rat Friebet, Lektor Mann: Englisch( kulturkundlich- literarische Stunde). 16.30 Uebertragung des Nachmittagskonzertes Berim. 17.30 Prof. Norbert Krebs: Deutsch- Oesterreich. 18.00 Dr. Rudolf Pelber, Wien: Das Volkslied in der Tschechoslowakei( I.). 18.30 Stud.- Rat Priebel, Lektor Mann: Englisch für Anfänger. 18.35 Direktor Plannstiel: Gedanken zur Aufstellung des Dünzervoranschlages. ruhig in den Traum hinüber. Am Morgen erschien die Witwe des den Toten in den Sarg, bedeckt sich mit dem Laten und schnarche Toten. Als sie das Schnarchen hörte, ergriff fie voll Schrecken bie lucht. Als man den Landstreicher aus dem Sarg hebt, wußte et nicht, wie er hineingetommen ist und was man non ihm will Int Bolizeikommissariat erfuhr er es. Rundfunk im mohammedanischen Gottesdienst. An der großen Moschee in Natoba ift eine Bautsprecher anlage installiert worden, durch die künftig der Muezzin den Ruf zum Gebet ertönen laffen wird. Falls sich diese Einrichtung be währt, will man die gottesdienstlichen Handlungen in der Moschee durch Rundfunt übertragen. Abgelehnt. 19.20 Stud.- Rat Dr.- Ing. P. Wettstädt: Werkmeisterlehrgang für Facharbeiter: jchafts- Ehe, das ist, wenn du allen Ernstes auf den Hausfreund Kameradschafts- Ehe? Darauf fall' ich nicht herein! Kamerad verzichten follft!" ( Aus dem„ Wahren Jacob".) Dampfmaschinen und Brennkraftmaschinen( III.). AB 20.00 Uebertragung von Berlin. at ift te 11, ff. Jie 25 in [ a. ta: en ол eld nb eis 211. ird er en, 1011 die foll nt en. be 2715 der nen net erde Der toch . Oesterreich- Deutschland 6: 3. Wie Berlins Arbeiterschaft die österreichischen Freunde empfing. Anschlußkundgebung im Poststadion.- Spielfeld oder Eisbahn? Trotzdem: Oesterreichische Fußballkünstler und deutsche Fußballkönner!- Die StadtDie verwaltung empfängt die Gäste. Berlins neu erftandene Arbeitersportlerschaft hatte gestern ihren großen Tag. 3u friedlichem Wettkampf, gleichzeitig für den Anichluß demonstrierend, hatte der Arbeiter- Sport- und Körperfulfur- Verband Desterreichs eine Länderfußballmannschaft nach der Reichshauptstadt entsandt, der der Arbeiter- Turn- und Sportbund eine deutsche Auswahlmannschaft entgegenstellte. Zum ersten Male sah das Poststadion in der Lehrter Straße gleichzeitig mit einem sportlich auf sehr hoher Stufe stehenden Fuß ballkampf eine politische Demonstration der Arbeiterschaft, die sich an Umfang und Erfolg den bisherigen Kundgebungen der Sozialdemokratischen Partei würdig an die Seite stellen kann. Diesmal hatten die Sportler gerufen, und Berlins frei organisierte Arbeiter leiffeten frotz der ungünstigen Zeit freudig und zahlreich Gefolgschaft. Gewaltig gab fie ihr Intereffe am Arbeitersport fund, gewaltig wie immer befundete sie den Willen zur Zusammenarbeit mit einer Sportlerschaft, die, sei fie auch durch Grenzpfähle getrennt, doch vollwertiges Glied der modernen, sozialistischen Gesamtarbeiterbewegung fein will. Und weil gerade Berlins Arbeitersportler sich in der lehten Bergangenheit wieder zurückgefunden haben zur fozialdemokratischen Arbeiterschaft, hat diese sportpolitische Kundgebung eine Bedeutung, die weit über den sichtbaren Rahmen hinausgeht! Lange vor Beginn der Veranstaltung waren die riesigen Tribünen und die gegenüber liegende Langseite des Poststadions vollgepfropft mit Zuschauern, den Höhepunkt des Anmarsches bildete das Erscheinen des neugebildeten Spielmannszuges unter der Führung des Bundestechnikers Gebhardt. Nach den Ansprachen der Abgeordneten Dr. Deutsch Wien und Franz Künstler. Berlin ( über die wir im politischen Teil der vorliegenden Ausgabe berichten!) gab der Schiedsrichter den Anpfiff. = Das Spiel. Deutschland hat Anstoß. Zunächst ein wenig Mittelfeldspiel. Es scheint, daß die Desterreicher den Deutschen um( vielleicht eine Klasse) überlegen sind. Ein flotter Angriff mit anschließender Flanke bon rechts geht knapp am Tor der Deutschen vorbei. Gleich darauf Einwurf für Desterreich. Halblinks bekommt den Ball und jezt einen Bombenschuß neben das Tor. Die Defterreicher find bedeutend schneller am Ball, während die Deutschen zu zerstreut pielen. Beigen fich bei ihnen einmal Anfänge von Kombination, jo ist es immer bie Läuferreihe Desterreichs, die zerstörend eingreift. bie In der 6. Minute furzes und flaches Zusammenspiel zwischen Halb rechts und Mitte, und furz entschlossen sendet der erstere ein. Der Anstoß Berlins führt sofort vor das Tor Desterreichs, wo allerdings nur eine Ede die Ausbeute ist. Noch einige brenzliche Situationen muß die Hintermannschaft der Gäste klären. Dann ist es vorläufig mit der Kunst der Deutschen zu Ende. ende ien, er mes ung efeit eine Bei nem bar, agen eit". eren rg" ito ifche ind. ten wird orn der fen noch bigt den ern Der vereiste Boden macht allen Spielern schwer zu schaffen. Die Desterreicher übernehmen dank ihrer besseren Körperbeherrschung auf einige Zeit das Kommando. Schön flankt Binteaußen, der Ball fliegt dicht am Tor vorbei, Mitte und Halbrechts find jedoch nicht zur Stelle, um diese Gelegenheit ausnuten zu können. Ein Straf. stoß wegen Handspielens für Desterreich schießt der Mittelläufer mit großer Bucht gegen die Latte. Die erste Ede für Desterreich wird durch den rechten Berteidiger blendend abgewehrt. Gleich darauf bie zweite Ede für Deutschland. Wohl wird sie gut eingegeben, von der Verteidigung Desterreichs aber noch besser abgewehrt. Sofort ist wieder Desterreich porn. Ein schneller Lauf mit anschließendem charfen Schuß durch Halbrechts kann nicht verwandelt werden. Sehr gut spielt fich Deutschlands Sturm durch. Vor dem Tor ist der Sturm jedoch zu unentschlossen und damit wird eine bombenfichere Torgelegenheit nicht ausgenutzt. In der 17. Minute wieder Ichnelles und flaches Zuspielen im Sturm der Desterreicher. Die Berteidigung Deutschlands verpakt den Ball. Sofort ist Halbrechts zur Stelle und mit scharfem Schuß fiht der Ball das zweitemal in den Maschen. Gleich nach Anstoß erzielt Deutschland die zweite Ecke, die ebenfalls nichts einbringt. Die Desterreicher beherrschen weiterhin das Spiel. die Wohl kommen auch die Deutschen einige Male vor das Tor der Gäste, wo jedoch Unentschlossenheit und ungenaues Bufpiel einerseits und Abseits und Hand andererseits alle Erfolge verhindern. Erst ellem den letzten 20 Minuten wird das Spiel etwas ausgeglichener. Deutschland gewinnt mehr an Boden. In der 34. Minute gibt Rechtsaußen den Ball spiz nach vorn. Linksaußen spurtet, um pielt drei bis vier Mann und sendet unhaltbar zum ersten Tor die für Deutschland ein. Das war das Signal für Desterreich zu In immer schwierigeren Kombinationen. Hintereinander werden zwei Die Eden erzielt, deren letztere wiederum durch Halbrechts zum dritten Tor, faft dem schönsten des Tages eingefandt wird. Defterreid übernimmt jetzt wieder ganz das Kommando und drückt Deutschland in seine Spielhälfte zurüd. Drei Minuten vor der Pause täuscht end, die Stall cher und ben te des bie er Int her Ruf be chee ad und -) Halbrechts so blendend, daß der Mittelstürmer eine Torgelegenheit bekommt und prompt zum 4. Tor einsendet. Die zweite Halbzeit. den Deutschen scheint die Belehrung durch das Spiel sehr von Nugen Während der Pause haften die Mannschaften Kriegsrat ab. Bei gemesen zu sein. Der vor der Pause fast vollkommen verfagende Halbrechte taut jetzt auf. Seine schnellen Läufe in Berbindung mit den guten Borlagen nach Rechts- und Lintsaußen bringen den Ball des öfteren nach vorn. Jetzt zeigt aber der Torwart der Defter. reicher fein ganzes Können. Ebenso ist es die Verteidigung, die stets Österreichs Stürmer versucht vergeblich die deutsche Verteidigung zu durchbrechen. im rechten Moment eingreift. So ist der Sturm der Deutschen gezwungen, aus größeren Entfernungen aufs Tor zu schießen. In der 5. minute fann der Halbrechte, nachdem er gut vorgegangen ist, unhaltbar zum 2. Tor für Deutschland einfenden. Jetzt werden die Angriffe immer gefährlicher. Reichliches Bech und der Torwart verhindern allerdings vorläufig weitere Erfolge. Die Desterreicher haben die beiden Außenläufer zur Unterſtügung und Entlastung der Verteidiger nach hinten gezogen. Der Sturm ver läßt sich auf einzelne Durchbrüche, die von der jetzt aufmerksam gewordenen Verteidigung der Deutschen unterbunden werden. Selbst einige Fernschüsse finden beim Torwart teine Gegenliebe. Eine totfichere Sache für Desterreich lenkt Deutschlands rechter Berteidiger mit Mühe zur Ecke, die aber nicht verwandelt werden kann. Nach Die Mannschaftskritik. Wie wird die österreichische Mannschaft spielen, so fragten sich Berlins Arbeitersportler immer wieder. Daß die Desterreicher den Deutschen überlegen sind, war wohl den meisten flar. Daß diese die menigsten erwartet. Schuld daran trägt in der Hauptsache das Ueberlegenheit aber so sehr in Erscheinung treten wird, hatten wohl Bersagen des deutschen Torwarts und des Mittelstürmers. Wirklich gut waren Lintsaußen und Mittelläufer. Zeitweise zeigten auch Halbrechts, Rechtsaußen und die Verteidigung annehmbare Leistungen. Gemessen an dem Können der Desterreicher mußten aber auch diese guten Leistungen in den Hintergrund treten. Hier gab es feinen einzigen Berfager! Jeder Bosten war mit Spielern besetzt, die ihr ganzes Können für das Gelingen und den Sieg hergaben. In der Hauptsache war es der Torwart, der durch Einsetzung seines ganzen Körpers so manche fichere Torgelegenheit der Deutschen zunichte machte. Die Ber teidigung ließ den Sturm der Deutschen fast nie zur Entfaltung tommen. Besonders hervorzuheben ist noch der Mittelläufer, der schon durch seine Körpergröße als Turm in der Schlacht angesprochen werden konnte. Auf ihn konzentrierte sich das ganze Spiel. Er war es auch, der den Ball stets dahin dirigierte, wo die beste Gelegenheit zu Torerfolgen war. In nichts stand ihm sein Nachbar, der linke Läufer, nach, der allerdings den einen Nachteil hatte, daß er nur die Hälfte an Körpergröße auf den Blag bringen fonnte. Im Sturm ragten besonders Mittelstürmer, Halbrechts und Rechtsaußen hervor. Wie gerade Mittelstürmer und Halbrechts sich den Ball zuspielten und nach vorn gingen, mar bewunderungswürdig. Der Schiedsrichter Fräntel Leipzig entledigte sich feiner schweren Aufgabe zur vollen Zufriedenheit der Zuschauer und Spieler. Florian Mang ** Die Berliner Stadtverwaltung hatte die öfterreichischen Arbeiterfußballer und ihre Leiter am Bormittag des Sonntag zu einer Rundfahrt durch Berlins Sportanlagen eingeladen. Ein großer Aussichtswagen der ABDAG. brachte die Gäfte unter der Führung von Oberturnrat Breuß zunächst nach den Anlagen am Blögensee und in den Rehbergen, wo Gartendirektor Germer und Jugendpfleger Hensel die nötigen Angaben machten. Auf einer Stadtfahrt gings dann durch den Hum boldthain, am Sportplag an der einsamen Bappel vorbei nach dent Friedrichshain und von dort durch das innere und alte Berlin zum Rathaus, wo Stadtmedizinalrat Prof. Dr. v. Drigalsti bei einem Imbiß die Gäste namens der Stadtverwaltung und besonders der Gesundheitsverwaltung willfommen hieß. Riedel nom Arbeiter. Turn- und Sportbund, Dr. Deutsch Wien und Bildung von der Zentralfommission sprachen den Dank der Eingeladenen aus. Ein bedauerlicher Unfall. In der ersten Spielhälfte ereignete fich ein bebauerlicher Unfall, dem sich die Deutschen vergebens bemüht haben, den Ball ins Neg von dem der österreichische Verteidiger Franz Solit betroffen der Desterreicher zu setzen, verlegen die letzteren das Spiel wieder wurde. Gofil tam auf dem hartgefrorenen Boden zu Fall, ein auf einige Zeit in Deutschlands Hälfte. Jetzt tritt das umgekehrte anderer Spieler stürzte über ihn. Da Solil anscheinend innere BerVerhältnis ein. Schuß auf Schuß fegt auf das Tor der Deutschen, letzungen hatte, sorgten Samariter des ASB. für seine Ueberführung allerdings verfehlen die meisten ihr Ziel. Gelegentliche Borstöße ins Moabiter Krantenhaus. Glüdlicherweise stellten sich die Berdes Sturms der Deutschen scheitern an der aufmerksamen Läuferlegungen als nicht so schwer heraus, wie es zuerst den reihe. Die 34. Minute bringt einen Alleingang des öfter Anschein hatte, und Solil fonnte noch im Laufe des Sonntags reichischen Rechtsaußen. In schnellem Lauf den Ball vor wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden. fich herfpielend, geht es der Mitte und dem Tor der Deutschen zu. Aus zirfa 20 Meter Entfernung schießt er nicht einmal scharf aufs Tor. Der Torwart sieht mit der größten Ruhe zu, wie der Ball ins net fliegt. Schon zwei Minuten später ist es Halblinks, der eine genaue Bor. lage von rechts zum sechstenmal für Defterreich einsendet. Nun reißt sich die deutsche Mannschaft noch einmal zusammen. Rechts außen schießt scharf aufs Tor, doch zeigt sich der Pfosten als reitender Engel. Fünf Minuten vor Schluß erlaubt sich der Torwart Defter reichs einen fleinen Regelverstoß. Er hält den Ball zu lange in der Hand und verhilft dadurch der deutschen Mannschaft zu einem Frei. ftoß, der von Halblints aufs Tor getreten wird, hier aber am Berteidiger abprallt. Sofort ist der Mittelstürmer zur Stelle, der an dem die Aussicht versperrten Torwart vorbei zum dritten Tor für Deutchland einsendet; das Ganze war eine blizschnelle, glänzende Angelegenheit. Deutschland versucht mun mit aller Macht came weitere Berbesserung des Resultats. Schnell läuft Lintsaußen burch, flankt aufs Tor, wo Halbrechts den Ball mit der Hand eindrüdt. Gesamtergebnis 6: 3 für Defferreich. Ein auf sportlich hoher Stufe stehendes Spiel war zu Ende, etn Spiel, das fair von den einzelnen Spielern, fair aber auch in der Gesinnung und im Auftreten dem Gegner gegenüber aus. getragen wurde. Reine Rempelei, kein Behindern. Benn je zwei Spieler unsanft zufammenftießen, war der glatte Boden daran schuld, auf dem niemand bremsen fonnte. Die Mannschaften im Länder- Fußballspiel Österreich- Deutschland. Die deutsche Mannschaft im dunklen Angug. Die Bundesamateure. Wissel- Lehmann siegen im Sportpalast. Im Sportpalaft rollte der Bund deutscher Radfahrer, Gau Berlin, seine dritte Beranstaltung ab. Das Haus war gut be sucht. Die verpflichteten Ausländer vermochten sich nur zum Teil durchzujeßen. Marairac und van Dijk- Holland versagten gänzlich, während der Italiener Severgnini erst nach und nach auf der Bahn heimisch werden konnte. Er gewann dann auch den Endlauf des 3nternationalen Fliegertampfes vor Benninghoff. Hoffmann und Gangel. Das 75 Runden Bunttefahren gewann der Bresbauer Sturz mit 20 Punkten überlegen gegen Eggert- Berlin und seinem Bandsmann Neugebauer. Das Hauptrennen des Abends bildete ein 75 kilometer Mannschaftsfahren. Die Berliner Wiffel- Lehmann, die schon wiederholt dem Publikum ihr großes Können zeigten, woaren hier nicht zu schlagen. Nach dem lauern Hoffmann- Elpel das gesamte Feld, später liefen aber noch 15. Kilometer überrundeten sie im Verein mit den Bres F. Engelmann- Graffunder zu den belden Spizenpaaren auf. Leh$ mann Wissel flegten in 1: 51: 31,4 mit 40 Punkten vor Hoffmann- Elpel mit 21 und F. Engelmann- Graffunder mit 15 Bunften. Eine Runde zurüd folgten die Münchener Zettner- Altenburger mit 12 Buntten an vierter Stelle vor den Westdeutschen Benninghoff- Schnipler mit 7 Buntten. Domgörgen in Mailand geschlagen. Der Borkampf um die Europameisterschaft im Mittelgewicht zwischen dem Deutschen Hein Domgörgen und dem 3taliener 3acovacci endete mit einem Punftfieg des letzteren. Die Friedmann- Reise! Bie mir bereits mitteilen fonnten, reiften Beauftragte der tommunistischen Berliner Sportler im Reich umher, um Sportler für ihr Hallensportfest" zu taufen. B Der Arbeiter- Turn- und Sportverein Fichte Magdeburg" hatte zu der Einladung der Berliner Ausgeschlossenen Stel Lung genommen und feine Mitglieder aufgefordert, dieser Beranftaltung fernzubleiben. Das Mitglied Gießler Magdeburg, der die Verhandlungen mit Friedmann- Berlin geführt hat, ist bereits feines Amtes enthaben. Gießler wird wahrscheinlich mit einem Rest seiner Gesinnungsgenossen fein Bündel schnüren müssen. Die Beichtathleten von Burg bei Magdeburg haben es abgelehnt, nach Berlin zu fahren. Daß einige bereits aus dem Arbeiter- Turn- und Sportbund Ausgeschloffene, o and ber befande 58. Briefteris, nach Berlin gefahren find, ändert an der allge mein ablehnenden Haltung der Arbeitersportler im Reiche nichts, Mit den Erkorenen hat nun die KPD. ihr Hallensportfest durchgeführt und dafür die große Autoreise eines Friedmann und seiner Liesa Lange in ungarischer Aufmachung gemacht, bei der befanntlich allerlei Geld rollte. Sonnenwendfeier der Naturfreunde. Fern dem Großstadtlärm feierten die Berliner Naturfreunde am Sonnabend die Wintersonnenwende. Hinaus aus den grauen Straßen der Stadt zogen eine beträchtliche Zahl Naturfreunde und SAJ.- Mitglieder durch den stillen Grunewald, der bereits voll. tommen sein Winterkleid angelegt hat. Stumm ragen die Baum riefen aus der meiten Schneedede empor. Nächtliche Wolken lassen den Lichtschein des Mondes unruhig durch den schweigenden Wald huschen. An der Havel, nahe Lind werder, trafen alle zusammen. Ein Holzstoß ward rasch errichtet und das Feuer angezündet. Ein dumpfer Trommelwirbel fündete den Beginn der Feierstunde. Alle wir aus einem Grunde, Alle, alle aus dem em'gen Erdenschoß Reißt euch fort! Menschen! Alle! Stredt die Hände leber Berge! Ueber Meere! Ueber Wälder! In die Welt zur Einigkeit. Dieser Ruf des Sprechchores galt nicht nur den Anwesenden, fondern allen Arbeitsbrüdern und schwestern, ja allen, die zur roten Fahne stehen. Aus diesem Gedanken heraus gestaltete sich auch das Fest der Arbeiterwintersonnenwende. Ein Sprech und Chorspiel tündete, daß die Naturfreunde, geschlossen und geeint, gewillt find, den Kampf des organisierten Proletariats mitzustreiten. Mit ihrem Gruß Berg frei" beträftigten sie ihr Wollen, weiter durch die Organisation für den Sozialismus zu arbeiten. Der Schweigenbe interwald veranlaßte viele ber Leffnehmer, nach der Feierstunde eine Wanderung zu unternehmen. Trabrennen in Ruhleben. D. Bintermärchen- Rennen: 1. Bra Batria( B. Eberl), 2 Barones C., 3. Drave. Toto: 17:10. Blag: 12, 18, 26:10. Ferner liefen: Notwehr, Gun be Bal, Ranu, Brimadonna, Rosemarie, Theokrat, Long Albert, Gerolsteiner, Friedericus Reg Quo vadis, Artifeg, Maimorgen, Bierde. Schneefloden Preis: 1. Abteilung. 1. Terraria( Bef.), 2. 3ntereffent, 3. Saga Burton. Toto: 64:10. Blat: 38, 25, 22:10. Ferner liefen: Rippfache, Mia Halle, D'Captain Leerberg, Struwelpeter, Petronella A., Rohlentönigin, Dante, Copal. 2. Abteilung: 1. Sram( Lichtenfeld, 2. Ellen, 3. Importeur. Toto: 44:10. Blag: 18, 17, 18:10. Ferner liefen: Rotula, Reitgeist, Seideprinz I, Kinoftern, 3lona W., Modern, Ingrid Salle, Altgold, Bainfca. Rauhreif- Rennen: 1. Dies irae( Eberl), 2. Cilly Dillon, 3. Ratabu. Toto: 23:10. Blaz: 16, 32, 48:10. Ferner Tiefen: Alpenfeuer, Louisette, Erster Seehofer, Bartenkirchen, Peter Sall, Serenmeister, Campanula, Propeller, Charlie M.( o. W.), Crifpa, Albifa, Meisterstud, Rehoferin, Friedrichsd'or, Harfen. mädchen. Tannen- Breis: 1. Bezostratos( Eberl), 2. Mantico, 3. Colonel Bosworth. Toto: 43:10. Blag: 15, 64, 16:10. Ferner liefen: Franlet, Dawson Watts, Locung, Cotta, Trotteur, Königsadler, Marcel, Chrenberg, Karneval. Rebel- Preis: 1. Frant( Schmidt), 2. Morgensonne, 3. Ming, Toto: 37:10. Blak: 17, 22, 40:10. Ferner liefen: Ludzina( 2. o. W.), Zug, Liebesbote, Land. rat, Wintermärchen, Adeline, Rinofönigin, Heider, Sadana, Heimchen, Mirabelis I, Leffing. Abvents Rennen: 1. Rerrigan jr.( Winter), 2. Rotkäppchen, S. Lebemann. Foto: 49:10, Blaz: 28, 65, 22:10. Ferner liefen: Dunajec, Malteser, Armenier, Jda Balos, Parmenie, Sir Caib, Rubin, Morgentau, Jfegrim, Demenphine. Walbtenfel- Rennen: 1. Hellebarbe( W. Weidner sen.), 2. Sellina, 3. Blanet. Toto: 51:10. Blag: 29, 104, 22:10. Ferner liefen: Goubster it.( als 1. disqu., 80 Broz. Sieg und Blazw. zur.), Schneefturm( o. W.), Neidhammel, Einsicht, Beter Hall, Diana Magowan, Erbpring it., Minni Salle, Robleffe, Ingelinde, Abdullah Gilver, Primel, Efparfette, Sfarwelle, Möglich, Erifa, Peter Harvester. Binter- Ausgleich: 1. Nation( Serm. Schleusener), 2. Flamingo, 3. Prin geffin Etawah. Tofo: 55:10. Blah: 20, 15, 21:10. Ferner Tiefen: Crassus, Frankenstein, Fels, Bring Abbell, Maroline, Sauptmann( s. W.), Hennn Cord, Dele Marion, Galome, Seidepring I, Weinbrand, Arnfried, Angriff. Bundesreue Vereine teilen mit: Arbeiter- Rad unb Rraftfahrerbunb Colibarität, V. Abteilung, tagt wieder in den Fortuna- Sälen", Strausberger Str. 3. Rädfte Sigung 19. Dezember, 20 Uhr. Alle bundestreuen Mitglieder und Interessenten, die ben Radsport Regen wollen, Web eingelaben, fragen an: Les Confi, D. 18. Bebe froße 11, III, und Billi Baars, Berlin D., Beibenweg 1, IV. Rubernerein Collegia. Beihnachtsfeier L. Feiertag im Bostshaus Tiefwerben, 16% Uhr. Nächste Sigung Freitag, 4. Januar, bei Shunad. Organisation nad meijen, evtl. auf der Generalversammlung und Beiträge erledigen, fonft tein Stimmrecht auf der Generalversammlung am 13. Januar 1929, 14% Uhr im Bootshaus. Turniparte L. Areis! Sigung der Kreistechniker Mittwoch, 19. Dezember, 20 Uhr, Solzarbeiter.Berbandshaus, Rungestr. 30. Freie Faltbootfahrer Berlin. Donnerstag, 20. Dezember, 20 Uhr, Mib gliederversammlung, Sophiensäle, Cophienstraße. Gefelliges Beifammenfein. Gäfte willkommen, Alle Photoarbeiten sind mitzubringen. Alle Gelbstbauet müfen zur Stelle fein, da wichtige Mitteilungen. Freie Schwimmer Groß- Berlin e. B. Für die Gruppen Friedrichshain und Lichtenberg steht die Turnhalle Frankfurter Allee 37 jeben Mittwoch ab 18 Uhr für Rinder und ab 20 Uhr für Jugendliche und Erwachsene zur Verfügung Gruppe Fr'ebrichshain: Gruppenversammlung Tonnerstag, 20. Dezember, 20 Uhr, Hochbahnrestaurant Warschauer Blak, Bogen 12. Weihnachtsfeier in den Comeniusfälen, Memeler Str. 67. 1. Feiertag um 18 Uhr. Gruppe Siemensstadt: Weihnachtsfeier im Volksbad Jungfernheide, Sonnabend, 22. De zember, 19 Uhr. Gruppe Neukölln: Weihnachtsfeier für Kinder im Saalbau Neukölln, Bergstr. 147, 2. Feiertag, 10 Uhr vormittags. Gruppe Lichtenberg: Sonnenwendfeier fitr Klein und Groß im Restaurant des Städt. Fußbabes Klingenberg, 19 Uhr, 2. Feiertag. Gäste zu allen Veranstaltungen willkommen. Hauptausschußigung Mittwoch, 19. Dezember, 20 Uhr, Gewerkschaftshaus, Konferenzzimmer. FAGB. Heute, 19% Uhr, Aula Görschstraße, Weihnachtsfeier der Rinder gruppen Abteilung Pankow. Mufiftorps FTGB. Neues Uebungslotal: Reuköllner Bereinsheim", Nev Fölln, Hermannstr. 11( Sermanplag). Uebungsstunde jeden Dienstag 20% Uhr. Bläfer jederzeit willkommen! Bergünftigungen für den Straßenhandel. Die durch Bekannt machung vom 28. November dem Straßenhandel für die Weihnachts zeit zugebilligten Bergünstigungen, die ursprünglich nur bis zum 27. Dezember gelten sollte, ist durch eine Bekanntmachung des Polizeipräsidenten vom 8. Dezember bis zum 31. Dezember 1928 verlängert worden. Feste Verkaufsstände auf der Straße müssen zum 31. Dezember 1928 um 19 Uhr beseitigt werden. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend.( Nachdr. verb.) Anfangs noch trübe mit etwas Schnee und Milderung, später Bemöltungsabnahme. Für Deutschland: Im Süden stärkere, im Norden vereinzelte Schneefälle. Nur im Nordoften noch falt. COUNDE reinigt Theater, Lichtspiele usw. Montag, d. 17. 12. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 169 19 Uhr Carmen Staats- Oper Am Pl.d. Republ. R.-S. 227 19 Uhr Don Montag, d. 17. 12. Städtische Oper Bismarckstr. Turnus I 19 Uhr PiqueDame Staatl. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt R.-S. 76 20 Uhr Giovanni Gespenster Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. 20 Uhr Der Londoner verlorene Sobn SCALA wäscht und Volksbühne Die Komödie Bismarck 2414/7516 Theater am Bülowplatz 31%, Uhr, Ende 10% „ Olympia" 8 Uhr: Macbeth Theater am Schiffbauerdamm 8 Uhr Die Drei- GroschenOper Thalia- Theater 8 Uhr: Schneider Wibbels Auferstehung Staatl. Schiller- The 8 Uhr Der Londoner verlorene Sohn Staatsoper am Platz dor Republik 7 Uhr Lustspielhaus Friedrichstr.236 Bergmann 2922/23 Täglich 8, Uhr von Franz Molnar Das Zugstück von Regie: Berlin Forster Larinaga Arm wie eine HALLER- REVUE Kirchenmaus 99 Schön und schid Th. im Admiralspalast Täglich 8 Uhr. Kleines Theater Täglich 8% Uhr: Max Adalbert in Der Dickkopf färbt Thalia- Theater Dresdener Str. 72-73 8 Uhr Sehneider Wibbels Auferstehung Henckels, Grod tezinski. R ose- Theater ir.Frankfurter St.13 8 Uhr: Die Ratten Planetarium am Zoo Verlang. Joachimsthaler Straß Noll. 1578 16 Uhr: Sandrock, Landa, Der Sternhimmel Saltenburg- Bahnen Sterler, Sikla. im Winter Dtsch. Künstler- Th. Theater des Westens 18 Uhr: 8 Uhr Täglich 8 Uhr Erde und Weltenran Die Herzogin von Chicago Der Herzog und Oper. vow Emmerich Kalman Lessing- Theater 8 Uhr Sünden der Jugend mit Don Giovanni Albert und Else Th. am Schiffbauerdamm Täglich 8 Uhr Oper Bassermann. Theater am Nollendorfplatz 8 Uhr B 5. Barbarossa 9256 Die Drel- Groschen- Täglich 8, Uhr Schaefers Revue und das grosse Weihnachts- Programm. Komische Oper Nur noch 4 Tage Die große Revue Tausend nackte Frauen!! Hunderte Mitwirkende Kleine Preise Premiere 20. Dezember Häuser der Liebe ( siehe besonderes Inserat) Tageskasse ab 10 Uhr geöffnet. Paulsen, Valetti, Ander, Gerron, Schaufuß, Kühl, Lvovski. Telephan: Nordea 1141.281 Der Vorverkad Hir die Seleriage hal begonnen. Deutsches Theater Norden 12310. 8 U., Ende nach 10% Wiener Blut Oper. v. Joh. Strauß Barnowsky- Bohnen Theater in der Königgrätzer Straße 8 Uhr: Revolle Im Erziehungshaus Schauspiel von P. M. Lampel. Komödienhaus Die Verbrecher Tgl. 8, Uhr Schauspiel von FerdinandBruckner Regie: Heinz Hilpert Kammerspiele Norden 12310 Wer sollte es Sonst sein? v. Felix Joachimson. Berliner Theater 81% U. Ende geg. 10 Direkt.Heinz Herald 20 Uhr: die Sünderin Sonneu.Sterne Singspiel in 3 Akten Musk von Fred Raymond. Th... Lützowstr. Kurf. 9209. Täglich 8% Uhr Sonntag auch 4 Uhr L. M. Lommel in: Runxendori auf Welle 0,5" Rundfunkhörer halbe Preise Besondere Spezialität unserer Dampfräscherei Herren- Stärkewäsche Tischwäsche Roll- Presswäsche Überall Filialen Postversand Berlin SO 16, Rungestr. 21 Fernspr. F7 Jannowitz 6436 Metropol- Theater Täglich 8, 2hr ( Ab Weihnachten Theater des Westens) Friederike Franz Lebar dirigiert Käthe Dorith Richard Tauber Die Kaffen bleiben ben ganzen Tag geöffnet. Telef. Metropol- Theater: 8entrum 3078 a. 9393. Telef. Theater des Beſtens: Steinplag 931 n. 7081. Papierhaus 8 Uhr CASINO- THEATER 8 Uhr Juergens jetzt Nr. 43 NEUE KOMI Neue Königstr. 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