Abendausgabe Fr. 602 B 300 45. Jahrgang. Böchentlich 83 Bl. monatfic 3,60 TR tm voraus zahlbat, Boftbezug 4,32 m. einschl Beftellgeld, Auslandsabonna ment 6- m pro Monat. Der Borwärts" erscheint mochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, bie Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend. Juuftrierte Beilagen Bolt und Zeit" und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wissen", Frauen ftimme. Techni?". Blid in bis Bücherwelt" und Jugend- Borwärts Vorwärts Berliner Bolksblatt Freitag 21. Dezember 1928 10 Pfennig Die etnia alttge Ronpareillezetle 80 Bfennig. Retlamezeile 5.- Reichs mart Kleine Anzeigen" das fettge. brudte Bort 25 Pfennig( zulässig zwet fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 12 Bfennig. Stellengesuche das erste Bort 15 Bfennig, jedes wettere ort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Arbeitsmart Seile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen annahme im Hauptgeschäft Linden Straße 3, wochentägl. von 8 bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin E 68, Lindenstraße 3 fernsprecher Donboft 292-297 Telegramm- dr.: Costaldemokrat Berlin Vorwärts: Verlag G. m. b. H. Boftichedkonto: Berlin 37 636.- Banffonto: Bant ber Arbetter. Angeftelten und Beamten Ballftr. 65 Distonto- Gesellschaft. Depofitentasse Lindenstr 8 Severings Ruhrſchiedsspruch. Regelung der Arbeitszeit.- Mängel im Schlichtungsverfahren. Reichsinnenminister Severing berkündete heute im| nachfolgende Aussperrung unnötig zu machen. Unter diesen UmArbeitskonflikt Nordwest seinen Schieds. ftänden war es geboten, spruch, in dem es u. a. heißt: Für die Zeit von der Wiederaufnahme der Arbeit bis zum 31. Dezember 1928 regelt sich die Entlohnung nach dem für verbindlich erklärten Schiedsspruch vom 27. Oftober 1928. Mit Wirkung vom 1. Januar 1929 erhalten die im reinen Zeitfohn beschäftigten Arbeiter im Alter von über 21 Jahren eine nicht affordfähige Zulage nach Maßgabe einer besonderen Zabelle, in der Zulagen non 1 bis 6 Pfennigen je nach dem bis herigen Zeitlohn gewährt werden. Die Zulage beträgt für die unterste Klasse 6 f. pro Stunde und in der obersten Klasse 1 Bf., so daß in den untersten Klassen künftig 67 Pf. und in der höchsten Klasse 90 Pf. zu zahlen sind. Die Affordlöhne bleiben unverändert. Die sozialen und sonstigen tariflichen zu Tagen werden durch diese Regelung nicht berührt. Die Akkorde sind so anzusetzen, daß der Durch fchnittsarbeiter bel gesteigerter Leistung unter normalen Betriebsverhältnissen 15 Broz. über den Tariflohndet entsprechenden Gruppe hinaus verdienen muß. Für die Dauer der Arbeitszeit sind die gesek. lichen Vorschriften maßgebend, soweit sie nicht durch die Arbeitszeitregelung dieser Entscheidung oder durch eine spätere Vereinbarung der Tarifvertragsparteien in zulässiger Weise abgeändert werden. Die Mit Wirkung vom 1. Januar 1929 wird die Arbeitszeit für alle Arbeiter, die 60 Stunden arbeiten, allgemein auf 57 Stunden die Woche berkürzt. Arbeitszeit ist in den verschiedenen Spezialbe trieben wie Gießereien, Schweißereien usw. nach einer besonderen Vereinbarung geregelt, die im Schiedsspruch festgelegt wird. Maßregelungen aus Anlaß des Lohnkonflikts sind unzulässig. Dem Schiedsspruch ist eine sehr umfangreiche Begründung beigegeben, der wir das Folgende entnehmen: An die Spitze der Entscheidung ist die Bestimmung gestellt, daß für die Zeit von der Wiederaufnahme der Arbeit bis zum 31. Dezember 1928 die Lohnerhöhungen des verbindlich erklärten Schiedsspruches Geltung belommen sollen. Daß diese Bestimmung lohntechnisch einige Schwierigkeiten bereitet, muß ohne weiteres zu gegeben werden. Wenn trotzdem auf diese Bestimmung nicht verzichtet worden ist, so waren dafür gewichtige Gründe maßgebend, die letzten Endes in der Berpflichtung liegen, dem heute noch geltenden Schlichtungsverfahren Achtung zu verschaffen. Es fann nicht in Abrede gestellt werden, daß dem heutigen Schlichtungsverfahren Mängel anhaften. Jahrelange Erfahrun gen haben gezeigt, daß die Parteien allzu leicht geneigt sind, Berein. barungen aus dem Wege zu gehen, wenn diese Bereinbarungen ohne gegenseitige Zugeständnisse nicht erreicht werden können. Allzuhäufig haben fie in derartigen Fällen die Entscheidungen über den Lohnstreit dem Schlichter und in letter Instanz dem Reichsarbeitsministerium überlassen. Dieses Berfahren, das allmählich zur allgemeinen Uebung wird, hat die nachteiligsten Folgen infofern, als es das Verantwortungsgefühl und die Verantwortungsbereitschaft der Parteien herabmindert und die Berantwortung ausschließlich ben Amtsstellen überläßt. Es wäre dringend zu wünschen, daß auch ohne eine Wenderung des Schlichtungsverfahrens die Parteien mehr als bisher zur Berständigung im Lohnstreit fommen würden. Wenn darum auch anerkannt werden soll, daß das Schlich. tungsverfahren Mängel aufweist, die eine Abstellung er forderr, so geht es doch nicht an, daß sich eine Partei über einen rechtsverbindlich erklärten Schiedsspruch mit einem Aft wirtschaftficher Selbsthilfe hinwegfeht, der nicht nur für die Eiſenindustrie, sondern weit darüber hinaus für das ganze Wirtschaftsleben Deutschlands sehr bald die schwersten Folgen nach sich ziehen mußte. Als sich die Regierung Ende November zu einem Eingreifen entschloß, handelte es fich nicht mehr allein darum, Meinungsver schiedenheiten über die Lohnhöhe zwischen der Arbeiterschaft und den Unternehmern in der nordwestdeutschen Eisenindustrie zu schlichten, fondern auch, und zwar vorwiegend um die Abwendung von wirtfchaftlichen und polifischen Erschütterungen, die, zur vollen Auswirkung gelangt, das ganze deutsche Wirtschaftsleben in schwerste auch in der Entscheidung zum Ausdrud zu bringen, daß das Schlichtungsverfahren nicht ohne weiteres beiseite geschoben werden darf, wenn einer Partei die ergangenen Entscheidungen mißfallen. Andererseits läßt sich nicht verkennen, daß die Wirtschafts lage in der nordwestlichen Eisenindustrie zurzeit teineswegs besonders günstig ist. Die allgemeine Konjunttur ist, gemessen an dem Beschäftigungsgrad des Jahres 1927, 3urid gegangen und die Ertragsmöglichkeit hat besonders in der erzeugenden Industrie durch einige ungünstige Umstände des laufenben Jahres eine nicht unbeträchtliche Einbuße erfahren. Zusammen. faffend läßt sich also sagen, daß die Verhältnisse seit Ende des ver gangenen Jahres nicht günstiger geworden sind und daß feine Anzeichen vorliegen, die eine erhebliche Befferung in furzer Frist er. tennen ließen. Dieser Umstand fonnte bei der Prüfung der Lohnerhöhungen nicht unberücksichtigt bleiben. Bei der Brüfung aller der Neuregelung unterworfenen tariflichen Abmachungen hat sich herausgestellt, daß diese Abmachungen erheblichen fonffifufiven Mängeln leiden, die in der Hauptsache in der Unübersichtlichkeit und in der SystemIosigteit bestehen. Es wäre nicht unerwünscht gewesen, jetzt schon eine vollkommene Neuordnung, ins besondere des Rahmentarifs, zu treffen, der in gewissem Sinne die Grundlagen für die Festsetzung der Löhne und der Arbeitszeiten bestimmt. Das war aber ohne eine ausführliche Vorarbeit mit den Parteien unmöglich. Diese Neuordnung muß deswegen einer spä teren Vereinbarung der Parteien im Zeitraum oder nach Ablauf der Geltungsdauer der vorliegenden Entscheidung überlassen bleiben. Es darf aber die Erwartung ausgesprochen werden, daß die Parteien den schon einmal unternommenen Versuch einer derartigen Regelung ernsthaft aufnehmen und durchführen. Daß in dem ausgedehnten Industriebezirt, der von Düsseldorf bis Hamin reicht und in dem neben der gewaltigen Urproduktion auch die meiterverarbeitenden Werkstätten liegen, die selbst noch die größten Mannigfaltigkeiten in der Arbeitsweise aufweisen, die Durchführung von Normativbestimmungen für die Berechnung der Berdienste nicht allzu leicht ist, leuchtet ein. Aber die vorliegenden Schwierigkeiten müssen überLondon noch in Gasgefahr. Fortdauer der Explosionen.- Keine Menschenopfer. 99 Durch die furchtbare Gaserplofion, die geffern in London statt, Straßenfreuzung um Mitternacht noch immer bis zu 3 mei Meter fand, ist niemand getötet worden. 17 Personen, die Verlehungen erlitten hatten, wurden ins Krankenhaus geschafft, darunter sieben mit Gasvergiftung. Am Nachmittag erfolgte die zweite Explosion. Ein fünfftödiges Haus wurde in Flammen gehüllt, die 50 Fuß hoch in die Luft fliegen. Mit Gasmasken versehene Arbeiter sind dabei, die allgemeine Gasbelieferung wieder sicherzustellen. In dem Explosionsgebiet in Bentral- London schlugen an einer Mitleidenschaft gezogen hätten. Es ist nicht erwiesen, daß vorher Blick auf den Stadtteil Holborn, den Schauplatz alle Mittel erschöpft worden find, um die Kündigungen und die der furchtbaren Gasexplosion. hohe Flammen aus einem der vielen Krater, die in den Asphalt geriffen morden sind. Verschiedentlich find noch fieinere unterirdische Explosionen von Gastaschen" vernehmbar, die sich unter dem Straßenpflaster gebildet haben. Die Gefahrenzone ist von der Bolizei streng abgesperrt. An ihren Zugängen halten noch eine Anzahl Feuersprigen mit ausgelegten Schlauchleitungen, um im Notfall bei erneuten Explosionen gleich eingreifen zu können. In der Luft ist noch starter Gasgeruch wahrnehmbar. An den Straßenlaternen hängen Schilder mit der Aufschrift: Rauchen verboten." Ungefähr 400 Familien find zum Räumen ihrer Häuser aufgefordert worden und haben dies größtenteils getan. Die menigen Zurüdgebliebenen bleiben auf eigene Gefahr. Bis nach Mitternacht standen dichte Menschenmassen an den Zufahrtstraßen des Biertels, das in Ermangelung des Gaslichtes von transportablen elektrischen Lampen erleuchtet ist. Die Störungen des Straßenverfehrs waren sehr groß, besonders zur Zeit des Theaterschlusses. Es herrscht große Genugtuung darüber, daß die Berlustliste im Verhältnis zu der Gewalt der Explosion und dem Umfang des Materialschadens so gering ift. Bon den 15 mit Berlegungen oder wegen Gasvergiftung ins Krantenhaus gebrachten Personen fonnten fieben nach der Behandlung wieder entlassen werden. Der den Ladeninhabern durch die Störung des Weihnachtsgeschäfts zugefügte Schaden ist sehr groß. Der Schaden an den Straßen wird auf etwa eine Million Mark geschätzt. Die Beschädigungen der Häufer sind noch nicht abgeschätzt. Die Fundamente mehrerer Häufer an der Ede von High Street und Denmark Street gelten als gefährdet. Die Sachverständigen befürchten, daß sich unter dem Straßenniveau zahlreiche Ansammlungen beträchtlicher Gasmengen gebildet haben, von denen aus das Gas allmählich in die Keller und die anderen Räumlichkeiten der Häuser eindringen wird. Jufolgedeffen rechnet man mit der Möglichkeit fleinerer Explosionen für die Dauer von mehreren Wochen. Die Gaslicht- und KoksGesellschaft hat eine Erflärung veröffentlicht, in der sie die Berantwortung für die Katastrophe von gestern vormittag ablehnt mit dem Bemerken, die Explosion sei in einem unterirdischen Tunnel des Postamies erfolgt, während dort Angestellte des Poftamtes mit Reparaturen beschäftigt waren. Hindenburgs Antwort an Simons Die Kulmbacher Räuber Schiedsspruch für die Werffen Berichte 2. Seite Hindenburgs Antwort. „Reichstabineti hat recht".— Simons kommt nach Berlin. Reichsgerichtspräsident Simons hat sich, wie erinnerlich. in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Staatsgerichtshoss für das Deutsche Reich beschwerdeführend an den Reichspräfidenten gewandt, von dem er Schutz und Sicherung der Autorität des Staatsgerichtshofs gegen Maß- nahmen der Reichsregierung fordert. Diese Beschwerde hat der Reichspräsident durch noch- stehendes Schreiben beantwortet: • Berlin, den 20. Dezember 1928. Sehr geehrter Herr Reichsgerichtspräsident! Ihre Beschwerde vom 16. Dezember in der zurzeit vor dem Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich schwebenden Streit. fache wegen der Besetzung der Stellen im Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahngesellschaft hat mir Anlaß gegeben, den Sach. verhalt im allgemeinen und die Entscheidung der Reichsregierung über die Ztziederbesetzung der vier freigewordenen Stellen vom 14. Dezember im besonderen eingehend nachzuprüfen. Nach dem Ergebnis dieser Nachprüfung bin ich der Aufsassunz, daß die Reichsregierung vcrfassungs- und pflichtgemäß gehandelt hat, daß insbesondere weder ein Eingriff in die oerfasiungsmäßige Tätigkeit des Staalsgcrichtshofes noch irgendeine Minderung der Autorität feiner Gerichtsbarkeit vorliegt. Zu einer förmlichen Entscheidung über die Beschwerde er» achte ich mich aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht für zu- ständig. Mit der Versicherung meiner vorzüglichen Hochachtung und mit freundlichen Grüßen bin ich Ihr sehr ergebener gez. von Hindenburg. Diese Entscheidung des Reichspräsidenten ist dem Reichs- gerichtspräsidenten durch Reichskanzler Müller übersandt worden, der namens der Reichsregierung nachstehendes Schreiben beigefügt hat: Berlin, den 20. Dezember 1928. In der Anlage übersendet die Reichsregierung Ihnen. Herr Reichsgerichtspräfident, die Entscheidung des Herrn Reichspräsidenten auf Ihre an ihn gerichtete Beschwerde vom 18. Dezember 1928. Das Reichstabinett beehrt sich, folgendes hinzuzufügen: Die Gründe, durch die die Reichsregierung gezwungen wurde. die Besetzung der Stellen der Mitglieder de« Eisenbahnverwaltungs rats am 14. d. M. vorzunehmen, sind Ihnen inzwischen bekannt- geworden. Die Ernennung mußte an diesem Tage erfolgen, weil sonst schwere Schädigungen der Reichsbelange von der Reichsregierung befürchtet werden mußten. Sie bittet Sie da- her, davon Kenntnis nehmen zu wollen, daß von ein« Miß- achtung der Autorität des Staatsgerichtshofes durch die Reichs regierung keine Rede sein kann. Die Reichsregierung glaubt, diesen Hinwels mit der Fest- ftellung verbinden zu sollen, daß eine Frage nach den Gründen dem Staatssekretär des Reichsvertehrsministeriums bei seinem Telephongespräch mit Ihnen, Herr Reichsgerichtspräsident, nicht gestellt worden ist, daß vielmehr bei diesem Gespräch von Ihnen lediglich die Möglichkeit erwogen wurde, am folgenden Tage in der Hauptfach« zu oerhandeln. Unt« diesen Umständen konnte nicht erwartet werden, daß d« mit den politischen Ent- schließ ungen nicht vertraut« Sachreserent des Reichsverkehrsmtnisterium», d« zur Vertretung in der Hauptfache noch Leipzig entsandt war. über politische Gründe der Reichsregierung in öffentlicher Sitzung Aufschluß geben würde. Es bedarf nicht der Hervorhebung, daß auf eine Anfrage bei d« Reichsregie- gierung jede erbetene Aufklärung erfolgt wäre. Die Reichsregierung ist davon überzeugt, daß auch der Staat?- gerichtshof für das Deutsche Reich den vorstehenden Darlegungen entnehmen wird, daß sie ihm in keiner Weise die Achtung und das Vertrauen versagt hat, die ihm gebühren. Genehmigen Sie, Herr Reichsgerichtspräsident, die Versicherung meiner vorzüglichsten Hochachtung, mit der ich bin Ihr sehr ergebener gez. Müller. Reichspräsident von Hindenburg hat den Reichsgerichts- präsidenten Dr. Simons in einem persönlichen Schreiben ge- beten, baldmöglich st nochBerlinzutommen, um den zwischen der Reichsregierung und dem Staatsgerichtshof entstandenen Konflikt und zugleich das inzwischen einge- gangene Rücktrittsgesuch des Reichsgerichtspräsidenten zu besprechen. Der Reichsgerichtspräsident Dr. Simons hat mitgeteilt, daß er zu diesem Zwecke morgen beim Herrn Reichspräsidenten sich einfinden wird. munden werden, wenn nicht die heutige Undurchsichtigkeit der Ent- löhnung eine stetige Quelle von MißHelligkeiten werden soll. Bei der Bemessung der Lohnzulagen war zu berück- sichtigen, daß von jeder Teuerungswelle im deutschen Wirtschafts- leben die Angehörigen der rheinisch-westfälifchen Eisenindustrie sowohl als Konsumenten wie auch als Produzenten erfaßt werden. Der Lebensunterhalt ist im Westen verhältnismäßig teuer. Das Ziel einer planmäßigen Lohnaufbesierung mußte des- ivegen in erster Linie eine Ausbesserung der niedrigen Lohn» und Akkordsätze sein. Die finanziell« Auswirkung dies« Aufbesserungen hält sich in den Grenzen des Erträglichen. Die Leistungsfähigkeit der deutschen Industrie und insbesondere der Schwereisenindustrie des Westens Hot nicht nur eine Erleichterung der Ausfuhrbedingungen zur Vor- missetzung, sondern vor allen Dingen die Erhaltung einer gesunden und leistungsfähigen Arbeiterschaft. die am sichersten durch eine planmäßige Erhöhung des Lohn- Niveaus und durch eine verständige Arbeitszeitregelung erreicht wird. Im einzelnen ist zu der Lohn- und Arbeitszeitregelung zu bemerken, daß der Erhöhung der Akkordsicherung von 10 auf 15 Prozent nur insoweit eine Erhöhung d« Akkordver- dienste folgen muß, als der Durchschnittsarbeiter den Satz von 15 Prozent üb« seinen Tariflohn nicht erhält. Di« für die Ar- beitszeitregelung in den Gießereien, Waffergasschweißereien und Bcizonlagen vorgesehene Uebergongszeit soll ein Jahr nicht überschreiten. Die Art und Zeit der Lohnzahlung nach dem für verbindlich erklärten Schiedsspruch unterliegt der Verein- barung zwischen Werkleitung und Arbeiterrat Abweichend von der bisherigen Fasiung in Tarifverträgen ist die Schlußbestimmung, daß das Recht zur Kündigung für jede Ver- tragspartei davon abhängen soll, daß sie die Kündigungsabsicht den anderen Vertragsparteien wenigstens einen Monat vor dem Kündi- gungstermin anzeigt, um in gemeinsamen Verhandlungen die wirt- schaftliche und soziale Lage zu klären. Es ist sehr wahrscheinlich, daß, wenn eine d«artige Sicherung bereits die früheren Tarisbe- stinnmmgen enthalten hätten, der Lohnstreit in der beklagten Form vermieden worden wäre. An der Klärung der wirtschaftlichen und sozialen Lage haben beide Parteien dos größte Interesse. Die deutsche Wirtschast und Ihr Gedeihen sind nicht eine Privat- angelegenheil der Unternehmer, sondern auch Sache der Arbeit«. ja. des ganzen Volkes. Zur Klärung der wirtschaftlichen Lage genügt es nicht, erst zu den Lohnverhandlungen eine Reihe mehr oder weniger nachkontrollier- barer Zahlenreihen von hüben und drüben mitzubringen. Dazu ist eine ständige Information über olle einschlägigen Verhält- nisse oonnöten. Und den Arbeitgeb«Vertretern sollten auch nicht erst in den Lohnverhandlungen betriebliche und sozial« Mängel mitgeteilt werden. Auch hier wäre eine laufende Unterrichtung durch«in« beiderseitige Fühlungnahme«in wirksames Mittel, um Mißverständnissen vorzubeugen und Erschütterungen des Wirt- schaftslcbens zu oerhüten. Die festgesetzte Geltungsdauer der gettosfenen Entschei- dung ist diktiert worden von dem Wunsche, im Hinblick auf die wirtschaftliche und außenpolitische Situation Deutschlands eine längere Periode der Klärung und Festigung zu schaffen. Oer Schiedsspruch für die Wersten Ende des Kampfes bevorstehend. 3t» Werflarbeiter streik, in dem der Reichsarbeils- minist«, wie bereits mitgeteilt wurde, im öffentlichen Interesse ein neues Schlichtungso«fahren eingeleitet hatte, ist nach zweitägigen v«handlung«n heute in den frühen Morgenstunden ein Schieds- spruch zustande gekommen. Er seht die regelmäßige Ar- beitszeit aus fünfzig Stunden wöchentlich und vom l. November 1929 an auf 49 Stunden wöchentlich fest. Darüber hinaus können nach der Arbeitsordnung od« im Einverständnis mit dem Arbett«rat Ueberstunden geleistet werden. Der regelmäßig 25 Proz. betragende Ueberstandenlohn- Zuschlag ist künftig für jede über 48 Stunden wöchentlich hinaus- gehende Arbeitszeil zu zahlen. Die Cohns äh« sind unter weg. fall des bish« für die Mehrarbeit gezahlten Zuschlag« von 1 Pf. aus den Sloadenlohn gegenüber dem ersten Schiedsspruch um 1 Pf., also aus 5 P f. die Stunde erhöhl. Zür die llrlaubslage wird Cohn in Höhe des Vurchschnittsv«dienstes des Einzelarbelter» gezahlt. Sämtliche tariflichen Vereinbarung«» sollen bis 30. Juni 1930 laufen und, falls sie zu diesem Termin nicht gekündigt n»«den. sich jeweils um ein Tahr v«läng«n. Die Parteien haben sich üb« die Annahme od« Ablehnung d« Schiedsspruch« bis zum 2 8. De- zember 1928 zu erklären. Erfolgt die Annahme od« verbind- »chkeitserklärang, ja fall die w i e d e r e i n st e l l u n g d« Arbeiter möglichst sofort nach Maßgabe der technischen Möglichkeiten des Betriebes und ohne Maßregelung erfolgen. ' Mit diesem Schiedsspruch wird der seit 12 Wochen geführte Streik der 450 00 Arbeiter der Seeschiffswerften de- endet werden. Sollten die Parteien den Schiedsspruch ablehnen, ist dessen Verbin dlicherklärung zu erwarten. Der erste Schiedsspruch, dessen Ablehnung zum Streik geführt Hot, sah«ine Verkürzung der Arbeltszeit von 52 auf 51 Stunden vor und eine Erhöhung der Löhne um zwei bis vier Pfennig, wäh- rend der neue Schiedsspruch um einen Pfennig darüber hinausgeht und eine bessere Regelung der II«der- st u n d e n b e ,z a h l u n g bedeutet. Auch die Arbeitszeitregelung ist wesentlich günstiger als in dem ursprünglichen Schiedsspruch. Rechtsrheinischer Textilschiedsspruch. Barmen. 21. Dezember. Der Schiichlungsausschuß für das Bergische Land fällte am Donnerstag nach zwölfstündiger Sitzung unter dem Vorsitz des Beigeordneten Dr. B r a g a r d- Barmen einen Schiedsspruch, der das bisherige Arbeitszeitabkommen, das Lohnabkommen und den Hilfsmeistertarif über den 1. Januar 1929 verlängert. Jni Arbeitszeitabkommen wurden Aenderungen dahin getrosten, baß die Verteilung der 48-Stunden-Woche und her Mehr- arbeit über 4« Stunden der Zustimmung der Betriebsoertretung bedarf. Bei der Einführung von Kurzarbeit unter 48 Stunden muß vorher auf die 48-Stunden-Woche zurückgeggangen werdcii. Im Lohnabkommen wurde für die Nachtschicht- st u n d« n, die auf den Sonntag fallen, ein Zuschlag von 7 5 Proz. festgesetzt. Außerdem wurden in einzelnen Branche- tariien(vor allem Streichgarnspinnerei, Breitgarnweberei. Tuch- meberei, Teppich- und Möbelstofsweberei) Verbesserungen der Ar- beitsbedingungen vorgenommen. Im übrigen bleiben die Löhne ii n v e r ä n d e r t. Die neue Regelung ist zunächst bis zum 14. Februar 1930 festgesetzt. Später kann danach mit sechswöchiger Frist jeweils zum Quartalsschluß gekündigt werden. Die Erklärungsfrist läuft bis Montag, den 24. Dezember, vormittags 11 Uhr. England kann jeden Tag räumen. Thcht an Ironkreichs Politik gebunden. London. 21. Dezember. Im Verlauf der Unterhausdebait« griff auch Chamberloin ein. Er erklärte: Eine mißverständliche Auffassung hat ein Mitglied des Hauses gezeigt, das sich mit den gemeinsamen Manövern zwischen einem britischen Kavallerieregiment und sranzöstschen Truppen im Rheinland befaßt. Die Sache ist so, daß wir unsere Streitkräfte im Rheinland derartig vermindert haben, daß es unmöglich ist, diese kleine Truppe ihren jährlichen Ausbildungskursus durchmachen zu lassen. Unsere Militärbehörden waren daher sroh, der französi- schcn Einladung folgen zu können, um unserer Kavallerie Ge- legenheit zu regulären Uebungen zu geben. Darin liegt die einzig« Bedeutung des Vorganges, und jeder Versuch, ihn als eine Aenderung der Locarno-Politik oder als ein neues militärssches Einverständnis mit Frankreich auszulegen, ist nicht nur völlig unbegründet, sondern auch höchst schädlich, weil er Mißtrauen erregt, dos wir gerade ver- hindern sollten. Auf eine Zwischensrage, ob eine Vereinbarung b«- stehe, die besage, daß die britischen Truppen nicht ohne Zustimmung Frankreichs aus dem Rheinlande zurückgezogen werden würden, antwortete Chamberloin: Es gibt keine offizielle oder inoffizielle Vereinbarung dieser Art.— Malone(Arbeiterpartei) rief dazwischen: wir können also selbständig räumen, wenn wir wollen?— Ehamberlain«widerte: 3a! Die Truppen Seiner Majestät unterstehen dem Befehl der britischen Regierung und keiner anderen Instanz. Wir hatten in dieser Sache keinerlei Verpflichtungen und haben auch keine Der- pflichtungen in Locarno od« Lugano oder bei sonstigen Besprechun- gen übernommen, die darauf hinausgekommen wären, unsere Truppen länger im Rheinland zu lassen, als wir selbst e« für richtig halten. Aber ich glaube nicht, daß irgendein wertvolles Ergebnis durch die Zurückziehung der 7000 britischen Soldaten erreicht werden würde, wenn alle anderen Besatzungstruppen an Ort und Stelle blieben._____ Die Kulmbacher Räuber. Oas Opfer und einer der Räuber gestorben. D« von einem d« beiden Kulmbacher Raub« durch vi« Bauchschüsse schw« verletzte Gendarmerie- Stalionstomman- dank Krauh von Neuenmartt ist heule morgen im krankenhau» zu Bayreuth seinen tödlichen V«lehungen erlegen. Der zweite Kulmbacher Stationskassenräuber. der, wie bereits gemeldet, verhastet wurde, heißt Wilhelm Werner, geboren am 4. Februar 1898 zu Webelsburg in West- falen. Er ist bereits wegen Raubes mit8 Iahren Zuchthaus vorbestraft. Werner hat ein Geständnis abgelegt. Seine Festnahm« erfolgte gegen 8 Uhr abends in der Streitmühl« bei Marktschorgast. Die dortige Bevölkerung, die an der Festnahme des Räubers starkes Interesse hatte, verständigte die Polizei. Ein« Polizeistreife der Landespolizei Bayreuth war alsbald zur Stelle und schrill zur Festnahm«, die durch die Verwendung eines Polizei- Hundes, der dem Räuber stark zusetzte, erleichtert wurde. Werner Halle sich verdächtig gemacht, als er nach einer Erfrischung fragt». Er Halle versucht zu schießen, dock) hatte anscheinend der Schuß oersagt. Werner wurde in das Leztrksanitsgebäud« nach Kulmdach gebracht und dort einem eingehenden Verhör unterzogen, da» bis heute früh 4 Uhr dauert«. Wern« legte«in umfassende» Ge- ständnis ob. Aus seinen Aussagen ging hervor, daß er nicht nur den Raub aus die Stationskasse In Kulmbach, sondern mehrere derartige Verbrechen verübt hat. Der andere Räuber, der sich selbst schwere Schuß- Verletzungen beigebracht hatte, ist gegen Mitternacht gestorben. Oer tägliche Oachstuhlbrand. Ein Leerzug in Fiamme«. Wieder geriet heute früh aus bisher noch ungeklärter Ursache der Dachstuhl des Haus« Artillerie st r. 36, Eck« Linien- st r o ß e, in Brand. Die alarmiert« Feuerwehr, die mit vier Zügen anrückt«, konnte das Feuer nach zweistündiger Tätigkeit nieder- kämpfen. D« Dachstuhl ist zum größten Teil ein Raub der Flammen geworden. Der Wasserschaden in den Wohnungen der ob«en Stockwerke ist erheblich. Durch den Brand war eine ein- stündige Umleitung des gesamten Straßenverkehrs notwendig. Von einem eigenartigen Unfall wurde heute früh um 5 Uhr der Vorortzug Lehrter Bahnho f— R a u e n, der in Spandau als Leerzug eingesetzt werden sollte, betroffen. Auf der Höhe des Bahnhofes Spandou-West geriet ein Wogen 2. Klaffe plötzlich in Brand. In kurz« Zeit stand d« Wogen völlig in Flammen gehüllt. Zum Glück gelang es. durch das geistes- gegenwärtig« D«halten des Zugpersonal», den brennenden Wagen aus der Zugmille rechtzeitig abzukoppeln, so daß der übrige Teil des Zuges vom F«u« wenig in Milleidenschoft gezogen wurde. Die Spandouer Feuerwehr, die auf den Alarm herbeigeeilt war. hatte mit den Löscharbeiten ein« halb« Stund« zu tun. Durch den Vor- fall erlillen einig« Züge aus dies« Vorortstrecke Verspätungen. Die Entstehungsursache de» Brande», der sehr verhängnisvoll hätte auslaufen können, ist noch ungeklärt. » Auf den Fernglessen bei Zeuthen wurde heute früh die Leiche eines Mannes von etwa 25 bis 30 Iahren gefunden, dem der Schädel zertrümmert war. Die Polizei ist mit den Ermittlungen über die Personalien des Toten beschäftigt. Nach dem Befund liegt zweifellos Selbstmord vor. Wer Hai„Schuld"? Oos junge Mädchen oder Herr Trohki? Man schreibt uns: Es ist gar keine Frage, daß der Leiter des Rodiobetriebes in der Schönletnstraße die alleinig« Schuld an der furchtbaren Katastrophe trägt. E, ist ganz gleichgültig, ob das junge Mädchen zum Anzünden der Gasflamme— offenbar eines Bunsenbrenners— ein Stücken Zulluloid oder ein Streichholz genommen hätte. Mit einem Streichholz hätte das Unglück genau so verursacht werden können wie mit dem Fidibus aus Zelluloid. Allerdings ging's mit dem schneller. Das Wesentliche an der ganzen Sache ist. daß in ein« Fabrik oder in«inen Fabrikationsraum, wo Zelluloid verarbeitet wirdüberhauptkeineoffeneFlammeund kein Streich- holz hineingehören. Da» hat aber bisher noch niemand hervor- gehoben. Die Anwärmung des zum Prägen notwendigen Stempels hätte eben elektrisch erfolgen müssen. Aber davon verstand Herr Trotzki als Buchhändler ofsenbar nichts oder es war ihm trotz der unterschlagenen Krankenkassengelder zu teuers Im übrigen scheint ja Herr Trotzki so der richtige Profitmacher gewesen zu sein: ein Mann, der selbst keine Ahnung von technischen Dingen hat, engagiert junge und jüngste Mädchen, läßt die in ein« vorsintflutlichen Fabrikquetsche mit nur einem Ausgang und ver- gitterten Fenstern für sich arbeiten, sackt den Prosit ein und— läßt Zelluloid mit einer offenen Flamme anwärmen. Da» ist der richttg« auferstandene Kriegsgewinnler! Maxe aus'm Betrieb. Di« Gebvrlenmindervng tu Zkalien. Trotz der Anstrengungen Mussolini» geht der Geburtenüberschuß in Italien ständig zurück. In den ersten elf Monaten diese« Jahre» betrug er 399 000 gegen 413000 im gleichen Zeilraum de» vergangenen äahre». Be,irt,bildung»au»fchuß: Die noch nicht oerkauften Karten für die Theorernorstellung am 2. Meihnochtsfeiertag(Die Weber) müssen sofort an die Ausgabestellen zurückgegeben und dürfen nicht mehr verkauft werden. Mit Zuchthaus wird bestraft... Ein Vorschlag an die deutschnationale Reichstagsfraktion. Die Deutschnationalen haben im Reichstag einen Antrag eingebracht, wonach mit Gefängnis von drei Monaten bis zu fünf Jahren somie mit Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte bestraft werden soll, wer feiner Meinung öffentlich dahin Ausdrud gibt, daß Deutschland die Schuld trage am Ausbruch des Beltfrieges. Dieser Antrag ist nach unferer Meinung dürftig. Er bedarf ter weitgenhen Ergänzung. Wir schlagen folgenden Gefeßent murf vor: § 1. Ein Deutscher, der öffentlich vor einer Menschenmenge oder burch Verbreitung oder öffentlichen Anschlag eine der im§ 2 näher bezeichneten Behauptung aufgestellt, wird mit 3uchthaus be straft. Daneben ist auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte zu erfennen. § 2.. Die Strafandrohung des§ 1 erstreckt sich auf folgende Behaup tungen: 1. daß Ludendorff den Weltfrieg verloren habe; 2. daß der deutsche Kaiser nach Holland ge flohen fei: Ein deutsches Fürstenkind. Bon Hans Bauer. Es gäbe, so las ich fürzlich, drei mirfliche Internationalen: den| löscht ihre Bahlheimat Montenegro von der Landkarte weg: aber Katholizismus, die Standard Dil- Kompagnie und die Homosexuellen. das sind ja Kleinigkeiten, nicht der Rede wert. Was heißt hier Daran mag einiges Richtig sein, aber eine Internationale fehlt Deutschland, was heißt hier Montenegro! Das Land möchte sie sehen, in dieser Aufstellung bestimmt: die Internationale der Monarchen. das es fertig brächte, sich ihm verbunden zu fühlen. Im HandDie Träger und Abtömmlinge der Kronen haben durcheinander umdrehen ist sie mit Herz und Hand, mit Geld und Blut Jugoslawin, geheiratet, daß es in allen Fugen getracht hat. Im Europa von wie fie, müßte es sein, morgen Zulutafferin und übermorgen Beheute ist allein der König von Jugoslawien ein wirklich nationaler ludschistanerin wäre, und als begeisterte Untertanin eines SiegerDynaft. Die Könige aber von England, Belgien, Holland, Dänemart, staates glaubt sie, laut diefem ausgezeichneten Bersailler Bertrag, Norwegen, Griechenland, Bulgarien, Rumänien, Spanien, Italien Anspruch auf 15 Millionen Reichsmart zu haben. Fürwahr, der und Schweden sind fremdstämmiger Herkunft, und die Biegen ihrer französische Boilu und der serbische Muschkot sind nicht umsonst in Ahnen standen vorwiegend in Deutschland und Frankreich. Auch die den Gräben verredt, von Granaten zerrissen worden: sie haben früheren Symbole deffen, was man fo Nationalgefühl zu nennen einem deutschen Fürstenkind einen Rechtstitel gegen Deutschland erpflegt: die Fürstenfamilien des milhelminischen Deutschlands, waren fämpft und das war es ja wohl u. a. auch, was sie meinten, durchaus international verfippt. als sie ihr Leben hingaben. Eben rollt in Paris ein Prozeß ab, der geeignet genug ist, uns wieder in Erinnerung zu bringen, mas für abenteuernder Bruch es zumeilen war, der sich da vermaß, die deutsche Nation zu reprä jentieren. Da wurde am Hofe von Strelik eine Prinzeffin geboren, die den Namen Jutta betam und gewiß, wie das Fürstenfindern so 3. daß die Aufführung des deutigen Kronprinzufommt, von allen guten Mecklenburg- Streligern als Deftillat echter 3en in Charleville für das Ansehen der Hohenzollern schmählich Deutschgesinntheit und völlischer Sittenſtrenge verehrt wurde. Aber gewesen sei; 4. daß die Kommandoftäbe besser gelebt hätten als der Mann im Schüßengraben; PPAL Blick in die Wunderwelt. In der Weihnach szeit werden die Schaufenster der Spielwarengeschäfte von Kindern belagert. Viele Wünsche bilden sich; aber wie wenige gehen in Erfüllung! 5. daß es unter den Etappe offizieren zahlreiche Drüdeberger gegeben habe; . 6. daß die Vaterlandspartei Eroberungen erstrebt habe; 7. daß bei der Verleihung von Orden und Ehrenzeichen Nichtkombattanten durch gute Beziehungen Tapferfeits. auszeichnungen bekommen fonnten; 8. daß deutsche Ritterguts befiger mehr Fleisch, Butter, Eier, Milch usw. verzehrt hätten, als nach den Ra tionierungsvorschriften auf den Kopf der industriellen Bevölkerung fam; 9. daß vielfach Offiziere ein ausschweifendes Schlemmer. leben vor den Augen der hungernden und darbenden Mann chaften geführt hätten; 10. daß die nationalen Kriegsheer, Graf Reventlow, Bulle, Mar Bever usw., während der gesamten Kriegsjahre fich auch nicht ein einziges Mal im Bereich irgendeiner feinblichen Rugel befunden hätten. § 3. Ber wegen eines Berbrechens nach§§ 1 und 2 diefes Gesetzes rechtsträftig verurteilt ist, kann nach Verbüßung der Strafe folange in Sicherheitsverwahrung genommen werden, bis er feine Behauptungen öffentlich widerruft. Der Widerruf ist auf bekanntzugeben. § 4. Gesichtsforscher, Professoren, Dozenten, die in ihren Darstellungen zu nationalabträglichen was so ein richtiger deutscher Fürstenhof ist, an dem hagelts Standale, die sich aus der nun einmal zum Beruf gehörenden Maitreffenwirtschaft entwideln. Jutta gerät mit hinein in solch einen Stunt und entrinnt ihm durch eine hübsche tleine Heirat, die sie mit dem montenegrinischen Fürsten Danilo eingeht. Sie fühlt sich bald so etwas geschieht schnell als waschechte Montenegrinerin, und sicherheitshalber nimmt sie, um mir ja als Blut vom Blute, Fleisch vom Fleische ihrer neuen Landeskinder zu erscheinen den Namen Miliza an: Miliga von Montenegro. Der Welttrieg bricht aus. Der Weltkrieg geht zu Ende. Montenegro wird, unter lautem Protest der montenegrinischen Königsfamilie, zu Jugoslawien geschlagen. Zum zweitenmal hat das medlenburgische Fürstenkind seine Heimat verloren. Aber, wenn Gott will, schießt ein Besen. In Juttas bzw. Milizas Herzen schleicht feine Traurigkeit ein. Der Versailler Bertrag fesselt ihr deutsches Heimatland und Erotischer Film. Grabmal einer großen Liebe"- Ufa- Palast 300. Armer Tolnaes, armer Beidt, dieser indische Film zeigt, daß Radjahs nicht nur für die Großaufnahme würdig dahinschreiten oder wild glutvoll mit den Augen blizen. Im Gegenteil, man ift zuerst befremdet, denn die indischen Darsteller üben eine Zurüdhaltung in Geste und mimischem Ausdrud, die man in Europa nicht femmt. Die Bewegungen haben fast marionettenhaften Charafter, statt rafender Othellos stehen Hamlets auf der Szene, die das meiste mit gleich gültiger Miene tun. Eine ganz anders orientierte Kultur, eine der europäischen entgegengesezte Lebenshaltung tritt in die Erscheinung und erfüllt diesen Film. Nachher empfindet man die europäischen Zugaben des außerordentlich geschickten Regisseurs Franz Often als störend, als Requifiten aus einer großen Oper. Zwischen der entfesselten Gothit indischer Baläste, im indischen Wald und auf indischer Steppe entfaltet fich die Handlung, eine findliche Liebesromanze, die die Geschichte des Taj Mahal, jenes berühmten Tempelgrabmals in Nordindien, erzählt, die Liebe des Künstlers Shiran zur Adoptivschwester Selima, die später als Brinzessin anerkannt wird und einen Radjah heiratet, und die Trauer Shirans über ein verlorenes Leben. Doch aus dieser Trauer erwächst dann das große Kunstwert. Lyrit mit dramatischen Ballungen, mit eingefügten dekorativen Szenen, eine füße, naive Lyrit, wie sie auch Europa fennt. Aber durch diese hübsche Oberfläche sieht man hindurch und erblickt dann das leidende Bolt, seine Knechtung, seine Ohnmacht, erblickt die Schrecken eines abfoluten Despotismus, dem der Untertan hilflos ausgeliefert ist. Indien, aber ein Indien der Bergangenheit, völlig objektiv gefehen, völlig fachlich behandelt, ohne verklärenden, romantischen Schimmer, ohne Bose, wie es der deutsche Film liebt. Bundervoll ist der Schauspieler Himansu Rai, von dessen gebändigtem unb bis zum Lezten mit Leben erfüllten Spiel Europäer und auch Amerikaner lernen fönnten. Ein Film, der tatsächlich etwas Neues bringt, wenn es auch eine Welt ist, die uns heute fernliegt. „ Rutschbahn" Alhambra. F. S. Darstellungen gelangen, Weit brachliegenden schauspielerischen Kräften tann man die fönnen, soweit nicht Bestrafung gemäß§ 1 verwirkt ist, mit Ent- Straße pflastern, dennoch entdecken die deutschen Filmallgewaltigen biehung ihrer öffentlichen Aemter bestraft werden. Mit § 5. Zuchthaus wird außerdem bestraft, wer behauptet, daß in letzter Zeit teine Könner, ja, taum Talente. Felicitas Malten fam beispielsweise zum Film, weil sie amet lange Zöpfe hatte. nun trägt sie turze Haare, nennt sich Fee, anstatt Felicitas, aber blieb auf der gleichen Stufe. Lehr- und Forschungsfreiheit beeinträchtigt werde. durch dieses Gefeß die verfassungsmäßig garantierte Geist es, diese Veränderung ist mur äußerlich, ihr schauspielerisches Können Er ist da! Beihnachtsgeschent aus Moskau. Jonathan. Drei Personen schrieben. ziemlich unzusammenhängend und recht fnallig das Drehbuch. Sie laffen ein junges Mädchen flüchten, da es im Berdacht steht, feinen Stiefvater getötet au haben. Es flieht nach London, mit den Papieren einer verstorbenen ruffischen Emi grantin. Hier trifft es wie tönnte es auch anders fein den Bruder der Berstorbenen, spielt gemeinsam mit ihm ein bißchen wird jetzt Ereignis: Der neueste Etti- Brief ist erschienen! für es getan hat, sondern den Partner. Das lang erwartete, das lang tells erfehnte, teils befürchtete Artistit und heiratet zum Schluß nicht den Clown, der fehr viel Schon wird er in der Redaktion der Roten Fahne" für die Ver öffentlichung zurecht gemacht; Ueberschritsen werben gefeßt, beson ders bedeutungsvolle Stellen durch fetten Druck ausgezeichnet. Mor. gen aber soll die Welt, soweit sie sich um das fommunistische Geraufe noch fümmert, das Dokument genießen dürfen. Bas fchert einen guten Bolschewisten die so bedrohlich an. wachsende Arbeitslosigkeit; was die Weihnachtsnet der Opfer der Arbeit und des Krieges; was die seelische Bedrängnis der heran wachsenden Generationen; was die Not der jungen Menschen die in Fabrikhöllen ausgebeutet werden; was die Kriegsgefahr in Südamerita: der Etti- Brief ist da! Nun auf zum Kampf gegen Ber fabnter" und" Liquidatoren", gegen Halbblödler" und Rechte", gegen Trogfiften und Leninisten"! Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienftitelle Berlin und Umgegend.( Nachdr. verb.) Trodenes und ziemlich heiteres Frost. Für Deutschland: Im Nordwesten wolkig mit gelindem Frost, fonft überall meiterhin troden und falt. metter. Der heutigen Postauflage liegen bei„ Bolt und Zeit", 99 Dee Sinderfreund und der Borwärts"-Wandkalender. Duponts Barieté" ist eine Spißenleistung, man sollte nicht noch immer den Bersuch machen, es nachzuempfinden. Richard Eichberg besinnt sich viel zu wenig auf fein eigenes Rönnen und arbeitet ohne große Spannungsmomente. Vor allen Dingen hat er das Talent feines Stars gewaltig überschäßt. Zudem hat er auch noch den Sinn der Großaufnahme verfehlt. Fee Malten bleibt starr, und die Großaufnahmen unterstreichen diese Starr beit noch. Fred Louis Lerch als Partner gefällt wieder durch feine filmwirkungsvollen Augen. Heinrich George ist als Clown fehr interessant, recht gut, alles in allem jedoch ein wenig schwer. e. b. Die Gemäldegalerie der Stadt München. Während man in Berlin die Frage einer städtischen Gemäldegalerie erörtert, steht die Galerie der Stadt München vor der Eröffnung. Sie wird voraus fichtlich im Februar stattfinden. In die Sammlung werden nur Berte von Künstlern aufgenommen, die für die Entwicklung der Münchener Kunst von Bedeutung waren. Bis jetzt find namentlich Anfäufe aus dem 19. Jahrhundert gemacht worden, von Kaulbach, Schwind, Rotte mann usw. Doch wird auch besonderer Wert auf bie Berücksichtigung lebender Künstler gelegt. In den letzten zwei Jahren stanben für Erwerbungen je 200 000 m. aur Berfügung. Bas Jutta anbelangt, so wird sie zeitlebens Nationalistin bleiben: nicht deutsche, montenegrinische, südslawische, auf Details tommt es hier nicht an: sondern Nationalistin schlechtweg, internationale Natio= nalistin sozusagen. Denn niemand als sie hat die Wahrheit des Dichterwertes stärker bestätigt gefunden, daß fein Mensch ohne Baterland gedeihet, denn woraus sonst sollte er Kapital schlagen! Als in Medlenburg geborene und in Montenegro beheimatete Südflavin verflagt sie in Frankreich Deutschland! Das ist eine flare Sache, und eines tann man ihr also gewiß nicht vorwerfen: daß, wie es fie auch in der Welt herumtrieb, sie des Landes ganz vergeffen hätte, in dem ihre fürstliche Wiege einst stand, und wo sie die ersten Laute von sich gab: mie Schatulle" und Krongut". Ein fleines Nachwort erübrigt sich leider nicht: es ist völlig in der Ordnung, daß Jutia einen deutschen Rechtsanwalt gefunden hat, der zugunsten der nun also Südflamin gewordenen Abenteuerin die Schädigung des Deutschen Reiches um 15 Millionen betreibt. Unter nationalem Phrasengepolter, wie sich das versteht. Aber es ist durchaus nicht in der Ordnung, daß der Hauptverteidiger Juttas Baul Boncourt heißt und der französischen Sozialdemokratie angehört. Wir können hierzulande einstweilen nichts besseres und nichts anderes tun, als ihm in der von ihm geführten Sache einen vollen und ausgewachsenen Mißerfolg zu wünschen. „ Wolga Wolga." Capitol. Im Brand von Kasan" hat der russische Film einen seiner berühmten Bauernaufstände verherrlicht; der deutsche Film hat jetzt Stenta Rosin, den Führer der Don- und Wolgafosaten, im Kampfe gegen Staat und Kirche des 17. Jahrhunderts, zum Helden erforen. Diese populäre Figur der russischen Volkslieder, der als Boltsbefreier gilt, bietet in der Tat für einen großen historischen Film einen würdigen Gegenstand. Leider unterläßt es der DrplidMeßtrofilm, die sozialen Hintergründe dieses Aufstandes aufzuzeigen. Sie werden nur eben angedeutet, das Balladenhafte des persönlichen Schicksals tritt in den Blickpunkt. In groß gesehenen Bildkomposi tionen rollt sich das grandiose Abenteuer unter der Regie 2. Turjanffys vor uns ab. Er weiß die Gruppen zu organifieren, die dramatischen Akzente in bewegten Szenen aufzusehen und das Individuelle in Rafin herauszuarbeiten. Der Konflikt, der auch dem Wolga- Liede zugrunde liegt, ist das Hauptthema des Filmes. Rafins Schiffe haben das Kaspische Meer überfahren; sie suchen dort Zuflucht. Aber die Besses wollen ihn und seine Bande dem Baren ausliefern. Mord und Brand ist die Folge. Die Schiffe tehren zurüd. Iwaschka, Rasins rechte Hand, hat eine persische Brinzessin geraubt. Rafin nimmt sie ihm ab und schützt sie. Die zwischen beiden auffeimende Liebe stachelt den Iwaschka zur Eiferfucht und Meuterei an. Er läßt das Trinkwasser austaufen und reizt Rasin und die Prinzessin. die Berdurstenden zum Aufruhr. Da opfert Rafin die Prinzessin, die ihm eben ihre Liebe gestanden, mit eigener Hand und stellt das von ihm verlegte Kosatengesez, das Frauenliebe an Bord verbietet, wieder her und gewinnt seine Autorität wieder. Inzwischen hat Jwajchta die Rojaten verraten. Während sie in wilder Orgie das neue Einvernehmen feiern, sind sie umstellt worden. Nach tapferem Eine Fülle interessanter Figuren hebt sich unter den Kosaken ab. iberſtand unterliegen fie: Rafin endet am Mast seines Schiffes. H. A. Schletto w gestaltet die Führerpersönlichkeit ob historisch richtig, fei unerörtert mit starten Mitteln und vollem Gelingen. Sein höchst prägnanter Kopf und sein vielfach abgestuftes Spiel feffeln. Der Iwaschka von Boris de Fos betont von vornherein den heimtückischen Charakter. Ein Brachtfert Seroffs Filka. mit Hingebung schön zu sein ist Lilian Hell Davis Aufgabe als perstiche Brinzessin. Ein elternloser Junge, der zum Liebling Rafins wird und der am Durst stirbt, wird von dem kleinen Gust! Start entzückend natürlich verkörpert. Ein Kosalenchor leitete den Film stimmungsvoll ein. D. Jm Theater in der Behrenstraße beginnt heute das EnsemblesBaftspiel des Luftspielhauses mit dem Luftipiel Arm wie eine Kirchenmaus". De November- Gruppe veranstaltet am 31 Dezember im Logenhaus, leiftitrage 10, einen Silbefterball. Karten im Borverfauf Mt 5 im R. D. B., Iwarby, Wertheim und in der Geschäftsstelle, Achenbachstraße 21. Die Galerie Ferdinand Möller( Echöneberger Ufer 38) bat eine Sonder ausstellung von neuen Gemälden und Aquarellen bes bald achizigjäbrigen Cbriftian Ro5118 eröffnet Berantwortlich für die Redaktion: Eugen Brager, Berlin: Anzeigen. Ib. Glode, Berlin. Berlag: Borwärts Berlag Gm 6 S., Berlin. Drud: Vorwärts Budy bruderet und Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin S3 68, Lindenstraße 3. Siezas 1 Beilage. Theater, Lichtspiele usw. Freitag, d. 21. 12. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 172 19 Uhr Freitag, d. 1. 12 Städtische Oper Bismarckstr Turnus I 19 Uhr Trouba- Othello dour Staats- Oper Am Pl.d. Republ. R.-S. 231 20 Uhr Staati. Schauspielh. Am Gendarmenmark A.-V. 233 20 Uhr Herodes u. Fidelio Mariamne Staatl. Schiller- Theater, Charitbg. 20 Uhr Flachsmann als Erzieher SCALA 8 Uhr B5 Barbarossa 9256 Schaefers Revue und das große Weihnachts- Programm. Sonnabend, Sonntag und an beiden Feiertagen je 2 Vorstellungen 3.30 u. 8 Uhr. 3.30 zu ermäßigten Preisen das ganze Programm GROSSES SCHAUSPIELHAUS Tägl. 8 Uhr Casanova mit Alfred Jerger Emmi Sturm, Anni Frind.Anni Ahlers, Trude Lieske Siegfried Arno, dendow, Morgan, Blankenhorn, Julia Serda, Marg. Kupier, Grete Walter, Picha, Geppert, Mikulski. La Jana Winkelstern Com. Harmonists Sunshinegirls Jacksonboys Regie: Erik Charell. Gesamtausstattung Prof.Ernst Stern Neu auf Electrola. Renaissance- Theater Tel. Steinplatz 901 u. 2583/84, Bis 21. Dezember tägl. 84 99 Ton in des Töpfers Hand" Regie: Gust. Hartung. Komische Oper 8 Allabendlich 8% Eine unerhörte SENSATION wird dieses neuartige Revue- Stück von JAMES KLEIN Häuser der Liebe Aus dem Tagebuch eines Pariser Salons in 30 großen B 1dern Unter Mitwirkung von 30 prominenten Darstellern 60 Akt- Modellen 100 Damen- Ballett 1000 Pracht- Kostüme Vorverkauf f. Premiere und für die Feiertage eröffnet. For Zuleihnachtsfeſt: Engelhardt CaramelMalzbier! Restaurationsbetrieb Berliner Emm Gewerkschaftshaus Berlin SO 16, Engelufer 24/25 Oekonom: Willy Seidlitz An den Feiertagen Von 12-15 Uhr Tafelmusik Festgedeck Mk. 1.50 Moctourflesuppe Gespicktes Ochsenfilet in Madeira, garniert, oder Doppelländer Kalbskeule mit Tomatenfunke und Rosenkohl. Kompott. Festgedeck Mk. 2.50 Moctourtlesuppe Hirschkeule, gespickt in Sahne volksbühne Theater am Bülowplatz 8 Ukr Macbeth Theater am Schiffbauerdamm 8 Uhr Die Drei- GroschenOper Thalia- Theater 8 Uhr. Schneider Wibbels Auferstehung gelhardi Caramel Malbre VOLLBIER Engelhardt Brauere ATELIER ENGELHARD? 114& Goldener Sonntag- Treffpunkt 2-6 bei Bernhard Sealplüschmäntel, Ural Krimmermäntel, Wollplüschmäntel 140.- 110-89.- 59.- 39.75 Pelzbesetzte Ottomanemäntel ganz gefüttert, mit austr. u. amerik. Oposs. und Seal- Electric- Fellen besetzt 125. 112.- 89.- 69.- 59.75 49.75 Plüschbes. Ottomanemäntel 39.75 36.75 26.75 19.15 Pelzbes Engl. Mäntel 98.- 89.- 69.- 49.75 39.73 26.75 Reinwoll. Kleider... 23.75 19.75 16 75 13.75 Veloutine- Kleider 45.- 39.75 36.75 26.75 22.15 Tanz- Kleider. 36.75 29.75 24.75 19.75 16.75 Crêpe- Satin- Kleider 69-49.- 45.- 38.15 Jumper in Trikot- Charmeuse und Pullover 25.- 19.75 16.75 12.75 9.7 6.75 Spezialhaus für Damenkonfektion Re δέτι flor Fre Un nun jedo erid dri reid wur hau EI pro mut ftel maschinen Sprech wir 93 a war von herrlicher Tonfülle! bu1 Adr wir Ber und W. 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Feiert. nchm. 3 Steffiner Sänger Hamlet im Heringsladen dazu was große WeihnachtsProgramm! Dönhoff- Bretti: Carl Braun und 10 weitere Varieté- Sterne. Oper Paulsen, Valetti, Norden 12 310 SU., Ende nach 10% Ander, Gerron, Die Verbrecher Schaufuß, Kühl, Lvovski. Telephon: Norden 1141 8.281) An beid. Feiertagen 3%, Uhr zu ermäßigten Preisen: Die DreiGroschen- Oper. R Schauspiel von FerdinandBruckner Regie: HeinzHilpert schickte Th. im Admiralspalast Täglich 81 Uhr Sonntag und an beid. Feiertag Vorstellungen Kammerspiele tags die case VerNorden 12310 8 U. Ende geg. 10 Ehen werden im ose- Theater Himmel geschlossen!" Gr.frankfur ter St.13 Komödie von Walter Hasenclever 8 Uhr: Regie: 3 Uhr 8.81% Ubr. Nachstella. zu halben Preisen Sonnabend 3, U. Frau Holle Märchenspiel. Kleine Preise Ab Weihnachten: Kurzes Gastspiel Mädi Forster Larrinaga. Jackle Coogan. Bettenhaus A. 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Argentinien ist arm an verfallenen Kulturdenkmälern, die uns von dem Berden und Bergehen vergangener Zeiten erzählen, aber unter dem Benigen, das diese südamerikanische Republik an solchen historischen Stätten befigt, nehmen die Ruinen des einstmals machBa tigen Jefuitenstaates in dem Nationalterritorium Misiones die erste Stelle ein. Dennoch sind Anfang und Ende biefer merkwürdigen Staatengründung im 16. Jahrhundert felbft tm de argentinischen Bolf wenig bekannt. Was darüber in den Schulen Pam gelehrt wird, reicht lange nicht aus, um dauernd das Interesse an dam diesem wichtigen Stüd argentinischer Geschichte im Bolle wach zuhalten und zu vertiefen. Auch an Literatur darüber ist nicht viel borhanden; sie dient zumeist der geschäftlichen Propaganda von Schiffahrtsgesellschaften, Reisebureaus und Hotelunternehmungen. In einzelnen Berbeschriften über die Auswanderung nach te Argentinien werden die Ruinen von Misiones" zur Anregung der mene Phantafie und Abenteuerlust der zur Auswanderung Entschlossenen ene Phantafie und Abenteuerlust der zur Auswanderung Entschloffenen ( ni nur nebenbei erwähnt. Died unde mm we zen Ein Grab gescheiterter Hoffnungen. Bis vor wenigen Jahren ist Misiones fein bevorzugtes Siedelungsgebiet gewefen. In neuer Zeit aber beschäftigt sich die Oeffentlichkeit in Argentinien( Streif der Hörigen) und im AusStlande immer stärter mit Misiones, das als Kolonisationsgebiet er. be fannt wurde, dem eine glänzende Zukunft vorausgefagt mird. Diese ad Erfenntnis tommt zwar reichlich spät, allein sie fonnte nicht früher den Unternehmungsgeist befruchten, meil ein Ueberfluß an billigem und gutem Siedelungsland in verkehrsreichen Gegenden vorhanden war und die Rolonisation fich darauf beschränkte, den großen Latifundienbesitz längs den Bahngleisen durch eine Güterichlächterei größten Stils, bei der sehr häufig die Koloniften die Leidtragenden sind, der ,, Boltsmirtschaft zu erschließen". Jegt ist auch Misiones in den Bereich dieser modernen Güterschläch gezogen, so daß sich bald rings um die romantischen und nid mächtigen Ruinen des einstigen Jesuitenstaates, und auch auf feinen Oche Trinamern, ein neues Leben entwideln wird. St.) Dabe agen heter th. ide terei Jahre 1659 waren es schon dreißig Rieberlaffungen mit rund 100000 Bewohnern! Einige Jahre später leisteten die Jesuiten mit ihrem Kriegsheer Corrientes und Asunción mili tärische Hilfe gegen Brasilien, und vom Jahre 1680 an fämpften die Kriegsbataillone der Jefuiten auch gegen die Bortugiesen, die sich Uruguay unterworfen hatten. Die Ausbeutung der Arbeitskraft. Der Jesuitenorden war durch seine Misionen eine poli tische Macht geworden, mit der besonders Spanien als Weltmacht rechnen mußte, und das um so mehr, als die Jefuiten über thren politischen Zielen nicht vergaßen, fich auch wirtschaftlich eine ihren politischen Zielen nicht vergaßen, sich auch wirtschaftlich eine Machtstellung ersten Ranges zu schaffen. Die ungeheuren Mengen wild wachsender Derba, in Europa unter dem Namen Paraguaytee bekannt, boten dem Orden eine unausschöpfliche Quelle des Reich tums, die sie geschickt ausmußten, bis sie den ganzen Handel be. herrschten. Im Jahre 1645 ift dem Orden das Recht gewährt worden, die wild wachsende Derba zu ernten und auszuführen. Benige Jahre später hatten sie bereits mit ihren Marten„ Te de les Jesuites", Ilex Mate" und" Te del Paraguay den ganzen Derbahandel fest in Händen. In Brasilien und Chile, selbst in Beru hatte der Jesuitentee" beinahe alle anderen Marken verdrängt. Die Arbeitsfräfte der Jesuiten waren ja die denkbar billig sten, nämlich die Indianer in den Misionen, die in die Urwälder Im Der Abend Shalausgabe des Vorwärts geschickt wurden, wo sie oft modhenlang auf der Suche nach natür. lichen Verbapflanzungen und dann mit dem Fällen der Verbabäume und dem Verbringen der Ware nach den Sammelstellen der Misionen gegen die tausendfadh fie umlauernden Gefahren anfämpfen mußten. Der größte Feind dieser menschlichen Arbeitstiere war der Hunger, denn die Jesuiten gaben ihnen nur unzureichend Lebens. mittel auf den Weg, so daß sie oft völlig entfräftet den wilden Tieren zum Opfer fielen oder in den Gümpfen umfamen. Die wiederholten Verwarnungen der Regierung und der Ordensleitung, den im Dienste der Misionen stehenden befehrten Indianern eine mehr christliche Behandlung zu geben, verhallten ungehört. Erst als die Verwaltung der Misionen erkannte, daß ihr das bisherige Ausbeutungssystem die größten Verluste an jungen und träftigen Leuten verursachte, schuf sie Wandel, indem sie den armen Teufeln genügend Lebensmittel mitgab und ihnen bei ihrer Rückkehr aus den Urmäldern auch längere Ruhepausen gewährte. Das war um so not. wendiger, als immer weitere Reifen unternommen werden mußten, um neue Derbales" aufzufinden, denn die alten gingen an der schonungslosen Ausbeutung zugrunde. Die Folgen dieses Raub. baues maren auch die Hauptursache, daß die Jesuiten Verbapflan zungen in ihren Niederlassungen selbst anlegten, um so Produktion und Handel systematisch zu betreiben. Im Jahre 1752, ein Jahrzehnt vor ihrer gewaltsamen Ausweisung, hatten die Jesuiten in fieben Niederlaffungen am Alte Baraná bereits 200 000 Yerbabäume gepflanzt, die sie aber bei ihrer Ausweisung vernichteten. Darauf hatten sich die Indianer wieder in ihre Urwälder zurüdgezogen, um der grausamen Behandlung durch die Spanier zu entgehen, und sonst war niemand da, der das von den Jesuiten begonnene Werf hätte fortsetzen können. Heute geben nur noch Ruinen Zeugnis Don dem einstigen Leben und Schaffen in diesen reichen Reginnen; aber nicht lange wird es wären, und auf den stillen Ruinen wird neues Leben erstehen. Schlangenpark von Port Elizabet. Jedem das Seine, Port Elizabet hat seine Winde, eine offene Reebe, die jeder Kapitän zum Teufel münscht, und seinen Snate Bart. Diese windigste Stadt an der Südlüfte Afritas ist darum schon eine Betrachtung mert, da sie eine Bersuchsfarm der giftigsten Schlangen Afrikas unterhält. Von der City ist wenig zu berichten, gleich am Hafeneingang ragt ein Turm wie der Campanillo in Benedig, in die Winde. Viele Schulzen und Meiers, Kröners leben hier mie in der Nachbarstadt East- London. Sie sind Emigranten deutscher Herkunft, die in den sechziger Jahren hier einmanderten und Ortschaften mit hoffnungsvollen Namen, wie Leipzig, Halle, Ham burg, benannten. Schlächtereien und große Stühlhäuser verraten, daß der Egport an Gefrierfleisch hier zu Hause ist. Bei ter bemerkt der Fremde, daß Kolonnen von Eingeborenen mit roten Räppis die Stadt durchziehen. Sie find Strafgefangene, aber genießen größte Freiheiten. Der Einbrud, den man beim Anblick der verfallenen meterbiden Mauern des Herrschersizes der Jesuiten emp otal fängt, ist unauslöschlich an den 160 Jahren, die feit der Aus. meilung der Jesuiten aus Argentinien im Jahre 1767 als Folge ihrer Be Berbannung aus Spanien und dessen überseeischen Besitzungen ver. floffen, find die mächtigen Gebäude zum Teil unter dem Einfluß Der Witterung zusammengebrochen, zum Teil aber von paraguanischen und brasilianischen Eindringlingen gemaltsam zerstört worden, Große Mengen der mächtigen Quadersteine wurden auch von der argen linischen Regierung zum Bege- und Brückenbau und von den Be mohnern einiger von den Jesuiten gegründeten Ortschaften und Niederlaffungen, die noch bestehen, zum Hausbau verwendet. mischen den noch immer gewaltigen Mauerresten stehen jetzt Baum riefen, und zugleich vermandelte die üppige Urwaldflora mit ihren enblos verschlungenen Lianen und reiterhohen Farnfräutern das große Wert eines in feinen Zielen vermeffenen religiösen Ordens in ein immergrünes Grab gescheiterter Hoffman im Eifen gefangen hatte der rheumatische Elefant, der aussah nungen und verflogener Träume. Schon wollte ich der lärmenden Stadt den Rüden menden und auf das Schiff zurüdeilen, da traf ich zufällig einen Mitpaffagier, einen alten Afrikaner, der mich zum Snafe- Bart führte. Auf dem Bege dorthin mußte ich die herrlichsten Vorzüge dieses Parkes burch die Schilderung meines Führers im voraus genießen. So tam es, baß ich bitter enttäuscht wurde. Nicht ärgerte mich der Schilling Eintritt, nein, die ftaubige, trübe Bude, die sich großartig Museum nannte, der angrenzende Tierpark mit seinem hinfenden Löwen, den wie das Leiden Chrifti, die glattgeschorenen Pfaue und die Affen, Die einem mit einem Mistbombardement empfingen. Man zieht doch immer Bergleiche und so tat es mir leid, menn ich an die Fülle des 300 dente und an die Unzufriedenheit der Berliner. Gerade wollte ich noch einmal den Kampf mit der geologischen Abteilung des Museums aufnehmen, das mir vielversprechend er. schien, da zerreißt ein Gongschlag den Lärm und ich eile mit anderen zu einem umsäumten Platz. Zuerst sah ich nur einen übel zu| den bläulichrot, man ahnt das Gift, das durch diesen kleinen, gea schmeidigen Körper rast. Da beißt sie, die Cobra versucht die Angreiferin durch Schwanzfchläge zu vertreiben, doch plötzlich, mitten im Kampf, ringelt sie sich zusammen, fällt wieder auseinander, hüpft auf der Schwanzfpize wie im rasenden Schmerz, ihr Kopf schwillt an, wie wenn er plagen müsse. Da streckt sie sich, der fürchterliche Kampf ist zu Ende. Der Biß der Mamba muß mit einer so ungebeuren Schnelligkeit geschehen sein, daß wir ihn nicht bemerkten. Erschreckend ist die Wirkung des Giftes, das schon nach einigen Ses Die Tochter des Schlangenwärters. funden bei den größten Tieren tödlich wirkt. Wie grauenhaft die Natur Lebemesen gezeichnet hat, ersah ich daraus, daß diese Giftmamba, geschützt durch ihr Mimikri, wie ein verdorrter Ast vom Baume hing, wo sie nur durch scharfes Hinsehen zu erkennen war. gerichteten Neger mit einer großen Blechbüche, die er dauernd in Schwung hielt. Gleich darauf bemerkte ich, daß diefer Bärter in einer Bertiefung, die durch einen Wasserkanal abgeschlossen ist, stand, Wie mir der Leiter der Schlangenstation erzählte, liegt der und hunderte Schlangen jeglicher Art frochen um jeine bloßen med der Züchtung der Giftschlangen darin, das äußerst wertvolle Füße herum. Da hebt er einige dicke Exemplare, widelt sie sich um Gift zu gewinnen und den pharmazeutischen Laboratorien zuzu den Hals, streckt und pidt sie, wie Frankfurter Würstchen, andere den Hals, streckt und pidt sie, wie Frankfurter Würstchen, andere führen. Der Schlangenwärter mit der Blechbüchse sei schon viele rollt er wieder zusammen, wie Kohlrouladen, fleinere läßt er auf der hundert Male gebissen worden und niemals hätte das Gift ihm Hand balancieren, wie einen Spazierſtock, dabei lächelt er refigniert etwas angetan. Das sei so zu erklären, daß er wohl immun sei oder und nachher geht er mit seiner Büchse herum, um Geldſtücke einzubie Schädlichkeit für den Organismus durch die verschiedenen Bisse Die Indianerniederlaffungen der Jesuiten. Bei der Befizergreifung von Paraguay durch die spanischen Conquistadoren im Jahre 1588 war das heutige. Misiones Don Cainguasindianern, die zum Bolt der Guaranis gehörten, besetzt. Damals standen die Indianerniederlassungen auf dem höchsten Puntt ihrer Entwicklung und die Jesuiten glaubten, sich mühelos in den Besiz der gewaltigen Bodenschäze sehen zu können. Unter dem Bormande, die heidnischen Bölfer dem Christentum zu gewinnen, bemühte sich der Orden durch die Bermittlung des Batifans bei Spanien um die Erlaubnis, feste Stationen, miffionen, in den unterworfenen Gebieten errichten zu dürfen. Diese Erlaubnis murde den Jesuiten gegeben und turz darauf entstanden bei den großen Basserfällen von Guayra( Sete Queñas) die ersten von den Jefuiten angelegten festen Indianerniederlassungen. Ihr Bestand war aber nicht von langer Dauer. Mischlinge und brasilianische Indianer überfielen die Niederlassungen und brannten sie nieder, sammeln. worauf die Jesuiten sich entschlossen, diese gefährliche Gegend mit ben befehrten Indianern zu verlassen. Mehr als zehntausend Indianer schifften fich mit den Jesuiten auf ihren Kanus ein und fuhren den Baranáfluß abwärts bis zur Landschaft a berib, oofle ihre neuen Heimstätten aufschlugen. Bon da aus verbreitete fich die Macht der Jesuiten über das ganze Gebiet zwischen den Flüffen Paraná und Uruguay in einer Ausdehnung von etwa 120 000 Quadratkilometer, das heißt, in einer Größe wie Bayern, Sachsen und Württemberg zusammengenommen. In diesem Gebiete entstanden in bem furzen Zeitraum von mir sieben Jahren die Hauptniederlaffungen Candelaria und Santa Ana, fomie Concepión, Corpus, Santa Maria la Mayer, San Javier, Apóstoles, Lorete, San Ignacie, San José und Martires. Maffenmord unter geistlicher Leitung. In den Jahren 1638 und 1639 zwangen die wiederholten lleberfalle der brasilianischen Indianer und Mischlinge die Jefuiten, einige Siebelungen am Uruguanfluß und auch Apóstoles aufzugeben. 3u gleich tonzentrierten fie ihre Tätigkeit auf Candelaria und San Ignacio, gaben den Indianern eine militärische Ausbildung und be waffneten fie schließlich in der Absicht, den feindlichen Stämmen eine vernichtende Niederlage beizubringen. Drei Jahre später wurde der Endscheidungstampf in den Gewässern des Baraná ausgetragen Den Jesuiten blind ergebene 4000 Guarani fämpfen gegen 2800 Indianer und Mischlinge in einer erbitterten Schlacht burch 36 Stunden und errangen den Sieg. 1200 Tote der Gegenfeite und zahlreiche Ranus schwammen auf dem Flusse oder lagen ver laffen am Ufer. Dieser Sieg feftigte die Macht der Jesuiten derart, baß fie fich ein regelrechtes Kriegsheer organisierten. Borauslegung mar, sich die Urbevölkerung durch noch mehr feste Siedelungen und itrenge Borschriften zu sichern. Im Jahre 1642 befaßen die Jejuiten amanzig fefte Rieberfaffungen mit unb 60 000 Bewohnern. m Dann zählt er topfschüttelnd das Geld. Jeßt aber rief er aus: Ladies and Gentleman!" Ich ahnte so etwas wie eine Anflage. Da sah ich aber, wie er sich entfernte und als wir ihm folgten, traten wir in einen, zementierten, hellerleuchteten Raum ein. In der Mitte erhob sich das Fragment eines Baumes, das von einem Holzgifter umschlossen war. In diesem Innenraum trug sich mun folgendes zu: Eine Cobra glitt an dem Baum vorbei, sofort stürzte vom Baum eine grüne Mamba herunter. Das ist eine der giftigsten Schlangen Afritas, die fühn und zudringlich auf den Bäumen lebt, um sich von dort auf ihre Opfer zu stürzen. Blöglich umschlingen fich beide. Es fieht zuerst ganz freundschaftlich aus, sie lösen sich und ver einigen fich wieder. Mit einemmal schnellen sie auseinander und schlagen wild mit ihren Schwanzfpizen. Wie ein Pfeil fauft die Cobra durch die Luft, die Farben der fleinen grünen Mamba merDie Cobra. die Wirkung der Gifte aufgehoben seien. So ist es nur zu erflären, daß die Immunität durch Generationen gegen Giftbisse bestehen bleibt, denn wie ich mich selbst überzeugte, besaß der Leiter somie feine Tochter, die die Schlangen ihre Lieblinge nennt und mit ihnen spielt wie unsere Kinder mit Puppen, eine beträchtliche Anzahl Bun den, die für sie das bedeuten, was uns ein Müdenstich antun tann. M. M. Ben Akiba und die Jazzorgel. Wer ein Gedächtnis für Klänge und das nötige Alter hat, wird sich an den Hall erinnern, der auf städtischen Rummeln, ländlichen Festen und Kirchmeihen zeitweise die Luft erfüllt, nicht selten sich mit Konkurrenzmusit aus Nachbarbetrieben vermischt. Auch gibt es vielleicht noch an Großstadtausläufern oder in entLegenen Landorten in weiten ebenerdigen Tanzjälen jene manchmal wandbreiten Orchestrions, die auf Einwurf eines Groschens zunächst ächzen, fauchen, rasseln und dann mit Donnergetöse ein Schmettern Loslassen; fommt aber mitten brin irgendeine Szene fürs Gemüt, jo à la Maritana" oder etwa gar der siegende Beitgefang: „ Ich Lüsse Ihren Hals, Madame, ich fing Sie an mit Schmalz, Madame", dann umfängt lieblicher Orgelton unsere Sinne, wenn auch meistens schon etwas asthmatisch, altersdünn, ziehend und nachgebend. Allein, siehe da, mas wir durch den welterlösenden Jazz längst erledigt glaubten, es feiert gerade im Jazzeitalter fröhliche Urſtänd: die Wurlizorgel fendet burdy Radiowellen über den ganzen Erdball und wissen mirs denn? vielleicht auch auf andere Welten, zu den Mitbürgern auf dem Mars oder den Lebewesen auf der Venus Bostons, Blues, Leisefanglieder im Jazzrhythmus. Und uns Aelteren tönt dabei, wie dem E. T. A. Hoffmannschen Ritter Glud der „ Euphon" im Innern, die Jahrmarktsorgel und wir sagen uns mit Ben Atiba: Alles schon dagewesen, schon dagewesen.... ribe. Die Blayers and ROMAN EDGAR WALLACE INS DEUTSCHE ÜBERTRAGEN ( 30. Fortegung.) VON Er erreichte den Westen Londons, als es zu regnen begann. Alles ging nach Wunsch. Die Straße, in der die Garage lag, mar vollkommen verlassen, und er hatte die Tore geöffnet und den Bagen hineingefahren, bevor die Inhaber der nächsten Garage neugierig heraustamen, um zu sehen, wer diese Garage nach so langer Zeit wieder benutzte. Digby hatte sich einen Hauptfchlüssel für alle die verschiedenen Garagen, Häuser und andere Räume, die von ihm benutzt wurden, machen lassen, der alle Schlösser öffnete. Halb führte, halb trug er Eunice aus dem Wagen. Sie seufzte, denn sie fühlte fich zerschlagen und müde, Hier hinauf," ſagte er und drängte sie vor sich her auf eine dunkle Treppe. Oben auf dem Bodest blieb er stehen und zündete die Gasflamme an. Obwohl fast einen Monat lang nicht abgestaubt worden war, jah der Raum, dessen Fenster auf den Hinterhof führten, hübsch und gemütlich aus und war nett möbliert. Er zog die schweren Borhänge zu, bevor er die Hängelampe ansteckte. Dann fühlte er ihren Puls und schaute ihr in die Augen. Sie fühlen sich jetzt wohl," sagte er lächelnd.„ Sie müssen hier nun solange warten, bis ich zurückkomme. Ich will etwas zu effen taufen." ,, Jawohl," erwiderte sie. Nach zwanzig Minuten fam er wieder und fah, daß sie ihren Mantel abgelegt und sich die Hände und das Gesicht gewaschen hatte. Sie trodnete sich die Hände ab, als er die Treppe herauf fam. Es war etwas rührend Kindliches in ihrer ganzen Haltung, und ein Mann, der meniger roh gewesen wäre als Digby Groat, würde es nicht übers Herz gebracht haben, sie weiter gefangen zu halten. Aber er hatte nicht das geringste Mitleid mit ihr. Er überlegte sich gerade, ob es nicht besser und sicherer sei, ihr noch eine Spritze zu geben. Um eine schnellere Wirkung bei ihr hervorzurufen, hatte er die Dojis kräftiger genommen, als gut war, und fürchtete nun, daß sie zusammenbrechen würde oder Herzschwäche betommen tönnte. Das wäre für ihn ebenso unangenehm gewesen wie für sie, und er entschied sich dafür, zu warten. ,, Effen Sie," sagte er. Sie letzte sich gehorsam an den Tisch. animis Er hatte tallen Braten, Käse, Butter und Brot gebracht. Aus der nebenanliegenden Küche holte er noch zwei Gläser und füllte fie mit Bein. Plößlich legte sie Messer und Gabel nieder. Ich fühle mich so furchtbar müde," sagte sie. Um so beffer, dachte Digby Groat. Dann würde sie jetzt ein schlafen. Der hintere Raum war ein Schlafzimmer. Er beobachtete sie, während sie ihre Schuhe ausgog und den Gürtel ihres Kleides löfte, bevor sie sich nieberlegte. Mit einem tiefen Seufzer wandte sie sich nach der Wand zu und war schon seit eingeschlafen, bepor er auf die andere Seite des Bettes gehen fonnte, um ihr Gesicht zu sehen. Digby Groat rauchte lange, nachdem er gegessen hatte. Eunice war nun ganz in feiner Gemalt, aber sie fonnte marten. Eine piel wichtigere Angelegenheit beschäftigte ihn jetzt. Er war jetzt in die Lage gekommen, die er schon lange vorausgesehen, für die er aber auch schon alle Vorkehrungen getroffen hatte. Die Situation war gerade nicht angenehm, aber er fand Trost bei dem Gedanken an die schöne Plantage in Brasilien, wo er den Rest seiner Tage verbringen wollte. Plöglich erhob er sich, nahm aus einer Schublade Rafierzeug und ein Handtuch, machte Waffer auf dem Gasherd in der Küche heiß und rasierte sich dann den Schnurrbart ab. Mit seinem Baßschlüssel schloß er den Schrank auf, der in den Raum eingebaut war, und musterte die Anzüge und Mäntel, die dort hingen. Das obere Fach war mit Raften angefüllt, und er nahm zwei oder drei Schachteln herunter, um ihren Inhalt zu prüfen. Aus der einen nahm er ein prachtvolles Abendkleid aus Silberspitzen und legte es über die Stuhllehne. Dann wählte er ein dazu passendes Unterkleid aus Seidensatin. Aus einem anderen Kasten nahm er ein paar weiße Seidenschuhe und Strümpfe. Er schien mit seiner Wahl sehr zufrieden zu sein, denn seine Blicke ruhten mit Wohlgefallen auf den Dingen. Auch seine eigene Berfleidung hatte er schon gewählt. Er legte jetzt eine Chauffeurumiform an und ging dann zu dem Telephonapparat. ,, Wie, Jane Groat ist tot?" 34. Lady Mary war bestürzt über die Nachricht. Jim saß teilnahmslos am Fenster des Bureaus von Mr. Salter. Er sah müde, niedergeschlagen und hohläugig aus. RAVI RAVENDRO. hatte. Es war furchtbar schwer für ihn, das verschuldete. Familiengut zu halten, trotzdem er sehr bescheiden lebte. Dann wurde er mit Jonathan Dantons Vater befannt, und die beiden verabredeten eine Heirat zwischen mir und dem jungen Danton. Ich hatte ihn früher nie geshen und lernte ihn erst eine Woche vor dem Hoch zeitstag tennen. Er war ein Mann mit einem fühlen, harten Cha rafter und ähnelte hierin start seinem Vater, denn er war ebenso stolz, rechthaberisch und unbeugfam. Dazu famen noch die Reiz barfeit und der Beffimismus, die durch sein Herzleiden verursacht wurden und an denen er ja auch später gestorben ist. Meine Ehe war sehr unglücklich. Die Sympathie und das Entgegenkommen, auf das ich von seiner Seite gerechnet hatte, fand ich nicht. Er hätte mich mit seinem großen Reichtum sehr glücklich machen können, aber vom ersten Augenblick an schien er mir zu mißtrauen. Ich habe oft gedacht, daß er mich haßte, meil ich einer Gesellschaftsklasse angehöre, die über ihm stand. Als unser Töchterchen geboren wurde, hoffte ich, daß sich seine Haltung mir gegenüber ändern würde, aber er zog sich immer mehr zurüd, und wir wurden einander noch fremder. Ich hatte seine Schwester, Jane Groat, fennengelernt und wußte, daß sie früher in irgendeine Standalaffäre verwidelt gewesen war. Jonathan sprach niemals darüber, aber ihr Bater war ihr deshalb gram und erlaubte ihr nicht, sein Haus zu betreten. Ihr Bruder stand ihr nicht so feindlich gegenüber. Jane hatte einen merkwürdigen Charakter. An manchen Tagen war fie vergnügt und lebhaft, dann fonnte sie auch wieder düfter und pessimistisch sein. Ich hatte mich schon immer darüber gemunbert. Eines Tages war fie bei mir gan Lee unb mer fo mer Dös und gereizt, daß ich mir Sorge machte. Ich dachte, fie hätte fich wieder über ihren Jungen geärgert, ber sehr schwer zu erziehen mar. Plötzlich zog fie eine Schachtel mit braunen Billen heraus Ich fann wirklich nicht länger warten, Marg," sagte sie und nahm eine Pille. Ich nahm erst an, daß es ein Heilmittel sei, als ich aber fah, wie ihre Augen glänzten und fich ihr ganzes Be tragen änderte, ahnte ich die Wahrheit. ,, Du nimmst doch nicht etwa Morphium, Jane?" " Nur in ganz fleinen Mengen," antwortete fie. ,, Beunruhige dich deshalb nicht, Mary. Wenn du meine Sorgen hättest, würdest du auch deine Zuflucht dazu nehmen!" Aber das war nicht ihr schlechtester Charakterzug, wie ich leider nur zu bald erfahren sollte, als mein Mann auf eine Geschäftsreise nach Amerika gefahren war. Dorothy war damals erst sieben oder acht Monate alt. Sie war ein hübsches, gesundes und heiteres Kind, das mein Mann in seiner Art aufs innigste liebte. Eines Morgens fam Jane in mein Zimmer, während ich mich ankleidete. Sie entschuldigte sich, daß fie so früh tam und bat mich, mit ihr zufammen auszugehen und Einfäufe zu machen. Sie war so vergnügt und guter Laune, daß sie wieder unter dem Einfluß des Morphims stehen mußte. und ich war töricht, daß ich ihr zusagte. Wir gingen in mehrere Geschäfte und kamen schließlich auch in ein großes Warenhaus. Jane taufte menig, aber darauf achtete ich nicht weiter, denn ich wußte, daß sie sehr sparsam war und auch nicht viel Geld hatte. Ich fannte die Firma nicht genauer und war auch niemals dort gewefen. Als wir durch die Seidenabteilung gingen, wandte fich Jane plößlich mit einem Ausdrud geheimer Furcht an mich und flüsterte mir zu: Stede das weg. Bevor ich mußte, was geschehen mar, hatte sie etwas in meinen Muff gesteckt. Es war falt an jenem Tage, und ich trug einen der großen Muffs, wie sie damals modern waren. Gleich darauf berührte mich jemand an der Schulter. Ich wandte mich um und sah einen vornehmen Herrn, der in ganz bestimmtem Ton zu mir jagte: Bitte, begleiten Sie mich in das Bureau des Ge schäftsführers." Ich war bestürzt und verwirrt und tann mich nur noch darauf besinnen, daß Jane mir ins Ohr flüsterte:„ Du darfst deinen Namen nicht sagen." Sie stand ebenfalls unter Verdacht, und mir wurden beide in ein großes Bureau gebracht, wo uns ein älterer Herr verhörte. ,, Wie heißen Sie?" wandte er sich an mich. Der erste Name, der mir einfiel, war der meiner Zofe, Madge Benson. Ich war sehr aufgeregt und wußte taum, mas ich tat. Ich hätte damals sofort sagen sollen, daß ich Lady Mary Danton mar, und hätte Jane auf der Stelle anzeigen sollen. Mein Muff wurde untersucht, und man fand ein großes Stück Seide darin.( Forts. folgt.) WAS DER TAG Säuglingssterblichkeit. Die ungleiche Säuglingssterblichkeit bei Familien verschiedener Bollsstämme fuchte G. Seiffert( in der Gesundheitsfürsorge für das Kindesalter") zu flären, indem er Stammbaumuntersuchungen bei einer Oberpfälzer Handwerker- und Lehrerfamilie, einer Bürger. familie, die von Vätern aus Oberbayern, von der Mutter aus Unterfranken stammte, und bei einer bayerischen Bürgerfamilie jüdischer Religion anstellte. Die Unterschiede in der Säuglingssterblichkeit waren auffallend groß, obgleich in den äußeren Umständen kein Grund für diese Unterschiede gegeben war: in allen brei Fällen handelte es sich um gesunde intelligente Familien, die mindestens handelte es sich um gesunde intelligente Familien, die mindestens gutem Durchschnitt entsprachen und frei von Syphilis, Tuberkulose und Alkoholismus waren. Die Frauen konnten sich nach der Geburt schonen, Schädigungen der Mutter lagen nicht vor; alle Frauen stillten die Kinder verhältnismäßig lange. Die gefundenen Diffe: renzen: hohe Sterblichkeit von 38,2 Proz. bei dem oberpfälzischen Geschlecht, 40 Proz. bei dem bayerischen Anteil des an zweiter Stelle genannten Geschlechts, die niedrigen Ziffern von 7,1 Broz. bei dem fränkischen Anteil dieses Geschlechts und 2,9 Proz. bei dem jüdischen Geschlecht lassen sich daher nur als raffeeigentümlich deuten. Dr. L. 5. Die eigene Mutter totgefahren. Die Frau des Gutsbesitzers Göhl in Rehlings bei Lindau wurde, als sie einem Auto auswich, von einem anderen Auto erfaßt und überfahren. Als die Insassen des Autos ausstiegen, um sich der Ueberfahrenen anzunehmen, stellte es sich heraus, daß es der Mann RUNDFUNK AM ABEND Freitag, 21. Dezember. Berlin. 16.00 Stunde mit Büchern. 16.30,, Wanderer zum Ewigen". Paula Grogger, Josef Georg, Oberkofler, Ruth Schaumann( Käthe Graber, Rezitation). 17.00 Winterreigen, op. 13. Bagatellen von Ernst Dohnanyi. Marsch der lustigen Brüder. An Ada. Freund Victors Mazurka. Sphärenmusik. Valse aimable. Um Mitternacht. Tolle Gesellschaft. Morgengrauen( Prof. Josef Weiß, Flügel). Anschließend: Uebertragung der Teemusik aus dem Hotel Esplanade( Kapelle Etté). BRINGT. der Frau Göhl mit zweien feiner Kinder war und daß ihr eigener Sohn am Steuer gesessen war. Frau Göhl erlag ihren Verlegungen wei Stunden später. Der Sender, der nicht im Programm steht. In England find der Verwaltung des Unterhaltungsrundfunts mehrfache Beschwerden zugegangen über eine Station, bie Mufit und Unterhaltung verbreitet, die nicht immer gerade für zarte Ohren bestimmt ist. Zuerst hegte man den Verdacht, daß es fid vollen Senders übereinstimmend mit 277 angegeben worden war. um eine deutsche Station handle, da die Wellenlänge des geheimnis Eingehende Beobachtungen eines Rundfunkliebhabers ergaben jedoch, daß es sich tatsächlich um einen Sender in England handelt. Station außerordentlich gut. Nach einleitender Klaviermusik mit Banjobegleitung kündigte jemand einen Vortrag über„ Den Nugen des Bieres" an, und dieser Vortrag ist nach Angaben des Hörers mehr als merkwürdig gewesen. Zum Schluß fang der Vortragende ein ziemlich nulgäres Lied, auch der übrige Teil des Programms diefer unbekannten Station stand etwa auf gleicher Höhe. Bisher find die Bemühungen der British Broadcasting Company, die Urheber dieser unerwünschten Bereicherung des drahtlosen Gebietes festzustellen, vergeblich gewesen. Um einen Amateur mit Sende erlaubnis dürfte es sich faum handeln. Denn einmal dürfen die Amateure mur zu bestimmten Zeiten senden, um die Unterhaltungs funksender nicht zu stören, zum anderen würden sie sofort die Sende erlaubnis verlieren, wenn sie ihre Station zu solchen ,, Sendungen benutzen wollten. Wieder ein Henker gesucht. Diesmal in Ungarn. Der Henter Gold, der 40 Jahre lang tre seine Pflicht erfüllt und Menschen laut Gerichtsspruch ins Jenseits befördert hat, steht nun vor dem lieben Herrgott und bittet ihn um Einlaß ins Paradies wegen seiner Berdienste um die Menschheit. Aber auch das ungarische Justizministerium wird jezt mit Gesuchen geradezu überschüttet: Beamte und Offiziere a. D., Leute jeglichen Berufes fonkurrieren untereinander um des Henterpostens willen Auch eine Folge der Todesstrafe! Der Preis einer Ohrfeige. Der Fall spielt in Los Angelos, Vereinige Staaten. Dit Filmschauspielerin Loria Swensori hatte anscheinend die Wirklich keit mit dem Film verweifelt. Als ihr der Gerichtsvollzieher eine Tages eine gerichtliche Ladung brachte, gab sie statt einer Unter 19.00 Dr. Langheinrich( Anthos):., Schöpfer seltsamer Geschichten". IV.: Zeitschrift dem Gerichtsbeamten zwei Ohrfeigen. Der gute Mann wat genössische deutsche Phantastiker: Paul Scheerbart, Karl Hans Strobl, ebenso empfindlich in seiner Ehre wie gefchäftstüchtig. Hanns Heinz Ewers, Gustav Meyrink. 19.30 Ministerialrat Dr. med. Alfred Beyer: Geistesgegenwart der beste Schutz. Die Aerzte glauben, daß sie eine zu große Dofis Morphium 20.00 Orchesterkonzert. Dir.: Dr. Fritz Stiedry. 1. Joh. Seb. Bach: Konzert bekommen hat, die hat ihren Tod verursacht," erklärte er furz. Lady Mary schwieg lange. Ich glaube, es ist jetzt an der Zeit, daß ich Ihnen etwas über die Bedeutung der blauen Hand erzähle," sagte sie dann. ,, Bird uns das bei unseren Nachforschungen helfen?" fragte Jim und wandte sich schnell um. ,, Ich fürchte, es wird uns nicht viel helfen, aber trotzdem muß ich es Ihnen fagen. Die Person, gegen die sich die blaue Hand richtete, mar nicht Digby Groat, sondern seine Mutter. Ich habe neulich einen schweren Fehler gemacht, als ich glaubte, daß Digby Groat vollständig in der Gewalt seiner Mutter sei. Ich war sehr bestürzt, als ich entdeckte, daß umgekehrt sie ihm( tlavisch gehorchte. Die Geschichte der Blauen Hand"," fagte fie mit einem traurigen Lächeln ,,, ist weder phantastisch noch dramatisch, wie Sie vielleicht ermarten. Ein langes Schweigen folgte. Ich verheiratete mich sehr jung," begann sie endlich und nickte bei diesen Borten Salter zu. Sie wissen es, mein Bater mar damals ein armer Adliger, der mur eine Tochter und feine Söhne für Violine und Orchester, E- Dur: Allegro Adagio Allegro assai ( Emil Telmányi). 2. Joh. Brahms: Sinfonie Nr. 3. F- Dur, op. 90: Allegro Andante con brio Poco Allegretto Allegro( Berliner FunkOrchester). Höhe Die feiner Entschädigungsforderung für jede der beiden Ohrfeigen be wertete er mit nicht mehr und nicht weniger als 25 000 Dollar außerdem verlangte er noch 100 000 Dollar, weil er seine Stellung perloren hatte; es war ihm gekündigt worden, da er die Ladung ohne Unterschrift zurückgebracht hatte. Benn auch nicht so viel aber einige tausend Dollar dürfte der Mann wohl erhalten. 21.00 Regierungsrat Dr. Werner Peiser: Zur Soziologie der Gewerkschafts- Die Chinesen und das Forschergut. presse. 29 21.30 Uebertragung der Unterhaltungsmusik aus dem Hotel Kaiserhof, ausgeführt von der Kapelle Géza Komor. Königswusterhausen. 16.00 Dr. Richard Tourbier: Wanu, wie und wo sollen unsere Kinder Nach- gegeben. Die chinesische Kommission für die Erhaltung gefchicht hilfeunterricht erhalten? 16.30 Uebertragung des Nachmittagskonzertes Leipzig. 17.30 Minister a. D. Dr. Hermes: Die bisherigen Ergebnisse der Enquêteuntersuchung auf landwirtschaftlichem Gebiet. 18.00 Musikdirektor Fritz Ohrmann: Der Weg zu Bruckner( III). 18.30 Stud.- Rat Friebel. Lektor Mann: Englisch für Fortgeschrittene. 18.55 Stud.- Rat Dipl.- Ing. H. R. Müller: Werkmeisterlehrgang für Facharbeiter: Maschinenteile, Hebe- und Fördertechnik( IV). 19.20 Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. Ab 20.00 Uebertragung von Berlin. Wie amerikanische Zeitungen melden, haben die chinesischen Behörden die 85 Stiften Forschergut des amerikanischen Gelehrten Roy Chapman Andrews nach langwierigen Berhandlungen fre licher Denkwürdigkeiten hatte gegen die Ausfuhr der Riften, die in der Hauptsache Knochen vorsintflutlicher Tiere, darunter die bes größten jemals befanntgewordenen Säugetieres, enthielten, Ein spruch erhoben, um das Material für die chinesischen Sammlung ficherzustellen. Außerdem spielten bei der Einbehaltung der Funde politische Gründe eine Rolle. Es wird angenommen, daß Andrews bei seinen Forschungen nicht nur nach Tierfnochen, sondern au nach Betroleumquellen gesucht habe. Nachdem die Kisten jetzt fre 21.00 Reg.- Rat Dr. Werner Peiser: Zur Soziologie der Gewerkschaftspresse. gegeben sind, werden sie an das Nationalhistorische Museum 21.30 Uebertragung von Berlin. 22.43-23.15 Bildfunkversuche. New York übermittelt. in te A nd ei, Ge ge eft er fe Sie in ற், en me, te, re 15. ch te. ort ㄣ ˋ and in ug ich on Se uf ent in me, ar als the ht, 北 紅 出 出 城 zer gen fif Sport und Spiel Jetzt ist Westdeutschland dran! Die Kommunisten im Arbeitersport. In der Arbeiter Turn- Zeitung führt der Bundesporfizende des Arbeiter Zurn und Sportbundes an Hand von KPD. Rundschreiben den Nachweis, wie die KẞD. dabei ist, im Arbeiter. sport ihre Früchte zur Reife zu bringen. Neben dem untrüglichen Beweismaterial verdient die eindeutige Stellungnahme des Bundes borsitzenden in der Deffentlichkeit Beachtung. Der Bundesvorsigende schreibt: Man scheint sich jetzt Rheinland und Westfalen als Aufmarschgebiet ausgesucht zu haben. Daß die KPD. bort alle Minen springen läßt, ergibt sich aus machstehendem Brief, aus dem mit aller Deutlichkeit hervorgeht, daß die KPD. eine Schnüffelei in Arbeitersportvereinen betreibt, die bisher ihres gleichen fucht." Bezirksleitung Ruhrgebiet. Org.- Abtig. Un die Ortsgruppe Hamborn. Berte Genoffen! Effen, den 24. August 1928. Bie uns von der Bezirtsfraktionsleitung der Arbeiterathleten mitgeteilt wird, besteht in Eurem Ort ein Berein, der dem Arbeiter. Athletenbund angeschlossen ist. Als Adresse in diesem Berein wurde uns angegeben: Friz Kalbenpott, Kaiser- Friedrich- Straße 19. Wir bitten Euch nun, uns umgehend mitzuteilen, ob diese Adresse die eines Rommunisten ist. Sollte das nicht der Fall sein, bitten wir Euch, umgehend uns die Adresse eines Genossen aus Eurem Athletenklub mitzuteilen, der mit der Bil dung der Fraktion beauftragt werben fann. Antwort wollt Ihr spätestens bis zum 5. September an uns gelangen lassen. Mit fomm. Gruße Org.- Abtig. Berhältnisse im 7. Bezirk des 6. Kreifes( Düsseldorf) mit geschaffen zu haben, geht hervor aus nachstehendem Rundschreiben: KPD., Bezir! Niederrhein. Düsseldorf, 23. November 1928. Abteilung Gemertschaft. An alle Sportfraktionsleiter! Un alle Unterbezirksleitungen! An die Bezirksleitungen Mittelrhein und Ruhrgebiet! Berte Genossen! Brenzlauer Berg und Wedding und die Städtemannschaft von Stettin tämpfen um den Sieg. Am 1. Feiertag, 10% Uhr, beginnt Rottbus Prenzlauer Berg, 13% Uhr spielt Stettin- Wedding. Die Berlierer spielen am 2. Feiertag. 10% Uhr. Am Nachmittag, von 13 bis 14 Uhr, spielt Schöneberg- Charlottenburg ein Propagandaspiel und nach diesem tommen die Sieger der Vorrunde zusammen. Da guter Sport zu erwarten ist, wird ein Spaziergang mit anschließendem Besuch der Spiele für jeben lohnend sein. Die Wintersportbetätigung in der Freien Turnerschaft GroßBerlin verstärkt sich von Tag zu Tag. Es ist gelungen, für die Eisläufer einen Uebungsplay im Friedrichshain zu erhalten. Karten zu Bereinspreisen sind in der Geschäftsstelle, Berlin NO. 18, Lichtenberger Straße 3, in den Bezirken und an folgenden Stellen zu haben: Berneuchener Schloß", Berneuchener Ede Elbinger Straße, Kurt Stolp, No. 55, Marienburger Straße 16. Mitgliedsausweise find vorzuzeigen. Wintersportabteilung: Heute, 19 Ühr, Eisplay Frie drichshain; Schneeschuhläufer treffen sich bei Schneefall 19 Uhr und 20 Uhr Bahnhof Grunewald, Fahrtartenausgabe. Eisläufer der Naturfreunde, Sonntag, vormittags 10 Uhr, Zu fommentunft, Seeterrasse, Röderstraße 11/13. Linie 53 bis Secterrasse oder Ringbahnhof. Landsberger Allee. Bundestreues Kartell in Charlottenburg. Die bundestreuen Sportvereine Charlottenburgs find zu einer Neugründung des Sporttartells geschritten und wenden sich an die Deffentlichkeit mit der Bitte, sie zu unterstützen. In dem Kartell sind alle Sportarten wie Turnen, Leichtathletit, Schwimmen, Basserfahren aller Art, Straßenund Rennfahren, vertreten. Es ist also jedem die Möglichkeit ge= geben, in einem Arbeitersportverein den Sport zu treiben, der ihm liegt, ohne Gefahr zu laufen, durch politische Reibereien verärgert und hinausgeetelt zu werden. Anfragen find zu richten an Leo Wolffberg, Charlottenburg, Brauhofstraße 7. Die Situation im 7. Organisationsbezirt, 6. Kreis, macht es notwendig, Euch durch ein Rundschreiben einige Informationen zu geben. Wir ersparen es uns, auf Einzelheiten einzugehen und behalten uns das bei einer gemeinsamen Sigung vor. Zur Sache felbft ist festzustellen, daß die Fußballsparte des 7. Bezirtes aus gefchloffen ist, mit der Spielleuteriege wird es wahrscheinlich bald Turniertämpfe im Bogen. Für die am Freitag, 21. Dezember, ebenso stehen, vorerst find nur zwei Riegen ausgeschlossen. Da- 20 Uhr, in der Heroshalle, Scharnhorststraße 6/7, stattfindenden durch, daß wir eine Reihe gemischte Bereine haben, wird sich nun Bor- Turinerfämpfe des Brandenburgischen Borverbandes sind fol auch die Distuffion in der Lurnsparte entwickeln. Das Gebot der gende Paarungen angefeßt: Federgewicht Bapstein gegen TaubenStunde ist mun, mit den ausgeschlossenen Vereinen den sportlichen jee; Leichtgewicht Jonischleit gegen Kragel und Lomofit gegen Berkehr in vollem Umfang durchzuführen. Wir haben die Er- Sünnetens; Bapst gegen Nörtemann und Domte gegen Lütke fahrung gemacht, daß bei Spielabschlüssen auch Vereine, die völlig heißen die Paarungen im Weltergewicht. Im Mittelgewicht trifft von uns beherrscht werden, zögernd und zurückhaltend sind und Wilsch auf Riege, während sich im Halbschwergewicht Junger und jogar absagen. Wir glauben deshalb betonen zu müssen, daß alle Heinze und Scheuing und Mamat gegenüberstehen. Als weiteres Handlungen im 7. Bezirf nach reiflicher Ause Treffen gelangt der Endlampf im Weltergewicht des ErstlingsSprache mit uns getätigt wurden, alfo teine millturniers zwischen Scheurig und Müller zum Austrag. türlichen Handlungen der Sportler selbst vor. liegen... Die Leitung. Sportvorträge im Berliner Rundfunt. Sonntag, 23. De3ember, 16 Uhr, Chefredakteur Georg Lüdece: Trabrennen in Das Rundschreiben wurde in einem Briefumschlag versandt, der Winter. Winter.( Zur Ülebertragung von der Rennbahn Ruhleben am als Absender folgenden Aufdrud hat: Frig Schulte, M. d. 2., 26. Dezember.) Mittwoch, 26. Dezember, 14,10 1hr: Düsseldorf, Kölner Straße 44( Mittelbau), Fernrufnummer 20181. Uebertragung von der Trabrennbahn Berlin- Ruhleben. Die Der Sag in Sperrbrud zeigt, daß fich im Düsseldorfer Bezirf die tag, 23. Dezember, 19 Uhr, St. M. Bengngfi:„ Die WinterVerhältnisse auf Grund der Arbeit der KPD. so gestaltet haben, und reise". 2. Bortrag: Neuseeland für Wintersport. Wenig bekannte Wintersportgebiete in Deutschland, daß die vom Bund Ausgeschlossenen dort nicht als Bundesgenoffenem ber, 16 Uhr, Trude Herrmann: Thema„ Behn Jahre gehandelt haben, sondern im Auftrage der Kom Frauenſport." munistischen Partei so handeln mußten. Für die Klärung Daß inzwischen die Fraktionsarbeit luftig weitergeht, beroeist diesr Verhältnisse gibt es nur eins: Wem in Arbeitersportangelegen nachstehende Einladung: KPD., Bezirk Düsseldorf. Einladung zu einer sehr wichtigen Fraktionsfigung der Sportler für den Dienstag, den 27. November, abends 8 1hr, auf dem Bariei bureau, Kölner Straße 44( Mittelgebäude). Zur Tagesordnung ſteht die Situation im 7. Bezirk und Kartellfragen. Für den 7. Bezirk( Bezirk Düsseldorf im Arbeiter- Turn- und Sportbund) gilt es besonders zu besprechen Fußball, Handball, Spielleute. Die Sigung ist von weittragender Bedeutung. Deshalb darf nie mand fehlen. Diese Einladung ist mitzubringen. Die Leitung. Mit welch gemeinen Mitteln aber die KPD. versucht, sich in die Burdesangelegenheiten zu mischen, und wie sie selbst zugibt, die arte fid is war. Gen eft. efe mit Sen ers nbe ms her Die etes de die gs de en rell weits um eit hen hen Ten Die id nes ter wat öhe be lar: ung ung viel dhen rten frei icht e in bes Fin ga unbe rews aud frei in Turnen oder Gymnastik? Unser Mitarbeiter R. R. schreibt uns zu dem Thema„ Wer rettet das Gerätehrnen?": Beim Einführen des monatlichen Leistungsmessens handelt es fich nicht um eine Neuerung. Diese monatliche Bunftehascherei ist in vielen Vereinen sehr alt, fast ebenso alt wie die Vereine selbst. Neu ist nur, daß man es jetzt allgemein einführen will. Das wird indessen alles nichts nützen, da die weitschauenden Leute auch in der Rörpererziehung fängst den Willen zur Totalitätserziehung befunden. Als umfassendes Mittel mitzuwirken an der Erziehung der Persön lichkeit, hat das Geräteturnen nur schwache Bedeutung. Es ist eben nur eine Muskelfultur, nie aber eine harmonische Körperkultur! Das Erlebnis der feinen Kontakte zwischen Körper und Seele kann nur die Gymnastik bringen. Und da hat Heine recht, wenn er vom Turnen als von der Leibesübung eines vergangenen Jahr hunderts spricht. Nur möchte ich noch einen Schritt weitergehen. Richt nur die Gymnastit, nein, die rhythmische Gymnastit wird die fünftige Siegerin sein. Man tönnte ja noch einen Schritt, ganz vorsichtig, weiter tun- gymnaftischer Tanz!? Aber diese Diagnose scheint mir noch etwas früh, vielleicht sogar utopisch. Es ist nichts so mit dem Gesamtgeschehen um uns verbunden mie gerade die rhythmische Gymnaſtit. Der Rhythmus als Gestaltungsform ist sicherlich die natürlichste und absoluteste Möglichkeit, zu dem Ideal der Einheit von Körper und Seele zu kommen. Wir brauchen sie, weil sie der einzige Weg zur Auflockerung unserer durch den Alltag und die Tradition verkrampften Ratur ist. Das fennt die rhythmische Gymnastik nicht. Gewiß, ganz wird es uns nie gelingen, die Willkürherrschaft des Berstandes über das Naturleben in uns zu beseitigen. Auch leben wir im Zeitalter der Ma schine, die alles Persönliche in uns felbft zur Maschine herabmindern will. Rhythmus und Seele sollen leere Begriffe werden. Als Ausgleich gegen diesen Rampf um unsere natürliche Totalität wollen wir die rhythmische Gymnastit. Der Freiheit des geistigen Menschen muß die Freiheit der Seele folgen. Zu diesem Ziel kann das Turnen ( Ichweigen wir jekt Dom Geräteturnen ganz) nie neue Weg. richtung sein! Eishockey in Berlin. Da es dem Berliner Sportverein 92 nicht gelungen ist, eine Mannschaft zusammen zu befommen, hat der Brandenburgische Eishoden- Berband den Eislaufverein Tegel an Stelle des BSB. 92 in die erfte Klasse eingereiht. Die für Sonnabend und Sonntag angelegten Spiele fehen folgendes Programm vor: Sonnabend ( 15 Uhr) Schlittschuh- Klub gegen Breußen( Reichstanzlerplag), SC. Charlottenburg gegen Zehlendorfer Wespen( Wizleben), Brandenburg gegen Tegel( Blag am Flughafen). Sonntag( 11 Uhr) Schlittschuh- Klub gegen Zehlendorf( Reichstanglerplag), SC. Char lottenburg gegen Tegel( Wigleben). Brandenburg reift am Sonn tag nach Leipzig und trägt ein Spiel gegen den dortigen Sporttimb aus heiten die Befehle der Kommunistischen Partei lieber find als die Gesetze unseres Bundes, der darf freiwillig den ArbeiterZurn und Sportbund verlassen. Damit erspart er dem Bundesvorstand die Arbeit, über seinen Ausschluß zu befinden. Ber aber als Mitglied der Kommunistischen Partei im Bund die Bundes gefeße anerkennt und mit dem unverantwortlichen Treiben der KPD. und ihrer Helfer nicht einverstanden ist, der richte in Zukunft seine Beschwerden und Resolutionen an die Alleganderstraße in Berlin, auch auf die Gefahr, daß er von dort ausgeschlossen wird. Der Bund ist zu schade dazu, als daß wir ihn zur Plattform einer fom munistisch- sportlichen Organisation werben laffen. An alle Bundesgenossen aber ergeht erneut die Aufforderung: Hütet euch vor den Anfängen! Haftet eure Vereine und vor allen Dingen eure Funktionärförper frei von diesen zersetzenden Elementen. Handballturnier des Reichsbanners. Am 1. und 2. Feiertag findet auf dem Tiergartensportplag ein Handballturnier des Reichsbanners statt. Die drei führenden Mannschaften des Gaues Berlin- Brandenburg, Rottbus, Sonn= Mittwoch, 26. DeBundestreue Vereine teilen mit: Ruderverein Berwärts" E. B. Dienstag, 25. Dezember, 16 Uhr, Weihnachtsfeier im Bootshaus. Arbeiter- Rabfahrer und Kraftfahrerbund Solidarität, Drisgruppe Berlin. 1. Abt.: Die Gigung am 21. Dezember fällt aus. 30. Dezember, 18 Uhr, Weihnachtsfeier bei Rüdert, Steinmegstr. 36a. 2. Abt.: Bei günstigem Schneewetter an allen Sonntagen zodeln im Grunewald. Treffen 9% Uhr Bahnhaf Grunewald Rodelschlitten mitbringen. Am 81. Dezember, 20 Uhr, Gewerkschafts. haus, Gilvefterfeter, Eintritt 1 D. Billetts an der Kaffe. 6. bt.: 26. Deember, 16 Uhr, Weihnachtsfeier mit Rinderbescherung und Tanz bei Gliche, fuß, Petersburger Str. 5. Ropenhagener Str. 74. 10. Abt.: 20. Dezember, 20 Uhr, Sigung bei WittOrtsgruppe Charlottenburg: Dienstag, 25. Desember, Weihnachtsfeier bei Reimer, Wilmersdorfer Str. 21. Anfang 16 Uhr. Gäfte bei allen Beranstaltungen herzlich willkommen. Arbeiter Rabfahrer- Berein Groß- Berlin. Sonntag, 29. Dezember, 13 Uhr, Reinidendorf- Weft, Berliner Str. 70. 25. Dezember( 1. Weihnachtsfeiertag), Weihnachtsfeier in Treptow, Partstr. 2, Philipp Sans. Anfang 16 Uhr. 25. Dezember( 2. Feiertag), 13 Uhr, Mahlsdorf- Gud, Restaurant Dräger, Start Waldemarstraße Ede Mariannenplag. Gäste willkommen. Freie Schwimmer Charlottenburg 04 Beihnachtsfeier am Mittwoch, ben 26. Dezember, bei Ahlert, Berliner Str. 88. Weihnachtspakete flir Weihnachtspoft mitbringen. Touristenverein„ Die Naturfreunde", 8entrale Wien. Abt. Charlottenburg: Freitag, 21. Dezember, 20 Uhr, Spreeftr. 30, Ausspracheabend. Abt. Südost: Freitag, 21. Dezember, 20 Uhr, Briger Str. 27, Seimabend. Abt. Treptow: Freitag, 21. Dezember, 20 Uhr, Elsenstr. 3, Bortrag. Abt. Reukölln: Freitag, 21. Dezember, 20 Uhr, Flughafenftr. 68, Seimabenb. Gonnabend, 22. Dezember, 21 Uhr, Sonnenwende im Landheim Meißnershof. Sigung. Beihnachtsspiele, Beſcherung am 3. Feiertag, Fre er Fußballverein Rentölln L. 1928. Freitag, 21. Dezember, 20 Uhr, Bundestreue Arbeiter Fußballer und Intereffenten, Männer und Jugendliche sind herzlich willkommen im Gigungslokal Rönig, Beferfte. 58 Ede Bilbenbruchstraße. Ein Monstreflugzeug. 575 km Geschwindigkeit. Das erstmalige Auftreten Deutschlands bei dem im Herbst 1929 in der Nähe von Southampton zum Austrag gelangenden Wasser flugzeug Wettbewerb um den Schneider- Pokal, gibt dem internationalen Geschwindigkeitsrennen eine ganz neue und fenfationelle Note. England, Frankreich, Italien und Amerika werden bie Gegner in dieser Prüfung sein. Die Dornierwerfe in Friedrichshafen sind zurzeit mit der Ronstruktion eines Rennflugzeuges beschäftigt, das die deutschen Farben im nächsten Herbst in Southampton vertreten foll. Die reichen Erfahrungen, die diesen Werken in bezug auf den Bau von Wafferflugzeugen zur Verfügung stehen, sollen hier in einer Spezialkonstruktion bis zur Bollkommenheit entwickelt werden. Es handelt fich um einen Eindeder mit zwei Motoren von je 500 PS. Die beiden Motoren find zur besseren Gewichtsverteilung vor und hinter bem Pilotenfiß angeordnet. Nach den bisherigen Berechnungen soll diese Maschine die phantastische Stundengeschwindigkeit Don 575 Rilometer entwideln, sie würde also, falls fich die Borausseßungen erfüllen, unter einem tüchtigen Piloten der schweren ausländischen Ronkurrenz ebenbürtig an die Seite treten tönnen. England, als Berteidiger des Bofals, bietet alles auf, um wieder fiegreich zu bleiben. Die Marineleitung hat mehrere Öffiziere ausgewählt, die auf den bekannten Supermarine- Napier- Maschinen ein volles Jahr lang ihre Borbereitungen treffen fönnen Die italienische Marineleitung trifft gleichfalls äußerst sorgfältige Bortehrungen. In Frage fommen wohl in erster Linie die bewährten Macchi- Apparate, von denen einer auf der Berliner„ ILA" zu sehen war. Aus Frant reich find je zwei Rieuport- und Bernard- Eindeder gemeldet, die Motorenfrage ist aber noch nicht gelöst. In die engere Wahl tommen Gnome et Rhône, Lorraine und Hispano. Die Ameritaner wollen mit Rudelstarts auf öffentlichen Siraßen fallen überhaupt aus, für sonstige Prüfungen, wie Berg- und Flachrennen, bei denen die Teilnehmer einzeln vom Start gelassen werden, sind bedeutend erweiterte Sicherheitsvorkehrungen im Bublifumsinteresse vorgeschrieben. Das alles wird sich natürlich auf die Zahl der durchzuführenden Beranstaltungen auswirken. Der vorläufige Terminkalender, ber allerdings noch der Genehmigung bedarf, fieht denn auch erheblich weniger Prüfungen vor als bisher und weist sieben internationale und 46 offene Beranstaltungen für Deutschland auf. Unter diesen nimmt der Große Preis der Nationen, den der Automobilflub von Deutschland am 14. Juli auf dem Nürburgring zur Durchführung bringt, eine Sonderstellung ein, nicht allein wegen feiner internationalen Bedeutung, sondern auch deshalb, weil hier der Ausschreibung völlig neue Gesichtspunkte zugrunde gelegt worden sind, die geeignet erscheinen, der Industrie neue Anregungen zu geben. Die letzten großen Autoausstellungen haben gezeigt, daß der Wagen mit Borderradantrieb aus feinen ersten Anfängen heraus ist und heute schon eine große Schar von Anhängern und Befürwortern gefunden hat, so daß man ihn als den Wagen der Zukunft bezeichnen möchte. Andererseits hat, hauptsächlich bei den kleinen Wagen, der 3 wettattmotor in starfem Maße Antlang und Verwendung gefunden. Diesen augenfälligen Erscheinungen sucht nun der ADD. in feiner Ausschreibung zum Großen Preis gerecht zu werden. Den Konstrukteuren dieser Art Motoren soll gelegentlich des Großen Preises der Nationen Gelegenheit gegeben werden, ihre Erzeugnisse in einem scharfen Rennen öffentlich aus Herz und Nieren prüfen zu lassen. Man hat deshalb sowohl für Wagen mit weitattmotoren als auch für solche mit Borderradantrieb Sonmit einem eigens für diesen Wettbewerb tonstruierten, 2000 PS berpreise ausgelegt. starter Wafferflugzeug nach Southampton fommen Neues im Autosport. Vorderradantrieb und Zweitakimotoren bei Rennen. Die rennsportlichen Prüfungen für Kraftwagen werden im nächsten Jahre in Deutschland eine wesentliche Einschränkung erfahren, hervorgerufen in erster Linie durch die zahlreichen Unglüds fälle, die sich in der vergangenen Saison ereignet haben. Rennen ( Schluß des rebattionellen Teils.) Engelhardt Caramelmalzbier ist in erster Linie bestimmt, Iutersen, gustein au mehren und auftarten, es befigt die für den Aufbau bes menschlichen Rörpers unerläglich wichtigen Rafstien, bagegen wie Brot und Rartoffel wenig Itohol, uns ist infolge bes Pasteurifier berfahrens, bei stets ausgezeichneten Geschmad, non monafelenger Saltbarkeit. Es erfreut sich baber in allen Bevölkerungsfreifen steigender Beliebtheit. Ried- Belt hat durch die Zusammenlegung ihrer Geschäfte nach Neukölln, Bergstr. 128, ein Riefenlager. Praktische Geschenke in Damenftrümpfen, Worwaren, Oberhemden usw. finden sie dort in eleganten Gefchentariens in großer Auswahl und zu günstigen Preisen. Beachten sie das heutige Inferat. Große Praktische Weihnachtsgeschenke! Free Auswahll Billige Preisel Damenstrümpfe Prima Mako... 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Ein Abenteuer ans der Titania- Palast Beginn: Unterwelt, Turmstraße 12 Anastasia mit Lee Parry Mann- Welb Sünde 7 Akte, mit John Gilbert Alexanderstraße 39-40 ( Passage) Den ganzen Tag geöffnet! Ungarische Rhapsodie mit Lil Dagover, Dita Parlo, Willy Pritsch Rin- Tin- Tin unter Verbrechern 6 Akte Zentrum Filmpalast Börse Bühne Rosenthaler Str. 40-41. W. ab 5, S. ab 3 Das gottlose Mädchen Der Marineboxer Belprogramm Nordwesten Welt- Kino Alt- Moabit 99 Unfug der Liebe Der Ring der Bajadere Charlottenburg Faun- Lichtspiele Krumme Str. 37, an der Trinitatiskirche Rin- Tin- Tin als Lebensretter Majestät schneidet Bubiköpfe Schlüter- Theater Schlüterstr. 17 W. 7, 9.15. Stg. ab 4U Die seltsame Nacht der Helga Wangen Der Teufelsjunge mit Buss Bartos 6.30, 9 U Steglitz, Schloßstr. 5, Ecke Gutsmuthsst. 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Bühnenschau Neukölln Primus- Palast Hermannplatz Ritter der Nacht mit Wilhelm Dieterle Mädel, sel lieb: mit Colleen More Serenissimus u. die letzte Jungfrau mit Ernst Verebes und Teddy Bill Bühne: Die drei Ellert. Marquita. Genée Dimont. Passage- Lichtspiele Neukölln, Bergstraße 151-152 Intern. Bühne Der Mann ohne Nerven mit Harry Piel Lust. Beiprogramm. Bühne: Revueoperet e: Musik für Alle. Concordia- Palast Andreasstraße 64 Das Kind des Anderen Mikosch rückt ein Bühnenschau: Kosmos- Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70-73 Das gottlose. Mädchen Belprogramm Weißensee Schloßpark film- bne Berliner Allee 205--210 Der Staatsanwalt klagt an mit Bernhard Götzke Der fliegende Teufel mit Richard Talmadge Bühnenschau Norden Zu haben in allen Parteibuchhandlungen sowie durch die Botenfrauen des Vorwärts. PROGRAMM für die Zeit vom 21. bis 23. Dezember Humboldt- Theater Badstraße 19 Ungarische Rhapsodie Beiprogramm Bunnenschau Kristall- Palast Prinzenallee 1-6 Das Kind des Anderen 1000 PS mit Richard Dix Bühnenschau Skala- Lichtspiele Marienbad- Palast Schönhauser Allee 80. Harolds liebe Schwiegermama Achtung, Augen auf! mit Harry Plel Bühnenschau Alhambra Moderne Lichtspiele Mullerstraße, Ecke Seestraße Wilhelmstraße 78-79 Stg. Jugendvorst. Der Außenseiter mit Jackle Coogan Der Sportstudent mit Harald Lloyd Schwarzer Adler Frankfurter Allee 99 Woch. 5, ca. 7 u.8,45, Stg. 3, ca. 5, 7u. 8.45 U. Das Spiel mit der Liebe mit Harry Liedtke Babnenschau Viktoria Lichtbild- Th. Der Herzensphotograph mit Harry Liedtke Revue: Liebe und Lieder LSP Lichtspiele am Senefelderplatz Pünf Minuten Angst mt Eddle Cantor Pat und Patachon als Polizisten Metro- Palast Chausseestraße 30 Das letzte Souper mit Heinrich George ( Der Schuß in der großen Oper) Bühnenschau Woch. 3, ca. 7 u. 8,45, Stg. 3, ca. 5, 7 u. 8.45 U. Woch 5, ca. 7 u, 8.45, Stg. 3, ca. 5,7u.8,450 Pharus Lichtspiele Geschlecht in Fesseln Was eine schöne Frau begehrt Bühnenschau Film und Südpalast Bühnenschau Knesebeckstr. 133, Bhf. Hermannstraße Panzerkreuzer Potemkin Alpentragödie Erstklassige Bühnenschau Osten Germania- Palast Frankfurter Allee 314 Das gottlose Mädchen Der Film für starke Nerven Belprogramm Varletéschau Beginn der ersten Vorstellungen: Wochent ab 6 Uhr, Sonnt ab 3 Uhr! Adam und Eva mit Reinhold Schänzel Die Orchideen Tänzerin Bühnenschau Friearicasfelde Kino Busch Beginn täglich 5, 7, 9.Uhr Alt- Friedrichstelde 3. Ecke Rosent. Str. Leontines Ehemänner mit Cl. Rommer Rin- Tin- Tin als Lebensretter Bühnenschau ten Müllerstr. 142 Die blaue Maus mit Jenny Jugo ( Der neueste Fred- Thomson- Film) ,, Rialto" Film u. Bühne 99 Reinickendorfer Str. 14( am Wedding Die blaue Maus mit Jenny Jugo Die Se schlachten bet Coronel und den Falklandinseln Bühnenschau Gesundbrunnen ,, Alhambra Badstraße Die blaue Maus mit Jenny Jugo Beiprogramm Bühnenschau Badstraße 35/36 Der vierte Musketier mit Douglas Fairbanks Pat und Patachon und die kleinen Tänzerinnen Bühnenschau Pankow Palast- Theater Breite Str. 21 a. Beg. 6.30, 9 U Geheimnisse des Orients Große Bünnenschau Jugendliche haben Zutritt Tivoli, Pankow Berliner Straße 27. Das Haus ohre Männer Bühne: Fr. Berger. der bekannte Rundfunksänger Niederschönhausen Film- Palast Bankenburger Str Geschlecht in Fesseln mit W. Dlete le Prühero Verhältnisse Reinickendorf- Ust Bürgergarten Lichtsp. Hauptstr. 1 u. Lindauer Strate beg. 6.30 Soldatenleben, das heißt lustig seln mit Laura la Plante Piäriereiter Buhnenschau Reinickendori- West ,, Elysium Film u.Bühne Ballschmieder- Lichtsp. Ala- Filmpalast Prenzlauer Allee 56 Abwege mit Brigitte Helm Bühne: Dollynoff- Revue: Schmuckt die Frau's Badstraße 15" Razzia Das Weib in der Wüste Bühnenschau Scharnweberstr. 67-68 Neu eröffnet! Banditen der Nacht Die Sandgräfin m. Crista Tord Bühnenschau