ch B ga r 26 tz 74 4 85 31 M Perl B C J 1 3 t Nr. 12. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit bem ,, Sonntags: Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Poft Beitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwürts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3 bts 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernspredjer: Amt 6, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Konservative Tunpredigten. " " Donnerstag, den 15. Januar 1891. Expedition: Beuth- Straße 3. Briefe aus Amerika. " Der deutsche Korpsstudent ist aber der Typus des nach unten schneidigen, nach oben geschmeidigen, glattgeleckten Strebelings, der sich überall im öffentlichen Leben New York, 30. Dezember. breit macht. Im Organ des Ordens der Knigths of Labor( Ritter der Das„ Konservative Wochenblatt" verArbeit) ist jetzt das Resultat der Abstimmung darüber bekannt öffentlicht einen rührsamen. Artikel über die deutschen Kösener Seniorenkonvents- Verbande die Bereitelung geset- follen oder nicht; von 500 000" Drdensbrüdern hätten sich 9/10 Dieselben Herren, die durch ihre Zugehörigkeit zum gegeben worden, ob die Arbeiter selbstständige Politik betreiben Korpsstudenten, der als Zeichen der Zeit nicht ignorirt licher Bestimmungen, wie z. B. des Zweikampf- Verbotes, dafür erklärt. werden darf. Es heißt darin: Natürlich ist nur die letztere Angabe, die zugewerbsmäßig betreiben und mit Recht unter die Geheim- stimmende Erklärung von neun Zehnteln derer, welche sich an der Wunderliche Unvernunft! Unsere Pädagogen ſitzen ernst bunds- Paragraphen fallen, welche so oft und hart gegen Abstimmung beteiligt hatten, in Betracht zu ziehen, da die darüber zu Rathe, ob sie die Schulstunden 10jähriger Knaben um täglich eine Stunde kürzen dürfen, ohne ihre geistige Ent- die für ihre Befreiung kämpfende Arbeiterklasse gebraucht sonstigen Zahlenangaben absolut keinen Werth haben. Wenn nun auch darauf, daß die Mitglieder des Ordens wicklung zu schädigen, die Eltern drängen und mühen sich, um worden sind, dieselben Herren sitzen später mit zernarbten sich in obigem Verhältniß für selbstständiges politisches Vorgehen die Söhne möglichst früh zur Universität zu bringen: ist aber Gesichtern als Richter oder Staatsanwälte im Gerichtssaal erklären, nicht viel gegeben werden kann, da die große Masse derdas Examen bestanden, da scheint die Zeit mit einmal an Werth und urtheilen von Rechtswegen. selben bei den Wahlen vorläufig noch hinter oen beiden großen zu verlieren, dann wird mit Semestern frei geschaltet, wie sonst mit Monaten. Damit hängt zusammen der übertriebene Parteien" Herlaufen wird, so zeigt das Resultat doch, daß bei Dieselben Herren, welche die Goldfüchse ihrer Eltern ben leitenden Geistern im Orden überall erkannt worden ist, daß Lurus der Korps, der bei den Alten Herren allgemeine verschleudern, in den Tag hinein leben, schwelgen und es für denselben von Vortheil sei, die selbstständige politische Mißbilligung findet und den Bestand der Korps zu gefährden bummeln, als ob es keine Noth, keine Armuth, keine Aktion auf die Fahne zu schreiben. scheint. Wir erfahren hierbei, daß fast kein Korps mehr ohne soziale Frage gebe, entrüsten sich später, wenn sie in Amt Folge haben wird in absehbarer Zeit ist noch sehr die Ob das Abstimmungs Resultat im Orden eine praktische diesen aber, die meist für Familien zu sorgen haben und Würden sind, wenn sie Stüzen der Gesellschaft, Frage. In denjenigen Staaten, wo die Farmer eine und meist im ernsteren Berufsleben stehen, zu bunt Direktoren, Abgeordnete, Grundbesitzer, Kommerzienräthe ge- hervorragende Rolle spielen, wird der Orden mit diesen wird, für die Kneipen, Ausfahrten und besonders für worden sind, über die„ Begehrlichkeit der Massen", über den Hand in Hand gehen. Dieses Freundschaftsverhältniß Hotelrechnungen der Korpsgäfte im Kaiserhof oder Hotel durch Mißgunst, Neid, gemeine Instinkte" erzeugten Groll aber r sofort in die Brüche gehen, wenn Der Kontinental für die feinen Diners mit unOrden seine Aufgabe nach der Richtung hin erfüllt, die verfiegbarem Sette" zu bluten. Was" fragen sie, gegen die besitzenden Klaffen. bringt der befreundete Korpsbursch von seinen Besuchen bei landwirthschaftlichen Arbeiter zu organisiren. Aber Dieselben Herren, welche Virtuosen im Schulden- auch, wenn dies von anderer Seite geschieht, da er doch nicht befreundeten Korps heim? Die Erinnerung an durchschlemmte machen sind, troß ihrer großen Wechsel", predigen später gegen dieselben Stellung nehmen kann, und eine solche landwirthTage und das Bewußtsein, daß seine Aufnahme sehr glänzend den Arbeitern Enthaltsamkeit und zetern über den mangeln schaftliche Arbeiterorganisation die heftigsten Gegner an den und fostspielig war. Was bleibt dem gastfreien Korps zurück? Farm Besizern haben wird. Ein Haufen unbezahlter Rechnungen!" Wer wird den Alten den Sparjinn des Volkes. Herren übel nehmen, daß sie sich bedanken, diesen Haufen Sehr wohl, das„ Konservative Wochenblatt" macht ja man in Betracht zieht, daß hier zu Lande die Farmarbeiter( landUnd dringend nothwendig ist eine solche Organisation, wenn Rechnungen zu zahlen? Daß sie es als Pflicht jedes Korps recht beachtenswerthe Zugeständnisse, weil, nun, weil wirthschaftliche Arbeiter) nach Beendigung der Erntearbeiten zum studenten bezeichnen, ohne erhebliche Schulden die Universität zu verlassen?" die Alten Herren", Wir meinen, ste sollten lieber die Korpsphilister", zu viel großen Theile auf die Landstraße gesetzt werden und in die Städte noch das Wörtchen„ erheblich" gestrichen haben. für die verschwenderischen Korpsbrüder" zu bezahlen ziehen, wo stets eine Anzahl hängen bleibt und Beschäftigung in Unsere Zeit ist zu ernst, das tägliche Leben giebt haben. Denn das ist des Pudels Kern, die sozialpolitischen britarbeiter, welche eine solche am allernöthigsten haben, beden Fabriken sucht, wodurch die Besserstellung der Lage der Fadem jungen Manne so viele Anstrengung, feine Kraft Glossen sind nur ziemende, der Mode unserer Tage ent- hindert wird. und seinen Muth zu bethätigen, zeigt ihm andererseits so viele foziale Probleme, jo große Armuth und Noth ringsum, daß sprechende Schnörkel. Daß in jener Richtung bisher noch nichts geschehen, hat dennamentlich die Studenten, welche selbst noch keinen Groschen Denn wenn es dem„ Konservativen Wochenblatte" selben Grund, wie überall sonst. Wenn die Sache aber planverdienen, dem Volke das häßliche Bild eines Ernst wäre, so müßte es die Sonde tiefer, viel tiefer ein- wohl ein günstiges Resultat zu erreichen. Vorläufig sind die ein- mäßig von den einzelnen Städten aus betrieben würde, so wäre müßigen Lebens nicht bieten follten. Wenn senken. Nicht diese paar hundert grünen Jünglinge allein, städtischen Organisationen aber noch zu sehr mit sich selbst beschäf= die Korps sich sonst als treueste Diener ihres Kaisers betrachten, die sich die Mühe gegeben haben, geboren zu werden, um tigt, um sich für die landwirthschaftlichen Arbeiter zu interessiren. so mögen sie auch seinen Mahnruf auf sich beziehen, mit Hand anzulegen zur Bekämpfung der umstürzenden Ideen der Sozial- damit den Rechtstitel" auf angenehme Lebensgestaltung Verbänden betrifft, so haben diese fein Interesse daran, Jenen Und was die Organisatoren in den alten industriellen Arbeiterdemokraten. Bisher aber haben sie im höchsten Grade zu haben, nein, die ganze Bourgeoisie trifft das ihre Zeit zu widmen, weil dabei nichts für sie herausden berechtigten unwillen der Unbemittelten Verdammungs- Urtheil. erregt, in ihrer stolzen Absonderung einen bedeutenden Nichtsthuer, Prasser und Schwelger, die vom Schweiße des Staates New- York bekannt gemacht worden; darnach ist nur Die ganze Kohorte Der kommt!" Beitrag zur Sonderung der Klassen Vor Kurzem ist das genaue Wahlresultat in den 60 Counties Rast en geliefert und so in entgegengesetter Rich- der Armen leben, ohne einen Finger zu rühren. tung schädlich gewirkt". Den korpsstudentischen Splitter zu sehen, ist leicht. Kandidaten( für Richter am Staats- Appellationsgericht) Dr. Gerau in einem dieser Counties keine Stimme auf den sozialistischen Die sachkundige Kritik, welche das„ Deutsche Wochen- Warum nicht auch den ganzen flogigen großkapitalistischen gefallen. Die Gesammtzahl ist 18 337. Es werden jetzt Anblatt" an dieser ihr so gut bekannten und nahverwandten Balfen? Warum nicht die Junker, die rennen lassen, trengungen gemacht, mit allen den Orten, wo sich Parteigenossen Spielart der„ Edelſten und Besten" übt, ist unzweifelhaft Ballerinen aushaiten, Tausende verspielen; warum nicht befinden, aber keine Organisation derselben besteht, Berbindungen begründet. Sie trifft den Nagel auf den Kopf, und die die Hochfinanz, die das Volk ausplündert und auf anzuknüpfen, um schon frühzeitig mit den Vorbereitungen für die Herren Väter, welche ihre Söhne als„ buntbemützte Gummirädern fährt; warum nicht die, welche Alles haben im Staate New- York- denn ein solches ist es, wenn auch nur nächsten Wahlen beginnen zu können. Das günstige Resultat Kulturlümmel", wie Sigl mit bajuvarischer Derbheit ge- und nichts schaffen! etwas mehr als ein Prozent der gesammten Stimmenzahl auf die sagt hat, so und so viel Semester herumlaufen lassen, Um Antwort wird gebeten. sozialistische Partei gejallen isthat Anregung gegeben, daß werden gerade so denken. man auch an verschiedenen anderen Plätzen beschlossen hat, künftig an den Wahlen theilzunehmen. quared dig Feuilleton. Nachdruck verboten.] Bei Mama. Roman von Arne Garborg. und 2 Jette Enger hatte sich verlobt. Gott, wie dumm Du bist, Ebba", sagte mun Ja, davon kannst Du überzeugt sein," sagte Ebba. Ja, natürlich," aber in ihrem Innersten besaß Jette Enger hatte erst kürzlich Frau Kahrs Schule Fanny sehr wenig Zutrauen zu diesen Fräulein. absolvirt; die kleinen Mädchen betrachteten sie nahezu als Wenn die drei Freundinnen mit ihren Puppen auf Kollegin. Und denkt Euch! nun war sie verlobt. dem Heuboden droben Schule spielten, mußten fortwährend In aller Form verlobt. Jeden Abend ging sie mit die Fräulein herhalten. Ebba oder Gina gab gewöhnlich ihrem Bräutigam auf der Landstraße spazieren und hatte Fräulein Malthe; Fanny, welche start empor schoß nicht die mindeste Angst davor, daß Jemand sie sehe. und lang und bleich war und scharfe Mundlinien Manchmal kamen sie auch mit Dingen, welche Fanny zeigte, stellte natürlich Frau Kahrs dar. Den Schluß Gina eines Morgens auf dem Weg nach der Schule.' " Ja, ja! Jetzt hat sie ihn wohl schon geküßt!" sagte wenig glaubwürdig schienen. So zum Beispiel wenn Fräu- bildete stets, daß das Fräulein, nachdem sie gegen die lein Malthe ihnen einreden wollte, die Erde sei rund wie Schülerinnen selant" gewesen und eine Menge Unsinn werden sich ja doch nicht küssen, ehe sie verheirathet sind?" " Ah pfui, bist Du toll?" fiel ihr Ebba ins Wort, sie ein Ball; Gott, wie leichtgläubig sie sein mußte, dies gesprochen, in Gegenwart der ganzen Klasse von Frau Kahrs Fräulein Malthe! Eine ganze Stunde stand sie und pre- einen Verweis bekam. Das ist eine sehr ernste Geschichte, Fanny, dazu haben sie sich ja verlobt, damit sie sich den digte, die Erde sei rund; wir könnten es an dem und dem Fräulein,- Sie verstehen? Wenn das noch einmal ganzen Tag küssen können." sehen; aber es war lauter Unsinn; Fanny glaubte kein paffirt, so jage ich Sie zur Thür hinaus!" Wort davon. Auf das Fräulein Strandbu konnte man sich Gott, bist Du verrückt? Ach, ich würde sterben Manchesmal saßen die drei Mädchen ganz still in einem vor Scham; dente Dir!- einen fremden Herrn küssen!" auch nicht immer verlassen. Woher war sie im Stande zu Winkel des Bodens und sannen boshafte Dinge über die wissen, wer vor 800 Jahren in Norwegen König gewesen, Lehrerinnen aus oder sie erfanden ihnen Spiznamen und fachkundig;„ nein, wenn sie verheirathet sind, da thun sie Pah, das ist kein solcher Gegenstand", meinte Fanny und was er gesagt und gethan? dichteten auf sie Spottverse:" Das Fräulein Malthe der ganz etwas Anderes." Kuckuck behalte";" Fräulein Strandbu- ist dumm wie eine Bist Du toll? Was thun sie da?" Kuh." Diese Sachen brachten sie am nächsten Tag in der Schule in Umlauf und behaupteten, sie in der Stadt gehört zu haben. fich plöglich in ihre Schale zurück. Ich sage es nicht." Fanny begegnete Gina's entschlossenen Blick und zog Sie entwarfen auch Pläne zu Schelmenstreichen, die sie aber meist von Anderen ausführen ließen. Einmal veranlaßten man vor ihr verbergen wollte. Ebba wurde unruhig. Schon wieder etwas, das Sie versuchte einen sie die unschuldige Thea Hansen, Fräulein Strandbu eine Umweg: junge Raße zu verehren; sie wußten, was Thea nicht wußte, nämlich daß Fräulein Strandbu im Stande war, Krämpfe zu bekommen, wenn sie eine Kaze auch nur sah. -Eines schönen Tages trug in der kleinen Stadt sich sagte Ebba. " Ja, Du kannst Dir doch vorstellen, daß sie das weiß", " Ja, Du kannst Dir doch denken, daß sie es weiß," sagte Gina. Meinst Du, Frau Kahrs würde jemand als Lehrerin an ihrer Schule halten, wenn dieselbe es nicht Nein, das meinte Fanny nicht. Damit war aber noch nicht gesagt, daß Frau Kahrs ahnte, wie dumm in Wirt lichkeit diese Fräulein waren. wüßte?" " " Wer hat es denn Dir erzählt?" Fanny saß tief in ihrer Schale." Ich mag es nicht Nein, das ist wahr," sprach Ebba. fagen!" uf, bist Du abscheulich!" begann Ebba, jedoch die , sie hat sie wohl erst vorher ausgefragt, wie viel sie etwas zu, das auch den Mädchen auf dem Heuboden viel zu Sache intereffirte sie und sie versuchte wieder einen Umweg. sprechen gab. wissen," warf Gina ein. Join! " Ah, pah, Du weißt nichts!" Politische Lebersicht.[ wie nie zuvor und kann, abgesehen von so durchaus ver- Abschaffung der Lebenslänglichen Anstellung der Ortsvor Berlin, den 14. Januar. logenen Blättern wie den bismärckischen„ Hamburger Nach- steher( Bürgermeister). Troß der Popularität, welcher sich ein richten", von niemandem aus der Welt gelogen werden. dahingehender Antrag in den weitesten Kreisen erfreute, beAuch die heutige Sitzung des Reichstags war den Das genannte Blatt bringt einen unanständig tendenziösen schloß das Abgeordnetenhaus mit 62 gegen 21 Stimmen die Kornzöllen gewidmet und die Debatte wird morgen Bericht über die Berliner Arbeitslosen- Versammlungen; es Beibehaltung der lebenslänglichen Anstellung der Ortsfortgesetzt werden. Die Frage der Brot- und Fleischver will darin glauben machen, daß mangelnde Sparsamkeit vorsteher in Gemäßheit des von der Regierung vorgelegten fortgesetzt werden. Die Frage der Brot- und Fleischvertheuerung ist die brennendste der Fragen, welche dem deutschen und Arbeitsschen die Ursachen der angeblichen Arbeitslosig- Entwurfs. Von dent Abg. Hausmann war im Namen der theuerung ist die brennendste der Fragen, welche dem deutschen keit sind. Wenn es gegen die Arbeiter zu streiten gilt, demokratischen Partei die Abschaffung dieser Einrichtung beReichstag jetzt vorliegen. Der Herzog ist gefallen, und Fegen Reichstag jezt vorliegen. Der Herzog ist gefallen, und Feßen bann sind die feindlichen Schwestern, die Kölnische antragt worden. feines Mantels find ihm nachgeflogen, allein leider noch nicht der ganze. Eins der häßlichsten Stücke ist noch übrig: Die Beitung" und die Hamburger Nachrichten", schwesterlich Man sucht eben überall das Volk möglichst selten zuni Korn und sonstigen Lebensmittelzölle. Jene unheilvollen verbunden. Worte kommen zu lassen und die gewählten Beamten Zollgesetze, zu deren Durchbringung Fürst Bismarck Selbst die Magdeburger Zeitung" muß die Arbeits- werden, da sie einer Wiederwahl sich nicht zu unterziehen den Rothen Schrecken des Attentatsjahres 1878 fofigkeit in diesem Winter zugeben. Ja sie, welche brauchen, nur von der Regierung abhängig, so daß sie nach organisiren mußte, haben den deutschen Großgrund- doch stets der bismarckischen Wirthschaftspolitik treueste unten den Tyrannen, nach oben den ergebenſten Diener befizern, als deren Chef sich der vorige Reichskanzler Trabantendienste geleistet hat, muß eingestehen, daß die spielen können. betrachtete, kolossale materielle Vortheile gebracht, sie Lage der Arbeitslosen höchst traurig ist, da auch die Höhe haben dieselben im Laufe der letzten 12 Jahre nicht um der Lebensmittel- Preise und der Brenns und 29 Erfahwahlen für die Zweite sächsische Kammer In der ersten Hälfte des laufenden Jahres finden Millionen, nein um milliarden bereichert und Heizungsmaterialien nicht verfehlt, ihren Einfluß statt. Von diesen fallen 14 auf Wahlkreise, welche durch jede Mart dieser Milliarden ist aus der Tasche des are in entsprechender Weise geltend zu machen. beitenden deutschen Voltes genommen worden. Und diese Konservative, 5 auf solche, welche durch Nationalliberale Sie verlangt von der Staatsverwaltung Jnangriffnahme vertreten waren, 4 gehörten den Freisinnigen, je 3 dem unheilvolle unmenschliche Politik der Aushungerung der Volks auch aufschiebbarer öffentlicher Arbeiten, von der Privat sächsischen Fortschritt und den Sozialdemokraten an. massen zum Profit der Großgrundbesizer dauert noch industrie stärkere Heranziehung von Arbeitskräften und endfort. Sie ist ihrem Urheber noch nicht nachgefolgt und so lich Almosen seitens der Reichen, demnach nichts als Palliativ der in diesem Jahre so überaus zahlreichen Siege unserer Nach den Ergebnissen der letzten Reichstagswahl und lange sie zu Kraft besteht, herrscht thatsächlich mittelchen. Gelänge es auch, die Arbeitslosigkeit jetzt mit Bartei bei den Gemeinderaths- Wahlen in Sachsen dürften und diesen Mitteln zu bannen, wer entschädigt die bisherigen wir unzweifelhaft schöne Erfolge bei den Wahlen davonzwar auf dem wichtigsten aller Gebiete des öffentlichen Opfer der Arbeitslosigkeit, wer verhindert damit die Arbeits- tragen. Lebens: dem wirthschaftlichen. losigkeit in späteren Jahren? Nicht mit kleinlichen PalliativFürst Bismard in Dentjoland fort und wer bei den Wah Kann eine so widerfinnige, gemeinschädliche Anomalie mitteln wird man diesem Krebsübel unserer Zeit, dieser In Bezug auf die Behandlung des Herrn von länger geduldet werden? Die Mehrheit des deutschen Volts naturgemäßen Folge unserer Wirthschaftsordnung, steuern Dannenberg, des gefangenen Redakteurs der Deutschen verurtheilte am 20. Februar die Bismarc'sche Politik und können. So wichtig es für Staat und Gemeinde ist, heute Bolts- Zeitung" in Hannover wird uns von einer Seite, den Hauptgrund der Verurtheilung für die Mehrzahl bildeten alles daran zu setzen, der Noth abzuhelfen, so unabweisbar die Herrn von Dannenberg politisch nahe steht, mitgetheilt, die Brot und Fleischzölle.o ist für uns alle die Pflicht, vernünftige Wirthschafts- daß die von uns veröffentlichten Angaben nicht richtig Das Verdikt des Volkes muß endlich zur Verwirklichung zustände zu schaffen, welche den Keim der Arbeitslosigkeit seien und daß die Behandlung des Genannten abgesehen gelangen. Mit der Bismarck'schen Zollpolitik muß ge- vernichten. davon, daß ihm die Selbstverköstigung versagt sei- nichts brochen, der letzte und mit dem Sozialistengesetz der zu wünschen übrig lasse. Wir halten uns für verpflichtet, daß wir die betreffenden Angaben einem gedruckten zirkular, hiervon Aft zu nehmen, und wir wollen nur noch erklären, das jedenfalls auch anderen Blättern zugegangen ist, und unseres Erachtens von Parteigenossen des Gefangenen herrührte, entnommen haben. werden. " " In Hamburg starb gestern Dr. Anton Ree, früher Vertreter des dritten Hamburger Wahlkreises. Ree war Zeit seines Lebens ein ehrlicher Demokrat, doch hat er sich nicht zur Sozialdemokratie entwickeln können. Seine Be deutung lag mehr auf dem Gebiete der Pädagogik als auf dem der Politik. schlimmste- Fetzen des Mantels dem Herzog nachgeworfen sich mit der Lokalpresse beschäftigte, der Reaktionspresse aller Daß unser Bericht über eine Berliner Bersammlung, die Natürlich bietet das Junkerthum Alles auf, um sich die Schattirungen Anlaß bieten würde, das Märchen von den Milliardenquelle zu erhalten. Heute schickten sie ihren Philo- Spaltungen", von den Jungen und Alten" wieder auf sophen", den Herrn von Helldorf ins Feld, der in gründ- zutischen, das wußten wir im Vorans. Daß aber auch ein lichster wenn auch nicht glänzendster Weise den Nachweis Blatt, wie die„ Boffische Zeitung", diese nämlichen dunklen erbrachte, daß zu Gunsten der Brotvertheuerung kein anderer( und nicht sehr reinlichen) Pfade wandeln würde, das hätten Grund vorgebracht werden kann, als das berühmte: sic wir wirklich nicht gedacht. Wir müssen eben uns jeden Tag volo, sic jubeo so wollen wir es, so gebieten davon überzeugen, daß wir von unseren Gegnern immer wirs unser Wille- das heißt unser Nutzen, ist ge- noch eine zu- optimistische Meinung haben. nügender Grund! Die Vossische Zeitung" nimmt sich des Herrn Den sozialdemokratischen Standpunkt vertrat Stolle, Liefländer sehr warm an- was dieser mit ihr aus der die Lage der ländlichen Bevölkerung besser kennt, als machen möge und thut, als ob die Parteileitung und Pobedonoszewo ist vom Zaren zum Minister der die Herrn Landjunker selbst, und der aus eigener Er- die Redaktion des Parteiorgans irgend Jemand verDie fahrung weiß, daß die Kornzölle die ungeheure Mehr gewaltigen wolle. Bossische Zeitung scheint zu Boltsaufklärung"(!!) ernannt worden. Beißender konnte man zahl der Landbevölkerung wirthschaftlich aufs glauben, unserer Partei ginge ginge es her, wie die russische Volksaufklärung nicht verhöhnen, als dies durch der ihrigen. Wenn sie ärgste geschädigt, und nur einer winzigen Minorität zu in in der die Ernennung dieses bildungsfeindlichsten, reaktionärsten den Rig Berliner Sozialdemokratie, Gute gekommen sind. den der durch Halle Russen geschehen ist. Er ist der Vertreter der panslavistis Die Thatsache, daß die Brotvertheurer sich auf Kosten schen Parteitag nur oberflächlich verkittet ward", sich schen und bildungsfeindlichsten, verknöchertst orthodoren Richtung im russischen Volke. Rücksichtslosigkeit und Abder Armen bereichern, läßt sich durch keinen Sophismus wieder öffnen sieht" so tönnen wir ihr nicht helfen, und keine Spiegelfechterei beseitigen. Und da giebts keinen wir sind für die Sehwerkzeuge der„ Tante Voß" glücklicher- wesenheit von jeder Scheu in der Wahl selbst der verwerf Kompromiß da giebts nur eine Forderung: Fort weise nicht verantwortlich. Hätte sie die Wahrheit sehen lichsten Mittel charakterisirt diesen würdigen Minister der mit den Kornzöllen! wollen, so hätte sie gut gethan, die vorgestrige Riesenver- Regierung Alexanders III. Ihm wird die nicht schwere sammlung bei Lips zu besuchen die Tausende, die dort Aufgabe zufallen, die wenigen wissenschaftlichen Reime an Die ehemaligen Offiziösen sehen sich jetzt genau auf waren, und die Tausende, die wieder umkehren mußten, den russischen Schulen zu vernichten, die Intoleranz auf die die Finger. Besonders die Hamburger Nachrichten", die hätten ihr gesagt, wie die Berliner Sozialdemokratie" denkt höchste Spitze zu treiben und die Russifizirung der Ostsee jetzt offiziell das offiziöse Organ des Herzogs von Lauen- und fühlt. Wenn aber die„ Vossische Zeitung" behauptet, provinzen zu vollenden, die Finnlands energisch zu betreiben. burg sind, sehen eifersüchtig darauf, daß Niemand sich zu über den Inhalt der von einigen Berliner Genossen er Das zarische Regiment sucht sich immer mehr zu über den Offiziösen rechnet. Jezt balgen sich die bismarckschen, hobenen Beschwerden oder Beschuldigungen erführen die trumpfen, doch dies kann nicht mehr lange gehen, man tanzt pardon die Hamburger Nachrichten mit der Köln. 3tg." Leser des Vorwärts" nichts durch die Erklärung des Partei- nicht ungestraft auf einem Vulkan. in was Der herum, weil dieser eine Korrespondenz des Hamburger vorstandes, so können wir der Bossischen Zeitung" nur Blattes über eine Konferenz Caprivi's mit Windthorst sagen, sie hätte unseren Versammlungsbericht Nach den neuesten Berichten ist Padlewski nicht ge von unterrichteter Seite" als vollständig unbegründet be- in Nr. 8 des Vorwärts" lejen sollen dann hätte sie fangen. Die spanische Polizei hatte einen Falschen erwischt, anderen Polizeien mitunter passirt. zeichnet wurde. Da Windthorst mit der Köln. 8tg." keine alles haarklein gefunden. Wir haben nichts zu vertuschen Beziehungen hat und Caprivi erklärte, daß Mittheilungen wir haben bei vollster Deffentlichkeit nur zu gewinnen. französischen und russischen Regierung wird ein Stein vom von amtlicher Seite nur im Reichsanzeiger" erscheinen, so Beiläufig sind ja jene" Beschwerden" 2c. durch uns erst Herzen genommen sein. freuen sich die Hamburger Nachrichten", Caprivi und die ans Licht gezogen worden. Köln. 3tg." in Verlegenheit gebracht zu haben. Was für Sorgen man jetzt in Friedrichsruh hat! Entwickelt die„ Bossische Zeitung" sich so weiter, dann wird sie demnächst wohl auch der rheinischen Zentraltloake nachdrucken, daß die Sozialdemokraten durch die von ihnen provozirten Streits" an dem Nothstand in Berlin sid Hätte man Padlewski vor ein französisches Gericht stellen müssen, so würde das Treiben der russischen Spizeldiplomatie, deren infame Pratiken( Kniffe) den Born und die Empörung aller anständigen Menschen, ohne Unterschied der Parteien, hervorgerufen haben, derart be leuchtet werden, daß ein Sturm der Entrüstung durch die ganze gebildete Welt gehen würde und die Regierungen fich wohl genöthigt sehen dürften, endlich einmal gegen diefen In ganz Deutschland finden Versammlungen der Arbeitslosen statt. Ueberall sind sie leider ausgezeichnet Schuld sind. besucht, weil eben überall die Arbeitslosigkeit ungeahnte Dimensionen angenommen hat. Die schlauen Hamburger In Württemberg beschäftigt jetzt die Reform der immer schamloser und brutaler auftretenden, dem Völker verbieten die Versammlungen der Arbeitslosen, das hilft inneren Verwaltung das Abgeordnetenhaus. Einer der recht und unserer Kultur Hohn sprechenden Unfug mit ihnen aber nichts; das Elend ist jetzt in Hamburg so groß, wichtigsten Wünsche bei der Verwaltungsreform war die allem Nachdrucke einzuschreiten. " Ist es nicht wahr?- weiß ich es nicht, Gina?" saßen sie. Sie saßen so dicht neben einander, daß Jedes appellirte Fanny. von ihnen fast das Herz des Anderen schlagen fühlte. Und Gina nickte. da wurden sie mäuschenstill. Die Geschichte war so schreck lich unangenehm, schien ihnen plöglich. „ D, das ist nicht schön von Euch," begann Ebba aufs Neue, beständig habt Ihr Geheimnisse vor mir! Pfui! Jch rede gar nicht mehr mit Euch!" " " Ja, was fann ich dafür?" fragte Gina. Gar nichts; nur Fanny thut so wichtig und ist so ekelhaft" " Hast nicht etwa Du mir gesagt, Gina, daß ich es nicht erzählen soll, was?" Du kannst Dir doch denken, daß ich damit nicht Ebba meinte; denn sie ist gerade so groß wie wir." Ebba. Besonders Fanny fam es so vor. Sie hatte zwar auch Luft, es zu erzählen; aber Gott, wie unangenehm es war! Am liebsten erzählte sie nichts. Erinnerst Du Dich, Gina, was wir für morgen in Geographie aufhaben?" fragte fie. Gina erinnerte sich, und Ebba erinnerte sich auch. Dann wurde wieder Alles still. Ach, wie langweilig sie ist, dieses Fräulein Malthe!" fagte Fanny. 2 ditu wollt", sagte sie, oder vielleicht nicht?" Zwei außerordentlich überrascht klingende Stimmen riefen zu gleicher Zeit: " Dich foppen? Ja, wie so denn?" " Erinnerst Du Dich denn nicht, daß Du erzählen solltest, Fanny, das, was auch Gina weiß?" " 1 Ach ja, das?" " Sagtest Du nicht dazu„ bei Gott?" That sie es nicht, Gina?" " Ja wohl." " Gut, aber dann mußt Du mir auch die Hand darauf geben, daß Du es Niemand weiter sagst." Bei Gott!" schwor Ebba und reichte die Hand. Und so begann Fanny, von Gina unmerkbar unterstützt Ách was, Du darfst es mir ganz gut ſagen", ermunterte arum haben wir nicht Adjunkt Bryn in Geographie? mit flüsternder Stimme die Geſchichten der Gesindeſtube auf " Nein, nein, ich sage es nicht." " Warum nicht?" fragte Ebba. Wenn Ihr es wißt, so kann ich es wohl auch hören." Nein, nein; auf der Straße ist es zu unangenehm; hier ist es so licht." Kannst Du nicht am Nachmittag mit Gina zu mir kommen? So gehen wir dann auf den Heuboden!" Nun ja.-Gut, auf dem Heuboden." Sie einigten sich darüber. Er ist so unterhaltend. Ja, er wirklich!" Wer?" Adjunkt Bryn, natürlich!" Ah so! Ja, er ist unterhaltend." Es wurde wieder still. Worüber lachst Du?" fragte Ebba, nach Luft schnappend; man hörte, wie ihre Brust arbeitete. " Ich lache über den Adjunkten; er ist Vig zu erzählen. je! Pfui!" riefen die kleinen Mädchen, so oft etwas Arges fam; oh, ich sterbe!"," oh weh, sag' das nicht!" Jedoch, wenn eine Geschichte zu Ende war, verlangten sie noch eine und Ebba zeigte sich ganz schrecklich eifrig, Alles erklärt zu erhalten. Fanny sagte, was sie wußte und Gina half nach. Fanny hatte sich von verschiedenen Dingen falsche Vorstellungen g so komisch, bildet; Gina forrigirte dieselben. So wurde das Gan entfeßte es fie, und desto heißer wurde ihr Interesse. „ Und so giebst Du mir Deine Hand darauf, daß Du wenn er stottert: G- 1- spitzbübinnen! V- v- auch für Fanný neu. Je mehr sie begriffen, desto mehr es erzählst," sprach Ebba. Hand. Fanny blickte Gina an; Gina nickte. " Ja, ich verspreche es," sagte Fanny mit vorgestreckter " Versprich es bei Gott!" Bei Gott! Glaubst Du mir nun?" Ebba war beruhigt. Sie trafen sich am Nachmittag mit etwas beklommenen Gefühlen auf dem Heuboden. Wie sie verabredet, krochen sie in den innersten Winkel des Raumes, wo es so dunkel war, daß sie einander gar nicht sahen. Gie sprachen lebhaft von allem Möglichen, an das sie nicht dachten; sie lachten mit gekünsteltem Lachen und machten sich viel mit dem Niedersehen zu schaffen. Endlich vagabundinnen!" " Haha!" " Hehe!" Wie in aller Welt konnte das zugehen; wie in aller Welt hing das zusammen? Eifriger und eifriger flüsterten und wis Lump nennen! Haha! D- kannst schon, wenn Du willst, mit Andeutungen, Gebärden, des gefährlichen Wortes ersten " Und wenn er uns Lumpen nennt! Ein Mädchen perten fie; wenn Worte zu brutal wurden, halfen sie fich Du Lump! Hahaha!" " Ja." Hahaha!" Wieder Stille. dem Es wurde förmlich warm im Winkel drinnen. Sie hörten einander pusten, Alle hatten solche Lust, von Eigentlichen zu reden; es war nur so gräulich unangenehm, anzufangen. Endlich hielt Ebba es nicht länger aus. Jezt bin ich ganz sicher, daß Ihr mich nur foppen Buchstaben. Ebba wußte bald Alles, was die Anderen wußten, und ach!- pfui! daß Jemand so etwas that! Und sie flüsterten und stöhnten und waren gan flammend heiß. Sui, ich stürbe vor Scham!" Ach, wenn Jemand oh pfui! Denkt Euch, wenn Jemand so etwas mit einer von uns thäte;" stürbe vor Scham!" niemals auf der Welt!" „ uf pfui; Aber pfui!!"" Oh, je!!" stürbe vor ( Fortsetzung folgt.) Sdy nein, 211 ga ic ch 3 Th 1 2 3 t Nun-zu einem Prozeß wird es vorlänfig wenigstens nicht kommen. Wir hoffen aber, daß es unseren Genossen in Frankreich gelingen wird, die Wahrheit über die russische Geheimpolizei in Frankreich und deren Beziehungen zur Polizei des Herrn Constans zu enthüllen und durch einen Appell an die öffentliche Meinung das Ende dieser Schandwirthschaft herbeizuführen. Auch wir Deutsche müssen ein scharfes Auge haben das verabschiedete Spizelgesindel des Fürsten Bismarck ist für den Rubel mindestens ebenso empfänglich wie das armenisch- griechische Lumpenproletariat in der Türkei, das der russischen Spizeldiplomatie so zahlreiche Rekruten liefert. Der Präsident der Vereinigten Vereinigten Staaten hat eine Proklamation erlassen, welche zur Beschickung der Chicagoer Weltausstellung einladet, da genügender Nachweis geliefert worden ist, daß ausreichende Vorkehrungen für Beschaffung der erforderlichen Grundstücke und Gebäude getroffen worden sind, und daß die Summe von mindestens 10 Millionen Dollars zur Verwendung der Förderung der Ausstellung aufgebracht worden ist". Die Ausstellung findet zur Feier des 400. Jahrestages der Entdeckung Amerika's durch Christoph Columbus statt und führt deshalb den Namen wird am 1. Mai 1893 eröffnet und nicht vor dem letzten Donnerstag des Oktobers desselben Jahres geschlossen. Präfident Harrison ladet im Namen der Regierung und des Voltes der Vereinigten Staaten alle Nationen der Erde ein, an der Gedenkfeier eines Ereignisses, das in der Geschichte der Menschheit in erster Reihe steht und für sie von dauern dem Interesse ist, Theil zu nehmen, indem sie Vertreter ernennen und solche Produkte zu der Columbus- Weltausstellung entfenden, welche am besten und am vollkommensten ihre Hilfsquellen, ihre Industrien und ihre Fortschritte in der Zivilisation erkennen lassen." Mit der Weltausstellung soll bekanntlich auch, wie mit der Pariser, ein internationaler Arbeiterkongreß verbunden werden. Kempf, der denselben seit Jahren in den verschiedenen FachAbg. v. Kehler spricht für eine Beihilfe an die Gemeinde zeitungen, wie auch in wiederholten Petitionen an maßgebender Ellerbek und Gaarden aus Billigkeitsrücksichten, welche auch früher Stelle Ausdruck verliehen hat und jeweils durch zahlreiche von den Regierungskommissaren ausgesprochen sei. Redner stellt Anerkennungs- und Zustimmungsadressen von Seiten seiner den Antrag, der Regierung die Petitionen Ellerbek und Gaarden Kollegen ausgezeichnet wurde. Eine Verstaatlichung der zur Erwägung zu übergeben, ob nicht aus Billigkeitsrücksichten Apotheken täme in gleicher Weise dem arzeneibedürftigen eine Beihilfe den Gemeinden zu gewähren sei. Publikum entgegen durch bedeutende Reduktion der Arzeneipreise, Abg. Münch erklärt, daß der Regierungskommissar in einwie auch dem Apotheker: dem besigenden durch Befreiung zelnen Punkten heute noch so unrecht habe, wie früher. Regierungs- Kommissar Major Bahn erörtert die Petition von einer oft unehrenhaften Konkurrenz( befugte und unbefugte) und durch Ausschließung der Möglichkeit eines schwindelhaften des Spandauer Magistrats. Spandau befinde sich in günstigerer Geschäftsbetriebs, wozu die Versuchung heutzutage bei den Lage, als andere Garnisonsorte. Mit der Zunahme der Staatsschwindelhaften Apothekenpreisen leider allzu nahe liegt; dem arbeiter sei der Prozentsaz der Kommunalsteuern herunterunselbstständigen, theils konditionirenden, theils in gegangen. Die Angaben der Petition sind nicht zutreffend. einem anderen Fache beschäftigten Apotheker durch die im Achtzig Prozent der Kommunalsteuern werden eigenen Beruf möglich werdende baldige Begründung einer von den Arbeitern und nur etwa zwanzig Pro= nicht vom blinden Zufall abhängigen, dauernden Lebensstellung; 3 ent von den Bürgern bezahlt. Eine Belastung der dent Interesse des ganzen Apothekerstandes: durch Gemeinde durch die Staats- Werkstätten finde also nicht statt, Hebung seines Ansehens und seiner Würde. denn die Arbeiter derselben tragen zu dem hohen Prozentsatz bei. Spandau hat sich ungemein vergrößert. Die Bauten vermehren sich, es werden Wohnungen für Beamte 2c. gebraucht. Die Miethen sind sehr hoch. Es ist vortheilhaft, in Spandau Hausbesitzer zu sein. Die Bürger leben von dem Gewinn, welchen sie von den Arbeitern haben. Redner ergeht sich in längeren Darstellungen der kommunalen Verhältnisse Spandaus. Parlamentarisches. Petitionskommission. Abg. Geyer macht darauf aufmerksam, daß, wenn die Arbeiter Spandaus 80 pCt. zu den Kommunalsteuern beitragen, den Kommunalanlagen doch auch dann eine Beihilfe zu den Arbeitern zu Gute kommen würde. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, erhalte die Petition des Magistrats einen anderen Anstrich. Regierungs Kommissar Major Bahn bezweifelt, ob das der Fall sein würde. Dann würde es besser sein, die Verwaltung des Staatsbetriebes gebe diese Beihilfe ihren Arbeitern direkt. Es wird beschlossen, die Petitionen der Regierung als Material für die Gesetzgebung zu überweisen, dagegen V Sigung vom 14. Januar, Vormittags 10 Uhr. Es liegen Petitionen einiger an dem im Bau begriffenen Nordostseetanal liegenden Gemeinden vor. Sie berühren erstens die Frage des Unterstüßungswohnsizes der beim Bau des Kanals beschäftigten Arbeiter. Die Betenten, wollen, das Reich solle die Uebernahme etwaiger Kosten im Mangels eines Bedürfnisses Unterstützungsfalle aussprechen. erklärt die Kommission die Petition für ungeeignet zur Erörte rung im Plenum. Dagegen wird eine andere Petition, welche Sicherung eines an den Kanal grenzenden Weges durch die Baukommission verlangt, dem Plenum resp. dem Reichsamt des Innern zur Erwägung übergeben. Andere Petitionen, die eine Heranziehung des Reichsfiskus als Eigenthümers von Ländereien Eine Petition mit 477 Unterschriften aus Württemberg, zu den auf denselben ruhenden Laften, werden als ungeeignet zur Grörterung im Plenum befunden, da der Instanzenzug nicht welche Herabsetzung der aktiven Militär- Dienstzeit will( für die erschöpft sei und nach einer Erklärung des Regierungskommiffars Jufanterie auf zwei Jahre), wird durch die Beschlüsse des Reichseine Reihe derartiger Dinge im Verwaltungs- Streitverfahren tages vom 26. und 28. Juni 1890 für erledigt erklärt. Nächste Sigung morgen 10 Uhr. schweben. Der Magistrat zu Spandau, und die Ge F die der Gemeinden Ellerbek und Gaarden zur Erwägung zu empfehlen, ob nicht durch einen Beitrag zur Tilgung der Schulden beigetragen werden könne. * " meindevertretungen zu Gaarden und Ellerbeck Die Wahlprüfungs- Kommission verhandelte gestern Der nächste internationale Arbeiterkongreß findet, wie petitioniren um Heranziehung des Reichsfiskus zu den Gemeinde- über die Wahlen der Abgeordneten Evers( 3. Minden) und Graf unseren Lesern bekannt, im Laufe dieses Jahres, und zwar Abgaben. Referent ist der Abg. Stephan. von Carmer( 1. Breslau). Beide Wahlen wurden für giftig in Belgien statt. Der Regierungskommissar hält das dabei in Frage erklärt, und zwar die des Grafen Carmer einstimmig. Um die kommende Reichseigenthums- Gesetz in materieller und formeller Der große Lärm wegen der Fischerei im Behrings- Hinsicht für unbefriedigend. Es werden Grwägungen an Re- Wahl des Abgeordneten Evers kam es dagegen zu längeren Ausmeer scheint nicht zu einem Kriege, sondern zu einem gierungsstelle gepflogen, die sich aber noch im Anfangsstadium be- einandersetzungen. Die Wahl im Mindener Kreise brachte beProzesse zu führen. Die englische Kolonial- Regierung in finden, weshalb der Kommissar keine Andeutung machen kann, in kanntlich das Schauspiel, daß zwei deutschkonservative Kandidaten, von denen einer der bekannte Redakteur der Kreuz- Zeitung", Kanada hat bei dem obersten Gerichtshofe der Vereinigten welcher Richtung sich dieselben bewegen. Staaten Klage geführt über die Behandlung der englischen und infolge dessen der Sozialdemokrat Singer mit dem ZentrumsAbg. Münch schildert die Lage der Gemeinden Ellerbeck und von Hammerstein, war, sich gegenüberstanden. Die Folge dieses Schiffe. Nun, die ganze Sache wird sich in Wohlgefallen Gaarden, welche unter den jezigen Zuständen in exorbitanter Bruderzwistes" war, daß sich die konservativen Stimmen spalteten und infolge dessen der Sozialdemokrat Singer mit dem ZentrumsSchiffe. Nun, die ganze Sache wird sich in Wohlgefallen Weise belastet werden. Die Sache schwebt schon länger. Es sind mann Evers in die Stichwahl kam. Als Gegner des Herrn auflösen. schon vor Jahren Petitionen zur Erwägung übergeben worden, von Hammerstein trat der Landrath von Ditfurth in die Schranken. Beide Junker kämpften natürlich unter dem Banner:„ Mit Gott Die Angelegenheit Schewitsch hat viel Staub aufgebie Sache scheint auf dem alten Fleck zu stehen. Der Regierungskommissar, Admiralitätsrath Dr. Holy, wirbelt, wie das zu erwarten war. Wir haben von ver- betont, daß die Marineverwaltung an den geschilderten Zuständen für König und Vaterland." Dabei ging nun besonders der Herr Landrath in der rücksichtsschiedenen Seiten Zuschriften erhalten und werden wohl ge- unschuldig sei. Die Werftarbeiter würden ja zur Gemeinde- losesten Weise vor. Derselbe erließ in dem sonst zu amtlichen legentlich auf die Sache zurückkommen. Bemerkt sei für besteuerung herangezogen. Die Schuldenlaft der Gemeinde Bekanntmachungen benützten Blatte Erlasse an die Wähler, in heute bloß, daß unsere bezügliche Notiz, weder durch Gaarden fei nicht durch die Marineverwaltung veranlaßt, die denen er den Anhängern von Hammerstein's vorwarf, daß sie sich Organe der Bourgeoisie, noch durch Mittheilungen von per- Landankäufe durch die Marine haben dagegen Vortheile für die mit Unrecht auf die Sympathien des Kaisers beriefen und worin sönlichen Gegnern Schewitsch's und der„ New- Yorker Volks- Gemeinde gebracht. Die Schulbauten haben große Belastung ge- ziemlich unverblümt ausgesprochen ward, daß es den Wünschen bracht. Der Schulpalast, welcher fast leer steht, brachte eine Laſt des Kaisers entspreche, wenn von Hammerstein nicht gewählt Zeitung" veranlaßt worden ist. von 109 000 M. Dazu hat die Marineverwaltung nichts gethan werde. Dieses Eingreifen des Herrn Landrathes in die Wahlund kann doch auch nicht zu den Lasten herangezogen werden. Der Regierungskommissar Geh. Ober- Reg.- Rath Plath sieht Agitation gewinnt erst ihr volles Relief dadurch, daß derselbe Wir haben unlängst an dieser Stelle den krassen ebenfalls feine Veranlassung, das Reich mehr zu diesen Basten selbst sich den Wählern als Kandidat nach dem Herzen Seiner Majestät vorstellte. Es handelte sich in diesem Falle also in Egoismus der Apotheker gegeißelt. Heute geht uns aus heranzuziehen. Angenommen, daß eine gefeßliche Regelung der aller Form um eine offizielle Kandidatur unter Mißbrauch des Apothekerkreisen eine interessante Erklärung in dieser Sache Sache vorgenommen würde, würden die Gemeinden kaum einen amtlichen Einflusses. Die Majorität der Kommiffion konnte indeß zu, welche wir nach dem Grundsage, den Angegriffenen immer größeren Vortheil haben. Abg. Münch giebt eine Schilderung der örtlichen Verhält- in den Veröffentlichungen des Landrathes von Ditfurth keine das Wort zu ertheilen, zum Abdruck bringen und dies desto nisse von Ellerbek und Gaarden, welche sich gegen die Aus- amtlichen Handlungen erblicken und wurde deshalb der Anlieber, weil sie beweist, daß in den Kreisen der Apotheker führungen des Admiralitätsrath Dr. Holh wenden. Die Getrag auf Kafirung der Wahl Evers gegen die Stimmen der Linken abgelehnt. die von uns gerügten Mißstände auch erkannt werden. Wir meinde Gaarden ist von der Regierung gezwungen worden, die Lassen die Einsendung hier folgen: Schulen zu bauen. Alte dänische Geseze sind dabei von der ReDie Budgetkommission des Reichstages ge gierung angewandt worden. Der Fiskus hat nicht einen Pfennig nehmigte heute das gesammte Ordinarium dazu beigetragen, als durch seine Arbeiten die Gemeindewege in nehmigte heute das gesammte Ordinarium des Etats des Auswärtigen Amts. Warum will man denn Grund und Boden gefahren wurden. den beiden Gemeinden nicht geben, was man Wilhelmshaven gegeben hat? Admiralitätsrath Dr. Holz wendet sich gegen einige Ausführungen des Abg. Münch. Der deutsche Apothekerverein hat sich allerdings veranlaßt gefühlt, in einer Petition an den Reichstag gegen die Forderung Der Krankenkassen um Bewilligung eigener Apothefen zu protestiren. Daß übrigens das wirthschaftliche Programm des deutschen Apothekervereins nur zum Theil von der Gesammt heit deutscher Apothekenbesizer Anerkennung findet, daß es deren nicht wenige giebt, welche, die gleichiverthigen Mißerfolge aller bisherigen Systeme von den Realprivilegien bis zu den Personalfonzessionen erkennend, die einzige Rettung der Pharmazie in der Verstaatlichung des Gewerbes er blicken, ist ist eine Thatsache, den hervorgehend aus des muthig und unentwegt verfochtenen Bestrebungen hervorragendsten Vertreters dieser Richtung, des Apothekers zu nehmen?" Rothenburger Tage. Regierungskommissar Geh. Kriegsrath Dr. Seidenspinner erklärt, daß die Verhältnisse in Spandau anders liegen. Redner giebt eine Auseinandersehung dieser Verhältnisse. Fonds sind zur Deckung der Wünsche Spandaus nicht vorhanden; auch kann man keine Präzedenz in dieser Hinsicht schaffen. Die Regierung ver bleibt auf den früheren ablehnenden Standpunkt. denn es hätte ihr Niemand etwas abgenommen. Zwar * Die Kommission des es Reichstages zur Bera thung des Krankenkassen- Gesezes nahm in ihrer heutigen ersten Sigung von einer Generaldebatte Abstand. Bum Referenten wurde Graf Mirbach, zum Korreferenten Dr. May Hirsch ernannt. Von Mitgliedern des Bundesraths war der Staatssekretär des Jnnnern, Staatsminister Dr. von § 1 wurde in der Fassung der Bötticher anwesend. angenommen die Stimmen gegen Der Frei Borlage sinnigen und Sozialdemokraten. Der Paragraph begrenzt den Als sie in die Stube getreten waren, sprach er leise: Vom Lienhart komm' ich!" zerstört, keinen Heller fremden Gutes an sich genommen, Sie hielt eine Arbeit in den Händen, aber es wollte damit sondern Alles getreulich an den Schatzmeister des Bundes nicht vorwärts. Die Hände sanken dem Mädchen immer Roman aus der Zeit des großen Bauernkrieges von 1525. abgeliefert. Aber nun ließ der Nath auf ihn streifen, wieder in den Schooß und sie starrte auf die Straße hinaus, und Eva zitterte bei dem Gedanken, sein Versteck wo sie doch nur sah, was alle Tage zu sehen war. Von Wilhelm Blos. Es gab ja der Wankel- Da fab sie, wie ein Mensch um ihr Häuslein schlich, " Haide( 86. Sortfehung.) Deze möge verrathen werden. müthigen und schmutzigen Seelen so viele, die gern der etwa wie ein verarmter Bauer aussah und solcher gab So," antwortete Schäferhans, Ihr habt mir nicht zu Berräthern wurden in dieser schrecklichen Zeit. es Viele in diesen Tagen. Er war nicht mehr jung; fein Rede zu stehen? Aber dem Gericht werdet Ihr Rede Die Flucht in ein fremdes Land erschien dem ver- runzliches Gesicht trug einen eigenen verschlagenen Ausdruck. Er stehen und auf die peinlichen Fragen werdet Ihr schon ant lassenen Mädchen wie eine Erlösung. Denn soeben hatte spähte zu den kleinen Fenstern hinein und wie er Eva in der Torten. Folgt mir nach dem Thurm!" fie ihre alte Mutter begraben; sie stand sonach ganz allein. Stube siten sah, pochte er leise an die verschlossene Thür. " The wagt es, die Tochter eines Rathsherrn in Verhaft In das Badell'sche Haus zurückzukehren hatte sie keine Auf- Darin hätte Eva sonst wohl nichts Besonderes gesehen, heute forderung erhalten, sie sehnte sich auch nicht dorthin zurüd, aber erschreckte sie Alles. Zitternd öffnete sie dem UnWir kennen Euch schon," antwortete der Schäferhans, seitdem Agnes verstoßen worden. Das kleine Gütlein, das bekannten und frug nach seinem Begehr. Er legte die Finger Euch und die Praktik, die Ihr mit den Aufrührern habt. ihr der Haldenbauer hinterlassen, hätte sie nicht allein be- auf den Mund und that so, als ob er sich mit dem Mädchen Des Befehl ist, Alle zu greifen, die dem Karlstadt Unterwirthschaften mögen. Sie konnte aber nichts veräußern, in einem Einverständniß befinde. schlupf und Beistand leisten." Agnes ergab sich schweigend in ihr Schicksal. Sie hatte der Nath von Rothenburg in dem Vertrag, den er ward mit der jammernden Wirthschafterin, die gar nicht mit Florian Geyer schloß, als er zum Bund der Bauern Eva schaute den Mann scharf an. Er wollte ihr nicht wie ihr geschah, nach dem Strafthurm hinter dem Frauen- trat, die Beschwernisse abgeschafft, die auf den Gütern des gefallen. kloster gebracht; dort schloß man sie in eine enge Belle ein. gemeinen Mannes ruhten. Aber nachdem die Kunde" Habt Ihr ein Zeichen?" fragte sie. Jörg Spelt ward von diesem Abend an nicht mehr in von der Niederlage der Voltsheere bei Königshofen" Das hab' ich nicht, denn es ist zu gefährlich, in dieser seiner Vaterstadt gesehen. und Ingolstadt, von der Einnahme von Würzburg Zeit ein Ding bei sich tragen, das der hohen Obrigkeit nicht und dem schrecklichen Blutgericht alldort gekommen gefallen möchte." Inzwischen verstrichen der schwarzen Eva drunten im war, mochte Niemand mehr glauben, die Herren Sie schaute ihn wieder prüfend an; er aber hielt ihren Thal zu Detwang die schönen Sommertage in seelen- vom Rathe würden den Vertrag halten. Da konnte Blick ruhig ans. zerrüttender Aufregung; fie lebte unter dem Druck einer un- Junker Kunz Kreglinger jeden Tag kommen und sein Best-" Und was soll ich?" frug Eva. bestimmten aber unaufhörlichen Furcht, daß etwas Schreck haupt einfordern; konnte sich nach seinem Gut Ihr sollet sogleich mit mir kommen zu Lienhart, Ihr liches fich ereignen müsse. dünken das das beste Stück aussuchen aus der Habe wiffet ja, wo er sich verborgen hält," antwortete der Bote. Die Bauern Zwar wußte sie, daß Lienhardt aus der mörderischen seines verstorbenen Leibeigenen. von Er will mit Euch berathen, was zu thun sei, damit Ihr da hätte Nie- Beide der Gewalt der Herren entrinnen möget!" Schlacht von Ingolstatt entkommen war, denn er war eines Detwang gingen gedrückt einher; dem verlassenen Mädchen auch eine Abends bei ihr erschienen, wild und verstört, und hatte ihr mand " Und wer seid Ihr?" Ein armer Bauer aus dem Schüpfergrund; ich war gesagt, sie solle sich bereit halten mit ihm zu fliehen in ein Sichel oder ein Bund Heu abnehmen mögen. Sie wicheu fremdes Land, denn hier sei seines Bleibens nimmer, der ihr aus; sie mochten schon fürchten, man werde sie als die mit dabei bei Königshofen und bin das Tauberthal herauf brenne ihm unter den Füßen und wenn der Rath sich seiner Genossen des großen Lienhart von Schwarzenbronn ansehen, gekommen." versichern könne, merde ihm der Henker den Kupf vor die wenn sie seiner Liebstent einen guten Tag böten. Die Justiz Das entschied; Eva vertraute dem Manne, der sich Füße legen. Er lag verborgen draußen in der Landwehr von dazumal machte auch nicht viel Federlesens und hielt selbst als Flüchtling bekannte. Nun erschien er ihr wie ein und verzog sich nur noch, um das geringe Gut, das er be- sich nicht gar lange mit Beweisen auf, sie schlug gleich zu. Retter in der Noth, der ihr endlich das ersehnte Zeichen saß, zu Gelde zu machen, damit sie nicht gar so bettelarm Es war ungefähr um die Zeit, da Doktor Karlstadt von Lienhardt brachte; sie wollte hinaus aus diesem Dorfe, in das fremde Land kämen. Denn Lienhart war ehrlich mit Agnesens Hilfe über die Stadtmauer aus Rothenburg wo ste schier erstickte in der Einsamkeit und in der Furcht. und hatte in den vielen Schlössern und Edelsitzen, die er floh, daß Eva bekümmert in ihrer einsamen Behausung saß. ( Fortsetzung folgt.) Des Junkers Rache. er nutr " Versicherungszwang. Der letzte Absatz lautet: Als Gehalt oder| Verurtheilungen nebensächlicher Art veröffentlichen. Solche sind Lohn im Sinne des Gesezes gelten auch Tantièmen und Natural- an den Parteivorstand zu melden, der dieselben für die Rubrit bezüge. Der Werth der Naturalbezüge wird nach Durchschnitts- Im neuen Kurs" zusammenstellt. Eine zweimalige Veröffent preisen von der unteren Verwaltungsbehörde festgesetzt. Dafür lichung der gleichen Thatsachen kann nur ausnahmsweise geschehen, wird folgender letzte Say eingefügt: Für die Letteren wird der daher bitten wir Verhandlungen vor dem Schöffengericht und Durchschnittswerth in Anrechnung gebracht. Dieser Werth wird ähnlich nur dem Parteivorstande, nicht aber uns zu melden. Da von der unteren Verwaltungsbehörde festgesetzt. Nach§ 2 fann gegen bitten wir um sofortige Anzeige aller Verhaftungen, Unterder Versicherungszwang durch statutarische Bestimmung weiter juchungen und ähnlichen Vorgänge. ausgedehnt werden. Auf Antrag des Abg. von Kardorff wurde dem Paragraphen eine Nr. 6 eingefügt: Ausdehnung auf Dienstboten einschließlich des in der Land- und Forstwirthschaft be: schäftigten Gesindes. Die§§ 2a und 3 wurden unverändert angenommen. Briefkaffen der Redaktion. Bet Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Brieflich Antwort wird nicht ertheilt. An unsere Korrespondenten im Reiche. Zahlreiche uns für die Rubrik Parteinachrichten und Korrespondenzen zugehende Berichte behandeln Angelegenheiten geringeren oder lokalen Interesses. Dieselben können aus Raummangel nicht im Zentralorgan veröffentlicht werden. Ebensowenig werden wir in Zukunft I Theater. Donnerstag, den 15. Januar. Opernhaus. Don Juan. Schauspielhaus. Das goldene Bließ. Leffing- Theater. Leben. Der Traum ein Berliner Theater. Goldfische. Deutsches Theater. Des Meeres und der Liebe Wellen. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Die Gondoliere. Wallner- Theater. Talmi. Residenz- Theater. Der selige Toupinel. Viktoria Theater. Die sieben Raben. Bellealliance- Theater. Mein Freund Lehmann. Ostend- Theater. Vor Sonnenauf gang. Adolph Ernst- Theater. Unsere Don Juans. Thomas Theater. Drei Paar Schuhe. Kaufmann's Variété. Große Spezialitäten- Vorstellung. Theater der Reichshallen. Große Spezialitäten- Borstellung. Concordia. Große SpezialitätenVorstellung. Gebr. Richter's Variété. Große Spezialitäten- Vorstellung. Wintergarten. Große SpezialitätenVorstellung.o Englischer Garten. Direktion: C. Andress, Alexander27c. Clara Conrad, Lieber- und Walzer fängerin. Jenny Reimann, Kostüm- Soubrette. Max Menzel, Gesangskomiter. Mr. Koberstein, Malabarist. Mc. Lean Brothers, Amerikan. Neger- Excentric. Gebr. Willmo, musikalische Clowns. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 51/2 Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Grosses Concert. E Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Wochentags 10 Pfg., Entrée Sonn- und Festtags 25 Pfg. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Pazenhofer Export- Bier, Seidel 15 Pf. 641 F. Müller. Bratweil'sche Bierhallen Kommandantenstr. 77-79. 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Wenden Sie sich unter Beilegung des be treffenden Briefes an die Kaiserliche Ober- Postdirektion zu Berlin. K. Schwadte. Sorau liegt in der Provinz Brandenburg. J. S., Osterwieck a. Harz. Sie haben sich an den Landrath Ihres Kreises zu wenden. A. K. Tren. Wahrscheinlich werden Sie die Antwort übersehen haben. Wiederholen Sie Ihre Anfrage. O. R. 33. 1. Der Miether ist nicht berechtigt, ohne Weis teres die Wohnung zu räumen, weil in dem Hause Prostituirte wohnen. Wenn er letzteres aber weder bei Abschluß des Kon trattes, noch beim Einziehen gewußt hat, und der Wirth auf Aufforderung nicht Abhilfe schafft, so tann er auf Aufhebung des Kontraktes flagen. 2. Daß der Wirth früher mit Zuchthaus be straft ist und unter Polizei- Aufsicht steht, giebt dem Miether nicht das Recht, die Wohnung zu räumen. O. M. Die Frau muß auch in diesem Falle zum Manne zurückkehren. Anderenfalls tann dieser auf Scheidung flagen, und die Frau würde für den schuldigen Theil erklärt werden. G. G. 500. Bei" regiert stets den dritten Fall, es muß also heißen bei mir". Achtung, Bildhauer! Die Arbeitslosen- Versammlung bei Kessner, Annen41. Wiegenfeite ein donnerndes Hoch, straße 16, findet nicht am Abend, sondern daß alle Regale krachen! 70 J E. H. P. G. Todes- Anzeige. 49 L Allen Freunden und Genossen die traurige Mittheilung, daß meine Frau Wilhelmine Böttcher am 13. Jan., Nachmittags 1 Uhr, verstorben ist. Die Beerdigung findet Freitag, Nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen Franz Böttcher und Kinder. Danksagung. Für die Theilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes sage ich dem Fachverein meinen herzlichen Dank. Vormittags 10 Uhr, ftatt. Achtung, Former! Da ich zu der öffentlichen Versammlung keinen Saal bekommen konnte, so findet dieselbe erst am Sonntag, den 25. Januar, in Gratweil's Bierhallen, statt. 154 J. A.: Steinmetz. Bildhauer! der Reittünſtlerinnen Frls. Elly und allen Freunden und Genoſſen, sowie Deffentliche Versammlung d. Bildhauer und deren Angehörigen Gierach. Komische Entrees u. Intermezzos v. sämmtl. Klowns. Morgen: Im dunklen Erdtheil." E. Renz, Direktor. 714 Marie Theis. Fachv. d. Bürsten- und PinselCircus Schumann. magher Berlins und Umgeg. Friedrich- Karl- Ufer. Heute Abend 71/2 Uhr: Große Vorstellung mit neuem, vorzüglich gewähltem Programm. Zum Schluß der Vorstellung: Sonntag, den 18. Januar, Vormitt. 10 Uhr, b. Feuerstein, Alte Jakobstr. 75, Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag. Referent Herr Julius Türk. 2. Discussion. B. Verschiedenes. Um recht pünktliches und zahlreiches Der Vorstand. Circus unter Wasser. Grscheinen bitter Eine ländl. Hochzeit, Sensationelle Wasserpantomime. Spezialität: 4 Wassernymphen. Morgen Abend: Große Vorstellung. mit neuem Programm. Eine ländliche Hochzeit. Sonntag, den 18. Januar 1891: Zwei große Vorstellungen. Nachmit tags 3/2 Uhr und Abends 72 Uhr. 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" Cinem schriftkundigen, vom Vorwärts" empfohlenen Sozialisten aus dem Arbeiterstande kann für einige Monate ein Nebenverdienst bis hundert Mark monatlich nachgewiesen werden. am Sonntag, den 18. Januar, Abends 7 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstrasse 77-79 117 Tages- Ordnung: Vortrag des Herrn Türk über Frauenbewegung. Siehe auch Annonze zum Sonnabend in d. Bl. Der Einberufer. Sanitäts- Verein für Arbeiter beiderlei Geschlechts( E. H. 85). General- Versammlung am Sonntag, den 25. Januar, Nachm. 4 Uhr, Alte Jakobstraße 75. Tages Ordnung: V 1. Bericht des Vorstandes. 2. Jahresbericht des Kassirers. 3. Bericht des Ausschusses. 4. Festsetzung der Entschädigung für die Verwaltung. 5. Wahl des Vorstandes und des Ausschusses. Mitgliedsbuch legitimirt. Der Vorstand. J. A.: P. Hundt. 260 Sozialdemokratischer Wahlverein für Charlottenburg. Donnerstag, den 15. d. M., Abds. 8 Uhr, Mitglieder Versammlung in Bismarckshöhe, Wilmersdorfer- Strasse No. 39. Die Mitglieder werden gebeten, recht zahlreich zu erscheinen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. 342 Der Vorstand. Am 15. ds. Mts. beginnen wir mit dem Ausstoß unseres berühmten Bock- Bieres und halten dasselbe den Herren Restaurateuren und Bierverlegern in Gebinden bestens empfohlen. An Private geben wir unsere Biere weder in Flaschen noch in Gebinden ab. Münchener Brauhaus, Act.- Ges., Berlin, N., Johannisstraße 18/19. Verlag des Berliner Volksblatt" Berlin SW., Beuthstraße 3. In unserem Verlage erschien soeben: Die Invaliditäts- und AltersVersicherung nach dem Reichsgesetz vom 22.16. 1889 übersichtlich dargestellt. Mit ausführlichem Sachregister. ca. 4 Bogen 8º, He Preis 20 Pfennige. Das vorliegende Handbuch ist bestimmt, allen an der Alters- und Invaliditäts- Versicherung Betheiligten ein zuverlässiger und unentbehrlicher Rathgeber in allen dabei in Frage kommenden Verhältnissen zu sein. 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Verantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. Reichenbergerstr. 141, Qg. 8 Tr. Mertel. Hierzu zwei Beilagen. E 1 C I I C 11 e 8 h h b g D in a et at u fd po to J D h. Th te I 1 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volfsblatt. Nr. 12. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 43. Sitzung vom 14. Januar, 1 Uhr. Am Tische des Bundesrathes: von Caprivi, Bötticher, von Marschall, von Heyden. von Donnerstag, den 15. Januar 1891. aber wenn 8. Jahrg. plötzlich einseitig die Schutzölle aufgehoben der landwirthschaftlichen Produkte eingetreten ist? Niemand werden, so wird die Industrie und Landwirthschaft diese Lasten wird behaupten, daß heute die Preisverhältnisse genau so liegen, nicht tragen können. " " wie vor zehn Jahren. Nach der vorjährigen Bebel'schen Statistik Abg. von Kardorff( dkons.): Es ist merkwürdig, daß der über die Brotpreise kostet das sechspfündige Brot diesseits der Ansturm gegen die Bollgesetzgebung ausgeht von zwei Seiten, die böhmischen Grenze 70, jenseits 60 Pf. Das ist ein bedeutender Aussich einander als die schärfsten Gegner betrachten, die aber in fall für die Lebenshaltung des deutschen Arbeiters. Herr Leuschner diesen Fragen immer zusammen operiren.( Sehr richtig! links.) sagt, das sei gleichgiltig, wenn der Arbeiter nur so viel verdiene, Die erste Berathung des von den Sozialdemokraten ein- Es ist bei dieser Zollfrage immer von den Preisdifferenzen die um das Brot bezahlen zu können. Es wurde immer gesagt: gebrachten Gesetzentwurfs wegen Aufhebung der land- Rede gewesen, als wenn die Preisnotirungen in der Nähe der Setzt nur die Landwirthe in die Lage, bessere Löhne zahlen zu wirthschaftlichen Zölle wird fortgesetzt. In Verbindung Grenzen und beim Zollübergang maßgebend wären für die Preise können, so wird die Landwirthschaft ein bedeutender Konsument damit wird der Antrag der freisinnigen Partei wegen Er- des ganzen Landes. Auf Zahlen kommt es dabei gar nicht an, für die Industrie werden." Allerdings ist nichts besser, als wenn mäßigung bezw. Reform des Zolltarifs und der Verbrauchssteuern sondern allein auf das richtige Denken und da muß ich sagen: Landwirthschaft und Industrie Hand in Hand gehen. Aber das berathen. die Zölle haben als Schranken gegen die übermäßige preisdrückende Gegentheil ist eingetreten, die Groß- Grundbesizer haben den VorAbg. Brömel( dfr.): Die Lage scheint mir doch eine andere Einfuhr sich gut bewährt und die Preise sind nicht höher ge- theil, die Industrie ist geschädigt. Nach dem Bericht der geworden zu sein. Während früher immer nur von der Noth worden als vor den Zöllen. Die Stellung des inländischen An- Handels- und Gewerbekammer in Chemnitz aus dem vorigen der Landwirthschaft die Rede war, sprach der Reichskanzler gebots wird durch die Zölle gestärkt, und wem das Ausland sein Jahre sind die Löhne in der Hausindustrie auf 10 M., für gestern von der Fürsorge für die Voltsernährung, wovon man Getreide los werden will, so muß es dasselbe um den Zoll manche Arbeiter sogar auf 6-8 m. wöchentlich herabgesunken. sonst niemals gesprochen hat. Der Reichskanzler rechnete sich die billiger verkaufen, d. h. in klarer Sprache: das Ausland trägt Die Handweber im sächsischen Erzgebirge verdienen nur 6-7 M. Erleichterung der Viehsperre als ein Verdienst an, während der den Zoll. Wenn der Zoll nicht da wäre, würde der Konsum wöchentlich.( Hört, hört! links.) Wie können Sie da die Stirn Abg. Lutz ihm daraus einen Vorwurf macht. Herr Luz, der sich sich nicht an die kleinen Produzenten wenden, sondern immer nur haben, zu behaupten, diese Wirthschaftspolitik habe dem Arals konservativer Musterbauer einführt, rühmt mit einer gewissen den großen Markt aufsuchen. Ich freue mich, daß Herr Luß hier beiter Nutzen und größeren Lohn gebracht!( Sehr wahr! Harmlosigkeit die Vertheuerung des Getreides durch den Zoll, namens unserer kleinen Produzenten so warm für die Getreide links.) Wer löst den Wechsel, den Sie 1879 und später an die woraus die Bauern Nutzen ziehen, während Herrn von zölle eingetreten ist. So lange man es nicht ändern kann, daß deutsche Arbeiterwelt durch die Erhöhung der Zölle ausSchalscha die vertheuernde Wirkung des Zolles überhaupt das Getreide bei uns und zugleich in Ländern mit besserem gestellt haben, jezt ein? Da müssen die Arbeiter sich jetzt zu leugnet. Herr Lutz und Herr Buhl freuen sich, daß die Bauern fruchtbarerem Klima und billigeren Arbeitskräften gebaut wird, Streits zusammenschließen. Als im vorigen Jahre 100 000 Bergdurch die Getreidezölle mehr Geld in die Tasche bekommen. so lange wird man auch die Zölle nicht beseitigen können, welche leute streitten, wo waren da die Herren, die für ihre Forderungen Diesen Agrariern gegenüber sind ja die Kommunisten noch be- nur eine Nothwehr gegen die übermäßige Konkurrenz sind. Es eintraten? Sie sehen es am liebsten, wenn die Flinte schießt scheidene Leute.( Heiterkeit.) Die Kommunisten verlangen nur, ist von der Politik des Fürsten Bismarck gesprochen worden und ich und der Säbel haut.( Sehr richtig! links.) Die letzten Wahlen was sie nothwendig brauchen, aber sie wollen jedem Anderen muß es wiederholen, daß es ein großes Verdienst des Fürsten Bis- sind Beweis genug, daß die Arbeiter mit Ihnen abgerechnet dasselbe gönnen, während die kleinen Agrarier den Vortheil aus marck ist, der Schutzzollpolitik zur Anerkennung verholfen zu haben. haben. Und hätten wir heute Wahlen, so fämen noch weniger den Getreidezöllen, den sie nicht gerade zur Befriedigung ihrer Ich kann es deshalb nicht billigen, wenn hier in roher banaler Weise Schutzzöllner her. Die Löhne in den landwirthschaftlichen Beunentbehrlichen Bedürfnisse brauchen, auf Kosten der armen Leute über die Politit des Fürsten Bismarck gesprochen worden ist. trieben sind auch nicht besser geworden. Im Königreich Sachsen behalten wollen. Bei der Besteuerung der unentbehrlichen Lebens( Große Unruhe links. Zuruf: Ist roh" parlamentarisch?) Nicht bloß ist der Tagelohn für die Altersversicherung auf durchschnittlich mittel darf man nicht vergessen, daß diese eine Kopfsteuer ist, die die Großgrundbesitzer, sondern auch die kleinen Besitzer haben 1,40 M. festgesetzt. Hat sich also der Lohn seit 10 Jahren auch nur progressiv nach unten wirkt. Wenn die Sozialdemokraten die In- ein Interesse an den Getreidezöllen, ja sogar die ländlichen um einen Groschen erhöht? Für männliche Personen ist der teressengesetzgebung des gegenwärtigen Staates beweisen wollen, Arbeiter, welche einen Theil ihres Lohnes in Naturalien erhalten, Jahres- Arbeitsverdienst auf 300 N. einschließlich Naturalleistungen so dürfen sie nur auf die Ausführung des Herrn Lutz hinweisen. die sie zum Theil verkaufen. Die Naturallöhne haben einen großen festgesetzt. Herr von Kardorff meint, die Gutsbesitzer hängen von Dieser behauptet, daß auch die kleinen Bauern einen sozialen Werth. Der Landwirth, der zu reinem Geldlohne über- dem Gesinde ab und wären froh, wenn sie Arbeiter bekämen. Vortheil von den Getreidezöllen haben. Aber das ist geht, begeht eine große Thorheit; dadurch wird die Unzufrieden- Ich behaupte, es ist kein Arbeitermangel auf dem Lande durchaus nicht der Fall. Landwirthschaftliche Betriebe mit weniger heit der Arbeiter geschürt; das muß ich ausdrücklich hervorheben zu verzeichnen.( Lachen rechts.) Wo gute Löhne bezahlt werden, als fünf Hektar Fläche machen 75 v. H. der sämmtlichen land- angesichts des Umstandes, daß die Sozialdemokratien mit ihrer erhält der Landwirth trotz dem großen Zuge nach den Städten wirthschaftlichen Betriebe aus und umfassen über 20 Millionen Agitation auf das platte Land gehen wollen. Das ist das Be- noch gute Dienstboten und Arbeiter. Sind 300 m. genügend, Köpfe, während die größeren landwirthschaftlichen Betriebe, die ginnen nicht einer sozialen Reform, sondern einer sozialen Re- um als Mensch existiren zu können? Bei der Berechnung der allein einen Vortheil von den Getreidezöllen haben, nur sechs volution.( Sehr richtig! rechts.) Ich freue mich der gestrigen Naturalbezüge werden 4,50 M. wöchentlich für Kost angerechnet, Millionen Köpfe darstellen. Also ein Viertel der landwirthschaft Erklärungen des Reichskanzlers, daß wir die Pflicht haben, für obwohl es sechsmal nur Kartoffeln giebt, 60 m. jährlich für lichen Bevölkerung wird bevorzugt auf Kosten der übrigen drei die Entwicklung derjenigen wirthschaftlichen Erwerbszweige zu Heizung, obwohl kein Scheit Holz in den Ofen kommt, 30 Mart Viertel. Herr Buhl hat sich gegen die Herabsehung der Getreide sorgen, die für die Erhaltung des Staates von großer Bedeutung für Wohnung des Knechts und die befindet sich oft im Pferdezölle ausgesprochen. Ich hoffe aber, wenn der Reichskanzler im find, wie in erster Linie die Landwirthschaft".( Bustimmung stalle oder auf dem Heuboden. Bei solcher Berechnung könnte Interesse des Abschlusses eines Handelsvertrages die Herabsehung rechts.) Die Volkszählung hat leider wieder ergeben, man leicht auf 6-800 Mart pro Jahr kommen. Troy dieser der Getreidezölle empfehlen wird, wird Herr Buhl mit demselben daß die Landbevölkering im Rückgange sich befindet. schlechten amtlich konstatirten Löhne in Sachsen ist der Zudrang Eifer auch dafür eintreten. Daß die Getreidezölle auch die Land- Aber wo wachsen denn unsere Soldaten? Sie wachsen aus den anderen deutschen Bundesstaaten dorthin so stark, daß wirthschaft schwer geschädigt haben, beweisen die zahlreichen Peti- auf dem Lande.( Zustimmung rechts.) Ich erkläre es 500 000 Nichtsachsen in Sachsen anwesend sind. Liegt dies tionen, welche namentlich darauf hinweisen, daß die Getreidezölle für eine Kleinigkeit, daß wir das uns fehlende Getreide im In- etwa an den vorzüglichen rechtlichen Verhältnissen, daß man sich namentlich die Viehzucht schwer geschädigt haben, denn es handelt lande produziren.( Zuruf links: Warum machen Sie es denn dort so frei bewegen kann, oder an dem sächsischen Blümchenkaffee? sich ja nicht blos um Weizen und Roggen, sondern auch um nicht?) Es wird gesprochen von dem Tribut, welchen die Arbeiter( Heiterkeit.) Nein, die Löhne sind immer noch besser als in Gerste und Hafer. Die Getreidezölle wurden begründet damit, an die Groß- Grundbesitzer entrichten müssen. Davon tann gar andern Staaten. Wenn Ihnen die Getreidezölle genützt daß der Ertrag der Wirthschaften sich vermindert habe; man teine Rede sein, und wenn ein solcher Tribut entrichtet würde, haben, sind sie Schuld, daß Sie nicht bessere Löhne zahlen. sprach von 20 M. pro Hektoliter Minderertrag. Wenn die Getreide so darf man nicht vergessen, daß das, was die Landwirthschaft Warum gehen die Leute von Ihnen fort? In Oberschlesien zölle diesen gesunkenen Werth wieder gehoben haben, so ist leistet, viel mehr ist, als was die gesammte Industrie für den wurde ein Knecht mit der geringsten Strafe von einem Tage das jedenfalls beim Großgrundbesitz in sehr erheblicherem Export leistet. Die Industrie hat Vortheil gehabt von dem Zu- Hast bestraft, weil er für seine Mutter Kohlen stahl, da er sie Maße der Fall, als beim kleinen Grundbesitz, der kein Getreide strömen der ländlichen Arbeiter; der Arbeitermangel ist für die eben nicht kaufen konnte.( Hört, hört!) Wir brauchen garnicht verkaufen kann. Die ländliche Bevölkerung, welche gerade so Landwirthschaft fast noch drückender gewesen, als die niedrigen auf dem Lande agitatorisch zu wirken, das bewirkt Ihre Schuhviel Getreide baut, als sie braucht, wird von den Getreidezöllen Preise.( Zustimmung rechts.) Wollen Sie die Arbeiterverhält zollpolitik. Brechen Sie nicht mit diesem System, so können Sie feinen Vortheil haben, aber die städtische Bevölkerung muß die nisse auf dem Lande bessern, dann rütteln Sie nicht an den Ge- niemals gegen die Sozialdemokratie ankämpfen. Ich bewirthLast derselben vollständig tragen und den Großgrundbesigern einen treidezöllen. Das ist nicht bloß ein Gebot der Gerechtigkeit, schafte selbst seit länger als zehn Jahren ein kleines Grundstück nach Millionen zählenden Tribut entrichten und die städtische sondern auch der Klugheit. Man sollte nicht vergessen, unter 1 Hektar, habe vor zehn Jahren, als der Scheffel Getreide Bevölkerung bildet einen immer größeren Br chtheil der Gesammt- daß die landwirthschaftlichen und industriellen Schußzölle auf 10 M. tostete, ebenso wenig verkaufen können wie jetzt, wo er bevölkerung, jetzt schon beinahe die Hälfte derselben. Dieser demselben Boden gewachsen sind. Wenn die landwirthschaft 15 M. tostet. Die Preissteigerung ist also für mich ganz gleichAntrag will die Interessenpolitik nach allen Richtungen hin be- lichen Zölle fallen, dann folgen die anderen bald hinterher.( Bu giltig, ebenso für meine Nachbarn, die 4-5 Hektar haben und kämpfen, deshalb sind alle Fragen herangezogen, welche in ſtimmung rechts). Gerade die Lage nach außen erfordert es, bei ihrer zahlreichen Familie Getreide auch kein Betracht kommen können. Das Ende des Jahrhunderts steht daß wir jetzt zu einem Abschluß der Verhandlungen kommen; kaufen können. unter dem Zeichen des Verkehrs, ist von hoher Stelle kürzlich lassen Sie uns fonstatiren, daß in diesem Reichstage sich eine daß die kleinen Betriebe den allergrößten Theil der landDie landwirthschaftliche Statistik zeigt, gesagt worden, und Herr Buhl wird nicht die Fortschritte leugnen, Mehrheit für die Abschaffung der Getreidezölle nicht findet. wirthschaftlichen Betriebe überhaupt ausmachen: 74 pCt. der welche die Technik in Bezug auf die Verbesserung und( Lebhafter Beifall rechts und im Zentrum). Erleichterung des Betriebe umfassen weniger als 5 Heftar, 44 pt. weniger als Verkehrs gemacht hat. Aber sobald Präsident v. Levezzow: Der Redner hat in Bezug auf einen Hektar. Alle diese haben nicht einen Pfennig Nuzen von diese Fortschritte dazu dienen, daß den deutschen Brot Aeußerungen eines Abgeordneten in der gestrigen Sitzung die den Getreidezöllen. Der Nutzen ist allein den Rittergutsbesitzern effern billiges Getreide verschafft wird, dann sagt Herr Buhl: Worte roh und banal" gebraucht. Diese Worte sind unpar- zu Gute gekommen, von denen wir in Sachsen, wo die Verhält Apage! Diese Schutzzollpolitik steht in schneidendem Gegensage zu lamentarisch; ich rufe Herrn v. Kardorf deshalb zur Ordnung. nisse noch dem Kleingrundbesit günstig sind, 1027 haben. In den Bestrebungen nach Verbesserung der Lage der Arbeiter; nur Abg. v. Hornstein( wild): Die Sozialdemokraten wollen die Preußen beträgt die Zahl der Rittergüter aber schon 15 000, durch die Beseitigung der Zölle wird der innere Frieden wieder Bauern für sich gewinnen, und da sie die reichen selbständigen von deren Areal ungefähr der vierte Theil mit Körnerfrucht hergestellt werden und wird es möglich sein, anderen Staaten Bauern nicht gewinnen können, so muß der Bauernstand erst ver- bebaut ist. Welchen Nutzen da von den Zöllen die schlesischen wieder wirthschaftlich näher zu rücken.( Beifall links.) armen. Die Herren sind ja sehr offen. Sie haben erklärt, Magnaten haben mit ihrem quadratmeilengroßen Grundbesitz, Abg. Leuschner( Reichsp.): In Frankreich hat man ebenso daß zur Durchführung des Sozialismus die Beseitigung fönnen Sie sich denken. Die wirthschaftlichen Vortheile, die den hohe Getreidezölle wie bei uns, ohne daß auch nur dieses Thema der Zwergwirthschaften auch in der Landwirthschaft nothwendig Arbeitern von der Schutzzollpolitik versprochen worden sind, sind einen Gegenstand, um die öffentliche Meinung aufzuheben und zu ist. Wenn die Regierung die Zölle ermäßigt, dann treibt sie die aber gänzlich ausgeblieben. Der Handel ist unter der Herrschaft beunruhigen; und dabei hat noch keiner von den Gegnern der Geschäfte der Sozialdemokratie.( Zustimmung rechts.) Ebenso der Industriezölle vollständig zurückgegangen, und unser Export nach Getreidezölle den Beweis beibringen können, daß die Arbeiter ge- wenig ist daran zu denken, daß die Aufhebung des Identitäts- dem Auslande leidet fortwährend. Die Konflikte mit dem Auslande schädigt worden sind. Die Zölle haben seinen Einfluß auf die nachweises gestattet werden kann. Ganz Süd- und Westdeutsch- mehren sich, obgleich Fürst Bismarck seiner Zeit erklärte, in feiner Getreidepreise, welche vielmehr von der Börse allein gemacht land steht wie ein Mann zusammen und würde lieber den Frei- Weise ein Prohibitivsystem einführen zu wollen. Die Berichte werden. Die Getreidepreise sind vor den Zöllen höher gewesen handel annehmen als die Beseitigung des Identitätsnachweiſes der verschiedensten Handelskammern zeigen uns, welcher NiederDie Arbeiter zahlten zuverlässigen Nachweisungen gutheißen. Ebenso wenig kann im Intereſſe unseres Viehstandes gang unserer Industrie droht; allein nach dem Krefelder Bericht zur Folge voll den Zöllen für Schwarzbrot 26, für von der Viehsperre abgegangen werden, die auch gar nicht eine sind im letzten Jahre für 9 Millionen Mark weniger SeidenWeißbrot 34 Pf. für das Rilo, unter den Getreidezöllen so große Steigerung der Fleischpreise hervorgerufen hat. Periodisch waaren exportirt worden. In Sachsen ist durch die amerikanische koſtete das Schwarzbrot 24,1, das Weißbrot 27,1 Pf. das Kilo. find die Fleischpreise immer gestiegen, nachdem sie infolge eines Tarif- Bill und die Mc. Kinley- Bill dem Export jeder Boden Gs kommt nicht auf billiges Brot an, sondern darauf, daß die futterarmen Jahres niedriger waren, weil die Landwirthe ihren entzogen. Die Arbeiter sind dort heute nur halb beschäftigt und Arbeiter Arbeitsgelegenheit haben. Wenn das Brot immer billiger Viehstand um jeden Preis vermindern mußten. Uebrigens haben erhalten einen Sohn von 6-7 M., während sie früher 10 bis würde, dann würde schließlich der Körnerbau aufhören und die andere große Staaten, z. B. England, seit Jahren die Viehsperre 12 M. erhielten. Solche Resultate zeigen, daß die 1879 inaugurirte landwirthschaftlichen Arbeiter würden hungernd im Bande umher- und halten dadurch ihre Viehstände seuchenfrei. Ich hoffe, daß Schutzzollpolitik vollständig Fiasko gemacht hat. Ich kann es laufen( Heiterkeit) und wenn das Getreide aus dem Auslande der Reichstag die Anträge ablehnen wird.( Beifall rechts.) ausbleibt, dann müssen wir Alle verhungern. Alle Produkte, die nicht begreifen, wie der Schatzsekretär v. Malzahn und der Abg. Abg. Stolle( Soz.): Bei der Einleitung der era der v. Unruhe- Bomst, die früher ausgesprochene Freihändler waren, wir im eigenen Lande herstellen können, müssen wir durch unsere Schutzzollpolitik 1879 wollte man keine Vertheuerung der noth- sich dem Schutzzollsystem haben anschließen können. Auch die eigenen Arbeiter, die ein Recht auf Arbeit im Lande haben, er- wendigen Lebensmittel, sondern nur einen Schutz für die Land-" Nationalliberale Korrespondenz" eiferte im Jahre 1879 noch gegen zeugen und nicht in der Fremde billig kaufen. Ohne eine Rege- wirthschaft und die nationale Industrie und verlangte einen ganz die Zölle auf Brot und Fleisch. Im Jahre 1830 erkannte die lung unserer Währungsverhältnisse werden wir die russische mäßigen Zoll für landwirthschaftliche Produkte. Aber wie der preußische Regierung sehr wohl den gewaltigen Umschwung in unseren Konkurrenz nicht besiegen können. Nur der falsche Doktrinarismus Appetit beim Essen kommt, so kam er den Agrariern bei den wirthschaftlichen Verhältnissen und trug durch die Gründung des hält an der Goldwährung fest. Schaffen Sie( nach links deutend) Zöllen. Jahr für Jahr wurde das Lied von der nothleidenden Zollvereins zu einer bedeutenden Hebung von Handel und Indie Goldwährung ab, dann werden Sie den ersten Schritt zur Landwirthschaft in allen Tonarten gesungen, auch gestern wieder, dustrie bei. Denn die sämmtlichen vertragschließenden Staaten Abschaffung der Ihnen so verhaßten Getreidezölle gethan und daher überkommt mich eine ganz weiche Stimmung. Nach hatten durch die Zusammenschließung die namhaftesten Vortheile. haben. Wir müssen die Arbeiter überzeugen, wer es am der Ankündigung des Herrn v. Caprivi, daß die Regierung ge- Heute aber nach den umgestalteten Kommunikationsmitteln wird besten mit ihnen meint, diejenigen, welche ihnen billiges neigt sei, Handelsverträge anzuknüpfen, scheint aber die Regierung sich auch das Reich nicht mehr gegen die anderen Länder abBrot versprechen, oder diejenigen, welche ihre Arbeitsgelegenheit andere Wege einschlagen zu wollen. Fürst Bismarck sagte einschließen können. Früher bedurften Waarenzüge von Sachsen nach vermehren wollen. Wenn an eine Revision des Zolltarifs ge- mal: der Weg der Handelsverträge ist unter Umständen ein Berlin denselben Zeitraum, wie heute, wo wir unter der Herrgangen wird, dann wird der Beseitigung der Getreidezölle die günstiger, es fragt sich nur bei jedem Vertrage, wer der Ueberschaft des elektrischen Funkens stehen, Sendungen nach den entder Gisenzölle folgen und dann wird die deutsche Eiſenindustrie vortheilte ist, und tommt erst nach einer Anzahl ferntesten Punkten der Welt. Die Konsequenz der alten Zollvon der englischen überflügelt werden. Deshalb liegt es gerade von Jahren dahinter, wer dies eigentlich ist. im Intereſſe unserer Arbeiter, daß die Schutzzollpolitik unter mich, daß der jetzige Reichskanzler nicht auf den Stand- wird dem gesammten Volke zu Gute kommen, und deshalb sollte Ich freue vereinspolitik ist heute die Weltwirthschaftspolitik. Nur diese allen Umständen aufrecht erhalten wird. Daß die Steuerlast punkt steht, daß er glaubt, er würde von Jemand die Regierung mit der Abschaffung der Zölle nicht zögern. eine so große sei, fann nicht behauptet werden; wenn man die büpirt werden. Was ist von den Versprechungen der Agrarier in Abg. Burlein( 3.) erklärt sich im Namen seines aus weniger Staaten in fo mix wire. theuerung, wird geleugnet. Ein tlaſſiſcher Zeuge dafür ist aber Anträge, agen burch die Beseitigung der Getreidezöule ein eranderen Staaten in Vergleich stellt, so zahlen wir sehr viel den Jahren 1879, 82, 85, 87 wahr geworden? Die Preisver- lauter fleinen Landwirthen bestehenden Wahlkreises gegen die Unser Verhältniß zu Desterreich- Ungarn wollen wir in jeder die königlich sächsische Regierung, die im vorigen Jahre im Etat heblicher Ausfall bei den Einnahmen des Reiches entsteht, dann Weise fördern, aber wir glauben nicht, daß dies ge- 1 162 000. transitorisch zur Unterstützung der unteren Beamten- muß dieser durch Matrikularbeiträge gedeckt werden und diese fchehen kann auf wirthschaftlichem Boden, indem wir unsere Klassen forderte, und dies mit der Preissteigerung begründete, werden in den Einzelstaaten, namentlich in Bayern, von den Zölle preisgeben.( Zustimmung rechts und im Zentrum.) welche, wenn sie anhielte, die Frage nahelege, ob nicht eine Landwirthen aufgebracht. Redner bittet die Regierung beim AbDer Reichstag hat in der letzten Session große sozial- Neuregelung der Beamtengehälter vorzunehmen sei. Wie kann schluß des Vertrages mit Desterreich darauf zu sehen, daß nicht politische Geseze beschlossen, welche den Arbeitgebern große, man gegenüber dieser Vorlage die Preissteigerung leugnen? Was die Interessen der Landwirthschaft geschädigt werden.( Beifall toloffale Opfer auferlegen. Diese Opfer tragen wir gern, nügt Ihnen denn die ganze Zollpolitik, wenn keine Bertheuerung im Zentrum.) man Der= Abg. Graf Kauit( df.): Ich kann den konsequenten freihänd-| der Heilungsprozeß jetzt durch Kochin, das sich der Herzog bei rischen Standpunkt verstehen und deshalb begreifen, daß man seinen großen Verbindungen in Berlin zu verschaffen gewußt, unser ganzes Bollsystem umwerfen will. Aber der Antrag Richter unterstützt werden. Wie der telegraphisch gemeldete Ausgang will nur die Getreidezölle beseitigen und die anderen Schutzzölle beweist, ist jedoch die Katastrophe durch die Injektion nur in bestehen lassen. Warum fängt man denn nicht mit dem Eisen an furchtbarer Weise beschleunigt worden. Der durch das zweijährige oder mit den Garnen? Warum macht man nicht Schuhe Leiden angegriffene Organismus der Herzogin besaß nicht mehr und Stiefel billiger?( Buruf links: Wollen wir ja!) Warum die nöthige Widerstandsfähigkeit, um die nächsten Folgen der haben Sie es dann aber nicht in den Antrag hineingeschrieben. Ginsprigung noch überwinden zu können. ( Buruf links: Steht ja drin!) Die Herren wijen sehr wohl, daß Versammlungen. Massen- Versammlungen Arbeitsloser. Dienstag Vormittag fanden in den größten Sälen Berlins zwei öffentliche Versammlungen Arbeitsloser statt. Da infolge Vereinbarung mit den betreffenden Wirthen Niemand verpflichtet war, in der Versammlung etwas zu verzehren und keine Tellersammlung veranstaltet wurde beides war bekannt gegeben eine Abschaffung der Industriezölle den Tod unserer Industrie Am Mühlendamm ist man gegenwärtig damit beschäftigt, so war selbst der Mittelloseste in die Lage versetzt, hin gehen zu bedeuten würde.( Lebhafter Widerspruch links.) Ich widerspreche zwei mächtige Spannbogen an den Grundmanern der beiden großen können. Die Tagesordnung lautete in beiden Versammlungen: den Anträgen nicht blos aus wirthschaftlichen, sondern auch aus Mühlengebäude aufzuführen, was im Interesse der Sicherheit der„ Die gegenwärtige wirthschaftliche Krife". finanziellen Gründen. Die Beseitigung sämmtlicher landwirth- Bauwerke nothwendig erschien, nachdem durch die Wasser- Tief- In der einen, welche von ca. 2000 Personen besucht war, schaftlichen Zölle würde einen Einnahme- Ausfall von 125 Mill. bauten die Grundmauern fast haben blosgelegt werden müssen. sprach im Saale der Bockbrauerei Genosse A. Gerisch. Er rei A. Mart bedeuten, den hauptsächlich die Einzelstaaten tragen müßten Behuss des inneren Ausbaues der beiden Mühlengebäude wird führte ungefähr Folgendes aus: Alle Zuwendungen demnächst ein Ausschreiben ergehen. Nachdem wir seit zehn Jahren in der Aera der Sozialaus der lex Huene könnten zum Beispiel in Preußen nicht mehr reform" leben, sehen wir uns gezwungen, wiederum Versammgemacht werden, man müßte denn die direkten Steuern Von dem vorgestern Abend gegen 6 Uhr von Westend abgelungen von Arbeitslosen einzuberufen, um die wirthschaftlichen erhöhen.( Sehr richtig! Das ungeheure Heer bei den Sozialdemokraten). laffenen Stadtbahn- Zuge ist bei der Einfahrt auf Bahnhof Krisen und ihre Ursachen zu diskutiren. Der Antrag Richter verlangt die Beseitigung des Brennerprivilegiums: Fannowitzbrücke ein Wagen infolge Radbruchs entgleiſt. Die Arbeitsloser zeigt uns am Besten, wie nichtig diese von der ich habe keine Brennereien, aber ich weiß, daß in manchen folgenden Züge erlitten dadurch bedeutende Verspätung, doch war Regierung eingeleitete Sozialreform war und wie wenig durch Gegenden ohne Brennereien eine Viehhaltung unmöglich wäre. um 73/4 Uhr der Verkehr wieder planmäßig hergestellt. Berletzt diefelbe der eigentliche Kern der sozialen Frage berührt wurde. Wenn man Privilegien beseitigen will, dann mußte man das Was wir vor Jahren in sechs großen an einem Tage stattgroße Geschenk beseitigen, welches den Kohlenbergwerken gemacht Ein brennender Weihnachtsbaum wurde vor gestern in der wir jetzt wieder erörtern. Dies zeigt uns, daß sich unsere Lage gefundenen Versammlungen Arbeitsloser diskutirt haben, müñen wird durch Ausnahmefrachttarife, welche vollständig den Schutz- siebenten Abendstunde in der Dessauerstraße 19 Veranlassung zu keineswegs gebessert, sondern eher verschlechtert hat. Besäßen wir zoll ersetzen; daher kommen denn auch die hohen Kurse der Berg- einer Gaserplosion. In einem im dritten Stockwerk belegenen noch die Anschauungsweise unserer Vorfahren, so würden wir die werkspapiere. Nicht die Getreidezölle treiben die Leute aus dem Berliner Zimmer" fing der Weihnachtsbaum, welcher schon recht arbeitslosigkeit als ein Strafgericht betrachten. Dem ist nicht mehr Osten nach dem Westen, sondern die höheren Geldlöhne und das frocken war, Feuer und im Augenblick verbreitete sich dasselbe fo; das„ Strafgericht" als Erklärung eines wirthschaftlichen oder geringe Verständniß für die Naturallöhne. Wie schlecht die Lage über die Stube. Nun wollte es der Zufall, daß aus den un- anderen" Uebels ist verschwunden. Der Fortschritt im Wissen hat der Landwirthschaft ist, beweist die Statistik der Zwangsver verschlossenen Hähnen der Gasleitung Gas ausströmte, so daß damit aufgeräumt. Die Zeiten sind andere geworden; heute sind steigerungen und der Verschuldung des Grundbesitzes. Die Sozialdemo- bald der Korridor davon erfüllt war. Als dann die Flamme nicht mehr wie in früheren Zeiten die Peſt und der Aussay die fraten wollen die jetzigen höheren Löhne aufrecht erhalten und aus der Stube in den Korridor übersprang, erfolgte eine Grplo- größten Schrecknisse der Menschheit, heute sind es schlechte wirth fion, welche so heftig daß die ist Niemand worden. die Möglichkeit geben, etwas mehr auf andere Bedürfnisse zu Korridor und Treppe zum Theil zertrümmert wurde. Die Hauschaftliche Ausflüsse der jetzigen Gesellschaft, vor allem die große frau erlitt einige leichte Verlegungen im Gesicht. Die Feuerwehr Arbeitslosigkeit. beseitigte jede Gefahr durch etwa einständige Arbeit. verwenden; die Industriellen wollen eine Ermäßigung der Löhne herbeiführen dadurch, daß Fleisch- und Brotpreise ermäßigt werden. Dazwischen besteht ein großer Widerspruch. Der FreiHändler Adam Smith sagt, der heimische Markt ist der beste Markt; deshalb entweder Schutzzoll oder Freihandel, einen Mittelweg giebt es nicht.( Beifall rechts.) Um 54 Uhr wird die weitere Berathung bis Donnerstag 1 Uhr vertagt. Lokales. Ein neues Mittel, sich die Willfährigkeit ihrer Arbeiter zu sichern, wird in der bekannten Baugewerks- 3tg." des Herrn Felisch vorgeschlagen. Freilich ist das Mittel von der Art, daß selbst Herr Felisch seine Feder nicht direkt dazu hergiebt und verhütet zu sehen wünscht, daß das Mittel als von ihm ausgehend erkannt wird. Vielmehr hat dies neueste wirthschaftliche Rezept nur die bescheidene Form eines Eingesandt" und die Unterschrift U. P. S. erhalten. Wir begreifen ja, daß selbst Herr Felisch persönlich und als Redakteur nicht unmittelbar mit dieser Sache zu thun haben will. " 1 Das famose Gingesandt" lautet: Als bestbewährten Schutz der Arbeitgeber gegen die Streits der Arbeitnehmer habe ich im vergangenem Jahre folgendes Mittel angewandt: Beim Beginn der Bauarbeiten 200 habe ich mit jedem Arbeiter einen Vertrag abgeschlossen und In dem großen Feldzuge, der von allen Seiten gegen die Sozialdemokratie unternommen wird, ist von hoher Stelle die Parole ausgegeben worden, das Volk und vor allem die Kinder aufzuklären über das, was wahr, was wirklich vorhanden und was in der Welt möglich ist." Nun, auch wir beschäftigen uns stets nur mit dem, was wahr, was wirklich und in der Welt möglich ist. " Im Zirkus Renz gab es gestern eine neue Pantomime Japan oder: Die neckischen Frauen des Mikado. Die neue Pantomime ist um nichts schlechter, als die übrigen Birtus- Pantomimen. Sie entfaltet die bunte Pracht der Gewänder, der Tänze, der Aufzüge, wie man sie bei Reng'schen Ausstattungsstücken gewohnt ist. Alles wird übergossen vom elektrischen Licht, das Betrachten wir die heutigen wirthschaftlichen Verhältnisse, so durch Blenden in allen Farben des Regenbogens fällt. Wer ein sehen wir, daß tausende von fräftigen Männern ohne Beschäfti Liebhaber solcher Farben- Symphonien ist, wird befriedigt werden. gung sind, trotzdem sie gern arbeiten möchten. Sie, welche hier In ihrem ersten Theil wird der Versuch gemacht, equestrischen versanimelt sind, bilden nur einen kleinen Bruchtheil der ge Stünstlern ein größeres Feld, als bisher in der Pantomime, einzufammten Berliner arbeitslosen Arbeiter. Es ist ein großer Theil, räumen. Dieser Versuch, Abwechselung zu erzielen, ist gewiß zu abgesehen von den vollständig Indifferenten, deren miserable begrüßen. Lage fie an einen Versammlungsbesuch gar nicht denken läßt. Ich glaube nicht zu hoch zu greifen, wenn ich die zur Zeit Die Lokalkommission für Friedrichsberg und Um in Berlin arbeitslosen Arbeiter auf zirka siebenzigtaufend abgegend macht bekannt, daß nachstehende Wirthe ihre Säle zu schätze. Es ist dies wohl eher zu niedrig als wie zu hoch geArbeiterversammlungen unentgeltlich hergeben: begriffen. Gräflich Reischach'sche Brauerei, Stralau; R. Weigel und Podday, Rummelsburg; Spießig, Westpfahl, Müller, Friedrichsberg; Schwarz, Laue, Lichtenberg; allen C. Schiele, Zum Schloß Hohen- Schönhausen"; T. Trinkhaus, Rest. Wilhelmsberg", Wilhelmsberg. Es verweigern noch immer ihre Säle: dagro Kamler, Spörer und Ment, Rummelsburg; Meste, Barthold, Maykowsky, Salzmann, Friedrichsfelde; Sujot und Paul, Friedrichsberg; Restaurant Paradies", Wilhelmsberg. Wir bitten die Genossen, genau auf diese Liste zu achten. von jedem der Arbeiter eine Raution von 5, 3, 1,50 M., Gentsprechend der Lohnhöhe des betreffenden Arbeiters, erhoben. In dem Vertrage war festgesetzt, daß Jeder, welcher die Arbeit ohne Kündigung bezw. ohne meine Polizeibericht. Am 12. d. M. Abends stürzte ein Mann Erlaubniß in den ersten 15 Wochen der Baukampagne im Hause Kurfürstenstr. 162 die dunkle Kellertreppe hinab und verließ, die Kaution verlor. Bei der ersten Ausstands- erlitt eine so bedeutende Verlegung an der Stirn, daß er nach bewegung verließ ein Arbeiter die Arbeit ohne Kündigung der Charitee gebracht werden mußte. In der Nacht zum und flagte seinen Kautionsbetrag ein, wurde aber mit 13. d. M. wurde eine Frau in ihrer Wohnung, Admiralstr. 22, feiner Klage abgewiesen. Die anderen Arbeiter blieben durch den Qualm einer blakenden Lampe fast erstickt aufgefunden dann ruhig bei der Arbeit und ich war auf diese Weise und, nachdem sie durch den Arzt wieder ins Leben zurückgerufen gegen die Streifgelüfte meiner Zeute geschützt. Ich em- worden war, nach dem Krankenhause am Urban gebracht. Am pfehle daher allen Kollegen dieses Verfahren. A. P. S. 13. d. M. Vormittags wurde auf dem Hofe des Grundstücks Der geschätzte Einsender scheint noch nicht zu der Erkenntniß Großbeerenstr. 65 die Leiche eines neugeborenen Kindes aufgedurchgedrungen zu sein, daß solche Bestimmung oder Verein- funden. In der Nacht zum 14. d. M. stieß an der Ecke der barung ganz einfach eine Lohnherabsehung ist, die sich die Flottwellstraße und des Schöneberger Ufers der obdachlose Arbeiter Maurer und Bauarbeiter in ihrer Gesammtheit wohl kaum ge- Glutsch mit einem anderen Manne zusammen, so daß er zur Erde fallen lassen werden, und die wahrscheinlich, wenn sie einmal fiel und eine schwere Verlegung an der Stirn erlitt. Nach Anin größerem Umfange eingeführt oder auch nur einzuführen verlegung eines Nothverbandes wurde er nach der Charitee gebracht. fucht werden sollte, sofort den Erfolg haben würde, den sie gerade Am 13. d. M. fanden acht kleinere Brände statt. vermeiden will, nämlich den Streit. Im Uebrigen unterschäßt der Herr Einsender denn doch gewaltig die elementare Kraft, mit der die Bauarbeiter- Ausstände in Berlin bisher noch immer in Szene gegangen find. Da fragt der Einzelne den Teufel nach 5 M. oder 3 M. oder 1 M. 50 Pf. Nur in dem profitwüthigen Unternehmergehirn ist solcher Eigennuh die oberste und mächtigste Triebfeder. Der höhere ſittliche Standpunkt des modernen Unter nehmerthums wird durch dieses Gingesandt" genügend gekenn zeichnet. Während das Bestreben der Arbeiter darauf gerichtet ist, Bortheile für die Gesammtheit der Berufsgenossen zu er reichen, sucht jeder Unternehmer nur seinen Säckel zu füllen. Bei dieser Verschiedenheit der sittlichen Begriffe wird allerdings die Nederei von der Harmonie zwischen Kapital und Arbeit immer überflüssiger. Gerichts- Beitung. " Die Leiden der Arbeitslosen sind große, die nothwendigen Ausgaben, Miethe, Lebensmittel 2c., bleiben dieselben, während die Einnahmen zu fließen aufgehört haben. Dies Elend ist nicht lofal, nicht national, es ist international und erstreckt sich über die gesammte sogenannte Kulturwelt. So veröffentlichte die Seine- Präfektur in Paris im November vorigen Jahres folgende Aufstellung der in ihren verschiedenen Dienstzweigen offenen Aemter und Stellen, sowie die Zahl der hierum sich bewerbenden Kandidaten: Verlangt wurden: Schreiber Bureaudiener Bei der Leichenbestattung. In den Leihhäusern. Angeboten haben sich: 3126 Personen. 12 Personen, 4 3314 " " 5 2443 " " Bei dem Zeitungsverkauf. 12 In der Armenpflege 3150 " 9 1001 " " . 17 2614 " " 3066 " " 8 2679 O " " 6 2323 " " 20 2643 " " 42 1847 . " 54 7139 • " • 750 17 " 5110 750" Bei der Steuerverwaltung 210 In den Tabakbureaus. Todtengräber . Schuldiener. Bolts- Schullehrer Bolts- Schullehrerinnen. Straßenkehrer.. Kanalarbeiter Insgesamint wurden verlangt 966, und angeboten haben sich 41 185 Personen. Ein anderes Bild! im Frankreich machte vor einigen Tagen ein Anlehen von einer Milliarde, und siehe da, es wurde beinahe das Dreißigfache angeboten. Betrachtet man sich diese Thatsache, so weiß man, wo die Ursachen für die Noth und das Elend liegen. Das Geld nimmt, als Birtulationsmittel für den Waarenaustausch, dieselbe Holle im Gesellschaftskörper ein, ein, wie das Blut Körper des Menschen. So lange letzteres normal vertheilt Der Verein der Berliner Berichterstatter hat gegen ist, ist der Körper gesund; ist dies nicht mehr der Fall, so den Berleger des Deutschen Blattes" W. Schwiering, Anzeige ist er frank. Ebenso ist es im Gesellschaftstörper. Auf der einen wegen verbotenen Nachdrucks erstattet und seitens der Staats- Seite sehen wir die Noth, auf der andern das Anhäufen des anwaltschaft war auch deshalb gegen den Genannten Anklage Rapitals. Es ist dies ein Zeichen, daß die moderne Gesellschaft erhoben worden. Dieselbe gelangte gestern vor der dritten durch und durch krant ist. Der Arbeiter erhält nur einen kleinen Straffammer des Landgerichts I zur Verhandlung. Der Bruchtheil dessen vergütet, was er schafft, das Uebrige fließt in bezeichnete Verein hatte sämmtlichen Berliner Zeitungen die die Tasche des Unternehmers. Der Arbeiter ist nicht im Stande, mittheilung gemacht, daß seitens desselben eine umfassende die Waaren zurück zu kaufen die er produzirt hat. Da nun der Organisation getroffen worden sei, um möglichst schnell über alle größte Theil der Menschheit aus Arbeitern besteht, so häufen sich Zu der Nachricht, daß Geh. Nath Prof. Koch die Zu- Vorgänge, welche am 1. Mai sich ereignen könnten, aus allen mit der Zeit die Waaren an und es tritt die sogenannte Krise fammenfegung feines Mittels gegen Zuberkulose in den Stadttheilen zu berichten. Es wurde gleichzeitig den Redaktionen ein; fie muß mit Naturnothwendigkeit eintreten. nächsten Tagen bekannt geben werden, ist die Börsen- 3tg." in ein Mertzettel" zugestellt, auf welchem angezeigt war, zu Je mehr die Produktion vervollkommnet wird, je schneller der Lage, einschränkend zu bemerken, daß Koch allerdings die Be- welcher Zeit die für die Abendzeitungen bestimmten Berichte aus müssen sich die Krisen folgen und je intensiver müssen sie werden. standtheile des Mittels so weit der Deffentlichkeit übergeben dem Bureau des Vereins zu beziehen seien. Zu denjenigen Ver- Auch die Länder, welche bisher im großen Maßstabe den fo werde, als erforderlich ist, um dem Mittel den Charakter eines legern, die von diesem Anerbieten Gebrauch machten, gehörte auch genannten Industrieländern Industrieprodukte abnahmen, ent Geheimmittels zu nehmen. Damit wird den von einigen Seiten der Angeklagte. Die Berichterstatter machten aber die unlieb wickeln sich in industrieller Beziehung immer mehr, bis sie im geltend gemachten Bedenken, daß man Abstand nehmen müsse, same Erfahrung, daß der Angeklagte am 1. Mai eine Abweichung Stande find, selbst so viel zu produziren, daß sie nicht ein Mittel zur Anwendung zu bringen, dessen Zusammensetzung von der üblichen Erscheinungszeit seines Blattes eintreten ließ. mehr nöthig haben, anderen Ländern Konsumartikel zu entnehmen geheim gehalten werde, die Spize abgebrochen werde. Die zu er- Anstatt daß dasselbe wie die übrigen Abendzeitungen dem sondern sogar einen Ueberschuß eigener Produkte dem Weltmar wartenden Enthüllungen werden indeß nicht ohne Weiteres jeden Publikum um 4 Uhr zugängig war, erschienen an diesem Tage anbieten tönnen. Ist die Entwickelung soweit, so ist die Krise Arzt oder jeden Apotheker befähigen, das Mittel selbstständig her- schon vor 1 Uhr eine Menge Händler auf den Straßen, welche in Permanenz da. Eine schöne Aussicht das. zustellen; bei der eigenthümlichen Art der Bereitung wird solche als Neuestes!" eine besondere Auflage des Deutschen Blattes" Wir sind jest wieder hineingekommen in die Zeit des Krach vielmehr vorab immer noch lediglich durch Koch und seine Leute mit den Berichten des genannten Vereins ausriesen. Hierdurch der Strife, wie sie in den siebziger Jahren eristirte. Der Hunger geschehen können, so daß also praktisch in der Sache vorläufig fanden sich die Berichterstatter geschädigt, denn ihre Mittheilungen und die in diesem Jahre so strenge Kälte haben in allen einer Staatsanstalt zur Fabrikation des Mittels nach wie vor Nachmittage erschienen, an Werth verlieren. Der Angeklagte und andere erzählen uns ja allerdings, daß das eigentliche Glend nothwendig sein. erklärte, daß er sich doch keine Vorschriften darüber machen lassen ganz wo anders herrsche, als wie in Arbeiterkreisen. Hinter dem Zu dem Koch'schen Institut für Infektionskrankheiten ent- fönne, wann sein Blatt erscheinen solle. Der Druck beginne ge- Glend des verschuldeten Grundbesizes verschwinde alles andere nehmen wir dem Etat für 1891/92 folgende näheren Mit- wöhnlich um 1 Uhr, und möge am 1. Mai der großen Auflage Nun, die Herren mögen einmal tauschen mit einem besi u theilungen: Als Einnahme der Krankenabtheilung werden aus wegen wohl eine halbe Stunde eher angefangen worden sein. Bu arbeitslosen Menschen; sie werden dann schon anderer Meinung Kur- und Verpflegungskosten 70 000 M. in Anschlag gebracht. nächst wurden die Spediteure in den Vororten bedient und werden. Für den Direktor des Instituts( Professor Koch) ist ein Gehalt bis sie dort zur Ausgabe gelangten, vergingen immerhin Als zielbewußte Arbeiter können wir uns der Illusion von 20 000 M. angesetzt, für die Vorsteher der wissenschaftlichen einige Stunden. Wenn nun die Boten die ersten gedruckten hingeben, als seien durch dies oder jenes Mittel alle Uebelstände und der Krankenabtheilung durchschnittlich je 6000 M., zur Exemplare anderweitig verwendet hätten, so habe es außerhalb der heutigen Gesellschaft zu beseitigen. Wir können Niemanden zur Remunerirung von wissenschaftlichen Hilfskräften 10 000 m., war der Ansicht, daß der Beschuldigte mit Berechnung gehandelt daß uns die Verbreitung der Aufklärung über die Klaffenlage zu wissenschaftlichen Untersuchungen 50 000 M., ferner an Löhnen und sich durch die verfrühte Veröffentlichung des Manuskriptes Arbeiter wesentlich dem Ziele näher bringt. für 36 Krantenwärter, Krantenwärterinnen, Institutsdiener 2c. eines unerlaubten Nachdrucks schuldig gemacht habe. und nicht Remunerirung von vier Assistenten und drei Unterärzten 7650 M., seiner Macht gelegen, dies zu verhindern. Der Staatsanwalt Bersprechungen machen; aber das können wir bestimmt fagen 235 405 M. normirt. Er be: Der Und hier üben auch die Krijen, so schrecklich sie auch an fich 12 000 M. Insgesamint sind die Ausgaben des Instituts auf hof hielt das Verfahren des Angeklagten zwar ebenfalls für straf tausende, die sich, sowie sie einigermaßen Beschäftigung haben 14 400 M., für Verpflegungsfoften 46 296 W., für Medizin antragte gegen denselben eine Geldstrafe von 300 M. Der Gericht sind, eine wohlthätige Wirkung. Für die Tausende und Aber bar, erkannte aber aus dem Grunde auf Freisprechung, weil der um nichts kümmern, sind die Krisen allerdings Strafgerichte für scher Lymphe, der nicht verfehlen wird, Aussehen zu machen, werden, daß ihm die Verhältnisse über den Kopf gewachsen feien wissen sie, wo Vereine existiren, aber vorher halten sie es nicht Ueber einen plöglichen Todesfall nach Einspritzung Roch. Dolus nicht nachgewiesen sei. Es föune auch angenommen ihren Indifferentismus, Kommen diese Leute in Noth, ban theilt eine hiesige Lokalforrespondenz Folgendes mit: An eine und er dem Anfturm des nach Nachrichten lüsternen Publikums für nöthig, sich einer Organisation anzuschließen. Wir müffen dahin streven, je mehr die Technik eine schnellere Produktion ( Nach Herrn Schwiering's Blatt dürfte sich das Publikum möglicht, desto mehr Produkte selbst fonsumiren zu können. Dafür dürfen wir aber nicht bloß unter bestimmten Umständen nicht habe widerstehen fönnen. unserer ersten ärztlichen Autoritäten ist gestern aus St. Moris, dem berühmten schweizer Kurort, die telegraphische Meldung hierher gelangt, daß die Gemahlin des Herzogs Torlonia, des nicht früheren Bürgermeisters von Hom, wenige Stunden nach Erhalten einer Einfprigung von Koch'scher Lymphe gestorben ist. Die Herzogin war feit etwa zwei Jahren schwindsüchtig. Im Herbst hatte sie sich nach dem genannten Kurort begeben und dort sollte allzusehr gerissen haben!) nein, dafür müssen wir in allen Lebenslagen eintreten. et's Wenn wir uns vergegenwärtigen, daß uns die Unternehmer gegeben, nicht mal einen Tag frei geben wollten und jest fepen im Frühjahr zu der unschuldigsten Manifestation, die es wohl je h 144 e D Je It 0 23 ft e, er ch fe et t 114 3₁ t t 2 daß das stehende Heer fortdauernd vermehrt wird, indem sie in diesem ihre ganze Stüße sehen. Deshalb rathe ich auch nicht zu einer öffentlichen Demonstration mit Straßenumzügen. bei daß sie, da es ihrem Interesse entspricht, die Arbeiter einfach zu Gründung der Berliner Arbeiter- Bildungsschule. Taufenden auf die Straße sehen, so muß uns dies eigenartig an Eine imposante öffentliche Volksversammlung tagte am Monmuthen. In früheren Zeiten waren die Arbeitgeber", die Stlavenbesizer, schon durch ihr eigenes Interesse selbst verpflichtet, So lange die bürgerliche Gesellschaft nach freiem Ermessen tag Abend unter Vorsitz des Stadtverordneten 3u beil im Saale der Brauerei Friedrichshain. Kopf an Kopf in alle Zeiten für ihre Sklaven zu sorgen. In der heutigen Ge- den Arbeiter ausnuten kann, kommen wir zu keiner Besserung. standen die Massen dichtgedrängt in dem großen Saale, aus den sellschaft können die Arbeiter, wenn sie nicht mehr gebraucht Die Bourgeoisie sagt zwar stets, an den Krisen sei nur Schuld, Tische und Stühle entfernt worden waren. Es mochten wohl werden, einfach dem Elend ausgeliefert werden. daß die Kapitalien zu fest und todt daliegen, in der That scheint über 4000 Personen sein darunter auch eine nicht geringe Ehe wir unser Endziel erreichen werden, müssen das aber nicht der Fall zu sein, erst kürzlich bei der letzten fran- Anzahl Frauen die den Saal füllten, und viele Hunderte wir uns das, was in der Welt möglich ist", unter zösischen Anleihe konnte man wahrnehmen, welch' folossale noch mußten, ohne Einlaß zu finden, wieder umkehren. Es war den heutigen Umständen erkämpfen. Vor allen Dingen Rapitalien sich im Privatbesitz befinden. Das ist uns ein deut eine so große und mit Rücksicht auf die Tagesordnung so ist nöthig, eine Verkürzung der Arbeitszeit anzustreben, licher Beweis dafür, wie sich das Kapital zusehends in den Händamit man nicht, wie es heute geschieht, eine Beit lang den Weniger konzentrirt, auf der anderen Seite sehen wir die wichtige Versammlung, wie sie seit der großen Versammlung am 22. Juni noch keine wieder gewesen. Bis zum Schluß bewahrte bis spät in die Nacht hinein zu arbeiten braucht, um dann mit Voltsmassen nach Brot und Beschäftigung schreien. Eine Ver- die von stürmischer Begeisterung erfüllte Versammlung eine mustereinem Male der Arbeitslosigkeit, dem größten Elend ausgesetzt zu minderung der Arbeitszeit könnte wohl etwas Besserung herbeisein. Die Regelung der Arbeitszeit ist möglich unter den heutigen führen, doch dürfte das nicht schrittweise geschehen. Wir hafte Ruhe und Ordnung. Leider ereigneten sich einige Unfälle: Eine Anzahl Personen mußte infolge von Ohnmachtsanfällen Verhältnissen; ist sie durchgeführt, dann können wir weiterstreben, müßten, um wirksam zu reformiren, mindestens heute schon der ungeheuren Menschenmenge herrschte, zu Anfang wenigstens, unserem Endziel entgegen. eine achtstündige Arbeitszeit einführen, aber nicht darf man mit eine drückende Hize aus dem Saale entfernt werden. Aus allen diesen Erwägungen schlägt der Redner der Ver- dem heutigen Staat um fünf Minuten zu fünf Minuten handeln. fammlung die weiter unten mitgetheilte Resolution vor. ( Lebhafter Beifall.) Als ungefähr um 8 Uhr Wilhelm Liebknecht anlangte, wurde Das Bewußtsein, daß die Arbeiter aller Länder den gleichen Einen Beweis dafür, wie ungleichmäßig die Kapitalien und er von brausenden Hochrufen empfangen. Rampf fämpfen, stärke uns zur Ueberwindung der Schwere des- der Verdienst vertheilt sind, giebt uns ein Blick auf die Dividenden W. Liebknecht hatte das Referat über die Gründung selben.( Stürmischer Beifall.) und Tantièmen der einzelnen Bankgesellschaften. So zahlten der Berliner Arbeiter- Bildungsschule überAn der Diskussion betheiligten sich die Genossen Wilschke, 8 Bankinstitute zusammen 10 282 620 m. Tantièmen und nommen, von ihm war auch die erste Anregung zu diesem Plane Hildebrandt, Möhden, Bredo, K. Hoffmann, 40 950 000 M. Dividenden, hiervon entfielen beispielsweise auf ausgegangen. John, Bollmann, Gaßmann, Gátsch, Hoffmann 4 Direktoren der Diskontogesellschaft je 553 000 M. Tantièmen Er drückte zunächst seine Freude über den zahlreichen Besuch und Now atke. Die Ausführungen sämmtlicher' Redner wurden für ein Jahr und ähnlich sind auch die Einkommen der Leiter der Versammlung aus und trat der namentlich bei den Gegnern mit Beifall aufgenommen. Nach dem Schlußwort des Referenten, der anderen Banken. Wenn man das Einkommen eines Arbeiters in neuester Zeit sich verbreitenden Ansicht entgegen, daß das in welchem derselbe auf die Ausführungen einzelner Redner näher auf 900 M. berechnet, dann könnten von dem, was einem ein- Interesse für politische Dinge bei den Sozialdemokraten erlahme, einging, wurde die vom Referenten, sowie die folgende, vom zigen Manne zufällt, jährlich 614 Arbeiter leben. Jedenfalls wird daß die Versammlungen nur schlecht besucht würden. Die heutige Genossen Wilschte gestellte Resolution einstimmig angenommen. damit Jedem das Recht benommen, von einer Nothlage der In- Bersammlung beweise das Gegentheil; der Andrang zu dieser 1. Die heute in der Bockbrauerei versammelten Arbeitslosen dustrie zu sprechen. Hingegen kann man mit vollem Recht sagen, Versammlung sei ein so gewaltiger, wie er ihn lange nicht mehr Berlins sind sich bewußt, daß fie Opfer der heutigen Wirth- daß eine Gesellschaftsordnung, welche solche Gegensätze hervorgesehen. Und was diese Massen angelockt hat, das sind nicht schaftsweise sind, und daß die Quelle ihrer Leiden die rust, nicht fähig ist, auf die Dauer zu bestehen.( Lebhafter Beifall.) Klingende Namen, sondern das Thema, mit dem wir uns beprivattapitalistische Produktion ist. Heutigen Tages wird der Arbeiter durch den Hunger und schäftigen wollen; und das beweist gewiß, daß den Genossen die Die Versammelten erkennen, daß keines der von den die bitterste Noth gezwungen, sich selbst ins eigene Fleisch zu Sache am Herzen liegt. herrschenden Klassen beliebten Palliativmittelchen im Stande schneiden. Man kann es Niemand verargen, wenn er danach Es ist erfreulich, daß auch die Frauen so zahlreich hier erist, die Arbeitslosigkeit mit ihrem schrecklichen Gefolge von strebt, unter allen Umständen Arbeit zu bekommen, zu jedem nur schienen sind, die an den Segnungen der neuen Einrichtung, die Noth zu bannen, sondern daß nur eine energische Arbeiter irgend annehmbaren Breise, gleichgiltig ob er damit die Löhne wir heute zu schaffen gedenken, theilnehmen wollen. Bevor wir schußgesetzgebung diese Geißel des werkthätigen Wolfes bis seiner Kollegen ebenfalls mit herunterdrückt. Es ist dann bei soweit waren, ist lebhaft die Frage erörtert worden, ob man auch zu einem gewissen Grade lindern, ihre völlige Beseitigung ihm Schmalhans nur noch mehr Küchenmeister als sonst. Im den Frauen das geplante Unternehmen zugänglich machen wollte; aber nur durch eine Aenderung der Produktionsform er Interesse des Kapitals liegt ein Wachsen des Arbeitsangebots, es ist dann beschlossen worden, auch sie an der Bildungsanstalt reicht werden fann. Obgleich fast erliegend unter den nicht nur daß es die Löhne dadurch herabdrücken kann, sondern theilnehmen zu lassen. Die Geschichte zeigt, daß eine Bewegung, Schlägen eines unverschuldeten Elends verschmähen es die es kann so auch den Arbeiter zu den selbstmörderischsten Ver- die von den Frauen unterstützt wird, zum Ziele gelangt. Was die Versammelten als zielbewußte Männer dennoch, sich mit pflichtungen zwingen, so z. B. dazu, daß derselbe keinem Verein Frauen wollen, das will Gott," sagt ein französisches Sprichwort. der Bitte um Almosen an die Vertreter und Vertheidiger zur Wahrung seiner Interessen angehören darf, wie wir das hier Da, wo die Frauen mit uns sind, ist unsere Sache gewonnen. der herrschenden Gesellschaft zu wenden; wohl aber ge- in Berlin bei dem Arbeitsnachweis der Eiſenindustriellen finden. Darum begrüße ich mit Freuden die Antheilnahme, die Mitwirkung loben sie, immerdar für die Prinzipien der Sozialdemo- Jm eigensten Interesse eines jeden Arbeiters liegt es, sich einer der Frauen an unserem heutigen Werte! fratie, als derjenigen Partei einzutreten, die allein dem Arbeiterorganisation anzuschließen und die Anwesenden mögen Doch nun zum eigentlichen Thema! Als das Sozialistengesetz arbeitenden Volfe Erlösung aus unwürdigen Zuständen nicht anstehen, so weit sie das bis heute nicht gethan haben, aufgehoben wurde, war es anfangs nicht meine Absicht, nach bringen wird." nachdem es ihnen gelungen ist, wieder Arbeit zu finden, das Berlin zurückzukehren, sondern ich gedachte nach Leipzig zu gehen. 2. Die Versammlung der Arbeitslosen jeden Berufs beschließt: Versäumte nachzuholen. Nur eine fest zusammengeschlossene auf- Da wollte ich eine mich lebhaft beschäftigende Idee ausführen: 1. In Anbetracht der schlechten wirthschaftlichen Lage der geklärte Arbeiterschaft kann dem Nebermuth des Unternehmer- Den Arbeiter- Bildungsverein, wie er in Leipzig schon vor 1878 Arbeiter innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft, in thums energisch entgegen treten. Glauben möge man aber nicht, lange Zeit in fegensreichster Weise wirkte, bis er endlich dem welcher dieselben durch überlange Arbeitszeit ausgebeutet daß die Verhältnisse allein in Berlin eine derartig traurige Ge- Sozialistengesetz zum Opfer fiel, diesen Arbeiter- Bildungsverein und von Zeit zu Zeit durch die Entwickelung der Technik, stalt haben, in Köln, in Paris, in London, überall ist es ebenso gedachte ich in vergrößertem Maße wieder aufzurichten. Die Dinge der Maschine 2c. zu Hunderttausenden der Arbeitslosig- bestellt. Fragen müssen wir uns blos, wie die bürgerliche Gesell- tamen anders. Es fügte sich, daß ich nach Berlin kam. Mit den feit ausgesetzt werden; 2. in Erwägung, daß durch schaft es mit ihrem moralischen und sittlichen Leben vereinbaren hiesigen Verhältnissen weniger bekannt, hatte ich doch bald den die strenge, langanhaltende Kälte in diesem Winter kann, wenn die weiblichen Arbeiterinnen durch die Moth ge- Gedanken, ob sich nicht auch hier ein solcher Verein in noch und durch die angegebenen schlechten wirthschaftlichen zwungen werden, ihren Lebensunterhalt durch die Prostitution größerem Umfange schaffen lasse. Ich sagte mir zwar, daß die Verhältnisse 70 000 Arbeiter aller Branchen in Berlin der sich zu suchen, einem großen Theile von den armen Schwierigkeiten hier größere seien, erkannte jedoch, daß die zur Arbeitslosigkeit und der Noth und dem Elend ausgesetzt Lehrerinnen, welche keine Stellung finden können, wird nichts Verfügung stehenden Kräfte auch stärker wären. Kräfte, die zur find die städtische Verwaltung aufzufordern, unverzüglich Anderes übrig bleiben. Das wird aber trozdem die Mitwirkung an einem so großen Unternehmen geeignet sind, Arbeit in Angriff zu geben: Bourgeoisie nicht abhalten, sich über diese Opfer der wirthschaft- scheinen zahlreich vorhanden zu sein. Es gilt nur, diese Kräfte, lichen Verhältnisse zu entrüsten. Möge Jeder sich der Mißstände die in zahlreichen kleinen Vereinen zersplittert sind, zu sammeln. flar werden, einsehen lernen, daß die heutige sogenannte Staats- Ich bin mit Arbeit zu sehr überlastet, um die Ausführung dieses und Gesellschaftsordnung nichts weiter als eine Unordnung ist, Werkes selbst in die Hand zu nehmen; ich freue mich indessen, welche zu beseitigen und deren Umwandlung zum Sozialismus daß sich Freunde gefunden haben, die sich dieser Arbeit unterherbeizuführen unsere Hauptaufgabe sein muß. Die Arbeiter sind ziehen. durch ihre Leiden und Arbeit unter einander verwandt, sie müssen Die Arbeiter Bildungsschule darf sich in dem Unterricht, demnach zusammenhalten und zusehen, daß sie dastehen als ziel- den sie den Arbeitern gewährt, nicht auf einzelne Fächer bebewußte Proletarier.( Stürmischer Beifall.) schränken; sie soll nachholen, was die Schule versäumt hat, aber sie soll den Arbeiter nicht etwa zum Gelehrten ausbilden und seinen Geist mit überflüssigen Dingen belasten, sondern sie soll ihn vor Allem geeignet machen zum Kampf für die Befreiung der Gesellschaft. " a) Straßenreinigung, welche viel zu wünschen übrig läßt. b) Sobald es die Witterung zuläßt, ist Bauarbeit in Angriff zu nehmen und weiter auszudehnen. c) Die Schuldeputation ist anzuweisen, in den Volksschulen täglich an die Kinder zwei Portionen warmes Essen zu verabfolgen. Die Versammlung ist der Meinung, daß, wenn die städtische Verwaltung Geld übrig hat zum Straßenauspuz beim Empfang einer Person, für Festessen, für Innungss flimbim, Schüßenfeste 2c., wir als Steuerzahler das Recht haben zu fordern, daß Mittel und Wege gefunden werden, uni Noth und Elend zu mildern. Laut und energisch protestirt die heutige Versammlung gegen das Verhalten der städtischen Verwaltung in Betreff der Bewilligung von Geld für flatterhaften Pomp, da die arbeitende Bevölkerung das meiste Geld für den Steuersäckel zusammenbringt. Das heutige Bureau wird beauftragt, diese Resolution der städtischen Verwaltung zu unterbreiten." Unter Verschiedenem wurde beschlossen: Die Versammlung erklärt die Genehmigung zum Verkauf kleiner Portionen finnigen Fleisches, die einem Unternehmer gegeben wurde, für eine schmachvolle Verhöhnung der nothleidenden arbeitenden Bevölkerung und fordert ganz entschieden von der Berliner Stadtverwaltung, diese Genehmigung wieder aufzuheben." " Die Versammlung protestirt gegen die Aufnahme der Bestimmung in die Gewerbegefeß- Novelle, nach welcher Streifleiter mit einem Jahr Gefängniß bestraft werden tönnen, wenn sie sich eines kleinen Bergehens schuldig machen." Hierauf wurde die Versammlung mit einem stürmischen Hoch auf die internationale Sozialdemokratie geschlossen. Die zweite Versammlung fand in der Brauerei Friedrichshain statt. Dort sprach Buchdrucker Wilhelm Werner. Der große Saal war vollständig überfüllt, es mochten über 3000 Personen anwesend sein. Den Vorsiz führte Genosse Litfin. Der Referent führte in seinem Vortrage etwa folgendes aus: Nothleidenden aus ihrer Bedauerlich ist man die auch eine An der Diskussion, welche sich an den Vortrag anschloß, betheiligten sich eine Reihe von Rednern, welche die Zustände der heutigen Gesellschaftsordnung nach allen Richtungen hin beleuchteten. In seinem Schlußworte fritisirte der Referent nochmals die privattapitalistische Produktionsweise. In dem Leipziger Verein wurden seiner Zeit neben dem Es gelangten hierauf folgende Resolutionen zur einstimmigen Unterricht in den Sprachen, den kaufmännischen Wissenschaften, Annahme: der Stenographie allwöchentlich Vorträge aus dem Gebiete 1. Die heute in der Brauerei Friedrichshain versammelten der Nationalökonomie und über die Arbeiter interessirende naturArbeitslosen Berlins erheben hiermit Protest gegen die wissenschaftliche Themata gehalten. Namentlich ist auf die AusEinrichtungen einer Gesellschaftsordnung, die es einer großen bildung in der deutschen Sprache Gewicht zu legen. Die neuliche Anzahl im besten Alter stehender Personen unmöglich Schulfonferenz hat ja noch erst die Wichtigkeit des deutschen machen, Arbeit und damit Brot für sich und ihre Familie Aufsatzes anerkannt. Im Leipziger Verein, wo ich selbst Jahre erringen zu können. Die Versammlung weiß wohl, daß lang in der deutschen Sprache unterrichtet habe, wurden die die Arbeitslosigkeit nicht herbeigeführt wird durch die Un Stilübungen so ausgeführt, daß ein Jeder einen Aufsatz zu gunst vorübergehender Verhältnisse, sondern daß sie machen hatte über irgend ein Thema, das ihm gerade besonders eine dauernde Begleiterscheinung der heutigen privat- am Herzen lag. An die Besprechung dieser Aufsätze schloß sich kapitalistischen Wirthschaftsweise ist und sein muß, daß also der Unterricht in der Grammatik, und da hierbei auch der Inschon aus Gründen der Selbsterhaltung von der Arbeiterklasse halt berücksichtigt ward, so entwickelten sich hieraus allmälig die Umwandlung der heutigen Gesellschaftsordnung in die Debattirübungen, und der Leipziger Verein gestaltete sich so zu sozialistische gefordert und vorbereitet werden muß. einer Art Agitationsschule aus, deren Früchte ich später noch oft Für den Augenblick richtet die Versammlung die mit Freuden erkannt habe. Auf meinen Reisen in Deutschland, in dringende Aufforderung an die öffentlichen Behörden, Amerika u. s. w. traf ich oftmals mit ehemaligen Schülern von Schritte zur Milderung der Kalamität zu thun; sie weist mir zusammen, und auch nicht einen fand ich, der nicht stolz von vornherein jedoch jedwede Hilfe, die den Charakter darauf gewesen wäre, seine Kenntnisse in jenem Leipziger Arbeitereiner Armenunterstüßung tragen fönnte, energisch zurück. Bildungsverein bereichert zu haben, welcher ihn in den Stand 11. Die Versammlung der Arbeitslosen erklärt, daß es eine gesetzt, in erhöhtem Maße im Kampfe für die Partei Schmach für ein kultivirtes Land ist, wenn zu Gunsten thätig zu sein. Hier in Berlin fönnen wir noch einer kleinen Minorität der großen Masse des Volkes die ein Weiteres thun: Neben den Vorträgen wissenschaftnothwendigsten Lebensmittel vertheuert werden. Sie lichen Charakters wären literarische Vorträge und Vorfordert daher die sozialdemokratische Reichstagsfraktion ftellungen zu veranstalten, und hierfür haben wir bereits einen auf, mit aller Energie im Reichstag für gänzliche Ab- guten Anfang die, Freie Volksbühne", die mit unserer neuen schaffung der Lebensmittelzölle einzutreten. Schöpfung vereinigt werden könnte. Sache der Arbeiter ist es, 111. Die 2c. Versammlung protestirt ganz energisch dagegen, indem sie sich selbst emanzipiren, auch die Kunst zu emanzipiren. daß der hiesige Magistrat den Charakter eines Kapitalisten Die Ausführung unseres Werkes ist schwer das wollen angenommen hat, indem er die Preise des Koakes in den wir uns nicht verhehlen ich bin auch nicht in der Lage, die städtischen Gasanstalten, als die Nachfrage stieg, um Gründung einer solchen Schule selbst zu leiten; aber wenn tüch 20 Pfennig erhöhte. Sie ersucht den Magistrat im Inter- tige Männer die Sache in die Hand nehmen, so wird sie geeffe der hungernden und frierenden Arbeitslosen, die lingen, und ich will gern nach Kräften helfend mitwirken. Nur Breise wenigstens für diejenigen, welche im Einzelnen kaufen, müssen sich die Arbeiter flar werden, daß sie sich selbst helfen wieder herabzusetzen. müssen, daß sie ja auch für ihre Ausbildung auf geistigem Ge IV. Die 2c. Berfammlung ist mit den Ausführungen des Refe- biete selbst sorgen müssen. Und diese geistige Ausbildung ist von renten einverstanden und verpflichtet sich, den bestehenden der größten Wichtigkeit. Die Leidenschaft allein und mag fie Arbeiterorganisationen sich anzuschließen und mit allen die besten Absichten und Vorsäge haben fie kann nichts ihr zu Gebote stehenden Mitteln für die Erzielung befferer schaffen, sie kann nur zertrümmern; schaffen kann die Leidenschaft Lohn- und Arbeitsbedingungen einzutreten. Ferner spricht nur in Verbindung mit dem Wissen. Die Leidenschaft kann uns die Versammlung ihre Freude aus über die großartige De- wohl auf die Barrikaden führen, sie tann unsere Stirn mit dem monstration ihrer arbeitslosen Brüder in Mailand. Lorbeer des Siegers umwvinden, aber sie kann uns nicht die V. In Erwägung, daß die Ziele der Sozialdemokratie nur dauernde Befreiuung erringen. An Leidenschaft hat es in der durch ein gebildetes und aufgeklärtes Proletariat verwirk- französischen Julirevolution, in der Revolution von 1848, in der licht werden können; in fernerer Erwägung, daß die jetzige französischen Kommune wahrlich nicht gefehlt; aber daraus ist Volksschule nicht im Stande ist, den Arbeitern die hierzu keine dauernde Frucht entsproßt. - Der starte Besuch der heutigen Versammlung beweist schon allein, daß die Arbeitslosigkeit eine sehr große ist, leider können wir nichts weiter heute bieten als Worte, weder fönnen wir den noch nagenden Hunger stillen bedrängten Lage herausheben. es, daß so viele Leute herumlaufen, welche gern arbeiten wollen, aber feine Arbeit finden. Troydem fortwährend von dem Recht auf Arbeit gesprochen wird, sieht man doch nicht, daß die Gesetzgebung irgend welche Schritte unternimmt, um es zu verwirklichen. Wenn ein mal die Noth auf die höchste Spike getrieben ist, dann greift man schließlich einigen Palliativmittelchen, man führt kleine Aenderungen als angebliche Verbesserungen ein, gewährt Almosen, vielleicht daß Vermehrung der Volksküchen befürwortet oder Jemanden, der fich in der bedrängtesten Lage befindet, wohlwollend an wohl thätige Stiftungen verweist. Wirksame Abhilfe ist aber auf dem Boden der heutigen Gesellschaftsordnung nicht möglich gut er reichen, denn die gegenwärtige Noth ist ein Produkt jener Rapitalswirthschaft, welche die Kapitalien in wenige Hände konzentrirt. Und das Elend ist derartig groß, daß wahrscheinlich mancher Anwesende hinterher zu sich sagen wird:" Die hier geschilderten Verhältnisse sind zwar tief traurige, doch mit mir ist es noch weit schlimmer bestellt". Ich erinnere nur daran, wie viele hungernd und frierend, theilweise obdachlos umherirren, wie vielen Familien das legte überflüssige Besigthum vom Gerichtspollzieher fortgenommen wird. Die Zahl der Arbeitslosen ist in dafür sollen dieselben ihm zugesandt werden. Ferner wurde ein lichen unterrichten wolle, und es wird da dann Berlin ungeheuer groß, nach oberflächlichen Schäzungen, denn Antrag abgelehnt, welcher verlangte, daß das Polizeipräsidium besonders auf die Stenographie als überflüssig hingeeine Statistik steht uns darüber nicht zur Verfügung, beläuft sich um Genehmigung eines öffentlichen Umzuges aller Arbeitslosen wiesen.- Nun, was sollen wir denn die Arbeiter lehren? das Heer der Arbeitslosen ungefähr auf 70 000 Personen; ersucht werden sollte. Singegen wurde das Bureau der Versamin- Etwa die Bereitung des holländischen Käses? Ich möchte von Metallarbeitern z. B. find 12 000, von Tischlern 6000 ohne lung beauftragt, in nächster Zeit wieder Versammlungen arbeits- wünschen, daß gerade das Stenographiren in die Kreise unserer Beschäftigung. Wenn die bürgerliche Gesellschaft Einsicht besaße, loser Männer und Frauen einzuberufen. Arbeiter mehr Eingang fände, um sie zu befähigen, einen guten würde sie schon längst nach Abhilfe des Nothstandes getrachtet Nachdem der Vorsitzende die Versammlung mit einem drei- Bericht oder dergleichen anzufertigen; ich will ja nicht sagen, daß haben, damit nicht das Heer der Unzufriedenen ihr über den fachen Hoch auf die internationale Sozialdemokratie geschlossen ein jeder Arbeiter es erlernen müsse, aber doch der Eine oder Kopf wachse. Sie trösten sich jedoch damit, daß gegen Demokraten hatte, verließen die Massen unter dem Gesange der Marseillaise Andere, der dafür größere Begabung zeigt. nur Soldaten helfen, dem Umstande ist es auch nur zuzuschreiben, den Saal. Es soll ja der Hauptzweck sein, die Arbeiter heranzubilden Waren die Menschen damals noch nicht in geistiger Knechterforderliche Bildung zu geben, ist in der gestern hier abgehaltenen Versammlung beschlossen worden, eine Arbeiter- schaft befangen gewesen, sie hätten nicht gegen ihre eigenen BrüBildungsschule zu gründen, der sich alle aufgeklärten Ge- der gekämpft. nossen anzuschließen verpflichten. Uns wird in einem öffentlichen Organ der Vorwurf gemacht, Ein Antrag, die angenommenen Resolutionen durch eine wir wollten die Arbeiter allerhand unnütze Dinge lehren; es Deputation dem Bundesrathe zu überreichen, wurde abgelehnt, sei nicht gut, man die Arbeiter in allem Mög für den Kampf zur Befreiung des Proletariats; aber unweise wäre es, den Unterricht ganz allein und ausschließlich auf diesen Befreiungskampf zu konzentriren. Die Männer, welche die Leitung des Werkes in die Hand nehmen, sie haben freilich dafür zu sorgen, daß diese Hochschule der Arbeiter nicht in eine Spielerei ausarte; sie haben sich stets den Hauptzweck derselben die Kenntniß der sozialen Dinge zu verbreiten vor Augen zu halten. Der Unterricht in anderen Fächern muß stets von dem Gesichtspunkte aus betrachtet und geleitet werden, daß er nur dazu bestimmt ist, jenen Hauptzweck zu unterſtügen. § 10. § 12. § 9. Wenn Jacoby sagt:„ Die Gründung des Kleinsten Arbeiter Der Vorstand hat den Lehrplan einzurichten, Beschaffung und Vereins ist ein größerer Sieg als die größte gewonnene Schlacht", für Unterhaltung der Bibliotheken und Lesezimmer, sowie für so gilt das in ganz besonderem Maße von unserem heutigen In der Frage der Arbeiter- Bildungsvereine oder der Arbeiter- Instandhaltung des Vereinseigenthums zu sorgen, Veranstaltungen Unternehmen, mit dem sich die Berliner Arbeiterschaft ein leuch Bildungsschulen spreche ich aus langjähriger Erfahrung. In dem zu treffen, welche zur Wahrung der Vereinszwecke erforderlich tendes Denkmal seht. Und so werden wir zeigen, wenn es zum Gahre 1846 oder 1847 trat ich in der Schweiz zuerst ein in einen sind. Er hat das Recht, alle hierzu nöthigen Ausgaben selbst- Kampf mit geistigen Waffen kommt, daß wir die einzige Partei Arbeiter- Bildungsverein. Nachdem ich dann nach England hatte ständig zu machen. Nach Ablauf eines jeden Vierteljahres haben sind, die diesen Kampf mit Erfolg zu führen vermag!"( Stürmi flüchten müssen, war ich in einem ähnlichen Verein in London der Vorstand und die Revisoren über ihre Thätigkeit Bericht zu scher, wiederholter Beifall.) zwölf Jahre lang thätig, lehrend und selbst lernend! Selbst erstatten. Die Vertretung des Vereins steht dem Vorsitzenden zu. lernend: denn in den Arbeiter- Bildungsvereinen habe ich mehr Die darauf erfolgende Abstimmung ergab die einstimmige gelernt, als auf der Universität, habe ich mir die gründliche Annahme des Statuts für die neugegründete Bildungsanstalt, soKenntniß des Lebens und Denkens der Arbeiter erworben Der Austritt aus dem Verein steht jedem Mitgliede jederzeit wie die der beiden oben erwähnten Resolutionen. zu frei, muß jedoch dem Vorstand angezeigt werden. Als aus: Liebknecht, der sich hierauf entfernte, geleiteten die aus einer Zeit, wo sonst die studirende und studirte Jugend, zu der geschlossen ist derjenige zu betrachten, welcher seine Beiträge drei Taufenden von Kehlen erschallenden begeisterten Hochrufe zum auch ich zählte, bei dem Gedanken„ Arbeiter" ein Schauer über- Monate hintereinander unberichtigt läßt, wenn die Beiträge nicht Saale hinaus, die sich, von der auf der Straße harrenden Menge Lief. Nach Deutschland zurückgekehrt, wirkte ich dann noch vom Vorstande gestundet werden, was im Falle der Krankheit aufgenommen, immer wieder erneuten. 15 Jahre lang am Leipziger Arbeiter- Bildungsverein bis zu dessen oder Arbeitslosigkeit auf Wunsch geschehen kann. Auflösung. Inzwischen war beim Bureau noch der Antrag eingegangen, Auf Grund dieser meiner reichen, fast dreißig- Durch Beschluß der Generalversammlung fann ausgeschlossen die sozialdemokratischen Stadtverordneten zu beauftragen, a us jährigen Erfahrungen betone ich nochmals: Es wäre außer werden, wer sich grober Zuwiderhandlungen gegen die Statuten städtischen Mitteln eine Beihilfe zur Gründung ordentlich fehlerhaft, die Ausbildung der Arbeiter auf das Noth- oder gegen die Interessen des Vereins zu Schulden kommen der Arbeiter- Bildungsschulen in der Stadtverordneten wendigste zu bemessen: es ist einfach unmöglich, den Unterricht läßt oder wer Handlungen begeht, welche als unehrenhaft gelten. Versammlung zu beantragen. auf einzelne Fächer zu beschränken, weil ja alle Zweige des § 11. Wissens organisch ineinandergreifen. Stadtv. Stadthagen bemerkt dazu: Bisher habe man Vorstand Außerordentliche Generalversammlungen können durch den bei Stellung von Anträgen in der Stadtverordneten- Versammlung wenn zu jeder Zeit und müssen einberufen werden, sich von dem Gesichtspunkte leiten lassen, daß die Annahme der mindestens antragen. 50 Mitglieder die die Einberufung be- Anträge auch den Bourgeoisparteien in ihrem eigenen Interesse Statutenänderungen und Auflösung des Vereins empfehlenswerth erscheinen müßte. Daher bitte er den Antrag fönnen nur von einer unter Angabe der Tagesordnung einberufenen wenigstens dahin abzuändern, daß später bei etwaigem Bedürfniß Generalversammlung und mit einer Stimmenmehrheit von 2/3 der dafür ein Beitrag aus dem Stadtfäckel zu fordern sei. Anwesenden beschlossen werden. Die diesbezüglichen Anträge müssen in der vorhergehenden Versammlung von mindestens Form angenommen. Dies geschieht, und der Antrag wird in der veränderten 50 Mitgliedern unterstützt worden sein. Die Arbeiter müssen vor allen Dingen lernen! Unsere Zeit Damit war eigentlich der Zweck der Versammlung erfüllt, ist oft mit der Zeit vor 100 Jahren verglichen worden. Als die ihre Hauptaufgabe erledigt. Verschiedene Erörterungen unter Im Falle der Auflösung des Vereins ist das Vereins dem legten Punkt der Tagesordnung Verschiedenes" Bastille gestürmt wurde, hatte die französische Bourgeoisie ganz vermögen zu verwandten Zwecken zu verwenden und darüber namentlich die Kellner- und Trinkgeldfrage, schwächten den groß Europa bereits auf geistigem Gebiete erobert, waren die Schriften bald danach einer öffentlichen Volksversammlung Bericht zu erartigen Eindruck, den der bisherige Versammlung bei Jedem Rousseaus 2c. in allen Ländern gelesen und hatten ihre Ideen statten. überall in Europa Eingang zu finden begannen. Nochmals hinterlassen hatte, ein wenig ab. Im Anschluß an§ 2a. bemerkt der Stadtverordnete Vogtherr wiederhole ich es: Es ist nicht möglich, daß wir die Ausbildung noch, der Unterricht sei nicht gebunden an bestimmte Fächer; man Zubeil, die Versammlung mit einem begeistert aufgenommenen Etwa um 1/212 Uhr schloß der Vorsigende, Stadtverordnete der Arbeiter auf die nothwendigsten Gegenstände, auf die Fächer, könne nicht gleich sagen: Wir bieten Euch Dies und Das! Das Hoch auf die Sozialdemokratie, und unter dem Gesang der die für den Kampf des Tages unmittelbar nothwendig sind, be- ließe sich nachher womöglich nicht halten. Man werde den Arbeitermarseillaise zerstreuten sich die Tausende schnell in größter schränken. Das hieße denn doch, eine zu geringe Aufgabe dieser Arbeitern das bieten, was nach den zur Verfügung stehenden Ordnung. Bildungsanstalt zu stellen, und sie soll doch das Höchste für den materiellen und geistigen Kräften möglich sein werde. Namentlich Arbeiter sein. Wir müssen sorgen, daß an dem Tage, wo Anfangs müsse man doch an die Opferwilligkeit der Genossen das Banner der Sozialdemokratie überall offen aufgeflanzt wird, große Ansprüche stellen, aber es handle sich um eine große Aufdie Schlacht schon vorher geschlagen ist. An dem Tage, wo gabe, es gelte, geistige Mitkämpfer heranzubilden. unsere Brüder in allen Ländern in intellektueller und moralischer sich nicht abschrecken lassen, nicht den Muth verlieren, wenn sich Man möge Beziehung überlegen sind, wird auch der ökonomische Sieg vollendet in der ersten Zeit auch noch Nichts von den Früchten des Untersein. Ohne diesen geistigen Sieg sind alle Kämpfe vergeblich. nehmens zeigen werden. Von dem Gedanken ausgehend, daß die Wir sind die Partei, die allein den Kampf mit geistigen Waffen Arbeiterschaft Berlins Nichts thun dürfe, das nicht auch den will; die Gegner wollen ihn nicht: sie können ihn nicht wollen: Frauen zu Gute komme, habe man auch diesen den Beitritt er: denn sie haben keine geistigen Waffen, sie können sich nur möglicht. Lassen Sie uns", so schloß Redner unter dem Beifall auf die Gewalt stützen. Und je mehr wir die geistige Ausbildung der Versammlung sein Referat, an die Errichtung dieses Werkes durch solche Anstalten, wie die geplante, fördern, desto schneller gehen, das oft hineingreifen wird in die kleineren Vereine, lassen wird der Sieg unser sein. sie uns an dieses Werk herantreten, frei von kleinlichen Vereinseifersüchteleien!" Im Namen der Kommission empfahl Bogtherr noch die en bloc- Annahme der verlesenen Statuten und der folgenden beiden Resolutionen: 1. Die Versammlung erklärt unter Annahme der Statuten die„ Allgemeine Arbeiter- Bildungs- Schule, Berlin" als begründet und fordert die gesammte Arbeiterschaft Berlins auf, das Unternehmen mit allen Kräften zu unterstützen." " Die Versammlung ermächtigt die gewählte Fünfzehner Kommission, bis zu der binnen 4 Wochen einzuberufenden Mitgliederversammlung in Thätigkeit zu bleiben und unter Anderem zum Besten des Vereins einen Zuflus von Vorträgen zu veranstalten, dessen Besuch den Vereinsmitgliedern unentgeltlich, Anderen gegen Entgelt freisteht." 2. In der sich anschließenden Debatte sprechen sich alle Redner zu Gunsten der Gründung einer Bildungsanstalt aus und stimmen dem Statut und den beiden Resolutionen zu. Frau Leuschner empfiehlt namentlich den Frauen den Beitritt, die sie auch zum recht regen Besuch der Volksversamm lungen auffordert. Der Vorsitzende, Stadtv. 3ubeil, weist auf die Nothwendig feit der Agitation auf dem platten Lande hin, wofür diese neue Bildungsanstalt die nöthigen Kräfte erziehen werde, und drückt den Wunsch aus, daß es bald gelingen werde, eigene Räume für die Anstalt zu erwerben. Wir haben große Kräfte, die für die Zwecke unserer Partei wirken möchten, zur Verfügung, aber es ist unsere Pflicht, die selben auszubilden, uns umzuschauen und die Talente zu suchen und heranzuziehen. Die besten nnd berufensten Agitatoren für die Ziele unserer Partei entstammen doch dem Arbeiterstande selbst. Leute aus anderen Kreisen mögen die Fähigkeiten, fie mögen den besten Willen haben aber ihnen fehlt die Hauptfache: ihnen fehlt die proletarische Erziehung! Als Student bin ich in den 40er Jahren hineingekommen in den Kampf ohne Erfahrung, erst in den Arbeiter- Bildungsvereinen habe ich von den Arbeitern gelernt. Auch die heutige studirende und studirte Jugend, sie soll uns willkommen sein, aber sie hat auch noch zu lernen von den Arbeitern, die gestählt sind im täglichen Kampje. -Niemals ist in der Sozialdemokratie ein Gegensatz aufgetreten zwischen den sogenannten Männern mit der schwieligen Faust und den Männern, ausgerüstet mit den Kenntnissen ihres Jahr hunderts. Den Gegensatz zwischen Handarbeitern und Kopfarbeitern hat die Sozialdemokratie über den Haufen geworfen. Also: sammeln wir die Kräfte, gründen wir Bildungsanstalten für die Arbeiter, und der Sieg wird bald unser sein! Gewaltiger Beifall folgte der Rede Liebknecht's, die wiederholt von lauten Beifallskundgebungen unterbrochen worden war. Sodann erstattete der Stadtv. Vogtherr im Namen der Fünfzehner- Kommission, die zur Einleitung der nothwendigen ersten Schritte in der neulichen Volksversammlung im Elysium Genosse Jahn kritisirt die Beschaffenheit der heutigen gewählt, Bericht über die Thätigkeit dieser Kommission. Dieselbe preußischen Volksschule, die den Arbeitern nur das Maß von fet sich bewußt gewesen, daß sie für ihre Arbeit nicht allein einer Bildung gewährt, das den besitzenden Klassen beliebt und das sie Volksversammlung, sondern der ganzen Arbeiterschaft Berlins hindert, sich über ihren Stand zu erheben. Redner empfiehlt für verantwortlich sei; solle doch das zu schaffende Wert Eigenthum später die Einführung von Bons, damit sich ein Jeder an dem der gesammten Arbeiterschaft Berlins werden! Für dieses Unternehmen betheiligen können. Institut, welches für eine lange Dauer bestimmt sei und welches sich Genosse Heitmann möchte die vielen kleinen Vereine, namentlich auf den Willen der Berliner Arbeiterschaft zu stützen Rauchklubs 2c., die doch keine rechten Erfolge erzielten, beseitigt habe, seien Einzelheiten der Einrichtungen nicht so vorherzusehen, fehen. daher habe sich das ausgearbeitete Statut nur im allgemeinen Reichstags- Abgeordneter Stadthagen ist der Meinung, Rahmen bewegen, nur die allgemeinen Grundzüge festsetzen daß die fleinen Vereine feineswegs zu schließen seien; wohl aber können. In Bezug auf die materiellen Opfer habe man sich ge- könnte die neue Bildungsanstalt als Vorbild für alle anderen, sagt, daß man an die Berliner Arbeiterschaft keine zu hohen An- fleineren Vereine und als Schule für deren Leiter wirken. sprüche stellen dürfe, jetzt mitten in der Zeit des Kampfes, wo Dr. Lütgenau will die Ausbildung der Arbeiter nicht die Kräfte ohnehin schon so sehr in Anspruch genommen würden. blos auf die politische und nationalökonomische Richtung beRedner empfahl sodann zur Annahme und brachte zur Verschränkt sehen. Wesentlich sei auch der Unterricht in fremden lefung das Sprachen, der die Kenntniß des Lebens und Denkens anderer Statut der Allgemeinen Arbeiter Bildungs- Völker erleichtern und das internationale Gefühl diesen Schule, Berlin". Grundpfeiler der Sozialdemokratie fördern. Ferner: die § 1. Naturwissenschaften gehören nothwendig in den Unterrichtsplan, Der Zweck des Vereins ist, seinen Mittgliedern Gelegenheit denn sie machen frei vom Dogma und befähigen zur Kritit, auch zur Ausbildung in geistiger und gesellschaftlicher Hinsicht zu die Geschichte in unserer Weise behandelt, von dem Gesichts: geben. punkte der geschichtsmaterialistischen Auffassung tönnte uns § 2. sehr nüßlich sein. Vielleicht erscheine sogar auch der ReligionsDer Verein sucht seine Zwecke zu erreichen: Unterricht die kritische Darstellung des Entstehens und Entwickelung der Religionen gar nicht überflüssig, um zu ermög lichen, den Gegnern auch auf diesem Gebiete wirksam entgegenzutreten. Der Wahlsvruch sei:" Bildung ist Macht." " a) durch Einrichtung von Unterrichtsstunden, welche durch besondere Bestimmungen geregelt werden; b) durch Unterhaltung von Bibliotheken und Lesezimmern; c) durch wissenschaftliche Vorträge oder Besprechung gemeinintereffirender Gegenstände; d) durch Verbreitung von Schriften lehrreichen, allgemein intereffirenden Inhalts; Schlußwort: Telegraphenarbeiter. Große Versammlung am Freitag, den 16. Januar Abends 8% Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20, unterer Saal. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorſizenden. 2. Vortrag des Stadtverordneten Frig Zubeil über das Alters- und Invalidenversicherungs- Gesez. 4. Distuffion. ersucht, recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen. 5. Berschiedenes. Alle Kollegen, Freunde und Genossen werden dringend Generalversammlung am Donnerstag, den 15. Januar, Abends 9 Uhr, im Verein ehemaliger Schüler der 98. Gemeindeschule. Außerordentliche Gesellschaftshaus„ Oftend". Tagesordnung: Neuwahl des Vorstandes. Saale( früher Orpheum), Alte Jafobftr. 32, statt. Tagesordnung: 1. Jabres; Verein Berliner Droschkenkutscher. Die neunte Generalversammlung findet heute, Donnerstag, den 15. d. M., Abends 8 Uhr, im Schmiedel'schen bericht. 2. Neuwahl des Vorstandes. 3. Gewährung unentgeltlichen Rechts, schutes. 4. Errichtung einer Sterbetaffe für Mitglieder und deren Frauen. Verein ehemaliger Schüler der 23. Gemeindeschule. Donnerstag, Abends 9% Uhr, Grüner Weg 29 bet Säger: General- Versammlung. Sozialdemokratischer Lese- und Diskutirklub„ Freiheit". Donnerstag, den 15. Januar, Abends 9 Uhr, bet Zubeil," Naunynstraße se: Vereinssihung. Tagesordnung: 1. Vortrag über: Das Schulwesen in Frant reich. 2. Diskussion. 3. Wahl des Vorstandes. 4. Verschiebenes. Pflicht eines jeden Mitgliedes ist es, zu erscheinen. Gäste sind willkommen. Lese- und Diskutirklubs. Donnerstag. Frethett" Abends 9 Uhr, Naunynſtr. 86 bet Zubeil. Gäste haben Zutritt. Realismus Abends 8½ Uhr, bei Wuttte, Friedrichsbergerstr. 24. Verein Bolts bildung"( Männer und Frauen) Abends 9 Uhr, im Restaurant Nürnberg, der Gr. Frankfurterstr. 99, Frankfurter Bier ballen". Wahrheit, Markusstr. 31. Natur" Abends 8 Uh staiserstr. 4, bet Hoffmann.- ,, Auftlärung", Abends subr, in Heindorf Andreasstr. 19 bei Delze, Sigung. Gäste haben Zutritt.-eine" in Ri Restaurant, Langeftr. 70. Gäste willkommen. Internationale", L dorf, Ede Knesebeck- und Hermannstraße, Restaurant Beyler. Gäste will 5. Berschiedene Vereinsangelegenheiten. Am Nachmittags 5 Uhr, in Schönhauser Allee 28.- Lese- und Distutirflub der Bäder ,, Wach Auf tommen. 1 " Gefang Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend, Abends 9 Uhr, Uebung ein", Blumenstraße 46 bet Wendt. Uebungsstunde von 9-11 Uhr. stunde. Aufnahme neuer Mitglieder." Seeger'scher Gesangver Gesangverein Eintgtett"( Hutmacher), Linienstraße Nr. bet Roth. Gesangverein ,, Edelweiß Melchiorstraße bei Stehmann. Gefangverein Echo 2", Alte Schönhauserstra Nr. 42 bet Reimann. Gesangverein Frühlingstunt", Flottwel straße 5 bei Bartels. Männerchor St. Urban", Annenstraße 9 bet Gesangverein ,, Kornblume", Blumenstr. 54 bet Wuttte. Prog. Männergesangverein Borar", Admiralstr. 38 bet Bülow. and in sand", Staligerstr. 142 bet Greifer. Gesangverein Gesangvereindorf lödtetn" Deutsch- Willmersdorf, Berlinerstr. 40 bet Pietsch. berein des„ tichlerverbandes" in Stegliz, Reſtaurant Hildebran Gesangvereinbarmonie", Tempelhof, Restaurant Wesenberg. Gesangs verein Weiße Rose", Reinidendorf, Residenz- und Holländerstraßens de bet Garo. Arbeiter- Gejangverein Morgenroth, Rummelsburg, Göthestraße 9 bet Konrath. Gesangverein, Freundschaft" Abends schluß" tagt nicht Mittwoch, sondern Donnerst a g.- Musit- und Gesangverein Brezel Gesangverein" irmitas", Adalbertstr. 8 bet Schneider. verein" Freundschaft", Abends 9 Uhr bei Oswald Berliner, Brunnen Gesang-," Turn- und gesellige Vereine. Donnerstag. Gefang Gefang: u. Musítverein Ftrmita 3", Abends 9 Uhr bei Schneider, Adalbertstr. 8.- Stattlub„ Rudwärts", abends 8 Uhr, im Restaurant Boderke, Pallisadenſtr. 47. Lübeck'scher Turnverein, Männer Abtheilung, Abends 8-10 Uhr, Elisabethstr. 57-58, Konigstädt. Gymnasium. 9 Uhr, bei Oswald Berliner, Brunnenstr. 114. straße. tommen. 2. Geselliger Verein„ Regina", Sigung mit Damen, Abends 8% Uhr, in veil chen", Abends 9 Uhr bei Förtsch, Stallschreiberstr. 60 den Luisenstädt. Bierhallen, Alte Jakobstr. 89. Gefelliger Club Blau wedding", Abends 8 Uhr bei M. Engel, Müller- und Antonstraßen- Edc. Pfropfenverein Bergnügungsverein„ Caprice", Abends 9 Uhr, Sigung mit Damen in " Martenbad", Badstr. 35-36, Saal 1 Tr. Bergnügungsverein Bet! ", 9½ Uhr, Gizung mit Damen bei zutow, Admiralftraße as, Babenbe 98. Gemeindeschule, Abends Uhr, im Gesellschaftshause Oftend", Rüdersdorferstr. 45. Privat theater- Gesellschaft offnung", Abends 8% Uhr, im Klubhaus, Ohmgaffe schule. Sigung, Abends 9% Uhr, bet Eaeger, Grüner Weg 29. Gäste willkommen. Verein ehemaliger Schüler der 23. Gemeinbe Bäfte will tommen. Tambourverein Jungfernfranz", Weidenweg 12. ftraße 48. Rauchtlub„ Dezimal- Waage", Abends 9 Uhr bet Infinger, Kraut dorferstr. 8. Rauchflub ernipige", Abends 8 Uhr bei A. Bohl, Rüder Rauchtlub Collegia", Abends 9 Uhr, bet Lehman Eisenbahnstr. 7. Sumoristische Pfeifenbrüder", Abends 9 thr in Röllig's Salon, Neue Friedrichstr. 43-44. Rauchflub Vorwärts Abends 9 Uhr, bei Tempel, Breslauerstr. 27. Develchen. ( Wolffs Telegraphen- Bureau.) Nach Schluß der Debatte, an der sich noch die Genossen Lazarus, Manz, Bogasch, Rogge, Seindorf, wegen des in dem sozialistischen„ Süd- Westdeutschen Boltsblatt Karlsruhe, den 14. Januar. Das Schwurgericht verurtheilte Bey und Roeh betheiligen, spricht iebknecht sein erschienenen„ Spinnen und Fliegen" betitelten Artikels den Schrift, Er freue sich über die rührende Einmüthigkeit, mit der sich Leufel aus Weitlingen, wegen Aufreizung zu neun Monaten setzer und späteren verantwortlichen Redakteur des Volksblattes f) durch gesellige Zusammenkünfte und Veranstaltung größerer die Versammlung für das Bedürfniß einer solchen Bildungsanstalt und den Redakteur Gect zu sechs Monaten Gefängniß. Festlichkeiten und Vergnügungen. § 3. e) durch Darstellungen der dramatischen Kunst; nahme erfolgt durch den Vorstand, welcher jedem Mitgliede eine Mitglied des Vereins kann jede Person werden. Die AufMitgliedskarte ausstellt. § 4. Der monatliche Beitrag beträgt mindestens 25 Pf. § 5. Die Mitglieder des Vereins haben das Recht: Alle Lehrmittel des Vereins zu benußen; in allen Versammlungen mitzustimmen; bei allen Wahlen zu wählen. Wählbar sind diejenigen Mitglieder, welche das 21. Lebensjahr zurückgelegt haben. § 6. Die Verwaltung des Vereins hat zu besorgen: a) der Vorstand, b) die Generalversammlung. § 7. dem ersten und zweiten Schriftführer, dem Kassirer und vier lung erhöht werden. § 8. ausgesprochen habe. Von der Volksschule, die in die Debatte hineingezogen, wisse ja wohl jeder Arbeiter, daß sie den Annicht der Zweck der Arbeiter- Bildungsschule, den Mangel der sprüchen, die man an sie stellen darf, nicht genüge. Es sei auch Schulbildung vollständig zu erseyen, das würde eine zu große " Fürth, 14. Januar. Die meisten hiesigen Glasfabrikanten reduziren wegen der herrschenden Geschäftskrisis die Arbeit. Lille, 14. Januar. In Dorignies haben die Bergleute zweier Gruben die Arbeit eingestellt; es herrscht die Besorgniß, daß " Wir wollen nur den Arbeitern den Tempel des Wijjens Ausstandes der Eisenbahnarbeiter berieth heute unter dem Vorsize öffnen, damit sie befähigt werden zum Kampf für ihre Befreiung. des Bürgermeisters mit der Verwaltung der Caledonian- Eisenbahn. Ausgabe sein. Glasgow, 14. Januar. Das Komitee zur Beilegung bes Der tischen Männern, welche die Ausführung der Idee leiten. Eine falsche Ansicht ist es, daß durch dieses große Unter- Eisenbahn- Bediensteten vorher die Arbeit wieder aufnehmen. Letztere verweigert jedes Zugeständniß, wofern nicht die nehmen die kleinen Vereine geschädigt werden und sie verschwinden Bürgermeister von Edinburgh unterhandelte mit der Verwaltung müßten. In einer Rieſenſtadt wie Berlin iſt das nicht nöthig ge Im Gegentheil: das neue Inſtitut wird ein Brennpunkt sein für stellten Bedingungen ab. der North British Eisenbahn, von welcher er dieselbe Antwort die Vorstände dieser Vereine, die durch dasselbe befähigt werden, stellten Bedingungen ab. diese besser zu leiten. Es ist ja nicht unser Bestreben, lediglich vereine gründen. Durch die Bildungsanstalt foll werden. Braunschweig, 14. Jan.( Tel. d. Herold.) Die Tabatarbeiter Der Vorstand besteht aus dem ersten und zweiten Vorsitzenden, auch dezentralisiren; womöglich werden wir später 3weig- durch ein ausgedehntes, auf die Arbeiterschaft aller Tabatfabriten zu zentralisiren, sondern, wo es angebracht, wollen wir Braunschweigs haben in öffentlicher Versammlung befchloffen, Beisitzern. Die Zahl der Beisiger fann von der Generalversamm- fleinerer Verein geschädigt, sondern im Gegentheil eher gefördert Streits in Hamburg, Eschwege und anderen Orten leidenden fein sich erstreckendes, regelmäßiges Unterstügungsiverk den infolge der Kollegen in ihrem Kampfe gegen die Fabrikanten träftigt bei ( Tel. d. Herold.) Wie die Rölnische Stimmzettel vorgenommen wenn kein Widerspruch erfolgt, falten sollte, würde ich sie verleugnen und mich von ihr abwenden gestützt auf die Vorgänge bei der Reichstagswahl in Bochum, auf die Dauer eines Jahres gewählt. Die Wahl wird durch sollte, sobald die Anstalt in dieser Richtung ihre Wirksamkeit ent- Boltszeitung" aus Gelsenkirchen erfährt, wollen die Bergleute, auch durch Attlamation. Am Beginn jeden Vierteljahrs werden Sie soll den Hunderttausenden von Arbeitern in Berlin gerade ihre bekannten Forderungen den einzelnen Zechenverwaltungen Es ist auch nicht der Zweck unferes heutigen Werkes, die zustehen. Der Vorstand wird im April durch die Generalversammlung Klaffenunterschiede auszugleichen; sobald dies etwa geschehen 14. drei Revisoren mit vierteljährlicher Amisdauer gewählt. ein Mittel sein, ihre Waffen zu schärfen für den Klassenkampf. vorlegen und die Behörden zur Unterstüßung anrufen. Berantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 12. gerettet. Horrespondenzen und Parteinachrichten. " $ gegenDonnerstag, den 15. Januar 1891. " * " 8. Jahrg. im Lesebuch für ländliche Fortbildungsschulen ein nach die Behauptungen im Volksfreund" im hiesigen freisinnigen einer Industriestadt verschlagener Sohn bei seinem Vater Lofalblättchen, Sonneb. 3tg.", loszulassen, in welchem er jedoch an, was er denn eigentlich von den sozialdemokratischen Lehren jede einzelne Behauptung des„ Thür. Volfsfr." zugiebt, nur in halte. Als Antwort folgt eine so fauderwelsch verschrobene Dar- etwas rosigerem Lichte und mit der Schlußdrohung, die Sache Bieberich, den 9. Januar. Es wird in den Junker- und stellung vom Zukunftsstaat, wie sie eben nur in einem sich jeder zur Ermittelung der Wahrheit an die zuständige Behörde zu überBourgeoisblättern seit Infrafttreten des Alters- und Invaliditäts- freien Meinungsbildung und Einsicht verschließenden Sirn ent- weifen, was er jetzt auch gethan hat. Der Redakteur des Volks Versicherungsgesetzes herzzerreißende Klage angeſtimmt, wie durch stehen kann, Beweis dafür: 1." Theilen" und alle 50 Jahre freund" hatte am 5. d. Wits. darüber Verhör. Gleichzeitig hatte Versicherungsgesetzes herzzerreißende Klage angeſtimmt, wie durch wieder„ Theilen", 2. Nicht bezahlung aller geistigen Arbeit u. s. w. derselbe ein Verhör zu bestehen wegen des Abdruckes des die Beitragspflicht die Herren Unternehmer so schwer belastet würden, wie der ganzen Industrie ein baldiger, unaufhaltsamer erscheinenden Kirchenblatt findet sich eine rührende Geschichte, it. f. m. Jm Beiblatt" zu einem in Hamburg( Rauhes Haus) Proletarierliedes„ Wer schafft das Gold 2c." Ruin drohe, wenn nicht schleunigst mit der Sozialreform auf wie ein Pfarrer für den erst kürzlich in die Dorfgemeinde auf Dr. Baumbach Ein anderer dunkler Punkt aus der Amtsthätigkeit des Herrn gehört würde. Auch hier fühlte sich so ein„ armer Millionär", mag auch folgendes Vorkommniß Vorkommniß sein. einer der größten Zigarrenfabrikanten unseres Ortes durch den welcher sein sind nicht taufen lassen will, selbst die diener, jetzt Vorsteher des Armenhauses für den Kreis genommenen Sozialdemokraten, Vegetarier und Atheisten, Ein Günstling des Herrn Dr. Baumbach, früher Amtswöchentlichen Zuschuß, den er zur Altersversicherung zu machen hatte, schwer bedrückt, er sann auf Abhilfe und fand bald eine, Regierung um„ Schonung" und" Nichtanstrengung" der„ Klage" Sonneberg in Mupperg, soll eine blödsinnige Insassin des ArmenDie feiner Findigkeit alle Ehre macht. In seiner Fabrik wird, bittet, damit dem Sozialisten keine Kosten erwachsen sollen!! hauses derart mißhandelt haben, daß infolge dessen der Tod wie es in der Genußmittel- Fabrikation üblich ist, ein Theil des Der+ Sozialist ist davon so gerührt, daß er sogleich taufen eintrat. Einige Verwandte durch Aussagen von anderen Pfleg Lohnes in der Gestalt gezahlt, daß die Arbeiter ihren wöchent läßt! Und derartige Machwerke werden im Namen und lingen der Anstalt aufmerksam gemacht und hauptsächlich darüber Das beste verwundert, daß sie erst nach der Beerdigung ihrer Verwandten lichen Bedarf an Zigarren unentgeltlich erhalten. Nun hat der Fabri- zur höheren Ehre der Christenheit verbreitet! fant für den Mann durchschnittlich 12 Pf. wöchentlich Versicherungs- Stückchen aber leistete sich der Herr Pfarrer, als der Sträfling eine Anzeige per Postkarte vom Anstaltsvorsteher erhielten, wollten Beitrag zu zahlen; was that er demnach? Er zog jedem ihm vor dem Verlassen der Anstalt noch einmal vorgeführt wurde. der Sache auf den Grund gehen und ließen die Leiche ausgraben. 3 Zigarren von seinem Wochenquantum ab, wobei er, da die Zuerst legte er ihm die Pflicht" auf, sich bei dem Inspektor des Der Arzt konstatirte: Wegen Verwesung sei die Todesursache Als bei der darauf nicht gut festzustellen. Der Staatsanwalt meinte, es sei allerdings Bigarre mit 5 Pfg. ausgezeichnet ist, noch 3 Pfg. pro Kopf ver Vereins für Strafentlassene zu melden. diente! So war ihm geholfen und wieder einmal die Industrie folgenden Unterredung der Sträfling erklärte, nach seiner ein dunkler Fleck an der Geschichte, und damit blieb die Geschichte Meinung unschuldig verurtheilt zu sein, und zwar nur ruhen. Der Armenhausvorsteher erfreut sich natürlich der ausdeshalb, weil das Reichsgericht Gottesleugnung und giebigsten Gnade des Herrn Dr. Baumbach und ist heute noch Mülheim a. d. Ruhr, 10. Januar.( Ultramontane Wahr Gotteslästerung für gleichartige Begriffe erklärt habe, erzählte er im Dienst. ihm die Geschichte von dem Gebet des Zöllners und schloß mit heitsliebe.) Vergangenen Sommer fuhr ein wahrer Sturm der den Worten: Wenn Gott die nicht für schuldig befunden hätte, wort. Der Freisium hat hier den geistigen Kampf auf ganzer Doch wie der Herr, so das Geschirr, lautet hier ein SprichEntrüstung durch die frommen Gemüther unserer rheinischen hätte er die auch nicht verurtheilen lassen!! Klerikalen, namentlich war es die ultramontane Presse, die Feuer kaum nöthig, noch mitzutheilen, daß die angezogenen Bücher die verein Sonneberg" versehen, liegen in den umliegenden Ortschaften Es ist wohl Linie eröffnet. Die Frrlehren mit dem Stempel ,, Biberaler Ortsund Flamme spie gegen den sozialdemokratischen Redakteur Herm. Runde durch die ganze Anstalt machen, d. h. daß jeder Gefangene thatsächlich auf der Straße, mitunter sogar auf dem Grimpe zu Elberfeld, weil er eine, eben nicht von christlicher mit dieser Lektüre beglückt wird, und daß auch jeder Gefangene Auch operirt man auf dem Lande viel mit dem Alters- und InMist Nächstenliebe zeugende Nonnengeschichte, in der Niederrh. Volfs dem Anstaltsgeistlichen mehrmals vorgeführt wird! tribüne" vom 23. Juli v. J. vor die Deffentlichkeit gezogen hatte. stehendes könnte noch, ohne weniger drastisch zu werden, in zehn schiedenen Festessen des liberalen Ortsvereins hier mit Braten Bor- validengesetz gegen die Sozialdemokratie, indem die bei den verAlle großen und kleinen Kaplansblätter und-Blättchen fielen wie eine wüthende Meute über den verlogenen und nichtsnußigen fach vermehrter Auflage erzählt werden, doch mögen diese Bei- und Bier trattirten, mit Verstand aber äußerst mäßig begabten Sozialdemokraten her, felbst die„ Kölnische Volkszeitung", die sich piele, geschehen zu Hoheneck, in der zweiten Hälfte des Heils Vertrauensmänner vom Lande, den Landgemeinden vordiskutiren doch der ultramontanen Presse niedrigen Kalibers jahres 1890, genügen. wollen, duß man die Abgaben, die jetzt auch die Kleinbauern, über so gerne einen vornehmen Anstrich giebt ließ sich in welche Gesinde halten, zur Altersversorgung bezahlen müssen, daß Nr. 240 vom 31. August v. J. folgendermaßen vernehmen: Dresden, den 13. Januar. Jm Juli vorigen Jahres fand man diese Lasten einzig und allein den Sozialdemokraten zu ver-• in Self's Gasthaus, Kleine Brüdergaffe, eine Sigung des Arbeits- danken hätte. Nun die Lügen dieser freisinnigen Geister werden Krefeld, 30. Auguft. Die hier zur Ausgabe gelangende nachweises der Tischler statt, in welcher über Hebung desselben immer schnell genug von uns widerlegt und drischt der hiesige fozialdemokratische Niederrh. Volkstribüne", welche verant- berathen werden sollte. Kurz nach Gröffnung dieser Sigung trat Freifinn auch mit diesem geistigen Rampf nur leeres Stroh. Aber eine wortlich redigirt wird von Hermann Grimpe in Elberfeld, hatte jedoch ein Kriminalbeamter ein und die Folge davon war, daß ganz besondere Blüthe trieb hier der Kampf mit geistigen Waffen gegen in ihrer Nummer vom 23. Juli die Thätigkeit der hiesigen- chrw-. der Vorsitzende dieser Kommission, der Tischler L. Scholz, eine die Sozialdemokratie. Man beschenkt hier nämlich auch VerSchwestern vom heiligen Franziskus in boshafter und Anklage auf Grund der§§ 2 und 33 des Versammlungsgesetzes trauensmänner des Freisinns auf dem Lande mit abgetragenen empörender Weise angegriffen. In der Notiz des genannten erhielt. In der darauffolgenden Schöffengerichts- Sigung wurde Hosen, welche durch ihren englischen Schnitt jedoch von der Landsozialdemokratischen Blattes wurde geschildert, vie eine arme Scholz jedoch freigesprochen. Hiermit war jedoch der Staats- bevölkerung als von Kaufleuten abstammend erkannt wurden. Frau die Hilfe der Schwestern in Anspruch genommen, wie eine anwalt nicht zufrieden gestellt und in der Berufungs- Als nun so ein freisinnig behoster Vertrauensmann in letzter der Schwenern der Frau einen Korb schwer beladen" zurück instanz wurde Scholz zu einer Woche Gefängniß und Zeit die Jrrlehren von Eu- Genie folportirte und in jedem Hause gegeben hätte mit dem Bemerken: So nun wollen wir zum Tragung Der Kosten verurtheilt. Hiergegen legte jedoch aus denselben vorlas, lachte Alles aus vollem Halse. Denn, ist Bäcker gehen und auch ein Brot kaufen". Dies sei geschehen, wiederum der Beklagte Berufung beim Oberlandesgericht auch der Inhalt des Buches danach angethan, einen Lacherfolg voller Freude sei die Frau zu ihren auf Nahrung harrenden rechtzeitig ein. Die Verhandlung fand am Montag, den hervorzurufen, durch diese freisinnige Hose hat der Freisinn hier Kindern geeilt", aber als sie den Korb geöffnet, habe sie neben 12. Januar, Vormittags 11 Uhr, statt. Scholz wurde fostenlos wahre Lachsalven erzielt. Also Freifinn! Kopf hoch! Du hast zwei kleinen Bläschen, enthaltend je ein viertel Pfund Grüße freigesprochen. In der Begründung des Urtheils wird ausdrück- die Lacher auf deiner schwachen Seite. und ein viertel Pfund Gerste" den Korb mit allerhand Scherben lich hervorgehoben, daß eine Zusammenkunft von 16 Personen Einen Kommentar zu den Auslassungen Baumbach's über gefüllt gefunden". Nachdem der Leiter der hiesigen Geschäfts- wohl nicht als eine Versammlung, welche einer Anmeldungspflicht die gute Lage der Arbeiter des Meininger Oberlandes giebt auch stelle der sozialdemokratischen Niederrhein. Boltstr." sich unterliegt, angesehen werden könne, unisomehr als nur Sachen der Streit in der Sonneberger Zeitung" über die wahrhaft be geweigert, irgend welche Auskunft über den Ursprung der verhandelt werden sollten, welche nur die Tischler angehen, also dauerliche Nothlage der Glasarbeiter in Steinheid. boshaften Mittheilung zu ertheilen und nachdem das auch keine öffentliche Angelegenheiten im Sinne des Gesetzes Der Pfarrer behauptet, die Noth sei groß und bat um genannte Blatt fogar in Erwiderungen auf scharfe seien. Unterstützung durch Bestellung von Christbaumschmuck, welchen Zurechtweisungen von Seiten der Niederrheinischen Volkser selbst zum Besten der armen arbeitslosen Glasarbeiter verZeitung" feine Behauptung aufrecht zu erhalten und sich zum Zwickan. Nachdem in unseren benachbarten Landgemeinden senden wollte. Gegner des Pfarrers sind, wie ja leicht begreifzeugeneiblichen Beweise vor Gericht erboten hatte, gab die Vor- die Gemeinderaths- Wahlen beendet, kann auch von hier berichtet lich, ein Arbeitgeber steherin des hiesigen Klosters der Franziskanerschwestern langem werden, daß die Sozialdemokratie überall gute Erfolge erzielt welcher wahrscheinlich aus Lokalpatriotismus die Nothlage und ein Lehrer, geborener Steinheider, Drängen endlich nach und stellte Strajantrag bei der hiesigen hat. In allen Orten haben Sozialdemokraten Einzug in die leugnet oder vielleicht auch, weil er sich nie darum bekümmert töniglichen Staatsanwaltschaft. Letztere leitete auf Grund des Gemeinderäthe gehalten, denn in der Klasse der Unansässigen hat, dieselbe nicht kennt. Die hungernden, frierenden Arbeiter unterm 26. Juli gestellten Strafantrages die Untersuchung gegen waren überall unsere Genossen Sieger. Aber auch hungern einfach weiter und wagen, durch vieljährige Noth fast Herrn Grimpe zu Elberfeld ein. Und was thut derselbe? Er in der Klasse der Haus- und Gutsbesitzer ist mancher Sieg zu bis zum Stumpfsinn herabgekommen, weder dem Einen noch will angeblich den Wahrheitsbeweis vor Gericht erbringen, be- verzeichnen. Die Erfolge sind um so bedeutender, wenn man dem Andern zuzustimmen. Das sind einige von den Zuständen zweifelt aber gleichzeitig die Kompetenz der Schwester Arsenia erwägt, daß in einigen Orten unsere Genossen sich das erste Mal aus den gesegneten Gefilden des Meininger Oberlandes, Wahlzur Stellung des Strafantrags in dieser Angelegenheit, welche an dieser Wahl betheiligten und daß weiter, in der Klasse der kreis Meiningen II, wo Herr Baumbach residirt hat. eine ungenannte Nonne nicht aber die Schwester Arsenia an- Unansässigen von den Gegnern, theils Werfsbeamte oder sonst gehe u. f. w." Dann heißt es zum Schluß:„ Die Nieder- einflußreiche Personen als Kandidaten aufgestellt wurden. Beides Offenburg, den 8. Januar. Genosse Dr. Rüdt war vor rheinische Volks- Zeitung" fordert nun den Hermann Grimpe war in Reinsdorf der Fall. Resultat: Der Herr Obersteiger 30 St. einiger Zeit vom Schöffengericht zu Triberg wegen Beleidigung nochmals mit allem Nachdruck auf, entweder die bos- und unsere Genossen- Bergarbeiter- 75 Stimmen. Umja recht sicher des Gemeinderaths Hornberg, der die Mitwirkung der städtischen hafte Berdächtigung und Anschuldigung, welche er zu gehen, bedienten sich die sogenannten Ordnungsmänner hefto- Musik bei einem Arbeiterfest verweigert hatte, zu 100 M. Geldgegen die hiesigen Schwestern vom heiligen Franziskus erhoben graphirter Stimmzettel, damit der Unterschied, ob für Obersteiger traje verurtheilt worden. Diese Strafe wurde heute auf hat, öffentlich zu widerrufen oder 1. die barmherzige Schwester oder für Bergarbeiter, recht ersichtlich sei. Das alles half jedoch Berufung der Staatsanwaltschaft hier in eine 14 tägige Gefängnißzu nennen, welche in der von ihm geschilderten Art„ die Religion nichts. Besonders lebhaft und interessant war noch die Wahl in strafe ungewandelt. Die heutige Nummer des hiesigen„ Boltszum Deckmantel von Possen benutzt" haben soll; 2. die arme Marienthal, dafelbft wollten die Ordnungsleute die vor 2 Jahren freund" wurde wegen einer Kritit über sächsische Justiz beschlagFrau" zu bezeichnen, welche von dieser barmherzigen Schwester erlittene Niederlage wieder gut machen und verschiedene örtliche nahmt. Redakteur Adolf Geck hat sich am 14. und 19. d. M. vor dem Scherben statt Brot und Lebensmittel unter höhnenden Bemer- Verhältnisse und Vorkommnisse waren ihnen diesmal sehr günstig hiesigen und Karlsruher Schwurgericht wegen Preßvergehens zu fungen empfangen haben soll; 3. den Tag oder die Woche anzu- und wurden auch gehörig ausgenügt. Der Kriegerverein, Schüßen- verantworten. geben, an welchem oder in welcher sich dies zugetragen haben soll." gesellschaft, Turnverein, patriotischer Pfeifenklub, dito Gesangverein Herr Grimpe stellte bekanntlich Strafantrag wegen gröblicher u. s. w. hielten eine gemeinschaftliche Versammlung ab, wo die Beleidigung gegen die Redakteure der„ Niederrh. Volts- 3tg.", sowie Parole ausgegeben wurde, kein Sozialdemokrat darf gewählt werden. des„ Krefelder General- Anzeigers"; die Sache tam am Sonnabend, Ginige Höchstgestellte im Orte thaten gleichfalls in diesem Sinne ihr den 3. d. M., vor dem Schöffengericht zu Krefeld zum Austrag Möglichstes. Der Wahltag kam, er verging und brachte das Resultat: und Herr Grimpe hatte nach so vielfachen Verleumdungen und Klasse der Unansässigen unsere beiden Genossen mit 60 Stimmen Anfeindungen die Genugthnung, den Vorgang mit der barm- Majorität gewählt. In der Klasse der Haus-, Garten- und Guts herzigen Nonne vom heiligen Franziskus, die in ihrer Frömmig befizer erhielten die Gegner nur 5 Stinmen mehr. Mit diesem feit Scherben statt Brot verabreichte, vollständig beweisen zu Resultat brauchen wir nicht nur zufrieden zu sein, nein, wir tönnen. Die beiden Redakteure wurden je zu 10 M. Geldstrafe können stolz darauf sein. So schloß das Jahr 1890 würdig für oder einen Tag Gefängniß verurtheilt. uns ab und im neuen heißt's: Vorwärts und immer nur vorwärts. " " " 4 * * ( S. A.- 3.) " * * Deutsch- Fordon. Die Staatsbetriebe sollen Musterbetriebe werden, verlangte der Kaiser am 4. Februar 1890. Wie wenig königliche Forste Musterbetriebe sind, zeigt folgende Einsendung: In der königlichen Forst zu Jasienis wird alljährlich Holz eingeschlagen; die betreffenden Arbeiter, die diese Arbeit verrichten, verdienen bei angestrengter Thätigkeit täglich im Turchschnitt 30-40 Pfennig, von dieser riesigen Summe wird jetzt noch das Invalidengeld abgezogen. Holzabfälle dürfen nicht mitgenommen werden, dieses wird bestrast; da aber heuer der Winter ein besonders strenger Herr ist und die Arbeiter von ihrem Lohn Feuerung nicht kaufen können, so sucht doch ein jeder sich etwas Holz zu verschaffen. Dann kommt aber der allgewaltige Förster, der nebenbei bemerkt wohl bekannt ist, schimpft die Forstarbeiter Lumpen und Spizbuben und droht mit der Anzeige. Unaufgefordert gehen dann einige Arbeiter zu dem Förster und verrichten dort auf dem Hofe allerlei nothwendige Arbeiten, das gefällt dem„ Gnädigen" und er unterläßt vielleicht diesmal die Anzeige. Sollten sich die Arbeiter aber einmal nicht erkenntlich zeigen, wird angezeigt und da die paar Groschen nicht zulangen, wandern die Arbeiter einfach ins Gefängniß." Solche und ähnliche Zustände bestehen zur Zeit im Regierungsbezirk Bromberg. Effent. Wegen Majestätsbeleidigung, begangen durch einen Artikel in dem in Gelsenkirchen erscheinenden Verbandsorgan der Sonneberg i. Thür., 10. Januar 1891. Herr Dr. Baumbach) deutschen Bergarbeiter, wurde der Nedakteur desselben, Möller, ist nun endlich von uns gefchieden, um die Stadt Danzig mit von der hiesigen Straflammer zu drei Monaten Gefängniß seiner Person zu beglücken. Sein Scheiden ist vom hiesigen verurtheilt. sog. Freisinn sehr bedauert worden, was diesen armen Verwaisien vom Parteistandpunkt aus garnicht zu verdenken ist, denn was Dresden, 18. Januar. Die Sächsische Arbeiter Zeitung" es für eine Partei bei Wahlkämpfen bedeutet, den Landrath auf berichtet über geistige Waffen" im Gefängniß ihrer Seite zu haben, das weiß Jedermann. Dem Volke selbst in folgendermaßen: Es scheint allen denen, welche sich von Staats, unserm Kreise scheint über die Bedeutung des Herrn Dr. Baumbach so Rechts- und Unrechts Wegen mit dem Kampf gegen unsere noch kein rechtes Licht aufgegangen zu sein, denn die Vermuthung resp. Tendenzen beschäftigen, doch bitter Ernst zu sein. Dies wird der feste Glaube der hiesigen Freisinnigen und ihrer Lakaien, daß der gar herrlich illustrirt durch die Bekehrungsversuche, die man mit ganze Kreis in Thränen der Wehmuth beim Scheiden genannten unseren Genossen bei ihrem etwaigen Aufenthalt im Gefängniß Herrns sich auflösen müsse, ist nicht eingetroffen. Kalt und gefühllos vornimmt. Von derartigen Erlebnissen aus der allerneuesten blieb die Menge. Selbst die Versicherung, daß die allgemeine Beit möge Folgendes hier Platz finden: Bei der Aufnahme in Nothlage, welche von den Sozialdemokraten immer gerügt würde, die Anstalt wird ein wegen Gottesläsierung verurtheilter Genosse für das Meininger Oberland nicht zutreffend sei, hat bei der dem Anstaltsgeistlichen vorgeführt. Seine Ehrwürden liest die darbenden, jezt meist arbeitslosen Bevölkerung die Gefühle für Atten durch und wendet sich nun an den Gefangenen mit den das geniale freisinnige Gestirn, Herrn Dr. Baumbach, nicht Worten:" Echt sozialdemokratisch!" Nach kurzer Einleitung zu erwärmen vermocht. kommt sodann eine Schmährede auf Bebel's" Frau", in Wie aber eine jede seiende oder werden wollende Größe unsere Lage von Tag zu Tag verschlechtert, zeigt sich nicht nur Achtung! Modelleure und Gipsbildhauer! Daß sich welcher geradezu„ H. " gepredigt werde! Der Ge- beim Kommen und Gehen sich durch eine hervorragende That be- darin, daß das Angebot von arbeitslosen Sträften in unserer fangene widerlegt," so gut es ihm als Sträfling möglich ist. merklich zu machen sucht, so hat auch Herr Dr. Baumbach kurz Branche immer mehr zunimmt, sondern auch darin, daß das Der Herr Pfarrer meint: Nun ja, die heutigen Ehen sind ja vor seinem Scheiden von hier den hiesigen Redakteur des hier Verhalten einiger fogen. Arbeitgeber" den Gehilfen gegenüber auch nicht das, was sie sein sollten! Man soll eben nicht so erscheinenden sozialistischen Blattes Thüringer Volksfreund" aufs immer rücksichtsloser wird. Auch bei uns macht sich das kapireich und auch nicht so arm heirathen!" Nach längerer Debatte Neue mit dem Staatsanwalt in Berührung gebracht. In dem talistische Ausbeutungssystem immer mehr bemerkbar. Während sagt der Sträfling:„ Ich wünsche nur, Christus käme wieder und betreffenden Blatte war ein Artikel über standalöse Vorkomm- man früher bei dem Inhaber eines Geschäfts wenigstens einige fähe, was aus seiner Lehre geworden ist!" Der Pfarrer darauf: nisse im Kreis- Krankenhause, betreffend die Das wünsche ich auch Behandlung technische Kenntnisse voraussetzte, findet man heut bei vielen derEr würde allerdings vieles anders der ausschließlich aus Arbeitern und Arbeiterinnen bestehenden selben keine andere Grundlage, als einen tüchtigen Beutel Geld, finden, als er es wünscht!"-- Am nächsten Sonntag predigt Patienten von Seiten der dort thätigen frommen Schwester der aber seine segensreiche Wirkung nicht im entsprechenden Be Derfelbe Pfarrer über das Thema:" Liebet Gure Feinde!" eingerückt. Da nun dieses Krankenhaus auch der Amtsthätigkeit zahlen der geleisteten Arbeit, sondern im Aufsaugen des Profits Nicht minder aber ist die Sonntagslektüre zum" Kampf" des Herrn Dr. Baumbach unterstellt war, so hat sich derselbe ausübt. bestimmt. Boziale Uebersicht. So fragt, um nur zwei Beispiele anzuführen, veranlaßt gefühlt: 1. Einen zwei Spalten langen Artikel gegen Einer dieser Geschäftsinhaber ist ein Herr Vogler, Kurfürsten Versammlungen. Teuten. ftraße 37, welcher beabsichtigt, in der Fabrikation von Bilderrahmen im Eulengebirge, sowie in anderen Gegenden Deutschlands leben. I noch keine Stellung zu dem Verband zu nehmen, sondern erst die alles in Berlin geleistete in den Schatten zu stellen durch die Der Wochen- Durchschnittsverdienst nicht einer Personson- Konstituirung desselben, welche am 1. Februar stattfindet, abzu Des Erzeugnisse seiner Werkstatt. Ob ihm dies bisher gelungen dern einer ganzen Weberfamilie beträgt im Eulengebirge 5-7 M., warten und diese Angelegenheit bis dahin zu vertagen. wäre, ist uns zur Zeit unbekannt; das aber wissen wir, und dies bei einer Arbeitszeit von 13, 14 und 15 Stunden. Jetzt Weiteren brachte der Vorsitzende, Kollege Alschner, in Anregung, daß dieser Herr, obwohl er vom Modelliren Nichts versteht, in werden Bittgesuche um Sammlungen von Geld durch das ganze an diejenigen Firmen in Berlin, welche noch 10 Stunden arbeiten der Behandlung seiner für ihn modellirenden Gehilfen Alles bis deutsche Land gesandt; nicht etwa zur Unterstützung der arbeits- lassen, ein Zirkular zu richten, worin ihnen das Ergebniß der vor her Dagewesene übertrifft. Alle Einzelheiten hier aufzuzählen, losen Weber des Eulengebirges, nein für die arbeitenden, Kurzem aufgenommenen Statistik vorgeführt wird, nach welchem würde zu weit führen; um aber etwa nach dort sich sehnen, den denen dafür Suppe verabreicht wird. Die Löhne sind in den bereits ein großer Theil der Berliner Firmen die 9 resp. 91/2 stündige Kollegen begreiflich zu machen, wie wünschenswerth der Auf- letzten Jahren rapide in unserem Gewerbe heruntergegangen. Arbeitszeit eingeführt habe bei theilweise noch besseren Löhnen, enthalt in dem betreffenden Geschäft ist, wollen wir hier nur So sind sie in Taura in Sachsen für ein bestimmtes Quantum und so die ersteren zu veranlassen, ebenfalls die Arbeitszeit auf mittheilen, daß daselbst stets für Abwechslung in der Arbeit ge- bestimmter Arbeitsarten vom Jahre 1884 bis 1890 gesunken von das angegebene Maß zu beschränken. Kollege Klau hält den Vorforgt ist, indem es Herr V. sehr gern sieht, wenn die Gehilfen 3 M. auf 80 Pf., von 50 auf 30 Pf., von 3,50 auf 2 M., von schlag für zweckentsprechend, meint aber, daß der gegenwärtige auch beim Leistenabladen" thätig sind; außerdem tommt man 1,10 M. auf 60 Pf. u. f. f. Lohnarbeiter, Besitzer von Kattun- Zeitpunkt hierzu nicht geeignet wäre, da ein großer Theil der auch nicht in Gefahr, an Altersschwäche in dem Geschäft zu stühlen, bekommen jetzt für eine Arbeit, wo sie 1884 6 M. für Kollegen sich infolge des schlechten Geschäftsganges augenblicklich sterben, da man in demselben nur wenige Tage alt wird; in bekommen haben, nur noch 1,60 M. Neben dem Herunter- sogar, und zwar sehr zu ihrem Nachtheil, mit einem 6-7 stündigen furzer Zeit haben jetzt 4 Kollegen dort aufgehört, von denen einer gehen der Löhne steht als zweiter maßgebender Faktor Arbeitstag einverstanden erklären müßten. Der Vorsitzende ver zum Schluß sich noch genöthigt gesehen hat, den Herrn V. vor für die Verschlechterung die Verschlechterung der Lebenshaltung unserer Ge- spricht hierauf zu geeigneterer Zeit einen entsprechenden Entwurf die Schranken des Gerichts zu fordern. werksgenossen die Vertheuerung der Lebensmittel, welche die vorzulegen. Unter Verschiedenes wurden einige interne Angelegen Kollegen, gegen solche Behandlung, wie sie unseren von allen Ländern für sich in Anspruch genommene Schuß- heiten erledigt. dort arbeitenden Kollegen von Seiten dieses Herrn zu zollpolitik hervorgerufen hat. Geschützt ist dabei gar nichts Die Stockarbeiter und Berufsgenossen hielten am 11. Theil geworden ist, Front zu machen, ist die Pflicht worden. Wenn unsere Branche soweit heruntergekommen ist, daß Aller; aber irgendwelche positive Maßregeln dagegen arbeitende Angehörige derselben durch Suppenanstalten unterstützt dieses Monats eine öffentliche Versammlung ab. Zum Bericht zu treffen, wäre wäre bis jetzt zwecklos gewesen, weil der werden müssen, so ist sie werth, daß sie für Deutschland zu Grunde des Schiedsgerichts- Kommission der Stockfarbeiter erhielt Kollege Indifferentismus so vieler Kollegen einen Erfolg von geht. Es ist soweit gekommen, daß Weber die Schweinetröge bei Hildebrandt das Wort. Derfelbe führte ungefähr folgen vornherein ausschloß. Es giebt leider noch sehr viele Kollegen, den Bauern mit den Fingern durchwühlt haben, ob nicht noch ein des aus. Die Kommission habe von Anfang an den Streik im die, anstatt sich dem ihre Interessen wahrenden Verein anzu Stückchen Kartoffel in ihnen zurückgeblieben sei. Diese Leute können Frühjahr geleitet, Verhandlungen mit den Arbeitgebern haben schließen, sich von demselben fern halten, um so auf Kosten ihrer Nichts für die Organisation und die Zeitung zusteuern. Durch den Ver- damals stattgefunden, und es wurde auch eine Einigung unter die Solidarität hochhaltenden Kollegen im Trüben zu fischen. trieb der Zeitung müssen möglichst Ueberschüsse erzeugt werden, damaligen Verhältnissen herbeigeführt; die Unternehmer glaubten Um nun wenigstens für die Zukunft gegen alle derartigen Fälle um diesen armen Berufsgenossen die Zeitung gratis liefern zu aber, daß die Gehilfenschaft sich nach dem Streit wieder zer gewappnet zu sein, wollen wir hierdurch noch einmal jeden können. Sie selbst können sich nicht helsen, ohne durch die streuen werde und waren der Meinung, die Schiedsgerichts- Sache Kollegen ermahnen, seiner Pflicht nachzukommen und sich dem Besserfituirten unterstützt zu werden. Redner weist an der Hand würde im Sande verlaufen. Die Fabrikanten mußten also erst „ Verein der Modellere und Gipsbildhauer" anzuschließen. Daß der Statistik nach, daß von über anderthalb Tausend Berufs- wieder gezwungen werden, Ernst mit dem Schiedsgericht zu Redner giebt eine Uebersicht über die Thätig um Arbeit zu erlangen, fein Kollege mit seiner Arbeitskraft in genossen ein Durchschnittsverdienst von 7,85 M. erzielt wurde. machen. den Werkstätten resp. Ateliers hausiren gehen, sondern sich stets Sehr schlecht sei die Lage der Frauen; sie müßten mehr zur keit des Schiedsgerichts und zieht daraus den Schluß, daß an die allgemeine Stellenvermittelung der Bildhauer Berlins", Organisation herangezogen werden. Man strebe danach, das für dasselbe, wenn es auch bei der jetzigen schlechten Geschäftslage Annenstr. 16, wenden wird, ist wohl selbstverständlich;- dann eine richtige Vertretung der Interessen der Genossen Nöthige, nicht im Stande sei, alle Schäden im Gewerke zu beseitigen, doch werden sich auch alle getäuscht sehen, die so denken wie Herr auf der einen Seite eine gute Organisation, auf der anderen eine für die Zukunft zu den besten Hoffnungen berechtige. Redner Vogler, der zu einem Kollegen triumphirend sagte:„ Gehen gute Presse zu schaffen.( Beifall.) An der Diskussion betheiligten fordert zum Schluß auf, bei der Neuwahl nur solche Kollegen in Sie nur, da draußen warten auf Ihre Stelle schon zehn sich mehrere Redner. uhlich( Chemnitz) spricht sich dagegen die Kommission zu wählen, welche auch gewillt sind, ihr Amt mit Andere." aus, daß man Walther das Blatt(„ Textilarbeiter") mit einem Lust und Liebe zu versehen. In der Diskussion sprach Kollege Male abnehmen wolle. R. Schulz: Wenn Herr Kühne über die Vorgänge in der Firma Gebauer, und Kollege Dresden. In der am 10. d. M. stattgefundenen Versamm Walther das Blatt mit Daransehung aller feiner Strohmeier beschuldigte einen Fabrikanten, dessen Namen er lung des Fachvereins der Bronze- Arbeiter wurde die VeröffentKraft in Die Höhe gebracht habe, ohne sein per- auf Besragen auch nannte, daß er die Verhandlungen des lichung solgender Mittheilung beschlossen. Von der Firma Carl in den Vordergrund zu stellen, so Schiedsgerichts geflissentlich aufhalte. Darauf fand die Neuwahl Meisner, Sächsische Bronzewaaren- Fabrik, Dresden, werden fort fönliches Interesse dauernd in Berlin Arbeitsfräfte gesucht. Wir machen die Ber- müsse er( Redner) es als unmoralisch gehandelt erklären, wenn der Schiedsgerichts- Kommission statt; gewählt wurden die man es ihm so mir nichts, dir nichts abnehme. dir nichts abnehme. Die ganze Kollegen Schubart, Ullrich, Meißner, Lange, Hoffmann, Schadow, liner Kollegen darauf aufmerksam, daß abgesehen von dem Sache sei das Resultat eines Streites zwischen Walther und dem Koschel, Hildebrandt, Pablowsky und Strohmeier. Unter Ber großen Ueberfluß an Arbeitskräften im Allgemeinen, bei der Firma C. Meisner fein Arbeiter, wel- Abgeordneten Albert Schmidt. Die Eitelkeit des letzteren scheine schiedenem spricht sich Kollege Hildebrandt entschieden gegen cher nicht sehr gut auf die dort fabrizirten Ar- maßgebend gewesen zu sein. Redner macht den Vorschlag, um den neuesten Bericht in der Fachzeitung aus, welcher nichts als titel eingerichtet ist, mehr als 10-12 M. pro Woche verdienen eine Vermittelung hert eizuführen, die Angelegenheit dem nächsten Verdächtigungen gegen die Berliner enthalte. Der Vorstand der Zentral- Lohnkommission möchte sich doch in's Gedächtniß zurück fann, und noch sein Werkzeug, Feilen u. s. w. sich selbst Rongreß zur Regelung zu überweisen. halten muß. Mit kollegialischem Gruß F. Engel, Dresden, Ziegel- den Vorwurf, Walther aus persönlichen Gründen schädigen zu Behr( Gera) verwahrt sich und das Agitationskomitee gegen rufen, daß es die Berliner Kollegen gewesen seien, welche bei dem Wiener, bei dem Rathenower und bei dem straße 17, 2 Tr., zur Zeit Vorsitzender des Fachvereins der wollen. Für ihr Handeln sei blos allein das Interesse des Perlmutterstreik helfend eingesprungen sind und große Summen Bronze- Arbeiter von Dresden und Umgegend. Gewerks maßgebend gewesen. Walther würde zu jeder Zeit seine abgesandt haben und daß die Zentral- Lohnkommission daher nicht Druckerei verkaufen, das sei sicher. verlangen könne, daß noch Gelder nach Hamburg geschickt werden. Reichelt( Chemnitz). Die Berliner haben nicht über die Schließlich wurde das Büreau beauftragt, dem Vorstande der Angelegenheit endgiltig zu bestimmen. Kompetent dazu ist das Zentral- Lohukommission noch einmal Klarheit über die Agitationskomitee im Verein mit den Provinzial- Vertrauens- Berliner Verhältnisse zu verschaffen. Dann berichtete Kollege Menzel über Zustände, die in der Reglaff'schen Werkstatt Eine öffentliche Versammlung der Tegtilarbeiter und Fiebich( Limbach) ist in Vertretung Albert Schmidt's er- herrschen. Neben sanitären( gesundheitlichen) Mißständen tadelte Arbeiterinnen, als da sind: Weber, Wirker, Spinner, Stider, schienen. Er protestirt dagegen, daß Schmidt den Walther Redner besonders das Verhalten des Besitzers und seiner Söhne Färber, Seiler, Posamentirer, fand am Sonntag unter dem Vorsitz ruiniren wolle. Als Schmidt als Redakteur in der Zeitung an- gegen die Arbeiter und erzählte einige Vorfälle, die seine Be Es wird die Hoffnung aus des Herrn Schuster statt. Die Versammlung war gut besucht. gestellt wurde, mußte er, der die Mißstande in den Fabriken friti- hauptungen beweisen sollten. Zum ersten Punkt der Tagesordnung: Stellungnahme zu unserem siren und bekämpfen sollte, erst auf Abschaffung derartiger Miß- gesprochen, daß eine Zeit kommen wird, wo wir mit diesem Fachblatt„ Der Textilarbeiter" ergriff zunächst Herr A. Behrstände in der Druckerei dringen.( Lange Arbeitszeit 2c.) Walther Fabrikanten einmal ein Wörtchen sprechen werden; ebenso wird Gera das Wort. Nachdem derselbe den Nutzen der Presse im habe Schmidt brutal behandelt; der Kapitalist Walther über den die Firma Gebauer zum nächsten Frühjahr etwas näher in Allgemeinen dargelegt, unterwarf er die Gewerkschaftspresse einer Sozialdemokraten Walther den Sieg davongetragen. Es liegen Augenschein genommen werden müssen. längeren Besprechung. Das Organ einer Gewerkschaft sei nicht Briese vor, in denen Walther bestätigt, daß er sich nicht mehr Die am Sonntag, den 11. Januar, in Schnegelsberg's blos dazu da, um in ihm die geschäftlichen Angelegenheiten der halten könne. Nachdem noch einige Redner zu den Anträgen felben bekannt zu geben; sondern hauptsächlich auch dazu, um in gesprochen, wurde folgendes beschlossen:„ Die endgiltige Rege- Festsälen stattgefundene, öffentliche Versammlung für Frauen und ihm die Prinzipien der Vereinigung einer Besprechung zu unter- lung der Angelegenheit wird dem nächsten Kongreß überlassen." Männer, veranstaltet von dem Lese- und Diskutirklub" Freie ziehen. Man glaube vielfach, die technischen Angelegenheiten Im Einverständniß mit den Vertrauensleuten unterbreitet das Denker", stand unter Leitung des Genossen Gefrois. Der eines Gewerbes müßten in dem betreffenden Fachblatte Agitationsfomitee der Textilarbeiter Deutschlands der Versamm- Referent, Regierungs- Baumeister a. D. Keßler sprach unter eingehend erörtert werden. Diese Ansicht fei eine lung folgende Resolution: Wir erklären es für richtig, daß der lebhastem Bei all über das„ religiöse Gefühl". Die Versammlung war sehr start besucht, und Hunderte falsche; sie sei es schon darum, weil derartige Er- Textilarbeiter" in die Hände der Fachgenossen i bergeht. Es am mußten wieder umkehren, da der Saal nicht mehr Raum bot. es nicht schon früher nöthig ist, örterungen für das Gros der Leser der Fachblätter in unserem hat dies, wenn Den Redakteur Diese Versammlung war die erste ihrer Art in dieser Gegend. Sinne feinen Zweck haben, da sie sie nie in einem eigenen Betriebe 1. April zu geschehen." Busayantrag: Unter„ Verschiedenem" forderte die Genossin Frau Fahren praktisch verwerthen können. Das Bestreben, technische Angelegen hat das Agitationskomitee zu bestimmen." wald zur regen Betheiligung an der in Scheffer's Salon, Insel heiten in der Fachpresse zu besprechen, hat sich auch in den Sierauf ergriff zum zweiten Punkt der Tagesordnung: straße, stattfindenden Arbeiterinnen- Versammlung auf und lud Organen der Zertilarbeiter, in der zu Grunde gegangenen Kontrolmarke für deutsche Textilwaaren" Herr Reid, elt( Chemnik) zum Abonnement auf die„ Arbeiterinnen- Zeitung" ein. Ein An zum Abonnement auf die„ Arbeiterinnen- Zeitung" ein. Ein An Manufaktur- Arbeiterzeitung", sowie in den ersten Nummern des bas Wort. Er führte aus: Die sächsischen Textilarbeiter waren trag, die Tellersammlung nach Schluß fortzusetzen und den Ueber " Textilarbeiter" bemerkbar gemacht. Jetzt ist es nicht mehr der die ersten mit, welche den Segen des Kartell- Reichstages vom trag, die Tellersammlung nach Schluß fortzusetzen und den Ueber schuß der Hamburger Gewerkschaftstasse zu überweisen, wurde Fall, da auch hier die Ansicht maßgebend wurde, daß der haupt- Jahre 1887 zu spüren bekamen. Lebensmittelvertheuerung und schuß der Hamburger Gewerkschaftskasse zu überweisen, wurde einstimmig angenommen. Folgende Resolution wurde vom Ge fächlichste Zweck der Fachzeitung sei, ihre Leser über ihre Klassen- Lohnreduktionen gingen Hand in hand. In Chemnitz und Um- nossen Keller eingebracht und einstimmig angenommen:„ Die lage aufzuklären. gegend kam es zu Streiks, die meist glücklich durchgeführt wurden. heutige Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Gine feste große Organisation haben die Textilarbeiter lange a fam die amerikanische Schußzzoll- Gesetzgebung; ihre Wirkungen Referenten einverstanden und verspricht an ihrem Wissen und nicht gehabt. Der Allgemeine deutsche Manufakturarbeiter auf die Industrie Deutschlands sind bekannt. Die Textilindustrie Verein ist vernichtet worden. Das damalige Organ des Gewerkes, hat furchtbar darunter zu leiden. In Chemnitz u. A. wurden ihrer Aufklärung weiter zu arbeiten, damit wir späterhin wirklich Der Manufakturarbeiter", hat jetzt kaum noch 100 Abonnenten, bie Löhne( Akkord) um 15 bis 20, ja jogar 30 pCt. herabgesezt; wahre Freiheit zu unserem Eigenthum haben." Mit einem Hoch auf die internationale, Völker befreiende welche sich, da die Zeitung schon lange nicht mehr den Anforde- außerdem wurde die Arbeitszeit um zwei Stunden verkürzt, wo- Sozialdemokratie schloß der Vorsitzende die Versammlung. Unter rungen, die man an ein Fad organ stellt, entspricht, aus den Fach- durch das Einkommen, da Afford, noch geringer wurde. G Gesang und Tanz blieben die Genossen in fröhlicher Stimmung genossen rekrutiren, die die Bewegung nicht verfolgt haben. Da der kostete einen großen Kampf, um einen allgemeinen Ausstand zu Da noch lange beisammen. " Manufakturarbeiter" nach und nach durch das von der einen verhindern, dessen Folgen unberechenbar gewesen wären. Hand in die andere Wandern inhaltlich so gestellt wurde, daß stellten die Arbeiterinnen der Stärkeschen Fabrit, die in vierzehn Der Verband der Zimmerlente Berlins feierte am er nicht mehr im Stande war, die Interessen der Gewerksgenossen Tagen ca. 6,05 Mt. im Durchschnitt, im höchsten Falle 12 Wiart Mittwoch, den 31. Dezember 1890, sein Sylvester- Vergnügen in vertreten zu können dieselben hatten allen nothwendigen Ein-( in 14 Tagen) verdienten, die Arbeit ein. Um einen Druck aus: Joel's Salon, Andreasstr. 21. Das große geräumige Lokal wat fluß auf ihn verloren wurde von einigen unter ihnen der zuüben, wurden alle Arbeiter ausgesperrt. Bald wurde von vollständig überfüllt von Genossen, Freunden und Mitgliedern, Textilarbeiter" gegründet. Trotzdem kein großer Verband der einem Theil die Arbeit wieder aufgenommen. Seit dieser Zeit welche mit ihren Frauen und Bekannten erschienen waren, un Textilarbeiter existirte, sondern nur noch hier und da Lokal sind beständig ca. 30 Ausgesperrte in Chemnitz. Man sah sich in freudiger Stimmung das alte sorgenvolle Jahr zu Grabe zu organisationen, fam die neue Zeitung immer mehr in die Höhe; genöthigt, seitens der Arbeiter eine eigene Fabrik zu gründen, um tragen und ein neues besseres zu beginnen. Das Fest gestaltete ja, sie hat in letzter Zeit sogar die Zentralisation ersetzt. Die den Ausgesperrten Arbeit zu verschaffen. Man ist nun dabei, sich unter Mitwirkung des Gesangvereins Hoffnung" durch den Prinzipien, welche in der Zeitung vertreten sind, sind derartige, die Kontrolmarke, vorläufig für Chemnitz und das zunächst ge- Gesang der Lieder: Aufruf, von Herwegh. Ein Sohn des daß sie sich allen anderen Gewerkschaftsblättern ebenbürtig zur legene Gebiet einzuführen. Das System muß aber, wenn es Volfes u. a. m. zu einem echten, wahren Arbeiterfeste. Seite stellen kann. Die Aufgaben, welche eine Organisation in seinen Zweck erfüllen soll, in ganz Deutschland angewandt Der Geist, der das ganze Fest beseelte, fand auch weiter heutiger Zeit zu erfüllen hat, sie werden im„ Textilarbeiter" ver- werden. Da Jeder Strumpfwaaren gebraucht, geht es seine Bestätigung in der Festrede des Genossen Ortland, welcher treten; es wird in ihm gezeigt, daß das Endziel der Arbeiter ganz gut durchzuführen. Redner verbreitet sich nun des in Furzen aber kräftigen Worten die Kämpfe bewegung ist, eine Umwälzung der heutigen Produktionsweise herbei- längeren den Arbeiter Nüglichkeit der Kontrolmarte, aller Länder im verflossenen Jahr nochmals ausdrückend, man möge in Berlin die Frage vorführte und beleuchtete, und zuführen. In letzter Zeit hat sich nun etwas vollzogen, was dem Wunsch darauf hinwies, Agitationskomitee Anlaß gab, der Frage näher zu treten, ob man betreffs allgemeiner Einführung der Kontrolmarke in der Textil- neue vielleicht noch schwerere Kämpfe in diesem Jahre uns bevor nicht den Textilarbeiter" aus den Händen des bisherigen Ver- Industrie Deutschlands berücksichtigen. Den Ausführungen wurde stehen und um nun als Sieger aus dem Kampfe hervorzugehen, legers Walther in diejenigen der Gewerfsgenossen überführen solle. Beifall gezollt. In Anbetracht der vorgerückten Zeit( der ist es nothwendig, daß sich die Frauen und die Männer der Ar Wie es zweckmäßig ist, ein politisches Organ als Parteieigenthum Saal mußte um 3 Uhr geräumt sein) wurde von einer Diskussion beit fest und geschlossen um das Banner der Sozialdemokratie, zu besitzen, so ist es wohl auch zweckmäßig, wenn ein Fachblatt Abstand genommen. Der Ueberschuß der Tellersammlung wurde Freiheit, Gerechtigkeit, Brüderlichkeit schaaren. Langanhaltender, Eigenthum der Fachgenossen wird. Hauptsächlich maßgebend für für die Weber im Eulengebirge bestimmt. Hierauf wurde die levhafter Beifall folgte diesen Worten. Nach dem Gesang be das Agitationskomitee bei der Erwägung dieser Frage war der Versammlung mit einem Hoch auf die Bewegung geschlossen. Liedes„ Ein Sohn des Volkes"( von Pfeil) folgte der Vortrag Umstand, daß Herr Walther vielleicht bald nicht mehr in der Lage sein wird, das Blatt weiter herstellen zu können. Es würde über Posamentenbranche. In der am 6. Januar stattgehabten Das sterbende Handwerk", vorgetragen von Fräulein Neumann. kurz oder lang eine Unterbrechung im Erscheinen eintreten, was Versammlung der Freien Vereinigung der Arbeiter und Arbeite- Reicher Beifall wurde auch ihr zu Theil. Nachdem noch die vom hauptsächlich jetzt, da der Kongreß der Textilarbeiter bevorsteht, rinnen genannter Branche erstatteten die Kollegen Nolting und Verein veranstaltete Verloosung von Bildern bewährter Vor vermieden werden muß. Dies bewog das Agitationskomitee im Klau Bericht vom Posamentierfongreß, welcher vom 26. bis kämpfer des Proletariats, stattgefunden hatte, kam wieder Ta Verein mit den Provinzial- Vertrauensleuten zu beschließen, daß 28. Dezember in Offenbach a. M. tagte. Vertreten waren auf Gesang und schließlich wurde das vom Genossen Audorf zu das Organ vom 1. April ab als Eigenthum der Gewerks- demselben 11 Städte durch 13 Delegirte, worunter eine Frau. Jahreswechsel gedichtete Lied vorgetragen. Die Redaktion solle genossen zu erscheinen habe. ein Aus den Angaben der einzelnen Delegirten ergab sich, daß die Fachgenosse übernehmen. Die Fachgenossen haben dann Arbeitszeit in den Provinzstädten 10-10%/ 2 Stunden beträgt, die Pflicht, die Existenz des Blattes durch eifriges Abonniren und während in Berlin nicht über 10 und theilweise nur 9 Stunden Die Lohnverhältnisse liegen jedoch in den Agitiren dafür, zu sichern; die Existenzmöglichkeit ist ja vorhanden. gearbeitet wird. " über die " der daß Brieffaffen der Redaktion. Redner fordert zur Agitation für die Organisation auf; nur Provinzstädten verhältnißmäßig günstiger, da dort die Beschäfti- Bet Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Briefli wenn sie eine starte sei, fönne man daran gehen, die gedachten gung in der Regel eine stabilere ist, während die Berliner PosaE3 Zustände, welche unter den Textilarbeitern des Eulengebirges, mentiere sehr unter der Saisonarbeit zu leiden haben. Antwort wird nicht ertheilt. Oderbergerstr. 1. Wer aus der Kirche austreten will, muß Oberfrankens, des Voigtlandes u. s. f. herrschen, zu beseitigen. wurde schließlich gegen die Stimmen der Berliner Delegirten ein beim Amtsgericht seines Wohnortes den schriftlichen Antrag Die Ausführungen des Redners wurden mit Beifall aufgenommen. Verband der Posamentierarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands stellen, einen Termin zur Entgegennahme seiner Als zweiter Rejerent ergriff hierauf Herr A. Beyer( Kottbus) das gegründet mit dem Sit in Offenbach, und der in Burgstädt er zusetzen. 2. Das Verbrechen der Bigamie wird bestraft, sobald Wort. Derselbe schlägt Herrn Behr zum Redakteur des" Textil- scheinende Textilarbeiter" zum Verbandsorgan erklärt. Der die Behörde Kenntniß von demselben erhält, ohne daß es dazu In der hierauf folgenden Erklärung be arbeiter" vor. Es ist die Frage aufgetaucht, ob nicht alle Ge- Hauptsitz der Posamentenindustrie, das Erzgebirge, war auf dem eines förmlichen Strafantrages bedarf. F. M., Oldenbüttel. Das Unfall- Versicherungsgende werkschaften und Gewerkschaftsblätter zentralisirt werden könnten. Kongreß leider nicht vertreten. Diese Anregung ist eine verfrühte. Redner schildert hierauf die Diskussion, welche nichts besonders Interessantes bot, wurde stand im Jahre 1883 noch nicht und hat feine rückwirtende grauenhaften Verhältnisse, in denen die Gewerksgenossen schließlich auf Antrag des Kollegen Schubert beschlossen, vorläufig Kraft. Sie können also keinen Anspruch erheben. Verantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.