Morgenausgabe Rr. 607 A 302 45.Jahrgang Bibenti 8531. moretfi 8,60 t tborous jablbar. Boitbezug 4.32. einigt Bestellgelb, uslandsabonne ment& pro Monat Der Berwirty ericheta sentäg ich gmeimal, Sonntags und Montags einmal, die bendausgaben für Berlin and un Handel mit dem Titel Dez Abend Flustrierte Beilagen Bol and Zeit und Kinderfreund". Fernez Unterhaltung und Biffen". Grauen Stimme". Technit Bild in Bis Büderwelt und Jugend- Borwärts Vorwärts Berliner Volksblatt Dienstag 25. Dezember 1928 Groß- Berlin 10 Pt. Auswärts 15Pf. Dis eta1palttge Ronparetegele 0 Pfennig. Reflame elle a Reichs art. tleine Anzeigen das ettge brudte Mort 25 Pfennig( zuläffig ge Fettgebrudte sprte), jedes meitere Bort Bfennig. Steliengefuche das erite, Bort 15 Efennig, tebes weitere Bort 10 Bienntg. Borte über 15 Buchstaben sablen für zwei Borte. Arbeitsmar Selle 60 Pfennig Familienanzeigen füs Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen ennahme im Hauptgeldhaft Linden trage 3, wochentagl, von 8 bis 17 Uhr Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin S 68, Lindenstraße 3 Vorwärts: Berlag G.m.b.. Gernsprechez: Tönhoft 292-297 Telegramm- Abr.: Sozialdemokrat Berlin Boltschedfonts: Berlin S7 386 Banffonto: Ban! Der Arbetter. Angefteltex und Beainten Walltt. 65 Diskonto- Gesellschaft. Depofitentafie Lindenstr S Der Kampf ums Licht. Länderfarte Europas zeigt die nerrüdten Fegen einer Eine Weihnachtsbetrachtung.arrentappe vom fälieſten Weiß bis zum brennendsten Rot. Von Max Barthel Brometheus, erzählt die griechische Sage, ftieg in den Olymp. Ihn jammerte die Menschheit. Hier oben bei den Göttern war Frieden und Bicht Da unten bei den Menschen auf der Erde mar nichts als Nacht. Und da raubte Prometheus für die Menschen vom Zeus das Feuer. Er murde bafür an den taukasischen Felsen geschmiedet Dann fam der Adler und hadte mit frummem Schnabel im Leibe des Gefesselten und fraß seine Leber. Jeden Tag tam der Abler, hadte unb fraß. Jede Nacht heilte die Wunde. Jeden Tag wurde sie wieder aufgerissen. Prometheus schrie und litt. Manchmal lächelte er durch alle Schmerzen. Er verfluchte die Götter, er liebte die Menschen. Bon seinem Marterstein sah er das Feuer lobern. " Das Feuer loberte, aber es war noch nicht gebändigt. Die Menschen standen im Licht, aber sie stanben bald wieder in der Nacht. Das Feuer verfant im Blutnebel vieler Ariege, es ging unter in den Tränenmeeren geschlagener Geschlechter. Das Feuer wurde zum Fluch, verheerte ganze Bänder und legte auf sie die schwarzen Tücher der Trauer und der Aiche Aus der Trauer, aus der Afche aber flog immer und immer wieder ein unsterblicher Funke empor, nermählte sich mit anderen Punkten zur leuchtenden Flamme, und in diesem neuen Licht bauten die Böller neue Städte, neue Staaten. Der Schrei nach Prometheus, und das war der Schrei gegen die Götter, der Schrei nach Frieden und Wohlgefallen, der Schrei nach Prometheus ging durch die Jahrtausende bis in unsere Lage. Der Schrei nach Prometheus war der Schrei nach Bändigung des Feuers, der Schrei nach Gerechtigkeit und Erlösung. Und dieser Schrei gebar neue Götter, gebar neue Heilslehren. Der meffianische Schrei nach Frieden in allen Ländern, in allen Zonen ballte und schallte. Prometheus am laukasischen Felsen und Christus am judaischen Kreuz murben Brüder: aus Leid und Opferung soll Freude und Seligkeit tommen. Bis zur Freude und Seligkeit für alle Menschen ist noch ein weiter und mühsamer Weg. Auch heute ist das Feuer Ländern zusammen, frißt den Frieden, zündet den Haß und beleuchtet pathetische Manifeste, die in den Meeren aus Blut und Tränen schwimmen. Das Wehegeschrei der Zertrampel ten, bas Butgebrüll der Aufständigen rast um die Erde. Das Feuer ist mit dem Blute verschwistert. Die Hymnen an dem heutigen Tag, die Erlösung lobfingen sollen und wollen, fingen wie Trauergefänge. An den kaukasischen Felsen der Armut und Ausbeutung sind in unserer Zeit die unterdrückten Klassen und Bölker geschmiedet. Viele Ketten flirren. Einige Retten sind schon zerfeßt. 27 Die Haupttette riß in Deutschland vor zehn Jahren. Bor zehn Jahren- vier Beihnachtsfefte wurden im Kriege ermordet, die feurigen Gloden naher und ferner Trommelfeuer läuteten sie zu Grabe vor zehn Jahren aber flog wieder ein unsterblicher Funke des ewigen Feuers empor: Revolution in Deutschland! Umfturz des Atten! Lichtblizz des Neuen! Bor zehn Jahren saufte das promethische Feuer in den roten Fahnen, die von den Arbeitern und Soldaten durch die Straßen der Städte getragen wurden. Bor zehn Jahren begann in Deutschland der große erschütternde Kampf um die Bändigung des Feuers. das heißt: der Kampf für den Frieben, der Kampf um den Sozialismus, der Kampf um die neue Form des Staates, der Kampf um und für die Republit. Behn Jahre Krieg und Frieden! Zehn Jahre Weltumsturz! Was war in Deutschland? Hunger, Arbeitslosigkeit, Inflation, Butsch, Meuchel mord, Aussperrung, Korruption, Berarmung, Bereicherung, Kriegslaften, Berleumdungen und die wahnsinnigen Kämpfe der Arbeiter untereinander. Das waren die legten zehn Jahre, und wenn wir bennach in jedem Jahr einen oder zwei Schritte vorwärts geschritten sind zur Eroberung des Staates, so haben wir gleichzeitig versucht, diesen Staat neu bauen und die Thesen seiner Weimarer Verfassung in das lebendige Leben und Wirten zu stellen und sie selber lebendig und wirklich zu machen. Der Geist der neuen Verfassung, dunkelste Schreibstube dringen, die Staatsgewalt foll wirklich und das ist der Geist der sozialen Gerechtigkeit, foll in die vom Bolte ausgehen. Bir glauben nicht mehr an die strahlenden Helden, die mit verzüdten Händen das Bolf erlösen wollen. Wir haben zuviel Strahlenglanz verschwinden lehen, zupiele Helden haben sich als Narren oder Dummfäpfe entlarnt. Das Brole tartat befreit sich selbst. Aus unsern alten Sturmfahnen leuchtet das Licht, es leuchtet aus den Anfängen unserer Be megung, es schimmert purpurn auch aus den zwölf Jahren der Berfolgung während des Sozialistengeleges. Die Gräber unserer Båter und die Wiegen unserer Kinder sind vom Feuer der aufsteigenden Klasse beschienen, Geſchichte des heroiſchen Kampfes, eine Geschichte triumphie. Die Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung ist eine renden Aufstiegs. Die neuen Formen des gesellschaftlichen Lebens sind durch die neuen Formen der modernen Arbeiter bemegung schon geschaffen: die Bartei, die Gewerkschaft, die Genossenschaft, die Kulturbewegung. Die Anfänge der Produftionsregelung durch eigene wirtschaftliche Unternehmungen sind verheißungsvoll. Nach beinahe tausendjähriger Ohn. macht und Zersplitterung einigten sich die deutschen Stämme unter den Hohenzollern. Das alte Reich ist zerbrochen. Die fortschrittlichsten Bürger einigen fich im neuen Reich unter der Führung des deutschen Proletartats, das sich immer mehr als Nation manifestiert. Die alte Botschaft von der Erlösung durch den Messias wird vielen Millionen Menschen nichts weiter geben können als ein bitteres Gefühl der Ohnmacht. Die Arbeitslosen wer den nicht satt davon. Ihre Kinder nicht fröhlich. Die Bergleute an der Ruhr, die Obdachlojen in den Asplen, die Metallarbeiter von Berlin und die Hafenarbeiter in Hamburg hören andere Botschaft, die Botschaft nämlich: Schließt euch zu fammen! Bormärts! Kämpft! Wir wollen schon hier auf Crden glücklich fein! Aus dem Winter der Not marschieren wir alle in den Frühling unferes fieghaften Maitages. Das Feuer auf der Erbe ist aber erst dann gebändigt, wenn es aus den roten Fahnen der befreiten Böller leudjtet. Wir wünschen den„ Selbstmord"! Karl Renners Antwort an Briand. Sllusionen der Politit überlegen zu belächeln, ist ein Fehler, denn Sie werden praktisch ebenso wirksam wie bewährte Erfenntnisse. Wer in einer Musion handelt, mag zuweilen noch leidenschaftlicher vorgehen als der Mann gesicherter Wahrheit. Nicht immer ist es ein Borteil, wenn der Gegner unter dem Einfluß unzutreffenber Borstellungen handelt, und für die Freunde des Anschlusses ist gerade die Tatsache, daß die ganze franzöfifche Ration unter einer offenkundigen 3llusion handelt, am allerbella genswertesten. Die Debatte in der franzöfifchen Stammer nom 4. De zember berrät deutlich, daß nicht nur alle Selten bes Haules, fonaber Beraubenpolitiſcher Biber Brianb, ber aufrichtigste Mann ber Berständigung und des Friedens, in diesem Buntie auch der Gefangene falscher Boraussetzungen ftellung gefestigt: Die Franzosen sind eine Natton, eine einzige, unteilbare Nation- jede andere Annahme ift findisch. Die Deutschen aber das sind verschiedene Bolterschaften, für die ihre Monarchen auf der Tribüne der Welt, handeln: Der Gegensatz dieser Monarchen, die Möglichkeit, ihre Zwiftigkeiten für Frankreich auszunüßen, den Norden gejen ten Süben, Hohenzollern gegen Habsburg auszuspielen das ist ein arworbenes Recht, ein Brundrecht grantreichs! So die Borstellung der Franzosen. Der Quai d'Orfan mar es jedoch, ber 1919 pollig unge.. fchtch tItch gebacht hat. Als die Kaiser, Könige, Großherzöge ufm. zum Teil von Napoleons Gnaden abgabanfi moren, fiebje, ba blieb nichts anderes übrig als die Nation, die deutsche Nation. ble nun selbstverständlich auch ein Staat sein wollte. Die Beljen Don 1919 haben sich in einem Kardinalpunkte ihrer Konstruktion ift. Die ganze Konzeption des Friedens von St Germain, diefes nöllig verrechnet und tönnen noch immer nicht von dem Irrium los ureigenjte Wert des Qual d'Orfan von 1919, beruht auf einer Jusion. Mar hat die alte Donaumonarchie in sieben Zeile geteilt, von denen einer an Italien fiel und sechs zur Konftituterung der Nationalstaaten Polen, Tschechoslowakei, Rumänien, Ungarn, Ingo fowlen und Desterreich dienen sollten! Die Desterreicher follien bie Rangerhöhung zu einer felbftändigen und souveränen Nation erfahren und sich am Ende über einen solchen Glüdsfall noch begeistert zeigen! Warum benn nicht? Haben nicht fleinere Böller wie etwa die 3ren oder Eften und Betten jabr. hundertelang um ein solches Ziel gekämpft? Belch eine Illusion? Die Desterreicher waren niemals eine Nation für fich und haben niemals gewünscht, es zu fein. Defterreich war durch Jahrhunderte der führende Stamm der Deutschen, Bien mar ebenjolang die Hauptstadt des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gewejen. Bien hat allezeit die Geschichte und das Gepräge einer Reid; shauptstadt gehabt. Das Reich, das in den Friedens verträgen den Namen Defterreich fartzuführen gezwungen worden ist, ist ein fo gefchloffenes deutsches Land wie Franfieich franzöfifch ift. Der Versuch, ein solches Band und Bolf als eine besondere Nation mit einer Souveränitä zu fonftituieren, ist ebenso fühn, wie das Unterfangen eines Siegers wäre, Burgund pon ranfrei unveräußerlichen Souveränität zu begnaden! tommen! Es ist diese Illusion, daß eine Idee, auf ble jeber Bronzose stolz ift, für die andere Nation, die baneben wohnt, niemals Birtlichkeit merten fönnte und dürfte, weil das die außenpolitische Kaltulation der Aemter stören und zunichte machen müßte, es ist diese Ilusion, was unfere Nachbarnation in Weften in ihren handeln beſtimmt. Man hat dem Restösterreich die Souveränttät verliehen, bat heißt einem armen Mann, der nach Brot und Arbeit geht und an bem Rufturtisch seiner Nation fizen mill, eine paplerne, mit Rauschgold verzierte Krone gegeben, mit ber er nichts anzufangen meiß, nichts anfangen fann! Nun fagt Brland: Und doch darf das Selbstbestimmungsrecht ber Voffer unter feinen Umständen bahin ausgelegt werden, als habe bas Boll das Recht, zu verschwinden und Selbstmord zu ver üben. Bei dem hohen Refpeft, den jeder Desterreicher Briand zollt, hat wohl kein Desterreicher umhia fönnen, bei diesen Worten ( merzlich zu lächeln uns selbstmorden, indem wir die Krone aus Rauschgold wegwerfen? Eben damit beganne erft unser Leben! Ich will nicht die moralische Gegenfrage stellen: Geſetzt Bogrenzen trennen unb ihm die Souveränität dafür geben ben Fall, ein Sieger würde Burgund von Frankreich politisch durchs wiriDie asiatischen Bölfer rühren sich und führen ihre Revo loszulojen, ihm wieder einen König zu geben unb es mit einer Schaftlich ein Todesstoß, politisch eine Verbannung aus bem Mutterlutionen durch oder bereiten sie vor. Wie aber tommt es, daß bie so überflugen Männer des Quai d'Orsay 191s eine solche offenbare Fiftion für eine Realität anzusehen und zum Crpfeiler ihres europäischen Staatenbaues zu machen imftande waren? baus! Jeder Burgunder murde die Stunde fegnen, wo das Land ben Selbstmord seiner Wiedervereinigung mit Frankreich pouziehen könnte! Aber wir wollen nicht in Sentimentalitäten, fonbern in Tatsachen reben! Nur in ein paar Tatsachen! Unsere Fabriten sind auf ein Wirtschaftsgebiet von 50 mil lionen eingestellt- fie arbeiten für 63 Millionen Menschen. In Die Bereinigten Staaten von Nordamerika erobern fich burch ihre Ideologien. Golbvorräte und technischen Spitzen leistungen Europa und beinahe die ganze Welt. Die Barnecht Englands wird durch die eigenen Kolonien gebrochen: Canada, Australien und Südafrika löfen fio rangojen feit dem Dreiß gjährigen Krieg, Deutschland in anderer| Deutsch'and, auf einem Martt von 60 Millionen Menschen, würde immer mehr vom Mutteriande. Sie hatten zwei Gründe. Erftens leht in der Borstellung aller Gestalt als ihr eigenes Land Königtum, Revolution, die Nera Bona- ein großer Zell von ihnen bestehen, so aber fönnen alle intjeinander partes und das ganze 19. Jahrhundert haben bei ihnen die Borel nur vegetieren! I harrig Umgang mit ber Benalnfigiche, Die hon h Ser Nähe L Unfanr Hauptstadt Sien Ist pe«ohnt, Ben der tms®» rischen Tieseden«, aus dem Sudeten- und Kaipathengebiet Getreide, Äartosfela, Fieisch zu beziehen— sie fann Den den A.pentandern nicht leben, sie braucht ein werteres Gebiet der Zufuhren. Aber das Land ist ssaroerän, es kamn ja die nötigen Handels- politischen Verträge schließen:? Ein Land, das zugleich industriell und agrarisch abhängig ife, hat keine Koinpensationen. es kann keine wirksamen Verträge schließen!?a. ein Zwergstaat kann das überhaupt nicht? Wohl— Frankreich demüht sich noch immer, Oesterreich die Mittel an die Hand zu geben, um fortzuleben"— sogt Briand, Der gute Wille ist ja offeustchtLch: aber er ist ohnmächtig. Die illachsa'gestoaten können und müssen ja dank ihrer Souveränität — sich selbständig wirtschastlich einrichten und jeder ihrer legit'men Schritte fällt selbstverständlich zu unserem Schaden aus. ohne dah wir nur das Reeht haben, darüber zu klagen. Die Männer des Quai d'Orsai) haben sich entweder lSlg nicht Rechenschajt darüber gegeben, was es bedeutet, ein Wirtlchastsgebiet, dos nicht viel fünger rst wie jenes Frankreich(seit 1777?), zu zer- schlagen, oder sie haben gewollt, daß«n großer Konkurrent von der Landkarte Europas verschwinde, da man wahrscheinlich mit kleineren Konkurrenten leichter fertig wird. Noch wahrscheinlicher ist, sie haben «otrkschafMche Erwägungen überhaupt nicht«mgeflevl. «deich awenig al» ihre Freund« au» den Sukzesstonsstaaten. Jeder Oesterreicher weiß aus Erfahrung die Vedeutimg eines großen Wirtschaftsgebiete» und den direkten Zugang zum Meere und die Einheitlichkeit eines großen Eisenbahnnetzes wohl zu schätzen und weiß daher, baß die Zukunft des Volksstammes im Rahmen bes gemeinsamen Zollgebietes mit Deutschland wohl geborgen ist. wie schwer auch der Uebergang sein möge. Warum soll derjenige, der al» elfter neben zehn Brüdern am Familientisch zu essen das Recht hat. es als Beglückung ansehen. wenn man ihm in Aussicht stellt, von der Gnade der Nachbarn zu leben? Das ist der Anschlußwille, das-st der F a m I l i e n st o l z des Anschlusses! Wie kann man das Selbstmord nennen? Welchen Wert bat daneben die Souveränität? Wir dürfen bei allen Mächten de? Welt eigene Gesandtschaften und Kon- sukate ha'tenl Schön. Aber abgesehen davon, daß die Dertretcr von Zwergstaaten diplomatisch machtlos sind, wir haben nicht einmal da; Geld dazu, überall dort Vertreter zu stellen, wo wir Interessen hoben. Wie gern? würden mir un'er» diploma- tische Vertretung den Funktionären de» Reiches überlasten, aber wir dürie» das nicht. Unser gesamter Außendienst kann beim besten Willen das nicht leisten, was er uns tostet, was die Vertretung unserer Jnteresteu durch das Reich vermöchte Die Wiener Maschmengewehre. Seltsame Version der poUzeidirettion. Wien.?4. Dezember.(Eigenbericht.) Die Polizeidirektion verbreitet einen Bericht, wonach sie die Maschinengewehre, deren Weitertransport»ach Ungarn durch die Zollkontrolle im Donauhasen verhindert worden war. durch zwei Kriminalbeamte haben abholen lassen, um diese Massen in gerichtliche Verwahrung zu überführen. D>e beiden Kriminalbeamten hätten«inen jungen Menschen an Ort und Stelle dazu ausgenommen, die Waffen aus das bereitstehend« Last- auto zu tragen. Dieser Träger Hab« am Rock ein Vereinsabze'�sn angebrocht gehabt, das offenbar irrtümlich für ein Hakenkreuz- lerische» Abzeichen gehalten worden wäre. In der Sozialdemokrati- fchen Partei steht man nach verschiedenen Erfahrungen dies« Mel- dung der Polizeidirektion skeptisch gegenüber. Horihy spendet Gnade. Ader nur tropfenweise. Budapest, 24 Dezember. D« Reichsoerweser hat anläßlich der Weihnachtsfeier ein« Amnestie erlösten, durch die 248 Verurtetlte begnadigt werden. Darunter befinden stch sechs wegen politischer bzw. wegen Pressedelikt« Verurteilte. Es wurden auch 42 Perjonen de- gnadigt, die wegen noch vor dem 31. Oktober ISIS begangener Delikte veruneilt worden waren. Diesen wurde der Rest ihrer Freiheitsstrafe ertasten. Bei den Übrigen Begnadigten wurde die restliche Freiheitsstrafe ganz oder teilweise erlosten, bzw. in Geld- büße Umgewandelt. Die wegen Derbrechen während der Proletarierdiktatur Verurteilten, derzeitig Insgesamt 16 Personen, die wegen Totschlags und ähnlicher schwerer Verbrechen verurteilt sind, konnten auch diesmal nicht begnadigt werden.(Aber die meisten Toischläzer der weiße»'Reaktion »konnten" nicht einmal verfolgt werdenl Red. d.„V.� Vriiischer Lagebericht aus Afghanistan. Verstärlur Z.llgzeugabttaasport von Zrauen und Krndera. Jim Delhi. 24. Dezember. Heute sind vom Peschawar weitere Flugzeuge abgesandt worden, um den Abtransport der Frauen und Kinder au» Kabul fortzusetzen. Gestern wurde bekannt, daß auch andere Gesandtschaslen die guten Dienste England» erbe!«» haben. Den letzten Nachrichten zufolge scheint dieenglischeGesandlschast seit drei Tagen vollkommen umstellt zu sein. Dos Gerücht. daß König Amanullah die Hauplstodi verlassen und stch nach Kanda- har begeben habe, bestätigt stch nicht. Die Känigin und die Königin-Mutter sind dagegen noch in Kandahar. Ke ne Unruhen in perflen? Die persische Gesandtschaft In Pari« dementiert die Nachricht von Unruhen auf perlischem Boden. polen weicht abermals aus. Enttäuschung in Aertin ü'er die neue polnische Antworinsie. Die Agentur.Ostexpoeß" berichtet: Der Inhalt der p o l n i- fchen Antwortnote hat bei den zuständigen deutschen Stellen in hohem Maße enttäuscht, weil in den schriftlichen Formulierungen der Note w e n' g e r enthalten ist als in den mündlichen Besprechungen zwischen Hermes und Iwardowsti vorgesehen worden war. Sodann bestehe» in der Not» in bezug aus wichtig« Punkte noch größere Unklarheiten Daraus geht hervor, daß auf polnischer Seite der Wunsch desteht, einer klaren Formulierung und Präzisterung der polnischen Au- gestandnisie hinflchklich der deutschen Hauptsorderunqen a u« z u- weichen, während man deutscherseits berechtigt war. zu er- warten, daß nunmehr auch Polen sich klar aussprechen würde, nachdem von deutscher Seile da» Höchstmaß der deutschen Zu- Offizieller Schritt in Washington. Amerika mit der Emennuug von Sachverständigen einverstanden. Washington, 24. Dezember. Der Doyen des dlplomaNschev Aorp». der britische Botschasler SirEsme Bowared hol heute Slaalesvkrelär Kellogg aus. gesucht, um ihn im Namen venlschland» nnd der alliierten Regierungen deren Wunsch einer a m e r i k a n i- ichen Drteiligoog an der bevorstehenden Sachoerständigrn- konserenz zur Lösung de» Reparallonsproblems zu übermilkeln. Gleichzeitig tragt« der Batfchosier an. ob die Regierung der vereinigten Staaten bereit sei. amerikanische Sachverständige zu benennen, die mit den Sachverständigen der sechs Regiernngrn zn. sammeu arbeilen sollen. Sollte die Regierung der vereinigten Staaten e» vorziehen, die Auswahl der amitikanlschen Sachverständigen den sechs Regierungen zu übei lassen, so würden diese von der Reparationskommisiion und der deutschen Regierung gemein» s a« ernannt werden. Gleich noch dem Besuch de» englischen vol. schafter» hat sich Staatssekretär Kellogg in» Weiße haus begeben, um die Frage rnil Präsident Coolidge zn erörtern. Präsident Coolidge und Staakesekrelär Kellogg haben in den Rllttagssluudeu des heutigen Tages die Aul wort auf da» von dem britischen Bolschasier Sir Esme Howard überreichte Memorandum der deutschen und der alliierten Regierungen über die Berufung amerikanischer Sachoel ständiger in den Sachverständigen' auvschuß zur Prüfung der Reparatlonssrage s o r m n l i e r l. Al» der britische Boischaster nachmlllags wiederum Im Staaledeparlemeat erschien, erteilt? Staalssekrelär Kellogg ihm folgenden Bescheid: wenn die sechs Regierungen wünschen, daß amerikanische Sachverständige als Milglicder im Sachverständigenausschuh mitarbeiten, haben die Vereinigten Staaten nicht» dagegen einzuwenden, soscrn die Auswahl and Ernennung diese, Sochocr- ständigen durch diese sech» Regierungen erfolgt. Weihnacht vor zehn Jahren. Die Weihnachtskanouade von Verlin.— Erste Befeßung des„Vorwärts' Heute vor zehn Jahren feierte Berlin seinen Heiligen Abend unter Kanonendonner. Der Krieg, der vier Jahre lang Millionen gezwungen hatte, ihre Weihnachtsfeier im Schützengraben zu de- gehen, erstattet« Berlin einen Abschiedsbesuch. Die sogenannte Volksmarinedioision. die im vormals könig- llchen Schloß lag. war ein Hort ultroiadikoler Tendenzen, denen es daran lag, die Reoolutiou nach russischem Lorbild gewaltsam „weiterzutreiben", von der demokratischen Republik fort zu einer der russischen nachgebildeten Rüteherrschaft. Doch war es nicht dieser prinzipielle Standpunkt, der zu den blutigen Ereignissen führte, sondern ein Anlaß anderer Art. E» schwebten Verhandlungen über«ine Wegverlegung der Volksmarinedioision aus Berlin heraus, zu der di« Führer auch bereit waren, wenn noch zuvor ein« Soldsumme von küüliü Mark an die Matrosen zur Auszahlung kayr. Di» Regierung der Volksbeaustragten wollte aber nicht eher zahlen, als bis die Matrosen dos Schloß oerlasien und die Schlüsicl abgeliefert hätten. Daraufhin gab der Führer der Ma- trosen. Dorrendach, den Befehl, die Tor« der Reichskanzlei zu schließen, da» Telephon zu besetzen und die im Hause befindlichen ZNilglieder der Regierung gefangen zu setze«. Da» war am 23. Dezember ISIS. Durch einen unkontrolliert ge- bliebenen Draht gelang es den Gefangenen, di« Stadtkommandan, tur, an deren Spitze Wels stand, ooo dem Borgefallenen in Kennt- ni» zu setzen. Die Kommandantur, die selber auf» Aergste bedrängt war, traf Vorbereitungen, die Gesangenen unter Vermeidung von Blutvergießen wieder sreizubekommem Entgegen den Befehlen von Otto Wels kam es jedoch zu einer Schießerei in der Universität zwischen Matrosen und der Besatzung eines Panzerautos, wobei ein Mann fiel und drei verletzt wurden. Nun stürmten die Matrosen die Kommandantur, erpreßten zunächst die Hergab« der 80000 M. und setzten wel» and drei setner Mitarbeiter im Marflall gefangen. Inzwischen intervenierte die regierungstreue aber schwache Republikanische Soldalenwehr bei der Reichskanzlei und erreicht« dort den kampflosen Abzug der Matrosen. Wels blieb jedoch ge- fangen. Ueber sein Schicksal gab man sich den schlimmsten Befürch- tungen hin, die sich später als keineswegs unbegründet erwiesen. Hatte man doch zu Wels die Leichen erschosiener Matrosen getragen und ihn mit der Hinrichtung durch Erhängen bedroht. Eberl sah sich nun genötigt, den Kriegsminister Scheuch zu Hilfe zu rufen, der den General Lequi» mit seinen Mannschaften heranholte. Da di« Matrosen die gefordert« Ueb ergab« verweigerten, kam es am 24. Dezember zu einer Kanonade gegen das Schloß. Es gab zwei Tote beim Militär, auf der anderen Seite neunzehn. Diese Weihnochtskanonade wurde der Anlaß für den Austritt der Unabhängigen aus der Regierung. Der Kampf Unter den Linden endete mit einem Friedensschluß, in dem stch die Matrosen zum Abzug und zur Freigab« von Wels verpj lichteten. Von einem wirtlichen Sieg der Regierung tonnte jedoch keine Red« sein. Weder sie noch ihre Gegner oersügten damals über Kräfte, die einen ausschlaggebenden Sieg der»inen oder der anderen Seit« ermöglicht hätten. Wohl standen die Ber- liner Arbeiter in ihrer großen Mehrheit dem Treiben der Ultra« ablehnend gegenüber, leider janden sie nicht die Entschlußkraft, aus ihrer eigenen Mitte eine Wehr zu bilden, um jenem Treiben ein Ziel zu fegen. Folge davon war. daß sich nun beide Teil«, sowohl die Anhänger der Demokratie wie die Diktaturapostel aus mehr oder weniger zwclselhafle Elemente stützen mußte, Reste der Armee, die sich nicht sür ein« Idee ein- setzten sondern denen es um ganz anderes zu tun war. Die Mass« I der A n st ä n d i g e n aber, die jedes Blutvergießen scheute, stand totenlos abseits. Hätte �e» damals schon eine Organisat�n ähnlich dem Reichsbanner gegeben, so hätte kostbares Blut gespart werden können, und die wirklichen Errungenschaften der Revolution hätten desier gewahrt werden können al» es tatsächlich der Fall war. Die Regierung der Volksbeauftragten selbst hatte den Gedanken einer gewaltsamen Durchsetzung ihrer Macht solange wie möglich— vielleicht noch etwas länger— von sich gewiesen. Da di« ander« Seite weniger zartbesaitet war, ergaben sich di« unmöglichsten Situationen. Angehörige der Republikanischen Soldalenwehr wurden haufenweise eatwasfaet, verprügelt, ja ihre» Proviant» beraubt: sie mußten stch da» alles gesallen lasten, weit sie eben den Beseht hallen, aus keinen Fall zu schießen. Spartakus rühmte sich aber dann, die Repubtikanlsche Soldatenwehr leiste ihm keine» Widerstand, well sie mit ihm eine« Sinnes sei. Weil die Dolksbeoustragten das Schießen verboten hatten, war die Gesangennahm« eines Teils von ihnen selbst möglich gewesen. Di« gleich« Ursache führte auch zur Besetzung de»„vorwärts". Schon am 23. Dezember waren bewaffnete Leute von der Volts« marinedwiflon in die Duroauräume eingedrungen und hatten di« Redaktion unter Beschimpfungen und Drohungen zu zwingen versucht, sich ihrer Zensur zu unterstellen. Das wurde natürlich— mit dee Begründung, daß durch di« Revolution jede Zensur abgeschafft 1«' — abgelehnt. Am 25. Dezember aber drangen im Anschluß a» eine Straßendemonstration einige Hundert angebliche Revolutionär« in das„VorwLrts"-Haus und besetzten e». Verhandlungen führt?» zu einer Freigab«, die di« Redoktion erkaufen mußte durch de? Versprechen,»ine sie beschimpfende Erklärung der.Li evolutionär«» Obleute" an der Spitz« der nächsten Nummer, zu oeröfsentlichen- Der„Vorwärts" fügt« einen Leitartikel hinzu, in dem er erklärte. daß er sich durch keine Gewalt daran hindern lasten werde, das oo» ihm als richtig erkannte zu versechten. Di«.Flöte Fahne" zedoöl kündigte an. daß die erst« Besetzung nicht di« letzte sein werde, ma» werde«in zweitesmai kommen und dann bleiben. Zu dieser Am kündigung wurde damals, am 27. Dezember, gejagt: Die Redaktion des„Vorwärts" wird cljo bald wieder freund- llchen Besuch erhallen. Wenn dann aber die zur De?' zweifln ng getriebenen Parteigenossen stch nich» weiter treten lassen wollen, wenn sie sich gegen de» Handstreich eines bewaffneten Cewallhausens zur Wehl setzen, dann wird man sie wahrscheinlich„D l u t h u n d« nennen, die„auf da» Volk schießen". De? im Januar ausbrechende Putsch des Spartakus began» dann prvgrammmäßig mit der zweiten Besetzung det .LZ o r w S r t»". Diesmal kam es. abermals nach togslangen B«l' Handlungen, zum Komps. Di« Herrschaft de» Spartakus brach b»!* zusammen, aber zuvor halle Berlin und ganz Deutschland di? Scheußlichkellen eines sinnlos heraufbeschworenen Bürgerkrieg gründlich kennengelernt. Wa» in diesem Bürgerkrieg hüben'-!»> drüben von Söldnern getan worden ist. wird kein Mensch ted}1' fertigen. die Sozlaldemokrokle aber hak In jenem Kampf nicht» ander« getan, als ihr« Freihell und damll die Freiheit der ganzen Arbeiterbewegung gegen brutalen Terror und GesirmuuzszwanZ verteidigt. Ein« fanatisch»erdlendete, vor keiner Vergewaltigung Anders denkender zurückschreckende Minderheit hatte ihr da» äußerste getan und sie, die jede« Blutvergießen vermeiden wollte, wie f-'f „Vorwärts" damals schrieb, di» zur Verzweiflung gc' trieben. Die Sozialdemokratie hat dann an ihren Gegnern damals die edelste Rache genommen, indem sie die Demokr?.� die Meinungsfreiheit für alle sichert«, auch � Meinungsfreiheit für diejenigen, die sie verleumden und beschimp!� Hätten dl« Kommunisten vor zehn Jahren gesiegt, ihr wäre äußerst kurzlebig geblieben, und Deutschland wäre— 0"' Italien, wie Ungarn— faschistisch geworden. Nur unser«'? Sieg und ihrer Niederlage verdanken e» also die Kommunisten, sie heute über die Ereigniste vor zehn Jahren nach Belieben lüg?" können. Mögen fiel geständniss« hinsichtlich der polnischen Hauptforderungen bereits klargelegt worden ist. Auf deutscherSeite besteht nach wie vor der d r i n g« n d« Wunsch weiter zu verhandeln: es ist aber nicht möglich, in neue Delegatlonsverhanklungen einzutreten, solange Polen seine Stellungnahme zu den deutschen Hauptforderungen nicht klarlegt. Die» muß daher In mündlichen Bcjpiechunzcn geschehen. Di« von den Unklarheiten der polnischen Note zu defürchtende Verzögerung wäre um so mehl zu bedauern, als man deutscherseits durchaus berell ist, da» Holzabkommen zu verlängern, woran Polen besonders viel gelegen ist. Allerding» ist auch dies erst möglich, nachdem in den Hauptpunkten Klarheit geschaffen ist. Aus diesem Grunde hat Dr. Hermes den polnischen Deleoätlonsleiter von Twardowski der« is am Tage de« Eintressens der polnischen Antwortnote, am Sonnabend, telegraphlsch aufgefordert, dl« Zusammenkunft der beiden Delega. tioassichrer aus eine» früheren Termin als bisher ootgefehen, d. h. noch vor dem S. Januar, sestzusetzen. Die polnisch« Antwort dies« neue deutsche Aufsorderung wird den Prüfstein dafür bilk�"' ob auch aus polnischer Seite ebensr wie auf deutscher der besteht, mit größter Beschleunigung«ine Klärung herbeizuführen in fruchtbar« Verhandlungen einzutreten. In Vosen soll wieder ,.liqu diert" weiden: offenkundiger polnischer Preisioneversuch Der„vemotrakische Zelkvngrdlcnfl" meldet: Da» posever Llquidallons- Komitee hat«�7 Außenmiaisterium sowie vom Finanzministerium die Weisung � hatten, zur sofortigen Wiederaufnahme der brochcnen£lquldalion»t3klgkelk zu schnellen. Die rung deutscher Güter aus Grund de» VeisaNer Vertrages war r poMjche» Gründen eine Feil lang ausgehalten warben. Ti on ie, Die eg git 13 E af ent uf en, ter Militärdebatte im Pariser Genat. Jouvenel gegen Painlevé: Frankreich für Friedenspoft und Rüftungen. Paris, 24. Dezember. Die Generalbistuffton über bas eeresbubget im Senat gab heute vormittag Anlaß zu einer Auseinanderlegung zwischen Senator be Jouvenel und Kriegsminister Bainlevé. De Jouvenel führte aus: In unserem Lande sind die frieblichen Gefühle nicht das Monopol irgendeiner Battei ober eine Tatsache fann man nicht außer acht lassen, nämlich das zeitliche Zusammenfallen ber Unterzeichnung des Kriegsätungspaftes und die Enimid. Iung ber franzosischen Rüstungen. In dieser Hinsicht ist übrigens die Sage bei den anderen Rationen die gleiche, und niemanb hat das Recht, auf Frankreich den ersten Stein 32 merfen. Dieser Widerspruch ist wahrscheinlich darauf zurüdzuführen, baß wir in elner Uebergangsperiode leben. Es hat niemals zu gleicher Zeit fo piele Striegsaussichten und Friedensmöglichkeiten beieinander ge geben. Wir fragen den Kriegsminister: Wohin führen Sie uns? Bir fürchten. daß er uns nach der Bergangenheit hin führt, bie mir nicht wollen. In der Stammer hatte der Kriegsminister auf bie Angriffe gegen fein Butget damit geantwortet, baß er darauf h'nmies, bak unter Berüdsichtigung aller Erwägungen das Budget nicht die Ziffern von 1913 übersteigt aber gerade das fönnen wir nicht unbemertt hingehen laffen, 3weifellos muß man unser Land gegen die Kriegsgefahr sichern, aber man muß es auch gegen bie Gefahren der wirtschaftlichen Stonturrenz sichern. Der große Baum. Papa", sagt Cleschen, wie kommt es bloẞ: Der Baum, den dort zum Chef der Johann trägt. Der ist so groß. Und unser Bäumchen ist so klein." .Die dumm", sagt Fritz,.doch Lieschen frägt, Bei uns ging so ein großer gar nicht rein." Der Valer seufzt: Darauf kommt es nicht an, Häll ich auch Platz, bei mir solli er nicht stehen. An diesem Baum- Ihr könni's nicht sehen Da hängen Cränen dran." cheb Was wird aus dem Reichsetat? Achtzig Prozent unferez budgefären Ausgaben find unprobatto, nämlich für Schulden und Militärausgaben vorbehalten In Deutschland übersteigt die entsprechende Berhältniszahl nicht fechzig Brozent, ungeachtet allerdings der Sachlieferungen, bie eine außergewöhnliche Prämie für die industrielle Broduktion barstellen. Dem Anschein nach, menigstens in den Augen ber Welt, bezahlt also Frankreich bie höchste Sicherheitsprämie in Form von Militärausgaben. 3ft aber um biefen Brets unfere Sicherheit wenigftens gesichert? Die beutschen modernen Striegs. theoretiter find der Ansicht, daß eine fleine, gutbewaffnete Truppe, die über fämiliche vernolfommmeten Zerstörungsmittel verfügt, ein größeres, aber gut ausgerüstetes her zum Kanonenfutter machen mürbe. Mit der furzfriftigen Dienstzeit, mit den Gefahren bes Transportes son afritanijden Eruppen zu Beginn eines Arieges münde Frankreich also in Wirklichkeit nur über Bestände verfügen, Die gegenüber Deutschland, bessen Beftänbe immer bereit und soll. ständig sind, nicht ausreichen würden. hat nicht General Mollet erflärt, daß der Bersailler Bertrag Deutschland mit dem wirklich modernsten Heer ausgestattet bai? In zehn Jahren wird außer. dem die Geburtentrije in Franfreich ihre volle Auswirtung zeigen. Paul Boncour hat das Einstellen der Rüstungen gefordert. ie bringt er bas in Eintlang mit der Erhöhung der franzöfifchen Anlaßlid ber Beratung über ben Nachtragsetat hat Graf Militärausgaben? Man darf nicht zulaffen, daß in Genf Verpfliche starp der Reichsregierung und dem Reichsfinanzminister Dr. bungen übernommen werden, die man in Paris night enfchloffen Hilferbing bie heftigsten Borwürfe wegen der verzögerten Bor Iff einzuhalten. Legung des Reichshaushalts für 1929 gemant un enthält amar ber bereits bem Reichstag norgelegte Nachtragsetat für 1928 ben Berfonaletat für 1929, aljo ein wichtiges Stüd bes neuen Etats. Da seine Beratung bereits mitte Januar beginnt, so mirb tatsächlich bie Gtatsberatung im Reichstag etwa zu ber gleichen Selt beginnen pote im Borjahr. Defferungeachtet bleibt es bedauerlich, daß die norgeschriebenen Fristen nicht innegehalten worden sind und man Leiber bamit rechnen muß, daß der Etat für 1929 dem Reichsrat bruar zugehen wird. Ariegsminifter Painlevé rief dazwischen: Es ist teinertel Ber. pflichtung übernommen worden! Jouvenel fuhr fort: Benn im tommenden März Frankreich nicht die Beschräntung ber Rüstungen vorschlägt, dann wird es bie Bieberaufnahme des Bettrüftens legitimiert habent. Deutsch and wird davon Notiz nehmen und die gesamte beutsche Nation in Jeine Rabers einfügen. Die Schwierigkeiten des Etatsjahres 1929. ble Höhe von 377 Rillionen Mart erreicht haben Lediglich der Tatsache, daß zur Deckung dieser Fehlbeträge noch Ueberschüsse aus ben vorhergehenden Jahren 1924 und 1925 herangezogen merben tonnten, ist die Ausgleichung des Etats in diefen Jahren zu banten. 1929 Rotstandsjahr! Unter diefen Unständen steht die Reichsfinanzpolitif am Beginn thret driften Phafe nor ganz befonderen Spierig teiten 3m Rechnungsjahre 1929 ift zum erstenmal die Summe von 1250 Millionen für Reparafionen zu entrichten gegenüber Senator Joffe rief dazwischen: Weld pragtige Rebe günstigstenfalls Mitte Januar, dem Reichstag mitte e 937,5 Millionen in 1928, 597 Millionen in 1927, 299,2 millionen in für unsere Feinbe im Ausland! Jouvenet erwiderte: Man ist seinem Lande vor allem die ganze ahrheit fchuldig. Der Sieger, der feinen Sieg organifteren will, muß ben Frieden organisieren. Kriegsminister Painlevé Aber fo bebauerlich auch eine nicht fristgemäße Erlebigung bes Etats ist, fo wenig rechtfertigt fie die persönlichen Vorwürfe gegen die Reichsregierung aber gegen den fozialdemokratischen Finanz minifter. Im vergangenen Jahre war die rechtzeitige Borlegung bes Etats leicht. In diesem Jahre ist fie ungeheuer schwer. Wenn auch gegenwärtig diefe Schwierigtetten nur von einem feinen Kreis unterrichteter Finanzpofititer eingesehen und anerkannt werben, to dürften die Rämpfe, die im Frühjahr um ble usbalancierung bes Etats entbrennen, bem ganzen deutschen Belt Berständnis Dafür betbringen. Diese Schwierigfelten hat die gegenwärtige Regierung als Erbidhaft übernommen. Sie büßt aljo mir für die Günben ihrer Borgänger. Nicht persönliches Berschulden, nicht parteipolitische Schwierigkeiten, fonbern in erster Linie die gemaltige Verschlechterung der Reichsfinanzen ner antwortete: Frankreich hat in Genf nicht Berpili tungen übernommen, sondern 3nitiativen ergriffen, und es ift nicht Jein Fehler, wenn diese Initiativen wirtungslos blieben De Jousene schien für ein Berufsbeer einzutreten; ein der artiges Heer ist aber nicht ein Seer ber nationalen Berteidigung. Ein Berufeheer würde auch nicht billiger zu fiehen lommen als ein Rationalbeer. Man hat auf den Friedenspatt angeiplelt, um ihn mit den französischen Militärausgaben in Gegenja 3 bringen. Bräfident Coolidge, der biefen Batt anregte, hat boch jetbit türglich geschrieben, daß die Länder, die ernstlich ihre Berursacht die Berzögerung ber Borlegung des Etats, teibigung organisieren, am besten bazu beitragen, ben Frieben zu garantieren. Wir werben biefen Worten, die dem gefunden Menfchenverstand entsprechen, treu bleiten. Die trei Phafen. Bei ber metteren Beratung erflärte Senator General Stahl Geit ber Stablisierung ber Bährung laffen fich in der Reiche ( rabitale Binte): Much in Deutschland find plete Bente finanzpolift bret Bhafen unterscheiden. 3n ber erften gegen den Krieg. Aber bie Erfahrung zeigt, daß bie affenta fe gelang as ben Reichsfinanzministern Buther und liche Meinung in dieser Hinsicht sich ändern tann. Gewiffe Berbeffe. Sieben, bedeutende Ueberschüiffe zu erzielen. Sie stammten nungen auf bem Beblet bes& ifenbahnaefens in Deutschland in wesentlichen aus ben Maffensteuern, aus Lohnsteuer, Umsatzsteuer, in den letzten zehn Jahren stimmen nabontlich Schüßen Beförderungssteuern, 3öllen und Berbrauchssteuern. Diese Massen wir uns vor Ueberraschungen! fteuern erbrachten in ben Jahren 1924 und 1925 gegenüber den Boranschlägen einen Mehrerlös von 2291 Millionen Marf gegenüber nur 400 Millionen Mart Mehrerlös der Besitzsteuern. Diese Ueberschüffe floffen zwar zu einem erheblichen Teil an Länder und Gemeinden, aber da auch in diesen beiden Jahren nur geringe Separationszahlungen aus dem Reichshaushalt aufzubringen waren, verblieb im Jahre 1924 dem Reiche ein Bruttoüberschuß Don 705 Millionen Mart, im Jahre 1925 ein Bruttoüber fchuß son 234 millionen Mart. Der rasende Wilhelm. Er schimpft über die Schiffen men. Das Bremer Blatt der Sozialdemokratie, die Boits. Beitung", meiß etmas Amüfantes über Wilhelm von Doorn zu berichten. Als die beiden Baffagierbampfer Europa" und Bremen von Stapel gelaffen murden, hatte etneten, ber Bräfibent bes Norddeutschen Blond. ein fehr wilhelminilch gefonnenter Mann, dem früheren Kaiser von biefem Ereignis Mitellung ge macht, in der Hoffnung, nun ein Glüdwunschschreiben von Ihm zu bekommen. Bett gefehltt S. M. geruhten Sich Allerhöchst zu ärgern, weil die Namen der beiden Schiffe 3hm absolut maht paßten. Sie hätten nach Geiner Ansicht nicht Bremen und Europa", fontern Friedrich der Große und ilhelm der Große" heißen müffen.( Die Bezeichnung ,, Wilhelm ber Große für den ersten Hohenzollernfailer, ber im Boltsmund als ar tätschenpring berlidtigt war, tft übrigens eine persönliche, nte mals populär geworbene Erfindung des letzten Staffers.) Wilhelm fchte Sich nun hin und schrieb anstatt bes erfehnten Glückwunsches einen muigeschwollenen Brief an Herrn Heineten. Staum aber war bas Schreiben abgeschickt, als die Reue tam: Dieses Schreiben war felbft für Wilhelm zu ungehörig!. Ein Sturler wurde nach Bremen entsandt, um Herrn Heineten zu bitten, den Brief unter feinen Um ſtänden zu lesen und uneröffnet nach Doorn suradzuiden. Umsonst, Du rettest den Freund nicht mehr! Der failerliche Kurier tam eine halbe Stunde nach dem Stephansboten. Helneten hatte bas ominoje Schreiben schon gelesen, und vielleicht wird auch er mach bieler Seftire feine nicht über ben legten Saijer torrigieren 1926 und 145,8 Millionen im Jahre 1925. Ursprünglich wolltest auch Luther und Schlieben für das schmere Jahr 1929 Referpen ansammeln. Später aber benugten sie bie Ceftfülle in der Reichstasse zu allerlei Ausgaben, beren Rechtmäßigkeit und 3wed. mäßigkeit zweifelhaft waren( Ruhrentschädigung). Auch sind Steuerermäßigungen vorgenommen worden, die nur zum Teil( wie z. B. Sentung ber Uurfagsteuer, Zuckersteuer und Lohnsteuer) fadsich be rechtigt und wirtschaftlich zwoedblenlich waren Reinhold und Kohler gingen noch mefentlich weiter. Bart am Rande bes Defizits", das mar thr teitenber Gabante. Staft Referven für die kommende Mehrbelastung anzusammeln, wurden alle vorhandenen Reserven aufgebraucht und dem Jahre 1929 jogar noch das beträchtliche Defizit im außerordentlichen Haushalt aufgebirdet te verhängnisvoll biese trosilofe Erbschaft sich für das Rech nungsjahr 1929 auswirken muß, geht aus der einen Tatsache her Dor, daß der Etat für 1929 gegenüber dem norjährigen Etat einen Ausfall pon etwa 630 bis 700 millionen Mart aufweisen wird. Es fehlt nämlich die Einnahme aus dem Münzgewinn von 165 Millionen und der Ueberschuß von 127 Millionen Mart Außerdem treten, Mehrausgaben für Reparationen in Höhe von 312 Millionen Mart hinzu. Dieser Riefenfehlbetrag im ordentlichen Haushalt und der aus den Borjahren flammende Fehlbetrag von 600 millonen aus dem außerordentlichen Haushalt ift die entschei bende Ursache für die Schwierigkeit der Neuaufstellung des Etats Der Reichsfinanzminister sieht daher var einer doppelten Aufa gabe: Da es als unmöglich erscheint, den ganzen Fehlbetrag durch neue Steuern zu decken, so müssen in erster Linie die Ausgaben herabgedrückt und erst in zweiter Linie die Einnahrsen erhöht werden. Daß bei dem Reffortpartitularismus die Herabbrudung ber Ausgaben eine für jeden Finanzminister sehr schwierige und langbauernde Arbeit ist, weiß man aus früherer Beit. Immer hin darf darauf nicht verzichtet werden, trotzdem die Ausgaben für foaiale und tulturelle Aufgaben besonders angesichts ber sich weiter verschärfenden Wirtschaftstrise größere Beträge verWie ist Deckung möglich? in der zweiten Bhale unter den Reichsfinanzministern Retnfangen als in früherer Zeit. bolb und Röhler wuchs fomohl ber innere Bedarf bes Reiches als auch die Ausgabe für die Reparationen. Es wurden infolgebeffen nicht mur bie Ueberschüsse der ersten beiden Jahre aufge. braucht, sondern auch die in den späteren Jahren aus der Münz. prägung herrührenden einmaligen Einnahmen. Insgesamt sind auf diese Weise von 1924 bis 1928 nicht wiederkehrende Einnahmen in Höhe von 1300 millionen Mart aufgebraucht worden. Schon porher war durch die Steuerreform 1925 die Sentung der Steuern begonnen worden, die 1926 non Reinhold fortgelegt wurde. Gle biente in erster Linie ber Ermäßigung der Befihsteuern, brachte aber auch die Milderung ber Lohnsteuer, der Umfassteuer und der Buder. Cine folche einseitige Berschärfung der Wassenbelastung kommit für freuer und ble Beseitigung ber Salgfteuer. Auf welchem Bege die Dedung des nach den Abstrichen noch verbleibenden Fehlbetrages erfolgen wird, steht im Augenblid nod nicht fest. Die Entscheidung über die Borschläge des Reichsfinanzministers wird das Reichskabinett vermutlich auch erst mitte Januar zu treffen haben. Schon heute aber fann man als ftcher annehmen, baß ber Blan, die umfassteuer miebérum zu erhöhen, burch den Reichefinanzminifter nicht befürwortet wird. die Sozialdemokratie nicht in Frage. Sie erwartet, daß durch die Gleichzeitig entstand aber auch im außerorbent. Morfeuerg fetgebung des Jahres 1929. di: durch die Höchstbelastung an Reparationen und durch die verfehlte Finanzpolifit der veren Haushalt ein beträchtliches Defigit, bas nur teilweife burch eine Anleihe unb burch Mittel aus dem Betriebsgangenen Jahre erforderlich wird, in erster Linie der Befih durch fonbs gebedt werben fonnte. Surzeit beläuft sich dieser Fehlbetrag ausgestaltung der Erbschafts. Bermögens- und Körperschaltefteuer auf etwa 600 millionen Mart, für den feine Deckung vorhanden ft. herangezogen wird. Nur in dem Maße in dem diese Steuerquellen Schloß also die erste Phase der neueren Reichsfinanzpolitit mit er- zur Deckung des Fehlbetrages nicht ausreichen, tann eine Besteue heblichen Ueberschüffen, so welft bie zweite Phase bereits erhebliche nung bes Maffenverbrauchs bistutiert werden. Baul Hert Fehlbeträge auf, bis in ben Jahren 1926, 1927 unb 1928 insgelamt Die Gewerkschaften Amerikas. Annäherung an den JGB. Nach einer langen Zeit des Rüdganges ber Mitgliederzahlen| bund nicht in Frage tomme, folange bas Problem ber Auto. fonnte der Amerikanische Gemertschaftsbund( A. of&) leinen dies jährigen Kongres in New Orleans mit der Bekanntgabe einer beträchtlichen 3unahme des Mitgliederbeftaubes er öffnen. 1920 betrug die Mitgliederzahl 4078 740, 1926 erreichte fie den Liefpunkt von 2803 966, 1927 stieg fie auf 2812526 und in diesem Jahre erreichte fie 2896 063. 3ählt man die zahlreichen Mit glieder hinzu, die wegen Streifs, Aissperrungen und Arbeitslosigkeit norübergehend nicht offiziell aufgeführt werben tönnen, fo tommt man insgesamt auf etwa 3 250 000 Mitglieder. Noch bedeutender als die Zunahme der Mitglieberzahlen ist ohne 3meifel das Anwachfen des Einflusses der A. of 2 in Staat und Wirtschaft. Sucht man nach den Ursachen, so muß in erster Linie auf die in den letzten Jahren von AF. of L. entfaltete ernsthafte wirtschaftliche Forschungsarbeit hingewiesen werden. Auf manchen Gebieten hat die amerikanische Bandeszentrale die Arbeiten der offiziellen statistischen Bureaus an Genauigkeit und Meitblid übertroffen. Die wissenschaftlich begründete Politik der hohen Löhne, die in den Bereinigten Staaten bis zum Arbeitsminister hinauf in allen Streifen von Industrie und Gewerbe so zahlreiche Befürmorter findet, ist in allererster Linie auf die Bestrebungen und die Auflärungsarbeit der AF. of L. zurüdzuführen. Ihre Broschürenjerie über die Löhne in ihrer Form als Rominallöhne, Reallöhne und Sozialöhne( Berücksichtigung des Fortschrittes von Produktion und Technik bei der Lohngestaltung), ferner ihre genauen statistischen Untersuchungen über die Entwicklung der Löhne in bestimmten Ja In duftrien, ihr Berhältnis zu den Produktionstoften, ihre Gestaltung für die Organisierten und Unorganisierten usw.. haben eine Bebeu tung, die über die Grenzen des Landes hinausreicht und besonders auch Europa berühren muß Auch der diesjährige Kongres der A. of 2. befaßte fich mit der wirtschaftspolitischen Seite der Wirksamkeit der amerikanischen Landeszentrale, bei welcher Gelegenheit an Hand des Berichtes der Exekutive beschlossen wurde, die wissenschaftliche und statistische Arbeit fortzusehen und auszubauen. Wie nüßlich und erfolgreich die Be strebungen der A. of& auf wirtschaftspolitischem Gebiete find, zeigte sich gerade in der Zeit des Kongresses, indem einer in der gleichen Stadt tagenden Konferenz der Gouverneure ber verfchiedenen Staaten der USA. auf Veranlassung des zukünftigen Präsidenten Hooper ein Plan unterbreitet murde, bemzufolge. ein Refervefonds von 3 Milliarden Dollar gegründet werden soll, der im Falle plöglicher Konjunkturfrisen nach einer Zeit der Ueberprobuftion, d. h. bei einfeßender Arbeitslosigkeit, verwendet werden soll. Damit hat zum erstenmal ein amerikanischer Präsident direkt eine Anregung der AF. of 2. übernommen und sie zum Gegenstand praftischer Maßnahmen gemacht. Angesichts der immer deutlicher in Erscheinung tretenden Entmidlung des in mancher Hinsicht zurückgebliebenen Südens zu einem wichtigen industriellen Faftor des Bandes, murbe beschlossen, bie Rampagne zugunsten der Erfaffung der Unorganisierten im ganzen Lande, und speziell im Süden zu fördern. Cinen wichtigen Bunft der Tagesordnung bildete die Banbe rungsfrage. Es wurden verschiedene Beschlüsse gefaßt, die vom zuständigen Ausschuß empfohlen wurden und eine schärfere Beschränkung der Einwanderung nerlangen. Die Einwanderung aus Merito, Bentral- und Süd. amerita sowie den amerikanischen Inseln soll ebenfalls der Quoten beschränkung unterworfen werden. Bon der Regierung werden fchärfere Maßnahmen zur Erfaffung und Deportierung der ungefeßlich im Lande anwesenden Fremden verlangt. In der Frage der 3mangsurteile resp. Einhaltsbefehle ( injunction), die in den letzten Jahren eine besonders große Rolle spielte, da alles versucht wird, um auf diesem Wege die Arbeiter organisationen zu unterdrücken, hieß die Konferenz einstimmig eine Erklärung der Erefutive gut, die den däriften Kampf gegen dieje die Organisationsfreiheit gefährdende Methode anlagt. Auf dem Gebiete des Bildungswesens nahm der Rongreß eine Resolution gegen die Benutzung der öffent. fichen Schulen zur Verbreitung van Bropaganda für spezielle Interessen" an. Das Erziehungskomitee der AF. of 2. wird darin angewiesen, im Studium der Lesebucher aller öffentlichen Schulen des Landes fortzufahren und der Eretutive einen Bericht zu unterbreiten. In diesem Zusammenhang mag auch der Kampf für Die Radiofreiheit erwähnt werden. Betanntlich befigt die amerikanische Gemertschaftsbewegung in Chitago eine eigene Sendestation, deren Wirffamteit durch bas vertruftete Radiofapital derart erschwert wird, daß der Station 3. B. nach 8 Uhr abends, allo zu einer Seit, die für die Berbreitung hauptsächlich in Betracht kommt, die Aussendung unmöglich gemacht wird. Zubem herrschen große Ungerechtigkeiten in der Berteilung der Wellenlängen usw. Reben diesen Hauptpunkten der Tagesordnung befaßte fich der Kongreß auch mit zahlreichen fozialpolitischen und internen Fragen, so mit der Frage der Altersversicherung, ber schaften, der Kinderarbeit ujm. Bas die Stellungnahme zum Problem des erfgemein infernationalen Zusammenschluffes betrifft, so wurde der Bericht ber Exekutive gutgeheißen, in dem zum ersten Male dem bis jetzt in der Frage des Anflusses an ben Internationalen Gewertschaftsbund befonders hervorgehobenen Hinderungsgrund der hohen Beiträge nicht mehr so große Bedeutung beigemessen, hingegen wiederholt wird, daß die Möglichkeit des Anschlusses an den Internationalen Gemertschaftsnomie nicht zur vollen Zufriedenheit bes Amerikanischen Gewert. fchaftsbundes geregelt jet". Dazu barf mohl bemertt werden, daß der Internationale Ge Lommen und der Deffentlichtert fagen, wie unter folchen Berhane noch eine wirtungsvolle Bertretung ber Intereffen der Banbarbeiter erfolgen foll Eine befonbere Bedeutung fommt dem Schreiben des Bommer. schen Landbundes durch das Bemühen der gelben Lanbarbeiterbewe gung zu, als wirtschaftliche Bereinigung von Arbeit. nehmern im Sinne der arbeitsrechtlichen und wirtschaftspolitischen Gejeggebung anerkannt zu werden. Durch das Schreiben wird in unzweideutigſter Weise bewiesen, daß diesem Verlangen nicht Redh nung getragen werden fann. wertschaftsbund( 338.) biefe Garantie in Doilem mrange Um den rechtsrheinischen Schiedsspruch wertschaftsbund( SGB.) biefe Garantie in vollem Umrange Um den gibt. Die AF. of& tann die Ernsthaftigkeit dieser Garantie am besten erproben, indem fie fie in gegenseitigem diretten Sontaft genau festzulegen versucht oder sie durch den Anschluß auf die Brobe ftellt. Ob Wasser naß ist, läßt sich sehr leicht feststellen. Was die allgemeine Stimmung auf dem diesjährigen amerilanischen Gewerkschaftstongres betrifft, so darf man mohl fagen, daß die organisatorische und ideologische Geschloffenheit der amerikanischen die organisatorische und ideologische Geschlossenheit der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung befonders deutlich in Erscheinung trat und die Berhandlungen ein Bild innerer Sicherheit und froher Zuversicht gaben. Diese Zuversicht befundete sich speziell auch in der von Bräsident Green für das nächste Jahr herausgegebenen und mit Beifall aufgenommenen Barole der Berdoppelung der Mitgliederzahl der A. of 2. Gerede. Aber fein Mut zur Kritit. C Berbindlichkeit beantragt. Köln, 24. Dezember. Nach einer Meldung der Kölnischen Boltszeitung" aus Elber felb haben der Deutsche und der Chriftliche Tertilarbeiterverband den Schiedsfpruch für die rechtsrheinische Textilindustrie ab. gelehnt Der Arbeitgeberverband für die rechtsrheinische Textilindustrie hat beim Schlichter für das bergische Land die Berbindlich. feitserflärung bes Schiedsspruches vom 20. Dezember bean tragt. Die Verhandlungen finden voraussichtlich am nächsten Freitag Deutscher Streifschuh E. V. Eine verspätete Entdeckung. Das fommunistische Montagsblatt M. 3" berichtet, Ende vorigen Monats habe die Bereinigung deutscher Arbeitgeber verbände den Deutschen Streifschuh E.." ins Leben gerufen. In Wirklichkeit besteht diese Entschädigungsgesellschaft der Vereini gung der deutschen Arbeitgeberverbände für Streifverluste", Ber in B. 62, Burggrafenstr. 11, schon seit Jahren, Der Deutsche bemüht fich ans durchsichtigen Gründen, nach träglich noch für Dr. Brauns Reflame zu machen, indem er sich als unentwegter miesmacher gegenüber dem gegenwärtigen Reichsarbeitsminister betätigt. Rritif ist gut, notwendig und sogar bas Zeichen innerer Anteilnahme an dem Kritisierten. Aber die Dem Deutschen Streiffchu find angesch offen die Gesellschaft Art der Drumherumreberei in Frageform und durch Biebergabe des Gesamtverbandes Deutscher Metallindustrteller zur Entschä ber Meinung anderer und unkontrollierbarer Gerüchte zeigt, daß gung bei Arbeitseinstellungen und die Streifentschädigungsgefcuff aft man jemanden übel mill, aber weber den Mut, noch fachlich stich für den Braunkohlenbergbau. Das heißt, soweit die dem De tihen Streifschutz angeldloffenen Unternehmergruppen befannt finb baltige Gründe hat, eine entgegengesetzte Meinung zu vertreten. Der Deutsche tut so, als zerbreche er sich den Kopf wegen Offenbar steden noch weitere Unternehmergruppen dahinter. des Abganges des bisherigen Schlichters von Rheinland Beftglieder in sechs Reichs- und 106 Landes, Bezirks- und Ortsverbän falen, Genoffen Brisch, und feiner Erfegung durch den Schlichter Don Schlesien, Dr. Brahn. Man hate, vermutet der Deutsche". Brisch übergangen bei der Streitfache in der Nordwestlichen Eisenindustrie, obwohl er in den Kreisen der Gewerkschaften fehr an gefehen mar". Und dann heißt es: S Es feinen bei der Entfernung Brifs eine Reihe unterirdischer Kräfte mitgewirtt zu haben. Sollten fie im Unternehmerlager u fuchen fein, und sollte der Reichsarbeitsminister Bissell biefen& räften nach. gegeben haben?" Zunächft: Dem Einspruch des Deutschen Metallarbeiterverban des gegen die eventuelle Betrauung 35ttens hat sich der christ. liche Metallarbeiterverband nicht angeschloffen. Soviel für die posthume Freundschaft der Christlichen für Brisch. Im übrigen hat Brisch, wie wir bereits in ber Morgenaus. gabe vom 20. Dezember feststellten, feine Stellung leibst ge. fündigt, und zwar im August, also erhebliche Zeit vor der Bestallung Jöttens Der Deutsche Streiffchuz" umfaßte im Jahre 1927 7363 it ben mit 1023 318 beschäftigten Arbeitern und einer für die Streif verficherung angemeldeten Jahreslohnsumme von 151 692 000 D. Eine eigene Streifentschädigungsgesellschaft hat die deutsc Buderwaren und Schotolabenindustrie in Würzburg, Mergent heimer Str. 1& Außerdem besteht in Dresden- A, Bürgerwiefe 24 ein Deutscher Induftr éichukverband mit 13 163 Mitaliedern, ber feine Einnahmen im Jahre 1925 auf 951 958 m. bezifferte und bie ausgezahlten Entschädigungen in 1202 Fällen mit 774 740. Musikernot. vor dem Schlichter für Bestfalen in Dortmund statt. Bom Deutschen Musikerverband wird uns geschrieben: Im vergangenen Jahre brachten einige Tageszeitungen die Notiz daß für Silvester teine Mufiter mehr zur Berfügung ständen. Wir weisen darauf hin, daß die Arbeitelofigkeit unter den Berufs mufitern derartig tatastrophal ift, baß von einem Mange an Mufitern gar feine Rede sein fann. Bei der Gelegenhei möchten wir nicht perhehlen, daß die ungeheure Arbeitslosigkeit der Und schließlich ist die Haltung Wiffells gegenüber den Dif. Berufsmusiker dadurch hervorgerufen worden ist, daß die Unter nehmer Ausländer. Beamte und Nebenberufler bevorzugen, angeblich tatoren an der Ruhr noch einigermaßen in Erinnerung. Sie mar nicht so, daß jemand ernsthaft zu der Frage tommen fonnte, die weil das Publikum Ausländerkapellen wünscht. Beamte und Neben der Deutsche bedingt stellt. Und was mun vollends den Schiedsberufler werden eingestellt, weil dadurch Sozialabgaben gespart ( pruch für den Bergbau betrifft, auf den der Deutsche" fogar werden. zurüdgreift: er ist von Wiffell für verbindlich erklärt worden. Der gelbe Reichslandarbeiterbund. Er erhält die Befehle der Unternehmer. Bes Geiftes Kind die gelbe Landarbeiterbewegung ist, geht aus einem Brief hervor, den„ Der Landarbeiter", das Drgan des frei gemertschaftlichen Deutschen Landarbeiterverbandes, in Nr. 23 im Original wiedergibt und den der Direttor des Bommerschen Landbundes, von Derben, dem Reidslandarbeiterbund geschrieben hat. Der Brief hat folgenden Wortlaut: Albert Thomas für Einigung in Japan. Paris, 24. Dezember. Bie aus Tofio gemeldet wird, erklärte der Borsigende des Internationalen Arbeitsamtes, Albert Thomas, beim Verlassen der japanischen Hauptstadt, daß er die letzten Tage dazu benugt habe fich mit den verschiedenen einander feindlich gegenüberstehenden japanischen Arbeiterorganisationen zu beschäftigen sie im Interesse der Mitarbeit an dem Genfer Wert und des sozialen Aufstiegs in Japan zu einer Einigung aufzufordern. Ueber das Problem der Raffengleichheit befragt, erklärte Thomas, bas dieser Grundsatz nicht in den Sagungen des Bölferbundes enthalten fet. Es müsse aber eines Tages verkündet werden, wenn der Völler bund feine Aufgaben burchführen wolle. Am 23. und 24. Januar wird in Prag eine Sigung be Beirats der Eisenbahnerfektion der Internationalen Transpor arbeiter Föderation stattfinden. Auf der Tagesordnung steht u ein Bericht über die Tätigkeit ber Eisenbahnerfettion ber 313. fe bem Kongreß in Stockholm. Die Probleme der Besetzung vo Lokomotiven mit einem Mann und der automatischen Supp lung bei der Eisenbahn werben im Zusammenhang mit den Mah nahmen behandelt, welche bie Internationale Arbeitstonferenz Benf und der Verwaltungsrat des JAA. anläßlich der von da Sicherheitsmaßnahmen für das Eisenbahnperfonal bei der Aus ITF. geführten Bewegung getroffen haben. Auch die Frage fibung des Dienstes steht zur Beratung bet Ich muß entschieden bagegen Einspruch erheben, daß bie Sentrale des Reichslandarbeiterbundes dirett mit den pommer fchen Arbeiterfefretären durch Rundschreiben verlehrt. Dieles Recht steht nicht einmal dem Reichslandbund gegnüber den Kreisgruppen zu, da sich die Provinzialperbände felbstverständlich gegen. über ihren Streisorganisationen niemals ausschalten laffen werben Internationale Ronferenz des Eisenbahnpersonals. Ich muß daher bitten, baß auch der Reichslandarbeiterbund fich auch in Bufnit hieran hält und, abgesehen von dem Schriftverkehr über bie Bunbeszeitung und entsprechende Mahnungen, lediglich die Rundschreiben an uns mit der Bitte um weitere Beranlassung richtet, Benigftens bitte ich, es bei diefem Berfahren für Bommern zu belaffen. Außerdem bitte ich, daß für den Fall, daß Ent. chließungen gewünscht werden, bie Entwürfe folder Ent hließungen beigefügt werden Gelbstverständlich müssen bie betreffenden Kreisarbeitnehmergruppen den Wortlaut etwas ändern, jedoch muß der Sinn vorgeschrieben werden. Es fann nicht im Ermessen der einzelnen Arbeiterfetretäre liegen, wie sie ben Sinn der einzelnen Entschließungen abfaffen. Dazu fehlt bem größten Teil der Arbeiterfefretäre die Uebersicht. Es muß dabe: stets ein Schema für den Entwurf beigefügt werden." Der Brief zeigt nicht mehr und weniger, als daß die gelbe Bandarbeiterbemegung im traffeften hörigkeitsverhältnis zu den landwirtschaftlichen Unternehmern steht. In einem Stil, von dem Der„ Bandarbeiter" ganz mit Recht fagt, baß er bem Wilhelms II. ganz ähnlich fieht, Derbietet hier bie pommeriche Unternehmer organisation der Reichsorganisation der gelben Landarbeiterbewes gung ben bireften Bertehr mit den pommerichen Dem Reichs Arbeiterferretären. Damit nicht genug. landarbeiterbund wird auch noch zur Pflicht gemacht, Entschließungen vorher der Geschäftsstelle des Pommerschen Landbundes im Ent. murf vorzulegen. Die gelbe Landarbeiterbewegung möge her. Lotale Berantwortlich ir Politit: Dr. Curt Seger; Birtschaft:. Slingelböle Gewertfchaftsbewegung: J. Sterner: Feuilleton: 8. 8. Dicher; and Sonftiges: Fris Raritäbt: Anaergen: Zb. 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Webbing: Gruppenheim, Jugenbheim, Orthftr. 10. Bunter Abend. Cüben, Gabweften: Beihnachtsfeier im Saal V bes Gewerkschaftshauses, Engelufer 24-25( Gaalgebäude). Dienstag. 25. Dezember 1928 Generalversammlung bei Repib, Solfteinische Straße. Arensberg. Donners tag, 27. Dezember, Jugend 1, 20 Uhr, Funktionärligung im Jugendheim Vord ftraße 11. Freitag, den 28. Dezember, Erweiterte Borftandsfisung, 20 Uhr, bei Arepp, Planufer 75. Freie Sochschule. Donnerstag, 27. Dezember, 20 Uhr, Bring- Louis- Ferdinand Borträge, Vereine und Versammlungen. Straße 2, 1, Begetarisches Speiſehaus. Frau von Barenburg:„ Meine Strafs Die Jugendberatungsstelle der Freigemerschaftlichen Jugendzentrale Vorträge, Vereine ift am Mittwoch, 26. Tezember 1928 und Mitmod), 2. Januar 1929 geid Loffen. Am Donnerstag, 10% Uhr, tagen die Gruppen: Frankfurter lee: Sugendheim Litauer Str. 18, Bimmer 2. Ein Südbild ouf das vez gangene Jaht Ren- Lichtenberg: Jugendhe! m Sauffstraße( Sportplag), au der Leffing ftraße. Heiterer Abend. fat bsberger Blag: Jugendheim des Oftens, Croße Frankfurter Str. 16, Quergeb. pt., Zimmer 2 dblid und Ausbl; Tem neuen Jahr entgegen", Tempelhof: Gruppenheim, Enzeum ats German aftr. 4-6. Das Jugendheim bleibt gefchloffen- Cubosten: Gruppen. em te eu fe ng men che Des alt dyt cbe lle. ezus Ten Lad nb ih ber Rit Tent. 1 METROPOL- THEATER GASTSPIEL GROSSES SCHAUSPIELHAUS Die Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Ge'dättstelle: Berlin 14. Sebaftianfft 37/38. Sot 2 tr Gauvorstand. Weihnachtstreffen der Sandballinonnfdaften Stettin, Rottbus, Berlin, beute und morgen auf dem Siergartenfportplop, 10-12 and 13-15 1hr Eintritt 30 Pf. Unterftüst die aufstrebende Sport bewegung. Bilmersdorf. Sungbanner. Connerstag, 27. Dezember, 20 Uhr, 4 PREMIERE HEUTE 7% Uhr lustige Witwe Der Bariton Frisco Schwarze Dirigent: Ernst Hauke alle Marquita Sisters ) ero ON in gne Die ใน ย Fellt, est eiter er st 30, 9 U melde Jose D zel 1 aisp Sep Osjukl та E em Scha -& ffnet ntag Beauty Girls Tänze: 1. 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Ca war um 1858 herum. oieSeicht war es auch sünf Jahre spSter l>d«r früher, dah sich die Sache ereignet hat. Um iuefe Zeit war es sich ungefähr zehn Mellen aufwärts uon Pioche«tn kleines Logcr befand das hier etwa dreihundert Goldgräber aufgeschlagen hallen. Eines Abend» verbreitete sich tu der chauptstratze— es war »iirnlich überhaupt die«innige Strohe— dos Gerücht, dah drei Äänner in Silner Zieef ermordet worden feien und dah man ihre Leichname hierher transportiere. Und wahrhaftig, mit einem Maie 'am ein alter, schwerer Lastwagen den ijügel herausgefahren, den ein �aar Pferd« mst schwerer Müh« vorwärts brachten. Der Tod hat immer etwas Ehrfürchtige» an sich, und deshalb «rstummtc der Lärm tn der Meng» merknch. f» näher die Pferde �amen, bi» schließlich wahrend ein« Haltens der Wagen sogleich von 'hk innringt wurde. Der Fuhrmann aber schien nicht im geringsten B(|n der Feierlichkeit seiner Mission eingenommen zu sein. Jllll« drinnen?* fragt« einer aus der Meng«. �Jch Hab« nicht kontrolliert. Ich denk« wohl.* Ein Mann, der zugeschaut hatte, trat jetzt plötzlich gegen de» Rutscher heran. „Ich weiß zwar nicht, wen Sie da in dieser Sistc drin haben. wenn es der Zufall wollt«, daß es einer meiner Freund« wäre. bann werde ich dich. Bursche, platt aus den Boden niederlegen!' ..SchSn. schön Mach nur den Nistendeckel auf! Ich nehme Won«, hi« ich gesprochen Hab«, aus keinen Fall zurück.* Dabei begann der Fuhrmann den Nistendeckel herunterzunehmen, Dos Stück irgendein« dunklen Gegenstand«», wie Bosenholz, wurde Achtbar. Em paar weiter« Bretter flogen herunter, und der Mann. st» pietätvoll bereit war. das Andenken setner Freund« hochzu- «Ittn, lockerte seine Wafse in der lasch« noch ein wenig mehr. Eni». war hi« ganze Bretterumhüllung losgelöst, und die erstaunte �kng« gewahrt« etwa», was sie all« tn Verwirrung brachte. �Burschen,* sagt» der Kutscher, �do habt ihr es. es ist ein Piano.' Ein allgemeines Gelächter war der Erfolg. Der Mann, der so '"Mich bemüht war. für seine Taten Respekt zu erzwingen. ""tnnelte etwa» vor fich hin. daß ihm die Sehl« ausgetroanet wäre. � Selbst wem» ein halb« Dutzend Tater m der Niste in» Lager tfötdtri morde» war«, hatte die» nicht so«ine Aufregung ver- '"wch«n können, wie die Ankunft dies« einzigen Pianos Am Ochsten Morgen war« bereit» bekannt, baß da» Instrument für !)m Goskin,«wen Schenkwirt und Besitzer des größten Spielsalons jP* Lager bestimmt war. Es war beinah««ine volle Woche nob um diese» Ungetüm auf sein» Beine zu bringen und sein �intümer war da» stolze fte JndivIdium im ganze» Staat». . Lder im ganzen Lager war nicht ein einziger Mensch auszu. Tilden, d« daraus ZU spielen wußte. Der Wirt Goskin begann zu Reifen, daß da» seinerseits ein« verfehlte Spekulation gewesen I8"- Cr Holl» einen Seiger und«inen Mexikaner, der die Gitarre �e. Eh, Pianist HSlle sein Orchester bedeutend vervollständigt. » So kam also d» Weihnachtsabend heran, and der Spielsaal. ß«r Gosrin hall« feiner Gewohnheit gemäß sein« Hölle mst Lücken einer allen Bergzeder und einer Staude geschmückt, deren 5°" Beeren keineswegs«In« schlechte Nachahmung der englischen �chpalme waren. Das Piano wurde mit Jmmergrüu bedeckt, und wax da. bi, auf eine Sache, di, Goskin ganz zufriedengestellt uärnllch jemand, der Piano zu spielen verstand. »Weihnachtsabend, und keta Nlovierspteler, sagt« er.„Dos>>> °«in« liebliche Gegend für einen Ehrtsten. der gezmungen ist. hier r lebenl» Endlich nah» er«in Stück Papier und kritzelle darauf � Worte: Zwanzig Dollars für dnrjj zufrledcnsteDenden KlsviCTop!««. Dies« Papier bracht««r auf dem Mustkgestell an und obgleich Anschrift bi, gegen Mitternacht den Besuchern d« Lokal» ent. gegenleuchtet«, vermochte sie« trotzdem nicht, irgendeine» Musikanten aus seiner Behausung hierher zu locken. Ho ging also die Umerhallung las und die Lustigkest wuchs auch sv allmählich an. Die Männer tanzten und sangen zur Musik der schlechten Biotin« und der krächzenden Gitarre, und bald schien es, 3>ie unbekannten Soldaten. f«n O—ip XsietUer. £s waren einmal ror Janr und Tag üreJ unbeJoumle Soldalcn, •Die, weil sie ihr Steglnuoü verlorn, Drei Jahre schon wandern taten. Der ernte war Schmira wie BaUhasar, Der«wette war blaß und feldgrau, Der dritte den Stahlhelm Frankreichs trug. Und alle drei sahen die WeU grau. Sie wanderten ostwärts tag und llacht Und wallten wohl nirgends verweilen. Die Ulänner schlugen das Xreun, die Fraun Sah man von hinnen eilen. Tlur Sünder tiefen Stück Weges mit Und lachten und riefen und fragten: „Wo wollt ihr hin Ober tag und Uschi. Jhr unbekannten Soldaten?"< „Wir müssen marschieren wohl tag und Wacht Bis SSetlehem und noch weiter. Wo das Oechslein muht und das Mein lacht Und das Fündlein schlummert so heiter. Wo der Friede ist, der versprochen mar. In die gute, die letzte gtappe, Wo wir ausruhn können manches Jahr Ton.Krieg und Sieg und Schlappe.. Sie unbekannten Soldaten sind In Flaehi und'Hebel verseh wunden. Wie weil sie auch wanderten tag und Wacht, Sie haken das Kind nicht gefunden. als ab dl« luftige Menge das Heulen b«, Sturms, der draußen iobte, übertönen wollte. Mit einem Mole aber wurde die ollgemein« Aufmerksamkell durch die Ankunft«ine» weißhaarigen Mannes gefesselt, der gegen den Namtn zu schrill. Seine Kleider— wenn man das überhaupt Kleider nennen tomü«— waren vom geschmolzenen Schnee ganz naß geworden, und er machte einen halb verhungerten, halb ixr- sinnigen Eindruck. Gr Hielt seine schmächtigen, zitternden Hände gegen das Feuer, und durch da» Licht de« verbrennenden Holzes erschienen sie fast durchsichtig. Er starrte ein« Weile vor sich hin, als ob«r etwas suchen würde, und sein« Ankunft und Anwesenheit ver- breitete eine solche Abkühlung, daß dl« Lustigkeit etwas abgedämpft wurde, allmählich verstummt«, und« den Anschein hatte, als ob er vom Sturm hierher verschlagen, all die Finsternis und Kälte der draußen kämpfenden Elemente mit sich hereingebracht hätte. Goskin, der gerade«ine Schal, heißen Eierkvgnak mixte, kam näher an ihn heran und sagte unter Lochen: „Do. Fremder, erfrisch dich malt' Der Mann erhob sich und gegen den Tisch mst den Speisen zu- schreitend, macht« er sich über«in Stück gerösteten Bären her, w das er sich in der Art eines wilden Tieres«inbiß. Nachdem die Fleischspeise, das Getränk und die Wärm« den Fremden«tn wenig durch- drungen hallen, begann er auch hellerer und seine Figur schon an» sehnlicher zu werden. Seine Auge verloren ihre blasse Farbe, und er schien durch den Gedanken daran, daß«r sich ja nicht im Grabe befand, immer mehr und mehr zufrieden zu werden. 2Us man diese Veränderung wahrnahm, wurden auch die Leute um ihn herum lustiger und glücklicher, und die augenblicklich« bedrückte Lage, die durch sein« Erscheinung eingetreten war, verschwand wieder all- mählich. .Hoben Sie Jhr Dirtslokol immer in einer solchen Weese deko- riert,' fragte er schließlich Goskin. „.Heute ist doch Ehristabend,' entgegnet« ihm der Wirt. Der Fremd« schien ganz betreffen. »Der 24. Dezember, mein Freund, gewiß, gewiß I' .Und deshalb habe ich das Zeug hier angebracht, Alter, ver. standen?!* .Solange ick in England lebte, habe ich stets den Christabend gefeiert. Aber Ich habe wahrhastig oergesien. daß heute Nacht Weih- nachten sind. Ich schlage mich jetzt in den Bergen herum, und s« kommt e». daß ich gänzlich die Orientierung über die Kirchen fest? verloren habe!* « Mit einem Male ließ er seinen Blick über das Piano streifen. „Dann wird da» Spiel beginnen?' fragt« er. „Es wird keines beginnen,' entgegnet« Goskin, bei dieser Bc> merkung rvtwerdend. „Ich pflegte Piano zu spiele», al» ich noch jung war.' Goskin war über dies« hingeworfene Bemerkung geradezu«wer Ohnmacht nah«. „Aller, los. nehmen Sie es m die Arbeit, und machen Sie uns Musik. Nicht ein einziger Mann im ganzen Goldgräberloger hat die Nerven, den Kampf mll dieser Mustkkiste aufnehmen zu wollen!* Sein Puls degann rascher zu schlage«, weil er fürchtete, daß ihm der Fremd« fem» Bllte verweigern konnte. „Run schön, also ich will mein Beste» versuchen!* sogt« er. Es war wohl kern Slaoierfesiel zur Stelle, aber er stürzt« einc Kerzenklste um. stellte sie vor des Instrument und setzte sich daraus. E» waren nur einige Sekunden notwendig, bis lautlose Stille im Räume herrschte. „Der all« Narr wird da» Ding jetzt lospollern lasten, Ruhe!" Der Anblick eines Mannes bei einem Piano war etwas so Unge wohnliches, daß sogar der Spielhaller der Spielbank, der im Begriff c einen Gewinn von fünfzig Dollar eimzustecken, innehielt und da» Gelb wegzunehmen oergoß Die Leute hielten im Trinken inne, das Glos an ihren Lippen. Die Unterhaltung stockte mit einem Male, als ob alle, vom Schlag« gerührt worden wäre, die Kartenspieler oergaßen die Karten zu mischen. Der alle Mann strich seine langen, weißen Locken nach rückwärts. warf einen Blick gegen die Zimmerdecke, schloß seine Augen zur Halste, und in einer geradezu mystischen, verträumten Art ließ er dann seine Finger über die Taften gleiten. Er schlug nur ein ganz «insoches Lied an. aber die Tön« erfüllten den ganzen Raum. Es war nur ein« Art von Improvisation, aber als er die Akkorde miteinander oerschmolz, legte sich ihr Zauber und ihr« Macht auf jedes Ohr und Herz. Der Pianospteler schlug jetzt dt« alten Balladen an. die st« alle in ihrer Heimat gehört hallen, die traurigen, melonchollschen und ergreifenden Lieder. Diese Träume aus der Jugend, aus der Kinder. zeit, rührten an Ihren Herzen wie an weichem Teige und preßten Tränen aus ihren Augen wie au» einem nassen Schwamm«. Und als die Melodien,«ine um die andere, Balladen und ver- traute Dcihnachtslieder. klangen und verklangen, da glaubten sich die Zuhörer wieder tn ihre alt«, vor langer Zeit perlastcne Heimat zurückversetzt, wo sie einstmals in Ihrer Jugend gefpicll hallen, sie Im romantischen Gelände. Von Alfred polgar. . Am äußersten Ende der Stadt, wo st« das schon eigentlich gor "«nehr ist. ragt die hohe Halle, in der man Filme dreht. Rmg»- '•«eithin gebreitet. Sand- und Wicsensiächen. in der Fenu eme �ur dünner Däumchein Waldansang»nd Ende de-«Im�Hoheit». Das Wetter ist grau und kühl. Nebel, schlecht geballt mit ein "Sklhas,., Theaterstück, kann(ich nicht«ntschetden. od er Lust * Wasser werden will, der verdrostene Tag bleibt im Nacht» um«in Uhr ist«, noch Morgen, oder schon Abeiiddämme. . also zu Freilichtoulnahwen just da» unrecht« W«u«r. stehen auch die Schlösser und Kirchen, die Gäßchen au» ver- 'denen Jahrhunderten, die Morktplötze und Burghöfe, tot Hütten. '«itc und Höuser verlossra da. Ein, Well, die von ihrer Maske Testch» fallen lieh. Kein Leben tn der wunderschonen»tato, aussteht wie versunken aus den Boden eine» obgelostenen Meere». """rd wohnt in ihr. nur in den öden Yensterhöhlen, wenn man d*r zugehörigen Filme erinnert, das Graue». , Di» Hall« hingegen ist groß, delebt von oerwirrender, farbiger totogkeü. Wer st« zum erstenmal durchwandelh alsubt sich>m �n Bezirk. Nege, Dalpurgtsnachtleben. G-schrel. Musik. ° und Donner. Erscheinungen, prominent« sowie muh nackte, r*" blauweißer Flammen, Larven, Lemuren und Reg, seur», d'Ul' ,n, Tageslicht. Tagwefen tm GefpensterNcht. SoCm ersten mächtigen Eindruck folgt bald ein zweiter, noch wöchtigerer. Großartig, die Seele des Betrachter» mll Baugiz. f0!l-nd. offenbart es sich: dos MißoerhSUnIs- Da» Mißver- � zwischen dem ungeheuren Aufwand an Muh«, Geld. Ze. und Muskelkräften, an Menschen. Maschinen. Scharf- und JJ"hsinn. Geduld. Leidenschaft. Energien jeglicher Art. Schwätz Provenienz— und dem, was dieser Aufwand �rvorb ringt. »um Beispiel steigt eben eine maskierte Dame im RevuekojtUm die Freitreppe hinab, indes rechts und links von dieser Trepp» auf wellenblau bcmallen. Woge vortäuschenden Schaukeln, je dreißig nackt« Jünglinge, di« mit sehnsüchtigen Armen nach der Maskierten langen, rheintöchterhoft hin- und herbewegt werden Vom hohen Gerüst lugt der Registeur, und sein Donnerwort aus dem Megaphon beschwört die Rheinsöhne, doch größere Bewegungen zu machen. Ach. das wird hübsch sein, schwarz auf weiß, mit etwas Hebriden- Ouvertüre! Der Registeur sah. mll bewegten Sinnen, durch eine Nein« optische Lins« aus die bewegten Jüngling«. Die Linse zähmte da» grausame Quecks, lberlicht„und war au» blauem Glase*, wie es tn der schönsten Strophe der noch immer nicht verfilmten Frau Wirtin von der Lahn heißt. Die Jünglinge, nackt bt» zum Gürtel(von oben an gerechnet) und Im übrigen nicht sichtbar. Herren ohne Unterleib, wogten mit Ehrgeiz Und indes di«. Szene sechs-, siebenmal wiederhost wurde, die Maskien« treppobwärt» schwebt«, dt« entkleidet« Brüderschaf, nnt großen Bewegungen nach ihr schmachtete, ein wirksiche» Orchester wirkliche» Orchester markierte, in Logen ringsum Damen und Kavalier«, die Gesichter erstarrt«n Schminke, furchtbar lächelten, tm angedeuteten Parkett Statisterie der niedersten Rangklost«(welche tn der»inosprache sehr fein-.Lltmasphäre' heißt) heftige» Zuieheu vortäuscht«, und da» Ganze ununterbrochen wahnstnnlg viel Geld kostet»... löste sich ou, dem Gefühl de» Betrachters Zärtliche«, flog fori mll dem Auftrag: wenn du«w Theater siehst, sag' ich laß«» grüßen! Sine Liebeserklärung dem allen, braven, kümmersichen Theater. «o«m paar Menschen, nur Indem sie miteinander Worte tauschen. De» und Schicksal vormachen, wo man Bauten baut au» Luft und Geist. Architekturen, in denen da- ganze Leben Platz Hot und der ganze Tod. Unter den Tagwesen lm Gespensterlicht fallen zwei Gruppen angenehmst auf: die Musiker. Klavier und Geig«, welche, Sanitäter der Filmtrupp«, den Klnospielern Musik eingeben, damll sie nicht schwach werden, ihnen so hinweghelfen über das Leere. Denn in Musik eingetaucht verlieren die Situationen an Nüchternheit, wie die Körper Im Master an Gewicht... Und dann und vor allem: die Elektrotechniker. Ueberaus sympathisch« Menschen, mittendrin und doch ganz abseits, nur mll ihren tierhaft-unheimlichen Apparaten beschäftigt, brave Kanoniere an den furchtbaren Lichtgeschützen, dt« eigentliche, wirtende Kraft des Ganzen— und doch ganz schuldlos an ihm! Weshalb sie auch, reine Seelen, lange weiße Kittel tragen. Draußen, tm romantischen Gelände, ist es finster geworden. Noch oerlastener ruhen jetzt die Schlöster, die Höfe, die Gäßchen aus vielen Jahrhunderten, versinkend in den trüben Abendhimmel. Diese zerbröckelnden Burgen, da» waren, wie sie noch neu waren. Ruinen. Jetzt sind es ruinierte Ruinen. Sonderbarer Anblick: der echte Zahn der Zell den falschen benagend, künstlich« Verwitterung. die echt oerwlltert. Wie schaurig! Ader einen wundervollen Kinoerspielplatz gäbe das romantisch« Gelände mit seiner vielgestalligen PhoMastetuliste. Großartig sieht da» alles aus: und gering. Bezwingend: und kläglich. Kaum erschaffen: und schon längst gewesen. Geister von Millionen Rentcnmark umschweben es klagend. rilil, schwarz Mit» Seih', ttrnlt Rswohlt Verl««.) Das ist ein Sagmou? Harald Lloyd erklärt« kürzlich einem Interviewer, die grpßen Erfolge der Gcoieskfilm« feien in erster Linie Leut«, zu verdanken, van deren Existenz da» Publikum nicht» weiß, deren Namen nie gs> nanm würden, die aber für jeden feiner Film« und überhaupt für jeden Groteekfiim unentbehrlich wären. Es sind die« die sogenannten „Gagmen*, die Erfinder der grotesken Episoden. Dies« Leute halten sich vom morgen» früh bt» abe�i« spät in den Atelier» auf und sind die recht« Hand des Registeurs. Es find geniale Menschen, die un- ausgesetzt bemüht sind, sich in Einfällen zu überbieten. Jede Gag- Idee wird sofort gefilmt, der gewonnene Filmstreisen bildet aber erst die Grundlage der Arbeit. Ost wird an einem einzigen Situation»- scherz, der tn wenigen Augenblicken am Zuschauer vorüberflitzh wochenlang gedreht. fahen ble Bracht der Bisconfiner Ahornalleen, die Höhennebel, best 1 indianischen Sommer mit seiner ganzen Farbenpracht vor sich er. ftehen. Bor ihrer Erinnerung erblühten die Heideblumen der alten Schottischen Berghügel aufs neue, fie gewahrten in ihrer Phantasie die weißen Riffe der britannischen Küsten, sie hörten, wie die Bogen des Meeres dumpf daran schlugen; Tränen traten in die harten Angen. Als der Spieler innehielt, schlich die Menge ein wenig scheu zur Seite. Nicht mehr der Traum lag auf ihr, dieser. hatte der Schwer mut Blag gemacht. Ein jeder wünschte sich, sich in seine Stube zurückziehen zu dürfen, um seinen Lieben ein paar Zeilen schreiben zu fönnen. Das Morgengrauen brach bereits heran, als der Legte feinen Plaz verließ, und dem Biantospieler selber fant das Haupt müde herab, und er schlief bei seinem Klavier ein. ,, Heba, Alter, wünschst du dir nicht ein bißchen Ruhe?" fragte Gostin. Ich fühle mich sehr ermüdet." erwiderte der Alte. Bielleicht gestatten Sie mir, so einen oder zwei Tage hier bleiben zu dürfen? Er begab sich hinter den Schanttisch, wo ein paar alte Bolldeden fagen, und legte sich auf ihnen nieder. Ich fühle mich recht schlecht. hab wohl nicht mehr lange zu Teben! Aber ich hab noch einen Bruder, drüben, auf der anderen Seite des Berges er heißt Driscoll. Er weiß nicht, daß ich mich hier befinde. Könnten Sie ihn vor Morgenanbruch hierherholen? Gern möchte ich noch in sein Antlig schauen, bevor ich sterbe!" Gostin sprang in die Höhe, als er den Namen vernahm. Er fannte Driscoll sehr wohl. Der ist Ihr Bruder? In einer halben Stunde fchaff ich ihn Ihnen zur Stele!" Gostin eilte hinaus in das Unwetter, der Musitant aber preßte feine Hand in die Hüfte und seufzte tief auf. Gostin vernahm noch hinter sich das Wort: Eilen Sie, eilen Sie!" und er faufte den Hohl weg hinunter zu Droscills, Hütte. Es war schon vollkommen hell in der Wirtsstube, als die beiden Männer zurüdfehrten. Driscoll wor bleich mie der Tod. Guter Gott! Gib, daß er noch am Leben ist! Ich habe ihm fchwer Unrecht getan, vor zwanzig Jahren, als mir noch in Englanh lebten!". Sie bemerkten, daß der alte Mann die Dede über sein Gesicht gezogen hatte. Die beiden Männer standen einen Augenblid bctroffen da, weil sie fürchteten, daß er bereits gestorben war. Gaskin zog die Decke herab, warf sie zur Seite, nicht wenig in Berwunde rung. Es befand sich ja niemand darunter! Fort!" schrie Driscoll mie tout auf. Fort!" wiederholte Gostin noch entsetzter, indem er die Schub lade der Kasse herauszog. Behntausend Dollar im Beutel futsch und der Herrgott weiß, wieviel Kleingeld aus der Schublade außerdem!" Am nächsten Tage waren alle Jungens unterwegs, um eine Pferdespur zu verfolgen, die sich im Schnee in der Richtung gegen Bioche verlor. Man entdeckte aber den Räuber nicht. Einige Zeit später fand man dagegen eine weiße Haarperücke, und dieje rief Erinnerungen an jenen ,,, Fremden" wach, der feinen meißen Lodenkopf nach rüdwärts geneigt und gegen die Zimmer bede emporgeblidt hatte, ganz hingegeben seinen musikalischen Inspirationen, in jener Nacht des 24. Dezember 1858, der stimmungs nollen Christnacht im Goldgräberlager. ( Aus dem Amerikanischen überfest non S. Reismann.) Meine beste Geschichte". Jedermann liebt fustige Geschichten, und so mancher hat einen befonderen ,, Liebling", den er immer wieder gern erzählt. Einige bekannte Persönlichkeiten haben einer englischen Wochenschrift ihre ..besten Geschichten mitgeteilt, von denen einige hier wiedergegeben seien. Conan Doyle erzählt niit Vorliebe eine Gefchichte, non der er behauptet, daß fie, wenn auch nicht wahr, so doch vortrefflich erfunden sei:„ Als ich in Boston auf meiner ersten ameri tanischen Reise anfam, wurde ich von einem Droschtenkutscher, den ich mir nahm, sofort erkannt. Als ich am Schluß der Fahrt ihn Weihnachten auf der Werft. -Bon Max Dortu. 1 dos Der Nachtwind pfeift und heult durch das fahle Gerippe der| Finger im Munde hat und pfeift und pfeift. Sänger am Dace, an den Kränen, an den Lauffaßen in den Hellinggerüsten, an den hochaufstrebenden Helling. Aus der Ferne hörst du ein tiefes die wilde nächtliche See in Aufruhr, hohen Ständern der Lampen jiiih- witih: der Sturm! Brummen: das ist die See die grausame und die die schöne See die freie See, die weite See beglückende See. Das Herz des Jan Kroog flopft 3met Lafte höher wenn er nur an die See denkt. Jan ruft die See habe ich dich 30 Jahre lang in meinen Armen gewiegt um schließlich von verlassen. verlaffen, gewiß hatte dir verlassen zu werden? Ja Jan Kroog die Here und Nire: die See verlassen Jan Kroog hatte sich auf der See nicht mehr ernähren können. Eine reißende Stahltrosse hatte ihm die Beinknochen zerschlagen, hatte bn zum halben Krüppel gemacht zum Krüppel nach 30jähriger Fahrens zeit, als Matrose und Bootsmann- also: nach 30 Jahren See arbeit mußte Jan Kroog zur Landarbeit greifen. Er war, bei allem schließlich boch froh, auf der Schmerz um den Verlust der See Berft eine Stelle als Wachmann, als Nachtwächter, als Werfthüter zu bekommen. Borher hatte er ein Jahr lang an Land gehungert und gedarbi, es war dem Jan Kroog nach der Krankenhauszeit schlecht gegangen nicht mal den Tabat in seine Pfeife hatte er gehabt; und das war von allem Unglüd doch das größte. Nichts zu rauchen das galt dem Jan Kroog soviel, als wie felber ein totes Feuer zu sein. Aber heute nach, in diefer stürmischen Beihnachtsnacht, da schmauchte der Bachmann Jan Krong eine Pfeife nach der anderen, guten Brafiltabat, Marte Rotstern, richtigen Betum. 1 und immer zum Hier und da schaufelt ganz leije em fleines gelbes Lichtdem Bachmann feinen Rundgang durch die Berit erleuchtet. Schweren Fußes schlürft der Alte seinen halbstündigen Gang. Traurig geht er wie zu einem Leichenzuge. Wie auch sollic Bater Jan Kroog nicht traurig feiner ging hier doch durch einen nach Rost und nach Totenhof es roch überall nach totem Eisen Berfall. Seit zwei Monaten mar diese Werft falt gestellt. Die feine Spanten und feine Wanten sechs Hellinge waren leer dehnten sich zur Neugeburt olles falt und leer und kahi. de Wind pfiff durch Totengerippe. Ein Machtwort der Unternehme 5000 Arbeiter maren aufs Straßen hatte die Werft stille gelegt pflaster geworfen wie würden die heute mit ihren Familien Weihnachten gefeiert haben? Bater Jan Kroog bog seinen Ober förper noch etwas tiefer, der Regen flatschte ihm hart am Budel und es schten ihm, als ob er all die Laft und Not der 5000 arbeits Ipjen Berftleute auf sich trüge. Es mar ihm traurig in der Seele eine tote. Werft, war er nicht ein Friedhofswärter? Dann saß der alte Bachmann wieder in felner Holzbude, das Feuer war neu entfacht in der Ede brannte ein staubiges Glüh birnchen, der. Tannenbaum schlief, seine goldenen Augen waren ihm zugefallen, die Lichtlein hatten sich alle selbst verzehrt. Sted dir' ne Pfeife an, Jan Kroog und horche du: draußen, Seht ihr den Jan dort fizzen? In seiner fleinen hölzernen der Sturm! Hoija, jezt tanzen sie auf der See- die hundert reisen Bachbude? Ja freilich und ein Tannenbäumchen am Tisch den Schiffe. Das Herz des alten Fahrensmannes ging auch aut er flog porm Sturmwind wie eine breitgeflügelte Möwe fünf, sechs, sieben Lichter dran und' n paar rote Aepfel sind Reisen, dran und im gußeifernen Kanonenofen proffelt das Feuer, dahin. Sein Herz war mit allen Schiffen, die hier auf der Werft fie alle waren Burpurfchein heraus aus den Rizen der Ofentüre. Hot, der Sturm, im Laufe von vielen Jahrzehnten gebaut waren Kinder der Werft, in ihre Nieten, Banten, Planten und Bolzen wie das draußen pfeift und poltert und donnert hohen Diskant der Sturmftimme der tiefe Baß der brandenden hatten sich 5000 Menschen mit hineingearbeitet. Jedes Schiff wer sonderit See. Es ward dem alten Wachmann ordentlich warm ums Herz, nicht nur Eisen und Stah und Maschine und Kompaß das da draußen das war so recht ein Konzert nach seinem Sime, jedes Schiff war auch Blut und Hirn und Herz der Menschen. Die die Elemente in Aufruhr da wußte man boch, daß man ein 5000 Werfer lebten in ihren Schiffen, die sie gemeinsam erbaut brennender Mensch war. Revolte auf See und Revolte in Lüften hatten. Da waren Kinder der Werft, die in diesem Augenblic unter dem Goldenen Kreuz der Südsee führen, unter dem hohen hell das war die große Berwandtschaft zum eigenen revolutionären und diese fernen Kinder der Werft, Herzen. Und revolutionär war der Janda gibt es gar nichts brennenden Sternenhimmel daß er sich nicht einmal diese Schiffe fie alle hatten Heimweh, Heimweh zur großen drüber zu beuteln, er war jo revolutionär ins fanfte Joch der Ehe hatte fügen wollen jawohl, der alte Mutter, Heimmeh zur Werft, auf der sie Stück für Stüd, Spante Bachmann von der Werft ist unbeweibt.**** um Spante, Biante um Plante geboren waren. Jan Kroog, der er war in dieser | alte stille Bachmann auf der faltgelegten Berft die Berbindung zwischen Weihnachtsnacht, unter Sturm und RegenBert und Schöpfer, die Verbindung zwischen Schiff, Mutterwerft Drum hatte er sich in dieser seiner dienstlichen Weihnachisnacht auch selber ein Bäumchen geschmückt-hoisa und heisa, wie die Lichtlein jo golden funkeln und wie' s duftet: nach wirklichem Bienenwachs der Jan hatte für jedes Kerzlein einen ganzen Groschen bezahlt mögt ihr das ruhig eine Berschwendung heißen- dem Jan aber war der Duft des brennenden Beihnachts alb ein Spräßlein des Tannenbäumchens war über einer wachses ein Hochgenuß. Und nun roch es gar ein wenig nach goldenen Kerzenzunge verbrannt. Im Dien das Heuer fnafte der Sturm draußen riß das Feuer fast aus dem Blech rohr herauser fog om Feuer, fo mie der alte Bachmann an feiner Pfeife fog: fniste Das Antlig des Jan Kroog. Die hellen Augen geben diesem 60jährigen Antlig eine faft noch jugendliche Frische, diese Augendas ist wie Gefunkel non geschliffenem schwedischen Granit: grau und blank! Augen die von großer Willensstärke zeugen die aber auch alle Bitternis eines harten langen Seemannslebens widerspiegeln. Die Stirne des Jan Kroog- hoch und ecig wie eine Felswand, das schneeweiße Haar darüber hat es geschneit? und die weißen Augenbrauen find wie brandende Bogen am Fuße der steilabfallenden Felsmand. Das ganze Antlitz des Jan Bild flandinavischer Küstenlandschaft. Die graue Müße die Wolfen. ein wie und Arbeiter. Blöglich eine helle Bision stieg auf vor dem inneren Auge des alten Bachmannes die Schiffe dieser Werft trugen durch alle Meere der Welt das Herz ihrer Erbauer: rate Flaggen über Topp! Und flopfte und hämmerte es nun nicht auf der Werft? Jawohl, die Werft war wieder zum Leben ermacht, auf sechs Hellingen bas mar ein heller wuchsen Niete für Niete sechs neue Schiffe Gefang von Eisen auf Eisen, die Bufttrane tanzten mit Stahlschuhen Heller Sonnentag war es über der Werft wehte im frischen Sommerwind eine riesengroße Flagge, gefärbt vom Blute der ersten Morgenrôte und quer über die neue Werftflagge hin stand in filberner Riesenschrift dieses Wort: Sozialisiert! Das wa dir eine Freude, vor Freude war dem alten Bachmann die Pfeif ausgegangen. Schöne Zukunft. Freie Arbeit. Freies Werf Freie Menschen. Er selbst würde drüber hinsterben- das schade ja meiter nichts das Alte brödelt ab, die jungen Geschlechter die drängen zu schönerem und reicherem Leben! Das war die stille Weihnachtsfreude des alten Bachmannes Jan Kroog, des Hüters und Betreuers der nächtlichen. Werft. aber Jan und lege es ist 3 Uhr vergiß nicht den Rundgang Die Berft. Bei Nacht, Hä., wie der Regen stürzt, nein ins Defchen erst noch nen diden Broden Holz. Und die Pfeife bezahlte, sagte er sehr ehrerbietig:„ Wenn es Ihnen nichts ausmacht, der Regen peitscht. Die Werft in Dunkelder Sturm springt frisch angesteckt- draußen: trubu: der Sturm! der Sturm! Bater drüber hinmeg auf jedem Eisenzipfel fißt ein Sänger, der den 3an: hinaus! Herr, so möchte ich lieber ein Billett für den Bortrag haben, den Sie heute abend halten." ,, Sagen Sie mir, woher Sie wußten, wer ich bin," sagte ich lachend ,,, und ich gebe Ihnen Billetts für Ihre ganze Familie," Dank schön," war seine Antwort. Wir wußten doch alle, daß Sie mit diesem Zug fämen. Außerdem habe ich doch Ihre Sherlock Holmes Geschichten gelesen. Da fah ich denn, daß die Aufschläge Ihres Mantels zerfnüllt waren von den Händen aufaringlicher Reporter, Ihr Haar hat in feinem Schnitt etwas dom Quäler; das mies auf die Arbeit eines Friseurs in Philadelphia hin, und hr. vorn eingebeulter Hut zeigte, daß Sie beim Frühstück in Chicago fich eifrig an das Büfett gedrängt hatten. An Ihrem rechten Schuh lebt etwas Lehm aus Buffalo; in Ihren Kleidern liegt der Geruch einer Zigarre von Utifo, und dann steht ja in größen Buchstaben auf Ihrem Koffer der Name: 2. Conan Doyle." Die belannte Schriftstellerin Anita Loos erzählt eine Negergeschichte:„ Eine amerikanische Dame, die von der Reise zurüd fehrte, brachte ihrer Köchin Mary eine knallrote Bluse mit, weil diese die Farbe besonders liebte. Zu ihrem Erstaunen fand sie Mary ganz fchwarz angezogen und diese erzählte ihr schluchzend, daß unterdessen ihr dritter Mann gestorben sei. Das tut mir aufrichtig leid," ſagte die Dame. ,, Dann fann ich Ihnen die Bluse nicht schenken und merde etwas anderes besorgen." Aber das paßte der Köchin nicht: Mein Mann war ein Schuft und gar nicht gut zu mir. Geben Sie mir ruhig die Bluse. Es genügt fchon, wenn ich um den Menschen von der Taille abwärts traure. Der Vater der deutschen Operette Zum 200. Geburtstag von Johann Adam Hiller am 25. Dezember. et bic er Die Gegen die unbeschränkte Selbstherrschaft der italienischen Oper, schule" dazu bei, die Gesangskultur zu fördern und durch Angliedo die im Deutschland des 18. Jahrhunderts die deutsche Mufif völlig rung emes leistungsfähigen Gejangdhors die Programme seiner in den Hintergrund gedrängt hatte, feßte um die Mitte des Jahr Konzerte abwechselungsreicher zu gestalten. Daneben juchte hunderts eine Bewegung ein, die darauf abzielte, der deutschen auf den Geschmack des Publikums einzuwirken. In dieser Abficht Mufit ihre Unabhängigkeit zu wahren und die Italiener mit ihren rief der auch schriftstellerisch hochbegabte Musiker in den Wöchent eigenen Waffen zu schlagen. Eine wertvolle Unterstützung erhielt lichen Nachrichten und Anmerkungen, die Musik betreffend" dieser Reformversuch durch den gleichzeitigen gemaltigen Aufschwung ateste wirkliche Musikzeitung Deutschlands ins Leben und steuert der befchen Quimbatte. Es war der Zeipziger Theaterbirektor und Tonfünstler" einen wichtigen Beitrag zur deutschen muſi der deutschen Instrumentalmusit, deren Ueberlegenheit feinen Wettferner mit seinen„ Lebensbeschreibungen berühmter Musikgelehrte Koch, der die erste Anregung gab, unter Anlehnung an die englischen Lerikographie bei. Mit Ausnahme weniger Jahre, die lischen Gingspiele eine deutsche Operette einzubürgern, die auf den in Mitau und auf Kunstreisen verbrachte, hat Hiller Leipzig ni Spuren der italienischen Operá buffa, ihre Erfolge fudte Doch verlassen. Diese Stunstreifen führten ihn nach Berlin und Bresla kamen diese Bersuche über Anfäße nicht hinaus, da die Kriegsmirren mo er Händels Oratorien in Musteraufführungen herausbrachte, eine Fortführung des aussichtsvollen Unternehmens verhinderten. als die Vorläufer unserer modernen Musikfeste gelten dürfen. eine Fortführung des aussichtsvollen Unternehmens verhinderten. Die überragende Stellung Hillers in der Musikgeschichte per Erst im Jahre 1765 nahm Koch seine Pläne wieder auf und übertrug dem Leipziger Musiker Hiller die Kompofition des von Weiße dankt der Bielseitige aber feiner hervorragenden Bedeutung nach dem Eng'ischen gearbeiteten Singspiels Die verwandelten Komponist der Operetten, die der Zukunftsentwicklung Ziel u Beiber", dessen durchschlagender Erfolg zeigt, daß der Leipziger Richtung gaben. Im Widerspruch mit seinem Auftraggeber Ko Wann auf den rechien Blag gestellt hatte. der die Ansicht vertrat, daß im volkstümlichen Operngenre Johann Adam Hiller, dessen Singspiele„ Die Jagd"," Lottchen liedmaßig, leicht und so foin müsse, daß jeder Zuschauer imitant de ani Hofe" und" Die Liebe auf dem Lande den Ausgangspunti der fei, allenfalls mitzufingen", beharrie Hiller darauf, daß auch in d 1728 als Sohn eines Kantors in einem Dorfe bei Görlitz geboren und hatte sich als Sänger, Klavierspieler und mm Generalbaß bereits eine umfassende musikalische Bildung angeeignet, ats er 1751 die Universität Leipzig bezog, um Jura zu studieren. Seiner Neigung folgend, widmete er sich aber bald ganz der Musit, und schon binnen furzem fonnte er in dem aufstrebenden Musik eben von Klein- Paris eine im wahren Sinne des Wortes tonangebende Rolle spielen. ale un Rothschild- Geschichte Mit einer Rothschild Geschichte wartet der Sänger Al Jolson auf: Ein Mann, der Lose für eine Lotterie verkaufte, bat auch den Baron Rothschild, ihm eins abzunehmen. Ich habe nicht nötig, noch etwas zu gewinnen, ich bin reich genug," erwiderte diefer. Machen Sie einen Versuch, drängte der andere. Bas find für Sie zehn Marte Rothschild nahm das Los und gemann tatsächlich den Hauptgewinn. Als ihm der Mann davon Mitteilung machte, sagte er: Nun will ich mich auch dankbar erweisen Bollen Sie fofort r: ,, Nun 30 000 Mart haben oder für Lebenszeit jährlich 2000 Mart?" deutschen Spieloper und Operette bilden, wurde am 25. Dezember Gesangspartien der Operette die Standesunterschiede gewah Geben Sie mir lieber die 30 000 Mart," sagte der Mann. Ihr Glud ist so groß, daß ich sonst nicht mehr sechs Monate leben würde." Sternschnuppen- Gallerie. Zu Beginn des Winters sieht man auf den Wiesen zuweilen merkwürdig ausfehende, gallariige Maffen, die sogenannte„ Sternschnuppen- Gallérte", die man bisher, weil eingehende Untersuchungen fehlten, für Ansammlungen mikroskopischer Blaualgen hielt. Nun hat der Forscher Buß fürzl ch diese Frage gelöst. Er untersuchte die Gallertmassen und fand dabei, daß sie Teile aus dem Körper weiblicher Frösche enthielten. Da um diese Zeit die Frösche aber längst ihre Winterruhe angetreten haben, onnte es sich nur um die Nahrungsrefte e'nes Tieres bandeln, das sich einen Vorrat pon Fröschen für den Winter gesammelt hatte, und die weitere Unterna ergab tatsächlich, daß die geheimnisvollen gefallenen Sternschnuppen", wie fie der Volksmund nennt, nichts dretes find als das Gemölle oder Die Fötalien von Iltissen, die gerade weibliche Frösche fraßen. Es hat freilich auch taum einen zweiten Musiker gegeben, der sich so vielseitig betätigt hätte. Große Verdienste erwarb sich Hiller besonders um die Hebung des deutschen Konzertwesens, um das es in Leipzig wie onderwärts übel bestellt war. Seinen opferfreudigen Bemühungen war es zu danken, daß die durch den Siebenjährigen Krieg jäh beendeten Abonnementskonzerte als„ Liebhaberkonzerte" wieder erstanden, die später in das Leipziger Gewandhaus" verlegt wurden und von diesem ihren berühmten Namen erhielten. Und wie Hiller als Kapellmeister den Grund zum Ruhm der„ Gemandhausfonzerte" legte, so trug er durch Errichtung einer Sing bleiben müßten. Daher ließ er die Bertreter der vornehmen Rob Well an Arien voller Schwung und Ausdrud singen, während er den lid ten Leuten aus dem Bolte anmutige und warmempfundene Lieb in den Mund legte, die als„ Schlager" in Deutschland bald so pop lär wurden, wie die Baudevilles in Frankreich, so daß man gefichts der starten Verbreitung dieser volkstümlichen Operetten ernsten Kunstkreisen Sorge empfand, diese Borliebe für eine led musikalische Kost tönnte am Ende den Geschmack an ernster Mu verderben. Diese Furcht war. wie die Entwid'ung lehrt, burdaus unbe deut gründet. Hillers Operetten haben den guten Geschmack nicht nicht gefährdet, sie sind vielmehr eine der Fuellen der neuen schen Oper und der Ausgangspunkt der Hochblüte des deutsch Liedes geworden und haben zweifellos Goethes lyrische Dichtung angeregt. 1789 wurde Hiller als Kantor an die Thomasschule Leipzig berufen; 1801 durch Altersschwäche zum Rücktritt genötig ftarb er am 16. Juni 1804. Alfred Goe et 1. 11 t t 2 T Zwei Ausstellungen. Bon Dr. Paul F. Schmidt. Echte van Goghs. zur rechten Zell kommt diese Ausstellung im Kronprinzen palais, 143 Gemälde und Zeichnungen van Goghs aus der Sammie lung Frau Kröller- Müller. im Haag. Eine sehr aktuelle Betonung erhält sie durch das einsame Bild im letzten Kabinett, das laut Inschrift und unzweifelhaft auch nach genauer Untersuchung für den, der die Originale aufmerksam betrachtet hat, eine der Fälschungen ist, die in letzter Zeit die Kunstfreunde und die Preffe der ganzen Welt so lebhaft erregt haben. Mit dem Anwachsen der Neigung, Rapital in tünstlerischen Produkten auf Wertzuwachs hier anzulegen, und der dadurch immer Steigenden Nachfrage nach Sunstwerfen von Adams Erschaffung bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, haben Absichten und Fähigkeiten der Kunstfälscher gleichen Schritt gehalten. Wenn es Kapitalisten gibt, die in gotischen Madonnen und Impreffionistenbildern gut ver zinsliche Wertpapiere sehen und Kunst nicht etwa aus Herzens I dürfnis, sondern nach den gefragtesten Ramen, als marftgängige und wissenschaftlich garantierte Ware taufen- so ist nicht einzusehen, warum nicht geschickte Leute diesem Berlangen auf dem Bege der Täuschung abhelfen sollten Der Käufer, der von Kunst Teine Ahnung hat, will ja nicht ein Bert, sondern eine Marke und as die Experten dafür ausgeben. Das Außergewöhnliche und Erregende in diesem Falle ist nur, daß auch das Lebenswert van Goghs daran hat glauben müssen; daß 33 Bilder dieses großen Einsamen als unecht von dem besten Senner Baort de la Faille nachgewiesen worden sind. Was das zu bedeuten hat, erkennt man vor den Berken im Kronprinzenpalais, beffer noch, wenn man die drei Bände seiner Briefe an den Bruder liest, in denen er sein Leiden und übermenschliches Ringen offenlegt. Die Kröllersche Sammlung enthält Beispiele aus der ganzen Schaffenszeit van Goghs; von den ersten ungeschickten Anfängen des gescheiterten Theologen 1879 an, bis zu seinem freiwilligen Tade in Auvers Juli 1890, mit dem er dem furchtbaren Dilemma zwischen Wahnsinn und Erschöpfung ein Ende macht. Man sieht in dieser langen Reihe, deren künstlerische Resultate sich in einer ständig ansteigenden Kurve befinden, einen Menschen, der es sich Jauer werden läßt; der mit Aufbietung übermenschlicher Energie zwölf Jahre lang darum ringt, ein Künstler zu werden, und der noch am Ende glaubt, erst am Anfang zu stehen. Man sieht einen großen Menschen, der erhaben ist, nicht weil er in der Malerei das Höchste erreicht, was einem Künstler beschieden ist: ein völlig unhetretenes Land zu erobern, sondern weil er das Gesetz feines Lebens vollkommen und schließlich mit dem Einsatz des Lebens felber erfüllt hat. Einen Menschen, der über sich selber hinaus gelangte, einen Maler, der eine ursprünglich schmache Begabung durch die Reinheit und den furchtbaren Ernst seines Willens zum Gertie gefteigert hat. Das tann man aus der beispiellofen Folge der Werke ablesen, inb muß erschüttert stehen vor den Offenbarungen der letzten Jahre, in denen sich das Leiden einer fiefen und herrlichen Seele im Spiegel einer beispiellos leiderfüllten Kunft offenbart. So wie in van Goghe vollendeten Bildern aus Arles, St Remy und Auvers hat sich der Sinn der Kunst als Selbstbekenntnis und Selbsterlösung, als Spiegelbild der Daseinsqual kaum jemals mit folcher Unmittelbar feit gezeigt. Bu seinen Lebzeiten hat van Gogh von niemand Anerkenntnis gefunden, kein Bild ist verkauft worden, kein Händler oder Bieh haber hat sich je um ihn gefümmert. Ohne seinen Bruder Theo, der ihm sein Leben ermöglichte, wäre er schon im ersten Jahr seiner Künstlerschaff verhungert. Und nun stelle man sich vor, daß ein paar Jahrzehnte nach feinem Tode feine Bilder auf dem Kunstmarkt die höchsten Breise erhalten; daß sich die reichen Liebhaber und die Museen um die feltenen Exemplare, die auf Auktionen erscheinen, förmlich raufen. Daß sich zu guter Letzt herausstellt: man hat mehrere Dugend solcher Bilder, Aufschreie eines verzweifelten. Herzens, mit taltem Blute gefälscht, um sich zu bereichern und den befiggierigen Markt zu füllen. Das ist nun wirklich ein jo abgründiger Hohn des Schicksals und eine so ausgeflügelte Bosheit des fapitalistischen Systems, daß man dem Dogma von der Hölle und ihren übertemperierten Be wohnern seine Glaubwürdigkeit nicht gut absprechen fann. tierten Malern, beren Sippe ja überhaupt zu den großen Hoffnungen unferer Zeit gehört, find erftaunlich frische Landschaften da von 2. von Gapinger( Weimar), Stübner, Klatt und, ein merkwürdiger Fall von Doppelbegabung, von dem Dichter De: Revolte im Erziehungshaus", Peter Martin Lampel( er malt etne fehr friedliche Strandszene und scheint in die Nähe Corinths zu gehören). Noch interessanter find die Maler, die Wert auf phantasievoll erfaßten Gegenstand legen: Madeta 18( aus Düffels darf, wo ein Sammelpunkt eller Phar.tafiebegabten zu liegu fcheint) und Rab. Hauff mit sehr empfundenen Zoodarstellungen, Fanny Remat und der Kaileler" nold Bode voller einschmeichelnder Kindlichkeit der Auffaffung, und der phantafiereiche Schamont, der pathologische Kombinationen mit starker Form: gewalt taleidoskopisch gestaltet. Daß man immer noch, auch in Deutschland, die Abstraktionen Braques überzeugend und neuartig varieren fann, beweist Herbert Bayer. Man könnte noch andere hervorheben. Die Fülle der produttiven Talente ist groß; buf Berlin an erster Stelle steht, ist nicht mehr erstaunlich. Erstaunlicher vielleicht, daß München nur ein einziges Mal vorkommt. Hermann Sudermanns letzter Wille. Die vielfachen und zum Teil einander widersprechenden Wielbungen, die in der Preffe über Hermann Sudermanns letzten Willen erschienen find, nerpflichten die Testamentsnollstreder, Dr. Budwig Fulda, Dr. Rolf Laudner, Karl Roßner und Professor Dr Oskar Bogt, zu der Feststellung, daß das Testament teine Bestimmungen enthält, deren Durchführung mit Schwierigteiten oder Nachteilen für die Erben verbunden wäre. Namentlich die hochherzige Absicht des Erblaffers, feine Besizung Blantensee nach dem Ableben seiner ftellen, wird sich nach menschlichem Ermessen vermirflidjen Taffelt, fofern die Erben bereit sind, hr zu entsprechen. Die Jüngsten bei Wertheim. Tochter erholungsbedürftigen Berufsgenoſſen zur Verfügung zu und seines Herausgebers Westheim unbekannie Künstler aus ganz Sum drittenmal haben auf Beranlaffung des Kunstblattes Deutschland ihre Werke nach Berlin geschickt zu einer Ausstellung, die jedem eine Chance bieten son". Dieser ausgezeichnete und sozial angelegte Gedanke hat sich in den vergangenen Jahren bewährt und einer ganzen Anzahl von jungen Malern und Bildhauern zur Beachtung verholfen. Die ersten Ausstellungen hatte die Deutsche Kunstgemeinschaft übernommen, die diesmalige die Moderne Galerie Wertheim. Drei der Künstler felber haben eine Auswahl von 104 Werken aus 500 eingefandten getroffen und aufgehängt. Die günstige Zeit vor Weihnacht und die leichte Zugänglichkeit im Zwischenstock an der Boßstraße werden für weitere Popularisierung und hoffentlich auch materiellen Erfolg forgen. Denn man fann es ruhig aussprechen, daß mir selten eine fo intereffante und anregende Ausstellung von leicht überschaubaren Maßen zu sehen bekommen. Abgesehen von einigen wenigen Künstlern, denen man anderswo mit Bergnügen begegnete und die ganz Ausgezeichnetes beigesteuert haben, wie Reflet. Heinrich Schwarz, Bloberger, Erich Brill. find ein Dugend gänzlich neuer Namen zu nennen, die durch Originalität, durch gute Malerei und anmutige Phantasie restlos überzeugen. Bon den großen Ausstellungen aus der legten Zeit fann män. ähnliches nicht eben behaupten. Da find zwei Bildhauerinnen zu nennen: Zili Gröf und 3. Speer Klausner, deren Bony- Gruppe zu den lebendigsten und reizvollsten Erfindungen gehört. Bon den rein malerisch orien Wie man bunte Baumwolle züchtet. Farbige Stoffe find heute die große Made, und die Kunst des Färbens vollbringt hier wahre Bunder. Aber es bedeutet doch einen Fortschritt, daß man jezt dazu übergeht, naturfarbene Ge mebe zu verwenden, die aus Baumwolle hergestellt werden können. Diese bunte Baumwolle ist noch haltbarer als die beften haltbaren fünstlichen Farben, und man wird bald soweit sein, fie in jedem begiebigen Lon herzustellen. In verschiedenen Zeilen der Grde gibt es Arten von Baumwolle, die die Natur in bestimmten Farben hervorbringt. Wir sind bisher so daran gewöhnt, nur weiße Baumwolle zu fehen, daß uns das überraschend flingt. Aber eine Baumwollpflanze in Peru hat rötlich schimmernde Wolle; eine gelbe Baumwolle wird in China gezogen, während sich Indien einer grauen Baumwolle und Aegypten einer bräunlichen rühmen Man hat nun in jüngster Zeit Versuche gemacht, diese farbigen Baumwollpflanzen miteinander zu kreuzen und Farbennüancen in jebem beliebigen Lon zu gewinnen. Wenn man z. B. die gelbe chinesische Art mit der roten van Beru treugt, jo befommt man eine orangefarbene Baumwolle; eben. fo find grüne und schwarze, Baumwollarten gezüchtet worden. mit der Zeit will man auf diese Weise jede beliebige Farbe ziehen und hofft, dadurch der Berwendung von Baumwolle einen neuen Aufschwung zu verleihen. Die bisherige Baumwolle soll dann für andere 3wede benutzt werden; man mill aus ihr Automobilreifen. Flugzeugpropeller und andere nüßliche Gegenstände herstellen. fann. mada do 100 Do her et idht ent bit ert ter 120 et id lau bie Der als Rob Les ante den ch Celt Tidy Feber opu an d Rufi Inbe Deut ich nge Te it ötig ge fe Cr Ballschuhe in verschied. Farben 350 1 Schwarz und weiss Aflas Silber- und Gold- Vol brokat 10,90 Echt Süber- und Goldchevreau 16,50 Haemo da t imitand anomale st Beliebte Tanzschuhe 90 59° P. Simmel. 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Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband hat die ministerielle Genehmigung erhalten, in Gemeinschaft mit seiner Bankansialt, der Deutsches Girozentrale Deutschen Kommunalbank Berlin, eine langfristige Inhaberanleihe Deutsche Kommunalanleihe in Form vos Schuldverschreibungen auf den Inhaber in Inlande bis zum Betrage von 50 Millionen Reichsmark aufzalegen, wobal für jede Reichsmark der Preis von 7 kg Feingold zu rechnen ist. Von dieser Anleihe behandelt der Prospekt den Restbetrag von 30 Millionen Reichsmark. Der Erlös der Anleihe ist zur Gewährung langfristiger Darlehes se dentsche Kommunalverbände sa verwenden. Die bisher ausgegebenen Deutschen Kommunal- Goldanleihen sind vom Reichsrat für reichsmündelsicher erklärt worden. Für die vorliegende Anleibe ist sis entsprechender Antrag beim Reichsrat Bestellt worden AW Für die Sicherheit der Schuldverschreibungen haften der Deutsche Sparkasses- und Girovarband, sowie seine Bankanstalt. die Deutsche Girozentrale Deutsche Kommunalbank in Berlin, and die ihm angeschlossenen deutschen kommunalen Giroverbände. sowie deren Bankanstallen, Girozentralen, mit ihrem gesamten Vermögen gemäß 5 der Verbandssatzungen. Für dle Sicherheit der Verbindlichkeiten der kommunales Giroverbände haften wiederum die in ihnen vereinigten Kommunalverbände( Städte, Kreise und größere Landgemeinden) mit ihrem Vermögen und ihrer Stenerkraft. In den Provinzen, in denen kommunale Giroverbände nicht bestehen, haften die angeschlossenen Landesbanken, hinter denen die Provinzen mit ihrem Vermägen und ihrer Steuerkraft stehen, Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Seis gesamter Geschäftsbetrieb steht water Staatsaufsicht. Die Deutsche Girozentrale Deutsche Kommanalbank ist die Bank des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes und gleichzeitig öffentliche Bankanstalt. Die Zinsen werden halbjährlich am 2. Jasnar and 1. Jali jedes Jabres ,, erstmalig am 1. Juli 1929, gegen den jeweils fälligen Zinsschein gezahlt. Die Tilgung der Arleibe erfolgt aur durch Auslosung von Schuldverschreibungen am Nennwert Tungstens in 30 Jahren, und zwar erstmalig zum 2. Januar 1930, jährlich mit 1 Proz der Gesamtausgabe zuztiglich arsparter Zinsen. Die Auslosung orfolgt im Monat Jali jedes Jahres zum 2 Januar des folgenden Jahros. Dem Verband bleibt jedoch das Recht vorbehalten, vom 2 Jeanar 1034 ab eine verstärkte Tilgung oder Gesamtrückzahlung eintreten zu lassen. Die Schuldverschreibungen sind lombardfähig bel der Deutsches Girozentrale Deutschen Kommunalbank-in Berlin, bei den der Deutschen Girozentrale Denisches Kommunalbank-geschlosenen Girozentralen und Landesbanken, sowie bei sämtlichen deutsches Sparkassen. Es ist beabsichtigt, die Anleihe zum Handel und zur Notis as der Börse zn Berlin einzuführen. Die unterzeichnetes Banker nad Bankürmen leges hiermit die vorstehend bezeichnetes RM 30 000 000.8% Deutsche Kommunal- Goldanleihe von 1928, Ausgabe III des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes mit seiner Bankanstalt, der Deutschen Girozentrale. Deutschen Kommunalbankauf Feingoldbasis( 1 Reichsmark farse kg Feingold) perffentlichen Zeichnung unter folgenden Bedingungen auf: Zeichnungen werden vom 28. Dezember 1928 bis& Januar 1928 einschließlich bei den unterzeichneten Banken und Bank firmen während der üblichen Geschäftsstanden entgegengenommen. Vorzeitiger Schlaß der Zeichnung bleibt vorbehalten. Der Zeichnungspreis beträgt 94% zuzüglich Stückstsson vom 1. Januar 1929 bis zum Zahlungstage unter Abrag der Kapitalertragastener. Die Börsenumsalastenar( Schlußscheinstempel geht Lasten der Zeichner, Die Zeichnungsstellen bebalten sich die Höhe der Zuteilung vor. Zeichnungen mit zwölfmonatiger Sperrverplichtung werden vorzugsweise berücksichtigt. Die Bezahlung der zugeteilten Stücke hat am 15. Januar 1929 so arfolgen. Die Zeichner erbaltes zunächst vos der Zeichnungsstelle ausgestellte Kassenquittunges, gegen deren Ridgabe die endgültiges Stacke alsbald nach Fertigstellung ausgehandigt werden. Zeichnungsscheine sind bei des Stalles kostenfrei erhältlich. Anmeldungen auf bestimmte Abschnitte können aur soweit berücksichtigt werden, als dies den Zeichnungsstellen angängig erscheint. Im Dezember 1928. Berlin, Braunschweig. Breslax. Dresden, Düsseldorf, Eases. Frankfurt( Main), Hamburg. Karlsruhe, Köln, Leipzig. Mannheim, München, Naraberg. Preußische Staatsbank( Seehandlung). Berliner Handels- Gesellschaft. Deutsche Girozentrale Deutsche Kommunalbank zugleich namens der angeschlossenen Girozentralen und Landesbanken. S. Bleichröder. Commerz- und Privat- Bank, Aktiengesellschaft. Darmstädter und Nationalbank. Kommanditgesellschaft auf Aktien. Direktion der Disconto- Gesellschaft. Deutsche Bank. J. Dreyfus& Co Dresdner Bank. Hardy& Co., Gesellschaft mit beschränkter Haftung. F. W. Krause& Co., Bankgeschäft, Kommanditgesellschaft auf Aktien. Mitteldeutsche Creditbank. Reichs- Kredit- Gesellschaft, Aktiengesellschaft. Gebr. Arnhold. Lazard Speyer- Ellissen, Kommanditgesellschaft auf Aktien. Braunschweigische Staatsbank( Leihhausanstalt). Sächsische Staatsbank. Barmer Bank- Verein Hinsberg, Fischer& Comp. Kommanditgesellschaft auf Aktien. E. Heimann. Simon Hirschland. Deutsche Effecten- und Wechsel- Bank. Gebrüder Bethmann. Deutsche Vereinsbank, Kommanditgesellschaft auf Aktien. Lincoln Menny Oppenheimer. L. Behrens& Söhne. Jacob S. H. Stern. Norddeutsche Bank in Hamburg. Straus& Co. Vereinsbank in Hamburg. M. M. Warburg& Co. Veit L. Homburger. A. Levy. J. H. Stein. Sal. Oppenheim jr.& Cie. A. Schaaffhansen'scher Bankverein A.-G. Allgemeine Deutsche Credit- Anstalt. Rheinische Creditbank. H. Aufhäuser. Süddeutsche Disconto- Gesellschaft A.-G. Bayerische Staatsbank. Bayerische Hypotheken- und Wechsel- Bank. Bayerische Vereinsbank. Merck, Finck& Co. Anton Kohn. Zeichnungstellen in Berlin sind auflerdem: Berliner Stadtbank Girozentrale Brandenburgisdie Provinzialbank und Girozentrale. der Stadt Berlin Teilzahlung Dr. Russ Monati. von 10 M. an homöopathischer Arzt liefert elegante Herrengarderobe nach Maß J. Tomporowski Schneidermeister verzo en nach Leibhaus Morigplak 58a. Berkauf von Ravalier- Garderobe. teile auf Geibe. Jadett, rad. Smofinganaltge, Gabar. binemäntel, Bauchanzige, für jebe Figur paffentra. Angebote für neue Garberobe. Belajaden 50.- Belamäntel 95.- Sportpelae 83,- Gehpelae 100.Reine Lombarbware! Ra'serstraße 31,1( am Alexanderplatz) Benigetragene Jadettengilge, teils Sprechzei für Pri at- u. Kassen- Praxis jetzt 9-10 und 48 Verkäufe Drelbundstr.47,1. 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Die Einäscherung wird noch be kannt gegeben nferate im Worwarts JD Arbeitsmarkt Stellenangebote Für den Bezirksverband Berlin der SPD. wird für sofort ein kommunaler Sekretär gesucht. In Frage kommen aur Bewerber, die in der Lage and, die Geschäfte des kommapalan Sekretariats zu führen und die in kommunalen Angelegenheiten selbständig disponieren können. Bevorzugt werden Parteimitglieder, denen die Berliner Verhältnisse vertraut sind. Bewerbungsschreiben sind bis zum 15. Januar 1929 an das Bezirkssekretariat des Bezirksverbandes der SPD. ( Th. Fischer), SW 68, Lindenichern Erfolg! straffe 3, zu richten. 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