Nr. 2. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Bterteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Bettungs Preislifte für 1896 unter Nr. 7277. = = Vorwärts 13. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Berfammlungs- Anzeigen 20 fg. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werben. Die Expedition ist an Wochenagen bis 7 Uhr abends, an Sonnand Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. gernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Der englische Eroberungszug nach Transvaal. Es kann jetzt keinem Zweifel mehr unterliegen, daß die angeblich auf eine Verfassungsreform gerichtete Bewegung der englischen Ansiedler in Transvaal von englischen Abenteureru inszenirt wurde, um der Eroberung der begehrten Burenrepublik die Wege zu ebneu. Der von uns in der Neujahrsnummer bereits mitgetheilten Depesche, daß ein Dr. Jameson mit einer Bande von 800 bewaffneten Abenteurern von dem westlich gelegenen Betschuanalande aus in das Transvaal eingebrochen sei, reihen sich heute die folgenden Nachrichten an: Freitag, den 3. Januar 1896. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3: D von Australiern schlug der Vorsitzende vor, berittene und Jameson habe aber beim Vorrücken die Tele= Fuß- Kompagnien aufzustellen. Bei Schluß der Versammlung graphenlinie unterbrochen. Chamberlain theilt mit, fangen alle Anwesenden das„ God save the Queen" und" Rule daß die britische Süd- Afrita Rompagnie aufgefordert ist, Britannia". Die öffentliche Meinung ist über einige deutsche Jameson's Berhalten au mißbilligen, und daß die Kompagnie Spekulanten(?), welche eine Betition an den Präsidenten erklärt habe, daß sie von dem Vorgehen Jameson's feine Krüger in Umlauf feßten, in der sie ihn ihrer loyalen Unter- tenntniß(!!!) hatte. Auch Sir Cecil Rhodes habe erklärt, stützung versicherten, äußerst erbittert. Die Petition erlangte nur daß Jameson ohne sein Vorwissen gehandelt habe. 20 Unterschriften. Mit diesen letzteren Behauptungen vergleiche man die obigen Mittheilungen, aus denen hervorgeht, daß bereits anfangs November der Plan des Jameson in Buluwayo ein öffentliches Geheimniß" war. Diese Mittheilung macht einen um so komischeren Eindruck, da genug Thatsachen vorliegen, die das Treiben der englischen Intriguanten ins Licht stellen. So wird aus London dem Berliner Tageblatt" der Brief eines Belfaster Die Time 3" führt den vorliegenden Depeschen aus Herrn in Buluwayo an seinen Bruder vom 1. November London zufolge noch eine großspurige Sprache, indem fie Satirt, mitgetheilt: behauptet, diese Angelegenheit berühre keinen aus Pretoria, 31. Dezember. Heute Nacht haben weitere Nur eine Beile, da ich mit nächster Post wieder schreibe. wärtigen Staat und müsse zwischen England und 300 Bewaffnete der Chartered- Company die Grenze Du börst jedoch vielleicht von uns vor dem Gin: Transvaal allein geordnet werden. Wenn der überschritten. Die Regierung ist entschlossen, die Frei- treffen dieses Briefes. Man spricht hier davon, daß Präsident Krüger sich an den französischen und an beuter mit Waffengewalt zu vertreiben. Ein Zusammenstoß die Engländer Transvaal nehmen wollen. Die zwischen Buren und der Chartered Company wird morgen er Truppen der Chartered Company find mit geden deutschen Konsul gewendet habe, so habe er damit In Johannesburg ist ein Aufstand ausge beimen. Befehlen nach dem Süden abgerückt. Ich direkt die Konvention von 1884 verlegt." sah sie heute Morgen um 4 Uhr ausrücken, sie führten Das ist mit Verlaub eine Albernheit. Daß die Beutes Pretoria, 1. Januar. Der hiesige britische Agent zehn Geschüße und eine große Anzahl Waggons mit sich, so daß züge englischer Abenteurer nicht die Existenz einer unab telegraphirte an den englischen General die ganze Geschichte verdächtig aussieht. Die Schwarze hängigen Republik gefährden dürfen, ist nicht eine Frage gouverneur im Kaplan de folgendes: Wa che" ist in den letzten Tagen nach Mafeting gegangen. Englands allein. An der Unterdrückung dieses Raubzuges ( Die Schwarze Wache" ist ein reguläres englisches Regiment, haben alle zivilisirten Völker ein Interesse. das sich aus den schottischen Hochlanden rekrutirt.) Da Transvaal nichts dergleichen träumt, wird es eine leichte Beute werden. Aber ich glaube, die Geschichte wird in Europa viel 2ärm machen." brochen. Der kommandirende General hat sichere Nachricht, daß 800 Betschuanaland- Truppen, ausgerüstet mit 6 Maximgeschützen und 4 anderen Kanonen nahe bei Rustenburg mit englischer Fahne auf dem Marsch nach Johannesburg sind. Der Staatspräsident ersucht mich, Ihnen mitzutheilen, daß der Einbruch bewaffneter britischer Unterthanen eine ernste Verlegung der Konvention ist und daß es Seine Exzellenz Wunder nimmt, daß Ihrer Majestät Regierung solche ernste Handlungen zuläßt und sie nicht hindert. Er hofft, daß fie fofort Schritte thun werden, die Eingedrungenen aufzuhalten, weil er es nicht gestatten kann, daß seine, das heißt des Landes Rechte auf diese Weise verlegt werden. Sehr ernste Folgen könnten daraus entstehen, wofür seine Regierung nicht verantwortlich zu machen wäre. Ich erwarte umgehend Ihre Antwort." Die Antwort hierauf lautete: = Politische Mebersicht. Berlin, 2. Januar. Der Lärm in Europa" ist thatsächlich bereits losgegangen ebenso wie der Lärm im Transvaal selbst. Die Ueber das Grubenunglück in Waldenburg sind Kölnische Zeitung" meldet nämlich aus Berlin:" Dem uns zwei Privatmittheilungen zugegangen, die sich gegens Bernehmen nach hat die deutsche Regierung die seitig ergänzen. Ter eine Korrespondent schreibt: Waldenburg i. Schles., 1. Januar. Wie ein Lauffeuer amtliche Anfrage an die englische Re gierung gestellt, welche Schritte sie angesichts des Ein- verbreitete sich in den frühesten Morgenstunden des 31. Debringens bewaffneter Banden aus einem englischen Schutz- zember die Schreckensnachricht, daß auf der 1. Abtheilung des Wrangelschachtes der vereinigten Glückhilf- Friedenshoffnungsgebiete in Transvaal zu ergreifen gedenke, um den durch das Grube in Hermsdorf ein schweres Unglück fich ereignet hätte. Völkerrecht und die internationalen Verträge begründeten Leider erwies sich das Unglück als noch viel schlimmer als man Rechtszustand wieder herzustellen." anfangs glauben wollte. Zehn Minuten vor Beendigung der legten Schicht in diesem Jahre soll angeblich ein Schuß die Ratastrophe herbeigeführt haben. Bis 20 Uhr morgens waren die ersten Todten und Verwundeten ans Tageslicht gezogen und ins hiesige Knappschaftslazareth gebracht. Der Jammer der hunderte von Menschen Angehörigen war herzzerreißend, nmstanden bis in die späte Nacht das Lazareth. Bei jedem neuen Transport Todter oder Verwundeter brachen die Frauen und auch viele Männer in Thränen aus. Bis jetzt sind " Es ist mir heute ein Gerücht hinterbracht worden, daß Dr. Jameson Jameson mit Polizeitruppen der Chartered- Damit steht es jedenfalls im Zusammenhang, daß aus Company das Gebiet der Republik betreten hat und auf dem Haag der dortige Gesandte des Transvaal, Beelaerts Johannesburg marschirt. Ich babe telegraphisch angefragt, ob es wahr ist. Jedenfalls erkläre ich, daß, wenn van Blokland, am 1. Januar früh nach Berlin abes wahr ist, der Schritt ohne meine Genehmigung oder gereist ist. mein Vorwissen erfolgt ist, und daß ich sofort telegraphisch In England hat der ganze Vorfall einen sehr un meine Mißbilligung dieser Handlungsweise ausgesprochen und angenehmen Eindruck gemacht, obgleich die Presse zunächst angeordnet habe, daß die Truppen unverzüglich zurückkehren sich bemüht, die Schuld des Flibustierhäuptlings Jameson sollen. Theilen Sie das dem Präsidenten mit." zu meldet: Im Intereſſe der englischen Abenteurer gefärbt ist die folgende über London aus Johannesburg 30. Dezember datirte Meldung: vertuschen. Eine Depesche aus London vom 1. Januar angeblich 29 Toote und 14 schwer Verwundete geborgen, Fin Mann soll noch vermißt werden. Dieses ist das größte Unglück, Der Staatssekretär für die Kolonien Chamberlain welches bisher auf schlesischen Gruben passirt ist. veröffentlichte heute Nachmittag eine offizielle Mittheilung Am Sylvester waren hier und in Hermsdorf alle öffentlichen Die öffentliche Meinung ist hier start erregt durch das Er- des Kolonial Amts, in welcher angekündigt wird, daß Luftbarkeiten untersagt. Bei Beginn des neuen Jahres war es scheinen zahlreicher Buren, welche in den Straßen umberreiten. Chamberlain seit gestern beständig bemüht ist, die Konsequenzen fast still auf der Straßen. Es herrscht eine ordentliche Panik Am Sonnabend spielte während einer Vorstellung des Othello" des außergewöhnlichen Vorgebens Dr. Jameson's abzuwenden. unter den Einwohnern. im Standard- Theater" vor start besuchtem Hause die Musik das Sir Hercules Robinson( der Gouverneur des Kaplandes) habe durch Das ist das Loos des Bergmanns, der alle Tage Volkslied", die Nationalhymne von Transvaal. Fortgesettes eine Proflamation Jameson's Handlungsweise gemißwilligt und die für die lumpigen paar Groschen sein Leben aufs Spiel Gehen und Lärm übertönten jedoch die Musik, bis das britischen Unterthanen aufgefordert, dem Gesetz zu gehorchen und sich sehen muß. So mancher wackere Rämpfer für die Befreiung der Orchester das„ God save the queen" spielte. Beim Ertönen ruhig zu verhalten. Jameson und die Beamten seiner Begleitung haben arbeitenden Klassen ist ein Opfer dieses gräßlichen Unglücks gedieses Liedes erhob sich das ganze Haus und brach in lauten den Auftrag erhalten, sich zurückzuziehen, und es ist zugleich die worden, so mancher Familienvater ist seinen Theuren entrissen Beifall aus. Auf einer hier stattgehabten Maffenversammlung Hoffnung ausgesprochen, daß ein Zusammenstoß vermieden werde. worden und welches Elend ist über die Hinterbliebenen hereins # 20 " Clotilde. ( Nachdruck verboten.) Roman aus der Gegenwart von H. W. M. von Walthausen. " Ich wehrte dem Hausburschen ab und betrachtete den Kranten. Er war in außergewöhnlicher Verfassung. Nach einem vergeblichen Versuche zu sprechen, sant er zurück und starb in wenigen Sekunden. Die Umstände und Erscheinungen bei diesem Sterben waren sehr auffällig und dem gewöhnlichen Verlaufe entgegen." # Ach, Sie glauben nicht," begann Georgine im Then- Unsere weiteren Feststellungen, sowie die Obduktion der nahme erweckenden Tone, wie tief mich die Nachricht von Leiche wurden verschoben, einestheils weil Dr. Haller als dem Tode des Majors durch Hanne erschüttert hat. Wer zweiter Arzt nicht kam, anderntheils, weil der Bürgermeister hätte das ahnen können, da wir noch heute Morgen mit ein Schreiben schickte. ihm gesprochen. Er fannte meinen seligen Vater, ich ver- Der Bürgermeister?" fragte Brambach. liere an ihm nicht nur einen langjährigen, gütigen Freund, Ja. Es heißt darin: Die Leiche müsse sofort aus er war uns auch ein lieber, treuer Hausgenosse," war uns auch ein lieber, treuer Hausgenosse," und der Stadt geschafft werden, da der plötzlich Verstorbene Georgine meinte einige aufrichtige Thränen. von einem Schiffe komme, das in Quarantäne gelegen, " Ich versteh' vollständig Jhren Schmerz zu würdigen, weil es aus einem von der Cholera heimgesuchten verehrte Frau Kommerzienräthin," sagte der Assessor Orte kam." Händrich. " Ja, das sagte der Major auch uns," fügte Brambach Georgine hörte mit gespannter Aufmerksamkeit zu. " Ich begreife nur zu gut das Peinliche Ihrer Lage, hinzu, und es ist immerhin möglich, daß er einen AnDer Doktor fuhr fort: Alle Anzeichen legten die Ver- daß so etwas in Ihrem Hause an einem solchen Tage steckungsstoff dort eingesogen hat. muthung nahe, daß hier eine gewaltsame Todesart vorlag. paffiren mußte. Aber beruhigen Sie sich, es wird Ihrem Meine vorläufigen Untersuchungen bestärkten mich darin, Hause Genugthuung widerfahren," nahm der Doftor wieder sie ergaben: Tod durch Vergiftung. Ob der Patient selbst das Wort, der Herr Assessor, den ich antraf und der mir Gift genommen, oder ob hier ein Verbrechen vorliegt, wird bereitwillig folgte-" der Gang der Untersuchung feststellen. Meine Pflicht als Arzt gebot mir, den Thatbestand sofort gerichtlich feststellen zu laffen an Ort und Stelle. Ich sagte zu dem Hausburschen: Friedrich, kommen Sie und indem ich das Zimmer verschloß und den Schlüssel zu mir steckte gehen Sie zum Doktor Haller an der Apotheke, ich lasse ihn bitten, hierher zu kommen. Ich selbst eilte zum Herrn Assessor Händrich." Georginen wurde die Erzählung peinlich. Brambach blickte erblaßt und starr vor sich hin. Ihnen, Herr Kommerzienrath, Mittheilung zu machen und den Schlüssel zu überbringen, hielt ich nicht für angezeigt. Sie waren bei einem frohen Feste und hatten feine Ahnung davon, daß sich hier ein so trauriger Vorfall ereignen könnte." Da haben Sie recht", sagte Brambach, wer hätte das gedacht!" Pflichtschuldigst", schaltete der Assessor ein. Dr. Langenberg erwiderte:" Die Krankheitsäußerungen bei der Cholera find allerdings denen bei der Arsenikvergiftung ganz ähnlich. Es treten dieselben Symptome auf. Ich will daher meine Diagnose auf Vergiftung nicht als unfehlbar aufstellen. Ich werde indeß um so mehr auf die hat schon einige wichtige Verdachtsmomente, die eine Ber- nachträgliche Obduktion der Leiche dringen. Für jetzt ist sie giftung konstatiren, entdeckt." " Und diese sind?" unterbrach ihn Brambach. " " ja aus dem Hause und das wird gewiß zu Ihrer Beruhigung beitragen." Die Reiseapotheke des Majors. Es wurde eines der Dabei erhob sich Langenberg. Mit ihm der Assessor. Fläschchen darin vermißt, und an dem Plaze, wo es fehlt, Etwas wird es uns beruhigen," sagte aufstehend Bramsteht: Arsenit. An den Fläschchen, wie an den Behältern bach. Herr Assessor, Sie haben doch die Nachlassenschaft befinden sich Etiquetten, gerade dieses Fläschchen fehlt." des Majors besichtigt?" Georgine fühlte plöglich einen Stich in ihrem Innern." Ift bereits alles aufgezeichnet," erwiderte der Assessor. " Dann hatte das Glas, aus welchem bei meinem Ein- War auch die Veranlassung eine betrübende, so wurde sie tritte der Hausbursche Friedrich den Kranken trinken für mich zur erfreulichen, denn sie bot mir Gelegenheit, ließ, eigenthümlichen Geruch. Es war zwar Wein in dem das, wie der König es öffentlich aussprach Muster aller Glase, wie Friedrich behauptete: Festwein, aber der Geruch Bürger und seine stattliche Gemahlin kennen zu lernen. des Giftes überwog den des Weines. Auch schien es mir, Hoffentlich habe ich noch oft die Ehre, Sie zu sehen und als wäre das Glas daffelbe buntblumige Glas, welches ges Ihnen nüßlich zu sein. Die weise Vorsicht des Bürgerfüllt mit Wasser, ich/ Hanne dem Major bringen sah." meisters hat Sie ja aller Besorgniß enthoben, wenn ein Georgine blickte wieder freier auf. Cholerafall vorliegt. Sollte es etwas anderes sein, dann gebrochen! Wer die Schuld an dem Unglüd trägt, ist noch nicht wärtigen Amte eingegangenen ausführlichen Berichten der festgestellt. 91 : " So wären wir Sozialdemokraten benn auch den Marat Stöcker- Babeuf, Ravachol- Hammerftcin, Stumm- Marat und da sage einer noch, es gäbe feinen Humor mehr auf taiserlichen Gesandtschaft in Athen, daß eine Be- und die Dittatur los. Ein anderer Rorrespondent giebt Dertlichkeit und Zeit zeichnung des Freiherrn 0. Hammerstein als Die genauer an: Auf der dem Prälaten Dr. Franz gehörigen Anarchist" von teiner Seite stattgefunden hat. Steinkohlengrube ereignete sich zur Nachtschicht vom 30. bis Beamten des deutschen Konsulats hatten bereits auf grund der Erden!-> 31. d. M. zwischen 2-3 Uhr eine Schlagwetter Explosion Photographie die Identität des Dr. Herbert mit dem Be auf der 5. Sohle 6. Flöß, der eine sehr große Anzahl braver tommiffar Wolf am 25. Dezember in Athen eingetroffen und die Das Wiener Extrablatt" bringt folgende bisher noch unschuldigten für höchst wahrscheinlich erachtet. Nachdem Polizeieinefehr Massenverhaftung von Sozialisten in Petersburg. Bergarbeiter zum Opfer fiel. Bis jetzt find als Todte Identität festgestellt hatte, beantragte ber faiserliche Gesandte Das Wiener Extrablatt" bringt folgende bisher noch unzu Tage gefördert 30 Mann, als Verbrannte noch lebend Frhr. v. Blessen im Auftrage des Auswärtigen Amtes die Ver- bestätigt gebliebene Meldung aus Petersburg: 6 Mann. Kaum sind es 3 oder 4 Jahr her, da forderte haftung und Auslieferung des Frhrn. v. Hammerstein auf grund Ungeheure Aufregung bemächtigte sich vorgestern der hiesigen der Tod auf die nämliche Weise 14 Mann auf" Friedens- der im Haftbefehl verzeichneten Straftaten. Die könig- Studenten, da sich die Nachricht verbreitete, daß die Universität hoffnung", aufliche ebenfalls Dr. Franz gehörig und jetzt auf liche Regierung lehnte beibe Berlangen mit Hinweis umgingelt und sämmtliche Studenten in Haft genommen werden Glückhilf dieses gräßlichere Unglück! auf die bestehende Gesetzgebung ab, verfügte jedoch die follten. Zweihundert Studenten verließen an diesem einen Tage Die Namen der bis jetzt bekannten Todten sind: polizeiliche Ausweisung des Herrn v. Hammerstein mit Rücksicht die Stadt und reisten ins Ausland. Die Polizei soll nämlich Köhler aus Ober- Waldenburg, Brauer, Elsner, auf die Schwere der ihm zur Laft gelegten Verbrechen. In Boll- eine weitverzweigte Geheimagitation entdeckt haben unter der Be zug dieser Ausweisung wurde Freiherr von Hammerstein am zeichnung„ Nordische Verbindung", deren Mitglieder es sich zur AufSiegert, Reimann und Niesel aus Ober- Herms 27. Dezember nachmittags auf das nach Brindisi gesandte italie- gabe machen, sozialistische Ideen zu verbreiten. Die Studenteir dorf, Tscher sich und Elsner aus Nieder Hermsdorf, nische Post Dampfschiff„ Beloro" gebracht, auf dem sich auch waren Wanderprediger dieses Bundes, deffen Anhänger ge= Wachsmann aus Fellhammer, Nier aus Reussendorf, Kommissar Wolf zur leberwachung des Beschuldigten einschiffte. schworen hatten, durch einfache Lebensweise, Enthaltung aller sowie Hoffmann, noblich, Elsner, Arnold, Diese augenscheinlich offigiöse Mittheilung unterstützt die obigen geistigen Getränke, des Spiels und des Tabakrauchens ein gutes Beispiel zu geben. Alle hierdurch gesparten Gelder Eichner, Herrmann, Rilte, Jäschte, Gott Angaben unseres Korrespondenten. schlich und Beier, gelangten in eine gemeinsame Kaffe, um damit ein ParteiOrgan zu unterhalten. Die Druckerei dieses Blattes wurde von der Polizei entdeckt und eine große Anzahl Exemplare beschlagnahmt. In diesem Blatte wird ein vollständiger Umsturz des Reiches und der Familie gepredigt. Dreihundert Personen, darunter Mitglieder der vornehmsten Stände, wurden verhaftet. Weitere " Das bereits sprichwörtlich gewordene Schweineglück der Maffenverhaftungen stehen bevor." Sozialdemokraten" hat die Genossen auch im Brauweiler Die Einzelheiten der Mittheilung von dem„ völligen Prozeß nicht verlassen. Sie haben durch die Verurtheilung des Umsturz der Familie und des Reiches" schmecken ganz nach Redakteurs Hofrichter einen neuen Martyrer erhalten, dessen der polizeilichen Auffassung von sozialen Bestrebungen. Aber dreimonatliches Martyrium hinter Schloß und Riegel der sozial- gerade diese Anzeichen lassen vermuthen, daß wirklich an der demokratischen Partei wieder weitere Schaaren von Mißvergnügten sien. auführen wird. Das ist das Ende eines Prozesses, auf dessen Aus- Sache etwas iſt.gang alle Welt gespannt war, da sein Verlauf die großen Verdienste bes sozialdemokratischen Kämpfers für Recht und Humanität ins hellste Licht gesetzt hatte. " Ueber das Urtheil im Brauweiler Prozeß, das außer in der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung", der " Kölnischen Zeitung" und anderen Leiborganen der Gefinnungslosigkeit einstimmige Verurtheilung findet, schreibt die Breslauer Morgenzeitung": Zur Verhaftung Hammerstein's wird uns geschrieben: Die Art und Weise, wie die Berliner Polizei zur Fest nahme des Herrn von Hammerstein gelangt ist, wird seit einigen Tagen von polizeidienerischen Reportern fünftlich aufgebauscht. Unter Hinzufügung allerlei phantastischer Zuthaten will man durch diese Dar stellungen den Glauben Glauben erwecken, daß die Polizei damit wieder einmal eine Haupt- und Staatsaltion vollbracht habe! In Wahrheit liegt die Sache wesentlich anders. Herr v. Hammerstein hat sich nämlich, Der ueneste Prinzenraub hat sich in Wohlgefallen aufabgesehen von einer wider ihn ergangenen Anzeige, der gelöst. Die abessynischen Prinzen sind auf die Nachricht hin, daß Polizei durch sein mehr wie unvorsichtiges Benehmen, durch ihr Vater wieder im Krieg mit den Italienern ist, von völlige Außerachtlassung auch der einfachsten Vorsichts- Es ist kaum auszudenken, daß der Mann, der die Zustände patriotischer Begeisterung ergriffen worden und aus der maßregeln, geradezu selbst überliefert. Das Entdecker- im Arbeitshause zu Brauweiler aufdeckte, der der erstaunt auf- fchweizerischen Lehranstalt durchgebrannt, um sich nach Afrika verdienst" des Herrn Wolf, für den besonders das„ Berl. horchenden Kulturwelt die Kenntniß der Mundbinde" und der einzufchiffen. Freilich, ob sie dort angekommen sind, wissen wir Tageblatt" und die Staat 3 b.- 8eitung" förmlich Cachotte" brachte, der vor Gericht nachwies, daß in Brauweiler noch nicht. schwärmen( letztere sucht sogar seinen bekannten anti- auf neunjährige Knaben und auf erwachsene Menschen mit Rohr stock, Strick und Gummischlauch losgeprügelt ist, daß dieser Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozeffe. semitischen Kriminalschuhmann als ein Wunder krimina- Mann auf drei Monate ins Gefängniß wandern soll. Und In Chemnih wurde Genosse Reichelt aus Burgstädt, Liftischen Könnens" hinzustellen) reduzirt sich darauf, daß er weshalb erhielt Redakteur Hofrichter diese hohe, von Niemandem der Redakteur des Textilarbeiter", wegen der ihm zur einfach nach Athen reiste, um dort die Verhaftung durch die erwartete Strafe? Weil er, entrüftet über die Grausamkeiten, Last gelegten Majestätsbeleidigung zu acht Monaten hellenische Polizei und das Konsulat vorzunehmen. Die welche in Brauweiler vollführt wurden, in feinen Ausdrücken Gefängniß verurtheilt. angebliche Verbrecherjagd auf Sizilien, von Messina nach nicht genügend wählerisch gewesen ist, und weil er seinen Angriff In Straßburg wurde der Maler Bühner wegen Taormina, von Balerino nach Korfu, sowie die Schilderung der nicht nur auf die Sache, sondern auch auf die Urheber der. beiden saffran gelb gekleideten Reisefere", die sich dort felben, auf einzelne Personen ausdehnte. Die Verlegung einzelner einer im angetrunkenen Zustande gethanen Majestätseinander nacheilten, ist ebenso wie die angebliche Ueberfahrt Personen war unnöthig, aber sie ist erklärlich und es wäre daher beleidigung zu vier Monaten Gefängniß verurtheilt. verständlich gewesen, wenn durch das Gericht auf eine Geldstrafe Ein vielfach bestrafter ehemaliger Bigarrenmacher Hammerstein's auf einem Boot von Korfu nach Sizilien erkannt worden wäre. Redakteur Hofrichter hat der Oeffentlichkeit Heinrich Sündermann, hatte im Buchthause zu purer Schwindel. Der betreffende Polizeireporter muß gar genügt, und die Deffentlichkeit würde, falls auf Geldstrafe erkannt Waldheim eine Strafe verbüßt und im Buchthause bekeine Ahnung von den in Frage kommenden Distanzen haben, worden wäre, jedenfalls auch für ihn eingetreten sein. Bei der leidigende Aeußerungen gethan, die sich auf die Person des - er muß auch Herrn Wolff nie gesehen haben, sonst über ihn verhängten Gefängnißstrafe tann niemand für ihn Raisers bezogen. Als er aus dem Zuchthause entlassen müßte er über die von ihm tombinirte Sensations- eintreten, er muß selbst auf drei Monate in die Gefängnißzelle. schilderung, die sich wie ein Kapitel aus Pouson du Terail Das ist für das Rechtsgefühl des Bolles unverständlich. Das war, muß er denunzirt worden sein, denn nun wurde ein liest, selbst in lautes Lachen ausgebrochen sein. Schon die Gericht ist anderer Meinung. Es nahm an, daß die Angriffe Steckbrief hinter ihm erlassen. Erst jetzt festgenommen und Wahl des Herrn Wolff zum Kommiffär in Athen be- Hofrichters nicht dem System, sondern in erster Reihe den Ber- vor das Landgericht Chemnitz gestellt, muß er seine weist, daß der Alexanderplat sich bei dieser Verhaftung irgend fonen galten. Wir haben darüber ein anderes Urtheil. Was unbedachte Aeußerung mit neun Monaten Gefängniß kümmern einen Zeitungsschreiber die einzelnen Personen? Zunächst büßen. ein friminalistisches Verdienst keineswegs zuzuschreiben hat. garnichts. Er hört von den Zuständen in der Anstalt, er in Herr Wolff nämlich weiß keinerlei fremde Sprache, wie es über- formirt sich darüber genauer, erkennt die Wahrheit des ihm Behaupt dort an solchen Leuten mangelt, welche sich auch nur richteten und greift nun im Interesse der Allgemeinheit diese ZuDeutsches Reich. einigermaßen französisch oder gar italienisch und griechisch stände an. Er will damit eine Befferung derselben für die zuArbeitsordnung in Reich 3 und Staats. ausdrücken könnten. Das ist männiglich bekannt. Daraus fünftige Beit herbeiführen. Daß er für die Zustände bestimmte ergiebt sich, daß irgend welche Schwierigkeit Personen verantwortlich macht, daß er auch diese angreift, ist nicht betrieben. Den„ Berl. Pol. Nachr." zufolge finden gegennur begreiflich, sondern auch folgerichtig. So und nicht anders wärtig zwischen Vertretern der Hauptsächlich betheiligten Reichsbei der Wolff'schen Mission keineswegs in Frage bat Hofrichter gehandelt. Das ist auch die Meinung des Boltes. und Staatsverwaltungen Besprechungen zu dem Zwede ſtatt, tam. Man wußte hier sowohl in ber Wilhelm- Dieses sieht in dem Verurtheilten nur den verdienstvollen Ent- vollständig sichere Unterlagen für die Beurtheilung der Frage zu straße, wie am Alexanderplaß, daß der saubere Vogel hüller der Brauweiler Grausamkeiten, und deshalb wurde er gewinnen, ob in bezug auf die Ordnung des Arbeitsverhältnisses fich im Schatten der Akropolis, unter falschem Namen, von einer unabsehbaren Menschenmenge mit stürmischen Hoch- und sonstige für die Wohlfahrt der Arbeiter wichtige Einrich versteckt hielt,-man hatte fogar Gelegenheit gehabt, rufen empfangen", als er nach Fällung des allzu harten tungen für alle Reichs- und Staatsbetriebe eine einheitliche Rege einige von ihm herrührende, dort aufge- Urtheils das Gerichtsgebäude verließ. Leider muß sich Redakteur lung durchführbar und zweckmäßig ist. Wird das nicht wieder auf neue schärfere Knebelung der gebene Briefe 8 11 sehen, welche ein Hofrichter mit der ihm gewordenen Anerkennung der Meuge und " jemand" absichtlich vor die richtige Schmiede der Preffe begnügen, da es gegen das Urtheil der Straffammer Staatsarbeiter hinauskommen? gebracht hatte, und somit brauchte man nur bis jetzt noch feine Berufung giebt. Herrn Wolff zu delegiren, um Herrn v. Hammerstein, a b zuholen". Alle Ableugnungen und Einwendungen gegen diese Darstellung find nuglos. Der Prozeß, wenn es überhaupt zu einem solchen fkommen sollte, wird jedenfalls die Richtigkeit unserer Ausführung beweisen." rechnen Sie auf mich, ich werde alles aufbieten, um den oder die Verbrecher ausfindig zu machen, die solches Leid über das Brambach'sche Haus gebracht. Georgine und Brambach erbebten. Georgine machte sich an dem neben ihr stehenden Tischchen etwas zu schaffen. Das Betroffensein Beider war ein so plötzliches und mäch tiges, daß sie sich beinahe verrathen hätten. Da öffnete sich die Thür. Strahlend vor Freude platte Clotilde herein mit den Worten:" Papa, drüben wird getanzt." 0 - Der Senatspräsident beim Reichsgericht in Leipzig, Dr. Erdmann Löwe, ist gestorben. - Der Reichstags- Abgeordnete Major a. D. Samula ist der Breslauer Beitung" aufolge vor längerer Frist in anbetracht der Art seines politischen Auftretens in der Deffent lichkeit einer ehrengerichtlichen Untersuchung unters worfen gewesen. Abgeordneter Samula ist seinerzeit, wie bekannt, mit großer Mehrheit gegen den offiziellen Zentrumskandidaten gewählt worden. Wie der Prozeß Hofrichter und sein Ausgang auf die breite Deffentlichkeit wirken werden, davon geben die Auslaffungen der Bresse in bester Weise Aufschluß. Es erfüllt uns mit Genugthuung, daß abgesehen von einigen wenigen mittelparteilichen Organen, die in zynischer Weise die Verurtheilung Hofrichter's feiern, weil derselbe Sozialdemofrat ist die gesammte liberale Ferner theilt die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" mit: deutsche Presse das Urtheil verwirft und das Verdienst Hof Sicherem Vernehmen nach ergiebt sich aus den beim Ausrichter's anerkannt. Selbst nationalliberale Blätter haben sich zu einem Verdammungsurtheil über den Prozeß Brauweiler auf gefchwungen."" - Die Kolberger Strandschloß- Affäre sieht Babeuf, Ravachol, Marat. Verlogene Schlag immer weitere Kreise. Aus Rolberg wird ber, Bolts- Beitung" wörter, die in unehrlichem Kampf politischen Gegnern an geschrieben: Der Gymnasial- Oberlehrer Profeffor Neumann, den Kopf geworfen werden, haben fast immer die Eigen- einer der Stadtverordneten, welche das Vertrauensvotum für den schaft, auf ihre Urheber zurückzufliegen. Die Reptilien Bürgermeister in der Strandschloß- Angelegenheit unterschrieben Aber haben, hat sein Mandat als Stadtverordneter niederlegen müssen. Bismarc's sind hierfür ein klassisches Beispiel. gewöhnlich wird dieses Zurückfliegen durch fremde Doch wohl auf Geheiß der Unterrichtsverwaltung. Also nicht einen einmal einem Bürgermeister darf so ein Lehrer sein Vertrauen Hand bewirkt die das Schimpfwort wie Allein bezeugen, ohne gemaßregelt zu werden. Und dieser Professor soll im Spiel aufgefangenen Ball zurückschnellt. unter Umständen kommt es auch vor, daß der erste Buben zu„ Mäunern" erziehen! Werfer das Zurückfliegen selber besorgt. Wie lange war- Von der Saar wird der Frankfurter Beitung" geSo?" fagte Brambach, auf sein Rind zueilend, um eine der schwersten Waffen im Arsenal unserer Feinde der schrieben: Die Hauptverhandlung in dem Prozesse des sein Gesicht zu verbergen. Er streichelte ihr die blonden Vorwurf, wir Sozialisten wollten alle Menschen mechanisch Freiherrn v. Stumm wider den Pastor Röschte ist vorLocken glatt, dann übermannte es ihn, er beugte sich gleich machen wie Gracchus Babeuf. wie Gracchus Babeuf. Wohlan, in läufig auf den 23. Januar festgesetzt. Der Prozeß hat schon zu ihr nieder, drückte ihren Kopf an sein gequältes Herz, einem Moment der Inspiration entdeckt die Nord- manches interessante Material an den Tag gebracht. Namentlich wird durch ihn die Art, wie der Freiherr die Person des Kaisers als wolle er ihr danken, daß sie wie ein Engel der Er- deutsche Allgemeine Zeitung", daß der viele Jahre in feine Privatintereffen hineinzuziehen und mit seinen BeLösung zur rechten Zeit eingetreten war. lang von ihr hochverehrte Gottesmann und Gesellschafts- siebungen zum Herrscher seine Gegner zu schrecken versucht, retter Wahrlieb Stöcker der moderne Babeuf ist. Also treffend beleuchtet. Hierbei ist der Vortheil, daß diese Seit langer wir haben Ablösung gefunden. Und das andere noch Dinge durch das Gericht festgelegt find. bittere Schimpfwort: die Sozialisten find Anarchisten: Beit besteht allgemein das Verlangen, die Dampfstraßenbahn Wir hatten den von Halberg nach Brebach zu verlängern. Dem Freiherrn ist Ravachol, Caserio, alles Sozialisten. das nicht recht, er befürchtet nebst einigen anderen großRavachol an den Rockschößen. industriellen Equipagen befizern, daß seine Pferde vor dem Busten und Pfeifen einer solchen Bahn scheuen würden. Man bringt eine Gegenpetition zusammen und vor dem Landrath wird ein Termin zur Verhandlung angefeßt. Die Regierung, die bereits prinzipiell der Straßenbahngesellschaft ihre Zustimmung gegeben hat, weicht vor dem Einflußfe Stumm's zurück. Kein Wunder! Stumm droht, wenn die Regierung die Bahn genehmigen würde, werde er bei dem Kaiser vorstellig werden. Die Raiferin werde demnächst das Protektorat feines Krankenhauses übernehmen; da sei eine günftige Gelegenheit, die Sache zur Sprache zu bringen. Kürzlich brachte das Neunkircher Evang. Wochenblatt" energische Auffäße gegen das Duellunwesen. Stumm fühlte sich getroffen, obwohl der Fall Stumm- Wagner gar nicht erwähnt war. Er greift in heftigsten Ausdrücken das„ Evang. Wochenblatt" an. Durch solche Auffäße verunehre das Blatt das An denken Raiser Wilhelm I., weil die Grundfäße für das Offiziersduell dessen Unterschrift trügen! Ah, der Herr Doktor!" sagte, sich verschämt loswindend, Clotilde, fie fnirte und erröthete. Ja, Fräulein Brambach, ich bin hier, um Ihnen meinen Universitätsfreund, den Assessor Händrich vorzuftellen." Beklommenheit. Und nun kommt die deutsche Reichspolizei, also die eigent liche Regierung von Deutschland, und erklärt die zweite große Ordnungssäule, den Zwillingsbruder Stöcker's, Freiherr von und zu Hammerstein für einen Anarchisten. " Der Assessor verbeugte sich und Clotilde that dasselbe, nur etwas verlegener und linkischer. Es war, als sei mit Clotilden's Erscheinen Licht und freudige Bewegung über die Anwesenden gekommen. Schönen Dank. Der Ravachol hängt jetzt an anderen Auch Georgine fühlte sich wie von einem Alpdruck befreit. spo Rockschößen, und zwar an denen, woran er gehört. Alle fühlten sich erhoben von der Jugendfrische und Und dritter furchtbarer Vorwurf. Wir wollen die Unschuld, die aus Clotilden's frohen Mienen sprach, für Diktatur; wollen in Blut waten, wollen hunderttausend Köpfe die beiden jungen Männer ein fesselnder Anblick, für die abschlagen, wie weiland Marat es gewollt. Und siehe da, Welteren ein Strahl des Trostes in ihrer Seelenqual und nun kommt der würdige dritte, der neben Stöcker und Hammerstein noch vor kurzem für die stärkste und bes rufenste Ordnungsstüße galt, und mit ihnen das unvergeß liche Kleeblatt staatserhaltender Gottesfurcht und Königstreue gebildet kommt Seine Majestät König Stumm und ruft in einem Anfall von scharfmacherischer Verzückung: die Diktatur das bin ich, ich will sie, die Diktatur des Geldsacks, und Rarlsruhe, 2. Januar. In Offenburg wurde gestern ich bin der Marat des Kapitals ich will die hundert der Sparkassen- Rendant Franz Baur wegen Unter Auch der Doktor empfahl sich, indem er Clotilden, wie tausend Köpfe abschlagen natürlich Köpfe von Sozial- fchlagung von 360 000 m. verhaftet. Die Stadtgemeinde ist für denn bei mir und meinesgleichen die Sparkassen- Einlagen haftbar. in Eifersucht, zurief:" Tanzen Sie nicht zu viel, Fräulein." be motraten, es ebenso schwer sein, sein, einen Kopf ab" Ich werde gar nicht tanzen," erwiderte Clotilde, ihm würde In Bern fand am Mittwoch der Austausch der einem preußischen Junker Geld abRatifitations- Urkunden für den Staatsvertrag mit einen ehrerbietig freundlichen Abschiedsgruß Geleit zuschlagen, wie zupumpen. Der Staat bin ich, die Dittatur bin ich, mit Deutschland, betreffend das Dorf Büsingen gebend. statt. ( Fortsetzung folgt.) und der Marat bin ich ich der König Stumm! Der Assessor griff nach seinen Akten und nach Hut und Stock und sagte: Wenn sich mein Besuch diesmal etwas verlängert hat, so müssen die Herrschaften verzeihen, aber ich sollte dadurch noch das Vergnügen haben, auch Ihr Fräulein Tochter kennen zu lernen. Habe die Ehre, mich allerfeits bestens zu empfehlen." Er ging. Oesterreich. Wien» 2. Januar. Wie die Blätter aus Mährisch-Schün- berg melden, gab der Feldwebel der Landwehr, D i e t t r i ch, auf der dortigen Bataillonskanzlei mehrere Schüsse auf einen Zugführer' ab. Diettrich erschoß sich hierauf selbst; sein Tod trat sofort ein. Der Zugsührer ist lebensgefährlich verletzt.— Belgien. Brüssel» 2. Januar. Staatsminister Fröre-Orban ist in dieser Nacht gestorben. Fröre- Orban war der Führer der altliberalen Partei, der sogenannten Doktrinäre, die sich in Belgien völlig abgewirthschaflet haben.— Großbritannien. London» 81. Dezember. Die Staatseinnahmen in den letzten S Monaten dieses Jahres sind im Vergleich zu derselben Zeit des Jahres 1894 um 8 390 090 Pfund Sterling gestiegen. Die wirthschaftlichen Folgen eines etwaigen Krieges zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien, der ja allerdings glücklicherweise jetzt in weitere Ferne gerückt erscheint, erörtert das„British Trade Journal"(Britisches Handelsblatt) folgender! maße»: „Nächst Ostindien bilden die Vereinigten Staaten den größten Abnehmer britischer Maaren. Wir unsererseits erhalten dafür enorme Mengen Fleisch, Baumwolle. Petroleum und die Hälfte alles unseres Weizens. Ein Bruch würde die Baum wollen- und Wolleuindustrie Lancashires und Dorkshires sofort lahmlegen und kaum eine einzige Industrie würde ohne geschäftliche Einbuße davonkommen. Die Stockung würde so lange dauern, bis mehr Baumwolle von Egypten, dem Orient und anderen Baumwolle erzeugenden Ländern nach England ge bracht wäre und sich neue Abnehmer für unser« Textilwaaren fänden. Auch unsere Eisen- und unsere Messerwaaren-, Leinen-, Jute- und Alkali-Jndustrie würde einen herben Schlag erleiden. Andererseits würde unsere Eisen- und Slahl-Jndustrie während eines solchen Krieges einen großen Anreiz bekommen. Schiffsbaumeister, Munitions-, Explosiv- und Panzerplatten-Produzenten, Fabrikanten von militärischen Ans rüstungsgegenständen, Projektilen, Schiffsproviant, Torpedo booten. Kesseln, Kesselröhren u. s. w. würden sich einer geschäftlichen Blllthe erfreuen, wie nicht seit vielen Jahren. Der Preis des Kornes würde wahrscheinlich so sehr in die Höhe gehen, daß unsere Farmer wieder anfange» könnten, mit Nutzen Weizen zu bauen, wenn wir auch unendlich mehr von Australien, Argentinien, Indien und Rußland importiren würden. Unsere Kolonien würden entschieden die Viehzucht nutzbringender finden und uns gefrorenes Fleisch zusenden. Würde der Krieg nur von einigermaßen längerer Dauer sein, so würden wir dauernd unsere Lebensmittel aus ganz anderen Quellen beziehen, als von den Vereinigten Staaten. Diesen sollte es schwer fallen, den englischen Markt wieder zu bekommen. Auch unsere Ausfuhr würde wahrscheinlich neue Märkte in den Kolonien, in Indien, Afrika und Eüd-Amerika finden. Ein Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien wurde sicher den Wendepunkt in der Entwickelung zum Reichsbunde bilden. Während sich die Hilfsquellen unserer Kolonien und Indiens reich entfalten würden, hält es nicht schwer, zu sagen, welche Folgen das für die Ausfuhr der Vereinigten Staaten hätte. Wenn der Krieg von 1812—1814 als Kriterium gelten darf, so würde sich die Ausfuhr der Vereinigten Staaten um 90 pCt verringern und zwei Drittel der landwirthschaftlichen und Handel- treibenden Klassen würden bankrott werden."•— Bulgarien. Sofia, 31. Dezember. Die Sobranje nahm in der gestrigen Abendsitzung an dem vom Finanzminister in der lausenden Session eingebrachten Gcfetzentwurfe über die G e- werbepatente bezüglich derjenigen Artikel, gegen welche verschiedene Signatarinächte mit Rücksicht aus die bestehende» Handelsabkommen Einwendungen erhoben hatten, die entsprechen den Abänderungen vor. Die Sobranje vertagte sich hierauf auf den 9./21. Januar.— Rußland. — Zum Polizeichef in Warschau wurde Oberst Gresser, ein Bruder des verstorbenen Stadthauptmanns von St. Petersburg, ernannt. --- Einer Petersburger Meldung des„Wiener Fremdenblatt" zufolge fiel der Prüfungsbericht des Ministerkomitees, betreffend die Rechnungen des Generals A n n e n k o w über dessen Bau- leitungen zur Linderung der letzten Hungersnoth so ungünstig auk, daß mfolge dieses Berichts dem General Annenkow eine Verwarnung seitens des Kaisers bevorsteht.— Türkei. Konstantinopel, I. Januar. Ueber daS Ergebniß des den, Gouverneur von Marasch ertheilten Auftrages, die aufständischen A r m e n i e r in Z« i t u n zur freiwilligen Unterwerfung zu be- wegen, ist bisher nichts bekannt geworden. Die Botschafter erinnerten die Pforte wegen Erledigung ihres Bermittelungs- Anerbietens. Eine Antwort der Pforte ist bisher nicht erfolgt; dieselbe dürfte, nach verschiedenen Anzeichen zu schließen, ab- lehnend lauten.— Die Pforte nahm die Vermittelung der Konsuln in Aleppo, um die Unterwerfung der Ausständischen in Zeitun herbeizuführen, an.— Im vierten Armeekorps wurden, da einige Redif-Bataillone des„Fraternistrens" mit der Be- völker ung verdächtig erschienen, Stationsveränderungen von Offizieren verfügt. Die Verpflegung der Rebifs stößt andauernd auf große Schwierigkeiten, so daß das Kriegsministerium größere Entlassungen beantragte, wogegen jedoch mehrere Provinzbehörden insbesondere unter Hinweis auf die noch nicht bewerkstelligte Beruhigung der Kurde» Widerspruch erhoben. Das kretensische Komitee theilte dem Konsularkorps seine Weigerung mit, sich zu unterwerfen; auch die empfohlene Abreise lehnte das Komitee ab. Es fragte bei dem Konsular- korps an, ob es irgend welche Unterstützung zu erwarten hätte. In Konstantinopeler diplomatischen Kreisen wird angenommen, daß der voraussichtlich ablehnende Bescheid zur Einschränkung der Bewegung auf Kreta beitragen werde. — Aus Erzerum wird berichtet, daß am 30. Dezember der dortige armenische Bischof auf Befehl der Regierung verhaftet wurde und nach Koustantinopel befördert wird. Als Wohnsitz wird ihm Jerusalem angewiesen werden. Es waren Maßregeln zur Verhütung von Unruhen ergriffen, doch ist die Stadt, nachdem das erste Aufsehen vorüber war, ruhig geblieben. Der Bischof galt de» Behörden als Führer der regierungsfeindlichen Bewegung.— Amerika. Washington, 31. Dezember. Sherman unterbreitete dein Senat eine Resolution, welche die Verivendung der zur Ein- lösung der Noten bestimmten Fonds ziir Deckung des Einnahmen- Defizits verbietet, wenn nicht 100 Millionen Dollars in ge- münztem oder ungemünztem Golde von diesen Fonds zum Rück- kauf von Noten verwendet find. New-Hork, 1. Januar. Präsident Cleveland hat zu Mit- gliedern der Kommission zur Untersuchung der Grenzen von Venezuela ernannt: D. I. B r e w« r, Richter des obersten Gerichtshofes, A l v e y. Präsidenten des Appellationshoses, White, den früheren Gesandten in Berlin und Petersburg und Expräsidenten der Cornell-Universilät, Coudert, Rechts- anwalt, und G i l m a n n. Präsidenten der John Hopkins- Universität. Eoudert hatle sich bcreits öffentlich in der Grenz- frage auf feiten Venezuela's gestellt. -- Vom kubanischen Aufstand. Nach einer amt- lichen Depesche aus Kuba setzen die spanischen Truppen unter Baldes und Navarro die Verfolgung der Insurgenten fort, deren Rückzug aus der Provinz Matanzas sich bestätigt. Mehrere Gefechte verliefen günstig für die Spanier. Der Verlust der Insurgenten in den letzten Tagen wird aus 1600 Mann geschätzt.— Afrika. — Vom abessynischen Feldzuge. Die„Agenzia Stefani" meldet aus M a s s a u a h unter dem 1. d. M.: Einige Häuptlinge in Tembien, Gheralta und Tigre, welche gegenwärtig zu Ras Mangascha halten, durchziehen mit ihren Banden die betreffenden Länder und zeigen sich auch in Adua; sie stoßen jedoch hier und da auf Widerstand der Anhänger Italiens. In den Gebieten von Cahain und Maitzade herrscht Ruhe. Die dortigen Bewohner sind bereit, sich gegen die Abessynier zu ver- theidigen. Meberfichk der wichtigsten politischen und Partei-Ereignisfe im Jahre 1893. Januar. 1. Neujahrsrede des Kaisers an die Generäle gegen den Feind im Innern. Der Held von Fuchsmühl, Landgerichtsrath von Zoller, zum Landgerichtsdirektor befördert. Das erste sozialdemokratische Tageblatt Oesterreichs, die Wiener„Arbeiter- Zeitung", bisher Wochenblatt, be- ginnt zu erscheinen. 3. Der„Vorwärts" veröffentlicht ein geheimes Aktenstück des Potsdamer Regierungspräsidenten über Versammlungs- Überwachung. 4. Spanischer General Pavia gestorben. 8000 Pferdebahn-Arbeiler beginnen in Brooklyn zu streiken S. Der„Vorwärts" veröffentlicht ein geheimes Aktenstück des Ministers v. Köller über die sozialdemokratischen Turn- vereine. 6. Genosse Gsrault- Richard in Paris als Protest gegen Casimir Perier zum Deputirten gewählt. Der„Sozialist", das Organ der Anarchisten, stellt sein Erscheinen ein. 7. Vortrag des Kaisers über die Leistungen der Marine im ostasiatischen Krieg«. IS Protestversammlungen in Hamburg gegen die Umsturz! vorläge. Unabhängigkeitserklärung Korea'S. Parffer Genieinderath bewilligt 00 000 Franken den Ge- werkschaften zur Unterstützung der Arbeitsver Mittelung. Maler Gräf gestorben. 8. Zusammentritt des Reichstages. Die Sitzung wird von der ausgezeichneten Rede Auer's über die Umsturzvor läge ausgefüllt. Der„Vorwärts" veröffentlicht Geheimzirkulare deZ Vorstandes des Warschauer Gendarmenebezirkes. 9. Der Parteivorstand veröffentlicht die Liste unterm neuesten Kurs für Dezember 1894: 4 Jahre 10 Monate 4 Wochen und 3 Tage Gefängnißstrafe und 2580 Mark Geld strafen. Im Reichstag schlägt König Stumm bei Berathung der Umsturzvorlage als Minimum dessen, waS nöthig ist, vor:§ 1. Den Sozialdemokraten und Anarchisten wird das aktive und passive Wahlrecht entzogen.§ L. Die Agitatoren werden ausgewiesen. Rede Gröber'S(Z.) gegen die moderne Wissenschaft. 10. Januar. Kriegsminister Bronsart v. Schellendorff sagt bei Berathung der Umsturzvorlage: Ich hoffe, daß unsere Armee sich als ei» scharfes Instrument erweist, gleich- viel nach welcher Richtung sie zur Thätigkett gerufen wird. 11. IS große Protestversammlungen gegen die Umsturzvorlage. Im Prager Landtage beantragt der Allczeche Rieger die Ausdehnung des Wahlrechts. Studentendemonstration für Genosse Fern in Ron». 12. Proklamalion der sozialdemokratischen Fraktion der französischen Kammer gegen Casimir Perier. 13. DaS französische Ministerium Dupuy demissionirt. Sozialistischer Wahlsieg bei einer Nachwahl zum belgische» Parlamente. Italienischer Sozialistenkongreß in Parma. Genosse Costa kommt bei der Nachwahl zum italienischen Parlament i» Budrio in die Stichwahl. 14. Beginn des großen Lütticher Anarchistenprozesses(Ungern- Sternberg). IS. Zusammentritt des preußischen Landtages. 16. Der Präsident der französischen Republik Easimir Perier demissionirt. 1000 Bergarbeiter werden im Rheinisch- Westfälischen Reviere plötzlich entlassen. 17. Liebknecht spricht im Reichstage für die Abschaffung des Jesuiten gesetzes. Favre zum Präsidenten der französischen Republik ge- wählt. 18. Acht große Arbeitslosenversammlungen in Berlin. 19. Der Aesthetiker M. Carriöre gestorben. 20. Costa zum italienischen Deputirten gewählt. 21. Köller giebt in der Kommission zur Berathung der Um- sturzvorlag« Erklärungen über seine Beziehunge» zu Ehren-Reuß ab. Lord Raudolph Churchill, der Führer der englischen Jung- konservativen gestorben. Der Kaiser fordert Einschreiten gegen die sozialdemokratische Jugendliteratur. Russischer Minister deS Auswärtigen Giers gestorben. 27. Der„Vorwärts" veröffentlicht vor dem„Reichs-Anzeiger" die kaiserlichen Erlasse anläßlich seines Geburtstages, so die Rangerhöhung von Lucanuß. 28. Französischer Marschall Canrobert gestorben. 29. Uniergaug der Elbe. 374 Personen todt. 30. Hauptschlag im chinesisch-japanischen Kriege. Die Japaner erobern Wei-Hai-Wei. 81. Der Justizminister bringt in der französischen Kammer eine Amnestievorlage ein. Der große Industrielle Gruson in Magdeburg gestorben. 24. LS. 26. Februar. 1. Bei den württemberaischen Landtagswahlen kommen in fünf Wahlkreisen sozialistische Kandidaten in Stickwahl, unsere Stimmenzahl wächst von 10 000 aus 82000 Stimmen. Norwegische Ministerkrise. 4. Rochefort kehrt»ach Frankreich zurück. Großes Bergarbeiterunglück in Monceau les mines. In Südanstralien wird das Frauen-Stimmrecht bewilligt. 5. In vier großen Berliner Volksversammlungen für Frauen- Stimmrecht deinonstrirl. G. 100 rheinische Großindustrielle geben für König Stumm ein Dankesvotum ab. Berlepsch erklärt im Reichstage, daß Durchführung der Februar-Erlaffe vom Jahre 1890 jetzt unmöglich sei. Zeche„Helene" bei Witten ersoffen. 400 Bergarbeiter brotlos. 7. Erklärung gegen die Umsturzvorlage. 8. Ter„Vorwärts" veröffentlicht eine kaiserliche Kabinetsordre über die Soldatenmißhandlungen. 9. Im Lütticher Bombenprozeß wird daS Urthekl gesprochen. 17V2 Jahre Zuchthaus und Gefä»gniß verhängt. Ungern- Sternberg aber nicht erwischt. Die Konservativen verlieren den Wahlkreis Mörs-Rees. 10. Die Januarliste unterm neuesten Kurs enthält Strafen von zusammen 4 Jahren 6 Monaten 17 Tagen Ge- fängniß und 2463 M. Geldstrafe. Unruhen in Acera(Italien) wegen der Steuererhebung. 11. Die sozialdemokratische Agrarkommission konstituirt sich. Der Vertrauensmann der Leipzig» Metallarbeiter wird „aufgelöst".. Studentendemonstration rn Rom. 13. Der 9200 Mitglieder zählende Verband der Sächsischen Berg- und Hüttenarbeiter und die 17 000 Mitglieder zählende Krankenkasse desselben werden aufgelöst. 1900 Ar- beiter werden in den Siegburger Gefchoßfabriken entlassen. 14. Genosse Glaser wird sin der Stichwahl in den württem- bergischen Landtag gewählt. Bebel bespricht im Reichstage den Untergang der Elbe. IS. Genosse Kloß wird in der Stichwahl in den württem- bergischen Landtag gewählt. 16. Der Reichstag nimmt den Antrag Roeren(verschärfte Disziplinargewalt des Präsidenten) an. Anarchisten-Aus« Weisung aus der Schweiz. 13. Jahresversammlung des Bundes der Landwirthe. „ Pulvererplosion auf Forinosa; 2000 Personen todt. 19. Der Kaiser empfängt die Deputation des Bundes der Land» wirthe. Der Reichstag beschließt die Aushebung de? Jesuiten- gesetzes und lehnt die Anträge auf Erweiterung des Wahlrechts ab. Bäckerei-Arbeiter-Kongreß in Berlin. Der Demokrat Paycr zum Präsidenten deS Württemberg. Abgeordnetenhauses gewählt. 22. De Felice's Streichung aus der Lifte der Rechtsanwälte von der Rechtsanivaltskammer in Catania abgelehnt. 23. Der Kaiser bezeichnet den Antrag Kanitz als Utopie. 24. Sozialistenkongreß in Brüssel. 27. Der Reichstag beschließt die Aushebung des reichSländischen Diktaturparagraphen. 23. Nachwahl in Eschwege-Schmalkalden. 20. 21. März 1. 2. 4. ö. 7. 8. 9. 10. II. i> 18. 15, 16. 17. 18. 20, 21, 22. 28. 25. 26. 27. 28. 29. 30, 81. Der„Vorwärts" veröffentlicht wieder«in geheimes russisches Aktenstück. Beginn des kubanischen Aufstandes. Der Exkhedive Ismail Pascha gestorben. Prof. Dr. Gizyzcki gestorben. Bei den Londoner Graf- schaftsrathswahlen machen die Konservativen große Fortschritte. Es stehen die gleiche Zahl Radikale und Konservative sich gegenüber. Die Pforzheimer Gewerbegerichtswahlen enden mit einem großen Siege unserer Genossen. Studenten-Demonstrationen in St. Petersburg. Eozialistenprozeß gegen zahlreiche Landarbeiter in Hodmeö- Vasarhely. Bebel rügt im Reichstage vorgekommene Soldaten», ißhandlungen. 100 000 Bergarbeitern in Süd- Wales wird zum Zwecke der Lohnherabsetzung gekündigt. Genosse Vaillant beantragte in der fvanzösischen Kammer die Ersetzung der stehenden Heere durch eine Miliz. In Pittsburg streike» IS 000 Bergleute. Prozeß in Prag gegen Mitglieder der Omladina, die einen Polizeikommissar der Erpressung von Geftündniffen und der Protokollsälschung beschuldigt haben. Die An- geklagten iverden von einem Ausnahmegerichte natürlich verurtheilt. Der ehemalige ReichstagS-Abaeordnete Leuß wegen Verleitung zum Meineid zu einer Zusiatzstrafe von 4 Mo- naten Zuchthaus, Frau Schnutz wegen Meineids zu 0 Monaten verurtheilt. Die Februarliste des neuesten Kurses vegistrirt Strafen in der Höhe von 13 Jahren 6 Monaten 3 Wochen und 1 Tage, sowie 3618 M. Geldstrafe. 40 000 Arbeiter demonstriren in Wien skr die März- gefallenen. Genosse Matthies aus dem Zuchthaus« entlaffen. Der für Besprechung der agrarischen Forderungen ein- berufene Staatsrath wird eröffnet. 250 000 Tuch- und Schuharbeiter in der Umgebung von Northampton werden ausgesperrt. Schluß der ersten Lesung der Uinstnrzvorlage in der Kom- misston. Genosse JauröS beantragt in der französtschen Deputirten- kainmer die Abschaffung des Senats und Genosse Sembat die Einführung des Achtstundentages in den staatlichen Zündhölzchenfabriken. Grubenunglück in Mährisch-Ostrau, SO Bergarbeiter todt. Ii» Hob- Mezö- Basarhelyer Sozialisten- Prozesse wurden 62 Angeklagte zu 6 Monaten bis 6 Jahren Kerker verurtheilt. 300 Offiziere in Madrid demoliren zwei RedaktionSlokale. Das Ministerium. unfähig, Genugthuung zu schaffen, deniisstonirt. Explosion auf der Grube Hohenegg(Oesterr.- Schlesien), 49 Bergleute todt. Schorlemer-Alst, Zentrumsjunker, gestorben. Große würdige Feier der 1348 Gefallenen in Berlin, In Eschwege-Schmalkalden Jskraut gewählt. Der Seniorenkonvent des Reichstags lehnt die Beglück- ivünschung Bismarck's ab. Tynamiterplosion auf dem Rheinschisse„Elisabeth" bei Emmerich. 13 Arbeiter todt, vier schwer verletzt. 500 Federmessernrbeiter streiken in Solingen. Das spanische Schiff Reina Regent« mit 400 Mann untergegangen. Persische Stadt Kuschan mit 8000 Einwohnern durch Erdbeben vernichtet. Der Staatsrath wird nach Ablehnung des Antrags Kanitz Uebnsnll englischer Truppen in Indien. Der Reichstag lehnt die Huldigung für Bismarck mit 163 gegen 146 Stimmen ab. Der Kaiser giebt in einer Depesche an Bismarck seiner Entrüstung hierüber Ans- druck. Levetzow tritt vom Präsidium des Reichstags zurück. Schließung der juristischen Fakultät, der Universität von Sofia wegen Unruhen. Die iialienische Regierung fordert die Ausweisung Italic- nischer Anarchisten aus der Schweiz. Landtag, Herrenhaus und die Rechte des Reichstags aratu- liren Bismarck. Der zweite Vizepräsident des Reichs- tags, Herr Bürklin(natl.) legt wegen der Ablehnung der Bismarckseier seine Ehrenstelle nieder. Die Webereien in Verviers als Autwort auf einen Streik geschlossen. Der 5la>ser gratulirt persönlich Bismarck. Zahlreiche Streiks breche» i» Belgien ans. Präsidentenwahl im Reichstage, Buol(Z.) Vors., Schmidt (Fr. Bp.) und Spahn(Z.), Vizepräsidenten. Die Bismarckdemonstratione» beginnen. Strasantritt des im Gummischlauch-Prozeß verurtheilten Genossen Keßler. Der Präsident des Reichstags weigert sich, de» Antrag der sozialdemokratischen Fraktion über die Entrüsiungs- Depesche des Kaisers an Bismarck drucken zu lassen. Handschubmacher-Slreil in Hayna»(Schlesien). Waffenstillstand im ostasiatischen Kriege. Die Umsturzkommission schließt ihre Sitzungen, Stepniak's Teichenfeier. London, 30. Dezember. E. B. Stepniat's Beichenfeier war eine außer ordentlich wirkungsvolle und legte von der großen Sympathie . ftätigte das freisprechen de Erkenntniß des Schöffen gerichts. einem Vor warnen wilden Thieres Gewerkschaftliches. Sämmtliche Mittheilungen von Organisationen, vor allem folche über uspände oder Aussperrungen, müssen fiets den Stempel der betreffenden Organisation tragen. Auf die Lehren des Prozesses gegen den Erften Staatsanwalt Lorenz in Erfurt, der bekanntlich wegen Beleidigung Zum Ausstand der Taxameter- Droschkenkutscher wird und Hochachtung Zeugniß ab, die der zu früh verstorbene Rämpfer eines Angeklagten verurtheilt worden ist, wurde dieser Tage vor für Frei- Rußland in allen Fraktionen der demokratischen und dem Schöffengericht von dem Vertheidiger eines Angeklagten der Bossischen 3tg." berichtet: Die Polizei fordert jezt von den revolutionären Bewegung der Gegenwart genoß. Von Dr. Spence mit Nachdruck hingewiesen. Es handelte sich um eine uns außer Betrieb befindlichen Drofchten die Tarife und von den ausWatson, dem Präsidenten der Föderation der englischen bedeutende Straßenszene, bei welcher ein richterlicher Beständi gen Kutschern die Fahrscheine zurück. Biele Kutscher ziehen war. es vor, den Bock wieder zu besteigen, statt den Fahrschein abzuLiberalen, bis zu erklärten Anarchisten wie P. Krapottin amter durch einen Pferdehändler beleidigt worden theueres Pferd geben. lettere hatte von außerhalb ein waren Vertreter aller Richtungen der kämpfenden Demokratie und Der Nach§ 12 der betreffenden Polizeiverordnung haben aller Nationalitäten an seinem Sarge als Leidtragende ver- bezogen, welches vormals als Deckhengst benutzt worden und sehi sammelt. In der Kürze der Zeit war es nicht möglich gewesen, feurig war. Als er das Thier zum ersten Male eingespannt Kutscher, die aus dem öffentlichen Zuhrwesen ausscheider, Schild eine Demonstration im großen Stil zu organisiren, die meisten und mit ihm von dem Hofe seines Hauses in die Werftstraße und Fahrschein binnen 24 Stunden an den Kommissar für das Organisationen waren durch Delegationen oder Deputationen hingus fuhr, warf sich das Pferd zu Boden und verweigerte den öffentliche Fuhrwefen abzuliefern. Da die streifenten Rutscher vertreten. Nur die russisch- jüdischen Arbeiter des East- End kamen Gehorsam, so daß ihm eine Büchtigung zu theil wurde. Diese nichts weniger beabsichtigen, als aus dem öffentlichen Fuhrwesen in imposantem Zuge, dem Andenken Stepniaf's ihre Liebe und war nach Ansicht des Amtsrichters K., der gerade die Straße auszuscheiden, sondern durch den Ausstand nur einfach ihre Lage Dankbarkeit zu bezeugen. Denn Stepniat bat zu jeder Zeit und passirte, eine zu nachdrückliche, er trat zu gunsten des und zwar jedenfalls mit viel redlicheren Mitteln zu verbessern mit der ganzen Kraft seiner Feder die brutalen Verfolgungen Pferdes ein, mußte aber einige Grobheiten einstecken und suchen, als beispielsweise die Agrarier aus Dfielbien, so ist die gebrandmarkt, die gegen die Juden in Rußland verübt wurden. fühlte sich namentlich durch die Bemerkung des Angeklagten be- Nachricht der Tante Boß wohl nur ein von den FührwerksSo war es eine ansehnliche Menschenmenge, die sich auf Waterloo- leidigt:" Gehen Sie fort, sonst könnten Sie auch eins gegen den befizern herrührender Ed, reckschuß, der die Tagameter- DroschlenStation Ropf an Kopf drängte, um die Abschiedsworte zu ver- Kopi bekommen!" Ter Borfall hatte eine Anklege wegen Thier: futscher in Angst jagen soll. Bezüglich der Ter Ansstand der Zurichter in der E. Meyer'schen nehmen, die dort Stepniak auf den letzten Weg mitgegeben quälerei und Beleidigung im Gefolge. wurden. Hier die Namen der Sprecher: Felix Wolchowsti( als legteren erklärte der Angeklagte, daß er den Amtsrichter gederfabrik in Berlin ist zu gunsten der Arbeiter beMitarbeiter Stepnial's), Dr. Epence Watson( als Vertreter des lediglich Ausschlagen des endet. Es wurde nicht nur erreicht, daß die Betheiligten zu den Vereins der Freunde von Rußlands Freiheit), Ed. Bernstein( ale habe wollen, und bezüglich der Thierquälerei früheren Bedingungen wieder eintreten fönnen, sondern auch die Vertreter der deutschen Sozialisten), P. Malatesta( für die beantragte Rechtsanwalt Dr. Leonhard Friedmann eventuell fanitären Einrichtungen der Fabrik sollen, wie Herr Meyer ver italienischen Anarchisten), P. Krapotfin( als Freund und Kampf- die Bernehmung des Kommissionsraths Renz als Sachsprochen hat, einer Befferung unterzogen werden. genoffe Stepniat's), A. Nazar- Bez( für die armenische Un- verständigen darüder, daß derartig wilde Thiere nur durch iändigen nehmen Montag( 6. Januar) die Arbeit wieder auf. Dank abhängigkeitspartei), M. Kahn( für die russisch- jüdischen energische Büchtigungen gegnungen werden können, ihre Pflicht dem Solidaritätsgefühl der Arbeiter Deutschlands, speziell der Arbeiter), W. Morris, Herbert Burrows, Eleanor Aveling, zu thun. Bei der Begri ndung des Strafantrages warf der Lederarbeiter, und dank der Standhaftigkeit der am Streik BeJ. Keir Hardie und John Burns für die Sozialdemokratie Eng- am tiren de Staatsanwalt dem Angeklagten u. a. theiligten ist es gelungen, zu diesem Resultat zu kommen. lands, und M Wiersbigky als polnischer Sozialist. Den meisten rowdymäßiges" und" flegelhaftes" Verhalten vor. Etwaige gefammelte Gelder sowie Listen wolle man an die LohnRednern merkte man ihre tiefe Ergriffenheit an, und wahrhaft Rechtsanwalt Dr. L. Friedmann erhob hiergegen lebhaften Einspruch: fommission im Restaurant Thennée, Prinzen- Allee 30, baldigit Lederarbeiter pathetisch war die Rede Krapotkin's, deffen Ansichten doch in so Es sei zu verwundern, daß in einem wegen Beleidigung ange: abführen. Lohntommission der wesentlichen Punkten von denen Stepniat's abweichen. Er pries firengten Verfahren der Vertreter der Staatsanwaltschaft ganz Berlins. des Verstorbenen Hochherzigkeit, seine wahrhaft dichterische Natur, ohne Grund Ausdrücke gegen den Angeklagten gebrauche, deren die ihn befähigte, in die Ideenwelt anderer sich zu versenken, beleidigender Charakter ganz offensichtlich feine unter allen Verhältnissen bewährte glühende Liebe zur fei, felbst wenn man nicht an die Erfahrungen eines Ersten Staats: Depelthen und lehte Nachrichten. Der Staatsanwalt erwiderte sofort: Freiheit und Menschlichkeit. So jung, so muthig, so begabt, so anwalts denken wollte. Köln, 2. Januar.( B. H.) Die„ Köln. 3tg." meldet: Sicherem voller Kraft," rief er mit Thränen in den Augen aus, war Er werde sich von keinem Vertheidiger das Recht beschränken Stepniat, als er uns entrissen wurde, daß niemand zweifelte, er laffen, das Verhalten eines Angeklagten so zu charakte Vernehmen nach habe die englische Regierung der deutschen Reent gierung mitgetheilt, daß sie das Eindringen der Chartered- Company wvie es ihm der Beweis Aufnahme zu werde das begonnene Wert noch viele Jahre fortiühren können." firen, Gerade in diefen Tagen sollte er eine Revue in russischer Sprache Sprechen scheine. Er werde sich dieses Recht auch nicht in Transvaal entschieden desavouire und den be= erscheinen laffen, die sein Wort durch ganz Rußland getragen durch irgend welche Anspielungen auf irgend welche Vorfomm stimmtesten Befehl sowohl an die Regierung der Kapa Vertheidiger: Er wiederum werde folonie, wie an die betheiligten Offiziere gegeben hätte, und welches Gewicht das Wort Stepniat's in Rußland hatte, niffe verkümmern lassen. wie groß die Zahl seiner Freunde dort gewesen, dafür seien hunderte es stets nicht nur als sein Recht, sondern geradezu als seine habe, sich sofort aus dem Transvaalgebiet zurück. von Beweisen im Todtenhaus eingelaufen. Dr. Spence Watson Pflicht betrachten, einen unbestraften und anständigen Anzuziehen. Andererseits versichert die Kölnische 8tg.", die schilderte in ergreifenden Worten den tiefen Eindruck, den geklagten vor solchen Verbalinjurien auch gegenüber dem Staats. Deutsche Regierung werde eine Verlegung der deutschen Stepniak auf die Demofratie in England gemacht, und Bernstein anwalt zu schützen. Der Zwischenfall war hiermit erledigt. Interessen unter feinen Umständen zugeben und durch ein rechtbob Stepniat's Verdienste als Vermittler zwischen den Revolu. In der Sache wurde der Angeklagte von der Anklage der Thier zeitiges deutliches Hände weg" verhindern, daß sich ähnliche tionären Rußlands und der kämpfenden Sozialdemokratie Weft quälerei freigesprochen, dagegen wegen Beleidigung zu 20 M. Bestrebungen gegen den deutschen Besitz in rita geltend machen. Loudon, 2. Januar.( B. H.) Nach heute hier eingetroffenen europa's hervor, sein unablässiges Bestreben, Mißverständnisse, Geldstrafe verurtheilt. Meldungen ist Dr. Jameson an der Spiße seiner Truppen, ohne die das freundschaftliche Verhältniß zwischen den Demokratien Widerstand gefunden zu haben, bereits in Johannesburg der Nachtbarländer Rußland und Deutschland trüben könnten, aus der Welt zu schaffen. Eleanor Aveling gedachte in bewegten eingezogen und soll mit dem Präsidenten Krüger unterWorten der treuen Gerährtin, die Stepniak seit Jahren zur Seite handeln. geftanden und nun durch sein jähes Ende in tiefstes Leid verfett fei. = Der Rechtsstreit zwischen den Vorständen der Freien Wolfsbühne", der Versuchsbühne" und" Freien Bühne" einer feits und dem Polizeipräfit enten von Berlin bezw. dem Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg andererseits, beschäftigt heute das Ober- Verwaltungsgericht. Bekanntlich wurde den Vori änden der genannten Vereine, Ueberaus groß an Zahl und oft von feltener Schönheit waren die Blumenfpenden, die Stepniak's Sarg und den Trauer- wie auch dem Vorftande der Neuen Freien Boltsbühne" unter wagen bedeckten. Einen herrlichen Kranz aus rothen Azalien dem 18. April 1895 folgende übereinstimmende Eröffnung ge batte der kommunistische Arbeiter- Bildungsverein, Tottenham macht: Street, gestiftet, und eine nicht geringe Anzahl seiner Mitglieder nahm an der Leichenfeier theil. Noch sei bemerkt, daß bei der Leichenschau, die am Donnerstag flattfand und deren Ergebniß die andeutungsweise geäußerte Bermuthung, es sei der Tod Stepniak's fein unfreiwilliger gewesen, als durchaus haltlos erwies, der leitende Arzt in der Ansprache an die Todtenjury sich folgendermaßen über Stepniat äußerte: Er war ein Mann von martirter und machtvoller Persönlichkeit. Eine große Zahl von Leuten sympathifirte mit feinen sozialen und politischen Ansichten, und er gencß in hohem Grade die Liebe seiner Landsleute oder jedenfalls der " würde. London, 2. Januar.( B. H.) Sämmtliche Blätter besprechen heute eingehend die Lage in Transvaal. ,, Daily Graphic" und Morningpost" halten es für unmöglich, nach den vorliegenden unzureichenden Meldungen sich ein Urtheil besonders über das Vorgehen Dr. Jameson's zu bilden. Daily Telegraph" meint, Dr. Jameson trage den bestehenden Verträgen feine Rechnung; Auf grund der hier gemachten Beobachtungen, sowie nach er führe sich wie ein Flibustier auf.„ Times" rathen England, dem Jubalt der Statuten des p. p. Vereins muß ich die vom feine Stellung gegenüber Transvaal zu ändern. Am besten wäre Englands wenn diese Republik ein Basall Borftante veranstalteten Borstellungen als thatsächlich öffentliche es, und daher als den Vorschriften der Polizeiverordnung vom Die Morningpoft" betont, daß sich die Ereignisse mit solcher 10. Juli 1851 unterliegend erachten. Ich mache den Vorstand Schnelligkeit häuften, daß die sämmtlichen europäischen Mächte darauf aufmerksam, daß aus grund des§ 5 der gedachten Vers interveniren müßten. London, 2. Jan.( E. N. of G) Die Direktoren der Char ordnung der Text der darzustellenden Stücke zeitig, d. h. vierzehn Tage vor der Vorstellung hier in zwei Exemplaren einzureichen tered Company haben, gemäß des Artif.1s 8 ihres Freibriefes, von Etücken ohne die vor welcher in wünschenswerthen" len das Eingreifen der Regievorschreibt, heute Abend ift; die weitere Aufführung all thren General herige Einholung der zenfurpolizeilichen Genehmigung wird von rung Direktor M. Kapstadt gefabelt und ihn angewiesen, Dr. hier aus inhibirt werden." Die Adressaten dieses Schreibens, mit Ausnahme 3 Bor- Jameson davon in Kenntniß zu feyen, daß die Company jenigen unter ihnen, an deren Liebe etwas geftandes der„ Neuen freien Volksbübne", welche sofort beim Bezirks- eine Handlungsweise entschieden mißbilligt ausschuß flagbar wurde, wandten sich Beschwerde führend an den und das derselbe zu Grunde liegende Prinzip aufs schärfite verurtheilt. Er wird zugleich peremptorisch aufge Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg. Die Beschwerden wurden von diesem lakonisch damit be- fordert, sich sofort wieder auf das Operations. antwortet, daß sich die Verfügung" des Polizeipräsidenten nicht feld der Company zurückzubegeben. Es soll dieser Kabel- Botschaft die Versicherung zugefügt sein, als eine orispolizeiliche Verfügung im Sinne des§ 127 des Gesetzes über die allgemeine Landes Verwaltung daß, im Falle Dr. Jameson dieser Aufforderung unverzüglich und daß deshalb dem p. p. Vorstande ein Folge leiftet, ihm vollständige Straflosigkeit zugesichert wird. darstelle London, 2. Januar.( E. N. of 6.) Die legten Gerüchte Beschwerderecht dagegen nicht zustehe; von aufsichtswegen einzuschreiten biete jedoch der Inhalt der Verfügung feinen Anlaß. sagen, daß Jameson thatsächlich als Gefangener Hierauf wurde seitens der Vorstände der betheiligten Vereine der englischen Regierung betrachtet werde. Der nach gegen den Oberpräsidenten beim Ober- Berwaltungsgericht die Lord Kommissar von Süd- Afrika sei mit Chamberlain's Prätoria gereift, um Klage erhoben mit dem Antrage, den Bescheid des Beklagten ministerieller Genehmigung friedliche Gestaltung der Dinge aufzuheben und die Verfügung des Berliner Polizeipräsidenten eine befriedigende und Offiziell wird Chamberlain heute mit den nom 18. April 1895 außer traft zu sehen. Die Vertretung der herbeizuführen. Kläger liegt in den Händen der Rechtsanwälte Kauffmann( Freie Direktoren und Beamten der Chartered- Company eine UnterBollsbühne), Grelling( Verfuchsbühne) und Jonas( Freie Bühne). redung hatte, die einen Bericht über die Schritte veröffentlichen werden, welche sie in der Angelegenheit gethan haben. Tegen fein tann." Man dente, eine offizielle Perfönlichkeit in Deutschland follte es wagen, so von einem Nihilisten" zu sprechen. Weiterhin erklärte fich fein geringerer als der Hiftoriker F. Port Powell, Profeffor Negius der Universität Oxford, als lang jäbi igen Freund Stepniat's, und am Schluß der Untersuchung fam die aus Mitgliedern aller Gesellschaftsklassen bestehende Todtenjury überein, durch den die Todtenschau leitenden Arzt ( Coroner) Frau Stepniat brieflich ihr tiefstes Beileid über den Hingang ihres Mannes auszudrücken. " Partei- Nachrichten. London, 2. Januar.( W. T. B.) Eine heute Nachmittag eingegangene Depesche meldet, daß Dr. Jameson vor Johannes burg eine sehr ernste Niederlage durch die Buren erlitten hat. Birmingham, 2. Januar.( B. S.) An den Waffenlieferungen für Südafrika wird in den hiesigen Gewehrfabriken bei Tag und Nacht gearbeitet. Große Sendungen wurden bereits abgeschickt. Stepniat's lette öffentliche Ansprache war eine entschieden sozialistische. Sie war auf dem in meinem letzten Briefe er wähnten Festessen der Freunde des„ Labour Leader" gehalten. Hier nach dem genannten Blatt die Hauptstelle daraus: Wenn Dor etlichen Jahren noch ein ausländischer Sozialist, der die Atmosphäre der englischen Gesellschaft noch nicht fannte, nach England fam, fühlte er sich sehr unbehaglich Englands Atmosphäre" ist eine ungemein schwierige für jeden Ausländer. Aber der Sozialismus hat ein Gefühl internationaler Brüderschaft ins Leben gerufen. In einer Gesellschaft von Sozialisten fühlen wir uns wie in einer Gesellschait von Brüdern, Jn Düsseldorf wurden die Genossen Ludwig Schmidt einig und gleich in unseren Bestrebungen mit unseren Genossen in allen anderen Ländern. Ein sehr zeitgemäßer Saz in der zum Vertrauensmann und Philipp Jammer zum Rassirer Rede des Genoffen Burrows, der mir vorhin auffiel, lautete, daß gewählt. es schwerer fei, für eine Sache zu leben, als sich der verhältnißDie behördliche Bekämpfung der Sozialdemokratie in Bern, 2. Januar.( W. T.B.) Der Jtaliener Migliorini, welcher, mäßig leichten Aufgabe zu unterziehen, für sie zu sterben. Als Sachsen trug dieser nach einer auf grund der Notizen der Nibilift lebe ich jetzt für die Sache, für die große Massen meiner Ge- Leipziger Bolfszeitung" erfolgten Zusammenstellung im Jahre wie gemeldet, der Entführung der beiden in Neuenburg lebenden nossen und Landsleute, Männer wie Frauen, ihre Hingebung 1895 insgesammt 3144,40 m. Geld ftrafe, ohne Gerichts- abessynischen Prinzen beschuldigt wurde, hat Neuenburg nicht nicht anders beweisen fonnten, als daß sie für sie starben. Und toften, elf Jahre sech 3 Monate drei Wochen verlassen. Er gab den Prinzen Unterricht im Italienischen. Am ich muß fagen, daß der Höbegrad von Begeisterung, der in Gefängnißfirafen und acht Monate eine Woche 24. Dezember begleitete er dieselben zum Bahnhof, wo sie FahrEngland für die Sache des Sozialismus an den Tag gelegt haftstrafen ein. Aufgelöst wurden 30 Vereine tarten nach Biel lösten. Es scheint sicher, daß die Annahme von wird, sicherlich kein geringerer ist als der, welchen wir in der und 25 Versammlungen. Verboten wurden 4 Wer einer Entführung der Prinzen unhaltbar ist. Lebensgefchichte der großen Helben und Heldinnen des Nihilis- eine und 68 Versammlungen. Weiter wurde in Ver Wien, 2. Januar.( B. H.) Die Pol. Corr." meldet aus mus finden. fammlungen 63 Rednern das Wort entzogen oder ihnen Konstantinopel, daß der Polizeiminister die umfassendsten Bor Der Sozialismus ist heut der einzige Faftor, ber die von vornherein das Sprechen verboten, dann wurden 32 Haussichtsmaßregeln getroffen hat, um etwaigen Ruhe Menschen mit jener unbegrenzten Singebung und völligen Unsuchungen vorgenommen, fechs Sozialdemoörungen anläßlich der griechisch armenischen Weihnachts bekümmertheit um die persönliche Sicherheit zu erfüllen vermag, traten ausgewiesen, neun Feste ganz und sechs Feiertage vorzubeugen. Die Polizei und Gendarmerie ist be= deutend verstärkt worden. die wir in allen Ländern immer wieder von Sozialisten bekundet e fte theilweise verboten. finden. Es ist eine bemerkenswerthe Erscheinung, daß wo wir Die Antwort auf diese Verfolgungen der Sozialdemokratie Lemberg, 2. Jan.( B. H.) Die Rartonagefabrit von Glomodi auf eine Bewegung stoßen, die wirklich den religiösen Bewegungen wurde vom arbeitenden Bolte Sachsens u a. durch die Wahl in Zamarstynow brannte vollständig nieder. Der Schaden ist zur Zeit der Reformation gleichfommt, es der Sozialismus ift, des Genossen Horn zum Reichstags Abgeord: fehr beträchtlich. der hinter ihr steht. Das ist der Fall in Rußland, in Deutsch- neten für Dresden Land und durch die sympathische Mailand, 2. Januar.( B. H.) Eine von einer unbekannten land, in Frankreich, in Amerika- überall. Aufnahme eines Flugblatts gegeben, das vorige Woche in ganz Frau bei dem Muñtlehrer Bazzoni gestern abgegebene Raffette, Eachfen verbreitet wurde und zwar in einer Auflage von welche angeblich Neujahrsgefchente enthielt, explodirte beim 750 000 Exemplaren. Deffnen. Bazzoni wurde an den Händen und im Geficht schwer In Genna wurde vorm Amtsgericht der Prozeß zu Ende verlegt. Die Staffette war mit Dynamit gefüllt. Der Attentäter im Laufe von zehn Jahren England in dieser Hinsicht seine geführt, der gegen 9 ligurische Sozialisten angeftrengt ift noch nicht ermittelt worden. Rom, 2. Januar.( W Z. B.) Der Justizminister begann Mit dieser Botschaft an die Sozialisten aller Länder ist war, weil sie das Ausnahmegesetz dadurch übertreten haben die Prüfung der nothwendigen Formalitäten betreffend die von sollen, daß fie aufgelönen Vereinen angehört hätten. Das Stepniat gestorben. Urtheil lautete für den Rechtsanwalt Ganepa, den Publizisten der deutschen Regierung nachgesuchte Auslieferung des Mosconi und den Student Vacca auf je 42 Tage Freiherrn v. Hammerstein. ( W. Z. B.) Das„ Reuter'sche Feftungshaft, für die Studenten Malfettano, Campart Bureau" meldet: Nach der Unterredung mit den Direktoren der Raviola, Catelazzo, Munialdi und Ghioni auf Chartered- Kompagnie theilte der Staatsfekretär für Kolonien, Die Frage, ob Diffidentenkinder vom Religionsunterricht 30 Tage. Chamberlain, mit, daß Sir Hercules Robinson heute Nachmittag in der Volksschule befreit sind, ist in Köln dieser Tage im be= von Kapstadt nach Bretoria abreise, um eine friedliche Beilegung jahenden Sinne entschieden worden. Das Schöffengericht Weil er der Polizei einen Wahlaufruf, den er durch zu fördern. Die Unterredung mit den Direktoren nabm einen hatte einen Dissidenten, der sein Kind den Religionsunterricht nicht besuchen ließ, freigesprochen, da die Verfassung Gewissens Blakatirung veröffentlichen ließ, nicht selbst vorgelegt hat, fol befriedigenden Verlauf. Nach der Konferenz mit Chamberlain freiheit garantire und in dem Zwang, die Kinder zum Religions- der Parteipenoffe Otto Burtholdt in Zittau angeb: telegraphirten die Tirektoren ihrem Geschäftsführer in Kapstadt 6 M. Strafe und benachrichtigten ihn, er möge Dr. Jamieson mittheilen, unterricht anzuhalten, ein Gewissenszwang liege. Die Sinats lich laut fiaatsanwaltschaftlichen Strajmandats anwaltschaft legte Berufung ein und stügte sich auf die bekannte berappen. Bisher ist, wie man uns schreibt, das Vorlegen der daß die Gesellschaft dessen Vorgeben tabele, und daß er un verurtheilende Entscheidung des Rammergerichts von 1893. Die Plafate bei der Polizei Cache des betreffenden Platalinstitute verzüglich nach dem Gebiete der Gesellschaft sich zurückChastammer verwarf die Berufung des Staatsanwalts und bel gewesen, defien Bisiger stadträthlich genehmigte Statuten habe. begeben müßte. Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: h. Glocke in Berlin. Trud und Verlag von Wing Bading in Berlin, " Die großen Fortschritte, die der Sozialismus in fo furzer Zeit in England gemacht, sind ein bemerfene werther Beweis de ungeheuren Spanntraft unserer Bewegung. Ich kann sagen, daß Blyfiognomie völlig verändert hat." Gerichts- Beitung. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Hierzu 1 Beilage. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 2. Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. Deffentliche Sigung vom Donnerstag, 2. Jan., nachmittags 5 Uhr. Die heutige erste Sigung des Jahres ist in erster Linie Der Erledigung einer Reihe geschäftlicher Angelegenheiten gewidmet. Dazu gehört diesmal auch die Einführung der im legten November wieder: bezw. neugewählten Stadtverordneten, sodann die Wahl des Bureaus, die Verloosung der Mitglieder in die Abtheilungen, die Festsehung der ordentlichen Sigungstage, die Beschlußfassung über die Neuwahl der ständigen Ausschüsse, über die Abordnung der Mitglieder in die Ver= waltungs- Deputationen und Ruratorien, über die Zutheilung der Stadtbezirke an die Mitglieder behufs der Ausführung von Recherchen über die in geheimer Sigung zu verhandelnden Gegenstände u. s. w. Den Vorsitz führt das älteste Mitglied der Versammlung, Stadtv. Reiß. Freitag, den 3. Januar 1896. 13. Jahrg. der Versammlung vor, sich grundsätzlich mit dem Bau einer solchen das die Verwaltung ihnen zu Neujahr zugedacht hatte. für 1200 Geistestrante bestimmten Anstalt einverstanden zu er- Schon vor gut 14 Zagen war den Angestellten die neue flären und die in dem mitvorgelegtem Verwaltungsprogramm Bedingung oftroyirt worden, daß sie jederzeit ohne Kündi betreffs der Organisation und der Art der Anstalt gemachten gung entlassen werden könnten. Man unterschrieb den neuen Borschläge zu genehmigen, zugleich aber den Magistrat um eine Dienstvertrag aber, ohne sich besonders Arges dabei zu denken. Vorlage wegen Erwerbes des Bauplages( der wenn irgend möglich Die Ueberraschung tam am Sylvestertage in Gestalt einer Zuschrift, im Süden oder Südwesten gelegen sein soll) und um eine weitere welche die Kündigung zum 1. Januar enthielt. Doch war in dent Vorlage wegen eines Bauprogramms nebft Stizze zu ersuchen. Entlassungsschreiben gleichzeitig die Mittheilung enthalten, daß Stadtv. Sanitätsrath Dr. Ruge referirt. Die Anstalt soll die Angestellten unter neuen Bedingungen, die sie im Romptoir nach der Ansicht des Ausschusses einheitlich von einem ärztlichen erfahren würden, in der Anstalt bleiben tönnten. Im Direktor geleitet werden, fie soll als Heil- und Pflegeanstalt ein- Stomptoir erfuhren die Angestellten denn auch bald, welcher Art gerichtet werden, und es soll in ihr nur eine Verpflegungsklasse die neuen Arbeitsbedingungen waren. Diese bestanden in nichts bestehen. Ohne Debatte wird der Ausschußantrag angenommen. Vom Stadtv. Rast wird darauf folgender Antrag begründet: Die Versammlung beschließt, den Magiftrat zu er suchen, mit der Eisenbahnbehörde darüber in Verhandlung zu treten, daß der vor der Chausseestraße nach der Gartenstraße unter dem Bahngeleise der Berlin Stettiner Eisenbahn zu erbauende Tunnel der artig angelegt werde, daß von diesem Tunnel aus eine Verbindung nach den Bahnsteigen der Vorort bahnen für den Personenverkehr hergestellt wird. Nach einer kurzen Erklärung des Stadtbauraths Sobrecht, der die Anregung des Antrages als eine dantensiverthe bezeichnet, der der Magistrat event. sofort entsprechen werde, gelangt der Antrag zur Annahme. weiterem, als in der Verpflichtung, fortan den Dienst nicht allein unter Ausschluß der Kündigung, sondern auch ohne jegliches Gehalt git versehen; sie sollen ihr Leben einzig durch die Bettelgroschen fristen, die ihnen von der Gnade des badenden Publikums als Trinkgeld zugeworfen werden. Das Gehalt war vorher schon gerade niedrig genug; die Bademeister waren z. B. mit 60 M. Monatslohn angestellt. Nach erfolgter Einführung werden bie wiedergewählten Aber mehr noch. Die Direktion muthete den Bademeistern Stadtverordneten vom Oberbürgermeister 3 elle auf ihre ferner noch zu, die Burschen, deren sie zur Beihilfe beim Wannenfrühere Verpflichtung verwiesen, die neugewählten, unter denen reinigen 2c. bedürfen, aus eigener Tasche zu be fich Dr. Stryd, Mundel, Peris, Goldschmidt, a hlen; sie sollen die jungen Leute als bei ihnen in sowie die sozialdemokratischen Stadtverordneten Dupont und Arbeit stehende Personen betrachten, für die sie dann auch den Jacobey befinden, durch Handschlag auf die Städte- Ordnung Arbeitgebertheil des Krantengelbes 2c. zu entrichten hätten. verpflichtet. Der Oberbürgermeister nimmt in seiner Der Noth gehorchend sind die betroffenen Angestellten vorläufig Ausprache Gelegenheit, auf die Kälte" hinzuweisen, welche der auf diese empörenden Bedingungen eingegangen, doch Landeshauptstadt aus der preußischen Volksvertretung entgegenherrscht unter ihnen nur die eine Meinung, daß sie unter den wehe; trotz der Thatsache, daß Berlin ein Siebentel aller Staats- In Sachen des seit drei Jahren schwebenden Projekts der neuen Verhältnissen verbungern tönnen. steuern aufbringe, bleibe es das Aschenbrödel der Volks- Verbreiterung der Potsdamerstraße ersucht der Mit dem Bau der Bade- Anstalt scheint der Verein der vertretung, die doch ihrerseits nur das Echo der Bevölkerung Magiftrat in Beantwortung eines Monitums der Versammlung Wasserfreunde, der noch von manchen alten Privilegien zehrt, fei, die sie vertrete. Dieser Kritik und dieser Abneigung gegen vom 16. Mai v. J., unterm 21. Dezember um eine weitere Frist glücklich alle modernen kapitalistischen Gepflogenheiten an über wollen wir erst recht weiter arbeiten, um durch unsere von drei Monaten zur Veranstaltung weiterer Erhebungen genommen zu haben, die auf möglichst gründliche Ausbeutung Leistungen uns die Achtung zu erzwingen, die wir beanspruchen namentlich mit dem Polizeipräsidium in betreff der Kostenfrage. Des Arbeiters und in diesem Falle besonders noch des badenden dürfen." Er erinnert dann an den Ausspruch Bennigsen's, Stadtv. Bortmann beschwert sich lebhaft über den Publikums hinausgehen. Denn was bedeutet der neue Arbeitsdaß das Bürgerthum bei uns nicht die Beachtung und Schneckengang diefer Angelegenheit, die schon drei Jahre lang vertrag anders als daß die Badegäste der reichen Gesellschaft die Würdigung habe, die es verdiene, er fordert auf, daß Berlin auf demselben Fleck stehe und jetzt wieder auf drei Monate, in Pflicht abnehmen sollen, den Angestellten den Lohn zu zahlen, als größtes Gemeinwesen des Bürgerthums vorangehe und Wirklichkeit aber damit viel länger verschoben werden solle. Dieses den die Direktion diesen vorenthält? In den Baderäumen ungerechtfertigte Anmaßungen zurückweise, nach denen der Bürger ewige Hinziehen der Sache stimme mit den schönen Eingangs- hängen Platate, welche besagen, daß das Personal nicht be. zahlen, aber nicht gelten soll.( Beifall.) Schließlich mahnt er worten des Oberbürgermeisters nicht überein. Auch sei ein Vertreter rechtigt ist, Trinkgelder zu fordern. Sollen diese Hinweise zur Einigkeit, auch zwischen Magistrat und Versammlung; was des Magistrats für den Gegenstand nicht vorbanden. Der Plan, hängen bleiben, oder werden sie durch andere ersetzt, in denen an der Behauptung, daß es im verflossenen Jahre daran ge- den Verkehr in der Potsdamerstraße durch den Bau einer Brücke die Direktion das Publikum darauf aufmerksam macht, daß die mangelt habe, wahr sei, möge im neuen Jahr begraben und ver- über den Kanal im Zuge der Köthenerstraße zu erleichtern, Badewärter verhungern müssen, wenn das Publikum sie gessen sein!( Lebhafter Beifall.) gehöre zu den allerunglücklichften. nicht ernähren werde? In der letzten Generalversammlung Stadtv. Virchow bezeugt, daß der jetzige Verkehrszustand des Vereins der Wasserfreunde war gegen die Geschäftsin der Potsdamerstraße unerträglich und die Passage an leitung der Vorwurf erhoben worden, sie habe insofern mehreren Stellen und zu verschiedenen Tageszeiten lebensgefähr leichtfertig gewirthschaftet, als sie für aufgenommene Gelder lich ist. Auch er wünscht die Sache endlich in lebhafterem Tempo den Maklern 1/2 pet. Provision gezahlt habe, wo sonst betrieben zu sehen. nur 1 pt. oder 1/2 pet. gegeben werde. Ferner wurde in der Nachdem Stadtv. Esmann für die Köthenerstraßen- Brücke Generalversammlung behauptet, daß den Bauunternehmern Ende eine Lanze gebrochen, wird die Sache auf Antrag Bortmann und Beckmann, welche Firma wesentlich an dem Neubau bes von der Tagesordnung abgefeht und beschlossen, den Magistrat theiligt war, ein faft doppelt so hoher Betrag gezahlt worden um Benennung eines Vertreters derselben zu ersuchen. sei, als ihn andere Unternehmer gefordert hätten. Schluß 7 Uhr. Nachdem die Versammlung auf Vorschlag des Alter3= präsidenten dem abtretenden Vorstande ihren Dank durch Erheben von den Gizen votirt hat, wird zur Wahl des Bureaus geschritten. Auf Antrag des Stadtv. Leo wird Dr. Langerhans durch Zuruf zum Vorsteher wiedergewählt und zwar einstimmig. Er nimmt die Wahl mit Dank an und gelobt, der in der einstimmigen Wiederwahl liegenden Anerkennung durch treues Erfüllen seiner Pflicht und Schuldigkeit in seinem Amte gerecht zu werden. Auf Antrag des Stadtv. Meyer werden auch der bisherige Vorsteher Stellvertreter Michelet, sowie die Beisiger durch Zuruf wiedergewählt und erklären die Annahme der Wiederwahl. weiter bestehen bleiben. " bas Tokales. Soll das neue Raubsystem, dessen sich die Direktion im Eins verständniß des Vorstandes den Angestellten wie dem Publikum gegenüber bedient, den Mitgliedern etwa den Beweis liefern, daß der Verein der Wasserfreunde auch sparsam zu wirth. fchaften im ftande ist? Damit ist die Versammlung wieder konftituirt, und der Bum Fall Friedmann bringt das„ Kleine Journal", des be fich längere Zeit der Mitarbeiterschaft des Einen klassischen Reporterftil leistet sich das hiesige Vorsteher Dr. Langerhans eröffnet die Verhandlungen mit einem dreimaligen Hoch auf den Kaiser, in welches die Ver- fannten Rechtsanwalts erfreute und auch sonst durch persön- Depeschenbureau" Herold", das gestern folgendes Telegramm den fammlung einstimmt. Die sozialdemokratischen Mitglieder sind liche Beziehungen seines Chefredakteurs mit den Privatverhält Beitungen auſtellte: bei diesem Atte im Saale nicht anwesend. niffen des Flüchtlings vertraut war, eine sehr tompromittirende Wien, 1. Januar. Sämmtliche Blätter geben in ihren Für die ordentlichen Sigungen wird auch für 1896 der Mittheilung. Das Blatt schreibt: Die Flucht des Rechts- farblos gehaltenen Neujahrsbetrachtungen lediglich einen Rück anwalts Dr. Frizz Friedmann wird immer begreiflicher. blick auf die Ereignisse des verflossenen Jahres und geben der Donnerstag bestimmt. Tages wurden wieder neue Hoffnung Ausdruck, daß das neue Jahr die dunklen Für die Zusammensehung der Ausschüsse wird Im Laufe des gestrigen auf Antrag Meyer ein besonderer vorbereitender Ausschuß von Thatsachen ruchbar, welche ein trauriges Licht auf den Puntte sowohl in der inneren wie in der äußeren Politit 15 Mitgliedern niedergefeht. Diejenigen besonderen Ausschüsse, hat sich nämlich herausgestellt, daß Friedmann tiefen Fall des ehemaligen Vertheidigers serfen. Es durch gegenseitiges Entgegentommen mildern welche im Vorjahre ihre Arbeiten nicht erledigt haben, sollen Wechsel gefälscht hat, und zwar in der vorläufig ton auch oder ganz verschwinden lassen möge. Die durch gegenseitiges Entgegenkommen vom neuen Jahre Der Magistrat beantragt bei der Versammlung, zu beschließen, statirten Höhe von 20 000 W.; doch ist es natürlich nicht aus- gemilderten dunklen Punkte- großartig! daß der Hotelbefizer Wilhelm Schwarz, Invaliden geschlossen, daß noch weiteres Material nach dieser Richtung zu Die Sylvefternacht ist nach allen eingegangenen Berichten straße 84-85, auf grund der bezüglichen Gefeßesbestimmungen tage treten wird. Einer dieser Wechsel wird heute( 2. Januar) fo rubig wie nie vorher verlaufen. Das Treiben auf den Straßen für drei Jahre der Ausübung seines Rechtes auf Theil brecherischen Machinationen aufgedeckt werden würden, und um feit und auch von der Schuhmannschaft wird berichtet, daß sie fällig. Dr. Friedmann wußte, daß am heutigen Tage seine ver- überschritt fast nirgendwo den Rahmen wohlanständiger Fröhlichnahme an der Verwaltung und Vertretung Beit für seine Flucht zu gewinnen, hat er schon vor 14 Zagen mit verhältnißmäßig wenig Schneidigkeit ihres Amtes gewaltet der Gemeinde für verlustig erklärt und um ein Berlin verlassen. Achtel stärker als die übrigen Gemeindeangehörigen zu den Gemeindeabgaben herangezogen werde. Ueber ein sehr bezeichnendes Geschäftsgebahren des verflossenen babe, so daß es nur in 32 Fällen zu Siftirungen gekommen sei. um Mitternacht sperrte die Polizei die Friedrichstraße vom Herr Schwarz ist von der Direktion der Verwaltung der Rechtsanwalts weiß die„ Berliner Zeitung" zu melden. Bei Bahnhof bis zur Charlottenstraße ab; ob eine solche Maßnahme Herr Schwarz ist von der Direktion der Verwaltung der Uebernahme einer neuen Sache ließ Friedmann gewöhnlich durch im Interesse der Ruhe und Ordnung nothwendig war, mag direkten Steuern zum Mitglied der Voreinschätzungskommission für 3 Jahre ernannt und davon am 10. Oftober 1894 in blicken, daß er in guten Beziehungen zu den maßgebenden richter: Kenntniß gefeßt. Er hat sich den Pflichten dieser Mitgliedschaftlichen Beamten und dem Staatsanwalte stehe. Ein Beispiel billig zu bezweifeln sein. Die Herrschaften, die sonst der Neufortgefeht entzogen, obwohl ihm gefeßliche Gründe dafür nicht eigener Art bietet hierfür der bekannte Fall Treuhers. Der Wucherer jahrsnacht ihr überscharfes Gepräge gaben, scheinen sich diesmal zur Seite ftanden. Infolge feines eigenthümlichen Verhaltens Treuherz stand zu Friedmann schon früher in engerer Beziehung, so erst am Morgen hervorgewagt zu haben, als unter weitläufiger polizeilicher Absperrung das Neujahrswecken und die sonstigen hat sich ein umfangreicher Schriftwechsel entsponnen; in einer daß die prekäre Situation des Treuherz dem Strafgeseze gegenüber militärischen Schauspiele vor sich gingen. Doch soll es auch hier Von Wilhelm II. Antwort des Herrn Schwarz auf eine Zuſchrift der Steuer- Friedmann längst bekannt war. Treuberz ging bereits im nicht zu Ausschreitungen gekommen sein. Deputation des Magistrats an ihn findet sich folgender be- verlassen und nach England zu gehen. Seine Geliebte, welcher Generälen eine Rede unbekannten Inhalts gehalten habe, nachher Sommer des Jahres 1894 mit dem Plan um, Deutschland zu melden die Lokalberichterstatter, daß er im Zeugbause vor den zeichnende Paffus: Außerdem wird mir der Magiftrat wohl nicht zumuthen er zu Lebzeiten seiner schwerkranken Frau öffentlich die Ehe ver wollen, bei einen jährlichen Einkommen von 7000 M., wofür ich sprochen, sollte zu diesem Zwecke englischen Unterricht nehmen. sei er den( abgesperrten) Weg nach dem Schlosse zu Fuß zurückSteuern zahler muß, bei Schlafburschen, die im Keller Auf Friedmann's Rath blieb indeß Treuherz in Berlin. Als der gegangen. Die neue Radfahr- Ordnung, welche den größten Theil oder auf Böden wohnen und noch nicht mal 4 Mart Wucherer verhaftet worden war, versprach ihm Friedmann auf grund seiner Bekanntschaft mit dem Staatsanwalt Strähler, der Berliner Straßen freigeben soll, wird hiesigen Blättern zus Steuern zahlen fönnen oder wollen, herumzufriechen. Die Freisprechung, sorgte auch dafür, daß Treuherz die folge in den nächsten Tagen publizirt werden. Die Fahrordnung Tort holt man fich eventuell noch Ungeziefer oder möglichste Bequemlichkeit im Gefängnißfe hatte und und ließ soll erst formulirt sein, nachdem die maßgebenden amtlichen Krankheiten. Alle Monate ziehen ein paar Schlafburschen zu, fich gleich einen bedeutenden Honorarvorschuß geben. Er Persönlichkeiten mit einigen Sportsleuten eine Ronwo ich jedesmal mit dem Aktenbogen hinterherlaufen möchte, wußte den Treuberz so in Sicherheit zu wiegen, daß der lettere ferenz abgehalten hatten. Die Polizei hat sich hier also zu wofür ich dann noch unliebſame Redensarten zu hören bekomme. Zu diesen Sachen giebt es wohl noch Leute genug, die noch acht Tage vor seiner Verurtheilung an seine Geliebte einem wesentlich anderen Verfahren verstanden, als es in Fällen noch nicht ein Gintommen von 3000 m. haben und die schrieb, er hoffe das Fest seiner Haftentlassung bald mit ihr bei beliebt wird, welche die Arbeiterschaft angehen. Plant die Besowohl geschäftlich nichts versäumen, als auch mit der Gesundheit Kempinski zu feiern. Trotz alledem wurde, was für jeden in hörde hier etwas neues, so werden die Interessenten bekanntlich befangenen zweifellos war, der Wucherer verurtheilt. Friedmann nicht vorber befragt. Freilich handelt es sich in diesen Dingen beffer bestellt sind." Herr Schwarz hat sich allen Vorstellungen, auch dem Hin- bezog sein Honorar und versprach dann, seinen ganzen Einfluß auch immer um Beschränkungen und nicht um Erleichterungen weis auf die event. Strafmittel gegenüber unzugänglich erwiesen aufzubieten, daß Treuhers schon nach einem Jahre begnadigt des freien Verkehrs. werde." Das ist start. und ist auf keine der goldenen Brücken getreten, die ihm die Ueber eine merkwürdige Eisenbahnfahrt meldet ein Ueber Dr. Frizz Friedmann hat der Vorwärts" berichtet, Berichterstatter: Daß etwa 50 Personen ohne Fahrkarten eine Steuerdeputation bauen wollte. Die Bersammlung hat zuerst in geheimer Sitzung über die daß derselbe vor mehreren Jahren" Vorfizender des Vereins ganze weite Strecke auf der Eisenbahn fahren dürfen, sogar mit Cache berathen, dann aber beschlossen, darüber in öffentlicher Waldeck gewesen ist. Auf ihre Anfrage wird der Freis. Stg." Wiffen des Stations- und Zugpersonals, ohne dafür Gizung zu verhandeln, um dem Verächter der Pflichten gegen dies dahin bestätigt, daß Dr. Friedmann vor 11 Jahren, nämlich Strafe zahlen zu müffen, diefer Fall, der auf preußischen das Gemeinwesen die härteste Strafe aufzuerlegen, die ihn über- für das Vereinsjahr 1883/84 Vorsitzender des Vereins gewesen, Staatsbahnen wohl nicht oft vorkommen dürfte, hat sich gestern haupt treffen könne, die öffentliche Erörterung seines Verhaltens. aber alsdann nicht mehr bei der Wiederwahl in Frage ge- Morgen wenige Stunden nach Beginn des neuen Jahres auf In diesem Sinne erstattet Stadty. La de wig das Referat; er fommen ist. In derselben Zeit soll auch Friedmann für kurze der Bahnstrecke Stargard- Stettin- Berlin ereignet. A13 der empfiehlt, dem Magistratsantrag troß seiner verhältnißmäßigen Beit Stadtverordneter gewesen sein. Diese kurze politische betreffende Bug um 4 Uhr 39 Min. von Stargard bereits abs Thätigkeit vor elf Jahren liegt also, wie die Freis. 31g." be- fahren sollte, stand die ganze Menge der Fahrgäste, wie gesagt Milde zuzustimmen. Stadtv. Leo: Soweit ich in der Seele des Herrn merkt, noch vor der Lebensperiode Friedmann's, welche mit seiner ca. 50 Personen, noch immer vor dem Billetschalter des Bahnhofs Schwarz zu lesen vermag, dürfte er den Hinweis auf die harte jebigen Flucht ein Ende erreicht hat. Ueber jene feine frühere und wartete der endlichen Deffnung desselben. Doch Strafe der öffentlichen Verurtheilung seines Verhaltens mit den politische Thätigkeit und Parteizugehörigkeit soll Friedmann vergeblich! Die Schalterjalouste blieb trotz des heftigsten Worten charakterisiren: Wat ick mir davor foofe!( Seiterfeit.) später in der Zukunft" felbft gespottet haben. Klopfens und tot aller drastischen Zornesausbrüche verschiedener Man soll mit jedem die Sprache reden, die er versteht. Herr Der Verein der Wasserfreunde hat bekanntlich im August Fahrgäste fest geschlossen. Denn der Herr Schalterbeamte, der Schwarz dürfte es viel besser verstehen, wenn wir ihn, wozu uns dieses Jahres in der Kommandantenstraße eine neue Badeanstalt beim Berlassen des Dienstes stets die Schlüssel zum Schalter zu das Gesetz berechtigt, statt um ein Achtel um ein Viertel zu den eröffnet, die sich wohl das größte Institut dieser Art in Berlin sich steckt, batte jedenfalls die Sylvesterfeier noch nicht ganz Steuern höher heranziehen, und darum beantrage ich den höheren nennen kann. Die Anstalt schien auf Popularität rechnen zu überwunden und war nicht erschienen. Und da er auch so schnell Giraffazz! tönnen, da es allgemein hieß, daß der Verein der Wasserfreunde nicht herbeizuholen war, der Zug aber nicht länger warten durfte, Der Antrag 2 e o wird unter Heiterkeit und Bewegung fast eine zu humanitären Zwecken gebildete Gesellschaft sei, die in blieb dem Stationsvorsteher schließlich nichts weiter übrig, als die einstimmig angenommen und mit dieser Aenderung der teiner Weise darauf ausgebe, Kapitalien anzufammeln und Profite fänmtlichen Fahrgäfte ohne Billets einst eigen zu lassen, an erhaschen. mit der Anweisung an den Zugführer, in Stettin zu veranlassen, Megistratsantrag. Der Ausschuß, welcher sich mit der Vorlage wegen Errichtung Dieser Ansicht waren auch die Angestellten der Gesellschaft. daß sie dort ihre Fahrkarten unbehelligt nachlösen könnten. So einer dritten städtischen Jrrenanstalt befaßt hat, schlägt Um so mehr waren die Leute durch ein Geschenk überrascht, wurden denn auf dem Stettiner Bahnhof die betreffenden Fahrs " " " gaste von einem Beamten des ZugcS zu dem Billetschaffner de- gleitet, bei dem es dann erst der genauesten Aufklärung bedurfte, ehe er die ganze Schaar ohne Billets vom Bahnsteig hinunter- ließ. Die Betheiligten aber befanden sich infolge dieser Weit- läufigkeiten zum Theil in einer so„animirten" NenjahrSstimmung. daß unterwegs in dem einen Koupee sogar eine kleine Prügelei entstand, die aber plötzlich ein jähes Ende dadurch fand, daß einer der Leute unbemerkt den— Bremshebel herumriß und darauf der Zug mit einem schrillen Pfiff der Lokomotive mitten auf der Strecke zum Stehen kam. Bei der Untersuchung der Koupees durch das Zugpersonal wurde der Thäter alsbald er- mittelt und wird nun zu all' den übrigen Unannehmlichkeiten dieser Neujahrsreise noch eine gehörige Strafe zu gewärtigen haben. Auf dem Terrain dcö Stettiner Bahnhofs ist die Eisen- bahn-Direktion damit beschäftigt, in der Fluchtlinie der Earten- straße einen Güterschuppen zu errichten, der von der Höhe der Jnvalidenstraße bis zum Garienplatz ein einziges lang- gestrecktes Gebäude, mit davor liegender bis zur Liesenstraps reichenden Mauer darstellt. Durch dieses Gebäude wird den zahlreichen in der Nachbarschaft wohnenden Beaniten und Arbeitern der direkte Zugang zu dem Bahnhof abgeschnitten; es hat daher ein Komitee von Interessenten an den Minister der öffentlichen Arbeiten ein Gesuch gerichtet, in welchem der Minister ersucht wird, der Bauverwaltung des Stettiner Bahn- Hofes anzubefehlen, durch das im Bau begriffene Güter- Expeditionsgebäude von der Gartenstraße her einen Zu- und Aufgang zum Bahnhof für die Eisenbahn-Bediensteten und einen Eingang zur Güter- Abfertigungsstelle und Kasse für die bethei» ligten industriellen Kreise zu schaffe». DaS Terrain der Domäne Dahlem soll in weitestem Umfange öffentlichen Unternehmungen dienstbar gemacht werden. Nachdem bereits 42 Morgen für die Koch'sche» Institute und 16 Morgen für daS mit den Instituten in Verbindung zu bringende Kreis-Krankenhaus abgesteckt sind, sind nunmehr auch die Pläne für den neuen Botanischen Garten fertig- gestellt. Der Garten wird sich vom Fichtenberg bei Steglitz an Neu-Lichterfelde vorüber bis etwa IM Meter vor die nach Dahlem führende Kirch-Allee hinziehen, die südwest- liche Grenze wird eine gerade von der Potsdamer Chaussee bis zum Dorfe Dahlem führende Linie bilden. Ferner ist für die Sternwarte, die zwischen der Kirch-Allee und dem Dorfe Dahlem belegene Anhöhe in Aussicht genommen, von welcher ans bei klarem Wetter das Observatorium auf dem Brauhausberg bei Potsdam sichtbar ist. Auch verlautet, daß auch die Thierärztliche Hockjschule die Ueberlassung eines Terrains beantragt hat, und endlrch soll auch daS Nother-Stift, das bekanntlich sein Heim in der Belle-Alliancestraße verkaust und vorläufig in der Kreuzberg- straße ein HauS gemiethet hat, hier einen Neubau beabsichtigen. Selbsthilfe der Schorufteinfeger. Auf zwei falsche Schornsteinfeger wurde am Sylvesterabend in der Urbanstraße Jagd gemacht. Die beiden hallen, jeder in ein schwarzes Arbeitskostüm gekleidet, eine Gratulationstour durch die Häuser am Kottbuser Damm unternommen und in zahlreichen Fällen auch die üblichen Neujahrsgeschenke erhalten. Als den nach einiger Zeit kommenden Schornsteinfegern, die dort das Schorn- steinkehren thatsächlich besorgen, hiervon Mittheilung gemacht wurde, begaben sie sich sofort an die Verfolgung der falschen Bernfsgenossen, die in einer Destillation betroffen wurden und beim Anblick ihrer Verfolger wild davonstürmten. Der eine der falschen Schornsteinfeger entkam nach einem Neubau, von wo aus seine Spur nicht weiter aufzufinden war; dem anderen wurden die erschwindelten Gratulationsgelder etwas unsanft ab- genommen. Die Nichtbeleuchtung der Treppe» während der Morgenstunden hat, wie man allenthalben hört, in letzterer Zeit wieder zahlreiche Unfälle verursacht, wenn auch die Folgen meist verhältnißmäßig leichter Natur gewesen sind. Eine Aenderung zum besseren wird freilich nicht eher eintreten, als bis die Hauswirthe auf grund gerichtlicher Entscheidung ver- pflichtet werden könne», auch morgens, wenigstens von 6 Uhr ab, die Treppen zu beleuchten. Das Kaiinnergericht hat aus Anlaß eines Spezialfalles jüngst ausgesprochen, daß der Haus- wirth, gleich wie er zum Schließen des Hauses abends 10 Uhr verpflichtet sei, auch für die Oeffnung morgens 6 Uhr zu sorgen habe. Analog dieser Entscheidung' müßte ihn auch die Ver- pflichtung zweimaliger Beleuchtung treffen. Die Berliner Packetfahrt-Gesellschaft thut in eine», an uns gerichteten Schreiben sehr empört über unseren Vorwurf ge- schäftlicher Unverfrorenheit. Uns dünkt, ohne besonderen'Gruud. Die Thatsache, daß ein Brief angenommen und mit entwertheter Marke als nicht bestellbar zurückgegeben wurde, giebt sie zu, fugt aber bei. daß aus Verlangen stets der Portobetrag zurückbezahlt werde. Wir halten dafür, es sei ihre Aufgabe, gleich- zeitig mit dem Briefe den Betrag zurück» zusenden, und wenn sie für künftig eine solche Anordnung erläßt, wird sie nur thun, was ihre Geschäftskunden zu verlangen das Recht haben. Die Berliner Pserdebahn-Gesellschaft wird sich kein Geschäft zum Muster nehmen, das auf rücksichtsvollen Ver- kehr mit dem Publikum Werth legt. Ei»„Lehrer der Dicbesknnst", der bereits mit Zucht- Haus vorbe st raste„schwarze Karl", der 26 jährige Schlosser Karl Florian ist am Neujahrstage in Haft genommen worden. Der sonst sehr vorsichtige Dieb, welchem unsere Kriminalpolizei nur sehr schwer beikommen kann, wurde am Neujahrstage dabei abgefaßt, als er einem Drehorgelspieler ein Portemonnaie mit 4 M. Inhalt aus der Tasche zog. Der den Burschen nach der Polizeiwache sistirende Kriminalbeamte vernahm plötzlich das Fallen eines Gegenstandes auf dem Bürgersteige und hob— eine goldene Damen-Uhr, die der Gefangene soeben fortgeworfen hatte, auf. Diese Uhr gehörte, wie alsbald ermittelt wurde, dem in der Marienstraße wohnenden Heilgehilfen L.. welcher ain 29. v. M. bestohlen worden war. Der That verdächtig war der 17 jähr. Lehrling des L., der anfänglich jede Schuld bestritt und erst vorgestern durch die Festnahme des„schwarzen Karl" überführt werden konnte. Der junge Mensch, der Sohn achtbarer Eltern, war vor einigen Wochen in eine berüchtigte Kneipe verschleppt worden und hatte dort de»„schwarzen Karl" kennen gelernt. Der Verbrecher halte in dem Lehrling ein seinen Zwecken ge- fügiges Werkzeug gefunden und er überredete den jungen Mann zn einer Diebesthat. Der„schwarze Karl" verabredete nun mit dem Burschen, den Prinzipal zu bestehlen; am 29. v. M. abends war der Lehrling allein in, Geschäft und nun erschien der Ver- sucher, um unter Beihilf« des von ihin Verführten einen Schrank zu erbrechen, in welchem sich die werthvolle Uhr und IM M. baares Geld befanden. Der junge Mensch erhielt an Ort und Stelle seinen Lohn, 75 M., wahrend der„schwarze Karl" es vor- zog, die Uhr zu behalten.— Von dem gestohlenen Gelde wurde bei dem Lehrling sowohl wie bei seinem Auftraggeber und Lehrer nicht viel gesunden. Vom Kasernenhofe. Wegen Insubordination hat sich der Rekrut Beil von der 7. Kompagnie des Kaiser Alexander» Regiments eine schwere Strafe zugezogen. Vor fünf Wochen übten die Rekruten der 7. Kompagnie auf dem Kasernenhofe Gewehrgriffe. Die Aufsicht führten zwei Offizier« und ein Vize- Feldwebel. Der Gefreite Himmel, der als ausbildender Unter- osfizier Dienst that, ließ den Rekruten Beil einen Griff, den er schlecht gemacht hatte, wiederholen. Beil aber warf dem Gefreiten sein Gewehr vor die Füße. Himmel wollte den Mann nicht gleich unglücklich machen und rief ihm halb verweisend halb mahnend zu:„Beil, sind Sie denn blöd- sinnig geworden I" Der Rekrut erwiderte:„Zu Befehl. Herr Ge» sreiter, ich bin beim Militär blödsinnig geworden." Diese Ant- wort hatte der die Aussicht mitsührende Vizeseldwebel gehört. Er trat heran und fragte den Rekruten:„Was haben Sie soeben dem Gefreiten gesagt?" Beil wiederholte seine Antwort. Man rief nun den Kompagniechef. Haupt- mann v. Leper. herbei. der den Rekruten auf grund seiner Aeußerung, daß er blödsinnig geworden sei, und seines Verhaltens gegenüber dem Gefreiten als krank durch zwei Mann sofort nach dem Garnison-Lazareth I in der Scharnhorst- straße führen ließ, wo er auf seinen Geisteszustand untersucht und zugleich als Untersuchungsgefangcner gehalten wurde. Die Aerzte erkannten auf grund erncr längeren Beobachtung, daß Beil geistig vollkommen gesund ist. Infolge dessen fand am Montag, den 23. Dezember, gegen den Rekruten die kriegs- gerichtliche Hauptverhandlung statt. Das Kriegsgericht verurtheilte Beil zu einer schweren Festungsgesängnißslrafe. Der Unglückliche wurde am Freitag nach Spandau abgeführt. Bei verschiedenen Truppcntheilcn ist in den letzten Tagen eine gründliche Durchsuchung der Spinden, Betten und K a st e n aller Untcrosfiziere und Mannschaften durch die vorgesetzten Offiziere erfolgt. Es handelt sich bei dieser Durch- suchung lediglich darum, ob die Mannschasten im Besitze ver- bot« i, er iiamentlich aber sozialdemokratischer Schriften, Zeitungen oder ähnlicher Lektüre sind. Ob Fälle von Beschlagnahmungen dieser Art vorgekommen sind, entzieht sich bis jetzt unserer Kenntniß. Solche Durch. suchungen finden übrigens mehrmals im Jahre statt, da sie»ach einer vermuthlich kriegsministeriellen Verfügung vorgeschrieben .sind. Gewöhnlich geschieht dies wenige Wochen nach Einstellung der Rekruten in das Heer. Tobt wurde am Sylvesterabend gegen 6 Uhr ein unbekannter Mann im Thiergarten auf einer Bank am Goldfischteich auf- gefunden. Der Mann hatte sich aus einem Revolver, der, noch mit fünf Patronen geladen, nebe» der Leiche lag. eine Kugel in die linke Schläfe gejagt. Der Todte scheint ein Handwerker gewesen zu sein, zur Feststellung seiner Persönlichkeit fehlt es jedoch vorläufig an jedem Anhalt. Von seiner eigenen Fran ist der in der Rosenstraße zn Ripdorf wohnhafte Arbeiter Karl Wenzel bei der Polizei wegen angeblicher Sittlichkeitsverbrechen dcnunzirt worden, worauf W. am Neujahrstage verhaftet und in das Amts- gefängniß eingeliefert wurde. W. bestreitet bisher jede Schuld und will das Opfer eines Racheaktes geworden sein. Ans der Straße gestorben. Am Donnerstag Vormittag brach die 81 Jahre alte Wittwe Louise Wilhelmine Hersurth. Bergstraße 129 in Rixdorf wohnhaft gewesen, auf der Richard- straße plötzlich todt züsammen. Ein Herzschlag hatte dem Leben der alten Frau ein Ende gemacht. In selbstmörderischer Absicht stürzte sich in der Nacht vom Montag zum Dienstag die 25 Jahre alte Ehefrau des Kassenboten G. in Rixdorf aus einem im vierten Stockwerk belegenen Flurfenster des Hauses Hermannstr. 35 in den Hof hinab. Dort wurde sie bald darauf mit gebrochenen Beinen und anderen schweren Verletzungen aufgefunden und nach ihrer Wohnung gebracht, wo sie nach ca. 2 Stunden unter entsetzlichen Qualen verstarb. Schwermnth soll das Motiv der traurigen That gewesen sein. WittcrnngSiibcrsicht vom S. Januar Wetter-Prognofe für Freitag, S. Januar 18S6. Etwas gelinderes, vorwiegend trübes Wetter mit Schnee- fällen und schwachen südwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Evflvv Vevbrntdskttg dvv deutschen Skuckuteure und G�psev in Nussel. Die Verhandlungen begannen am 27. Dezember. Anwesend waren 19 Delegirte, welche 18 Filialen vertrete», sowie zwei Mitglieder des Vorstandes und 1 Mitglied des Ausschusses. Der Vorsitzende Odenthal erstattete zunächst den Geschäftsbericht. ebenso der Kassirer den Kassenbericht. In der Generaldiskussion werden lebhaste Beschwerde» laut, welche sich meist mit der Lau- heit der einzelnen Filialen sowie der Mitglieder beschäftigen. Es folgt die Wahl der Rechnuiigsprüfungs-Kommissio». Nachmittagssitzung. Zum Situationsbericht berichtet zunächst Odenthal über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse in Köln. Dieselben sind annähernd zufriedenstellend. ebenso die Organisation. Durch einen im Jahre 1893 ausgebrochenen Lohnkampf ist auch das System der Schwitzmeistcr bedeutend ciiigeschränkt worden. S i t t e n f e l d legt die Arbeitsverhältnisse in Hamburg seit der Cholerazcit klar; die Situation war keine günstige. Die Arbeitszeit beträgt jetzt im Winter 6Vl Stunden. Schäfer-Leipzig führt aus, daß Lohn- und Arbeilsverhältnisse ziemlich normale seien; ein statistischer Bericht legt das nähere klar. Ueber Düsseldorf weiß Odenthal nicht besonders erfreuliche Mitlheilungen zn machen; dasselbe gilt von Duisburg u. f. w. H u s z i g e r sagt, in Bochum sind die Verhältnisse ungünstig, für die Organi- sation sind keine Vortheile zu erringe», die Hessen- Nassauer kommen im Frühjahr als Preisdrücker. Groll- Essen berichtet, daß die dortigen Verhältnisse besonders in der Arbeitszeit skandalöse sind. Die Organisation läßt zu wünschen übrig. S i t t e n f e l d schildert dazu grauenerregende Zustände. Buck-Dresden giebt durch seinen Bericht ein klares Bild über die Arbeitsverhältnisse, theils ist eine neunstündige Arbeits- zeit eingeführt. Die Löhne sind normal. Der nächste Sommer wird einen Lohnkampf bringen, uin die neunstündige Arbeitszeit einzuführen rcsp. festzuhalten, zuviel dürfe man nicht wagen, um nicht zu schaden. Ditelins-Nürnberg giebt ein allge- meines Situationsbild, welches sich in nicht glänzendem Lichte zeigt, jedoch eine Besserung mit Bestimmtheit erwarten läßt. Lebensmittel sind theuer. Rappeneker-Freibnrg: Die Verhältnisse waren früher ungünstig; durch Anschluß des Lokal- Vereins a» den Verband sind bessere Lohn- und Arbeitsverhältnisse erzielt. Lehrlingsausbeutnng ist an der Tagesordnung. Odenthal erläutert dazu, daß grade in M.-Gladbach traurige Zustände herrsche», eine Aufbesserung sei dringend nölhig. Salz er- Duisburg-Mühlhausen-Oberhausen: Die elfstündige Arbeitszeit ist vorherrschend. Löhne sind schwach. Die Organisation läßt zu wünschen übrig. Gerhardt- Elberfeld: Es existirt neun- einhalbstündige Arbeitszeit. In einem Geschäft wird 14 Stunden gearbeitet. Die übrigen Verhältnisse sind normal. Eine stramme Organisation der Arbeiter ist hochnöthig. Der Allgemeine Ar- beiterverein hat alle Gewerkschaften vernichtet. Allgemein wird Klage über die Mißstände im Baugewerbe geführt und Abhilf« dringend dafür verlangt. B u ck stellt hierzu einen bezüglichen Antrag in Aussicht. Steffen entrollt«in trauriges Bild über die Verhältnisse der Kasseler Stuckateure, eine Besserung ist bei der Lauheit der Kollegen nicht vorauszusehen. Odenthal giebt in ironischer Weise seiner Meinung über das Verhallen der Kasseler Stuckateure Ausdruck. V o r m i t t a g s- S i tz u n g v o m 28. D e z e n> b e r. Vor Eintritt in die Verhandlungen wird ein Begrüßungs-Telcgramm verlesen. Zur Tagesordnung steht Organisation und Agitation. S i t t e n f e l d kann sich mit Ausbringung der Mittel durch Marken nicht einverstanden erklären. Gerhardt spricht für Aufstellung von Agitationsbezirken. Ditelius erläutert die Schwierigkeiten der Agitation in Süddeutschland. B n ck ist gegen daS System der Agitationsmarken. Zur Betreibung der Agitation seien nicht immer weitläufige Kommissionen nöthtg. Odenthal konstatirt, daß der Haupt- Vorstand die AgilationSkommissionen des öfteren mit Mitteln uuterstützen müßte. Man müsse den Ehrgeiz der Kollegen zur Entnahme von Marken zu wecken suchen. Sittenfeld bittet, die Agitationskommission in Köln wegen der dort an» sässigen fähigen Kollegen zu belassen.— Nach längerer Diskussion gelangt folgend» Resolution zur einstimmige» Annahme:„Der erste Verbandstag der Stuckateure u. f. w. erklärt sich im Prinzip mit der Schaffung von Agitationskommissione» einverstanden und hält es für nolhwendig, daß überall dort Agitationskommissionen gegründet werden, wo durch das Zusammenliegen von Städten und Orten, in denen Kollegen beschäftigt sind, ein Erfolg für die Organisation zu erwarten ist. Er�verpflichtet aber die organi- sirten Kollegen in allen Städten, daß mit den Kollegen in den nächstliegende» Orten Verbindungen angeknüpft werden zwecks Ausdehnung des Verbandes."— Ein Antrag: den Vor- stand zu beauftragen, zu geeigneter Zeit zwecks Betreibung von Agitation mit dem Verband der Maurer einen Kartellvertrag abzuschließen, findet einstimmige Annahme. Hierauf wird in die Slatutenberathung eingetreten, und findet über die gestellten An- tröge zunächst eine Generaldiskussion statt, welche sich nament- lich mit dem Unterstützungswescn beschäftigt. Zur Frage der Arbeitslosen-Unter stütz un g bemerkt Odenthal, daß in Köln ein städtischer Arbeitsnachweis ein- geführt sei, welcher eine ArbeitSlosen-Unter- stützung einführen will, zu welcher ei» Großindustrieller 19 009 M. gestiftet habe.— Eine Resolution, welche Stellung zur Arbeitslosen-Unterstützung»immt und hierzu die Ausnahme einer weitergehenden Berufsstatistik fordert, findet einstimniige Annahm«. GevWikA-Teilung. Die erste„Jnristin" in Berlin. Ende deS abgelaufenen Jahres ist Frau Dr. zur. Emilie Kempin, Privatdozentin für englisches und amerikanisches Recht an der Universität Zürich, in Berlin vor dem Amtsgericht I als Sachkundige für Ueber- tragung der englischen Rechtssprache ins Deutsche und umgekehrt für sämmtliche Gerichte der Mark Brandenburg vereidigt worden. Die Genannte, welche früher Dozentin der Rechte an der Universität der Stadt New-Zork und dort mehrere Jahre als Advokatin thätig war, hat sich in Berlin nieder- gelassen und Unter den Linden 40 ein englisch-amerikanisches Rechtsbureau für Auskunst über Fragen des englischen Rechts, Instruktion bei Prozessen in den Vereinigten Staaten und Stachlaßregulirungen eröffnet. Wie sehr sich die Frage: ob Kassenärzte oder freie Arztwahl? unter den Belheingte» zugespitzt hat, zeigt eine An- klage wegen Beleidigung, die gestern den Dr. meä. Karl W o l l h e i m vor die 9. Strafkammer des Landgerichts l fübrte. Der Angeklagte, der früher fest angestellter Kassenarzt war, er- ließ im Sommer v. I. ei» Flugblatt„An die Delegirten der Orts-Krankenkasse der Maschinenbauer", durch welches die jetzigen Vorstandsmitglieder der Orts-Kranken» lasse beleidigt sein solle». In dem Flugblatt wurde ausgeführt, daß unter dem neuen System der freien Arztwahl die früher so gut sundirte Kasse in vollem Niedergang begriffen sei, in zwei Jahren etwa 400 000 M. eingebüßt habe und bald auf dem Standpunkte eines bankrotten Kaufnianns angelangt sein werde, während die Verwaltung nicht gedarbt habe, die Ver- waltungskosten vielmehr erheblich gestiegen seien. Der An- geklagte erklärte, daß er mit dem Flugblatte nicht nur sein» eigenen, sondern auch die Interessen der Orts-Krankenkasse habe wahrnehmen wollen und daß die in dem Flugblatte angeführten thalsächlichen Verhältnisse der Wahrheit entsprechen. Rechts- anwalt Dr. G. Becker beantragte, den Vertreter der Gewerbe- deputation. Magistratsassessor Dr. B l a n k e n st e i n zu laden, um durch diesen die Behauptungen des Flugblattes bestätigen zu lassen. Der Gerichtshos entsprach diesem Antrage und vertagte die Verhandlung. Die Moral in den durch„Bildung und Besitz" maß« gebenden Gesellschaftsschichten wird durch zwei in voriger Woche vor dem Kammergericht verhandelte Prozesse, über welche die „Volks-Zeitung" berichtet, recht niedlich illustrirt. Dtc Thatbestand in dem einen dieser Prozesse bietet viele Anklänge an die Vorgänge, die jüngst im Prozeß Sank« zur Sprache kamen. Auch hier handelte es sich um die hartnäckige Ver- folgung eines hiesigen Arztes durch seine frühere Geliebte. Dem Verhältniß der Beide» war«in Kind entsprosse». Bei Lösung des Verhältnisses kam in bezug hierauf ein schriftlicher Vertrag zu stände, wonach der Arzt als Abfindung 3000 Mark zahlen sollte, während das Mädchen sich verpflichtete (wörtlich!):„sich jeder Belästigung des Doktors durch Eindringen in dessen Wohnräunie, durch Auflauern und Nachlaufen auf der Straße und durch Nachschreien bei Bern, eidung einer Strafe von hundert Mark für jeden Fall der Zuwiderhandlung zu enthalten." Der Doktor, welcher sich einige Zeit darauf verheirathete, erfüllte seine kontraktliche Verpflichtung, nicht aber seine Gegen- kontrahentin, welche forlgesetzt gerade das that, was sie nicht zn thun sich verpflichtet Halle. Nach der Darstellung des Doktors hatte er sich vor den Verfolgungen derselben oft kaum mehr zu retten gewußt. Zeigte er oder seine Gattin sich am Fenster, siehe, da stand auch sie schon unten, stierte auffällig hinaus und nickte höhnisch mit dem Kopse. Ging er allein oder mit seiner Frau aus, flugs war auch die ewig auf der Lauer Stehende hinter her und macht« sich durch allerlei Bemerkungen recht unan- genehm bemerkbar. Sie verfolgte das Ehepaar mit unheimlichein Fixiren bis in Vergnügungslokale, Pferdebahnwagen, Bahnhöfe. wohin es sich vor ihr hatte retten wollen, und drang sogar in das Geschäftszimmer des Doktors ein, wo sie ihn in Gegenwart zweier seiner Kollegen beschimpfte. Er strengte hierauf aus grund des erwähnte» Vertrages die Zivilklage gegen sie mit dem Antrag an, sie zu verurtheilen, sich jeder weiteren Belästigung bei Vermeidung einer Strafe von 100 M. für jeden Fall der Zuwiderhandlung zu enthalten.— Das Landgericht I erkannte nach dem Klage-Antrage. Aus den Vertrag komme es gar nicht an, da Kläger auch ohne denselben aus allgemeinen Rechtsgründen verlangen könne, daß niemand ihn in irgend einer Weise durch Eindringen in die Wohnungsräume, durch Auflauern und Nachlausen auf der Straße oder durch Nachschreien belästige. Die Entscheidung wurde rechtskräftig, aber die Verklagte ließ sich durch sie nicht von weiteren Belästigungen abhalten. weshalb sie dann zweimal zu der erwähnten Geldstrafe, welche übrigens von ihr nicht beizutreiben war, verurtheilt wurde. Anläßlich weiterer Fälle erkannte nunmehr das Landgericht I gegen sie auf ein« Haftstrafe von 10 Tagen, wogegen sie mit der Behauptung Berufung einlegte, daß sich die Vor- gänge, auf grund deren sie zuletzt verurtheilt worden, nicht m der vom Vorderrichter zu ihren Ungunsten " " gemachte Ausgaben, in welcher u. a. auch bie sämmtlichen für 110 Berfonen gerettet burch das Rettungsboot„ Papenburg" der Die Gattin bei der Hochzeitsreise, bei sonstigen Ausflügen Station Langeoog. und beim Besuch von Theatern, Bällen, Restau Ju Nanch wurde am Neujahrstage die Präfektur durch rants, Konditoreien u. f. w. gezahlten Beträge forgfam eine beträchtliche Feuersbrunft zerstört. Dabei wurden durch verzeichnet waren. den Einsturz eines Kamins drei Mann schwer verlegt. Das Archiv wurde gerettet. " der Sprechlaal. abzugeben ist, dem Bublifum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Intereffes zur Verfügung; fie verwahrt fich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Die Rebattion ftellt die Benugung bes Sprechfaals, soweit der Raum dafür Engenommenen Weise abgespielt hätten. Da fie fich auf Beugen aierüber berief, so konnte der Senat nicht umhin, weiteren Beweis anzuordnen. Beziiglich des dem anderen Prozesse zu grunde liegenden That bestandes diene die folgende Stigge zur Information: Sie" war lange Zeit intime Freundin" eines schwer reichen Mannes, bis fie mit einer bedeutenden Geldsumme abgefunden" wurde. aus Iserlohn gegen den verantwortlichen Redakteur Ein Beleidigungsprozeß des bekannten Herrn Mellage Im Besitze dieser Summe glaubte fie auf den Titel einer Germania", Joseph Ritter, stand gestern vor dem hiesigen Snädigen" begründeten Anspruch zu haben. Sie suchte also Schöffengericht zur Verhandlung an. Als Mellage's bekannte nach einem„ vornehmen" Manne. Und sie fand wirklich einen Broschüre über die Zustände in der Mariaberger Anstalt erschienen Baron, einen echten Baron, der nicht nur Ahnen, sondern war, brachte die„ Germania" einen gegen ihn gerichteten Artikel, auch so behauptet wenigstens der Herr Baron- 100 000 m. ber die Behauptung aufstellte, daß Mellage sich mit fremden Federn Inhalt desselben identifisirt zu werden. M. Vermögen in guten Papieren besaß. Außerdem hatte der Herr geschmückt habe, da der größte Theil der Broschüre von dem An die Mitglieder der Orts Krankenkasse Baron noch eine Vergangenheit", die er in der Gegend bekannten Pastor Thümmel verfaßt worden sei. In bezug auf der Tischler und Pianoforte Arbeiter. von Moabit und Plößensee verlebt hatte, von der er Mellage wurden in dem Artikel Ausdrücke wie Mensch", Nächsten Sonntag, den 5. d. M., findet die Aufstellung der aber der Dame seines Herzens fein Sterbenswörtchen erzählte. Lügner", vollkommene Charakterlosigkeit" 2c. gebraucht. In Randidaten zu den Delegirtenwahlen statt. Leider ist der KrankenDer Weg zum Standesamt war bald geebnet und es dauerte einem früheren Termin, in welchem schließlich weitere Beweis- taffebewegung nur in sehr bescheidenem Maße das Intereffe nicht lange, so war die wirkliche Frau Baronin fertig. Mit ihrem erhebung beschlossen worden war, hatte der Angeklagte den Einwand entgegengebracht worden, welches dieselbe zu beanspruchen hat. Gelde nämlich. Denn es war dem liebenswürdigen Schwerenöther erhoben, daß die Aufnahme des Artifes von dem Verfasser deffelben, Ist es doch eine Lebensfrage für den Arbeiter, was im Erin unglaublich furzer Frist gelungen, seine holde Gattin um nicht bei inzwischen verstorbenen Privatgelehrten Stahl, ohne sein frankungsfalle die Kaffe leiftet, welche Aerzte zu seiner Verfügung weniger als 150 000 W. anzupumpen, und zwar gegen Ber- Wissen angeordnet worden sei, er hatte sich auch hierfür auf fteben, wie die Behandlung der Aerzte iſt it. f. w. Dies alles pfändung der vorerwähnten guten Papiere. Bei den Geld Beugen berufen. Der Privattläger Mellage war zum geftrigen aufs günstigste für die Kasse auszubauen und dem Vorstand die nöthige geschäften zwischen den Ehegatten hatte die Kammerjungfer den ehr- Termine persönlich aus Iserlohn gekommen. Vor Eintritt in Direttive geben, ist Sache der Delegirten. Ferner haben die Delegirten lichen Matler gemacht. Nicht lange nach dem gelungenen die Verhandlung tam durch die Bemühungen der beiderseitigen die Beamten und den Vorstand aus ihren Reihen zu wählen. Durch Pump war der Baron und mit ihm die gefchäftsgewandte Rechtsbeistände ein Vergleich dahin zu stande, daß der Ange- die Gründung der Innungs- Krankenkasse sind außer sonstigen Rammerjungfer verschwunden. Die unglüdliche Baronin flagte die oben genannten drei beleidigenden Bezeichnungen, der Nachtheilen auch viele alte Delegirte, die bei Jnnungsmeistern blieb mit ihrem Schmerz und mit den guten Papieren des Kläger aber unter Uebernahme der gerichtlichen Kosten die Klage arbeiten, verhindert, aufs neue ihre Kräfte zur Verfügung zu Barons, die von Sachverständigen auf 342 Mart abgeschätzt zurücknahm. stellen; es gilt daher diesmal auch für diese Ersatz zu schaffen. wurden, allein zurück. So war sie ein schönes Stüd Gelb, ihren Pflicht eines jeden organisirten Kollegen iſt, in diesen Berfamm Diefer furze Hinsweis möge genügen, um zu ersehen, daß es die ungen zu erscheinen, um auch auf diesem Gebiet für eine möglicht vortheilhafte Stellung zu arbeiten.( Siehe Annonce.) und das war wenigstens ein Troft für sie. theueren Batten und ihre treue Dienerin los geworden. Den vor- Beit wurde der Polizeisergeant Fabig infolge eines Auftritts mit Aus Spandau berichtet der Anz. f. d.§.": Bor längerer nehmen Namen aber behielt sie auch nach erfolgter Scheidung. feinen Borgesezten wegen Gehorsamsverweigerung seines Dienstes 150 000 m. kam es zur Klage. Der Baron stellte der Klage den bis auf weiteres enthoben und gegen ihn das Disziplinarverfahren überraschenden Einwand gegenüber, daß nach ausdrücklicher Ber: eingeleitet. Der Bezirksausschuß in Potsdam hatte auf Dienstabredung zwischen ihm und der Baronin die ihm gewährten hat das Oberverwaltungsgericht in voriger Woche jedoch ent entlaffung gegen ihn erkannt; auf die Berufung des Angeklagten Darlehne erst nach seiner Wiederverheirathung zurückgezahlt werden sollten. Dieser Zeitpunkt fei aber noch nicht schieben, daß der Beamte wieder in feine bisherige Stellung ein eingetreten. Diese und andere Momente ließen die Deutung, zu, auf eine mildere Disziplinarstrafe erkannt. Herr Fabig wird in zusetzen sei; wegen des ihm zur Laft gelegten Vergehens wurde daß mit der Verheirathung von vornherein nur ein Provisorium dieser Woche wieder seinen Dienst übernehmen. geplant war, welches, nachdem die Braut den vornehmen" Namen erworben, mit möglichst rascher Scheidung enden sollte. Indeß sprach neben anderen Momenten hauptsächlich der Inhalt seiner Schuldscheine gegen den Baron, und er wurde zur fofortigen Zahlung verurtheilt. In der Berufungsinstanz erreichte Rettung Schiffbrüchiger. Rettungsstation Langeoog er nur eine unwesentliche Herabminderung der Klageforderung telegraphirt: Am 31. Dezember von dem auf der Ogumer Balje auf grund einer Gegenrechnung über zahlreiche für seine Gattin gestrandeten englischen Dampfer„ Sallborn", Kapitän Leinedsam, Für den Juhalt der Juserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, den 3. Januar. Opernhaus. Die Zauberflöte. Schauspielhaus. Das Hungerloos. Deutsches Theater. Die Jüdin von Toledo. Berliner Theater. Fauft. Leffing- Theater. Romtesse Guckerl. Nenes Theater. Bruder Martin. Residenz- Theater. Hals über Kopf. In doppelter Bekehrung. Schiller Theater. Der Traum ein Leben. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direttion: Max Samst. Volks- Vorstellung zu bedeutend ermäßigten Preifen. Gastspiel des Herrn Oscar Krüger vom Hoftheater zu Braunschweig. Die Königstochter als Bettlerin. Schauspiel in 5 Aften von Ernst Raupach. Zum Schluß: 3fchens, das Waldmädchen. Morgen: Gastspiel des Hrn. Hans Preyer. Kean. Sonntag Nachmittag: Große KinderBorstellung!. Eselein streck' dich, Tischlein deck' dich, Knippel aus dem Sack. Adolph Ernst- Theater. Frau Cohen Alexanderplatz- Theater. grin. Central- Theater. Eine tolle Nacht. Alexanderplatz- Theater. Fortunio's Lied. Die kleinen Lämmer. National Theater. Die Königs tochter als Bettlerin. Theater Unter den Linden. Rönig Chilperich. Belle- Alliance- Theater. Stangen's Orientreise. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Gefallene Engel. Heute Freitag: Jubiläums- Vorstellung. Von der gesammten Presse als beste Novität ber Saison anerkannt! Bum 75. Male: Die kleinen Lämmer. Borher: Fortunios Lied. Operette. Reichshallen- Theater. Spezialitäten Adolph Ernst- Theater. Vorstellung. American- Theater. SpezialitätenBorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Bor ftellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Freitag, abends 8 Uhr: Der Traum ein Leben. Sonnabend, abends 8 Uhr: Wilhelm Tell. Apollo- Theater Friedrichstr. 218. Dir. J. Glück. Sensationeller Erfolg des neuen Programms! Das Neueste und Originellste auf dem Spezialitäten- Gebiete Sergeant Simms Bum 13. Male: Frau Lohengrin. Schwant mit Gefang in 3 Aften von Ed. Jacobson und W. Mannstädt. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Victoria- Brauerei Lützowstrasse 111/112. Heute, sowie jeden Freitag und Montag: Stettiner Vermischtes. Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet am Montag, 6-7 Uhr statt. Dienstag, Freitag und Sonnabend, abends von Klauke. Graf Egmont war Statthalter der niederländischen Provinzen Flandern und Artois und wurde bei dem Aufstand der Niederlande gegen den spanischen König Philipp II. mit feinem Freunde Graf Horn von dem spanischen Herzog Alba als " Hochverräther" verhaftet und in Brüssel am 5. Juni 1568 hin gerichtet. W. T., Alt- Moabit 44. Wenden Sie sich an das Oberkommando der Marine, Berlin W., Voßstraße 25. Kaiser- Panorama ( Passage). Neu! Zum ersten Male! Eine intereff. Wanderung durch Lissabon. Am Landes- Ausstellungspark Dritte Reise durch das malerische ( Lehrter Bahnhof). Thüringen. Eine Reise 20 Pf., Rinder Geöffnet von 5-10 Uhr. 10 Pf., Abonn., 8 Reifen, mur 1 M. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Alcazar. Variété- u. Spezialitäten- Theater. 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Zagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Werfitatt und Verbandsangelegenheiten. Zu dieser Versammlung sind die Werkstellen von Heinrichs& Brandenburg, Bergmannstraße; Grün& Hedwig, Fürbringerstraße; Stövesand, BlücherStraße; Karl Müller, Blücherstraße; Pingel, Wilhelmstraße, eingeladen. Pünktliches Erscheinen wird erwartet. Heute, Freitag, bei Schöning, Stallschreiberstraße 29: Sihung der Ortsverwaltung. 79/18 Verein der Einsetzer( Tischler) Berlins und Umgegend. Sonntag, den 5. Januar 1896, vormittags 11 Uhr, Neue Friedrichstraße 44: Ordentliche General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Kaffen- und Revisorenbericht vom 4. Quartal und Raffen und Revisorenbericht vom ganzen Jahre. 2. Bericht der alten Arbeitsvermittelungs- Kommission und Wahl einer neuen Kommission. 3. Verschiedenes. 4. Fragetasten. Der Vorstand. 59/8 Achtung, Bimmerer! abends 81/2 Uhr: Große öffentliche Versammlung Sonnabend, den 4. Januar 1896, der in der Leder- u. Galanteriewaaren- Branche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins und Umgegend Sitzung der Platzdeputirten bei Buske, Grenadierstr. 33. Ausgabe des Materials zum Agi- am Montag, 6. Januar, abends 8 Uhr, bei Rautenberg, tationsfonds. 256/20 Der Vertrauensmann der Berliner Bimmerlente. Ich habe mich hier als SpezialArzt für Frauenkrankheiten und Geburtshilfe niedergelassen. Dr. Felix Taendler, Alexanderstr. 42 II, vis- à- vis Polizei- Präsidium. Tel. VII, 1719. Sprechst. 11-12, 4-5 Uhr. Poliklinik täglich 10-11 Uhr. Achtung! M* Achtung! Künstl. Zähne v. 3 Man, Theilz. wöchentl. 1 M., wird abgeholt. Zahn: ziehen, Bahnreinigen, Nervtödten bei Bestellung umsonst. Guckel, Lausitzerplay 2, Elsasserstr. 12 MöbelAusverkauf wegen Umzuges zu außergewöhnlich billigen Preisen. Für Brautleute ganze Einrichtungen von 200-1000 Mt. Theilzahlung gestattet. 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Pflicht eines jeden Zimmerers ist es, in der Versammlung zu erscheinen. J. A.: A. Juppenlah, Bezirkstassirer, Stephanstr. 49. Verband der Sattler und Tapezirer. Filiale I. Sonnabend, den 4. Januar, abends 8 Uhr, bei Pasch, Alte Jakobstraße 83: General- Versammlung. Zages. Ordnung: 1. Quartals Abrechnung. 2. Wahl des Vorstandes. 3. Bericht und Neuwahl der Arbeitsvermittelungs- Kommission. 4. Verschiedenes. Nur Mitglieder haben Zutritt. Mitgliedsbuch legitimirt. 158/2 Achtung! Maurer. Der Vorstand. Achtung! Sonntag, den 5. Januar, vormittags 10 Uhr, bei Cohn, Beuthstr. 20-21, Eingang Nr. 22: Oeffentliche Versammlung. Zages Drdnung: 1. Das preußische Vereinsgesetz und die Gewerkschaftsorganisationen. 2. Distusfion. 3. Verschiedenes. Der Vertrauensmann: Aug. Richter. 132/1 Verein der Bananschläger Berlins und Umgegend. General Versammlung Grösste Auswahl! Billigste Preise. Sämmtliche Fabrikations- Utensilien. Heinrich Franck, Nr. 185, Brunnenstraße Nr. 185. 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NB Die Versammlung findet in beiden fleinen Sälen statt und ersuche ich die Mitglieder in anbetracht der wichtigen Tagesordnung recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Auch findet die Ausgabe der Billets zu dem am 25. Januar d. J. bei Keller, Koppenstraße, arrangirten Maskenball statt.- Die Kommissions- Mitglieder werden gebeten, zweds Abrechnung Sonntag früh präzise 9 Uhr bei Kleber zu erscheinen. J. A.: Der Bevollmächtigte. Arbeiter- Bildungs- Schule. Lehrplan für das Winterhalbjahr 1895 96. Südost- Schule, Waldemarstrasse No. 14. Montag: Oeffentliche Gesund eitspflege. ( Boden, Trintivaffer Versorgung, Städtereinigung, Wohnungshygiene, Volksbäder, Nahrungsmittel 2c.) Herr Dr. Heymann. Dienstag: Rein Unterricht. Mittwoch: Nord- Schule, Müllerstrasse No. 179a. Montag: Nationalökonomie( wie in der Südost Schule). Herr Dr. A. Bernstein. Dienstag: Rein Unterricht. Mittwoch: Herr Heinrich Schulz. Geschichte.( Mittelalter. Die alten Deutsch( wie in der Südoft- Schule). Deutschen. Völkerwanderung. Kirche und Staat. Mohamedanisch- arabische Kulturperiode. Feudalismus und Zunftwesen.) Herr Dr. Pinn, Donnerstag: Deutsch.( Lektüre. Anfertigung von Aufsäßen.) Herr Heinrich Schulz. Freitag: Rede- Nebung. Herr Heinrich Schulz. Sonnabend: National- Oekonomie.( Die Mary Engels'schen Lehren. Werth, Mehrwerth, Kapital.) Herr Dr. A. Bernstein. Donnerstag: Oeffentliche Gesundheitspflege( wie in der Südost- Schule). Herr Dr. Weyl. Freitag: Geschichte( wie in der Südoft- Schule). Herr Dr. Pinn. Sonnabend: Rede- Nebung. Herr Heinrich Schulz. Der Unterricht beginnt pünktlich um 9 Uhr abends und endet pünktlich Emil Lefèvre, Oranienstraße um 10 Uhr. 158. Täglich, auch Sonntags vorm. von 4041* 7-9 Uhr: Verkauf von gekochtem Die Schulräume find täglich von 8 Uhr abends an geöffnet( Sonntags 10-12 Uhr), um den Mitgliedern Gelegenheit zur Benutzung des Beitungs-, Beitschriften- und Büchermaterials zu geben. Es liegen in beiden Schulen fast sämmtliche proletarischen, sowie die wichtigsten bürgerlichen Tageszeitungen, außerdem eine große Anzahl von wissenschaftlichen Revuen, Fachschriften, Ges Rind- u. Schweinefleisch wertschafts- und Wizblättern aus. à 30-40 Pf. per Pfd. Rückenfett à 45 Pf. per Pfd. Verwaltung der Kochanstalt Central- Viehhof. B Die weltbekannte S Bettfedern- Fabrik Gustav Lustig. Berlin S., Prinzenftr. 46. versendet gegen Nachnahm( nicht unter 10 M.) garant. nue vorzügl. füllende Bettfedern, b. Pfb 55 Bf. albdaunend. Bfb. M. 1,25 h. weiße Halbdannen, b. Pfb. 2. 1,75, vorzügliche Tauneu, b. 1fb. M. 2.85. Von Diefen Dannen genügen fund zum größten Dberbett. Bernadung mub nicht berechnet. B 3 Photographisches Atelier, am Sonntag, den 5. Januar 1896, vormittags 102 Uhr, Solzmarktstr 71, n. b. Königst Kafino. bei Buske, Grenadierstraße 33. Zages Drdnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Bericht der Kaffenrevisoren. 3. Wahl des gesammten Vorstandes. 4. Verschiedenes und Fragefasten. 33/15 Das Der Vorstand. Nieft in der Weberstr. 17 statt. Billets find teim Bergnügungsfomitee, NB. 243 22. Stiftungsfest bes Bereins findet am 18. Januar bei fowie bei fämmtlichen Vorstandsmitgliedern, Herren 50, Damen 25 und Mits glieber 25 Pf. zu haben. 1 Dyd. Vis. von 3,50 M. an. Kab. 12, " " 1/2 " 38488* 7,50 M. " Ausführung unter Garantie. Caffen Sie Ihre Uhren repariren bei Kunstmann, Wallstr.103, a.d.Berlinerstr. Charlottenburg!! Verband der Bauarbeiter u. Berufsg. Möbel- Ausverkauf Deutschlands( Zahlstelle Berlin). Sonntag, den 5. Januar 1896, vormittags 10%, Uhr, im Lokale Süd- Ost, Waldemarstrasse 75: Mitglieder- Versammlung. S Zages Ordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1895. 2. Bericht des Vorstandes 3. Wahl der gesammten Ortsverwaltung. 4. Verbandsangelegenheiten." Das Erscheinen aller Mitglieder ist erforderlich. Die Ortsverwaltung. 82/8 Achtung! Bimmerer. Achtung! Sonntag, den 5. Januar 1896, vormittags 102 Uhv, im Lokale Annenstraße 16: Außerordentliche Versammlung des Verbandes deutscher Zimmerlente, Zahlstelle Berlin. Tagesordnung: In größeren Lofalitäten werden in bestimmten Zwischenräumen Ver. fammlungen abgehalten, in denen wichtige Fragen allgemeinen Interesses in populär- wissenschaftlicher Weise erörtert werden. Unter sachkundiger Leitung werden ferner wissenschaftliche, fünftlerische und gemeinnügige Institute be sichtigt, um neben der speziellen Ausbildung unserer Mitglieder auch für ihre allgemeine Bildung zu sorgen. Der Mitgliedsbeitrag, sowie das Unterrichtsgeld für jedes Unterrichtsfach beträgt monatlich je 25 Pf. Aufnahme neuer Mitglieder( am besten bei Beginn jedes Semesters) fowie die Zahlung der Beiträge erfolgt in beiden Schulen und in den nachstehend verzeichneten Zahlstellen: S. Schöning, Stallschreiberstr. 29. So. Südost- Schule, Waldemarstr. 14, Schulz, Admiralstr. 40 a. SW. Grube, Mariendorferstr. 5, Windhorst, Junkerstr. 1. 0. Owczarek, gangestr. 65. N. Nord- Schule, Müllerstr. 179a. Gnadt, Butbuferstr. 32. Gleinert, Müllerstr. 7a. Wernau, Rosenthalerstr. 57. NO. Mamlok, Barnimstr. 42. NW. Löffler, Stendalerstr. 12. W. Werner, Bülowstr. 59. Der Vorstand. NB. Alle Briefe, Anfragen und Zusendungen 2c. find an den Vorfigenden, Schriftsteller Heinrich Geldsendungen an den Raffirer H. Königs, Berlin S. 59, Dieffenbachstr. 30, zu richten. Grenadierplay 7, alle elbimin Schulz, Berlin so. 16, Raiſer- FranzAchtung, Maler! Am Sonntag, der 5. Januar 1896, beginnt das Zweite Semester 53 des Möbelspeichers Rosenthalerstr. 13. Wegen ganz bedeutender Bergrößerung meiner der Fachschule der Maler und Lackirer Berlins. Räumlichkeiten vertaufe ich mein Waaren Der Preis für das zweite Semester für sämmtliche Fächer beträgt für lager zu noch nie dagewefenen Preisen vollftändig aus. 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