Albendausgabe Jr. 609 B 303 45.Jahrgang Böchentlich 8 mozaifid&, 50. un voraus zahlbat, Boftbezug 432 R. einschl Bestellgeld, Auslandsabonnes ment 6,- pro Monat * Der Borwärts" erscheint machentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, bie benbausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend, Juuftrierte Beilagen Bolt und Zeit" und Rinderfreund". Ferner Unterhaltung und Biffen", Frauen. Stimme. Senil, Blid in bie Bücherwelt und Jugend- Borwärts Vorwärts Berliner Bolksblatt Donnerstag 27. Dezember 1928 10 Pfennig Die stapelttge Ronpareillezetle 80 Bfennig. Reflamezelle 5. Reichs mart. Aleine Anzeigen" das fetigebrudte Bort 25 Bfennig( zulässig zmet fettgebrudte Borte), jedes meitere Bort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Bort 15 Bfennig, jebes meltere Bort 10 Bfennig. Borte über 15 Buchstaben ählen für zwei Borte. Arbeitsmark Selle 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Bfennig. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Linden traße 3, wochentägl. Don 8/, bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin ST 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Donbott 292-297 Telegramm- Adr.: Eostaldemokrat Berlin Vorwärts: Verlag G. m. b. H. Voftichedkonto: Berlin 37 536. Bankkonto: Ban? der arbetter. Angestellten und Beamten Wallfit. 65. Tistonto- Gesellschaft. Depofitentafle Lindenftz& Die große Schmelze. In Deutschland kein Wintersport möglich.- Aber Frost in Italien. Nach einer Mitteilung des Amtlichen Wetterdienstes besteht mieder Aussicht auf Besserung der allgemeinen Wetterlage. Die marmen Luftmassen, die das Tou- und Regenwetter am 1. und 2. Feiertag zur Folge hatten, find ouf der Borderseite einer Depression rasch nach Osten vorgestaßen. Die Temperaturen, die gestern abend cls Marimun plus 6 Brad be frugen, sind bereits wieder erheblich zurückgegangen. Die Ursache ist ein erneuter Einbruch fühler Luftmassen. Heute früh murd: 1 plus 2 bzm. 3 Grad gemessen. Allmählich bildet sich über England ein Hochdruckrüden aus, der nicht ohne Einfluß auf den hiesigen Witterungscharakter bleiben wird. Gleichzeitig rückt ein Hochdrudgebiet heran, das wahrscheinlich ab Sonnabend unser Better beherrschen wird. Die Temperaturen werden tagsüber a nächst noch über dem Gefrierpunkt liegen. Auf dem Lande find stärkere Rachtfröfte zu ermarten. Bei starken Nord bis Nordmeft. minden ist mit Niederschlägen faum zu rechnen. Im Gebiete der Ostsee herricht seit gestern abend wieder Sturm. Auf Born holm wurde Windstärke 8 und auf dem Feuerschiff in der Nähe der Insel sagar Windstarte 9 gemessen. Nachdem am ersten Weihnachtstag noch im Taunus, Odenwald und den südwestlichen Gebirgen strenge Kälte herrschte. flaute diese im Laufe des Tages ab und ging in der Nacht zum Mittwoch in Regen über. In ganz Südwestdeutschland regnete es in den Vormittagsstunden start, so daß die Winter| portmöglich. teiten allenthalben start beschränft wurden. Tags zuvor noch hatten Stier und Rodler beste Sportmöglichkeiten. Auch dieAussichten für die nächsten Tage laffen nur auf milderes Better mit Niederschlägen schließen. Um zweiten Feiertag hat der Föhn Tauweiter im Harz gebracht. Sämtliche Sportveranstaltungen mußten ausfallen. Es herrschten 5 bis 6 Grad Bärme. Selbst bis zum Broden hinauf hat es getaut. In Schierke und Braunlage regnet es. Unglücksfälle beim Wintersport. Die Feiertage sind in der Schweiz recht ruhig verlaufen; nur beim Sti- und Schlittschuhlaufen haben sich einige Unfälle er eignet. In der Nähe von Luzern fuhr der neunjährige Berner Hüsler, als er auf der Straße Schlittschuh lief, an einer unüber. sichtlichen Ecke direkt in ein Auto hinein und wurde zu Tode gedrückt. In der Gegend von Coupet stürzte beim Skifahren der 15jährige Audetat so unglüdlich, daß ihm der Stistod in die Brust drang und die Lunge durchstieß. Der junge Mann starb bald darauf. Auf der Straße nach Biel fuhren drei Mädchen mit ihren Schlitten an einer gefährlichen Stelle in ein Auto hinein. 3wei, mußten mit schweren Beinbrüchen ins Krantenhaus transportiert werden. 4 Grad Rälte in Florenz. Rom, 27. Dezember. In den letzten Tagen ging in Florenz die Temperatur fo ffart zurück, daß das Thermometer in der Nacht auf vier Grad unter Null jant. Eisregen über Wien. Mittwoch nachmittag ging über Wien ein Eisregen nieder, der die Bürgersteige mit ziemlich glatter Kruste überzog. Die unmittelbare Folge davon war, daß Passanten in Maffen stürzten und sich teils schwere Knochenbrüche und Sonstige Verlegungen zuzogen. Bon fünf Uhr nachmittags bis spät nachts waren die Wagen der Rettungsgesellschaft fortwährend unterwegs. Die Unfallstationen sowie die Krankenhäuser füllten fich mit Berunglückten. Ueber 90 Personen mußten zum Teil mit schweren Verlegungen in ärztlicher Behandlung bleiben, während eine weit größere Menge nach erster Hilfeleistung ent. laffen werden tonnte. Fast die ganze Bolizeischulmannschaft, wie auch die Reservemannschaften und die Kommissariate leisteten an den Straßentreuzungen Hilfe, um die Baffanten über die Straße zu begleiten. Der Autoverfehr war lahmgelegt, ba die Wagen selbst bei langsamer Fahrt auf den vereisten Straßen nicht vorwärts fommen fonnten. Die vereisten Stroßen von Wien ftellten an die Rettungsgesellschaft ungemein schwere Aufgaben Hausbefizer und Pförtner wurden durch Rundfunt gebeten, außer Den Bürgersteigen vor ihren Häusern auch die benachbarten Straßenübergänge zu bestreuen, um das leberqueren der Fahr. Straßen zu ermöglichen. Die Baffanten griffen so gut wie es ging aur Selbsthilfe. Beim Konzerthaus fonnte man zwei Konzertbefucherinnen beobachten, die auf Händen und Füßen über die pereifte Fläche frochen. Der Tod des Dreizehnjährigen. Der Grund der Tat noch ungeklärt. Der Tod des 13jährigen Schülers Bolter Schulze, der, wie mir berichteten, in der Wohnung seiner Pflegeeltern in der Grill parzerstraße Selbstmord durch Erhängen verübte, ist noch immer völlig ungeklärt. Der Knabe, der die Tertio des Paulsen- Realgymnasiums be fuchte, ist Deutschamerikaner und seit seinem 2. Lebensjahre Boll maise. Das Ehepoor Dr. Rose, das selbst finderins ist, nahm das Rind in Pflege. Bie die triminalpolizeilichen Ermittlungen bisher ergeben haben, hatte es Bolter Sch. bei seinen Pflegeeltern denkbar Das kleinste Berlin. CIGARREN Lade S In der Bismarckstraße befindet sich dieses nur 3 Meter breite Haus, das sich rühmen k nn nach dem 1,5 Meter breiten Gebäude an der Ecke Sesenheimer und Bismarckstraße, das zweitkleinste Haus Berlins zu sein. gut. Er wurde wie ein eigenes Rind erzogen. In der Schule gehörte der Junge zu den besten Schülern und war durch sein heiteres Wesen sowohl bei der Lehrerschaft wie auch bei seinen Rlaffentameraden beliebt. Am heiligen Abend, als die unselige Tat geschah, wat Bolter am Namittag noch recht vergnügt. Er beteiligte sich am Aus schmücken des Weihnachtsbaumes und begab sich einige Zeit später in fein Zimmer Als dann die Bescherung beginnen sollte und Volker Fürstenurtelle über Fürsten Separatismus an der Saar Berichte 2. Seite nicht zum Borschein kam, sand der entsetzte Pflegevater den Jungen erhängt auf. Man steht vor einem Rätsel. Die unsinnigsten Gerüchte tursieren in der Gegend. Bisher hat sich aber auch nicht der geringste Anhaltspunkt für ihre Richtigfeit ergeben. Die genaue Durchsuchung des Zimmers sowie der Schulhefte und Bücher hat ebenfalls teine Klarheit in das Dunkel des seltsamen Selbstmordes bringen fönnen. Die Nachforschungen wurden durch die Feiertage verzögert, während der eine Anzahl von Personen, die über das Leben und die Charaktereigenschaften des Knaben Austunft erteilen fönnen, nicht anwesend waren. Nach den Tatbestandsfeststellungen liegt nach Ansicht der Kriminalpolizei ohne 3 meifel Selbstmord Dot. Im Gegensa dazu steht allerdings die Auskunft des Pflegepaters Dr. Rose, der betont, daß es sich bei dem Tode des Knaben um einen Unglüdsfall handelt, der sich beim Spielen des Jungen, der noch furz vorher fehr übermütig herumgetollt habe, ereignete. Für die Kriminalpolizei scheint die Angelegenheit aber noch nicht so pöllig geflärt zu sein, denn im Laufe des heutigen Vormittags wurden die Pflegeeltern des Knaben nochmals von der Kriminalpolizei in der Wohnung verhört. Ein Greis verschwunden. Seit dem 22. d. M. wird der 82jährige Zimmermann Johann Rüchler, Jungstraße 10, vermißt. An diesem Tage entfernte sich der alte Mann vormittags gegen 11 Uhr, um das Grab seiner Frau auf dem Friedhof Wilhelmsberg aufzusuchen. Von diesem Ausgang ist er nicht wiedergefehrt. Er war bekleidet mit einem grauen Anzug( umgearbeitete Militärlitemka)), grauen meichen Filzhut, schwarzen Schnürschuhen und braunem Krimmermantel. Er ist etwa 1,75 Meter groß. Ein besonderes Kennzeichen ist das eingedrüdte Nafenbein. Da er etwas geistesschwach ist und feine genauen Ausfünfte geben fann, ist anzunehmen, daß er entweder planlos umherirrt oder irgendwo aufgenommen worden ist. Nachrichten über den Vermißten werden an Ostar Stubella, Berlin D112, Jungstraße 10, erbeten. Der Todesweg zwischen den Schienen. Kleinbahn gegen Autobus. Dresden, 27. Dezember. Als am zweiten Feiertag der gegen 11 Uhr vormittags in Heidenau abfahrende start besetzte Zug der Müglißfalbahn fich der Station Burthartswalde- Magen näherte, stieß er mit einem aus Bärenstein kommenden nach Dresden verkehrenden Boffautobus zufammen. Der Autoführer hatte den Warnungspfiff der Lokomotive überhört. Der Autobus wurde aufgerissen und dabei 13 Fahrgäste leicht verlegt. Der Verkehr auf der Bahn und auf der Straße wurde über zwei Stunden vollständig unterbrochen. Lauenburg i. Pomm., 27. Dezember. Die 18 und 17 Jahre alten Schwestern Gnech aus Sophienhof- Abbau, die sich in Begleitung eines befreundeten Reichsmehrsoldaten nach Lauenburg begaben und, um sich eine Begstrecke zu ersparen, die Eisenbahngeleise bemußten, wurden dicht vor dem Bahnhof Lauenburg von dem Danziger Bersonenzug erfaßt und überfahren. Der Soldat, der neben hen Schienen ging, fam mit dem Schreden davon. Die eine der Schwestern war fofort tot, mährend die andere in der Nacht im Krantenhaus ihren schweren Berlegungen erlag. * 3m Mailänder. Borortbahnhof Rogoredo überfuhr ein Güterzug infolge dichten Nebels ein Signal und fuhr über den Brellbod hinaus direff in ein Bahnwärterhäuschen. Das Haus stürzte zusammen und verlegte den Bahnwärter und seine Frau schwer, während ein Kind der Bahnwärterleute durch die niebergehenden Gesteinsmaffen getötet wurde. Ein Automobil der Feuerwehr, das zur Hilfeleistung herbeieilte, fuhr untermegs gegen eine Mauer, wodurch noch drei Feuermehrleute verlegt murden. ら 7 1. 137 Ote DEP Kontrolle von Fabrikbetrieben. Ronsequenzen aus dem Unglück in der Schönleinstraße. Aus Anlaß der Unterfuchung über die Ursache der Explosionstatastrophe in der Schönleinstraße sind den Behörden eine ganze Reihe von Adressen von Fabrit und Gewerbebetrieben zur Kenntnis gebracht worden, in denen allem Anschein nach in bau, feuer und gewerbepolizeilicher Hinsicht erheb. liche Mißstände bestehen, die im Falle eines Unglüds die schmerwiegendsten Folgen haben tönnen. Der Leiter der Ermittlungen durch das Landespolizeiamt hat selbst einige Betriebe gemeinschaftlich mit Sachverständigen für die einschlägigen Fragen besichtigt, und die hier gesammelten Erfahrungen sowie das noch vorliegende Adreffenmaterial werden der Gewerbepolizei und der Kommiffion zur Beaufsichtigung feuergefährlicher Betriebe beim Polizeipräsidium zu weiteren Erhebungen zugeleitet werden. Es ist also in nächster Zeit damit zu rechnen, daß verschiedene Fabrikbetriebe, die inmitten von Wohngebäuden untergebracht find, unvermutet fontrolliert merden, ob die Anlagen mit den bestehenden Vorschriften in Einflang zu bringen sind und danrit eine fdjon anläßlich ber Dahlemer Ratastrophe in der Deffentlichkeit energisch ausgesprochene Forderung erfüllt wird. Man mird aber auch sicherlich zu einer Ber. schärfung der bisherigen Borschriften, die auf einer Ministerialverfügung aus dem Jahre 1910 und Polizeiverordnungen aus den darauf folgenden Jahren basieren, fommen müssen, da sich, wie die Braris und die legten Unglücksfälle gezeigt haben, in ihnen verschiedene Lüden besonders infolge des nicht genügenden Ineinandergreifens der Aufsichtsbehörden befinden. Bei den Behörden schweben bereits Erwägungen, wie man diesen Mängeln in der Organisation abhelfen kann. Fürstenurteile über Fürsten. „ Eine unpatriotische Bande." Ludwig II. von Bayern schrieb an den Kronprinzen Rudolf von Desterreich folgenden Brief: München, 9. März 1878. .. Das Bolt soll nur seinem guten tatholischen Glauben treu bleiben mit den wohltuenden Bertröstungen eines Jenseits, seinen Wundern und seinen Sakramenten, den Gebildeten aber fönnen, wie Du so richtig jagteft, diese veralteten Anschauungen unmöglich genügen. Hoffentlich bist Du von Deiner so hoch interessanten Reise befriedigt zurückgekehrt; daß ich die so ausführlichen in den Zeitungen enthaltenen Berichte über Deine Reise verschlungen habe, brauche ich wohl faum eigens Dir zu sagen; denn Du weist, wie alles, was Dich betrifft, mich auf das lebhafteste interessiert. Ueberall, wohin Du tamst, hast Du die Herzen erobert. Wenn Du später einmal Zeit haft, oh so schreibe mir bitte, recht ausführlich über die gewonnenen Eindrücke. Ich hänge an Niemanden so fest und treu wie an Dir, und so ist es mein großer Wunsch, daß Du nach meinem Tode dereinst Bayern erhältst. Lebe wohl, mein teuerer Bruder, erhalte mir Deine Freund schaft, die mir über alles wert und teuer ist! Glaube mir, daß Niemand Deinen Schmerz so tief mit Dir fühlt, wie ich. In unerschütterlicher Freundschaft bis in den Tod Dein treuergebener Better Ludwig." Dieser, erstmals in der Biographie des Kronprinzen Rudolf von Mities veröffentlichte Königsbrief ist ein recht artiger Beitrag zu der Geschichte des deutschen Fürstentums, das sich ,, mit seinen Untertanen innigst verbunden fühlt". Ludwig II., der sich seine ,, deutsche" Ge Separatistische Mache im Gaargebiet. finnung im November 1870 mit dem Golde, bas seinem hannoverSchwerer Konflikt auf den Saargruben. Saarbrüden, 27. Dezember.( Eigenbericht.) Im Saargebiet ist infolge des von politischen Motiven bestimm ten Vorgehens der Saargrubenverwaltung eine neue ernste fo3iale rise entstanden. Infolge der zunehmenden Teuerung hatten die am Tarif für den Saarbergbau beteiligten Gewerkschaften, und zwar der Deutsche Bergarbeiterverband, der Deutsche Metallarbeiterverband, der Gewerkverein chriftlicher Bergarbeiter und der Christliche Bergarbeiterverband eine tarifmäßige 2ohn erhöhung gefordert. Die französische Grubenverwaltung zeigte fich zwar grundsätzlich zu einer Lohnerhöhung bereit, die jedoch nach einen Staffelsystem zur Auswirtung fommen sollte. Das wurde von den Gewerkschaften entschieden abgelehnt, da nach diesem System einzelne Arbeitergruppen mur eine Erhöhung pon 7 Cen times, andere jedoch 5 bis 6 Francs je Schicht erhalten sollten. Das Lohnsystem der franzöfifchen Grubenverwaltung gewährt nach Auffassung der Gewerkschaften amar vereinzelt hohe Löhne, die aber nur auf Kosten der niedrig gehaltenen Durchschnittslöhne gewährt werden. ichen Kollegen weggenommen war, bezahlen ließ, ist ber Iradition seiner Wittelsbacher Ahnen treu geblieben. So wie Karl Theodor nur durch Friedrich II. von Preußen ge hindert wurde, das angestammte" Land Bayern an das Haus Habsburg zu verkaufen und sich dafür ersatzweise in Belgien anzu ftammen", so wurde der zweite Ludwig durch andere Zufälligkeiten gehindert, das treue Volf an einen anderen Kollegen zu verschenken. Der erlauchte Adressat diefes Ludwig- Briefes hat allerdings feine eigene Meinung über das deutsche Fürstentum gehabt. In feiner großen Denkschrift über die innere und äußere Politik Defterreich- Ungarns vom Januar 1886 schrieb Rudolph von Habs. burg dem deutschen Fürstentum folgendes in sein Stammbuch: ,, Die Könige und Fürsten sizen noch fest auf ihren Thronen, die vielen kleinen Staaten bestehen, die Kluft zwischen Katholiken und Protestanten ist nicht überbrüdt und die Gegenfäße zwischen Der Bravo der Volkspartei. Effen, 27. Dezember.( Eigenbericht.) Da die mit den Gewerkschaftsvertretern gepflogenen Berhand- Revolverjournalist Kirschner als Wechselfälscher verurteilt. lungen ergebnislos blieben, verlangte die franzöfifche Grubenabministration bis zum Jahresschluß die Unterzeichnung eines neuen Lohntarifes. Die Gemertichaften lehnten dies ab und baten um Aufschub um einige Tage, Dieser Wunsch wurde von der franzöfifchen Grubenverwaltung nicht erfüllt, die nunmehr ihr Lohn dittat puf den Zechen durch Anschlag betammigab, Die Berg arbeiter schritten zu Gegenmaßnahmen und forderten ihre Mitglieder auf, feinen Gedingeabschluß auf Grund der neuen Rege: lung abzuschließen sowie dem Lohndiktat den schärfsten Widerstand entgegenzusehen. Bon gewerkschaftlicher Seite wird erklärt, daß dem Vorgehen der französischen Grubenverwaltung politische und zwar se pa ratistische Motive zugrunde liegen. Die neue Lohnregelung jei die Auswirkung eines politischen Intrigenipiels, das die Führer des vor kurzem unter voller Unterstüßung der französischen Regierung ins Leben gerufenen Saareinheits bundes" mit ihren Bersprechungen von hohen Löhnen für ihre Mitglieder betrieben. Die am Tarif beteiligten Gewerkschaften warnen die Arbeiterschaft vor dem neuen Separatisten thub und behalten sich weitere Maßnahmen vor. Tariffriede bei der Reichsbahn. Das Lohnabkommen nicht gefündigt. Der frühere Herausgeber des Freien Wort" in Effen, Artur Kirschner, wurde wegen Wechselfälschungen, Expreffung. Unfreue und Urkundenfälschung zu insgesamt 2 Jahren 1 Monat Gefängnis verurteilt. Kirschner, der in feinem Hehblatt die tollffen Hehgeschichten verbreitete und feine journalistische Stellung tollsten Hehgeschichten verbreitete und feine journalistische Stellung zu Erpreffungen benutte, war Borffandsmitglied der Deutschen Boltspartei, Effen. Insgesamt wurden ihm 19 Wechselfälschungen nachgewiesen. 2. a. hat er einen Betrag von 26 000 Mart, der ihm von der Deutschen Boltspartei für Wahlpropaganda zur Verfügung gestellt worden war, für eigene 3wede verbraucht. Kirschners Spezialität mar die Bekämpfung angeblicher sozial demokratischer Korruption". Es gab taum einen führenden Sozial demokraten und Republikaner, den er nicht in seinem Blättchen mit schmutzigen Verbächtigungen in den Stot zu ziehen fuchte. Da Kirschner selbst die Berührung mit dem Gefängnis scheute, hielt er sich einen versoffenen und verblödeten Akademiter als Sigredakteur, der teils infolge seines Geifteszustandes, teils infolge seiner alkoholijd verursachten Herzschwäche an den schwedischen Gardinen vorbeizu manövrieren verstand. Dieses perächtliche journalistische Treiben ist jahrelang von der Deutschen Boltspartei unb pon ber Schwerinbustrie gebedt und liebevoll burch finanzielle 3umenbungen, Inferatenaufträge ujo, gefördert worden. Erst als dieser In den letzten Tagen haben beim Eisenbahner- Einheitsverband, Reiniger Deutschlands" nach berühmten Borbildern sich auch der größten Organisation der deutschen Eisenbahner, Berhandlungen pon ber geschäftlichen Seite her als burch und durch pon der geschäftlichen Seite her als durch und durch darüber stattgefunden, ob das bis zum 31. Dezember laufende Lohn torruptes Individuum entpuppte, ließ man ihn fallen. Bon dem ablommen gekündigt werden soll. Der Beirat bes Berechielfälscher Rirschner zogen die Herren Schwerindustriellen bandes, der sich aus Bertretern aller deutschen Ortsgruppen au- ihre ichüßende Hand ab, nachdem fie sich des Revolver fammensett, ist nach langen Erwägungen zu- der lleberzeugung ge- ipurnalisten Rirschner ohne Schen und Scham bedient hatten. ipurnalisten Kirschner ohne Schen und Scham bedient hatten. tommen, daß aus tattischen Gründen eine Kündigung bes Undant ist der Welt Lohn! Abtonmmens zurzeit nicht empfehlenswert jei, und hat dem Borstand des Verbandes anheimgestellt, entsprechende Schritte erst später zu einem gelegeneren Zeitpunkt zu unternehmen. Der Borstand hat dementsprechend beschlossen. Thüringen muß zahlen. Das Ende der Hebe gegen Loeb. Als der thüringische Ordnungsblock mit Hilfe des Reichswehr generals Haffe die Regierung das von Sozialdemokraten geschaffene Groß- Thüringen übernahm, veranstaltete er jene bekannte Hebe gegen sozialdemotratij dhe Beamte. die zu den schmach. vollen Brozeffen gegen den Minister Hermann und gegen den Präsidenten der Staatsbant Loeb führte. Beide Prozesse endeten mit der Freisprechung, da sich die schamlose Berlogenheit der Heße var Gericht bald herausstellte. Aber bem Ordnungsblock war es doch gelungen, den Staatsbantpräsidenten aus seiner Stellung zu perdrängen. Nach seiner gerichtlichen Rehabilitierung flagte Loeb gegen den Staat Thüringen auf Schadenerfaß. Dieser Prozeß hat sich jahre lang hingezogen. Jeßt, turz vor der Entscheidung der letzten Instanz, hat sich das Land Thüringen bereit erklärt, an Loeb eine Enti chädigung pon 35000 mart au zahlen. Loeb hat sich mit diesem Angebot einverstanden erklärt. Berionenwedziel im Finanzministerium. Ministerialdirektor Dr. Rorl 20thholz, bez nach mehrjähriger Tätigkeit als Ministerialbirefter im früheren Reichsminifterium für Wieberaufbau vier Jahre lang die Haushaltsatteilung des Reichsfinanzminifte. riums mit großem Erfolg geleitet hat, scheidet am 1. Januar 1929 ans bem Reichsfinanzminifterium aus; er übernimmt auf feinen Bunich als Bräfident die Leitung des Landesfinanzamis Kaffel. Zu falnem Nachjalger als Ministerialdirektor und Leiter der Haushaltsabteilung des Reichsfinanzministeriums ist der bisherige General referent für den Haushalt Ministerialrat Graf Schwerin Don Krofigt ernannt worden. Autonomistenprozeß nicht im Elsaß. Aus Furcht vor der Bevölkerung. Paris, 27, Dezember, Der Justizminister hat angeordnet, daß der Fall des Autonomisten Dr. Roos mit Rücksicht auf die öffentliche Sicherheit von dem Schmur. gericht des Departements Oberrhein einem anderen Schwurgericht zur Berhandlung überwiesen wird. Die Beleidigungen und Drohungen, ble seit dem 12. Juni gegen die richterlichen Beamten und gegen die Geschworenen erhoben worben find, haben, so wird in ber Begründung der Maßnahme ausgeführt, nicht nur einen Agitationszustand geschaffen, der der Durchführung einer freien und unparteiischen Rechtsprechung zuwiderläuft, sondern hatten auch einen Mordverfuch gegen den Generalstaatsanwalt zur Folge. Haussuchungen in Straßburg. Paris, 27. Dezember. Nach der Liberté" find in Straßburg, besonders in den autonomistischen Kreisen, die der Haegy- Bresse nahestehenden und mit Ridlin und Rossé Fühlung haben, aussuchungen vorgenom men worden. Man habe Verhöre angestellt, um die Gründe in Erfahrung zu bringen, aus denen erst so spät der Polizei das Erfahrung zu bringen, aus denen erst so spät der Polizei das Schreiben zur Verfügung gestellt worden sei, daß Benoit von Le Mans gus am 18. Dezember abgefandt habe. Der Kolmarer Ge neralstaatsanwalt hat sich nach Paris begeben, um mit dem Parifer Generalstaatsanwalt Fühlung zu nehmen. Laut Liberté" follen beide dahin übereingekommen sein, daß bię Untersuchung im 1faß geführt werden müsse, weil man wahrscheinlich bart ble Helfershelfer Benoits oder die Anstifter(?) des Attentats auf Fachot fuchen müsse. Ignaz Baderewiti, der Bionist und erste polnische Staats präsident, hat bei einem amerikanischen Bildhauer ein großes Wilson Denkmal bestellt, das er der Stadt Bofen zur Erinnerung an feinen Einzug nach dem Weltkrieg. fchenten will. Nord- und Süddeutschland sind noch keineswegs ausgemerzt. Preußen hat außer seinem eigenen Staate teine neuen Provinzen, auf die es unbedingt zählen kann, sondern bloß Bafallen, wie wir hoffen wollen, treue Verbündete. Im Glüde waren sie es, werben sie es aber auch immer sein? 3m Unglüd hat man nie auf die Treue deutscher Fürsten rechnen fönnen, es ist dies eine höchft unmoralische, unpatriotische, felbftsüchtige Bande fleiner Potentaten, die durch Jahrhunderte auch die verschiedenen treuen Untertaner an diese schmähliche Opportunitätspolitit gewöhnten. Das Hohenzollerniche Deutschland ist durch Bajonette begründet und ruht einzig und allein auf denselben; ein unglüdliger Feldzug muß dessen Ende sein Und ber legte aus diesem Hause Hohenzollern muß sich auf Grund eingehender Beobachtung in einem Bericht des Militärbevollmächtigten bei der österreichischen Bois fchaft in Berlin, der am 19. April 1887 an den Kronprinzen Rudolph abgesandt wurde, diese vortreffliche und wahrheitsgemäße Charakteristit gefallen laffen: Bunächst ist der Bring( nachmals Wilhelm II.) bekannt, daß er oft und in allen Kreisen unvorsichtig und tattlos spricht, porschnell urteilt und verurteilt. Er ist feine feine und feinfühlende Natur, liebt eher gemeine Wige und 3oten und zieht ein Gelage im Kreise pon rauhen Kriegern allen anderen Bergnügungen vor, ohne jedoch dabei selbst dem Weine sehr zu huldigen und des Guten zu viel zu tun... Als Prinz Wilhelm mehrmals in Rußland gewesen sei, hätte der Kaiser von Rußland dem Prinzen stets die liebenswürdigste und herzlichste Aufnahme zuteil werden lassen, und Prinz Wilhelm fei jebesmal entzüdt von da zurüdgefehrt... Balbersee fügte aber gleich bei, daß man sich durch die Art, wie der Prinz sich gäbe, nicht täuschen lassen dürfe, daß der Prinz fich ganz gut zu verstellen wisse, und man ihm nicht unbedingt trauen müsse, da er schlau und verschlagen fei. Bei dieser Gelegenheit betonte Walderfee, daß es nur bedauernsmert wäre, daß der Prinz immer noch so unflug und unvorsichtig spreche, seine Zunge nicht im Baume halten fönne, und warf ihm vor, daß er seine Mutter absichtlich provozierte und überhaupt über seine Eltern sich zu frei äußere." Auch diese jüngste Fürstenbiographie über das Leben des Kronprinzen von Defterreich dient dem nüßlichen 3mede, benen, die es noch nicht wußten, die innere unwahrhaftigkeit des fürstlichen Gottesgnadentums zu enthüllen. Das Schicksal hat im November 1918 wahrlich ein notwendiges und gerechtes Urteil gefällt. Alwin Saenger. Der Winter hilft Amanullah. Entspannung in Afghanistan. London, 27. Dezember. Die auf verschiedenen Wegen aus Afghanistan vorliegenden Be richte stimmen barin überein, baß eine wesentliche Entspannung der Lage eingetreten ist. Sie hat ihren Grund in erster Linie in der Tatsache, daß der inzwischen eingetretene Binter die Bewegungen auf beiden Seiten zunächst schon jest behindert und bald ganz unmög lich machen wird, Für Amanullah ist diese Entwidlung günstig. Durch englisch- indische Flugzeuge sind meitere 28 Frauen und Kinder von Kabul nach Beschamar gebracht worden. Unter ihnen befinden sich auch einige Deutsche. Es sind ferner Vorkehrungen ge troffen worden, auch die übrigen in Kabul befindlichen ausländischen Frauen und Kinder nach Beschawar zu bringen, von wo sie nach Saltutta und Bomban befördert und unter Dbhut der zuständigen Ronfuln gestellt werden sollen, Offiziere verhöhnen den Diktator. Was Primo im eigenen Heer paffiert. Paris, 27. Dezember.( Eigenbericht.) Wie die Information" aus Segovia zu melden weiß, find an der Kriegsschule schwere Unruhen ausgebrochen. Die Ariegsschüler, die beim Abschluß ihres Studiums zu Offizieren befördert worden waren, veranstalteten bei der Abschiedsfeier eine Revue, in der ewige Szenen vorkommen sollen, die für Prime de Rivera schwer verlehend find. 14 der neuernannten Offiziere famen ins Gefängnis und brei sind sofort aus dem Heer aus gestoßen worden. Eine Profeftbewegung hatte fich fofort geltend gemacht. mehrere andere Schulen, besonders die von Saragolfa haben fich Sämtliche Offiziersschüler verließen die Schule, auch dem Protest angeschlossen. Die Bewegung ist, wie die Information" behauptet, als eine Fortsetzung des ständigen Kampfes zwischen dem Diktator und den Artillerieoffizieren aufzufaffen, der schon einmal im Jahre 1927 zu einer offenen Revolte geführt habe. 400000 Berliner unterwegs. Nach einer vorläufigen Schägung ber Reichsbahn haben in den letzten Tagen vom 22. bis einschließlich 25. Dezember etwa 400 000 Berliner der Hauptstadt den Rücken gekehrt. Der Verkehr nachy allen Himmelsrichtungen war sehr lebhaft, besonders start aber nach den Wintersportplägen, wo legt allerdings Tauwetter einge treten ist. Danach ist jeder zehnte Berliner Einwohner auf größere Ent fernungen unterwegs. Ein weiteres startes Anschwellen des Abgangs- sowie des Rückverkehrs wird zu Neujahr erwartet. Nur Akademiker find gebildet. Die noch bestehende Rechtsmehr heit des Kreistages von Uedermünde bei den lezten Reichstags wahlen brachte der Kreis eine entschiedene republikanische Stimmen mehrheit auf bewirkte, daß der Kreistag mit 13 gegen 10 Stimmen die fofortige Abberufung des fommissarischen Landrats Köhne forderte. Köhne ist aus der Setretärslaufbahn hervorgegangen und befibt seit 1923 die Befähigung zum höheren Verwaltungsdienst, Trobem erklärte der Sprecher der Deutschnationalen, Domänen pächter v. Breig: ,, Der Landrat muß studiert haben. Wir brauchen gebildete Beamte, d. h. wir brauchen 2 ademiter!" Nichtafabemiter find nach beutfchnationaler Ansicht ungebildete Menfen. Man soll es sich merken. 103. Abt. Oberschöneweide. Heute, Donnerstag, 27. Dezember, Theateraufführung der Kinderfreunde Tanz. Eintritt frei. 18 Uhr, Weihnachtsfeier bei Truhe, Lokal Bürgerpart Oftendstraße. Wetterbericht der öffentlichen Wefterdienststelle Berlin vad n gegend.( Nachdr. perb.) Zeitweise heiter, nachis feidner Brost Tagestemperatur einige Grade über Null. Für Deutschland: Im Nordosten noch einzelne Schauer, im Alpenvorland Regen, sonst wolfig bis heiter mit Nachtfrösten.. Neun Untersuchungsrichter. Sechs Monate Studium für den Südamerika- Konflitt. Washington, 27. Dezember. Das Protokoll zur Beilegung des Streits zwischen Paraguay und Bolivien, das nunmehr beiden Mächten vorgelegt worden ist, fleht die Einfehung eines neungliedrigen Richtertolle glums vor, das die Ursachen der Zusammenstöße und die Verantwortung feftftellen foll. Bon Bolivien und Paraguan follen je zwei Richter, die übrigen fünf von der Schiedskommiffion bestimmt werden. Das Richterfollegium wird mindestens fechs Monate benötigen, um das Material zu sammeln. Es wird sich jedoch nur mit dem jüngfien Streitfall und nicht mit der Grenzfrage befaffen. Demobilmachung angeordnet. Washington, 27. Dezember. Bolivien hat sich verpflichtet, die Truppenzusammenziehung in jenen Gebieten, in denen sie ben paraguanischen Borpoften am nächsten find, einzustellen und fich jeder feindleligen Handlung 3u enthalten. Die Wiederaufnahme der Beziehungen mit Paraguay hält Bolivien vorläufig nicht für opportun. Paraguan hat nach Annahme der Vermittlungsaftion in zwischen eine Anweisung auf Demobilisierung aller Reserven erlassen. Grenzvertrag zwischen Brasilien und Bolivien. Zwischen Brasilien und Bolivien ist ein Vertrag unterzeichnet worden, der die Grenze festlegt, soweit dies nicht in den Berträgen bon 1867 umb 1903 geschehen ist. Der Vertrag sieht ferner den Bau von Eisenbahnen zwischen Cochabamba und Santa Cruz de las Sierras und den Häfen des Amazonenstromes und des Baraguanfluffes vor. Friede auf Erden! KPD Ekki Brief Unter dieser Devise feierte auch die KPD. Weihnachten! Boncour gegen Briand. Konflitt um die Missionsgesellschaften. Paris, 27. Dezember.( Eigenbericht.) Zwischen der Regierung und der Kammerfommission für aus: märtige Angelegenheiten ist wiederum ein neuer Ronflitt ausgebrochen. Es handelt sich noch immer um die Frage der Zulaffung Der Miffionsgesellschaften nach Frankreich. Briand hatte bekanntlich am Mittwoch vor der Kommission einen großen Bericht gehalten, er hat damit aber feinen sonderlichen Erfolg erzielt. Ramentlich die Sozialisten stellten bem Außenminifter eine Reihe nicht gerade bistreter Fragen, denen sich dieser durch mehr aber minder gut gelungene rethorische Ausflüchte zu entziehen veruchte. Zum Schluß erklärte bann ber Borsigende der Rommiffion, der Sosialist Baul Boncour, daß auch die Kommiffion für auswärtige Angelegenheiten nicht in die Beratung über die Wiederzulassung der Miffionsgesellschaften eintreten tönne. Die Kommiffion tonne nicht mit einem Ronflift mit der Finanzfommission beginnen, die die Be: ratung ebenfalls abgelehnt habe. Die Regierung habe den Fehler be gangen, erklärte Baul Boncour, die Bestimmungen über die Miffions. gesellschaften in die Schlußabrechnung in das Budget für 1929 einzu tellen, die auswärtige Kommission aber tömme mur dann selbständig über die Miffionsgesellschaften beschließen, wenn eine Wiederzu laffung zum Gegenstand eines besonderen Geleges gemacht würde. Das hat jedoch Boincaré schon vor mehreren Tagen abgelehnt und dabei angefündigt, daß er die Bertrauensfrage stellen berde. Offiziere unterschlagen. Weckruf eines Verlegers. Bon Hans Bauer. kulturwillige und geistbemühte, aber freilich nicht mehr so recht Eugen Diederichs in Jena, dieser, wie man zugeben muß, moderne Berleger, hat sich in einem geharnischten Bedruf" an die Deffentlichkeit gewandt. Diederichs flagt an. Er hat, unter starten petuniären Opfern, wie er fagt, eine bereits auf 60 Bände gebiehene und auf etwa 160 Bände projettierte Buchreihe herausdeutschen Bolt objektiv und tendenzlos" einen lebendigen Abriß gebracht, die unter dem Motto„ Deutsche Boltheit" fegelt und dem feiner Bergangenheit permitteln foll. Leider geht die Buchreihe nicht. Die Nachfrage nach den Bänden ist minimal. Buchhandel und Zeltungen, erklärt Diederichs, haben ihre Pflicht vollauf getan, aber das Bublifum streikt, und dieses Publikum nimmt sich Diede richs nun vor. Leute, ruft er uns zu, besinnt euch auf die Wurzeln eures Wesens, auf den Urgrund eures Blutes! Was ihr ererbt von euren Bätern habt, erwerbt es, um es zu besigen! Erkennt euer eigentliches Selbst, interessiert euch für die Sitten, Gebräuche, Sa gen eurer Ahnen! Ruft die Berdezeit eures Boltes in euch zurüd, verarbeitet sie innerlich! Himmeg mit der öden Mechanisierung des Lebens, mit dem traditionslosen Amerikanismus! Dann liest man, wovon denn nun im einzelnen in den Büchern der Deutschen Bolfheit" die Rede ist. Drei Bände behandeln Germanisches Christentum", 5 Bände" Bolfsglauben, und Bräuche", 14 Bände den Deutschen Menschen", ein Band die Deutschen Stämme": in der Hauptsache wird die Zeit der sächsischen, falischen und hohen ftaufifchen Stailer zum Leben ermedi.... 17 Dem Berleger Diederichs bleibt zu gönnen, daß seine Buchreihe besser floriert und wahrscheinlich ist es nüglich, sie zu lesen, mie es ganz allgemein nüglich ist, Bücher zu lesen. Aber menn Diederichs sich bemüht, feine Bücher in eine Ausnahmestellung emporzuloben und mit so pathetischen Dingen wie dem Blut missen", der Befimmung auf das Selbst" und ähnlichem daher fommt, so ist er hier in einem Aberglauben befangen. Es ist gut, über geschichtliche Dinge orientiert zu fein: unter Umständen aber ift es lebenswichtig, alle Details darüber zu erfahren, welche Striege unfere Urgroßväter führten, welche Namen ihre Führer trugen, welcher Art sie waren, wie sie sich ihr Leben einrichteten, und der kleinste Schritt, den wir heutigentags dem Einheitsstaat näher fommen, ist gaurisantarhaft wichtiger als die abgründigste Forschung über Zahl und Namen der Stämme, in die Deutschland in grauer Borzeit zerfiel. Nicht Wissen um Traditionen tut uns not, fon. dern Erkenntnis, baß wir noch immer mit einem finnlosen und blödsinnigen Traditionsballast belaben sind und vor allem der Bille, biefe Zöpfe und Botteln zu beseitigen. Es ist eine Mär, daß mir von den alten Germanen ingend etwas lernen fönnten. Das soll nicht heißen, daß wir wertvoller und begabter als unsere Vorfahren wären und hochmütig auf fie Amerikas Museen schlagen Europa. Der Altmeister der Kunstwissenschaft und Museumstunde Wil helm Bode erhebt in der Zeitschrift der Kunstwanderer" einen Rlageruf über die immer größer werdende Gefahr, die den euro päischen und besonders den deutschen Kunstmuseen von der Neuen Welt aus drohen. Um zu zeigen, welche ungeheuren Summen für Kunstschäße in den Bereinigten Staaten ausgegeben werden, zählt er die hauptsächlichsten Stiftungen und Museumsbauten der letzten beiden Jahre auf. Boran steht New York mit dem Metropolitan museum, das von einem Mäzen ein Vermä hytnis von rund 175 Millionen Marf erhielt. Das Museum in Toledo empfing eine Stiftung von 90 bis 100 Millionen Mart, Kansas City von 50 bis 60 Mil lionen Mart, die Corcoran Gallery ein Bermächtnis on Kunst werfen von mehr als 20 Millionen Mart. Das eben eröffnete Museum in Detroit wurde mit etwa 17 Millionen Marf erbaut und mit sehr ansehnlichen Kunstwerken von den Kunstfreunden der Stadt, darunter von Ford, bedacht. In Philadelphia ist der großartige Museumspalaft für die Johnson Gallery, bie funsthistorisch wichtigste Galerie der Bereinigten Staaten, mit einem Rostenaufwand von 65 Millionen fast vollendet. Baltimore hat Millionen für einen Neubau bewilligt, um die der Stadt gestiftete Sammlung Walters interzubringen. Los Angeles erhielt vor wenigen Monaten von dem greifen Milliardär Huntigton feine Sammlung englischer Meisterwerke des 18. Jahrhunderts zum Geschent. Von ähnlichem ert sind die Bermächtnisse der Familie Taft und Emern an das Museum von Cincimati. wie das Geschlecht in tausend Jahren wissender sein wird als wir. herabblicken sollten, wohl aber, daß wir wissender sind als sie, auf Erfenntnis türmte, und die letzten Erkenntnisse auf den ältesten Es ist ja doch nicht so, daß Generation um Generation Erkenntnis Erkenntnissen basierten. Es sind neue Erkenntnisse in die Welt gefegt worden, die denen unserer Borfahren direkt zuwiderlaufen, die Gefahren eines Kurzschluffes zu bannen, ist es nicht nötig, die die ihren liquidieren, verneinen, auf den Kopf stellen. Um über sämtliche Feuerlöschmethoden vergangener Geschlechter Bescheid zu wissen und einen noch vollkommeneren Sprizapparat als sie ihn besaßen, anzufahren, sondern es ist nötig, sich über das Wesen der Elektrizität im flaren zu sein und überhaupt kein Wasser zum Löschen zu benutzen, denn das vergrößerte das lebel nur. Legende ist auch, daß aus dem Tun und Treiben der Sachsenund Salierfaifer etma unser eigenes Bejen fich verdeutlichen ließe. Bierzehn Bände allein, die Diederichs herausgebracht hat, behandeln den„ Deutschen Menschen". Schon faul, wenn um eine Sache so viel Worte gemacht werden müssen. Was ist denn das, der deut sche Mensch"? Es ist ein Nebelstreif. Gewiß spielt bei der Analyſe eines Menschen auch seine Nationalität eine Rolle, mie es eine Rolle spielt, ob er Mann oder Frau, hetero- oder homosexuell, Sanguiniker oder Phlegmatiker, schön ober häßlich, Städter oder Dörfler, Akademiker oder Nichtakademiker, Breuße oder Bayer ist ( um mur ganz wenige von schlechthin unzähligen Unterscheidungs merkmalen zu nennen). Aber all diese Kriteria be stimmen ihn nicht, sondern sie bestimmen ihn nur mit. Haupt- und Kerncharatteristibum eines Menschen ist seinte öfonomische Lage. Das ist's. Das macht's. Alles andere tommt mit in Betracht, zählt mit. Aber nimmermehr entscheidet es. Es fann also teine Rede davon sein, daß der moderne Deutsche sich aus den zeitbedingten Gepflogenheiten von Menschen aus grauer Vorzeit erklären ließe und es ist feinesfalls damit getan, unser Zeitalter mit dem Hinweis auf seine Mechanisterung abzutun. Das find bloße Redensarten. Es gibt noch manche Uebel in der Welt und einige der vorhandenen Hebel bedienen fich zivilisatorischer Fort schritte, aber die Tatsache beispielsweise, daß das Flugzeug im Kriege zur Mordmaschine werden fann, spricht doch nicht gegen die Erfindung der Flugzeuge, sondern nur für die Beseitigung der Kriege, und Kino und Radio sind herrliche, prächtige, gigantische Errungenschaften, auch wenn nicht zu leugnen ist, daß es reichlich viel titschfilme gibt und daß die Darbietungen des Radios fehr oft ledern sind. Dieberichs hat unrecht. Nicht die rüdschauenden Betrachtungen auf die Bergangenheit sind das Enischeldende, sondern die Zielfegungen für die Zukunft. Nicht aufs Deuten, sondern aufs Berändern der Welt fommt es an. Der preisgekrönte Meisterfälscher. Der italienische Meisterfälscher Dossena, dessen hervorragende Fälschungen antifer Kunstwerte por furzer Zeit das größte Auflehen in der ganzen Welt hervorgerufen haben, hat jüngst eine eigenartige Auszeichnung erfahren, aus der hervorgeht, daß er mirtlich ein Künstler hohen Ranges ist und nicht nur bereits be fannte Kunstwerte aufs glänzendste nachzuahmen versteht. Die Stadt Cremona hatte nämlich ein Preisausschreiben erlassen, um einen Denkmalsentwurf zu erhalten, der einem Kriegerdenkmal zu Ehren der deutschen und österreichischen Soldaten zugrunde gelegt werden sollte. In Cremona soll nämlich das Andenken der hier in Gefangenschaft verstorbenen, ehemals feindlichen Truppen zum ersten Male in der Welt geehrt werden. Die Einsendungen der Künstler mußten anonym erfolgen, so daß die Preisrichter den Namen der ausführenden Künstler nicht tannten. In einem verfchloffenen Briefumschlag, der dasselbe Motto trug wie der fünstlerische Entwurf, mußten sich die Angaben über Namen und Adresse des Künstlers befinden. Als nun die Entscheidung über den ersten Preis gefallen war und man den bei einem Notar niedergelegten Briefumschlag des Siegers im Wettbewerb öffnete, stellte sich zur allgemeinen Weberraschung heraus, daß der vielgenannte Doffena der Preisträger mar, Seine Arbeit zeichnete sich nicht nur durch edle Linienführung aus, wie man sie auch bereits bei feinen Nachahmungen antiter Kunstwerte feststellen tonnte, fondern auch durch große Gestaltungskraft und Psychologie. Man tann sagen, daß es dieselben Borzüge sind, die auch bei seinen Imitationen bewundert wurden und durch die es möglich war, daß selbst hervorragende Könner getäuscht wurden. Es war eben in ihnen ein bedeutender künstlerischer Zug, der es glaubhaft machte, daß fie tatsächlich von großen Bildhauern vergangener Jahrhunderte stammie. Ein neues Fresfenwerk von Munch. Dutzende anderer amerikanischer Städte errichten entweder große useen oder tragen fich mit Plänen dazu. Auf Grund solcher Tat. fachen sieht Bode sehr trübe in die Zukunft. In den nächsten drei oder gar schon zwei Jahrzehnten", schreibt er, werden die letzten großen Privatsammlungen Europas von Amerita aufgesogen sein und dort rasch in die Museen übergehen. Dann wird die Zahl der wirklich bedeutenden Museen in den Bereinigten Staaten nicht mehr so sehr hinter den großen Museen Europas solcher hat der afte zurückstehen. Und Rontinent nahezu zwei Dußend aufzuweisen zurückstehen. Unb nach manchen Richtungen werden sie dann unsere europäischen Museen überholt haben, find fie doch für asiatische Kunst, Böllerfunft u. a. schon auf dem besten Wege dazu! Einen Borteil, den unfere Museen vor den meisten amerikanischen voraushaben: die bessere wissenschaftliche Leitung, toerben wir nicht mehr allzu lange zu unferen Gunsten buchen können, da der Eifer im Studium der Kunst drüben außerordentlich ist und immer mehr zunimmt. während bei Sinclair's, Gingende Galgenvögel in Amerika. uns eine törichte Ueberhebung der Berwaltungsbehörden und ein eigentümlicher Größenwahnsinn geradezu zur Verfhleuderung von wertvollem Museumsgut führt." Sarah Bernhardts Sohn gestorben. Um Edward Munch, dem großen Maler, der im Festsaale der Universität zu Oslo großartige Wandmalereien geschaffen hat, Gelegenheit für ein neues Frestenwert zu geben, soll ihm in dem gegenwärtig entstehenden Rathaus von Oslo ein großer Raum zur Ber fügung gestellt werden, den er nach freier Themenwahl malerisch ausschmüden tann. Die Anregung dazu ist von einer Reihe führender Persönlichkeiten Normegens gegeben worden. Nach der deutschen Uraufführung von Upton Sinclairs ,, Singenden Galgenvögeln" im Vorjahr hat jezt auch das amerikanische Theater sich entschlossen, das Stück zur Aufführung zu bringen. Das New- Yorter Province Town Theatre wird die Singenben Galgenvögel im Januar gleichzeitig in drei Truppen zur Aufführung bringen. Tairoffs Gaftfpielreife. Wie aus Baris gemeldet wird, ist dort soeben Maurice Bern Gieben polnische Offiziere zu Gefängnis verurteilt. hardt, der Sohn der großen Tragödin und der frühere Direktor des der auffehen nach ihr benannten Theaters, gestorben. Er wurde nach dem Tode Bor dem Warschauer Kriegsgericht ist erregende Brozeß gegen 18 Offiziere des Militärisch- Topographischen der Mutter in einen Streit mit der Pariser Stadtverwaltung ver Das Mostauer Rammertheater von Tairoff plant im Frühjahr Instituts zu Ende geführt worden. Die Anklage lautete auf Unterwidelt, die den mit Sarah Bernhardt abgeschlossenen Mietvertrag eine neue größere Gaftspieltournee durch Europa, wobei in erster Ichlagung im Gesamtbetrage von etwa einer million 3loth. nicht erneuern wollte und die Weigerung damit begründete, daß Linie Deutschland besucht werden soll. Die dazu nötige Erlaubnis Der Prozeß gegen ben Chef des genannten Instituts, General bas Theater nur an Sarah Bernhardt verpachtet gewefen und ber bes Blamistusfimo fteht jedoch noch aus. Jazminsti, ift infolge seines hohen Ranges vom übrigen Berfahren Mietvertrag mit ihrem Ableben erloschen set. Der Berstorbene, ber getrennt worden. Die Anflage lautet im legteren Fall auf Bilicht ert barauf legte, daß ber Name feiner berühmten Mutter im berfäumnis bel der Kontrolle der Untergebenen Was die übrigen Theaterleben von Baris lebendig blieb, strengte daraufhin einen Offiziere anlangt, so hat das Berfahren ergeben, daß die dienstlichen Brozeß gegen die Stadt an und hatte auch die Genugtuung, daß Berfehlungen und Beruntreuungen bereits im Jahre 1923 begonnen das Geridyt zu seinen Gunsten entschieb und ertiärte, bas ber miet haben. Im ganzen wurden 170 Beugen und mehrere Sachverständige vertrag meiter zu Recht bestehe. Maurice Bernharbt hatte die bernommen. Das Kriegsgericht verurteilte fieben Offiziere zu Leidenschaft seiner Mutter für das Theater geerbt und ist auch als Gefängnisstrafen von vier Monaten bis zu vier Jahren und Theaterschriftsteller hervorgetreten. Ausstoßung aus dem Heeresverband. Die übrigen Angeklagten, Darunter ein Oberst a. D., zwei Oberstleuinants und mehrere Majore, wurden zu Arreststrafen von drei Tagen bis sechs Wochen verurteilt. Berbot der James Klein- Revue. Der Polizeipräsident hat bie Aufführung der neuen Revue der Komischen Oper Häuser ber Stebe" in ihrer ursprünglichen Faſſung verboten und weitere Aufführungen nur nach ganz bestimmten umb genau vorgeschriebenen Aenderungen gestattet. Dr. Dolittle filmt weiter. Eine Wiederholung des mit so großem Erfolg Arturo Toscanial feierte gestern sein dreißigjähriges Jubiläum als Reiter gezeigten Dolittle- film von Lotte Reiniger veranstaltet der Ring Deutiger bes Drefters ber Mailänder Ecala. Sulturfilmbühnen E. B., am 29. Dezember, nachm. 5 Uhr, in der Alhambra. loitie 424 Jazz im Gefängnis. Wenn der Bert oder Unwert dieser Zeit an ihren Sonder heiten gemessen werden soll, so muß man auch dies mit anführen: Jazzbandfonzert im Gefängnis. Es mor eine eigenartige Beihnachtsfeier am ersten Feiertag im Strafgefängnis Plögenfee, die der Dajos Béla mit seinem Orchester vor den Strafgefangenen veranstaltete. Sein schönstes Programm brachte er zu Gehör und der Musiklehrer des Gefängnisses, der die Kommentare zu den einzelnen Stüden gab, meinte mit Recht: So etwas sei in Mit dem einem preußischen Gefängnis noch nie gehört worden. Temperament aller Nationen, das sich in den Instrumenten und der Musik des Jazz gefangen hat, schlug der wilde befeuernde Rhythmus in Seelen, die sonst in düsterer Melancholie oder anderen, jedenfalls Minderheitsgefühlen dahinvegetieren. Es war, als bräche das Leben mit stürmender Gewalt über sie. Es flang aus dem nie endenwollenden Beifall durch, das zeigte auch die Unruhe unter den blauen Sträflingsjaden. Man wollte sich wiegen und manchmal wollte es ausbrechen in fröhlicher Lust, doch die düsterstrengen Blicke und Befehle der Aufseher mußten es bedauerlicher Weise zu bändigen. Auch dieses Experiment beweist, daß der moderne Strafvollzug an dem Wichtigsten vielleicht vorübergeht, am Luftholen in der Enge, an dem Sichäußerndürfen einer Freude. Man hatte für die Musit. feier nicht die Kirche gewählt. Das Konzert fand auf dem Korridor des Zellengefängnisses statt. Im eisernen Gitterwerk der zwei Stodmerte hingen die Gefangenen. Mitten im Stern, den sonst wohl ein Wächter als Bosten bezieht, stand ein Weihnachtsbaum. Eine dra matische Staffage, wie sie fein Regisseur besser erfinden kann. Ein Theater, Lichtspiele usw. heater des Weitens Donnst., d. 27.12. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 176 19 Uhr Boris Godunoff Staats- Oper Am Pl.d. Republ. A.-V. 87 19 Uhr Die Fledermaus Donnst., d.27.12. Städtische Oper Bismarckstr Turnus II 19 Uhr Der arme Reinhold Die Puppenfee Staatl. Schauspielh. an Gendarmenmarkt A.-V. 238 20 Uhr Die PetroleumInseln Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. 20 Uhr Der Londoner verlorene Sohn Volksbühne Theater am Bülowplatz 8 Uhr Macbeth Theater am Schiffbauerdamm 8 Uhr Die Drei- GroschenOper Kleines Theater Täglich 81% Uhr: Max Adalbert in Der Dickkopf Sandrock, Landa, Sterler, Sikla. Barnowsky- Buhnen Theater in der Königgrätzer Straße 8 Uhr Thalia- Theater Toboggan 8 Uhr Schneider Wibbels Auferstehung Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr Der Londoner verlorene Sohn Schauspiel von Gerh. Menzel Komödienhaus 81, Uhr Revolte im Erziehungshaus Schauspiel von P. M. Lampel. Berliner Theater Direkt.Heinz Herald Th. am Schiffbauerdamm Charlottenstraße 90 Täglich& Uhr Dönhoff 170 Täglich Die Drei- Groschen- Uhr 8 Uhr Oper Paulsen, Valetti, Ander, Gerron, Schaufuß, Kühl, Lvovski. Teleehan: Morden 1141 0.281 Dreimal Hotzeit ( Abie's Irish Rose) Theater am Nollendorfplatz Dir. Bruck Täglich 8 Uhr: Deutsches Theater Jettchen Gebert Norden 12 310 Singspiel 8 U., Ende nach 10% von Walter Kollo Die Verbreder Schauspiel von Saltenburg- Bohnen FerdinandBruckner Lessing- Theater Regie: Heinz Hilpert 8 Uhr Kammerspiele Katharina Knie. Norden 12 310 8% U. Ende geg. 10 Ehen werden im Himmel geschlossen!" Komödie von Walter Hasenclever Regie: Forster Larrinaga. Die Komödie Bismarck 2414/7516 8% Uhr Ende 10%. „ Olympia" von Franz Molnár Regie: Forster Larinaga. R ose- Theater Gr.frankfurter St.132 8 Uhr: Mädi Dtsch. Künstler- Th. Gastsp.- Direktion Trask 18 Uhr Der Zinker v. Edgar Wallace deutsch Ri.a Matthias Regie: Dr.F.Wendhausen HALLER- REVUE Z „ Schön and schick" Täglich entralTheater Alta Jakobstr. Eke Uranienstr. Taguch 8 Uhr Th. m Admiralspalast Ich kisse Ihre Hand, Madame Ein Spiel von Liebe und Lenz nach dem berühmte Schlager Kasse ab U. geöff. 81 Uhr Kurzes Gastspiel Jackie Cooga in allen Vorstelig. persönlich Bona Vorstellungen Uar a. 3 Uhr. Machmittass die ganze Vorelis. zu halben raison Heute Freitag u. Sonnbd. 33 Uhr: Frau Holle Märchenspiel, kleine Preise. ustspielhaus Friedrichstr. 236 Bergmann 2922/23 räglich GuidoThielscher in h Weekend im Paradies Täglich 8 Uhr Friederike Franz Lebar dirigiert Käthe Dorsch Richard Tauber Borverkauf den ganzen Tag, Teleph. Steinplag 931 u. 7180. HAL REVULER 81% Theater im Admirals palast Schön und Schick Bia 31. Dezember Jackie Coogan persönlich Sonntag, 30, Dez., nachm. 3 Uhr ungekürzt mit Jackie Coogan zu halben Preisen 27., 28. u. 29. Dez., 35, Uhr: Frau Holle Märchenspiel d. Haller- Revue zu kleinen Preisen. Silvester im Anschluß an die Vorstellg. Großer Ball im Beisein des gesamten Ensembles. Jackie Coogan begrüßt das neue Jahr Vorverkauf ununterbrochen Komische Oper 8 Allabendlich 8% Eine unerhörte SENSATION ist dieses neuartige Revue- Stück von JAMES KLEIN Häuser der Liebe Aus dem Tagebuch eines Pariser Salons in 30 großen Bildern 100 Mitwirkende Winter Garten 8 Uhr* cauchen gestattet Letzte Tage des überragenden Dezember- Programms CIRCUS BUSCH Heute, 3. Felertag 2 Vorstelig., 3 U. 8 U. Das große Festprogramm Nachm. zum 1. Mal: bei halben Preisen Die erste Sportrevue Berlins" hugenblicher Strafgefangener traf wit einem Wort en feinen Reber Roheitsvergehen in der Weihnachtsnacht mann den Nagel auf den Kopf:„ Das siehste draußen nich, was be hier drinnen siehst!" Die Gefangenen brachten Dajos Béla ein getautem Weihnachtsgeschent als Dant: Blumen aus Brot. Heldenmut eines Schiffsjungen. Die in Alt warp bei Stettin beheimatete Ruff Maria", Kapitän Lehmann, die mit einer Ladung Delkuchen von Hamburg nach Demmin unterwegs war, sprang beim Umjegeln von Arcona ( Rügen) leck, wahrscheinlich durch Treibeis, und nahm soviel Wasser, daß das Schiff in der Nähe von Arcona vor Anker gehen mußte. Der Kapitän ruderte an Rand und rief telephonisch den im Saßnizer Hafen liegenden Bergungsdampfer„ Seehund zu Hilfe. Inzwischen blieb der Schiffsjunge ganz allein an Bord des dem Sinfen nahen Schiffes und pumpte unter Aufbietung aller seiner Kräfte, um das Wegsaden zu verhindern. Dem Bergungsdampfer gelang es dann, das Fahrzeug noch spät am Heiligen Abend in den Hafen zu schaffen. Das Schiff macht in zwei Stunden sechs Zoll Wasser, so daß der 68jährige Rapitän und der Schiffs junge fich ununterbrochen an der Pumpe ablösen müssen. 31 Gepäddiebe festgenommen. Der Berliner Kriminalpolizei gelang es in den letzten Tagen, 31 Gepaddiebe festzunehmen und die gestohlene Ware im Werte von 50 000 Mt. zu beschlagnahmen. Der Schlupfwinkel der Diebe, die hauptsächlich die Spei cher der großen Expeditionsfirmen heimsuchten, befand sich im Berliner Norden. Thalia- Theater Dresdener Str. 72-73 8. Uhr Schneider Wibbels Auferstehung Planetarium am Zoo Verlang. Joachimsthaler Straße Noll, 1578 16 Uhr Henckels. Grodtczinski. Der Sternhimmel Th.i.d. Lützowstr. Kurf. 9209. im Winter 18 Uhr Im Flur seines Wohnhauses wurde ein Kaufmann Hermann Schulze aus der Potsdamer Straße 64 überfallen und übel zugerichtet. Als er am 1. Feiertag gegen 2 Uhr nachts heimtehrte, fielen vier Männer über ihn her, schlugen ihn zu Boden und bearbeiteten ihn mit Schlagringen. Dann durchsuchten fie feine fäint lichen Taschen und st a hl en ihm ein Weihnachtspafet Seine Brieftasche mit 300 m. barem Gelde fanden sie zum Glüc nicht. Schulze hat ziemlich böse Verlegungen am Kopfe davon getragen. Er vermutet, daß er das Opfer einer Verwechslung ge worden ist. Bon zwei erlen in Frauenkleidern wurde in derselben Nacht der Kellner Paul B. aus der Uhlandstraße an gerempelt und niedergeschlagen, als er auf dem Heimwege an der Ecke der Greifswalder und Elbinger Straße war. Die beiden Ber fleideten, bie er an den Stimmen als Männer erkannte, nahmen hm seine Attentasche weg, in der er seine Kellnerjade und Schürze bei sich trug und fuhren mit einer Autodroschke davon. Anmeldung von Silvestervergnügungen. Die städtische Bureaus sind am 31. Dezember 1928 geschlossen. Allen Veranstaltern von Bergnügungen in der Silvesternacht wird empfohlen, die Beschaffung von Eintrittsfarten und die Vorlage zum Abstempeln beim Bezirkssteueramt, Abteilung Ver gnügungsiteuer, bis zum Sonnabend, dem 29. Dezem ber 1928, 13 Uhr, zu erledigen. Berantwortl. für die Rebattion: Bolfgang Schwarz, Berlin; Anzeigen: Th. Glodt, Berlin. Berlag: Borwärts Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts Buch druderei und Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Sierzu i Beilage. Hermann Borgmann Achtung beim Möbeleinkauf Baumschulenweg Baumschulenstr. 89 Ecke Kiefholzstraße 184 Tel.: Oberspree( F 3) 1527 Bitte auf die Ecke zu aduten! Täglich 8, Uhr Erde und Weltenraum. Berliner Bürgerbräu L. M. Lommel in 20 Uhr: Lichtbild ,, Runxendorf Das Weltall im auf Welle 0,5" Rundfunk hörer halbe Preise SCALA 8 Uhr B- 5. Barbarossa 9256 Schaefers Reyne und das große Dezember Programm. 4 Renaissance- Theater Tel. Steinplatz 901 u 2583/84, Täglich 8 Uhr: ..Das große ABC" Regie: Gust. Hartung. 8 Uhr CASINO- THEATER 8 Uhr Lothringer Straße 37. Der neue Posse- Schlager August, die Kanone! Dazu ein erstklassiger bunter Tell. Für unsere Leser Gutschein für 1-4 Pers. Fauteuil nur 1.15 M., Sessel 1.65 M. Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M. Reichshallen Theater Abends Sonn- u. 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Sonst würde sie vielleicht noch vor Weihnachten ihr Epilkopat unter der Anklage der Gottesläste- lung oder Religionsverhöhnung vor dem Gericht zittern sehen können vnd damit ein Schauspiel erleben, das gewih schon manchen Kirche» »nd Sekten widerfuhr, aber noch niemals einer staatlich anerkannten Religionsgefellfchaft selbst! Es handelt sich darum: unter Führung eines der bedeutendsten englischen Theologen und aktiven Bischofes der englischen chigh Lchurch(ftoch. gleich Staatskirche), Dr. Gore, hat ein Konsortium von Bibelforschern und Geistlichen einen neuen Kommentar zur Bibel veröffentlicht, der dies ehrwürdigste Buch der Christenheit für eine Leistung frommer Phantasie hält! Dies die zarte Umschreibung. Im gewöhnlichen Leben könnte man auch sagen: für einen Schwindel mit dem Zwecke, durch Übersinnliche Vortäuschungen das Bewußtsein eines hinter dem Weltgeschehen wirkenden Gottes vorzutäufche», dessen Gebote als zwingend ausgegeben werden und deren Beachtung den Bestand der göttlichen WeUordnung des Privateigentums an den Produktionsmitteln und damit des privaten Nutzens aller Wirtschaft überhaupt zu sichern bestimmt ist. In der Tat: dag überzeugte Christen— und wenn man nicht Pischöse der christlichen Kirche als von der Wahrheit des Christentums durchdrungen anspreche» dürste, wen denn sonst?— daß also über- öeugtc Christen die Bibel als Golleswart so restlos preisgeben. wie jetzt die obersten Funktionäre der englischen Staatskirche, ist noch nicht dagewesen. Das beginnt gleich mit d«r Genesis(Schöpsungsgelchichte), die in Bausch und Bogen als im Widerspruch zu den Ergebnissen der naturwisienschastlichen Forschung stehend abgetan wird. Demi, wie es in dem Bibelkommen- tor von Dr. Gores heißt, es kann nicht daran gezweifelt werden, �aß die Anfänge von Welt und Menschheit in unendlich weiter rück- liegeride Zeiten zu verlegen find, als die datierten Angaben der Genesis wahr haben wollen. Sintflutund Paradies werden gleichfalls als E r f i n d u n g en abgetan. Die Sintflut wahrscheinlich zu Unrecht. Wissen doch zahlreiche Ueberlieferungen aller Völker von ihr zu erzählen, wie uns zahlreiche geologische Merkmale in ollen Erdteilen von der verheerenden Wirkung berichten, die sie zu den verschiedensten Zeiten mit der Verwüstung wichtiger Gebiete der Erde angerichtet hat. Auch über das Paradies wird sich zwischen den Engländern und unseren Völkischen ein Streit rrheben. Di« Engländer bel)aupte>i, irgendein nn-sopotamischer Ort »der sonstwie begünstigter Landstrich Asiens habe der Sage vom Paradiese den Ursprung gegeben. Unsere Hakeukreuzler verlegen das Paradies nach Vorpommern an die Peenemündung, in die Zinno- " witzcr Kante, die ja auch heute noch ihr Eldorado ist. Ganz rationalistisch wird dieErzählungvonderFeuer- fäule erklärt, d:« nach der Bibel den Juden aus ihrem Wege durch die Wüste voranleuchtele. Englands Bischöre behaupten im Einklang wit der völkerbuiidlichen Forschung, damit sei offenbar die Tatsache umschrieben worden, daß in jenen grauen Vorzeiten den Heereszügen brennende Fackeln und Kessel mit glühender Asche vorangetragon wurden, wie ja auch heute noch vielfach die asiatischen Karawanen Muhende Holzkohle mit sich führen. Und die schöne Geschichte von der Arche Tkoah . verfällt geradezu einer Handbewegung: sie wird einfach als die Er- Zählung einer„offenbaren Unmöglichkeit" etikettiert. Mit Verlaub, "gentlich müßten uns Englands Bischöfe dies noch erst beweisen! Selbst Methusalem muß seine Jahrhunderte opfern! Die woderne Physiologie hat dies verschuldet, denn sie lehrt, wie die kenntnisreichen Geistlichen der englischen Hochkirche dozieren, ins- gesamt nur solche Tatsachen Über de» Bau des menschlichen Körpers. die mit der Wahrscheinlichkeit seines Lebens über methufalemitifche Zeiträume im Widerspruch stehen. Und nachdem so olle Behauptungen der christlichen Mythologie von Gottes Allmacht und Wirken auf Erden als Ausgeburt dichterischer Freiheit enttarnt worden sind, fühlt sich der kirchengläubige Leser kaum noch überrascht, wenn er hören wuß. Jerichos Trompeten seien nur gleichnishaft aufzufassen undBileamsEfel gehöre zu der gleiche» Rasse wie die sprechen- den Pferde und Hunde des zeitgenössischen Varietes! Selbst der Turm zu Label wird nachträglich umgekippt und damit auch als Ursprung der Sprach- Verwirrung enthront. Di« englischen Bibelerklärer akzeptieren glatt die Anschauungen der modernen Philologie, daß die verschiedenen Sprachen nicht Ursach«, sondern Folg« der Entwicklung verschiedener Pienschenrassen unter verschiedenen Verhältnissen seien! Es ist also nne beinahe marxistische Erklärung in der Verwässerung bürgerlich temperierten Fortschrittwillens! Zu verzeichnen wäre noch, daß auch der berühmte Jonas im Pouche des Walfisches aus den Ruhm der Benützung des � sonderbarsten aller irdischen Weltreisevehikel verzichten muß Schlicht Und ohne den Zwang weiterer Begründung anzuerkennen, sagen äi« englischen Bischöse: die ReisedesIonasentbehrtieder � st ori schon Begründung. Sellist Heinrich Heine hat sich vergeblich bemüht und sein Talent an eine Einbildung ver- schwendet: einen Lelsazar als König von Babylon Hot es nie gegeben!.., Alles in allem: von der Heiligen Schrift als georfenbortes Gotteswort bleibt in diesem Bibelkommentor nicht viel mehr übrig. «ls ein« Sammlung von Legenden und Mar e n gut zu le�n für Kinder und solche, die sich aus dem Jammer der Erde gmi m das Gefilde der Träume flüchten. Und es ist für den B.belglaubigen kaum genügender Ersatz, wenn dennoch die englischen Bischöfe an ! der geschichtlichen Existenz von Jesus Christus festhalten und sogar 'lur seine Himmelsahrt geschichtliche Belege omhandm glauben. Werner Hegemann kann es ja noch besser: behauptet er doch, %ipus sei gar nicht um Sreuzc gestorben! Am Ende>st doch die alt« Behauptung: der Glaube allein macht selig, die Quintessenz des neuen englischen Bibelkommentars. Schließlich durste er auch den Glauben selbst nicht preisgeben, weil damit am Ende auch die Existenzberechtigung der Kirche selbst untergraben morsen wäre. So haben sie nach wie vor etwas, gegen das man nicht streiten kann, weil die Instanz, an die sich der Glaube wendet und die ihn legitimiert, für uns. die wir gar nichts glauben und nur zu wissen begehren, nicht erreichbar und nicht appellabel ist! Immerhin, trotz ihres neuen Vibelkommentares ist die englische Kirche noch nicht pleite gegangen. Und die Bischöse. die die, Bibel zum Märchenbuch machten, amtieren ruhig weiter. Bei uns könnte so was nicht vorkommen, woran man Übrigens wieder einmal den Krämergeist der englischen Nation ermessen kann, der nichts heilig ist und sogar die Bibel nicht als Objekt zielbewußter Spekulationen. — kd.— Die zänkische Schwiegermutter. DoldutoH gegen die Haiuangesiellie. In der Familie des Dentisten G. ist der häusliche Friede eine seltene Erscheinung. Meistens herrscht Streit zwischen der Mutter»nd der Frau des Herrn G. Der Krieg zwischen Mutter und Schwiegertochter spielt sich ost in den wider- wärligsten Formen ob. Auch die Hausangestellte des Herrn G. wird manchmal ohne ihren Willen in den Kamps der beiden Frauen ver- wickelt. Eines Tages hörte die Hausangestellte wieder Kriegslävm und Hilferufe der jungen Frau. Die Hausangestellte eilte nach dem Kampfplatz. Hier hatten sich die alte und die junge Frau G. buch» stöblich inden Haaren, zerrten sich hin und her unter heftigen Schimpsworten. Da es schien, als ob die junge Frau im Kampfe mit ihrer Schwiegermutter erliegen würde, da diese ihre Gegnerin bereits an der Gurgel gepackt hielt, so trat die Hausange» st e l l t e aus die Seite des schwächeren Teils und kam der jungen Frau zu Hilfe. Nun wandte sich die Wut der Alten gegen die Hausangestellte. Sie schimpfte das Mädchen„Hure".„Sau", „altes Miststück" und ging mit einem Dolchmesser aus sie los. Das erschreckte Mädchen flüchtete in das Nebenzimmer und rettete sich damit vor dem auf sie gezückten Dolch, der nun die Tür traf und dort eine sichtbare Spur hinterließ. Nach diesem Erlebnis nahm das Arbeitsoerhältnis der Haus- angestellten begreiflicherweise sofort ein Ende und sie klagte vor dem Arbeitsgericht um Bezahlung der Kündigungszeit, denn Herr G. habe sie entlassen mit den Warten:„Sie haben meine Mutter be- leidigt, verlassen Sie sofort mein Haus."— G. behauptet dagegen, die Klägerin sei selbst gegangen. Dazu würde sie nach dem Dolchangriff und den Beschimpfungen auch berechtigt gewesen sein, aber die junge Frau G behauptete a l a Zeugin vor Gericht, die Schimpfworte„Hure",„Sau",„altes Miststück" hätten ihr, der Zeugin, aber nicht der Hausangestellten gegolten und der angebliche Dolchstoß sei nichts weiter ge« wesen als daß die Schwiegermutter mit dem Mesier an die Tür geschlagen habe. Hier, wo ein bedrohtes und beschimpftes Mädchen sein Recht forderte, bildete die sonst so verfeindete Familie eine Einheitsfront gegendie Hausangestellte. Das Gericht kam zu der Entscheidung: Selbst wenn die Schimpf- warte und der Messerstich nicht der Klägerin gegolten haben sollten, so kann chr nicht zugemutet werden, in einer Familie zn arbeiten, wo die Frau und die Schwiegermutter sich mit den gemeinsten Worten beschimpfen und die eine die andere mit dem Messer bedroht. Die Klägerin konnte befürchten, daß auch sie solchen Angriffen aus- gesetzt sein würde. Sie hatte also Grund, die Stellung s r i st l o s auszugeben. Der Beklagt« wurde zur Zahlung der Forderung der Klägerin— 140 M.— v e r u r t ei l t. O Amanullah! Nein, wahrhaftig, das ist«in Pech! Als der Afghanenkönig nach Deutschland kam, da hat man ihm hier pompaste Empfänge bereitet. Doch, obwohl damals ein leibhastiger deutscher Reichskanzler die Würde des afghanischen Herzogs dafür einstrich, blieben die deutschen Leistungen weit hinter dem zurück, was die sowjet- russische Regierung sür Amanullah getan hat Der königliche Be- freier Afghanistans von englischer Sklaverei war«ine Zeitlang geradezu das Symbol sowjelrujsijchen Klassenbewußtseins. Mit Kaiionengebüller und Parademärschen hat man ihm alle Ehrungen erwiesen, die man überhaupt sür einen ausländischen Potentaten übrig hat— und jetzt wackelte der afghanische Königsthron. Shinwa- ris und Kughionis stonden vor den Pforte» von Kabul, Amanullahs Und was soll aus der Weltrevolutiou. was aus Sowjetrußland werden, wenn es keinen holden Wohn mehr gibt? Gegenüber diesen gewiß beachtlichen Argumenten betont die Kriegsportei, die Kughiams und Shmwaris seien gar kein« Re- valutionäre, sondern bezahlte Agenten des britischen Trustkapitals. das von Kabul aus der Sowjetrepublik den Todesstoß versetzen wolle. Die beiden Siömme seien zwar unorganisierte Proletarier, aber gerade deshalb gingen sie die Sowjetrepublik ja viel weniger an; sie unterstünden vielmehr dem Schutze der Deutsehen Kommunistischen Partei: Thölmann habe auch bereits eine Interpellation im Deutschen Reichstag angekündigt und sich damit an die ihm erteilten Aufträg« gehalten. Sowjetrußland habe zunächst die Aufgabe, die revolu- WWWM ■ v«... �■' 4 Das Fort vor Kabul, in dem König Amanullah von Afghanistan vor den heranrückenden autständischen Truppen Schuir gesucht hat. Residenz. Der König mußte vor den Ausständischen flüchten, er, der vor einem Jahre als Freund der proletarischen Freiheit Ruß- lands in seine Heimat wiedergekehrt war. Wie uns«in zuverlässiger Gewährsmann berichtet, werden hie afghanischen Vorgänge vom russischen Volkskommissariat des Auswärtigen mit der größten Aufmerksamkeit verfolgt. Im„Ekki" ist es bereits zu heftigen Zusammenstößen gekommen. In Ruß- lond hat sich nämlich eine Kriegs- und Reoolutionspartei gegründet, deren Exponenten heftig um die Durchsetzung ihrer Politik in der kommunistischen Zentrale ringen. Di« Kriegspartci meint, man müsse sofort von der deutschen Reichswehr Gosgranoten reklamieren und mit einigen ausgesuchten Armeekorps Amanullah dem Be- freier Afghanistans, zur Hilf« eilen. Umgekehrt steht die Revolutions- parte! aus dem Standpunkt, daß man den angreifenden Shinwaris und ihren Freunden, den Kughionis, zu Hilfe kommen müßte. Denn diese wahrhast klafsenkämpserisch gesinnten Massen seien die Avant- garde der„Weltrevolution" Der König sei tatsächlich kein Marxist, sondern übelster Reformist. Ist nicht— so erklären die Revolu- tionäre— der Ausstand durch die Reformen entfesielt worden, di« die Asghanenkönigin über dos Land verhängt hat? Der Schleier der Frauen soll abgeschafft werden. Sagte aber nicht schon der deutsche Revolutionär Schiller: „Mit dem Gürtel, mit dem Schleier reißt der holde ZLahn entzwei!?"' tionären Errungenschaften des Leninismus gegen die Shinwaris und ihre korrupten Hintermänner zu verteidigen. Die Sitzung im russischen Volkskommissariat des Auswärtigen, die sich mit dieser Frage zu befassen hatte, endete ohne endscheidenden Beschluß. Heereskommisioriot und Kommissariat des Auswärtigen haben den Auftrag erhalten, bis zur nächsten Sitzung«in Gutachten auszuarbeiten, das in einwandfreier marxistischer Weise, 1. die ruf» fische Unterstützung für den König von Afghanistan. 2. die Mobili» sierung der Massen, insbesondere des Rotsrontkämpserbundes zugunsten der aufständischen Weltrevolutionäre behandelt und zu diesem Zwecke einen Plan ausarbeitet. Die Internationale Arbeiterhils« soll, wie immer,„streng unparteiisch" eingesetzt werden, und zwar soll dos afghanische Königspoor 50 Proz., die ausständischen Shin- waris und Kughionis die anderen 50 Proz. der eingehenden Gelder erhalten; für die KPD. erwartet man von dieser Aktion, die alle Betriebe revolutionieren und die Masten gegen den reformisttschen Verrat aufbringen wird, außerdem einen durchschlagenden Agita» tionserfolg. Das ist in großen Zügen der Plan, der jetzt ausgearbeitet wird. Selbstverständlich erwartet das„Ekki" strengste Disziplin von allen organisierten und sympathisierenden Arbeitern, die sich zur 3. Inter, nationale bekennen. In der erwähnten Sitzung war man sich darüber einig, daß alle Zuwiderhandlungen gegen die Beschlüsse des„Otffi* mit der Verbannung noch Sibirien bestraft Verden. it. Die Blate Hand ROMAN VON EDGAR WALLACE INS DEUTSCHE ÜBERTRAGEN ( 33. Fortjehung.) Sie vergaß ihren furchtbaren Durst und vergaß auch ihre Schwäche. Mit zitternden Händen legte sie das schöne Reid an und schlüpfte in die seidenen Strümpfe und Schuhe. Barum mochte mohl die geheimnisvolle schwarze Frau dieses auffallende Kleid gewählt haben, wenn sie boch fürchtete, daß Digby Groat fie bemachen würde? Aber sie fonnte nicht zusammenhängend denken und nahm sich vor, ihren Befreiern blindlings zu folgen. Sie ordnete ihr Haar vor dem fleinen Spiegel und sah erschroden in ihr Gesicht. Tiefe, schwarze Ringe lagen um ihren Augen, und sie jah aus, als ob fie schwer fran? jei. Ich bin froh, daß Jim dich nicht sehen fann, Eunice Weldon," ságte fie zu sich selbst. Die Erinnerung an Jim belebte sie wieder. Er hatte alles für sie getan, und sie hatte ihn so schwer beleidigt. Sie dachte an ihre letzte Begegnung mit ihm. Er hatte ihr doch gefagt, daß fie die Tochter der Lady Mary sei. Das fonnte doch nicht möglich fein! Und doch hatte Jim es gesagt, und deshalb mußte es stimmen. Sie wollte über alles nachdenken, aber es fiel ihr zu schwer. Ich darf nicht überlegen," flüsterte sie. Und doch wirbelten Erinnerungen, Gedanken, 3weifel, Fragen und Vermutungen in ihrem Kopf durcheinander. Lady Mary Danton war ihre Mutter. Dann mar fie auch die Frau, die damals in Jims Wohnung ge= tommen war. Blöglich hörte sie ein Klopfen an der Tür und erhob sich. War es Digby Groat, der sie hierhergebracht hatte? ,, Treten Sie näher," sagte sie mit schwacher Stimme. Die Tür öffnete sich, aber der Besucher trat nicht ein. Sie sah, daß eine dichtverschleierte Frau in schwarzen Kleidern auf dem Treppenabsag stand und ihr mintte. Unsicher erhob sich Eunice und ging auf sie zu. Bo wollen wir hingehen?" fragte sie. Ich danke Ihnen, ich Dante Ihnen tausendmal für alles, was Sie an mir tun!" Die Frau antwortete nicht, sondern ging die Treppe hinunter, Eunice folgte ihr. Draußen war es dunkle Nacht. Es regnete, und die Nebenstraße lag verlassen ba, nur eine Autodroschke stand vor der Tür. Die Frau öffnete den Wagen und stieg nad) Eunice ein. Sie müssen micht fragen, flüsterte sie ihr zu hier ist ein Cape für Sie. Nehmen Sie es um." azudo würde diese Fahrt hingehen? a Eunice fühlte sich sicher aber warum gingen fie denn von London fort Bielleicht erwartete sie Jim am Ende dieser Fahrt. 11mb vielleicht ma die Gefahr größer, als sie ahnte. Wohin mocyte Digby Groat gegangen sein und wie war es dieser geheimnisvollen Frau gelungen, ihn aus dem Wege zu schaffen? Sie legte ihre Hände an die Schläfen. Sie mußte marten und Gebulb haben. Sie mürbe ja alles noch erfahren zu seiner Zeit und sie würde Jim wiedersehen! Die beiden Herren, die sich für die Abfahrt des Abendzuges interessierten, der nach dem Norden ging, fanden nichts Ungewöhn liches an einer jungen Dame in Gesellschaftskleidung, die von einer älteren Frau in Trauerfleidung begleitet wurde. Eunice und ihre Begleiterin nahmen in einem reservierten Abteil Platz. Dieser Zug murde häufig von Leuten benügt, die nach London fuhren, um fich die Theatervorstellungen anzusehen. Der Detektiv. der auf dem Bahnsteig stand, sah jeden Herrn, der eine Dame begleitete, arg möhnisch an, aber bem jungen Mädchen in Abendtleidung und ihrer Mutter schenkte er teine Beachtung. Bielleicht hätte er sie genauer betrachtet, wenn sie nicht so auffallend angezogen gewesen wäre Digby Groat war ein großer Menschenfenner. Auch Lady Mary war in ihrer Unruhe nach Euston gekommen, um den Detektiven bei der leberwachung des Bahnhofs zu helfen. Sie hatte furz bevor Eunice ihren Blag einnahm, alle Bagen und alle Baffagiere genau beobachtet. a RAVI RAVENDRO. aber er mußte das Risiko auf sich nehmen. Hand über Hand arbeitete er sich vorwärts und gleich darauf fah er zu seiner größten Beftürzung die Lichter der Lokomotive aus dem entfernteren Tunnel hervorkommen. In größter Eile fletterte er vorwärts Die Maschine teuchte schwer und war schon vorübergefahren, bevor er den anderen Schienenstrang erreicht hatte. In den nächsten Sefunden war er über dem Zug angelangt und zog die Beine hoch, um nicht gegen die Wagendecken zu schlagen. Dann ließ er sich mit furzem Entschluß los. Durch die Bewegung des Zuges fiel er um und war in Gefahr, von dem gewölbten Dach herunterzurollen, aber er padte einen Ventilator und konnte sich wenigstens auf seine Knie erheben. Aber schon drohte neue Gefahr, denn der Zug lief in einen zweiten Tunnel ein. Er fonnte sich gerade noch flach auf die Decke des Wagens werfen. Qualm und Rauch machten ihm das Aimen schwer. Er hatte den richtigen Zug erreicht, davon war er überzeugt. Keuchend und husterd lag er oben auf dem Dach, und es bedurfte all seiner Kraft, sich festzuhalten, als der Lokomotivführer die Geschwindigkeit nach und nach steigerte. Als sie aus dem Tunnel famen, fühlte er, daß es anfing zu Ich will den Stationsvorsteher fuchen," rief er. Rönnen Sie regnen, und gleich darauf setzte ein starker Plagregen ein, so daß inzwischen telephonieren?" An der Sperre befand sich eine Telephonzelle. Lady Marys erster Gedanke galt Jim. Er faß in seinem Zimmer und hatte den Kopf in den Händen vergraben, als das Telephon läutete. Er hob den Hörer müde ab. Lady Mary war am Apparat. ,, Eunice befindet sich in dem Zug nach Norden, der eben die Station verlassen hat," sagte sie schnell. Bir machen den Versuch, den Zug in Willesden aufzuhalten, aber ich fürchte, es wird uns nicht gelingen. Um Gottes willen, Jim, unternehmen Sie etwas zu ihrer Rettung!" ,, Bie lange ist der Zug schon fort?" ,, Es ist faum eine Minute her. Er hängte den Hörer sofort an, riß die Tür auf und eilte die Treppe hinunter. Im nächsten Augenblid hatte er seine Entschei dung getroffen. Bligartig fam ihm die Erinnerung an den sonnigen Rachmittag, an dem er an der Seite von Eunice den kleinen Jungen beobachtet hatte, der an den Telegraphendrähten über die Eisenbahnschienen geflettert war. Er stürzte in den Hof, und als er die Mauer erstiegen hatte, hörte er auch schon das Geräusch eines Zuges in dem Tunnel. er in fürzester Zeit bis auf die Haut durchmäßt war. Aber er mußte aushalten. Würde Lady Mary Erfolg haben und den Zug in Willesden zum Halten bringen? Aber der Zug fuhr nicht langfamer, als sie sich der Station näherten, sondern vergrößerte seine Geschwindigkeit noch. Die Wagen bewegten sich unruhig über die Schienen, und Jim bekam bald einen Stoß von rechts, balb von links. Das Dach war durch den Regen ganz glatt geworden. Er mußte seine Beine um einen Ventilator schlingen, an dem anderen hielt er sich feft, und so gelang es ihm, sich oben zu halten Wenn er müde werden und fich loslassen wollte, hielt ihn immer wieder der Gedanke aufrecht, daß er alles für Eunice tat. Immer schneller fuhr der Zug. Es bedurfte all feiner Energie, um durchzuhalten. Es schien ihm eine unendlich lange Zeit verflossen zu sein, als er in einiger Entfernung viel grüne und rote Lichter auftauchen fah. Sie näherten sich Rugby, und die Geschwindigkeit des Zuges verlangsamte sich allmählich. Plößlich hielt der Zug unerwartet mit einem Rud an, Jimt verlor seinen Halt, wurde von dem Dach her untergeschleudert und fiel in ein Basser. Für Eunice Danton war die Fahrt eine entsetzliche Qual ge= wefen. Sie verstand jetzt alles. Digby Groat war sich darüber Die Züge fuhren hier nur langsam wegen der großen Steigung.flar gewesen, daß sie niemals freiwillig mit ihm gegangen wäre, Aus welcher ber beiden Deffnungen des Tunnels würde der Zug aber er hatte nicht gewagt, sie noch einmal zu betäuben, nachdem tommen? Aber es blieb ihm teine Zeit mehr, zu überlegen. Schnell er ihren Zustand erkannt hatte. Er hatte zu dieser List gegriffen, griff er nach den Telegraphendrähten und schwang fich ins Freie. weil er mußte, daß fie der Frau in Schwarz fofort folgen würde. Die Drähte waren start genug, einen Knaben zu tragen, würden Run begriff sie auch, warum er das Gesellschaftskleid für sie ausfie auch sein Gewicht aushalten? Er fühlte, wie sie unter seiner gesucht hatte. Er hatte die Vorhänge vor den Wagen gezogen und Laft nachgaben und sich senften. Der Pfosten trachte und ächzte, rauchte eine Zigarette. ( Fortießung folgt.) 19 20 Rätsel- Ecke des ,, Abend". Kreuzworträtsel. 13 13 12 17 121 23 24 26 16 118 22 25 23 22 Gebirge, 19. arithmetischer Begriff, 21. Besucher, 23. Artikel, 23. englische Anrede, 26. Nervenkrankheit.- Sentrecht: 1. Monat, 2. weibl. Borname, 3. Zuruf, 4. Flußgestade, 5. felten, 6. Gewächs, 8. russischer Strom, 10. Begleiterscheinung einer Explosion, 11. Beweisstüd, 13. Landspige, 17. Borfahre, 18. Eigenschaft des Wassers, 20. Nebenfluß des Saone, 22. Berfonalpronom, 24. Berfonalpronom. mac Silbenräffel. Aus den Silben ber beth burg der di do do dolch du e e e ei el en frost ger ger gers i fla la lach li löf ma mu nal nald nan on pi ra ra re fa schar schüt te Lel ti ti wa find folgende Wörter zu bilden, deren Anfangs- und Endbuchstaben, beide von oben nach unten gelesen, einen Sinnspruch ergeben( sch und ch ein Buchstabe). Die Wörter bedeuten: 1. Weiblicher Borname; 2. italienischer Astronom; 3. Festung in Frankreich; 4. schwedische Dichterin; 5. bekannte Weinmarte; 6. nordischer Vogel; 7. Fluß in Hinterindien; 8. Baffe; 9. auftraBagerecht: 1. Mißgeschic, 6. griechischer Goit, 7. Langlischer Bogel, 10. Zurüdforderung; 11. englischer Polititer; 12. Luftweilig, 9. Bogel, 11. Stadt in der Schweiz, 12. Schiffsgerät, 14. altfurort im Thüringer Walde; 13. Straußenart; 14. Fieberzustand. E. K. römische Münze, 15. Fisch, 16. ital. Tonbezeichnung, 17. europäisches FUNK UNDAM ABEND Donnerstag, 27. Dezember. Berlin. ,, Sehen Sie sich in die Ede und schauen Sie nicht nach draußen, flüsterte ihr die Frant zu. Ich fürchte, daß Groat ums nadyftellt 16.00 Polizeioberleutnant Wyneken: Der Hund im Großstadtverkehr. und sich auf dem Bahnsteig aufhält." Das Mädchen gehorchte und Lady Mary, die wieder an ben Wagen entlangging, fah bas junge Mädchen in dem Gesellschafts fleib. Aber sie fonnte ihr Gesicht nicht erkennen. Ein Detektiv ging mit ihr den ganzen Bahnsteig entlang bis zum Ausgang. ,, Heute abend gehen mun teine Züge mehr ab," sagte er. ,, Wahrscheinlich ist er in einem Auto aus der Stadt entkommen. ,, Aber es werden doch alle Straßen kontrolliert," erwiderte Lady Mary ruhig. Und es ist unmöglich, daß sie London auf diefe Weise verlassen haben." In diesem Augenblick hörten sie den schrillen Pfiff der Lokomotive, und der Zug fuhr langsam aus der Station. ,, Kann ich jetzt einmal hinausschauen?" fragte Eimice. Die schwarze Dame nidte nur. 16.30 Konzert. 1. G. Ph. Telemann: Vier kecke Liedchen: a) Neues: b) Ueber das niedersächsische Versapen; c) Falschheit; d) Mattersöhne( Adelheid Marnette, Alt. Am Flügel: Wolfgang Rosé). 2. F. MendelssohnBartholdy: Trio d- moll, op. 49. Molto allegro agitato Andante con 1 moto transquillo Scherzo( Leggiero e vivace) Finale( Allegro assai apassionate( Trio- Vereinigung: Wolfgang Rosé, Klavier; Konrad Liebrecht, Violine; Hermann Wolf, Cello). 3. A. Mendelssohn: a) Der Schmied; b) Nachtlied Zarathustras; c) Aus dem Hohenlied Salomo( Adelheid Marnette). Anschließend: Konzert der Kapelle Emil Roósz. 19.00 Aus der Praxis der Sozialversicherung. IV. Max Günther: Beiträge und 19.30 Hans- Bredow- Schule, Volkswirtschaftslehre. Chefredakteur Georg Bernhard. Entstehung und volkswirtschaftliche Bedentung des Geldes, V.: Die Notenbanken. Leistungen in der Arbeitslosenversicherung. 20.00 Abendunterhaltung. Mitw.: Blandine Ebinger, Elly Gläßner, Edith Karin Kate Kühl, Maria Ney, Max Ehrlich, Paul Graetz, Ludwig Hardt, Paul Nicolaus, Willy Rosen. Raum hatte Eunice auf den Bahnsteig gesehen, als sie mit einem 22.30 Funk- Tanzunterricht. Geleitet von Reinhold Sommer. Schrei auffprang. ,, Dort! schrie file wild. Dort steht Mrs. Fame- nein, meine Mutter, Laby Mary!" Im nächsten Augenblid wurde sie zurückgeriffen. Bollen Sie sich wohl sehen!" rief ihr eine haßerfüllte Stimme zu. Die Dame in Schwarz zog den Vorhang vor das Wagenfenster unb hob den Schleier. Eunice mußte, daß es Digby Groat mar, bevor sie fein gelbes Geficht gefehen hatte. 37. Das Erfennen mar gegenseitig gewesen. Lady Marn hatte das weiße Geficht und die weitaufgeriffenen Augen nur eine Se funbe lang sehen fönnen, bann war der Zug fchnell an ihr vorbeigefahren. Im ersten Augenblid war fie mie gelähmt. Sehen Sie dort!" rief fie außer fich. Salten Sie den Bug an!" Der Detektiv sah sich um, aber es war feiner der Beamten in der Nähe. Schnell eilte er zu der Sperre, Lady Mary war dicht ' hinter ihm. Er fonnte aber niemand finden, der genügend Autorität hatte, entscheidende Schritte au unternehmen. Anschließend bis 0.30 Tanzmusik Fred- Bird- Tanzorchester. Königswusterhausen. 16.00 Dr. med. Laura Turnau: Erziehungsberatung. 16.30 Uebertragung des Nachmittagskonzertes Berlin. 17.30 Maximilian Müller- Jebusch: Weltpolitische Stunde. 18.00 Geh.- Rat Piof. Dr. Mendelssohn- Bartholdy: Die auswärtige Politik des Deutschen Reiches 1871-1914. 18.30 Gertrud van Eyseren, César Mario Alfieri: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.53 Min.- Rat Dr Köbler: Die 9. Generalversammlung des Internationalen Landwirts- Instituts in Rom. 19.20 Prof. Dr. Hans Mersmann: Einführung in das Verstehen von Musik. 20.00 Sonderveranstaltung für den Deutschlandsender. Kammermusik. 1. Spohr: Duo e- moll, op. 13. Allegro moderato Adagio Tempo di minuetto ( Prof. Gustav Havemann, Violine und Hans Mahlke, Viola).- 2. Beethoven: Septett Es Dur, op. 20. Adaglo: Allegro con brio Adagio cantabile Tempo di menuetto Tema con Variazioni( Andante) Scherzo( Allegro molto e vivace) Andante con moto alla Marcia; Presto( Prof. Gustav Havemann, Violine, Hans Mahlke, Viola, Adolf Steiner, Cello, Hermann Schubert. Kontrabaß, Leonhard Kohl, Klarinette, Prof. Paul Rembt, Horn, Willy Fukmann, Pagott). Anschließend: Sinfonie- Konzert. Dir.: Alexander M. Szenkar. 1. Haydn: Sinfonie G- Dur( Oxford). Adagio: Allegro spirituoso Adagio Menuett( Allegretto) Presto. 2. Mozart: Sinfonie g- moll( K. V. 556). Allegro molto Andante Menuett( Allegro) Finale( Allegro assai). 4 ( Berliner Funk- Orchester.) Anschließend: Uebertragung von Berlin.. 1 Magisches Gitterrätsel. a a abbee egggghhmmnno orriffitttt uuu. Wagerecht und sentrecht: 1. große deutsche Stadt; 2. Neid; 3. männliche Gestalt ous einem Drama von Goethe. ( Auflösung der Rätsel nächsten Sonnabend.) Auflösungen der Rätsel aus voriger Nummer. Kreuzworträtsel. Wagerecht: 1. Boa; 3. Erna; 4. Laus; 6. Sem; 7. Habe; 10 Atom; 13. Bore; 15. Ares; 17. Estland; 18. Lene; 20. Teil; 22. Band; 24. Gent; 25. Ana; 26. Oder; 27. Salm; 28. Met. Senkrecht: 1. Base; 2. Alma; 3. Echo; 5. Same; 8. Arena; 9. Besen; 11. Tante; 12. Orden; 13. Bol; 14. Jul; 16. Sol; 19. Ebro; 21. item; 23. Darm; 24. Gast. Zahlenrätsel: Kommt die Stunde, in der das Schicksal unseres Boltes neugeschmiedet wird, dann wird am Amboß der Zeit die Sozialdemokratie ihren Mann stellen. Schlüsselmorte: Mont Everest, Eberswalde, Kuchen, Tibet, Zahn, Nager. Figurenrätsel: Wagerecht: 1. Tand; 2. Opal; 3. Lehe: 4. Samt; 5 Rose; 6. Nige Sentrecht: Doefen. Silbenratfel: 1. Annaline; 2. Ciebermann; 3. Sacharin; 4. Otarina; 5. Demoralisation; 6. 3rrigation; 7. Energie; 8. Kas fade; 9. Refinate; 10. 3rene; 11. Tabernatel; 12. Jnfpeftion: 13. Kladde; 14. Indianer; 15. Sarafan; 16. Themis; 17. Arbon; 18. Urania; 19. Satin; 20. Sachalin; 21. Erita; 22. Reebe; 23. Orleanber: 24. Rachitis; 25. Drina; 26. Eritönig; 27. Meffufe. Also die Kritik ist außerordentlich leicht! Aber das Bessermachen. Himmel und Erde: Hagel, Havel. Bersrätsel Die Augen. : 1; 11 e; e. 71. ~ Sportund Spiel Weihnachts- Wintersport. Skispringen. Die Olympiaschanze in St. Morig'war am 2. Feiertag der Den Schauplag eines recht gut befeßten Stispringens. Den weitesten Sprung führte mit 63 Metern Kaufmann Grindel wald aus, der mit Note 18,805 auch Sieger im Gesamtflaffement blieb vor A. Badrutt- St. Moriz mit Note 16,750 und Fl KochSt. Morig mit Note 16,264. Der Schweizer Altmeister Weuillumier stürzte dreimal und gab auf, auch der außer Konkurrenz springende Rormeger Dagfinn Carlfen verzichtete nach dem ersten Sturz auf weitere Versuche. In Davos wurde die Neue Bolgenschanze eröffnet. Nach den gezeigten Leistungen zu urteilen, scheint diese Anlage jedoch die Er: wartungen, die die Konstrukteure daran knüpften, nicht ganz zu er füllen. Der weiteste gestandene Sprung war 57 Meter, ausgeführt Don E. Maurer- Davos. Besonders hervorzuheben sind jedoch die Leistungen seines erst 14jährigen Bruders Paul Maurer, der in der Juniorenklasse mit Sprüngen von 49 und 50 Meter Weite aufwartete. Sieger im Sprunglauf der Senioren wurde Schlumpff Zürich mit Note 17,819( 48, 56, 54 meter) vor E. Maurer- Davos mit Note 16,083. = Die gut besetzten Sprungfonkurrenzen in Grindelwald zeitigten recht gute Ergebnisse. Adolf Ruby Grindelwald erzielte mit einem Sprunge von 49 Metern die beste Leistung, die in An betracht der Beschaffenheit der Schanze besonders bemerkenswert ist. Im Schlußklassement behauptete sich jedoch Frizz Steuri- Grindelwald mit Note 16,767 an der Spize vor Brawand- Grindelwald( 16,388) und Rugby( 15,194). Die Eröffnungsspringen in Wengen gingen bei leichtem Schneefall vor sich. Stefan Lauener und Adolf Ruby zeigten sich hier als ziemlich gleichwertig, lieferten mit Sprüngen von je 52 Meter auch die besten Resultate. Sieger blieb Lauener mit Rote 17,758 vor Ruby( 17,208) und Lunegger( 14,666). Die Reihe der wintersportlichen Veranstaltungen im Riesen gebirge wurde durch ein Stispringen auf der Weißbachtal Schanze bei Schreiberhau eingeleitet. Die im Training erzielten Leistungen wurden infolge des starken Bindes und heftigen Schneetreibens nicht erreicht. Den weitesten Sprung führte mit 32 Meter Wagner Schreiberhau aus. Der zweite Feiertag brachte auf der 1730 Meter langen Zadelfallbahn in Schreiberbau lokal besetzte Bob und Rodelrennen. Durch den Neuschnee war die Bahn abgestumpft, so daß die Zeiten zu wünschen übrig, Heßen. Das Fünfer- Bobrennen sah den Boo Haderpuh" m 1:50 siegreich vor Bob ,, Sturm" mit 1: 50,4. Bei den Zweierbobs war Bob Areuzfiegen" mit 2:01 der Schnellste vor Bob ,, Hallunke" mit 2:04. In den Rodelrennen holte der Meisterfahrer Robert Liebig mit 2:47 die beste Zeit heraus. Eishockey. Auf der herrlichen Davoser Eisbahn nahm am zweiten Weihnachtstage das internationale Eishodeyturnier um den Spengler- Bofal feinen Anfang. Das erste Treffen führte den Mailänder HC. mit den Pariser Canadians zusammen. Beide Mann schaften erwiesen sich als ziemlich gleichwertig und erst im letzten Drittel gelang es den Parisern durch einen unhaltbaren Schuß, den Sieg mit 1: 0 sicher zu stellen. An gleicher Stelle traten sich Eis. bodenclub Davos und Universität Dgford im Kampf um den Afpang. Botal gegenüber. Beide Gegner trennten sich unentschieden 1: 1. In 2 sta ad erzielte die Universität Cambridge gegen Rosen Gstaad ebenfalls nur ein Unentschieden von 1: 1, trotzdem das Spiel zweimal verlängert wurde. Bor Antritt ihrer Schweizer Wettkampfreise lieferten sich die Eishockeymannschaften vom Sportflub Riefferfee und dem Biener Eislaufperein auf dem Riessersee einen Revanche tampf der zugunsten des bayerischen Meisters ausfiel. Erst im legten Drittel fiel die Entscheidung in dem durchweg offenen Spiel. Der glückliche Torschüße der Bayern war Fischer. Die Eishodenmannschaft des Berliner Fußballflubs Breußen trug ihr erstes Bettspiel auf der Reise durch den Schwarzwald in Neustadt gegen eine Vertretung aus Schwemmingen aus. Bei mäßigen Eisverhältnissen siegte ,, Breußen" mit 2: 0 Toren. Im Sportpalast. Krüger- Funda in Front. Bor dicht gefülltem Haufe gelangte im Sportpalast ein pielfeitiges Radsport programm zur Abwicklung, dessen Höhepunkt ein 3 weistundenrennen bildete. Opfer der fortgesetzten Tag: den wurden zunächst Engel- Steffes und Hansen- Ohmella, die schon nach einer halben Stunde, mehrere Runde zurückliegend, von der Bildfläche verschwanden. Zunächst verschafften sich Manthey Behrendt und Kroschel- Miethe den ersehnten Rundenge winn, zu diesen beiden Spizenpaaren rückten später die ausgezeichnet fahrenden Berliner Krüger- Funda auf. Zur allgemeinen lleberraschung waren Krüger- Funda auch in den Spurts am erfolg reichsten und sicherten sich damit den Sieg. Der Internationale Fliegertampf wurde eine Beute des Kölners Mathias Engel, der im Zwischenlauf sich eine grobe Behinderung gegenüber Frantenstein zuschulden tommen ließ und dann im Endlauf nach Kampf über Dßmella und Buschenhagen triumphierte. Der erste Start des Dänen Fald- Hansen als Berufsfahrer fiel nicht sehr glüdlich aus, denn er unterlag im Borlauf gegen Frankenstein, im Zwischenlauf gegen Buschenhagen, im Befähigungslauf mußte fich der Däne hinter Ohmella und Frankenstein sogar mit dem dritten Platz begnügen. Die Einzelergebnisse: 3weistundenrennen: Krüger- Funda 85,340 Kilometer, 50 Buntte; 2. Behrendt- Manthey 31; 3. Kroschel- Miethe 12; eine Runde zurüd: 4. Buschenhagen- Frankenstein 26; 5. Rausch- Hürtgen 25; 6. Bouet- Mouton 18; brei Runden zurüd: 7. Roch- Norenberg 24; vier Runden zurüd: 8. Bauer- Lorenz 11; fünf Runden zurüd: 9. Horan- Gooßens 22 Bunfte. Fliegerfampf: 1. Engel, 2. Oßmella 1 2g.; 8. Buschenhagen 1 Lg. Vorgabefahren: 1. Man then( 120 meter); 2. Sunda( 105 Meter); 3. Bauer( 100 Meter); 4 Horan( 80 Meter). Mannschafts- Berfolgungsren en: 1. Rausch- Hürtgen; 2. Krojchel- Miethe; 3. Mouton- Gooßens. Es ist immerhin interessant, zmet Neulinge auf der Binterbahn, jehen. Die Berliner Sportpreise lehnte die Sieger ziemlich ein mütig als Teilnehmer am bevorstehenden Sechstagerennen ab, gestern hat man ihnen offenbar den Befähigungsnachweis zuge ichanzt. Reichsbannersport. Berliner Handball.- Tiroler Skifahrt. Das Handballturnier des Reichsbanners stand unter feinem sonderlich günstigen Stern. Die zweite Hälfte des Turniers, das am 2. Weihnachtsfeiertag abgemidelt werden sollte, fiel, wie fo viele sportliche Beranstaltungen, dem schlechten Wetter zum Opfer. Am 1. Feiertag spielte auf dem Tiergartensportplatz Brenzlauer Berg gegen Rottbus. Die Hiefigen tamen zu einem überlegenen 8: 4 Resultat. Am Nachmittag spielte die Stettiner Städtemannschaft gegen Wedding. Die Stettiner mußten mit Erfaz antreten und waren von vornherein stark gehandicapt. Die Beddinger errangen dadurch einen leichten Sieg. 10: 2 für Wedding hieß das Resultat. Troß der schlechten Bodenverhältnisse wurde am 2. Feiertag vormittags das Spiel Rottbus gegen Stettin ausgetragen, das Kottbus mit 7: 3 gemann. Ein weiteres Treffen Reiniden. dorf- Frankfurt a. d. D. mußte bei dem Stand 1: 1 abgebrochen werden, da der durchnäßte Boden ein ordentliches Spiel unmöglich machte. 0 Mit einstündiger Berspätung verließen 70 Mitglieder der Reichsbanner Wintersportabteilung Berlin am Silvettra". In Sonnabend zur Fahrt nach der. ,, blauen München wurden die Teilnehmer pon der Reichsbannerabteilung Dreimühlen" empfangen. Dann gings mit der Mittenwaldbahn über die bayerischen Alpen durch das herrliche verschneite Inntal nach Innsbrud. Hier erwartete der Republikanische Schußbund die Berliner. Am Abend vereinte ein Kamerad fchaftsabend die Berliner und österreichischen Kameraden. Genoffe Wagner, der Führer des Tiroler Schutzbundes, begrüßte die Reichsbannerfameraden aufs herzlichste im deutschen Desterreich und sprach die Hoffnung aus, daß bald Deutschland und Desterreich ein Ganzes sein möge. Der Vorsitzende der Berliner Reichsbannerwintersportier, Breslauer, dankte für den herzlichen Empfang und überreichte der Innsbruder Schußbundgruppe eine schwarzroigoldene Fahnen schleife. Nach kurzer Fahrt mit Bahn und Schlitten erreichten die Reichsbannerfameraden ihr Ziel, das 1700 Meter hoch gelegene verschneite Galtür, um mit den langen Brettern sofort die weiten Schneeflächen zu befahren. Handball Resultate von den Feiertagen. 9 Die Feiertage wurden von den Handballern wenig ausgenugt. Am ersten Feiertage standen fich in Nowawes auf dem Sport play Briefterstraße Romames und FTGB. Neufölln mit dem hohen Resultat von 9: 3( 3: 0) überlassen. Beide gegenüber. Die Neufölner Männer mußten ben Sieg Nowames mannschaften zeigten ein flottes Spiel, aber der glatte Mannschaften geigien ein flottes Spiel, aber der glatte Boden ließ eine gute Entfaltung nicht auffommen. In der Spiel. technik waren sich beibe Mannschaften gleichwertig, nur bei den Neufölnern mangelte es an der Schußsicherheit. Die Neuköllner Frauen waren etwas glücklicher dran, fonnten sie doch einen Sieg, wenn auch fnapp mit 2: 1( 1: 0) nach Hause nehmen. Trogdem eine Spielerin fehlte, war Neukölln während des ganzen Spieles überlegen. Beide Torhüterinnen waren auf der Hut und verstanden es meisterhaft, alle Angriffe abzuwehren. Um zweiten Feiertag machte ber einsehende Regen die Austragung der an gesetzten fünf Spiele unmöglich. Nur der Sportverein Moabit holte sich fampflos die Punkte von der Freien Tur nerfchaft Kaulsdorf. Ein anschließendes Gesellschaftsspiel zwischen beiben Mannschaften wurde noch 20 Minuten durchgeführt und dann beim Stande von 1: 0 für Moabit abgebrochen. Nürnberg schlägt Fürth 4: 3. Bor etwa 22 000 Zuschauern fand am zweiten Feiertag der Entscheidungskampf um die Meisterschaft von Nordbayern zwischen den langjährigen Rivalen 1. F. C. Nürnberg und Spiel. bereinigung Fürth statt. Der Club" gewann ben Stampf fnapp mit 4: 3( 2: 3) verdient nach besserer Gesamtleistung und ist fomit Gruppenmeister. Schmeling- Joe Sekyra. Am 4. Januar in New York. Für den ausgefallenen Kampf gegen Vale Dfun hat Mar Schmeling schnell Ersatz bekommen, denn wie ein Kabel aus New Dort meldet, wird Schmeling bereits am 4. Januar in der großen Halle des New- Yorker Madison Square Garden in den Ring gehen. Das erste Auftreten des Deutschen in Amerika war fo imponierend, daß man ihm für den 4. Januar den Hauptkampf zuteilte, in welchem er mit bent guten amerikanischen Schwer gewichtler Joe Set yra zusamunentreffen wird. Die Verträge für diesen Stampf sind durch Schmelings Manager Arthur Bülow, dessen Kontraft mit bem ehemaligen Europameister von der New- Dorter Stommission für rechtsverbindlich erklärt wurde, bereits unterzeichnet worden. dem Vier Meisterschaften in Dortmund. Die Westfalenhalle" beschränkt sich bei ihrem Tag der eisterschaften" am 6. Januar 1929 nicht nur darauf, den Borintereffenten ein erstklassiges und bedeutungsvolles nationales Brogramm zu bieten, sondern verbindet damit auch eine große Berbeveranstaltung. Neben den Titelkämpfen im Fliegengewicht zwischen Erich Kohler, Berlin, und Karl Schulze, Magdeburg, in Febergewicht zwischen Baul Road, Berlin, und Gohres, Duisburg, fowie im Weltergewicht zwischen Hans Seifried, Bodhum, und Helmut Schulz, Königsberg, ist neuerdings die vierte Meisterschaft perfekt geworden, und zwar die im Leichtgewicht zwischen Baul Czirson, Berlin, und Frizz Reppel, Herne. Nach der Verlegung Czirjons in Paris dürfte dieser Kampf aber fehr in Frage gestellt sein. Hein Müller zum Europałampf gemeldet. Obwohl nach dem Halbschwergewicht vorhanden, vielmehr erst eine Endausscheidung Berzicht von Mar Schmeling gegenwärtig fein deutscher Meister im zwischen Hartkopp und Heeler anberaumt ist, um den Gegner für den anerkannten Meisterschaftskandidaten Hein Wüller zu ermitteln, hat die Bogsportbehörde Deutschlands den Kölner bereits jetzt als Bewerber um die Europameisterschaft bei der JB. angemeldet. " Wir sind im Bund!" Autosuggestion bei den Ausgeschlossenen. Der Arbeiter- Turn- und Sportbund hat jest zweierlei Mitglieder! Und zwar solche, die Beiträge bezahlen, und eine befondere Kategorie, die teine Beiträge abführt. Die ersteren sind erfreulicherweise in der Mehrzahl und über sie wird auch nur Buch geführt. Die zweite Kategorie besteht aus den Ausgeschlossenen, der fogenannten„ Opposition". Nun wird die beitragzahlende Mitgliedschaft freilich glauben, daß die ausgeschlossene Opposition gar nicht Mitglied ist. Aber das ist eine veraltete Anschauung. Denn nach den neuen Instruktionen aus Mostau bestimmt nicht mehr der Bund darüber, wer Mitglied ist, sondern darüber verfügt die Oppofition. Daher hat der„ Oppositions"-Kreistag am 21. Oftober folgendes beschlossen: ,, Wir betrachten uns nach wie vor als rechtmäßige Organisation des Arbeiter- Turn- und Sporibundes und werden unsere Arbeiten im Sinne der Klassenkampftradition des Arbeiter- Turn- und Sportbundes burchführen." Anfänglich hatten die ausgeschloffenen Oppositionsvereine noch nicht diese Erleuchtung aus Mostau. Sie betrachteten sich als aus: geschlossen, ließen die Firma:„ Mitglied des Arbeiter- Turn- und Sportbundes" fallen und wollten einen neuen Bund gründen. Aber dann gab's Drud. Sie mußten beschließen, daß sie weiter im Bunde find, und so wurde auf einfachste Weise die Einheitsfront" wieder hergestellt! Durch diesen Geniestreich ist nicht nur der Arbeiter- Turn- und Sportbund glänzend geschlagen, sondern auch der berühmte Ben Atiba. Aber mer fonnte auch voraussehen, daß die Opposition so wißig ist? Jedenfalls ist Fichte" laut Beschluß der Oppofition wieder Mitglied des Bundes, was man im Fichte ,, Stampfgenoß" fchwarz auf weiß lesen tann, und die anderen ausgeschlossenen Vereine ebenfalls, worüber uns das Kreisblatt der Opposition„ Sport und Spiel" belehrt. Daran ist nichts mehr zu ändern! Damit ist nun freilich erst der Anfang gemacht. Wie wir aus zuverlässiger Quelle hören, findet im Januar in Moskau eine außerordentliche Tagung statt, die sich mit folgendem Antrag beschäftigen wird: ,, Ab 1. April gehören alle der Bentraltommiffion für Arbeitersport und Körperpflege" angeschlossenen Sportorganisationen der ,, Roten Sportinternationale" an. Die Verbandsleitungen werden von der RSI. neu besetzt." Der 1. April ist deshalb gewählt worden, weil dieser Tag für größere Aftionen besonders geeignet erschien. Bei dieser Gelegenheit foll auch die Berliner Kartellfrage im Sinne der Einheitsfront erledigt werden. Wir haben jezt in Berlin zwei Kartelle: 1. Das ,, Kartell für Arbeitersport und Rörperpflege", das der Zentralfommiffion angehört, und 2. das ,, Arbeiter- Sport- und Kulturfartell", das von der Zentralfommission ausgeschlossen wurde. Ab 1. April follen beide Kartelle der RSI. angeschlossen werden, die Zentraltommission erhält ihren Siz in Moskau. Die Einheitsfront ist also auf der ganzen Linie wieder hergestellt. Neben der heiteren hat die gegenwärtige Situation im Arbeitersport aber auch eine ernste Seite. Wir fehen, daß die„ Opposition" fich ernsthaft gefährdet fühlt. Ihre Fried, Berg- und sonstigen männer und Frauen autein überall hin und versenden SchriftVereine im Reich durch Irretierung für die Veranstaltungen der ftüde und Zeitungen im Namen des Bundes", um die bundestreuen Oppofition einzufangen. In Berlin und der Provinz Brandenburg wird der gleiche Unfug mit dem Bundesnamen getrieben. Diese Schwindelmanöver werden auf die Dauer nicht verfangen, fönnen aber zeitweilig Berwirrung anrichten. Wenn wir diesen Bauernfängern das Handwerk legen wollen, so muß noch weitgehende AufPlärungsarbeit unter der Arbeiterschaft geleistet werden, besonders in der Provinz. Hallensportfest des ASC. 0 Am Sonntag, 6. Januar, plant der Athletit- SportClub ein großzügiges Werbe hallensportfest in der Turn-, halle Prinzenstraße 70. Die Bereine aus Stettin, Burg, Rathenom, Brandenburg haben zugesagt, mit je 10 bis 15 ihrer besten Leichtathleten die Beranstaltung zu unterstützen. Neben Sondervorführungen, die Einblick in den modernen llebungsbetrieb eines Arbeiter- Leichtathletikvereins geben, wird eine Anzahl leichtathletischer Wettbewerbe ausgetragen, die bei der großen Leistungsfähigkeit der teilnehmenden Vereine Beachtung verdienen. Rudern, der älteste Sport! Man hat sich gewöhnt, England als das Mutterland des Sports zu bezeichnen. Bereits im Jahre 1715 fdyrieb ein reicher englischer Schauspieler namens Doggett ein Rennen füt Watermen" aus und stiftete als Preis für den Sieger einen mit Stiderei reich verDerzierten Rod nebst einer mit einem Schilde versehenen Armbinde, den„ Doggett coat and badge", der seit 1716 in unregelmäßigen 3wischenräumen und seit 1786 jedes Jahr ausgefahren wurde. Eine ganze Reihe englischer Berufsruderer, die später auch durch ihre Trainertätigkeit das Rudern in Deutschland belebten, find Gewinner dieses Preises gewesen; wie z. B. East Harding und E. Barry. Die ersten Amateurrennen waren die Universitätsachterrennen zwischen wurOxford und Combridge, die heute noch das Ereignis finb.wischen den 1829 zum ersten Male gerudert. Ein Jahr später folgte bie erste Amateurmeisterschaft auf der Themse( Bingfield- Sculls) und 1831 die Berufsmeisterschaft der Welt. Seit 1839 endlich findet in Henten die berühmtefte Regatta in jedem Jahr statt. o Wambit- Cacquehan im 21. Berliner". Der Direktion des Berliner Sportpalaftes ist es gelungen, die beiden Franzosen ambst Lacquehan, die überlegenen Sieger des 17. Berliner Sechstagerennens, auch für die 21. Beranstaltung vom 4. bis 10. Januar zu verpflichten. Einladung nach San Sebastian. Die deutschen Bormeister Hein Domgörgen, Baul Czirson und Baul Road haben Kampf angebote aus San Sebastian erhalten. Wahrscheinlich wird dieser oder jener Boger der Etaladung zu einem Mitte Jamar 1929 geplanten deutschen- spanischen Kampftag Folge leisten. Bundesreue Vereine teilen mit: Arbeiter- Radfahrerbund Groß- Berlin. Conniog, 80. Dezember, 18 Uhr, Mblershof, bei Siege. Dienstag, 1. Sanuar( Neujahr), 18 Uhr, Söpenic ( Wendenschloß). Start Beldemarstraße, Ede Mariannenplag. Gäste mill tommen, FIGB., Bezirk Tempelhof- Marienberf! Die Surnabende finden jest wie Desirt Dienstags und Donnerstags von 20-22 Uhr, beide Alarichſchule. Streleu. Monatsversammlung Freitag, 4. Januar, 20 Uhr, bei Hofmann, folgt hatt: Frauen: Montags und Donnerstags won- Uhr: Me Martgrafendammt, Ede Straſouer Alice. Freie Faltboatfahrer Berlin. Am 31. Dezember Jahresendfeier in GuNow bei Gräbendorf( 3u ben vier Linden). Bewust werden folgende Züge ab Görliger Bahnhof: 17.11, 19.11, 21.11 bis Rönigswusterhausen, dort Omnibus anschluß bis Gräbendorf. Gäfte wiffenmen. + Geschäfts- Anzeiger Bezirk Süden- Weften. 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