Morgenausgabe Nr. 614 A 311 4Z.Iahrgang Wöchentlich SSM. monatlich S,öv Zsc. km voraus zahlbar. Postbezug 432 M. «nrschl. Bestellgeld. Auslandsabon»«- «ent 6.— M. pro Monat. De?.BorwSrts* erscheint wochentöz« Kch zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Adendausoaden für DerU« und n.i Kandel mit dem Titel.Der AlbeNd". Illustrierte Betlagen.Volk und Zeit" und.Klnderst-eund". Ferner .Unterhaltung und Wissen".„Frauenstimme"..Technik".Blick in die BücherweU" und.Iugend-Vonvart»* Vevttnev Vottsvlatt Gonniag 50. Dezember 1928 Groß-Äerlin 15 Pf. Auswckris 20 pf. Sic c I n I»» litl» JlijnjKrtlH.jrll« va 00�*1. r._ ru.- mort„Klettte Anzeigen' da» setlge- druckte Wort�LS Pfennig(zulässig zwe� » s weitere Wo W Psenntg. Retlameteile 5.-- Besch»» „Kleitte� »ort 25 V. fettgedruckte»orte), jedes weitere Wort .2 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Psenntg. jedes weitere Wort ?V Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Motte. Arbettsmardt Zeile S0 Pfennig. Familienonzeige« fü» Albonnenten Zeile 40 Pfennig. Änzeigen» annahm» im Hauptgeschäft Linden» strahe 3. wochentägl. von S'/, dt» 17 Uhr. Jentvalorsan der Sozialdemokratischen Vartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Eernsprecher: Dönbost 292—297 Telrgramm-Sdr.: Sozialdnnokra» Yerlt» Vorwäris-Verlag G.m.b.H. Dostlcheikkonto: Berlin S? 536.— vankkonlo: Bant bei Stbdttt, Lngcstcllxn und Beamten Dallslr. 65. Dittonio-Eelellschast. Depositenkalle Ltndenstr S Italien an der Jahreswende. Scheinbare Konsolidierung des Faschismus. Locarno, Ende Dezember.(Eigenbericht.) MnssMini hat die..mathematische Gewißheit der Dauer" seines Regimes seinen„Untertanen" verkündet, wohl, um den Jullitsirmen vorzubeugen, die der Nahreswechset in vielen wecken könme. Man sieht ein alles Äahr zur Rüste gehen und fühll ein eigensinniges Jossen: so k a n n es ja nicht bleiben, es m u ß anders werden. Aber mit der au« dem Gefühl der. Unerträglichkeit des heutigen Auslandes geborenen Zuversicht auf ein besseres Morgen fristet man sich in Italien nun schon über sechs Jahre hin: die llnertröglichteit bleibt und das bessere Margen kommt nicht. An unseren Jahres- wenden wendet sich nichts: kein Neujahr bring, uns neues. Nun gibt es aber keine marhematische Gewißheit in Dingen des lebendigen Lebens, das sich von-innen heraus emwickell. In der Dot bot der Ministerpräsident seine Gewißheit, hingeschleudert wie. eine Drohung: sie kommt ihm aus dem Vertrauen aus seine Maschinengewehre. Er meint gar nicht, daß ihm die Eww'cklung der Dinge recht geben werde; er traut sich nur die Macht Zu. diese Entwicklung gewaltsam niederzuhallen.„Jdj hin stark genug, zu verhindern, daß es in Italien anders werde"— das und nichts anderes bedeutet seine„mathematische Gewißbeit". Aber das Gefühl der Unerträglichkell ist noch keine Gewähr des Wechsels. so wenig die subjektioe Vorstellung unbegrenzter Macht eine Gewähr der Dauer ist In der G-schichte ist viel Unerträgliches ertragen worden, man weiß jedoch von leiner Diktatur, überhaupt von keiner einem Volke zwangsweise ausgenötigien Gestallung. die Bestand gehabt hätte. iWenn die einen verzagend, die anderen'rgdlock-mb sggen? iir Italien, wird nichts"anders, so täuschen, sich beide., iirei- sich ist über das jeßt vergängene Jahr nichts Zu berichten, was eine Verminderung der faschistischen Mochtmittel bedeutete. Die Miliz ist weiler Z00 000 Mann stark und hat ihr«»ewasiwmg aus«taatskollen verbesieri. Wenn schon das Jalir lll27 mitderselbstverwoltungderSemeinden ausgeräumt hatte, so Hot man im Jahr« lll28 dem Wahlrecht für da? Parlament ein Ende gemacht. Die große Masse der Bevölkerung, olle R i ch t s a s ch i st e n, stich vollkommen wafsenlo». Häusige Haussuchungen und eine beispiellose Spigelei sorgen dafür. Die satlische. wenn auch nicht rechtliche Aushebung des Briefgeheimnisses macht iede Ber- stiindigung Gleichgesinnter unmöglich. Dabei bat die Jurisprudenz des Spezialgerichts sestg-i-ßt. daß zum Begriff der B- r s ch w o- rung ein persönlicher«erkehr, ja auch nur eme persönliche Be-�a»» tschast der„Verschworenen" nicht ersorderl.ch sei! Die gewallsaine Beseitigung der Antisaschisten hat von Aniong an zu den normalen Kampsmitteln des Faschismus gehört t.ie Novembergesege vom Jobre>«2b legalisierten sie durch E.nsuhrung der Dodesstroie für politische Verbrechen, u.ll. das Jahr lüW hot die erste Anwendung dieses Gesetzes gesehen. Der kliitisaschiii Della Moggioro ist wegen Toischlag? an einem.nschisien e r- schössen worden. Kaum einen Monat spater sprachen d.e Ge- schworen.'» von Jerraro einen Foschisten'«st d» einen Ca ra- bintererschossen Halle, von dem er zum Einhalten der Polizeistunde ausgesorder, worden war. Der versugt al o weller Über alle Mittel der Gewalt und der»«drohunq. de sich aus der rüchsichtslosen Handhabung der Stootsmasch.ne.,» Dienste eine» Parteii'lleresfes ergeben. Auch die Wirtschaststr.se bot"' � �*'Ü gezeitigt, die die Gegner der Dittamr von ehr erhofft hallen. Wohl ist die Arbeitslosigkeit groß- n!n tistiken iehlen die Einnahm« n de rsto at?bah find um 438 Willionen Lire g r e t u li g..Wahlrecht der produlliven. Elenieiu« der Nation" und. ähnlichen Flausen. Was man so geschossen hat, besitzt kein Eigenleben, ordnet nichts, diszipliniert.nichts, stellt im Glinde nicht aiideres. dar' als das Zeremoniell, unter dem sich die Ernennung der Abgeordneten durch den Käbinettschof vollzieht. Alles ruht nach wie vor auf der Willkür und Laune eines Menscke», noch dazu eines Psychopathin. Ein solches Regime tonn man ändern: konsolidieren kann man es nicht. Die Tatsache, daß der Faschismus sich nicht ändert, sich nicht ändern kann, nichts anderes ist und nichts anderes werden tan» als eine Diktatur, ist uns der Bürge seiner Vergänglichkeit! BsmSenfunde in Mailand. Mailand, 29. Dezember. Ein Arbeiter, der gestern die Gitter der K« l l e r e i r ä u m- l i ch k e i t e n im Polazzo A e s p i c c i kontrollierte, fand in einem Keller, der gegenüber dem K ö» i g s p a l a i s liegt, ein« B o m b e. Eine zweite ähnlich« Bombe wurde von einem Funl- tionör und einem Polfzeibeamkn ausgesunden. Die Bomben wurden der Artilleriedirektion zur Prüsung zugesandt. Es wurden so- fort Recherchen eingeleitet, um die Verantwortlichen festzustellen. Bolivien bestreitet. Oer pariser Gesandte bei Ariand. pari». 29. Dezember.(Eigenbericht.) Der bolivianische Gesandte in Paris Hot am Sonn- abend gegenüber Briand die Rachiichten von einem Vorstoß der bvlinianischen'Tr Uppen gegen Paraguay aus dos»ach- drücklichste dementiert. Er Hot außerdem zugesichert, daß Bolivien alle Verpflichtungen, die e? gegenüber dem Völkerbundsrot auf die Intervention Brionds hin eingegangen sei. ouss peinlichste beobochten werde. Oer Turban beseitigt. Eine persische Ku'iu'rcform. Teheran, 29. Dezember. Dos persische Parlament Hot ein Gesetz angenommen, da, besagt, daß Turbane mir von G e> st l Ich e n und Studenten der lheolo. gie getragen meiden d ürfen, während für die übrigen Männer europäische Kleidung und eine Kopfbedeckung vorgeschrieben wird, die elivos an die französische Militärmühe erinnert. HO Uscher in Eisnot. Auf einer. SGolle treibend dem Tob entgegen. 'Auf dem Pcipussee im Osten Estlands spielt sich ein« surchtbaee F-ischertragüdic ab. 160 Fischer sind aus einer großen Eisscholle durch starten Wind mit allen Ihre« Retzen in deu offenen Peipnssee abgetrieben worden. Mit größter Mühe ist eck gelungen. 5 0 Fischer zu retten, während die übrigen 110 als verfcholle» zu betrachten find. Es ist zu befürchten, daß sie sämtlich ertrunken sind. Die estnisch« Regierung beabsichtigt, die Suche nach den Verschollenen mit Flugzenaea aufzunehmen. Tie Rettungsaktion stößt auf starke Schwierigkeiten, da die vorhandenen Schisse sehr klein sind» so daß sie das Ei* nicht Passiere« könne«. Deutsche Außenpolitik 1928. Ein Rückblick zur Jahreswende. Vau Rudolf Breitscheid. Man hatte in Deutschland vom Jahre 1928 außenpolitisch sehr viel erwartet. Man hatte mit größeren Fortschritten>u der endgültigen Liquidierung des Weltkrieges und auf dem Wege zur Wiederherstellung unserer vollen Gleichberechti- gung unter den Völkern der Welt gerechnet. Und nun, wo die erhofften Ergebnisse ausgeblieben sind, oder sich doch nur zum kleinen Teil verwirklicht haben, ist man enttäuscht, und wuter erheben sich wieder die Stimmen derer, die von den Fehlern der vergangenen Jahre und von der Notwendigkeit der grundsätzlichen Äenderung des Systems spred>en. Öhne daß wir freilich audz diesmal erfuhren, wie die angeblichen Fehler hätten vermieden werden können, und wo die neuen Wege zu finden sind, die sich unserer Politik auftun. Hier und da ist zweifellos zu viel erwartet worden. Gewisie Kreise haben Hoffnungen genährt, für die kein Grund vorhanden war. Sie haben sich� zu wenig an die realen Tatsachen gehalten und sich in Träume eingesponnen, denen, wie die Dinge lagen, lein frohes Erwachen folgen konnte. Bei ihnen ist natürlich die Unzufriedenheit jetzt am größten. Aber es hat doch auch einige sehr bestimmte und umgrenzte Wünsche gegeben, deren Erfüllung bei gutem Willen derer, auf die es ankam, im Bereich der Möglichkeiten gelegen hätte. Sie bezogen sich in erster Linie auf. die frühere Räumung zum mindesten eines Teils des besetzten Gebietes und auf die Förderung der inter- nationalen Abrüstung. Und auch hier ist trotz energischen Arbeitens von deutscher Seite, trotz Redeil im Parlament, diplomatischen Verhandlungen und starkem persönlichen Druck, der in Genf und Lugano auf die Staatsmänner der ehemaligen Alliierten ausgeübt.wurde, ejn greifbares Re- fultat. nicht erzielt worden. Zunächst die Abrüstung. Die vorbereitende Ab- rüstungskonferenz des Völkerbundes hat im Frühjahr ge- endet wie das Hornberger Schießen. Eine Einigung war nicht zu erzielen. Am wenigsten selbstverständlich auf der Basis der radikalen— und übrigens innerlich unwahrhof- tigen— russischen Vorschläge, aber auch nicht auf irgendeiner anderen Grundlage. Was äußerlich gesehen einer Verstän- digung am meisten im Wege steht, is! die Schwierigkeit, die Seemächte aus eine gemeinsame Linie zu bringen, aber wesentlicher ist das allgemeine Fehlen ernsten Wollens bei den Siegerstaaten, die sich nach wie vor hinter die Behaup- tung von ihrer unzulänglichen Sicherheit verschanzen. Dabei ist für diese Sicherheit auch im abgelaufenen Jahr wieder mancherlei geschehen, das über die Bestimmun- gen des Välkerbundpaktes hinausgeht. Der von der vor- bereitenden Abrüstungskommilsion abgezweigte Sicherheits- aussd)uß hat Vertrogsvorschläge ausgearbeitet, deren Be- Nutzung geeignet wäre, noch bestehende Befürchtungen bc- träckitlich zu verringern. Der KeUogq-Patr. der den Krieg als Mittel nationaler Politik ausschalten will und streitende Staaten auf den Weg der Schiedsgerichtsbarkeit verweist, ist am 27.'August in Paris feierlich unterzeichnet morden: außerdem wurde ein? Anzahl neuer Schiedsverträge abge- schlosien. Und. was für uns und unser Verhältnis zum Aus- lande wichtig ist, Deutschland Hot zu all diesen Fragen v o s i t i v Stellung genommen. Es hat im Sicherheitsous- ichuß aufs eifrigste mitgearbeitet, es hat als erste Macht dem Kellogg-Pakt zugestimmt, hat weitere Schicds- vertrage abgeschlossen und am 2. Februar die bekannte F a k u l t a t i v k l a u s c l des Staates für den Jntcrnotlo- nalen Gerichtshof parlamentarisch ratifiziert. Deutschland ist unter diesen Umständen am ehesten be- rechtigt. an der Unergiebigkeit der Adrllstimgsv-rhpndlunzen scharfe Kritik zu üben! und es durfte daher auch durch Stimm- enthaltung der Resolution der letzten Völkerbundversamm lung, die die Einberufung der Abrüstungskonferenz aus?' neue versdiizbt, und alles auf eine vorherige.Verständigung unter den einzelnen Militärmächten abstellt, sein� Zustim mung versagen.„Wir können", so erklärte Gras Bernstorsf am 25. September in Genf,„nicht einer. Resolution bei- vflichten, die vor allem die Bedenken gegen ein schnelles Vorwärtsschreiten hervortreten läßt, anstatt dem Berlangen der Völker zu entsprechen, die in der ganzen Welt zum min- destcn ein kleines Ergebnis dieser Arbeit erwarten." Die Sicherbeit ist dann aber auch einer der Vorivand?. die vor allem Frontreich einstweilen eine vorzeitige R ä»- mung der besetzten Gebiete ablehnen lassen. Die deutsche Regierung bat sich auf ihren Rechtsansoruch berufen und diesen am stärksten durch den Mund des Reichskanzlers Hermann Müller in Genf geltend gemacht. Mag fein, daß bei der Unklarheit der einschlägigen Bestimmungen des Bersailler Vertrags der rein suristisch? Standpunkt nicht stark genug ist, doch über die Ersordernisie des formalen Rechts gehen die der politischen Befriedigung. Daß die Besetzung «in Hemmnis der wirklichen Verständigung ist. hat unter Zu- stimmung so gut wie aller Parteien der Außenminister Stresemann im Reichstag mehr als einmal dargetan, und als Führer der deutschen Delegation hat es Hermann Müller in Genf wiederholt, als er die Fraze nach der sofortigenatse«s anzunehmen und sich der Autorität der Rattonalregierung zu unter- werfen. Um dies« äußerlich keuutlich ,u mache», werde« heute alle öffentliche» Gebäude die Fahne der weissen Sonne hisse». O Bei dem Charakter der Haoasagentur als dem weitaus bedeutendsten und daher vielfach von der Regieruna benutzten Nachrichtenbureau Frankreichs wird man diese Nachricht nicht als unverbürgt ansehen können. Stimmt sie. so ist die Der« einlgung der Nordprovinzen mit dem Süden, der seine Wacht bereits über Peking hinaus nach Norden ausgedehnt hat. kaum mehr sraglich. Mag auch Japan diese Einigung höchst unerwünscht sein, weil sie die Beherrschung größerer Teile Chinas dukch fremde Mächte bedroht, so hat die Anerkennung. I die der Südregierung nach der Einnahme Pekings jetzt durch Großbritannien zuteil geworden ist, die bedeutsame und förderliche Totsache offenbart, daß England die Einigung Chinas nicht mehr glaubt hindern zu können und sich mst ihr lieber abfindet. Nordamerika hat dies von Anfang an getan und schließlich wird auch Japan nicht allein auf weiter Flur bleiben wollen—> noch dazu gegen den anderen Großstaat der gelben Rasse. Ein russischer Protest. Moskau. Zg. Dezember.(Tel-Az der Sowjet union.) Dem chinesischen GcschästetrSger wurde ein» von Sarachan (dem oerjagten Gesandten In Peking! Red. d.V.) unterzeichnet« Protest- note anläßlich der Besetzung des Telephonamt» der o st» chinesischen Eisenbahn durch die chinesischen Behörden Übergebsn. Di« Rote verweijt auf die aus dem Kontrakt von 1896 sowie den Abkommen von Peking und Mulden vo»\$Zi sich ergebenden unanfechtbaren Rechte der ostchinesischen Eisen- bahn auf Errichtung und Benutzung des lelephonamts: diese Rechte seien praktisch nicht bestritten und durch die Abmachung von 1927 über die Herstellung eines telephonischen Fernverkehrs eigen? he« kräftigt werden. Trotz der vertraglich festgelegten, bestimmten Ordnung übr dl« Entscheidung von Strettsragen hätten die chinesi- scheu Behörden vorgezogen, brutal« Gewalt anzuwenden. Indem di« Sdwjctregierung entschiedenen Protest einlegt, perlangt sie die Freigebung des Telephonamts und Richtzulassung, derartiger Handlungen in Zukunft und betont ihr« Bereitschoit. Gleichheit und Gegenseitigkeit. Schiedsvertrag mit Nordamerika. Dashtngton. Zll Dezember. Das Staatsdepartement hat vorgeschlagen. Verhandlungen;um Abschluß«ine» Schledsoer träges mit China zu«öffnen. Ei» Vertragsentwurf soll dem chinesischen Gesandten übermittelt worden sein. Japan will Vertragsschluß erzwingen. lokia. 29. Dezember.(Agence Jndopacisigue.) Eine Konserenz mehrerer Abgeordneter hat«in« Entjchlietzung angenommen, die erklärt, daß die Schantungtruppen nicht vor Ab- schlutz der Verhandlungen zurückgezogen werden dürfen. VSlkerbundgesandter jvr Nanking. In den nächsten Tagen trifst in Nanking der Untergeneral- sekretär de» Dölterbunde,. A v e n o l. ein. der Verhandlungen mit der Rankingregieruirg führen wird. Aoenol wird dem Vorsitzende» de» Zentralrat», Tschiangkaischek, einen Desuch abstattet». Gonderbare Demokratie. Wie man in der Tschechoslowakei den Vottswillen fälscht. Prag. Zg. Dezember.(Eigenbericht.) Räch wochenkangen Beratungen hat die Regierung heute abend di« im Gesetz vorgesehen« Ernennung van Fachleuten für die vor kurzem gewählte Londesvertretung vollzogen. Die Landesoertretung bestehe zu zwei Dritteln au» Geivählten und zu einem Drittel au» der van der Regierung zu ernennenden Fach- lcuten. Wie vo.» vornherein zu befürchten»var. hat die Regierung ihr Ernennungsrecht dazu mißbraucht, um das Ergebnis der Wahlen vom 2L®«jembcr, di« den Regierungsparteien«in« Rieder- läge brachte, entsprechend zu korrigieren und sich namentlich im böhmischen Landtag, in dem von 80 geivählten Vertretern nur 3ä Reglerungsparteiler sitzen, die Mehrheit zu verschassen. Sie hat«insach in den böhinischen Landtag nunmehr 28 Regierungs- parteiler und lZ Oppositionell« ernannt. Besonder» kroß sind die ZZerhälMiss» im de u t s ch» n Lager, Von den deutschen Regierungs» Parteien hatten in Böhmen die Agrarier ih dl« Christlichsozioken i und die Gewerbeparteien 1 Mandat in den Wahlen errungen. Da. zu wurden nun heut« nicht weiriger al, 4 Agrarier, 3 Christlichsoziale "nd 2 Gewerbeparteiler ernannt, während von den deutschen Oppo- sitionsparteiep nur«in Angehöriger der ohn»die» regierungsfreund. ltchen Arbelt», und Wlrtschaftsgemeinschast. lediglick, zwei deutsche Sozialdemokraten ernannt wurden, obschon dl« Partei in d«m Wahlen? Mandat« errungen hatte In Wöhren wurde ein deutscher Sozialdemokrat ernannt. Nicht viel besser steht e» aus tschechaslowakischer Seite. Di« Regierung hat auch hier da» Wahl. ergedni» vom Z. Dezember zu ihren Gunsten versälscht und verfügt rnrnmehr in ihren vier Landtage» über die nötig« Mehrheit. Vorgetäuschtes Grenzgefecht. Bulgarische Mache. ; Sofia, 29. Dezember.(Eigenbericht.) Bulgarische Blätter verbreiteten vor wenige» Tagen amtliche Meldungen über blutige Ucbersälle von südslawijchen Emigranten aus bulgarisch« Grenzdörfer. Im Verlaus einer Diskussion zwischen zwei Vlöttern in Sofia hat sich setzt herau-gestellt. daß einer der Nebersäll« von einem bulgarischen Dezlrkspräfektsn inszeniert worden ist. Er ließ durch die Gendarmerie ein Feuer- gesecht so geschickt vartäuschen. daß selbst die ortsansässig, D«- i-ölkerung einen lisbersall annahm. Die bulgarische Regierung hat anläßlich des Neujahr» l09 Straf, gri-ngene amnestiert, darunter 80 politisch«. Zehn Jahre. Vie Kommuni tische Partei feiert Zubi'äum. Lor zehn Jahren wurde in Berlin die Kommunistische Partei gegründet. Der Gründungsparteitag bewies, daß die Bewegung den Führern über den Kopf wuchs. Rojo Luxem- bürg stemmte sich gegen den Boykott der Wahlen zur National- Versammlung mit den Worten:„Maschinengewehr« gegen Nationalversammlung ist eine schlechte Parole.'* Borgeoens: der Bontott wurde beschlossen, die Partei auf die Grundloge der Hoffnung auf die Katastrophe gestellt. Die Geschichte der KPD. ist die Geschichte der Zertrümme- rung dieser Hoffnunaen. Kein« der geschichtlichen Kala- strophen dieser zehn Jahre hat Sowjetdeutschland verwirk- licht, weder der polnisch-russische Krieg noch die Ruhrbesetzung Der Appell an die Maschinengewehre hat zu Aderlässen an der Arbeiterschaft geführte ohne der Sache der Arbeiterschaft zu nutzen. Jeder Kommunist! putsch war ein Hindernis'auf dem Bormarsch der- deutschen Ärdelterschast. Die innere Geschichte der KPD. Ist ein unübersehbares Durcheinander von Fraktionsbildung. Spaltung. Wiederoer- einigung. Führerabsetzung. Kurswechsel, Kamvf aller g«gen alle. Bei der Gründung der Partei hatte st« Führer, die selbst dachten. Männer mit polltischen Idealen und Heber- zeugungen. Die Gründer sind heute nicht mehr dal Sie sind davongegangen, gestorben, ermordet, ausgeschlossen— die KPD. von heute bat für sie keinen Raum mehr, ebensoroenig wie für eigene» Denken. Die Partei existiert als radikale parlamentarische Oppo- sitionspartei. die hemmungslos dem Prinzip der absoluten Verneinung huldigt. Sie fängt bei Wahlen die Stimmen derer auf. die nur„dagegen* sind, ohne zu wissen, was sie selbst wollen. Das gibt ihr die breitere Basis. Ein« politisch« Zukunslsidee hat sie nicht. Sie ist«in Teil der Sotrapie Moskauer Internationale, ein Instrument Stalinscher Politik. Si« sucht die Unbedingtheit, den Radikalismus, di« Illusionen wie die Sprache der Gründer von vor zehn Jahren nachzuäffen— aber was damals aus weltgeschichilichem Ge» schehen, aus der ungeheuren Verwirrung der Zeit verständlich war. wirkt heute wie auf Flaschen gezogen, kalt entkorkter Wahnsinn. Die KPD. ist ein Gespenst— erst zehn Jahr« alt, dennoch schon ein Anachronismus. Es wäre an der Zeit, das es unter die Erde käme. Kommunistjfche �Zraktions"- Arbeit... ...« cht sozialdemokratische Fälschung! Wir verösfentlichten am 27. November einen unserem Jenaer Parteiblatt zur Verfügung gestellten Brief, der die geradezu UN- glaublichen Zustände in der Kommunistischen Partei Thüringen» enthüllt. Natürlich schrie die„Rote Fahne* sofort über„sozial- demokratische Fälschung*, wozu sie ja verpflichtet ist. sobald irgend- ein der KPD. unangenehme» Dokument austaucht. Jetzt muß die„Rote Fahne* selbst zugestehen, daß der Verfasser des Briefe» der Kommunist Otto Koch. Mitglied der kowuvistischeu Unter- bezirkleitung Gotha ist. Ei« sucht sich darauf hinauszureden, daß Koch«in„Äechier* und— natürlich jetzt erst! wegen des Briefes au» der APD. ausgeschlossen worden sei. Damit wird ober kein Titelchen an der Talsach« geändert, daß der Verfasser eingeschriebenes Mit- glied der KPD- und hervorragender Funktionär bei ihr»var, als der Brief geschrieben wurde. Koch Ist übrigen? nach weit mehr, al» die„Rote Fahne* zugeben will, in der KPD. gewesen: er war un- besoldeter Beigeordneter und führt« die Eeschässe«Ines Unter- bezirksführers. Wie unser Jenaer Partelblatt mitteilt, hat Koch erklärt, daß er den Brief auf Veranlassung und Diktat weiterer Hinter- männer abgefaßt habe. Es werden wohl also noch eine A n- z a h l führender.Kommuni st en mit in diese Sache ver- wickelt werden. Unser Jenaer Parteibtatt permutet, daß c» sich dabei um den kommunistischen Landtagsadgeardneten Tenner handelt, der wie Koch aus dem rechten Flügel steht. Vor allem aber zeige di« Urheberschaft, daß der Inhalt de» Briefe» richtig sei und daß die aus der Kommunistischen Partei Thüringen» ausgeptauderten i Intimitäten zutreffen. Unser Blatt schließt mit der Feststellung: „Der Brief ist k e i n e g S l s ch u n g der SPD.! Der Brief ist keine Stinkbombe der SPD.I Der Brief ist O r i g i n a l e rz e u g n»» namhafter Kommuni st enl Der Brief wird in seinem Inhalt al» richtig anerkannt! Damit ist der Vorwurj, die SPD. habe diesen Brief g e s ü l s ch t. von der Kommunistisch«», Partei selbst erledigt worden.* Vach zehn Jahren(Sowjetherrschast. Brotkarten m Leningrad. Die deutsch« komm inlstisch« Presse hört l«id«r nicht auf. da» a» sich so ochten»werte. m» ganzen aber vergebliche Ringen der russischen Kommunisten um wirtschofUich« Erfolge der deutschen Ar- betterschast al»»eifpiel sozialistischer Aufbouardeit vor Augen zu führen. Ein« Meldung au» Petersburg, di« di« amtlich« Einführung vo» Brotkarten ankündigt,-.nü»h jetzt auch dem-? gtäubizsten kommunistischen A-beiler var w-rtnn tasssn. daß er von der für ihn zurechtgemachte« kommunistischen Press« irr»»>' geführt wird. Da» Präsidium der Leningrad«? Sowjet» hat nach dieser M«l- dung die Richtlinien für di« Einführung van Bezugsbüchern für Broteinküuf« bestätigt. All« Arbeiter und Angestellt«. Funktionäre, unterftützungsderechtigt« Ardeltolos«. Schüler. Handwerker sowie P»rsonen der freien Berus««rhasten nach diefen Richtlinien aus den Ramen de» Familienvorstand«» lautend« und zum Einkauf für all« zum Ha-.isstand zählenden Personen bsr«chtigettd« Brotkarten. Wie bei un» w Dmttfchland während de» Kriege» und nachher wird nach Brotncngen ta» Recht le» vroteintauf» in abtrennbare« Abschnitten zugewogen. Zweimat am Tag« kann in den Leningrad«? Konsumvereinen Brot auf dies« Karten v«rlangt iverden An Per- svnen, hie nach den russischen Vorschriften nicht zur werktätigen Bevölkerung gehören, soll Brot nur zu erhöhten Preisen abgegeben »Verden. Die letztere Bestimmung unterstreicht nur di« Sorgen, die die russischen Wirtschastesührer für d>« Befriedigung de» oller, primitivsten Lebcmbedürfnisse», de» verlangen» nach dem alltäg- lichen Brot, heute haben. Sowjetrußlaiü» hat sett vielen Iahren Frieden. E» hat auch nach innen Ruhe. Bon einem Wirtschaft», boykott durch die kapitalistischen Länder kann kein« Red« sein: denn um Daren zu verkaufen, findet heut« ei» regelrechter Wettlaut noch Moskau statt. So bleibt nur die höchst traurig, Fest. steltung. daß e» der sowsetrilsstschen Wlrtschaftesührung nicht gelingt, und zwar ausschließlich au» eigenem Bersagen, den russischen Menschen das Brot zu sichern, auf das si« für ihre Arbett einen Anspruch haben. Trohki bleibi in der Verbannung. Oer Kurort als Lockmittel Statin««. Das Organ de» Lentnbundes(Linke Kommunisten) teilt mit? »In unserer vorletzten Ausgabe registrierten njir eine Meldung aus Moskau, der zufolge Stalin den an Malaria schwer erkrankten Genossen Trotzti zur Wiederherstellung seiner Gesund- heit w«inen sudrussischen Kurort schicken wolle. Diese Nachrieht ist inzwischen überholt, da Stölln seine Absicht berctt» wieder ausgegeben hat. Stalin glaubt«. Genossen Trotzki Um den Prei»«ine» Aufgeben» seiner politischen Auffassungen oder doch einer Konzesston in verschiedenen Fragen ködern zu können. Der Führer der russischen Partei wollt« mit der notwendigen Erholung unsere« Genossen ein Schachergeschäst treiben. T r o tz k» lehnte mit aller Entschiedenheit ab. auch nur ein Jota seiner Leurtettung des Stalin, Kurses und der durch ihn gesördsrten Eni- Wicklung zun» Thennidor In Rußland auszugeben. Stalin ließ nun- mehr sein« Maske fallen: dem unbeugsamen Gegner, dem charakter- vollen Revolutionär und Weggefährten Lenin», zeigte er den ganz.'n Haß de» Renegaten, dessen Erpresseroersuch zuschunden geworden ist. Trotzk: weilt nach wie vor in Alma Ata, in d«r mongolischen Malariahölle, und siecht langsam dahin. Beraubt aller notwendigen Stärkungsmittel, ferngeholten van jeder wirtlichen ärztlichen Hilfe und Pslege, schrrebt der Schöpser der Roten Aeme« in höchster Lebensgefahr. Er hat erneut an alle seine Anhänger einen Appell ergehen lassen, ihm dringlich zu Hilfe zu kommen und sein Lo» zu erleichtern.* Tit. 614• 4S. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts «Sonntag. S0. Dezember 1925 �Berlins Verkehr im neuen Jatir. Da» Zahr 1929 wird für ble(MmUbrng d« Nervo« Verkehrs«inen. Schusse knallen her, mid wir legen eine Welle im Kornfeld. Aehren zwischen den Zahnen. Einer wird vorbeigeführt. Wir blicken auf und flüstern ist naß." lacht einer der Vorübergehenden, es äuft mir schon den Nücken entlang. Mir ist ganz scbwin.'y. ��..Wa» W beutst� brumm» der Begleiter.»Ein vhr schn» um s. ß«» Sie sind vorbei. Wir erheb«» un», greife» wieder zu de» Svaten. und einer sagt: .L>er hat Dusel." Dann wird etwa zwei Stunden lang fast ohne Unter» orechung gegraben. Wir sind in gleichen LbstSnden aufge» stellt, jeder hat seinen Abschnitt, und auch die Grabenbreite ist vorgeschrieben, nämlich: Spatengriff bis Epatenschneide. Do man mit seinem Nachbarn Schritt hallen mochte, arbeitet man, ohne aufzusehen und gerät stark in Schweiß. Es geht wie beim Rennen: einer gräbt wie wild(vielleicht ist er ein gelernter Erdarbeiter), und die Nebenleut« müssen folgen, um keinen Anschnauzer zu beziehen. Gegen 2 Uhr, als die Nacht zu End« geht, kontrolliert der Feldwebelleutnant die geleistete Arbeit und nähert sich in dem durchweg einen Meter tiefen Laufgraben. Lurtje- bam und Pfeiffer haben nur einen halben Meter Tiefe er- reicht. Der Feldwebelleutnant schill: „Verdammt wenigl Das ist doch kein Meter, Kerls!" Seine Zigarette glimmt näher auf, wieder schimpft er. Gleich neben Pfeiffer aber hat ein tüchtiger Erdarbeiter ge- graben, nämlich Pabst. Der Feldwebelleutnant veraißt seine Taschenlatern« spielen zu lassen, stolpert in ein sauber abge» ftochenes vierkantiges Loch und schlägt sich die Zigarette ------*.-.t---«&£&■ aus dem Munde. r sucht sie wieder und schnauzt Pabst an: „Ihr sollt doch keine Löcher machen— haben Sie mich nicht verstanden?!— Man fällt fich toti" Ein Anschnauzer in der vordersten Linie ist nicht weller schlimm, denn der Russe schießt Salven, und der � leutnant betet die Erde an. Lurt>ebam und Pfei sich hastig in ihr schönes flaches Grabenstück und bei mit den Köpfen zusammen. Alle hocken mor..„�... dunklen Erdrinne und erwarten das Ende des Schießens. Dann ist der Feldwebelleutnant fort, und wir kriechen „Da," grollt er,„für Bohnenstangentragen und für saiv» mäßige» Arbeiten! Es folgt«in regelrechtes Handgemenge, halb lm Spaß. Ich bin so müde, daß mich diese Rauferei aufregt. Ander« befehlen: „Wauk halten!" Lurtjebam gähnt: „Wer andern eine Grub« gräbt, fällt FeldwebelleutmmD selbst hinein." Dann heißt es: Rückmarsch und ellig! Der Tag graut. nach 5 Uhr sind wir zurück in Apollonia, krieche» elle und schlafen. Um 7 Uhr erfolgt allg Kn in die WWM Wecken,"das ist hart. Wir sind auf 8 Uhr zum Gottesdiel befohlen, denn heute ist Sonntag. Der Teufel ist bestimmt anwesend, er hat den Einfall, uns zum Gottesdienst zu hetze». Der Anzug ist nach Möglichkeit zu säubern. Es riecht nach Pech und Schwefel. Meine Stiefel sind vorn mit Segel- flüstert „Hier arbeitete vorbildlich der Musketier Julius Lurtje- bam— Pfeiffer ergreift die feine, pflanzt sie daneben und ruft laut: „He. Pabst, gib ne Zigarett, denn du hast ihn umgelegt!" Pabst gibt keine Zigarett«, sondern einen Stoß mit dem Spate». Stück Spiegelglas auf einen Zaun gesteckt und kämmt feine hübschen braunen Ringellocken zurück— mit wenig Erfolg, denn sie bleiben, wo sie waren, aber sie liegen dort so, daß man gern hinsieht. Auch auf dem Wirbel stellt sich ein« widerspenstige Strähne anders wie erwünscht. Es ist lächer» sich, diese Bemühungen des Soldaten zu beobachten— man gähnt und beschließt,„wie man ist" vor seinen Gott zu trete», allerdings in aller Eile gewaschen Um 8 Uhr führt uns der Unteroffizier oom Dienst zur Mühle. Es kommen noch mehrere Kompanien an, und ein Viereck wird gebildet. Auf all das gießt die Sonne Teufelswasstr, nämlich Hitze, trotz der frühen Stunde. Oben auf dem Rundgang der Müdle öffnet sich eine Tür. alle Helme machen einen Ruck nach hinten, und man erblickt den Pfarrer. Es ist ein großer Herr mit eine« schwärzen Backenbart, dem die schmucke Predigeruniform nicht übel steht. Er tritt an die Brüstung, stützt seine Arme auf und öffnet den Mund, so daß ein weißer Fleck von Zähnen sichtbar wird. Das blanke Kreuz liegt ruhig vor seiner Brust. Man denkt: Gut, daß wir die Sonne im Rücken haben, die Kerle von jener Kompanie sehen bestimmt nichts. fifoclfefcuna folgt.) de» hat bie neue Ninglinie 8 im Zuge der Seestraße—Wisbyer Straße— Barnholmer Straße galt; neue Berkchrsgebiete erschlossen, in diesen � Tage» hat Wachmannclust Straßenbah>iverbindiing er- halten! im Osten ist der Zlnschluß nach Rahnsdorf(Freibad Müggelsees fertiggestellt. In diesem Jahre soll in Steglitz-Lichter- selde mit dem Umbcni des Schmalspurnetzes begonnen werden: Zehlendors soll Straßen bahnverbindiing erhalten und sür Köpenick eine neue direkte Verbinvung»ach Oberschönemeide durch die Ober- spreestraße hergestellt wevden. Die Herstellung der seit langem an- pestrebten Verbindung zwischen Reinickendorf und Charlottenburg vom Bahnhos Iungsernheide aus wird sich wahrscheinlich wegen der beabsichtigten neuen Kanalbauten noch etwas verzögern. Da- neben werden auch in diesem Jahre weitere eingleisige Strecken in zweigleisige umgebaut, um den Verkehr überall verdichten zu können. Wir hoffen, in rerhältnismäßig kurzer Zeit wenigstens alle Randbczirfe an unser Oberflächenverkehrsneh angeschlossen zu haben und bannt namentlich auch im dichtbesiedelten Osten und Norden manches Unrecht wieder gutmachen, das in der früher sehr starken verkehrlichen Beuorzligung der westlichen Teile Berlins gelegen hat. Jedenfalls wird das Jahr tS29 kein Jahr des Stillstandes, sondern ein Jahr slärkstar Weiterentwicklung werden. Lrmt Realer, Stadtrat Erfroren in der Weihnacht. Von alle» Türen gewiesen und im Winkel erstarrt. Der lote, der am 2. Weihnacht sfcierlog in einer Obst- p l o n> a g e bei werbet aufgefunden wurde, mar ein 50 Zahre alter 2t 1 1 i st£ r d m a n n 0 a j ch o(. der mit einem Wanderzirkus reiste. Artisteulos. wie es trauriger nicht gedacht wer- den kann, hungerill» umhergetrieben, in dnnNer Nacht fortgewiesen von den Türen der Lauem, die dem ttrmen da» Obdach in der eisigen Nacht verweigerten, brach er in einem Obstgarten erschöpft zusammen und erfror. Äachot gehörte zu dem großen Heer feiner Lerussgenossett. die Not und Elend als Dauerzustand gewöhnt sind. Wenn er sich in Berlin aufhielt, pflegte Gachot fein Quartier in der Buttmannstraße auszuschlagen, da er sich von seiner Fra», die auch in Berlin lebt, getrennt hol. Der Zirkus befindet sich n»g«»blicklich in Brück. Dort Izmte Gachot Streit mit seinem Direktor und verließ die Truppe, um die Reise»ach Berlin zu Fuß anzutreten. Er ist jedoch »ur bis zu dem etwa drei Stunden entsernten Plötzin gekommen. Unterwegs hatte Gachot, wie sestgestellt wurde, an verschiedenen Miellen um Nachtquartier vorgesprochen, die Leute ließen ihn aber nicht ein, weil er sich nicht ausweisen konnte. Dann ging der Aermste erschöpft weiter und wollte wohl, da er sonst nirgends Unterkunft fand, in einem Geräteschuppen auf der Plantage nächtigen. Hier verlor er seine Brille und war nun am Sehen de- hindert. So mag er in der Ecke des Grundstückes znsainmengebrochen und in der kalten Nacht erfroren sein. Erfroren vor den Toren Berlins, im Lichtschein der umliegenden Gehösle, deren Bewohner dem vor Kälte zitternden Mann von der Tür wiesen, vielleicht um sich die echte rechte Weihnachtsstimmung nicht verderben z» lassen. Denn es war gerode Heiliger Abend..., 791000 Familien ohne Eigenwohnnng! Gesamtergebnis der �eichswohnungszählung. Der wiederauferstandene Kreiherr. Weil er nichts ivn wollte! Der Spraß eines alten baltischen Adelsgeschlechts, dessen Mitglieder im zaristischen Rußland die höchsten Posten bekleideten, ehemaliger Offizier der kaiserlichen Armee, heiratete eine Film- !chauspieler!n. Ob dieser Mesalliance herrscht« in der adligen Fa- milie natürlich größte Entrüstung. Was scherte dos den glücklichen Ehemann, Mitbesitzer großer Güter! Das Eheglück war aber nicht von langer Dauer. Die Filmschauspielerin verlieh ihren Mann, cs kam zur Ehescheidung, die Schuld wurde dem.Gatten" znge- sprachen. So hatte er für den Unterhalt seiner geschiedenen Frau aufzukommen. Die Filmschauspielerin dampfte nach Amerika ab uud der Freiherr mußte Monat für Monat Dollars nachsenden. Das gefiel ihm aber nicht. So beschloß er, zu verschwinden, und tat es in ganz eigentümlicher Weise. Hier beginnt die Detektivgeschichte. Der Freiherr legt« seinen adligen Namen ab und setzte sich eine bürgerliche Maske auf; von nun an hieß er„Kurtz". Ver- Ichrounden war er aber nickst nur sür seine Frau, sondern auch für seine Angehörigen, Als er durch die Inflation sein Vermögen ver- Ivr. stand er vor dem Nichts. So begann er auf seine Weise.Geld zu verdienen". Er legte sich ans Vermittlungen, betrog die Leute, die mit ihm zu tun hatten, und kam ins Gesängms. Eines schönen Tages besonn er sich auf seine adlige Herkunft. Don nun an war er wieder der Freiherr. Im Gefängnis, wo er seine Stroshast ver- büßte, galt er aber unter dem Namen Kurtz: unter diesem hatte ec auch seine Strostoten b« gange». Nun wollte er nicht mehr so heißen. Von den'AlimeMciianjprüchen setner Frau hotte er nichts mehr zu fürchten, auch war er der bürgerlichen Maske, die er sich angelegt, müde. So erschien er vor dein Schöffengericht Berlin- Mitte unter seinem richtigen Nomen, Die Angelegenheit, wegen der er sich zu verantworten hatte, rührte noch von der Zeit her, als er sich Kurtz nannte. Dic Anklage behauptete, er habe in be- trügerischer Absicht von der Polizei eine golden« Uhr verlangt, während ihm in Wirklichkeit bei seiner Verhaftung eine einfach« Metalluhr abgenommen worden sei. Der Angeklagte erklärte nach wie vor; daß er eine goldene Uhr gehobt habe. Das Gericht hielt die Beweise für das Borliegen eines Betruges als nicht gegeben rnd sprach den Angeklagten frei. Dos Urteil gott ober nicht mehr dem kurtz. sondern dem Freiherrn. Dieser wird sich auch mvt) wegen intellektueller Urkundenfälschung zu verantworten hoben, denn in lämtlichen Gesängmsbüchern hatte er sich als Kurtz ein- tragen lassen. Glaubt etwa der Freiherr nach Ablegung des bürgerliche» ivohnheil des Nichtstuns, die dem Bürger Kurtz zum Verhängnis wurde, wird wohl auch dem wiedererstandenen Freiherrn gefähr- lich werden._ » (Einbruch bei einer Gewerkschaft. Geldschrankknacker statteten in der Nacht von Freitag zum Sonn- abend dem Verband der Gemeinde- und Staatsarb e i I e r in der Schlesischen Straße 42 einen Besuch ab. Sie drangen vom Dach des Nebenhouses in den Haupt'osienraum des Verbandes ein, blendeten das Licht durch Verkleben der Fenster mil> schwarzem Papier ab und schweißten den Kasienschrank auf. Die j mühevolle Arbeit lohnte sich jedoch nicht sonderlich. Es fielen den. Einbrechern nur etwa 4500 Mark in die Hände. An-! scheinend hatten si? vermutet, daß sich wegen der bevorstehenden Ge-' haltszahlung größere Geldbeträge in dem kcafienschronk befinden � würden. Für die Enttäuschung rächten sich die Diebe dadurch, daß sie olle sür sie wertlosen Papiere und Akten wüst durcheinanderwarfen. Vo» de» Tätern fehlt bis jetzt nach jede Spur. Die endgültigen Ergebnisse der Reichswahauiigs- Zählung vom 16. Mai 1927 liegen nunmehr für alle Zählgememdeu vor. Loa den rund 79l 000 Haushaltungen und Familien ohnr selbständige lvahnong in den Gemeinden mil 5000 nud mehr Einwohnern entfallen 481 000 oder rnnd drei Fünftel allein aus die Groß- si ä d l e. In den Gemeinden mit 5000 und mchr Einwohnern wurden insgesamt 2.4 Millionen wohagebäude mit 8,6 Millianeu Wohnungen ermittelt Dazu kommen noch 79 002 Anstalls-, Fabrik?-, Geschäfts-, Amtsgebäude mit 142 502 Wohnungen und 27 358 Baracken oder Wohnlauben mit 49 489 Wohnungen. Fast ein Drittel aller Wohngebäude entfällt auf Einfamilienhäuser, ein Fünftel aus Zweifamilienhäuser und ein reichliches weiteres Fünftel auf Häuser mit drei bis vier Wohnungen. Die kleinen Häuser mit ein bis vier Wohnungen umfassen also zusammen 75 Prvz. der Wohngebäude, aber nur 42 Proz. der Wohnungen. Mit zunehmender Größe nimmt die Zahl der Gebäude stark ab. Häuser mit mehr als zehn Wohnungen sind nur 5 Proz. der Wohn- gebäude. Si« enthalten aber 20 Proz. aller Wohnungen, also fast ebensoviel wie die Em- und Zweifamilienhäuser, lieber 50 Wohnungen hatten 183 Gebäude. Davon befanden sich 96 allein in Berlin. Dic Häuser mit mehr als zehn Wohnungen sind zu 86 Proz. auf die Großstädte beschränkt. In den rheinisckt wests Lischm und aberrheinischen Großstädten übersteigt der Anteil der Ein- und Zweifamilienhäuser mit wenigen Ausnahmen den Durihichnckt- sämtliche? Großstädte zum Teil erheblich, während er in den ai: preußischen und sächsischen Großstädten weit darunter bleibt. Unter' den 2.4 Millionen Wohngebäuden der Gemeinden mit 5000 und mehr Einmohnern befanden sich rvnd 300 000 oder 42,6 Proz. nach dem l. Juli 1918 errichtete Neubaugebände. Ueber die Hälfte diese? Neubauten bestehen aus Einfamilienhäusern. Dieser die Nachkriegs- zeit kennzeichnende Umschwung in der Bauweise läßt sich besonder? deutlich in den Großstädten beobachirn. Von den Baracken und Wohnlauben stammt nahezu die Hälfte aus der Nachkriegszeit. In den Klein- und Mittelstädten ist, wie auch tte Statistik der Bautätigkeit ausweift, eine erheblich regere Sau-- t ä t i g k e i t entfaltet worden als in den Großstädten. Durchweg wurden Wohnungen mittlerer Größe beopr.zugt- Im Durchschnitt der Berichtsgemeinden weisen reichlich vi«? Fünftel de? Wohnungen mit Über drei Viertel aller Bewohner kein« Untermieter auf. von je 100 Bewohnern leben in den Großstädten 73 in einer eigenen Wohnung ohne Untermieter, in den Sleinftädte» 84. Verhältnis-- mäßig am meiften Hausholtungen und Familien ohne selbständige Wohnung hatten Hannooer, Hessen- Nasiau, Nordbaizern und West» falen. Unter dem Reichsdirrchschnttt liegen weiter Oldenburg, Mecklonburg-Schwertn, Württemberg, Thüringen, und Laden. Grippe in Berlin. Wenig ernste Fäfle, kein Grund zur Beunruhigung. Zu den letzten Tagen macht sich wieder ein spmnghafle» Ansteigen von Grippeerkrankuogen in Berlin bemerkbar. Die Ursache liegt nach Meinung der medizinischen Sachoersläadi- gen in dem Wetterwechsel, den wir in den Weihnacht»- lagen zu verzeichnen hatten. Es handelt sich um dle üblichen Erkältungstrantheitcn, die in den meisten Fällen keinen ernsten Charakter haben. In den Berliner Krankenhäusern ist ober schon jetzt wieder ein empfindkicher Bettenmongel«ingetreten. Wie wir hierzu erfahren, sind die meisten Krankenhäuser voll belegt und zahlreiche Patienten müsien in entlegene Krankenhäuser bis hinaus nach Blankenburg, Hermsdorf und Lankwitz übergeführt werden. Da das Wetter jetzt mied er beständiger geworden ist, rechnet man mit einem schnellen Abflauen der Grippeertrankungen. Stadtmedizinalrat Profesior Dr. v. Drigalski, der Leiter des Berliner Gefundheitsamtes, äußerte sich, daß zu irgendwelchen Be- unnxhigungen kein Anlaß vorliege. Es handelt sich durchweg uur leichte Grippeerkrankungen. Zwar ist die Zahl der Kronken ziemlich groß, von einer Epidemie kann aber nicht die Rede sein. Es ist«ine Erscheimmg, die in jedem Jahr mit dem Eintreten der naßkalten Witterung in mehr oder minder erheblichem Umfange zu verzeichnen ist. Biel Schuld tragen in vielen Fällen die Erkrankten selbst, die bei dem tückischen Wetter oft sehr leichtsinnig bzw. unzweckmäßig gekleidet gehen. Die starke Ueberfüllung der Krankenhäuser ist noch keineswegs ein Grädmesier für die Schwere oder für den Umfang der Erkrankungen. Die schlechten Wohnungsverhältnifle sind wohl in erster Linie daran schuld, daß ein« Ueberweisimg des Pottenteu, um die Umwelt nicht zu gefährden, ins Krankenhaus am ratsamsten er scheint. Trotz alledem verfolgt das Hanptgejundheitsamt die Kurve der Erkrankungen genau, um gegedeneusolls alle notwendigen Maßnahmen treffen zu können. Oer Zauberer im Schaufenster. . Illusionisten der Straße. Unser« heimischen Gaukler und Magier� die alljährlich zu Sil- vester ihr kurzweiliges Handwerk betreiben, zeigen diesmal zur Belebung des Kundenverkehrs vor versammeltem Stroßenpublikum ihren fröhlichen Hokuspokus. Da steht der Zaubercmkel, angetan mit einer Pappnase mit Tascheichatterie, aus dem äußersten Schädeleck ein winziges Hütchen im Schaufenster feines Zauber ladens und.arbeitet". Wunderringe, scheinbar ohne Ansang und ohne Ende, oerbindet er und löst sie wieder, dann kommt der traditionelle schwarze Beutel mit dem Ei, das auf geheimnisvolle Weise verschwindet und ebenso wiederkehrt. Dazwischen ein Druck auf die Datteri« in der äußersten Rocktasche und die Nase erstrahlt im rosafarbenen Schimmer..Ach Onkel, wisch doch mal die Scheiben blank," ruft ein Kleiner ganz vorn« und folgsam fährt Onkels Zai iberhand über das Fenster- glas. Dabei reißt«r feine ganze Kulisse ein: bunte Girtanden be- ginnen zu wanken und reißen im Fall Fähnlein und sonstigen Krimstrams mit.»Da haste ja gleich allerhand mit weggezaubert" meint ein kleiner Kefser. Dann verschwindet der Onkel im Laden- innern, um sich dem produktiveren Teil seiner Kunst, der Kunden- bcdienung zu widmen. Drinnen sind all« Verkäufer flott koftmniert. Die eine hat einen bunten Zylinder aus, ein Monokel im Auge, die Brust mit Kotillonordcn geschmückt, der ander« mimt als Türke, der dritte als Pierrot Di« vorgelegten„Behauptungen" und Ge- sichtsverfchönerungen werden den Kunden vorgeführt und der äußerst lebendige Betrieb lockt eine Menge Kauflustiger an. Beim Zauberkörrig in der Friodrichstodt wird, wie innner, auf einer richtigen Bühne im richtigen Zuschauerraum gezaubert. Geister- tafel und Wunderlugel, dl« geheimnisvoll« Zigarettenschachtel und wie di« Zauberrequisiten alle heißen mögen. Hier wird der großen und der kleinen Menschheit ein fröhliches X für«in II vorgemacht. Abfchiedsfeier im Rathaus. Für den als Direktor der Berliner Brennstoffgesellichost aus- scheidenden Genossen Fritz Brokat veranstalteten di« Arbeiter und Angestellten gestern abend ein« Abfchiedsfsier im Stadtverord- netensitzungssaal. Saal und Galerien waren bis auf den letzten Platz gefüllt, als der Vorsitzende des Betriebsrates, Genosse B o r ch a r d t, für die Belegschaft dos Wort nahm. Er hob die großen Verdienste Brolots um den städtischen Betrieb der LBK. hervor, zeigte, wie aus einem durch Inflation und andere Ursachen geschwächten Unternehmen ein blühendes Geschäft gemacht wurde, das fast all« städtischen und Prloatbehörden beliefert und sich so allmählich zum„größten Kohlenplatz Berlins" entwickelte. Ganz besonders hob der Redner Brolots kameradschofttiches Verhältnis zu den'Arbeitern und Angestellten hervor, betonte, wie durch rast- lose Tätigkeit der technisch« Betrieb ausgebaut, sozial« Einrichtungen als selbstverständlich geschasse», erweitert, auegebaut wurden und wie schließlich dieser warmherzige Mann jederzeit feinen Mitarbeitern auch in allen Situationen des privaten Lebens nahe stand. Für den Ortsverein der BBG. dankte Thiele dem Scheidenden für di« Förderung der Bestrebungen des Vereins. Nachdem dann noch dce Mitdirektor Schatz Abfchlsdsworte gesprochen, dankte Genosse Brolat seinen Arbeitskr.meraden. ir betont«, oah der Vufbau der Brennstostgejellschaft das Werk aller seiner Mitarbeiter ist. Nie wäre es möglich gewesen, dic Breiiiistossgesellschast zu dem zu machen, was sie wurde, wenn nicht alle, vom Direktor bis zum einfachsten Arbeiter und Buoeaudiener hinab, das Gefühl gehabt hätten, in einem. Betrieb« zu arbeit«», der der Allgemewheit gehört Brölat ichloß mit-dem Wunsch, daß dieser Geist erhalte» hleihei' möge, und verabschiedete sich mit einem herzlichen Glückauf von seinen Mitarbeitern. Das Ebert-Manz-Ouariett umrahmte die Feier mit Lieder- oarträgen. Billiger Sonnabend im Zoo. Die Stadtverordnetenversammlung hatte bei den Haushaltsberatung für 1928 den Magistrat ersucht, mit dem Zoo- logischen Garten zu oereinbaren. daß künftig in jedem Monat an zwei Sonntagen und einem Wochentag der Eintritt zu ermäßig» tcn Preisen gewährt werden soll. Der Magistrat hat daraufhin sich bemüht solche Preisermäßigungen zu erreichen, ihm ist aber geantwortet worden, daß der Zoo mcht ganz diesen Anregungen folgen könne, da die Unterhaltungskosten sehr hoch seien. Der wochentägliche Eintrittspreis von 1,50 SR. werde übrigens an 40 Sonntagen auf 1 M. und au den Übrigen 12 Sonntagen (monatlich je einmal) auf 50 Pf. ermäßigt, auch bestehe an Wochen tagen eine Ermäßigung aus 75 Pf. sür Abendbesuche. Die Verwaltung des Zoo glaubt hiernach nur so weit gehen zu können, daß sie noch in jedem Monat des Sommerhalbjahre» einen Sonnabendnachmittag mit 50 Pf. Eintritts- preis einführen will. Dieses Neujahrsgeschenk des Zoo ist nicht viel, aber„man sieht doch die Liebe". Im Sommer werden die Berliner hoffentlich recht fleißig davon Gebrauch machen. Wieder eine Frao vermißt. Vermißt wird seil Freitag die 43 Jahre oll« Frau B« s s y Thoman aus der Klosterstroße zu Dahlern. Die grau, die mit ihrem Gatten in den besten Verhältnissen lebte, ging vormittags fort um den Markt in Dahlem zu besuchen und ist seitdem ver- s ch w u n d e n Vermutlich ist ihr ein Unfall zugestoßen Die B«r» mißte ist 1,60— 1,65 Meter groß, schlank und dunkelblond, und trägt dunkelblauen Mantel, blaugestreiftes Kleid, helle Strümpfe und schwarze Halbschuhe. Ein besonderes Kennzeichen ist«tue Warze an der linken Stirnseite. Mitteilungen werden an die Vennißtenzentralc erbeten. Weihnachlsbescheranq in Nentöll«. Im Sportpalast des euterpark" Neukölln. Mainzer Straße. leuchtet ein großer Weihnachtsbaum. An langen, gedeckten Tischen sitzen hundert kleine Gäste bei Kaksee und Kuchen und leder hat auf seinem Platz noch außerdem einen mächtigen Stapel von guten und nützlichen Dingen. Gaii,z oben thront ein großer Weihnachtsstollen, darunter Aepsel, Nüsse, Marzipan und Schokolade und den Schluß bildet ein warmes Kleidungsstück. Am rasch erbauten Podium sagen Jungen und Mädel hübsche Weihnochtsgedichte aus, dann spielt das Grammophon Weihnachtslieder. Die Budenbesitzer des Neu- köllner Vergnügungsparkes haben ll» Kinder der Allerörmsten ihres Bezirkes eine Welhnachtsfreude bereitet Glänzende Kinderongeu- paar« und dankbare Eltern lohnten das Liebeswerk der gutherzigen Spender, die sich selbst hart durchs Dasein schlagen müssen. Zum Schuh der Kinder. Bezirksamt W e d d i n g veranstaltet Dienstag, 8. Januar, 20 Uhr. in der Aula, Grünthaler Str. 5, einen öffentlichen Vortrag:„Wie schützen wir unsere Kinder vor Rachitis »nd Tuberkulose." Vortragender: Oberarzt Dr. Block. Nach dem Bottrag Frogebeontwvrtung. Eintritt frei. Die Zuttstische Sprechstunde fällt am Montag, dem Zt. d. M„ aus. j&moL Hilst»«( vtlxom«. OW«». idmnlchuh, dtnwiK Kuh CtfeiiuuaU&atnun.— fesnxcntttscttz«»»> m«»«3«a --■" Patfi-sp a»** Reisen im Winter. Die lvinkerl-«h« Nelselust im allgemeinen und das. Wissen u:n d ie gesundheitliche Forderung des Organismus im besoichsren liege» : ach nicht all�meit zurück.. Der stärkste Ncisenerkehr konzentriert sich noturlch nach wie rw auf die Sommermonate. Ader die Frage, lohnt es, auch im Winter ju'reisen und M wandern, muß emschieden bejaht werden. Einmal herauskommen, und sei e, auch nur für Tage, aus den meist wiuterlosen Städten des Tieflandes, ans der nebtfirüden, annierdr-Tipfen Enge des Alltages, hinaus in die reine, weihe, glitzernde Ferne,'das ist wie ein Jungborn für Leib und Seele. Die Remhort der durch Schnee und Frost geklärten Luft im Vergwold wirkt erstaunliche Wunder. Körper und. Geist danken die kürzest« Ausspannung und Anregung im folgenden Alltag durck) erhöht« Lebenskraft oiclfälug. Für dls Winterreise wird jener Winterlondschoft der Vorzug gegeben, die um'aisenden Nadelwald ausweist. Eine Laubwaldlandschost wirkt im Winter zu kahl und zu durchsichtig. Der Radelwald im Winter, im Neuschnee oder Rauhreif funkelnd und in der Wintersonne ist oon ungeahnter Schönheit. Jede einzelne Schneeianne steht da mit tief hernieder- hängendem Gezweig wie eine Wmrerkönigin! im meterhohen Schnee der Ecbirgokomme werden sie zu phantastischen, grotesken TZasken- Gebilden. Darum werden WiMerkurorte imd W'nierspartplöze stets das Ziel der Winterreise sein. Luch für den Winterreisenden, der sich nicht aktiv am Sport beteiligen will, ist das farbenfrohe Winierfporttreiben von großem Interesse. Des winterlichen Hochgebirges Lehcrrscher dürft« sa der Ski- läuser bleiben. Anders ist es dagegen im Mittelgebirge,.hier ist auch der Wanderer— der schlichte Analphabet des Winiers— von des Winters Schönheit nicht ausgeschlossen. Um im winterlichen Mittelgeb'rge zu wandern, gehört nicht viel mehr dazu, alz ein oaar seile, wasserdichte Dergschuhe, ein warmer Mantel und«in frischer Mut. Wegbezeichrnrng ist auch im Winter im Gebirge vor- Händen: die Gebirgler müssen ja auch die Wege benutzen. Pferde- schlitten erleichtern eine winterliche Wanderfahrt wesentlich. Um van einer winterlichen Gebirgswanderung rechten Ruhen zu haben. nnrd man am besten den Besuch einiger Winterkurort» msiein. ander verbinden. Dann genießt man ganz den Wechsel von weißer Gebirgseinsamkesi und buntem winterlichen Treiben. Wie schön sind auch die alten deutsche» Städte im Winter. Man steigt unterwegs aus und hat das Glück, solch alle Stadt im Neu- schnee zu sehen, sei es Goslar oder chitdeshelm, fränkische oder bolzen sche Stödtekleinod«. Mehr denn je wird in verfchnesier Stodt der Eindruck des Mittelalterlichen wach. Allerhand reizvoll« Köstlichkeiten zaubert der Schnee in Gasten und Winkel, auf Giebel und Türme, Brunnen und Mauern. Behaglich-idyllisch, seit Jahrzehnten last unverändert, ist dos Leben und Treiben in den weiß vermummten winterlichen Kleinstadtgasten. Und die„Sehenswürdig- tciien" der allen Stadt stehen uns auch im Winter offen. Oer„Vorwöris" ist das Blatt der Kopf- und Handarbeiier! Abonniert den„Vorwärts"! Ich abonniere den.Vorwäris' l und die Abend- / ausgab« für Berlin.Der AbenHch mit den illustrierten Bei- r lagen„Volk und Zeit" und„Kmderfreund', sowie den Bei- 5 lagen �.Unterhaltung und Wissen'..Frauenstimnie',„Technik'. „Blick m die Lücherwelt' und.Iugend-Vorwärts' in Groß- Berlin täglich frei ins Lans. lMonatlich 3.LV Mk„ wöchentlich 85 Pfg.l Name— Wohnung Straße Nr vorn bei Aot— Quergeb— Seltenfl.— Tr. links— rechts Die Gebueienreglung. Aus der Praxis der(fHeberatungSsielUn. Im Rohmen jzez Aerziekurfes. der vom Amnitee für Geburten- regelung abgehaAen wurde, sprach Dr. Kurt Bendix, Chefarzt der AmbulaSrien der Kivnkenkasici, Berlins, über die Tätigkeit der Berljpvr LeratungsfrelleiZ. Er ging davon aus daß auch schon 'rüher, aber nur ganz verschämt, ein« Geburtenregelung ausgeübt wurde, indem den Einzelnen Jmeresisnten Ratschläge zur Verhütung unerwünschten Nachwuchses erteilt wurde». Die ersten, die sich planmäßig da-nch beschäftigten, waren der Verein für Mutlerlchutz. dann das Jnstinil für Sexualwissenichait >!0y tr. Magnus Hirschfeld, ferner die Bezirksämter Prenz- l.iurr Berg, Wek.ding und Lichtenberg und jetzt die Ambulatorien der Berliner Krankenkassen, die zurzeit fünf Beratungsstellen in seu einzelnen Stadtbezirken unterhallen. Wenn eine Beratung ülchgemäß vorgenommen werden loll, so muß plairmäßig nach be- slimmt-n Richtlinien verfahren werden. Es twtß festgestellt werden. »b die Patientin schon früher Schutzmlltel oerwondt hat und wer sie dorauf aufmerksam machte. Dann wird von einer Fürsorgerin eine genaue Aufnahme über die soziale Lage der Fr ob, ihrer Famiüe, ihr Einkommen, Wohnung, Zahl der Kinder usw. in einer .'kartothekkarte gemacht. Bon den Aerztinnen, die in den einzelnen '.'Ktrotunysltellen tätig sind, wird nach früheren Krankheiten usw. geforscht und ein« allgemeine körperliche Untersuchung vorgenommen. Gz ergab sich u. a., daß n n r 10 P r o z. der Besucherinnen noch nicht schwanger waren und daß serner mehr als die Hälfte aller Frauen wenigstens»ine Fehlgeburt liaäfi«. Die verheirateten icherwiegen: olle Unver:>e:roteten. die zur Beratung kamen, sind berufstätig. Di« Einleitung einer Fehl- eburt bei bestehender Schwangerschaft wird strikt« abgelehnt und bi« Patientin an die Schwangerenberatungsstellen überwiesen. Es ist oder festgestellt, daß in Berlin noch jede Frau, die ein Kind nicht austragen wollte, GÄegeyhesi janh, stch.di« Frucht entfernen.zu listen. Wesentlich ist auch, daß bei den Ehepaaren, die« n möblierten Zimmern wohnen vom Vermieter häufig die»inderlofigteit zur Bedingung gemocht wird. und da die möblierten Zemmer nicht der Wohmmgswirtschafi unter. stehen, gegen eine Kündigung nichts unternommen werden kann Als Schutzmittel gegen«ine unerwünschte �chwangerschokt '-«den in den Beratungsstelleo der Krankenhäuser Pessar«, und -mar die Marten Ramses. Mensinga und Tarnkappe eingesetzt: 'erner werden tne Patientinnen mit dem Gebrauch der chemischen Mittel Epeton und Semori-Tabletten sowie Patentex l-etanntg«macht.«» wird chnen ferner dl« Technik des Einsetzens und der Herausnahm« der Schutzmil�l gezeigt. Nur ,n zwei Prozent der Fäll« trat meist durch unrichtige Handhabung des Mittels tmtzdem«ine ungewollt««chwenger- �«esnsikich ist. daß die Tätigkeit der Stellen für die Geburtenregelung nicht, wie von selten der Gegner de« l-auptet wich, zu einer Herabsetzung der Geburten. Ziffer führen, sondern, was nur im Jntercste der Getzmdheit de, Proletariats zu wünschen und zu erstreben ist. uns eine He reib- ftkung der Zahl der Aborte dringt. Jeder Arzt, auch der frei praktizierende, kann in der eigenen Praxis bei der nötigen Kewit- »is zu«wer Perminderung der.Llaortfeuche besiragen. Aber .euch hier zeigt sich wieder, daß die Aerzteorgamfation noch nicht die Forderungen der Zell«rtamsi. hat. sonst könnte«in Teil der Ciand-sorgan« nicht d i- A n) e- g e ü b« r d e n A« r z t e k u r s u e ü h e r d i e G e b u r t e n r eg« l U n g mit der Begründung ablehnen. ein« solche Betätigung le, gegen die Standes- rrdnung der deutschen A-rzteschast. Snterestant ist. käß in letzter Minute noch der Dasische Acrzte.PereinSbu'.ch sich rn die Lesiung des Kongreßhaufes gewandt hat, damsi dies« die Ileberlastuna des Saales an das LomUee für Geburtenregelung rückgängig mach«. Am Schlusie des Referates wurde noch die folgende Entschließung gegen sechs Stunmen angenommen: Die Im ersten Aerztekursus für Seburtenregelum, oersammellen Herzte bitten die Epitzenoerbänd« Wr Krankenkosten Präventiv- »Nittel urr Verhütung ungewollter rochnwngerfchost den Kasten. mitglleden, und deren Angehörigen aus arzlliche Verordnung kostenlos« gewahren und Orgamsat-onen. die»ine Sexualberatung ausüben, in Jeher Weife zu unterstützen. Dl« hier versammelten Die Damenmäntelfabrik Gebrü dee M o s-- verlegt Ende dieses Monats ihre GeschSstsröum« von Nlederwallstraße 10 nach kurftroße IS. Aerzte erblicken in dieser Maßnahme das best« Mittel.zur Be- kämpst.'ng der„Abtreibungsseuckze', aus der den Krankenkosten ungeheure Mehrtosten erwachsen und bleibende Schäden an der Gesundheit vieler Avbesierfrauen zurücklassen. Dr. Soloweet« s ch i k. Leipzig und Dr. H ö r n i ck e, Leiter der Eheberat,>ngs- s stelle des Ltbeitersamariterbundes Hannover. Warnkreuze bei Rahnübergängen. Die Reschshehngesevschasl ist jchl allgemein mit der Auf- stellnng von Warnkreuze« an den Wegü Hergängen, die sich in Schicnenhöhe der Äleieomlagen befinden, befchäfligl. Um diese Warnsignale cinheillich zu gestalten, sind seht für die - Ausstellung besondere Richtlinien ausgegeben worden. Die Kreuze sollen in drei F o r in e n mit r o t- wn d w e i ß- gestrichenen Armen und mit Pfosten in dunkelgrauer Farbe verwendet werden. Als Signal für einen mit Schranke versehenen Wegiibergcing ist ein einfaches Halbtreuz, für einen ein- glestigen Uebergang ohne Schranke ein einfaches Dolltreuz und für einen il-ebergang ohne Schranke mit mehreren Gleisen das doppelte Vollkreuz gewählt worden. Ob bei Wegübergängen mit geringer Verkehrsbedeutung, die erst später mit den Warnkvenzen nusgerüsiet werden sollen, Signale in kleineren Abmessungen gewählt werden können, soll noch besondere bestimmt werden. Degen der großen Kosten sollen die bisherig?-., Warntafeln nur allmähllch durch die neuen Warnkreuze ersetzt werden. Zunächst werden die häufiz von .Krastsahizeugen benutzten Wegübergänge und unter diesen in erster Linie diejenigen, die mit keiner Schranke versehen sind, mit den neuen Warnsignalen ausgerüstet werden. Bei der Ausstellung und dem Standort der neuen Sitznals soll besonders darauf geachtet werden, daß vom Warnkreuz aus die Dahnstrecke möglichst weit nach beiden Richtungen übersehen«erden kann und daß das Signal selbst von der Straß« au» auf eine ziemlich groß« Entfernung er- kenntlich ist. Leider liegt nach Ansicht der Reichsbahnverwasiung kein zwingendes Bedürfnis für eine eigene Beleuchtung der neuen Warnkreuze vor, da sie bei richtiger Aufstellung und bei vorschrists- mäßiger Führung der Kraftfahrzeuge frühzeitig genug vom Schein. wcrferlicht der ktrastfahrzeuge bestrahlt werden. Ob in Ausnahme- fällen Beleuchtung oder selbstleuchtende Körper an den Signalen anzubringen sind, bleibt der jedesmaligen besonderen Entscheidung der Hauptverwaltung vorbehalte« „Wie war Berlin s» quietschvajniegt." Unter diesem Motto veranstalteten dieTrepiowerPortei- genossen einen lustigen Abend. Musikvorträg« leiteten die Veranstaltung ein. Georg H e i l b r u n n sprach daraus über..Elaß- brenner und die. Berliner'. Er führte mis zurück in die Zeit, wo man noch keine Indusuialisierung und kein Hasten und Jagen, wie wir es gewohnt sind, kannte und schilderte uns Glaßbrenner als den Berliner Dichter. Zwei Aufsührungen der Sozialistischen Arbeiter. Jugend Treptow machten mit Typen der damaligen Zeit, der Hökerin und dem Eckensteher Name, bekannt und wurden mit Beifall auf- genommen. Als die Kapelle anschließend alt« Berliner Weisen zu Gehör brachte, da summte so mancher begeistert msi und schwelgte in seiner Kindheitszeit. Heilbrunn brachte darauf kleinere Anekdoten von Glaßbrenner, wobei feine Darstellung des„Pietsch' gerade, zu stürmilcken Beifall erzielte. Turnerische Vorführungen von einst und setzt, ausgeführt von der Freien Turnerschaft Groß-Derlin, bc- schlössen den offiziellen Teil des Programms. üarpfenverkauf am Sonntag vor Silvester. Der Herr Poliz«!- hat genehmigt, daß am Sonntag, dem 30. Dezember d. I., :as F sichalten msi krischen Fischen(Karpfen) In den offenen Ler- kaussslellen in der Zeit von 7's Ichr bis morgens 914 Uhr erlaubt ist. Da a.n Silvciiertage gewöhnlich der Andrang in den Fisch- geschäften sehr groß ist. empfjehsi es sich, von dieser Gelegenheit des Eintauss reichlichen Gebrauch zu machen. Ausfüllen und einsende« an den Verlag de»„vorwärts". Berlin 5 20. SS. Lindeastrahe 3. Die Gebühren bei den Arbeitsgerichien. Anscheinend ist den für die E r t e i l u n g von A r m u t S- Zeugnissen zuständigen Behörden vielfach nicht bekannt, daß die Gebührensätze des Barfahrens vor den Arbeits« gertchte» erster Instanz erheblich niedriger als die für den ordentlichen Prozeß geltenden Sätze sind. Es wird ferner nur«ine einmalige Gebühr tn diesem Verfahren erhoben. Diese beträgt bei einem Wert« des Sireitgegenstands von 20 W. 1 M.. von 60 M. 2 M., von 100 M. 3 M. und steigt bei je 100 M. um je 3 M. bis.zum Werte des Streitgegenstandes von 1200 M. An- ivaltsgebühren können einer Partei im arbeitsgerichtlichen Verfahren erster Instanz nicht erwachsen, da Rechts- anwälte als Prozeßbevollmächtigte oder Beistände vor dem Arbeitsgericht nicht zugelassen sind. In der zweiten und dritten Instanz gelten für Gerichtskosten und Anmaltszedühren die gleichen Gebührensätze wie für das sonstige Zivilprozeß- verfahren. Vorträge, Vereine und Versammlungen. # Reichsbanner„Schwarz-Rot-Goid". f-e'ftBMefttllc: 3ftfin£ 11. Ted-Manttr mm.£»» 2 Tr. ««»„rft»»».$00(floubuttnu ist cm Montag.!N.?ri?md«r. bis tS UV gcäffiut.— WeS»!»g. S'oMot.ti'r'tll'icUiUifl. Sioniag. 31. Degcmbct rtBUwfUr), fitmQlIiihts Siifantcunfeiu dei Senjittf, ciftulßt. 74. — BBwnitf(i?tt4i3tr.m). Montag, Zl.?c.xmb«. 30 UJit, 6llDeft.r{fl«. im Stad!tb-c:«r Kötimirf.— Mittwoch, 2. Jar.ucT. Zug. 2. tzahr»«. utzfcntmlnu» und Neuwahl b.*t Zugtritung SO Uhr o»i fieepo, Plrr.utrr?ö. Zu« S. ljahftspcrfcmmlintf! vnS.Nruwqhl her ZuglcUntfl 30 Uhr hri Urauno, fcgtf, CtoSorncrktr. 83.~ OmUitae. ütittaaH,.4. Zanuar, 19'»«Hr..Nor« trag ln krsuodheitshau» Stimsbtro. Am Urban 10— 1t, T1».?I. Each» lrr'cht Üb«?„tznfrktionrkronühritrn�!'JfklchrverciistctNing tSr all« Sanitäter, vltst« willtommru.___ Sho« h«r?»»«» c>hers»»n»w«ih« sMIigtirb>.?. A. S. 9iX Wir fclrr« Siloeftrr nach 9Jfr?.cnbtürf Bei gltrstenwalds. Zugrndherbrrg« SptceTanb. Jtfi'- mmtt Uhr Bahnhos SoNoharst. Nach»llg!«r lZeL und A>,0S Uhr Slbtahrt Pom Bahnoos ktarlthsril. teite Züge hal-rn in Erkner Zinschluß nach tziirsten. waNx Teilrehmer unter?0 Zahrrn. di« au? tzahrprrip-rmäzigtmg tahrrn mallen, müssen ssch jemeila ren« Harb« Stunde vor Mssahrt am Bahnha? eiirfinh-n.___ Vrieskasten der Redaktion. Die Zuristische Sprechstunde fällt am Montag, dem Zl. d. M„ au«. t. Di. 00. 1. LI« vrrlirren den Anspruch auf Znpalidcnruite. S. Bai der Ne�.t?n.bei"?chnung werden dr« Steioerungssätze für die eiiltigc« Beiträge«ms der Anralidenverncherung beritcksichtiat.?. Ja.— M. Der Ehemann muß die ghelubteii des Kindes«inf�Ttcr. Die Ankscktvng der en'o!�t durch Erhebung der Anfechtim�sAa!--«. Unterdle'?br die Kl�ge, so gilt das Kind als «Irlich und de: Erzeuger ist nicht vervflichtet, ivsh Kinde Unterhalt zu gewahren. De/ Br-Usrerbaud der BScherfre»nd« hat fgr d'« nächsten Wachen seinen Mitgliedern ein r�ichhaltigkS ÄunstyrTigrankM �usn«?k?chansn g«schlk>g?.!i wo?d«?>. nw br«fe gt!|chri?.�n cw.nyrt, liegt« un» für die letzt«« �<7S« J>«.? ftongref!«# nur üirjt Kericht» vor. Da? H«somtk»ilk> d«« KongraftsK tritt aiar b«?«its!«hr dsutlich m Erscha-rivkig. A«mt« .'tkchmnb für den Konz?«« ift vor ollem di«■— betont ocrrtötzifti«— ■H fvi»« ft r fl« l I«n g. die«r geyenöber der offsnfichtlich«lchfsn.d-» Aggressivität der Wirtichoklearzav« eingenommen'arA. Die kommunistischen WirischoitspHr« suche?- in den letzten Monate« in der Preff«, sim»!« m den politisch«?? und mirLschcft- lichen Drgonen der Sowi«trr?ichkik— immer wieder für d?« A? tz- erfolg« in der industriellen Knimicklimg di« Arbeiterschaft »«tontiporffich zu machen, die nicht ßensigend„Arbeits-- Disziplin' an den Tag legen M. Die Gemerkf'chastler lehnen dies« Naichirldißungrn ad und suchen die objektiven Ursachen der anrb- schaftlichen Schmierigkeiten hervorzuheben, focvie da? Unver- wöge» vieler Wirtichastsiührer vorsichtig zu betonen. Sie v« r m« i d«>> es ade? sorgiMig, selbst die Osfenst??« zu c> greise« und auf di« Beseitigung zahlreicher soziale? llebel zu drängen, auf- di« auch in vielen Reden der Kongreßdelegierten, vor allem aus der Provinz, htnoewissen wi?rds. Es ist flffcrtflchfüch die Befürchtung,„u«erfüllbare Hoffnungen" in der Arbeiterschaf! zu w««ken, somi« di« Ileroosttat der Aebetlerfchoft zu steigen», die dieses chaiakienstifch« Verhalten der maßgebende!, Führer der ruiflichen Gewerkschsftett auf dem Kongreß bestimtrü hat. Liefe Reroosttät der dreiten Arbeiiennafsen scheint in der Tat zurzeit sehr stark zu fein, und st« führt oft zu einer merklich«!, Spannung z mi scher? de» Arbeiiermasfen und den Gemerkschafisorzanen., Auf dem Konsreh wurde dies— etma» uns rmo riet«? weil«— in der» Bemerkungen T o m f k i s über die Streikbewegung zug«- g>«b«n.„Das ernsthafteste Symptom unserer Mängel Ist das U n g o> iiügendeBertraueyder Masten zn den Geioerklchafisarganen," führt« der Borsttzend« der russischen Gewcrkschastszentrale aus:„Bon einer mangelnden Aufmerksamkeit der Gewerkschasisorgan« gegenüber den Masten zeugen die von Aeit zu Zeit imrkommeirden Streiks, die ohne Wissen der Verbände ausbrechen/(„Trüb" vom 13. Dezeinder. gesperrt im Original.) In seinen weiteren A'is- jührungen kam dann Tonstk» noch zrorimal aus die„Streik» ohne Äisten der Berdände" zu sprechen, und der zweite Berichterstatter der türwerkschvitezeMralen. Dogadow. hat e» wtedenim für not- wendig gehalten, aus dir bald hier bnld dort ausdrechend«,„Streiks ohne Wissen der Berbände" hinzuweisen, die„eine immer noch bestehende stlust zwischeo den Eemeekfchaslkorgane» und den Arbeiterwosieu signalisieren". Logodow Hot t» feinem Bericht auch«in« Statistik her Streikbewegung angeführt, die in d«r Sowjetunion sonst in der Regel d«r Oeffentlichkeit sorgfältig vorenthaltsn wird. Aus dieser s Statistik»??ahre.n»vir. daß lSAZ 9S7 Streiks verzeichne- wurde». 1g?7 ZÜst, in d« ersten.hälft« 1026—„nach vorläufigen Angaben'' — nur stü Streiks �.Tnid"«mm l.). Dezember). Zwgadow glaubt aus dieser Statistik auf«in bedeutendes Äbslau«« der Streik» dew-zgung schließen zu köimen. Dieser offiziell« Optimismus findet aber rniäätte lein« Widerlegung in den. Berichten der Sowjetprest« über mangelhast« Berscr» gung der Städte und Jvdustriezcntre.n mst Leb«r?srnift«ln. üb« d-e ungünstige Entwicklung des Reallohn«? in den letzten Monaten, über das Anwachsen d« Arbeitslosigkeit nsnv Di« chewerkschastl«? vermieden«st dem Kongreß sorgsALg s«d«n „Maximolismu;" und betonten mit besonderem Eifer, selbst«ach eifriger als es sonst üblich ist. ihr« absolut« Aaterordnong unter die herrschend« Kommunistisch« Partei. DMim Die Wahl des ge- samten Pol.-Bureous des ZK. der KPdSU, in das Ehrenpräsidium de» Kongresses sollte nach außen tön dieses Verhältnis der Gewerb jchosten zu de? KP. maniiestieren. Zahlreich« Aeußerungen der führend«» Redner über di« Leitung der Gewerkschoit«?» durch die KP., über d!« KP. als die Führerin der Yewerklchaften vf«. sollte« dies mit besonderer Deutlichkeit dem Äro» der Vewerkschostsmit- glieder«inprögen.'Als dieses Idyll durch die Rede de» einzigen Ver- treier» der Oppostiion. de» ehemaligen Vorsitzende?» des Ralzrungy- miitelarb-iteroerbandes Krol—«ine» Trotzkisten— gestört wurde, indem Krot auf die Verichärfung der wirtschoftlichen Lage der Ar- beitermassen und die Mi/ndiStmachung jeds? Opposition hinwies, wurden seil?« Aiisiühruoge!» in dem vwhl arrangierte»»„Sturm der Entrüstung" der Kongreßdelegierten erstickt und Krok mußt« nicht nur die Verlesung seines Entwurfes einer Cnt'Mießung ab» breche», saitden? auch den Kongreß verlasse». Diel« betonte Mäßigung in de» wirtschaftlichen und sozialen Fragen der Sowjetunion versuchte man durch noch so scharfe Warle nach außen hh? zu uberionen. Es?r>ar Loiowski. der Generast-kretär der log. Rot«» kgewerkichaftsi»>t«rnational». der hier in einem Rechen- ichoftsbericht der Delegation der russischen Gewerkschaften im der RGiv, gegen die„nerrätenichsn" Kewerkschoitler des Westens zu Feld« zog. Neben den verruchten„Reiormisten" nwr«»»«S diesmal aber die deutschen kommunistischen„Rechten", gegen die Losowski sein« Schimpstanonaben richte!« uud innrn er den größten Test seines stundenlanges Beruhte» widmet«. Der ungr- schickte Redner glaubte wohl damit den Anschein einer Konsolidierung der RGI. nach außen hin zu erwecken, hat aber das Gegenteil erreicht. A« u ß« r st« Mäßigung nach i n n s«, ä'u ß« r st« Schärfe nach außen— in diesem Widerspruch kommt drastisch di« innere Zwiespältigkeit der gesamten komtnu»i:stischen Eeiverkfchostspolitik zum Ausdruck. Fhr d?« Berliner Dekatnrqnstakten ist in ftemr Ve»'- «nfwiang«in neuer Lohntarif abgeschlosten worden. E-s erhöhen sich dadurch die Löhn« der Dollarbeiter u« j« 2 M wöchentlich, die der Iungorbester im? je 1 M, Danach betrogt der Spitzenwochenlohn 64 M. und der des Augendstchen von 1? bi? ld Jahnen W V Di« Tarifdauer beträgt ein Jahr bi? zum tzl. De- zemder lüZS. » Mit tmr«erirner Firma chenfel n. Schumann. Milfta-- «ffekten- und Posamentenfsbrik, Gold» und StlbermamriaktUr, w-urde ein Beiri«b»taris vereinbart, dadurch murden sämtliche Zeit- vnd Akkardlöhn« um 7 Proz. erhöht. Der Belrein der Färbereien und chemis�n Wasch» anstatt«« Groß-Berlin, kündigt« zum 31. Januar 192& den geltenden Lohn, und Manteltarif und dos Arbcftszestabkommen und fordert« für den neuen Lohntarif einen stebenprozentigen Lohnabbau. Di« Arbeiterschaft hat daraus gleichfalls die Toris« gekündigt und mird ein« den Verbälfnissen gerecht werdend« Forderung stellen. tz »> i d« ii ü l \ M st Vj de de u Abstieg der Kommunisten. DieGewerkschastsspalter haben in Belg?«» ein« neue entscheidend« Riederlag« erlitten. Die Lehrer- organisation war eine der letzten, ln der�die kominunlsiez?- freundlichen Elemente dos Uebergewicht hatten. Da» kam insbeiov» de?« in der Zugehörigkeit der Organisation zur bolschewisti» schen Lehreriniernationale'Ausdruck. Mit dieser Richtung hat der am Freitag abgeschlossenikLangreh der belgischen Lehrervrganisation noch zweitägiger recht lehhdfbipDebaft« gründlich abgerechnet. Ein Antrag des Vorstandes aus Erhöhung des Bei» trage» zur Pariser Intsrnatwnali wurde ab gelehrt, dagegen «in Vorschlag der bisherigen Minderheit, die Frag« des Äch stritt? aus der Pariser kbfternational« und des Anichlusse» an die Amsterdamer Internationale aus di« Tagesprdmmg de? nächsten Kovgreises zu ietzen, trotz des Widerstandes de» Vorstandes mit großer Mehrheit angenommen. Der Dorftond hat darou? sein Amt niedergelegt: er bleibt aber bis zu»! März 1Ü29 in Funktion. Ur loj «v h ii m »: »il h 5? «e, Ann im Geist. Die verlsstbriageaden hohen töbne. die zur Tragung der hierzu erforderlichen Höharen Ausbillnmgskasten II? der Lag« sind.' Die gesamte Ausbilduitg muß aus dem beruf?- pädagogischen Änstitut erfolgen.'' Skuftgsrt.%> Dszemk-er. lEigenfterichi.i Von den Beichöiche.n der Int-tstrieven find die Sohnabkomoum für die«ürttembargisch« und pfälzisch« Mefollindchtri« zum 81. Januar 1SW gekündigt worden. I« der Begründung wird daraus hingewiesen, daß d-e.chohen" Ahne«in« U n r« n t a b f k i t ä t der Berrieh« bervo? rufen. Trotz de*, dadurch gerechtfertigten Lohn. adb>?ues i»>«rde von einem solch«? Abstand genommen, dafür aber verlangt, daß die bestehenden Lohnabkommen auf lange Zeit hingus abgeschloflen werden. Bon den Kündigungen werden in Württemberg etwa 70000, w der Pfalz etwa 30 000 Metallarbeiter betroffen. Di« Gewerkschaften«erden in den nächsten Tagen zu dieser Kündigung Stellung nehmen und ihre Dispositionen tresten. Man sieht, daß die Unternehmer di« dümmster? Duwmheften eitrander nachpkappertr. Di« Urüernehmer reden oon.den Verlusten infolge der hohen Löhn«, wollen diese Verluste aber aus long« Zeft gesichert sehen. Fällt denn den Syndizi nichts Besseres«in? Es ist durchaus nicht überraschend, wem» die Spitzenorgav-sation dar Unternehmer praktisch in dieier Frage mit den Gewerkschaften übereinstimmt. Utriemchmer und Arbeitchc' wissen am bester-, welch« Airforderungen an den Gewerbelehrern j» stellen sind. Weder den Unternehmern noch den Arbeitern ist gedient, wenn man a»»? di« jungen Leute, die als Praktiker im Arbeitsprozeß ihren Mann stellen sollen. Akademiker losläßt, deren Ausbildung abseits vom Produktionsprozeß sich vollzogen hat. Nirgends kana der Unfug, der in Deutschland mit Schulzeugnissen getrieben wird, schlimmer wirken und»nrgends Ist«r weniger zu rechisertigen als gerade bei den Gewerbelehrern. Roch kurzem Leiden r-erstarb am Montag. d übte frier den Berus eines Fenkteroutzers aus. Baw fand er auch den Weg zur gewerkschasl» lichen Organiiatio». Roch einem Streik der Fensterputzer in, Jahr« 190-. nrjrde Wetzlaugi' mit einigen ond- ren Kalleg-n g«maßregelt. Die Geinaßregeften grüick-eten hieraus die ft« n r p v tz« r» genosfenichaft Berolina. die hsiste»web unter anderen? Ranren besteht. Als Lngeitslster dreier Gennfienfifwft w» i'i-etzlanpf bi» zum Ouni ISM tätig, wo ihn dann der Vorstand des Deutschen Aerkehrsbunde» al» Hilfsarbeiter in femer Hauptverwaltung anstellt«. Nunmehr hat der Tod i»? stchen,. chvx deshalb nicht,-«««jflge aufav-ietungsvall-m.unk»««rkennu?-gswerten Arbeit die?«? Mst- frreifers rar d?« Ziels der ArbeiterbttveguT?!?«in Ende bartMrt. Ehr« seinem Andenken! »iil i?! >»u »k! °Uj »ar a !ni 'Nt 'u- ?dii vl r-.°z« Ein Arbeiierführer. Ä -b! Em Frankfurt. Buch hat der Zentoalverbamd der Angestellte?» _ Erinnerung an de« diesjährigen 3. Reichsjugendtag Inchtr«ffens, sondern sie soll auch di» übrigen jugendlichen Mitglieder zu regerer Tätiakeit für dem verband ansporne»?, die in Frankfurt nichi dab« sein konnten. Rebe« intereisanten Fahrtberichten und Schilderungen der gewerk» schaftlichen uich sportlichen Veransuzltungei? enthält das Buch auch Wchandiung«, über das Wesen und die Ziel« der fmgeux'rtschaft lichen Jugendbewegung wie über die kulwrelle Pionierarbeit des Berbandrs insgesamt. In den Text eingefügt« Bilder, dtirchweg gifte photvgraphifche Ausnahmen, tiagen m?t dazu bei, daß dieses .Frantiurt-Vuch" besonders für die Jungen und Mädchen, die an der Reranstaltung teilgeuonunen haben,«inen bleibend«? Wert Hai. '« ß�reie lv Ulir Silveger� »«'«l— CUMmfeant Sit htUHtof* im» en(x-t Silo-gstleitr dm ttti'ff.—«»ux-» ftoni««. niltj-ih«{(«laRiioItane-tt.- ttnMartc GenreUlta«« J(ok|tM*nMnft mit de»» Noibwevk?-,-. In der-Zot-ndd!?!»:»« Kk»i»»Kör«.— Cneeton?-ktidt. li�ndV1?» Lind«i?»ftr 1. Sfift«er?ehr»e- u&fin.—«che»»«: tu&«cn0btMimt9«,*fDt bleibt an Iisttwoch,»i * SeRttn lSl» gttäartu. dereatwerilich ftte Volitik: St. Cut,»eqe»: Sittrdwft: ft. tUt»aelb»««! 8-»Uenmt geuillewi,: t.». tMAeei eskale» Ü, «Kd Sertftci«; ftt» g»?ttüd«! 2nwitt«: tV#>•*«. fänulidi in 9-ttin Peel»«: Äon»Stt»-BtrlaB S« d K.. Berlin Irucf: fo-trärt-s-T'iirf'tif.irfrr«» «ch VetlM*«»«*» Beul Sin«»»» S» Berlin ZW b» CinkenReeit t «ieita z«Clteeen n».UnUttetinn» an»«iReV. '«I I Xr»tfm«r. stechen»«« Büsten, rauher, schmerzender Hals, dt« Folgen katarrhaliicher Erkältungen, werden alsbald mit Reichels Hustentropsen, di« auch bei Kindern sehr gut wirken, beseitigt. In Apotheken und Drogerien erhältlich, aber«cht nur mit.Marke Medieo" und der Firma Otto Reichel, Berlin SO. Eisenbahnstraße i. Hg Sabee att K«U» Ltt sich Iii» GejundhÄt«halt»? Wollen Sie einen ergwckend«, Pschtschtes heben k Wolle» S», Ihre» Wggeu. dem Tie oft i»eh» zunciUn, oll tc vettwgi» Ina,«t laste», wstsien Sie fät«in, geregell« Betdewmg iarge«. Lethelb nehmen Sie morgen» und . abend» «Ro» ach, mti Ouhm SUit wMb« elttte WÄttWöBIll Vulwttb-Gak -B t XofU»»stet«ch. l Psenntg. »Original Bnlleich-Salz* hinteeläß, selbst bei dauern. demSebraucheinketnerWeil» iegtndvelche schädlichen Folgen, woraus wir besonders hinweisen«dchttn Aus unserer Aaeikrnaungs- nnppc: ■m ntt>«rn«narre nmunsisma»»« i» ucfctn an W>i tTieia« MiMe- len«»er.____ '/erfeachio.ech«n uak{äc?»«ai»«»nemne.K Tele iSittei oieiilele rte cc. eile.i»:»NU»« taneStrfu«« tntrai öi Uikttt l»t p«t»U|lt«* M» in ch«» nt»k. Leteat Uhe lÖCi N 4»A M, Zum tnr. Itnta Bi?llrtch-L«!t stellt Irin iegemeonie» Allheilmittel bar »ondern ist i-«g» sriner h««i»tragende» Wrtang seit l00 Ithren in B« gavj-n fielt d-.'amu and findet besonder» verwendlii'g bei allen B-rdauüotsftSstngen inwi« Godörmnen.— DerBer. brauch va« viel« Millionen Pe fangen beweist am beten«i« hchr unser Origroal»Ullrich. Salz geschäht wird. Oabre inttbttitpfitnl litt gt o.ao, 350 g? o.ea 500 gi MO Ffa bit Reist Tabletten. Blechschacht. 1.50. Röhr« 0.2» r :n4 it; Bayern 1929. Sine nieverjchmetternde Bilanz. Slünchtv. N Ksz-mbe-.< Eigenberichts � Eine liisderschmetternde Vilanz siZr das Land Kayerv zieht das whrend« Organ her Bayerischen Volkspartet, der..Bayerische Kurier", cuis den politischen Ereignissen de? Jahres 19?8. Aber "ich der Aüsdlttf aus 19J8 wich als ebenso trostlos und trübe b» i«>chnet. Als besonders schmerzlich für Bayern wird die voraus» itliche Annahme des Steuervereinheitlichungs- �Metzes im Reichstag cmpsunden, weil Bayern dadurch jede ° ffnung genommen wird, je wieder zu einer selbständigen Ker> ltung seiner Finanzen zu kommen. Das betrüblichste Ereignis U das Blatt der maßgebenden Reglerungepartei in der Tatsache �Defizits im Staatshaushalt für 1929! Dieses Defizit non über 40 Millionen in Verbindung mit der Summ» der übrigen äiizite aus den verflossenen Jahren(das gesnm« honsholtemähig« »fi-ik de? dayerifchen Staate» überschreitgt die Summe von N Millionen. H. Red.) sei geeignet, die schwei'sten Bedenken aus- ulösen. i-Ez ist mit Sicherheit— so schreibt das Blatt weiter � vor- iurzu sehen, daß der Bayerische Landtag eines schönen Tages vor �r Roiwendigkeit steht, durch einschneidend« Maßnahmen � Land vor dem sinanztcllci» Derfall zu retten, oder aber die "Usache unrettbaren Verschuldens und schließlich Zusammen- �«chK mit ansehen müssen. Diese hoisnungeloj«. zerwürdente >>nd agx gesund« Entialtung wiq mit Bleigewichten hemmende trost- Finanzlage des bayerischen Staates ist am meisten geeignet. «c de? SckweLe des neue» Jahres dU Herzen«mtmutigend ntedcr- brücken." Diese Bilanz ist als ein wettere» Zeiche» der beginnenden Ein- «nzu sehen, daß mit den bisherig«» Regierung». Methoden die staattich« und kusturcS« Cinichrumpsung Bayerns "�t� aufzuhalten ist. Di« praktisch« Auswirkung dieses Erkennt- Aes. hj« icho;, seit Monaten in den Auseinandersetzungen inner- i> der Bayerischen Lolkspartei zum Ausdruck kommt, bleibt dem �hre 1929 porbchasten. Land Lippe. 22 Ausgesperrte hungern.— Die Landesregierung tonn sich nicht schlüssig werden. Der„Deutsche", dos Organ der christlichen Gewerkschaften. �öjftntlicht folgende Zuschrift aus Lippe: Von der Aussperrung der Nordwestgruppc wurde �ch das Land Lippe betrossen. E» waren 2 2 Arbeiter, die aus Union Lippstadt arbeiteten und durch die Aussperrung brotlos buchen. Wenn die Auszahlung der Unterstützung bis zum 18. Rs- 'fmbcr zu wünschen übrig ließ, wollen wir noch Verständnis dafür �ibriygen. Wir können es aber nicht verstehen, daß man i» Lipp«, vchhem mit dem Wohlsohrlsminister Hirtsieser die bekannten Nicht. �tze und-linien vereinbart wurden, sich diesen Berelnbarun- nicht angeschlossen hat. Nachdem man drei Wochen- 'nterstüguygen im Hächstbetrag von IS. 20. Z0. Summa Sä NM. �»bezahlt hat. hat man die Auszahlung anscheinend ganz ' age sjellt. Trog wiederholter Reklamation bei dem zustän- gen Landratsaml wurde im» iminer wieder bedeutet, da,.Prä- �um" habe»och kein« Stellung genommen. Mttch-am?«. Dezember, sind noch tews weiten Unterstützun- -Mg, setze worden, und di�t hsh? Regierung dtess» Äwsanbeuhep leint»ich- immer»och nicht schlüstig geworden zu sein, ab ihre • Bürge? in dies« Uruerftützungstrag« ander? behandelt werden >>en wie hie 250000 Ausgesperrten m Preußen Od« ist man ganz sicher, daß man die Gelder vom Reich ersetzt bekommt fürchtet, daß die gewaltige Summe nrm 2000 bi» Ä900 RM. 5" ganzen Landesetot in Unordnung bringen könnte? will man durch dies», verhalten nach den überflüssigen Beweis Dringen, daß es allerhöchst«.�»it ist. um sdlch« Zwergg-Kild« �schwind«» zu lasten. Ran kann den Arbeitern w Lipp« nur � guten Rat geben, den Anschluß an Preußen starke? zu Gliben, bann haben unsere 22 Kollegen, die mll zahlreicher Familie * stnd Familienväter w:t 6 und' S Kindern dabei) bei-öS NNd �rlmtz'mg sich fünf Wochen lang durchhungern mußten, die Mhr. daß solch ein Sckiauspiel sich nicht wiederholt. Die Hugenberg- Sprache. Zum Thema„Sachverstöndigen-Au-schuh" tesen wir tn der Putschen Zeitung": »Nachdem da» Gaunerkolkegium der Enient« sich unter l-r deutscher Mithils« nunmehr über die»Sachper- Erfreulicher Rückblick auf 1926. «.rnicr U 6 U 1 1 ai*• L V t �» 1 I fWüßen* einig ifi kann die Verteilung der Beute beginnen Mona», bi, has deutscht'a'" d-r gnange. m? �eklge schichte ein .'ißt und sein« Boll diesem größten Schw ndel der Ende macht, seine«ipenen Todesurteil« zer- .»..o Blutsauger..sachverständig" zum Lanp« hinausjagt." Es ist die neue offizielle Sprach« der hugenbergisterten deutsch- chdNÄen Volkspartei._ Krise in Südstawien. Ein'enken ge eu Kroatien verlangt. Belgrad. 50- Dezember.(Eigenbeticht.j Di« Unstimmigkeiten in der Regrerung haben zu«ine? iaienku k'!e geführt. Die Demokraten unter Führung Lsuba Dav'do. /?ch» sind mit Forderungen ausgetret«». die jur andere Koa> 7": Parteien unannehmbar sind. Daoidovitsch verlangl vor An- K des Budgets die Einbringung einer A.rtikorruptionsvoriag«. l> Gesetzesvorlagen zugunsten der Gemeinden und über Regelung Vauernschulden. Davidovitsch fordert«ine �andere Politik hübe? d«n Kroaten. Man«rwartet» i�ß nach Ausbruch der l'krunzskrise auch kroatisch« Führer vom König gehört werden, �optisch scheint seit einige? Zeit mit ihnen m Verbindung zu , Di: Belgrader philosophisch« Fakultät hat beschlossen, drei witfieOer zu Ehrendoktoren zu promovieren: den Deustchsn an n Wendel, den Franzosen Gauvain und den Eng» 'r Watson. 2acho» ge-ettet. Das Befinden des Colmar»? Slaotsanwaits svt Hot sich nunmehr soweit gebessert, daß der Kranke YM labend zum ersten Male feste Nahrung zu sich nehmen und die ftgea lesen konnte. Der Krank« erkundigte sich«ürig nach dem -sei jenes Attentäters. r�om sravzöslfch-n Kriegsgericht freigesprochen vurde» hie fh angeblichen Diebstahls von Rotwein während ö«r O«rbit. in Stadt Kyll Niel) verhasteten Ä W»««» am �bis zu R Jahren: st« waren»0? einigen Wochen au» der szau %n worden. Herr v. Hünefeld bezwang endgültig den Ozean. Sine Madame ließ sich 500 000 mal die Hand küssen. Zieichswehrmauster Groener erlebte Vaterfreuden. Ein Totgeglaubter wurde wieder lebendig! Krankreichs Anükorruptionsgesetz. Vom Parlament endgültig angenommen. sich nicht beste? durchdringen. Diele«nglikche Parlamentarier t D« S» na . pachi. vezgncher. ijtViüUl&W1 AAt> von der Kammer angenommenen Gesetzentwurf, der den V arla- w«nta?t«?n die Uebervahm« von Aufstchtsrat»» stellen und sonstigen führenden Posten in Finanz« und Wirt« ichattsunternehmen yerbietet. durch chandousheben seinerseit« angenommen.. Der V«ri6)terstatt«r de» Gesetzentwurfs erläutert» di« Elnschrän« kungen. die, dl« Senatskommission vorschlägt, indem«r hervorhob, es sei nicht möglich, vom Parlament all« dt« auszuschließen. die einen Beruf ausüben, d-? irgendwie mit der Finanz in Zu, famnaenhang stehe. Tue man das. dann gelang« man dahin, daß man ins Parlament nur nach Derusspollliker zulass«. Was verhindert werden müsse, sei. daß der Parlamentarie? «inen Handel mit dem Prestige treib«, da» ihm sein Parka« mentorilch«» Mandat gebe. Senator Franeois Morsal setzte sich für d,e Ablehnung d«? Gesetzentwurfs ein Er erklärte, es fei im Gegenteil hedauer, kich. daß in Frankreich die politischen und wirtschostlichen Kreise treten ward«, die' mit � den ansläckdifchen' Finvnzleicken chskuuerte" Sa« e» in dieseyr Fall» also logisch, di» Parlamentarier von d-n Gelchäsksn. dt, sü? da» Leben de» Lands» notwendig feien, au» zuschließen?- Ein ander«? � Senator verteidigt« na? allem dt« Anwälte gegen die Verdächtigung, daß ihr Berus die parkamentgrischc Tugend bedrohe. Der Gesetzentwurf verbietet nicht die Beibehaltung der,knigen Posten, die die Parlamentarier vor Uebernahmc ihr«? Mandat:- bereits hekleMten. Cr detristt auch nicht die Ueber nähme von leitenden Stellen in landwirtscha strichen Genossenschaften. staatlich kontrolliert«» Persicherungsg es«lisch asten: Er betrifft aber die Vaake« and Fiaanzgesellschasten E?«erbietet auch den Regierung»- und Parlamentsmitgliedern. ihren Titel auf Dokumenten finanzieller, industrieller oder Handcls'- untermhme» anführen zu lassen. Der Gesetzentwurf sieht sur lieber, tretungen Geldbuhen vor. Hoover und das Veparaiionsproblem. Äe!prechunq,n mit dm künftigen GachverstSndigm. Gegen Verquickung mit ver Schulvenfrage. Jta» York. ZS. Dezember- Wie der Telegraphen. Unwn au? Washington gemeldet wird, beabjuhtigt chvo'ye r während sein«? tortigen zehntägigen Aul- entHalts, an den Veipr«chungen Eoolidg«, mit Gilbert, General Dawes. Rusus Da we s und Noung teilzunehmen. da dabei die Instruktionen für die amerikanischen Beobachter der europäischen Rcparationeberatungea festgesetzt werde» sollen. choover ist an diesen Besprechungen einmal deswegen interessiert, weil er seiner, zeit als Äabinettsmitglied an der Reparation», und Schuldenpolitik sehr stark teilgenommen hatte, dann ab«? auch, weil die praktische Au s w i r k u N g der kommende» Repa- rationsabmachnngen m seine Anitsperiod« fällt. hoover ist stärkster Gegner der Reparation� und Kcholdev. verquickung. außerdem gehörte er bicher zu der in Mehrheit hesindlichen ameri- ranischen Mrtschaftsrichtung, die der Flüssigmachung d« u t- scher Eis S» b c. h n K 0 n d s aus dem amerikanische» Markte größte Stepsie xulgegenbringt. choover wirb zweisellPS Ge, wicht darauf legen, daß in der kommenden Sachverständigen» konserenz nu? rein wirtschastkich« Gesichtspunkt« eine Rolle spielen. Man ist auch hier dar Meinung, daß die Rheinland- räumnng zur wirtschaftlichen Wiehärgesundung Europa» gehör«. Aus diesem Grunde werden Amerikas Beobachter zweifellos ein« starke Stütze jür Deutschland. Oer Warschauer Aiientaisprozeß. Eine An iagerede gegen Pen Volfchewismn». Im Warschauer Atteptatsprozeß wurde«i» Vertagungsantrag der Verteidigung abgelehnt. Der Angeklagte Wojeiechowlti verantwortete sein«» Mordanschlag aus de» Sowjetagenten Lisa, rem dahin, daß er hie Absicht gehabt habe,«in«» der bolschemifti- sche» Prorokatestr« zu beseitigen; aus die Person sei e» ihn» nicht an- gekommen, dq da» Attentat. nicht einem einzelnen, sondern dem bolschewistischen System gexosten Hab«. Ebenso hohe«? ihm fern lege», an d«n Sowjeivertretern persönliche Rache für den To? Deine» Pater? von Mökderhand I'nd di« yualm se.»er Mutter in den Verließen der Tscheka zu nehmen. Die furchtbare» Eindrücke dieser Zeit hätten ihn dazu peranloßü sich de» aktiven Gegnern he» Poksch-wismu? und leiner in das Ausland entsandten Spitzel anzuschließen. Man könne den Bolschewismus nur auf zwei Wegen hekämpsen, entweder durch Gegevprvookotion oder durch Beseitigung seiner Pronokaleur« und Spitzel, da» geirete bi« Notwehr Jeder getöte'e Somnmnist sei «i» qu» d«M Fleisch« Rußland» entfernter Stachel. Er habe Lisa- rew dem Ansehen nach gekannt und seine Schnsi? bewußt aur ihn gerichtet. D«partement»ch«s.hokumk» von, Außenminifterium, früherer sozialistischer Abgeordneter, erklärte, daß Mosciechowski seine» i Wissen» nicht an der Erniordung he» Sowielgesandten W Y j s 0 w tm Jahr« ISZ? beteiligt gewesen sei. Bon«wer Verschwörung txr russisch«» Emigranten in Palen gegen Sowjetrußland könne nicht die R«de sein. Ministerialrat Bahinski stellt« fest, daß der chandeksvertreter Lifarew auf der ass'ziellc« Diplomatenliste-i«' Warschau geführt sei. Zeuge Rechtsanwalt M>kolajew erklär:.' im Namen de? russischen Emigrantenkokonie, daß er antibolschewistische Gewaltakte aus polnischem Boden streng verurteile. Der Bruder de» Angeklagten schitderle die furchtbaren Erlebnisse und eeide» des jungen Georg und seiner Angehörigen in Sowjelrußland. Zuletzt wurde d°« Mutter de? Angeklagten vernommen, die gleichfalls auf die anormalen y« b e n s b e d i n g u n g e n ein- ging, unter deren Einfluß die Entwicklung ihres Sohnes Georg gestanden habe. Genosse Adolf Braun erlitt gestern einen heftige» Anfall seines Rierenkelden,. de? feine U-berführung in ein Krankenhau» notwendig machte. WERTHEIM Leipziger Str,(Versand-Abi) Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz STADTKUCHE Festessen Kalte Büfetts Vorgerichte Kalte Braten Tafelausschmückung Bestellungs- Armahma R©S"taUrant LsipzigST Platz Sali- CrSpe Spitzen garniert. Jugend). Kleid"5 O_. Crepe de Chine, rcidi mit � 345» 45n Demenstrümpfe S.U Bembergseide, künstl. 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Nichts ist geschehen, solange deine Seele sich nicht wandelt. Füllest du nie die unterirdisch« Gewalt, den einsam ringenden Gedanken, der sich von allem lossagt, was B-rgangenheit. Freund- choft. Gewinn heißt, lang« ehe sein furchtbarer Ausbruch dein Aug« 'rrejchte. vor dessen letzter Folgerung du erschrickst? Aus dein« Erklärung warten wir, die Revolution deines Herzens, wichtiger als cjle politischen und sozialen Revolutionen. Dich meine ich! Dein ~°lbst, dem ich nicht Ruh« lasse. In dir hat es angefangen. gesegnet sei der Aufruhr deiner schlaflosen Nächte, der mager« "»eisel. die ewig Viederholl« Prüfung de» Gewissens. Cs gibt �'Ne Erhebung der Mass« ohne den Umsturz des Ich. Bedenke aber, daß die Hauptsache erst kommen soll, und wir -fl« nur Stufe find. Was zögerst du? Nicht auf da» Können to«mt es an, sondern auf die Gesinnung. Willst du mein Bruder '>n? Gehen wir«ine Streck« gemeinsam. Monori de Jtatsar: SStvischenakl N« iwWtTjenb« tttiru CTm« de»«r-ßr» franMfch.» imd«ltte»schilderer,«fchirn«uertt Iw Oft« der IÜ30 in her geitschrist •ße EariMhiM', unter Oechnmnen, and wurde erst lanoe i»ch See Meisters Ts» In die»csnnmetteu W-rl« aufgensimnen. Sie wurde»ier swa erste» Mal« verdeutscht. I Er hatte dem braven Mann« an der Ecke Rue Dauphin« und *>!- Contrescarge aufgelauert und ihn daselbst mit einem wohl- führten Hammerschlag gegen die Stirn, genau zwischen die Brauen, '"en neun Uhr abends, mitten im Getriebe der Stadt und ange' /its sämtlicher Passanten umgebracht. Wie manche Erbschaft wurde >°n so erzwungen, durch Gift oder Dolch.... Kaum hatte er den Schlag vollführt, glitt er wie ein Aal durch l« Straßen, gewann die Passag« du Commerce, die damals noch I"tor. schmutzig und stinkig war, und kam beim vdäon heraus. Dort Rmg«r sich«in w-nig. wie um frische Luft zu schöpfen, wie» so. rnn. ahne daß seine Hand im mindesten gezittert hätte die«ont-r- pwte dem Kontrolleur und erschien wieder bei scmen Nachbarn P Bark-tt. ..Die Pausen sind überaus lang,' sagte er. »Oh... uni> langweilig.' antwortet« fein Nochbar. .»Ja. warum find Sie denn nicht mit in» Foyer gekommen?' Nfc«r. i Äks das' Stück aus war. ging er nach Haufe, packte die Koffer pld begab sich auf«in» schon sell längerer Zeit angekündigte Reis«. L Tags daraus erregt« die Tat nicht unbeträchtlich« Aufregung. .. Tageszeitungen redeten von der Ermordung des Herrn Joseph �°liia. Es hondelle sich um einen besonders gut durchdachten. be> �dcrs sorgfältig ausgeführten Meuchelmord, und die Kränzchen, c. Salons und sogar die Leute in den Geschäften waren voll davon. Die Justiz, die Polizei, die Familie des Herrn Cottin und die � torßc Welt war von der Schuld Stanislaus von B.'s fester über- als wäre er bereits von einem Schwurgericht verurtcill war to*- Er war Spieler, Elegant und Liebling der Frauen. Sein Be' �llmächtigter vergoß an seiner Statt im Trauergefolg« dret Tränen "b trat für ihn die Erbschaft an. ii. Neunzehn Jahre vergingen. Versetzen Sie sich bitte in«inen Pariser Salon, einen Salon eleganten, leichtblütigen Frauen, ernsten, der Politik ergebenen .jJ rpirnern, die hier gleichwohl Scherz treiben, sich einen Kalauer er- ''Iben, und jungen Leuten, die vor Eifer und Ehrgeiz glühen, die toamt wissen, welchen Reiz ein Dogcart hat. welche Qualitäten > zauberisch« Toilette birgt... Ein Bonmot,-in« ttefsinnige P �Wertung kreuzen sich... Haben S>e das?! '.n-„Wer ist der Herr da mit dem osivenfarbenen Teint... der ■"'"«n so gut geschnittenen Rock trägt... noch ziemlich jung... �"d der dos hübsche Wort über die Iuligefallenen sagte...?" ..Den kennen Sie nicht?... Da» ist Stonislau, von B.' ii-»Ach richtig! Der damal, da»«benteuer hatte... vor... �... mein Sott, vor noch gar nicht so langer Zett...' ..Ganz recht. 1811... in der Rue Dauphin«...' du;»Aber ob dos wirklich wahr ist?--- Man sagt es ihm zwar -«U... dem Teufelskerl... Eigentlich macht er doch einen ganz �en Eindruck-. »Stonislau» von».?' fragte die Herrin des Hause»,„das will ' Meinen! Ein scharmanter Mensch... so geistreich... und so beglich... und ein« entzückend« Squipag« hat er',»ielleicht ist '«in wenig zu passioniert, ober riesig einflußreich. Uebrigens be- er sechzigtausend Franken Diente.* »Wo wohnt der Mann?' I»Na also.' sagt« ein Raisonneur. der die sonderbar« Frage ge- tp hatte,„fleht man nicht tagtäglich Kriegsgewinnler, Schieber. �"'esier. Urkundenfälscher und Dieb« hoch geachtet? Warum sollt« kie gut« Gesellschaft einem Mörder verschließen?' __ l Deutsch ven vi'stp«alenter.» SDidilerzank im Pantheon Biadam« Regrepont ist»ine Enkelin Victor Hugos. Sie kann , dessen Platz im Panlheon neben dem«Ictor Hugo» ist. nicht ». Madame Negrepont behauptet daher, daß Zola nicht der trete Nachbar für ihren Großvater im Räume der Unsterblich. «i. Zolas literarisch« und philosophische Ansichten würfen alle», Victor Hugo sein Leben lang gepredigt habe, über den Haufen. ime Negrepont wandt» sich daher an die Behörden mit der . die Ueberrest« ihre» berühmten Großvater» freizugeben, um > der Familiengruft auf dem Per« Lachaise zu bestatten. Die irden antworteten, man verehr« in Victor Hugo den großen antiker; ein Romaittiker dürfe aber nicht auf dem Per« Lachaise Iben werden. Di« energisch« Dame rief daraufhin den Direktor Kictar-Hugo-Museums, Raymond Eschollier. um Hilf» an. Herr stier war gleichfalls der Meinung, daß die sterblichen Heber- Hugo, in» Panth«»» gehörte«, sprach sich aber auch für»ine« !er- Erlebnis eines Jßandslreichers Eine Woche lang hatte ich«« gut gehabt in dem kleinen monte- negrinischen Rest— so gut wie noch nie während meiner Balkan- walz. Herrgott, war ich ausgehungert gewesen, als ich dort an- kam— ober dann war mir aus einem Haus« ein in deutschen Flüchen gehallene» Selbstgespräch in die Ohren gedrungen— jawohl, mitten im fernsten, wcglosesten Montenegro deutsche Worte zum erstenmal noch Monaten! Ein Braumeister war da» gewesen aus Graz, der hierher verschlagen war durch den Krieg und eine klein« Pioaria, eine Brauerei, leitete— und er hatte mich aufgenommen. und acht Tage lang hatte ich deutsches Bier zu balkanesischem Lamm- fleisch genossen, und heut« morgen erst war ich wettergegangen, sott, aus das Meer zu, das nun schon Ues unter mir lag und sang. Richt lange mehr, und ich mußt« an der Bucht von Cattaro sein. Einen Hirten, der vom Tale her kam, fragt« ich nach dem Weg. Er wies mir einen schmalen Pfad, der die Streck« nach Trebinj« ab- kürze.„Imaschli wode?' fragte er—„Hast du Wasser?' Gedankenlos bejahte ich-, erst als ich schon«in Stück des Pfades gegangen war. fiel mir«in, daß mein Braumeister zum Abschied mein« Feldflasche mtt Sllvovitz gefüllt hatte. Es war Mittag geworden, früh gegen sechs Uhr war ich aufgebrochen: ich hielt inne, trank einen Schluck vom Schnaps und ging weiter. Der Fußpfad führte in die Berge hinein. Di« blaue Adria sah ich nicht mehr. Der Weg ging sich schwer, denn«r war voll großer, kantiger Steine und ohne Erdschicht, wie olle Karstweg«. Die Sonne tonnt« stch nicht spiegeln im Gestein, es schluckte den Schein ein und sah stumpfgelb aus. und es war doch eine Sonn« von hartem, heißem Glanz: Wind gab e« nicht, oder die steilen Klufthänge fingen Ihn auf. und ich schwitzt«. Ein leise« Durstgefühl macht« stch bemerkbar. Da ich kein Wasser fand, nahm ich wieder einen Schluck Schnaps. Bald darauf bereute ich es: er brannte auf der Zunge und machte den Gaumen trocken. Da» Verlangen nach Wasser«urd« fählings stärker. Unwillkürlich ging ich schneller. Irgendwo würde ja wohl«ine Hirtenhütt« sein. Irgendwo würde mir ja wohl«in Mensch begegnen. DI» Stunden gingen. Kein Mensch. Kein« Hütt«. Di« Sonne wurde heißer, der Durst schärfer. Ich konnte mich nicht bezwingen. vermocht« nicht innezuhalten nach den ersten Schlucken, trank die Flasche leer, blieb unerquickt und wurde müde, legte mich aus den schattenlosen Stein. Meine Augen schlössen stch. aber mein Hirn blieb wach: die Gedanken hetzten lettsam wirr hindurch. Ein scharfes Prickeln lief durch meinen Körper, vor meinen geschlossenen Augen waren bleiche Sonnen auf graubraunem Himmel. Schließlich fuhr ich auf. glaubt« die Stimm« de» Hirten gehört zu haben, den ich an- getroffen hatte: er fragt« wieder:..Imoschli wode?' Ms ich aber stand, sah ich Stein, nur Stein; die Sonne stand jetzt ein wenig vor mir. ich warf«inen ganz kurzen Schatten; es mußte drei Uhr sein. Schnell wollt« ich noch etwas essen, biß in da» Maisbrot— mein Gaumen, trocken und eng. ließ keinen Bissen hinunter. Immer wieder. Es schmeckt« widerwärtig, und es half nicht». Mein« Lugen rissen sich, wie von selbst, wett aus. Bor mir ging plötzlich sehr schnell die Sonn« unter; es war. als fiele sie vom Himmel. Sottlob—«, war Abend! Es mutzte Kühle geben! Aber «• blieb hell. Und«in« zwett« Sonne fiel herunter, wie ein Meteor, und immer mehr,«in wildes Fallen von Sonnen. Ich Nef und lief... Meine Lippen waren aufgesprungen. Al« ich da» Blut schmeckte. biß ich selbst hinein, um mehr Blut trinken zu können. Ich trank Tropfen um Tropfen:«» schmeckte süßlich und heiß und gab keine Erleichterung. In meinen Ohren begann es zu rauschen. Es mußt« also Wasser in der Nähe sein! Da» Rauschen kam immer näher, wurde brausend, donnernd, wie ein Wasserfall. Aber mein« Lugen sahen immer nur die Sonne«: sie fielen jetzt nicht mehr, sie blieben am Himmel und kreisten wild, stießen manchmal aneinander. zerschlugen sich und zersplitterten in weiße Garben, ohne doch Licht zu verbreiten. Der Himmel schien schwarz. Bielleicht rauschte» die Sonne» in meinen Ohren. Ich nahm mich zusammen und zwang mein« Aug«»;, weine Ohren, klar zu sehen und zu hören. Der Weg bog um«inen Gipfel. Da lag wieder unter mir. jauchzend blau, da» Meer. Ich schrie auf und verließ den Pfad und rannte senkrecht soft die Stesse hinunter über das Geröll. Ost siel ich. rutscht« viel« Meter weit, zerschrimtt« mir die Haut. Ich achtete kaum darauf. Drunten war ja Wasser! Daß es untrinkbar war, bedachte ich gar nicht. Endlich war ich unten, beugte mich über den Spiegel, trank, schluckte krampfhaft das salzige Wasser. Ein jäher Schmerz durchzuckte meine Gedärme, ich erbrach sofort. Ein» Welke hockt« ich und stierte über die Flut. Wett draußen segette«in Fischerkutter mit schmutzigen Segeln ganz longsam vorbei. Ich winkte, schrie: man sah und hört« nicht, bog um einen Fels... Da sprang ich auf, riß mein Messer heraus, stach es mir in den Oberarm, biß mich über der Schnittstelle fest und saugte mein Blut. E» schien mir siedend heiß; ich erbrach wieder. Ich nahm mein« Feldflasche und ließ mein Blut hineintropfen:«s dauert««nd- lo, lange, bis e» in der Flasche ein wenig gluckst«, wenn ich sie schüttelte. Dann hing ich sie an meinem Riemen und meinen Fell- eisenschnüren tief ins Wasser, bis da» Blut katt geworden war. Aber als ich dann davon trank, war es mir so zuwider, daß ich es ausspie und wiederum erbrach... Immer während des Erbrechen» war mein Denken klarer. Ich begriff, daß ich auf dem Wege bergab die Straß« überschritten habe» muht«, ohne sie zu bemerken. Kriechend zerrt« ich mich den Geil- hang wieder hinauf. Endlich, nach stündigem Klimmen und Wieder- hinabgleiten: die Straße! Gerettet! An der Straß« mußt« ich ja auf Wasser stoßen, wahrscheinlich, gewiß bald. Und«» war nun endlich Abend geworden. Ich sah alle» ganz deutlich jetzt. Und zwischen dem Sausen im Ohr— da— da war auch schon ein leise« Plätschern! Und dort, an einer Felsenwand, merkwürdig— dort war ein Ausguß, wie man ihn in Deutschland hat in den städtischen Woh- nungen. mtt einem schimmernden Messinghahn. Ich war mtt einem Mal ganz ruhig, schritt daraus zu. griff noch dem Hahn— und saßt« in» Leere, schlug mit der Stirn an den Stein... Ich heutt« auf. lief los. stürzt«, jagte weiter, stürzte wieder. Ich glaubte zu laufen. I« Wirklichkeft kroch ich. Glaubt« Häuser zu sehen, und«» wären Felsen. Wasserlachen, und es waren glatte Sterne. Regentropfe». und e» waren Sterne, denn es war Nacht geworden. Linderung bracht« sie nicht. Endlich ein dunkler Schatten— ei» Haus...? Ich torkelte darauf zu. Ein Tor öffnet« stch knarrend,«w wirkliches Tor. Ein Man» trat mir»ntgege» mtt einem Licht« der Hand.„Wode!" brüllte ich. Er hob beruhigend, abwehrend die Hände. Ich schlug ihm die Faust in, Gesicht, er stürzt«, das Licht verlosch. Ich stürzt« an ihm vorbei in den Hof. Plötzlich war er hinter mir, riß mich nieder. rief etwas, sucht« mein Ummichschlage» zu hindern, zu beruhige». Ich jaulte wie ein Tier. Ein« Frau kam. Bracht« ein winzige» Täßchen Milch. Roch Minuten, die mir Stunden schienen, ein« größer« Tasse. Endlich einen ganzen Napf— und dann— Wasser, Wasser...!! Ich trank, bis ich in bleiernen Schlaf der Bewußiloslgkett fiel. Der Wegewärter, der mich gerettet hatte, trug mich ins Haus und bettete mich... Gerhart Hermann Mo st ar. smith: Qefangene Stefanien Ich bin einer jener Leute, deren Geschäft e» ist, Elefanten fo gut zu kennen wie ein Farmer Pferde kennen muß, denn ich bin bei einer Firma, die Teakbäum« aus den Wäldern von Burma und Slam verkauft. Mein« Firma beschäftigt über 2500 Elefanten als Arbeitskräfte. die zusammen einen Wert von 3% Millionen Golddollar repräsentieren. Normalerweise, wild vorkommend, frißt«in Elefant 18 bi» 20 Stunden von den 2A Stunden eines Tages, er benötigt diesen Zeitraum, um seinen ungeheuren Bauch mit Grünfutter anzufüllen. Er schläft nur sehr wenig, gewöhnlich ein« oder zwei Stunden auf einmal. Di« Zkrbettszeit der zum Ballemransport verwendeten Elesanten beträgt drei oder vier Stunden täglich, und er wird nur an vier Tagen der Woche zur Arbeit verwendet. Da» Leben eines Elesanten ist dem de» Menschen sehr ähnlich. Der jüngste Elefant wird mtt 16 Iahren zur Arbeit herangezogen und erreicht mtt 25 Iahren sein« Lollreis«. Di« Tier« hören mtt 65 Iahren zu arbeiten aus, und obgleich behauptet wird, daß die Elefanten ein sehr hohe» Atter erreichen, gehen unsere Ersahrungen dahin, daß ein Tier sellen da, 75. Lebensjahr überschreitet. Elefanten haben im Vergleich zu anderen Iunglebewohnern weder ein gute» Gesicht noch einen besonder» guten Geruchssinn oder Gehör. Nun besteht wohl kein Grund für den Elefanten, aus der Hut zu sein, er hat höchstens zu befürchten, daß«in junges Kälbchen von einem Tiger angefallen wird. Di« Erzählung von einem Jäger, der durch den Jungte jagt« und sich plötzlich nur zwei Fuß«ntfentt von einem Elefantenschwanze befand, illustriert sein« Furchtlossg- kett, die stch wohl kein anderes wildes Tier im Iungle erlauben könnte. Auch mein« eigenen Erfahrungen bestätigen dies. Eine» unserer Elefantenlager hott« einen jungen Hauer verloren, von dem man annahm, daß er sich zu einer wilden Herde in der Nachbarschaft ge- sellt hatte, und wir waren sehr eifrig hinter ihm her.«hn einzusangen. Ich zweifelt« an dem Gelingen, ihn einzusangen, war aber emver- standen, auf einem schattigen Felsen im Flußbette Stellung zu nehmen, natürlich mit einer Flinte, für den Fall eines Angriffs. Ich befand mich auf der der Herde entgegengesetzten Seite, doch ganz in ihrer Nähe, so daß ich sie hören und innerhalb hundert Yards auch gewahren konnte. Mein Führer schlüpfte zwischen die Herd« hinein und besah sie sich. E» befanden sich 26 Elefanten dort, und da er die in Frag« stehend« Bestie nicht kannte, mußt« er jede» einzelnen Steiß besehen, um das von der Firma eingebrannte Mol zu finden. Da er nicht zufriedengestellt war, so mustert« er die ganze Herde den Fluß herab ungestört durch. Sie schritten in einem langen Zuge. einige nur zehn Fuß von mir entsernt. vorüber,«in paar machten Rast, um zu baden, ohne sich darum zu kümmern, daß sie jemand rückwärt» antrieb. Die Bezugsquellen von balkenarbettenden Elefanten sind ver- schichen, doch dl« weitau» größte Anzahl wird bereit» in der Arbeil geboren. Die Evern solcher Kälber können zwei im selben Lager arbeitende Elefanten sein, aber es geschieht auch öfters, daß da» Weibchen vom Männchen einer wilden Herde ausgesucht wird. Es ist nicht immer bekannt, wenn ein wilder Bull mtt einem gefangenen Weibchen gattet, doch es ist sofort erkennbar, wenn die Begattung durch ein gefangene» Männchen geschieht, weil sich sein« Fesseln in die Schullern de« Weibchens eingraben. Ein« ander« Elefantenbezugsquelle ist der Keddoh,«in« Art von Stock- und Pflockbau, mtt einer weiten veffnung. die in einem schmalen floschenähnlichen Hals endigt und in die die wild« Herd« hereingetrleben wird. Ein auf diese Weise gesangener Elesant ist aber noch lang« nicht eine Arbettokrast. Man kann ihn wohl in drei Wochen einschulen, aber er ist erst nach einem Jahre zur Arbeit ge« eignet. Todesfälle wöhreich dieser Zeit sind bi» 35 Proz. der Fall. meistens aus Herzweh wegen der Bedrückung durch die Gefangen- schaft. Wenn sich«in gesangen« Elefant an Menschen gewöhnt yol, wird er täglich mtt einem schweren Seil um seinen Hai» an eine» anderen gebunden, spazieren geführt, wenn es notwendig ist. zwischen zwei eingeschullen Elefanten, die als Schulmeister bekannt sind. Die gewöhnliche Arbeit der Elefanten ist recht verschiedenartig. meistens aber be ficht sie im Schleppen von Teakbaumstömmen von der Fällstelle zu den flößbaren Flüssen oder Karren. Die Gegend. wo Teakbäum» wachsen, ist meist unwegsam, gebirgig, so daß«in Transport ohne Elefanten nur sehr schwierig wäre. Wenn die Bäum« gefällt und gepflöckt sind, beginnt dt« Arbett der Elefanten. Jeder Block muh einzeln durch da» dicht« Iungle zum Flußbett ge« schleppt und gerade hingelegt werden, um dort liegen zu bleiben bis die Hochflut eiMrttt, die dann zum Hauptbett treibt. Doch da» geht nicht immer so einfach. Ostmals müssen die Ballen floßarttg den Fwß herunter gesandt werden. Der Elefant lernt bi« Griff« zur Herstellung«ine, solchen Floßes sehr rasch. Er njfft fich auf mit» gibt dem Balte» mit seinen Stoßzähnen mtd seinem Rüssel einen Stoß, wobei er womöglich einen Vorberfütz zu chilfe nimmt. Kritisch überprüft er dann sein« Arbeit auf dem Floße und tehrt sodann um einen neuen Balten zurück, um daenit genau so zu verfahren. Wenn es notwendig ist. die Balten auf einen Karren zu laden, kann ein guter Stohelefant einen Balken, mit einem emzig-n Ruck auf den Karren werfen, wobei er ihn beim Ende an- packr und im Viereck genau auflegt. Eine andere Arbeit der Ele- fanten ist das sogenannte„Ounging", d. h. wenn sich Balken im Flußbett irgendwie verschoben haben, sie durch eine Vawegung des Kopfes wieder in Ordnung zu bringen. Bis zur Schulter im Wasser arbeitend, bewegen sie mit den Stoßzähnen und der Stirn die in Anordnung geratenen Balken und richten sie wieder aus. Der cherdeninstinkt der Elefanten ist so ausgeprägt, daß ein einziger für die Zerstörung eines großen Teiles einer Eisenbahn- station in Burma verantwortlich war. Ein Deutscher hatte von uns ein Elefantenbaby gekauft, es in einem Eisenbahnwaggon unter- gebracht und diesen sür die Nacht auf ein Nebengleis geschoben. Das Elesantenknäblein, das mit einer solchen Behandlung unzu- brisden war, begrnm nun seinem Her�chmerz durch ein ohrenbetäubendes Konzert Ausdruck zu verleihen. Dies trieb alle Elefanten her Nachbarschaft hierher, um so den Wagen zu zertrümmern. Darauf bereiteten sie der Station«in ähnliches Schicksal. t»»« tieill SnzNschen Iberseht v»n Z. R«i«wwv) Friedrich Wendet: ZPerÜCkeilSBeH �nfreitvillige Qeständnisse jirf der Untersuchung ist dos Geständnis des Angeschuldigten: es ist sedoch ein allgemein gültiger Grundsatz, daß Geständnisse im Traum od« unter Hypnose nicht zur Grundloge ein« Anklage ge- »lacht werden dürfen. Solche unfreiwilligen Geständnisse kännen tmmerhin wertvolle Wink« geben, die.zu ein« Entdeckung des?öt«s führe» können. Mit solchen gar nicht selten vorkommenden Fällen beschäftigt sich der in einer Londoner Zeitung«schienene Aufsatz eines namhaften englischen Ltriminakften. D« Massenmörder William Eord«. dem die London« Polizei fuhrclang auf der Spur war, konnte nur deshalb überführt werden, weil er im Traum zu sprechen pflegte. Seine junge Frau, die von der»Tätigkeit' ihres Mannes nicht die leiseste Ahnung hatte, lauschte mit Schrecken feinen Reden im Traum, aus denen sie«fuhr, daß ihr Mann zahlreiche Menschenleben' auf dem Gewissen hatte. Frau Eord« zweifelte nicht einen Augenblick an der Wahrheit sein« Ge- ständmss« und zeigte ihren Mann bei d« Polizei an. Cord« wurde verhaftet und auf sein eigenes Geständnis hin verurteilt. In einem Junggesellenhotel in Shadewell wurden die Gäste in einer Nacht durch laute Schrei« aus einem Aiinmer aus dem Schlaf aufgeschreckt. Sie hörten, wie ein Mann, offenbar im Schlaf, schrie:»Hände hoch »der ich schieße!' Der Gast wurde von der rasch h«beig«rusenen Polizei als sin längst gesuchter Schweroerbrecher erkannt. Bei e'mem englischen Hypnotiseur erschien eines Tages ein Mann und bat, von seiner Schlaflosigkeit geheilt zu werden. Kaum war er eingeschläfert, als er Bewegungen machte, als wolle er jemand er- würgen. Die Polizei suchte gerode den Mörder ein« Frau, die erwürgt in Ihrer Wohnung aufgefunden worden war. Der Hypno- tiseur schöpfte Verdacht und machte die Polizei auf feinen unheim- kichen Patienten aufmerksam. Der Mann wurde einem eingehen- den Verhör unterzogen und legte dann ein volles Geständnis ab. Brauch und Sitte der Geschichtsschreibung ist, die Fontange als Erfindung' der Marie Angälique des Fontanges, ein« Geliebten � Ludwigs XIV., zuzuschreiben, obwohl die Belege äußerst mangel- Haft sind. Die schöne Herzogin soll einmal auf d« Jagd, als sie ihren , Hut verloren hatte, ihren Kopf gegen die Sonnenstrahlen dadurch geschützt haben, daß sip sich Zweige ins Haar steckte. Dem König soll das so gut gefallen haben, daß er die Geliebte bat, fortan „immer so' zu erscheinen, was dann zur Fontange geführt haben soll. Die Geschichte der Mode ist nicht arm an ähnlichen Legurden. Die im Nacken hochgeklappte Haarkrause soll eine Erfindung der „jungfräulichen' Königin Elisabeth von England sein, die damit gewisse Hautunreinigkeitcn habe verdecken wollen. Die Perücke soll aus ähnlichem Anlaß durch den französischen Kavalier Philipp« de Voran erfunden worden sein; der Spötter Lichtenberg meldet darüber: ,».. Sin haar war wechgefteten— Dan französischem Schorf, van lüsen und van neten:— Dorum must he ut noet up middel sin: bedacht,— Darmit sin schobbich kopp— Cm«ich in schänden bracht.' Was also bedeutet hätte, unglaubwürdig genug, den Teufel durch Beelzebub zu vertreiben. Die Krinoline des 19. Jahrhunderts wiederum wird der Kaiserin Eugenie al« Einfall zugeschrieben, obwohl die Herrscherin mehrmals«klärt hat. nicht das geringste sür chre Einführung getan zu haben, und obwohl Tat- fache ist, daß sie es als erst« verabschiedete. Aehnlich steht es mit den Mod«„schöpfungen' Eduards VII. Im übrigen erfordert es englische Tradition, daß die Prinzen von Wales sich immer als elegante und flotte Herren geben, von Er» findungen auf dem Gebiet der Mode sprechen zu wollen, geht nicht an. Möglich, daß hier und da einzelne Personen individuelle Aende- rungen an den jeweils gültigen Formen vorgenommen haben, die später al» erste Andeutungen bestimmter Mod«charakt«istik auf- gefaßt worden sind, was man um so keber tat, je höher gestellt die betreffenden Personen waren; bestimmend für die Mode ist aber mimer die besondere Richtungnahme der Zeit, also die Gesamtheit der Dielen. In einem Modewerk vom Jahre 1715, Lmaranthe,„Frauen- zinunerlexikon', wird die Fontange folgendermaßen beschrieben: „Fontange oder Aufsatz ist eine von weißen Spitzen oder Flor üb« einen absonderlich dazu gebogenen und umwundenen Droht in die Höhe getürmte und faltenweise übcreinandergcsteckte Haube, zwei-, drei- oder vierfach hintereinander aufgezogen, um die Ohren herum abgeschlagen, gefältelt und mit geknüpften Bandschleifen von all«- Hand Couleur sowohl von vorn als hinten geziert und beflecket. Die gehörigen Teile dazu, woraus die Fontange geknüpft und zusammen- gestecket wird, sind der Haubendraht, die Kommod«, das Nest von Draht, der Teller darüber, die Paoillot» und das Band.' Diese Beschreibung läßt die spätere monströse Entartung der Fontange zu riesenhaftem, schließlich eine zwölfsache Höhe de» Kopfes einnehmen- dem Aufbau kaum ahnen. Am Ende der Entwicklung steht die Bor- schrift, daß der Kopf der Dame den Mittelpunkt zwischen Körper und Haaranfbau bilden müsse. Wir haben Berichte darüber, daß die Fontangen bei Festlichkeiten mit den kerzenbesteckten Kran- leuchtern der Säle In unangenehme Berührung kamen und Feuer fingen.»»» selbstverständlich dem Unfug nicht den geringsten Ab- bruch tat. Um 1705 stürzt die Fontange von d« erreichten Höhe herab, ! bleibt bei einer maßvoll hochgebürsteten Frisur stehen, um im letzte» [ Drittel des Jahrhunderts einem freien Lockenfall unter Hauben- ! artig« Kopfbedeckung Platz zu machen. Die Dormcuje, wörtlich > Schlafhaube, erobert sich da» Feld, es Legt im Stil der Zeit, mit i einem Kleidungsstück intimer Art zu kokettieren Aufs wildeste tobt der Geschmack der Zeit sich in diesen Hauben aus, die in Anlehnung an aktuelle Ereignisse gebildet, getragen wurden. So begegnen wir der Dormeuse i Ii l'Indäpendance als Anspielung an den ameri» konischen Unabhängigkeitstamps, der Dormeuse i Ii MontgnHiere als Anspielung an die ersten Luftballons, der Dormeuse i Ii Figaro und i Ii rAImavivi als Anspielung an da» Theaterereignis de» „Figaro' von Lecmmarchai», auch die bezeichnende Dormeuse aa galant«Wsespotr, die Dormeuse der galanten Derzweislung. fehlt nicht. (tu* ttm»mJ*»Sit Stobt In btt Jtetilatut*,«schkne» w Taut*"1 Stttefl, Sitsbtn.)_ Seil teann feiern rrlrlteiijalir am 1. Januar? So uralt der 1. Januar als Jahresanfang ist, so reicht sein« allgemeine Einführung in Deutschland doch noch gar nicht solang« zurück. Di« Zerklüftung Deutschlands auf diesem Gebiet nicht nur während des M!ttslalt«s, sondern bis tief in die Neuzeit hinein läßt sich auf zwei Karten des seit einiger Zeit bei W. de Gruyter «scheinenden Lüdtke-Mackensenschen Deutschen Kulturatla» deutlich überblicken. Lange Zeit wurde d« 1. Januar von der Kirche eben wegen seines heidnischen Ursprungs als Jahresanfang gemieden Im Mittelalter kamen daneben in Deutschland d« Weihnachts- uw> der Osteranfang und das am 25. März beginnende Marienjahr i» Betracht. Den 1. Januar nahm zuerst im Jahr 1313 das Bistue Münster an. Manchmal hat Ihn auch die kaiserlich« Kanzlei vom Ende des 13. Jahrhunderts bis zum Tod Karls IV.: hier dringt ek allmählich in der ersten Hälfte de« 16, Jahrhunderts durch. Tot 1575 wird« in den Bistümern Genf und Sitten, feit 1581 im Bis- tum Metz gebraucht. Durch die Bull«„Inter grivissimis* vom einander in den nächsten Jahren, die protestantischen mit den schw» dischen Provinzen in Deutschland nehmen den neuen Kalsnd« abet erst im Jahre 1700 an, und in einigen Teilen d« Protestant! ich«« Niederlande und d« Schweiz setzt er sich noch später durch. Tatsäch» lich hatte Deutschland zwar seit dem 1. März 1700 ein« einhe!tl:ch« Zeitrechnung, vergeschrreben wurde ober die allgemein« Einführung des.V«besserten Reichskalenders' erst durch ein kaiserliche« Dekret vom 7. Juni 1776._ Wälder stören den Stundfunk Aus eingehenden Untersuchungen, sowohl in bewaldeten Teile» von Barfield in England als auch in den mit Pinien bedeckten fran- zösischen Departements Landes und Gironde ergibt sich, daß Wäldet eine sehr stark störende Wirkung aus den Rundfunk ausüben. 2» den Tropenwaldungen ist überhaupt ein Funkverkehr praktisch u»- möglich. Der französische Forscher Nodon, der sich schon seit viele» Jahren mit der Erforschung der Radioaktivität von Pslonzen be- Ichäfiigt,«klärt, wie die„Umschau' mitteilt, diese Taisache als eint Bestätigung seiner Wahrnehmung, daß besonder» die Pflan? blätter der Sitz radtoelektrlsch« Erscheinungen sind. Diese!Ra oktivität ist zurzeit der Blüte am höchsten und wird auch durch di< Sonnenstrahlung erhöht. Deuisdicr Verkehrsbund. Wir erfüllen hiermit die tranrige Pflicht, das Ableben unseres Kollegen nnd Mitarbeiters Friedrich Wetzlaugk allen Gewerkschaftsgenossen und Verbandsinitgliedern bekanntzugeben. Unser Freund verstarb nach kurzem Leiden am Montag, dem 24. Dezember. Wir betrauern in dem Heimgegangenen einen Kollegen, der mit innerster Ueber- zeugung der Arbeiterbewegung ein Menschenalter hindurch gedient hat und als Angestellter des Bundesvorstandes in treuer Pilichterfüllung vorbildlich war. Dem vorzüglichen Menschen und ausgezeichneten Kollegen ist ein treues Andenken gewiß. Der Bundesvorstand. Die Einäscherung findet am Montag, dem 3t. Dezember, 13'/, Ubr, im Krematorium Gerichtstraße statt MM MIMM-WM Venraltungsstell* Berlin Todesanzalqen Sm SUHflUtbetn«nt Stotfiridit, baß unser itoUeg«. ber Bananlchläg« Julius Zander gtb. S Mal 135«, an Zt. geft neben tft Deiemdee Sit SinSMmng Habet an Mitt- awch. dem z. Iannae. 11 Übt, Im Strematortum BUmeredaes, BeeUner Straße 101, statt, «m Zst. Seien, der starb«tser Solle»e, ber Maschinen sann er Emil Neumann »ed. t. Dezember 18SI. Sic Beerdigung findet Donnerstag, bot 8. Januar, 14'/, Ut)'.»an der Le ich endalle be» Slfidlilcheu Fried- Hose», Seefiruße, au» Natt. ehr« ihren»»beule»! Stege Beleiiiguug erwartet Vi» Ocl»artn»aIfa»B. H.Ii,!- isdüas äe mxj I»>1 Im» st, di»«n PHTe«niltet wwle» Jiufuttan teiMel* ntitim, ml titmiin. Ärrtl.«np tohleo., ImMmh»!. I d.-1) I-4. I0-IZ.!«»- 1 Ii ib SOiNNECKEN KA RT E N R EG I SJT E R «r» Hilfsmittel vea muebätz- barem Werte und von grösster Verwendungsmöglichkeit. Die Karten mit den Vermerken stehen immer in der festgelegten Ordnung, sind daher mit einen, Griff auffindbar. Ein besonderes Register ist nicht •rforderlich. Finden vorteil halt» Verwendung»1s Konto- Vorrent, Knndenregister. Ein» ksufircgister, Angebotsregister, Werberegister, Kaiknlations- register, Lagerregister, Per tonalregister, als luverläa- tigste KontToIleinrich- trug für alle Zwecke F. SOENNECREN Berlin W. Mohretuir. 58; 39 Kmlßerhnf) Nachruf. Am 34. Dazembar starb plötzlich naser IsngjShriger Kolleg» nnd Mitbegründer unserer Gesell»ehaft Friedrich Wetzlaugk nach knnem schweren Leiden im Alter von 64 Jahren. Wir verlieren in ihm einen der besten nnd trenesten Mitarbeiter, dessen Andonnen uns unvergeßlich bleiben wird. Fcntier- and GcbSadercinigang* Q. m.b.H. SO 16, Mlcbsclk ir chp lata 4. Die Einäscherung findet am Montag, dem 31. Dezember, lä1/, Uhr, im Kreinatorinm Gerichtetraße statt, Am 24. Dezember verschied nach kurzem Krankenlager unser lieber Mann, Vater und QroBvater Friedrich Wetzlaugk Im 65. Lebensjahr»— Um stilles Beileid bitten Jebaoaa verw. Weixlaazk geb. Thieraann Bruno Wclxlangk mit Frau und Sohn. Die Einischerung erfolgt am Montag, ZI. Dezember, 13'/,(l'/s) Uhr, im Krematorium Oenchtstr. Z7 35. dt" � �4�,' Dem Ehepaar ' Max Brandenburg w -f Me hcc]ll«fltn«IQifnaaf«* K jot Stlbarhochzel«.» l% a. v. 5 5 Trsttzschieriirabe l£ I»SSASSS-tS S« ********$ Blnmenspendeo eder Art (terttt vrei» wen Paul Oolleta. oacia. thm kerti Marianoensiralle 3 Este Ziannanliraß» Ami Mortdut. l«l YS Ksirn XIopfSti Kalma Oalkshla SaLidana Kerzen Reichs krartsprlfi-eeselischaft in. i», Berlin W 9« EieBiherastrafUi 3 u Tel.a B 1, Kur/am C9SO OPglBWr i i