Abendausgabe yt. eis Ü 306 HS.Zahrgang VScheaMch 55 Pf. mcmaMch S/SM. tm voraus zahlbar. Poftbeiuz 4.32 M. «inldjl Bestellgeld. Auslandaabotm«» mcm 6,— M. pro Moma. K«.Sonvüris� erschein! wochentSA» lich zweimal. Sonntag» und Montag« einmal, die Ädendausgaden für Beriin und lm Rondel mit dem Titel.Der Ldend". Illuftnene Beilagen.Boll and Zeil" und.Ninderireund". Ferner .Unterhaltung und Wissen"..Frauen» ftmme".Technik".Blick in che »ucherweli" und.Iugend-Lorwär�" Moniag AI. Dezember 1.928 'IT pfenutg vir e t a f p a I t t g e NonpareillezeU« b0 Pfennig. Aeklamezeile tReichs» mark.„Kleine Anzeigen" da, fsttge« druckte Dort 2ä Pfennig(zuläsftg zwei fettgedruckte Worte), ledes weitere Wort 12 Pjenmg Stellengesuche dos erst» Wort 15 Pfennig, lebe« weitere Wort 10 Pfennig Worte Uber 15 Buchstabe» »ühlen für zwei Worte. 2lrfoctt*niurtt Zeile 60 Pfennig. Famillenanzeigen für Alionnente« Zeile 40 Pfenuig. Anzeige»- onnahnte tw Hauptgeschäft Linden» W ohe 2. wochentägl. von 8 /r bis 17 Ute Nerllner VottSbiatt Isntsawvgan der«Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Siedokticn und Lerlosr"Berlin ST 68. �indenftrofee 3 fttrjnptecbfr£bnbcit ÄJ2— 24)1 ftltgtaBim.flM; emtalbtmDftol Berit» Vonvaris-Verlag G. m. b. H. Polllcheckionto' Bkrlw 81 53S- Bankkonto Bank der Srdetter SnyeiteU!«» und Beamten©aülii. 66 Dttkonlo�SeleUIchoit Devotuenkade KtnbenfiT 5 Die nächtliche Schlacht am Schlefifchen Bahnhof. «ine wüste Strastesschlacht. wie sie in der«er- liner Sriminalgefchichte gkücklicherweisc selten ist. stielt in der Nacht zum Sonntag das S ch l e s i s ch e- Bahnhof-Bicrtcl. das unter dergleichen Exzessen so oft zu leiden stat. in Aufruhr. Die beteiligten waren Hamburger Zimmerleute und Mit- glieder verschiedener Vereine höchst zweifelhafter Vestimmung. ES gab einen Toten und zahl- reiche Verlebte. In der Gostwirtschlist von Armelin im 5iavse Breslauer Straße 1 pflegen die fvyenonnten Hamburger Z i.in m e r- leute. die durck? ihr« eigenartige Tracht— breitrandige Hüte und sehr werte Beinkleider— auch in den Berliner Straßen wohl- bekannte Ericheinungen find, zusammenzukommen und ihre Sitzun- gen abzuhalten Diesem Lokal schräg gegenüber, an der Ecke der Kraut, und Holzmarktstraße, befindet sich eine andere ffiirtfchatt, .Leos Hof", die von dem Schankwirt Rouhut betrieben wird. Hier kehren öfter Mitglieder des Vereins„Immer treu" ein. Am Sonnabendabend ballen nun die Aimmerleule bei A-nzeim«ine Bersamnrlung cinbmijcit. an der so viel Berfonon tertnabmen..aß nicht alle im Bereinszimmer untergebracht werden konnten. Etwa 10— l1. Zimmerleute setzten sich deshalb in den vornhemus gelegenen Schon k räum Gegen 11 Uhr wurde Mtzlich die Tür antgenifen und 8'bis 10 elegant gekleidete M a n n e r die zum e.e! Zolinder und Lockschuhe. Smokings und andere Geielllchoitsklerdimg Iruaen, traten ein und bestellten eine Lage Bier. Ohne Veranlassung orissen sie dann zwei der im Schankraum sitzenden Zimmerleute an und schluaen sie zü Boden. Sie wollten sie auch aus dem Lokal berauozerren. wurden aber von den zu Hilfe kommende» Kollegen cm dem Bereinszimmer daran gehindert. Alsbald entstand eine allgemeiac Schlägerei und ein Tumult, der. Jj auf der ' Straße eine riesige Menschenmenge oulockte. Als die zu Hilfe gerufene Polizei und das Ueberfollkom- Wando erschienen� waren die Zyimderleute schon aus dem Lokal verschwunden, sie hatten der Uebermocht der Zimmerleute dach nicht standhalten können. Der Wirt erklärte sich bereit, um weiteren Aus- chreitunqen vorzubeugen, sein Lokal bis auf weiteres zu schUcho' ttTid niemand mehr einzulassen. Di- beiden Verletzten, ein Maurer Sllwin Hagel aus der Höchst- Straße, und ein Zimmermann Ernst Schulmips. wurden von den Beamten noch dem Ärantenhaus am Friedrichsham gebracht und eine doppelle Schupopatrouille zur Beobachtung der Straße eingesetzt. Damit schien der Vorfall sein Ende gesunden zu haben und die herbeigelaufenen Menschen zcr- streuten sich ollmäh.ich. Eine Stunde spälcr. geaen Mitternacht, brach der Tumult von neuem aus ärgere Formen an. Zu dicicr Zell kamen noch : auch ihr Bcreinswkol aussuchen wollten und von dem Vorangegangenen keine Ahnung hatten. Sie fanden die Jalousien herabgelassen und klopften deshalb an. Ehe ihnen ober noch geöffnet werden tonnte, drangen aus dem Lokal„Leas Hof" die Zylinderleute auf sie ein und griffen sie an. Aus die Hilferufe der Bedrängten ließen sich ihre Kollegen nicht länger zurückhallen, zogen die Jalousien hoch und mischten sich in den Kamps. Die Zylinderleute zogen Pistolen und schassen wie die Wilden in dos Lokal hinein und in die Fensterscheiben, die natürlich in Trümmer gingen. Unglücklicherweise wurde auch ein Zimmermann Paul M ö r l i tz von einem Schuß so schwer getrosten, daß er auf dem Transport in das Krankenhaus verstarb..Di« ganze Einrichtung des Ärmelinschen Lokals wurde demoliert. Während der Kampf nach tobte, sichren plötzlich etwa 30 bis 40 Autodroschken heran, denen Vereinsfreunde der Zylinderhüte entstiegen und sich sofort aus die Zimmerlcute stürzten. Nur mit Mühe gelang es dem herbeigerufenen oer stärkten Ueberfollkom mando und zahlreichen Schupo- und Kriminal beamte'n, d«r Ausfchrellung endlich ein Ende zu machen. Die Zqlinderleut« und ihr Anhang hatten sich beim Eintreffen der Beamten blitzschnell aus dem Stäube gemacht und Maren in ihren Autos danongefohven. Von den Überfallenen Ziwm e bleuten haben mehrere schwere Verletzungen davougekragen. Eschondelt sich um Schuh- und Stichverletzintgen, da auch!>le Resser Skzogen. worden waren. Drei der Verletzten, ein Henry Sorge aus der Grgßen'Frankfurter Straße, ein Heinrich Seit»! er und ein Johannes. T h i e l, die beide in der Höchste Straße ihre Schlaf- stellen habech wurden nach dem Bethanien-Krankeichaus gebracht. wo sie in bedenklichem Zustand daniederliegen. Soweit es bisher möglich war, Zeugen des unerhörten Vorfalles zu vernehmen, sollen die Angreifer Mitglieder des Vereins„Immer st reu" gewesen sein. Die Veranlassung soll darin zu suchen sein, daß zwei Vereins- leute am Tage vorher von Hamburger Zimmerleuten auf der Straße angerempell wurden. Spuren des nächtlichen Kompfes waeen noch am Sonntag auf der Straße zu sehen. Ueberall lagen Glasscherben, und viele B l u t s p u r e n an Hausmauern usw. lassen erkennen, daß die Einzelkäinpfe fast olle sehr blutig verlaufen sind. Mit Rücksicht auf die Schwere des Ueberfalles hat Polizeivizepräsident Dr. Weiß be- sonders strenge M a ß ii ahmen angeordnet. Die Untersuchung zur Klärung der Angelegenhett wurde der Rcseroe. Mordkommission unter Leitung der Kommissare Dr. Berndorfs und Zopfe über- tragen, die unterstützt werden von Äriminalrat Golzow und seinen Strcifbeomte». Polizei muß durchgreifen. Aus der Schilderung eines Anwohners der Bres- lauer Straß.« entnehmen wir folgendes: Wir sind ja hier an allerhand nächtliche Skaitdal- und Radauszenen gewRmt, aber derartige Vorkommnisse überschreiten denn '■t 1(1] 1%« »t f* "a ftÜ *»i s ?,3 Mn nnt sich Itn " Sin neues Studenten heim. doch bei weitem das Uebliche. Weshalb ließ die Polizei keine Streife hier— dann wäre es zu der zwellen größeren Schlägerei nicht gekommen. Die Polizeibehörde muß wissen, was hier in den Straßen für Elemente die Herrschaft führen. Wes- halb werden nicht, veranlaßt durch sich dauernd wiederholende Vor- gönge, hier verstärkte polizeiliche Schutzmaßnahmen ergriffen? hier ist kein anständiger Bürger des Nachts feines Lebens sicher. man weiß nie, wenn man abends zur Partei, oder Gewerkschaftsversammlung oder sonst zu ehrenamtlichen Sitzungen gehen muß, ob man gesund sein« Familie wiedersieht. Es dürfte noch diesem traurigen Vorfall wohl einleuchten, daß die Polizei verpflichtet ist, besonders in dieser gefährdeten Gegend, für die Sicherheit der Bürger einzutreten, wenn nötig durch Verstärkung der Zahl der Beamten und r ermehrte Patrouillen zu unregelmäßigen Zeiten sowie Ausstellung non festen Wachtposten an den belebtere» Straßenkreuzungen, die sofort in der Lage sind, bei Schlägereieit und Belästigungen durch sogenannte Domen und deren Freunde einzuschreiten.■ Vornehmste Aufgabe der Polizei, soll und muß es sein, vor- beugend zu wirken, nicht erst nach vollzogenen Verbrechen auf der Dildsläche zu erscheinen. „Immer treu!" Als vor kurzem das' schießende Derbrecherpaar Heidger Leichen über Leichen in den Straßen Kölns türmte, da brachten es kommunistische Blätter vom Schlag der„Roten Fahne" und „WcU am Abend" fertig, diese geschniegelten Revolverhelden als „proletarische R e b e l l e n n a t u r e n" zu feiern, die den Klassenkampf gegen die Geldschrank? der Bourgeoisie mit richtigem Instinkt, nur mit verkehrten Mitteln führten Wir haben sofM gegen diese Anmaßung namens des wirklichst Proletariats st*ürssten Protest eingelegt. Die gestrigen unerhörten Vvrsälle>tm Schlesischen Bahnhof, bei denen befracktes und Automobil sahre-äes Verbrechergesiiidel gegen organisierte Proletarier>üt Revolvern und Dolchen vor- ging, erweisen die Berechtigung tOseres Protestes. Seit seher war es sazioldeinokratische Erkenntnis, biß der sogenannte fünfte Stand, das Lumpenproletariat, den BeHe�llefr'mpf der Arbeiterklasse nicht fördert, sondern nur hemmt» M er der Bourgeoisie die Söldner liefert, die de» Klassenkampf d'«lrbeiterschast>n den Rücken fallen. Erst der kommunistischen V""5 oorbehaltcu. in schießenden zz.den zu sehen. Berbrechern proletarische .kLCUJClII l'l UICUI1 l|UfC-J' Die Herrschaften yon»"Mmer treu" und„Felsenfest" nich wie sonst die famosen Zub����anisationcn benamst sind, haben Nor bewiesen, daß ihre? von keiner' proletarische,, Klasseninstinklen geleilel ist. Wenn ihre sonst gegen dos Bürgertum kehren, so desweaen. we � holen ut. Das einzige Ziel aber lkt. orack bei«ekt und deswegen, ws,"�" o*''*™''0- �°s einzige Ziel aber ist. Nichtstue.",:".Z::o�lu]X t,n rlnnz-n Widerwärtigkeit mBgUrf"! 1 n h n r??•? 3lchindlerschen Im frühs, Friedrichsgracht aide aus Mitteln der Stadt Sjt, des Ministeriums des netn und der Hochschule für Utik em Studentenheim 'richtet. Unser Bila zeigt der Wohnräume. Wenn die Kommunisten diesen Menschenschlag als Hcldc» olomi- 3-Crcn Üllb—» UlTP hö riciten Hamburger Hosen und den schwarze» Schlapphüten oder Zyt-chern. Auch eine Firma in Viele- selb, die die eigenariige Tracht d�Hamburgsr Zimmergesellen her- stellt, hat ihre Plakate, auf denen ev�c�g, zwei wandernd« Zimmer- gesellen dargestellt sind, in dem hängen. An einer Wand hängt in einem Glaskasten die gnfß�' � ch geschmückte Vereinsfahne der Zimmerleute mit den ein ge fückten�� � der wohlgereisten und noch wandernden Zimmerge�. Di, Zimmerleut« sind bekanmlich die einzigen Handwerker, di-� � derns noch nicht abgelegt haben und nur Qn cin(!r Stell« arbeiten, um dann wieder in einem and � Arbeit „vorzusprechen". So kann nian deutsche �te in aller Herrenlönder finden. Infolge ihres steten� Jiarük �� finb � ■ s,hr oll.n Orten-»>.. T wandernden Handwertsbrüder. die ohne Arbeit sind, verp« und Das Geld der„Roten Hilfe". Oer politisch Amnestierte mit dem Ooppsllebeu. Unter den. vielen Leuten, die neuerdings aus der Sommunisttschen Partei ausgeschlossen worden sind, gehört auch ein gewisser Bonnert, der im August lS2S infolge der damaligen Amnestie als politischer Gefangener au« dem Zentrakgefängnl» in Kottbus entlassen wurde. Dieser Bonnert hatte, während«r sich in Haft befand, von der Roten Hilfe allerlei Unterstützungen bezogen. Selbstverständlich bracht« man ihm al».Märtyrer" der kommu- aistischen„revolutionären" Bewegung alle nur denkbare Sympathie entgegen und gab ihm, solang« er arbeUslos war, Beschäftigung im Dienste der Roten Hiise. Cr schien sich dieser Fürsorge auch durchaus würdig zu erweisen, denn er gehört« zu den fleißigsten Zellen- arboitsrn der KPD. und zu den getreuesten Agitatoren für die kommunistisch« Sondcrunternehmung„Slot« Hilfe". Eines Tages aber wurde die Funktionärsitzuna der Roten Hilf« durch di« Mitteilung überrascht, daß dieser Ehren- mann feil Al analen erhebliche Geldsummen nuler schlagen und sich die Möglichkeit dazu durch Fälschung von Kassen- q u i t t u n g e n, die man ihm leichtsinnixerweise überlassen hatte, zu verschafsen wußte. In der Funktionärsitzung, die von mehreren hundert Personen besucht war, ging es trotz aller Beruhigung». versuche der kommunistischen Führer nicht gerade sanft zu. Handelte es sich doch um eine Summe, die das vierte Tausend Mark weit ü b« r st i« g. Die Zustände im Bureau der Roten Hilfe müssen allerdings geradezu sträflich unvorsichtig sein. Denn diesem Bannert, der schon im Jahre 1 9 2 2 bei seiner Organisation, dem Bauarbeiterverbond,«inen nicht unerheblichen Geldbetrag unterschlagen halle, der aber trotzdem zum „politischen Märtyrer" gemacht werden tonnte, wurden, ohne Nachforschung nach seinem Vorleben, die Quittung». hefte überlassen. Er trug willkürlich einige wenige Mark als oer- einnahmt ein, während«r das angeheftete Quiltungsformular mit dem Faksimile de» Kassierer» unterstempelte und die Ziffer nach Belieben einsetzte. Mll dieser gefälschten Quittung ging er dann regelmäßig zur Friedrich st adt-Druckerei, in der die„Rote Fahne" her- gestellt wird, und kassierte dort die Beträge ein. die sich di« Arbeiter und Angestellten von ihren Löhnen und Gehältern für die Rot« Hilfe abziehen lassen mußten. Dabei handelte e» sich jeweils um 500 bis 600 Mark. Diese Summ« verbrauchte er, ohne auch nur einen Pfennig davon dem Kassierer der Roten Hilfe obzuliesern. Diesen hatte er vorher durch das Märchen beruhigt, die Arbeiter und Angestellten jener Druckerei de- obstchtiglen, in Zukunft innerhalb ihrer Bezirksorganlsation Marten für die Rot« Hilfe zu kleben, so daß die Sammlung in der Druckerei nicht mehr nowendig wäre. Da Bannert al» ständiger Hilssarbeiler im vureau der Boten Hilfe arbeitete und dafür ein Monatsgehalt von über 200 Mark bezog, so Halle der Kassierer an der Wahrheit seiner Mitteilungen keinen Zweifel. Er vermißte nicht einmal durch ein« ganz« Reih« von Monaten den Aussall der regelmäßigen Ein» nahmen. Herr Bannert macht« sich inzwischen das Leben schön. Während it in den kommuniMchen Zelle'NiiersamNiluNgeN' und in der Orga- nisation der.holest Hilsts öorschristemäß'lg über die„söziäldemo- tratischen Bonzen" herzog und sich dadurch das besondere Vertrau r» seiner Leute sichert«, spielte er-, glelchzelstg an anderer Stelle den Lebemann. Nachdem nämlich durch einen Zufall die Uillerschlagungen«illdelkt waren, veranstaltete die kommunistisch«„Krimmolpolizei" in deb Wohnung Bannerts eine Haussuchung. Sie war auf» pein» lichste davon überroscht. als sie in den Schränlcn dieses Proletariers eine Reihe von Anzügen fand, die zum kommunistischen Lebenswandel in einigem Widerspruch stehen. Schwarzer Gesell- schafteanzug, weihe Strondtleidung, mehrere Paar Lackschuh« neben anderen Stieseln,«in ganzer Schrank voll Wäsche, bei der der Pyjama nicht fehlte, und anderes legten Zeugnis davon ab. daß Herr Ba-.nert zu leben mutoc. Vor allem verdächt.g aber waren vorgefunden Photograpyien, I eigenen Apparat hergestellt waren und ihn in die mit seinem verdächtiger Situationen dgr- Damengesellschaft in sehr„bourgcoisen stellten. Eine große Bibliothek, die er sich angelegt hatte, zeuate wenigstens von der Lernbegierde des Mannes. Aster die kommu- nistische Spezialpolizei Halle dafür kein Verständnis. Sie beschlagnahmte sämtliche vorrölc. dnschließlich der Photographien, und lieh den so besonders ver- trauenswürdigen Funktionär einen Verpslichtungsschein unterschreiben, wonach er sein Eigentum der Roten Hilfe überaiüwortct. Borstchtigerweise begnügte si« sich nichl damit, sondern erwirkle von dem bürgerlichen Klassengericht einen Zahlungsbcsthl, der den durch di« HIndenburg-Amnesti« aus der Haft befreiten „revolutionären Vorkämpfer" in Zukunft dauernd mit dem Gerichts- Vollzieher dedrohr, sofern er Arbeit und Einnahmen l?or. Wie nicht anders zu erwarten, hat, nachdem die Unterschlagungen entdeckt waren, nicht nur die Rot« Hilfe, sondern auch die Kow- m müstische Partei den„proletarischen Märtyrer" mit den Gewohnheiten der BourgeoisOünglioge aus ihren Reihen entfernt. Da- ist ein Schönhellspslästerchen. das man den enttäuschten und ob der Wirtschaft entrüsteten Anhängern schon versetzen mußte. Aber Bannerl brauchl deshalb die Hoff- nung nicht sinken zu lassen. Seit die ganz ähnlichen Unterschlagungen des Hamburger Parteisekretärs Wittorf durch die Wiederernennung Thälmanns zum Führer der!lPD. und der Roten Frontkämpfer sozusagen hächstobrigkeitliche A n e r k e n- nung aus Moskau gesunden haben, wird man mit dem kleinen Bannert auf di« Dauer nicht zu streng versobren dürfen. Wenn er genügend Freunde hat, die sich für Ihn in Moekau verwenden, Vü Mit M» ®en. Zustand der Verletzten gestattete, wurden si» bereit» einem verhör durch die Kriminalpolizei über den Hergang de« Uebersalle» aus da« Dereinslokal der Zinunerleut« und über die Ursache» des Konslitle« mll dem organisierten Verbrechertum vernommen. unterstützt werden. Oer tote Arbeiter. Bei dem Toten, dem«jährigen Maurer Aw! Görbitz hf* Ärbeiterradsahrerbunde»„Solidarita J0*u* „Immer freu" oder„Felsenfest". Eine Reih« von Zeugen, namentlich au» den Nachbarhäusern, sind bereits oernomn»«» worden, ander« werden heut« noch gehört. Welche von den über 20 Organisationen beteiligt war, tonnt« noch nickst bestimmt festgestellt werden. All« diese Ringverein«. di« in verschiedenen Gegenden unter dem Deckmantel von Lotterie-, Sport, und Vergnügungsoereinea bestehen und bald hier, bald da ihre Zusarneneickünst« abhalten, müssen statutengemäß zu Festlichkeiten der Verein« und zur Beerdigung von Mitgliedern Deputationen entsenden, di« gewöhnlich au» ach« Mann bestehen. Das Zunftlotal des Vereins fremder Zimmergesellen in der Vre»- lauer Straße l, dessen Inhaber ein Schankwirt Johann Naubur ist, betraten nun zunächst di« erwähnten acht Mann in Smokings. Sie bildeten ohne Zweifel ein« Deputation, man weiß aber noch nicht, von welchem Verein, ob von„Immer treu". „Felsenfest" oder von wem sonst. Es könnt« auch noch nicht fest- gestellt werden, ob«ine Festlichkeit oder eine Beerdigung statt- gefunden hat. Di« Überfallenen Zimmerleute haben sich übrigens, wie die Ermittlungen«rzaben, auch nach Kräften gewehrt und mit Stuhlbeinen und dergleichen dreingeschlagen. Ohne Zweifel sind auch von ihren Gegnern mehrer» erheblich verletzt worden. Von einem ist das bereits festgestellt. Ein Max Herder, der einem der berüchtigten Dereine angehört und in der Dlankcnselder Sinß« wohnen soll, wurde so schwer verwundet, daß er das Krankenhaus Am Friedrichshain aufsuchte. Aus durchsichtigen Gründen blieb er aber nicht dort, ging vielmehr weg. um angeblich seine Wohn auszusuchen. Vas Ne'chsarbeitsgericht hat Zeit. (£* will erst am 22. Ionuar entscheiden. Düsseldorf. Zl. Dezember. Die Perhondlungen über die vom Arbeitgeberoerband Nordwest in Düsseldors gegen das Urtell des Landssarbeits- gericht» Duisburg eingelegt« Revision sind beim Reichsarbeitsgericht in Leipzig aus den 22. Januar 1929, vormittags 9 Uhr, an» beraumt. -Ick Diq K PI K"en Stui Jli, Feuer in drei Stockwerken. Menschenleben in Gefahr. Mit der Bekämpfung eine» gefährlichen Jener« war die jenerwehr heute vorwitlag Inder Schänhanser Alle« 72» stundenlang beschäftigt. Im zweiten Stockwerk de» Quergebäude» war in der St ü ch 4 einer Wohnung aus unbekannter Ursache Feuer ausgeb.�ch:,u Der Wohnungsinhaber, der mit seiner Frau im angrenzenden Schlaf- ztmmer weilte, bemerkte die Gefahr erst, als di« Küche bereits lichter- loh brannte. Im letzten Augenblick gelang es den beiden Leuten.! da« Frei« zu gewinnen. Beim Erscheinen der Wehren hallen die ein alle» anmierrao,u.,nu„u,------~.«rbellers s«££ äV,-7 lt»' in Berlin' von ousse�nM emaetroften war und kurze Zell nach seinem Erscheinen in Berlin' von außerhalb eingetrossen war und kurze schuldet in den Tumult hineingezogen wurde. erkannt Wie weller mitgettUt wird, sirt) mehr«. R' �/'lühr� von Augenzeugen uick» Bewodnern der Lrcslaur chrea Fenstern, dem nächtlichen-traße' worden. Vas Definden � i* der~ rrtei' ; f Im Krankenhou» Schwerverletzte au» der und zwar dt« Zimmerler AMWUWWWW'ie> keinem dieser r fürchterlich durch Fi wird voransssck-f'ie nrenb b M» der r OynamitüberfaN auf ein Postami Oer Geldschrank gesprengt. ' bZu der Nacht vom Sonnabend zum Savnlor s p- drangen Diebe in da» Postamt Nattern- Brei einan-ten den Geldschrank mit vyna btcchctnj) raubten da» darin befindliche Bargeld. zeichen>»>n etwa 15 000 Mark in dl« Hände. sed« Spur, rze unberührt, von den Tälern sehb Di« Einbrecher. Borraum gelorgt un. Hof« au» durch«in Fenster i gedrungen Di« PoUre, tn da» Kossenzimr mäßigen Geldjchru.��� st« e« mir drei g« Tag« noch genau dem e r n zu tirn hat. die< einbxuch in das V e r i v i e|nän© e( v f hatten. E» handelt �»w d r-« � � � �„ zz p p« Freihettsftrajen Himer sich ♦ h ö u» 1« r, die[ rübl worden. Um»>->« Ze. Flammsn schon aus das erste und zweite Stockwerk Das Treppenhaus war derart verqualmt, daß de- oberen Stockwerke der Rückzug abgeschnitten dt« bald in di« Wohnungen«Indrangen, cenr und au» ollen Fenstern, in denen sich die Der laute Hstferuse. Dem umsichtigen Eingreisen t« jedoch, ernstere Zwischensälle zu verhüt konnten, ohne Schaden genommen zu h bracht werden� � oitO«— I # vanw" rissen. der Mittag« ge einer Brandwa ' w G �Nt« � d dnte uns. Sloh ldlen Nr D«, alz St, ■t er« lch. ff« ll°: w a Her" «itr J"! D«8 -itlQlc 'a-n h er ftOt' 6««V Stocks di» 'Ä* aer ab1 Oie"1 >Cr b. h ?r n. um oujc o*" ist nachts a. über dem Kassenraum Ichlait. cm- de «doch nack einiger?-'t. ois er wchl� . wieder jchlasen D.e Pvl.ze.-st den. .....'s der 'Nu- *a. " a k Und i: 'kt Un& ttfr;. " Um bor t. ts nd its« .�ri aus der Seit!* -Hoch der alte Fritz!" schrie Krostpfefser In plötzlicher Begeiste. a? und stürzt« sein Glas, dos schätzungsweise zwölfte.—„Was � Ich drum, Hütt lch im«riderieianischen Heldenzeitalter leben statt unter diesen— hick— bclömmerten Mostrichpazisisten "Her u. Co.]- |.Das war ein Wort," pflichtete alles bei,„trinken wir darauf." I geschah.— Draußen läuteten Neujahrsglocken..Kraftpfefser rc sich In seinen Gedanken verliebt: --Ging es doch noch Anno 1760 hinein statt nach 102S." i®r trank nochmals darauf. Beim Einschenken knirschlc der sll-I auf dem Grund der Terrine. Sie war leer... Draußen hing feuchter Nebel, der nicht» erkennen ließ. Kraft- ucrs Füße gerieten bi» über die Knöchel In grundlose Psützen. chmutig steckte er sich ein« übriggebliebene Zigarre an. Da tauchte � dem Nebel unversehens eine riesige Gestalt auf. Dreispitz auf �upf. einen schweren Krückstock in der 5)and: der Kerl toZk Was untersteht er Schurke sich, aus offener zu rauchen?" > Hageldicht sausten die Hieb« aus Lraftpesfer nieder. Mit un» jtMer Schnelligkeit suchte der ehemalige Etappenkommandant zu fMnen. Aber die Gestalt war unerbittlich hinter ihm her. in P" wahren Dutkoller vertrommslte sie Kraftpfefsers Buckel und flk« dazu: fall mtch nicht fürchten-er fall mich lieben?" knapp« Not«reicht« Kraftpsesfer scüu Wohnung. Sein wollte platzen, sein Gchirn schien aus den Schädetnählen zu bin betrunken." stöhnte er.„nur rasch einen Motto." � Maschin« brannte, Kaffeedust erfüllte das Zimmer Da Mglich das Fenster von außen ausgestoßen. «Hier riecht'« nach Kaffee." flüstert««in Draußenstehender einem '1? zu. um alsdann mit höhnischem Grinsen seinen Kopf in �'be zu stecken: königliche Acdso, vulgo auch �kafseeriecher" genannt? Hat er?orrn!ssion, Koisee zu brennen? Kann er königlichen Ks««« vonncisen?" Krastpfesfer konnte nicht. Die Kaffee riechcr beschlagnahntten feine» gefomtcn Kasfcavorrat, nicht ohne ihm höhnisch zu bedeuten, daß 100 Taler Strose und Stockprügel tn der Stadtvogtei wegen unbefugten Kasfeebrennens noch bevorständen. „Dos ist doch nicht auszuhalten." wütete Kraftpfefser.„Zigarre lutsch, Kaffee futsch,"— und mit plötzlicher Erleuchtung des Volks- liebes:„Da kehr ich Neb« ins Wirte Haus zurück I" In Kraftpfefsers Stammlokal war es schon ziemlich leer. Auch wunderte sich Krostpseflek, daß statt der elektrischen Weihnacht?. baumbeleuchtung nur eine Tranfunzel brannte, doch führt« er dies auf besondere Siloesterbräuche zurück. Schließlich nahm er an einem Tisch Platz, an dem zwei stattliche Männer mit gewaltigen Schnauz- bärten saßen. Die Unterhaltung war sehr angenehm, besonders, da Kraft- pfester hier Gesinnungsgenossen fand, die gar nicht genug von den Meriten und Viktoirtn des großen Friedrich erzählten konnten. Man trank auf Mollwitz, auf Hohenfriedberg, auf L.uthen. Die freundlichen Herren mit den großen Schnauzbärten bezahlten alles. Endlich wollt: Kroftpfesfer gehen. Da plötzlich fetzten die freund- lichen Herren drohende Mienen auf und hielten ihn bei den Armen fest:„Er hat sich von des Königs Werbern ttelctteren lassen. Er Ist jetzt Rekrut. Räsonnler er nicht! Morsch, in bi« Kaserne und des Königs Rock angezogen." Proteste halfen nichts. In der Kaserne gab e» gleich«Ine Tracht Stockprügei vom Unleroffizl«, der die Fuchtel nicht aus der Hand ließ. Es herrscht« entsetzlichster Gamaschendienst. Drill, Drill und nochmals Drill. Mechanisch« Paradesiguren wurden hier zurecht- g«prügelt, das geringst« Versehen ward mit entsetzlichen Leibe»- ftra-en geahndet. Plötzlich fiel Krasipsesfer ein, daß er doch königlicher Haupt« mann der Reserve sei. Er machte es geltend. „tKeise«r sein Patent aar!" wurde ihm geheißen. Krostpfeff« tat es. und zwanzig umstehende Offiziere barsten vor Lochen: „Bildet sich die bürgerlich« Kanaille«in, daß«In simpler Musjöh Kroftpfeff« in des Könige Heer zum Hauptmann könne ovan eieren, ahn.?, adflge Ahnen und Prstektfon?" Der Oberst krümmte sich und versprach jotan«» zur Erheiterung an de« Königs Tafelrunde w Sänsfoüei melden zu wollen. Krostpfeffsr vsr- zweifelte. Auf die Frag«, wann denn seine Dienstzeit ende, erhielt « die trostreiche Antwort:„Mit Tod oder völliger Invalidität." Krastpfssfer desertierte. Er wurde eingefangen und zu zwanzig« maligem Spießrutenlaufen verurteilt. Nach dem zehnten Mol lag er ohnmächtig. Sein Rücken war eine einzig«. Wunde. Nur weil gerade ein« große Betedlle bevorstand, wurde Kraftpfefler per- ckoniert. Dichtgefchloisen rückte die Kolonne in den Lugelregen. Furcht- bar« Lücken riß das feindliche Feuer. Aber hinter dar Kolonne schritten mit gezogenem Degen die Offizier«.„Der Soldat muß seinen Offizier mehr fürchten als den Feind." Dies.Königswort war ständige Losung in der Armee. Immer größer wurden die Lücken. Die Kolonne wankte, fi« flutete zurück, trotz der schreienden und säbelnden Ossizier«. Da endlich erblickte Krasipsesfer auch F.HN— den angebeteten König. Aus seinem Schimmel galochnerte er in die Flüchtenden s hinein, sein Auge blitzte und sein Herrscherorgon schrie ihn an: „Kerle— wollt ihr denn ewig(eben?1, Do» war das letzte. Eine Kartätschcnladung streck!« den s Grenadier Krastpfesfer nieder. Er erwachte neben semer Bettstell« in«,n«r Loche eigenen Unrats. An der Wand hing der neu« Kalender. Kraf. Pfeffer stellte mit großer Beruhigung fest, daß es der van lböO war...« Tonatiuw. Oer lchte Schleier. �ine merkwürdige Iaflizlomödie und ihre Aolgea. großem Andrang des Publikums sollte am letzten Sonn- ° der Prozeß gegen Ralph Erawford. den Prokuristen des ""«n Hofsuweliers Ieffrtes, beginnen, der, mi« schon in Nr. unsere» Blattes mitgeteilt wurde, unler der Anklage steht, " uhlsofez seiner Firma erbrochen, den gesamten Warenbestand und an einem bisher noch unbekannten Ort ven'teckt zu Angeklagt« ist ein interessanter Lebemann, der in der Film- � Finanzier der rassigen Kittu Moiesworkh fest Jahren an statten des faihioiZübien Sroßst-dtlcbens zu treffen war. . 5 schien ober auch, daß mancher dunkle Punkt aus der .-J* des Genannten aufzuklären war. Venn es fcbien kaum '- öaß ei» Mann tn angesehener Stellung, der da» unbe- vertrauen seiner Finna genoß,«in so geheimnisvolles Uesen führte und gar Ehef c!r:r Internationalen Cinbrecher- ""flAe. die nach außen hin unter dem harmlosen Beoeins- '-Jw-mertreu" im Londoner Eai« Lennox und in ihrem r* Stammlokal Eo!« Dalles zu Jazz und Drtdgeportien zu- �trat. in Wirklichkeit jedoch nichts als Bant- und Hot-ldieb- .'"�erte. zahlreichen Publikums, da» sich vor dem altersgrauen ,''st angesammelt hott« und unter dem man neben dem jugendlich schlanken Fassadenkletterer Han, Gelenkig unser« entzückende Pixotol-Königin Elsriode Nimmich be- -. harrte abtr tittf unyehmre EnttäuIchvnH Mon erfuhr ikJ' unsere sonst so helle Bevölt�nl�rg einem Retlame* 'Um Opier grollen Ift Der Theatcrregisseur Leopold .'ch. die drollige Komikenn Erika GlSßner und Wtennot-r Oskar Beregl, der seit Jollen auf seinem .Glück Im Winkel" der wohlverdienten Ruhe pflegt und ti,, er allen Theatenzetteln seit gedruckt wurde, hatten sich Trupp« begeilkrter Schauspieler zufammengetan. um �eklawcches Hon» Arnim, emsm Nachkommen der um die s--»er nationalen lSärensellindustrie hochverdienien Cherusker. � Immer mehr zunehmenden Arbeitslosigkeit unter d«>n 'Unstlern und der nickt minder grassierenden Talentlostg- ' H®" Drama iiier» Einhalt zu gebieten. lu Put!!?,,»,, da» die Pforten de» Schwurgericht»»och weih- � uerfchloflen fand, wurde,»m c» kurz zu sagen, zum Platz- gu! einigen Aboag-Wagen vom nei«n Typ 1920 eiirge L ud dann in das so herrlich renovierte, mit rotem �arnmel » Intimen Muscnlempel verwondeltt Trionon-Thcoter j Dorf zeigte sich dann, daß hie ganz« Sache mit dem Ein» i nd Prozeß nur erfunden worden war, damit die Grund- f des H;ufe», die feit jeher»ii Theatergrundstückseigen- h.J'pd fiviiftmäzeNe hochgeschätzten Brüder Rotier, zum On.ir I hlL'0 meisterhaft hochgeschraubte Mi/t: erhalten und da- d dem Bettelstab bewohn werden. Da» Publikum sah denn auch ein, daß dieser hehre Zweck die Mittel helligte und bewies durch rauschenden Beifall allen Beteiligten, daß in der intelligeillesta» Hauptsucht Europas dos Verstand. nts für die ernsthaften, leider durch das Schmutz- und Schurcbgesetz bedrohten Kunflbestrebungen noch nicht ausgestorben ist. Max Hochdorf. Gudermann-Gedächintsseier. »Oie Ziafchhoffs" im?itsidenztheaend im Residenz thoater beginnt mit einem Ptalog. In warmen Worten gedenkt Richard Wilde de» güligen Pkcnschen Sudermann, an dessen Tür niemand vergeblich um Hi'fe gepocht hat. Wilde hat recht, wenn er in einer Gedächtnis- seier für den kürzlich unstorbeiten Dichter an die hervorragenden menschliche» Qualitäten erinnert. Selbst wcNn die anschließende Aufführung des Schaufptels„Die Rafchhofss"«ine darstellerisch ge- schloffen: Leistung wäre, so würde sie von neuem zeigen, wie lehr die dichterischen Qualitäten Sudetmanns überschätz! worden sind. Al» Draniatiter hat Sudennann schau zu seineu Lebzeüen der Historie angehört. Du lieber Himmel, wie gleichgültig sind im» diese beiden Rittergutobcsttzer Raschhost. Aater mK» Sohn, hie oft, preußischen Dickschädel, von denen der ein« im Handumdrehen mit den Schwierigkeiten des Lebens fertig wird und der andere damit ein dramatischer Konflikt herausspringt,— gar nicht. Es berührt uns auch nicht, ob der junge Raschhosf von dem Berliner Flittchen, der Wally, in die er sich bi» über beide Ohren verknallt hat, loskommen, oder ob er mit Hilfe seine» Papas wieder zu seiner zarten und sudermännisch edlen Gattin heinstinden wird. E» sind wader starte noch schwache Eharnkter«, die dos Schauspiel zeichnet, es sind überhaup: kerne. Die Figuren sind Talmischöpfungen, in deren Adern nur für einen einzigen Abend Theoterblut fließt. Einige knallige Szenen üben aus hormlose Gemüter wieder liefen Eindruck m-s, mancher Schluchzer wird mühsam unterdrückt. Das Schauspiel ist er» dramatistertev Geichichtchen, yne man sie zu Hunderten in der spießbürgerlichen Umerhaltungslitermur findet, und dl« Aufführung ganz schlimmes Theater, obwohl Paul Degener. w der Paraderolle des alten Roschhosts sich richtig Mielchen und in feinem helmischen ostpreutzifchen Dialekt schwelgen lann Denn, dieser Oekonomierat ikafchhrsf schnauzt und poltert und mil seiner gewaltigen WLanstrast jedes Hindernis aus der Welt schafft emd w.'nn es in dem unbeugsamen, fast brutalen Gesicht wel'erlcnchtct, und die Lich-er feine» Humors unter den ver knistenen Augen bsworblltzeu, dann sieht«- aus der Bühne»wch Lcbenswahrhkit aus. Leider spielt Perul Wegener nicht allein auf dieser Bühne. Die Träger der übrigen Hauptrollen liefern bitterste Vorstadtlbcatei kunst Mit einem schlechten Stück und mit vier >-n>'-Iönal'chtn Partnern eine für Berliner Berhältnisi: diskutckbie Vorstellung zustand: zu bringen, dos ift»ine unlösbare Aufgabe, selbst für einen Künstler vom Format Paul Wegener», Dgr. Gastspiele in der Giadiischen Oper. Neubesehungen im„Othello". Bei der Wiederholung von Verdis„Othello" mn Sonnabend in der Städtischen Oper sangen der Hamburger Bariton Hans Rein- mar und Rosa Ader den Jago und die Devdeinona. Hm Duett de» ersten Aktes und im Gebet rührt und sefselt Rosa Ader durch einen wehen und süßen Reiz ihre» Sopran«, aber leider stUisien sie die Roll« nur aus das Liebliche, Zerbrech- lieh«, kindlich Hilf ose, das sie dem Hörer mit fast koketter Grazie serviert, das sie überbetont. Deshalb bleibt sie farblos tin große» Finale des dritten Aktes, besonders, da die Stimme hier nicht aus- reichend ift und forciert erscheint. Außerdem kling» die Höhe stellen. weil« ungedeckt. Diefes Traditionelle in der Dqrslelluna und in: G j.nig Rosa Ader» wird noch umerstrichen durch den stilistische» Gegensatz zu Ochmanns Och-llo und Reinmars Jago, die hier zu ausdrucksstarken Gestalten jenseits jeder Bühnenkonoention werden. R e i n m a r ist kein Bellantoiänger. wie es früher einmal Josef Schwarz als Jago war. Die Ehorakterisiik überwiegt die Schönheit des Tone». Doch dieser Bariton gehorcht den leisesten Intentionen de» Pänger», beherrscht den beseelten Ausdruck sowohl im Piano, wie im Forte. Hinzukommt, daß Reinmar ein begnadeter Darsteller ist, der seinen Joga allerdings nicht immer aus dem Guß her Musik entstehen laßt. F. K. Harold, der Pechvogel. Ufa-Paiafl am'Los. Harold Lloyd wird Stter, darum Ist es wirklich nicht ver- wnndersich. daß er endlich einmal zu einer größeren schauspiele- schen Leistung kommen will. Er ist ehrlich bestrebt, mehr zu sein. als der bewundernswert gelenkige, wahrhaft ulkige Hampelmann. Er möchte fe'bst einmal au» seiner Schablone heraus, die ihm Welt- ruhin, tatsächlich« Volkstümlichkeit und ein Vermögen eindrachle. Und um ihn zu einer darstelle tischen Leistung zu verhelfen, bemüh- ten sich mit wechselndem Erfolg drei Wanufkripifchreiber und zwei Regisseure. So kam ein Film zustand«, der zu Ansang fchier unerträgliche Längen ausweist. Wenn«r nach und nach erträglich wird, dann bringt er leider nichts Neuss mehr, sondern wirkt wie all« seine Vorgänger wiederum durch Tempo und die Verwendung ganz au»- gefallener Ideen. Natürlich hat Harold Lloyd, der nicht nur Pech- vogel, sondern auch Held wider Willen ist, die Lacher aus seinfc Seite. Man gönnt ihm.zum Schluß sein« Liebste, die von g o b y n a Ralston anmutig und frisch verkörpert nsird. D'-- Photegraphie ist durchweg lobenswert Baachtenswerr und seh.- erfreulich zugleich sind auch«in paar ne'ie Filmgeslchter. Sie Um nönttich nachgerade auch einmal not, denn die gan-e ameniamsche Filniproduktion er- stickt ja bald in dem schon seit Filmansang Dagewesenen.«. d. Oer Zahlungsbefehl der Kirche. Oos Land Thüringen soll eine halbe Million Mark zahlen. Mcin ichreiht uns ou? Weimsr: Sij Not wnchft. Öonimirffchoft und.fjondmerf jammern über die Stsuerlasten Die Kautkratt der Arbeiterlöbne und der Ge. Halter lür untere und Angestellte liegt durchweg weit unter Äoreriegznioeau. I'Ie Lchl der hilfsbedürftigen nimnit zu. Die Ädohkiehrtsämti'r Millen nicht das Geld zu beschoffen, dem Hend zu steuern. Die Sommunen slthen vor immer schwierigeren Auf- gaben, aber, die Finanzlage der meisten Gemeinden erlaubt nicht, sie in Angriff zu nehm-n. Das Land Thüringen selbst scuizt unter der Schuldenlast, die der Oodnungsbloch und seine Farisefiung seit]Q24 dem Staate aui- gevürdet. Die führenden Regierungsparteien, insbesondere die Deut- f r» Loltsportei, enwägen ans diesem Grund« die Ausgabe der Selb- s'Srchigkeit des Freistaates Dhürirvgen. Ein Teil der Landesbaheit wurde von der Regierung Leuldeuf/r-PaulsIen bereits an dos Reich abgetreten. Der Der iah und Zerfall des Landes tritt immer deui- licher'in Erscheinung. Das hindert aber trotzdem die Rechtsparteien des Thüringer Landtage? nicht, eine Politik zu beireid-m. die diel« Persollsi.ndenz de» Landes noch weiter treibt und beschleunigt. Wieder sind«?, wi« seit Jahrhunderten, die ehemaligen Fürsten und die Kirche, die am Bestand des Staates nagen, ihn. zwingen wallen, au» der Steuerkrait seiner Bevölkerung das Letzte herauszupressen, damit ihre Bedürfnisse befriedigt werden. Wer ober glaubte, doh die Kirche sich mit dem reichen Ge- schenk van z Millionen und 40 000 Mark, da? die bür> gertiche Landtogsmehrheit ihr zuschanzte, zufrieden wäre, der irrte sich gewatrig. Statt der Regierung und den Bürgerlichen ein Dankschreiben iVl senden und.Froh« Feiertage" wogen der 4 040 000 Mark zu wünschxi,, Hot der Londeskirchenrot beim Amtsgericht Weimar einen Zahlungsbefehl gegen dir Regierung über eine holde Million Mark bcoalragt. Die Kirche glaubt auf diele Summe Anrecht zu haben, weil der Staat„gemisse olnzein« Aerpflichtiurgen" aus dein Jahre 4924 noch nicht erfüllt Hab«. Rabbiner als Gowjetzeugen. Sie protestieren gegen pogromberichte. Rachrichten über antisemitische. Ausschreitungen in Minsk, Pobarisk und anderen Städten Sowjetweitzruß- lande haben die jüdische Bevölkerung Litauens sehr erregt i'Nd die ig Kowno erscheinende„Jüdische Stimme" hat dem wieder- holt Ausbruch gegeben. Aus der soeben eingetroffenen Nuinmer der Minsker komniunistischen jüdischen Zeitung„Ottober" geht her- vor, daß die Auslassungen der„Jüdischen Stimme" in Minsk be- kanntgeworden sind und dos Mitziollen der Sowjetregierung er- wecht haben. Das Blatt enthält nämlich eine Erklärung einer Gruppe von Rabbinern her Stadt Minlk, die sich'..gegen im Ausland« verbreitete Gerüchte" wendet, wonach die Sowjetregierüng die jüdische Religionsgemeinschaft verfolge usw. Die„Vormund- jchoft und der Schuh auslanltjcher Juiden" set ü b e r f l ü s s i g. die Gerüchte würden von Feinden des Sowjetstaates aus polii ichen � Gründen vertzreiiek. Zugleich tzetsnen die Rabbiner. daH Fe dieke Erklärung nicht infolge eines von der Sowjetregierüng ausgeübten Druches, londorn.au? freien Stächen nach bestem Wissen und Gewilien" veröffentlichen. Die Redoktion des„Oktober" gibt zit dieser Erklärung unzweideutig zu verstehen, daß sie die Der- öffentlichung der Rabbiner mißbilligt und ihrem Inhalt keinen Glauben schenkt. Neues Zustizpanama. Die Slaatsanwolrichoft der wdißrussischen Sowietrepublik hat die Vonintersuchung gegen die Richter von Polozk abgeschlolsen. 47 Jvftizbeamte werden wegen Bestechung und wegen Demo- ralisierung des Jultizöpparates zur Berontwortung gezogen, an der Spitz« der Dorsifionde des Bszirkegerichts. Oer(Schauspieler und sein Chauffeur. Einen Fußtritt und einen Faustschlag ins Gesicht soll bei einer Feier an'äßlich der Premiere des Stäche s „U-Boot K. 4" einer der Hauptdarsteller, Schauspieler G. seinem Elautseur oersetzt haben, der infolgedessen seine Stellung verließ und beim Arbeitsgericht klagt«. Ueber die arbtiisgerichtliche Per- Handlung hatten wir in Nr. Ztztz des„Abend" berichtet. Well G-, trotzdem tzas Gericht sein persönliches Erscheinen angeordnet hott«. in jenenr Termin nicht erschienen war, tonnte nicht sestaestelll werden, ob die Angaben des Eha-ufteurs der Wahrheit entsprachen. Zeugen waren bei dem angegebenen Vorfall nicht zugegen. Das Gericht hatte deshalb«inen neuen Termin angesietzt, wo G. schwören sollte, daß er dem Thouffeur keinen Fußtritt oen'epi Hobe. Letzt mar G. persönlich erschienen. Cr erklärte sich bereit, den Eid zu leisten. Obgleich G. und seine Gäste bei jenem Dorfall stch in alkoholisch angeheitertem Zustand« befanden, ver- slckcrre G.. er tönia sich ganz bestimmt entsinnen, daß er dem Chauffeur keinen Fußtritt versetzt habe. Sie' hotten sich gegenseiiig gepackt, aber einen Fußtritt, nein, davon könne gor kein« Rede sein. Run hotte der Chauffeur ein är.zt'ichc-s Attest, welches Verletzungen feststellte, die wohl von einem Fußtritt herrühren konnten. B'dentlich ist dagegen, daß dieses Attest er st z w« i T a g e nachdem fraglichen Vorfall ausgestellt ist. Zeit genug, um sich in eintr anderen Rauserej eine Verletzung zuzuziehen. Um in diesem immerhin zweiielhaften Streitsallc eine Eidesleistung zu vermeiden, bemühte sich der Richter, einen Vergleich zustande zu bringen. Das oelsng auch schließlich G. zahle dem Chauffeur, der 409 M. an Lohn, Kurkosten und Schmerzensgeld gefordert hatte, 200 Mark,-„um die Sache aus der Welt z u f ch a f f e n". Amerikanische Lgnchjusi'z-Sialistlk. Im Jahr« 19 2 8 find in den Vereinigten Staaten neun Personen gelnnchi worden, a ch t Reger und ein Mexikaner. Die Lynchwui scheint im Abnehmen begrissen, da im Jahr« 1927 21 und im Jahr« 19 2 6 34 Fälle von Lynchjustiz verzeichnet wurden. Wetterbericht der öffentlichen wcttordlenstslellc Berlin und Umgegend. sRachdr. verb.) Ziemlich trübe mit Re gung zu leichten Nicderichlögen. Temperaturen sehr nahe bei Rull, östliche Winde.— Für Veulschland: Ziemlich trübes Welter und nielfoch leichte R.edsr- schlage, im Nordosten mäßiger Frost. Sonst Temperaturen dich« bei Null. DifFbend ist die SpLksusgabe de»„vorwärts". Das Blatt ist bei Straßeahändlera. an den Zeitungskiosken und in den Ba Hossbuchhandlungen zum Preise von 10 Pf. zu haben. Außerordentlich vorteilhaft ist ein Abonnement „vorwärts", dessen Lesern der„Abend" ohne besondere gütuag ins Haus geliefert wird,„vorwärts" und..Ab« von denen 12 Nummern wöchentlich erscheinen, kosten sammen nur 85 Pf. die Doch« oder 3,60 TN. den ZNonot. Ich abonniere den.Dorwärls" lund die Abend! ausgab«!ür Berlin„Der Abend") mit den illustrierten Bei lagen„Volk und Zeit" und„Kindersreund".>owie den Be« logen„Unterhaltung und Wissen".„Frauenstimme".„Technik" „Blick in die Vücherwell" und.Iugend-Borwörts" in Groß Berlin täglich frei ins 5)aus. 1 lMonatlich 3.60 Mk„ wöchentlich 83 Pfg.) Raine Wohnung -Straße Nr„ vorn f)o\— Quergeb.— Seil» nsl.— Tr. links— rechv I br Ausfüllea und einsenden an den Verlag des verlin SB. 68. Lindenstraße 3. .vor Oie Fifchertragödie auf dem peipus- Noch SZ Mischer vermißt. Im Laufe des Sonnabend ist es gelungen, von den verscholl Fischern noch 27 zu retten. 83 Fischer werden nochi mißt. Es muß angenommen werden, daß sie zum russischen abgetrieben wurden. Am Sonnabend wurden estländische M HU f l u g z e u g e zur Versorgung der abgetriebenen Fischer mit dung und Rahrugg ausgesandt. Das estländische Kabinett sich am Sonnabend mit Maßnahmen zur beschleunigten Hilfelcisl Abschiedsfeier Im Rathaus. In unserem Bericht über schiedsseler für den Direktor der Berliner Brcnn-siosfgcic" Brolat, ist durch rtnen Ueberminlungssehler aus dem verein ein„Ortsvcrein" der BVG� geworden. Brolats heißt nicht Schatz, sondern Schütze. pol Der Mitdld Acrantwortl. fllr die Berlie. L-rla dreltecci und lllr die Z'edatiieu- Soll«»»» ScSw«?». Zeclin: Zlniie gkii! Id-is uo?-?»r«d:nlik- S er»- 1 Beilege. rMömag.d.oJ.te ituts-lyo Jnter ct. hinder a:-v. i o 1» lR>c üesSZkdiksW wilis llUtt'ÜM t N-RF:»ennn A-V,'« 19 Ohr Mi«! Dorna ,d.„i.r? Mliiltk Spei Htmarcks". Turnus 11) 19 Ufir NM Weiter v.Wcdsiir ituti. Sduiuieih. I« A..V. 19 Uhr Sie JoDroalisten iraalLJAilisMeUliarltl)!!. N Ufir v's Isidsser verlmeee Mg 8 Uhr• R.-uch-n gestottet Montag 8 unr saiwester IGala-Versleilong Dienstag. 1. Januar Premiere 2 uorsteiiungen 3*°. a00 BeaMn 2. Januar »•/.Uhr CASINO-THEATER-l». Lothrla-er StraB* 37. Der neu« Posse-Schlager! Anftin,fl!c Kanone! Dazu«in entktassiger buntarlsil. KOrUnsereLesilrOutseheln türl— 4 Pers. Faureuil nur 1.13 M.. Sossei 1.63 M. ' Slonsri-'r vfftiitr Oorkr'r u. Pan''».««> V •eeicrashaiien-meaier tugodsfR] Sonam nscboi. I 3 I leüiner Sänger Pamlet ini Heiimnladw tuands[R] / SM M enu»o» aroSo Waihntchu- Prag ram in: Oönfroff- Brettl: Carl Braan und 10»•eitere Variet«-$teme. der büllge dodenbe as Auslegeware....... qm M 3.23 Läufer« 67 cm breit...... M 1.75 Llu7ert 90 cm breit...... M 3.33 Tepplchea 200,500..... M 29.— i JteaBoucle-TcppIch«, ca.. 200�500..... 31.3�1 Pr nta DoucIcrTappIcha, ca. 200 500.... 63.- Prlma Velour-TeppKhe, cä. 200/500-... 87.- BalNVorlcger......... C.*6<.90 3,901 Kolces-LSuker, 67 cm breit.... 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Ab 8 I hr bends; Varietb Silpplltie von 50 Ptennle an Renaissance• Theater Tal. Stainplatr«1 u. 2582 M, Täglich 81/« Uhr: ..Das qroBe ABC Regie: Ousl Harikig. Silvester 2 Verstellungen 7 und 9,40 Uhr. T Uhr Dm Kadi tfomisdic Oper 18 I AllBheoiUidi 8' I Ein• onerhör e ISENSATIONi IS. d eses neuart ge Revue-Stück von JAMES KLEIN IHäuserl der Liebe Silvester >7, Uhr bis 101; Uhr| jnWrSifOfJtelliinj. Iluttr ist kMIltllilMN 7 Uhr Dil Drei-Gnudien ro« Tiiaila-TDeater S Uhr �dratidn WiMnis tnferstehmw �tutLSdiillir-Tl. 8 Lhf '•efloiiilofler"«- i räollch 8" tnueaiar r mir lie L'rDl-ürüsöiDa Oper Pgulfen.Valetn. Ander. Otrrcm. ScbaufuB, Kühl Lvpvdkj. Aeennrfpre«iriuamsinddit oesunuer� Kleinen Anrrigei in dar aesant. Aaflax*(.Jf IJo.) des Vorwim und uoudeni As»•d'Jk« rasdenar jib. Jg.. Uhr' SehnelderWlfcnei ioferiiehnn? IlömnöesMensla Itdqllch e>, Uhr Sllretler? /. Wir| FneSMe Franz Eehar dirigier« Snihe Sorsch iRilbard Zauber Doroerkoul den eaezrn Tor,. lelaph. Ltrinplotz Sil u, 7180. I NL'lir OS Barbarossa S256 Nur noch hl» morgen Sdiacfen Bevae ann das itroSe Dezember- Programm. idiiiiriitriitiiit*ni Heut«,«owle«m 1. Neujahr». tag(mit n• u• m Programm) le 2 Torstellandea 5." u.» vir.— 4.® ru ermiBlgten berliner ililt-'ITiO Ataukölln. 90 LXiuutr. 74 7S• .odispidhaor FriedHehstT.UO Bergmann 2922/2.' Tä«llch". Hh GnldoTMelseer in Weeitend im ParaBles KIeIBES IDEatEl rtallch V'.Uh-• Jihrtster 7', Wir Kai AdalDEr Der Dickkopf jandrock. Land» Sterier. SikU. Slamanspendefl ebrr Ün l.e tr vre»»er P»»! lffOllet«. vorm. ,drr> trrei tarl»nnenair»ae> Ecke SlcunnuftraSr hm'-ITiotir.eL 103 03 Papierhaui L Juergeni («Irl Nr. 43 Neue Königstr aiicllöufrt Berit Krtiii und bat MäiclSonar. a ratze huawohl, IlcUt»reiteT «eifplele; Schlostimmer 433. c-peiffjiin8'; tzerrcrtsimni« ühft. 3pirflelfdir£ Y(r.:i4itfüd)ea 73. Sltiitrfatt: fianfitüsirarn 48. LHoiselonii- RecoUvetlilrliei, 16. atiflcflcmol" ccnft;« Sliibel entsprechend« Ifil.iaolunfl«uffcfcloaftri. So5!: äÜOHUtatot.n Sitir.» .«lellc-S oboite Wa«ho Pro»er, bil» blo«nei Iotzre. Reul� nionnploti 7: c-tepiis-chlokntz Belle. 7>lIioncr»2!roiir 63. UN'' BvHnWb« Palrntmotnazen," SurlerieiN' MejoI7betten. echoiselonouee Etdroordrrsrrotz««cht«bn, deschdfi. iil 13� Lrnlpionaa. dverou» preiawett -obeik Liüt ibriinnenkrorlr SN »tarriM.-. 250,—, 37Z> JJO.—, orbrouchle. TkilHoHluNb Prin»cnftrotze neunzig. Xsufgernuckl tzabRgabifie. Ptotioobfllll«', oietolle. idueckillber....�1 Sn!3schme!,err, ehriftivnot.-I «Nok- S3(haltafttlä dbolbeH'"] Verschiedet HCBESHSSS Calibr-aale. SdiSneberg., SulSet�lroJc 69. töfllich, artig* uai DienalogS, große! rtlftltn Zugenb. fteitage Montag, 31 Dezember 1928. SivAbsnd �n7-Tfil-r-'Z* s"' lbtl>ä*6 Lachender Fünfziger. Der beißende Arbeiterfreund. Das tteue Jahr läßt uns einen Jubilar begrüßen, der in der sozialistischen Arbeiterschaft ungozählle Freunde hal: der„W a h r c Jacob" kann auf fünf Johrzehnre seines Wirkens zurückblicken, auf ein halbes Jahrhundert närrischen Peitschenknallens, bissiger Satire, sonnigen Humors. Zur Welt gekommen in dem ersten und bös» Der 3lug de» deulsdien JmprriaUHinux. (iW.J.- I9a2) artigsten Jahren des Schandgesetzes gegen die gemeinnützigen Be. strebungen der Sozialdemokratie, hat er den Arbeitern den bitteren Aeinkrieg gegen brutale Gewalt und schleichende Niedertracht er» leichtert, indem er. sie trotz aller Nöte lachen lehrte. Wo nur stmnmes Zähneknirlchen und ergrimmtes gaustballc-n dem Zorne Ausdruck geben ließ, TSl löste die spottend« Geißel des Witzes die Spannung, da gab es befreiende Heiterkeit, wenn der satirische Pfeil den martialischen Feind der ArbeiterNosie an einer nerwundbaren Stell« traf. Was unser alter Dietz im Jahre 187Y mit irischem Wagemut in» Leben rief, hat sich durch SV Jahre treu bewährt. Wo immer in der Geschichte der politische Witz eine Nolle im Leben der Völker spielte, war er ein Zeichen dafür, daß weite Schichten zu den bestehenden Gesellschaftssystemen in Opposition geraten waren. Je mehr sich die Opposition ausdehnte, desto einflußreicher wurde die Karikatur, die 51«,;Sait»7 trarpofttsich« Wflrrtmtr-giffi-■ arrmaft;'■nnchlrr ' i''.Wahre Igrob" von Wkbl�nnn seipes Daseins getragen!»nn'S?» Dppositlonsstelbmg der Ärbeiterklaste zum Staat der'Vismorcke und' der Junker, der Zollern und �der Zöllner. Aus den Kreisen der Intellektuellen, der Geistesarbeiter stießen immer neue Kräfte hinzu, die im Lande junkerlichen Kastendünkels und militaristischer Aufgo. blysenheit sich auf die Seite der Arbeiter stellten als der Träger der Zukunstside«. So spiegelt sich im„Wahren Jacob" der volkstümliche Humor der. kämpfenden Arbeiterschaft ebenso wieder, wie der gc» schlisfene Witz ringender Geistigkcit., � Es sind nicht immer leichte Lebensjahre gewesen, die der heusige Jubilar zu durchmessen hotte. Schon in-seinen Kindertagen mußte «r von der kühlen Waterkante, wo Dietz ihn„aus d« Tauf« gehoben", nach dem Schwabenlande flüchten, beim sein geistiger Vater Und Herausgeber war aus Hamburg auf Grund des Sozialistengesetzes ausgewiesen und mußte sich eine andere Heinistätte im deutschen Vaterlande suchen. In Stuttgart fand er sie und dort blühic auch der„Wahre Jacob" auf. von dort erteilte er Stiche und Hieb« an olle, die in aufgeblähter. Wichtigkeit den..Vormarsch der Arbeiter uno des Sozialismus aufzuhalten juchten; von dort strahlte er fein be> steiendes Lachen aus auf alle kämpfenden, darbenden, zukunft» suchenden Proletarier. Kein Wunder, daß Polizei und Staatsanwalt der wilhelmmischen Epoche das Schellengeläut des„Jacob" nur mit griesgrämigem Un» Mut vernahmen, daß sie den lockeren Burschen mit ihrer Zuchtrute Zum Schweigen zu bringen suchten. Es ist ihnen nicht gelungen. Der„Jacob" kam als froher Kamerad zu den Arbeitern, und die Arbeiter hielten ihrem helleren und schlagfertigen Freund die Treue. 1 u*4 l8l Inflation, als der Bezugspreis für die Einzelnummer auf 20 Millionen Mark angewachsen war In dieser Zeit war in den Arbeller» haushalten jeder Pfennig oder jede„Million" auf das ollernot- wcndigste berechnet, und die Ausgaben für das nur irgendwie Eni» behrliche wurden eingeschränkt. Da stellte auch— es war der 12. Oktober 1023— der„Wahre Jacob" fein Erscheinen ein, aber in seiner Abschiedsnummcr kündete er seine Wiederauserstehung an. Seit dem Sommer 1927 erscheint der„Wahre Jacob" wieder. Er l»ot dos Zwischenspiel des republikanischen Witzblattes„Lachen links" abgelöst und sich wieder seiner alten TraÄtion gewidmet: ein schelmischer Mit» und Vorkämpscr der sozialistischen Sache zu sein und gleichzeitig ein Hausfreund tri jeder sozialistischen Familie. So wünschen wir diesem lachenden Gesellen, diesem, heißeilden Freunde der Arbeiterklasse ein langes uich erfolgreiches Leben! Möge er die Schelle weller schwingen gegen die Reakllon auf wirk» schaftlichem wie aus kulturellem Gebiete. Der Zorn der Gegeißellen wird ihm ein Ansporn sein, noch kräftiger sein« stachlichtc Mission zu erfüllen! * Bilanz 1928— Voranschlag 1929. „Das Jahr 1929 hat Zdö Tage. Multipliziert man die Jahres» zahl mit der Anzahl der Tage, so«rgiöt sich die Summe der Ochsen, die auch im neuen Jahr jene Ziffer der kommunistischen Schwin» aelcien über die Sozialdemokratie gläubig hinnehmen wird, die dem Betrag der für diese Schwindeleien gezahlten russischen Rubel ent» Gehalt'voll. Die Stenotypistin trug bei der Arbeit im Bureau«ine Schürze mit einer so winzigen Tosckie, daß iii ihr kaum ein kleiner Finger Platz gesunden hätte. Am Letzten des Monats kam der Ehes auf sie zu und fragt« lsutlelig:„Was tun Sie eigentlich in das Täschchen hinein, Fräu» lein?" „Mein Gehalt, Herr Müller,"'sagte dos.Fräulein. Falsch verstanden. Die Arbeitnehmer kamen zu den Arbestgebern, um zu ver» handeln. Di« Arbeitgeber— der Würde wegen— blieben stehen. Do fragte der Führer der Arbeiter: „Warum sitzen die Herren nicht?" Darauf der Syndikus:„Wir verbitten uns solch« Anspielungcri!" Die Rechenaufgabe. „Gustav, wenn zwei Hühner in ackzt Tagen 117« Eier legsn, wieviel Eier legen dann vier Hühner in 1k Togen?" „Die Ausgabe ist nicht richtig..Herr Lehrer! Eier dürfen doch keinen Bruch haben!" Vom Herz des Bürgers. „Ich habe immer gefunden. Ottilie, daß der Winter sein Gutes für die armen Deiwels von Arbeitslosen hat! Die Selbstmordziffer sinkt! Ins eiskalte Wasser zu gehen, überlegt sich doch mancher!" Edel sei der Mensch... „Der erste Buchhalter," sagte der Ehcf,„hat heute lleherstunden zu machen, Fräulein! Aber angewiesen wird nichts! Ich möchte nicht gern ungerecht sein gegen die anderen Angrstelllen!" Das Panorama. Im kleinen Badeort 1 steht aus der Spitze eines Berges ein« Tafel mit der Inschrift: „Dieses Panorama wurde durch Gottes Natur und den hiesigen Derschönerungsverein. geschaffen."(Aus dem„Wahren Jacob".) „Wenn heute, am l. Mai, eine Revolution ausbrechen sollte, so hofje ich, daß Sie mich beschützen wc den!" „Durchlaucht, wir stehen alle hinter Ihnen!"(.W-J' i9o4) Der„Wahre Jacob" ist zur Feier seines sünfztgjohrigen Be» stchenz in einer besonders gut ausgestatteten Iubiläumsnummer erschienen. Außerdem widmete der Verlag I. H. W. Dieng Nachf. dem GehUrtstqgskindc eine Festschrift, die eine Geschichte des Blattes und zahlreich« aus den verschiedenen Jahrgängen ausgcwählle Bei» spiele des treffsichercnWitzcs bringt, der den„Wahren Jacob" aus» zeichnet. Die Kämpfe im Urwald. 30000 Indios graben das Kriegsbeil aus. ITlär&belraHihing der.Alexandriner. „Faule Zeven! Mä' zbe sc h äfti- an% is- icnt* „Ne, Arbeiter brut scheußlich vernünjti«!" i.w.j.' 1904) »ng«. lang» Jahre ist der„Wahre Jacob" das oerbreitetste politisch» ützblatt Deutschland» gewesen. In den Arbetterhäusern der Groß. tdt wie m den Hütten der Kleinstädte, ja selbst in den Wohnungen r Landproletorier war er ein ständiger und beliebter Gast, dessen liedererscheinen mit Sehnsucht erwartet wurde. Inmitten der S0 Jahre feines Daseins hat es eine kurze Spann« est gegeben, während derer der„Wahr, Jacob" seine Wanderung > die Laube einstellen mußte. Es war die Zell der fchlumusteu Südamerika ist noch nicht wieder zur Ruh« gekommen. Bolivianische Truppen sollen von neuem in das Ehacogebiet. das Grenzland van Paraguay, vorgestoßen fein. Was sind nun die bewegenden Kräfte, die diese Vorstöße auslösen? Sann mau hier von einem Nationalismus im europäischen Sinne sprechen? Diese Fragen beantwortet hier ein Kenner des Landes. In Europa wie in Südamerika ist der Nationalismus zwar das gleiche Mittel zum gleichen. Zweck, das Mittel, wirtschaftsegoistifche Interessen mit dem Schleier eines romantischen Ideoljsmus zu ver» docken, und je niedriger die pallttsche Schulung eines Volkes, desto leichter ist es, diesen Schleier zu erHaften. Das erklärt zum Teil der so unbegreiflich erscheinende überspannt« Nationalismus der latein, amerikanischen Staaten. Aber ganz können wir ihn nur verstehen, wenn wir uns daran erinnern, wie die Bevölkerung in Südamerika zusammengesetzt ist: in Bolivien z. B. zu 31 Proz. aus re i n r 0 s s t» gen Indianern und zu 32 Pro;: aus Mischlingen. Der Notso. nalismus solcher Völker ist noch europäischen Begriffen nicht zu ver» stehen. Der Indianer ist krieg?» und kampflustig. Er kgnnt nicht die Schrecken eines europäischen Troyimeifeuers und braucht sie auch nicht zu fürchten, demi die Technik ist nach ganz rückständig, die Nervenbelastung minimal. Aber wofür er sonst Monat« und Jahre arbettet und spart, eine Flinte und Patronen,«rhäft er jetzt im Kriege umsonst. Er braucht nicht mehr für hungerlöhoe in die Minen zu gehen. sondern erhält Verpflegung und Sold, und wo das nicht, dann einen Freibrief zum Plündern. Hat er Glück, findet er beim Plündern auch Frauen, hat er viel Glück, so findet er vielleicht auf einer ein- samen Farm sogar eine Weiße. Und für solch« Ziele lohnt es sich schon, ins Feld zu ziehen. Krieg? Der Tod ist für den Indianer als Kind der Natur ein sehr persönliches Ding. Er vermeidet es, sich unnütz der Gefahr auszusetzen, und angrciten wird er nur, wenn er der Stärkere und der Slngriff mll einem Mindestmaß von Gefahr verbunden ist. Wut- verbisiene Fionten, wie wir sie in Europa hotten, wird es dort nie geben, denn die Wälder ftnd groß und Rückzug im Zweifelssalle imnier das Richtigere. Wird er gefangen und gibt man kein Par. don— gut, so wirb er seine letzte Zfgarette rauchen, lachend' noch einmal„Vivo Bolivia" rufen und dann eben diese Welt vcrlasicn. Kriegszielc? Notionale Belange? Davon versteht er nichts. Er haßt ja den Weißen, denn der Weiße regiert ihn als eine Herren- schicht. Der Indio, er kennt seine Geschichic. Die Spanier kamen 1331 als Gäste und zerbrachen die Dlacht der Inkos, seiner Loter. An den Ufern des Titikokasees erzählen noch heute grand'vfe Ruinen von einer hohen, blühenden Kultur diele» uralten Volkes. Schon 1333 fiel aus Pizarros, de« spanischen Eroberers, Befehl der Kopf des letzten Jnka-Katfer» Atahualpa. Blutige Aufstände waren di» Folge, sie wurden unterdrückt. Das mächtige Inkareich, da» die heutigen Republiken Kolumbien. Ecuador, Peru, Bolivien. Chile und Nordargenttnien umfaßte, wurde spa- nischcs Kolonialland. Hundertsünfzig Jahre spöterl Die Ideen der französischen Revo- lution faßten Fuß auf dem Loden de» Neulandes. 1821 erkämpfte sich Peru die Freiheit. Nur in Hochperu,„Allo Peru", dem heutigen Bolivien, saßen noch Spanier.. Vier Jcchre darauf kam Simon Bylin,r„ dem Venezuela und Kolumbien die Freiheit verdankten. Er besiegte di? Spanier und erzwang ihren Abzug. Bolivien wurde selbständige Republik. Aber die Herrlichkeit der Znkas kehrte nicht wieder. Die Indios blieben Sklaven. Und heute noch hassen sie de» Weißen und den Mischling mit dem instinktiven, uralten Haß als den Räuber ihres Landes. Sie verfluchen die„wirtschafttiche Er- schließung", well sie durch sie ihre Freiheit verloren. Und wenn sich noch durchaus glaubwürdigen Berichten trotzdem 30 000 und mehr freiwillig zu den Waffen meldeten? Nationalismus? Nein! Nur F r e u d e an der scheinbar wiedergewonnenen Freiheit. A b e n» teuerlvst. Kindlich naives Bergnügen am Knall hsr Gewehre. Würden sie lauter knallen, es gäbe einige tausend Freiwillige mehr. Nicht die Sftisdehnung der Grenze im Gran Ehaco ist ha» Ziel ihrer Wünsche, sondern Patronen, ein Gewehr. Sold und Weiber. Den Völkern selbst liegt der Nationalismus, m europäischem Sinne fern. Anders bei. den Regierungen. Diese sind zum großen Teil Exponenten wirtschaftlicher Interessen. Aber diesen wirtschaftlichen Nationalismus auf einen Generalnenner bringen zu wollen, ist auch falsch. Er entspringt, wie zum Beispiel in Mexiko, dem berechtigten Abwehrgedanken gegen die Uebcrirem- düng des nationalen Besitzes durch omerikanisches Kapital. Ueher 80 Proz. aller Industrien, Minen und erschlossener Oellagor sind in ausländischen, meist nyrdamerikanischcn Händen. Ein. auf die Dauer unhaftbarer Zustand, denn das Land wird ausgepowert. Silber. Gold, Petroleum gehen ins Ausland, die Werte sind ver» wren, die Aktionäre verzehren ihre Millionengcwinne jenseits der Grenzen. Die Ansicht:„Je größer die fremden Kapitolinvestierun- gen, um so bester für die Bevölkerung" ist hier durchaus irrig, denn di« einzigen materiellen Vorteile, die dem Lande bleiben, sind Er- träge aus den Frachten, Löhne, Zollabgaben und Steuern. Das bietet keinen Ausgleich für die Milliardenwerte, die jahraus, jahrein dem Lande etitzogen werden. Anders liegen die Verhältnisie z. B. in Chile. Der chilenische Nationalismus ist bewußt militäristisch und imperialistisch. Sein Expanjionsbedürjnis richtet sich in erster Linie gegen Peru. Aber da dos amerikanische Kapital in Peru und Chile gleichmäßig vertellt ist, sind den Militaristen die Hände gebunden. Doch auch in Chile ist die Verteidigung gegen die wirt- schastlicbe und politische Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten ein Fortor der Mlnärpölitik geworden. Aber es gibt keine Einig- kell der lateinomerilanischen Staaten:- Wie die Grcnzzwischensälle zwischen Bolivien und Paraguay zeigen, sind die primitiven Kriegs» und Rasseinftlnkte im mittleren Südamerika heute noch stärker als die Furcht vor dem großen Nachbar im Norden. A. Richerä. Wer weiß das? China hat die ausgedehntesten Kohlenfelder der Well ■k Nach den neuesten statistischen Feststellungen gibt es zurzett in Deutschland 72 Menschen, die das 100 Leb«n»Iahr Überschritten haben. Weitaus der größte Tell davon, nämltch IL. sind Frauen. vom EDGAR WAUTACE OHUTSCHE ÜBERTRAGEN f VADN RAVEN O RO (34 gprtfüfeung.) „Ziehen£« ihre Kleider aus!" befahl er. .Was wollen S e?" fragte Bronfon entfztzt..Ich kann mich doch hier nicht ausziehen!" „Och werde es Qhnen bald beibringen— dos geht sehr gut. ßlfi wirh leichter fein, wenn Sie fih selbst ausziehen, als wenn ich einem Toten die Kleider abstreifen muh." Widerwillig zog Bronson tse Ledersackc aus. .Werfen S« sie nicht in das feuchte Gras! Ich will keine nassen Kleider anlegen." Am Dunkeln saht« Bronfon plötzlich nach seiner chüsttoick,c. aber bevor er die Pistole fassen konnte, hotte Sim ihn am Handgelenk gepackt und herumgerissen. Im nächsten Augenblick hatte er ihm die Wasfe entwunden. „Das trifft sich ja vorzuglich" Jim warf sein« eigene Warfe ins Gras.»Meine ist näml'ch nicht mehr ganz m Ordnung, vber die Ihrige ist sicher gut. Run Ziehen Sie schnell die Hosen und kise Schuhe aus." .Ich werde mich auf den Tod erkälten!" Bronsons 3öhne klapperten. .Wenn Sie sterben, werde ich einen Kranz zu Ihrer Beerdi- gung schicken." entgegnete Jim ironisch..Aber ich glaub«. Se sind nicht geboren, um an Erkältung zu sterben, sondern durck) eine Schling«, die man um Ihren Hol» legt!" -tv. Unter I'ms drohender Pistoie entkleidete sich Bronfon und schul- telte sich vor Frost, denn der Morgen war kalt und die Kleider, die Jim ihm reichte, waren noch nicht ganz trocken geworden. Er murrte darüber, aber Jim kümmerte sich n'cht darum, sondern band ihm die chänd« hinten aus dem Rücken zusammen. »So macht man es auch, wenn man Sie später Höngen wird. Dieses Toschentuch wird als Knebel diene», damit Sie nicht brüllen können. Jetzt muh ich Sic nur noch an eine trockene Stell« irgendwo unter ein« checke legen. Dann sind Sie für den Rest der Rächt versorgt." »Sre sind wederträchtig?" rief Bronson aufsässig,.ober warten Sie nur. in den nächsten Togen .chören Sie auf zu quaken, älter Laubsrolch, oder ich spreche etwas energischer mit Ihnen." Er ging püt seinem G-sangenen weiter vom chaufr fort und Er kannte dm Weg nach London, sobald«r die Sis-nbahnlini« suchte einen, trockenen- Platz- sü? ifm,-«» dem-«»tept-s»-«�"s'gesichtqt' HUMl——"—.......■.....-...........-..... sehen werden lonm«. chier bewacht« er En. bis der ch mmel Heller wurde und er Villa wecken mußte. Mit einem Fluch erhob sich Villa. „Kommen Sie herein und. trinken Sie Kakao." „Dstingen Sie ihn mir heraus," sagt« Jim. <. Er Härte, wie der Mann drinnen die Tür ausichloh und hob die P stole. Aber irgendeine Eingebung bestimmte ihn» diö Wasfe wieder zu verstecken. Leute, die in der Lust kämpfen und den Sieg in den großen chimmeleräumen davontragen, haben gewöhnlich ganz besondere In» slinkte. die anderen Sterblichen versogt sind. Jim hatte gerade noch �cit, d e Pistole in die Tasche zu stecken und die Schutzbrille über die fiugen zu ziehen, als Villa die Tstr öfsnet« und ihn schläfrig rn der Dämmerung betrachtet«. »challo, Sie sind ja schon sertiz zun, Start," meinte er gähnend. »Run, ich werde Sie ncht lange warten lassen." NM ging vor dem Haus« auf und ab. wie Bronson es gestern abend getan hatte. Er nahm die Pistole uvcder aus dein Lederetui heraus und .betrachtete sie verstohlen. Sie war nicht geladen! Villa rief Ihn. »Stellen Sie die Taste nur ruhig hin." sagte er. als er sah. daß er ihm Kakao brachte. Mit einem Äug leert« er sie, ging quer über die Felder zu dem Flugzeug und nahm die wasserdicht« Decke von dem Motor. Er versuchte die Masch' n« und stellte den Pro- peller an. Eunice hatte den Kakao mich getrunken und wartete, bis Villa hereinkam. Sie konnte nur vermuten, was der neue Tag ihr bringen würde. Scheinbar wartet« Digby(Broch nicht hier aus sie, Cr war wohl allein sortgesohren, um die Verfolger von ihres Spur abzulenken. Sie suhlte sich setzt wohlcr. Die Folgen der Spritzen waren ganz verschwunden. S'e fühlte sich nur nach sehr müde und das Gehen fiel ibr schtrer. Ihre Gedanken waren wieder klar und sie fühlt« sich erlöst, daß sie Digby nicht sehen mußt«. »Sind Sie fertig, mein Fräulein?" s ragte Villa. Er trug einen lchweren Mantel, hatte einen pelzgefütterten Fllcgerhelm auf und sah mit seinem Bart wie ein Rüste im Winierpelz aus. S'is wundert« sich, daß er sich an einem so warmen Morgen so dick anzog, aber er half quch ihr in einen ebenso schweren Mantel. .Beeilen Sie sich jetzt, wir können nicht den ganzen Tag auf Sie warten!" »Ich bin fert'g," sagt« st« kühl. Er ging in schnellen Schritten m't ihr zu dem Flugzeug- Jim. der seinen Platz auf dem Fliegersitz schon eingenommen hatte. Härte Villa» tief« Stimm», wandte sich nach der Seit« und sah Eunice. Reben diesem bärtigen, kleinen, dicken Manu sah sie sehr vor» teilhast au«. Pillo führte si« am Arm. „Run steigen S'e»in" Er hals ihr auf einen der beiden Sitz« hinter dem Piloten. Jim durfte sich nicht umsehen. .Ach werde dan Propeller für Sie in Gang bringen." lagt» Villa und ging noch vorn Jim. desten Gesicht von der großen Schutzbrille fast ganz v»r- deckt war, nick:«. Der Motor setzte mit großem Geräusch«in. I'm ließ ihn langsamer lausen. „Scknollen Sie die Dame fest," rief er trotz de« Spektakel», den die Maschine.machte. Villa nickte und klettert? mit oußerordentklcher Beweglichkeit «us seinen Sitz. Jim wartete, bi-> dqr große Loderriemen um Eunice belest'gt wap, dann bracht« er Heu Motor auf Fächstgeschwindigkett. E» wqr«in« Peale Abslugstcll«. Die Maschine rvlste sonst über d!« Wiesen und steigert« von Sekunde zu Sekunde ihre Schnelligkeit. Jim zog las Iöhensteuer an und Eunice merkt« plötzl'ch, daß dos Stoßen aufhörte. Dos Flugzeug hatte sich in di« Luft erhoben. O• • Eunice mar noch niemals in Ihrem Leben geflogen und einen Augenblick lang vergaß sie in dem erhebenden Gesühl. los st« durchdrang, Ihre gesährsiche Loge. Es war ihr, als ob das Flug- j zeug sich m cht von der Erde erhöbe, sondern als ob die Erde Plötz- i lich unier dem Aeroplan versänke. Sie empfand eine wunderbare> Erle' cht« rung. al» sich tie kräftige Mas hin« mit einer Geschwindig- � keit von hundertsünf-ig Kilometern in der Stunde durch die Lust bewegte. Immer höher und höher erhoben sie sich.' Villa war er. staunt über dieses Manöver. Bronfon kannte doch den Weg nach Kennett chall, er mußte sich doch nicht erst von der Höhe aus orienneren. Aber Bronfon lag tn dem Augenblick mit gebundenen chändcn und Füßen unter einem großen Aaselstrauch in den Feldern. Aätte Villa sorgfältig durch sein Fernglas hinuntergeschaut, so hätte er wahrsche'nlich den Mann erkennen können der in Ilm« schmutzigen Kleidern dort auf der Erde lag. Aber Villa vermutet« nicht, daß Lim Steele am Steuer sah. »Es ist wunderbor!" rief Eunice. Ihr« Stimme ging aber in dem donnerähnlichcn Geräusch des Motors unter. Sie flogen in großen Spiralen immer höher. Unter ihnen lag eine wunderbore Welt. Wie ein buntgewebter Tepp'ch zeigten sich tie Fluren, die grünen Wiesen, tt« Felder, di« blutroten Dächer der Häuser und die silberigen Teich« und Wasterflächen. Sie er» schienen fast wie Quecks, lbemopsen aus dieser Höhe, die eine Riesen- Hand übr die Erde verstreut hatte. »Herrlich!" rief Eunice w'edcr, ober der Mann an lbrcr Seite hat!« kein Auge für die Schönheit ter Gegend. Die Pastagier« konnten sich mit dem Führer nur durch ein kleines Telephon ver- ständigen. Jim hatte den Hörer um den Kops geschnallt. Roch einiger Zeck hört« er plötzlich Villa fragen: .Woraus warten Sie denn noch— Sie kennen doch den Weg?" Jim nickt«. Cunk» schaut« verwundert auf di« große, weit« Erdoberfläche, die sich«s« ein Schachdrett Zlt ihren Füßen ausdehnte. Wechc und blaue Linien und Bänder zogen sich darüber hin. Es mußten Weg» und Kanäle sein und dies« kleinen grüne» und braunen Flecke waren Felder und Weiden. Wie prächtig Idar es doch, an diesem frühen Sommermorgen durch die Lüfte zu fliegen, über die kleinen Wolken hinweg, ti« wie Schleier zwischen ihr utzd der Erde logen, lind ftü« beruhigend war soch diese Einsamkeit hier oben! Sie fühlt» sich befreit von der Welt und all ihrer Schrecklichkeit. Digby Groat war nicht größer als bieser klein« dunkle Punkt, den sie dsrf unten sehen konnte und der sich auf der hellen Straße nicht zu bewegen schien. Sie wußte, daß es ein Mensch war, der vorwärts wanderte. Dann wandt« sie ihre Aufmerlsawkei! Villa zu. Er war pot im Gesicht und brüllte etwas In das Telephon. Sie konnte es aber bei dem ohrenbetäubenden Lärm des Nqtqrs nicht verstehen. Sie sah mir, daß der Führer nickte und d'e Maschine dann nach recht» wandte. Villa schien zufrieden zu sein, denn er ließ sich in seinen Sitz zurücksinken. Ganz langsam wandt» sich die Spitze de» Fkugzeuges wieber »ach Süden zurück. Long« Ze't bemerkte Villa es picht Erst ak? er die große Stadt vor sich sah, schrie er wieder in das Telephon »Fahren Sie nach rechts. Sie verdammter Kerl! Bronson. sind Sie denn verrückt? Haben Sie ganz und gar de« Verstand verloren?" Jim nickte und das Manöver begann von neuem. Aber mm war Villa auf dem Posten. »Was ist denn mit Ihnen los, Bronfon?" I'm hört» den drohenden Ton in seiner Stimm«. »Nichts, ich fahre nur einer gefährlichen Luftströmung aus dem Wege," antwortete er, Indem er durch das Telephon schn». Auch jetzt noch glaubte Villa, daß Vronson am Steuer säße. Jim fuhr jetzt dauernd nach Westen und war neug'erig, was das Ziel sein sollte. Er war wirklich wahnsinnig, daß er Bronson nicht gefragt hatte, wohin di« Fahrt gehen sollt«. Es war ihm bisher nicht der Gelanke gekommen, daß aus feiner Unkenuin» des Ziel» irgendwelche. Schwierigkeiten entst'hen könnten. Er wollte nach London fliegen, das hatte er sich von Anfang an vor- genommen. Jetzt dreht« er wieder noch sink» und brachte den Motor auf höchste Tourenzahl. Dos klein« Flugzeug fauste mit größter Geschw'ndigkeit. „Sind Sie denn verrückt?" brüllte Villa ihm ins Ohr. Ader er antwortete nicht. »Gchorchen Sie mir jetzt, oder Sic haben es mit mir zu tun!" Jim fühlte, wie D'lla ihm sein« Pistole auf die Schulter setzte. Er sah sich um und in diesem Augenblick ertonnte ihn Eunice und stieß einen Schrcl aus. Villa sprang aus und zog Jims Kopf herum. .Steetel" schrie«r und h'ell ihm den Revolver hinters Ohr. »Sie werden meinen Befehlen folgenl" Jim nickt«. »Fahre» Sie nach rechts in der Richtung nach Oxford. Lassen Si« es zur Linken liegen, bis ich Ihnen sage, daß S'e lande« sollen!" Jim tonnte nichts ondcrrs tun als gchorchen, aber er fürchtete sich nicht. Hätte der Mann ihm erlaubt, nach London zu fahren, so wäre es wohl für alle Teil« dos Best« gewesen.— Da Villa aber aogressiv gegen ihn vorging, tonnt« d'«Iee Abenteuer wir auf eine Weise enden. E» ging hart auf hart. Er wandte sich halb in seinem engen Sitz um, schaut« Eunice an und lächelte ihr er« mutigcnd zu. Der Bück, mit dem si« ihn wieder ansah, entschä- hlgte ihn für all das Mißgeschick; das er für sie fchon«idu0>«t i ha�a. fFortfetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. auiw.ieiuhmii�i»iinMrt»iiiiwniiMB.'Miii«MauiiBMi58«CTiBwwannmFjnwii!aCTrofflnwa«WBaCTwmeimiiiBM«iiHiii«Kwuwira,i«iwu«iMKi» Oer ffammetbraten auf dem Grab. Bei der Bterhtgung des Stadtverordneten John Advin« in Brisbane in Australien hatten einig« feiner Freund« und Der. wandten schön« Reden gehalten, als zum allgemeinen Crftaiinefi auch Mr. William Mccgle, der als ausgesprochener Feind des Der- storbenen galt, mit einem großen Paket im Arm vortrat und das Wort ergriff. Nach einer kurzen Würdigung der Verdienst« des Verstorbenen schloß«r:»Mein lieber Freund Ado ine war, wie oll- geme!» bskannt ist, Siegetarier. Da nun wir Fleischfresser immer eine ganze Menge Gemüse aus» Grab gelegt bekommen, will ich quch meinen allen Freund entsprechend ehren." Sprach'», zog aus dem Paket«inen riesigen Hammelbraten und mirf ihn in das geöffnet« Grqh hinab. Der»Scherz" sollte Ihm aber fidel bekommen, denn« ipurde i vWrw» e».»»«,—,*u* emj-.örfon Mena» M» ihn fv-thM, nnWi. nnn h.r«Infi«) m.r')eme KOSienlOSC Abtreibung mehf. Man wird immer kapitalistischer tn Svwsetrußlarch. Di« Zeit. da man alle» von Staats wegen umsonst haben konnte, ist längst vorbei. Daß man einst in Sowsetrußlond z. B. Freischul« hotte, Anstaltsbehandlung erspart werden könne«. Die so hohe Zahl der heute den Anstallen zugeführten Geisteskranken werd« von den Soch- verständigen weniger auf medizinisch« als auf soziale Gründe zurückgeführt, also auf Wohnung», ynd Erwerbsnot. auf unklare politische, gesellschaftlich» und wirtschaftlich« Lerhällnifl«. Psychiater und Wohlsahrtsbeamter müßten Schulter an Schüller arbeiten. Dringend zu wünschen wäre, daß tn den Kreisen und Verwaltungsbezirken Beratungsstellen für Geisteskrank» und Psycho- pathen«ingerichtet würden, die«in dreisoches Aufpobengebiet Härten: Ausklärung über das Wesen upd die Behandlung geistiger Crkran» kungen zu verbreiten, der Entstehung solcher Erkrankungen oo'zu» beugen und di» Fürsorg» und Nachbehandlung der bereits in Anstalten behandelten Kranken zu übernehmen. H. L. d«r empörten Menge, di« ihn halbtot prügelt«, von d«r Polizei nur «nt rissen, um im Gcfängnixhospital ein« Anklage wegen Störung einer gotteodtenstlichen Handlung entgegenzunehmen. Die Küh frißt ihr eigenes Kaufgeld. Auf dem Schlachthof« Rächt hinein, und fchUehlich lagen wieder 20 Zentimeter Neuschnee. Der Vundesvorsitzende Eellert. der nachmittag? ankam, tele. Phonierte sofort an den Prefled-enst. damit man es am Sonnabend in Berlin in Leipzig, in Ehemmsz. in Magdeburg, in Halle, überall, wo »an sich für das Bundesfeft gerültet hatte, wissen sollte- kommt alle her hier ist herrliches Spoilwctler! Und mit dem Wetter besierte sich' auch die Stimmung des technischen Le Urs Bühren von der Bundesverwaltung, des örtliche» Organisationsleüer»�Z i m m e r und schließlich apch des Bundestassierers Ranke! loKfmogeorgci-Mtafit im Erzgebirge. Wer«inen bleibenden Eindruck von dieser Bergstadt gewinnen will der sollte mit der Bahn von Karlsbad herauskommen. Die Glo se machen einen gewaltigen Bogen über die Höhen, so daß man Knge vorher d.e Äodt wie im Panorama vor sich liegen sieht. Fabriken im Tal und auf den Bergen, die Wohnstrohen terrasien- förmig ausgebaut, mitten-drin die Kirchturm«. Rathaus und Schule. Die Stadt Zählt über 7000 Einwohner. Den Namen tragt sie von einem sächsischen König, böhmische A''-'wuncherer haben sie nach dem 2™ bimäbiiaen Krieg gegründet, als sie lhres evangelischen Glaubens w ätrCn,»n mußten � f) c u P t i n b u st r i«. zweig bildet die Herstellung von Glac. Handschuhen, die in alle Welt äehen. Nach dem Kriege hat s'ch hier auoz amerikanisches Mus. k.nstrument.. Möbel Sport- gerät»«erden hergestellt. Es gibt ober auch noch Bergbau aus � �»�eorgensi�tthal ein, gut- polllische und gewerklchasNlche Arbeiterbewegung: ein großes Konsumwarenhaus schc'»-. wenn man »ach mehrmaligem Besuch urteilen dars. unter vorbildlicher«erwal- tanz zu stehen: die Arbeiter-Turn- und«port�megung hat einen sehr ertreulich-n Aufschwung �onunen. �-s sich während des Bundeswintersportsches vor aller Welt erweisen soll Die Organisation ties Bundesfestes. Biel« Wochen vorher mußten die technischen Borbereitung-n begonnen werden. Es galt, für 12 00 bis ISO» Sportler e>..q bel&affen, für Speisung zu sorgen, die Finanzen v reo« n Für eine Großstadt»me Kleinigkeit. Iohanng-orgenstadt -VA»«.->-2 zjstst' ausgesucht, die Laufbahnen mußten vermeffen und abgelockt werden. Die«prunoschan.;« war zu prüfen. d,e Rodelbahn>md E�laulflache waren für Bif Wettspiele vorzubereiten. Es mugten Derhanhlungen mit den Behörden, ein umfangreicher Brielwechsi. mu außerha.b �"Das�ll�wurde von den Turn- und Spvttg.nosi.n nach ihrer Arbeitszeit, die gewiß kein Honiglecken!ur Oe's-. erlcd� Und setz, geht alles wie am Schnürchen. Wenn man w.sten will, was »in„ arff.c L o n g- lauf für Sportlerinnen: Häuser-Iohonngeorgenstadt 22.04 Min.. Rudalph-Lettou 23,12 Min. Müller-Rouha», a. R. 23.23 Mm. $ Kilometer Jugendliche 16 bis 18 Jahre: Kupfer- Stückerbach 42,03 Min. Ullmann.CHemn'ß 44,4.9 Min., Gumbmann, Iohonngeorgenstadt 46 23 Min. 3 Kilometer Jugendliche 14bie 1 6 Äa hre: Krauc.Iohanngeorgenftodt 24,23 Min.! Sandig 26,07 Min., Khemel-Johanngeorgenstadt 27,37 Min. Berank:: Dung würde die Sicht ober zusehends schlefsier. In benl dichien Nebel, der sich nun auch hier störend bsmerkbae macht«. war schließlich nichts mehr zu erkennen, so daß das l e tz t e R e n v e« „Prosit Neujahr" abgesagt werden mußte. Z-hw-rMchl-e,.»»-,!«*! 1. LI»»« czauß It.),?. Boronch tt.. z.«eis. Hamm»!, sulc; 2c: 10. floZ: U. 13, 20:10. tzernkr liefen; Sofircbt, JOTcaucie, D? maoonna,®rto:(trtrtr, t"*:efcetioj» Zier. Dion, Traht, Zierde, Heilt! Dulle, De.!,:rte l«. W.), Ziushoz« B»v. fi«»lct!>.Sei>»-«:: Lelfieg(JSef), 4,-lEobeta, 3, 3Sla H«»-.. Zots: 00.1». Via»; 5», IS, 28:10. Seinet liefen: Siehe»Säte, dar, Ittifer. tthetl� äßeith», lkinakSiuz!!,. WinlenuSrcheri, Such», campouula. Mit». Litvcftee.Ver!,: 1. zriiini Lalle>. td-l». stet»«» liefen: Lu,!zriehrich«d-ut. Zmrortelli. tcieusritter<«. W.), Lö>neelt-iim, O�aplsin Lecibera. ffiteihcuUr. A:cf D»IN.(httuhftet|t., 3rac--, HeMna. Inpelinde. iVoaiinge� MSglicl VviiIck.ZIearea! 1. tee 5a:»: 80:10 IS. AS, Eiamch Barmaid, Oroüeut. tili.?«»»«»!: t»:lO. Pia»! Id. mädch-n,? i'irel, liam. LeMna. Znaelinpe: isiaizingr, Äüglich, StU»u !»ug:Ia.:S jr.I, L.?er.!mU:>je. f. Vcrca Silvester. , 17:10. si'rrrt liefe«: Auaach. Copal. LrfitjefslN Fels.•JHoru!, Sarint ssardc». WWMWMMMWt» W«>> Wt8«f«:!_«SenMfetu lZaust it.), 2?!r;;a-KorlhB; Z. ista!:»n. J»H: I.V 1S:)0. ffetnet l'efer: Erifpo, 3Rar Jlofee, Pafler, Halfen» W_____, tlav iafn fafle, STajcerlt-». SSonilc-Hiti«) Miiow— Das Reisebureau des Touristenvereins ,Ifl« Naturfreunde' teilf mit. daß die Borprospelte für die Reisen 1929«rlchiencn sind und auf Wunsch zugesanbt werden. Rückporto erbeten. Anfragen sind an dos Reisehureou. Berlin N 24, Iohannisstraß« 14-' 13, zu richten. Er- ässnet täglich außer Sonnabend 18>-.20 Uhr. Heute geschlossen. VonF. WOdun�.Gi&sdiäftsfüIircrdcrZcniTaJkonimiMionfür Arbeitersport undKorperpflcgc Da» Jahr 1928 ist für die Arbeitersportbewegung«in Erfolgs- jähr gewesen. Diese erfreuliche Tatsache danken wir in erster Linie der Stabilität de» Wirtschastslebens. Nur dann, wenn der Arbeiter lrändigen Verdienst hat, ist er m der Lag«, seinen kulturellen Neigungen nachgehe» zu können. Knsenjahre der Wirtschaft sind darum immer Krlsenjahr« der Arbeltersportbewegung gewesen. Durch diese Erfahrungstatsachen werden wir>mm«r wieder aus» neue davon überzeugt, daß der Sport sehr eng mit dem Wirtschasts- leben verbunden ist, und daß er daher auch nicht völlig unpolstisch sein kann. Tin» Massenbewegung, wie die hier in Frage stehend«, muß naturgemäß ganz besonders fein auf die Schwankungen de» Kon- sunkturbarometers reagieren, denn die meisten Sportler stehen in jugendlichem Lebensalter, wo sie aus sozialen Gründen immer zuerst orbeltslvs werden. Da ln dem zur Nelg« gehenden Jahr« keinerlei Aerbeveionstoltungen großen Stils unternommen worden sind, im Gegensatz zu früheren Jahren, muß die günstig« Entwicklung ganz aus da» Konto der Konsunktur geschrieben werden. Das bedarf einer besonderen Betonung, denn es zeigt uns, wo in Wirklichkeit die Ursachen des Auf- und Abstiegs zu suchen sind. Die günstige Entwicklung Ist vorübergehend beeinträchtigt worden durch den inneren Streit, der von der Kommunistischen Partei in die Bewegung zum Zwecke der Bekämpfung der Sozial- demotratie hereingetragen wurde. Die Liquidierung diese» Kampfe» hat uns besonders hier in Berlin Opfer gekostet. Ader sie hat zugleich den Boden für eine neue Aussaat bereitet, die«ine gute Ernte schon setzt erkennen läßt. Der kommunistisch« Ansturm hat zur Folge gehabt, daß alle Gegenkräfte mobilisiert worden sind. Bor allem hat die Sozialdemokratische Partei nun erkannt, daß die Arbeltersportbewegung für sie kein neutrale« Gebiet sein darf. Diese Erkenntnis lag ja besonders nahe, wo die Kam- m Urlisten die Bewegung zum Aufmarschgebiet gegen die Sozial- demokratie gewählt und dabei sichtbare Erfolge gehabt hatten. Seither hat sich nun die Partei mit einem Elser für die Stärkung der Arbcitersportbcwegung eingesetzt, der alle Erwartungen Üderirlfst. Da» wird für beide Teile recht Haid günstlge Wirkungen haben. Mag nun die ln allen Fugen krochuide KPD. mit ihrem sportlichen Anhang eine eigene Reichsorganisation gründen oder sich m Berlin mit dem syndikallstlschen Laden begnügeil! sie wird aus alle Fäll« keine Seid« spinnen. Niemand wird ihr da» Recht streitig machen, eine Sporlorgonisation in ihrem Sinn« ins Leben zu rufen, nur muß man verlangen, daß sie dabei mlt ofienen Karten spielt. Daran läßt sie es nun allerding» gänzlich fehlen. Es«st sp werkwürdig still um den sonst so lauten Kret» geworden. Der Geist de» Herrn Wünzeuderg beschattete da? Wochenbett der kommunistischen Sportmama und das Neugeborene entpuppt sich als ein IAH.-Zwirterdlng. dav icef-r Aud noch Mädel ist. Mit dem Wechselbalg, der nur von der Gnade des Bürgertum» leben kann. werden«ir fertig werden! Der Präsident des bürgerlichen Spitzenverband»». Herr Lewa Id. Hof in lernen Neujahrsgruß dos kommend« Jahr als ein Jahr der Krüitesammlung bezeichnet. Au» seinen weiteren Worten Ist zu entnehmen, daß dies« Krastesammlung darln bestehen soll, Reich, Länder und Gemeinden noch mehr oks bisher in den Dienst der bürgerlichen Sportbewegung zu stellen. Der deutsche bürtzerlicha Sport sitzt fest der Olympiade, wo er verhältnismäßig günstig abgeschnitten hat, aus dem hohen Pferde. Immer noch gilt in jenem Lager der Rekord als der volar aller Dinge. Man versteht es. damit das Bürgertum einzusaugen, da» notional« Erfolge sehen will. Theoretisch fördert man daneben die Bretten» leistung. l». h. man sucht der Oessentlichkeit, die all>näh!ich ettpas mißtrauisch geworden ist, weiszumachen, daß man vom Rekord iimmel ablösten wolle, um dafür di« breite Masse sportlich zu heben. Die Einsicht mag vorhanden sein, aber die„Masse", die ihr« Sensationell haben will, wird nicht einverstanden sein. E» kann eben niemand aus seiner Haut heraus, am wenigsten der bürgerlich« Sport, der vom Rekord lebt und an: Rekord sterben wird, wenn seine Zeit vollende» ist. Aber solang« die bürgerlich« Press« den Arbeitersport tot- schweigen kann, hat der bürgerlich« Spart noch gute Tag«, gtli er noch al»„der deutsche Spart" schlechlhtn. Das wird auch solange dauern, als dos Bürgertum di« Macht in Staat und Kslellschast innehat, solang» al» diese Gesellschaft«ben«ine bürgerliche ist. Ein« Umkehr In der sportlichen Entwicklung, die immer mehr Aehnlichkeit mit den Erscheinungen au» der Verfallszeit des klassische» Altertums gewinnt, ist vom bürgerlichen Sport nicht zu erwarten. Die jfvelsel« los vorhandenen guten Vorsätze werden nicht verhindern, daß der Weg zur Hölle zu einer Autostraße gemacht wird, auf der es noch rasender bergab geht. Di« Entwicklaog zum Venlsefpork ist Nicht auszuhalten, wtil st« im Wesen der bürgerlichen Gelellschaft ihre Begründung hat. Ln sich brauchte das noch kein Unglück zu sein, wenn nicht damit die kapitalistlsch« Morel das sportlich« Leixi» vollends korrumpiere!» würde. Don Ruhe und Sammlung wird also auch im bürgerlichen Sport de» kanimentzen Jahr«« wohl nicht viel zu merken sein. Di« Ardeitersportler werden dafür sorgen, daß die brennenden Fragen des sportlichen Leben» nicht zur Ruhe kommen. Für sie beglugt ohnehin ein Abschnitt«rhöhier Tätigtest. Zunächst wird dos große Fest in Nürnberg olles in seineu Bann ziehen. E» wird zeigen. daß die Lrbeitersponbewcgung unaufhörlich wächst und fortschreitot. Es wird aber auch zeigtn, daß die sozialistische Arbeiterschaft nun viel treuer zu uns steht, als noch vor wenig Jahren. Noch dem Fest beginnt die Parhercltvng der zweiten Arbesterolpnipüid«, die in zwei Jahren lm sozialistischen Wien zu einer gewattigeu Kundgebung für den Sozialismus werden soll. Hier wird sich zeigen, daß der Arbeitersport zu einem mächtigen Faktor der so.zjoliskischen Arbeiterbewegung geworden ist. Nicht ein bloß«» Spoxsstst wird ln Wien gefeiert werden, sondern et» Wrltfest de» Sozialismus für alle Völker, die im Sozialismus ihre Erlösung sehen, soll In Wien«ln leuchtendes Fanal aufgerichtet werden. Wien wird uns den Weg au, Irrungen und Wirrungen zu neuem Ausstieg zeigen. Der olympisch« Gedanke wird eine neu« Weihe erhält«»' Brand eines Ostasiensabrerö. 1 r I S. Zt.'Stvn'orz.(feigtc&ttidjU Ein schweres Schadenfeuer ist am Sonnlag'.m Hasen vor 31 a r f c U f e ausgebroihen. Per O s« o f I s n d a m p s e r ,U a u 1 £ c< a t". der in den nächsten Tagen nach Vokohawo auslacfen sollle, geriel plötzlich im Troitendock in vrand. Obwolil die Aever. «ehr sosorl zur Stelle war und da» Lock i-nnerzüglich unter Walser sehte, lieh sich da» Aeuer nicht mehr löschen. Der ganze lb0 Meter lange Dampfer ist ausgebrannt. Oer Vermittler behätt die Million. Das Schweigegeld fürs„Journal" unter schlagen. Paris,.Zt. Dezember. sSigenbericht.) Im skondol der„Gazette du Franc"' ist eine neu- Lerbaitung nenügt toarbett. Der Gelchäftsogent A m a r d, der stch als 2?er mittler zwischen der„Gazette du Franc" und dem„Journal" be- tätigt hatte, wurde in? Geioirguis geschickt, weil dir schw?rc Verdacht bcstch:, er Hobe die Million, die er als Schweigegeld für das „Journal" erpreßte, für sich selbst b o h o s t c n. Frau Hanau legte dem Untersuchungsrichter eine Denkichrist vor, in der sie betont, daß sie dem Geschältsagenton?lmard eine Million Franken ausbezahlt habe, damit die'er die Airar�le des.Dloiiruol" zum Ächweigen bringe. Dl« Behauptungen Frau Hanaus sibd dadurch bestätigt, don nach dem Kassenbuch der„Gazette dir Franc" in der Tckt eine Million Fronken abgehoben worden waren. Zlmord selbst behwrptet, die Verhandlungen mit dem.Journal" nicht mehr rechtzeitig zum Abschluß gebracht zu lzaben. da der Skandal sich nicht mehr rertuschen lieh und Frau.Hanau vorher verhaftet wurde. Lm Geldschrank eingeschlossen. Aber im letzten Augenblick gerettet. Kopenhagen, 3!. Dezember. Wehrend der Buchhalter eines hiesigen Geichöits sich am sonn- vbeich im jZsldschrantroum aushielt, schlug die Tü r de s Geld fch rankes.zu. Da niemand der Anw«i«nden im Besitz eines Schtliffefs war, wurde er u n s r« i w! 1 l i g z u m Gefangenen. Man fürchieie, dätz der Duchhalker infolge Monzels an Lüh in dem tU Meter im Geviert wellenden Raum ohnmöchtig werden würde. Gr s>-lbst beklagte sich bereits über schlechte Luit, und man sah sich gezwungen, die Feuerwehr zu olgrmiemn. um den, Geiangernm durch d a». S cht ü ssello ch komprimiert« Luft zuzu.� sühren. Erst nach geraumer Zeit kam einer der Inhaber des Go- schijst? herbei und befreite den Buchhalter aus seiner furchtbaren Lag«._____ Verhaftung eines Brudermörders. Wegen Brudermordes wurde, wie wir mitteilten, ei» 26 Jahre a!ker Hermann B.a h e n hold aus Lssio im Kreise Eckärds- berge gesucht. Aobenhold ist der Sohn eines Ziegekeibesttzers und lebie mit seinen Angehörigen in Zwist, weil«r stets Geld m.langte, aber keine Luft zur Arbeit hatte. Am Freitag kam es d.shcklb wieder zu einem Streit, dar damit endete, daß der Mß- re�n- leinen 3l Jahre alten Bruder Ernst in der Küche erschoß. Der Mörder ergriii gleich die Flucht und entkam in den Wold. Die Bermutung, daß er sich nach Berlin wenden werde, um hier unterzutauchen, hac sich bestätigt. Beamte des 29». Reviers kamen ihm in B e r l i n- S ch u l z e n d a r f auf die Spur und i-ab"?«n ihn fest. Ter Borhafiel« beftriit zuerst, daß«r der gefuchie Mörder f-i, gab, es endlich ober' zu. Den Schuh mill er nicht, wie es erst kneff. aus einer SeBstladepisWe. sondern ans einem Iaad- gewähr abgegeben boben.?kngeblich hat er, al? er entfloh, nicht gemüht, daß der Bruder tödlich gelrniien wqr. Aus Umwegen tu reichte er die nächste Bohnstotion, fuhr noch Berlin, trieb sich hier einen Tag herum und ging dann noch Schulzendaxi, um Bekanme zu besuchen. Der Verhaltet« wird auf dem Polizeipräsidium noch vernommen und dann dem zuständigen Gericht zugeführt werden. Max Holz schreibt ein Buch. Im Luisevtheatcr In der Rcichenberger Strohe veranstaltete die KPD.(6. Bezirkt eine Ist. Jahresfeier als N o ch t f s i e r. Der Fest- redner Max Holz begann feine Ansprache um lt»? Uhr und endigte sie um 3 Uhr morgens. Hätz sprach für seine Derhälinijse maßvoll über die„opportunistische, reformistische Führung" in der SPD. Daß auch in seiner eigenen Partei die Praxis nicht immer mit feinen Gefühlen nbereinslimme, gah er zu, betonte ober. daß der Grund feiner bisherigen Untätigkeit, die schon zu mancherlei Gerüchten Anlaß gab, gan,z wo anders liege. Man hob« ihn voranlaßt, ein Buch über feine Zuchthauserlebnisio zu schreiben, eine Tätigkeit, d'e ihn vollkommen absorbiere, da sie ihm außerordentlich schwer lalle und er lieber Holz hocken oder Steine klopfen würde. Jedenfalls gab er die bestimmte Verstcherung. daß diele» Buch fein erstes und gleichzeitig lein leßtes fein werde. Der Schlußteil der Rede war dem Bedauern gewidmet, daß cr noch nicht den Kontakt' mit der Mosie gesunden habe, was er auf die Ein- samkeit der 7 Ii Jahre Zuchthaus zurückführte. Seine Absicht sei, nach Abschluß des Büches als einlacher Funktionär treu und sie- scheiden seiner Partei zu dienen. Da? kommuniftüch? Vontogsblatt, da? über eine Rede Tbäl- manns spaltenlang berichtet, hat für Max Holz keine-Zelle übrig. stekl-ng in Gefahr sind, dl« Propaganda in Estgland zu ih«« Gunsten ein gehörige? Stück Geld kosten lasten. We»m d!emtUU. 51. Dezember. s»r l>». It.-», li.Vl ei«w»t,.p'?k»e». (f. SO r-mt. Dr. A-JoH Muro.w D»r frenillimrsM t« Mar»! Umc. In M Inrenleor Joicifti BoShW»;■ T«hii»eWi-WsdiMptafldewI. sti�a Usteritltanenmefk ger Knvnlle fmil RnAie. T.*JWi SVoller-„Drr Maon-vh«» Acm-et#"?-on Bemwst w* Brenk»«". l-».oa Oe.rrrs Bjmberrer:..Erlnne/nnee« eines*Ue»i Berüner»"(Silvester e 50 Jiliren). in.jn K»rl Brammer;„Avs-jer Welt der Dlelomatie". Da» Zeremotiiell 1 den Neoiahrs-Dmpl8n£e,n. SO.fiO Blasorchester-Kopreri. Dir.: Ctrl M'rj-tscliicli. J3..v> Tai-rmeaik. Kapelle Gerhard HofimaiiB. 33.3A-ftl.aO Sflvester'eler. KS»lesv«sterh»t>»eH- I3. 16Ä) rieor« fcf.htiarke.i Cia OiM dcn»h.ziaa.Bf#U«et.Zea»has».' Idpz rintetÄalrditiamdsih, aesearthrt von Nr fteeee« terra. Sutoapcerii tSjOO. Dr. lohaenes 0»n«har: KaehtdlKCf AckMi Qlagbranrers im 20. i 10.« Walter Bernhard Sarf,-! ntrd trhs« Perrina Von rclehrta» Paparcien und ihrer Dreslur �CxperltnenhalvortTag mit lebendes Times vpr detp Mikrolds). 30:(D Sesdesplet:„Zithaoerllehe". K fr n I t s sr n» t«■ r h< d s e«. 08. V. 09.00.' N,t0 Iteberfratont vos Beeti». 13.45�14,18 plidlunkversBcbe,., Id.OO.«U). 10.»', tO.Vi, 20.t0 Deherlrarun* vsa Berlin. rP PROGRAMM <0f die Zell vom. 31. Dez. bis 3. Jan. K I N O= T A P E L ©oe Potsdamer Straße 28 Der vierte.Hiiskcticr mit Dourlas Pairbanhs Jugendlfcii« haben Zustit; Alhambra dehöaeberg. Haugcstr.?3 S'.ophan ISO} Oa$ gute Neujahrsprogramm Rheinstraße 1-i Das Hau« ohne Mfrnncr mi; Osai bawalda Ohm Ceselr und Recht. 5 Akte Odeon, Potsdamer Skr. 79 Dar moderne Casanova' mit Borrs' DiedtTce Bin« Scbreckcnsnacht im-nllden AVaotea Turmstraße 12 L'nmorol mit Elles Richter Ohne Gaset« und Recht, 5 Ak'.t Alexanderstraße 39-40 Den gsnren Tag geöffnet Anastasia mit Lee Parry Die blaue Maus mit Jenny Jogo R g er n t r n m ß PilntDalast Börse u�« Efrseathaler Str. 40-41. W. ab 5. fr. ab 3 Die lüncste Grafentechter Raub der Sablneilnaco Gates Beiprogramm WeltrKIno All-Moabit Das GalerrenscMff Gute« Beipro�ramn) FaunrLichtsplele Krumm« SU. 37. an der Trihitatiakircht O.mBda Tod, GroBMm v. Fritz Lang Der Gctror von Pleraaz Neui;lir 3 Uhr: Jugendvortmllung Schlüter-Theater Schlüte rsw" W. 7, 9.15, Slg. ab l L Hclrataklaber Modern» Plrataa i itania irSoBcberg) HauptstraBe e.i 6.30.«. s. cts.\ i.■) i Anaotoola mit Lee Barry Pürof der Abenteurer .Jugendlicht haben Zutritt V> I«• R I 1 t TitaniasPalast Mx. Stiigli Is. SchioSstr.». Ecke Gutsniuth iki i Lemke* aellge Wlt-e Biitanenscbaw U Üehterfaids-West~> m.f J Wochentg. 0-30, 9 Uhr SL'1 Sbd. 4. 6.30, 9. Stg. S. 7, 9 Hindenbur�damm 58 a He!1 in Prauensee Wetter euchtcn U IsTHT'w> t e n � f.lB-Palasl Kammersäle r eltowcr fr Cr l-l. w. 6, Sbd. 5, Slg. 4 V. Osal bot die Hoacn an rOi. Ossi Oswalde Das gui« Beiprogramm U S tl<1«> n U Th. am Moritzplatz lepinn W s r.30.>, L'hr, Sta. ab« Uh;. Ersiaufführuns: Unfug der Llabc Der Schlauberscr ß Süiloarvn � Fllmeck Be2innW':s�|jf;; Skal itter Str»Be, am Qörllttei Uahnlio: Der vlorts Mnaketlcr mit Dooglaa Pairbanka Böbamachaa lugendliche haben Zu-rttt Urania>Theater Wrangels'.c II i! Min. v. d. Köp Brücke) Woch. 6 43 8AJ Uhr. Sonnt. 3,5, u. 9 Übt Der Jazi'SSnger Der Untergang der Haaperus Vom-grisleser Vorzugfprel e TivolisLichtspiele rempelhot. Berliner Str. 97 \ntang: W. OJii. 8.48 U., fr. 4 5, 5.45 U. Ossi bat die Hesen an mit Ossi Oswalds Mann, Weib, Sünde Bfibneascbau U i\ rTrr»T7n~~� PrlmuS'Palast Herminnpfatz Unfug der Liebe mit Maria Jacobini, Jack Trevor Grolle BQhaenschaa LunasFilmpalast Gr. Frankf. fr'r. 121 Intern. Bühne Das Haas ohne MSaner Dl«* oüe Revue; Schon, schöner, am scfaSasten ConcordianPalast XndreasstraSe t>4' Oos OoletrenschUr Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg, LOekstiaB« 7iu-t.) Henl spielt der StravS Bühne Gastspiel Anoa Müller. Linke in der grOteh Kosrftos- Naojahrrevue Jugendliche haben Zutritt Neujahr Beginn 3 Uhr Passage*Lichtspiele Veuküiln. Bergstraße(51— tj3 Woclu S, ca. 7 u. 8,45, Stg. 3. ca. 5. 7 u. 0.45 L Heiratstieber mit Maria Paodler. Prll» Kampers Oer Heid d-s Tages Bühnenscbau LuisensTheater 4eichenbergerSiraPe« Der moderne Cssannra mit Harry Llcdtb« Südpalast bÄX,. Knesebeckstr. 133, BhC Hermannstraße Das gute Ncujahrsprogratnm fc 41 n t rr n U Qermania«Palast Frank'urter Allee 314 Der vlarta Murkatiar mit Doogtaa Pairbanka GroB« B ühnanachau Jugendliche haben Zutrln Neujahr ab 3 Uhr Beginn der ersten' Vorstellunger; Wuchern, ob 6 Uhr, Sonnt ab 3 Uhr Moderne Lichtspiele Wlihelmstraße 73-7» Stg. Jugendvorst Das gute Neujahrtprogramm Schwarzer Adler Frank'uriei 3:|»e 99 Wach. 8 ca.7uJi.45, St», i, ca. s. Tu. 5.48 U. Die seltsame Nacht der Helga Wangen mit Lee Parry Bünn.nsciiaa ViktoriaaLichtbildsTh. Frankiurter Allee tS Woch. 6. ca. 7 O-itS, Stg.3,ca.5,7u.»,4SU Die Woch.ncndbraat Bülineascbca Kino Busch Alt-Priednchstelde 3. Ecke Rosen;. Str. Das Spiel mit der Liebe ml: Harry Lledlke UreBcs Beiprogramm Bfiunaaacbau c NOrGootO; „Elysium*» Filmu.Bühne Frenriaue- Allee 36 Der Kampf ums Matterhern Bühne: Caatraan B tbullattravaa Schloßpark fila-lfti? 3eriJner 205—'210 Das gute Neujahrsprogramm R" w Skala-Lichtspiele zchSnhauset Alle?-M. Abwege mit Brigitte Helm Das sfifte Mädel von der Jasx band Alhambra MCIIerstraSa. teki--eestraBe' L'rgarische Rhaosodie Erstklassige Bühne nschea LSP 'Lichtsp.ele am Senereldetplat» Heut spielt der frlrdaB mit AJred Abel Oer Scbreckca der Postraabei mit Tom Mit Metro-Palast Cbausseesira'« s> HelralsHeber Avtcc Bdhn« die ifro*e Operettea» frcbiazer-Ausstal-uagareeae Pharusc Lichtspiele Heu' war Ich bei der Frieda Pollr.a-.ylot» von Knlifomles* „Riatio" PiliB n.öOhm1 Re nicv.endoiiet»c.>4(am Weddinc Knrot».*,« Urb Scbwlegermama Als Or.iiihrtger dnreb Afrika ».baenscuaa „Alhambra" BadsitjSe' Ein MJdei mit Temperamaat Osal auf Wocbearnd Salischmiedcr-Licbtap. .ad straft 1 Die tolle Körntet mit Oina Gratl« uie Postriaoer Oute Bübnenachaa PROGRAMM . für vom 31. Der. bis 3. Jan. Humbdldt«Theater ildstrate i j Der R lag drr Bajadere Sela groß r Pall Kristall-Palast Ifr-.nrenalte«:>-O- Bas Vtel>cslebea der schfrnca Hejeaa Marienbad«Palast didtiraSe 38/3, Ossi aul Wachenend Charle>'s Tante »'« n..» s» Paiast>Theater Breite Str. tl a Beg.(530, 9 U L'nrerlsche RJiapsndla Giebc BUhnenscl.au Tivoli, Pankow leiVhei SiraS? 37 Die tolle KnratcB Buh 9. Schlaeer- Komponist und Humorist WUlj Rosen am Flügel Fdm«Palast. Biankenotirnet su» Der moderne CasanoTa Der Po-irelillegerr. CalifprnleB d�HeiowVwuieri-O»' R Bärsergarten«Licbtsp* r lauptiTr.»I u. Lindauer fr träte, beg. od" Das gute Keujahrsprogramm g' Wo n ty».w--or'.'fr-«- b Ala'Pllmpalast frehamweberstr; 67-88 Das gute Neujahnprogramra j.