Nr. 3. " Erscheint täglich außer Montage. Preis pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Belt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Prets lifte für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Bersammlungs Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Gypedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, v. 1508. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Der Entwurf einer SeemannsOrdnung. S Sonnabend, den 4. Januar 1896. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. " " " Der Entwurf verringert diese durch Leichtsinn und Profit- ihnen Trumpf. Dem Unwesen dieser Pest der Seepläge" tritt wuth auf das Leben der feefahrenden Bevölkerung herauf der Entwurf durch folgende Bestimmung entgegen:" Die Anbeschworenen Gefahren durch folgende Bestimmungen: Er weist heuerung der Schiffsmannschaft darf nur durch den Schiffer dem Seeamt die Verpflichtung zu, vor der Ausreise( Schiffer ist gleichbedeutend mit Kapitän) persönlich oder durch eines Schiffes aus einem deutschen Hafen zu prüfen, den Rheder erfolgen; die Anheuerung durch Mittelspersonen Seit dem Bestehen der heutigen Seemannsordnung vom ob das Schiff in feetüchtigem Zustande gehörig eingerichtet ist unzulässig." Doch was nüßt die bestgemeinte Vorschrift, falls 27. Dezember 1872 haben sich ungeheure Umwälzungen auf dem und ausgerüstet, gehörig bemannt und verproviantirt, fie ohne Geltung bleiben könnte? Der Entwurf nimmt an, Gebiete der Seefahrt vollzogen. Die Anzahl der Segelschiffe ist ob die Vorräthe an Speisen und Getränken genügend und in daß erst dann das so nothwendige Verbot wirkliche Geltung erin beständigem Abnehmen, die der Dampfschiffe im Zunehmen gutem Zustande find, ob die Geräthschaften zum Laden und Löschen langen werde, wenn der Profit, für deffen Erlangung die„ Haibegriffen. Alle Mittel der modernen Technik und des tüchtig, ob Stauung nach Seemannsgebrauch gehörig, ob das fische" thätig sind, diesen und den Rhedern entrissen wird. Er tapitalistischen Betriebes werden in Anwendung gebracht, Schiff überladen, ob es mit dem nöthigen Ballast und der er verlangt deshalb als§ 99 b: Wer entgegen dem Verbot des um den Nettogehaltsraum der Dampfer zu erhöhen und um die forderlichen Garnirung versehen ist." Die Behörde wird durch§ 24 als Mittelsperson anheuert, wird mit Geldstrafe bis zu Anzahl der Schiffsbemaunung zu verringern. Ein patriarchalisches den Entwurf verpflichtet, vorhandene Mängel abzustellen und 150 M. oder mit Haft bis zu 6 Wochen bestraft. Ferner Verhältniß zwischen Schiffer( Rapitän) und Schiffsmannschaft bis zur Abstellung der Erinnerungen das ist die mit dem Vermittler etwa vereinbarte oder diesem besteht längst nicht mehr. Der profitsüchtige Kapitalismus hat Auslaufen des Schiffes zu verhindern." Wegen etwa geleistete Provision mag dieselbe in Geld, Waare oder die Seeleute in eine immer unerträglichere Lage versetzt. Die Rück- Mängel des Schiffs an Seetüchtigkeit, ungenügender Verprovian Forderung bestehen zu gunsten der Deutschen Seemannskaffe fichtslosigkeit gegen Gesundheit und Leben der Seeleute ist unerhört tirung u. f. w. muß eine Untersuchung vor jedem Seemanns- einzuziehen und dieser als Eigenthum zu überweisen. Ueberdies gestiegen; die Rettung einer der Seegefahr entronnenen amt vorgenommen werden, wenn darauf ein Schiffsoffizier kann der durch die Mittelsperson angeheuerte Schiffsmann Mannschaft durfte bekanntlich als ein leider" eingetretenes Uebel oder drei Schiffsleute antragen. Eine ähnliche schon jest bestehende solidarisch vom Rheder und der Mittelsperson Ergänzung der von einem Rheder bezeichnet werden. Die Behandlung der See- Vorschrift steht faft nur auf dem Papier, weil die vereinbarten Heuer bis zur höchsten ortsüblichen Heuer beanleute ist brutaler, ihre Lohn- und Arbeitsbedingungen sind bestehende Seemannsordnung es zuläßt, daß die Geschäfte eines spruchen." schlechter geworden. Der Lohn ist so niedrig gefunten, Seemannsamts von einem Geschäftsfreund, ja von einem Mit- Dem Märchen eines freien Arbeitsvertrages" trägt die be. daß als Durchschnitts Monatsheuer 45-50 m. erachtet werden inhaber oder Agenten der Rhederei wahrgenommen werden dürfen, stehende Seemannsordnung dadurch Rechnung, daß sie gegen die kann, von der noch ein gut Theil als willkürlich festgesetztes weil ferner die Untersuchung nicht von den Seeleuten vor- durch das Gesetz festgelegten Vertragsbestimmungen besondere Strafgeld in Abzug kommit. Billiges Menschenfleisch ist die zunehmen ist und weil endlich die bestehende Seemannsordnung Vereinbarungen" über den Inhalt des Heuervertrages zuläßt. Parole der„ vaterlandsliebenden" Unternehmer, die am liebsten angeblich unberechtigte Beschwerden mit hoher Strafe belegt. Der Auch die seefahrende Bevölkerung ist dank dem Unternehmerthum schutzlose Schwarze und Kulis gegen geringen Lohn und viel Entwurf schafft hier Wandel. Er schließt die Mitinhaber und sich klar darüber geworden, daß diese besonderen Vereinbarungen Prügel für sich schuften lassen. Agenten der Rhedereien von der Wahrnehmung der Geschäfte infolge des wirthschaftlichen Uebergewichts der Rheder eines Seemannsamts aus, überträgt die Untersuchung über folche fiets zu ungunsten der Seeleute getroffen werden. Besonderes Beschwerden einer Kommission, die zur Hälfte aus den Gewicht legen deshalb die Seeleute mit recht auf ihre FordeSchiffern, aus Schiffsoffizieren und Zechnikern, zur rung: Von dem Heuervertrag abweichende Bestimmungen sind anderen Hälfte aus vollbefahrenen Seeleuten beftehen ungiltig". muß. Die Möglichkeit einer Bestrafung wegen Beschwerde- Der vorgeschlagene Inhalt des Heuervertrages enthält mehrere führung ftreicht er und verlangt endlich zum Schuß der See Schutzmaßregeln gegen zu erhebliche Ausbeutung der ArbeitsIn geradezu barbarischer Weise wird heute mit dem Leben leute vor indirekter Maßregelung, folgender Bestimmung traft und gegen allerlei Chitane. Der Schiffsmann soll danach der Seeleute insbesondere auf den Schiffsfahrzeugen, die keine Gefegestraft zu verleihen ist(§ 80 b):„ Der Schiffsmannschaft ist nur zu denjenigen Arbeiten angehalten werden dürfen, Passagiere an Bord nehmen, gespielt.§ 2 der bestehenden Unfall- vor Antritt der Reise Gelegenheit zu geben, aus ihrer Mitte, zu denen er sich durch den Heuervertrag verpflichtet hat". verhütungsvorschriften der See- Berufsgenossenschaft schreibt zwar jedoch nicht aus der Reihe ihrer Borgefeßten, einen Obmann zu Zur Zeit werden entgegen dieser selbstverständlichen Forderung in Uebereinstimmung mit dem Handelsgesetzbuch vor, daß das wählen. Dieser hat das Recht und die Pflicht, Beschwerden in zahlreichen Fällen zur Ersparung von Mannschaften, z. B. Schiff bei Antritt der Reise in feetüchtigem 3ustande der Schiffsleute entgegenzunehmen und dem Schiffer vor- Matrosen zu Heizer- und Trimmerarbeiten auch außerhalb der fich befinden, gehörig eingerichtet und ausgerüstet sein muß. zutragen. Wegen der Berathung über Abstellung vermeintlicher Fälle der Noth angehalten. Ueberstundenarbeiten läßt der EntDiese Vorschrift gleicht aber einem Messer ohne Klinge. Niemand Uebelstände, wegen Wahl eines Obmannes, wegen Er- wurf für die Fälle der Noth zu. Um aber dem Unfug zu wehren, fontrollirt sie hinreichend, niemand vermag ihr Beachtung zu er bebung von Beschwerden durch den Obmann oder dem Obmann daß selbst die allerunnöthigsten Arbeiten als Notharbeiten zwingen. In geradezu gemeingefährlicher Weise wird gegen sie gegenüber, darf niemand in irgend welcher Art zur Verantwortung bezeichnet werden, wird verlangt, daß Ueberftunden auch bevon einigen Rhedern gefrevelt. Ungenügende Verproviantirung, gezogen oder angeklagt werden. Wer die Ausübung des in fonders gelohnt werden. Um einer allzu langen und willkür. mangelnde Besagung und Ausrüstung bereiten alljährlich vielen See- diesem Paragraphen gewährleisteten Rechts hindert, wird mit lichen Arbeitszeit auf See entgegenzutreten und für hinreichende leuten ein frühes Grab im nassen Element. Jene Seelen- Gefängniß bestraft." Ruhepausen zu sorgen, ist neben dieser eine schon jetzt auf den verkäufer", welche auf hohe See gesendet werden, Der Uebervortheilung und Ausbeutung des Schiffsmanns meisten englischen Schiffen gebräuchliche Ordnung für das Wacheund nach deren erhofftem Untergang der die hohe Versicherungs- durch wucherische Arbeitsverträge, wie sie heute die Regel gehen vorgeschrieben. prämie einheimsende Rheder bedauert, daß leider" die Mann- bilden, schiebt der Entwurf der Seemannsordnung nach Für die Zeit, innerhalb deren das Schiff im Hafen schaft gerettet, aber sich nicht einen Deut um die Hinterbliebenen Möglichkeit einen Riegel vor. Wiewohl die heutige Seemanns liegt, verlangen die Seeleute Sonntagsruhe und achtstündige der Berunglückten fümmert, sind keine Gespenster, sondern wirt ordnung eine Anheuerung durch den Kapitän selbst als Arbeitszeit. Der§ 31 des Entwurfes lautet demgemäß:„ Wenn liche Dinge. Selten läßt sich ein voller Beweis für den Bu- Regel voraussetzt, ist die direkte Anheuerung heute zur Aus- das Schiff in einem Hafen liegt, so ist der Schiffsmann an sammenhang zwischen dem Untergang und schlechter Ausrüstung nahme geworden. Heuerbasen, jene Landhaifische", ent- Sonn- und Festtagen nur in Fällen der Noth und an Werkführen. Aber die Thatsache ist doch offenes Geheimniß. Wenn falten auf allen deutschen Seeplägen in rührigfter Weise tagen nicht länger als acht Stunden zu arbeiten vera beispielsweise der Fünfmaster Marie Rickmers" von 3800 Tons im Interesse des Rheder Geldbeutels und ihres eigenen pflichtet. Wachegehen gehört zur Arbeit. Treten Nothfälle Gehalt mit nur 38 Mann befeßt war und mit Mann und Maus ihre gemeingefährliche auf Beschaffung billigen Menschenmaterials ein, so werden dem Schiffsmann für seine Arbeit einschließlich zu grunde ging, so wird man der Wahrheit nahe tommen, wenn und Herabdrückung der Heuer gerichtete Thätigkeit. Sie fümmert der Wachestunden Ueberstunden berechnet. Die Art und Dauer man annimmt, daß unzureichende Besatzung den Untergang des es blutwenig, ob die Sicherheit des Schiffes durch untaugliche der Notharbeit ist vom Schiffer in das Schiffsjournal einzuSchiffes verschuldete mathematisch genau beweisen läßt sich oder minder taugliche von ihnen an stelle des Kapitans an tragen." so etwas nicht: die Opfer des Ozeans fönnen nicht reden. geworbene Mannschaft gefährdet wird. Profit allein ist bei Der Entwurf der Seemannsordnung, der von der sozialdemokratischen Fraktion eingebracht, dem Reichstage zur Beschlußfaffung vorliegt, verlangt nur absolut nothwendige Bes ftimmungen, die von jedem anständigen Rheder selbst mit Freude begrüßt werden müßten, zum Schuß der Seeleute gegen zu große Ausbeutung an ihrer Gesundheit und ihrer Arbeitstraft. 21 23 Clotilde. ( Nachdruck verboten.) Roman aus der Gegenwart von H. W. M. von Walthausen. Brambach fühlte es angemessener, daß Georgine und Clotilde den Tanz nicht besuchten, um so mehr, da Georgine äußerst erschöpft war. Er selbst ging nach dem Druckereigebäude, Handschuhe an, die wie Seide glänzten. Auch einige Tropfen Wohlriechendes schüttete sie in ihr Taschentuch. " Na endlich?" sagte Friedrich, als ihm Hanne entgegen trippelte, wie lange das dauert!" Sie haben gut reden. Mich rief erst die Madam oder wie ich jetzt sagen muß, die Frau Rath.-" „ Wie?" Sehen Sie, Friedrich, das wissen Sie auch noch nicht, um im Komptoir die Abendpoft nachzusehen und einige der Herr ist kommerzienrath geworden und Sie müssen Notizen für die Zeitung zu entwerfen. Auf den Ruf Georginen's erschien Hanne. Nachdem jetzt Herr Rath" zu ihm sagen." Ah bab! Unser Herr ist Geschäftsmann, das wird sie einige Handreichungen geleistet, fragte sie:" Madame, er sich nicht sagen lassen. Aber ich weiß es schon, auch darf denn Friedrich mit mir hinübergehen und tanzen?" Meinetwegen. Bugleich muß ich Dir mittheilen, und daß er Ritter geworden ist." Was ist denn das?" frug Hanne. " " Nach der jetzigen Fassung des Artikels 751 bes H.-G.-B. Errathen Sie es nicht? Heirather bin ich. Hannchen, es geht los!" Und er nahm ihren Kopf in beide Hände und drückte ihr einen derben Schmah auf. ,, D Friedrich, meine Schleife! Sie zerbrücken mir ja mein neues Brautkleid noch ehe es andere bewundert haben." Hannchen, es soll eingeweiht werden. Hören Sie die Musit? Ich denke, wir machen wie die vornehmen Leute, auch keine Hochzeit, wir feiern den Polterabend, das ist nobler. Musik werden wir zu unserer Hochzeit doch nicht haben und heute ist hier in unserm Hause Musik- Also los! Zum Bolterabend!" Und wie der Wind waren Beide im Saale und mitten unter den Tanzenden. Es gab wohl kein glücklicheres Paar als Hanne und Friedrich. Sie tanzten im tollen Jugendübermuthe so unaufhörlich, als müßten sie die Tänze, die sie versäumt, doppelt nachholen. Du kannst es auch dem Friedrich beibringen: Mein" Wenn man etwas geschenkt bekommt, was nicht viel Mann ist Kommerzienrath geworden und ich bin jetzt foftet, so ein buntes Bändchen ins Knopfloch, dann ist Frau Rommerzienräthin. Das Wort Madame will ich man Ordensritter. Sehen Sie, ich weiß alles, auch das Friedrich drückte das schmucke, blühende Hannchen um daher nicht mehr hören. Du brauchst zwar nicht jedesmal Tituliren. Ich habe Ihnen gesagt, bis wir nicht verheirathet so stolzer an seine Brust, weil sie sich ihm zur Heirath Frau Kommerzienräthin zu sagen, aber stets Frau Rath", wenn Du mit mir oder von mir sprichst. Kommt jemand, find, nennen wir uns" Sie", das klingt nobler." sagst Du: ich will es Frau Nath melden oder Frau Rath find nicht zu sprechen. Meinen Mann nennst Du von jetzt ab stets Herr Rath" und meine Tochter Fräulein. „ Gut Madame- wollte ich sagen Frau Rath", ich will mir alles genau merken. Das muß doch auch Friedrich gleich erfahren?" " Ja, geh." 15. " " " Aber sehen Sie denn nicht, daß es bald soweit ist?" Was denn?" Mein neues Schwarzes habe ich doch an," sagte Sanne, und nahm das Tuch, welches sie übergeworfen, ab. Alle Wetter, das sitt gut; Hannchen, Sie gefallen mir immer mehr." „ Schade, daß der englische Major diesmal abgefahren ist, ohne das übliche Trinkgeld zu geben, dann könnten wir gleich heirathen." Aber, Friedrich, er thut mir leid, er hat mir ja zwei Goldstücke gegeben, ich theile mit Ihnen, dann sind Ihre 50 Thaler auch voll, dann stimmi's." Hanne rannte mehr als sie ging- denn Friedrich wartete schon in ihre Kammer. Dort zog sie über die weißen Strümpfe die neuen knappen Schuhe und über die steifen weißen Röcke das neue schwarze Kleid, das so drall saß. Unter dem Gut, 50 und 50 macht 100, also morgen melde ich weißen Kragen befestigte sie eine gelbe Atlasschleife und das Aufgebot an. Das Vermögen ist da. Hannchen, von ihr brünettes Gesicht und das schwarze Haar glänzten um jetzt ab bin ich Rath." so mehr. Tann zog sie Manschetten und helle baumwollene! Was sind Sie?" 〃 zugesagt hatte und weil das Geld dazu beisammen war. Alle Anwesenden freuten sich über das nette Paar, das so gut und unermüdlich tanzte. Man sah es ihnen an wie zufrieden und glücklich sie sich fühlten, wie sie, sich selbst genug, alle um sich her vergaßen, nach keinen fragten und niemand zu fürchten hatten. Das nenne ich eine Polterabend- Feier," jubelte Friedrich, als wieder ein neuer Tanz begann und Hannchen sich fest ihm anschmiegte, um, stolz auf ihren nenen Anzug, fich einmal im Tanze gütlich zu thun. Während die Musik noch lustig aufspielte, waren im Segersaale oben schon viele thätig. Das täglich erscheinende Regierungsblatt mußte morgen erst recht erscheinen. Der Faktor Eichwald hatte tüchtig vorarbeiten lassen, jetzt war er eben dabei den Bürstenabzug des Berichtes über das Jubiläum zu korrigiren. Das Ereigniß des Tages, der Besuch des Königs in der Brambach'schen ikt de« Bergelohn so z« vertheilen, daß der Rheder die Hälfte, der Kapitän ein Viertel und die übrige Schiffsbesatzung zusammen ein Viertel des Bergelohnes erhalten soll— jedoch sind abweichende Vereinbarungen zulässig. Zwar riskirt der Schiffsmann bei der Bergung häufig sein Leben, der Aktionär nichts oder vielleicht nur eine Ramponirung des in der Regel sehr gut versicherten Schiffes; und doch fällt dem Aktionär auch ohne besondere Vereinbarungen der Lbwenanlheil mit der Hälfte des Bergelohns zu. Trotzdem haben einige Aktiengesellschaften ihre Nebermacht mißbraucht, um vertragsmäßig mit der Schiffsbesatzung zu vereinbaren, daß diese nicht>/4, sondern nur Vio des Bergelohns erhalte. Diesen wucherlichen Gebrauch der Vertragssreiheit beseitigt der Entwurf durch das Verbot vom Gesetz abweichender Vereinbarungen. Wenn der Entwurf aber im übrigen dem Rheder, der nichts riskirt, Vs des Bergelohns belassen will, so beweist er an dieser wie an anderen Stellen, daß er nur den schreiendsten in, Kreise der Seefahrer allgemein anerkannten Uebelständen entgegentreten will und nirgend etwas nicht sofort Ausführbares verlangt. In erfreulicher Weise hat die Erkenntniß von der dringenden Nothwendigkeit für den Einzelnen, einer Seefahrer-Organisation anzugehören, sich in den Kreisen der Seeleute Bah» gebrochen. Da ihnen zur Zeit im Gegensatz zu den Binnenschiffern noch nicht einmal das Koalitionsrecht reichsgesetzlich garantirt ist, so ver- langt der Entwurf in Z 80 a die Aufnahme folgender Bestimmung:„Die Schiffer und Schiffsleute haben das Recht, zum Zwecke der Erlangung besserer Lohn» und Arbeitsbedingungen sich zu versammeln und Vereine zu bilden. Sämmtliche der freien Ausübung dieses Rechts entgegenstehenden gesetzlichen Bestimmungen werden hiermit aufgehoben. Wer die Ausübung dieses Versammlungs- und Vereinigungsrechts hindert oder zu hindern sucht, wird mit Gefängniß bestraft." Der Entwurf verkennt nicht, daß Disziplin auf einem .Schiffe nothivendig ist. Aber ihm ist ebenso klar, daß an stelle einer verständigen Disziplin häufig eine brutale Rohheit de» Kadavergehorsam fordert, und daß der Seenian» insbesondere der bestehenden Rechtsprechung und den jetzigen Bestimmungen der Seemannsordnung gegenüber beinahe wehrlos der Willkür und Mißhandlung der Vorgesetzten ausgeliefert ist. Der Entwurf regelt deshalb das Beschwerde- und Disziplinarrecht in eingehendster Weise. Ans der bestehenden Eeeniannsordnung will er alle diejenigen Vorschriften entfernt wissen, deren Inhalt zur Folge hat, daß der Schiffsmann, der nicht selbst die brutalsten Mißhandlungen achtungsvoll entgegen- nimmt, Gefahr läuft, bestraft zu werde», und daß fast nie eine einigermaßen hinreichende Bestrafung des Vorgesetzten eintritt, dessen boshafte und barbarische Quälerei den Tod eines Seemanns nach Ansicht der Besatzung zur Folge gehabt hat. Der Entwurf der Ceemannsordnung unterstellt den SchiffSmann der Disziplinar- gemalt des Schiffers(Kapitäns), wie die alte Seemanns- ordnung. Er läßt aber(§ 72) ein« Uebertragung der DiSziplniargewalt des Schiffers auf andere nicht zu. Undedingt»othwendig war es, die Disziplinargewalt auf dienst- liche Befehle zu beschränken und den Umfang des Disziplinar- rechts zu bestimmen. Der Entwurf verlangt deshalb(in Z 19) folgende Vorschrift:„Leistet ein Schiffsmann den wieder- holten dienstlichen Befehlen Vorgesetzten keine Folge, so ist der Schiffer zur Anwendung derjenigen Mittel befugt, welche erforderlich sind, um seinen Befehlen Gehorsam zu verschaffen. Jedoch darf er keine körperliche Züchtigung an dem Be- theiligten vornehmen oder dulden und auch keine Strafen irgend welcher Art über dieselben verhängen." Besonderen Anlaß zu dieser Fassung hat das von der Ham- burger Strafiaminer im Mai 1892 für Kapitän und Offiziere der„Alice Wörmann" gefällte Urtheil gegeben. Der bestehende§ 79 schreibt vor:„Geldbuße, körperliche Züch» tigung oder Einsperrung darf der Schiffer nicht verhängen". Gleichwohl mußte das Hamburger Landgericht für recht erachten, daß auf die Schiffsbemannung, insbesondere auf Schwarze, frisch und munter losgehanen werden könne— wenn die Prügel nicht„als erkannte Strafe", sondern nur als„Auf- munterung zur Arbeit" verabreicht würden. Demgemäß wurden diejenigen, welche mit dem lebensgefährlichen Werkzeug der Tucks- Packung— derAbgeordnete Metzger hat in einer früheren Reichstags- Session solch'„Spielzeug" auf dem Tisch des Reichstages nieder- gelegt— erziehlich auf Seeleute einwirkten, freigesprochen. Aehnliche Urtheile gelehrter Gerichte haben die dringliche Forderung unserer Seeleute gezeitigt, in analoger Weise wie die gewerblichen Schiedsgerichte zur Eni- scheidung von Streitigkeiten zwischen Seeleute», Schiffern und Rheder», sowie zur Aburtheilung in Strafsachen Seegerichte, die von Fachleuten zu besetzen sind, ins Leben zu rufen. Mit recht nehmen die Seeleute an, daß Gerichte, die von Fachleuten besetzt sind, schneller und kostenloser entscheiden und Urtheile fällen werden, die mit dem Rechtsbewußisein der seefahrenden Bevölkerung vereinbar sind. Diese wesentlichen Bestimmungen des Entwurfs einer See- mannSordnung zeigen, daß von den praktischen Seeleuten nur solche Borschristen gefordert werden, die unerläßlich nothwendig und sofort erfüllbar sind und die im Interesse aller an der Seeschifffahrt Betheiligten, mit Ausnahme der Oberausbeuter, liegen. Warten wir ab, wie die Regierung und die bürgerlichen Parteien des Reichstags sich dem Antrag der sozialdemokratischen Fraktion gegenüber verhalten. Offizin, mußte den Bewohnern der Residenz mitgetheilt werden. Da trat Brambach ein, brachte einige Depeschen und die Korrektur des Festberichtes. Er übergab beides dem Faktor mit den Worten:„Eichwald, hier ist noch ein kleiner Nachtrag. Wir muffen den betrübenden Vorfall, daß der Major gestorben ist, erwähnen. Der Bürgermeister hat nach St.' Nemo telegraphirt und als Antwort erhalten: Der Dampfer Milano hat, ehe er hier Passagiere abgesetzt, die Quarantäne regelrecht gehalten. ES liegt daher kein . Grund vor, einen Besorgniß erregenden Krankheitsfall an- zunehmen. Immerhin ist die Umsicht und Borsicht des Bürgermeisters Herrn Dr. Gräfe rühmend anzuerkennen." Eichwald erwiderte:„Diese Nachricht läßt auf das Gegentheil von dem, was sie meldet, schließen." „Mag sein. Auch ich glaube, es liegt hier ein Cholera» fall mit tödtlichem Verlaufe vor." „Dann sollten Vorsichtsmaßregeln getroffen werden," sagte Eichwald,„wir müßten die Festfeier schließen." „Wo denken Sie hin, jetzt schon?" „Es ist zwölf Uhr, ich brauche die Leute." „Nun gut." Brambach ging. Als er in den Festsaal trat, gab er ein Zeichen und das Bild veränderte sich plötzlich. Die Musik verstummte, ein bunteS Durcheinander durchivogte den Saal, als die Tanzenden aufhörten. Als der Knäuel sich entwirrt, sah man schon die Drucker an den Maschinen. Die noch eben im fröhlichen Tanze sich gewiegt, lagen mit gleicher Hingebung jetzt ihrer Arbeit ob. Die Zeitung erschien rechtzeitig am Morgen wie immer. Der Inhalt derselben machte Aufsehen in den weitesten Kreisen. (Fortsetzung folgt.) Vie Mteverlsge der englifihen Einbrerhev in T�nnsvAnl. Selten ist frecher Uebermuth so schnell zu Fall ge- kommen, wie die englische Polizeitruppe, die unter Dr. Jameson's Anführung in das Transvaal einbrach, sich ihre verdiente Niederlage geholt hat. Drei Tage, nachdem die Nachricht von dem Einbruch hierher gelangt war, meldet der Telegraph lakonisch: Pretoria, 2. Januar, mittags. Die Buren haben die Truppen der Chartered-Company unter Dr. Jameson in einer Schlacht bei Krüger sdorf vollständig geschlagen und zur Ucbergabe gezwungen. Der englische Oberkommissar für Südafrika trifft von Kapstadt morgen hier ein. Anderen Meldungen nach hat der Kampf 36 Stunden lang gedauert. Am Mittwoch Mittag hatte der Kampf be- gönnen. Am 2. Januar telegravhirte der britische Agent in Pretoria nach Kapstadt: „Ich habe soeben den General der Exekutive(PietJoubert) gesprochen. Er sagt, soweit er wisse, sei Jameson aus mehreren Stellungen vertrieben worden. Die Buren nahmen 22 Ver- mundete gefangen, darunter 8 Offiziere, und 20 andere Gefangene. Von Johannesburg sei noch keine Streitkraft zur Unterstützung Jameson's ausgezogen. Dieser sei von einer großen Streit- macht d i ch t"b e i K r ü g e r s d o r f umzingelt, das Bahn- geleise zwischen Krügersdorf und Johannesburg sei ausgerissen. Jameson's Mannschaften kapitulirten schließlich." Die in vorstehender Mittheilung angegebenen Zahlen der englischen Verluste beziehen sich augenscheinlich nur auf den Anfang des Kampfes. Die englische Regleruug sucht gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Der Kolonialminister Herr Eh a m b e r- lain hat sofort an den Gouverneur Robmson telegraphirt, er möge sein Bestes thun, um„den Gefangenen edelmüthige Behanvlung, den Verwundeten Pflege zn sichern". Ein Telegramm ans London meldet noch: Nach der„Pall Mall Gazelte" wird Dr. Jameson vor ein Kriegsgericht gestellt und seine Truppen ent- lassen werde». Mehrere Kompagnien des zur Zeit in Süd- afrika stehenden sogen.„Black Waich- Regimentes" werden ab- gesandt werden, um mit Gewalt den Vormarsch einer zweiten Expedition aus Buluwayo zu verhindern. Das erscheint allerdings nothwendig, da die Freibeuter der„Chartered-Company" einen Nachschub geplant hatten. Nachrichten ans Pretoria zufolge hat nämlich die Transvaal- Regierung erfahren, daß die Chartered-Company Streitkräfte mobilisirt, um m Transvaal einzudringen und daß Kaffern- Kommandos sich bereits in Transvaal au der Grenze von Betschuanaland befinden. Der Oranje-Freistaat bereite sich vor, Transvaal zu unterstützen und habe ein Kommando von 1600 Buren des Freistaats in der Nähe des Baal- Flusses aufgestellt. Diese Unterstützung der Buren des Oranje-Freistaats wird nun wohl kaum noch nöthig sein. Die englischen „Uitlanders" in Johannesburg selbst, die so mächtigen Lärm vollführten, scheinen es nur in Worten gehabt zu haben. Der Generalkonsul von Transvaal in London sayte einem Vertreter der„National Preß Agency", die Uitlander in Johannesburg rührten keinen Finger, um Jameson bei- zustehe n. Diese Thatsache allein überzeuge ihn, daß der Einfall Jameson's außerhalb Transvaals geplant worden ist. Chaniberlain's Gesuch zu gunsten humaner Behandlung der Gefangenen und Verwundeten würde ent- sprochen werden. Für Jameson liege der Fall anders; er würde einen unparteiischen Prozeß haben, aber es müsse ihn die Strafe treffen, die sein Verbrechen erbeische. Es wäre allerdings dringend zn wünschen für die weitere Entwickelung der Trausvaal-Frage, daß die Buren- Regierung mit dem Jameson glimpflich verfährt. Gefährlich ist dem Transvaal der Bursche nicht. Wird er laufen gelassen mit sammt seinen sreibeutcrnden Polizeisoldaten, natürlich erst nach dem Frieden, so wird das die moralische Stellung des Transvaal verstärken. Es ist für die Republik jetzt eine Lebensfrage, ihre völlige Unabhängigkeit von Eng- land zu erwirken. Dazu braucht sie die Unterstützung der europäischen Regierungen, die ihr bis jetzt mit seltener Ein- müthigkeit ihre Sympathie ausgesprochen haben. So hat der d e u t s ch e K a i s e r an den Präsidenten der Süd- afrikanischen Republik folgendes Telegramm gerichtet: „Ich spreche Ihnen meinen aufrichligen Glückwunsch aus, daß es Ihne», ohne an die Hilfe befreundeter Mächte zn appelliren, mit Ihrem Bolle gelungen ist, i» eigener Thatkrast gegenüber den bewaffneten Schaaren, welche als Friedensstörer in Ihr Land eingebrochen sind, de» Frieden wiederherzustellen und die Unab- hängigkeil des Landes gegen Eingriffe von außen zu wahre»." Ter Abfindung des Telegramms soll eine Besprechung vorhergegangen sein, die der Kaiser am Freitag im Reichs- kanzlerpalais mit dem Reichskanzler und dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Freiherr v. Marschall hatte. An der Besprechung, heißt es, nahmen auch der kommandirende Admiral Knorr, der Staatsfikretär des Reichs-Marine-Amts Holtmann, und der Kontre-Admiral Frhr. v. Senden-Bibram, Chef des Marine-Kabinets, theil. Sehr wichtig ist, daß in Frankreich die öffent- liche Meinung ohne Partei- Unterschied Frankreichs Zusammengehen mit Deutschland in Südafrika zum Schutz der Unabhängrgkeit deS Transvaalstaates gegen englische Freibeuter- Unternehmungen fordert. Die französische Regierung soll beabsichtigen, unverzüglich in diesem Sinne in Berlin ein Einvernehmen zu suchen. Bemerkt zu werden verdient, daß das Reuter'sche Bureau aus Johannesburg vom 3V. Dezember folgende Meldung verbreitet: „Der Zeitung„Star" zufolge ist Vanswieten als bevollmächtigter Agent der Transvaal-Regierung nach Europa abgereist mit Empfehlungsschreiben an die deutschen Militär- behörden, in welchen die Bitte ausgesprochen wird, es möge ihm erleichtert werden, deutsche Offiziere zum Dienste unter der Transvaal- Regierung zu engagiren. Vanswieten überbringt ferner nach Europa Bestellungen aus Maxim- und Nordenfeldt- Geschütze. Diese Auftrage sind bereits an die Firma Krupp in Essen übergeben worden." Ans zuverlässiger Quelle erfahren wir, bemerkt dazu das Wolfi'sche Bureau, daß die Nachrichten wegen Anwerbung deutscher Offiziere und Soldaten eine vollkommen aus der Lust gegriffene Erfindung sind, deren Zweck um so eher ersichtlich wird, als der„Star" das anerkannte Organ des Herrn Eeeil Nhodes ist, welcher offenbar das englische Publikum gegen Deutsch- land aufzuhetzen beabsichtigt. Das ist sehr glaubhaft, denn daß die Buren auch ohne die Beihilfe deutscher Osfiziere mit den Engländern fertig werden können, haben sie nun oft genug durch die Praxis bewiesen. Die Transvaal- Regierung scheint übrigens ihr Möglichstes zu thun, um ruhige Zustände herbei- zuführen, denn einem Telegramm auS London, 3. Dezember, nach theilte der Konsul des Transvaalstaates White mit, daß er Drahtmeldungen erhalten habe, nach welchen alle möglichen Vorkehrungen zur Ausrechterhaltnng der Ordnung und zum Schutze des Eigenthums getroffen seien. Tie Regierung der süd- afrikanischen Republik habe eine Bekanntmachung zur Beruhigung des Publikums erlassen, in welcher sie vcr- sichert, daß sie alle Beschwerden unmittelbar dem gesetzgebenden Körper zur Berathung vorlegen werde. Um einem etwaigen Nothstand in Johannesburg vorzubeugen, habe die Regierung alle Steuern auf Lebensmittel auf- gehoben, und um Unruhen zu verhindern, habe sie daselbst 1000 Freiwillige aller Nationalitäten als Polizeitruppe in Eid und Dienst genommen. politische Llebevstchk- Berlin, 3. Januar. TflS Jahr 1895 ist in den Neujahrsbetrachtnngen der Presse im allgemeinen sehr schlecht weggekommen. Wir können nicht e i n Blatt nennen, das mit ihm zufrieden wäre— ausgenommen ein einziges: die„Hamburger Nach- richten", deren Chefredakteur die Zensur schreibt:„nicht ungünstig". Das will aus dieser Feder viel sagen. Armer Septemberkurs! Armer Hohenlohe! Armes Jahr 1895!— Der Tiktaturparagraph will nicht, daß man ihn vergesse. Wie wir m der Pariser„Patrie" lesen, ist dieses Blatt vom 1. Januar an für Elsaß- Lothringen verboten. Die„Patrie" ist ein reaktionäres Blatt, das allerdings den S e d a n k n r s sehr scharf beurtheilt hat. Aber wenn dies der Grund des Verbots ist, dann müßte man die ganze Presse des Auslands verbieten, denn sie ist einstimmig in der Vernrtheilung des Septemberkurses und der Majestätsbeleidigungs-Prozeßepidemie.—■ Wegen Majestätsbeleidigung sind im Jahre 189)1 nicht weniger als 622 Personen verurtheilt worden; davon waren 11 noch nicht 18 Jahre alt. Die Zahl der Vcr- urtheilungcn wegen dieses Vergehens war gestiegen von 483 im Jähre 1889 auf 591 im Jahre 1893. Im Jahre 1895 dürste das Tausend voll geworden sein.— In Sachen Hammerstein's bringen hiesige Blätter die Nachricht, der ehemalige„Kreilz-Zeitnngs"-Baron werde in Brindisi sorgsam bewacht, zeige sich aber„ruhig und ge- faßt." Er soll den sonderbaren Antrag gestellt haben,„Ge- schäfte halber nach Deutschland reisen zu dürfen." Kalt» blütig bis zum letzten! Im Zusammenhange damit wollen wir unseren Lesern übrigens nicht einen amüsanten Zornansbruch der anti- semitischen„Staatsbürger-Zeitung" vorenthalten, die da er- klärt, daß der„Vorwärts" jenem Erzgauner(gemeint ist Hammerstein)„vor etwa drei Jahren allen Ernstes jüdische Abstammung nachsagte und nach- iv i e s." Jener„Nachweis" war ein Aprilscherz auf Kosten des damals in der konservativen Partei großmächtigen Kreuz- Zeitungs-Redakteurs, der zum Abkömmling eines polnischen Juden'Chammcr, genannt Stein, abgeschildert wurde. Daß daS antisemitische Philisterblatt noch nach drei Jahren diesen Scherz für Ernst hält, zeugt denn doch für eine zn ungewöhnliche Schwerfälligkeit des Intellekts, als daß man nicht dem staatsbürgerlichen Reoaktionspersonal den dringenden Rath geben müßte, sich schleunigst einen Nürn- berger Trichter zn beschaffen.— Die„Petite Republique", deren Eingehen neulich von bürgerlichen Blättern angekündigt ward, feierte am 1. Januar in bester Gesundheit und bei steigender Abonnenten, zahl ihren 21. Geburtstag. Sie ist also jetzt auch im juristischen Sinne mündig geworden, wie die Redaktion launig bemerkt. Die„Petite Republique" war längere Zeit Organ der radikalen Opposition und stand tapfer auf der Wacht gegen die Verschwörungen der monarchistisch- pfäffischen Parteien. Bor etwa 10 Jahren kam sie in den Besitz Goblet's, der sie vor 5 Jahren den sozialistischen Partei. gruppen übergab. In der„Petite Republique" spiegelt die Fortentwickclung der bürgerlichen Republik zum Sozialis- mus sich im voraus ab.— Der Prinzenraub war doch keine Jagdgeschichte. Wie auS Rom telegraphirt wird, sind die zwei Prinzen von ihrem italienischen Lehrer aus der Schweiz nach Italien gelockt und in Neapel an Bord eines italienischen Schiffes gebracht worden, dessen Kapitän Weisung hat, sie dem italienischen Kommandanten von Massana h zu überliefern. Sie sind also Geiseln— ganz im alten barbarischen Sinn, und C r i s p i hat seinen vielen Verbrechen ein neues hinzugefügt. Kinder zu rauben, um sie gegen den Vater auszuspielen, daS ist seit drei Jahrhunderten von keiner europäischen Regierung mehr verübt worden und war zuletzt nur noch bei den Seeräubern im Schwang. Crispi aber ist ein ehremverther Mann— sagt Tante Voß.— „Musseuverhaftungen in Petersburg." Uns geht über die gestrige Nachricht folgende Mittheilung zu:„Die Einzelheiten der in der gestrigen Nummer des„Vorwärts" aus dem Wiener„Extrablatt" abgedruckten Mittheilung über Massenverhaftuiigen von Sozialisten sind Phantasie- Produkte, wahr ist aber, daß vor 14 Tagen in Peters- bürg mehrere Personen verhastet worden sind und angeklagt werden, unter den Arbeitern sozialdemokratische Propaganda geführt zu haben. Nach einer uns aus Petersburg zu» gegangenen Mittheilung sollen 20 Arbeiter und" 30 zur „Intelligenz" gehörende Personen verhaftet worden sein. Unter den letzteren sind die meisten nicht Studenten, sondern Leute von selbständiger Lebensstellung."— Die Venezuela- Frage gewinnt ein immer fried- licheres Aussehen. Laut einer Depesche aus Washington vom 2. Januar legt eine amtliche Erklärung in klarster Form die vollständige Unparteilichkeit der Unter- suchungSkommission in der venezuelanischen Grenz- angelegenheit dar. Ferner nahm in New-Iork die Handelskammer eine Resolution zur Einsetzung eines Ausschusses an, der zu- sammen mir ähnlichen Komitees anderer Handelskammern dahin wirken solle, daß die Ernennung einer g e meinsamen cnglisch-amerikanischen Kom» tntfflo« zur genauen Feststellung der Streitpunkte in der Benezuela-Frage gesichert werde.— Elite-Rotvdies oder Pöbel in Glaceehandschuheu. Das „Wiener Extrablatt" meldet aus New-Iork: Auf einem in der Tonhalle zu D e n v e r von der Elite der Gesellschaft am Sylvester- abend arrangirten Feste fand ein Blutbad statt. Während des Festes warfen dort anwesende junge Leute K n a l l k u g e l n unter die Sessel der Damen. Der Direktor, welcher Ruhe stiften wollte, wurde niedergeschossen. Es entstand ein furchtbarer Kampf, wobei mehr als 20 Personen aetödtet und über 100 verletzt wurden. Die Nachricht klingt etwas hinterwäldlerisch. Bei dem all- gemeinen Rowdythum aber, welches der sich bedroht fühlende Kapitalismus in die politischen und ökonomischen Beziehungen der Menschen zu einander gebracht hat. können wir allerdings nicht sagen, daß solche Bestialitäten umvahrscheiulich oder gar unmöglich feie».— •*> « Deutsches Reich. — Prinz Leopold von Preußen. In der«Voss. Zeitung" lesen wir:«Wie ein Berichterstatter wissen will, ist es zivischen den» Kaiser und dem Prinzen Friedrich Leopold zu so ernsten Differenzen gekommen, daß der Kaiser sich zu disziplinaren Maßnahmen veranlaßt gesehen hat. Die näheren Einzelheiten, die uns gestern Abend noch in später Stunde mitgetheill wurden, entziehen sich vorläufig unserer Kontrolle." Nach einer anderen Meldung ist es zu einer Anseinander- setznng zivischen dem Kaiser und dem Prinzen anläßlich des Unfalls gekommen, den die Prinzessin hatte, als sie ohne mann- liche Begleitung Schlittschuh lief und ans dem Eise einbrach. Der«Lokal-Anzeiger" meldet. daß der Prinz durch seinen Zustand für die nächste Zeit an das Zimmer geseffelt sei. Uns wird berichtet, daß dieser Zeitraum sich aus 14 Tage belaufen soll. — Die fromme„Germania" ist sehr ungehalten über eine„Eigl'sche Rvhheit", die im«Bayerischen Vaterland" steht. Reichstags- Abgeordneter Sigl erinnert an einem Ausspruch Friedrich Wilhelms lV. im Jahre 1843.„eine Rotte von Bösewichtern" sei schuld an der Revolution, und bemerkt dazu: „Das war am 18. März 1843. Nicht gar lange später passirt« dem König etwas Menschliches: Seine Majestät geruhten— geisteskrank zu werden. Manche behaupten, er sei dies schon am 18. März gewesen, sicher aber ist, daß es erst später offiziell anerkannt wurde." Vielleicht kommt das Zentralorgan der ultramontanen Partei noch dazu, den Ausspruch Pius IX. von 1874, in Wilhelm I. habe man es mit einem neuen Attila zu thun, für eine päpstliche„Rohheit" zu erklären. — EineMohrenwäsche versucht in den„Preußischen Jahrbüchern" el» Jurist an der deutschen Rechtspflege. Es kommt ihm aber hauptsächlich darauf an, die Staatsanwaltschaften gegen den Borwurf tendenziösen Vorgehens zu vertheidigen. Mit den Richtern ist er weniger zufrieden und so entschlüpfen ihm den» folgende Offenherzigkeiten: „Für alle der älteren Generation angehörige Juristen, deren bewußte Erinnerungen noch das Jahr 1348 mitumfassen, ist es eine der unerquicklichsten, uns für das Lebensende vor- behaltenen Erfahrungen, den intellekuellen Nieder- gang deutschen Nichteram ts während dieser letzten Dezennien zu beobachten. Sowohl im vormärzlichen Liberalismus, wie während der ganzen folgenden Periode deutscher Umwälzungen standen überall Juristen an der Spitze der politischen Bewegung, brachten ihr das beste Theil geistiger Kraft, politischer Begabung zu. Jenes Juristengeschlecht vereinigte in der Thal in seinen Reihe» die zahlreichsten und stärksten Bildungselemente, über welch« die Zeit zu verfügen hatte. Dieser Status blieb einiger- maßen erhalten bis etwa in das siebente Jahrzehnt hinein... Seitdem sind Jahrzehnte vergangen, in denen auf allen deutschen Universitäten die Sludirenden der Rechte einen förmlichen Ehrgeiz darein gesetzt haben, im ruchlosesten Verlottern der Semester es allen anderen Fakul- täten voran zu thun. Schließt sich an eine derartig ver- geudele Studienzeit dann ein juristischer Vorbereitungsdienst, überwiegend ausgefüllt durch das Gesellschaftstreiben, geistloses Schreibwerk und ftumpssinnige Examenpaukerei, so darf man sich nicht wundern, wenn die Presse deS Assessorcxamens ein immer reichlicheres Material geistig unbedeutender Handwerks- j u r i st e n in das Richteramt hineindrückt. Wer so ohne Sturm und Drang und Leidenschaft, so flach und schal und unersprießlich die besten Jahre des Lebens versimpelt hat, wie dies rmsere jungen Juristen zumeist Sethan, der bleibt Zeit seines Lebens nicht nur im lntellekt, auch ini Charakter ein geschwächter Mann. Seine Widerstandskraft wird nach allen Seiten hin nur eine äußerst geringe sein. Das htutige Strafrichteramt aber erfordert in erster Reihe eine in sich gefestigte und gereifte Haltung des Charakters."— — Ueber die Ursachen des Grubenunglücks im W r a n g el sch a ch t e bei Waldenburg berichtet die„Bresl. Ztg.": Oberbergrath Schollmeyer, der als Vertreter der königlichen Aufsichtsbehörde, des hiesigen Oberbergamtes, am Dienstag Mittag bereits an dem Uuglücksorte eintraf und persönlich die ersten Untersuchungen leitete, ist wieder in Breslau eingetroffen, nachden, der Thatbestand soweit wie jetzt möglich ab- geschlossen und auch die letzte Leiche geborgen worden war. Ein end- giltiges Urtheil über den Grund der Explosion läßt sich vorläufig noch nicht feststellen, doch sprechen viele Anzeichen dafür, daß in der That ein unvorsichtig abgegebener Spreng» s ch u ß die unmittelbare Ursache der furchtbaren Katastrophe war. (Wir haben schon darauf aufmerksam gemacht, daß der Schuß nie die Ursache, immer aber der Anlaß der Explosion gewesen sein kann. Red. d.„Vorwärts".) Die wesentlichste Unterstützung dieser Annahme bietet der Umstand,� daß die Mehrzahl der Leichen in Entfernung von etwa sünfundfünfzig Meter auf dem Bremsberge über der Unglücksstätte gefunden wurden; das entspricht der Entfernung, in die sich die Bergleute vom Orte eines Sprenaschusses vor dessen Abfeuerung zurückzuziehen pflege». Festgestellt ist, daß zwischen 10—12 Uhr in der Unglücksnacht zwei Sprenzschüsse abgegeben worden sind, und zwei weitere Sprengungen dürften zwischen 12 und 2 Uhr statt- gefunden haben. Rähselhaft bleibt die Anhäufung solcher Massen von schlagenden Wettern, wie sie im Augenblick der Katastrophe vorhanden gewesen sein müssen. Das Gesetz ver- laugt für jeden Kopf der Belegschaft die Zufuhrung von 14 Kubik- mettern„frischer Wetter", d. h. guter atmosphärischer Luft, im Wrangelschachte aber sind derartig leistungsfähige Wetterleitungen vorhanden, daß für den Kopf dreihundert Kubikmeter frischer Luft geschafft werden, also mehr als das Zwanzigfache des ge- setzlich geforderten Mindestmaßes. Allerdings hat die Be- wegung der Luft im Freien«inen gewissen Einfluß auf die Wetterführung zur Tiefe, und die in der Nacht zum Sylvester herrschenden Stürme haben jedenfalls störend auf die Wetter- sührung eingewirkt. Ob vielleicht auch durch irgend ein Ver- sehen die Wetterführung in der Tiefbausohle in der Unglücksnacht nickt in Ordnung gehalten worden ist, läßt sich bei der völligen Zerstörung der ganzen Strecke und der unleren Theile des Schachtes überhaupt nicht mehr ermitteln, wenn nicht etwa einer der wenigen Ueberlebcnden nachträglich noch im stände sein sollte, Aufschlüsse über die Entstehung des Unglücks zu geben. Da die vierzehn im Lazareth Waldenburg unter sorgsamster Pflege befindlichen Verletzten fast durchweg noch für längere Zeit außer stände sind, einem Verhör unterzogen zu werden, so sind die Untersuchungen als vorläufig gescklosien zu betrachten. Die ver- uuglückten Bergleute hinterlassen inSgesammt 23 Wittwen mit 54 Kindern.— — G e i st l i ch e S ch u l a u f s i ch t. In der Provinz Posen hat sich nach einer Darstellung der„Possner Zeitung" folgendes Vorkommniß abgespielt: „Der Schulinspektor Herr Dr. Rudenick fuhr nach Biesiadowo, um den neuen Lehrer Herrn N. ins Amt einzu- führen. Unterwegs trat er beim Pfarrer W. ein und nahm ihn mit sich. Als Herr Dr. R. in die Klasse trat, reichte er dem Lehrer schon von weitem die Hand, und der Lehrer that dasselbe, um seinen Pfarrer zu begrüße». Daraufhin sagte Pfarrer W e n d- laufe in Gegenwart der Kinder und der dem Schulvorstand ange- hörenden Bauern mit erhobener Stimme:„Ich kenne Sie nicht! Wie kommen Sie dazu, mir. dem Pfarrer, die Hand zu geben?" Auf diese unerwartete Anrede hin erröthet? der Lehrer und schwieg. In ähnlicher Weise verfuhr Pfarrer W. auch mit anderen Lehrern, indem er sich ihnen gegenüber für den Diktator hielt. Kurz darauf ging Herr N. zum Pfarrer W. zur Beichte. Letzterer soll ihm dabei in der gröbste» Form deswegen Vor- würfe gemacht haben, daß er es gewagt, dem Pfarrer die Hand zu geben. Er hätte diesem, als dem Stellvertreter Christi, im Gegentheil— die Hand küssen sollen. Dabei soll der Pfarrer die Lehrer Halbwisser u. s. w. genannt haben. terr N. erzählte dies Vorkommniß seinen Kollegen. Der erkower Lehrerverein berichtete, aufs äußerste einnistet über diese und andere Ausschreitungen des Pfarrers W. den Lehrern gegenüber, an die Regierung, und diese entzog dem Pfarrer W. die Aufsicht über den Religionsunterricht." Wegen dieses Verhaltens ist dem Geistlichen zwar das In- spektorat von der Regierung entzogen worden und seine Kollegen werden künftig etwas vorsichtiger sein im Berkehr mit Lehrern. An der untergeordneten Stellung der Lehrer sowohl gegenüber der Geistlichkeit wie gegenüber der Juriften-Bureaukratie wird aber dadurch nichts geändert.— — München, I. Januar. Nachwehen des FuchS- mühl- Prozesses. Bon den 150 verurtheilten Fuchsmühler Holzrechtlern hotten bekanntlich 76 Revision an das Reichs- gericht eingelegt und sind abgewiesen worden. Nunmehr er- hielten die Fuchsmühler die Kostenrechnung in ihrer Revisions- fache zugestellt, welche sich auf S60 M. 60 Pf. für 18 Angeklagte beläuft. Es sind darunter Familien, welche über 120 M. zahlen müssen. Kenner der Verhältnisse in Fuchsmühl befürchten, daß die Beitreibung der Kosten mehrere Familien von Haus und Hof bringen wird.— — Soldaten-Exzeß in München. In der Sylvester« nacht hat sich in München ein unerhörter Skandal abgespielt. Jin Pschorrbräu fand eine Feier statt, zu der fast ausschließlich Stammgäste und Geschäftsfreunde, theilweise mit ihren Familien, erschienen. In dem Lokale befanden sich auch Sergeant Zech vom dortigen Trainbataillon und Unteroffizier Fischer. Nach einiger Zeit betrat ein Gemeiner den Saal, ohne die Vorgesetzten z» be- merken. Diese ließen ihn antreten und machten ihm Vorwürfe über die Vorenthaltung der Ehrenbezeugung. Das Publikum nahm den Vorgang in der fröhlichen Slimmung zwar übel auf, verhielt sich aber ruhig. Als später der Gemeine den Saal verließ und bei der Rückkehr die vorschriftsmäßigen Ehrenbezeugungen machte, wurde von einzelnen Tischen ein lautes„Bravo" ge- rufe». Einem alten Brauche gemäß löscht« der Wirth mit dem Glockenschlage„12" auf einen Augenblick die Lichter aus. Dieses faßten, wie sie nachträglich äußerten, die beiden Militärs als eine Absicht der Anwesenden auf, sie im Dunkeln zu schlagen. Dazu lag durchaus kein Grund vor, vielmehr trat der Wirth an ihren Tisch und beglückwünschte sie zum neuen Jahre. Kurz nach 12 Uhr traten zwei neue Soldaten ins Lokal. Als diese vor den Unteroffizieren Front machten, brach das Publikum in Gelächter aus und klatschte Beifall. Die Unteroffiziere verließen darauf das Lokal Nach einer Viertelstunde aber kehrte Zech zurück und stürzte in das Zimmer unter dem Rufe:„So, jetzt komm' ich mit Ge- ivalt." Ihm folgten ein Unteroffizier und drei Soldaten in Wachtausrüstung und Gewehr. Zech kommandirte„Vorwärts", ließ den zurückgelassenen Mantel des Gemeinen beschlagnahmen, trat aus drei Herren zu, die geklatscht haben sollten und kündigte ihnen ihre Verhaftung an. Als dagegen von dem Publikum Protest erhoben wurde und der Ruf verlautete:„Glauben Sie vielleicht, Sie sind in Fuchsmühl'i" kommandirte Zech ohne weiteres:„Legt an, Feuer!" Daß die Soldaten nicht gefchossen haben, erklärt sich nur aus dem Umstände, daß Herren von hinten den Soldaten in die Arme sielen und sie am Schießen verhinderten. Es steht fest, daß die Soldaten auf daS Kommando die Gewehre bereits erhoben hatten. Die Herren fügten sich nunmehr der Arretirung und folgten der Wache zur Hauptwache. Die„Münchener Neuesten Nachrichten", denen wir diesen Bericht entnehmen, schreiben dazu:„Wir ent- halten uns bis zur wohl umgehend erfolgenden amtlichen Klar- legung des Falles weiterer Bemerkung und geben nur der all- tem einen Entrüstung über das geradezu an Wahusiun grenzende terhalten des Sergeanten Zech Ausdruck, dem schließlich Lynch- jnstiz gedroht hätte, wenn ihn nicht Herr Wirihschaflspächter Aster aus den Händen der in begreiflicher Aufwallung sich befindenden Bräuburschen durch Zureden an diese errettet hätte." Oesterreich. Wien, 3. Januar. Nach Meldungen der Blatter sind die Verhandlungen der Regierung wegen Verstaatlichung des Nordwe st bahn Uetzes zum Abschluß gekommen. England. — Gegen die deutsche Konkurrenz eifert man in England genau so wie in Deutschland gegen die englische. So veröffentlicht die„New Review" einen Artikel„In Deutschland fabrizirt", in dem es heißt: „Zahlen reden und Thatsache» beweisen: I8S4 sandte uns Deutschland Leinenwaaren im Werthe von 112 Iii Lstrl.. Baum- wollen, vaaren imWerthe von 462 301Lstr.. Lederhandschuhe imWerthe von 26,016(6 mal so viel als vor 5 Jahren) und Wollenwaaren im Betrage von 907 569 Lstrl. Spielwaaren führte Deutfchlaud 1394 für 452 452 Lstrl. ein, bisher für 23129 Lstrl., und Papier und Pappe für 626 926 Lstrl. Für Pianos zahlten die Engländer den Deutschen 405 150 Lstrl., für Porzellan- und Töpferwaaren 246 587 Lstrl., für Steindrucksachen. Stiche und Photographien 194 613 Lstrl. Alles das sind Produkt«, welche auch in England hergestellt werden... Den konimerziellen Aufschwung Deutsch- lands beweisen die folgenden Zahlen: 1378 produzirte Deutsch- land 2148 000 Tons Roheisen. 1394 5 382 000 Tons. 1873 492 512 Tons Stahl, 1894 3 617 000 Tons. Damit hat die deutsche Ausfuhr Schritt geHallen... Der Schiffsverkehr ist der sicherst« Maßstab der Wohlfahrt des Handels. Nun, seit 1893 ist der Tonnengehalt der in Hamburg einlaufenden Schiffe größer als in Liverpool." Jene Zahlen sind natürlich keineswegs ein Beweis für den Niedergang der englischen Industrie, obgleich eine verstärkte Ein- fuhr deutscher Produkte daraus hervorgeht. Je mehr die Industrie der einzelnen Länder zu einer großen Weltindustrie zusammenwachsen, um so mehr nimmt auch der gegenseitige Waarenanslaufch zu.— Frankreich. — Die Liste der Check-Empfänger. Die An- gelegenheit der Veröffentlichung der„Liste der 104" konzentrirt gegenwärtig fast ausschließlich ihr Interesse auf die Frage, was Untersuchungsrichter Espinas hinsichtlich des Herrn Vitrac- Desroziers thun wird, welcher die Liste geliefert haben sollte. Derselbe war beim Erscheinen des ersten Polizisten in seiner Wohnung sofort nach Brüssel abgereist und kehrte merkwürdiger- weise kürzlich plötzlich wieder nach Paris zurück, wo er, am Bahnhofe von seinem Advokaten empfangen, mit diesem eine lange Unterredung hatte. Herr Vitrac behauptet, mit der Veröffentlichung der Liste der 104 nicht das geringste zu thun zu haben. Er hat sie weder für 200 Fr. verkauft, noch den angeblichen Unterhändler Pascal zemals gesehen. Sein Advokat rieth ihm, sich dem UntersuchungS- richler unverzüglich zu stellen, um demselben seine Aussagen zu machen. Doch hat es Herr Bitrac vorgezogen, einen Brief an denselben zu schreiben, worin er seinen Antheil in der Angelegen- heit darlegt, ist jedoch nach dessen Abfassung wieder von Paris „abgereist", ohne das in seinem Briefe gegebene Versprechen. Herrn Espinas zu besuchen, eingelöst zu haben. Letzlerer soll jetzt die Angeklagten nicht mehr wegen Fälschung, sondern wegen Ver« leumdung zu verfolgen beabsichtigen. Rußland. — Regierungsneuerungen. In der Mitte dieses Jahrhunderts, als Rußland durch den Krimkrieg auf eine harte Probe gestellt worden war, erlitt die russische Bureaukratie ein klägliches Fiasko. Ihre Unfähigkeit, die Verhältnisse in dem großen Zarenreiche zu übersehen und zu regeln, dokumentirte sich aufs klarste und so sah Alexander II. sich genöthigt, den Provinzen und den Städten eine Selbstverwaltung für wirthschaftliche An» gelegenheiten zugeben und auch die Freiheit der Presse zu erweitern, denn ohne die Mitwirkung der letzleren wäre die russische Regierung nicht im stände gewesen, die Bauern-Emanzipation durchzuführen, da es den Beamten an Kenntniß der verschiedeneu Verhältnisse, welche dabei in bctracht gezogen werden mußten, fehlte. Gegen- wärtig befindet sich die russische Regierung in einer ähnlichen Situation, wie nach dem Krimkriege. Um einen AuSweg aus der ttrisis in der Landwirlhschaft und Mittel zur Hebung der Industrie zu finden, was für das russische Reich eine Lebensfrage ist, sieht die Regierung sich ge« nöthigt, Kongresse von sachkundigen Männern aus verschiedenen Gegenden Rußlands unter Mitwirkung hoher Staatsbeamten zu- sammentreten zu lassen, wie das mit dem gegenwärtig in Mossau tagenden Kongreß der Landwirlhe der Fall, oder sogar selbst solche Kongresse einzuberufen. So wurden vor kurzer Zeit nach Petersburg Vertreter der Adelskorporationen, der Semstwo's und der Städte des nördlichen und des zentralen Rußlands zu- sammenderufen zu einer Beraihung über die Richtung einer neu projektirten großen Eisenbahnlinie. Während der Berathungen dieses Kongresses hat sich herausgestellt, daß die statistischen Daten, welche die Regierung durch ihre Beamten über die wirthschafllichen Verhältnisse des nördlichen Rußlands eingesammelt hat, ganz falsche sind. Der russischen Laudwirthschaft, die die Schließung der ausländischen Absatzgebiete bejammert, eröffnet sich die Aussicht auf ein neueS bedeutendes Absatzgebiet im Norden Rußlands selbst infolge der Erweiterung des russischen Eisenbahnnetzes.-— Türkei. — Für die aufständischen Armenier, die in Z e i t u n, dem Mittelpunkt des Aufstandes, besiegt wurden, haben die Gesandten der Mächte sich verwandt. Die Türken stellten daraufhin die Verfolgung der Flüchtigen ein, und wie ein Telegramm meldet, hat die Pforte die Vermittlung der Mächte angenommen, was wohl heißen soll, daß sie eS diesen überlassen will, die noch übrigen Aufständischen zur Niederlegung der Waffen zu bestimmen. Sehr merkwürdig ist die Humanität der europäischen Mächte gegen fremde Rebellen. Die russische Regierung hat weiland viele tausende polnischer„Rebellen" mafsakrirl, die englische Regierung ließ nach der Niederwerfung dcS Sipoy-Ausstandes in Indien tausende indischer Rebellen erschießen oder«von Kanonen blasen", und wie die französische Regierung gegen die besiegten K 0 m m u» n a r d e n gewüthet, das ist eine der blutigsten Episoden der Geschichte. Was die Türken gethan, ist im Vergleich hiermit da» reine Kinderspiel.—. Amerika. — Der Aufstand in Kuba. Die über Madrid ein« laufenden Nachrichten lauten wie üblich dem spanischen Hcere günstig. So heißt es in einer Depesche aus Havannah, daS Revolutionskomitee in Washington habe seine Thätigkeit eingestellt angesichts der verbrecherischen Handlungen der Insurgenten auf Kuba.— Die Geschichte erscheint denn doch sehr fraglich. Eine Depesche des Marschalls MartinezEampoS auö Havannah meldet ferner einen Znsammenstoß mit den Insurgenten- schaaren unter Führung von Gomez und Maceo. Die spanischen Truppen hätten 4 Tobte und 19 Berwuudete gehabt. Afrika. — Der Mörder Emin'S. Nachrichten zufolge, die dem Gouverneur v. Wißmann zugegangen sind, ist der Mörder Emin Paschas, Hamadi bin Ali, nicht, wie bisher angenommen wurde, gegen die Belgier gefallen. Es wird vermuthet, daß er beabsichtigt, sich nach Sansibar oder Maskat zu flüchten, und daß er daher irgendwo an der deutschen Küste versuchen wird, sich unter falschem Namen und mit nach Möglichkeit ver- ändertem Aeußeren, vielleicht auf Fischerkanoes, nach Sansibar einzuschiffen. Der Gouverneur in Dar-es-salaam hat daher die Bezirksämter angewiesen, bei jedem den Bezirk passtreuden Araber dessen Jdeutilät fesistellen zu lassen, um den Mörder, wenn irgend möglich, abzusassen.— Div freie Arztwahl in Vevlin. Die Gewcrbedeputation des angeblich freisinnigen Berliner Magistrats kann einen respektabeln Erfolg im verflosseneu Jahre registriren. Sie hat gegen den Oberpräsideuten der Provinz Brandenburg vom Minister für Handel und Gewerbe recht behalten. Daß es sich hierbei um einen Versuch der Be- schränkung der Rechte der in den Krankenkassen vereinigten Arbeiter handelte, wobei der Oberpräsident für das freie Bestimmung?» recht der Arbeiter, die Gewerbedeputation des Berliner Magistrats für die bureaukratische Reglementirung eintrat, ist den RathhauS» weisen wohl gleichgiltig. Bekanntlich hob der Magistrats- kommissar für die Berliner Orts- und Betriebs-Krauken- kassen Ende 1893 die Verträge von Krankenkassen mit dem Vereine freigewählter Kassenärzte auf. während der Oberprästdent diese Verfügung aufhob. Nun hat der Minister für Handel und Gewerbe folgendermaßen entschieden. Ober.Präsidium Potsdam, den 29. November üv. der Provinz Brandenburg O. P. Nr. 16 191 Der Minister für Handel und Gewerbe hat unter dem 26. d. M. auf die dortige Vorstellung vom 6. Juli d. I. — 295 Gew. II— gegen meine Anweisung vom 4. Januar d. I. — O. P. 5— dahin entschieden, daß er keine Ver- anlassung habe. von aufsichiswegen die dortige Verfügung vom 13. Dezember v. I., durch welche den Vorständen mehrerer Orls-Krankeiikassen die Erneuerung der Verträge mit dem Vereint freigewählter Kassenärzte unter Strafandrohung uiitersagt wird, aufzuheben, weil diese Anordnung sowohl in formeller, als auch in materieller Beziehung für zutreffeiid zu erachten sei. Mit den Vorschriften der Statuten der in Rede stehenden Orls-Krankeukassen, nach welchen die ärztliche Bs- Handlung der erkrankten Mitglieder durch den Kassenarzt zu erfolgen habe, wäre eS nicht vereinbar, die Gewährung der ärzt- lichen Behandlung durch dieMitglieder desVereinsderfreigewählten Kassenärzte erfolgen zu lassen, weil der Vorstmid bei diesen» Verfahren auf die Anstellung der Aerzte keinerlei Einwirkung habe und bei dem rasch wechselnden Zu- und Abgänge der Mitglieder des Vereins die einzelnen Aerzte nicht geniigend bestimmt seien. Auch wäre es zur genauen Befolgung der ftatutarischen Vorschriften| aber erst in diesem Jahre konnte sie auf grund ihres Anwachsens 1 eine Erlaubniß einzuholen fei, gestattet, was in den Kommen unerläßlich, daß der Vorstand mit jedem für die Kasse in Frage praktische Resultate erzielen. So wurde vom Foltething eine taren zu den genannten Gefeßesstellen sehr ausführlich hervor. tommenden Arzte direkt einen Vertrag abschließe. Resolution angenommen, daß die Regierung bei Ausbietung von gehoben wäre. Daß die Sammlung einem wohlthätigen Zweck = Nach dieser maßgebenden Entscheidung fallen die Bedenken Staatsarbeiten Veranstaltungen in Uebereinstimmung mit dem gedient habe, sei wohl unbestreitbar, galt es doch, mehr denn fort, welche von mir gegen die dortige Auffassung geltend ge- Geist der sozialistischen Forderungen treffen müsse. Ferner ist dem 20 minderjährige Kinder, die durch die Verurtheilung ihrer macht worden sind. Indem ich daher auf Weisung des Herrn Parlament ein Vorschlag auf Durchführung des Act stunden- Väter auf mehrere Jahre des Ernährers beraubt wurden, zu Ministers meinen Erlaß vom 4. Januar d. J. hiermit aufhebe, Arbeitstages, auf Einführung der geheimen Ab- unterstüßen und deren ordentliche Erziehung zu sichern. Schmid bezog ftehen der Ausführung der Verfügung vom 18. Dezember v. J. ft im mung, für eine allgemeine Unfallversiche sich dann auf frühere Fälle, wo Aufrufe zu Sammlungen unHindernisse nicht im Wege. Da aber die Verträge der berung und das Verbot der Sonntagsarbeit in den beanstandet blieben. So sei ihm im Jahre 1893 ein Aufruf zuta treffenden Orts Krankenkassen mit dem Vereine freigewählter Bäckereien zugegangen, von denen drei bereits lebhaft gegangen, worin die Regensburger Sozialdemokraten zur UnterKaffenärzte binnen kurzem mit dem Jahresabschlusse voraussichlich debattirt sind und die allgemeine Aufmerksamkeit diesen Fragen tüßung der durch das Hochwasser und den Eisgang der Donau ihr Ende erreichen, so wird es vielleicht den Vorzug verdienen, in zugewandt haben. schwer Geschädigten aufforderten. Er habe sich damals vor dem Abdas laufende Vertragsverhältniß nicht einzugreifen, sondern den Bei den Bürgerraths Wahlen gelang es zwar der druck des Aufrufs bei der t. Polizeidirektion erkundigt, ob die Vers Kaffen nur den Abschluß von Verträgen mit dem genannten Partei nicht, ihre Kandidaten durchzubringen, aber der Fort öffentlichung des Aufrufs und die Entgegennahme von Geldern zu Vereine für das fünftige Jahr zu untersagen, sofern der schritt in der Stimmenzahl war ein sehr bedeutender. dem besagten Zweck beanstandet werde. Damals sei ihm von Verein nicht durch Abänderung feiner Statuten den von Während die Rechte 1892 11 558 Stimmen und die Opposition einem t. Polizeirath ganz richtig geantwortet worden, daß dem Herrn Minister aufgestellten Grundsäßen Rechnung trägt nur 7357 Stimmen zählte, gingen die Stimmen der Rechten Sammlungen zu wohlthätigen Zwecken in Bon der ministeriellen Entscheidung ersuche ich den Magistrat diesmal auf 10 048 zurüd, während die der Opposition auf 8941 Bayern einer polizeilichen Genehmigung nicht ergebenst, dem Verein zu Händen des Rechtsanwalts Heinemann, stiegen. Bei den Gemeinderaths- Wahlen in Gemeinderaths- Wahlen in Amager, bedürfen. Desgleiden feien anläßlich der Fuchsmühler Affäre Mauerstr. 89, Kenntniß zu geben. Sundby und Taarnby erzielte die Partei große Erfolge und in den Blättern Aufrufe erschienen und sogar eine ZeitungsDer Herr Minister hat im übrigen darauf hingewiesen, wie namentlich in Taarnby wurden nur Parteimitglieder oder febde entstanden, ob solche Aufrufe ftatthaft wären oder die Verhandlungen erkennen laffen, daß die Gewährung der ärzt- Männer, die ihr sehr nahe stehen, gewählt. Auch in Randers nicht. Die Aufrufe feien aber alle ebenfalls unbeanstandet geblieben. lichen Behandlung durch den Verein der freigewählten Kaffenärzte wurde ein Sozialdemokrat in den Gemeinderath gewählt. Mit Rücksicht auf letteren Fall glaube er daher unter Berufung eine erhebliche finanzielle Schädigung der Krankenkassen zur Folge Groß war die Zahl der Agitationsversamm auf die Gleichheit vor dem Geseze um Freisprechung bitten zu gehabt hat. Wenn auch in der Erhöhung des Aerztehonorars Iungen und Vorträge namentlich auch auf dem Lande, unter dürfen. Der Amtsanwalt beantragte Verwerfung des Einspruches, auf 3 M. pro Kopf und Jahr keine ungerechtfertigte Mehrausgabe benen in erster Reihe die fynische Arbeiterversammlung in da in der Sammlung ein wohlthätiger Bwed nicht zu erblicken sei au erblicken fein mag. fo erhelle doch aus den dortigen Nyborg am 7. Juli, bie seeländische in Rostilbe am oder doch sei der wohlthätige 3wed nicht Selbfizwed, sondern Darlegungen, daß die Ausgaben für Arzneien und Heilmittel 14. Juli und die jytische in Randers am 28. Juli Er- es sei in erster Linie ein agitatorischer, politischer Zweck zur Absowie für Krantengeld infolge der Verträge mit dem Vereine der wähnung verdienen. faffung des Aufrufes maßgebend gewesen. Der Bertheidiger freigewählten Raffenärzte eine unverhältnißmäßige Steigerung Förderlich war auch die Errichtung eines neuen sozialdemo- Schmidt's, Dr. Friedsam, trat dieser Anschauung des Amtserfahren haben und daß diese Mehrausgaben in den Minder- kratischen Versammlungsgebäudes, das am 23. No- anwaltes entgegen und erläuterte, wohin man käme, wenn diese ausgaben für Krankenhaus- Kosten teinen genügenden Ausgleich vember eingeweibt wurde. Anschauung durch ein rechtskräftiges Urtheil bestätigt dann Schließlich dürften die Sozialdemokraten, finden. Erwähnt möge schließlich noch fein, daß das dänische Partei- würde. Die Kosten für Arzneien und Heilmittel betrugen 1894 bei Organ im letzten Jahr bis auf 27 000 Abonnenten stieg, wodurch deren Opfermuth notorisch sei, sich überhaupt nicht mehr den Orts- Krankenkassen mit freier Aerztewahl 4,41 M., bei den es die verbreitetste Beitung Dänemark's wurde. auf dem Wege der Sammlung gegenseitig unterſtüßen, übrigen Krankenkassen nur 3,28 M. pro Kopf. Die 18 DrtsKrantenfaffen mit freier Aerztewahl zahlten 1893 an Krankengeld Todtenlifte der Partei. In Mainz ist am Montag die denn man könnte immer in einer solchen Sammlung einen politischen Zweck vermuthen und behaupten, dies geschieht nur aus 11,64 m., 1894 aber trotz erheblicher Beschränkungen in den Gattin des Reichstags- Abgeordneten Jöft, Frau Gertrude agitatorischen Gründen, um die Partei zu stärken und ihr neue Kaffenleistungen 12,31 M. pro Ropf, während die übrigen Orts: Jöst, nach langem schwerem Leiden gestorben. Das Gericht, so führte der Vorsitzende in der Urtheils Krankenkassen pro 1893 nur 8,33 m. und pro 1894 nur 8,10 m. treue Anhängerin des Sozialismus und eine tüchtige Mitstreiterin Anhänger zuzuführen. Das Urtheil lautete auf Freisprechung. hatte lediglich die Frage zu unterpro Kopf an Krankengeld ausgaben, obwohl sie in der Höhe der unserer Partei. Dem Reichenbegängniß wohnten außer den begründung aus, Krankengeldfäße und der Dauer der Unterstüßungszeit nicht Landtags- Abgeordneten Ulrich aus Offenbach und Müller suchen: lag ein wohlthätiger Zweck vor oder nicht, und das aus Arbeilgen zahlreiche andere Parteigenossen und der Mainzer Richtig ist, daß bei den Orts- Krankenkassen mit freier Aerzte- Oberbürgermeister Dr. Gaßner, eine Anzahl städtischer Be Gericht hat diese Frage bejaht. Es kam nicht auf die Motive Natur sein mochten, sondern auf den direkten ausgesprochenen wahl eine Minderung in den Krankenhaustoften eingetreten ist. amter und viele Stadtverordnete, darunter der Präsident des und den Endzweck des Aufrufes an, die vielleicht politischer Letztere betrugen 1893 pro Kopf 3,46 M., 1896 nur 2,96 M., Michel, ferner der Bruder des Mainzer Bischofs, Eugenionen zu unterstüben. Deshalb war auf Freisprechung deutschen Handelstages Geh. Kommerzienrath Karl Stephan 3wed, und der war, bestimmte nothleidende Per= während die übrigen Krankenkassen 1893 an Krankenhauskosten affner, bei. Auf dem Friedhofe sprachen der Prediger der 3,40 M. und 1894 3,64 m. zahlten. Insgesammt hatten die 18 Orts- Krankenfaffen mit 140 397 Freireligiösen Gemeinde Pfarrer Knell wolf und Landtags- au erkennen und die Kosten des Verfahrens der Staatskasse zu Genosse Dertel in Nürnberg trat Mitgliedern im Jahre 1894 an Mehrausgaben für Arznei und abgeordneter Ulrich aus Offenbach warme Worte zu Ehren Die Mainzer Arbeiterschaft wird das An- 3. Januar eine sechswöchige Gefängnißstrafe an, die ihm wegen Heilmittel 158 648,61 M., an Mehrausgaben für Krankengeld der Verstorbenen. 591 071,37 M., zusammen 749 719,98 M. Nicht mitgerechnet sind denken der entschlafenen Mitkämpferin treu in Ehren halten. hier die Mehrausgaben für Arztbonorar, die 182 522,10 M. be braver Parteigenosse, der auch unter dem Sozialistengeset wacker Möge er gesund wieder in die deutsche Freiheit" zurückkehren. In Cölln bei Meißen starb der Töpfer Rosberg, ein Beleidigung des Nürnberger Magistrats zuerkannt wurde. 1tugen. Die Minderausgaben an Krankenhauskosten betrugen 95 496,96 M., so daß- ohne die Mehrausgaben für Arzthonorar für unsere Sache gearbeitet hat. -ben Kaffen mit freier Aerztewahl pro 1804 eine Mehrausgabe von 654 223,02 m. verblieb. zurüdstanden. Der Herr Minister erblickt übrigens in dieser Verschiebung der Krankenpflege zu ungunsten der Krankenhäuser mehr einen Vortheil für die Kaffenärzte als für die erkrankten Mitglieder, die bei der Beschränktheit der dortigen Wohnungsverhältnisse durchweg in den Krankenhäusern besseres Unterkommen und raschere Heilung finden werden. glieder 504 025,23. 9 Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Sie war eine überbürden. wandert. worden war. " Gewerkschaftliches. Redakteur Wetter von der Sächsischen Arbeiterolter durch einen zu früh losgegangenen Schuß im BergIn Despel im Dortmunder Revier ist der Genosse seitung" in Dresden ist auf vier Monate ins Gefängniß ge= -Wegen Beleidigung des Wahlvorstands in Seifers werk verunglückt; er war ein Opfer der Bergarbeiter- Bewegung dorf wurde der dortige Parteigenosse Ernst Herzog vom von 1889 und erst seit kurzem wieder in Arbeit. In New York ist der Zigarrenmacher William Bittauer Schöffengericht zu 8 Tagen Gefängniß verurtheilt. Scherney aus dem Leben geschieden. Er war in Hagen in Neujahrstage wegen eines Breßdelifts in Untersuchungshaft ge= In Wiener Neustadt wurde Genosse Berst! am Westfalen geboren und arbeitete in Berlin, Hamburg und anderen nommen. Er hat diesen Geniestreich der österreichischen Themis Städten Deutschlands, wo er als Mitglied der ZigarrenmacherDie Kaffenabschlüsse der Orts- Krankenkassen mit freier Aerzte- Organisation und des Algemeinen Deutschen Arbeitervereins eine infofern zu pariren gewußt, als er sofort eine einmonatige wahl pro 1891 bis 1894 ergaben für fast alle eine erhebliche eifrige Thätigkeit entfaltete. Vor 24 Jahren in New- York ein- Arreststrafe antrat, die vom Schwurgericht über ihn verhängt finanzielle Mehrbelastung. Scheinbar günstige Abschlüsse finden gewandert, schloß er sich der Gewerkschaft der Vereinigten in Beitragserhöhungen und Herabsehungen der Kaffenleistungen Bigarrenmacher und dem Teutschen Bigarrenarbeiter- Verein an ihre Aufklärung. Im Jahre 1894 haben die 18 Drts- Kranten- und gründete als eifriger Lassalleaner mit Edward Kraft und Den Mitgliedern der Banhandwerker- Krankenkasse zur tassen mit freier Aerztewahl 25,07 m. an Beiträgen pro Kopf er- anderen Gesinnungsgenossen den Allgemeinen Deutschen Arbeiterhoben, die übrigen Kaffen nur 21,48 m. pro Kopf. Diese Mehr- verein, der sich später mit der 1874 gegründeten Sozialdemokrati allgemeinen Kenntniß, daß die in Nr. 302 des Vorwärts" be einnahme an Beiträgen von 8,59 M. ergiebt für 140 397 Mit: agitatorisch thätig, ebenso bei Gründung der New- Yorker Volks nicht abgehalten werden kann, weil die Veröffentlichung im Mitschen Partei vereinigte. Auch bei diefer war Scherney noch fannt gemachte Mitgliederversammlung am 26. Januar 1896 Troß aller Herabfegungen der Unterstützungsdauer und der zeitung". Bauhandwerker" nicht erfolgt ist. Die Versammlung findet erst 8 Tage später, und zwar m 2. Februar statt.( Siehe die betr. Höhe der Leistungen ist diese Mehreinnahme völlig verbraucht. Die Vermögensübersicht der 18 Orts- Krankenkassen am JahresDer Parteigenosse Otto Antrick in Berlin erhielt Annonce im Inseratentheil der heutigen Nummer.) Der Vorstand. schluß zeigte nur eine Vermögenszunahme von 32 496,16 Wt. oder vom Amtsgericht einen über zwei Wochen Haft lautenden 0,23 M. pro Kopf, während dem Reservefonds 351 993,81 m. Strafbefehl, weil er zu Berlin beim Echluß einer am 3. DeIn Leipzig wurde der Redakteur des Buchdruckergehilfen. hätten zugefügt werden sollen. Die übrigen Kaffen hatten troß zember 1895 abends im Lokal Hafenhaide Nr. 57 abgehaltenen Fachblatts korrespondent", Arthur Gasch, wegen Bes ihrer geringeren Beitragsfäße einen Vermögenszuwachs von öffentlichen Versammlung ein Hoch auf die internationale leidigung des Redakteurs der Deutschen Buchdrucker-( Prinzipals) revolutionäre Sozialdemokratie ausgebracht habe,„ eine Sandlung, welche geeignet war, bei dem anwesenden, der sozial. Beitung", Hermann Blanke in Berlin, vom Schöffengericht demokratischen Partei nicht angehörigen Publikum Aergerniß und u 10 Zagen Haft, zwei Dritteln der Gerichtskosten und zur Urtheilspublikation verurtheilt. Blanke, gegen den Gasch Beunruhigung hervorzurufen" und weil er dadurch groben Widerklage erhoben hatte, wurde der Beleidigung ebenfalls Unfug" verübt habe. Antrick wird natürlich gegen diefen Straf- fchuldig befunden, tam aber mit 30 M. Geldstrafe, einem Drittel befehl Einspruch erheben. Der Parteigenoffe Grosser in Waste giersdorf in der Gerichtskosten und der Pflicht der Urtheilspublikation davon. leber den Streik der Kutscher Roms erfahren wir: Die Schlesien wurde vom dortigen Schöffengericht wegen groben Unfugs" zu 14 Tagen Haft verurtheilt, weil er eine Versammlung Eigenthümer der Drofchten schlugen den Ausständigen ein aus mit einem Hoch auf die internationale revolutionäre drei Eigenthümern und drei Ausständigen bestehendes SchiedsSozialdemokratie gefchloffen hat. Der Amtsanwalt hatte nur gericht vor, das einen Ausgleich versuchen sollte. Die Kutscher Die Arbeiterkammer eröffnete eine 30 M. Geldstrafe beantragt. Daß das Gericht über diesen Antrag lehnten den Vorschlag ab. Bu unterstützen sind noch hinaus ging, begreift fich aus der Begründung des Urtheils, Sammlung zu gunsten der Streifenden. worin u. a. gefagt ist:„ Er( der Angeklagte) will sich der Bedeutung ungefähr 3000 Rutscher. des Begriffs, revolutionär" als im Sinne gewaltsamen Umsturzes der herrschenden Staatsordnung nicht bewußt gewesen sein und stellt es in Abrede, eine Beunruhigung oder Belästigung des Publikums damit wirkt zu haben. Ungeachtet seines geringen Piemonts einberufen. Der Kongreß tagt am 5. und 6. Ja277 139,66 M. oder 1,84 M. pro Kopf. Wenn der Magistrat diese Ergebnisse des Systems der freien Aerztewahl durch Veröffentlichung in geeigneten Blättern zur Kenntniß der Betheiligten und weiterer Kreise bringen würde, so tönnte das vielleicht dazu beitragen, den auf Durchführung dieses Systems gerichteten Bestrebungen entgegenzuwirken. Der Herr Minister würde dies für wünschenswerth halten. Zum 1. Januar nächsten Jahres fehe ich einem gefälligen Berichte entgegen, wie die ärztliche Behandlung bei den dortigen Drts- Krankenfassen geregelt worden ist. Die Anlagen E, G, H, P und Qu der Vorstellung vom 6. Juli d. Js. find beigefügt. An den Magistrat Der Ober- Präsident, Staatsminister. gez. Achenbach. in Berlin. Der Magistrats- Rommiffar für die Drts- und Betriebs- Krankenkassen. gez. Friedel. An die Vorstände der hiesigen Ort3. und Betriebs- und InnungsKrankenkassen. Hier. Nr. 544. Gew. II 95. Richtiger wäre es, und auch den Grundfäßen der Herren vom Berliner Magistrat würde es entsprechen, wenn man einfach die Arbeiter entscheiden ließe, ob sie die Kosten für die freie Arztwahl tragen wollen oder nicht. Sie allein können den Werth derselben beurtheilen. Werthvoll ist jedenfalls auch die Konstatirung, daß der Oberpräsident von Brandenburg liberaler ist als der Berliner Magiftrat. Und dabei hat noch niemand nöthig gehabt, sich über den Liberalismus des Herrn v. Achenbach zu echauffiren. " Nach Turin ist durch die dortige Arbeiterkammer ein Rongreß sämmtlicher Arbeitervereinigungen nuar in den weiten Räumlichkeiten der„ Assoziazione Generale die Beschlüsse durchgeführt werden können, die der im März 1895 degli Operai" und soll Mittel und Wege ausfindig machen, wie in Mailand abgehaltenen nationale Kongreß auf den Gebieten der Hygiene, der Frauen- und Kinderarbeit und des obligatorischen Schulunterrichts gefaßt hat. " Bildungsgrades hat das Gericht die Ueberzeugung gewonnen, Berlin, den 10. Dezember 1895. Abschrift vorstehenden Erlaffes erhält der Vorstand zur Daß ihm als alten Parteiredner die Bedeutung des Wortes Revolution" und„ revolutionär" sehr wohl bekannt war Renntnißnahme. und daß er durch sein Hoch mit vollem Wissen und Willen eine öffentliche Rundgebung zu gunsten derjenigen sozialdemokra tischen Bestrebungen veranstaltete, welche auf gewalt tame und blutige Umwälzungen der bestehenden Gefellſchaftsordnung abzielen. Da derartige Kundgebungen aber Depelien und letzte Nachrichten. sowohl durch Erzählungen und Weiterverbreitung feifens ihrer Hörer wie auch durch öffentliche Blätter einem Frankfurt a. M., 3. Januar.( B. S.) Die„ Frankf. 3tg." größeren Publikum befannt werden, so unterliegt es feinem meldet aus Madrid: In dem geftrigen Minifterrath theilte der Zweifel, daß fie geeignet sind, weitere Boltstreife zu beunruhigen, Ministerpräsident Canovas mit, in weniger als zehn Monaten, mindestens zu erregen, zu stören oder zu belästigen." Welche feit Beginn des Aufstandes auf Ruba, feien an Kriegstoften über Bestrebungen der Sozialdemokratie auf gewaltsame und blutige 250 Millionen Pesetas, d. i. 1 Million täglich, verausgabi worden. Umwälzungen der bestehenden Gesellschaftsordnung abzielen". Der von der Banca espana bewilligte Vorschuß von 50 Millionen hat das Büftegiersdorfer Schöffengericht, nach unserer Quelle, sowie weitere 25 Millionen, die im Februar erhofft werden, ents leider nicht angegeben, obgleich man doch gerade von einem heben die Regierung der Finanzforgen auf einige Monate hinaus. Wien, 3. Jan.( B. H.) Ueber das in der Tonhalle zu Denver Gericht verlangen darf, daß es das, was es sagt, auch be= stattgefundene Blutvergießen bringt das„ W. Ja. Extrablatt" weisen tönne. - Gin bemerkenswerthes Urtheil wurde vom noch Einzelheiten. Danach sollen 23 Personen getödtet und mehr Münchener Schöffengericht gefällt. Der Redakteur der als 100 meist durch Revolverschüsse schwer verletzt worden sein. Münchener Poft" Genoffe Ed. Schmid, hatte unter der Spiß- Wie die Untersuchung ergab, war das Maffatre wohl vorbereitet marte„ Ein Klaffenurtheil" den Aufruf der westfälischen Berg- und auf eine Sängerin speziell abgesehen. arbeiter- Zeitung" abgedruckt, worin die Parteigenossen um Graz, 3. Januar.( B. H.) Infolge plötzlichen BurüdUnterstüßung der Familien der im Effener Prozeß gleitens eines in der Auffahrt auf den Schloßberg begriffenen Der Mün Eisenbahnwagens wurden mehrere mit der Anbringung eines Fortschritte der dänischen Sozialdemokratie im Jahre verurtheilten Bergleute aufgefordert wurden. 1895. Nach dem Sozialdemokraten", dem dänischen Partei- chener Poft" gingen hierauf freiwillige Beiträge für neuen Drahtseils beschäftigte Bahnbeamte zermalmt. Sofia, 3. Januar.( B. H.) Ueber das im Jahre 1891 Organ, war das größte Ereigniß des verflossenen Jahres die den bezeichneten Zweck zu, über die dann regelmäßig öffent Wegen diefer Sache erhielt nun Schmid gegen den Fürsten Ferdinand geplant gewesene Komplott vers Follethings- Wahl am 9. April, die unter einer neuen, den Un- lich quittirt wurde. bemittelten ungünstigen Wahlkreis Eintheilung stattfand und einen auf 30 M. lautenden Strafbefehl, weil er eine Geld- öffentlicht die„ Swoboda" Dokumente, in denen Einzelheiten trotzdem mit großen Erfolgen der Sozialdemokratie abschloß. fammlung unternommen hätte, ohne dazu die polizeiliche Ge- über die Vorbereitungen zur Ausführung des Anschlages an Die aufgestellten 21 Kandidaten der sozialdemokratischen Partei nehmigung eingeholt zu haben. Wegen der prinzipiellen Bergegeben sind. Auch werden darin Mitschuldige an dem Komplott erhielten im ganzen 25 029 Stimmen gegen 20 098 bei den Wahlen deutung des Falles beantragte Schmid richterliche Entscheidung. gegen Beltschen genannt; darunter befinden sich mehrere jezige ron 1892. 8 Randidaten wurden gewählt und meist mit sehr großen In der Verhandlung vor dem Schöffengericht führte er zu Deputirte. Madrid, 3. Januar.( W. T. B.) Einer amtlichen Majoritäten. Für die Stimmenzahl ist noch zu beachten, feiner Vertheidigung an, daß er überhaupt keine Sammlung daß die Drten feine veranstaltet, sondern daß er lediglich den Artikel der„ Berg- Meldung aus Havannah zufolge ist die Vorhut der Auf= Sozialdemokraten Kandidaten aufgestellt hatten und mit den Radikalen stimmten. arbeiter- Zeitung" abgedruckt habe. Aber auch eine Sammlung ft ändischen unter Maceo in die Provinz Havannah Kopenhagen mit seinen 13 Wahlbezirken wird schon bei den durch die M. Post" zugegeben, fo erachte er sich hierzu für eingedrungen. Mehrere Truppenabtheilungen find gegen nächsten Wahlen von der Sozialdemokratie ganz erobert werden. vollauf berechtigt, da diese einem wohlthätigen 3wed fie aufgebrochen. Die Telegraphen- und Eisenbahns den Aufständischen untera Jetzt fehlen noch 4 Wahlbezirke, die die Rechte inne hat. Die gedient habe, und solche Sammlungen seien laut Artikel 52 und linien sind von Sozialdemokratie ist immer für soziale Reformen eingetreten, 53 des Polizei- Strafgesetzbuches in Bayern, ohne daß hierfür brochen. an Partei- Nachrichten. vielen " Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. 1. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 3. Mebersicht der wichtigsten politischen und Partei- Ereignisse im Jahre 1895. April. 1. Bericht der Umfturskommiffion an den Reichstag festgesetzt. Industrielle Sonntagsruhe endlich, aber mit zahlreichen Ausnahmen, in fraft gesetzt. Große Niederlage der Liberalen und Sieg der Antisemiten bei den Wiener Gemeinderaths- Wahlen. Die Sonnemann'sche Kleine Presse" in Frankfart a. M. beginnt ihren Feldzug gegen Freiherrn v. Hammerstein. In Hohenstein- Ernstthal( Kgr. Sachsen) wird wegen befürchteter Bismarcbeleidigung Versammlungsverbot erLassen. 3. Hammerstein droht mit der Klage gegen die Kleine Presse". Gründung des Vereins zum Schuße der deutschen Goldwährung. 5. Das belgische Kommunal- Wahlgesetz von der Deputirtentammer angenommen. Moskauer Universitätsprofessoren wegen einer Petition an den Zaren gemaßregelt. Polizeipräsident Lukanow und zwei Polizeikommissäre in Sofia wegen Erpressung von Geständnissen zusammen zu 10 Jahren Festungshaft verurtheilt. 6. Sozialistische Erfolge bei den Altenburger Landtagswahlen. Leist vom Reichs- Disziplinarhof in Leipzig unter Zubilligung mildernder Umstände zur Dienstentlassung verurtheilt. Beginn des Porzellanarbeiter- Streits in Altwasser. 8. Herr v. Hammerstein in den Zentralausschuß der konservativen Partei nicht wiedergewählt. 9. Acht Sozialdemokraten mit großen Majoritäten in die dänische Abgeordnetenkammer gewählt. Rampf zwischen streifenden Knopsdrechslern und Polizisten in Rudolfheim bei Wien. 10. Der belgische Senat nimmt das Kommunal- Wahlgeseh an. Droschtenkutscherstreit in Frankfurt a. M. Beginn der Friedensverhandlungen zwischen China und Japan. 11. Scharfer Protest der Frankfurter Stadtverordneten- Versammlung gegen die Umsturzvorlage. 12. Unterm neuesten Kurs sind im Monat März gegen Sozialdemokraten verhängt worden 7 Jahre 5 Monate 3 Wochen und 2 Tage Gefängniß und 3686 M. Geldstrafen. 13. Lothar v. Meyer, berühmter Chemiker, in Tübingen ge= storben. 14. u. 15. Parteitage der badischen, württembergischen belgischen und holländischen Sozialdemokratie und der bayerisch- Schwabens. Dritte Jahrestonferenz der englischen Independent- LabourParty. Neunter deutscher Maurerfongreß in Halberstadt. Kongreß des Holzarbeiter- Verbandes in Erfurt. 16. Der Parteitag der deutsch- konservativen Partei Bayerns faßt scharfe Resolution gegen die Umsturzvorlage. Großer Ziegelarbeiter- Streit am Wienerberge bei Wien. 17. Friedensschluß zwischen China und Japan. 18. Herr v. Hammerstein erklärt wieder, daß er ein Ehrenmann ist. Maßregelung der Freien Boltsbühnen. Der deutsche Historikertag lehnt Resolution gegen die Umsturrvorlage ab. 19. Jn Eisenach- Dermbach wird in der Stichwahl zum Reichstage der Freisinnige Casselmann gewählt. Startes Erdbeben in Laibach. Wahlen zum serbischen Parlament nach vorhergegangenen ungeheuren Wahlbeeinflussungen. 21. Maßregelung der Braunschweigischen Freien Volksbühne. Ende des Londoner Schuhmacher- Lock- outs. 22. Die Schweiz liefert den Sozialisten Dr. Donatelli an Italien aus. Omnibusbediensteten- Streit in Paris. Konflikt zwischen Oberpräsidenten und Berliner Magistrat wegen Petition gegen die Umsturzvorlage. 23. Fuchsmühler Prozeß beginnt. Maffenverhofung von Arbeitern in Rußland. Protest Rußlands, Frankreichs und Deutschlands bei der japanischen Regierung wegen des Friedensvertrages. " 24. Der Pastor" Partisch zu 3 Jahren Gefängniß 2c. verurtheilt. worten. Vornehm. Sonnabend, den 4. Januar 1896. Das Denkmal für die in Rastatt Gestandrechteten wird enthüllt. In Rinteln- Hofgeismar wird in der Stichwahl der Antifemit Vielhaben in den Reichstag gewählt. 25. Der Reichstags- Wahlkreis Dresden Land wird in der Nachwahl erobert. Berliner Stadtverordneten- Versammlung erklärt sich trob Abrathens des Oberbürgermeisters gegen die Umsturzvorlage. 1971 Petitionen gegen die Umfturzvorlage sind dem Reichs. tage zugegangen. Kündigung der Hofloge im Deutschen Theater wegen Aufführung der Hauptmann'schen„ Weber". 26. 51 000 Exemplare der deutschen Maifestzeitung in Berlin polizeilich beschlagnahmt. In anderen Städten wird fie ebenfalls beschlagnahmt. Vergeblicher Versuch des Oberpräsidenten, die Absendung der Petition der Berliner Stadtverordneten gegen die Umfturzvorlage zu verhindern. 27. Verurtheilung von 143 Fuchsmühler Bauern zu 14 Tagen bis 3 Monaten Gefängniß und Geldstrafen. 110 Personen tommen bei einem Dammbruch der Mosel bei Epinal um. Britische Truppen landen in Nicaragua. 28. Die Landesversammlung der nationalliberalen Partei Hannovers erklärt sich gegen die Umsturzvorlage. 29. Sieg der Wienerberger Ziegelei Arbeiter. 30. Mai. 1. Gustav Freytag gestorben. Major v. Wißmann zum Gouverneur von Ost- Afrika ernannt. In der Stichwah! in Lennep Mettmann unterliegt der sozialdemokratische Randidat. Schriftsteller Panizza zu 1 Jahr Gefängniß wegen des Dramas„ Das Liebestonzil" verurtheilt. Erfolgreicher Ausgang der Zimmererstreits in Bremerhaven und Geestemünde. Die Feier des 1. Mai gestaltet sich in diesem Jahre noch großartiger als in den Vorjahren. Gerichtliche Freigabe, aber nicht Rücklieferung der Maifest- Zeitung. Das sächsische Bundesraths- Mitglied Graf Hohenthal be zeichnet imReichstage das sächsische Vereinsgesetz als Juvel. Tabatsteuer- Vorlage in der Kommission abgelehnt. Zweite hessische Kammer erklärt sich gegen das Umsturzgesetz. 2. Berliner Stadtverordnete lehnen Magistratsvorlage für Kaiser Wilhelm. und Kaiser Friedrich- Gedächtnißfirche ab. 8. Zwei Tage nach der Maifeier wurde die beschlagnahmte Maifeft- Zeitung wieder zurückgegeben. 4. Siegreiche Beendigung des Stettiner Steinfegerstreiks. Unruhen in Kuschan( Persien). 5. Städtetag gegen die Umsturzvorlage in Berlin. 13. Jahrg. 17. Der Gefeßentwurf über die Rezeption der Juden wird nach langwierigen parlamentarischen Kämpfen vom ungarischen Reichstage angenommen. Streit der Meeraner Polizisten. 18. Prozeß gegen Bading und Schulze wegen der März Beitung; auffallende Anwendung des dolus eventualis. Preußisches Abgeordnetenhaus lehnt Zentrumsantrag auf Abschaffung letter Reste Kulturkampfs ab. 20. Herr v. Hammerstein wirft den sozialdemokratischen Abgeordneten im Reichstage vor, daß sie von Arbeitergroschen leben. Die französischen Sozialisten beantragen in der Deputirten tammer die Aufhebung des Anarchistengesetzes. Wilhelm Eichhoff gestorben. 22. Großes Schiffsunglück des spanischen Dampfers„ Gravina". 164 Personen todt, nur 3 gerettet. 23. F. E. Neumann, ältester und berühmter deutscher Physiker, gestorben. 24. Schluß des Reichstages nach Annahme des Branntweins steuer- Gesezes. Sozialistischer Sieg bei den Apoldaer BezirksausschußWahlen. Möller Dortmund( natl.) legt Reichstags- Mandat nieder. 33 00 Kohlenarbeiter in Nordamerika streiken. 26. Große sozialistische Erfolge bei den italienischen Deputirtens wahlen. Unser Banter Partei- Organ veröffentlicht einen Erlaß des Kriegsministers über Fernhaltung von Sozialisten von der Garde. 27. In der Stichwahl in Köln- Stadt wird Greiß( 3.) gegen Lütgenau( Soz.) gewählt. In Kiel explodirt der Kessel eines türkischen Torpedos dampfers, 7 Menschen todt, 12 verwundet. 29. Queger im dritten Wahlgange zum Wiener Bürgermeister gewählt, lehnt Wahl ab. Beginn des Flensburger Maurerstreiks. Dampfer, Colima" gescheitert, 173 Personen todt, Dampfer Don Pedro" auf Grund gerathen, tedt 105 Personen. 30. Beginn des Alegianerprozesses. 1500 Leipziger Maurer legen die Arbeit nieder. Wiener Gemeinderath aufgelöst. Große Arbeiterdemonstration in Wien für das allgemeine Wahlrecht. Arbeiter Albert, Mitglied der provisorischen Regierung von 1848, gestorben. Der Achtstundentag für die städtischen Arbeiter wird in Manchester bewilligt. 31. Berliner Frauen- Agitationskommission aufgelöst. Grundsteinlegung des Elbe- Trave- Kanals." Japaner beginnen die Beseßung Formosas. Carl Vogt, Naturforscher, 1849 Reichsregent, später Juni. Pensionär des fleinen Napoleon, gestorben. 6. Der Antrag der Sozialdemokraten, ein Reichs- Vereinsgesetz zu erlaffen wird abgelehnt. 7. Das Reichstagsmandat Böttcher's, des Vorsitzenden der Umsturskommission wird für ungiltig erklärt. 8. Die an diesem Tage veröffentlichte Liste unterm neuesten Kurse für April weist Gefängnißstrafen in der Höhe von 2 Jahren 9 Monaten 3 Wochen und 1 Tag und 3448 M. Geldstrafe auf. 2. Lesung der Umfturzvorlage. Erfolgreiche Beendigung des Basler Maurerftreits. 9. Der Konservative Reichmuth gegen Sozialdemokraten in Weimarer Stichwahl in den Reichstag gewählt. 11. Ablehnung der Umsturzvorlage. Beendigung des langwierigen Schmöllner KnopfmacherStreifs. 13. Ablehnung der Tabaksteuer- Vorlage im Reichstage. Das serbische Zündhölzchen- Monopol tritt in fraft. 14. Demokrat Hähnle in Ulm in den Reichstag gewählt. Dr. Lueger zum Wiener Vize- Bürgermeister gewählt. 16. Graf Kalnoky wird durch den Polen Goluchowsky als österreichischer Minister des Auswärtigen ersetzt. Wegen gefährlichen rechtswidrigen Waffengebrauchs wurde der Major von Schulze- Klosterfelde, der am 3. Februar d. J. auf dem Steindamm in Altona einen Banf beamten mit dem Degen bearbeitete, vom Kriegsgericht zu 2 Monaten Festung verurtheilt. Die Mailifte unterm neuesten Kurse ergiebt in Summa 3 Jahre 8 Monate und 3 Wochen Gefängniß und 2372 M. Geldstrafen. 1. Der Südbahn- Standal wird in der französischen Rammer debattirt. 2. Der frühere Justizminister Friedberg gestorben. 3. Eröffnung des internationalen Bergarbeiter- Kongresses in Paris. Stichwahlen zur italienischen Rammer. Siege. Sozialistische Georg Stiebeling in New- Yort gestorben. Attentat auf den Generalfapitän von Madrid. 3.- 5. Englischer Genossenschaftskongreß in Huddersfield. 4. Sächsische Landeskonferenz in Döbeln. Bebel muß wegen Abtreibung aller Säle in Straßburg seinen Wählern auf badischem Gebiete Bericht erstatten. Attentat auf den italienischen Deputirten 2. Ferrari in Rimini. Chile fehrt zur Goldwährung zurück. 5. Der Aufruf zur Beschickung des internationalen Arbeiterund Gewerkschaftskongresses( London 1896) wird veröffentlicht. Siegmund Schott, alter schwäbischer Demokrat, geft. Erste Probefahrt durch den Nordostsee- Kanal. 6. Evangelisch- sozialer Kongreß in Erfurt. Große Wolkenbrüche und Hochwasser in Balingen ( Württemberg). Der internationale Bergarbeiter- Kongres beschließt die Einführung des Achtstundentages. ,, Ruhmreicher König, es ist alles Dein was Dir gefällt, Für die Beantwortung unserer Frage: Wer sind die Bor denn teiner tann Deiner Allmacht wider nehmen? gewinnen wir daraus die weitere Aufklärung, daß die Wer ist vornehm? Wer sind die Vornehmen? stehen." Da sie dies sagten, rief ein leichtsinniger, im irgendwie geordneten Staate mächtigen darunter zu Auf diese Frage mag uns die deutsche Sprachforschung ant- neidischer und unbedachtsamer Mensch mit lauter Stimme: verstehen sind. " Nichts sollst Du haben, als was Dir nach dem Recht Interessant ist der Umstand, daß schon Cäsar die Vornehmen Wenn nach gemeinschaftlicher Arbeit zum Gewinn von das Loos ertheilt", erbob seine Art und schlug auf den Krug. der Germanen principes nennt, welches Wort ganz genau das Nahrungsmitteln und Gebrauchsgütern, sei es durch Jagd oder Alle erstaunten darüber, der König aber ertrug diefe Beleidigung selbe bedeutet, nämlich die, welche primi capiunt, d. i. als erste Fischfang oder Raubzug, Krieg u. s. w., der Ertrag, die Beute mit Sanftmuth und Geduld, nahm den Krug und gab ihn dem zugreifen. Das Latein, die Sprache der alten Römer, giebt uns vertheilt ward, geftand die Gesammtheit gern denjenigen, die bei Boten der Kirche, bewahrte aber heimlich in seiner Brust den also an die Hand, bei den Römern der Urzeit eine ganz den Mühen des Arbeitens das Beste gethan hatten durch Kraft- ihm angethanen Schimpf. Und als ein Jahr verflossen, ließ er gleiche Entwickelung der Verhältnisse anzunehmen, wie wir leistung besonderer Art oder guten Rath, flugen Einfall oder das ganze Heer in seinem Waffenschmuck( zur Parade und sie aus dem deutschen Worte: die Vornehmen für die älteste leitende Führung und Organisation der gemeinsamen Thätigkeit, Musterung würden wir fagen) zusammenrufen, um auf dem deutsche Zeit erschließen. Beiläufig sei bemerkt, daß der lateinische den Vorgriff, den ersten Griff in die volle Beute zu. Diese Leute Märzfeld fich im Glanze seiner Waffen zu zeigen. Als er aber Ausdruck princeps als Fremdwort in die deutsche Sprache übernun, die gewohnheitsrechtlich vor allen anderen nehmen hier alle durchmusterte, fam er auch an den, der ging in ber heute noch üblichen Form Prinz mit nur etwas eindurften, die eben sind die Vornehmen. auf den Krug schlug, und sprach: Reiner trägt geengter Bedeutung: Sohn eines Fürsten. so schlechte Waffen als Du, denn Deine Lanze, Dein Bornehm besagt also, daß einer durch Erstgriff beim Theilen des Schwert und Deine Art ist nichts nüte. Und er nahm dessen Art und warf sie auf die Erde. Jener neigte sich darauf ein wenig herab, um die Art aufzuheben, da holte der König aus und hieb ihm mit der Art in den Kopf. So", fagte er, haft Du es zu Soissons einst mit dem Kruge gemacht." Der Mann war todt. Die übrigen hieß er nach Hause gehen. Allen jagte er durch diese That eine gewaltige Furcht ein." An diesem Berichte ist interessant der Zug, daß der von Chlodowech erschlagene Krieger zwar von dem Geschichtsschreiber leichtsinnig, neidisch und unbedacht" genannt wird, in Wirklich feit aber durchaus auf dem Boden des fränkischen Voltsrechtes bezüglich der Beutetheilungen stand. Was nun anfangs Vergünstigung war, seitens derer, die doch auch mitgearbeitet hatten zur Erzielung des allgemeinen Ertrags und Gewinns, ward allmälig Brauch, Gesez, rechtlicher Anspruch der Vornehmen und Abtretungspflicht der übrigen. Auch das Loos ward bei der Vertheilung geworfen, wie es uns berichtet wird in einer Erzählung Gregors von Tours ( I. Buch der fränkischen Geschichten, Kapitel 27). Wegen verschiedener hochinteressanter Einzelheiten sezen wir den Bericht über eine solche Beutetheilung unter dem Merowinger König Chlodowech wörtlich hierher. Arbeitsertrages eingestandenermaßen vor den andern ausgezeichnet, bevorrechtet ist, mehr Besiz und Macht hat, als alle anderen. Zunächst ist das der Fürst und seine Familie, seine Mahen ( Verwandten) und Mannen( nächste Vasallen, Lehnsleute, Beamten). Wie im ganzen Staat, steht die Sache dann in den Einzelgebieten und lokalen Verbänden, im Gau, in der Stadt, ja auch in der Dorfgemeinde." Je mehr die Geldwirthschaft playgriff, desto mehr war Macht und Ansehen die Folge großen Geldbesizes. Wenn im " Dazumal wurden viele Kirchen von Chlodowech's Heer gevorwiegend agrarischen Staatswesen Freiheit, Friede und Recht" plündert, denn er war noch von heidnischem Aberglauben besich nach dem Befißstand an Grund und Boden bemaßen, so ist fangen. So hatten auch die Franken aus einer Kirche einen im Kapitalstaat der Maßstab faktisch, wenn auch nicht nach den Krug von wunderbarer Größe und Schönheit nebst den anderen Diesen Boden wollte Chlodowech, wie seine Antwort an den geschriebenen Rechten, vorwiegend der Kapitalbesig. Sein Vor foftbaren Kirchengeräthen weggenommen. Der Bischof jener Boten des Bischofs jener Kirche" eigt, auch nicht verlassen. bandensein verleiht Personen den Charakter des Vornehmen. Kirche( wahrscheinlich Remigius, Bischof von Reims) sandte Dann besinnt er sich aber eines anderen, aber nicht besseren: er Schließlich nennt man vornehm jeden, der in seinem Aufdarauf Boten zum Könige und bat, daß, wenn er auch nichts nimmt den Krug doch wider Boltsrecht an fich, ja, er treten und seiner Lebensführung sich über die Masse erhebt, anderes von den heiligen Geräthen wieder erlangte, feine Kirche sieht die Vertheidigung des althergebrachten Rechtes bei der da man ohne weiteres bei ihm Besiz und Macht, ja auch doch mindestens diesen Krug zurück erhielte. Der König ver- Beutetheilung als eine Majestätsbeleidigung, als einen ihm an solche Eigenschaften voraussetzt, die nach der herrschenden Annahm es und sprach zu dem Boten: Folge mir nach Soissons, gethanen Schimpf an, für den er sich rächt. Und zwar durch schauung dazu berechtigen. denn dort muß alles getheilt werden, was erbeutet Ermordung des unbequemen Mahners, einen Mord, den er aller- Mit der feineren Lebensgestaltung geht freilich auch bei worden ist; und wenn jenes Gefäß auf meinen Andings in eine Amtshandlung des obersten Kriegsherrn der normaler Entwickelung eine innere Veredelung vor sich; wie wir theil fallen wird, so will ich thun, was der heilige Vater Franken einkleidet. denn von„ wahrhaft vornehmer Gesinnung oder Handlungsweise" will." Tarauf fam er nach Soissons und es wurde die Das giebt Licht für die Umwandlung der freiwilligen Ehrung eines Menschen reden. Das heißt dann allemal soviel wie: das ganze Masse der Beute öffentlich zusammengebracht. Ich bitte durch den Vorgriff beim Beutetheilen in ein neues Recht fittliche Gebahren des so Bezeichneten würde auch uns bestimmen, Euch, tapfere Krieger", sprach der König, erzeigt mir die des Königs. Der König wollte zeigen, was diejenigen ihm vor anderen, ja vor uns selbst einen Vorrang einzuräumen. Gunst, mir außer meinem Theil auch jenes Gefäß zu erwarten hätten, die altes Voltsrecht gegen ihn aufrecht In Gesellschaftsbildungen, in denen das Geld die Welt da zu geben. Er meinte nämlich den erwähnten Krug". Da erhalten wollten, er wollte„ Furcht einjagen", und von ähnlichen regiert, ist es freilich meist nur gleich bedeutend mit reich, und Sprachen, als der König solches gefogt, die Verſtändigeren: Versuchen abschreden. infolge dessen angesehen und mächtig. " 7. Ungeheurer Wolkenbruch in Westungarn. Zahlreiche 1 Menschen verunglückt. Aehnliche Nachrichten aus Steiermart, Galizien und Oberitalien. Verbot der Weber- Aufführung in Brandenburg a. H. 8. Jm Alegianerprozeß wurden die Angeklagten freigesprochen. Bismarck hält an eine Deputation des Bundes der Landwirthe eine Rede gegen Kleber, Streber und Drohnen. fozialdemokratische Versammlung zur Verfügung ge- Jauch die gesungenen Lieder in betracht gezogen. Rechtsanwalt stellt hat. Dr. Herzfeld wandte prinzipiell gegen die Verfügung des Interpellation Jaurès' in der französischen Rammer über Polizeipräsidenten ein, daß nach gewissen Rechtsauslegungen durch Beschränkung des Koalitionsrechtes. höchste Gerichtshöfe der Arbeiter- Sängerbund überhaupt nicht Bei einer Minenübung der Dampspinasse des Panzers als Verein betrachtet werden könnte. Das Kammergericht Kurfürst Friedrich Wilhelm" bei Friedrichsort explodirt habe entschieden, als Berein tönne nur eine dauernde Vereinigung Die Angriffe werden in erster Linie auf den Ministerine Sprengpatrone; fünf Mann todt, mehrere vermehrerer Personen zur Verfolgung eines gemeinschaftlichen Zweckes v. Bötticher bezogen. 9. Historienmaler Lindenschmidt in München gestorben. Große Wahlrechtsdemonstration in Wien, dabei zahlreiche Verhaftungen. 10. Grubenbrand in Antonienhütte( Schlesien), 20 Arbeiter todt. Der italienische Deputirte Ferrari an den Folgen des Attentates gestorben. 11. Die Verstaatlichung der Ludwigsbahn wird von der hessischen Abgeordnetenkammer beschlossen. Neues griechisches Ministerium unter Präsidium von Delyannies. Der württembergische Finanzminister erklärt sich mit aller Entschiedenheit gegen die bimetallistischen Bestrebungen. Die Krantenanstalt der Alegianer in Mariaberg wird behördlich geschlossen. Die Jungczechen suchen durch Obstruktion das Zustandetommen der Steuerreform im österreichischen Abgeordnetenhause zu verhindern. 12. Polizeistandal in Kopenhagen; zwei Polizei- Inspektoren haben Unfittlichkeiten und Erpressungen begangen. 13. Ruiz Zorilla, der frühere Führer der spanischen Republikaner, in Burgos( Spanien) gestorben. Der Streit der Solinger Mefferarbeiter wird durch Einigung beendet. " Durch dreijährigen Boykott haben die Magdeburger Arbeiter die Hergabe des Saales im Germania Park" zu Versammlungen erzwungen. 14. Vornahme der Berufs- und Gewerbezählung für das Deutsche Reich. Der schweizerische Nationalrath fordert den Bundesrath auf, die Verhandlungen mit den anderen IndustrieStaaten zum Zwecke der Anbahnung eines internationalen Arbeiterschuhes wieder aufzunehmen. 15. Siegreiche Beendigung des Leipziger Maurerstreits durch Schiedsspruch des Einigungsamtes. 16. Demission des österreichischen Koalitions- Rabinets Windischgräg. Bunge, Präsident des russischen Ministerkomitees, geft. 17. Bei einer Dampftessel- Explosion in einer Sattelfabrik in River im Staate Massachusetts erleiden 48 meist weibliche Arbeiter einen schrecklichen Tod. Das englische Handelsamt verurtheilt den Steuermann der Grathie", die am 30. Januar den Zusammenstoß mit Der Elbe" hatte, zum Berluft seines Patents. In Basel streiten 1500 Posamentirer, in Lyon die Seidenarbeiter. 19. Der Raiser betont bei Eröffnung des Nordostsee- Kanals seine Friedensabsichten. Ein unparteiisches Beamtenministerium unter Leitung des ehemaligen Hannoveraners Kielmannsegg übernimmt an stelle des Roalitionsfabinets Windischgräß die Führung der Geschäfte in Desterreich. 20. Ein Maulkorbgeset wird al3 Initiativantrag der italienischen Deputirtenkammer vorgelegt. Prof. Dragomanow- Sofia, Führer der kleinrussischen revolutionären Bewegung, gest. 21. Schlußsteinlegung am Nordostsee- Kanal. 22. Das sächsische Ministerium bestätigt die Auflösung der fozialdemokratischen Partei" im 18. sächsischen Wahlfreise. 23. Das liberale englische Rabinet Rosebery giebt seine Demission. Cavalotti veröffentlicht seine Anklagen gegen Crispi. 24. Lord Salisbury übernimmt die Bildung eines konservativen englischen Rabinets. Das Militärgericht zu Przemysl( Galizien) verurtheilt von 26 Husaren drei Unteroffiziere und zehn Gemeine zum Tode durch Erschießen, nachdem sie um ihr Leben gelooft, die übrigen dreizehn zu lebenslänglichem Kerfer. Die Soldaten hatten ihren Wachtmeister, als er wieder einmal, wie gewöhnlich, einen Mann wie eine Bestie bis aufs Blut quälte, in Verzweiflung und Wuth in Stücke gehauen, 25. Interpellation über Mariaberg im preußischen Abgeordnetenhause. Der schweizerisch- französische Handelsvertrag wird abgefchloffen, 26. Errichtung eines Kanalamtes für den Nordostsee- Kanal. Bildung einer neuen Liga zur Abschaffung des englischen Oberhauses. 27. Die Führer der rheinisch- westfälischen Bergarbeiterbewegung Schröder, Meyer, Graf unter dem Verdachte des Meineides verhaftet. 28. Der Bürgermeister von Rolberg wird mit 90 M. bestraft, weil er das der Stadt gehörige Strandschloß für eine Darum sucht jeder wenigstens den äußeren Eindruck der Bornehmheit zu machen durch Kleidung, Redeweise, Benehmen im allgemeinen. Die jeweiligen Vornehmen sind die Mufter, denen es jeber im Bolt bei normaler Stimmung ähnlich, womöglich gleich zu thun sucht. Damit ist aber der Egoismus der jeweilig Vornehmen nicht einverstanden, fie suchen ihre bevorzugte Stellung für sich und ihre immer nach. der Kleidung zu beobachten. Darüber handelte in der GegenDer Bäckerstreit in Budapest ist siegreich beendet. In der belgischen Kammer erfolgen Enthüllungen über unerhörte Mißwirthschaft der Kongo- Regierung, welche den König aufs höchfte kompromittiren. 29. In der Stichwahl zum Reichstage im Kreise Kolberg wird Benoit( fri. Vg.) gegen einen Konservativen gewählt. Der Streit der Posamentirer in Basel wird durch Vergleich erledigt. Das fonservative Kabinet Salisbury übernimmt die Geschäfte. Thomas H. Hurley, bedeutender englischer Physiologe und Naturforscher, stirbt im Alter von 70 Jahren. 29. Peixoto, Präsident der Vereinigten Staaten von Brafilien, gestorben. Unterim neuesten Kurse sind im Juni auf 8 Jahre, neun Monate, drei Wochen und einen Tag Gefängnißstrafen und auf 2613 M. Geldstrafen gegen Parteigen offen erkannt worden. Juli. 1. angesehen werden. Hier liege nun aber nicht Vereinigung von Einzelpersonen, sondern von Vereinen vor. Dann nahm der Vertreter des Klägers auf die Entscheidung des Ober- Verwaltungs gerichts bezug, welche die„ lockeren Vereine" betrifft, und zieht daraus dem Sängerbunde günstige Schlüsse hinsichtlich der Definition des Begriffs Verein". Läge aber, fährt er fort, doch ein Verein vor, so genüge das beigebrachte Material nicht zum Beweise des ihm unterschobenen Zweckes der Einwirkung auf öffentliche Angelegenheiten. Auch seien die im Vorwärts" von Berichterstattern desselben veröffentlichten Berichte nicht beweiskräftig. Die Klage wurde abgewiesen. Die Bezugnahme auf die Entscheidung des Ober- Verwaltungsgerichts betreffs der lockeren Vereine sei hinfällig, denn darin handele es sich nicht um die Bestimmung des Begriffs Verein", sondern um die des Begriffs geschlossene Gesellschaft". Auch wäre der Sängerbund doch ein Verein, wenn er nur durch öffentliche Versamm lungen in Aftion träte. Daß der Arbeiter- Sängerbund auf öffentliche Angelegenheiten einzuwirken bezwecke, gehe aus dem thatsächlichen Verhalten desselben und seiner Organe hervor. Davon habe aber ganz besonders den Gerichtshof die Einleitung zu dem Programm für das Bundesfest am 12. Februar 1893( ist diesem vorgedruckt) überzeugt. Darin werde am Schlusse gesagt:„ Wir müssen eingedent sein, daß wir die Aufgabe haben, mit unseren Liedern immer mehr neue Refruten zu werben für den Klassenkampf der Arbeiter. Unser Bund den Arbeitern, unsere Lieder dem fämpfenden, nach Freiheit ringenden Proletariat!" Hieraus gehe hervor, daß es der Zeitung des Vereins weniger auf die Pflege der Ge3. Nikola Chriftics, einer der ärgsten Bluthunde der serbischen sangskunst, als darauf ankommt, auf die Betheiligten zu gunsten Geschichte, giebt seine Demission als Ministerpräsident. der Sozialdemokratie einzuwirken. Falsch sei die An4. Das preußische Abgeordnetenhaus nimmt das Gesetz übernahme des Anwaltes, bei einer Einwirkung auf die Gesinnung die Rückzahlung der Grundsteuer- Entschädigung an. gewisser Leute fönne noch nicht von einer Einwirkung auf öffent 5. Große Stürme in Nordamerita, tolossale Verluste an liche Angelegenheiten gesprochen werden. Wenn der Zweck eines Menschenleben und Werthen. Vereins, wie hier, dahin gehe, die Mitglieder im Sinne der Sozialdemokratie zu erziehen und die Verwirklichung der Bestrebungen derfelben als wünschenswerth hinzustellen, ist die Einwirtung auf öffentliche Angelegenheiten gegeben, denn es werde dadurch nicht nur zur sozialdemo fratischen Gesinnung, sondern auch zu deren Bethätigung angeregt. Selbst wenn aber die Einwirkung auf öffentliche Angelegenheiten nicht der Hauptzwed sei, unterliege der Bund dem§ 2 des Vereinsgesetzes; es lasse sich eben die Thatsache der Einwirkung nicht wegleugnen. Der Werth des Streitobjekts wurde auf 1000 M. festgesetzt. Das Verpflegungsstationen Gesetz wird vom preußischen Abgeordnetenhause in dritter Lesung abgelehnt. 2. Der frühere Finanzminister und frühere Führer der Liberalen v. Plener zieht sich, nachdem ihm eine Sinekure versprochen wurde, vom politischen Leben zurück. Genoffe Anseele stellt in der belgischen Kammer den Antrag, die Kosten für das diplomatische Korps nicht weiter zu bewilligen. 9. Hammerstein vom Kreuz Zeitungs" Romitee als Chef redakteur suspendirt. Auflösung des englischen Parlamentes. 10. Preußischer Landtag geschloffen. Großer Brand in Brotterode. 12. Monftreprozeß gegen 100 Frauen in Altona wegen 3ugehörigkeit zu einem angeblich politischen Verein. Braunschweiger Maurerstreit siegreich beendet. Bei einem Brückenbau in Alexandrien 40 Arbeiter verunglückt. 15. Große Demonstration gegen das neue belgische Schulgesetz in Brüssel. Attentat gegen Stambulow, den erbittertsten Gegner Rußlands und früheren bulgarischen Ministerpräsidenten. Der Tod tritt am 18. Juli erst ein. 16. Die Programmvorschläge der Agrarkommission werden vom Vorwärts" publizirt. August Reichensperger, ein Führer der Zentrumspartei, gestorben. Siegreiche Beendigung des Streits der Schneider in Stettin, der Maler in Königsberg, der Bäcker in Salzburg und der Metallschläger in Fürth. 17. Fröbel, Revolutionär bis 1848, nachher Bismarckschwärmer, offiziöfer Journalist 2c., gestorben. 19. In Brüg( Böhmen) versinkt infolge eines Schwemmfandfturzes ein Theil der Stadt. Lokales. Die weibliche Bevölkerung Berlins nimmt seit langem an der Gesammtbevölkerung hat sich daher immer mehr zu stärker zu als die männliche; der Antheil der beiden Geschlechter fäufigen Ergebniß der Zählung vom 2. Dezember 1895 ist zu er gunsten des weiblichen Geschlechts verschoben. Aus dem vorfehen, daß die Verschiebung auch im letzten Jahrfünft fortgedauert hat, obwohl Berlin 1893 das Vergnügen hatte, 3600 Mann Militärzuwachs zu bekommen. In der durch Zählung ers liche Personen weibliche-1871: 983, 1875: 991, 1880: 1068, mittelten ortsanwesenden Bevölkerung famen auf je 1000 männ übrigens noch viel weiter zurückverfolgen läßt) ift teine ganz 1885: 1082, 1890: 1078, 1895: 1100. Die Bewegung( die fich stetige. Jm legten Vierteljahrhundert ist sie zweimal unter Kongreß der sozialistischen Gemeinderäthe Frankreichs. 20. Beim Leichenbegängniß Stambulow's, das unter großem beide Male wurde der Antheil des männlichen Geschlechts an brochen worden, Anfang der 70er und Ende der 80er Jahre; Andrange stattfand, stürmten berittene Polizisten in der Gesammtbevölkerung durch den Zuzug größerer Arbeiterden Zug, was ungeheure Verwirrung und zahlreiche massen vorübergehend wieder etwas erhöht. Das Uebergewicht Unglücksfälle zur Folge hatte. erlangte das weibliche Geschlecht schon 1876( vorübergehend auch 1870, infolge der Einziehung der Reſerven), und seitdem ist es dabei geblieben. Das weibliche Geschlecht ist in ganz Deutschland( ebenso wie in vielen anderen doch nicht in allen Ländern Europas) an Zahl stärker als das männliche, und auch hier hat sich das Verhältniß in den letzten Jahrzehnten noch zu gunsten der Frauen verschoben. Die Verschiebung ist aber in Berlin besonders groß. 3 21. In Waldeck Pyrmont fällt der nationalliberale Dr. Böttcher in der Stichwahl zum Reichstage gegen den Antisemiten Müller durch. Bei einer Rollision zwischen zwei italienischen Dampfern in der Nähe von Spezia ertranten 148 Personen. Parteitag der Sozialdemokratie Posens und Schlesiens. 22. Professor Gneist+. 23. Adhemar Schwißguebel, alter schweizer Genoffe gestorben. 24. 4000 Arbeiter streifen in Premysl( Galizien). 25. Schlagwetterexplosion auf der Beche Prinz von Preußen. 40 Bergarbeiter todt, 10 verwundet. 26, Bei St. Brieur in Nordfrankreich entgleift ein mit Pilgern besetzter Eisenbahnzug, wobei 12 Personen getödtet, 50 verwundet werden. 28. Parteifonferenzen in Zerbst und Erfurt. 29. Jnnungskonferenz in Berlin. Große Gewitterstürme in Niederbayern, der Laufih, am Rhein 2c. Bei einem Umzug, der als Demonstration gegen das flerifale Schulgeset in Brüssel stattfand, betheiligten fich über 80 000 Menschen. Wohnungen gab es in Berlin im 1. Quartal 1894 449 873, gegen 437 648 im 1. Quartal 1893. Die Zunahme gegen das Vorjahr ist diesmal nur gering, 24/5 pCt. für ganz Berlin. In den äußeren Stadtheilen ist sie freilich viel größer, z. B. 291/ a pet. in der Thiergartenvorstadt( Hansaplagviertel), während dagegen in mehreren inneren Stadttheilen wieder eine Abnahme ftattgefunden hat, z. B. um 23/4 pet. in Alt- Cöln. In den letzten zehn Jahren, seit dem 1. Quartal 1884, haben sich die Wohnungen in ganz Berlin um 48/2 pet. vermehrt. Im einzelnen fand z. B. in Moabit eine Zunahme um 2721/4, in der Thiergarten- Vorstadt um 2961/2 pSt. ftatt, dagegen z. B. in AltCöln eine Abnahme um 10, in Dorotheenstadt um 10/2, in Friedrichswerder um 15 pet. Auf ein Grundstück famen 30. Das Ergebniß der englischen Wahlen ist eine Regierungs- 1894 in ganz Berlin durchschnittlich 19,22 Wohnungen, gegen majorität von 153 Stimmen. 31. Jn Kolmar hat sich ein Verein einer elsaß- lothringischen Boltspartei fonftituirt. Gegen Parteigenossen wurden im Juli Gefängnißstrafen von 3 Jahren 6 Monaten 4 Wochen und 3151 m. Geldstrafen verhängt. 18,93, 18,48, 18,01, 17,34, 17,02, 16,40, 15,94, 15,77, 15,32, 15,07 in den 10 Borjahren bis rückwärts bis 1884. Jm einzelnen war die Zahl der durchschnittlich auf ein Grundstück kommenden Wohnungen 1894( in Klammern für 1884): jenseitige Luisenstadt 27,05 ( 21,98), Rosenthaler Vorstadt 25,72( 20,15), Oranienburger Vorstadt 24,84( 19,75), Moabit 24,26( 15,90), Stralauer Viertel 23,28( 19,89), Tempelhofer Vorstadt 22,05( 15,72), Rönigsviertel 21,80( 15,58), Wedding 18,87( 12,01) 2c., dagegen z. B. Friedrichstadt 11,45( 10,80), Thiergartenvorstadt 10,78( 6,82), Alt- Cöln 9,10( 8,52), AltBerlin 9,11( 8,28), Friedrichswerber 8,39( 8,59), Dorotheen" Nachkommen zu erhalten. Von unten aber drängt es ebenso Der Arbeiter- Sängerbund vor Höchft interessant ist dies schon bezüglich der Aeußerlichkeit dem Ober- Derwaltungsgericht. stadt 7,90( 8,39), untere Friedrichsvorstadt 6,41( 6,73). Die Zahl wart"( Jahrgang XX, S. 113 ff.) ein Aufsatz des verstorbenen Durch eine polizeiliche Verfügung vom 18. Mai 1895 wurde ist fast in allen Stadttheilen gestiegen, zum theil sehr erheblich. geistreichen Rechtslehrers Jhering, betitelt: Das soziale der Borfigende des Arbeiter Sängerbundes aufgefordert, ein Sinabgegangen ist sie dagegen in Friedrichswerder( Gegend des Motiv der Mode". In demselben lesen wir:" Die Mode ist ein Verzeichniß des Vorstandes und der Mitglieder sowie ein Werder'schen Markts), Dorotheenstadt( Unter den Linden), untere soziales Motiv. Sie ist das Bestreben der Abscheidung der Exemplar der Statuten dem Polizeipräsidium einzureichen. Friedrichsvorstadt( Thiergartenstraße). Vergleicht man die Stadthöheren Gesellschaftsklassen von den niederen, oder richtiger den Diese Verfügung ging von der Voraussetzung aus, daß der theile unter einander, so zeigt sich, daß die Zahl der Wohnungen mittleren, denn die unteren kommen dabei nicht in betracht( mit Bund der Arbeiter- Gesangvereine Berlins und Umgegend auf pro Grundstück im allgemeinen in wohlhabenden Stadttheilen einem Obdachlosen, arbeitslosen Landfahrer tann man einen öffentliche Angelegenheiten einzuwirken bezwecke.(§ 2 des Ber- niedrig, in ärmeren hoch ist. Nur der Wedding macht Angehörigen der höheren Gesellschaft äußerlich in bezug auf die einsgefezes.) Der Vorsitzende, Gastwirth A. Neumann, bestritt eine Ausnahme. Hier befinden sich noch viele halbländliche Kleidung gemeinlich nicht verwechseln!), da die Gefahr der Ver- die Unterstellung und beschwerte sich beim Oberpräsidenten für Grundstücke mit Kleinen Gebäuden, in denen die Wohnungsver wechslung sich schon von selbst ausschließt. Die Mode ist die die Provinz Brandenburg und von Berlin. Dieser wies die hältnisse jedoch nicht beffer find als in den Miethskasernen der unausgefeht von neuem aufgeführte, weil stets von neuem nieder- Beschwerde zurück, worauf der Vorstand des Bundes durch fenfeitigen Luisenstadt( Gegend am Görlitzer Bahnhof). Das geriffene Schranke, durch welche sich die vornehme Welt von der mitt- Rechtsanwalt Hersfeld beim Ober- Verwaltungsgericht flagbar Berliner Statist. Jahrbuch", dem wir die oben mitgetheilten Teren Region abzusperren sucht, es ist die Hezjagd der Standeseitelfeit, wurde. Es wurde beantragt, die Verfügung vom 18. Mai 1895 Bahlen entnehmen, hat in einem früheren Jahrgange nachgebei der sich ein und dieselbe Erscheinung fortwährend wieder außer traft zu sehen und den Befcheid des Oberpräsidenten auf wiesen, daß auf die Vermehrung der Wohnungen pro Grundstück holt: das Bestreben des einen Theils, einen, wenn auch noch so zuheben. Der 1. Senat des genannten Gerichts verhandelte gestern minimalen Einfluß ausgeübt hat, daß es sich vielmehr um stärkere die Vereinigung mehrerer Grundstücke zu einem nur einen fleinen Vorsprung zu gewinnen, der ihn von seinen Berfolgern in der Sache. Der Beklagte süßt seine Anschauung, daß der trennt, und das des andern, durch sofortige Annahme der neuen Bund auf öffentliche Angelegenheiten einzuwirken bezivecke, auf Ausnutzung des Grund und Bodens unter möglichster De Mode denselben wiederum auszugleichen." eine Reihe von Berichten, die im Boltsblatt", später Vor- schränkung des Hof- und Gartenraumes handelt. Die Anwendung dieses sozialen Motive nach Ausgleichung, wärts" über Bersammlungen und Festvorstellungen desselben Die Bebauung des Berliner Stadtgebietes. Bei der nach Gerechtigkeit, nach immer allgemeinerer und eben damit geftanden haben, sowie auf Veröffentlichungen seines Borstandes, Steuereinschäßung für 1894/95, also gegen Ende des Jahres 1893, höherer Sittlichkeit auf das wirthschaftliche und politische Aeußerungen einzelner Mitglieder desselben und die in Aufrufform tamen von dem rund 6838 Hektar bedeckenden Gebiet der Stadt Gebiet kann der Lefer leicht selbst machen. gehaltene Einleitung eines Feftprogramms. Für gravirend Berlin auf die bebaute Fläche( einschließlich Hofräume und kleine Der Gang der Entwickelung geht dahin, wie Jbsen fagt: hält der Beklagte in den meisten Fällen die Betonung Hausgärten) 2361 Hektar oder 371/4 pCt., auf Straßen, Pläge, Wir wollen alle Adelsmenschen werden." Alle, auch die breiten der Solidarität mit der übrigen organisirten Arbeiter Eisenbahnstrecken u. f. m. 1459 Heftar oder 23 pCt., auf die unMaffen des arbeitenden Volkes, wollen Theil haben an der schaft und den Umstand, daß der Bund am 18. März bebaute Fläche 2328 Heftar oder 363/4 pGt., auf die Wasserfläche Jahrtausende alten Kulturarbeit der Menschheit; im Materiellen mehrerer Jahre Feiern abhielt, in denen Vorträge unter Bezug- 190 Heftar oder 3 pet. Der Fortschritt der Bebauung gestaltete wie im Rechtlichen und Sittlichen. nahme auf die Bedeutung des Tages für das Proletariat ge- fich folgendermaßen. Gegen Ende der Jahre 1873, 1883, 1893 Dieser Zug ist menschlich und natürlich und wird nie auf halten und der Märzlämpfer ehrend gedacht wurde; ferner er tamen von dem gesammten Stadtgebiet pet.: hören zu wirken, bis der Begriff des Vornehmen ganz in das regte es Anstoß, daß bei diesen Feierlichkeiten die Lokale, worin 1883 1893 Gebiet des Sittlichen verlegt wird, der heut noch giltige Begriff fie ftattfanden, mit dem bekannten rothen Schmude versehen 31 374 des Vornehmen nicht mehr einen Vorzug zur materiellen Bewaren, und daß laut Bundesbeschluß die einzelnen Vereine des 201/2 23 nachtheiligung anderer in sich schließt. M. W. selben sich an der Maifeier hervorragend betheiligten. Dann wurden 451/2 363/4 auf die bebaute Fläche 1873 221/2 auf Straßen Pläze u. s. w.. 171/2 auf die unbebaute Fläche 57 . IteBet die ArbeitSbedittguugen für die Frauen, welchen in hiesigen G e m e i n d e s ch u l e n die Reinigung der Klassen- zinnner obliegt, werden uns folgende Mittheilungen gemacht: Ter Monatslohn der Reinmachefrauen einer Schule im Südosten der Stadt beträgt 18 M.. mithin wird jeder Arbeitstag mit ca. 75 Pf. bezahlt. Um das Pensum fertig zu stellen, muß eine Frau etwa von morgens 11 Uhr bis abends angestrengt ar< deiten; jeden dritten Tag wird die Aula gereinigt, dann dauert die Arbeitszeit bis 8 Uhr. zuweilen noch länger. Es kommt mithin auf die Stunde schwerer Arbeit ein Geldbetrag von acht Pfennigen an Lohn, dem denn wohl auch der häufige Wechsel der Arbeitskräfte zuzuschreiben ist. Aber der Kastellan. dem die Anstellung der Frauen obliegt, findet immer wieder Personen, die sich gegen den elenden Lohn zur schweren Arbeit hergeben; die Arbeitslosigkeit und das Elend ist groß, und der Hunger thut wehe. Ob es sich aber für die Stadt Berlin ziemt. die Arbeitskräste so jämmerlich zu bezahlen, wie hier berichtet wird'i An dem ersten groste» Festtage deö JnbeljahreS Nr. S, dem 13. Januar 1396, sollen die Schulen geschlossen werden; die Lehrer find gehalten, den Kindern die Bedeutung des Tages in „einfacher, zum Herzen dringender Weise" vorzuführen. Der 13. Januar ist bekanntlich Gedenktag 1. der preußischen Königs- krönung von 1701, 2. der Errichtung der gegenwärtig bestehenden deutschen Reichsherrlichkeit und 3. der bekannten Thaten, die sich vor nunmehr zwei Jahren am Friedrichshain abspielten. Der vormalige Herausgeber der„Lichtstrahlen", Rudolf Harnisch, ist. wie ein hiesiges Blatt meldet, im Kranken- hause gestorben. Im Oktober 1834 wurde Harnisch wegen eines von ihm vertriebenen älteren Gedichtes, in dem Majestäts- beleidigung und Gotteslästerung erblickt wurde, verhaftet und im Januar vorigen Jahres zu einem Jahr Gefängniß verurtheilt. Selb st beschäftig ung wurde dem Berurtheilten im Ge- sängniß Plötzensee nicht gestattet, vielmehr mußte Harnisch D ü t en kleben. Im Juli vorigen Jahres wurde er als unter- leibskrank beurlaubt, er begab sich nach Bethanien, wo er g e st o r b e n ist. IZ Pockenfälle sind in der Zeit vom 19. Oktober bis 10. November vorigen Jahres im städtischen Krankenhaus am Friedrichshain beobachtet worden. Prof. Fürbringer macht darüber in der neuesten Nummer der„Deutsch, med. Wochenschr." einige wichtige Mittheilungen. Alle 13 Erkrankungen stehen zu einander in Beziehung. Sie lasten sich von einer bei dem dreijährigen Kinde einer Arbeiterin in der Amalienstraße am l!). Oktober festgestellten Pockenerkrankung herleiten. Auf dieses Kind ist der Ansteckungsstoff von einem aus Rußland Zugereiste» übertragen worden. Das Kind war zweimal ohne Erfolg geimpft worden. Bon diesem Kinde wurde die 3 Monate alte Schwester in der elterlichen Wohnung angesteckt. Auch diese wurde in das Hospital gebracht. Die erste Erkrankung verlief tödtlich; sie war nicht leicht als ein Pockenfall zu bestimmen. Wegen des Verdachts aber hatte man alle Vorkehrungen getroffen, eine Verschleppung des Krankheitsstoffes zu verhindern. Trotzdem kamen lieber tragungen im Krankenhause zu stände. Es erkrankten zunächst eine Viktoriaschwester,«ine Wärterin, eine erwachsene und zwei kindliche Genesende von dem Pavillon für ansteckende Krank heilen, wo die zuerst Erkrankten streng isolirt untergebracht ge- wesen waren. Dazu gesellte sich noch ein wichtiger Pockenfall. Er betraf ein dreijähriges, nicht geimpftes Kind(die Impfung war wegen Kränklichkeit von Jahr zu Jahr hinausgeschoben worden), da? einen Stock höher als die zuerst Erkrankte untev gebracht war. Der Pockenstoff muß hier eine beträchtliche Wanderung gemacht haben; er hat von allen Insassen des Geschosses nur da? eine nicht geimpfte Kind pockenkrank gemacht. Weiterhin aber erkrankten noch fünf Personen, die nicht im Krankenhause wohnen, dort aber beruflich zu thun hatten; drei Kandidaten der Medizin, die bei der Sektion der zuerst Ev krankten mit beschäftigt waren, ein Pavillondiener, der den Wäschetransport besorgt, und em Tapezirer. Bei den St» direnden war die Erkrankung leicht, bei dem einen so leicht, daß er bis zur Feststellung der Pockenerkrankung noch das Kolleg besucht hatte und dem Vergnügen nachging. Alle Erkrankten, außer dem ersten Falle, blieben nur ganz kurze Zeit im Krankenhause am Friedrichshain. Sie wurden unverzüglich nach der Sicherung der Diagnose dem Institut für Jnseklionskrankheiten bei der Charitee zugewiesen. Bildung und Wissenschaft heben mit Muth und Kraft ihr Haupt empor. In einem hiesigen Lokalblatt steht zu lesen: „Das Doktordiplom ist den« Kriegsminister General der Jufanterie Bronsart von Schellendorf noch zum Jahresschluß durch den derzeitigen Dekan der juristischen Fakultät der Universität Greisswald Professor Dr. Störk und den Prosessor Dr. Pescatore überbracht worden. AuS diesem Anlaß fand bei dem Kriegsminister ein Doktorschmauß statt, zu dem außer den Vertretern der Universität Greifswald sämmtliche Mitglieder des Ministerlollegiums und einige höhere Offiziere de? Kriegsministeriums geladen waren."— Bei dein Doktorschmaus soll namentlich der wissenschaftlichen Höhe, auf der beim Dr. Kriegsminister die Bekämpfung der Sozial demokratie steht, ehrenvoll gedacht worden sein. Die Deutsche Gesellschaft für Ethische Kultur schreibt uns: Am 1. Januar konnte die von der Deutschen Gesell» schaft für Ethische Kultur begründete erste öffentliche Lesehalle auf ein Jahr ibreS Bestehens zurückblicken. Während dieses Zeitraumes wurde sie von 49 625 Personen besucht; entliehen wurden 21482 Bücher. Dabei kommt in betracht, daß nur an Ort und Stelle gelesen werden konnte. Solche Zahlen beweisen, wenn der Beweis erst noch geführt zu«erden braucht«, daß in allen Schichten des BolkeS ein großes Verlangen besteht, sich weiterzubilden, und daß derartige Einrichtungen wie die Lesehallen für Berlin durchaus unentbehrlich find. Eine fiir den Droschkenbetriet wichtige Polizeiverordnung ist soeben erlassen worden, wonach der§ 17 des Droschken- Polizeireglements vom 20. Januar 1373 wie folgt abgeändert wird: Werden Vorherbestellungen auf Droschken zu Frühfahrten, welche vor 8 Uhr morgens auszufahren sind, bei dem Konzessions« inhaber oder dessen von ihm zur Annahm« solcher Bestellungen ausdrücklich bevollmächtigten Kutscher gemacht, so müssen solche, falls sie angenommen worden, pünktlich ausgeführt werden. Die Annahm« einer solchen Bestellung seitens eines hierzu von seinem Dienstherrn nicht ausdrücklich bevollmächtigten Kutschers ist un» zulässig und straffällig, sofern die Bestellung nicht pünktlich zur Ausführung kommt. Die schmutzigste Straffe i« Berlin ist die vielgerühmte „Unter den Linden." Jeder, der vom Kastanienwäldchen hinüber nach dem Durchgang neben dem Schloß die Straße zu kreuzen hat, muß sich bei regnerischem Wetter durch eine Reihe von Pfützen und Schmutzhanfen hindurcharbeiten, waS zum theil auf das in jämmerlichem Zustand befindlichen Holzpflaster zurückzuführen rst. Im gestrigen Thauwetter waren„Die Linden" fast unpassirbar; der halbgeschmolzene Schnee bildete einen nassen Brei, der über den Stieseln zu» sammenschliig. Der Schnee, den man überall sonst entfernt hatte, war hier unbegreiflicherweise konservirt worden. Man spricht von Potizeibefehlen. welche die Erhaltung einer Schlittenbahn zun» Ziveck gehabt hätten. Ist das möglich? Kann dem Vergnügen einzelner der Komfort von Hunderttausenden geopfert werden?— Von einem crfreulicheu Wirken der Behörde, das darauf hinausgeht, die H a u S b e f i tz e r an ihre Verficherungs- pflicht zu gunften der bei ihnen angestellten Portiers jc. zu erinnern, wird uns neuerdings berichtet. Es soll bei den an- gestellten Recherchen auch die Frage zur Erörterung gekommen sein, ob ein Portier oder Hausreiniger, der bereits in einem anderen Arbeitsverhältniß versicherungspflichtig und thatsächlich versichert ist. etwa noch besonders in seiner Hausbediensteten- Stellung zu versichern wäre. Die Beamten gingen der Erörterung dieser Frage aus dem Wege und richteten i» solchen Fällen ihre Ermittelunge» darauf, von wem thatsächlich die Haus- reinigung besorgt werde. Hierbei wurden sogar peinliche Er- Hebungen darüber angestellt, iver z. B. das Schauern der Treppen und Flur« besorgt, und da dies von den Portiers gewöhnlich den Frauen überlassen zu werden pflegt, so forderten die Be- amten, daß die Hausbesitzer in solchen Fällen auch in bezug auf die Frauen der Portiers ihrer Versicherungspflicht nachkommen sollen. Das neue Spezialitätenprogramm des Apollotheater» steht nicht auf der artistischen Höhe, die man sonst in diesem Hause gewohnt war. Es waren gute Durchschnitts- leistungen, die gestern geboten wurden, aber es fehlte an den Schlagern, ohne die eine Spezialitätenbühne nun einmal nicht auskommen kann. Allerdings ist der Gaumen des Publikums, das Schaustellungen dieser Art besucht, verwöhnt und überreizt, und das Bestreben, immer„noch nie Dagewesenes" zu bieten, setzt so einen armen Direktor gewiß oft in die schrecklichste Ver- legenheit. Die komischen Turner Stelling und Revell— andere als Exzentric-Küustler gelten in diesem Fache überhaupt nichts mehr — brachten außer ihrer eigentlichen Kunst nur die alten Mätzchen mit, an die man sich bald genug satt sieht; nicht viel besseres läßt sich von den musikalischen KlownS Brothers Forest sagen. An die Güte alter Zeiten erinnerte das Steirische Jodlerpaar Werner und Rieder, das mit allerdings prächtiger Stimme Lieder vortrug, welche zeigen, daß auch die salon-alpine Dichb kunst seit den Tagen der Zillerthaler sehr herunter gekommen ist. Das Bestreben der deutschen Kostümsoubrette Türk Dare, moderne französische Borbilder nachzuahmen, muß als verfehlt bezeichnet werden. Die Dame war in ihren Kouplets lang- weilig; sehr verdacht wurde ihr überdies, daß sie nur zwei Kleider anzuziehen hatte. Boll echt südländischem Feuer war das spanische Tanz-Trio Bean- Malaga; in alter Schönheit klangen auch die Stimmen des schwedischen Damen- Quintetts Düring wieder. Lebhaften Beifall errang sich der Gesangshumorist Zimmermann durch seine Kapellmeister- Parodirnngen. Erwähnung verdient noch der schwarze Sergeant Siinms durch die Exerzitien, die er mit seiner aus 12 Negerknaben bestehenden Kolomal-Kompagnie außerordentlich behende ausführte. Die Spekulation der Inhaber von Balllokaleu auf die Dummheit und Zahlungssähigkett der Jünglinge und Lebegreise von Bildung und Besitz hat so weite» Umfang angenommen. daß sich die Folgen einer starken Ueberproduktion geltend niachen Die Konkurrenz auf diesem Gebiete ist in den letzten Jahren ein« so große geworden, daß nur die Lokalitäten noch floriren die den Fremden, der das Berliner Nachtleben kennen lernen will, durch ihren rasfinirten Luxus verblüffen und immer neue „Ueberraschungen" bieten. Ein Theil der Nachtlokale hat das Nennen schon aufgegeben, eines der bekanntesten, der Krystall valast in der Prinzenstraße, hat vor kurzem seine Pforten eben- falls geschlossen. Der Besitzer hatte vergeblich versucht, das Lokal dadurch zu halten, daß er das Eintrittsgeld ermäßigte und den„Weinzwang" abschaffte. Ein Theil des Personals hat noch rückständigen Lohn zu fordern und ist deshalb klagbar geworden. Eine merkwürdige Illustration der berühmten Berliner Sicherheitszustände erhalten wir in einem Bericht aus der Linienstraße. Danach nimmt das Strolchlhum dort und zwar zwischen Neue Königsstraße und Rosenthalerstraße in er- schreckender Weise überhand. Nicht nur Zuhälter und Dirnen veranlassen dort während der Dunkelstunden arge Szenen, sondern auch Diebsgesindel aller Art findet sich in jener Gegend ein. In der vergangenen Nacht wurde dem armen alten Manne, der an der Ecke der Linien- und Prenzlauerstraße warme Würste feil- hält, eine ganze Anzahl Knobländer aus dem Kessel geraubt. Dem verwegenen Dieb gelang es zu entkommen. Die Haustrerinnen erzählen, daß ihnen von den Strolchen die Waaren auf der Straße fortgerissen werden. Vielleicht sind diese zahlreichen kleinen Diebstähle aber auch nichts anderes alZ Folgen der tiefsten Roth in diesem Winter. Abermals eine Millionen-Erbschaft. Ein Berichterstatter meldet, daß dem in der Neuen Königftraße wohnenden Handels mann K., ein in recht bescheidenen Verhältnissen lebender Mann, der sieben Kinder zu ernähren habe. aus New- Jork die Mib theilung von einer großen Erbschaft geworden sei. Ein dort lebender Bruder habe 7 Millionen Mark hinterlassen, von denen auch ihm, wie daS amerikanische Konsulat gemeldet habe, 766 000 Mark zufallen würden. Der leidige Ausfall der Rix- dorfer Millionen- Erbschaft mahnt wohl, diese Meldung mit einiger Vorsicht aufzunehinen. Wie ei» Proletarier zur Welt kommt. Von einem Knaben wurde am Sylvesterabend in einem Wagen vierter Klasse des vom Lehrter Bahnhof um 2 Uhr 20 Minuten nach Hannover gehenden Fernzuges ein junges Mädchen entbunden, das bisher in Berlin gelebt hatte und nun zum neuen Jahre die Ehe in Hannover eingehen wollte. Auf der Station Groß» Behnitz trat das Ereigniß ein, bei dem eine zufällig anwesende Hebamme Hilfe leistete. Mutter und Kind wurden alsdann noch bis Rathenow niitgenonnnen und dort ins Krankenhaus befördert. Die Wöchnerin hatte noch ein kleines Kind, das noch nicht ein Jahr alt war, bei sich. Beim Schlittschuhlaufen ist der 23 jährig« Handlungs- diener Alfred Knoll ans der Feilnerstraße am 2. Weihnachtstage um? Leben gekommen. Seine Leiche wurde gestern in der Krummen Lanke aufgefunden. Dödtlich verunglückt ist beim Spielen am Sylveftertag der zehnjährige Knabe Emil Schwarzmichel, der Sohn eines Tischlers aus der Kaiser Friedrichstr. 72 zu Pankow. Der Knabe spielte mit einem Altersgenossen auf dem Hofe des Grundstücks Schön- hauser Allee 94. Beide kletterten auf die Balken einer Scheune, die dort steht, und Schwarzmichel hatte daS Unglück, hinabzufallen. Mit gebrochenem Schädel wurde er, nachdem er einen Nothverband erhalten hatte, in das LazaruS-Krankenhaus ge- bracht. Hier ist er an den Folgen der Verletzung gestorben. Witterungsübersicht vom S. Januar tSSS. nvereer-Prognoze für«sonnaocno,». �anuar Borwiegsud trübes Wetter mit geringen Niederschlägen und mäßigen westlichen Winden; Temperalur wenig verändert. Berliner Netterburea«. Erheblich verbrannt ist durch die Explosion einer Petroleum- lampe die Kaufmannssrau Stenger in der Eldenaerstr. 12, welche, nachdem ihr von dem Handwerker Götz die erste Hilfe geleistet war, schleunigst in ein Krankenhaus befördert werden mußte. Zu einem heftigen Znsammenstoff kam es am Donnerstag Nachmittag gegen 3 Uhr in der Friedrichstraße zwischen zwei Fuhrwerken. In dem Putzgeschäfle von Cohn in der Friedrich- straße 168 war Feuer ausgebrochen. Als die Feuerwehr zum Löschen herangesahren kam, schleuderte in der Nähe der Passage ein Mannschaftswagen auf dem glatten Pflaster gegen ein Koupee und warf es an den Bürgerstcig. Der Kutscher des Koupees flog infolge deS heftigen Ruckes vom Bock herab, kam aber an» scheinend ohne Verletzung davon. Das leichte Gefährt wurde von dem schweren Feuerwehrwagen stark beschädigt; es erlitt auch«inen Federbruch und war daher augenblicklich unbrauchbar. DUmPk und MissenMufks Für die erste Aufführung von Gerhart Hanptmann's „Florian Geyer", welche heute im„Deutschen Theater" statt- findet, ist der Beginn auf 7 Uhr festgesetzt. Die Wiederholungen beginnen um 7Va Uhr.'_ GevMzks�DeikunA. Wegen Nachdrucks stand gestern der Buchhändler Rosa» lowski vor der Vit. Sirafkammer des Landgerichts I. Er ist der Herausgeber des„Berliner Verkehrsbuches", welches auf verschie- denen Eisenbahnstationen an die nach Berlin reisende» Personen unentgeltlich vertheilt wird. Das Buch ist u. a. mit einem Plan von Berlin, einem Plan der Stadt» und Ringbahn und einer Zonenverkehrs-Karte ausgestattet. Die letztere soll der unbefugte Nachdruck einer von Elivin Staude herausgegebenen gleicharligen Karte sein. Der Angeklagte ist deshalb bereits im Juli einmal wegen Nachdrucks zu 100 M. Geldstrafe verurtheilt worden. In einer späteren Monatsausgabe war aber dieselbe Karte wiederum zu finden und es wurde deshalb abermals Anklage erhoben. Das Urtheil lautete diesmal auf ISO M. Geldstrafe und eine an den Nebenkläger Staude zu zahlende Buße von 50 M. Eine Ausschreitung im Amte, die ein Rixdorfer Amts- diener begangen halte, beschäftigte gestern schon wieder einmal die zweite Strafkammer am Landgericht II, nachdem erst vor 14 Tagen ein anderer Rixdorfer Amtsdiener wegen desselben Vergehens zu zwei Jahren Gefängniß verurtheilt worden ist. Am Abend des letzten Sedantnges— 2. September— brach in Rixdorf Feuer aus, welches zahlreiche müßige Zuschauer her- betlockle, so daß es den Polizei- Organen schwer wurde, die erforderlichen Absperrungs- Maßregeln durchzuführen. Unler anderen kam auch der Lehrer F ö l l m e r des Weges, der sich bis in die vorderste Reihe der Zuschauer vorschob. Ein Gendarm forderte ihn auf, weiter zurückzutreten, das»hat er wohl, doch nicht weit genug, weshalb ihn der Gendarm zurückschob. In demselben Augenblick erhielt er mehrere Schläge auf den Kopf, so daß ihm der Kneifer von der Nase flog und ans dem Pflaster in Stücke ging. Der also miß- handelte Lehrer hat gar nicht gesehen, wer ihn geschlagen hat, verschiedene andere Zeugen bekundeten dagegen mtt mehr oder weniger Bestimmtheit, daß es der Angeklagte gewesen sei. Der An» geklagte selbst stellte die Sache so dar, daß während der Gendarm den Lehrer zurückschob, aus der Menge höhnische Zurufe ertönt seien, weshalb er beide Arme ausgebreitet habe, um die Menschen zurückzudrängen. Diese Bewegung hätten wohl die Zeugen m-iff- verstanden und so gedeutet, als habe er schlagen wollen oder gar geschlagen. Staatsanwalt Schäffer berücksichtigte die schwierige Stellung der Sicherheilsorgane in Rixdorf im allgemeinen und die Situation, in der sich der Angeklagte befand, im besonderen, und beantragte mildernde Umstände und eine Geldstrafe von 50 M. Der Bertheidiger Rechtsanwalt Abraham plädirte für gänzliche Freisprechung, eZ sei dem Angeklagten wohl zu glaube». daß er nicht habe schlagen, sondern nur energisch habe vorgehe» wolle». Dem Beamte» sei manche energische Handlung gegenüber einer renitenten Maffe erlaubt, die beim Ziviliste» straf- bar sei!! Der Staatsanwalt verwahrte sich energisch dagegen, daß einem Beamten auch nur der Schein eines Züch- tigungsrechtes gegenüber dem Publikum im Sinne des Vertheidigers zustehe, eine solche Auffassung könne zn den s ch l i m m st e n K o n s e q u e n z e n führen. Der Gerichishof hielt eine unmotivirte Ausschreitung seitens des Angeklagten für vorliegend, bewilligte aber mildernde Umstände und erkannte— da der Angeklagte Familie und nur bescheidenes Einkommen hat — nur auf 20 M. Geldstrafe. Teistler und Genoffe«. Bor der IX. Strafkammer von» Landgericht I wird heute die Hauptverhandlung gegen die Buch- Händler Teistler, Brandt- Wilhelmshagen und den Inhaber der Rubenow'schen Buchhandlung, W. Rubenow, statlsinden. Dia genannten sind wegen„Aufreizung verschiedener Bevöl- kerungs- Klassen", begangen durch den Vertrieb einer Broschüre„Proletarisches Manifest" von Wichers von Gogh an» geklagt. Die Verhandlung dürfte insofern von Interesse sein, als der Mitangeklagte Buchhändler Rubenow nachweisen will. daß er weder Sozialdemokrat noch Anarchist sei und in seinem Verlage neben freidenkerischen Schriften ebenso gut Gebetbücher, Haussegen, Neue Testamente und andere religiöse Schriften zu haben seien. Rubenow ist langjähriges Mitglied der Fort- schritts-, jetzigen freisinnigen Volkspartei;. er bekleidet verschiedene städtische Ehrenämter. Ei« Artikel der„Germania", welcher eine Schilderung der Verhältnisse i» den Reihe» des Protestantismus aus der „Deutschen Evangelischen Kirchen- Zeitung" wiedergab und das darin entworfene Bild dieser Verhältnisse als ein„Jammerbild des Protestantismus" bezeichnete, stand dieser Tage in der Revisionsinstanz vor dem Reichsgericht in Leipzig zur endgiltigen Aburtheilung. Redakteur Dr. Ritter war in erster Instanz, wie seinerzeit berichtet, von der Strafkammer des Land- gerichts l Berlin wegen dieses Artikels, speziell wegen des Aus- drucks„Jammerbild", in dem eine Beschimpfung der evange- tischen Landeskirche gefunden wurde(§ 166 D. R.-Str.-G.-B.), zu einer Woche Gefängniß verurtheilt. Diese Berurtheilung ist jetzt, wie der„Germania" aus Leipzig berichtet wird, vom Reichsgericht bestätigt und die dagegen eingelegt« Revision veu werfen worden. Vevntifrhkes. Ackerbau mit Dynamit. Der„Vossischen Zeitung" wird aus Paris geschrieben: In der Crau, dieser Sahara der Provence, die sich von Arles nach Salon und dem Meer erstreckt/ sollen nächstens Ver- suche der Urbarmachung mit Dynamit angestellt werden. Die Crau ist 73 000 Hektar groß; ihr Boden besteht an der Ober» fläche aus leichter röthlicher Erve, die stark mit Kieselsteinen durchsetzt ist. Ein bis zwei Fuß uuter der Oberfläche findet sich eine Kruste, die aus zusammengebackenen Steinen be- steht und undurchdringlich, dabei fünf bis sechs Fuß dick ist. Darunter findet sich leichter, durchläsflger Bode». der eine gute Ackerkruuie bilden könnte. Es sollen nun in einigen Metern Entfernung von einander Löcher gebohrt werde«, die bis in diesen gulen Untergrund gehen. Jndeß wird mit 300 bis 400 Gramm Dynamit geladen, und dann werde» 25 bis 30 dieser Ladungen mit einem Schlage mittels Elektrizität entzündet. Da- durch wird die bisher undurchdringliche Kruste zerbrochen und zerrissen werden. Die Wurzeln der Pflanzen, besonders von Luzerne und Bäumen, werden dann in die Tiefe dringen und die Sprengung der Kruste vollenden, wobei das Wasser ein ichrigei» thun wird. Briefkasten der Redaktion. anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden foll. B Ofter und Pfingsfest 48 Stunden zu dauern. Die Ruhezeit ist| Fortkommen" durch Beilegung eines anderen Namens. von 1 Uhr nachts zu rechnen und muß bei zwei aufeinander dahin gehende Gesuch ist an den Regierungs- Präsidenten, in Wie bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Bwei Buchstaben oder eine Bahl) folgenden Sonn- und Festtagen bis 6 Uhr abends des zweiten Berlin an den Polizei- Präsidenten zu richten. Eine Legitimation, Tages dauern. In Betrieben mit regelmäßiger Nacht und die ein außerehelicher Vater für sein Kind erwirken will, ist Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Zagschicht kann die Ruhezeit frühestens um 6 Uhr abends des etwas anderes und kann in verschiedener Art erfolgen. Die eins Dienstag, Freitag und Sonnabend, abends von vorhergehenden Werktags, spätestens um 6 Uhr morgens fachste Art dieser Legitimation geschieht durch Heirath des Waters 6-7 Uhr statt.j des Sonn oder Festtags beginnen, wenn für die mit der Mutter des vorehelichen Kindes. Der Vater hat dann O. R. M. Nein.-W. S. Die Frau muß behufs Ver- auf den Beginn der Ruhezeit folgenden 24 Stunden der Betrieb bei der Eheschließung ausdrücklich vor dem Standesbeamten Heirathung haben: 1. ihren Geburtsschein, 2. die Geburtsscheine ruht. Die Bundesraths- Bekanntmachung vom 5. Februar 1895 anzuerkennen, daß das Kind von ihm erzeugt ist. Auf grund und Todtenscheine ihrer Kinder und ihres ersten Mannes, 3. falls hat diese Bestimmungen der Gewerbe- Ordnung jedoch dadurch diefes Anerkenntnisses ist das Geburtsregister des Kindes dann aus der ersten Ehe Kinder noch leben sollten, einen Auseinander- durchlöchert, daß sie den Betrieb der Pumpwerke bei der Erdöl dahin zu berichtigen, daß das Kind durch nachfolgende Ghe sehungsschein beibringen. Die ersten Scheine erhält sie vom gewinnung aus Bohrlöchern sowie hierbei und bei Springölquellen legitimirt sei. Ist solches Anerkenntniß bei der Eheschließung Standesamt beziehentlich von der Kirchenbehörde. den letzteren das Aufsammeln des Dels und den Transport desselben zu den verabsäumt, so kann es in folgender Weise nachgeholt werden: stellt das Amtsgericht aus. B. M. 112. 1. Ja. 2. Nein. Sammelbehältern zuläßt, falls die Arbeitsruhe mindestens für Der Vater läßt sich seine Heirathsurkunde und die GeburtsSprechen Sie gelegentlich in der juristischen Sprechstunde vor.- jeden zweiten Sonntag 24 Stunden oder für jeden dritten urkunde des Kindes Dom Standesbeamten geben und -Moll. Freiwilliger Verkauf des Hauses berechtigt in Preußen Sonntag 36 Stunden oder, sofern an den übrigen Gonn begiebt sich mit diesen Urkunden zum Amtsgericht oder zu weder den Miether noch den Vermiether oder den neuen Eigen- tagen die Arbeitsschichten nicht länger als 12 Stunden dauern, einem Notar und giebt vor dem Richter oder dem Notar thümer von dem Miethsvertrage abzugehen. Vielmehr tritt der für jeden vierten Sonntag 36 Stunden beträgt. Wer das Anerkenntniß ab, daß er Vater des Kindes sei. Dann bes neue Eigenthümer, ohne weiteres in die Rechte und Pflichten des diesen Vorschriften zuwider Arbeiter an Sonn oder Festtagen antragt er Rückgabe der Heiraths- und Geburtsurkunde und eine alten. Gerichtlicher zwangsweiser Verkauf berechtigt den neuen beschäftigt, ist mit Geldstrafe bis zu 600 m., im Unvermögensfall Ausfertigung seines Anerkenntnisses. Diese drei Urkunden reicht Sigenthümer den Miethsvertrag zum Ablauf des auf die Sub- mit Haft bedroht. A. S. 29. 1. Nein, 2. Ja. 3. Nein. er dem Regierungspräsidenten, in Berlin dem Polizeipräsidenten haftation folgenden Quartals zu fündigen. Hat der Eigen. 4. Nein. M. R. 20. A13 Bertheidiger in Straffachen mit dem Antrag an, auf grund dieser Urkunden den Standes. thümer von diesem vorzeitigen Kündigungsrecht Gebrauch gemacht, fann jeder Rechtsanwalt, mit Ausnahme der beim Reichsgericht beamten anweisen zu wollen, das Geburtsregister dahin zu be so ist der Miether berechtigt, den Miethsvertrag schon mit Ablauf zugelaffenen, auch außerhalb seines Landgerichts- Bezirks auftreten. richtigen, daß das Kind durch die nachfolgende Ehe legitimirt ist. bes Quartals aufzuheben, in dem die Kündigung erfolgt ist. Ein P. A. 9. In vier Jahren vom 31. Dezember des Jahres Solch Antrag auf Berichtigung tann auf grund eines Oberweitergehendes, besonderes Kündigungsrecht hat der Miether nicht. ab, in dem die letzte Rate gezablt oder die Schuld anerkannt präsidialerlaffes vom 20. Juni 1880 in Berlin auch direkt unter -K. G. Ob die Benutzung einer Regelbahn bis 12 Uhr nachts ift. R. A. 100. Falls Sie im Wochenlohn stehen: Ueberreichung der drei Urkunden beim Standesbeamten gestellt den Miether berechtigt, vom Vertrage in dem Hause, in dem für die Feiertage: nein, für den den Nichtfeiertag: ja. werden. Durch diese Legitimation erhält das Kind alle Rechte gefegelt ist, abzugehen, hängt von der Beurtheilung der Frage- Rud. 100. Ein gefeßliches oder polizeiliches Berbot, mehr eines ehelichen. Endlich ist in Preußen der Justisminifter ere feitens des Richters ab, ob durch den Regeleilärm die Wohnung als 2 Pferde zum Ziehen eines Wagens zu benutzen, besteht nicht. mächtigt, auch ohne nachfolgende Ehe außerebelich geunbrauchbar wird und ob der Miether den Lärm bereits beim Die Polizeiverordnung in Berlin verbietet nur, mit ansteckenden zeugte Kinder auf Antrag der Eltern zu legitimiren. Miethen voraussehen konnte. M. 1561. 1. Hehlerei fann Rrantbeiten oder augenfälligen äußeren Schäden behaftete nur dann als vorliegend angenommen werden, wenn Sie hätten lahme und abgetriebene Pferde als Zugthiere au benußen. annehmen müssen, daß die Waare gestohlen sei. Stellen Sie. 8. 3 fommt darauf an, was vereinbart ist. Die be unter Beweis, daß der betreffende viel ähnliche Waare in der treffende mag gelegentlich in der Sprechstunde vorsprechen. verschiedener Museen und sonstiger Sehenswürdigkeiten. Halle zum Verkauf gebracht hat und daß der Kaufpreis G. S. 4. Wiederholen Sie die Anfrage. B. 24. Eine Altes und Neues Museum am Luftgarten. Besuchszeit täglich, mit ein angemessener war. 2. Ein Ehemann fann seine Frau Adoption wird durch einen schriftlichen Bertrag geschloffen. Ausnahme des Montags in ben 6 Wintermonaten von 10-3 Uhr, in den in einem Strafprozeß nicht vertreten, wohl aber muß er als Erforderlich ist die Bestätigung des Amtsgerichts, in deffen Be- 6 Sommermonaten von 9-3 Uhr; Sonntags im April- September 12 bis Beistand der Frau auf seinen Antrag zugelaffen werden. zirk der au Adoptirende seinen Wohnsis bat. Nur tinderlose uhr, Oftober und März 12-5 Uhr, November und Februar 12-4 Uhr, Dezember und Januar 12-3 Uhr( unentgeltlich). A. Meyer. Nach dem Wortlaut des Gesetzes steht aller- Perfonen über 50 Jahre tönnen adoptiren, jüngere nur mit Ge- gallerie in der Museumsstraße. Besuchszeit Wochentags von 10-3 Uhr dings der Polizei kein Recht zu, die Einreichung von Mitglieder nehmigung des Justizministers. Ihr Zweck würde durch eine( Montags ausgenommen). Sonntags im April- September von 12 bis verzeichnissen derartiger Vereine zu verlangen, die Recht- Aboption wohl nicht erreicht werden. Wollen Sie vielleicht die 6 Uhr, im März und Ottober 12-5 Uhr, Februar und November 12 bis sprechung ist aber entgegengesetzter Ansicht. Rechtsmittel wären egitimation eines unehelichen Kindes durchsehen, dann museum, Bring Albrechtfir. 7. 4 Uhr, Januar und Dezember 12-3 Uhr( unentgeltlich).- unstgewerbeGeöffnet an den Wochentagen( Montags beshalb aussichtslos. Blaner. Soweit wir unterrichtet sind, lesen Sie die untenstehende Antwort an A. R. nach. A. 3. Nein. ausgenommen) im Sommer von 9-3 Uhr, im Winter von 10-3 Uhr, ist die Behörde im Recht. Die gefeßlichen und VerwaltungsSie würden mit Sonntags, April- September von 12-6 Uhr, Ottober und März 12-5 Uhr, Jahns 13. Ja.- Junger Genosse. Vorschriften, nach denen sich im Herzogthum Coburg die Ein- Jhrem Anspruch nicht durchdringen. November und Februar 12-4 Uhr, Dezember und Januar 12-3 Uhr( Unents $. P. Sie müssen sich geltlich). Museum für Böltertunde, Königgrägerstr. 120. Besuchsziehung für Gemeindeschulden richtet, find uns nicht zur Hand. an einen dortigen Anwalt um Auskunft wenden; in der Provinz zett wie im Kunstgewerbe- Museum( unentgeltlich).- ygiene- Museum, Straßfurt P. N. Seiner Braut gemachte Geschenke pflegt Hannover bestehen an den verschiedenen Orten fehr verschiedene lofterfir. 35. Besuchszeit Sonntags wie im stunstgewerbe- Museum. Außer dem Dienstags und Freitags von 10-2 Uhr( unentgeltlich). Museum für man nicht zurückzufordern. Die Geschenke können wie alle Erbrechte. John 102. Ueber Nachtheile und Vortheile von Naturfunde, invalidenstr. 42. Besuchszeit Sonntags wie im Kunstanderen Arten Geschenke, die nicht als Belohnung für Entgegen- Ronfumgenossenschaften ist in längeren Artikeln des Vorwärts" gewerbe- Museum. Außerdem Montags und Sonnabends von 11-3 Uhr. tommen nach den Umständen des Falls zu erachten sind, wiederholt ausführlich gesprochen... 17. Museum für deutsche Boltstrachten und Erzeugnisse des F. R. Nein. Hausgewerbes, Klosterstr. 36. Jeden Tag mit Ausnahme des Mittwochs innerhalb 6 Monaten durch einen vom Gerichtsvollzieher 500. Der Zeuge braucht nach Ihrer Darlegung feineswegs von 11-2 Uhr geöffnet. Eintrittsgeld: Erwachsene 50 Pf., Kinder 25 Pf., zuzustellenden Widerruf zurückgefordert werden. N. N. Nein. einen Meineid geleistet zu haben. Machen Sie auf die bes Bereine Gonntags 10 Pf. Reichs post- Museum, Leipzigerstr. 15. Ge A. P. So viel ersichtlich, waren Sie krankenversicherungs- treffenden Umstände im Termin anfmerksam. A. R. Nein. öffnet Conntags 12-2 Uhr, Montags, Dienstags, Donnerstags, Freitags von 11-2 Uhr( unentgeltlich). Rathhaus, Königstraße. Geöffnet täglich pflichtig. Ihre Rechte auf die Kaffenleistungen können Sie direkt 500. 1. Brennt die Werkstätte ab, so hat nach zutreffender außer Tonnerstag und Freitag von 11-3 Uhr.( unentgeltlich). Aus= gegen die Kaffe geltend machen. Ihre Rechte auf Lohnzahlung Ansicht nicht der Arbeiter, sondern der Arbeitgeber den Nachsichtsturm( ebenfalls unentgeltlich). Kunstausstellung gegen die Firma find beim Gewerbegericht geltend zu machen.--theil zu tragen, also Lohn die Kündigungszeit hindurch zu zahlen des Vereins Berliner Künstler, Wilhelmstraße 92. Sonntags 11 bis 2 Uhr, Wochentags 10 bis 4 Uhr. 50 Pfennig Entree. 3. R. 20. Beide Fragen lassen sich ohne mündliche Rücksprache 2. Der, dem Sie die Werkzeuge geliehen haben, haftet Ihnen Sternwarte, Endeplag sa. Mittwochs und Sonnabends von 9 bis nicht beantworten. Hahn. Eine Bestimmung, nach der man für Erfaz derfelben. Inwieweit Rechte einer Versicherungss 11 Uhr Vormittags. Urania, Wissenschaftliches Theater. Sternwarte. einen gewiffen Zeitraum nach Absolvirung der Dienstpflicht hin- Gesellschaft gegenüber erwachsen find, läßt sich ohne genaue Entree 60 Pf. Buschlag für Theater von 50 Pf. bis 2 M.Invalidenfir. 57-62. Geöffnet von 5 Uhr Nachmittags bis 10% Uhr Abends, A quartum: durch von Steueransprüchen verschont werden kann, bestebt Renntniß der Versicherungsbedingungen nicht beantworten.- Schadowfir. 14. Geöffnet von 9-6 Uhr. Entree Sonntags 50 Pf., an jedem in Breußen nicht. A. B. 100. Am 31. Dezember 1896... 6. Stellen Sie den Antrag auf Nachlaßregulirung bei lesten Sonntag im Monat 25 Pf. Gaftan's Panoptitum, Friedrich Eintrittspreis 50 f. Passages 140. 3ft nichts vereinbart, so kann jeden Tag, feineswegs bem Amtsgericht des Bezirks, in dem Ihr Vater verstorben ist fraße. eöffnet 10-10 br. Panoptitum 10-10 Uhr. Eintrittspreis 50 Pf. Marines Sonnabends, der Arbeitsvertrag gefündigt werden. falls Sie sich mit den Miterben nicht in Güte zu einigen panorama, Am Lehrter Bahnhof. Sonntags von 9-9 Uhr. Entree M t. Jm Betriebe von Bergwerken dürfen Arbeiter an vermögen. P. J. Der Einwand, daß der Erzeuger ver- 50 Pf. Raiser Panorama, Baffage( Unter den Linden). Geöffnet von Sonn- und Festtagen nicht beschäftigt werden. Die Arbeitsrube beirathet ist, zieht nicht; der verheirathete Erzeuger unehelicher Uhr morgens bis 10 Uhr Abends. 300 verschiedene Reisen, Landschaftsbilder. Jede Reise 20 f. 80ologischer Garten, Lügowufer. hat mindestens für jeden Sonntag und Festtag 24, für zwei auf- Rinder hat für diese wie jeder andere au forgen. Sonntags 50 Pf. Borsig's Garten mit Balmenhaus, Alt einander folgende Sonn- und Festtage 36, für das Weihnachtss, A. R. Legitimation geschieht entweder lediglich zum befferen moabit 85-86. Eintrittspreis 50 Pf. GDWAY Für denJuhalt der Juferate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonnabend, 4. Januar. Opernhaus. Ivanhoe. Schauspielhaus. Monfieur Balanceug. Die beiden Klingsberg. Deutsches Theater. Florian Geyer. Berliner Theater. Rabale und Liebe. Nachmittags: Prinzessin Goldhaar. Adolph Ernst- Theater.| Alexanderplatz- Theater. Bum 14. Male: Frau Lohengrin. Schwant mit Gefang in 3 Aften von Ed. Jacobson und W. Mannstädt. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Diefelbe Borstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samst. Große Doppel- Vorstellung zu einfachen Preisen: Gastspiel des Herrn Hans Preyer vom Stadttheater zu Mainz: Leffing- Theater. Romteffe Buckerl. Kean, oder Genie n. Leidenschaft. Neues Theater. Bruder Martin. Residenz- Theater. Hals über Kopf. In doppelter Belehrung. Schiller- Theater. Wilhelm Tell. Adolph Ernst- Theater. Frau Lohen grin. Central- Theater. Eine tolle Nacht. Alexanderplah- Theater Fortunio's Lied. Die fleinen Lämmer. National- Theater. Rean, oder Genie und Leidenschaft. Theater Unter den Linden. Rönig u. Zum Schluß: Bscheus, das Waldmädchen. Morgen Nachmittag 4 Uhr: Rinder Borstellung! Eselein streck' dich, Tischlein deck' dich, Knüppel aus dem Sack. Abends 7, Uhr: Sinks, oder König und Freiknecht. Zum Schluß: 3schens, das Waldmädchen. Belle- Alliance- Cheater. Stangen's Apollo- Theater Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Gefallene Engel. Reichshallen- Theater. Spezialitäten Vorstellung. American Theater. SpezialitätenBorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Bor ftellung. Friedrichstr. 218. Dir. J. Glück. Sensationeller Erfolg des neuen Programms! Das Neueste und Originellste auf dem Baufmann's Variété. Spezialitäten Spezialitäten- Gebiete Vorstellung. Sergeant Simms Schiller- Theater. mit seinen 12 Negerknaben ( Wallner- Theater.) Sonnabend, abends 8 Uhr: Wilhelm Tell. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Der Traum ein Leben. Abends 8 Uhr: Der Meineidbauer. Central- Theater. Alte Jakobftr. 30. Zum 120. Male: Eine tolle Nacht. Große Posse mit Gefang und Zanz in 5 Bildern von Julius Freund und Wilh. Mannstädt. Mufit von Julius Einödshofer. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. ( militärische Exerzitien). Ferner: 35 Künstler I. Ranges. Raffeneröffnung 7 Uhr. Anfang der Vorstellung 8 Uhr. Bekanntmachung. Wegen der erforderlichen großen Vorarbeiten kann die EröffnungsVorstellung meines weltberühmten Affentheaters und Gircus im Passage- Panopticum erst am 8. Jannar stattfinden. Hochachtungsvoll Benoit- Ahlers. Heute 8 Uhr: Von der gesammten Bresse als beste Novität ber Saison anerkannt! -W Kaufmann's Variété Theater Rönigstraße, Rolonnaden. Die kleinen Lämmer. Neues Programm Baudeville in 2 Akten von 2. Barney. Borher: Fortuntos Lied. Operette von Offenbach. Feen- Palast Burgstrasse 22. Direktion: Winkler& Fröbel. Durchweg neue Spezialitäten. Neu! Prinzess Neu! Colibri. E 3 Hanlon Luftturner. Dazu das sensationelle riefen. 20 Januar große Nummern Programm Sonntags 6 Uhr. Anfang Wochentags 7½ Uhr. 71/2 Entree 30 Pf. Reserv. Pl. 50 Pf. Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. lichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Täglich Vorstellung im wissenschaftCastan's Panopticum. Friedrichstr. 165. Neu: Theatrum mundi! ( Mechanisches Welttheater.) Allerseelen. Im Junktons- Saal: Grünau. G. Lindenhayn, Gastwirth, hält seine Lokalitäten beft. empfohlen. Meu 100 Artisten!!! Durchwegs hoch komisch. Das richtige Besuchszeit National: Meinen lieben Schwiegereltern, dem Töpfermeister Carl Salinger u. Frau zu ihrem heutigen goldenen Hochzeits fefte ein breimal donnerndes Hoch. Georg Flörecte, Zeitungsspediteur, Fruchtftr. 71. Neuer Cirous. Circus Busch( Bahnhof Börse). Sonnabend, 8. Januar, abends 71/2 Uhr: Grosse Gala- Vorstellung. Karnevals- Programm! 3schens, das Waldmädchen. Hals über Kopf!!! Große kom. Pantomime. Kaiser- Panorama Außerdem: Senor Pessi mit seinem großartig breff. span. Stier. The Relampagos, Elite Akrobaten. Eine Damen- SchulQuadrille, ger. von 6 Damen. Conversano II, echt Lipizaner Schimmel. hengst, dress. u. ger. v. Herrn PoottitBurghardt. Konkurrenz der Springs ( Passage). Neu! Bum ersten Male! Gine Pferde La Folie und Royalist; der Zum ersten Male! 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Mäntel, Capes, Rleiderftoff- Refte, Satin- Refte, Parchend Reste, Stoff- Nefte zu Knabens Anzügen, Rattun- Refte. Beste Bezugs. quelle für Wiederverkäufor. Neue Königstr. 30, 1. Tr. Reftaurant Empf. Freunden und Bekannten mein Schleftiche Thor Gegend,( Gewerbe Weiß- und Bairischbier- Lokal. Ausstell.), zu vert. Näh. Dresdener. Versch. Fach- u. Tageszeitungen lieg. aus. H. Luhm, ohrenstr. 37, früher Brandenburgstr. 11.[ 40512* ftraße 26, Bigarrengeschäft.[ 20525 Heckweibchen vert. Ziegnigerstr. 11 IV. Freunde und Bekannte lade Sonntag, den 5. d. M. zum Frühschoppen ein. Paster's Festfäle 2051b] Joh. Gnadt, Butbuferstr. 32. Neue Königstr. 7. Mein Saal mit Nebenräumen noch einige Sonnabende zu vergeben.[ 4269L* eröffnet! Hippodromu. Reitbahn Rungestrasse 8 Rungestrasse 8 Arbeitsmarkt. Tüchtige Metalldreher a. Kleine Hähne fofort gesucht. Adressen u. K. erbeten. Grundirer wird verlangt bis abends 11 Uhr. Entree frei.[ 20496] Hugo Nancke u. Co. Großes Musikreiten für Gerren und Damen täglich Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Berlag von Mag Bading in Berlin, 2. Beilage zum Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 3. Deutsche Rechtsprechung Von der Maßregelung eines elfaß- lothringischen Blattes, des Baberner Anzeiger", auf grund des veralteten franzöfifchen Kautionsgesetzes aus der napoleonischen Reaktionsperiode hat der Vorwärts" bereits turze Mittheilung gebracht. Jetzt werden uns aus Babern über die fraglichen Vorgänge folgende Einzelheiten mitgetheilt: " Sonnabend, den 4. Jannar 1896. 21 13. Jahrg. Durch boshaften Stadtklatsch und besonders den Unternehmern zu zahlenden Jahresbeiträge, sondern auch für durch Verheßung der unteren Klassen gegen die Berechnung der Unfallentschädigung Verlegter mit die GrundDie Behörden seinen Lesertreis zu fesseln, so daß lage bilden. Behufs Feststellung der Höhe der Entschädigung wird nach auf grund napoleonischer Gelete. Der Baberner Anzeiger" mit recht als eines und Redem Unfall allerdings von dem Betriebsunternehmer eine volverblatt schlimmster Sorte" bezeichnet worden besondere Lohnnachweisung eingefordert, die ausschließlich ans. ist. Einem derartigen Preßerzeugniß gegenüber durfte deshalb geben soll, was der Verletzte in dem betreffenden Betriebe tein ersichtlicher Anlaß bestehen, eine andere als ftrifte Anwen- während des Jahres vor dem Unfall verdient hat. Indeß hat dung des geltenden Rechts zu bethätigen; eine solche würde, sich mit der Zeit herausgestellt, daß die Angaben in dieser weit entfernt davon ein preßpolitischer Anachronismus zu heißen, zweiten Lohnnachweisung mit denjenigen in der den ganzen vielmehr im Interesse der öffentlichen Gittlichkeit Betrieb umfassenden Jahres- Lohnnachweisung auffallend oft nicht a priori den Vorzug verdienen." übereinstimmen. In diesen Fällen giebt die Spezialnachweisung " Der Verleger und Redakteur des 3aberner An: nie weniger Welche Wirkung mußte diese Charakterisirung des Wiebicke immer mehr an als die allgemeine zeigers" Hermann Wiebice zu 3abern i. E. war auf die Richter in Leipzig haben, die, was die Bertheidigung Nachweisung, mit anderen Worten, der Unternehmer hat gewisje wegen Preßvergehens zu 320 Mart Gelostrafe verurtheilt. desselben anlangt, nur auf die Aften angewiefen waren. Herr Nebenbezüge des Verletzten vergessen" und entsprechend weniger Das Urtheil erging am 1. Juni 1895, wurde zugestellt am Kanzler bezeichnet ihn als mehrfach vorbestraften Menschen". Beitrag zu zahlen gehabt. Solche Bezüge sind insbesondere 15. Juni. Wiebecke legte Revision ein, welche er bereits am Wiebice verlegt und redigirt den haberner Trinkgelder, freie Getränke, Aussaat, feſte 22. Juni begründen mußte und zwar zu Protokoll auf der Anzeiger" seit nunmehr 10 Jahren, in dieser ganzen Weihnachtsgeschente, Werth freier Wohnung, Gerichtschreiberei, weil er keinen Bertheidiger hatte, auch ein Beit hat er mit den Gerichtsbehörden nichts zu freie Beköstigung oder ähnliches und machen nicht selteu Mangel unserer Rechtspflege zu gunsten der Advokatenzunft, da, thun gehabt. Erst als vor etwa 2 Jahren Babern mit Herrn mehr aus als der in die Jahreslohnnachweisung eingestellte Bewie es in diesem Falle vorkam, von seiten des Gerichtschreibers, Staatsanwalt Kanzler beglückt wurde, erfreute sich Wiebicle trag. Charakteristisch für die so unendlich oft geheuchelle Bes ob berechtigt oder nicht sei dahingestellt, merkwürdige Ginwen nacheinander etwa fünf Anklagen, wozu dieser Tage eine sechste hauptung, daß die Berufsgenossenschaften sehr häufig mebr dungen in bezug auf Form und Inhalt der Revisionsbegründung oder siebente gekommen ist. Bestrafung ist eingetreten wegen ente zahlen als sie verpflichtet sind, ist die Thatsache, daß gemacht werden. Jedenfalls ist der Angeklagte durch ein solches über der Form wegen Beleidigung der Ober- Postdirektion mit verschiedene Berufsgenossenschaften einen Vergleich der Lohnnach= haftetes Verfahren in dem freien Gebrauch seines Rechtsmittels 15 M., die behaupteten Thatsachen erwiesen sich als wahr weisungen nur vornehmen, um den geringeren Arbeitsder Revision arg beschränkt. Es kommt aber noch besser: Die ferner wegen Beleidigung der Gendarmerie in verdienst der Rentenberechnung zu Grunde legen zu können. vom Staatsanwalt Dr. Kanzler eingelegte Revision vom einem Fall, gleichfalls der Form wegen und wegen Wenn sich nun derjenige Arbeitsverdienst, welcher der Menten16. Juni wurde in Abschrift dem Angeklagten Wiebicke erst zu Beleidigung eines Gendarmen, dem Trunken berechnung wirklich zu Grunde zu legen ist, meist noch nach geftelt am 2. Juli. In dieser seiner Begründung leistete fich heit nachgesagt wurde, die sich nicht nachweisen ließ, träglich feststellen läßt, so hat derartiges für den Verletzten doch nun der Staatsanwalt folgende persönliche Ausfälle gegen den während die seines Stationskollegen, der den ganzen Tag mit immer den weiteren Nachtheil, daß die SchadenAngeklagten und dessen Zeitung: ihm zugebracht hatte, in einem zweiten Falle etlatant nach feststellung sich in die Länge zieht und er dasAn der Spiße der Urtheilsbegründung( des Landgerichts gewiesen wurde; die Verurtheilung erfolgte jedes Mal zu gering- jenige, was er zu beanspruchen hat, nur zu oft später Babern) findet sich die, augenscheinlich als leitender Gesichtspunkt fügigen Geldstrafen. Zulegt wegen Veröffentlichung politi- erhält als mit Beginn der vierzehnten Woche nach beim Zustandekommen der ganzen Entscheidung zu betrachtende fcher Nachrichte en ohne erforderliche Sautionsstellung, wie dem Unfall, dem gefeßlich vorgeschriebenen Termin. Erwägung, daß die in der neueren Zeit herrschende Ansicht auf eingangs erwähnt, zu 320 m. verurtheilt, wurde er in allen der Arbeitgeber windet sich mit wahrer Virtuosität um die Wahrmöglichst freiheitliche Entwickelung des Preßrechtes gerichtet anderen Fällen freigesprochen, oder das Verheit herum, um die Absicht seiner Gedächtnißschwäche nicht erfci. Diefer ganze Standpunkt erscheint jedoch als ein fahren eingestellt. fennen zu lassen. Arbeitnehmer, die größere Nebenbezüge der verfehlter. Taß die politischen Verhältnisse und damit die Andere Vorfirafen, als die erwähnten wegen genannten Art haben, sollen ihre Arbeitgeber auch darauf auföffentlich rechtlichen Anschauungen über die Presse heute in Breßvergehen hat Wiebice nicht erlitten. Was merksam machen, zumal viele kleinere Unternehmer thatsäch Deutschland andere find, als 2 Jahre nach dem Staatsfireich in dann da in der staatsanwaltlichen Revisionsbegründung von ge- lich nicht wissen, daß solche Nebenbeglige mit zu dem„ Lohne" Frankreich, bedarf keines Beweises. Aber ebenso zweifellos ist, meinschädlicher Wirksamkeit", boshaftem Stadttlatsch" Ver- gehören, der ebensowohl bei den Beiträgen als bei der Un. daß der Gesetzgeber des Reichslandes aus guten Gründen den hegung der unteren Klassen gegen die Behörden"," Heh- und fallrente in Anrechnung zu bringen ist. Fortbestand des französischen Preßpolizei Rechts mit allen Stevolverblatt schlimmster Sorte" gefagt wird, so befeinen besonderen Vorschriften" gewollt hat( Artikel II. Abs. 2 zieht sich sich das darauf, daß Wiebicke Ausschreitungen, die feststehenden Dampstessel nach dem Umfange ihrer Heizflächen, Einf. Gef. zum Strafgesetzbuch in Elsaß Lothringen). Ob Ungesetzlichkeiten in feinem Blatte rigt, einerlei, ob diefer Fortbestand noch heute wünschenswerth sei oder nicht, Angehörige der oberen Behntausend, Offiziere oder juristische hat der Strafrichter nicht zu erwägen. Ebenso wenig wie die und nichtjuristische Beamte, oder ob Arbeiter und Bauern sie bePresse selber den Kampf gegen ein angeblich schlechtes Preß gehen, sobald er sich von der Wahrheit der Thatsachen überzeugt recht durch Nichtbeobachtung seiner Vorschriften führen darf, bat. Er erfreut sich ob dieser Eigenschaft der Sympathien der ebenso verfehlt wäre es, wenn die Gerichte der herrschenden überwiegenden Mehrzahl aller Baberner Be Tagesmeinung zu lieb oder aus anderen Erwägungen völkerungsschichten, reas mant von Herrn Kanzler und tie Anwendung einzelner besonderer Vorschriften des der Art feines Vorgehens gerade nicht behaupten kann. Im Preßpolizei- Rechts als vermeintlich antiquirt ablehnen wollten. Juteresse der öffentlichen Sittlichkeit" liegt Dies hieße, wie Rayser( in Holyendorf's Jahrbüchern IV S. 156) also wohl die Existenz des Baberner Anzeigers", feine mit recht hervorhebt, dem Sage cessante ratione legis cessat ufhebung würde ganz anderen Zwecken dienen. lex ipsa einen völlig unzulässigen Spielraum gewähren und würde die richterliche Willkür an stelle des gefeßlich figirten Staatswillens setzen." " % n " 19 • Dentr Die feststehenden Dampskessel in Brensent. Theilt man Dampstessel mit großer Heizfläche in der Regel einen großen, der im allgemeinen der Größe der Kessel entspricht, so daß also Dampskessel mit großer Heizfläche in der Regel einen großen, raum besitzen, in vier Größentlassen ein, so ergiebt sich seit 1879 solche mit fleiner Heizfläche einen fleinen Dampf- und Wafferfolgende Vermehrung: unter bis qm Dampffeffel mit einer Heizfläche von über bis über 25 bis über 25 qm 1879 1895| 1879| 1895 60 qm Gesammt fummie 60 qm 1879 1895 1879 1895| 1879| 1895 1986 3348 10135| 16605| 12528| 18027 17469| 19844| 32118| 57824 Jene in der Revisionsschrift erhobenen Leschuldigungen fonnte nun der Angeklagte in feiner Weise widerlegen, ebensowenig Während die Gesammtzahl der feststehenden Dampskessel wie er gegen die in der lekten Hauptverhandlung vom Staats Preußens hiernach in jenen 16 Jahren um 80,04 pGt. stieg, Eine derartig liberalisirende Interpretation würde gegebenen- anwalt gebrauchten Redeblüthen, wie:„ aus dem Zuchthaus oder wuchs nur die Zahl der über 60 Quadratmeter Heizfläche befalls aber auch dem öffentlichen Interesse direkt zuwiderlaufen. der Idiotenanstalt kommen wohl solche Journalisten" vom Vor- fißenden Dampftessel in einem stärkeren Maße, und zwar Bekanntlich verfolgt die feit 1919 bis auf den heutigen Tag in sigenden geschützt wurde. Es fei noch angeführt, daß der vom um nicht weniger als 165,7 pct., wogegen die Reffel mit einer Frankreich zu recht bestehende Rautionspflicht politischer Reichsgericht nochmals nach Babern zurückverwiesene Politit Heizfläche bis zu 5 Quadratmetern um 68,6, diejenigen mit einer Beitungen teineswegs den kleinlichen 3 wed, ver- prozeß" am 9. Januar 1896 zur Verhandlung kommt. Das Heizfläche von über 5-25 Quadratmetern um 68,8 pet. und mögenslose Journalisten zu hindern, regie- legte Wort in der Cache wird wohl der„ Gesetzgeber der Reichs- diejenigen mit einer solchen von über 25-60 Quadratmetern rungsfeindliche Politik zu treiben, sondern den lande", der deutsche Reichstag durch eine authentische Inter nur um 43,9 pet. zunahmen. Hierin prägt sich also fehr viel vernünftigeren, eine Garantie für Bezahlung der wegen pretation des alten französischen Rautionsgesetzes sprechen müssen, deutlich das erheblich gesteigerte Bestreben Preßvergehen erfaunten, ost recht hohen Geldstrafen zubamit nicht eine durch jahrelange mühsame Arbeit errungene Gristenz aus, möglichst große Dampfentwickler zu verbieten( vergl. Dalloz v. Presse Nr. 265; Hatin, manuel vermittelst solcher veralteter Gesetze vernichtet wird, wie es durch wenden. de la liberté de la Presse II S. 104; Mouton lois penales Aufhebung des Baberner Anzeigers" geschehen würde auf grund 11 G. 116, Rousset, code général des lois sur la Presse eines französischen Gesetzes, 25 Jahre nachdem ElsaßArt. 189). Der Journalist soll so mit seinem eigenen Ver- Lothringen deutsch wurd?. mögen an der Beobachtung der Gesetze interesfirt werden. Von den Preßvergehen aber, soweit sie nicht polizeilicher Natur sind den sogenannten delits commis par voie de la presse moyen de publication, tout ou autre Soziale Mebersicht. 0 In besonderer Weise drückt sich beim Bergbau-, Hütten- und Salinenwesen das Bemühen, möglichst große Dampferzeuger an stelle kleinerer zu verwenden, noch dadurch aus, daß sowohl die Stessel mit einer Heizfläche von über 5-25 Quadratmetern wie diejenigen mit einer solchen von 25-60 Quadratmetern sich vermindert haben. Eine Abnahme trat auch bei der Textilindustrie bezüglich der eine Heizfläche von über 5-25 Quadratmetern besitzenden Kessel hervor, während sich gleichzeitig hier die über 60 Quadratmeter Heizfläche aufweisenden Steifel fast verdreifachten. Eine besonders starke Vermehrung ließen im übrigen die über 60 Quadratmeter Heizfläche besitzenden Erden( auf über das Bierfache), der chemischen Industrie( auf gehört ein großer Theil nicht dem politischen, sondern Die Lohunachweisungen, welche von den Betriebs- Unterdem privat- strafrechtlichen Gebiete an( diffamation, injure), und nehmern nach Vorschrift des Unfallversicherungs Gefeyes binnen gerade auf diesem entfaltet der Angeklagte Wiebicke seine sechs Wochen nach Ablauf jedes Kalenderjahres den Berufs gemeinschädliche Wirksamkeit. Wie aus einer genossenschaften einzureichen sind, haben auch für Reihe von Vorprozessen gerichtstundig, sucht die Arbeiter hohes Interesse, weil die in ihnen Dampferzeuger noch erkennen bei der Industrie der Steine und derselbe, ein schon mehrfach vorbestrafter Mensch, enthaltenen Angaben nicht nur für die Berechnung der von Technische Rundschau. ( Großfabrikation von Karborundum mittes der elektrischen Kraftaulage an den Niagarafällen. Anwendung der Elektrolyse zur Unschädlichmachung der Abwässer größerer Städte.) Das Karborundum, welches 1892 zuerst von Acheson dargestellt wurde, wird in seiner Heimath Amerika bereits im großen Dargestellt. lins, eine Fläche von 641/2 Quadratkilometern, etwa einen halben Meter hoch bedecken würde. Die gesammte Arbeitskraft, welche in diesen fiürzenden Wassermassen steckt, und für den Menschen fast völlig nublos ist, schätzt man auf 17 Millionen Pferdestärken.( Nach Pferde stärken mißt man in der Technik die Leistungsfähigkeit der Maschinen; es ist diejenige Arbeit, bei welcher in einer Sekunde 75 Kigr. einen Meter hoch gehoben werden. Da man die Arbeit, durch) welche ein Kilogramm einen Meter hoch gehoben wird, ein Kilogrammmeter nennt, so ist eine Pferdeftärfe gleich 75 Kilogramm meter für jede Sekunde.) Ofen etwa 2000 Rilogramm dieses Produfis, welches nach seiner Herausnahme aus dem Ofen zerstampit, gemahlen und durch Behandlung mit Salzfäure, Natroulage und Wasser von fremden Beimischungen gereinigt; nachdem es getrocknet ist, wird es sowohl zu Pulver wie zu Schleifscheiben verarbeitet. Infolge dieser Herstellung im großen hat tas neue Mittel bereits den Weg nach Europa gefunden, wo es ebenfalls, wie in seiner Heimath, den Schmirgel zu verdrängen beginnt. Eine andere Anwendung hat die elektrochemische Industrie Dasselbe wird gewonnen, indem man durch ein Gemisch feit 13 Jahren bei der Unschädlichmachung der Abwässer größerer von Rots mit Sand, Kochsalz und etwas Sägespänen einen Städte gefunden, welche ja viele Krankheitserreger enthalten. elektrischen Strom hindurch schickt, indem man die Mischung Von dieser enormen Arbeitsmenge wird nur ein Ileiner Theil, Die erste derartige Anlage wurde im Jahre 1882 durch die Ju um einen Kohlenkern, durch welchen der Strom geht, herum füllt. etwa 120 000 Pferdestärken, nutzbar gemacht, indem das Wasser genieure Hermite und Cooper in Rouen in Frankreich eingeTie erhaltenen grünglänzenden Krystalle stehen an Härte dem zum Treiben von Turbinen verwendet wird, deren Bewegung dann richtet; es folgten bald andere Städte, wie Havre und Nizza. Liamant nicht viel nach, weshalb der neue Stoff vorzüglich weiter benutzt werden kann. Vor etwa einem Jahre wurde ferner Auch in England fand das System Anklang, wie die Anlage als Schleifmittel benutzt wird, welches in Amerika den früher zu die elektrische Kraftstation eröffnet, welche nach ihrer Fertigstellung in Ipswich zeigt, welche erst vor wenigen Monaten eingerichtet Diese Anlage enthält eine Dampfmaschine von gleichen Zwecken benutzten Schmirgel bereits fast völlig verdrängt im Anfang dieses Jahres weitere 50 000 Pferdestärten nutzbar wurde. bat. Der Erfinder Acheson begründete zu Monogahela in gemacht hat. Auch hier wird das fallende Wasser zum Treiben dreißig Pferdeflärten, welche eine Dynamomaschine autreibt, Pennsylvanien die Karborundum Kompagnie, welche täglich von Turbinen benutzt, welche ihrerseits große Dynamomaschinen in welcher ein elektrischer Strom erzeugt wird. Dieser wird zur 150 Kilo Karborundum produzirte; den nöthigen elektrischen Strom antreiben, in welchen dadurch gewaltige elektrische Ströme erzeugt chemischen Zersehung von Seewasser verwendet, das durch eine erzeugte sie sich mittels Dampfkraft, indem eine Dynamomaschine werden, welche auf weite Entfernungen fortgeleitet und zu den besondere Zeitung mittels einer von einem Elektromotor an von einer Tampfmaschine angetrieben wurde. Der hierdurch verschiedensten Arbeiten benutzt werden können. getriebenen Pumpe herbeigeschafft wird. Die Glektrolyse( Ber bedingte verhältnißmäßig hohe Preis des Karborundums rar bisher die wesentlichfle Ursache dafür, daß eine flärtere Brodultion nicht rentabel war. Die Karborundum Kompagnie hat sich durch einen Vertrag fegung) findet in großen verzinkten Eisenkästen statt, welchen der elektrische Kraft im Betrage von 10 000 Pferdestärken gesichert, Strom durch metallische Glektroden aus Zink und Platin von welchen sie jest bereits gegen 4000 benutzt, um in ihrer aufs zugeführt wird. Die elektrolysirte( chemisch zerfetzte) FlüssigAls jedoch zu Anfang dieses Jahres die elektrische Kraft, modernsie, d. h. bequemste und menschliche Arbeit am meisten sparende teit, das sogenannte" Hermitin", welche in jedem Liter ftation an den Niagarafällen vollendet war, wurde die elektrische Weise den neuen Stoff herzustellen. 10 000 Kilogramm der etwa 3/4 Gramm Chlor enthält, wird in ein höher geBetriebskraft in den Gegenden, welche von dort aus versorgt anfangs erwähnten Mischung werden in den riesigen Schmelzofen legenes Reservoir gebracht, von wo sie in die Ausgangswerden fönnen, erheblich billiger. Fallendes Wasjer stellt be- eingefüllt und 24 Stunden lang der erhitzenden Wirkung des punkte der Kanäle geleitet wird, in welche sich die 2bwässer Tanntlich einen Energievorrath bar, welchen die Natur selbst ge Stromes ausgesetzt; dieser wird durch große Bronceplatten, aus den einzelnen Häusern ergießen. Ein Liter Hermitin liefert hat und der daher, ebenso wie die Energie der bewegten welche sich an die Zeitungstabel. anschließen und in den Ofen genügt, um ein gleiches Quantum der Abwässer in gesundheitlicher Lust, des Windes, zu den billigsten Betriebskräften gehört, welche eingelassen sind, der Maffe zugeführt. Von den Platten ragen Beziehung vollständig unschädlich zu machen. Die Anlage in Ipswich ist für 60 000 Einwohner berechnet uns zur Verfügung stehen. Den größten Wasserfall der Welt 60 Kohlenstäbe von 65 Zentimeter Länge und 8 Zentimeter frei ist den Ofen, welche den zugeführten und soll sich bewährt haben. Aehnliche Anlagen fann man auch bilden die berühmten Niagarafälle, welche sich zwischen dem Dicke vertheilen genügend follen. Ein im feineren Maßstabe ausführen; so besteht eine solche in Erie und Ontariosee befinden, die daselbst die Grenze zwischen elektrischen den Vereinigten Staaten und Kanada bilden. Die beiden großen zwischen befindlicher Keru aus granulirter Rohle dem Hause, in welcher die Pariser Zeitung Figaro" gedruckt 4 Meter Länge und 56 Zentimeter Dicke schließt die wird, bereits seit einem Jahre. Da daselbst Seewasser nicht zur Fälle, welche der die beiden Seen verbindende Strom bei seiner von Theilung in zwei Arme bildet, haben eine Breite von 330 und Zeitungsbahn, worauf die Füllung des Ofens vor sich gehen Verfügung steht, so wird austelle desselben eine Lösung ver 578 Meter, in welcher Ausdehnung das Wasser 47 bezw. fann. Nachdem die Erhigung der Masse durch den Strom, wie wendet, welche 1/2 pet. Chlormagnesium und 2/2 pet. Stochsalz 44 Meter hoch herabstürzt; das Tofen der fallenden Massen tann gesagt, 24 Stunden gedauert hat, ist der Kern, welcher erheblich enthält; im übrigen ist die Anlage ähnlich wie die in Ipswich man meilenweit hören, wie man auch den aufsteigenden Gischt leichter geworden ist und die Struktur des Graphits bekommen eingerichtet. auf weite Entfernungen wahrnehmen kann. hat, rings von einer frystallinischen Schicht von Karborundum Für Berlin würde sich eine solche Einrichtung nicht empfehlen, Die Wassermenge, welche in den Fällen hinabstürzt, wird umgeben; nach außen werden die Krystalle schwächer und da hier die Abwässer landwirthschaftlich zur Beriefelung dennyt in eine metallisch erscheinende, amorphe werden, und gerade diese Verwendung durch die geschilderte Be auf 30 Millionen Kubikmeter pro Stunde geschäßt, von welcher gehen schließlich ungeheuren Menge man sich eine ungefähre Vorstellung machen( nicht fiystallinische) Maffe über, welche jedoch ebenfalls handlung beeinträchtigt werden würde. Im ganzen erhält man aus dem tann, wenn man bedenkt, daß sie das gesammte Weichbild Ber- Karborundum ist. Strom ihnen Bt. Ueber die Betriebsverhältnisse in den deutschen Buch druckereien giebt der Geschäftsbericht der Sektion BerlinBrandenburg" der Deutschen Buchdruckerei- Genossenschaft" für 1894 eine Zusammenstellung, die neben einer allgemeinen Uebersicht in genauer Darstellung die Beschäftigungsverhältnisse in Berlin und der Provinz Brandenburg darstellt. Wir entnehmen daraus nach der„ Soz. Praxis": Der Vergleich der Zahlen der katastrirten Buchdruckereibetriebe aus den Jahren 1888 bis 1894 ergiebt, daß sowohl in Vermehrung wie in Vergrößerung der deutschen Buchbruckereien Jahr für Jahr ziemlich gleichmäßige Fortschritte gemacht worden sind, und zwar Fortschritte, die die Bermehrung der Bevölkerung( pro Jahr zirka 1 pet.) weit übertreffen. Von einer Ge über das Sechsfache), der Industrie der Heiz- und Leuchtstoffe Volksbühne" fagt: Die Rechtsgiltigkeit jener Verordnung werde autobiographischen Aufzeichnungen, Denkwürdigkeiten oder Er ( auf fast das Vierfache), der Industrie der Holz- und Schnitz- vom Ober: Verwaltungsgericht in einer früheren Entscheidung aus innerungen deutsche Zustände der zweiten Hälfte unseres Jahrstoffe( auf über das Bierfache), den Gewerben für Belleidung§ 10. 11. 17. Allgemeinen Landrechts hergeleitet. Nach diesem hunderts behandelt. Unter übrigens gleichen Umständen erhält und Reinigung( gleichfalls auf über das Vierfache), bei den Paragraphen habe die Polizeiverwaltung die nöthigen Anstalten ein derartiges, der Regierungszeit von Raiser Wilhelm I. ge= Baugewerben( von 4 auf 37) und den polygraphischen Gewerben zur Erhaltung der öffentlichen Nuhe, Sicherheit und Ordnung widmetes oder entstammendes Werk den Vorzug." Bei dem ( von 1 auf 37). Aus alledem geht die starke Tendenz auf Ver und zur Abwehr der dem Publiko oder einzelnen Mitgliedern elenden Honorar von 25-30 M. pro Druckbogen für eine mehrung der Großbetriebe hervor, deren soziale und wirth- desselben bevorstehenden Gefahren zu treffen; die Ausübung schwierige und eigenartige Arbeit muthet man den deutschen schaftliche Folgen die Arbeiterschaft täglich an ihrem eigenen dieser Pflicht sebe nun aber immer einen ganz bestimmten Fall Schriftstellern auch noch zu, daß sie ihr Werk von irgend einem Leibe spüren kann. voraus, in welchem eine Gefährdung 2c. vorliege. Sierüber gehe beliebigen Preisrichter- Kollegium" tritifiren lassen sollen! Das Feitfehung jedoch die Verordnung vom 10. Juli 1851 mit ihrer allgemeinen ist auch ein Beitrag zur Würdigung geistiger Arbeit in der der Zenfur für alle öffentlichen Bor: fapitalistischen Gesellschaft. ftellungen weit hinaus, und sofern sie darüber hinausgehe, verlege sie das verfassungsmäßige Recht der freien Meinungs- furzem wird in Berlin eine Broschüre erscheinen, deren HerausEine deutsche Frauen- Universität in Gießent. Binnen äußerung( Artikel 27 der Verfassungsurkunde). Die durch den geber an hervorragende Vertreter der Wissenschaft mit der Frage Bescheid des Oberpräsidenten gebilligte Verfügung vom 18. April 1895 sei schon deshalb unhaltbar. herangetreten ist, ob die Frau zum akademischen Studium befähigt, fährdung per öffentlichen Ordnung und Sittlichkeit durch die Vor- respektive berechtigt ist. Zu diesem Gegenstand äußert sich der fiellungen der Freien Boltsbühne" lönne teine Blede fein, auch bekannte Rechtslehrer Professor Dr. Heinrich Dernburg wie folgt: dürfte sich nicht aus allgemeinem Interesse empfehlen, den volks- akademischen Studium befähigt, also auch berechtigt find. Eine Nichts ist unzweifelhafter, als daß es Frauen giebt, welche zum thümlichen Ausführungen des Vereins etwas in den Weg zu legen. andere Frage ist, ob es für unfere Universitäten gerathen ist, Auf Spezialitätenbühnen fänden vielfach Schaustellungen un beanstandet statt, von denen nachtheilige Wirkungen auf die Frauen wie Männer zu den Vorlesungen unterschiebslos zuzulaffen. öffentliche Sittlichkeit befürchtet werden müßten. Für den Fall Zweckmäßig wäre es, eine der deutschen Universitäten vorzugsweise der gerichtlichen Annahme der vom Kläger bestrittenen Giltigkeit zum Frauenftudium zu bestimmen. Man tönnte zum Beispiel der Verordnung vom Juli 1851 wird in der Klage ausführlich bar- Gießen, im Mittelpunkte Deutschlands und in anmuthiger Lage, gethan, daß auch diese Verordnung unrichtig angewendet sei. Unter sur deutschen Frauen- Universität erheben." Bezugnahme auf die Statuten und die ganze Organisation des Vereins " Freie Volksbühne" wie auf die bei der Berloosung der Pläge geübte strenge Kontrolle, die gewährleiste, daß nur Mitglieder zu den Vorstellungen Zutritt erlangten, wird der Nachweis an getreten, daß von öffentlichen Bornellungen im Sinne der Bensur ordnung nicht die Rede sein könne. Im Anschluß hieran beruft sich die Klage auch auf§ 3 der Benfurordnung, nach welchem öffentliche Vorstellungen solche seien, an welchen außer den ausdrücklich eingeladenen Personen und außer den Mitgliedern einer geschlossenen Gesellschaft auch andere theilnehmen tönnen, sei es, daß diese anderen ausdrücklich zugelassen sind, oder daß ihnen der Eintritt wenigstens möglich gemacht wird. Das treffe auf die Vorstellungen der Freien Volle bühne" nicht zu. Selbst wenn es aber wirklich einmal vorkommen folite, daß statutenwidrig Nichtmitglieder zugelassen würden, daß sich vielleicht Leute einschlichen mit der Absicht, dem Verein zu schaden, auch dann würde am Gesammtcharafter der Vorftellungen nichts geändert werden, höchstens dürfte aber die Polizei nur im tontreten Einzelfalle eingreifen. Betreffs der Verfügung vom 18. April 1895 feble es, wie an jeder rechtlichen, so auch an jeder thatsächlichen Voraussetzung. Gettion Hannover, Schlesw. Hol stein und kleine nordd. Staaten.. Zahl der Bunahme der Betriebe Arbeiter Betriebe Arb.- Bahl | in Prozent in im Jahre 1894 den Jahren 1888-94 48,7 56,6 664 10 490 20,7 Rheinland und Westfalen 685 11 466 26,2 Beide Hessen u. Waldeck 847 5 323 16,4 Südwestdeutschland 490 9 280 6,5 Bayern rechts des Rheins 411 4885 16,1 38,9 40,7 83,4 Proving Sachsen und Thüringen. 389 6 654 Königreich Sachsen 479 13 745 617 13 990 615 16,8 48,2 16,3 41,6 24,7 54,7 9,6 42,3 17,3 46,0 Berlin u. Brandenburg 5 östl. preuß. Provinzen. Deutschland. • • 4 697 8570 85 403 Gewerkschaftliches. M an Die Ausländer auf deutschen Universitäten. Der Frantf. 8tg." zufolge sind im laufenden Winterhalbjahr an den deutschen Universitäten nicht weniger als 2287 Ausländer immatrikulirt, fast 8 pCt. der Gesammtzahl. Es ist dies die höchste Bahl von in Deutschland studirenden Ausländern, die je zu verzeichnen war; im vorigen Winter waren es 2150, im Von der obigen Gesammtzahl sind legten Sommer 2124. 1299 allein über die Hälfte weit den brei Universitäten Berlin, Leipzig und München immatrifulirt, beziehungsweise 776, 310 und 213. Darauf folgten dann Heildelberg mit 189, Halle mit 143, Freiburg mit 94, mit 65, Straßburg mit 84, Jena mit 83, Göttingen Würzburg mit 56, Bonn mit 52, Königsberg und Marburg mit je 46, Erlangen mit 29, Greifswald mit 27, Breslau mit 25, Tübingen mit 21, Riel mit 10, Münster mit 9, Rostock mit 7, endlich Gießen mit 2. Bei Ausscheidung nach Fakultäten treffex 628 auf die philologisch- historischen Disziplinen, 480 auf die Medizin, 450 auf Mathematik und Naturwissenschaften, 274 auf die Jurispudeus, 164 auf die evangelische Theologie, 154 auf das Studium der Landwirthschaft, 81 auf Cameralia und Forstwissens schaft, 30 auf die Pharmazie, 21 auf die katholische Theologie, endlich 5 auf das Studium der Zahnheilkunde. Von diesen sämmtlichen Ausländern kommen 1697 aus europäischen, 590 aus außereuropäischen Staaten. Bostale Rechtspflege. geschlossen, welches im Stalle aushänge, wandte der Abfuhr Gewerbegericht. Die Kündigung sei durch ein Plakat auss unternehmer Echeller gegen eine Lohnentschädigungsflage des Kutschers N. ein. Die Kammer 7 erklärte den bloßen Aushang eines Piafates mit der bekannten Bestimmung: Ründigung ist Vertragsabrede, daß der Kläger den Inhalt des Plakates ausgeschlossen", auch für den Fall als ungenügend zu einer fannte; derfelbe hätte ausdrücklich werden müssen, wenn die Bestimmung Rechtsverbindlichkeit er darauf hingewiesen langen sollte. Der Kläger wurde jedoch aus einem anderen Grunde abgewiesen. Die Beweiserhebung hatte nämlich ergeben, daß er einer Aufforderung, sich am Tage nach der Entlassung einzufinden, um zu sehen, ob andere Arbeit für ihn sei, nicht nochgekommen war. Hierdurch bat sich nach Annahme des Ge richtshofes N. seines Rechtes selbst beraubt. Er hätte erst sehen müssen, ob ihm keine Beschäftigung zutheil wurde. = Reichs Versicherungsamt. Einem Knecht, der mit still. schreigender" Zustimmung seines Dienstherrn für dessen Kinder Kirschen pflückie und dabei verunglückte, wurde vom Rekurs gericht die verlangte Unfallrente zugesprochen. Die in Frage tommende landwirthschaftliche Berufsgenossenschaft für Westfalen und deren Echiedsgericht hatte die Ansprüche des Klägers zurückgewiesen, das letztere mit der Begründung, daß er im betr. Falle feine landwirthschaftliche Betriebsthätigkeit vollzogen hätte. Das Reichs- Versicherungsamt begründete seine entgegengesetzte Ente scheidung damit, daß es als landwirthschaftlicher Betriebsunfall anzusehen sei, wenn ein landwirthschaftlicher Arbeiter wie der Kläger bei einer Arbeit verunglückte, die an sich zur Landwirthschaft gehöre, ohne das Geerntete lediglich im eigenen Interesse verbrauchen zu wollen. Etwas anders läge die Sache, wenn es dem Kläger vom Dienst herrn untersagt worden wäre, den Kindern die Kirschen vom Baume zu holen. Für ganz Deutschland ist die durchschnittliche Arbeiterzahl von 1888: 14,6 auf 1894: 18,2 geftiegen. Die Zunahme der ver sicherten Betriebe und Personen bedeutet größtentheils anch eine entsprechende Zunahme der vorhandenen. Auch die Berwendung der Elementarkräfte weist eine Steigerung auf. Die Betriebe mit Glementarkraft waren 1894 gegen 1890 in Berlin von 197 auf 289, in Brandenburg von 47 auf 90, und die Zahl der be- Im Gegensatz zum Rechtsanwalt Kauffmann, welcher die schäftigten Personen in Berlin von 7326 auf 10 988, in Branden Freie Wolfsbühne" verirat, bestritt der Vertreter der Freien burg von 924 auf 1728 gewachsen, die Betriebe ohne Elementar- Bühne", Rechtsanwalt Jonas, nicht die Ungiltigkeit der Zensur Traft hatten sich von 139 und 131 auf 128 und 97, ordnung, sondern vertrat im wesentlichen nur den Standpunkt, die darin beschäftigten Personen von 655 und 663 auf daß fie falsch angewendet sei und daß ihre Anwendung hier 507 und 559 vermindert. In 559 Betrieben waren überhaupt der thatsächlichen Voraussetzungen ermangele. Zum durchschnittlich 22 879 Personen beschäftigt, davon 13 499 Buch- Beweise dafür verwies er auf die Organisation, die Statuten drucker. Die Arbeitsstetigkeit war am größten in den großen und die thatsächliche Handhabung der Geschäfte des von Betrieben. Der Durchschnittslohn( einschließlich der Zeitungs- ihm vertretenen Vereins, sowie auf dessen Programm, träger) variirte in Berlin je nach der Größe der Betriebe von wie es vor der Gründung verkündet wurde u. f. w. 701 bis 1472 m., wobei in den fleinsten Betrieben die niedrigften, Rechtsanwalt Grelling schloß sich im Namen der Wer in Betrieben mit 101-200 Arbeitern die höchsten Löhne gezahlt fuchsbühne hinsichtlich der Rechtsgiltigkeit bezw. Rechtswurden. Von 100 überhaupt in Buchdruckereien Beschäftigten ungiltigkeit der Zensurordnung den Darlegungen Kauffmann's bezogen in Berlin über 4 m. täglich 1893: 49,5, 1894: 46.5, in im wesentlichen an. Bezüglich der übrigen in betracht kommen Brandenburg 1893: 9,4, 1894: 10,0. Der Durchschnittslohn dieser den Rechtsfragen waren die Vertreter der Kläger so ziem höchstbezahlten Arbeiter betrug in Berlin 5,76 bezw. 5,78 M., in lich einer Meinung. Vor allem wurde der famosen Theorie der Brandenburg 4,99 bezw. 5,08 m. Auch auf diese Zahlen hat lockeren Vereine", deren jede Veranstaltung für ihre gesammte die Größe des Betriebs einen erheblichen Einfluß. In Betrieben Mitgliedschaft als öffentliche zu betrachten sei, arg zu Leibe gegangen. mit 1-10 Arbeitern in Berlin verdienen nur 21 pt., in In der schriftlichen Grwiderung auf die Klage des Vorstandes folchen mit 101-150 Arbeitern dagegen die dreifache Bahl, der Freien Volksbühne" führt der Vertreter des Oberpräsidenten 63 pet. über 4 M. in formeller Beziehung aus, daß die Verfügung vom 18. April 1895 lediglich erst eine angreifbare polizeiliche Verfügung in Aussicht stelle, nicht aber selbst eine sei. Das charakteristische Merkmal einer solchen sei nämlich die polizeiliche Regelung eines bestimmten fonfreien alles, also wäre unter den gegebenen Verhältniffen eine eämmiliche Mittheilungen von Organisationen, vor allem folche über. solche das Verbot oder die Androhung des Verbots einer einzelnen Lushände oder Aussperrungen, müssen fiets den Stempel der betreffenden bestimmten, in Aussicht genommenen Vorstellung. Dieses Merkmal Organisation tragen. fehle im polizeilichen Schreiben vom 18. April 1895. Dieses Die Leder- und Galanterie- Arbeiter Berlins und Um- mache nur darauf aufmerksam, daß§ 5 der Verordnung von gegend werden von der obukommission hierdurch er: 1851 gewisse Auflagen enthält, selbst enthalte es jedoch keine jucht, zahlreich in der öffentlichen Versammlung zu Anordnungen, und auch nicht die Andrehung einer Zwangs. erscheinen, die am 6. Januar, abends 1/29 Uhr, in Rauten maßregel; letztere nicht, weil diese eine polizeiliche Berberg's Salon, Oranienstraße Nr. 180,' abgehalten werden wird fügung, die eben nicht vorliege, voraussetze. Im übrigen und die die Frage erörtern foll: Wie stellen sich macht der Beklagte geltend, daß es sich bei den Vorstellungen die Hausarbeiter zu den Forderungen des der Freien Volkebühne" um diejenigen eines der, lockeren" Magistrats, betreffend die Durchführung Vereine handle, die feinen in sich abgeschlossenen, individuell bedes Rassenzwanges in der Hausindustrie und grenzten Personenkreis darstellten und deren Veranstaltungen sogar zu der daraus entstehenden Beitragspflicht dann als öffentlich im Sinne der Zensurverordnung zu betrachten Der Fabrikanten? Die Lohnkommission macht auf diesen feien, wenn nur Mitglieder daran theilnehmen. Aus§ 3 Absatz 2 wichtigen Punkt besonders aufmerksam, indem sie dabei bemerkt, der Verordnung vou 1851 lasse sich nicht herleiten, daß es sei nicht mehr als recht und billig, daß die Fabrikanten zu die mur von Mitgliedern besuchten Vorstellungen eines den gesetzlichen Verpflichtungen, denen sie sich bisher durch die Bereins nicht der Zensur unterlägen. Nach dem Wortlaut des Benutzung der Hausindustrie hätten entziehen können, endlich heran-§ 3 Abfah 1 habe der Abfaz 2 nur solche Vereine im Auge, gezogen würden. Ein anderer wichtiger Berhandlungsgegenstand welche geschlossene Gesellschaften sind. Das sei aber die„ Freie Der rechtliche Unterschied zwischen Fabrikant und der Versammlung am 6. Januar ist der Punkt: Bericht Voitsbühne" nicht. Der Verein sei ein so großer, der Erwerb Handwerker ist in einem Strafverfahren wegen fahrlässigen über den Stand unserer Lohnbewegung. Auch und Verlust der Mitgliedschaft an so geringe Voraussetzungen Bankrotts gegen den Tischler W. durch drei Instanzen eingehend wegen dieser Sache erwartet die Lohnkommiffion zahlreichen gebunden, der Bestand der Mitglieder ein so wechselnder, daß der erörtert worden. W. betrieb mit einem Sozius gemeinsam eine Besuch der Versammlung. Wer es ernft mit der Bewegung Berein nicht als ein in sich geschlossener, bestimmt abgegrenzter Holzfabrik. Als der Sozius ausgeschieden war, unterließ W. die meine, solle erscheinen, um so die Stärke und Einigkeit der or Personenkreis angefehen werden könne. Zu den Vorstellungen Führung von Büchern und wurde deswegen, als er nach weiteren ganisirten Kollegen den Fabrikanten und der Deffentlichkeit habe jeder Zutritt, der sich gegen eine geringe Geldfumme ein fedis Wochen in Konkurs gerieth, unter Auflage gestellt. In erster gegenüber mit fund zu thun; nur durch einmüthigen Busammen- Billet mit dem Namen Mitgliedstarte taufe. Die Zahl der Instanz freigesprochen, weil der Geschäftsumfang des Angeklagten schluß könnten die Kollegen ihre Forderungen durchseyen und Mitglieder könne unbeschränkt anwachsen. Die Beantwortung über den handwerksmäßigen Betrieb nicht hinausgegangen sei, bod damit den Sieg erringen. Möge diese Mahnung überall die der beiden übrigen Klagen fügt sich wesentlich auf dieselbe Rechts das Reichsgericht die Entscheidung auf, weil ihm die Feststellung des wünschenswerthe Beachtung finden! auffassung, wie die vorstehende.- Ten Minister des Innern handwerksmäßigen Betriebes nicht erschöpfend genug dargelegt In der wiederholten Verhandlung vor der Strafe der Verhandlung Regierungsrath Giber als erschien. Staatskommissar zur Vertretung des öffentlichen Interesses". tammer wurde dann noch ermittelt, daß nach dem Ausscheiden Derselbe erklärte vorweg, daß der Minister des Innern nicht des Sozius der Dampfbetrieb in der früheren Fabrit aufgehört der Ansicht des Oberpräsidenten insofern fei, als letterer das hatte, daß der Angeklagte gemeinsam mit mehreren Gesellen in Schreiben vom 18. April 1895 nicht als polizeiliche Verfügung ansehe; der Werkstatt gearbeitet hatte und daß der Umfang dieses Be es es sei thatsächlich eine solche. In seinen weiteren Ausführungen triebes nicht größer war, als in anderen Werkstätten mit Handstimmte er ganz besonders der Ansicht des Oberpräsidenten be- werksbetrieb. Daraufhin wurde W. abermals freigesprochen. treffs des öffentlichen Charakters der Veranstaltungen von Aus dem Ober- Verwaltungsgericht. Thatsachen, welche lockeren Vereinen, an denen nur Mitglieder derselben theil- die Unzuverlässigkeit einer Gesindevermietherin in be nehmen, zu. Auch er betrachtet die hier in Frage stehenden zug auf ihren Gewerbebetrieb darthun, rechtfertigen die behörd Vereine als solche lockere" Vereinigungen. liche Untersagung desselben. Nach einer Entscheidung des IV. Genats des Ober- Verwaltungsgerichts vom 21. Dezember genügt zur Untersagung der Ausübung des Gewerbes einer ea findevermietherin bereits die Thatsache, daß sich deren Ehemann als unzuverlässig erwiesen hat. Im fraglichen Falle wurde durch das Urtheil der letzten Instanz einer Breslauer( e. findevermietherin die Möglichkeit der die Möglichkeit der weiteren Ausübung dieses Gewerbes ganz besonders deshalb genommen, weil ihr Ehemann dasselbe zu einigen Betrügereien gemißbraucht and dadurch bewirkt hatte, daß ihm zunächst die Vermiethung von Gesinde untersagt, und schließlich die behördliche Untersagung Die in Wien neu erscheinende Zeitschrift„ Der Handelsgehilfe", von der wir schon Wittheilung machten, steht auf dem Boden der Sozialdemokratie. Das Blati erscheint am 1. und 15. eines jeden Monats und foftet ganz jährig 1,50 fl., halbjährig 0,75 fl. Redaktion und Expedition befinden sich in Wien I, Niemergaffe 13. Frau Adelheid Popp in Wien, die zur Reich 3 Vertrauensperson der Textilarbeiter Defter reich 3 gewählt war, hat diesen Poften wegen der geringen Wahlbetheiligung ausgeschlagen. Die am 6. Januar in Wien zufammentretende Textilarbeiter- Konferenz wird nun das weitere zu verfügen haben. Die fireifenden Textilarbeiterinnen Gente haben den Couverneur um seine Bermittelung mit den Fabrikanten ersucht. Der Gouverneur erklärte sich dazu bereit. Mit den lagen der Vorstände dev ,, Freien Volksbühne", " vertrat in " Nach etwa fünfstündiger Verhandlung, wovon gegen zwei Stunden auf die Berathung kommen, verkündete Präsident Perfius, daß der Gerichtshof sich noch nicht vollständig habe enticheiden können, daß deshalb die Urtheilspublikation au 3 gesezt werde. Die Entscheidung oder ev. Beweisbeschlüsse würden den tlagenden Borständen schriftlich zugehen." 3 Mart. Runs und Wissenschaft. M Gerichts- Beitung. Aus dem Gebiete der Kunstwissenschaft und der vom Ober- Verwaltungsgericht bestätigt wurde. Die Gattin sei, Literatur hält Frau Agnes Schwieger- Brauns in nächster Zeit führte der Präsident von Meyren aus, vom Ehemann abhängig, der„ Versuchsbühne" und der Freien Bühne" gegen den Ober- im unteren Saale der Vier Jahreszeiten, Prinz Albrechtstraße 9, laffe fich von ihm nicht trennen, und etwaige Beeinflussungen präsidenten hatte sich gestern, wie wir bereits gemeldet, der sechs Borträge, deren erster am 8. Januar stattfindet und sich durch denselben ließen sich nur verhindern, wenn immer ein 1. Genat des Ober- Verwaltungsgerichts zu befassen. In formeller Hinsicht machen die Silagen übereinstimmend geltend, mit der Frage befaßt: 3ft der neue Rembrandt im föniglichen Bolizist beider Handeln überwache; das sei aber ein Unding und Museum( Menonitenprediger Anslo und Frau) echt oder nicht zu verlangen. daß wohl eine im Verwaltungsstreit anfechtbare polizeiliche unecht. Der Eintrittspreis für einen Bortrag beträgt 1 M. und Verfügung gemäß§ 127 des Gefeßes über die allgemeine Landesverwaltung vorliege. Das bewußte Echreiben des Polizeipräfitenten ordne ja verschiedenerlei an und drohe mit der Für die Ausbeutung des Gelehrtenproletariats ist ein Inhibirung der Aufführung von Stücken, für welche die Preisausschreiben bezeichnend, das sich in den von Dr. A. Bettelzenfurpolizeiliche Genehmigung nicht nachgesucht sei. Materie beim herausgegebenen und von A. Notmann u. Co. in Berlin ners wird dann zunächst gerügt unrichtige Anwendung des bestehenden legten Biographischen Blättern" findet. Dort wird ein Preis Rechts, indem vor allem die Rechtsgiltigkeit der Verordnung von 500 Mart ausgefeßt für ein 15 bis 20 Druckbogen entlang. Die beiden Kutscher fuhren so schnell, daß es auf die vom 10. Juli 1851 beftritten wird eine Ausnahme machs hier des Formats der Sammlung von Biographien Geisteshelden Augenzeugen den Eindruck machte, als fuhren sie um die Wette. jedoch der Bertreter der Freien Bühne". Die Klage der Freien( Führende Geister)" umfassendes Manuskript, das in Form von Es wurden unwillige Bemerkungen hierüber laut und daß dic Eine Fahrlässigkeit, durch welche der Tod eines Menschen herbeigeführt wurde, sollte der erst 20 jährige Droschtenkutscher Richard Gehrke begangen haben, der gestern vor der zweiten Straitammer des Landgerichts I stand. Am Abende des 31. Ottober verließen zwei Droschtenführer erster Klasse den Salteplay an der Epenerstraße und fuhren die Straße Alt- Moavit Vermischtes. Theaters Stat= felben berechtigt waren, bewies der nächste Augen- liche Versammlung einzuberufen, die zum Thema die Frage| Chor Gleichheit, abds. 9 Uhr, Emdenerstraße, Restaurateur Schirmer. Bühnenverband Normania, jeben legten Sonnabend im Monat Sigung blid. Der Angeklagte fireifte einen Arbeiter, der den haben soll: Welche Forderungen stellen wir zu der nächsten bei G. Leichniß, Königsbergerfraße 26. Privat Theater-Gesellschaft Nach der Damm überschretten wollte, wodurch derselbe so heftig Lohnbewegung? Schiller, eigung abends 9 Uhr bet Sinte, Buttbuserstr. 24. Sizung: Fidelitas. Theaterverein Bavaria, Adferstr. 17 bei Manfras. zur Seite geschleudert wurde, daß er mit dem Kopf gegen die Privattheater Gesellschaft Toni, abends 9½ Uhr bet Buleger, Swine Bordschwelle schlug und besinnungslos liegen blieb. Er ist in- Eine allgemeine Droschkenkutscher- Versammlung wurde münderstraße 144. Theaterverein Lustige Brüder II, Sigung abends Theatergesellschaft mmer 9 11hr, bei Reichelt, Safenhaide Nr 45/47. folge der erlittenen Schädelverlegung nach einigen Stunden ver in der Nacht vom 2. zum 3. Januar im großen Saale von Genosse A. Hoff- leunig, abends 9 uhr, Situng bei Stuhl, Chorinerstr. 53. storben. Der Angeklagte stützte sich darauf, daß durch die Beweis- Keller in der Koppenstraße abgehalten. aufnahme nachgewiesen war, daß der Verletzte sich in an- mann behandelte in einem mit großem Beifall aufgenommenen verein Bohemia, abends 9 Uhr, Restaurant&. Wizel, Ackerfir. 145. Privat- Theater- Gesellschaft 2iIln, abends 9 Uhr Sigung, Schönh. Allee 135. getrunkenem Zustande befunden hatte, der Staatsanwalt wollte Vortrage das Thema:„ Die wirthschaftlichen Kämpfe" und nahm Bergnügungstlub Oftend, Gigung abends 9 Uhr im Restaurant Rudolf. Geselliger Arbeiter Verein Proletarta, Sonnabend nach dies aber nur als Milderungsgrund angesehen wissen und be- in seinen Ausführungen auch bezug auf den gegenwärtigen Streit strautstraße 6. antragte gegen den Angeklagten eine Gefängnißßirafe von zwei im Droschfenfuhrgewerbe. Es sei eine große Thorheit der Fuhr- dem 1. und 16. jeden Monats, abends 9 Uhr bei Sommer, Grünftr. 21. Stattiub Blaue Bluse, bei Wuttte, Graudenzerstraße 2. Monaten. Das Urtheil lautete auf vier Monate Geberren gewesen, den Kutschern die geforderten 50 Pf. Lobuzulage nicht Rauchttub Dornröschen, abends 9 Uhr, bei F. Krüger, Fennstraße 5. fängniß. zu bewilligen, indem ein unzufriedener Kutscher dem Fuhrherrn flub Revolution, Sigung abends 9 Uhr bet Hauptmann, WienerStatflub Br überlich feit, abends von 9-11 Uhr Sigung bedeutend mehr Schaden bereiten könne. Nicht einmal in Berlin fraße 1-6.— Gtattlub 50. Jeden Sonnabend Bergnügungsverein 2 Ipen= Der tapfere Gottesstreiter Jokrant bat am 2. Januar allgemein bekannt sei es, daß ein Droschkenkutscher mit bei Witwe Rebun, Stralsunderstraße 18.8% 1hr bet klein, Wienerstraße 31. Blumenstr. 49. vor dem Schöffengericht in Marburg eine böse Schlappe erlitten. 1 Mart 2ohn pro Tag abgespeist werde. Die kapitalistische veilchen, abends 10 Uhr Sigung bei Ruppin, Es stand eine Privatklage des zum antisemitischen Reichstags- Tagespresse nehme mehr oder weniger Stellung gegen die Vergnügungsverein Bruderfette, Sigung abendé uhr, bei Paris, Gäste millkommen. Schachflub Springer, abends Abgeordneten avancirten Pfarrers gegen den Universitätsprofessor Kutscher und dennoch seizes gerade sie, die von den Droschten- leditschstraße 23. 9 Uhr bei Wernau, Rosenthalerstr. 57. Gefelliger Verein Sorgenfret, Tambourverein Moabit, Dr. Stengel zur Verhandlung. Die Klage bildet ein Nachspiel futschern noch überwiegend gelesen und unterstützt werde. Der Sigung bet Streifel, Etaligerstraße Nr. 54 b. zu dem erbitterten Wahlkampf, der sich zu Beginn des vorigen Indifferentismus, der leider unter den Droschkentutschern noch uebungsstunden Mittwoch und Sonnabend von 9 bis 10 Uhr bei Dittmann, Berlebergeritr. 9. Verein ehemaliger Schüler der 7. Real Jahres um den nach der Verurtheilung des Abg. Leuß vorherrschend sei, müsse gebrochen werden; anstelle der kapitalistischen fule, präzise 9 Uhr im Restaurant Nepomut, Neue Roßfir. 22: Sigung. freigewordenen Wahlkreis Eschwege- Schmalkalden- Wizenhausen Presse habe der Vorwärts" und die Gewerkschaftspreffe zu treten.( Wissenschaftlicher Vortrag. Literarisches.)- Touristentlub, Ruf", Annenabspielte. Zu diesem standen sich der Privatkläger, Pfarrer Js- Aufgeklärte Kutscher wüßten auch in der Stunde des wirthschaft- fraße 26 bei Stirchberg. Dansk Forening Freja, Kommandantenstrasse 72( Neues Klubhaus), fraut, als Kandidat der deutsch- sozialen Reformpartei und Pro- lichen Kampfes ihre Pflicht zu thun. Wenn die Kutscher fich Módeafen hver Lördag Kl. 9. Besógende ere velkomne. Danske Aviser fessor Dr. Stengel, als liberaler Kandidat, gegenüber. Bei der alles widerstandslos gefallen ließen, würden sie bald dahin ge- findes i Lokalet. German American Club Uncle Sam, 9 o'clock, Wallstr. 57. Guests Hauptwahl am 28. Februar fam Pfarrer Iskraut mit dem Sozial- langen, überhaupt keinen Lohn mehr zu erhalten, sondern dem demokraten in die Stichwahl, über den er sodann später den Zuhrherrn noch etwas zahlen müssen dafür, daß sie ihm das are welcome. Sieg davontrug. Während des Wahl Feldzuges hatte Profeffor Geld verdienen dürfen. Nur durch einiges Zusammenstehen, Stengel in Huntershausen im Kreise Wigenhausen am 8. Februar durch Solidarität, durch Aufflärung und feste Organisation sei in einer öffentlichen Wählerversammlung in Gegenwart des es möglich, in den den wirthschaftlichen Stämpfen dem ausWie die Neger in Ostafrika deutsch lernen, zeigt eine Ditepfarrers über seinen Geguer geäußert: Pfarrer Iskraut beutenden Kapital Troß zu bieten. In diesem Sinne müsse scheine mit der Wahrheit auf gespanntem Fuße agitirt werden. Ueber den Stand des Streits berichtete Prü: fleine Szene aus Sanfibar. Einen Dampfer, der in Sansibar zu stehen, denn in einer öffentlichen Bersammlung in Wald In Frage kommen 54 Fuhrherren mit 521 Wagen; davon stehen anlief, bestürmten, wie es bei der Ankunft von Schiffspaffagieren tappel habe er entweder die groben Lügen eines andern 328 Wagen und nur 193 fahren. Der Streik stehe somit günstig gewöhnlich der Fall ist, beim Verlassen der Boote eine Wenge verbreitet oder sich selbst einer solchen schuldig gemacht, um einen und könne sehr gut gewonnen werden, wenn die Kutscher nur Suahelis, die unter höllischem Lärm und in allen möglichen politischen Gegner, einen fleinen Bigarrenfabrikanten in Wald- fest zusammenhalten. Pflicht jedes Streifenden sei es, bis zur Sprachen ihre Fähigkeiten als Träger und Führer anpriesen. tappel, um Beruf und Brot zu bringen. Das Gericht sprach legten Stunde auszuharren. Die Forderungen bewilligt haben Sechs derartige Kerls rissen sich um den Reisenden, der dem Professor Stengel frei, da erwiesen sei, daß Pfarrer Jstraut bis jetzt 8 Fuhrherren, darunter befinden sich auch einige, B. T." das Erlebniß mittheilt, und er war unentschieden, welchen den Bericht er wählen sollte, als sich plöglich die Sache entschied: Ein Unwahres behauptet habe, was den Ausdruckt gemeine Lügen die dem Fuhrherren Ring angehörten. rechtfertige. fnüpfte sich eine allgemeine Aussprache über den Streit riesiger Suaheli drängte alle seine Konkurrenten zurück, schlug nud die einschlägigen Verhältnisse. Besonders machte Jahn schneidig die Hacken zusammen, falutirte stramm mit der Hand Russische Frauen als Vertheidigerinnen in Kriminal- den Droschfenfutschern den Standpunkt klar ob ihres noch so am Jez und fagte mit schnarrender Stimme: Ich guter Führer, prozessen. Das russische Gesetz verwehrt den Frauen Slechts mangelhaften Klassenbewußtseins, wodurch sie sich sehr un- ich deutsch sprechen; Schweinehund, S.. ferl, au Befehl!!... anwälte zu werden. Um aber in Kriminalprozessen die Ver- vortheilhaft von ihren Pariser und Wiener Kollegen unterscheiden. So hatte der schwarze Bruder deutsch" gelernt. theidigung zu führen, braucht man in Rußland nicht Rechts- Die von den Fuhrberren zur Ausbildung neuer Kutscher einRussisches. Einem russischen Blatte entnehmen bürgerliche anwalt zu sein. Db aber auch Frauen als Vertheidigerinnen gesetzte Fünfzehner- Kommission wurde als verfehlt bezeichnet, da fungiren fönnen, ist im Gesetze nicht gefagt, die Geseze enthalten der Polizeihauptmann Dahle die Versicherung abgegeben habe, Beitungen nachfolgende hübsche Geschichte: St. Petersburg, 28. Dezember. Im Bezirk von Taganrog aber auch kein Verbot, dies zu thun. Vor furzer Zeit daß er nur wirkliche Kutscher zum öffentlichen Fuhrbetriebe zuhatte der Senat, als hödste Kassationsinstanz, Gelegenheit lassen werde. Servorgehoben wurde ferner, daß ohne Mittel in erschien im vorigen Sommer auf den Feldern ein Wurm, der Der Hofataman meldete die Sache gehabt, sich mit dieser Frage zu befassen. Der Beamte den Streit eingetreten worden sei und daß deshalb jeder das Getreide vernichtete. Eugen Stworzow stand vor dem Kreisgericht in Pensa als einzelne Opfer bringen müsse. Die Gründung eines Streitfonds fofort dem Dorfataman, der Dorsataman dem Bezirkschef, der Angeklagter und hat der Beredsamkeit feiner Frau, welche als wurde als bringend nothwendig bezeichnet, da im Droschfenfuhr Bezirkschef dem Abtheilungschef u. f. w., und so gelangte die feine Bertheidigerin auftrat, seine Freisprechung zu verdanten. gewerbe so lange feine Nuhe herrschen werde, bis sich die Kutscher Wurm geschichte, nachdem fie vorschriftsmäßig alle Instanzen durchlaufen hatte, schließlich an das Provinzial- VerGegen das freisprechende Urtheil des Kreisgerichtes legte der ein menschenwürdiges Dasein erkämpft hätten. Beantragt wurde, Staatsanwalt Revision ein unter dem Hinweis auf die angeb zur nächsten Versammlung sämmtliche Fuhrherren Berlins einzuwaltungskomitee für die Semstwo Angelegenheiten. liche Ungefeglichkeit des Auftretens der Frau Stworzow als laden und ihnen vollste Redefreiheit zuzusichern. Dieser Antrag Romitee tam nach reiflicher Ueberlegung zu dem Schluß, Bertheidigerin. Der Senat verwarf aber die Revision des wurde angenommen. Um die Zahl der Streikenden nach Mög- daß man, um sich ein Urtheil bilden Staatsanwaltes, und hat somit entschieden, daß in Rußland lichkeit zu vermindern, soll an alle Kollegen, ob weiß" oder den fraglichen Wurm sehen müsse. Es ließ deshalb, wieder Frauen in Kriminalprozessen als Bertheidigerinnen fungiren schwarz", ein Aufruf erlaffen werden, alle ihnen bekannt werdenden durch alle Instanzen, den Befehl herabgelangen", daß man dem offenen Stellen der Streitfommission zu melden, damit diese in erster Komitee Proben der auf den Feldern erschienenen Würmer zur Linie die Verheiratheten unterbringen kann, was hinsichtlich der Ansicht einsenden solle. Es vergingen mehrere Monate, bis " weißen" Fuhrherren( der Jubaber von Tayameter- Droschten) endlich, wieder nach Durchlaufen aller Instanzen, eine Büchse mit einigen Exemplaren verschiedener Arten von Würmern beim natürlich nur bei solchen geschehen wird, die die Forderungen Komitee einliefen. Das Komitee hielt wieder eine Berathung der Streifenden bewilligt haben. Vielfachen Anstoß erregt es, In einer öffentlichen Versammlung der polnischen daß die Sammellisten nicht den Stempel der Gewerkschafts ab. Da aber die Mitglieder zwar sehr gut in Kanzleifachen, Sozialdemokratie, die am Neujahrstage bei Wiörschel in der kommission tragen. Nach dem neuesten Regulativ der Gewerkschafts- in der Zoologie aber desto schlechter beschlagen waren, Schönhauser Allee abgehalten wurde und zahlreich von Männern fommission müssen aber partielle Streits von den Gewerkschaften fo wußten sie auch jetzt nicht, was mit den eingesandten und Frauen besucht war, referirte Genosse Morawsti über selber durchgeführt werden. Demzufolge erging nochmals an die Thieren anzufangen fei. Glücklicherweise erinnerte sich jemand, Das Komitee wandte sich deshalb den neuesten Kurs, der gegenwärtig zur Vernichtung der Sozial- fahrenden Kollegen die dringende Mahnung, den Versammlungs- daß es auf der Welt auch eine Donische Landwirthschaftsdemokratie eingeschlagen ist. Nachdem der Redner die beschluß, zur Unterstützung der Etreifenden täglich 50 Pf. abzuführen, Gesellschaft gebe. Maßnahmen, die die Behörden gegen unsere Partet an- pünktlich Folge zu leisten. Da der Streit in der bürger an den Sekretär dieser Gesellschaft und übersandte ihm die wenden, einer scharfen Kritik unterzogen hatte, belichen Preffe eine gänzlich falsche Beleuchtung Würmer zur Einsicht. Der Sekretär fand, daß ein Theil der hauptete er, daß keine Macht der Erde im ftande erfährt, wurde die Redaktion der Allgemeinen Fahr- Zeitung" Würmer ganz unschädlich, der andere aber höchft schädlich sei. Tönnen. Versammlungen. " " zu können, Das erst ift, die Sozialdemokratie zu vernichten. In der Diskussion, beauftragt, zur Aufklärung des Publikums den Tageszeitungen Er schickte die Würmer wieder an das Komitee zurück mit einer an der sich viele Parteigenoffen betheiligten, fiel manches herbe eine wahrheitsgetreue Echilderung der üblen Lage der Droschken- Anweisung zur Vernichtung und Unschädlichmachung der Thiere. Wort über die heutige Gesellschaftsordnung. Dann forderte Ge- tutscher, als der Ursache des Streifs, zwecks Veröffentlichung Inzwischen war es aber bereits Spätherbst geworden, und das noffe Berfus auf, im neuen Jahre mit frischer Kraft, mit zugeben zu lassen. Unterstüßungen sind bereits über 300 M. ge- Komitee hatte längst aus dem Bezirke die Mittheilung erhalten, unermüdlichem Fleiße und mit unerschütterlichem Mutbe in der zahlt worden. Von der in der„ Vossischen Zeitung" mitgetheilten daß der größte Theil der Ernte auf den von den Würmern Agitation für die sozialdemokratischen Ideen fortzufahren, Ginforderung der Tarife und Abgabe der Fahrscheine durch und heimgesuchten Feldern vernichtet worden sei. Dies das Geschichtchen. Kann auch anderorts vorkommen. worauf er mit einem dreifachen Hoch auf die internationale an das Polizeifommiffariat war in der Versammlung Ein neues photographisches Verfahren hat der bekannte Sozialdemokratie, in das die Versammelten brausend einstimmten, nichts befannt. Grapholog und gerichtliche Schriftfachverständige Langenbruch die Sigung schloß. Ju Charlottenburg tagte am 30. Dezember eine öffent erdacht und in den Dienst der Rechtspflege gestellt. Ga bezweckt Die Möbelpolirer hielten am 27. Dezember eine öffentliche Maurer- Versammlung, die den von Schulze die Erleichterung der Prüfung anonymer Schmähschriften und liche Versammlung ab, die sich zunächst mit dem Ergebniß gegebenen Bericht über die Thätigkeit des Gewerbegerichts mit gipfelt darin, daß bie zumeist nach links herübergelegte ver der eingelaufenen Fragebogen beschäftigte. Schulz großer Aufmerksamkeit entgegennahm. In der Diskussion wurde hellte" Schrift vermittels eines eigenartigen Kopirverfahrens berichtete darüber: Von den 700 ausgegebenen Fragebogen sind das Verhalten eines Gewerbegerichts- Beisitzers lebhaft erörtert. wieder in die übliche Rechtslage gebracht und nunmehr bequem leider nur 132, die ebenso viele Werkfiellen repräsentiren, wieder Der Borfißende der Versammlung wies aber die Vorwürfe zurück. mit der unverstellten schrägen Schrift der verdächtigen Person abgeliefert worden. In diesen 132 Werkstellen arbeiten 498 Bum Kandidaten für das Gewerbegericht wurde Schulze verglichen werden kann. Der Erfinder gedenkt das Verfahren, Roligen und 8 Kolleginnen. Die letzteren arbeiten alle wiedergewählt. welches, wenn es sich bewährt, in der Rechtspflege eine wichtige auf Akkord und verdienen bei zehnstündiger Arbeits. Ethische Gesellschaft. Conntag, den 5. Januar: Große Versammlung Rolle spielen kann, sum Patent anzumelden. zeit im Durchschnitt nur 8 M. wöchentlich; sie werden im Lotal von Hoffmann, Alranderstraße 27 c. Vortrag des Schriftstellers Eine elektrische Eisenbahn auf dem Meeresgrunde den Unternehmern besonders dadurch benachtheiligt, Genoffen S. Echulz über: deutsche Zustände zur Beit der franzöfifchen Nachdem: Geselliges Betsammensein und Tanz. Anfang soll im nächsten Frühjahr an der englischen Küste zur Vollendung daß sie z. B. für eine bestimmte Arbeit, wofür die Männer Stevolution." tommen, die von Rottingdean nach dem beliebten Seebade 11,25 M. erhalten, nur 9 M. bekommen. Von den 498 Männern Sozialdemokratischer Agitationsverein für den Reichstage- Wahl- Brighton führen soll. Die Schienen sind so auf dem Meeresboden arbeiten 277 auf Afford, 216 auf Lohn. Der Verdienst bei der hreis Stralsund- Franzburg- Rügen. verlegt, daß fie zur Zeit der Ebbe frei liegen, zur Fluthzeit da= Lohnarbeit schwankt ganz bedentend. Als niedrigste sind mittags 10 Uhr, bei Linke, Jüdenstr. 36, Generalversammlung. Verband der in Holzbearbeitungs- Fabriken und auf Holzplähen gegen vom Wasser bedeckt sind; trotzdem soll die Bahn ihren angegeben: 9 M. einmal, 10 M. einmal. Der Lohn von an- beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands, Filiale nähernd 33 M. wurde nur zweimal angegeben. Es bekommen Berlin I. Mitgliederversammlung am Montag, den 6. Januar, bei Ite, Betrieb dann nicht unterbrechen. Es wird dies dadurch erreicht, überhaupt Lohn: 48 Kollegen unter 24 M., 94 Kollegen 24 bis Andreasfir. 26. Vortrag des Genossen Jahn über:" Der Kreislauf des Geldes daß ein Untergestell aus hohlen Eisenröhren, welches über den und die Währungsfrage. höchsten Wasserspiegel hinausreicht, unten die Räder und oben 26,50 M., 69 Kollegen 27 M. und darüber. 5 Kollegen hatten Arbeiter- Bildungsschule. Unterricht am Sonnabend, Südoft- Schule, einen Salon für die Reisenden trägt. Der elektrische Strom soll diese Frage nicht beantwortet. Waldemarsir. 14: Nationalöfonomie. Nordschule, Müllerstr. 179a: Medeübung. Beginn abends Uhr, Echluß 10% Uhr. Die Schulräume find zur der Bahn durch oberirdische Leitung zugeführt werden. Benugung der Bibliothek und des reichhaltigen Zeitschriftenmaterials schon von 8 Uhr an geöffnet. Don 6½ Uhr. Sonntag, den 5. Januar, vor Eingelaufene Druckschriften. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borfißender Ad. Neumann, Fafewolterfir. 3. Alle Aenderungen im Vereinskalender sind zu richten an Friedrich Korium, Wianteuffelftr. 49, v. 2 Tr. Sonnabend, Abends 9-11 ühr: nekur çstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Gefangverein Von der„ Nenen Zeit"( Stuttgart, J. S. W. Die y' Berlag) ist soeben das Grüne Giche, Esmeralda, Königsbergerstraße 5 bet Lastowsty. Luranta, LandsMirdorf, Hermannsnaße 197 bei Babenschneider. Glüdzu, Pasewolferstr. 3 bei Neumann. berger lee 166 het Goebel. Ganges: Go, Naunynftr. 86 bei Zubeil. Männer- Gefangverein auerfir. 15 bet G. Rentner. haus Friedrich.. Gefangverein Frisch auf II, Echönwalde in der Mart. Bei den auf Atford arbeitenden Kollegen sind die Zahlen ähnlich. Auch hier wurden Wochenverdienfte von 10 M. angegeben. 29 Kollegen hatten 18 M. und weniger Lohn, 60 Kollegen 19-23,50, 88 Kollegen 24-26,50 m., 82 Kollegen 27. und mehr. 18 Kollegen hatten diefe Frage nicht beantwortet. Die Frage nach der Arbeitszeit haben 2 Kollegen mit 10-14 Stunden, 70 Kollegen mit 10 Stunden, 203 Kollegen mit 92 Stunden, 17 Kollegen mit 94 Stunden, 186 Kollegen mit 9 Stunden, 1 Rollege mit 812 Stunden und 3 Kollegen mit 7-10 Stunden Liederkranz in Brandenburg a. d. Savel, Mengert's Boltsgarten, Die Bergfir. 6.- Deutide Giche II, Brandenburg a. d. Savel, Hauptstraße, beantwortet. 11 Kollegen ließen die Frage unbeachtet. intel's Salon. Frisch auf I, Frieorichsberg, Rummelsburgerstr. 69 Sängerlust, Luckenwalde, Beeligerstr. 34 bei Otto Frage: Wird nach Feierabend und Sonntags getei Adam. arbeitet? beantworteten 69 Kollegen überhaupt nicht, was, echulze. Hand in Hanb II, Friedrichsberg, Friebrich Karlstr. 11 Männer Gesangverein Immergrün, Tegel, Span wie angenommen wird, zeigt, daß sie in diesem Punft ein schlechtes bet Emil Seinede Freie Sänger, Schmargendorf, WirthsGewiffen haben. 70 Kollegen bejahten die Frage, ebenso 100 mit 2etße Rose II, Neu- Weißenfee, Straßburger- und Elsaßstraßen- Ecke, dem Bemerken, daß nach Feierabend und Sonntagsarbeit selten vorTreue, Mariannen Ufer 2a, Restaurant Tämen. 254 verneinten die Frage. Zu der Frage: Versum neuen Eifelthuim". Lurhof." Wänner Gesangverein Eintracht 3, Teltow, Restaurant sprechen sich die Kollegen Erfolg von einer" Schwarzer Adler" am Markt. Rue St. Bruischer sozialdemokratischer gefeklub in Paris. Lohnbewegung im Frühjahr 1896. äußerten fich 214 Kollegen mit Ja, 30 mit Nein, 249 gar nicht. Die Frage: Db Sonore 314, Cafe du Lion de Belfort. Jeden Sonnabend öffentliche Ber nur Lohnarbeit? beantworteten 290 Kollegen mit Ja, die fammlung; reiche Bibliothek, Zeitungen, franzöfifcher Unterricht. London. Ter einzige hiesige sozialdemokratische Verein Londons, der Ermittelt a Ite, von Karl Marx und Friedrich Engels 1846 mitbegründete übrigen 203 Kollegen schwiegen fich darüber aus. im Attordpreise die kommunistische Arbeiter: Bildungsverein befindet sich nach wurde weiter, daß jetzt Durchschnitt um 25 Prozent niedriger sind, wie vor 49 Tottenham Street, Tottenham Court Rd., W. London. Bund der gefelligen Arbeitervereine Berline und Jugegend der geselligen Arbeitervereine betreffend Der zweite Punkt der Tages- ue Buschriften, den Bund als im Jahre 1890. riaten an: P. Gent, Dresdenerstraße 107/108. Sonnabend: สิน ordnung betraf ein Referat des Kollegen Weber über Rauchklub Theaterverein Bavaria", Bernauerstr. 40/41 bet Bort. die Frage: Lohn oder Affordarbeit? Der Referent bezeichnete Theaterverein sich als prinzipiellen Gegner der Akkordarbeit; da man aber jetzt noch nicht in der Lage sei, sie abzuschaffen, müßte mit allen Mitteln danach gestrebt werden, daß die Bezahlung der Afford arbeit wenigstens wieder auf die Höhe des 1890er Tarifs kommt. Auf Antrag Reuter's wurde dann eine Resolution angenommen, worin die Versammlung erklärte, daß sie im Prinzip für die Einführung des Lobnsystems, praktisch dagegen Berufsverwandten, dann dafür sei, wenn wurde Weiter dafür Zischler, ebenfalls nur die eintreten. die find 14. Heft des 14. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Ein Efelsfußtritt. Nachahmung und Ausdruck in der Kunst. Von Walter Grane. Die Schwefelsäure und Soda- Arbeiter. Von Heinrich Vogel. Noch einmal die sozialdemokratische Agrar- Enquete. Von Dr. J. Schmidt und Adolf Müller. Literarische Rundschau. Notizen: Die Abnahme der Geburten in Europa. Einfluß der verschiebenen Farben auf die Ent= widlung von Pflanzen. Feuilleton: Ein Mühlen- Joyll. Aquarell von Ludwig Schiert. Bon der Wiener Wochenschrift ,, Die Beit" ist soeben das 65. Seft erschienen. Aus den Inhalt desselben heben wir hervor: England und die Ver= Die Litauer in einigten Staaten. Von Geheimrath F. Heinrich Geffcren. Rußland. Von E. D. Der preußische Oberkirchenrath und die Sozialpolitit. Bon Ludwig Fuld. Die wirthschaftliche Interessenvertretung der Landwirthschaft in Deutschland. Von W. Das Jahr 1895.( Finanzieller Brief aus Deutschland.) Von S. v. H. Neue Briefe Mazzini's. Bon Prof. Alfred Stern. Bom modernen Drama. Bon May Halbe. Münchener Theater. Von Ernst von Wolzogen. Ein Journalist. Won Die Woche. Revue der Revuen. Bücher. Hermann Bahr. Fragment. Bon Wilhelm Wetgand. 1 Bom Gin Soziale Pravis, Zentralblatt für Sozialpolitit, enthält u. a. in ihrer neuesten Mr. 14 folgenden leitenden Auffaß: Das Problem der Kirchlichen Sozialpolitit. Bon Pfarrer Fr. Naumann. Der schweizerische GesezBekämpfung entwurf über die Unfall- Versicherung. Von Dr. W. Roth. fozialer Bestrebungen im Deutschen Netch. Die Betheiligung der Ge= meindevertreter an tommunalen Lieferungen. Städtisches Speisehaus für Breslau. Seranziehung der Grund- und Gewerbesteuern in ben preußtfchen Gemeinden. Blagordnung für das Baugewerbe in Stuttgart. Normal- Lohntarif und Neunstunden- Tag in den österreichischen BuchGiggelegenheit für Verkäuferinnen in Ladengeschäften. Konflikt im schweizerischen Brauereigewerbe. Sonntagsruhe im württembergischen Pohibetriebe. Gesetzlicher Schutz des Wirthschaftspersonals in Bern. Fabrikinspektion und Polizeiorgane in Bayern. bericht der Braunschweigischen Landwirthschaftlichen Berufsgenossenschaft. Staatliche Beaufsichtigung der Lebensversicherungs- Gesellschaften in Preußen. Land- Armenpflege und freiwillige Armenpflege der badischen Sereise. Von Bürgermeister Dr. G. Thoma. Altersverhältnisse der Unterstüßten in der Barmer Armenpflege. märtisch Kraut", Eisenbahnstr. 7 bet Bauer. belgoland", Grüner Weg 20 bei Rudolf. druckereien. arbeiter- Raucherbund Berlins und Umgegend. Nenderungen im Sonnabend: unverzagt", 2cbuferstraße 13 bei Vogel. Bereinskalender find zu richten an A. Pflug, Breslauerfiraße 9, Keller. 28oite II, Weinfiraße 22 bet Steuer. Blaue Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Sonnabend. Turnverein 3. MännerFriedenftr. 37, Mittwoch und Sonnabend von 8-10 Uhr. Fire( Witol.. Teutschen Arb.- Turnerb.) turnt: 1. Männer- Abtheilung Abthl. Boedhitr. 21, Mittwoch und Sonnabend von 8-10 Uhr. 2 Lehrlings- Abth. Staligerfir. 56-56, Mittwoch und Sonnabend von 8-10 Uhr. Bereinigung der Turnfreunde turnt Mittwochs und Sonnabends von 8-10 Uhr abends Turnhalle Demminerftr. 56-57 Freie Turner= der Vertrauensmann beauftragt, in 14 Tagen wieder eine öffentlicha ft Birdorf Briz, G. Aterfing's Rest., Knesebeaftr. 113.- Gemischter Jahres Ortskrankenkasse Volksversammlung der Grovence, Gijeleure und am Montag, den 6. Januar 1896, abends 84 1hr, im großen Saal Koppenstr. 29: Vortrag von Dr. Bruno Wille: Religions- und Gewissensfreiheit? ander. künftl. Gewerbebetriebe. Am Sonntag, den 12. Januar cr., vormittage, Giebt es in Preußen im Louisenstädtischen Konzerthause, Achtung! 2048b Mitglieder der Orts- Krankenkasse der Tischler und Pianoforte- Arbeiter. Sonntag, den 5. Januar, vorm. 10 Uhr: 4 große Versammlungen 1. Im Bezirk des Kassirers Kröhn: im ,, Kolberger Salou", Kolberger Straße Nr. 23. 2. Im Bezirk des Kassirers P. Scholz: im Lokale des Herrn Zubeil, Linden- Straße Nr. 106. 3. Jm Bezirk des Kalfrers Post: im Lokale ,, Süd- Ost", Waldemar- Straße Nr. 75. 4. Im Bezirk des Kassirers A. Schulze: im Lokale des Herrn Fiebig, Gr. Frankfurterstr. 28. Tages Ordnung: Aufstellung der Kandidaten zu den Delegietenwahlen. 79/19 Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Bahlstelle Berlin.) Versammlung der Parquetbodenleger am Montag, den 6. Januar 1896, abends 8 Uhr, bei Schöning, Stallfdhreiberstr. 29. Tages Ordnung: Stellungnahme zum Lohntarif im Jahre 1896. Die Stollegen find 79/20 eng eingetan ber Firma Leib& Co., Großberent. 52, its hiermit besonders Verband der Möbelpolirer. Alte Jakob str. 37: Delegirtenwahlen. Die Wahl beginnt für die Arbeitgeber um 10 Uhr, für die Kassen74/12 mitglieder um 11 Uhr. Zu wählen find 36 Arbeitgeber und 72 Rassenmitglieder. Das Mitgliedsbuch ist als Legitimation vorzuzeigen! Berlin, den 3. Januar 1896. Der Vorstand: Alb. Schüß. F. Ludwig. Ausserordentliche Generalversammlung der Vertreter der Ortskrankenkasse der Gelbgießer am Sonntag, den 12. Jannar cr., vormittags 10 Uhr, im Saale des Herrn W. Scheffer, Inselstr. 10, 2 Tr., wozu die Vertreter der Arbeitnehmer hiermit eingeladen sind. Tagesordnung: 1. Abänderung des § 13 Biffer 3 des Statuts.( Antrag des Vertreters Herrn Schittkowsky.) 2. Verschiedenes. [ 2047b Berlin, den 3. Januar 1896. Der Vorstand. Orts- Krankenkasse Buchhandlung des Vorwärts", Berfin SW. 2. Beuth- Straße 2. Bur Mallenverbreitung! Goeben erschien in dritter Auflage: Prozeß Liebknecht in Breslau. Mit einem Vor- und Nachwort von W. Liebknecht, Preis 10 Pf. Porto 3 Pf. Bei Partienbezug Rabatt. Dieser Prozeß ist in der Fülle der gegenwärtigen Majestätsbeleidigungs- Anklagen typisch; die Bedeutung der Broschüre er hellt am besten daraus, daß in vierzehn Tagen bereits drei Auflagen nöthig wurden. Der Septemberkurs vor dem Reichstag. 96 Seiten Großottav. Preis 15 Pf. Porto 5 Pf. Bei Partienbezug Rabatt. Die Bebel'sche Etatsrede hat der diesjährigen Etatsdebatte ihre politische Bedeutung gegeben und diese zu einer Diskussion über die Sozialdemokratie und den Septemberkurs gestaltet. Die Sedauhezze, die Majestätsbeleidigungs- Prozeß Epidemie, die neueste Regierungspolitit wird hier vor dem Richterstuhl der Deffentlichkeit abgehandelt und ist daher diese Sammlung der in stenographischem Wortlaut wiedergegebenen Reden der Abgeordneten Bebel, Barth, Haußmann, Stumm 2c., des Reichskanzlers, des Kriegs- und des Justizministers von weitergehendem Interesse. der Strumpfwirker. 9000000000 Ausserordentliche 30000 General- Versammlung Künstl. Zähne emittelte Ermäßigung. Kreslawski, épittelmatt 15 Montag, den 13. Januar cr., abends 8 Uhr, in Feind's Lokal, Weinstr. 11. Tagesordnung: 1. Wahl des Montag, den 6. Januar, abends 8½ Uhr, in Nixdorf, Rechnungsprüfungs. Ausschuſſes für Rohr's Salon, Knesebeckstraße Nr. 49: Dersammlung. Tagesordnung: 1. Gewerkschaftlicher Vortrag. 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. Die Kollegen werden ersucht, die Kontrollfarten für das ver: gangene Jahr auszufüllen und in den Zahlstellen oder am Sonntag, vormittags von 9-11 Uhr, bei Wilke, Andreasstr. 26, abzuliefern; ferner laden wir die Kollegen sowie Freunde des Verbandes zu dem am 25. d. Mts. bei Nieft, Weberstr. 17, stattfindenden Maskenball ein. Herren 50 Pf., Damen 25 Pf. Der Vorstand. Bauhandwerker- Krankenkasse für Berlin und Umgegend.( Eing. Hilfskasse Nr. 118.) Sonntag, den 2. Februar, vorm. 10 Uhr, in Cohn's Festfalen( fl. Saal), Beuthstr. 20-21, 1 Tr.: Ordentliche General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes und Abrechnung des Kassirers. 2. Revisions. bericht. 3. Bericht des Ausschusses. 4. Wahl des Vorstandes und Ausschusses. 5. Junere Kassenangelegenheiten. NB. Die Mitglieder werden noch ganz besonders auf§ 20 Absatz 1 des Statuts aufmerksam gemacht. 261/6 F. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Mitgliedsbuch legitimirt. Der Vorstand. J. A.: H. Metzke. Verband der in Buchbindereien, der Papier- u. Ledergalanteriewaaren- Industrie beschäftigt. Arbeiter und Arbeiterinnen. Montag, den 6. Januar, abends 8 Uhr, bei Th. Bolk, Alte Jakobstraße 75: Außerordentliche General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag des Fräulein Jda Altmanu über: Werth und Wesen der Arbeit." 2. Protest gegen die Aufnahme des Kollegen Fuhrmann. 3. Mitgliedschaftsangelegenheiten und Fragetaften. 24/15 Nur Mitglieder haben Zutritt. Mitgliedsbuch legitimirt. Der Vorstand. Charlottenburg. Deffentl. Metallarbeiterversammlung am Sonntag, den 5. Januar, vormittags 10 Uhr, bei Lehder, Bismarck- Straße Nr. 74. Tages Ordnung: 120/1 1. Bericht des Gewerbegerichts Beisitzers. 2. Aufstellung eines Randidaten zum Gewerbegericht. 3. Wahl eines Delegirten zum Gewerkschaftstartell. 4. Verschiedenes. Der Einberufer. Wegen Liquidation Der Damenmäntel- Firma Berg& Nesselroth Berlin C., Königstr. 33, Ecke der Neuen Friedrichstraße, sollen die noch bedeutenden Waarenbestände zu felttaxirken Preisen ausverkauft. werden. Zum Verkauf gelangen nur Neuheiten der Saison. Elegante Winter- Jaquettes, Capes und Kragen für 6, 8-15 M., früher 15, 20-36 M. Elegante wattirte Abendmäntel 8, 10-30 m., früher 15, 25-75 M. Pelz- Mäntel( Räder und Paletots) aus Hamster, Febrücken, Bisam und Biber 25, 30, 50-75 M., früher 50, 60, 100-200. Plüsch Capes und Plüsch- Jaquettes 20, 30, 50-60 m., früher 45, 60, 100-150 m. Kinder- Winter- Mäntel für jedes Alter 2, 4-10 M., früher 5, 10-20 M. Regenmäntel aus den besten Stoffen und neueste Façons 6, 10-15 M., früher 15, 25-36 M. Der Liquidations- Verkauf. Königstraße 38, Ecke der Neuen Friedrichstraße, nahe dem Stadtbahnhof. Der Verkauf dauert nur noch kurze Zeit. 1895. 2. Definitive Beschlußfassung über die Höhe der vom Rechnungsführer zu leiftende Raution. 3. Berschiedenes. Die Delegirten werden um zahlreichen Besuch ersucht. Der Vorstand. Strickwoll- Reste, Zephyr, Rockwolle zu Partiepreisen jetzt Holzmarktstr. 60, Hof links 1 Tr. Achtung! Achtung! Künstl. Zähne v. 3 M. an, Theilz. wöchentl. 1 M., wird abgeholt. Bahn ziehen, Zahnreinigen, Nervtödten bei Bestellung umsonst. u. Polsterwaaren, Guckel, Baufiberplatz 2, Elsasserstr. 12 Möbel waaren, Franz Tutzauer, Tischlermeister,[ 39612* Berlin SW., Blücher- Straße 14. Herrenhüte 1,00, Mustersachen 0,75, neueste Façons, verkauft nur das Fabrikkomptoir Barnimstrasse 4/5, Müllerstrasse 12 c, 1. Geöffnet Sonnabend bis 10 Uhr, Sonntag bis 2 Uhr. Wahl Fonds. 11. [ 17626 Marken Stempel lief. seit 18 Jahren für tausende Kassen, Vereine und Verbände aller Länder Jean Holze, Hamburg, gr. Drehbahn 45. Verlag fozialistischer Bilder. Verlangen Sie meinen ill.Preis- Courant Neue Hofen, Ueberzieher billig zu verkaufen Pfandleihe Skalizerstr. 13. 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